Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

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Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

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I^* Topographie.

2876 Schaafe, wobei 116 Merinos und 1237 Heidesehnucken,

6095 Schweine, 657 Ziegen und 1130 Bienenstöcke.

Sierck Sirium, SercaJ , Hauptort des Kantons, am rechten

Ufer der Mosel, welche hier starke Biegungen macht, am Ehiflusse

des Montenacher Bachs und der Strasse von Diedenhofen nach

Trier, 15 Kilom. nordwestlich von Diedenhofen, mit Kirche, Kapelle,

404 Häusern, 4h(l Familien, 2060 Einw., wobei 23 Evangelische

und 96 Israeliten,

4 Mühlen, 8 Gerbereien, Lohmühle, Gypsmühle

, Destillerie , Porzellanfabrik , Steinbrüchen von Quarzit,

Friedensgericht, Polizeicommissär , Steuerkasse, Steueramt, Enregistrements

- Einnehmerei , Postverwaltung , Mädchenpensionat,

geisthchem Collegium, Getreide-, Wein-, Obst- und Gemüsebau,

Viehzucht, erheblichem Handelsverkehr, MoselsschiflfTahrt mit Hafen,

Wochenmarkt am Mittwoch und Freitag und Jahrmarkt am Ptingstdienstag

und ersten Dienstag nach dem 8. September, ist sehr alt

und war lothringisch.

Sierck gehörte den Königen von Austrasien

und Pipin gab es 712 an eine gewisse Königin bei ihrer Heirath,

deren Namen aber unbekannt ist. Im Jahre 980 war es schon

von Trier abhängig und später brannte in einem Kriege die Vorstadt

ab und ebenso die Pfarrkii-che St. Laurent, die sodann an

die Abtei von Kethel übertragen wurde. Im Jahre 143(5 bekam

ein Arnould von Sierck von König Rene Güter in Forbach, wobei

gesagt ist, dessen Vorfahren seien Herren von Sierck gewesen,

und in der l'hat scheint dies wenigstens dem Titel nach richtig

gewesen zu sein, ohne dass Sierck selbst der Familie gehörte,

aus welcher im Nierzehnten Jahrhunderte ein Bischof von Trier

hervorging. Im Jahre 1123 wollte sich Erzbischof Adelbero von

'i'rier des Orts bemächtigen, unterlag aber mit 10,000 Mann dem

Herzoge Simon bei Königsmachern. Die Herren von Fonloy besassen

1150 das Schloss, Herzog Matliieu gab es sodann 1170 an

den Bischof von Metz wohl auf licbenszeit, denn es kam an Lothringen

zurück mit Ausnahme der direkten Seigneurie, die dem

Bisthume Metz verblieb. Von da an war Sierck öfters Lieblingsaufenthalt

der Herzoge von Lothringen, von welchen mehrere

l'amilienmitglieder in der Kirche begraben wurden. Von 1322

bcHMfiH die iMimilie Montclair das Lehen. 1406 kam das Amt von

V'audrevange nach Sierck und später iicss Herzog Kiirl 11. hier

.Münzen Hchlugen. 1516 wurde Herzog Anton von den Franzosen

im HchlosHe ange^^riffen , schlug sie aber bei Montenaeh. Als Lud-

%vig XHl. liOlliringen bcHCtzle, belagerte er auch Sierck acht Tage

lang und nahm e», worauf Sierck mit 33 Ortschaften an Frank-

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