Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

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Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

3. Kreis Diedenhofen. 341

reich gelangte, jedoch nur auf sehr kurze Dauer. 1635 nahmen

die Franzosen Sierck abermals, aber der lothringische Parteigänger

Maillard vertrieb sie wieder daraus. In jenen Kriegen litt dann

Sierck unendlich und eine ganze Strasse stand unbewohnt und

verfiel. Im Jahre 1643 nahm der Herzog von Enghien die Stadt

nach eintägiger Vertheidigung, zwei Jahre darauf ruinirte die

Armee Conde's Sierck noch vollends und 1661 kam es ganz an

Frankreich. Im Jahre 1673 wurden zur Deckung des Schlosses

zwei Forts errichtet, 1705 lag die Armee Marlboroughs hier, 1713

wurde das Fort zerstört, 1734 das Schloss wieder hergestellt, aber

nicht mehr vollendet, 1811 verkauft und 1814 von der Regierung

zurückgekauft, aber dem Verfall überlassen. Am 16. Juli 1750

zerstörte eine Ueberschwemmung des Mandereubachs 12 Häuser,

11 Gerbereien , viele Gärten , 2 Brücken u. s. w. ; zur Unterstützung

gab dann die Regierung 30,000 Livres; 1784 fand dann eine ähnliche

Ueberschwemmung statt. Die Kirche ist neu und vor dem

Hochaltare war ein runder Stein, den Ehebrecher zur Strafe öffentlich

am Halse tragen mussten. Das Hospital wurde 1433 von

Margarethe von Bayern, Gemahlin des Herzogs Karl II. ,

gestiftet.

Im Jahre 1627 wurde zwischen der Stadt und dem Schlosse ein

Franziskanerkloster errichtet, das 1790 19 Mönche und 5 Laienbrüder

zählte, 1826 der Stadt geschenkt wurde und jetzt ein von

Geistlichen geleitetes Colleg enthält.

Ein Nonnenkloster des gleichen

Ordens wurde 1485 von Trier gestiftet, bestand bis zur Revolution,

hatte damals 20 Nonnen und 3 Laienschwestern und gehört seit

1833 den Schulschwestern Ste. Chretienne als Mädchenpensionat.

Nach der Ueberschwemmung von 1784 wurde der Quai erbaut.

Zur Gemeinde gehören der Weiler Rusdorf beim Schlosse mit

dem erwähnten Pensionat, der Weiler Ridlingen, nördlich und am

linken Moselufer, der Hof Königsberg im Süden, sowie die Mühlen

Jlilchen, Walkenhausen und Marienfloss, letztere beide am

Manderenbache. Zu Marienfloss stand ein Kloster, welches zuerst eine

1242 errichtete und 1414 von Freisdorf hierher verlegte Cisterzienserabtei

war, 1431 aber nach Rethel übersiedelte, während in ihr Gebäude Kartliäuser

einzogen, die jedoch den Gottesdienst verfallen Hessen und daher

1443 durch ein Kanonikat für 9 Kanoniker ersetzt wurden, bis 1636 die

Pest auch diesem ein Ende brachte. Rusdorf wurde auch Rosendorf genannt

und noch findet dahin am 25. März eine

feierliche Procession statt*

Apacll, Dorf an der nördlichen Gränze des Kantons gegen

Preussen und am rechten Ufer der Mosel, sowie Strasse nach Trier,

2 Kilom. nördlich von Sierck, mit Kirche, 120 Häusern, 510 Einw.,

2 ]Mühlen, Lohmühle, Sägmühle, 2 Oelmühlen, Gerbereien, Ge-

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