Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

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Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

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4. Kreis Bolchen. 349

mauern sind noch Gräben und Reste vorhanden. Bolehen ist sehr

alt, war mit Mauern und Gräben umgeben und hatte ein festes

Schloss, dessen Herren sehr mächtig waren und oft in Verbindung

mit den Grafen von Bar, Luxemburg und Nassau traten, um die

Stadt Metz zu bekämpfen. Sie schlugen 1139 einen Angriff der

letzteren unter den Mauern der Stadt Bolchen zurück und verwüsteten

1386 das Metzer Gebiet, als über die Bischofswahl ein

Krieg entstand,

worin die Metzer 1387 dreimale vergebens Bolchen

angriffen. Im Jahre 1503 gelangte die Herrschaft an Lothringen

und Herzog Rene bestätigte die Rechte und Freiheiten der Stadt,

welche sodann Hauptort einer Grafschaft wurde, welche von Herzog

Karl IV. seiner Schwester Henriette, Besitzerin von Pfalzburg,

verliehen wurde. Franziskaner [HecolletsJ aus Irland erbauten im

Jahre 1730 in einem Theile des Schlosses ein Kloster und zählten

vor der Aufhebung desselben

noch 6 Mönche. — Hier war Franz

Karl Dominicus Villiers geboren, welcher 1814 als Professor in

Göttingen starb und über Geschichte und Philosophie geschrieben

hatte, ebenso Genei'al Fr. P. N. Antoine, welcher in der Revolutionszeit

Deputirter war, für den Tod des Königs stimmte und

1793 starb.

Zur Gemeinde gehören die Ammoniaksalzfabrik und die Halfastenmühle,

Alte nnd Neue Mühle, 2 Kapellen und die Eremitage.

Bannay (Bisingen), Dorf am rechten Ufer der deutschen Nied

und Strasse von Bolchen nach Falkenberg, 6I/2 Kilom. südlich

von Bolchen, mit 43 Häusern, 161

Getreidebau und Viehzucht, war lothringisch.

Einw., Mühle, Seidenweberei,

Bettingen (Beltamje), Dorf am rechten Ufer der Nied, 6 Kilom.

nördlich von Bolchen, an der Strasse nach Busendorf, mit Kirche,

59 Häusern, 230 Einw., 2 Mühlen, Ziegelhütte, Getreide-, Kartoffel

Tabak- und Obstbau, war lothringisch.

Bionville (Bingen), Dorf am rechten Ufer der deutschen Nied

und Strasse von Metz über St. Avold nach Saarbrücken, 9 Kilom.

südHch von Bolchen, mit Kirche, Synagoge, 158 Häusern, 571 Einw.,

wobei 2 Evangelische und 88 Israeliten, Mühle, Getreide-, Gemüse-

und Weinbau, Viehzucht und zwei Jahrmärkten, gehörte

zum Bisthume Metz. Der Glockenthurm soll aus dem zwölften

Jahrhunderte stammen ; das Schloss bietet nichts Bemerkenswerthes

dar.

Zur Gemeinde gehört der Weiler Morlange mit alter

Kapelle.

Eisten im Loch, Dorf am Ursprünge des Bistenbachs, 8 Kilom.

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