Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

booksnow2.scholarsportal.info

Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

360 II. Topographie.

eine Abtei, welche 1130 Verich von Valcourt und seine Frau

Adelheid gegründet und Stephan von Bar im Jahre 1131 dem

heiligen Gangholf weihte. Der erste Abt hiess Drognon und das

Kloster gehörte dem Karthäuser Orden an. Unter dem zweiten

Abte Simon ging aber das Kloster ein und die Mönche verliessen

es, worauf Mönche von Justemont und Ste. Croix gesandt wurden^

aber dem Bischof Bertram von Metz, welcher gegen Ende des

zwölften Jahrhunderts Prämonstratenser Mönche geschickt hatte,

ging es nicht besser, und endlich besetzte Herzog Matthieu von

Lothringen das Kloster 1210 mit Cisterzienser Mönchen , mit welchen

sich 1114 jene von Marienfloss bei Sierck vereinigten. Im Jahre

1461 kamen aber wieder Karthäuser in Besitz. Das Kloster war

1665 abgebrannt und erst 1740 wieder hergestellt worden. Die

Kirche wurde von Bischof Bouchard dem Abte von Busendorf

übergeben und 1758 vergrössert. Eine Prevote bestand hier bis

1705. Es waren ferner schon seit 1295 hier zwei Schlösser, das

obere und untere, von welchen das erstere im Jahre 1658 ganz

verstört wurde. Das letztere besteht noch und ist bemerkenswerth

wegen seiner runden Gestalt. Abtei und dieses Schloss lagen dicht

an der Nied. Das letztere gehörte seit 1699 der Familie Schmittburg,

die mit den Familien Warsberg, Ellz und Metternich verwandt

war und es 1836 an Herrn Delhomme verkaufte.

Zur Gemeinde geboren die Weiler Diding au der Mied, nordöstlich,

und Guiching, ebenso, aber weiter nördlich gelegen, die Höfe

Geling im äussersten Norden, Freisdorferhof, Brück, Brobisch,

St. Sicte, St. Pierre und Ste. Croix und die Vannesmülile.

Gertlingen (Guerstling), Dorf auf einer Anhöhe des rechten

Niedufers und an der preussischen Gränze, 5 Kilom. nordöstlich

von Busendorf, mit Kirche, 88 Häusern, 328 Kinw., Mühle, Getreidebau

und Vielizucht, war lothringisch.

Zur Cicmeindc gehört der an der Nied liegende Weiler Niedvelling.

Hargarten, Dorf im Sud westen des Kantons, an einem Seitenbache

des Bistenbachs, mit Kirche, 181 Häusern, 675 Einw.,

2 Mühlen, Kalkofen, Bierbrauerei, Holzhandel, Getreidebau und

Viehzucht, war lothringisch und hatte 1730 ein Bleibergwerk, das

1788 wieder einging und 1858 neu concessionirt wurde, aber nicht

ausgebeutet wird. In der Nähe zog die Kömerstrusse vorüber.

Zur Gemeinde geliitrt die Sonnenmülilo.

Heillingen, Dorf an der preussischen Grätize, 4'/;^ Kilom.

nordÖHtlich v(»u Busendorf, mit 74 Häusern, 319 Kinw., 2 Mühlen,

ZiegulhUltc, (iutreidebuu und \ iehzucht, war lulhringisch.

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine