Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

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Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

4. Kreis Bolchen. 371

Zur Gemeinde gehören die Metringer-, Kapellen-, Lattenholzund

Stutzenmühle nebst einer Kapelle, sowie der an der deutschen

Med gelegene Weiler Metring.

Thicourt (Dei curtia, Thusio CurtiJ , früher deutsch Diderich

genannt, Dorf im Süden des Kantons, an einem Bache, 7 Kilom.

von Falkenberg, mit Kirche, 93 Häusern, 99Famihen, 332 Einw.,

Mühle, Kalkofen, Getreide-, Obst-, Wein-, Tabak- und Gemüsebau

und Viehzucht, war lothringisch und liegt an einer Römerstrasse,

weshalb man noch viele römische Münzen hier fand. Thicourt

gehörte im dreizehnten Jahrhunderte den Herren von Lothringen,

kam durch Heirath zeitweise an Dachsburg und wurde von den

Bischöfen von Metz um 1225 als Metzer Lehen beansprucht, verblieb

aber von 1314 an bei Lothringen, weil der Herr von Warensberg

erklärte, es als lothringisches Lehen zu besitzen. Im Jahre

1475 gehörte es den Herren von Finstingen und von diesen kam

es durch Heirath an Karl Philipp de Croy, Marquis d'Havre, dessen

Familie es bis zuletzt besass. Weil die Herren von Thicourt dem

Bisthume Metz viel schadeten , so liess Bischof Stephan von Bar

1124 die Burg verbrennen und Bischof Ademar zerstörte sie ganz;

aber sie wurde wieder aufgebaut und bestand noch im vorigen

Jahrhunderte. Eine Priorei wurde 1093 von Gerard ä la Barbe

de Thicourt und seiner Frau gegründet für vier Geistliche, zum

Vortheile der Abtei Clugny; aber die Primatialkirche von Nancy

bekam später die Priorei, hob dieselbe auf und überliess die Kirche

dem Dorfe. Dieselbe ist theilweise in romanischem Styl erbaut,

und zwar zur Zeit der Gründung der Priorei.

Zur Gemeinde gehört die östlich davon gelegene Mühle Manspach.

Thonville, Dorf im Süden des Kantons, 7 Kilom. von Falkenberg,

Getreidebau

mit 49 Häusern, 52 Familien, 175 Einw., Kalkbrennereien,

und Viehzucht, gehörte zum Bisthume Metz.

Trittelingen, Dorf im Norden des Kantons, an der Strasse

nach St. Avold, 5 Kilom. von Falkenberg, am Hesswiesenbache,

mit Kirche,

86 Häusern, 92 Familien, 337 Einw., Seidenweberei,

Getreide-, übst- und Gemüsebau und Viehzucht, gehörte zu Lothringen

und der Herrschaft Falkenberg.

Zur Gemeinde gehört der Weiler Red lach mit Kapelle, westlich

vom Dorfe, und das an der Strasse gelegene alte Zollhaus (Douane).

VaMen fValh, WallenJ, Dorf am Behrbache, 21/2 Kilom. südöstlich

von Falkenberg, mit Kirche, 96 Häusern, 97 Familien,

354 Einw., Getreide-, Wein-, Obst-, Tabak- und Gemüsebau und

Viehzucht, gehörte zu Lothringen.

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