Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

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Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

376 II- Topographie.

1674 Schaafe, fast lauter Heideschnuckeu , 3496 Schweine, 1415

Ziegen und 926 Bienenstöcke.

Forbach, Kreisstadt an der Eisenbahn und Strasse von Metz

nach Saarbrücken, am Westabhange des Schlossbergs, mit Kirche,

698 Häusern, 1163 Familien, 5411 Einw., wobei 406 Evangelische,

3 Mennoniten und 261 Israeliten, Kreisdirektion, Friedensgericht,

Kreis-Schulinspector, Arzt und Ingenieur, Polizeikommissär, Steuerkasse,

Steueramt, Enregistrements- Einnehmerei, Postamt, Landweh

rcompagniebezirk, Coilegium, höherer Töchterschule, kleiner

Garnison, Spital, das Herr von Bauer in Mannheim im Jahre 1830

stiftete,

Judenkirchhof, Schnupftabaksdosenfabrik aus Papiermache,

Kartenfabrik, Destillationen, Leimsiedereien, 5 Mühlen, Ziegeleien,

Glashütten, Kohlenbergwerk, Wochenmärkten am Dienstag und

Freitag und Jahrmarkt am zweiten Montag im October, war früher

lothringisch. Die alte Stadtmauer war sehr solid gebaut und hatte

einen Thurm mit dicken Mauern. Auf dem nahen Kreuzberge

steht eine gothische Kapelle mit der Jahreszahl 957, auf dem

Schlossberg befinden sich die Ruinen eines alten Schlosses, das

auf den Trümmern eines Römertempels steht und unter Ludwig XIV.

zerstört wurde. Das alte Schloss der Grafen ist im Renaissaucestyl

erbaut und noch gut erhalten. Die Burg gehörte nach und nacli

verschiedenen Adelsgeschlechtern und auch einmal der Abtei

St. Vannes, später aber wieder anderen, welche in den Dienst

der Stadt Metz traten. Es war Lothringer Lehen und gehörte seit

dem dreizehnten Jahre den Häusern Sierck, Dann -Falkenstein,

Hohenfels, Leiningen und Ebersteiu. Im Jahre 1717 wurde die

Herrschaft zu einer Grafschaft von Herzog Leopold zu (Umsten

des Barons Herming von Sirahlenheim und von König Stanislaus

1757 zu Gunsten von Maria Anna Camasse, (Jräfin von Forbach

und morganatischer Gemahlin des Herzogs Christian von ZweibrUcken,

erhoben. Die Herrschaft umfasste: Forbach, Alsting,

Hehren, Bussbach, Cadenbronn, Etzling, Gaubiving, Kerbach,

Oeting, Klein -Rössel, Schöneck, Speichern, Stiring, Tenteling,

Glashütte Sophie, die alte Glashütte Zinzing und die nun zerstörten

Dörfer Bettingen, Bieslingen, Dletlingen, (Jirliiigen, Hullingen

und RuchtiugeD. Im Jahre 1552 hatte Kaiser Karl V., als

er Metz belagerte, hier sein Hauptqunrtii'r. In I'^orbiich ist (ieiieral

Houchard geboren. Am Morgen des 7. August 1870, nach der

•Schlacht bei Spichern, wurde Furbach von den Preussen besetzt

und erhebliche militUrische Beute gemacht. In der Nähe zog eine

KömurhtraeiHi vorüber.

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