Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

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Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

384 II- Topographie.

der Sitz der Herren des Ban de la Rotte, deren letzter der Graf

von Fouquet war. Das Schloss, welches dieselben bewohnten,

besieht noch, ist aber nicht mehr befestigt. Etwa 500 Meter südöstlich

vom Dorfe liegen die Ruinen des festen Schlosses Gondremange,

dessen Gräben noch vorhanden sind. Die Herren von

Gondremange besassen auch ein Schloss in Suisse- haute (Ober-

Suisse) und noch ist ein Theil des Spazierwegs vorhanden, welcher

von einem Schlosse zum andern führte. Die Seigneurie de

la Rotte umfasste Brülingen, Suisse-basse und Thicourt.

Zur Gemeinde gehören Nirezlach und die Mühle Ste. Croix (Heiligkreuzmühle).

Büdingen (Biding), Dorf am Lengeislochbach, 10 Kilom.

nördlich von Grosstännchen, mit Kirche, Mühle, 87 Häusern, 89

Familien, 405 Einw. , Bierbrauerei, Seidenweberei, Getreidebau

und Viehzucht, gehörte zum Bisthume Metz und schon 1342 zur

Herrschaft Krieehingen , womit es 1793 von Deutschland an Frankreich

kam.

Zur Gemeinde gehört die

Büdinger M ühle an der deutschen Nied.

Buschdorf (Bouslroff) , Dorf im Westen des Kantons , 9 Kilom.

von Grosstännchen, mit Kirche, 54 Häusern, HO Familien, 262 Einw.,

Schuhfabrikation, Getreide- und Gemüsebau, gehörte zum Bisthume

Metz und der Herrschaft Hinksingen und wird schon 1632 genannt.

Destrich fDestryJ, Dorf im Süden des Kantons an einem

kleinen Bache, 12 Kilom. von Grosstännchen, mit Kirche, drei

Mühlen, 95 Häusern, 112 Familien, 406 Einw., Stickerei, Getreide-,

Gemüse-, Obst- und Weinbau, gehörte zu Lothringen.

P^twa 3(X) Meter nördlich vom Dorfe fand man verschüttete Brunnen,

in gleicher Entfernung auf der entgegengesetzten Seite alte

Grundmauern, Kellergewölbe und Reste alter Ziegel und als man

im vorigen .Jahrhunderte, 1722, den Chor der Kirche umbaute, fand

man daselbst Gräber von Fürsten und Kriegern, deren man auch

wieder 1743 entdeckte, als man das Schiff wieder herstellte. Das

Dorf ist sehr alt und war im zehnten Jnhrhunderte Sitz einer

Grafschaft. Nach allgemeiner Annahme hatten die Könige des

zweiten Geschlechts hier zwei Pfalzen, deren eine im Dorfe selbst

und die andere drei Kilometer davon lag, wo jetzt Wald ist und

man noch die Ueberreste alter Gräber sieht. J']s war also unter

den Karolingern wohl königlicher Flecken und es ist auch die

Urkunde Ludwigs des Verschwender^ über die Schenkung Mathilden«

an die Abtei St. Arnoidd in jxilalin tioslro iipud Dcsiractini

datirt. Uebrigen» luimmi Di-sdidi niihi blos 835 vor, sondern

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