Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

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Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

5. Kreis Forbach. 389

Die Salm behaupteten nur vom Reiche abzuhängen, auch machten

die Bischöfe von Metz die Besitzer von Mörchingen mehrmals

dienstpflichtig und wohl schon im sechszehnten Jahrhunderte kam

es unter die Hoheit von Lothringen. Die Franzosen unter Marschall

du Halliev bemächtigten sich des Orts 1693 und machten

die nach Mörchingen geflüchteten Söldner zu Gefangenen, als der

Ort kapitulirte. Im fünfzehnten Jahrhunderte brannte Mörchingen

fast ganz ab. Aus früherer Zeit besteht auch noch ein kleines

Spital. Die Grafschaft Mörchingen umfasste die Orte Mörchingen,

Destry, Enschweiler, Harprich, Ober-Suisse, Landorf, Rakringen,

Roth, Weiler, Achain, Bermering, Dalheim, Lidrequin, Lidrezing,

Marthil, Pevange, Riebe, Metzing, Rodalbe, Zarbeling und Zozeling.

Zar Gemeinde gehören: der Weiler Rode, an einem Bache südwestlich,

mit Mühle und Kirche, der Gerenhof ^ÖMerin^^, Hof und Ziegelei

la Carole, das Haus Station de la Cöte und St. Luc, Maison

Cantonnier, die Ziegeleien Frache und Hellwald, die Klein- und

Neumühle im Süden, sowie die isolirte Kirche Teraple des 31 enn

o n i t e s.

Rakringen (Hacrange), Dorf im Süden des Kantons, 8 Kilom.

südwestlich von Grosstännchen , unweit des oberen Mattgrabens,

mit Kirche, 81 Häusern, 97 Familien, 388 p]inw., Getreidebau,

Viehzucht und Weberei, gehörte mit Mörchingen zu Lothringen.

Das Dorf kommt als Racheringa schon 927 vor, wo St. Avold hier

Güter besass; auch Longeville besass 1121 Güter daselbst.

genannt.

Zur Gemeinde gehört die Bruchemühle, auch Brockenmühle

Suisse-Basse (Unter-Suisse), Dorf an der Rotte, im südwestlichen

Theile des Kantons, 12 Kilom. von Grosstännchen, mit 49

Häusern, 192 Einw., Mühle, Leinweberei, Getreide-, Hopfen-, Obst-,

Gemüse-, labak- und Weinbau, gehörte zur Herrschaft Brülingen

und dem Bisthume Metz, während Ober-Suisse zu Mörchingen gehörte.

Mitten im Dorfe steht eine 1708 erbaute Kapelle. Beide

Dörfer sind auf den Trümmern alter Dörfer erbaut, wovon man

noch Spuren findet, und scheinen nach dem Kriege des siebenzehnten

Jahrhunderts von

angesiedelten Schweizern wieder aufgebaut worden

zu

sein.

Der zur Gemeinde gehörige und damit zusammenhängende Weiler

Suisse-IIaute gehörte zur Grafschaft Mörchingen und war lothringisch.

Valll-Ebersing ( Wahl-Ebersingen) , Dorf im Norden des Kantons,

an der Strasse nach St. Avold, 8 Kilom. von Grosstännchen,

mit Kirche, 129 Häusern, 130 Familien, 515 Einw., Mühle, Kalkbrennerei,

Getreidebau und Viehzucht, war lothringisch. Es ge-

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