Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

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Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

5. Kreis Forbach. 391

Salzsteueramt, Eoregistrementeinnehmerei, Steuerkasse, Postexpedition,

Eisenbahnstation, 3 Salinen, 9 Strohhutfabriken, Seidenfärbereien

und Seidenwäschereien, 6 Mühlen, Sägemühle, Wochenmarkt

am Donnerstag, Jahrmärkten am Ostermontag und Montag

nach Trinitatis und Martini, war Hauptort einer Herrschaft des

Bisthums Metz, w^elehe ausser Saaralben •noch "Willerwald und

einige Parzellen von Herbitzheim umfasste, gehörte im zwölften

Jahrhunderte den Grafen von Dachsburg bis diese 1225 ausstarben,

erhielt im Jahre 1368 von Bischof Theodorich Bayer einen Freibrief

und wurde 1560 von Bischof Franz von Beaucaire an den

Herzog von Lothringen abgetreten.

Jedenfalls waren die Römer hier

schon ansässig, denn der Ort kommt schon 504 als Saravi-Alba

vor. Die drei Salinen gehören seit 1841 einer Aktiengesellschaft.

Zur Gemeinde gehören: der Weiler Eich, südwestlich und 1316

Eigenthum der Abtei Stürzelbrunn, der 1701 von Herzog Leopold als

Freihaus an Marie de Sabourelle gegeben wurde, Rech am rechten Ufer

der Albe, mit Kapelle und schon 1584 vorkommend, Salzbronn mit

Salzsteuei'amt, wo schon im zwölften Jahrhunderte eine Saline bestand,

die 1417 von Stürzelbronn betrieben wurde, Harras am Saarkanal mit

Saline, 1717 von Herzog Leopold errichtet und 1844 neu hergestellt,

wozu auch ein Klein-Harras gehört hatte, mit Hof; der Tencherhof

(Temgerhof), das Forsthaus St. Hubert, der Schottenhof, 41/2 Kilom.

nordwestlich, die Hils- und Neuraühle an der Albe und die Eremitage

mit grosser Kapelle sehr alten Ursprungs, welche Mutterkirche von

Saaralben war.

Ernstweiler, Dorf an der Strasse von Püttlingen nach Saargemünd,

8 Kilom. nordwestlich von Saaralben, mit Kirche, 107

Häusern, 120 Familien, 535 B]inw., wobei 11 Mennoniten, Strohhutflechterei,

Seidenweberei, Getreidebau und Viehzucht, war lothringisch,

gehörte zur Herrschaft Püttlingen und wurde 1603 vom

Grafen Ernst von Mansfeld und seiner Frau Juliane gegründet und

nach demselben

benannt.

Zur Gemeinde gehört das südöstlich davon gelegene Heckenransbach,

das schon 1196 als Ransbach genannt wird und hälftig zu Püttlingen

und Blieskastel gehörte, mit einer Kapelle.

Geblingen (GueUange) , Dorf am linken Ufer der Albe, 6 Kilom.

südwestlich von Saaralben,

mit Kirche, 213 Häusern, 239 Familien,

1101 Einw., Getreidebau, Viehzucht und Strohhutflechterei, ist alt,

war Hauptort des Val de Geblingen, das Geblingen, Sehw^eix,

Audweiler, Wenzweiler und Steinbach umfasste, gehörte 1393 zur

Kastellanei Albesdorf und dem Bisthume Metz. Noch ist der Graben

des alten Schlosses vorhanden.

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