Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

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Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

6. Kreis Saargeraünd. 411

an Frankreich abgetreten, welches aber schon 1798 einmal in

Besitz genommen war. Im Jahre 1119 wurde mitten im Dorfe

das ehemalige Schloss erbaut.

Saareinsmingen {SaarinsmingJ , Dorf am rechten Ufer der Saar,

3 Kilom. südöstlich von Saargemünd, mit Kirche, 148 Häusern,

185 Familien, 834 Einw ,

wovon an 200 in den Fabriken von

Saargemünd arbeiten, Mühle, 2 Oelmühleu, Getreide- und Weinbau

und Viehzucht, gehörte zu Lothringen. Im Jahre 1152 besass das

Kloster Wadgasse und 1249 Wernersweiler hier Güter. Saareinsmingen

war Lehen von Lothringen, das 1304 die von Lützelstein

und 1684 Baron Leyen trugen.

Wiesweiler (Weissweiler), Dorf auf der rechten Seite der

Saar, an einem Bache, 7 Kilom. südöstlich von Saargemünd, mit

Kirche, 175 Häusern, 211 Familien, 937 Einw., Stickerei, Strohhutflechterei,

Getreidebau und Viehzucht und 2 Mühlen, gehörte zu

Lothringen. Es kommt schon 1150 vor, war lange zwischen dem

deutschen Reiche und Lothringen streitig, gehörte im fünfzehnten

Jahrhunderte dem Johann von Steinkallenfels und Herrn von Buntenbach,

später dem Grafen von Nassau-Saarbrücken und kam 1621

an Lothringen.

Wittringen, Dorf am linken Saarufer, 9 Kilom. südöstlich

von Saargemünd, mit Kirche, 150 Häusern, 694 Einw., wobei

5 Israeliten, Mühle, Ziegelei, Strohhutflechterei , Getreide- und

Weinbau, war lothringisch. Im Jahre 1238 besass die Abtei

Wernersweiler hier Güter als Gabe der Gräfin Agnes de Castres,

ebenso Wadgasse, wurde aber 1426 an Karl von Lothringen verkauft

und gehörte sodann zur Herrschaft Forbach.

Zur Gemeinde gehören die Wittringer Mühle und der Kremrichliof,

1846 von Eusebius Hourier auf einer Rodung erbaut.

WÖlferdingen (Weiferdingen), Dorf am linken

Ufer der Saar,

1 Kilom. westlich von Saargemünd, mit 193 Häusern, 300 Familien,

1338 Einw., wobei 4 Evangelische und 20 Israeliten, Getreidebau,

Viehzucht, 4 Mühlen und viele Arbeiter arbeiten in Saargemünd.

Es war ein Enclave des deutschen Reichs, im Besitze der Grafen

V. d. Leyen und zur Herrschaft Blieskastel gehörig, und kam 1781

an Frankreich. Im Jahre 1223 hatte es schon einen Geistlichen,

den die Abthei Tholey bestellte. Zur Leyen^'schen Baronie gehörten

Wölferdingen, Wustweiler, Freiming, Bliesschweyen, Bliesbrücken,

ein Theil von Heckenransbach und Dietzweiler. Die meisten Bewohner

arbeiten in Saargemünd.

Zur Gemeinde gehören die Neumühle und Oelmühle.

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