Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

booksnow2.scholarsportal.info

Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

2() I. I.aiitl. Volk und VerwiUtuiig".

3. Geologie.

Lothringen bildet die nordwestliche Fortsetzung der von dem

Alpenstocke ausgehenden Bodenbildung, welche sich in ähnlicher

Weise auf beiden Seiten des Rheins gestaltet und weit nach

Nordost und Nordwest reicht. Es ist ein nur nach Nord und

West von einzelnen Bergkegeln überragtes, sanftwelliges Hügelland

mit schwach geneigten, ruhig abgelagerten und meistens wasserarmen

Kalkgebilden der oberen Trias- und Juraformation, aus

welchem Hochplateau nur der fruchtbare liasische Höhenzug zwischen

der Mosel und Nied,

der oolithische Höhenzug auf dem linken

Moselufer mit einem höher gelegenen Plateau, einige ebenfalls

oolithische Bergkegel dicht am rechten Moselufer oberhalb Jouyaux-Arches

und der fruchtbare Schwemmboden in den verschiedenen

muldenförmigen Thälern einige Abwechshing zeigen.

In den Vogesen kommt der Granit als Grundgebirge vor,

aber in Lothringen treten blos sedimentäre Formationen auf. Zu

diesen gehören im Norden bei Sierck im Moselthale und in zwei

Seitenthälern daselbst die inselartig in einzelnen Sätteln aus dem

bunten Sandstein zu Tag tretenden Quarzite, welche ein gutes,

besonders in Metz verwendetes Pflastermaterial liefern. Die Steinkohlenformation

tritt ebenfalls im Norden auf und zeigt bei Forbach

ein ziemlich starkes Flötz, das von Rothliegendem und Vogesensandstein

überlagert ist, aus dem Saarthole herüberstreichl

und längs der Gränze gegen Preussen zur Steinkohlengewinnunu

aufgeschlossen ist. Sie scheint sich nach der Tiefe hin weiter fortzusetzen,

bietet aber der Ausbeutung bedeutende Schwierigkeiten

dar. Das Rothliegende zeigt sich nirgends in seinem Ausgehenden^

Bohrversuche und Aufschlüsse in den Gruben zeigen aber, dass es

ein v(»llständig umschlossenes Becken bildet, das unterhalb dc^

Merlelhals und weiter südlich bis gegen St. Avold hin zieht. Der

Vogesensandstein hat seine Verbreitung auf der ganzen Strecke

öHflich von Bitfich, sowie am Nordrandc bei Forbach, St. Avold

und C'reutzwald und es wechseln dabei versteinerungsleere Sandsteinbäiide

mit Conglomeratschichten , aber ziemlich einförmig, ab.

lieide bunten Sandstt'ine ruhen auf einer doloniiliHchen Schicht,

ineiHtens feinkörnige, dichte SandHleinbänke mit Voltzien und Kalamiten,

die nach und nacli in Mergel übergehen. Auf dem Hochplateau

von Bit«rh treten beide in flacher, auf dem Höhenzuge an

der preuftüiHchen (irünz«- aber in wellenfruiniger Ablagerung auf.

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine