Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

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Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

7. Kreis Saarburg. 435

SO vergabte Bischof Thierry Bayer Saarburg an Heinrich von

Lützelstein und stellte auch die zerstörten festen Mauern wieder

her, wogegen sich aber die Bürger widersetzten und dabei das

Kloster der JJames Prechcrcsses zerstörten. Es wurde nun Saarburg

belagert und genommen, und um sich zu sichern, gab der Bischof

die Hälfte von Saarburg 1396 an Herzog Karl H. von Lothringen,

was aber die Bürger noch nicht beruhigte. Herzog Heinrich von

Lothringen bestätigte sodann den Bürgern ihre Freiheiten. Im

Jahre 1461 brannte Saarburg ab und wurde bis 1483 wieder hergestellt.

Die Stadt unterwarf sich 1472 Lothringen ganz und erhielt

dafür verschiedene Rechte und Freiheiten für ihren Handel.

Als am 24. September 1561 die Veste abbrannte, wurde sie nicht

mehr hergestellt. Nach langen Streitigkeiten über den Besitz verkaufte

endlich 1561 der Bischof seine Hechte förmlich an Herzog

Karl III. von Lothringen. Im Jahre 1629 wurden die Kapuziner

hier eingeführt. Als König Ludwig XHI. von Frankreich den

Herzog Karl IV. vertrieb, behielt er Saarburg ruhig bis zum pyrenäischen

Frieden. Im Jahre 1635 hausten die Kaiserlichen unter

Gallas hier sehr arg, im nächsten Jahre wurde es von den Schweden

in Asche gelegt, nachdem im Jahre vorher die Pest sehr gewüthet

hatte, und endlich wurde Saarburg 1661 von Lothringen an Frankreich

abgetreten, worauf Ludwig XIV. dafür Sorge trug, Saarburg

wieder herzustellen. — Hier war der französische General Houchard

geboren. Früher war Saarburg berühmt wegen seiner Fabrik

de Pdle zu Bauverzierungen durch Sculptur anstatt Steinhauerarbeiten,

wozu der in der Gegend gefundene Gype und Marmor

vor trefl liehen

Stoff darbot.

Zur Gemeinde gehören die aufwärts an der Saar gelegene Mattinühle

(Mathemühle, wohl Mathesmühk-) , und llimlingmühle.

7 Vi

Barchain, Dorf in einem Thälchen nördlich von Heming,

Kilom. südwestlich von Saarburg, mit 54 Häusern und 198

Einw., gehörte dem Bisthume Metz schon vor dem sechszehnten

Jahrhunderte und treibt

vorzugsweise Getreidebau und Viehzucht.

Zur Gemeinde gehört das Schloss Huberville mit Hof, westlich

vom Dorfe.

Bebing

, Dorf in einem kleinen Thälchen an der Strasse von

Paris nach Strassburg, 5 Kilom. südwestlich von Metz, mit 49 Häusern,

200 Einw., wobei 2 Evangelische, Getreide- und Kartoffelbau,

I^erde- und Viehzucht und Käsebereitung, wird schon 1121 in der

Bestätigung des Bischofs Stephan von Metz für die Abtei Longe ville

Bubinga genannt, und 1301 erhielt auch Kloster Vergaville hier

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