Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

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Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

438 11- Topographie.

Harzweiler, Dorf am Bievrebache, 8 Kilom. südlich vou Saarbui^,

mit Kirche, 152 Häusern, 162 Familien, 767 Einw., Getreideund

Futterbau, Glasfabrik und Viehzucht, war lothringisch. Bis

1710 war Harz^^•eiler erst ein kleiner "Weiler, der zur t)enachbarten

Gemeinde Nitting gehörte.

Hessen, Dorf am Marne -Rheinkanal, 4 Kilom. südlich von

Saarburg, mit Kirche, 162 Häusern, 163 Familien, 643 Einw.,

wobei 8 Menuoniten, Mühle,

Landwirthschaft und Viehzucht, gehörte

zu Lothringen und dem Bisthume Metz. Hier stand einst

eine Abtei, wovon nur noch die Kirche erhalten ist. Zu Anfang

des eilften Jahrhunderts stiftete Graf Hugo von Dachsburg die

Abtei und Papst I.eo IX. besuchte dieselbe, da seine Nichte Serberge

die erste Aebtissin war. Wegen der vielen Kriege wurde

das Gotteshaus verlassen und 1277 fast ganz zerstört. Die Nonnen,

welche nach Bussange geflüchtet waren, wo ihnen der Graf von

Leiningen Land gab, kehrten aber zurück und bauten das Schiff

der Kirche grossartiger wieder auf. Am 8. Mai 1452 resignirten

sie jedoch in

die Hände der Grafen von Dachsburg und Leiningeu,

welche das Kloster dem Kapitel St. Stephan zu Saarburg einverleibten.

Im Jahre 1482 kam es an die regulirten Kanoniker von

Vindelstein, 1576 aber definitiv an die Abtei Ober-Seille, welche

nun den Gottesdienst besorgte. Die erste Aebtissin besass das

Münzreclit und viele Privilegien ; Reste ihres Grabdenkmals wurden

1844 wieder aufgefunden. Das SchifF der jetzigen Kirche ist ein

Theil

des Transepts der alten und die Säulen gehören dem zehnten

oder eilften Jahrhunderte an. In der Nähe ist eine alte Ruine

auf einem Platze, genannt Thienan. Die Templer sollen in dem

Marjac genannten Theile des Baims ein Gebäude besessen haben,

wovon noch Reste vorhanden sind. Es wurde beim Dorfe auch

eine kleine Heiterstatue entdeckt. 1570, 1608, 1616 und später

fanden hier llexenproceese statt und wurden zwei Männer und

eine

Frau verbrannt.

Hof, Dorf am linken Ufer der Saar, nächst der Strasse nach

Finstingeii, i\i Kilom. nördlich von Saarburg, mit Kirche, US

Häuseni, 133 Familien, 551 Einw., wobei 5 iManiiclische und

12 Mcnnoniten, Ackerbau, Viehzucht, Mühle, Ziegelei, Gerberei,

Oelinühlc, Kalkofen und ührfederfubrik , war zuerst bischöflich

uu;l/i8ch und kam 1557 durch Verkauf des Donikapitels an Lothringen.

Im Hiebcnzehnten Jahrhunderte zerstört, wurde es 1721 von

Uertog Leopold an den Baron v, Ilennin gegeben, es brannte aber 175t)

«chon wieder ab. Zu einer benachbarten Quelle wird gewall fahrtet.

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