Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

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Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

7. Kreis Saarburg. 451

Lustschloßs Hazard, das noch 1568 bewohnt war und später

wieder hergestellt wurde. Im Jahre 1590 wurde ein Mann wegen

Hexerei verbrannt; überhaupt herrscht noch heute in der Gegend

ungemein viel Aberglauben. Lörchiugen treibt einen erheblichen

Getreidehandel und die Umgegend viel Industrie. Nicht weit von

Lörchingen, gegen Laneuveville, stand einst ein Templerhaus und

im Holze Kamnierholz die alte Burg der Baronie. Eine Römerstrasse

zog durch die Gemarkung zwischen Lörchingen und Hattigny.

Auf der Wiese le Kho fand man viele mittelalterliche

Waffen, welche aus der Schlacht herrühren, die im vierzehnten

Jahrhunderte hier zwischen Ferry II. von Lothringen und den

Grafen von Dachsburg und Kixingen stattfand.

Zur Gemarkung gehört Zufall (Hazard), nahe der weissen Saar.

Schloss mit Hof und Mühle, und die Oelmühle la Guinguette.

Albersweiler (Abreschweiler), Dorf in einem nordwestlich

ziehenden Vogesenthale, an einem Seitenbache der rolhen Saar,

16 Kilom. südöstlich von Lörchingen, mit Kirche, 386 Häusern,

451 Familien, 1679 Einw., wobei 7 Evangelische und 8 Mennoniten,

Papierfabrik, Hammerschmieden, Sägemühlen, mechanischer

Werkstätte, Glaspoliranstalt, Kalikofabrik, Mühle, Überförsterei,

Steueramt und l'ostexpedition ,

gehörte einst zum Elsass und der

Herrschaft Dachsburg. Das Dorf entstand aus Köhlerhütten, bekam

1605— 1608 awei Papiermühlen und hatte 1660 erst 48 Häuser,

bekam aber bald Zuwachs durch französische Ansiedler. Schon

in der Tribokenzeit war Albersweiler bewohnt und es stammen

daher noch Ruinen von Tempeln und Reste von Statuen. Auf

dem Plateau des Leinenbachs erinnert die Nonnenburg an ein ehemaliges

Nonnenkloster. Am Eingange eines kleinen Thaies erinnert

die Kunkelmühle (M. de la (JuenouilleJ an die Zertrümmerung

derselben vor hundert Jahren durch das Herabstürzen

eines Felsen. Beim Strittwald fand man einen Herkulesaltar.

Ferner bestanden zur Bewachung des Thals noch feste Punkte,

wo aber auch Tempel oder Kapellen gestanden haben können.

Bei dem Chor einer alten Kirche befindet sich die St. Barbekapelle

mit angeblicher Heilkraft.

Zu der Gemeinde gehört eine Anzahl AVeiler im vorderen Theile des

Thals, Höfe auf den Anhöhen und Sagemühlen an den Bächen. Es sind

dies: die Weiler Soldatenthal, ll^S Glashütte gewesen, Wassersuppe

und Thomasthal, die Höfe Stahlhütte, Grossmann, Wüstkamm.

Colbeck, Wolfsthal und les Valettes, Polisoir St. Quirin

und die Sägemühlen Dreisägraühlen, Lorentz, Franzosenmühle,

Frentzel, Brulee, Jean Mangenot, Kugelbach und Charlot.

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