Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

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Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

a. Geologie. 29

Bindemittel besteht und zu bedeutender Eisenerzausbeutung Veranlassung

gibt, auch als Eisenerzlager schon seit Jahrhunderten

benützt wurde. Diese flötzartige Lagerstätte tritt oberhalb der

Thalsohle am Rande des linken Moselplateaus zu Tage und zwar

in mehreren Bänken, die ihre Schichtenköpfe gegen das Moselthal

kehren und den sonstigen Juragebilden folgend in südwestlicher

Richtung und mit nur sehr geringer Neigung einfallen. Sie kommt

in grösster Mächtigkeit aus dem Luxemburgischen und streicht anfangs

dieser Gränze und den Einschnitten mehrerer Nebenthäler

entlang und dann parallel mit der Mosel südlich bis gegen Nancy,

indem sie bezüglich ihrer Mächtigkeit gegen Süden und Westen

allmählich abnimmt, bei Noveant nur noch

l'/^ bis 2 M. Mächtigkeit

hat und dann ganz verschwindet, um in Frankreich wieder mächtiger

aufzutreten. Die stärkste Erzbildung tritt bei Oettingen,

Hayingen und Ars hervor, oberhalb Moyeuvre findet aber eine

Ausbeutung nur noch auf dem Ostrande des Plateaus statt. Ausserdem

enthalten noch unregelmässige Spaltenräume und grössere

Schlotten in der unteren Schicht des Unterooliths in der nordwestlichen

Gegend dieses Plateaus, bei Aumetz, Deutsch-Auduu u. a. m.

sehr ansehnliche und ergiebige

secundäre Anhäufungen von Bohnerzen,

sowie von Braun- und Rotheisen, steinartigen Rollsteinen,

worauf erhebliche Erzgräbereien stattfinden. Der Lias liefert nur

in seiner Etage des Gryphitenkalks bei Peltre und Metzerwiese

Gesteinarten, welche zur Bereitung von Kalkmehl und Cement

nutzbar verwendet werden ; dagegen sind im Unteroolith sehr bedeutende

Steinbrüche zu Bau-, Construktions-, Kunst- und Zuschlagsteinen

aufgeschlossen und im starken Betriebe, namentlich Jene

von Jaumont, Devant-le-bois,

Amanvillers, Gravelotte, Ars, Saulny,

Oettingen und Escheringen , auch bei Tincre, unweit Delme u.a. O.

Die postpliocene Formation, Diluvium und Alluvium, sind

zwar auch reichlich vertreten, aber ohne weiteres geologisches

Interesse. Grössere Verbreitung hat sie nur auf den Plateaus

und in den Thalsohlen, besonders auf der Keuper- Unterlage im

Thale der Saar und um die grossen Weiher bei Dieuze, ferner

wieder im Moselthale. Hier kommt Diluvium besonders oberhalb

Metz zwischen Mosel und Seiile, sowie unterhalb dieser Stadt auf

dem linken Moselufer zwischen der Orne und Sentzich bei Kattenhofen

vor. Alluvium zieht an der Mosel bis Metz in schmalen

Streifen,

sodann auf beiden Ufern bis gegen die Orne, am breitesten

zwischen Woippy und Gandrange, auch in den Seilleniederungen hin.

In dieser Formation treten als nutzbare Produkte vorzugsweise

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