Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

booksnow2.scholarsportal.info

Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

454

^^' Topographie.

treide-, Obst- und Futterbau, gehörte zur bischöflich metzischen

Herrschaft Türkstein und St. Georges und war bis 1802 erst ein

Weiler.

Niederhof, Dorf am linken Ufer der weissen Saar, S'/^ Kilom.

südlich von Lörchingen, mit Kirche, 2 Mühlen, Steinbruch, 130

Häusern, 136 Familien, 536 Einw. , wobei 5 Evangelische und

6 Mennoniten, Getreidebau und Viehzucht, gehörte zum Bisthume

Metz. Im Jahre 1244 verkaufte Hugoncourt alle Güter zu Niederhof

an Ober-Seille.

Zur Gemeinde gehört die j\Iühle Neuve-Grange an der Saar.

Nittifig, Dorf an der rothen Saar, 3 Kilom. östlich von Lörchingen,

mit Kirche, 92 Häusern, 94 Familien, 397 Kinw. , Mühle,

Ziegelei, Kalkofen, Steinbrüchen, Getreidebau und Viehzucht, wurde

im Jahre 1557 gegründet und war lothringisch. Es gehörte zu Ende

des siebenzehnten Jahrhunderts dem Hause Lützelburg und im achtzehnten

Jahrhunderte denen von Saintignon. Es sollen noch Ueberreste

eines Tempelherrenhauses vorhanden sein. Im Jahre 1620

wurde eine Frau als Hexe verbrannt.

Zur Gemeinde gehören der Weiler llaute-lJarville und die IIülV

Bassse-Barville. Malgr^-Colle, La Bourdonne und Chapuy.

St. Quirin (St. Curien), Dorf in rauhem Vogesentliale, 9 Kilom.

südöstlich von Lörchingen, ist aber im ganzen Thale bis zur Höhe

von Marion zerstreut, mit Kirche, Mühle, Sägmühlen, Steinbrüchen,

Roggen- und KartofTelbau, Waldgewerl)en , 340 Häusern, 3G4 Familien

und 1349 Einw., wobei 15 Evangelische und 12 Meinioniten,

gehörte dem Bisthume Metz. Das Dorf entstand auf dem Boden

der Grafschaft Dachsburg und von diesen Herren wurde um 966

eine Priorei gestiftet, welcher Geppa, die Nichte des Bischofs Leo,

die Heliquien brachte. Die Priorei mit Kapelle wurde 1052 mit

der Abtei Marmoutier verbunden und stand zuerst auf der Höhe

und dann im Thale. Die Kirche ist schön und die alte Kirche

dient als Kapelle. Das Wasser der hiesigen (Quelle wird gegen

Scropheln angewendet. Am Fusse des Donon ist eine kleine I'elouse,

wo ein Markt gehalten und an einer alten Steinsäule Vieh gegen

Getreide mit dem Elsasse getauscht wird. Die grosse Glashütte

lieferte im sechszehnten Jahrhunderte Spiegel, wurde 1741 königliche

Fabrik und gehört jetzt einer anonymen Gesellschaft. An

Stell« der alten Kapelle 8teht eine Kapelle für die Arbi'itcr. Im

Schwedenkriege war alles zerstört worden und das Dorf wurde

enrt \T.Ü wieder aufgebaut. 1604 wurde eine Frau als Hexe verbrannt.

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine