Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

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Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

7. Kreis Saarbuig-. 457

et rimmortaliie de Ydme; die Kuppelspitze trägt eine Marienstatue,

die bei dem letzten Bombardement unbeschädigt blieb. Das CoUegium

wurde 1806 von Baron Parmentier gegründet und war darin

bis 1814 ein Kapuzinerconvent. Derselbe legte auch mit 120,000 Frcs.

Kosten die 8 Kilometer lange Wasserleitung aus der Quelle von

Hultenhausen an. Pfalzburg war bis zum sechszehnten Jahrhunderte

nur Dorf mit einem Thurme und erst Kaiser Maximilian I.

gewährte die Erhebung zur Stadt, welche von dem Pfalzgrafen

den Namen bekam. Georg Johann von Veldenz wohnte sogar

bis 1582 daselbst, der Pfalzgraf Georg Johann verkaufte Pfalzburg

aber am 23. Juli 1583 an Karl III, von Lothringen , der den Protestantismus

auszurotten suchte, auf Wiederkauf um 400,0(X) fl.,

der aber nicht erfolgte. Das alte Schloss, welches später zur

Vorstadt wurde, hiess Einartshauseu und hatte

nur eine Besatzung

von einem Kapitän und 10 Soldaten. Durch die lothringischen

Söldlinge litt Pfalzburg sehr, besonders 1588 und 1591. Herzog

Heinrich IL schickte 1621 zwei Jesuiten nach Pfalzburg, um die

Protestanten zu bekehren, und der eine derselben, Pater Nicolaus

Oude, hielt auf dem Rathhause eine Disputation mit dem evangelischen

Geistlichen Brasi, die aber natürlich keinen Erfolg hatte.

In demselben Jahre gab der Herzog die Seigneurie Pfalzburg an

Ludwig von Lothringen und Grafen von Boulay wegen seiner

Heirath mit seiner Nichte Henriette, welche während des 30jährigen

Kriegs hier lebte, nach dem Tode ihres Mannes als Frau von

mehr als fünfzig Jahren sich wieder mit dem erst 20jährigen Grafen

Guasco vermählte und dann ein abenteuerHches Leben in Brüssel

führte. Dies besondere Fürstenthum bestand aber später nicht

mehr lange, denn Herzog Karl zerstückelte es und trat dann 1661

die Stadt nebst der Ileerstrasse und dem Gebiete von je einer

halben Stunde auf beiden Seiten an Frankreich ab, welches diese

Strasse wegen des neu erworbenen Strassburg haben musste.

Wegen dieses Umstandes und der wichtigen Lage erhob Ludwig XIV.

Pfalzburg 1680 zur Festung, welche Vauban erbaute,

der zugleich

auch der Stadt selbst ein anderes Ansehen gab. Das alte Schloss

brannte 1713 ab und bei dieser Gelegenheit fand man im nahen

Walde Quellen auf, die lange als heilsam gegen die Ruhr angesehen

wurden und deshalb den Bau einer Kapelle an der Stelle

hervorriefen , wohin noch gewallfahrtet wird. Mit der Revolutionszeit

kehrte auch der Protestantismus zurück, aber erst in neuester

Zeit wurde der Gemeinde erlaubt, die Kirche mit einem Glockenthurme

zu versehen. Im siebenzehuten Jahrhunderte spielte auch

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