Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

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Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

458 !!• Topographie."

hier der Aberglauben eine KoUe, denn es wurden drei Männer

und acht Frauen wegen Hexerei verbrannt. Im letzten Kriege

zeichnete sich Pfalzburg durch seine Vertheidigung aus. Es lagen

darin drei Bataillone von Infanterie, Mobilgarde und Versprengten

des Mac Mahon'schen Armeecorps nebst 50 Artilleristen und die

Festung widerstand, ungeachtet des Bombardements am 14, August,

wo in eilf Stunden 2000 Geschosse in die Stadt geschossen und

45 Häuser zerstört wurden, vom 10. August bis 13. December,

wo der Commandant einfach die Thore öffnete. Seither wurde die

Festung abgetragen und das Material zum Bau der Forts um

Strassburg verwendet. — Oberst Uhrich fand im benachbarten

Gebirge drei alte Denkmale aus Sandstein auf, welche sich auf den

Kultus von Merkur, Jupiter und Apollo bezogen. Napoleon I. nannte

Ffalzburg nur die Pflanzstätte PcpiniereJ des braves, und in der

That lieferte das Städtchen eine Reihe von Generalen, wie Marschall

Lobau, die Generallieutenants Gerard, Munier, Nevinger, Bottenburg,

Dupelin u. A.; auch ist hier der Dichter Erckmann geboren.

Zur Gemeinde gehören: im Südosten die zwei langgestreckten Häuserreihen

Karaques du Bois le Chone d'en haut auf der Höhe und

d'en bas in der Thalabdachung, les Baraques des trois Maisons

im Süden, gegen das Zorntlial , les trois Maisons im Süden, zwischen

beiden letzteren, les Maisons rouges an der Strasse nach Saarburg,

la Roulette und die Alte Post, sowie Ste. Barbe (Kapelle und Haus)

an der Slrassburger Strasse, Kapelle St. Jean nebst Ziegeleihof,

nordöstlich, Lobauhof, l'arbre vert und der nördlich in einem

Soitenthälchen des Hnspelmattbachs gelegene Wriler Büolielberg.

Arzweiler (Arschweiler), Dorf am Teigelbach, dem Kanal

und der Eisenbahn, }• Kilom. südwestlich von Pfalzburg, am Fusse

der Vogesen, mit Kirche, 111 Häusern, 1'2() Familien, 5(i'i Einw.,

Mühlen, Steinbrüchen, guten Wiesen, schönen Waldungen, Feldbau

und Viehzucht, gehörte zur lotliringischen Herrschaft Li.\heim.

Durch die Kriege des siebenzehnten Jahrhunderts war Arzweiler

i;anz entvölkert, hatte 1(550 nur acht Einwohner und kein Vieh.

Die von Lützelburg besassen ein Achtel des Orts. \'ou 1070 bis

1739 waren hier bios Mühlen, sowie eine Glashütte, die noch 1710

beatand, aber dann einging. Erst durch Itodungen wurde dem

Orte wieder aufgeholfen. Merkwürdig ist hier der Bau von Eisenbahn

und Kanal, welche durch einen Tunnel von 2300 und 415

Meter ziehen, bis beim Austreten um Bathe siih beide wieder

scheiden. Fast 'iOTK) Meter der Länge brauchten nicht ausgemauert

XU werden. Eisenbahn und Kanal sind durch eine mehrere Meter

dichte Schicht von einander getrennt.

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