Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

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Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

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I'- Topographie.

Avricoiirt, Üo^f an der Eisenbahn von Paris nach Strassburg,

wo sich nördlich die Bahn nach Dieuze und südlich jeiie nach

IJlamont abzweigen, 2V2 Kilom. südwestHch von Rixingen, mit

Kirche, 150 Häusern, 208 Familien, 935 Einw. , wobei 107 Evangelische

und 4 Israeliten, Nebenzollamt I. Klasse, Postverwaltung,

Sägemühle, Mühle, Getreide-, Obst- und Weinbau, Viehzucht und

Jahrmarkt am 15. September, hat als Gränzbahnhof eine Menge

neuer Bauten erhalten, die nur zu monoton sind, und hat einen

deutschen Hahnhof, während über der G ranze der französische

liegt. Das Dorf gehörte zur Hälfte zu Lothringen und dem Bisthume

Metz. • Der erstere Theil gehörte zur Icrre d'Ogevillcr, der

letztere zur Grafschaft ]\ixingen. Kurz vor 1840 verbrannte das

Ortsarchiv. 1 Kilom. vom Dorfe war einst ein Schwedenlager.

Am Ende des Dorfs steht die Kapelle Notre- Dame -des- lircmites,

seit 1741) als Wallfahrtskirche. Die Ortskirche erhielt vom Bischof

Montmorency von Metz ein Stück des angeblichen JNIantels des

heiligen Joseph geschenkt. Ein kleiner Berg zwischen Avricourt,

Foulcrey und Kixingen heisst Eglise (rAzcy und stand hier wohl

früher die gemeinschaftliche Kirche.

Zur Gemeinde gehört der westlich an der (uäuzo gelegene Hol'- la

üa rönne, am Bache Derri^ le Frarabois.

Azoudange (Ausudingen).

Dorf au einem in den Lindreweiher

Hiessenden Buche, 10 Kilom. nordwestlich von Bi.vingen, mit

Kirche, Mühle, Steinbrüchen, 103 Häusern, 111 Familien, 403 Einw.,.

wobei 8 Jilennouiten, Getreidebau und starker Schweinezucht, liegt

zwischen Waldungen, rechts von der Eisenbahn nach Dieuze imd

gehörte dem Bisthume Metz. ]m Jahre 1248 gab Herzog Matthieu

von Lothringen an Aubertin des Arnots, Bürger von Metz, ein

Lehen und die Hälfte von Azoudange. Es gelu)rte zur Herrschaft

Freiburg, litt viel im siebenzehnteu Jahrhunderte und hob sich

wieder durch Einwanderer und Ausrodung. In der Nähe soll

einst eine Abtei bestanden haben; auch zeigt man die Stelle eines

alten Forts, das einen Graben hatte. In der Gemarkung ist eine

(Quelle, welcher Heilkraft gegen das Fieber zugeschrieben wird

und die daher Wallfahrer anzieht.

Zur Gi'iiH'iml«' geliören die H(»fe Aibiug. östlich, Toupel, nonlwrBttich,

und lloiilc mit MUhle.

Desseling, Dorf am Neuweiher, östlich vom Lindreweiher,

13 Kilom. nördlich von Kixingen, mit Kirche, 70 lliiuscrn, 286

Kinw., wobei 10 Evangelische, Mühle, Getreidebau und Viehzucht,

gehörte zum Hinthume Metz und war im Hesitze der Commende

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