Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

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Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

8. Kreis Chäteau-Salinsf. 477

2 LJlinde und 1 Kretine. Es sind hier 2 Mühlen, Sägmühle, eine

Glasfabrik, 2 Lohmühlen, 2 Gerbereien, 3 Gipsmühlen, 1 Ziegelhütte

und 1 Steinfabrik, sowie ein Asyl für arme Kinder mit

Kente von 4000 Franken. Von Stellen befinden sich hier das

Kreisgericht, Friedensgericht, Oberförsterei, Steuerkasse, Hypothekenbank,

Enregistrements- Einnehmerei, Postverwaltung und

Futterpflanzen,

eine Pfarrei. Es finden Wochenmärkte am Freitag, Fruehtmärkte

am Donnerstag, Viehmärkte jeden zweiten Donnerstag im Monat

und Messe am 24. Juni statt. Die Einwohner pfianzen Getreide,

Wein, Hopfen, Tabak, Obst und Gemüse und betreiben

verschiedene städtische Gewerbe. Hier mündet die von

Ohampigneulles unweit Nancy kommende Eisenbahn und es gehen

von hier aus Staatsstrassen über Delme nach Metz, über Landorf

nach St. Avold, über Salonne nach Nancy und über Vic und

Moyenvic nach Strassburg und Lüneville, sowie über Dieuze nach

Finstingen und Saaralben. Der Ort entstand erst im vierzehnten

Jahrhunderte durch die daselbst errichtete Saline. Nach der Sage

sollen fremde Reisende bei der Mühle im Weiher Coutures eine

Salzquelle entdeckt haben, worauf Graf Haoul von Lothringen

oder vielmehr die Regentin Isabelle von Oesterreich den Platz

vom Bisthume Metz erkaufte, um daselbst eine Saline zu errichten.

1327 wurde zu deren Schutz ein Schloss erbaut. Erst

im Jahre 1395 verkauften aber die Herzoge Johann und Robert

von Bar in Gemeinschaft mit dem Lehensträger Colin d"Athienville

den Grund und Boden ringsum an Ansiedler, und nun erst entstanden

Häuser. Der Bischof von Metz wurde aber über das

Emporkommen des Orts eifersüchtig, fürchtete von hier aus eine

Bedrohung seiner Besitzungen und erbaute daher diesem Schlosse

als Gegengewicht das Schloss Beaurepaire. Daraus entsprang

sodann eine Fehde und mehrjähriger Krieg, den endlich der Graf

von Luxemburg beilegte. Nach Raouls Tod verlangte der Bischof,

dass ihm für das Schloss Chäteau-Salins von Lothringen gehuldigt

werde, woraus neue Kämpfe entstanden. Der Bischof belagerte

nun das von Jean de Wisse und Pierre de Chatelet tapfer vertheidigte

Schloss mehrmals vergebens, bis endlich Frieden eintrat.

Aber derselbe hatte keine Dauer, denn der Bischof machte neue

Anstrengungen, eroberte nun das Schloss nebst Amel^court, Donjeux

und St. Epvre und zerstörte das Schloss selbst, worauf er

Marie von Blois vom Hause Beaurepaire dazu verpflichtete, den

Wiederaufbau des Schlosses zu verhindern. Die seit 1330 ausgebeutete

Saline wurde mehrmals verpachtet, im siebenzehnten Jahr-

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