Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

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Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

8. Kreis Chateau-Salins. 485

Zur Gemeinde gehört der am rechten Ufer der .Seille liegende \\'eiler

Metzin g, sowie die noch mit dem Dorie zusammenhängenden Häuser

von Niverlach.

Salival (SaUnae VallisJ , kleines Dorf, 51/2 Kilom. östlich von

Chateau-Salins, an einem kleinen Bache, mit 14 Häusern, 18 Einw.,

99 Familien, Mühle und den Ueberresten eines alten Klosters, die

jetzt zu Wohnungen dienen. Die Einwohner treiben Getreide-,

Wein-, Obst-, Hopfen- und Futterbau. In der Nähe sind die Ueberreste

der alten Römerstrasse nach Marsal. Hier befand sich einst

eine begüterte Prämonstratenserabtei , welche 1140 von Mathilde

von Homburg, Gemahlin des Grafen Arnould von Salm, gestiftet,

1590 theilweise zerstört und 1630 von einem Abte reformirt wurde,

dann aber mit den Gütern an das Histhum Metz fiel.

waren Mausoleen der Grafen von Salm.

In der Kirche

Zm- (iemeinde gehört die südlich davon im Thale gelegene Eremitage

St. Li vi er, wovon die JjOgende Folgendes erzäiilt: Livier war von edler

(Jeburt, ein Krieger aus dem Metzer Land, der sich darüber empörte,

dass die Hunnen die Christen misshaudelten , sich unter sie mischte und

ihnen Vorwürfe machte, aber deshalb von den Barbaren gefasst,

an den Berg geschleppt und am 25. November 406 geköpft wurde.

hierher

Nun

sollen aber dabei zwei Wunder geschehen sein : an der Stelle entsprang

eine (ijuelle und der Heilige trug sein Haupt in den Händen bis auf die

Spitze des Bergs, wo man ihm eine Kirche zwischen Jlarsal und Salival

erbaute, die St. Livier genannt wurde. Viele Gläubige strömten deshalb

zur Stelle , Bischof Theodorich von Metz aber brachte zu Ende des zehnten

Jahrhunderts das Haupt des St. Livier nach 5[etz in die Pfarrkirche

St. l'olyeut, die deshalb St Livier genannt wurde. Callot stacli ein Bild

nach dieser

Sage.

Salonnes (Salona), Dorf am rechten Ufer der kleinen Seille,

vor deren Vereinigung mit dem Seilleflusse, in sumpfiger Lage,

;J Kilom. südlich von Chateau-Salins, mit Kirche, 2 Mühlen, 97

Häusern, 107 Familien, 368 Einw., Getreide-, Wein-, Gemüse-,

Obst-, Hopfen- und Tabakbau, ist sehr alt und hatte einst zahlreiche

Salinen, welche schon vom zwölften Jahrhunderte an ausgebeutet

wurden, aber oft Streitigkeiten zwischen den Bischöfen

von j\Ietz und den Herren von Lothringen und Bar, besonders seit

1277, hervorriefen, im vorigen Jahrhunderte aber aufgegeben

wurden. In der Nähe sind alte Gräber. Die Schweden bedrängten

Salonnes sehr. Im Jahre 777 gründete Abt Fulrad von St. Denis

hier eine Priorei,

welche Karl der Grosse bestätigte und Ludwig der

Verschwender 815 an St. Mihiel gab, worauf sie 1610 an die Primatiale

von Nancy von den Herzogen von Lothringen gegeben wurde.

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