Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

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Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

488 II- Topographie.

daselbst zu residiren pflegten. Zuerst hatte Albesdorf der Abtei

Hesse gehört, welcher Erdmann von Torsviller das Schloss wegnahm,

aber Bischof Gerhard vor 1313 wieder gab. Ein Pfarrer

war hier schon sehr frühe, von der Abtei Hesse, Ober-Seille und

dann dem Bischof eniannt. Im Jahre 1348 belagerte Bourquin

oder Boucquin von Finstingen Albesdorf, das sich ergeben miisste.

1396 machten der Bischof und Rudolph von Mörsperg einen Vertrag

über den Besitz von je einem Dritttheile der Schlösser Albesdorf

und Crueblange, 1421 gab der letztere das Dritttheil, das er

von IJaoul von Coucy als Pfand hatte, an den Bischof. Im siebenzehnten

Jahrhunderte litt Albesdorf durch den Krieg sehr viel

und wurde am 2. Juni 1636 von der Garnison von Zabern und

der Cavallerie des Stein-Callenfels überrumpelt und die Hälfte der

Häuser verbrannt. Die Einwohner flohen, bettelten ihr Brod und

1637 zählte man nur noch eilf Bürger, denn auch die Umgegend

litt zwei Jahre lang, bis September 1635, in gleicherweise. Im

Jahre 1391 bot Kitter von Boppard, der Albesdorf überrumpelte,

lange Zeit darin den Truppen von LoÜiriiigen und der Bisehöfe

von Metz und Strassburg Trotz, die wohl mit 100 Lanzen und

400 Sergents und Artillerie davor erschienen, aber schwerlich

eine wirkliche Belagerung begannen. Jetzt ist das Schloss in

Ruinen und wurde 1791 an Herrn Bronn verkauft. Zwischen

Albesdorf und Lening soll das Dorf Sessing gelegen haben, welches

zur Zeit des dreissigjährigen Kriegs zerstört worden ist. Beim

(Jrte zeigt ein Kreuz die Stelle des alten Pestkirchhofs. Die frühere

Kasteilanei umfasste folgende Orte: Hof Vallerude, Mühle Guidviller,

Ziegelhütte, Audville, Gueblange, Givricourt, Hazembourg,

1/4 von Heliimer, Vs v^° Kappelkinger, Kirweiler, Steinbach,

von Oberkiiiger und Wentzweiler, also fast lauter Orte, welche

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bei der Bildung der Departemente zum Moseldepartemeut geschlugen

wurden.

Als CuriositÜt sei erwähnt, dass es hier 1640 eine Brüderschaft

den Arquebusiers du CMleau fori en lumncur de Sl. SehanlicH

und vor 1789 einen Jurdin ajtpelv' Jardin dc$ Jloslics gab, den der

fromme Besitzer so benannte.

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einst Krcmitage und noch WalHulirlaUiipelle, der westlich gegen

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