Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

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Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

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II- Topographie.

Sein Viehstand umfasst 3704 Pferde, wobei 124 Zuchthengste,

10 Maulthiere und Esel, 4'2S9 Stück Rindvieh, wohei 2984 Kühe,

8619 Schaafe, wobei 1923 Merinos und 4675 ITeideschnucken,

6421 Schweine, 456 Ziegen und 1687 Bienenkörbe und lieferte im

Jahre 1872 115 Pfd.

Seidencocons.

Delme, Städtchen und Hauptort des Kantons am Ruisseau

de TEtang und der Strasse von Metz nach Chäteau-Salins, mit

Kirche, 177 Häusern, 201 Familien, 644 Einw., wobei 6 Evangelische

und2(.X) Israeliten, Steueramt, Steuerkasse, Postexpedition,

drei Jahrmärkten, starkem Viehhaudel, Rrauerei, Färberei, Getreide-,

Gemüse-, Hopfen-, Tabak- und Obstbau, ist ein sehr alter Ort

und soll das rmische ad Duodcchnum gewesen sein, was aber

zweifelhaft ist. Im zwölften Jahrhunderte hatte es gleichnamige

Herren, wie denn ein Theoderich von Delme 1186 als Zeuge erscheint.

1218 hatte die Abtei Reaupre hier Güter. Im dreizehnten

Jahrhunderte umfasste der Rann noch mehrere Orte. Jakob von

Lothringen erwarb 1235 einen Theil von Delme, von Thieny von

Thiecourt, 1366 verkauften die Metzer Prälaten den Bann an

Graf Nicolaus von Vaudemont und dies Geschlecht erwarb dann

noch die weiteren Theile, so 1563 von Louise de Stainville,

AVittwe des Grafen Salm, um 1500 Livres

ein Dritttheil des Banns,

den früher Mathias de Lucy besass, 1564 von den Kanonikern zu

St. Stephan in Homburg um 1800 Frcs. die Hälfte der Mühle Raru

am \yeiher Aubye und 1612 von Marie von Luxemburg einen weiteren

Theil. Der Kardinalbischof von Metz gab 1551 seinen Antheil

an den Grafen Nicolaus von Vaudemont und Herzog von Lothringen

und 60 wurde ganz Delme lothringisch, blieb es aber nur bis 16()1,

wo es an Frankreich abgetreten wurde. Delme erhielt 1564 das Recht

zu einem Wochenmarkte am Montag. Hier wütheten die Kriegsleiden

des siebenzehnten Jahrhunderts fast noch ärger als anderwärts.

Im Jahre 1583 wurde in Delme eine Frau als Hexe verbrannt.

Ajoncourt, Dorf in der südwestlichen Ecke des Kantons, an

der Seille und (Jränze, 9 Kilom. von Delme, mit 52 Häusern, 67

Familien, 236 lOinw., Getreide-, (lemüse-, Oelsaat-, Futterpflunzon-,.

Hopfen- und rabakbau, war lothringisch und die Reste des alten,

mit (Jraben und ThUrmen versehenen Schlosses dienen noch als

Wohnungen; dasselbe liegt dicht an der Seille. Ajoncourt gehörte

1411 thcilweise dem Jean d'Aunoy, 1628 gab Herzog Anton von

I/OÜiringen Ajoncourt an Jean de Perulies und 16(54 besass es

(liristoph du Buchet. Die alle Kapell« wurde 1498 mit Kriaubniss

der Abtei 8l. ('lemcnt vnr Melz verlegt.

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