Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

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Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

«. Kreis Cliateau>-Salins. 497

Alaincourt, Dorf, 4 Kilom. westlich von Delme, mit Kirche,

53 Häusern, 5G Familien, 202 Einw., Getreidebau und Viehzucht,

ist ein alter Ort und wird schon 1392 genannt, gehörte dem Bisthume

Metz und kam 1661 an Frankreich. Im Jahre 1631 erschien

die königliche Armee bei Alaincourt, Nveshalb alle Einwohner flohen,

und das Dorf war noch 1635 theilweise zerstört. Im Jahre 1756

war nicht weit von Alaincourt die Eannmühle Moulin de Flotte.

Aulnois [AlneiuniJ, Dorf am rechten Ufer der öeille und der

Gränze, 6 Kilom. westlick von Delme, mit Kirche, 131 Häusern,

383 Einw., wobei 10 Evangelische, doppelgängiger Mühle, steinerner

Brücke von vier iiogen über die Seille, Nebenzollamt, Postagentur,

Getreide- und Futterpflanzenbau, Weinbau und Steinbrüchen,

war lothringisch und soll den Namen von Alnus haben.

Im zwölften Jahrhunderte gründeten die Malteserritter hier ein

Spital, das aber später wieder zerstört wurde. 1335 besass ein

Andruin d'Aulnois die Hälfte des Brückengelds vom Grafen von

Bar. Später litt auch Aulnois sehr viel durch die Kriege. Im

Jahre 1692 wurde eine Kapelle erbaut, aus deren Ruinen man

1800 das Schulhaus bildete, das man jedoch wieder aufgab. Die

Abtei Longeville bei Metz gab das Terrain an St. Leopold in Nancy.

Im Jahre 1726 wurde Aulnois zum Marquisat erhoben für Georg

Desarmoises, Gouverneur der Prinzen von Lothringen, der 172>>

starb. Das schöne neue Schloss ist auf den alten Mauern mii

Thurm von zwanzig Meter Höhe und grosser Mauerdicke erbaut

und das Schloss stammt aus drei Epochen, der l'hurm aus 1200,

das feste Haus aus 1596 und der neue Theil aus 1726. Vor 1789

besass es Graf Riocour, Maire daselbst, und es befand sich darin

eine schöne Sammlung von Vögeln und antediluvianischen Ueberresten,

die hier im Seillegebiete gefunden wurden. Die Malteserkapelle

wurde in der Revolutionszeit als Nationaleigenthum verkauft.

Die interessante Kapelle des Grafen Riocour ist unzerstört

geblieben.

Bacourt, Dorf am Dideleaubache, 4^/2 Kilom. nördlich von

Delme, ziemlich hoch gelegen, mit Kirche, 115 Häusern, 122 Familien,

417 Einw., wobei 51 Israeliten, Mühle, 3 kleinen Steinbrüchen,

Getreide-, Obst-, Kartoffel-, Wein- und Tabakbau, soll

einst den Tempelherren gehört haben, welche die Kirche erbauten.

Bischof Bertrand von Metz soll 1180 hier ein Castrum Bascurt

gekauft haben; 1200 war ein Peter von Bacourt Zeuge. Nach

einem Vertrage von 1437 gaben die Grafen Salm als Lehensträger

von I>ar die hohe Gerichtsbarkeit über Bacourt an die Grafen von

Huhn, Deutsch - Lothringen. 32

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