Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

booksnow2.scholarsportal.info

Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

504:

^I- Topographie.

Zur Gemeinde gehört der nördlich vom Dorle gelegene kleine Weiler

B e 1 1 e - fo n t a i n e.

St. Epvre, Dorf im äussersten Norden des Kantons, am rechten

Ufer des Delmebaehs, vor dessen Vereinigung mit der Nied, 10 Kilom.

nördlich von Delme, mit Kirche, 49 Häusern, 55 F'amilien, 199

Eimv. , Mühle, Getreide- und Obstbau und Viehzucht, gehörte

früher zum Bisthume Metz. Nach der Zerstörung des Schlosses

von Chäteau-Salins im Jahre 1350 zerstörte x4dhemar auch das hiesige

Schloss. Ein Arnould von St. Epvre wird 1348 in Urkunden

genannt.

Tincry (Thinchen), Dorf am Südabhange des Bois de Tincr}^

'1

Kilom. nordöstlich von Delme, mit Kirche, 94 Häusern, 97 Familien,

333 Einw., Steinbruch, Getreide-, Gemüse-, Wein-, Hopfen-.

Tabak- und Obstbau ,

gehörte zur Bar und der Salm-schen Baronie

Viviers. Im Jahre 1186 kommt ein Balduinus de Thincherie als

Zeuge vor. Auf der Höhe hinter dem Dorfe befand sich einst ein

römisches Lager, das mit der

Station Delme in Verbindung stand.

Die Sage erzählt von einer unterirdischen Verbindung von Tincry

mit Viviers, das 2 Kilom. südwestlich davon entfernt ist.

Villers -aux-Oies (

ViUare ad anseresj, Dorf an der Nied.

11 Kilom. nordöstlich von Delme, in einem Thälchen, mit Kirche,

57 Häusern und Familien, 215 Einw. und Mühle, die mit Dampf

betrieben wird, Getreide- und Kartoffelbau, gehörte zur Har und

Salm'schen

Baronie Viviers.

Viviers { VivaricumJ , Dorf an einem Bache, 3 Kilom. östlich

von Delme, mit Kirche, G5 Häusern, Tl Familien, 251 Einw..,

Getreidebau, Obstbau und Viehzucht, gehörte zur Bar und war

Hauptort der gleichnamigen gräflich Salm'schen Baronie. Viviers

wird schon 1024 in einer Urkunde genannt, worin König Konrad

seine Güter in Hibera auf Bitten des Bischofs von Metz an Udelin

gab. 1119 kaufte sodann Bischof Stephan das Schloss, welches

jedoch schon im nächsten Jahre den Grafen von Salm gehörte,

«lie es von Bar zu Lehen trugen. Es hatte ein schönes festes

liloss mit sieben Bastionen und Wassergräben und sechs Bablionen

vertheidigten auch die Höfe. Herzog Franz III. von Lolhringen

wohnte oft im Schlosse, worin 1025 eine Kaju-lli^ mit nuirniorneuj

Weihkessel erbaut wurde, das aber in Ruinen liegt. Es

ward nämlich von den Franzoson überrumpelt und 1035 wieder

zurückgegeben, aber im .luli 1042 von Du llullior wieder geiionnnen

:i(l zerstört worden. Im Jahre 1025 stiftete Herzog Franz III. das

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine