Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

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Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

8. Kreis Cliäteau-Salins. 509

besassen die Grafen von Leiningen die Hälfte von Biedesdorf als

lothringisches Lehen. Aus dieser Zeit stammen auch die alte Kapelle

und die Ruinen eines festen Schlosses. Durch den südlichen

Theil der Gemeinde zieht der Salinenkanal.

Zur Gemarkung gehören die im Süden, am Verbache gelegene Mühle,

die Ziegelliütte Ste. Catherine, der daneben an der Strasse nach Finstingen

liegende Hof La Providence und der Hof Wolfert.

Burgaltdorf, Dorf im Süden des Kantons, 7 Kilom. nördlich

von Dieuze, am Anfange des Spinbachs, mit Kirche, 137 Häusern,

139 Familien, 494 Einw., wobei 4 Evangelische und VI Israeliten,

Mühle, Getreide-, Wein-, Obst- und Gemüsebau, gehörte dem

Bisthume Metz. Es soll hier einst ein Templerhaus im Norden

des Dorfs vor cote boisee du Be'nesptre gestanden haben. Jedenfalls

ist Burgaltdorf, wie schon der Namen zeigt, alt und kommt

bereits 1307 vor. Es Utt im sieben zehnten Jahrhunderte sehr und

1656 war ein Graf Fugger Herr des Orts. Hier fanden schon

frühe israelitische Familien Eingang, gegen welche sich im Anfange

des achtzehnten Jahrhunderts die ganze Umgegend erfolglos

beschwerte, denn das Bisthum beschützte sie wegen der hohen

Abgaben.

Zur Gemeinde gehört der nur 1 Kilom. östlich davon gelegene XN'eiler

bedesdorf mit 142 Einwohnern und das am Nordrand der Gemarkung

und der Strasse nach St. Avold gelegene Haus la Garde de Dien.

Cutting (Kuttingen), Dorf im Nordosten des Kantons, am

Salinenkanal und unweit der Strasse nach Finstingen, 9 Kilom.

nordöstlich von Dieuze, mit Kirche, 95 Häusern und Familien,

'360 Einw., Getreide-, Obst- und Weinbau, war früher lothringisch.

Im Jahre 1327 war es Hauptort einer Mairie über fünf Orte, gehörte

zur Baronie Biedesdorf und litt 1633 sehr durch Pest und

Einquartierung. Hier hat der Kanal wegen der Steigung fünf

Schleussen.

Domnom (Dojanmenheim), Dorf im Nordosten des Kantons,

9 Kilom. von Dieuze, mit Kirche, 2 Mühlen, 69 Häusern und

Familien, 301 Einw., M'obei 3 Mennoniten, Getreide-, Wein-,

Obst- und Gemüsebau, Brauerei, Gerberei, Ziegelei und Steinbruch,

war lothringisch. Kloster Vergaville besass schon 1297 hier Güter

von Robert von Torcheville.

1650 besass Domnom nur noch zwei

Einwohner. 1594 wurde eine Frau als Hexe verbrannt. Dass in

der Nähe einst schwere Kämpfe stattgefunden haben, zeigen die

aufgefundenen vielen Waffen und Gebeine.

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