Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

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Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

6. Kreis Chäteau- Salin«. 515

sodann Vic ihr fester Zufluchtsort. Im Jahre 1324 ward Vie an

den Grafen Thiebaut von Bar verpfändet, der die Stadt zerstörte,

als die liürger die Auflagen nicht bezahlen wollten, und die

Mauern niederriss. Im Jahre 1634 floh der Bischof vor den Metzern

hierher und hielt eine Generalsynode ab. Im Jahre 1375 musste

Enguerrand de Coucy die unternommene Belagerung wieder aufgeben.

Am 12. Januar 1525 wurde der wegen des Protestantismus

1523 zu Gorze verhaftete Augustiner Jean Chatelain hier verbrannt.

Im Jahre 1630 besetzte Louis XIII. von Frankreich die Stadt und

behielt sie. Die Metzer Bischöfe prägten hier Münzen. Es wurden

hier errichtet 1240 eine Collegiale mit sechs Kanonikern und Doyen,

1675 die Klöster der Karmeliterinnen und der JJames prechrresses,

1618 der Dominikaner, 1634 der Nonnen der Coiigregation Notre-

Dame, 1420 Priorei der Benediktiner und Kloster der Cordeliers

unä 1613 der Kapuziner. Das Spital wurde 1715 gestiftet, hat

aber nur einen Theil der Güter erhalten; Beguinen gab es vor

1326. Die Stephanskirche wurde in der Revolutionszeit zerstört.

Die älteste Kirche war schon 1093 von den Schismatikern im

Kriege Tlüerry's von Lothringen gegen die Metzer zerstört. Von

der alten Befestigung sind noch einige Reste erhalten. Die Salinen

waren schon im vierten bis achten Jahrhunderte bekannt und am

stärksten 1326 ausgebreitet, wo sie Herzog Ferry nahm und zerstörte.

Im Jahre 1818 forschte man nach Steinsalz, bis das Lager

ersäuft wurde. Bei Aufgabe des Salzmonopols wurde die Saline

im April 1843 um 466,000 Frcs. an Graf de Yumri verkauft. —

Man hält hier zwei Jahrmärkte, am 15. Februar und 7. December.

Im sechszehnten Jahrhunderte waren die hiesigen Hüte berühmt

und die fai'on de Vic sehr gesucht.

Zur CJomeinde gehört der Hof la Grange-Fouqiiet an der Strasse

iiacli

Nancy.

Bezange-la-Petite Semi-Jiazange, Bisingen), Dorf am Nordablmnge

des Jiois des Trembles, 8 Kilom. südöstlich von Vic, mit

Kirche, 70 Häusern, 84 Familien, 303 Einw., wobei 4 Evangelische,

Getreide-, Gemüse-, Obst- und Weinbau und Mühle, am

Bache St. Pierre, gehörte dem Bisthume Metz. Die Kirche ist

in gothischem Styl mit Glasmalereien, welche die zwölf Apostel

und die Hauptmysterien der katholischen Religion darstellen. Im

Jahre 1188 hatte die Abtei Beaupre hier Güter und St. Maximin

bei Trier das Recht, den Maire zu ernennen, und ansehnliche

Güter, was sie 1676 an die Chartreux de Bosser ville verkaufte.

Vom Schlosse und Graben waren 1628 noch Reste erhalten.

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