Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

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Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

518 "• Topographie.

drei im südöstliclien Theile der Gemarkung am Marne-Rheinkanal ; endlich

der Hof Petit-Paris am Sanonflusse.

Marsal 'Marsallum), ehemalige Festung an der Seille und

Strasse von Dieuze nach Vie, G Kilom. östlich von letzterem, mit

Kirche, 193 Häusern, 224 Familien, 779 Einw., wobei 10 Evangelische,

1 Mennonite und 12 Israeliten, Mühle, Postagentur,

"Wochenmarkt am Dienstag, Brennölfabrik , Wein- und Hopfenbau,

war lothringisch. Schon 709 hatte Kloster St. Mihiel hier Güter und

eine Saline, welche bis um das siebenzehnte Jahrhundert bestand.

Marsal wurde oft belagert und erobert. Herzog Ferr^"^ HI. von

Lothringen nahm es 1273, gab es aber 1274 im Frieden wieder

zurück, dann nahmen es 1369 drei Edelleute mit verkleideten

Soldaten und plünderten das Städtchen, das aber der Bischof wiedernahm

und dabei GO Gefangene machte, so dass die jok de Marsal

der ersteren sprüchwörtlich für kurzes Glück wurde. 1552 nahm

Heinrich II. Marsal und der Bischof von Metz Hess auf Kosten des

Königs die Befestigungen vermehren. 1589 wurde Marsal an die

Hugenotten ausgeliefert und daher von Ka^ III. belagert und genommen

und 1593 von den Franzosen besetzt, welche die Befestigungen

verstärkten. Nach langen Verhandlungen über den

Besitz und die Festung wurde letztere I(>81 zerstört. 1(577 an

Herzog Leopold zurückgegeben , stellte der König 1G99 die Festung

wieder her und der Herzog behielt blos die Domänen. Schon 1130

hatte St. Sauveur in Metz und dann St. Vincent Güter in IMarsal,

das 1259 an das Bisthum gelangte. In den Jahren 1G32—33 litt

Marsnl sehr. Im sechszehnten und siebenzehnten .lahrhunderle

wurden hier zehn Personen wegen Hexerei verbrannt. Es waren

hier 1222 ein Collegiale, 1G35 ein Nonnenkloster der Congrogatiou

und 1(550 ein Kapuzinerkloster errichtet worden. Die Könige von

Frankreich hatten hier eine Münze. Vom 30. Juni bis 1. Juli 1815

litt Marsal durch Bombardement, doch wurde es wiederhergestellt

und eine neue Kaserne und Thor erbaut. Am 15. August 1870 ergal)

sich Marsal nach einstUndiger Beschiessung an die vierte bayerische

Division. Jelzt wird die Festung demolirt. Ik'i Marsal ist die

sogenannte Briguetage auf dem sumpfigen Boden der Seillc bemerkenswerlh.

Sie besteht aus einer Lage mit der Hand gekneteter

'nionslUcke, die bis zu zwei Meter stiirk ist und hier einen Umfang

von 372,480 Meter einnimmt. Sie zieht sich aber durch das

ganze Seillethal bis Burlhoncourt hin und war wahrscheinlich von

den IJömern ungelegt, um über den tiefen Sumpfboden eine feste

Unterlage zum Uebergangc zu hüben. Wahrscheinlich diente diese

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