Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

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Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

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I- I-and, Volk und Verwaltung.

Strassburg in den Besitz Frankreichs brachte, wozu für denselben

Zweck 1669 noch die Grafschaft Kickingen kam, so dass Frankreich

dadurch in

unmittelbare Verbindung mit dem Elsasse gelangte.

Trotz der mehrfachen und langen Besitznahme Lothringens

durch Frankreich gelangte der König doch auf friedliche Weise in

den Besitz des Herzogthums, indem er mit dem Hause Oesterreich

einen Länderschacher trieb und dem Herzoge Franz Stephan 1735

das Grossherzogthum Toscana für Lothringen vertauschte. Der

Herzog trat 1737 in den Besitz von Toscana, Lothringen aber

wurde auf Lebenszeit dem entthronten König Stanislaus Lesczjnski

von Polen gegeben, nach dessen Tod im Jahre 1766 es ganz an

Frankreich fiel.

Nachdem so das Hauptland französisch geworden war, erübrigte

es noch, auch die zahlreichen dazwischen liegenden deutschen

Enclaven zu erwerben, wofür sodann mehrere Tauschverträge abgeschlossen

wurden. Der Vertrag vom 15. Februar 1766 mit

Nachtrag vom IG. November 1770 mit Nassau-Saarbrücken brachte

die Grafschaft Saarwerden und einige

andere Gemeinden an Frankreich

und der Vertrag vom 16. Mai 1769 mit der Erzherzogin Maria

Theresia von Oesterreich die Herrschuft RoMingen. Ein Gebietsaustausch

erfolgte ferner am 1. Juli 1778 mit dem Kurfürsten von Trier,

am 27. September 1781 ein solcher mit dem Grafen von Leyen

und weitere dergleichen vom 3. April 1783 und 15. November 1786

mit dem Herzoge von Zweibrücken. Dennoch lag aber eine Anzahl

von Enclaven in diesem französischen Gebiete, wie Dagsburg,

Salm, ein Theil von Saarwerden, Püttiingen und Kriechingen,

welche die Franzosen einfach im Jahre 1793 wegnahmen und endlich

durch den Frieden von Lüneville endgültig zugesprochen bekamen.

Die Pariaer Frieden vom 30. Mai 1814 und 20. November

1815 rückte die Grunze etwas südlicher von der Saar; die letzte

Ausgleichung mit Deutschland l)ezüghch einiger Gemeinden und

Distrikte erfolgte sodann durch die Nachtragsverträge vom 11. Juni

1827 und 21. October 1829, wodurch Frankreich einige Gemeinden

zurück

erhielt.

li'iH zur Uevolutionszeit bestand noch die alte Eintheilung in

das Gebiet der drei HisthünuT (tnit Met/.), von Lothringen und der

Bar und erst im Jahre 17'.M) wurden die Departemente gebildet.

Im Juhre 1795 Iheille daa Direktorium das Moscldopnrtement in

65 Kantone und el)en8o viele AtlmlniflKiliona iniinin'pnlvs und juilicci

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