Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

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Deutsch-Lothringen, Landes- Volks- und Ortskunde

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I. Land, Volk und Verwaltung.

uud zwar südwestlich vom Nesselhof,

Ober-Clocher und Langatte

bis zum Stockweiher und Saarkanal, von wo sie nordwärts zieht,

am Westrande des Gabel- und Bambachwalds, am Niedersteinweiher

vorüber, westlieh von Lauterfingen bis zum Rothbache über

Insweiler, Münster und Insming nach dem Albbache. Das früher

ganz deutsche Albesdorf ist durch die französische Verwaltung im

Orte ganz verwälscht worden. Von da an zieht die Gräuze ganz

westlich, und zwar südlich von Rening, Leningen, Altdorf, Virming

mit der Linermühle und Hibrich, Bermeringen, Rakringen,

Walleringen , Harprich und der Mutschmühle und über den Matzenberg

nach Eiuchweiler und Adelingen. Es liegen zwar auf der

französischen Seite noch genug Orte mit deutschen Namen, wie

Bösmühle, Brunnwald, Bruchmühle u. s, w., aber sie sind französirt

worden. Der Kantonshauptort Falkenberg au der Nied ist

ganz deutsch und von da an ist das Thal dieses Flüsschens ziemlich

ausschliesslich deutsch zu nennen, obschon in einigen Orten

an der Strasse das Französische schon zu überwiegen begonnen

hatte. Hier trelFen wir auf Kriechingen, die bis zuletzt gebliebene

Enclave des deutschen Reichs, Elvingen, Rollingen (^Raville), das

schon früher an Frankreich abgetreten wurde, Bionville (Bingen),

Weibeiskirchen (Varize) bis zur Vereinigung der beiden Nied,

von wo an die Sprachgränze mit der Westgränze des Kantons

Bolchen zusammen fällt. Sie steigt dann über die Wasserscheide

nach dem Kannerlhai hinüber, wo Homburg und Metzeiesche

ganz deutsch sind, nach Reiningen und Illingen an der Mosel,

überschreitet diese, auf deren linker Seite schon weiter oberhalb

mehrere Dörfer wenigstens beide Sprache kennen, und erreicht

Dicdenhofeu, um von da wieder ganz westlich über Terville,

Weimeringen , Volkringen uud Algriugen , immer etwas rückwärts

von der Fensch, an der die Orte an der Strasse schon französisirt

waren, zu ziehen und dann in nördlicher Richtung und längs der

Gränze des Kantons Katlenhofen die luxemburgische Grunze bei

Rumelingen zu betreten.

Seit der Abtretung Lothringens an Deutschland ist k'züglich

dieser Sprachgränze schon Manches anders geworden. In

vielen Orten des französischen Sprachgebiels oder auch in dem

Gebiete des Uebergungs lebten nämlich nicht wenige Familien,

die BUH den östlicheren Gegenden iierangezogen waren und ur-

Hprlliiglich nur deutsih redeten, sich aber durch die fran/.ö.sischc

Umgebung bald an duH Französische gewitiintcn und deren Kinder

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