proPOLIZEI, Mai/Juni 2013 - Niedersächsisches Ministerium für ...

mi.niedersachsen.de

proPOLIZEI, Mai/Juni 2013 - Niedersächsisches Ministerium für ...

pro poLIZEI

INFORMATIONEN FÜR NIEDERSACHSENS POLIZEI

He f t Ma i / Ju n i – 2013 www.polizei.niedersachsen.de Po l i z e i Ex t r a b l at t v o n 1985

Kriminalitätsbelastung

LKA NI plant opferbezogene

Dunkelfeldstudie

Di g i ta l f u n k

Cuxhaven als erste

Stadt dabei

Sportlerehrung 2012

Innenminister zeichnet

61 Sportler aus


In h a lt | Impressum

✘ Ti t e l

LKA innitiiert opferbezogene Dunkelfeldstudie 4

Dunkelfeldstudie – Interview mit LKA-Präsident Uwe Kolmey 5

✘ Ak t u e l l

Neue Führungsspitze der Polizei 6

Spendenaufruf – Flugunfall am Olympiastadion Berlin 6

In memoriam – Rüdiger Butte 7

Seite 7

Wissenschaftspreis der Deutschen Hochschule der Polizei 7

Afghanistanrückkehrer – Informationsaustausch im MI 8

Beispiel Geiselnahme – Verhandlungsgeschick gefragt 9

Fahndungserfolg – 2,6 Tonnen Haschisch kassiert 10

Kampagne – Kindesmissbrauch verhindern 10

PI Osnabrück – Innenminister besucht Lagebesprechung 11

Seite 10

✘ Ni e d e r sa c h s e n

Digitalfunk – Cuxhaven als erste Stadt dabei 12

Göttingen – Eigensicherung im Rettungswagen 13

Pistorius besucht verletzte Göttinger Polizisten 13

Polizei- und Militärmusik – Benefizkonzert war voller Erfolg 14

CeBIT 2013 – Erfolgreicher Messe-Auftritt der Polizei 15

„4. Internationale Woche“ an der Polizeiakademie 16

Seite 12

✘ Sp o r t

Sportlerehrung 2012 17

✘ Ru b r i k en

Intern 18

Cloppenburg: Kollegen aus Polen zu Gast | 40jährige Dienstjubiläen

Titelbild: Du n k e l f e l d s t u d i e z u r Kr i m i n a l it ä t s b e l a s t u n g, Co m p.: Dr a x l e r

Seite 17

Impressum proPol i z e i

XXVII. Jahrgang

Herausgeber: Niedersächsisches Ministerium für Inneres und Sport, Lavesallee 6, 30169 Hannover

Verantwortlich: Philip Wedelich, Vertreter: Michael Weiner

Redaktion: Frank Federau, Inka Gieseler-Wehe, Sabine Hoffmann, Ulrike Junga, Sandra Matschi, Matthias Mendel, Kathrin Pfeiffer, Stefan Schempershauwe,

Sven Thielert, Michael Weiner, Doris Wollschläger

Anschrift der Redaktion: Niedersächsisches Ministerium für Inneres und Sport, Redaktion proPOLIZEI, Postfach 221, 30002 Hannover

Tel. 05 11/1 20- 60 44 oder - 62 59, Fax 05 11/ 120- 65 55, E-Mail: propolizei@mi.niedersachsen.de

Konzept, Layout und Satz (DTP): @ktuell Redaktionsbüro Draxler, Im Lohe 13, 29331 Lachendorf

Tel. 0 51 45/98 70- 0, Fax 0 51 45/98 70- 70, E-Mail: draxler@t-online.de

Druck: CW Niemeyer Druck GmbH, Böcklerstr. 13, 31789 Hameln

Alle in proPOLIZEI veröffentlichten Beiträge sind urheberrechtlich geschützt. Namentlich gekennzeichnete Beiträge müssen nicht mit der Meinung des Herausgebers

oder der Redaktion übereinstimmen. Die Redaktion behält sich vor, Leserzuschriften (gegebenenfalls in gekürzter Form) zu veröffentlichen.

2 p roPo l i z e i He f t 3/2013


Editorial

Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

A

ls neuer Innenminister freue ich mich auf die Zusammenarbeit mit Ihnen. Wir haben gemeinsam

eine wichtige Aufgabe: Wir sind für die Sicherheit unserer Mitbürgerinnen und

Mitbürger verantwortlich.

Die Polizei und damit Sie genießen in der Bevölkerung ein hohes Ansehen und dies zu Recht. Aber

die Herausforderungen sind nicht geringer geworden. Ob beim Streifendienst, im Internet oder bei

Demonstrationen, die Anforderungen der Polizei sind vielfältig und wachsen ständig. Vielleicht ist

die abwechslungsreiche Tätigkeit ein Grund, warum der Polizeiberuf immer noch so beliebt bei

jungen Leuten ist. Aber wir müssen uns auch weiter anstrengen, damit das so bleibt.

Damit Sie Ihre Arbeit in der Zukunft gut und erfolgreich erledigen können, müssen wir die richtigen

Rahmenbedingungen dafür schaffen. Hier geht es um eine gute Aus- und Fortbildung, aber auch

unter schwierigen haushalterischen Rahmenbedingungen um eine gute Ausstattung und eine angemessene

Bezahlung entsprechend Ihrer Verantwortung. Es gibt einige Baustellen, die wir schnellst

möglich beseitigen müssen. Die neue Landesregierung wird sich nach Kräften bemühen, die Restriktionen

des so genannten A11-Erlasses zu beseitigen. Zudem soll durch eine Veränderung der

Stellenstruktur eine gerechtere Personalwirtschaft in der Polizei ermöglicht werden.

Ich werde mich für eine besser aufgestellte Polizeiorganisation einsetzen und mich für mehr Zufriedenheit

und Unterstützung innerhalb der Polizei stark machen. Dazu gehört auch, dass wir die

Vereinbarkeit von Beruf und Familie weiter verbessern wollen. Wenn wir dies erreicht haben, sind

wir auch bei der täglichen Arbeit noch stärker aufgestellt.

Ein wichtiges Ziel der Koalition ist es, dass wir uns gemeinsam mit Ihnen auf den Weg wieder hin

zu einer Bürgerpolizei machen. Die Nähe zu den Bürgerinnen und Bürgern und das Vertrauen der

Menschen in Ihre Arbeit bleibt eine ständige Aufgabe – das Bedürfnis danach habe ich in vielen

Gesprächen mit den Bürgerinnen und Bürgern erfahren.

Klar ist auch, dass wir das Personalvertretungsgesetz modifizieren werden. Ziel ist, die vertrauensvolle

Zusammenarbeit mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu stärken. Dies alles erfordert

eine gemeinsame Kraftanstrengung, auch mit den Interessenvertretungen, und manchmal auch einen

längeren Atem. Bitte erwarten Sie keine Wunder von uns.

Ich werde so schnell es geht viele Dienststellen besuchen, um mit den Kolleginnen und Kollegen

vor Ort zu sprechen. Fast noch wichtiger ist es aber, zuzuhören und zu erfahren, wo der Schuh

drückt. Nicht immer können wir alle Punkte gleich lösen, aber wir können sie anpacken. Ich stehe

für den offenen Dialog und einen fairen Umgang. Ich freue mich auf die gemeinsame Arbeit und

werde immer ein offenes Ohr für Ihre Bedürfnisse haben.

Ihr

Boris Pistorius

Niedersächsischer

Minister für Inneres

und Sport

Boris Pistorius

Foto: MI

He f t 3/2013 p roPo l i z e i 3


Ti t e l

Licht ins Dunkel bringen

LKA initiiert opferbezogene

Dunkelfeldstudie

Wie bereits berichtet, rüstet sich

das Landeskriminalamt Niedersachsen

(LKA NI) für eine periodische

opferbezogene Dunkelfeldstudie

zur Messung der

Kriminalitätsbelastung in Niedersachsen.

Dabei handelt es sich um ein bundesweit

einmaliges Konzept, das zum Ziel

hat, neben der etablierten Polizeilichen

Kriminalstatistik, als eine weitere Informationsquelle

Ausmaß, Ausprägung und

Entwicklung der Kriminalität und ihrer

Folgen für die Betroffenen aufzuzeigen

und damit eine insgesamt verbesserte

4 p roPo l i z e i He f t 3/2013

Kriminalitätsbekämpfung in Niedersachsen

zu ermöglichen.

Da Befragungen dieser Größenordnung

für das LKA Niedersachsen Neuland

sind, wurde eine Kooperation mit

dem Landesbetrieb für Statistik und

Kommunikationstechnologie Niedersachsen

(LSKN) und der Universität

Hamburg eingegangen, um eine qualitativ

hochwertige Umsetzung sowohl im

technischen als auch wissenschaftlichen

Sinne zu gewährleisten.

Mit der Universität Hamburg, Institut

für Kriminologie, wurde ein Fragebogen

erstellt und auch im Rahmen eines Pre-

Tests auf seine Eignung überprüft. Zusammen

mit dem LSKN wurde die

wissenschaftliche Grundlage für eine

Stichprobe generiert und das aktuell anhängige

Vergabeverfahren beschrieben.

Beauftragte Firmen werden die Anschreiben,

Fragebögen und Rückantworten

drucken, versenden, nach Rücklauf

einscannen und im Ergebnis einen fertigen

Datensatz erstellen, der dann Grundlage

für intensive Analysen der Kriminologischen

Forschungsstelle sein wird.

Als Beratungsgremium wurde ein Beirat

aus ausgewiesenen Fachleuten ins

Leben gerufen, der anlassbezogen zu

wichtigen Weichenstellungen des Projekts

befragt wird. Dr. Sven Kohrs | fed

Fotos: Polizei (1), pixelio (1)


Ti t e l

Dunkelfeldstudie des LKA für

bessere Kriminalitätsbekämpfung

V

Foto: Polizei

on einem wissenschaftlichen

„Blick ins Dunkelfeld“ erhofft

sich das Landeskriminalamt Niedersachsen

(LKA NI) neue Erkenntnisse zu

bislang unerkannten Aspekten in puncto

Sicherheit und Kriminalität. Ein solches

Wissen könnte zielgenauere Präventionsmaßnahmen

ermöglichen sowie zur

Optimierung der Planung personeller

wie sächlicher Resourcen beitragen.

Dazu stand der Präsident des LKA NI,

Uwe Kolmey (im Bild re), Götz von Behr

Rede und Antwort.

? Was ist eine Dunkelfeldstudie und

was soll sie über die Kriminalstatistik

hinaus klären?

Kolmey: Eine Dunkelfeldstudie ist

eine wissenschaftliche Forschung zum

Thema Sicherheit und Kriminalität, die

anhand einer Bevölkerungsbefragung als

zusätzliche Informationsquelle neben

der etablierten Polizeilichen Kriminalstatistik

durchgeführt wird.

Die Polizeiliche Kriminalstatistik

zeigt uns an, was bei der Polizei an Straftaten

bekannt geworden ist. Wir haben

jedoch keine Erkenntnisse darüber, was

nicht angezeigt wird – also darüber, was

man als Dunkelfeld der Kriminalität

bezeichnet.

? Wie können die Ergebnisse dieser

Dunkelfeldstudie für die Polizei

Niedersachsen genutzt werden?

Kolmey: Mit den Ergebnissen und

deren Auswertung soll eine Basis geschaffen

werden, die zielgenauere Präventionsmaßnahmen

ermöglicht und es

erlaubt, die Planung von personellem

und sächlichen Resourcen bei der Polizei

zu verbessern.

Ein weiteres Ziel soll die Initiierung

von Maßnahmen zur Erhöhung der Anzeigebereitschaft

von Bürgerinnen und

Bürgern sein.

? Wann soll wer und wo befragt

werden?

Kolmey: Bereits Ende März wurden

die zehnseitigen Fragebögen versandt.

Die Fragen gliedern sich in Themenkomplexe

wie Lebenssituation, Opfererfahrungen,

Anzeigeverhalten, Kriminalitätsfurcht

oder die Wahrnehmung

und Bewertung der Polizeiarbeit. Abgefragt

werden auch eventuelle Erfahrungen

mit Partnergewalt und deren Auswirkungen.

Die Fragebögen gingen an insgesamt

40.000 zufällig ausgewählte Menschen

im Alter von über 16 Jahren, die ihren

Hauptwohnsitz in Niedersachsen haben.

Ausgewählt wurden 90 Gemeinden im

Land, die alle sechs Polizeibehörden

repräsentieren. Die Befragung erfolgt

anonym und die Teilnahme ist absolut

freiwillig.

? Wann rechnet das LKA NI mit

verwertbaren Ergebnissen aus dieser

Studie?

Kolmey: Erste Erfahrungen und Ergebnisse

können möglicherweise schon

Ende Mai 2013 in Fachveranstaltungen

vorgestellt werden. Eine vorerst abschließende

Analyse soll zum Jahresende

veröffentlicht werden.

Um langfristige Entwicklungen zu dokumentieren,

ist eine auf dieser jetzt initiierten

Umfrage aufbauende Befragung im

Jahr 2015 geplant. Diese Befragungen

wollen wir dann, in einem zweijährigen

Rhythmus, wiederholen.

Weitergehende Informationen sind

unter unserem Internetauftritt www.lka.

niedersachsen.de zu finden.

Götz von Behr | fed

He f t 3/2013 p roPo l i z e i 5


Ak t u e l l

Neue Führungsspitzen der Polizei

I

n der Führungsspitze der niedersächsischen

Polizei gab es in den

letzten Wochen einige Veränderungen.

Landespolizeidirektor Volker Kluwe

übernahm das Amt des Polizeipräsidenten

der Polizeidirektion Hannover von

Axel Brockmann, der zurück ins Innenministerium

wechselte.

In Osnabrück wurde Bernhard Witthaut

neuer Polizeipräsident und ersetzt

damit Heike Fischer. Bei der PD Oldenburg

übernahm Johann Kühme das Amt

des Polizeipräsidenten. Der ehemalige

Präsident Thurau wurde in den vorzeitigen

Ruhestand versetzt. Polizeipräsident

Harry Döring verlässt die PD Braunschweig

auf eigenen Wunsch zum 30.

Juni und geht vorzeitig in den Ruhestand.

Döring haben persönliche Gründe zu

diesem Schritt bewogen.

Der Dienstposten des Landespolizeidirektors

und Referatsleiters für „Strategie,

Controlling, Technik und Finanzen“ im

Landespräsidium für Polizei, Brand- und

Katastrophenschutz (LPPBK) wird im

Wege einer Ausschreibung neubesetzt.

Der bisherige Landespolizeidirektor

Volker Kluwe bedankte sich bei seiner

Verabschiedung bei den Mitarbeitern

und Mitarbeiterinnen des LPPBK für die

In Vertretung für den Landespolizeipräsidenten dankte Landesbranddirektor

Jörg Schallhorn (li) dem scheidenden Landespolizeidirektor

Volker Kluwe für dessen stets vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Kluwe ist neue Polizeipräsident der PD Hannover

stets vertrauensvolle Zusammenarbeit.

In Vertretung für Landespolizeipräsident

Uwe Binias (war Gastgeber der AK

II-Sitzung in Osnabrück) dankte Landesbranddirektor

Jörg Schallhorn in seiner-

Rede dem Landespolizeidirektor für

seine intensive Arbeit im Innenministerium

und betonte dabei die positive Zusammenarbeit

zwischen Polizei, Brandund

Katastrophenschutz.

Als Erinnerungspräsent überreichte

Schallhorn

dem scheidenden

Landespolizeidirektor

neben einem

Blumenstrauß

einen „Feuerwehrdrachen“.

Bernhard Witthaut,

Polizeipräsident der PD

Osnabrück

Johann Kühme,

Polizeipräsident der PD

Oldenburg

Flugunfall am Olympiastadion Berlin

Am 21. März 2013 wurde bei einem tragischen Unfall

während einer Großübung im Bereich des Berliner Olympiastadions

ein Pilot der Bundespolizei-Fliegerstaffel Blumberg

tödlich verletzt. Das Mitgefühl und die übermittelten Beileidsbekundungen

zeigen uns noch immer, wie schmerzlich

der Verlust eines besonderen Menschen auch über die Grenzen

des Polizeiflugdienstes hinaus ist.

Viele Kolleginnen und Kollegen, aber auch Freunde und

Unterstützer der Bundespolizei warfen dabei auch die Fragen

nach finanzieller Hilfe für die Familie auf, die wir nunmehr

im Rahmen eines Spendenaufrufes beantworten möchten.

Die Spenden sind zweckgebunden und sollen den insgesamt

stef

vier Kindern auf ihrem weiteren Lebensweg Unterstützung

geben. Wir möchten uns an dieser Stelle ganz herzlich für alle

Zuwendungen bedanken, die Sie an folgende Bankverbindung

überweisen können:

Bundespolizei-Stiftung

Konto-Nr.: 683 680, Sparda Bank West eG (BLZ 370

605 90), Kennwort „Flugunfall Olympiastadion“

Informationen sind auch unter www.bundespolizeistiftung.

de zu finden. Eine Spendenbescheinigung kann angefordert

werden bei der Bundespolizei-Stiftung, Alt Moabit 101D,

10559 Berlin, Tel.: 0 30/18 68 12 71 9, Ansprechpartner: Frau

Lübke-Thomas, E-Mail: bhpr@bmi.bund.de

6 p roPo l i z e i He f t 3/2013

Fotos: Polizei


Ak t u e l l

In memoriam

Rüdiger Butte †

Mit Rüdiger Butte verliert die Landespolizei einen

guten Freund und hoch geschätzten ehemaligen

Kollegen. Die wichtigsten Stationen seines polizeilichen

Lebens waren die Polizeiabteilung des Niedersächsischen

Innenministeriums in verschiedenen

Funktionen, die Bezirksregierung Hannover und zum

Schluss als Direktor des Landeskriminalamts Niedersachsen.

Rüdiger Butte war ein herzlicher, dem Menschen

zugewandter Kollege, dessen Freude an der Arbeit

und dem Leben immer sichtbar war. Er hat es stets

verstanden, die Polizei aus seiner jeweiligen Verantwortung heraus perspektivisch

fortzuentwickeln, seine strategische Kompetenz war im Ministerium und darüber

hinaus hoch anerkannt. Er hat bei all seinem Wirken nie die Interessen der Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter aus dem Auge verloren und hat sich nach seinen

Kräften für ihr Wohl eingesetzt. Sein ehrlicher, sympathischer und geradliniger

Charakter machte ihn zu einer von allen anerkannten Führungspersönlichkeit und

Kollegen in der Landespolizei.

Boris Pistorius

Foto: LKA NI

Am 26. April wurde Rüdiger Butte in

seinem Büro, im Kreishaus in Hameln,

von tödlichen Schüssen getroffen.

Der am 17. Mai 1949 in Lüthorst,

Kreis Einbeck, geborene Butte trat

1974 als Kriminalbeamter in den niedersächsischen

Polizeivollzugsdienst

ein. Sein Weg führte ihn über Braunschweig,

Huntlosen und Göttingen

nach Hann. Münden zum Kommissarslehrgang.

Nach kurzer Zeit als Kriminalkommissar

in Bückeburg ereilte ihn der Ruf

des Innenministeriums, um als Sachbearbeiter

im damaligen Referat der

Kriminalpolizei zu arbeiten, in das er

nach dem Aufstieg 1985 wieder zurückkehrte.

Hier war in den folgenden

Jahren sein Aufgabenschwerpunkt insbesondere

in der Bekämpfung

der„Organisierten Kriminalität“ zu

sehen.

Unter seiner Regie wurde die Aufbau-

und Ablauforganisation zur Bekämpfung

der OK in Niedersachsen

geschaffen und fortentwickelt.

Mit Abschluss der Polizeireform

1994, in der er sehr aktiv in den unterschiedlichsten

Themenfeldern maßgeblich

mitgewirkt hat, folgte ein knappes

Jahr als Leiter der Polizeiinspektion

Holzminden. Von 1995 bis 1999 übernahm

Rüdiger Butte die Aufgabe des

Dezernatsleiters 304 und war Vertreter

des Direktors der Polizei bei der Bezirksregierung

Hannover.

Als Direktor der Polizei war er danach

für fast zwei Jahre verantwortlicher

Referatsleiter Einsatz im Innenministerium,

bevor er am 18. April

2001 als Direktor des Landeskriminalamtes

Niedersachsen in sein Amt eingeführt

wurde.

Bis zu seiner Wahl als Landrat des

Landkreises Hameln-Pyrmont im Jahr

2005 leitete er die Zentrale Stelle des

Landes Niedersachsen für die Kriminalitätsverhütung

und -verfolgung.

Preis der Deutschen

Hochschule der Polizei

Die Deutsche Hochschule der Polizei

(DHPol), als gemeinsame Bildungs- und

Forschungseinrichtung der Polizeien des

Bundes und der Länder, vergibt im Jahr

2013 den Preis für herausragende wissenschaftliche

Arbeiten zu Themen aus

dem Bereich der Inneren Sicherheit. Der

Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und

kann bei mehreren preiswürdigen Arbeiten

geteilt werden.

Teilnahmevoraussetzung: Noch unveröffentlichte

oder nach dem 1. Januar

2012 veröffentlichte Arbeiten in deutscher

oder englischer Sprache, die bedeutende

Beiträge zur polizeiwissenschaftlichen

Forschung leisten und den

Behörden und Einrichtungen der Polizeien

von Bund und Ländern neue Erkenntnisse

erschließen. In Frage kommen

Themen, die den gesamten Bereich

der polizeiwissenschaftlichen Forschung

umfassen. Besonders erwünscht sind

interdisziplinär ausgerichtete Arbeiten.

Neben Dissertationen, Habilitationsschriften

und anderen wissenschaftlichen

Texten können auch herausragende studentische

Abschlussarbeiten (wie Master-

oder Diplomarbeiten) eingereicht

werden.

Von der Teilnahme ausgeschlossen

sind Arbeiten von Mitgliedern der Hochschule

oder solche, die mit Unterstützung

der DHPol entstanden sind.

Über die Vergabe des Preises entscheidet

eine Kommission der Deutschen

Hochschule der Polizei unter Ausschluss

des Rechtsweges.

Einsendeschluss für die Bewerbung ist

der 30. September 2013 (Eingang bei der

DHPol). Der Einsendung ist eine kurze

Biographie der Verfasserin oder des Verfassers

beizufügen. Weitere Auskünfte

erteilt die Deutsche Hochschule der

Polizei, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit;

Tel.: 0 25 01/8 06 -230, Fax: 0 25

01/8 06 -423, E-Mail: pressestelle@

dhpol.de. Informationen auch unter

www.dhpol.de.

He f t 3/2013 p roPo l i z e i 7


Ak t u e l l

Afghanistanrückkehrer

Zum Informationsaustausch

im Innenministerium

A

nfang Februar haben LPPBK-

Präsident Uwe Binias sowie der

im Innenministerium für Auslandsverwendungen

zuständige Polizeidirektor

Henning Dreyer sechs Afghanistanrückkehrer

zum Informationsaustausch im

Innenministerium empfangen.

PHK’in Julia Vincke (PD Hannover),

PK Frank Rystok (ZPD), POK Jörg

Borchers-Richter (PD Göttingen), POK

Oliver Kerkhoff (PD Oldenburg), KHK

Jörg Diedrich (LKA NI) sowie KHK

Karl Teusch (PD Braunschweig) berichteten

über ihre beim polizeilichen Auslandseinsatz

in Afghanistan gemachten

Erfahrungen und ihre persönlichen Erlebnisse.

Binias würdigte die Arbeit der niedersächsischen

Polizeibeamtinnen und

-beamten im Rahmen der beiden Polizeimissionen

in Afghanistan. Sie leisteten

mit der Ausbildung und Beratung der

afghanischen Polizei einen bedeutsamen

Beitrag für den Aufbau demokratischer

und rechtsstaatlicher Strukturen. Er hob

hervor, Afghanistan müsse in die Lage

versetzt werden, künftig selbst für seine

innere Sicherheit zu sorgen.

Im Durchschnitt sind 15 bis 20 niedersächsische

Polizisten sowohl in der EU-

Polizeimission als auch in das bilaterale

deutsche Ausbildungsprojekt für die

afghanische Polizei eingebunden. Niedersachsen

nimmt damit seit Beginn der

polizeilichen Einsätze in Afghanistan

eine Vorreiterrolle ein.

Die sechs Rückkehrer berichteten über

ihre vielfältigen Erfahrungen als Ausbilder

im Einsatzgebiet. Einen Schwerpunkt

bildete dabei neben Sicherheitsund

Logistikfragen auch der Umgang mit

den besonderen ethnischen, religiösen

8 p roPo l i z e i He f t 3/2013

und kulturhistorischen Hintergründen

für die Beamten vor Ort.

Binias bedankte sich ausdrücklich für

die offenen Worte der heimgekehrten

Kollegen, zumal sie einen ungefilterten

Einblick in die praktische Arbeit vor Ort

in Afghanistan ermöglichten. Die Ausführungen

hätten verdeutlicht, dass eine

fundierte Bewertung der Arbeit und der

Sicherheitslage vor dem Hintergrund der

geplanten Übergabe der Verantwortung

in afghanische Hände und des damit einhergehenden

schrittweisen Personalabbaus

bis Ende 2014 nur durch entsprechende

Rückmeldungen möglich sei.

Binias erklärte ergänzend, dass die

Gewährleistung der Sicherheit der im

Einsatz eingesetzten eigenen Kräfte

zentrales Anliegen bleibe. Insofern gelte

es, die notwendigen Maßnahmen ständig

an der besonderen Gefährdungslage auszurichten.

Zum Abschluss sicherte der LPPBK-

Präsident zu, auch künftig ein offenes

Ohr für die Probleme und Herausforderungen

der niedersächsischen Polizistinnen

und Polizisten in Auslandsmissionen

zu haben.

Carola Brych | stef

Foto: Polizei


Ak t u e l l

Beispiel Geiselnahme

Verhandlungsgeschick gefragt

B

is 1971 war in Deutschland die

Geiselnahme in Geldinstituten ein

unbekanntes Delikt. Diese Straftaten und

die dramatischen Ereignisse während der

Olympischen Sommerspiele 1972 in

München, bei denen acht bewaffnete

Mitglieder der palästinensischen Terrororganisation

„Schwarzer September“ das

Quartier des israelischen Teams stürmten

und elf Mannschaftsmitglieder als Geiseln

nahmen, waren Auslöser für den

Aufbau von Verhandlungsgruppen (VG)

in den Bundesländern und beim Bundeskriminalamt.

Die Mitglieder der VG sind in Gesprächsführung

und Psychologie speziell

geschult. Gerüstet mit diesem Handwerkszeug

können sie sich in mögliche Handlungs-

und Denkweisen des Gegenübers

hineinversetzen. Ausgehend von dieser

Einschätzung beraten sie dann den Polizeiführer

bei dessen Entscheidungen.

Zumeist haben es die Verhandlungsgruppen

mit Personen zu tun, die sich

aus den verschiedensten Gründen in

einer zumindest vorübergehend psychischen

Ausnahmesituation befinden, die

rationales Denken und Handeln erschwert.

Hier setzt die Arbeit an: die

Verhandler versuchen, sich sowohl in den

Täter als auch sein Opfer hineinzuversetzen

und deren akute Gefühlswelt

nachzuvollziehen.

Nicht immer sind die Verhandlungen

mit dem Täter mit dem Erfolg gekrönt,

dass dieser aufgibt und die Geiseln freilässt.

Gleichwohl kann durch eine gute

Gesprächsführung zur Stabilisierung der

Lage und zur Beruhigung beitragen.

In Niedersachsen sind die VG bei den

Polizeidirektionen angesiedelt. Jede VG

hat einen hautptamtlichen Leiter und

zirka 20 bis 25 Verhandlerinnen und

Verhandler, die ihre Aufgaben im Nebenamt

wahrnehmen. Eingesetzt werden sie

bei (qualifizierten) Bedrohungslagen,

Suizidlagen, Entführung, Geiselnahmen

oder herausragenden Erpressungen. Sie

arbeiten eng mit dem SEK zusammen.

Die Koordinierungsstelle beider Einheiten

ist beim LKA angesiedelt.

Auch die Betreuung von Angehörigen

und Opfern gehört zum Aufgabenbereich

der VG.

uli

Foto: Polizei

He f t 3/2013 p roPo l i z e i 9


Ak t u e l l

Erfolg: 2,6 Tonnen

Haschisch kassiert

Der Marktwert dürfte über fünf

Millionen Euro liegen. Es ist die größte

sichergestellte Haschisch-Menge für

die Polizei in Niedersachsen und ein

deutlicher Schlag gegen eine aus Niedersachsen

heraus agierende, internationale

Rauschgiftbande. Uwe

Kolmey, Präsident des Landeskriminalamtes

Niedersachsen: „Das ist ein

herausragender Ermittlungserfolg und

zudem ein Beleg für die sehr gute Zusammenarbeit

der Strafverfolgungsbehörden,

auch auf internationaler Ebene.“

In einem bei der Staatsanwaltschaft

Braunschweig geführten Ermittlungsverfahren

konnten Ermittler der Gemeinsamen

Ermittlungsgruppe

Rauschgift des Landeskriminalamtes

Niedersachsen und des Zollfahndungsamtes

Hannover (GER) in Zusammenarbeit

mit einer Spezialeinh

e i t z u r B e k ä m p f u n g d e r

Organisierten Kriminalität aus Madrid

in Huercal Overa/Südostspanien

2,6 Tonnen Haschisch sicherstellen.

Der international organisierte

Rauschgiftschmuggel wurde unter

anderem von Niedersachsen aus organisiert.

Der Hintermann, ein 56-jähriger

Niederländer, gründete dazu im

Westharz eine Spedition, um LKW

mit (unauffälligen) deutschen Kennzeichen

einzusetzen. Den Ermittlern

gelang es, ein Fahrzeug bis in einen

kleinen Ort an der Südküste Spaniens,

in der Nähe von Malaga, zu begleiten.

Dort sollten zirka 2,6 Tonnen Haschisch

in den Lkw geladen werden,

um sie hinter gefrorenen Hähnchen

zu verstecken und nach Deutschland

zu bringen.

Dazu kam es nicht, weil die Handschellen

der spanischen Ermittler

klickten und die Täter an Ort und

Stelle festgenommen wurden.

fed

Kampagne

Missbrauch verhindern

U

gen Beauftragten für Fragen des sexuellen

Missbrauchs (www.kein-raum-fuer-missbrauch.de)

oder der Bundeszentrale für

Gesundheitliche Aufklärung im Auftrag

des Bundesministeriums für Familie,

Senioren, Frauen und Jugend (www.traudich.de)

nicht aus?

Warum nun eine Kampagne der Polizei?

Die bisherige Broschüre „Wohin

gehst Du“ ist mittlerweile in die Jahre

gekommen und musste überarbeitet werden.

Themen wie Missbrauch in Institutionen

und im Internet oder das Ansprechen

von Kindern wurden dort gar nicht

nter dem Motto „Missbrauch verhindern“

steht die neueste bundesweite

Kampagne der Polizei gegen sexuellen

Missbrauch.

Noch eine Kampagne, muss das sein,

wird sich der eine oder andere fragen.

Reichen die Kampagnen des Unabhängierwähnt,

sind aber Teil der polizeilichen

Arbeit.

Wer, wenn nicht die Polizei, ist so dicht

am Täter dran und kennt sich mit Tatgelegenheiten

bestens aus? Die Polizei ist 24

Stunden am Tag erreichbar von Flensburg

bis Garmisch-Patenkirchen. Das bietet

keine andere Institution. Hinzu

kommt: Die Polizei ist gut vernetzt

– sowohl in Niedersachsen

als auch bundesweit.

Der Opferschutz ist Teil polizeilicher

Arbeit! Welche Institution

kann gewährleisten, dass

Broschüren flächendeckend

auch in der kleinsten Gemeinde

ausgelegt und verteilt werden?

Und so fährt die Kampagne

dreigleisig:

1. Es gibt eine neue Broschüre,

neue Inhalte, ein neues

Layout.

2. Der Internetauftritt www.

missbrauch-verhindern.de ist

Tag und Nacht erreichbar und

verknüpft mit den Informationen

des ProPK (www.polizei-beratung.de).

3. Durch Vorträge und persönliche

Beratung ist die Polizei

überall vor Ort, kann sich einmischen

und eine reelles Bild

der Lage vermitteln.

Natürlich wird die Kampagne auch mit

einem Plakat beworben. Es wird einem

zukünftig sicherlich häufiger begegnen.

Auch das LKA Niedersachsen war in

der Zwischenzeit nicht untätig und hat

begleitend zur Kampagne eine Ausstellungswand

entworfen, die zur Aufmerksamkeit

anregen soll. Diese ist mehrfach

vorhanden und kann für Veranstaltungen

im LKA Niedersachsen angefordert werden

(E-Mail: D32@lka.polizei.niedersachsen.de).

Doris Piszczan-Präger | fed

10 p roPo l i z e i He f t 3/2013


Ak t u e l l

PI Osnabrück

Innenminister besucht

Lagebesprechung

A

nlässlich des Polizeieinsatzes im

Rahmen des Fußballspieles der

3. Liga zwischen dem VfL Osnabrück

und dem FC Hansa Rostock am 30. März

besuchte Innenminister Boris Pistorius

die Polizeiinspektion Osnabrück.

Nach der Begrüßung der Teilnehmer

an der Einsatzbesprechung am Morgen

des Spieltages nutzte er die Gelegenheit,

sich einen Überblick über den bevorstehenden

Einsatz zu verschaffen. An

dem Einsatz nahmen 321 niedersächsische

und rund 500 Beamtinnen und

Erratum

Beamte der Bundespolizei teil. Er verlief

größtenteils störungsfrei.

Nach Spielende gab es einen Zwischenfall

unter illegaler Verwendung von

Pyrotechnik, bei dem ein Rostocker Anhänger

schwere Handverletzungen erlitt

und unter anderem den Verlust eines

Fingergliedes zu beklagen hat.

In nächster Zeit wird sich Innenminister

Pistorius auch an weiteren Fußballstandorten

ein persönliches Bild von der

Einsatzbewältigung machen.

mm

In der letzten Ausgabe von „proPOLIZEI“ ist der Redaktion auf Seite 7, „Neue

Führungsspitze im Innenministerium“, ein Fehler unterlaufen. Staatssekretär

Stephan Manke war nicht Landrat im Landkreis Peine, sondern im Landkreis

Goslar. Wir bitten dieses Versehen zu entschuldigen.

Rallye de France

Eine der größten weltweiten Motorsportveranstaltungen

und eine niedersächsische

Polizeibeamtin mitten

drin. 100 Ralleyfahrzeuge (Vierzylinder-Zweiliter-Serienwagen)

jagen

über Stadt- und Landstraßen mit bis

zu 200 Stundenkilometer – pilotiert

von Fahrern aus aller Welt.

PK‘in Kerstin Nietfeld vom Polizeiautobahnkommissariat

Ahlhorn nahm,

neben einem Kollegen aus Baden-

Württemberg, als Ansprechpartnerin

für deutsche Besucher an der Großveranstaltung

teil. Sie arbeitete mit

der Gendarmerie mobile zusammen

– Frankreichs paramilitärischer Polizei,

die dem Verteidigungsministerium

untersteht und für alle Großlagen

– in Frankreich wie in den französischen

Kolonien – zuständig ist.

In deutscher Uniform und mit

Dienstwaffe war es Niedfelds Aufgabe,

vor Ort die Gendarmerie mobile

bei ihren Patroullien zu begleiten.

Dabei galt es, die Veranstaltung zu

überwachen, ausländische (deutsche)

PK‘in Kerstin Nietfeld im Fahrerlager der

Motorsportveranstaltung

Zuschauer wahrzunehmen sowie

Opferbetreuung, Übersetzungshilfen

und auch Vernehmungshilfen für

deutsche Opfer von Verkehrsunfällen

wie Straftaten zu leisten.

Kerstin Niedfeld | dw

Foto: Polizei

He f t 3/2013 p roPo l i z e i 11


Ak t u e l l

Gewaltprävention

an Schulen

In den vergangenen Monaten zeigten

sich in der „Grundschule am Wall“ in

Hann. Münden immer wieder Defizite

im sozialen Umgang der Schüler miteinander.

Nach gemeinsamen Gesprächen

waren sich Schulleiter Manfred

Karges und der Leiter des Polizeikommissariats

Hann. Münden, EPHK

Manfred Weber, schnell einig, handeln

zu müssen: Unter dem Motto „Fairness

ist cool“ startete im Februar ein gemeinsames

Präventionsprojekt.

Die Kernidee des Projektes basiert

auf gegenseitigem Respekt, einem

fairen Umgang und notwendiger

Disziplin. Der praktische Teil für die

rund 40 Viertklässler fand in der

Sporthalle der Schule statt und beinhaltete

ein alterskonformes Training

in verschiedenen sportlichen Bereichen

wie Boxen, Judo und Ju-Jutsu.

Für die praktische Durchführung

wurde auf den Erfahrungsschatz der

Zentralen Polizeidirektion Niedersachsen

zurückgegriffen: Übungsleiter

und Trainer der 5. Bereitschaftspolizeihundertschaft

(BPH) aus

Göttingen gestalten alle zwei Wochen

vorerst bis zu den Sommerferien in

den beiden 4. Klassen jeweils eine

Doppelstunde. Um die Unterstützung

auch parallel zu Einsätzen der 5. BPH

verlässlich leisten zu können, wurde

ein Trainerpool aus allen Zügen der

Hundertschaft gebildet.

thi

12 p roPo l i z e i He f t 3/2013

Digitalfunk

Cuxhaven ist als erste

Stadt mit dabei

D

ie Stadt Cuxhaven trat Anfang

April als erste Gebietskörperschaft

dem Digitalfunk in Niedersachsen

bei. Innenminister Pistorius und der

Oberbürgermeister der Stadt Cuxhaven,

Dr. Ulrich Getsch, unterzeichneten eine

entsprechende Verwaltungsvereinbarung.

Künftig funken auch die Feuerwehren,

Rettungsdienste und Hilfsorganisationen

in der Küstenstadt mit der

Polizei digital.

Die geschlossene

Verwaltungsvereinbarung

legt die

grundsätzlichen

Voraussetzung

e n f ü r d i e

Landkreise und

kreisfreien Städte

fest, unter

denen die Teilnahme

am Digitalfunk

erfolgen

kann. Ein wesentlicher

Bestandteil ist dabei die Kostenverteilung.

So beteiligen sich die Landkreise, kreisfreien

Städte und die Region Hannover zu

jeweils 30 Prozent an den jährlichen Betriebskosten

in Höhe von 14 Millionen

Euro. Der Beitrag der Gebietskörperschaft

bemisst sich dabei an ihrem Anteil

an der Bevölkerung und der Fläche in

Niedersachsen. In die Berechnung fließt

der Bevölkerungsanteil zu 60 und der

Flächenanteil zu 40 Prozent ein.

Der Digitalfunk hat für alle Behörden

und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben

(BOS) in Deutschland herausragende

Bedeutung. Erstmals wird bundesweit

ein einheitliches Funknetz für alle BOS

zur Verfügung stehen. Zu den Vorzügen

zählen unter anderem die Abhörsicherheit,

die hohe Sprach- und Übertragungsqualität

und die Möglichkeit, dass verschiedene

Sicherheitsorgane in einer Funkrufgruppe

gemeinsam arbeiten.

Niedersachsen zählt zu den Ländern,

die bereits umfassende Erfahrungen in

der praktischen Anwendung gemacht

haben. In den Bereichen der Polizeidirektionen

Lüneburg,

Oldenburg und

Teilen der PD

Hannover wird

der Digitalfunk

bereits im Alltagsbetrieb

von

der Polizei genutzt.

In weiteren

Schritten soll

der Digitalfunk

in den Polizeidirektionen

Osnabrück,

Braunschweig

und

Göttingen bis Mitte 2014 (Probebetrieb

ab Ende 2013) eingeführt werden.

In Niedersachsen funken bereits mehr

als 9.000 Einsatzbeamte der Polizei sowie

– jeweils im Rahmen von Erprobungen –

zirka 3.800 Beschäftigte der Feuerwehren,

Rettungsdienste und des Katastrophenschutzes

digital. Die erheblichen taktischen,

technischen und wirtschaftlichen

Vorteile eines gemeinsamen Funknetzes

können insbesondere dann frühzeitig wirksam

werden, wenn die Kommunen zeitnah

am Digitalfunk teilnehmen.

Gegenwärtig wird mit weiteren Landkreisen

und kreisfreien Städten über

einen baldigen Beitritt verhandelt.

Dietmar Teichmann | stef

Foto: Polizei


Ni e de rsachsen

Göttingen

Eigensicherung im Rettungswagen

A

ngehörige von Rettungsdiensten

werden bei ihren Einsätzen immer

häufiger mit aggressiven und renitenten

Personen konfrontiert. Das erleben

auch die Angehörigen der

Berufsfeuerwehr (BF) Göttingen nahezu

alltäglich. Häufig fehlt ihnen jedoch die

Handlungssicherheit, mit solchen Situationen

routiniert umzugehen.

Diese Problematik griffen die Feuerwehr

und die 5. Bereitschaftspolizeihundertschaft

der Zentralen Polizeidirektion

Niedersachsen (ZPD) auf. Alexander

Meyer, BF Göttingen, und Christian Mäder,

5. BPH, entwickelten einen Workshop

unter dem Motto „Selbstverteidigung für

Rettungssanitäter“. Als Pilotprojekt boten

die Trainer für Abwehr- und Zugriffstechniken

der 5. BPH mehrere Termine

für Rettungsteams der Feuerwehr an.

Dabei wurden einfache und wirkungsvolle

Abwehrtechniken, auch für den engen

Raum im Rettungswagen, trainiert.

thi

Pistorius besucht verletzte Göttinger Polizisten

N

iedersachsens Innenminister

Boris Pistorius hat die beiden

Göttinger Beamten besucht, die

Mitte März durch Schüsse verletzt

wurden, sowie die Beamtin, die

einer Schussverletzung nur knapp

entging.

Im Beisein von Polizeipräsident

Robert Kruse, Vizepräsident Bernd

Wiesendorf und Kripo-Chef Volker

Warnecke schilderten die Betroffenen

dem Innenminister den Hergang des

Vorfalls. Alle zeigten sich beeindruckt

von dem besonnenen Handeln der Polizisten

in dieser lebensgefährlichen Situation.

Anerkennung gelte aber auch allen

Kollegen, die sofort zur Hilfe eilten und

die Situation schnell unter Kontrolle

brachten.

Pistorius machte deutlich, dass ihm

dieses Treffen ein besonderes Anliegen

war. „Dieser Vorfall veranschaulicht, wie

schnell ein Polizist bei seiner täglichen

Arbeit für die Bürger unseres Landes von

einer Sekunde auf die andere in eine

lebensbedrohliche Situation geraten

kann“, so der Minister. „Deshalb

freue ich mich umso mehr, dass es

den betroffenen Beamten den Umständen

entsprechend gut geht und

heute auch der Letzte aus dem Krankenhaus

entlassen werden konnte.“

Zusammen mit Polizeipräsident

Kruse und Kripo-Chef Warnecke

besichtigte Minister Pistorius anschließend

noch den Tatort, wo ihm unter

Berücksichtigung der räumlichen Gegebenheiten

und anhand von Bildaufnahmen

der Ablauf des Vorfall dargestellt

wurde.

Hilke Vollmer | mw

Fotos: Polizei

He f t 3/2013 p roPo l i z e i 13


Ni e d e rsachs en

Polizei- und Militärmusik

Benefizkonzert war voller Erfolg

D

as Polizeiorchester Niedersachsen,

das Bundespolizeiorchester Hannover

und das Heeresmusikkorps I zusammen

auf der Bühne in Hannover!

Diese außergewöhnliche Veranstaltung

lockte im Februar 1.150 Gäste in den

Großen Sendesaal des Norddeutschen

Rundfunks am Maschsee und spielte rund

15.000 Euro für den guten Zweck ein.

Gleich zu Beginn machten die drei

Orchester mit der Titelmelodie „Die

glorreichen Sieben“ von Elmar Bernstein

klar, um was es diesen Abend gehen

würde: Filmklassiker der letzten Jahrzehnte.

Unter der Schirmherrschaft von

Regionspräsident Hauke Jagau stellten

sie ihren Einsatz im fast ausverkauften

Sendesaal in den Dienst einer guten

Sache. Als Begünstigte freuten sich die

karitativen Vereine „Lachen Helfen e. V.“

und „Kleine Herzen Hannover e. V.“ über

den fünfstelligen Reinerlös des Abends.

14 p roPo l i z e i He f t 3/2013

Beide haben sich der Hilfe für notleidende

und kranke Kinder verschrieben.

Nach dem rasanten musikalischen Auftakt

begrüßten die Gastgeber – der Kommandeur

der 1. Panzerdivision, Generalmajor

Carsten Jacobson, der Polizeipräsident

der Zentralen Polizeidirektion

Niedersachsen Uwe Lührig und der Polizeipräsident

der Bundespolizeidirektion

Hannover Thomas Osterroth, – das Publikum.

Anschließend übernahm Dirk Hillebold

von der Bundespolizei die Moderation

des Abends. Er führte das gespannte

Publikum mit vielen Informationen,

Daten und Fakten zu den jeweiligen

Musikstücken mit viel Humor durch das

Abendprogramm.

Die rund 120 Musiker der drei Ensembles

spielten gemeinsam unter anderem

Blockbuster aus „Die Brücke am Kwai“,

„Fluch der Karibik“, „Jurassic Park“,

„The Incredibles“, „Star Wars“ und

„Superman“. Zwischendurch zeigten

Solisten der jeweiligen Orchester ihr

Können an einzelnen Instrumenten. Als

Highlights konnten die Gesangssolisten

Sina Mareike Schulte („Someone else`s

Story“, „Gabriela‘s Song“ und „Circle of

Life“) sowie Frank Marpoder als James

Bond 007 begeistern und dem Publikum

tosenden Applaus entlocken.

Die Leitung der drei Ensembles wechselte

während des Abends zwischen

Oberstleutnant Manfred Peter, Polizeihauptmeister

Harald Frey von der Bundespolizei

und dem niedersächsischen

Orchesterleiter Thomas Boger.

Nach rund zweieinhalb Stunden Show

waren sich am Ende alle einig, dass das

Konzert ein voller Erfolg war – unterhaltsam

für die Besucher, lohnend für den

guten Zweck!

hof

Foto: Polizei


Ni e de rsachsen

CeBIT 2013

Gelungener Messe-Auftritt der

Niedersächsischen Polizei

D

ie Polizei Niedersachsen präsentierte

sich während der CeBIT

2013 eindrucksvoll der Öffentlichkeit.

Mit der Vorstellung von „Stud.IP“ und

„eLearning“ durch die Polizeiakademie

sowie der „NIVADIS-Auswertung 2.0“

durch die Zentrale Polizeidirektion Niedersachsen

wurden den Messebesuchern

interessante Themen dargestellt. Hinzu

kam, dass sowohl für die polizeiliche

Ausbildung als auch für eine fachbezogene

IT-Karriere ordentlich die Werbetrommel

gerührt wurde.

Die Polizei war in den Messestand des

Landes Niedersachsen im Rahmen des

Gesamtprojektes „Government for you“

integriert und konnte innerhalb der über

200 Quadratmeter großen Aktionsfläche

viele Synergien für sich nutzen. Auf der

eigens zum Gesamtkonzept gehörenden

Bühne („Speakers Corner“) wurden alle

Fachthemen nochmals besonders dargestellt.

Darüber hinaus führte die Hochschule

Hannover Interviews mit den Themenverantwortlichen

durch. Am Abschlusstag

präsentierte die Polizei ihre Spitzensportler

Mandy Sonnemann (Ju-Jutsu

Weltmeisterin), Eike Onnen (Deutscher

Meister im Hochsprung) und Sören

Ludolph (Deutscher Meister 2012 im

800-m-Lauf) und warb damit besonders

für die Vereinbarkeit von Polizeiausbildung

und Spitzensport. Das mitunter

jüngere Publikum nahm die Präsentation

hochinteressiert an und ließ sich umfassend

über die dargestellten Themen

informieren.

Neben zahlreichen Gesprächen mit

interessierten Messegästen informierte

sich auch der neue Innenminister Boris

Pistorius gemeinsam mit dem Präsident

Fotos: Polizei

Das Messeteam der ZPD

des LPPBK, Uwe Binias, am Stand der

Polizei. Sie zeigten sich nach den Gesprächen

mit den aus ihrer Sicht motivierten

wie fachkundigen Kollegen beeindruckt

von der Art und Weise der

präsentierten Themen.

Das Messeteam der PA

Die Polizei Niedersachsen wurde als

kompetenter „Arbeitgeber“ wahrgenommen

und wird sich auf Grund der positiven

Rückmeldungen auch im nächsten

Jahr auf der CeBIT präsentieren.

stef

He f t 3/2013 p roPo l i z e i 15


Ni e d e rsachs en

Nienburg

4. Internationale Woche an der PA

V

om 18. bis 22. März fand an der

Polizeiakademie (PA) Niedersachsen

die „Internationale Woche“ statt.

Bereits zum vierten Mal hielten Polizeibeamte,

Sozialwissenschaftler und Juristen

aus neun europäischen Ländern Vorträge

zur Polizeiorganisation, zu

besonderen Kriminalitätsphänomenen

sowie zur Kriminalitätsbekämpfung in

ihren Heimatländern.

Ziel der „Internationalen Woche“ ist

es, die Polizeianwärter auf Ihre zukünftige

Arbeit in einem immer stärker zusammenwachsenden

Europa vorzubereiten

und interkulturelle Kompetenzen zu

entwickeln. „Wir wollen unseren Studierenden

die Chancen und Rahmenbedingungen

der operativen Zusammenarbeit

aufzeigen“, sagte Akademiedirektor

Johannes-Jürgen Kaul.

Die internationale polizeiliche Zusammenarbeit

werde immer wichtiger,

auch in der Lehre. Die Polizeiakademie

Niedersachsen kooperiere im Rahmen

des ERASMUS- Programms europaweit

mit Hochschulen. Der Austausch von

Gastdozenten, die Durchführung von

Hospitationen und die Entwicklung gemeinsamer

Projekte und Ausbildungsinhalte

würden stetig intensiviert.

„Ziel ist es, die polizeiliche Lehre in

Europa weiter zu vernetzen“, so Direktor

Kaul. Neben den inhaltlichen Vorträgen

liege der Fokus bei solchen Veranstaltungen

auch darauf, Netzwerke und Freundschaften

zu bilden. Entscheidend für die

Weiterentwicklung dieser Kontakte seien

ein regelmäßiger Austausch und der neugierige

Blick über die Grenzen hinaus.

Mit ihrem Programm zur Internationalisierung

der Lehre zähle die niedersächsische

Polizeiakademie europaweit

zu den Vorreitern in der polizeilichen

Hochschullandschaft.

Die ungarische Sozialwissenschaftlerin

Dr. Andrea Kozary ist am Lehrstuhl

für Polizeiwissenschaft in Budapest tätig.

Ihr fällt auf, dass im Vergleich zu den

ungarischen Polizeistudierenden die

niedersächsischen mehr praktische Erfahrungen

haben und auch mehr über die

Polizeiarbeit wissen. „In Ungarn bilden

wir theoretischorientiert aus, in Niedersachsen

tun sie dies praxisorientiert. Toll

finde ich auch, dass hier alle so gut Englisch

verstehen.“

Kozary war zum dritten Mal in Niedersachsen

an der Polizeiakademie. Sie

sprach mit den Studierenden über die

ungarische Polizei, das dortige Polizeitraining

sowie über die Geschichte und

Kultur Ungarns.

Ron van der Linde ist Berater für Internationale

Beziehungen und Internationalisierung

an der Polizeiakademie

Eindhoven. Er war bereits einige Male

in Niedersachsen und stellt viele Übereinstimmungen

zwischen den hiesigen

Studierenden und denen in den Niederlanden

fest: „Heutzutage sind die Studierenden

international sehr gleichförmig.

Sie haben viele Sachen gemeinsam,

wie Handy, Laptop, Facebook, sie kaufen

in bestimmten Läden ein und sprechen

sehr viel besser Englisch als meine Generation.“

Aber er erkennt auch kulturelle Unterschiede:

„Manches ist anders in den

ERASMUS ist ein EU-Bildungsprogramm. Gegründet wurde es 1987 mit dem Ziel,

die Zusammenarbeit von Hochschulen sowie die Mobilität von Studenten innerhalb

der zur EU gehörenden Staatengemeinschaft zu fördern. Die Polizeiakademie

Niedersachsen hat seit 2009 die ERASMUS-University-Charta (EUC) und kann sich

daher am ERASMUS-Programm uneingeschränkt beteiligen.

Niederlanden, ich sage nicht besser oder

schlechter. Wir schreiben Selbständigkeit

sehr groß. Die angehenden Polizisten

müssen im Studium lernen, selbstverantwortlich

zu arbeiten. Das müssen

sie später im Beruf auch – schließlich

tragen sie eine Waffe. Aber die Selbständigkeit

wächst während des Studiums.

Sie müssen zum Beispiel selbst

ihre Prüfungstermine festlegen, organisieren

und mit dem Prüfungszentrum

abstimmen. Schaffst du das nicht im

vorgegebenen Zeitrahmen, hast du ein

Problem.“

Hugo Cruz ist portugiesischer Polizeibeamter

und Leiter der Abteilung für

Auslandsbeziehungen beim Higher Institute

of Police Sciences and International

Security in Lissabon. Er doziert zum

ersten Mal bei der Internationalen Woche

in Niedersachsen und möchte solch eine

Veranstaltung auch in Portugal einführen.

Cruz erklärt: „Ich informiere mich hier

an der Polizeiakademie über die Organisation

der „Internationalen Woche“ und

freue mich, andere Dozenten kennen zu

lernen und diese neuen Kontakte auch in

Zukunft nutzen zu können.“

Zum Abschluss der „Internationalen

Woche“ stellen alle teilnehmenden Referenten

fest: So unterschiedlich Polizeistrukturen

und Uniformen auch sein

mögen, über die Kernaufgaben der Polizeien

in der europäischen Union finden

sich schnell Übereinstimmungen und

Diskussionsmöglichkeiten.

Die „Internationalen Woche“ war für

die mehr als 400 Studierenden des derzeitigen

dritten Studienjahres ein Teil des

Moduls „Transnationale Polizeiarbeit“.

Neben Sprachkursen können sich zirka

50 ausgewählte Teilnehmer für ein einwöchiges

Praktikum in der EU entscheiden.

igw

16 p roPo l i z e i He f t 3/2013


Ni e de rsachsen

Sportlerehrung 2012

Erfolgreiche Sportler ausgezeichnet

I

Innenminister Boris Pistorius umrahmt von der beiden Sportlern des Jahres, Sebastian Frey

und Mandy Sonnemann

nsgesamt 61 national wie international

erfolgreiche Sportlerinnen und

Sportler der Landespolizei wurden für

ihre Spitzenleistungen im vergangenen

Jahr geehrt. Innen- und Sportminister

Boris Pistorius verlieh die Auszeichnungen

an die Polizeisportler.

Der Minister betonte, dass der Dienstund

Wettkampfsport für ihn einen wichtigen

Stellenwert habe. „Die Erfolge und

Leistungen symbolisieren eine leistungsstarke

und fitte Polizei. Nur die eigene

körperliche Leistungsfähigkeit gibt Sicherheit

und Selbstvertrauen. Die hohen

physischen und psychischen Belastungen

des Dienstes werden von körperlich

gut trainierten Beamtinnen und Beamten

wesentlich besser verkraftet und sind

immer häufiger Grundlage für die Bewältigung

von polizeilichen Einsatzsituationen.“

Die Ausgezeichneten seien Vorbilder

für viele Andere und zugleich Imageträger

der Landespolizei. Pistorius lobte

die Energie, den Erfolgswillen und die

Disziplin der Geehrten als „Basis für den

sportlichen Erfolg“. All das sei aber

nicht ausreichend: Als treibende Kraft

gehöre vor allem der Spaß an der Bewegung

dazu. Der Minister beglückwünschte

die Sportler zu ihren Erfolgen,

zahlreichen Meistertiteln, guten Platzierungen

und der Vielzahl von Medaillen.

Im Einzelnen waren das:

Zwei Goldmedaillen und eine Silbermedaille

bei Weltmeisterschaften, im

Standardformationstanzen, Ju-Jutsu und

Judo.

Eine Silber- und eine Bronzemedaille

bei den Junioren Europameisterschaften

im Judo.

Goldmedaillen bei den Europäischen

Polizeimeisterschaften im Fußball und

Handball.

Zahlreiche Gold- , Silber- und Bronzemedaillen

bei Deutschen Meisterschaften

in den Sportarten Ju-Justu, Reiten,

Marathon, Trampolinturnen, Wasserball,

Schwimmen, Karate, Sportschießen,

Rudern und in der Leichtathletik.

Zwei Gold- , fünf Silber- und neun

Bronzemedaillen bei Deutschen Polizeimeisterschaften

im Schwimmen und

Retten, im Handball der Männer und im

Judo.

Im Anschluss an die zahlreichen Ehrungen

erfolgte die mit Spannung erwartete

Bekanntgabe der Sportler des

Jahres 2012.

Mit Mandy Sonnemann von der Polizeiakademie

war die Wahl bei den Sportlerinnen

erneut auf die Weltmeisterin im

Ju-Jutsu gefallen. Die 23-Jährige, die in

der Gewichtsklasse bis 55 Kilogramm

antritt, konnte nach Sankt Petersburg

(Russland) und Cali (Kolumbien) auch

in der österreichischen Hauptstadt Wien

zum dritten Mal in Folge den Weltmeistertitel

auf der Matte erringen.

Bei den Männern ging die Auszeichnung

ebenfalls an einen Mattenkämpfer.

Sebastian Frey von der Polizeidirektion

Oldenburg überzeugte erneut die Jury.

Der Oldenburger wurde bei den Kata-

Weltmeisterschaften in der Disziplin

Katame-no-Kata, einer speziellen Abfolge

von Judo-Techniken, Vizeweltmeister.

Zuvor war er zum vierten Mal

Deutscher Meister und bei der EM im

slowenischen Koper Europameister geworden.

Die Laudatien wurden vom Polizeisportbeauftragten,

LtdPD Jörg Müller,

unterhaltsam vorgetragen. Umrahmt wurde

die Veranstaltung von der Jazz-Combo

des Polizeiorchesters Niedersachsen.

Jochen Preising | hof

Foto: Polizei

He f t 3/2013 p roPo l i z e i 17


In t e r n

PI Cloppenburg/Vechta

Kollegen aus Polen

POR Walter Sieveke (l.), Zdzislaw Juchno, Marta Stefanowska, PK Martin Maselon (Dolmetscher),

KHK Harald Nienaber

D

er Pädagogische Austauschdienst

der Kultusministerkonferenz

unterstützt die Zusammenarbeit und

Partnerschaft schulischer Einrichtungen

in Europa mit Hilfe des EU-Projektes

„COMENIUS“. In diesem Rahmen beteiligt

sich die Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta

am Kooperationsprojekt

„COMENIUS Regio – Prävention von

Anfang an“ – ebenso so wie die polnische

Partnerregion Sroda Slaska.

Ziel der am Projekt beteiligten Kooperationspartner

ist es, ein ganzheitliches

Präventionskonzept für die Bildungseinrichtungen

mit thematischem Schwerpunkt

im Bereich der Gewalt- und Suchtprävention

zu entwickeln.

Wesentliche Bestandteile dieses Konzeptes

sind dabei die Aus- und Fortbildung von

Multiplikatoren und die Arbeit mit Erziehungsberechtigten

mit dem Ziel, insbesondere

Kinder und Jugendliche vor Delinquenz

und Viktimisierung zu schützen.

Im Rahmen des Projekts waren die

Polizeibeamten Marta Stefanowska (Pressesprecherin)

und Zdzisław Juchno (Jugendsachbearbeiter)

aus Sroda Slaska im

18 p roPo l i z e i He f t 3/2013

März für einige Tage Gäste der Polizeiinspektion

Cloppenburg/ Vechta und der

Gemeinde Saterland. Das Besuchsprogramm

beinhaltete unter anderem Themen

zur Jugendkriminalität und den

staatlichen Sanktionsmechanismen.

Der Besuch der intensivtherapeutischen

Wohngruppe (GITW) in Lohne für die

geschlossene Unterbringung hochdelinquenter

Kinder und der geschlossene Jungtätervollzug

der Justizvollzugsanstalt für

Frauen in Vechta standen ebenso auf dem

Programm wie die Teilnahme an einer Jugendschöffengerichtsverhandlung

beim

Amtsgericht Cloppenburg und anschließendem

Gespräch mit der Vorsitzenden

Richterin und der Jugendbewährungshilfe.

Sehr interessiert zeigten sich die Gäste

im Gespräch mit Jugendsachbearbeitern

der Polizeiinspektion Cloppenburg/ Vechta,

die am polizeilichen Jugendstrafverfahren

mit Diversion, Wohnortprinzip,

Patenschaften, Intensivtäterprogramm in

Zusammenarbeit mit Schulen, Polizei und

Staatsanwaltschaft beteiligt sind.

Harald Nienaber

40jähriges Dienstjubiläum

PD Lüneburg

1. April

POK Uwe Dahms

PHK Jens-Holger Linnewedel

2. April

PD Hannover

PHK Hartmut Leipold

KHK Helmut Lempert

KOK Hans-Detlef Meese

KHK Rainer Nöltker

KOK Wolfgang Rohrmann

POK Meinhart Schlenker

KOK Ekkehard Schulz

KHK Klaus Schulz

PD Göttingen

POK Heinz-Peter Klöhn

POK Bernd Anders

POK Hans-Werner Raabe

KHK Winfried Meise

PK Ulrich Krahe

PD Lüneburg

PHK Peter Heeren

PHK Rolf Heise

PHK Rolf Kolster

PHK Bernhard Meinken

KHK Hermann Schlüschen

PK Bernd Schünke

POK Erwin Schütz

KOK Manfred Siems

POK Manfred Stelzer

POK Wolfgang Tegt

EKHK Klaus Willmer

Polizeiakademie

POK Heinrich-Josef Hofschröer

Direktor PolAk Johannes-Jürgen Kaul

1. Mai

PD Oldenburg

Jens Logemann

Polizeiakademie

Dieter Meißner

5. Mai

PD Oldenburg

Linda Vosteen

Polizeiakademie

KHK Klaus Stolzenberg

Foto: Polizei


JUNGv.MATT/Alster

In Niedersachsen gibt

es noch echte Typen.

Prototypen vor allem.

Nicht nachzumachen.

Unsere Typen sind auch einzigartig: Die

Hochleistungslaser aus Niedersachsen

bearbeiten jedes Material mit höchster

Präzision – zum Beispiel Solarzellen.

Nicht stillzuhalten.

Niedersachsen hat auch Prototypen gegen

den Stillstand – wir bauen Fahrzeuge, die

vor Gefahren warnen, selbst einparken oder

sogar komplett allein fahren können.

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He f t 3/2013 p roPo l i z e i 19

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