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kroatien-spe zial • hvar

8 2 0 1 2 19

Die

Entdeckung

Der

Langsamkeit

Charteryacht in einer Bucht bei Milna. Eine Oase

der Ruhe im Vergleich zum Trubel im keine drei

Seemeilen entfernten Hauptort der Insel

Für gewöhnlich stehen beim Adriatörn mindestens ein halbes Dutzend

Inseln und Festlandziele auf dem Kursplan, wenn nicht mehr. Doch es geht

auch anders, wie ein Wochentörn um Hvar zeigt. Eine Reportage

über eine entspannte, aber nie langweilige Art der Reviererkundung

f o to s : m . a m m e


Frische Brise vor Hvar. Vor allem, wenn es durch

enge Inselpassagen geht, muss man mit einer

Düse rechnen. Schlimm wird es aber nur bei Bora

kroatien -spe zial • hvar

20 8 2 0 1 2

21

Insel-Kalender 2012

5 . A p r i l

K r e u z p r o z e s s i o n

Gleichzeitiger Beginn in

Jelsa, Vrboska und Hvar.

Seit 500 Jahren unveränderter

Ablauf. Zählt zum

immateriellen Weltkulturerbe

der Unesco.

3 . – 7 . M a i

T h e a t e r t a g e

Zahlreiche Vorstellungen

im alten Theater sowie in

vielen anderen Spielstätten

der Inselhauptstadt.

1 5 . M a i – 1 5 . O k t o b e r

S o m m e r - F e s t i v a l s

Ein volles Kulturprogramm

mit internationalen Künstlern,

Musikern und Folklore-

Ensembles, allesamt in der

Stadt Hvar.

1 0 . M a i

H e i l i g e r P r o s p e r u s

Prozessionen, Kulturveranstaltungen,

dalmatinischer

Küchenwettbewerb – in der

Inselhauptstadt wird jedes

Jahr der Beginn der neuen

Saison gefeiert.

2 3 . / 2 4 . J u n i

L a v e n d e l - f e s t i v a l

Ätherisches Öl und diverse

andere Produkte aus Lavendel

haben auf der Insel eine

lange Tradition. In Velo

Grabje unweit der Hauptstadt

Hvar gibt es Konzerte

sowie Ausstellungen, Workshops

und Produkte rund

um die violette, intensiv

duftende Pflanze.

1 . J u l i – 3 1 . A u g u s t

S o m m e r s p i e l e

In Starigrad mehrmals in

der Woche zwischen 20

und 21.30 Uhr Konzerte

und Theateraufführungen –

und zwar stets unter freiem

Himmel, auf verschiedenen

Plätzen, Höfen und Straßen

der Stadt.

1 6 . A u g u s t

S t . - R o c h u s - F e s t

Folklore, Musik und Theater

in Starigrad zu Ehren des

Pestpatrons.

2 5 . A u g u s t

F a r o s M a r a t h o n

Internationaler Langstrecken-Schwimmwettbewerb

in Starigrad.

2 5 . / 2 6 . A u g u s t

W e i n f e s t

Konzerte, Folklore und Fest

in Jelsa.

2 . O k t o b e r

H e i l i g e r S t e f a n u s

Messe, Kulturveranstaltungen,

Prozessionen – auf

Hvar’s Straßen wird das

Ende der Saison gefeiert.

S

ie kommen im Sommer, jedes

Jahr, mit Yachten groß wie Fähren.

Prunkvoll glitzern Glas und

Edelstahl in der gleißenden

Sonne, ferngesteuert surren blank polierte

Gangways aus Heckgaragen. Flinke Stewards

in weißen Polohemden legen Fußmatten auf

die Marmorplatten der alten Hafenpier. Erst

dann treten die prominenten Bordgäste

durch die getönten Terrassentüren der klimatisierten

Salons: Prinz Harry, Roman Abramowitsch,

der König von Jordanien, Brad

Pitt, Bill Gates, Steven Spielberg, George

Clooney, die Klitschkos, Hugh Grant, Ralf

Schumacher. Noch viele weitere berühmte

Besucher der Stadt könne er aufzählen, wird

uns Georges Buj später erzählen. Buj ist Angestellter

des Tourismusbüros von Hvar.

Hvar gilt als das Saint-Tropez Kroatiens,

doch das hören die Einwohner nicht gerne.

„Hvar ist Hvar“, sagt Buj, „es ist schließlich

kein ehemaliges Fischerdorf. Vielmehr war

hier schon immer der Adel zu Hause und die

Kultur, auf Hvar wurde Politik gemacht und

Geschichte geschrieben. Außerdem hat die

Stadt eine lange Seefahrtstradition.“

„Hvar ist wie eine Gericht“, wagt Buj einen

Vergleich, „der Wassersporttourismus

ist die Hauptspeise, alles andere gibt es dazu.“

Und das sei ziemlich viel. „Wir haben

alles außer Sextourismus: Game Fishing,

Freeclimbing, Wanderwege, Tauchschulen,

Mountainbike-Touren, Partys, Geschichte,

FKK, Konzerte, Prozessionen.“

Doch ist Hvar deshalb gleich das Epizentrum

des kroatischen Tourismus, des internationalen

Jetsets, des Wassersports?

Wir wollen die Insel kennenlernen, nicht

nur den Ort. Unsere Yacht kommt aus der

Marina Kastela bei Split, dunkelblau, fünf

Jahre alt, und trägt den Namen „Anita“. Ein

Charterboot wie viele in der Region, lediglich

die Route ist eine andere. Keine Rundreise

inklusive Brac, Solta, Korcula und Vis,

nein, auf dem Törnplan steht nur Hvar.

Eine Woche für eine Insel, wird das nicht

langweilig? Gibt es da überhaupt genügend

Ziele? Kommt das Segeln nicht zu kurz?

Warum sollte man das tun? – Ein Grund

könnte sein, den Urlaub zu entschleunigen.

Kein gehetztes Abhaken vermeintlicher Revierhöhepunkte,

dafür mehr ruhiges

Einmal Hölle

und zurück.

vor dem Hauptort

liegt der

gleichnamige

Archipel.

Höllisch ist

dort aber nur

der Discolärm

f o to s : m . a m m e

D

Starigrad, Ort der Dichter und Denker. Eine der

ältesten Ansiedlungen des Landes. Im Hafen

findet sich selbst im Hochsommer ein freier Platz


22

kroatien-spe zial • hvar

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Blick über die Dächer von Hvar hinab auf den

Hafen. Fischerkähne liegen neben Megayachten,

draußen ankern Yachten und ein Kreuzfahrer

Dahintreiben. Um Plätze und Stimmungen

zu entdecken, die im Verborgenen liegen,

zumindest abseits der üblichen Durchreiseziele.

Und wer genau hinschaut, Seekarte

und Revierführer zur Hand, wird feststellen,

dass der Plan einer Inselumrundung von

Hvar vieles ist, nur nicht abwegig.

Die ersten Ziele sind gut 20 Seemeilen

von den nahe gelegenen Charterstützpunkten

der Küste entfernt, die Insel selbst ist

knapp 40 Seemeilen lang. Mit Einbuchtungen

und Kreuzschläge kommen auch auf

diesem Törn schnell 150 Seemeilen zusammen.

Rund Mallorca sind es kaum mehr.

Fünf Hafenorte, eine Marina in einer Naturbucht,

einige Anlegestellen sowie je nach

Revierhandbuch über 70 Buchten! Das sind

mehr Törnziele als auf Ibiza, Elba oder Menorca.

Warum, so die Gegenfrage, sollte Hvar

also nicht Törnziel sein?

T

ag eins der Reise, die Anfahrt vom Festland

führt zwischen den Inseln Solta

und Brac hindurch. Die kargen, felsigen Küsten

sind mit grüner Macchia bewachsen, die

Passage ist keine halbe Meile breit. Dahinter

muss „Anita“, eine Oceanis 393, an die Kreuz.

Der Wind pfeift im Hvarski-Kanal parallel

zur Küste aus Ostsüdost, die Sonne brennt,

das Ziel: Starigrad im Norden. Die letzten

Seemeilen führen gut geschützt in einen tiefen,

fjordartigen Einschnitt, Starogradski

Zaljev. Im Nordteil, dicht nebeneinander,

liegen weitere fünf Einschnitte, zusammen

Luka Tiha genannt.

Keine Straße führt hierher, die Buchten

sind einsam und unbebaut, das Wasser tief

und dunkelblau. Plätze wie diese – mal mit

schattigen Pinienbäumen, mal mit Felsplateaus

zum Sonnenbaden – gibt es viele rund

um Hvar. Ideale Badestopps, die abends zu

Privatbuchten werden. Inklusive sternenklarem

Nachthimmel, zirpenden Grillen und

dem Duft von Rosmarin in der Luft.

Wie fast überall im Inselrevier wird frei

geankert. Es gibt keine Muringbojen, keine

Naturschutzgebiete, kein Abkassieren am

Ankerplatz. Vor allem aber: Starigrad hat

auch in der Hochsaison um sechs Uhr

abends noch freie Liegeplätze.

Liegt das an der für Durchgangsreisende

ungünstigen Lage? Am Ort selbst, dem mit

2000 Einwohnern zweitgrößten auf Hvar,

kann es nicht liegen. Der ist wunderschön

und einer der ältesten Europas: gegründet

von Griechen der Insel Paros 384 v. Chr. Wir

Ankerplatz im Grünen in einer Bucht namens

Srhov Dolac weit im Osten der Inselsüdseite.

Hierher verirren sich nur selten Besucher

Hvar begeistert nicht zuletzt

aufgrund seiner Gegensätze.

Mal Touristenhochburg, mal

Rückzugsort für Künstler.

Mal Jetset-Marina,

mal Fischerdorf.

Mit dem Segelboot lässt

sich all das auf wunderbarste

Weise erkunden.

Hochsaison in der ACI-Marina von Palmizana

auf Sveti Klement, jenem Eiland, das gleich

gegenüber der Inselhauptstadt Hvar liegt

schlendern durch das Labyrinth aus Gassen,

bestaunen die Natursteinfassaden der Renaissancehäuser,

die museumsschöne Piazza

Skor, das Tvradalj-Wehrschloss des Dichters

Hektorovic. In einem Hinterhof treffen

wir auf einen Einheimischen, der aus Wurzelholz

Schiffsmodelle baut. Der Ort gilt

auch als Künstlertreff.

Tag zwei. „Ab jetzt machen wir’s immer

so wie gestern“, schlägt Crewmitglied Jan,

Lehrer aus Freising, vor. „Tagsüber segeln

und baden, dann fahren wir in einen Ort.“

Kein Problem, südlich des Westzipfels von

Hvar, ganz dicht unter der Küste, liegt eine

Inselkette: die Höllen-Eilande, sie erstrecken

sich über rund fünf Seemeilen. Eine ideale

Badestelle in Sichtweite der Stadt Hvar.

Es gibt auf den Felsen weder einen Ort

noch Autos oder permanente Bewohner.

Das heißt aber nicht, dass hier nichts los sei.

Auf der Nordseite liegt in der Bucht Palmizana

eine voll ausgestattete ACI-Marina, Ausweichhafen

für den chronisch überfüllten

Stadthafen auf der Hauptinsel gleich gegenüber.

Im Osten des kleinen Archipels, quasi

umgeben vom Nichts, befindet sich das

„Carpe Diem“, eine der angesagtesten Discos

des Landes. Unter freiem Himmel dröhnt

House und R&B durch die Nacht bis herüber

zum Ankerplatz. Tagsüber verwandelt sich

das Ganze in eine Loungebar mit Pool. Im

Süden und in der Mitte des Inselgartens gibt

es mehrer Ankerbuchten, teils einsam, teils

mit Restaurant am Ufer.

Friedlich gleitet „Anita“ am Abend durch

die engen Passagen des Steinlabyrinths.

„Der Hafen von Hvar ist jetzt bestimmt schon

voll“, vermutet der Skipper. Die Wahl fällt daher

auf die Vela Garska westlich der Stadt,

eine „unbewohnte Bucht mit Ankerplätzen

auf 6 bis 12 Metern“, wie der Revierführer

verspricht. Doch plötzlich taucht Marko Pavieio

in seinem Motorboot vor unserem Bug

auf und grinst. Der junge Kroate – blonde

Locken, Koteletten, Unterlippenbart – reicht

uns eine seiner zehn nagelneuen Muringleinen.

Im hinteren Teil der Bucht sehen wir

eine kleine Steinpier und ein renoviertes

Haus, oben auf dem Hügel ein Schild: ‚Konoba

Marena Welcome’. „Ich habe mein Restaurant

gerade erst eröffnet“, sagt er. Wir sind

die einzigen Gäste an den rustikalen Holztischen.

Es gibt gegrilltes Gemüse und Sardellen

mit Kapern zur Vorspeise, wahlweise

Lamm oder Dorade zur Hauptspeise. „Sehr

gutes Essen“, findet Mitsegler Martin aus

f o to s : m . a m m e

Köln, „ein toller Laden, idyllisch gelegen,

sehr sympathisch.“

S

tadtbesuch Hvar. „Je reicher die Familien

waren, desto verzierter ist die Fassade“,

erzählt Jasna Bozdar beim Rundgang

durch die Stadt. „Die meisten Häuser sind

aus lokalem Kalkstein gebaut, manches auch

mit Marmor aus Brac“, weiß die Stadtführerin

in perfektem Deutsch zu berichten. Griechen,

Römer, Nertertjaner, Venezianer, Österreicher

– die Insel ist über die Jahrhunderte

in vielen Händen gewesen.

Unter der venezianischen Herrschaft

zwischen dem Ende des 13. und dem 18.

Jahrhundert erlebte Hvar seine Blütezeit,

wurde Hauptstadt, wichtige Hafenstadt,

Transitzentrum. Immer wieder gab es Auseinandersetzungen

zwischen Volk und Adel,

erst 1610 kam es zu einem dauerhaften Friedensabkommen,

„dabei wurde auch der Bau

eines der ersten, öffentlichen Volkstheater in

Europa beschlossen“, berichtet Bozdar.

Wir bestaunen von der hoch über der

Stadt gelegenen Festung Spanjol aus den

Blick über die Altstadt, den Hafen und die

Hölleninseln. Dann treffen wir Georges Buj

vom Fremdenverkehrsamt, schlendern zusammen

durch die vollen Gassen und über

den mit weißen Marmorplatten gepflasterten

Hauptplatz des Ortes, Trg Sv. Stjepana,

den größten Dalmatiens. „Für die Weiterentwicklung

des Tourismus mussten die Stadtväter

erst das Wasserproblem lösen“, erzählt

Buj. „Seit den 60er Jahren fließt das Trinkwasser

durch eine Leitung vom Festland.“ So

kann die Insel heute jährlich etwa 450.000

Besucher versorgen, „43 Prozent davon

kommen im August.“

Auf der Hafenpromenade, im Schatten

mächtiger Palmen, blicken wir auf die vollbesetzte

Pier: historische Motorsegler im

Päckchen, protzige Motoryachten, Masten

dicht an dicht, eine Katamaranfähre, dazu

Fischer- und Ausflugsboote. „Wir wollen ein

öffentlicher Hafen bleiben mit einem Mix

aus großen und kleinen Booten, bei uns wird

keiner bevorzugt“, sagt Hafenmager Ante

Buzolic vom Nauticki Centar Hvar. „Das Beste

an unserem Hafen ist das klare Wasser

und der gut haltende Ankergrund“, erklärt

der sportliche 31-Jährige.

Einen Tipp hat er noch: „In der Hochsaison

bekommt man am besten gegen zwölf

Uhr mittags einen Liegeplatz. Ist alles voll,

gibt es gegenüber 21 Muringbojen und den

Ankerplatz vor dem Hafen.“ Der ist kostenpflichtig:

100 Kuna (etwa 13 Euro) für zwölf

Meter. Ein Platz im Hafen kostet 500 Kuna,

ganzjährig. Als Ankerlieger darf man seinen

Müll entsorgen – „eines unserer größten Probleme“,

so Buzolic – und an der Pier Wasser

bunkern.

Tag vier und fünf der Reise gehören der

schmalen, langgezogenen Osthälfte der Insel.

Die Buchten sind offener und nicht mehr

so tief in das wuchtige, bis über 600 Meter

hohe Felsmassiv der Insel eingeschnitten.

Wir stoppen in Srhov Dolac, einer Bucht

mit türkisblauem Wasser, kleiner Steinmole,

einem Dutzend Häuser und noch mehr Fischerbooten.

Es ist ruhig und grün, auf der

Terrasse eines nur halb fertigen Hauses sitzt

eine Fischerfamilie beim Mittagessen. Wir

baden, sonnen und genießen eine Ankerbucht

ganz für uns alleine.

Ähnlich auch die Stimmung in der Pokrivenik,

nur ein paar Inselkenner verirren


24

kroatien-spe zial • hvar

kroatien -spe zial • hvar

8 2 0 1 2 8 2 0 1 2

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Etappenziele für die Inselrunde

1 S t i n i v a

Schöne Badebucht mit Kiesstrand,

15 Häusern, einem

Ferienapartment, einer Konoba

(landestypisches Lokal)

und einer Kirche. Praktisch:

Man kann an einer Steinpier

festmachen und von dort

direkt ins Wasser springen.

2 L u k a T i h a

Geschützt im Golf von Starigrad

gelegen. Fünf Einbuchtungen

mit Ankerplätzen in

einsamer, unbebauter Umgebung

drei Seemeilen vom Ort

entfernt. Vorsicht: Seeigel an

den felsigen Ufern!

3 S t a r i g r a d

Liegeplätze (Muringleinen, Strom und Wasser)

entlang der schönen, mit Grünstreifen und

jungen Palmen verzierten Hafenpier. Kleine

Altstadt mit mehreren Restaurants, Markt und

Supermarkt. Der Ort, zugleich Künstlertreff der

Insel, hat sich eine entspannte und einheimische

Atmosphäre bewahrt.

4 V r b o s k a

Festmachen an der Stadtpier

oder in der kleinen (und

teureren) ACI-Marina mit

modernem Clubhaus. Hübsch

gelegen am Ende eines langen

Meeresarms sind beide. Die

alte Stadt mit vielen Barockund

Renaissancehäusern ist

ein ruhiger Ferienort mit

langer Fischereitradition.

5 J e l s a

Das quadratische Hafenbecken

bietet nur im Nordteil

Platz für Besucheryachten. Es

gibt einige Badestrände in der

Umgebung, viele Touristenunterkünfte

und reichlich

Gastronomiebetriebe. Buntes

Treiben rund um den Hafen

und in den Gassen.

Charteryacht

bei für‘s Revier

typisch

lauem Wind,

im Hintergrund

der

Leuchtturm

an der Ostspitze

von

Hvar nahe

der Ortschaft

Sucuraj

1 Stinivar

2

Luka Tiha

6 V e l a G a r s k a

Neu und noch in keinem Revierführer

enthalten: Marko

Pavieió hat in dieser Bucht die

Konoba „Marena“ eröffnet.

Zehn Murings inklusive Landleinenverbindung

sind vorhanden.

Der junge Kroate offeriert

landestypische Küche

zu fairen Preisen.

N

2 sm

7

Sveti Klement

Vela Garska

8 Marinkovac

9 Hvar

Hvar, knapp 68 Kilometer lang und im westlichen

Teil rund zehn Kilometer breit. Die Mehrzahl der

guten und sicheren Häfen und Buchten liegt an der

vor Bora geschützten Südküste

6

Milna

10 Zarace

3

Stari Grad

4 Vrboska

Hvar

5 Jelsa

Zavala

11 Lovisce

Abseits der Inselhauptstadt finden Crews selbst in der Hochsasion problemlos

einen wenig besuchten Platz – mal in einer Bucht, mal auf einer Insel

und mal in einem alten Fischerdorf. Wir zeigen Ihnen die schönsten Plätze

12 Pokrivenik

13 Srhov Dolac

14 Sucuraj

Scedro

7 T a r s c e / S v. K l e m e n t

Nur eine von vielen Ankerplätzen

auf den Hölleninseln

vor Hvar. Schön sind die Steinplateaus

zum Sonnenbaden

und der kurze Fußmarsch zur

idyllisch im Inselinneren gelegenen

und von Weinfeldern

und Olivenbäumen umgebenen

Konoba „Dionis“.

8 M a r i n k o v a c

Beliebter Ankerplatz inmitten

kleiner Inseln. Achtung: Strömungen

und reichlich Bootsverkehr!

An Land gibt es zwei

Restaurants, auf der anderen

Seite der kleinen Insel befindet

sich die Freiluftdisco „Carpe

Diem“.

9 H v a r

Sonnenschirme, Caféhausstühle und riesige

Palmen schmücken die mit alten Marmorplatten

geflieste Hafenpier. Die Liegeplätze

davor sind fast immer proppevoll. Im August

verstopfen zudem Megayachten das Hafenbecken,

der Ort ist beim Jetset beliebt. Trotzdem:

Der große Hauptplatz, die engen Gassen,

der Blick von der Festung – Hvar ist eine der

Perlen der Adria und ein Besuch hier ist Pflicht.

10 Z a r a c e

Der kleine Ankerplatz wird

von einer weit ins Meer

ragenden Felsformation wie

von einem Wellenbrecher

geschützt. Die Umgebung der

kargen Hänge zieren Weinfelder,

es gibt einen Kiesstrand,

drei Restaurants und viel

Ruhe in schöner Umgebung.

f o to s : m . a m m e ; k a rt e : yacht

11 L o v i s c e / S c e d r o

Ideales Ausweichziel auf dem

Nachbareiland, wenn bei Südwind

die offenen Buchten der

Südküste von Hvar unbrauchbar

werden. Die Bucht ist oft

gut gefüllt, an den Ufern von

zwei der drei Einbuchtungen

stehen urige Restaurants, ansonsten

viel Natur.

12 P o k r i v e n i k

Eingerahmt von hohen Felswänden

gibt es am Eingang

der Bucht ein kleines Hotel. Im

hinteren Teil, wo auch ein

schöner Kiesstrand ist, zudem

ein kleines Restaurant. Freies

Ankern über türkis leuchtendem

Wasser.

13 S r h o v D o l a c

Noch ein Badestopp: Ankern

in der Fischerbucht vor einem

kleinen Kiesstrand. Vorsicht,

die Pier ist für Kielboote wegen

großer Felsvorsprünge

nicht geeignet.

14 S u c u r a j

An der kleinen Holzsteganlage

neben dem Fähranleger wird

längsseits festgemacht. Zwar

sorgt die Autofähre gelegentlich

für etwas Unruhe. Sonst

aber ist der kleine Ort urgemütlich.

Ein kurzer Spaziergang

führt zum Leuchtturm

am Ostzipfel von Hvar.


26

kroatien-spe zial • hvar

8 2 0 1 2

sich an den schönen Kiesstrand im Scheitel

der Bucht. In der steil aufsteigenden Felswand

des Westufers kann man durch eine

riesige Höhle kraxeln und im Restaurant nebenan

mit Blick über die Bucht zu Mittag

essen. „Kaum zu glauben, dass Hochsaison

ist“, findet Jan in Anbetracht der Stille.

Sichere Liegeplätze gibt es auch auf dem

langen Weg um die Ostspitze. Beliebt

sind die Buchten und Restaurants auf Scedro,

auf der zwei Seemeilen vor der Küste

Hvars gelegenen kleinen Nachbarinsel. Oder

der Hafen von Sucuray direkt an der Ostspitze

neben dem Leuchtturm. Hier kommen

die Autofähren vom nahen Festland an, der

Ort ist aber mehr als die in Reiseführern beschriebene

Durchgangsstation. Rot gedeckte

Natursteinhäuser, Restaurants, ein Supermarkt,

ein kleiner Platz, schattige Palmen,

viele bunte Fischerboote und eine kleine

Holzsteganlage mit Wasser und Strom für

Besucheryachten machen den Ort „sehr gemütlich“,

wie Martin findet.

Vrboska oder Jelsa? „Keine Frage“, hatte

Georges Buj uns mit auf den Weg gegeben,

„Vrboska nennen wir auch ‚Klein Venedig’,

da ziehe ich später hin, wenn ich meine Ruhe

haben will.“ Wir tuckern durch einen engen

Einschnitt an einer ACI-Marina vorbei

bis in den Stadthafen, bekommen eine Muringleine

zugewiesen, spazieren über kleine

Brücken vom Nord- zum Südufer und zurück

und bestaunen die massive Festungskirche

Sv. Lovro, ein Renaissancebau zum

Schutz gegen die Türken. Die hatten den Ort

1571 bei einem Angriff zerstört.

Für den letzten Tag mieten wir Motorroller

und knattern über kurvige Gebirgsstraßen.

Vorbei an verschlafenen Ortschaften,

Weinfeldern, Orangenbäumen und Zypressen.

An einem Verkaufsstand am Straßenrand

kaufen wir Rosmarinöl, Lavendelseife

und eine Flasche Faros, den inseleigenen

Rotwein der Südhänge. Die Luft duftet abwechselnd

nach Thymian und Salbei, weiter

geht die Fahrt vorbei an Olivenplantagen,

Schafsherden und Feigenbäumen.

Zwischendurch öffnet sich immer wieder

mal der Blick über die grüne Insel hinweg

auf das tiefblaue Meer. Wir entdecken

noch mehr einsame Buchten und halten

später auch im Touristenort Jelsa – allesamt

Ziele für den nächsten Hvar-Törn.

michael amme

d a s r e v i e r

Hvar ist eine der vier großen

Inseln Süddalmatiens und

liegt südöstlich von Split. Auf

dem Weg dorthin bieten sich

Stopps auf Solta (Stomorska)

und Brac (Milna) an.

C h a r t e r

Rund um Split und Trogir

gibt es zahlreiche Charterstützpunkte.

Unsere Oceanis

393 kam von dem erst 2011

gegründeten Flottenbetreiber

Navigare Adria, der ab

Kastela bei Split 23 Yachten

verchartert und eine von

sechs Bestsail-Basen in Kroatien

ist. Preis: 1500 bis 2700

Euro/Woche, je nach Saison.

Das Komfortpaket (Endreinigung,

Bettwäsche, Außenborder,

Schnorchelset, Gas)

kostet 130 Euro, die Touristensteuer

1 Euro/Tag und

Person. Buchbar über

törn-infos

Barone Yachting, www.barone.de,

Tel. 0761/380630,

sowie alle Bestsail-Agenturen,

www.bestsail.de.

°C 10 15 20 25 30

Mai 10

Juni

Juli

Aug.

Sept.

5

5

5

5

Tagestemp. Wassertemp. Regentage

I n f o s : w w w . t z h v a r . h r , w w w . h v a r i n f o . c o m

W i n d & W e t t e r

2718 Sonnenstunden im

Jahr! Achtung, die Bora

kann vom Biokovo-Gebirge

gegenüber mitunter heftig

an der Nordküste der Insel

aufschlagen. Und in der

Meerenge zwischen Brac

und Hvar kommt es zu Düseneffekten.

Im Sommer

häufig nur leichte Thermik.

H ä f e n & A n k e r p l ä t z e

Es gibt fünf Stadthäfen, zwei

ACI-Marinas, eine Handvoll

Anlegestellen und rund 70

Buchten. Einige davon mit

Muringleinen vor Restaurants,

sonst freies Ankern

(bis auf Hvar kostenlos). Für

ein 12-Meter-Schiff kostet die

Nacht in den ACI-Marinas

und in Hvar ca. 68 Euro, in

den Stadthäfen ca. 32 Euro.

B ü c h e r & S e e k a r t e n

„Küstenhandbuch Kroatien

und Slowenien“, B. Müller/J.

Strassburger, 29,90 Euro,

Delius Klasing; „Kroatien –

888 Häfen und Buchten“,

K.-H. Beständig, 29,90, Eigenverlag;

Delius-Klasing-

Sportbootkartensatz 8, 49,90

Euro, 59,90 Euro (digital).

f o to s : m . a m m e

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