Grundzüge der Außen- und Sicherheitspolitik Russlands unter ...

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Grundzüge der Außen- und Sicherheitspolitik Russlands unter ...

Putin-Unterstützer Dugin bedient so eine sichtlich vorhandene Nachfrage

auf dem postsowjetischen „Markt der Weltanschauungen“. Ursprünglich

als extremistisch geltende Auffassungen wurden in der

unter Putin maßgeblich vom Kreml-Establishment bestimmten – Hauptströmung

der russischen sicherheitspolitischen Diskussion allmählich

hoffähig. Mit anderen Worten: Dugin hat sich seit den 1990er Jahren

durchaus nicht vom Rand ins Zentrum des russischen Diskurses bewegt

– stattdessen kam dieses Zentrum Dugin entgegen. 65 Andreas Umland

zufolge ist die „Auseinandersetzung mit dem Inhalt sowie der Verbreitung

und Rezeption von Dugins eigenartigen Ideen bereits seit geraumer

Zeit für einen adäquaten Zugang zum Mainstream des heutigen

russischen politischen, wissenschaftlichen und kulturellen Lebens relevant“.

Dugin habe eine reale Chance, „die desorientierte kulturelle, akademische

und politische russische Elite auf den Weg einer neuen radikal

antiwestlichen Utopie zu lenken.“ 66 Dugin berichtete selbst nicht ohne

Stolz vom Eindringen eura-sischer Ideen in die Programmatik und

politische Praxis vieler Parteien, Gruppierungen und Spitzenpolitiker. 67

Der zunehmende Einfluss des Neoeurasismus auf die russische Außenund

Sicherheitspolitik ist denn auch unverkennbar.

65 Vgl. Umland, Andreas: Intellektueller Rechtsextremismus im postsowjetischen

Rußland: Der Fall Aleksandr Dugin. In: Berliner Debatte Initial, 6/2006, S. 33-43, v. a.

S. 36ff.

66 Umland, Andreas: Kulturhegemoniale Strategien der russischen extremen Rechten.

Die Verbindung von faschistischer Ideologie und metapolitischer Taktik im

„Neoeurasismus“ des Aleksandr Dugin. In: Österreichische Zeitschrift für Politikwissenschaft,

4/2004, S. 437-454, v. a. S. 440f, 447.

67 Dugin, Aleksandr: Evrazijskaja platforma. Nacional’naja ideja javljaetsja iz živogo

čreva istorii (Die Eurasische Plattform. Eine nationale Idee entspringt dem lebenden

Mutterleib der Geschichte). In: Nezavisimaja gazeta, 15.11.2000, , abgerufen am 2.9.2008.

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