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Ausgabe 12 als PDF-Datei (936 KB) - forumKirche

Nummer 12

7. Juni 2009

bis 20. Juni 2009

Pfarreiblatt der Bistumskantone Schaffhausen und Thurgau

Kunst

in Schweizer Klöstern


Kunst in Schweizer Klöstern

Titelbild: Schwester Luzia Güller, fotografiert von Petra Mühlhäuser

Editorial

In unserer Redaktion befindet sich

ein Schatz von besonderem Wert.

Ein grossformatiges, in Leder eingebundenes,

mehrere Kilo schweres

Graduale. Ein Choralbuch, in

welchem in alter Notation – mit

Symbolen und Zeichen – sämtliche

gregorianische Gesänge und Mess -

texte aufgeführt sind. Angefertigt

wahrscheinlich im 13. Jahrhundert

von Schwestern des Klosters St.

Katharinental, mit Goldschmiede -

arbeiten, die vermutlich aus der

Stadt Konstanz stammen.

Ein uraltes Werk. Geschaffen in unzähligen

Stunden des Gebets, voller

Hingabe, erfüllt von Spiritualität.

Ein Werk, das nicht dazu gedacht

war, in Königshäusern aufzuliegen.

Sondern einzig dafür, die Messe zu

verinnerlichen, zu umrahmen, zu

gestalten. Wenn ich das Graduale

sehe, muss ich an Bach denken,

den grossen Musiker, der einige

Jahrhunderte später in seinen Passionen

metaphysische Ergriffenheit

ausdrückte und die meisten seiner

Kompositionen einfach mit dem

Kürzel s.d.g. unterzeichnete: Soli

deo gloria – Gott allein die Ehre!

Diese Bescheidenheit und Demut

von Seiten eines Künstlers, einer

Künstlerin, sind auch heute noch

zu finden. Ora et labora – bete und

arbeite – so lautet die traditionelle

Losung der Klöster. Und manchmal

ist noch eine zweite denkbar:

Suche Gott, und verleihe dieser

Suche künstlerischen Ausdruck! In

zahlreichen Schweizer Klöstern lebt

bis heute nicht nur der Geist des

Graduale und der Evangeliare, sondern

auch der Geist der Kunst.

Schweizer Ordensleute malen,

zeichnen, nähen, modellieren und

komponieren. Einige von ihnen, aus

den Klöstern Eschenbach, Engelberg

und der Ordensgemeinschaft

der Baldegger Schwestern, werden

in dieser Ausgabe mit ihrem Wirken

und ihren Werken vorgestellt. Ihre

Biografien sind ebenso unterschiedlich

wie ihre Talente. Aber eines

ist gemein: Die Liebe zum

künstlerischen Schaffen, aus einer

Haltung der Freude am Glauben zu

Gott.

Ausschnitte aus dem Lebensteppich

«Kunst ist für mich Ausdruck meines Lebens», sagt

Schwester Ruth Nussbaumer. Ihre Mitschwester Luzia

Güller sagt es ganz kurz: «Kunst ist für mich Freude.»

Schwester Ruth stimmt zu: «Ja, das muss man schreiben»,

und lacht herzlich. «Sie ist eine Freuden-Tablet -

te.» Die beiden sind Klosterfrauen in der Zisterzienserinnenabtei

Eschenbach LU, beide arbeiten in der Paramentenwerkstatt

eng zusammen, beide sind

Malerinnen. Und sie sind Freundinnen.

Kunst hat Tradition in Eschenbach: Immer wieder können

begabte Schwestern die Hochschule für Gestaltung und

Kunst Luzern absolvieren, um das Gelernte danach in die

Paramentenherstellung und das Bemalen von Osterkerzen

einzubringen. So auch Ruth Nussbaumer und Luzia

Güller. Messgewänder und Stolen werden in Einzelanfertigung

hergestellt – «Haute Couture», wie Schwester Ruth

sagt. Sie ist für den Entwurf der Stolen und Gewänder zuständig,

Schwester Luzia mischt die Farben für das Bemalen

der einige Meter langen seidenen Kettfäden. Nach

einer Prozedur mit mehreren Bädern, Spannen und Fixieren,

kann gewoben werden.

Daneben bleibt Zeit für die eigene künstlerische Betätigung.

Zumindest morgens früh in der Betrachtungszeit.

Malen als Betrachtung? Schwester Luzia holt eine Kunstkarte

von einem abstrakten blau-grünen Bild, in das auch

Stoffstücke eingearbeitet sind. «Vertrauen im Sturm»

heisst das Werk. In der Kirche sei das Evangelium vom

Gang auf dem See gelesen worden, erzählt sie, in dem

Petrus so lange auf dem Wasser gehen kann, bis er es

mit der Angst zu tun bekommt. «Der Text hat mich so berührt,

dass ich gleich dieses Bild malen musste.» Es lässt

unschwer eine bewegte Wasseroberfläche erkennen,

doch dahinter steckt mehr. Blau beruhige, sagt Schwester

Luzia, sei für sie die Farbe des Vertrauens. «Ich brauche

kein Schiffli», sagt sie. Sie malt nicht den Text, sondern

was der Text in ihr auslöst.

Kunst voller Farben: «Schöpferisch zu arbeiten ist etwas

Göttliches.»

Bilder: Petra Mühlhäuser

Zwei Klosterfrauen sind eng befreundet –

«Es malt»

Oder besser gesagt: «Es malt», wie

sie sagt. Klar gehörten das Können,

die Fertigkeit zu einem solchen

Werk, sagt Schwester Ruth, aber ein

Anteil sei immer auch die Inspiration,

die nicht erklärbar sei: «Schöpferisch

zu arbeiten ist etwas Göttliches.»

Beide lassen sich immer wieder neu

von den Texten aus Messe oder

Chorgebet anregen. «Jeder Text ist

jeden Tag anders», sagt Schwester

Ruth – weil wir nicht immer gleich

sind. Ora et labora – bete und arbeite.

Die beiden Klosterfrauen tun

beides zugleich, wenn sie malen. Bei

Schwester Ruth finden sich auch immer

wieder Bibelstellen und Gebete,

die ganz buchstäblich einem Bild zugrunde

liegen, seinen Hintergrund

bilden.

«Antennen Gottes»

Immer wieder finden sich Stoffstücke

in den Werken der beiden

Frauen und zeigen, dass ihre Haupttätigkeit

mit Textilien zu tun hat.

«Ausschnitte aus dem Lebensteppich»

seien ihre Werke, sagt Schwester

Ruth. Im Laufe des Gesprächs

wird die Journalistin grosszügig eingedeckt

mit Bildern aus der Paramentenwerkstatt,

Kunstkarten, ei-

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Kunst in Schweizer Klöstern

und malen gemeinsam

Schwester Ruth

Nussbaumer

(rechts) und ihre

Mitschwester

Luzia Güller

(links): «Kunst

ist für uns eine

Freude!»

nem Seiden-Muster – zur Erinnerung beim Schreiben,

sagt Schwester Ruth. Die Bilder, die derzeit fast alle verkauft

sind, sind nicht einfach nur schön, sondern gründen

tief, sind nicht für eilige Betrachter gedacht, sondern

eher zum Meditieren. Sie zeugen vom Suchen der beiden

Frauen. In ihnen steckt vielleicht auch so etwas wie Mystik.

Und viel Leben: Schwester Luzia malt immer wieder

Blumen. «Antennen Gottes» seien das, sagt sie, wie sie

so aus der braunen Erde kommen.

Auch bei Schwester Ruth geht es nicht immer abstrakt

zu. Viele kleine Bilder ergeben zusammen so etwas wie

ein gezeichnetes Tagebuch. Ulkige Gesichter aus wenigen

Strichen finden sich da, Karikaturen fast, dann wieder

Zufallsausschnitte wie von einem versehentlich ausgelösten

Fotoapparat – «Pauseföteli», wie Schwester

Ruth sagt. Sie deutet auf eine Reihe von Bildchen und erklärt,

sie würden die Hochzeit von Roger Federer darstellen.

Roger Federer? Kennt sie den? Schwester Ruth

winkt ab. Jeder kenne den, es habe sie einfach beschäftigt,

dass er geheiratet haben. An einer anderen Stelle

haben auch dunkle, schwierige Passagen ihre Spuren

hinterlassen. «Sie dokumentiert gerne», sagt Schwester

Luzia über ihre Mitschwester, «und sie ist graphisch

stark.» Sie selber hingegen sei eher der «Labortyp», der

an Farben tüftelt, die Planerin.

Arbeiten «wie in einer Kirche»

Eine spricht für die andere, die andere pflichtet bei. Ein

eingespieltes Gespann. Wenn sie die Fäden für ein

Messgewand bemalen, müssen sie früh morgens beginnen

und zu zweit den ganzen Tag daran arbeiten, weil

man nicht einfach abbrechen und am folgenden Tag

weiterfahren kann. «Dann arbeiten

wir wie in einer Kirche, ohne zu sprechen»,

sagt Schwester Luzia. Die

eine beginnt mit der Vorder-, die andere

mit der Rückseite. Es kommt

vor, dass Aussenstehende am Ende

nicht sehen, wo sie sich getroffen

haben.

Einmal im Jahr gehen die beiden

Frauen zusammen für zwei Wochen

zum Malen ins Karmelkloster in Develier

JU. Danach machen sie eine

kleine Ausstellung für ihre Mitschwestern.

Die Schwestern würden rege

Anteil nehmen an ihrer Tätigkeit, erzählen

sie. Zum Beispiel Schwester

Stefanie. Wenn sie von der 92-jährigen

Klosterfrau erzählen, sprudelt es

nur so aus den beiden heraus: Sie

komme auch immer wieder schauen,

wie es mit der Stola oder dem

Messgewand stehe, das gerade in

Arbeit sei.

Reicher als ein Millionär

Geradezu begeistert erzählen die

beiden von ihrer Arbeit und vom Leben

im Kloster. «Für mich ist es mit

den Jahren immer schöner geworden

im Kloster», sagt Schwester Luzia.

Sie war zuvor Handarbeitslehrerin

und trat mit 28 Jahren ein, 1964

war das, nachdem sie lange mit sich

gerungen hatte. Am Anfang sei es

schwierig gewesen. Sie sei die

Frechste von allen gewesen, sagt

sie, eine Rebellin. Als Schwester

Ruth dazu kam, habe sie sich gefreut,

denn die sei auch eine Rebellin.

«Ich will glücklich in den Himmel

kommen, nicht kaputt», sagt

Schwes ter Ruth, die auch mal resolut

auf den Tisch klopft während des

Gesprächs. Auch im Kloster soll man

sich nicht verleugnen müssen. «Die

Gottsuche war stärker als alles andere»,

begründet Schwester Ruth ihren

Entscheid. Sie kam aus der Privatwirtschaft

und war 40, als sie

1991 eintrat. Sie vermisse nichts,

sagt sie und schwärmt von dem befreienden

Moment, als sie allen Besitz

aufgegeben hatte: «Da war ich

reicher, als wenn ich eine Million auf

der Bank gehabt hätte.»

Petra Mühlhäuser / Kipa

News

■ Demission eingereicht

Der 70-jährige Basler Bischofsvikar,

Hans Zünd, hat nach sieben Jahren

als Leiter des Bischofsvikariates

Pastoral im Bistum Basel und Mitglied

des Bischofsrates seine Demission

per Ende 2009 eingereicht.

Wie das Bistum Basel am Freitag,

15. Mai 2009, mitteilte, habe er angeboten,

einen seelsorgerlichen

Dienst im Bistum zu übernehmen.

■ Zulassung abgelehnt

Die Bioethik-Kommission der

Schweizer Bischofskonferenz lehnt

die Zulassung der Präimplantationsdiagnostik

(PID) ab. Einerseits soll

die in der Bundesverfassung verankerte

Würde des Menschen geschützt

werden, andererseits wird

genau diese durch das mit der PID

herbeigeführte ethisch unzulässige

Werturteil über «gesunde» und

«kranke» Embryonen schwer miss -

achtet.

■ Kirchenmesse angeboten

Die Kirchenmesse «Swisseglise»

wird zum Verkauf angeboten. Die

Genossenschaft «Messen Weinfelden»

ist mit Interessenten in der

Deutsch- und Westschweiz im Gespräch

– man sucht nun aktiv nach

Käufern. Entscheidend ist aber, ob

es gelingt, am neuen Standort die

Landeskirche mit ins Boot zu holen.

■ Wallfahrt angetreten

Zahlreiche Gläubige waren am

Pfingstmontag dem Aufruf der

Schweizer Bischöfe gefolgt und haben

im Kloster Einsiedeln an der

Wallfahrt für die Einheit der Kirche

teilgenommen. Bischof Kurt Koch

betonte in seiner Predigt, dass die

Menschen Einheit und Friede in der

Kirche nur empfangen und für sie

beten könnten.

■ Unrecht angeklagt

Zum 20. Jahrestag des Tiananmen-Massakers

hat Hong Kongs

Kardinal Joseph Zen Ze-Kiun die

chinesische Regierung zur Verantwortung

gerufen. Es sei traurig,

dass Peking das gewaltsame Vorgehen

gegen die Demonstranten

auf dem «Platz des himmlischen

Friedens» noch immer nicht als

«Irrtum und Verbrechen» anerkannt

habe.

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Kunst in Schweizer Klöstern

Zwei Seelen in der Künstlerbrust

Pater Eugin Bollin ist Benediktinermönch und Maler

Er hat immer gewusst: Ich bin Maler. Seit 1960 lebt

Pater Eugen Bollin (70) als Mönch im Benediktinerkloster

Engelberg. Seit 1970 ist er Zeichenlehrer an

der Stiftsschule des Klosters. Und seither arbeitet er

unermüdlich auch an eigenen Werken, die den «Klos -

ter-Kosmos» zum Thema haben. Denn die Malerei ist

«Ich fühle mich als Maler und die Theologie

war für mich eher begleitend.»

Bild: Josef Bossart

für ihn eine Aktualisierung des

monastischen Lebens mit allen

existierenden Facetten.

An der Klosterpforte empfängt ein

grossgewachsener Mann im schwarzen

Ordensgewand die Besucher:

Eugen Bollin. Auf dem Weg zum Atelier

im Dachgeschoss eines Flügels

der weitläufigen Klosteranlage sind

in den langen Gängen zahlreiche seiner

Werke zu sehen. Es sind Ölgemälde

in expressionistischem Stil,

figurative Kreidezeichnungen, abstrakte

Holzschnitte. Viele Werke

sind den zentralen Motiven gewidmet,

denen der Künstlermönch in

immer wieder neuen Anläufen unermüdlich

nachgeht: dem Durchgang,

dem Vorübergang, der Verwandlung.

Nach dem Eintritt ins Kloster Engelberg

im Jahre 1960, dem Studium

der Theologie und Philosophie in Einsiedeln

sowie der Priesterweihe im

Jahre 1965, wandte sich Eugen Bollin

besonders der Kunst zu. Denn eigentlich,

so sagt er heute, sei seine

innere Berufung immer die Malerei

gewesen: «Ich fühlte mich als Maler

und die Theologie war für mich eher

begleitend.» Eine erfolgreiche Auftragsausstellung

im letzten Sommer

in einem Hotel in Engelberg hat ihn

in den Augen vieler rehabilitiert: Zum

Thema «Frau mit Hut» stellte Eugen

Bollin rund 20 grossformatige figurative

Porträts aus. Jene Leute allerdings,

die eher seine abstrakten Arbeiten

schätzen, die in Museen und

Galerien vor allem der Innerschweiz

ausgestellt worden sind, seien eher

skeptisch gewesen, erzählt er. Doch

in seiner Brust leben wirklich zwei

künstlerische Seelen friedlich nebeneinander:

Der Realismus des Figura-

Des Lobes wegen

Die ehemalige Musiklehrerin und Baldegger Schwester Leonore komponiert

Als Heranwachsende verliess sie heimlich das Eisfeld,

wo der Schlittschuh-Kurs stattfand, und schlich in die

Engelberger Klosterkirche, um den Gesängen der

Mönche zu lauschen. Später studierte Marie-Cécile

Jenny am Konservatorium Luzern und an der Musikakademie

Zürich. Während mehr als 40 Jahren unterrichtete

sie Musik am Lehrerinnenseminar Baldegg

LU, wurde Dirigentin, mit der Zeit auch Komponistin.

1950 trat sie als Schwester Leonore der Ordensgemeinschaft

der Baldegger Schwestern bei.

Seit 1990 ist Schwester Leonore, ehemalige Musiklehrerin,

Dirigentin und Komponistin, pensioniert und wohnt in

Mariazell in einer kleinen Gemeinschaft von Baldegger

Schwestern. Als Musikerin ist sie noch immer gefragt: Sie

begleitet den Kirchengesang in der barocken Wallfahrtskapelle

mit der Orgel und leitet Streicher-Ensembles. Sie

gibt auch zwei jungen Laiensopranistinnen Gelegenheit

zum Singen.

«Wäre ich nicht ins Kloster gegangen, wäre ich wahrscheinlich

Lehrerin geworden, und dann vielleicht noch

Hausfrau», sagt Schwester Leonore, nachdem sie von einem

Jugend-Freund erzählt hat. Sie lacht ausgiebig. Später

im Gespräch ist die ehemalige Musiklehrerin dann

«Die Menschen sollen etwas von der Schönheit, der Grösse und Liebe erfahren.»

Bild: Barbara Ludwig

ganz ernst und bestätigt, dass gerade

das Kloster ihr ermöglicht habe,

die Musik zum Beruf zu machen.

«Das war mir damals nicht bewusst.

Ich ging wirklich ins Kloster, weil ich

das Gefühl hatte, ich bin berufen.»

Ihr Stil sei schwierig einzuordnen. Sie

zieht ein Buch mit dem Titel «Schweizer

Komponistinnen der Gegenwart»

(1985) hervor, das ihr und ihrem

Werk einige Seiten widmet. Vielleicht

könne man ihren Stil zur «Neuen Ein-

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Kunst in Schweizer Klöstern · Aus dem Bistum

Angenommene Versöhnung?

Was mich bewegt: Von Weihbischof Martin Gächter

tiven liege ihm ebenso sehr wie das Reduzierte des Abstrakten,

sagt er.

Immer Menschen aus Fleisch und Blut

Und deshalb malt er auch alle biblischen Szenen so, als

fänden sie mitten im Kloster statt – gleichsam als Aktualisierung

der Theologie: den Kreuzweg, Maria Magdalena,

Golgotha, die drei Frauen am Grab Jesu, die Auferstehung.

Und weil er stets nach Modellen arbeitet, kommen in seinen

Werken immer Menschen aus Fleisch und Blut aus

seinem Gesichtsfeld vor. Das kann auch eine Ballett-Tänzerin

sein – notabene eine Schülerin seines Malkurses –,

das sind ebenfalls Kinder, Mütter, junge Menschen. Oder

Engel, diese «Wesen, die den Menschen befreien»: Auch

sie hätten immer Züge von realen Menschen, sagt er.

Was geht nicht für einen Künstlermönch? «Es kann nicht

sein, dass ein Maler gleichsam wie ein weltlicher Mensch

hier im Kloster lebt – sozusagen als Pensionär.» Er habe

als Künstler gewisse Narrenfreiheiten, was die künstlerische

Darstellung angehe – «ich kann tanzende Engel darstellen»

–, nicht aber, wenn er hier im Atelier Menschen

skizziere oder male: Diese Freiheit müsse er auf stimmige

Weise verwalten, betont Eugen Bollin.

Josef Bossart / Kipa / red.

fachheit» zählen. Ihre Mitschwestern und die Schülerinnen

hätten jeweils festgestellt, dass man mehr üben

müsse, wenn es sich um eines ihrer Werke handle. Es

sei etwas Anderes, Neues. «Aber ich konnte doch nicht

nachromantisch komponieren», sagt die Musikerin mit

Nachdruck. Schwester Leonore hat vor allem Chorwerke

komponiert: liturgische Chormusik für das Stundengebet,

zahlreiche lateinische und deutsche Messgesänge. Daneben

aber auch etwas Instrumentalmusik für einzelne

Instrumente oder kleine Formationen.

Die Krise von 1968

Ursprünglich wollte Schwester Leonore Benediktinerin

werden. Aber es gab in der Schweiz kein benediktinisches

Frauenkloster mit einer grösseren Schule. Deshalb

entschied sie sich für das Kloster Baldegg mit seinem

grossen Ausbildungsangebot für junge Frauen. Es blieb

die Orientierung an Benedikt. Ihre Werke signierte sie

meist mit dem Pseudonym «Benedikt Lopwegen», des Lobes

wegen. Es beziehe sich auf die Aussage des Heiligen

Benedikts, wonach dem Gotteslob nichts vorzuziehen

sei. Schwester Leonore spricht – dabei zitiert sie den

Apostel Paulus – auch vom «Grossen, das Gott denen

bereitet hat, die ihn lieben»: «Ich möchte, dass die Menschen

im Gottesdienst etwas von dieser Schönheit,

Grösse und Liebe erfahren können, auch durch unsere

Musik.»

Barbara Ludwig / Kipa / red.

Die Rücknahme der Exkommunikation

der vier Bischöfe der Pius-

Bruderschaft durch Papst Benedikt

XVI. hat inner- und ausserhalb

unserer Kirche viel Aufregung und

Protest ausgelöst. Unterdessen ist

klar geworden, dass diese päpstliche

Rücknahme der Exkommunikation

keine Rehabilitation oder

Wiederaufnahme in die katholische

Kirche bedeutet, sondern

eine Einladung zum Gespräch, um

Missverständnisse und Gegensätze

zu überwinden.

Als im Jahr 1965 Papst Paul VI. die

Exkommunikation vom Jahr 1054

über die orthodoxe Kirche aufhob,

entstand dadurch noch nicht eine

Einheit mit der orthodoxen Kirche,

sondern es kam zu neuen Gesprächen

und besseren Beziehungen. Ob

jetzt solche offizielle Gespräche mit

der Pius-Bruderschaft stattfinden

und ob es zu einer Verständigung

kommt, weiss ich nicht. Doch die Bereitschaft

zur Versöhnung, ohne dass

das 2. Vatikanische Konzil verraten

wird, kann unserem Papst nicht verübelt

werden – im Gegenteil!

Diesen Willen zur Versöhnung kann

man in der katholischen Kirche nicht

nur gegenüber «Traditionalisten» beobachten,

sondern auch gegenüber

«Progressiven» und Befreiungstheologen.

Ich kenne den «Fall Küng» sehr

gut. Über 30 Bücher von Hans Küng

habe ich mit grossem Genuss und

Gewinn gelesen, auch wenn ich nicht

mit allem einverstanden bin. Zu seinen

bekannten Büchern «Christ

sein», «Kirche», «Unfehlbar?» haben

angesehene und aufgeschlossene

katholische Theologen Sammelbände

geschrieben, in denen sie ihre

Anfragen und die Lehre der Kirche

darlegten und auch auf Fehler aufmerksam

machten. Doch leider kam

es nie zu guten Gesprächen unter

den Theologen, auch nicht mit der

Römischen Glaubenskongregation.

Vielmehr hat Hans Küng seine Bücher

unverändert und unverbessert

neu drucken lassen und gegen Rom

polemisiert. Darauf hat die Römische

Glaubenskongregation im Dezember

Weihbischof Martin Gächter.

Bild: Bistum Basel

1979 erklärt, dass Hans Küng nicht

mehr offizieller Lehrer unserer katholischen

Kirche sein kann. Damit

wurde Hans Küng nicht exkommuniziert

und auch nicht suspendiert.

Vielmehr darf er weiterhin als katholischer

Priester wirken und predigen.

Er kann auch frei und ungestört reden

und schreiben – doch nur im eigenen

Namen, nicht mehr als offizieller

Lehrer der katholischen Kirche.

Viele Kenner des Falles finden

das eine grosszügige Haltung unserer

katholischen Kirche.

Auch darf nicht vergessen werden,

dass der Befreiungstheologe Jan

Sobrino von der katholischen Kirche

nur ermahnt, jedoch nicht verurteilt

wurde. Leonardo Boff hat im Jahre

1992 sein Ordensleben und Pries -

teramt leider aufgegeben und eine

geschiedene Frau geheiratet. Eugen

Drewermann ist 2005 sogar aus der

katholischen Kirche ausgetreten. Sie

alle wurden von der katholischen Kirche

nicht verstossen. Vielmehr hat

sie allen Gesprächs- und Versöhnungsbereitschaft

angeboten. Wann

wird diese angenommen? Wir dürfen

immer noch hoffen!

+ Martin Gächter,

Weihbischof des Bistums Basel

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Filmbesprechung

Die Verschwörung nicht für bare Münze nehmen

Die Verfilmung von Dan Browns «Illuminati» steckt voller historischer Ungenauigkeiten

Dan Browns Roman «Illuminati» ist unter dem Titel

«Angels and Demons» im Mai in den Schweizer Kinos

angelaufen. Wie in der ersten Verfilmung von «Da

Vinci Code» spielt Tom Hanks die Hauptrolle, den

Wissenschaftler Robert Langdon. Dieses Mal begibt

er sich nach Rom, um den Vatikan vor dem Untergang

zu retten.

Der Papst ist gestorben, vier Nachfolger stehen für das

Petrusamt parat – und am gleichen Tag, an dem das

Konklave beginnen soll, werden sie entführt und mit ihrer

öffentlichen Hinrichtung wird gedroht. Gleichzeitig mit

der Zerstörung des Vatikans um Punkt Mitternacht durch

ein Staubkorn so genannter «Antimaterie». Dahinter sollen

die Illuminati stecken, ein Geheimorden, der mit dem

Vatikan seit Jahrhunderten auf Kriegsfuss steht und nun

seine Rache vollenden will.

Vatikan: Gut für Verschwörungstheorien

In der kirchlichen Presse erhielt die Verfilmung bislang

vor allem Hohn und Spott: Über den Hang der Öffentlichkeit

zu Verschwörungen mokiert sich Historiker Andreas

Krummenacher im Berner pfarrblatt: Im Blick auf die

tausendste Hitler-Dokumentation aus dem Hause Guido

Knopp im ZDF sagen Zyniker: «Der Führer geht immer.»

Nicht schlecht seien auch der Vatikan, die katholische

Kirche überhaupt, natürliche Verschwörungstheorien und

Geheimorden – vorzugsweise Templer, Freimaurer und

neuerdings die Illuminaten. In Dan Browns neuester Ver-

Für Verschwörungstheorien taugt der Vatikan immer –

wie auch Geheimorden.

filmung werde die «grosse Kelle angerührt

und die oben genannten

Themen gleich allesamt in einen

Topf geworfen»: Ein Geniestreich.

Hitler käme zwar nicht vor, aber den

habe der Vatikan mit der Rehabilitierung

des Nazi-Bischofs Williamson

selbst ins Spiel gebracht.

Ein anderer Kritikpunkt, den viele

kirchliche Beobachter anmerken, ist

die oberflächliche Auseinandersetzung

zwischen Wissenschaft und

Glaube. Grundsätzlich hätte der Film

hier ein gutes Potential – ein wirklich

virulentes Thema –, schöpfe aber

dieses überhaupt nicht aus. Pater

Roland Trauffer bringt es im Interview

mit dem katholischen Mediendienst

auf den Punkt: Der Film

bleibe «im 17. Jahrhundert hängen»,

man merke nicht, «dass die Kirche

da sehr grosse Schritte gegenüber

der Wissenschaft unternommen

habe». Die moderne Problematik,

die sich im Hinblick auf die Bedeutung

der Evolutionstheorie ergebe,

komme überhaupt nicht zur Sprache.

Auch Christoph Schneider stellt

im Tagesanzeiger fest: Theologisch

gesehen bleibt der Film vollends auf

der Strecke: Die wenigen besinnlichen

Sätze, die der weise Zeremonienmeister

ausspricht, können

nicht mehr viel retten.

Und trotzdem kann die Verfilmung

für alle ein Ereignis bieten, die sich

unterhalten und amüsieren und

zweieinhalb Stunden Spannung erleben

wollen. Wenn sie nicht den Fehler

machen, die Gesamtheit der Andeutungen

und Anspielungen für

bare Münze zu nehmen.

Der Vatikan gab zwar keine Dreherlaubnis,

aber profitiert von der Anziehungskraft

seiner Kirchen und Keller, die

Schauplätze von Illuminati.

Papstwahl: Regeln und Rituale

Ein Detail am Rande ist, dass nicht

Galileo Galilei die Ellipsenform der

Planetenbahnen erkannte, sondern

Johannes Kepler, und dass Koper -

nikus nicht von der Kirche angeklagt

und hingerichtet wurde, sondern

vermutlich mit Giordano Bruno verwechselt

wird. Daneben kann es

interessant sein, zu erfahren, dass –

anders als der Film behauptet –

theoretisch jeder männliche, unverheiratete

Katholik zum Papst gewählt

werden kann, nicht nur anwesende

Kardinäle. Im Voraus festgelegte

Prefereti gibt es so nicht. Die

Favoriten für das Petrusamt werden

Papabile (zum Papst geeignet) genannt.

Die Variante, eine Person

durch Akklamation – plötzlichen gemeinsamen

Ausruf – zu wählen,

wurde vor 13 Jahren von Papst Johannes

Paul II. abgeschafft.

Wer über 80 ist, darf nicht mehr

wählen, aber immer noch gewählt

werden. Diese Regelung wurde zum

ersten Mal bei der Wahl von Papst

Johannes Paul I. 1978 angewendet.

Als dieser nach nur 33 Tagen im

Amt starb, wurde eine Obduktion

seines Leichnams von seiner Familie

wie auch vom Vatikan verweigert,

obwohl dies theoretisch möglich

wäre.

Der Camerlengo, der im Film als junger,

dynamischer und attraktiver

Mann auftritt, führt das Amt das

«Kämmerers» im Vatikan aus. Er ist

es, der den Tod eines Papstes offiziell

feststellt und auch tatsächlich

den Bleisiegel des Pontifikats zerbricht.

Nach Einschätzung von Pater

Roland-Bernhard Trauffer handelt es

sich beim Camerlengo immer um einen

Kardinal, meist um eine Persönlichkeit,

die für ihre Verdienste und

ihr langes Engagement ausgezeichnet

wurde, die eine objektive Haltung

einnimmt und eine gewisse

Weisheit ausstrahlt.

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Filmbesprechung

Um den Vatikan vor dem Untergang zu

retten, eilen der Wissenschaftler Robert

Langdon (Tom Hanks) und die Biophysikerin

Vittoria Vetra zu Hilfe.

Der Zeremonienmeister und der

Camerlengo: «Hier bildet der Film noch

einigermassen ab, wie man sich eine

menschliche Kirche und ihr Boden -

personal vorstellt.» (Pater Roland-

Bernhard Trauffer)

Bilder: movie-infos.net

Marathon durch die Ewige Stadt

Auch wenn der Vatikan keine Dreherlaubnis

gab und die meisten

Schauplätze daher nachgestellt werden

mussten, wird Angels & Demons

den Rom-Tourismus befeuern.

Die Ewige Stadt macht sich auf einen

Ansturm Neugieriger gefasst,

die zwischen Pantheon und Engelsburg

nach verborgenen Hinweisen

suchen möchten. Was schwierig

werden dürfte, da die meisten Symbole

und Zeichen des Films in der

Realität schlicht nicht existieren. Und

selbst wenn, bedeuten sie meist etwas

anderes, als Dan Brown glauben

machen will.

Die Verbindung einer Pyramide mit

einem Stern beispielsweise: Das

Zeichen, das der Wissenschaftler

Robert Langdon im Pantheon und

auf der Porta del Popolo sieht, stellt

in Wirklichkeit das Wappen von

Papst Alexander VII. dar, einem

grossen Freund der Kunst und der

Wissenschaften. Ebenso das Allsehende

Auge: Es handelt sich um ein

Zeichen für den allsehenden, drei -

faltigen Gott, das in zahlreichen Kirchen

zu finden ist, auch wenn es

von anderen Gruppen, wie den Freimaurern,

verwendet wird.

Die Taube auf dem Vierströmebrunnen

wird jedes Jahr von den Reinigungstruppen

der Stadt Rom entfernt

und wieder aufgesetzt, wechselt daher ihre Position

und kann schlecht als Wegweiser dienen. Und es

bleibt zu hoffen, dass rombegeisterte Besucher weniger

nach den Luftschläuchen im Wasser Ausschau halten

(die es nicht gibt), sondern das Meisterwerk des Hochbarocks

auf sich wirken lassen. Die vier Männerfiguren

am Brunnen symbolisieren die vier Flüsse, die zur Zeit

der Entstehung den vier bekannten Kontinenten zugeordnet

waren: Donau, Ganges, Nil und Rio de la Plata.

Ein bemerkenswerter Herrschaftsanspruch des Papstes

über die ganze damals bekannte Welt.

Fokus auf bedeutende Kunstwerke

Nicht zuletzt dafür, dass er eines der schönsten Kunstwerke

der Welt in den Mittelpunkt stellt, muss man dem

Film dankbar sein. Die Heilige Teresa, die der Bildhauer

Giovanni Lorenzo Bernini in 350cm aus weissem Marmor

geschaffen hat, ist im Augenblick ihrer Vision dargestellt.

Ein Engel durchbohrt mit dem Pfeil der göttlichen

Liebe ihr Herz. Wer die Musse hat, vor dieser Plastik zu

verweilen, ohne zu nächsten Station rennen zu müssen,

um einen Kardinal vor dem sicheren Tod zu bewahren,

kann sich von ihrer Autobiografie inspirieren lassen:

Die Ewige Stadt eignet sich nicht nur zur Schnitzeljagd von Kirche zu Kirche: Am

Vierströmebrunnen oder in der Kirche St. Maria della Vittoria lassen sich meisterhafte

Plastiken bewundern.

Bilder: public domain

«Unmittelbar neben mir sah ich einen Engel in vollkommener

körperlicher Gestalt. Der Engel war eher klein als

groß, sehr schön, und sein Antlitz leuchtete in solchem

Glanz, dass er zu jenen Engeln gehören musste, die

ganz vom Feuer göttlicher Liebe durchleuchtet sind (…)

In der Hand des Engels sah ich einen langen goldenen

Pfeil mit Feuer an der Spitze. Es schien mir, als stiesse

er ihn mehrmals in mein Herz, ich fühlte, wie das Eisen

mein Innerstes durchdrang, und als er ihn herauszog,

war mir, als nähme er mein Herz mit, und ich blieb erfüllt

von flammender Liebe zu Gott. Der Schmerz war so

stark, dass ich klagend aufschrie. Doch zugleich empfand

ich eine so unendliche Süsse, dass ich dem

Schmerz ewige Dauer wünschte. Es war nicht körperlicher,

sondern seelischer Schmerz, trotzdem er bis zu

einem gewissen Grade auch auf den Körper gewirkt hat;

süsseste Liebkosung, die der Seele von Gott werden

kann.»

Ann-Katrin Gässlein

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Flüchtlingssonntag · Leserbriefe

Vorurteile hinterfragen

Gemeinsamer Aufruf der Religionsgemeinschaften zum 20./21. Juni 2009

Flüchtlinge verlassen ihr Heimatland, weil es keinen anderen

Ausweg gibt. Dort werden sie verfolgt und ausgegrenzt. Viele

erleiden Unterdrückung, Gewalt und Folter. Deshalb liefern sie

sich einer ungewissen Zukunft in einem fremden Land aus, das

ihnen ein besseres Leben verheisst.

Die Schweiz nimmt Menschen auf, die Schutz brauchen. Alle

Flüchtlinge, die in der Schweiz um Asyl bitten, müssen sich einem

rechtlichen Verfahren unterziehen: In unserem Land ist gesetzlich

geregelt, welche Gründe für die Gewährung von Asyl ausreichen

und welche nicht. Wir konfrontieren Flüchtlinge jedoch oft mit noch

anderen Urteilen: Vorurteilen. Nicht selten sind Flüchtlinge dem

Generalverdacht ausgesetzt, sie seien kriminell oder wollten in

unserem Land nur profitieren.

Pauschale Urteile gegenüber Flüchtlingen sind diskriminierend. Sie

stehen nicht im Einklang mit der humanitären Tradition unseres

Landes, denjenigen Schutz zu gewähren, die ihn brauchen. Auch

wenn es Missbräuche gibt: Vorurteile stellen nicht die Menschen,

sondern deren Herkunft in den Vordergrund. Gemeinsam rufen wir

als Vertreter der Kirchen und Religionsgemeinschaften dazu auf,

Vorurteile gegenüber Flüchtlingen kritisch zu hinterfragen.

Zum Flüchtlingssonntag und Flüchtlingssabbat rufen wir auf: Verschliessen

wir unsere Herzen gegenüber Schutzbedürftigen nicht.

Respektieren wir Flüchtlinge als Menschen mit individuellen Schicksalen,

die mehr von uns erwarten dürfen als Verurteilung und Ablehnung.

Flüchtlingstag und Flüchtlingssonntag

Der nationale Flüchtlingstag möchte mit zahlreichen Aktionen

einen Beitrag leisten, Vorurteile der Schweizer Bevölkerung

gegenüber Asylsuchenden und Flüchtlingen abzubauen und die

Akzeptanz zu fördern. Am Samstag, 20. Juni 2009, finden

Aktionen in der ganzen Schweiz statt. Informationen dazu bietet

die Website www.fluechtlingstag.ch. Am Flüchtlingssonntag nehmen

die Pfarreien das Flüchtlingsopfer zugunsten der Caritas

Schweiz auf.

Bischof Dr. Kurt Koch, Vorsitzender der Schweizer Bischofskonferenz

Pfarrer Thomas Wipf, Ratspräsident Schweiz. Evang. Kirchenbund

Bistumsverweser Dr. Harald Rein, Christkatholische Kirche der Schweiz

Dr. Herbert Winter, Schweizerischer Israelitischer Gemeindebund

Vieles ist in der Schweiz anders: Beratung von CARITAS hilft Eltern in

Migrantenfamilien weiter.

Bild: Vera Markus, CARITAS Schweiz

Leserbriefe

Editorial, in forumKirche Nr. 7

Ihr Editorial hat mich insofern angesprochen, als es mir durch seine

Feinfühligkeit im Unterschied zu anderen Medienberichten auffiel.

Dennoch enthielt es eine nicht zu übersehende Rüge Richtung

Rom. Das ist nicht weiter schlimm, weil Sie sich immerhin bei

Afrika-Kennern informierten. Da habe ich allerdings meine Zweifel,

wie gut diese das ganze Spektrum berücksichtigen. Das Kondom

scheint ein Zaubermittel zu sein, um den Bevölkerungszuwachs zu

regulieren und zugleich die Ausbreitung von AIDS zu verhindern.

Von unserer Logik her sollte die Rechnung aufgehen, doch es gibt

da einige Wenn und Aber. Zum einen ist die Verteilung aufwändig,

noch heikler die richtige Lagerung bei den einzelnen Familien in

den Tropen und nicht zu vergessen das richtige Anziehen der

‚Dinger’! Doch die grösste Klippe wird sein, dass die (afrikanischen)

Männer den Gummi überhaupt akzeptieren, selbst wenn einer

HIV positiv ist. Es sei denn, er habe sich entschieden abgewandt

von seinem Fremdgehen und wolle seine Frau liebevoll vor

der An steckung schützen. Erst kürzlich habe ich von einem Afrikaner

gelesen, er habe viel mehr Achtung vor seiner Frau, seit er

mehr Rücksicht nehmen müsse auf sie.

Br. Vinzenz Rennhard OSB, St. Otmarsberg, Urnach

Vernissage – Freitag, 19. Juni 2009, 20 Uhr – Insel Werd/Eschenz

Erich Georg Gagesch

OTMAR – Vater der Armen

Otmar, der Erbauer und erste Abt des Klosters

St. Gallen, wurde von allen, die ihn kannten,

liebevoll «Vater der Armen» genannt. Seine Fürsorge

galt den Kranken. Er unterstützte die Armen,

nahm die Bedürftigen beim Kloster auf, baute ein Spital für

Aussätzige. Diese Werke der Barmherzigkeit führten zu seiner Verehrung.

Bis heute wird er besonders im Bodenseeraum verehrt.

Auf der Insel Werd, seinem Sterbeort, ist die Wallfahrt lebendig geblieben.

Der Seelsorgeverband Eschenz/Klingenzell/Mammern/Stein am

Rhein und die Franziskaner-Gemeinschaft Insel Werd laden Sie,

Ihre Familie und Freunde herzlich zur Buchpräsentation ein.

Einführende Worte: Pater Raphael Fässler, Franziskaner/Seel -

sorger, Claus Ullmann, Präsident Seelsorgeverband. Erich Georg

Gagesch berichtet über die Entstehung des Buches, stellt

Illustrationen vor und liest einige Ausschnitte. Weitere Programmgestaltung

durch den Kirchenchor St. Otmar. Apero ab 19 Uhr.

Am Sonntag, 21. Juni, 17 Uhr: Lesung und Buchvorstellung für

Kinder und Erwachsene auf der Insel Werd. Dauer: ca. 1 Stunde

8

forumKirche | 12-2009


Sprüche der Propheten

Hosea

Ich werde

für Israel da sein

wie der Tau,

damit es aufblüht

wie eine Lilie

und Wurzeln schlägt

wie der Libanon.

Hosea 14,6

Mit dem Buch Hosea behandeln wir

im forumKirche den zwölften und –

weil wir am Schluss begonnen haben

– den letzten Propheten aus dem

Zwölfprophetenbuch. Es handelt sich

um eine Sammlung kleinerer Schriften,

die auf einer einzigen Buchrolle

aufgeschrieben werden konnte. Mit

Daniel, Ezechiel und anderen werden

umfangreichere Werke folgen.

Hosea scheint zwischen 770 und

720 vor Christus gelebt zu haben. In

einer Zeit, die zwar politisch und wirtschaftlich

in der Blüte stand, in der

aber keine religiösen Erneuerungen

stattfanden. Deshalb sagt Gott zu

Hosea: «Nimm dir eine Kultdirne zur

Frau, und zeuge Dirnenkinder! Denn

das Land hat den Herrn verlassen

und ist zur Dirne geworden.» (1,2)

Trotzdem geschieht mit und durch

Hosea Neues auch im religiösen Bereich:

«(Liebe die untreue Frau) so,

wie der Herr die Söhne Israels liebt,

obwohl sie sich anderen Göttern zuwenden»

(3,1) oder «Als Israel jung

war, gewann ich ihn lieb» (11,1) oder

«Ich will ihre Untreue heilen und sie

aus lauter Grossmut wieder lieben»

(14,5). Mit Hosea tritt erstmals ein

Prophet auf, der die Beziehung Gottes

zu den Menschen als eine Liebesbeziehung

erfährt. Diese kann er

mit sehr feinen Bildern ausdrücken,

wie das Zitat Hosea 14,6 zeigt.

Text und Bild: Adrian Müller

forumKirche | 12-2009 25


Kirche Schweiz · Kirche ohne Grenzen

Leitung der Pastoralräume

Antrag der Luzerner Kirchgemeindepräsidentinnen

und -präsidenten

Eine Patenschaft für

«Gruppe Adottandi»

Die Luzerner Kirchenräte wollen

die künftigen Pastoralraum-Leitungen

durch die staatskirchenrechtlichen

Instanzen wählen lassen

und damit als Anstellungsbehörde

wahrgenommen werden; so, wie

das heute bei den Pfarrern und Gemeindeleitungen

geschieht. Ihre

Präsidentinnen und Präsidenten

fordern, die Landeskirche solle die

Voraussetzungen dafür schaffen.

Das geht aus einem Communiqué

der römisch-katholischen Landeskirche

des Kantons Luzern hervor.

Die Pastoralräume – mehrere zusammenarbeitende

Pfarreien – sind

die künftigen organisatorischen Einheiten

in der Seelsorge im Bistum

Basel und Teil des Pastoralen Entwicklungsplans

(PEP). Vorgesehen

ist bisher, dass der Bischof die Pas -

toralraum-Leitungen abschliessend

ernennt. Vorher findet ein Konsultationsverfahren

statt, die Wahl erfolgt

durch das Pastoralraumteam.

An ihrer Generalversammlung hiessen

die Kirchgemeindepräsidentinnen

und -präsidenten den entsprechenden

Antrag ihrer Mitglieder aus

dem Synodalkreis Sursee mit 40 gegen

8 Stimmen gut. Der Antrag richtet

sich an die Synode, das Kirchenparlament

der Katholiken im Kanton

Luzern.

Generalvikar: «Nicht gegen Willen

der Wahlberechtigten»

Bischofsvikar Ruedi Heim, der als

Gast an der Versammlung teilnahm,

betonte, Pastoralraumpfarrer oder

-leiter bzw. -leiterin werde nur jemand,

der bereits die Leitung einer

der beteiligten Pfarreien inne habe,

«der Bischof bestimmt nicht irgend

jemanden». Schon heute würden Gemeindeleitungen

nicht gegen den

Willen der Wahlberechtigten besetzt.

Entweder Gemeindeleiter oder

Pfarrer: eine Unmöglichkeit

Weiter sprach sich die Generalversammlung

gemäss dem Communiqué

für einheitlich geführte Pastoralräume

aus, entweder mit einem

Pfarrer (Priester) oder einer Gemeindeleitung.

Heim erklärte, ein einheitliches

Führungsmodell für die Pastoralräume

sei gar nicht möglich. Die

Gemeindeleitung sei theologisch und

kirchenrechtlich grundsätzlich an die

Priesterweihe gebunden. Werde

diese einem Laien übertragen, trage

ein mitarbeitender Priester die Pfarrverantwortung

und sei für einen Teil

der Aufgaben in der Leitung zuständig.

Mit dieser Leitungsform mache

man seit mehreren Jahren gute Erfahrungen.

«Die Kirche ist eben auch

eine theologische Grösse, nicht nur

irgendein Verein.»

Kipa

«Denn ich war hungrig und ihr habt mir zu essen gegeben;

ich war durstig und ihr habt mir zu trinken gegeben;

ich war fremd und obdachlos und ihr habt mich

aufgenommen; ich war nackt und ihr habt mir Kleidung

gegeben…» (Mt 25, 35-36; 40). Auf diese Stelle

des Evangeliums lässt sich wohl auch die Motivation

zurückführen, mit welcher die italienische Mission

Kreuzlingen-Weinfelden ein Patenschaftsprojekt in

Äthiopien betreut.

Seit ihrer Reise nach Äthiopien leitet Rosaria Saggiomo

das Patenschaftprojekt in der italienischen Mission

Kreuzlingen-Weinfelden. Dabei handelt es sich um Patenschaften,

welche italienische Familien, aber auch Einzelpersonen,

mit äthiopischen Kindern eingehen und diese

unterstützen. Bei diesen «Paten» handelt es sich um die

so genannte «Gruppe Adottandi», die sich regelmässig

alle zwei Monate trifft.

Die Treffen beginnen mit einer kurzen Betrachtung und

einem Gebet, dann werden die aktuellen Themen behandelt.

Vor allem werden an diesen Treffen der Zusammenhalt

und der Aspekt «Familie» gefördert. Die Gruppe organisiert

verschiedene Anlässe, bei denen sie auf ihre Patenschaftsaktion

aufmerksam macht, Spenden für das

Projekt sammelt und auch neue «Paten» wirbt.

Weichenstellung für das kirchliche Leben in Luzern: Wer soll die künftigen Pastoralraumleitenden

wählen dürfen?

Bild: Wolf Dieter, wikimedia

Unterstützung auch durch das Gebet

Begonnen hat das Projekt in der Schweiz mit der Initiative

des italienischen Missionars Don Elvio Sforza aus

Kreuzlingen. Er war ein Freund von P. Gianfranco Priori,

der das Projekt in Äthiopien leitet. Rosaria Saggiomo

arbeitet seit 2000 in der italienischen Mission. Für das

Patenschaftsprojekt, das sie mitgründete, schlägt von

Anfang an ihr Herz. Mit den ersten 20 Patenschaften

hat sich in der Mission eine neue Gruppe gebildet, die

sich nicht nur um die finanzielle Unterstützung der Kinder

kümmert, sondern mit der Patenschaft auch eine emo -

tionale und geistige Verantwortung übernimmt.

«Zusammen mit Don Elvios Nachfolger, Don Francesco

Diodati, der die Projekte in der Mission weiterhin fördert,

haben wir uns entschieden, jeden Tag ein «Gegrüsst seist

26 forumKirche | 12-2009


Kirche ohne Grenzen

Kinder in Äthiopien

der Missione Cattolica Italiana Kreuzlingen-Weinfelden

Die «Gruppe

Adottandi» trifft

sich regelmässig

und organisiert

verschiedene Anlässe,

um auf das

Patenschafts -

projekt aufmerksam

zu machen.

du Maria» und ein «Vaterunser» für

unsere Kinder in Äthiopien zu beten»,

so Rosaria Saggiomo.

Die Mission in Kreuzlingen übernimmt

die organisatorischen Aufgaben

und koordiniert die Kontakte

und die Überweisungen der Geldmittel.

Mittlerweile gibt es 62 Patenschaften,

die von 47 Familien übernommen

wurden.

Jede Patenschaft rettet ein Leben

Die Reise nach Äthiopien im Jahr

2001 gab Don Elvio und Rosaria die

Möglichkeit, das Projekt persönlich

kennen zu lernen und auch die ersten

20 Kinder zu besuchen, für die

in der Schweiz eine Patenschaft

übernommen worden war. Die Pro-

Für das Patenschaftsprojekt

«Gruppe Adottandi» wurden 2008

fast 8000 Franken gesammelt.

Der grösste Anlass war ein Abendessen

in Weinfelden, zu dem fast

150 Personen kamen; ein Reinerlös

von fast 4000 Franken kam

zusammen. Daneben erhält Rosaria

immer wieder Spenden von

Einzelpersonen, welche die Kinder

in Äthopien unterstützen möchten.

Auch 2009, am 17. Oktober um

19.00 Uhr ist in Kreuzlingen im

St. Ulrichhaus, ein «Solidaritäts -

abendessen» geplant. Interessierte

können gerne bei Frau Rosario

Saggiomo Genaueres erfahren

(Tel: 071/670 03 25).

jektleiter konnten sich überzeugen,

dass die finanziellen Mittel für den

richtigen Zweck verwendet werden.

Die Patenschaften werden in erster

Linie für verwaiste Kinder übernommen.

Durch jede Patenschaft wird

das Leben eines Kindes in Äthiopien

gerettet, dem Kind werden drei

Mahlzeiten pro Tag garantiert, zudem

die medizinische Versorgung und

schliesslich der regelmässige Besuch

der Schule.

Hauptsächlich durch das positive

Echo der beteiligten «Adottandi»

wuchs das Projekt seit 2001 weiter.

Neben den Patenschaften sind weitere

Aktionen, wie die «Solidaritätsbombonniere»

entstanden (Interview

mit Antonella), oder die «Aktion Kuh»,

mit welcher den ärmeren Familien

Kühe gekauft wurden. «Das Patenschaftprojekt

war das erste, das in

unserer Mission einen Samen gelegt

hat», so Don Francesco. «Wir wollen

den missionarischen Auftrag der Kirche

leben.» In der italienischen Mission

Kreuzlingen-Weinfelden wurden

auch weitere Patenschaften in Brasilien

und Indien übernommen. Neben

den Patenschaften unterstützt die

Missione Italiana Kreuzlingen-Weinfelden

auch den Bau von Brunnen

und einer Schule in Äthiopien, sowie

einen Kindergarten in Polen. «Wir

wollen auch im Kleinen missionarisch

sein», erklärt Don Francesco

weiter, «wohl wissend, dass wir nicht

alle Probleme lösen können – unsere

Projekte sind wie ein Tropfen im

Ozean der Nöte der Welt».

Donata Bricci

Die Patenschaften in Äthiopien werden

in erster Linie für verwaiste Kinder

übernommen.

Bilder: Donata Bricci

Patin Antonella Cetrangolo

mit der kleinen Letizia, die

jüngste in der «Adottandi

Gruppe».

È stata una cosa spontanea

Donata Bricci: Qual è la particolarità di questo progetto?

Rosaria Saggiomo, capo-progetto di «pro Etiopia»: È

quella di motivare e sensibilizzare le persone a fare questo

«patto d’amore» – gli adottandi, non si prendono solo

cura del sostegno finanziario del bambino, naturalmente

importantissimo, ma anche della cura affettiva e spirituale

del bambino, tramite un’unione che non è visibile, è

l’unione attraverso il Signore. Se non si fa col cuore, è

meglio lasciar stare – i bambini sentono la nostra vicinanza

spirituale ed hanno bisogno anche di questa.

Come si chiama il «Suo» bambino? Lucrezia d’Amato:

Mescerem Roba, ha 14 anni. Presto il periodo previsto

per l’adozione finirà (a 15 anni) e ho già deciso che continuerò

con l’adozione di un altro bambino dall’Etiopia.

Come ha conosciuto questo progetto e perché ha deciso

di adottare un bambino? Tramite la missione. Ho

voluto adottare anch’io un bambino perché è bello fare il

bene, anche se è poco – si fa quello che si può. Ho fiducia

in questo progetto, Rosaria è molto brava e il progetto

è serio.

Ha qualche contatto con Mescerem? Purtroppo no. I

bambini vivono in dei villaggi sperduti, non si può inviare

posta. Mi piacerebbe andare in Etiopia di persona… Ho

però partecipato ad uno dei Convegni annuali dei Cappuccini

di Recanati, dove si trova il Segretariato centrale

del progetto di adozioni a distanza. È stata un’esperienza

unica sentire le testimonianze di chi vive con i «nostri»

bambini.

Come si chiama il «Suo» bambino? Antonella Cetrangolo:

Si chiama Baraze Mandoja, è nato circa nel 2002. Purtroppo

in Etiopia non esiste l’anagrafe e quindi non si sa

mai esattamente l’età dei bambini.

Come ha conosciuto il progetto? Anch’io ho conosciuto il

progetto tramite Rosaria, della missione italiana. Abbiamo

iniziato con l’azione «Bomboniere della solidarietà».

Durante il corso di preparazione matrimoniale abbiamo

deciso di impiegare gli stessi soldi che avremmo speso

per le bomboniere per sostenere uno dei progetti in Etiopia

aiutando così a finanziare un pozzo. Quando è nata

Letizia, nostra figlia, abbiamo deciso di comprare 10 pecore

che abbiamo poi donato alle famiglie più povere in

Etiopia. Così cerchiamo di aiutare non solo il bambino da

noi adottato, ma anche altre famiglie.

Perché ha deciso di aiutare le famiglie e i bambini in

Etiopia? È stata una cosa spontanea – quando abbiamo

conosciuto i progetti, abbiamo voluto subito farlo.

forumKirche | 12-2009 27


Kirche weltweit

Dunkle Wolken über Irlands Kirche

Expertenkommission deckt Missbrauchsfälle auf

die sie lieber vergessen würden oder

seit Jahren verdrängt haben.

Die katholische Kirche genoss im irischen Staat eine

einzigartige Position.

Die katholische Kirche in Irland sieht schweren Zeiten

entgegen. Die Veröffentlichung eines Berichts über

Missbrauchsfälle in kirchlichen Institutionen hat nicht

nur bei den Opfern neue Wut ausgelöst, sondern auch

in Bevölkerung und Politik. Ausser moralischen Vorwürfen

und Schuldzuweisungen häufen sich derzeit

vor allem Forderungen nach einer finanziellen Wiedergutmachung.

Die eigentliche Frage, die wie eine dunk -

le Wolke über der grünen Insel hängt, ist aber eine

ganz andere: Was bedeutet der Missbrauchsskandal

für ein Land, das mehr als die meisten anderen in Europa

von seiner katholischen Identität geprägt ist?

Der am Mittwoch, 20. Mai, in Dublin vorgestellte Bericht

einer unabhängigen Untersuchungskommission war

schockierend. Über Jahre hinweg wurden wohl mehr als

2000 Kinder in kirchlichen Erziehungsheimen, Schulen

und anderen Betreuungseinrichtungen misshandelt, geschlagen

und sexuell missbraucht. Die Missbrauchsenthüllungen

seien das Symbol des schmerzhaften Erwachens

einer Gesellschaft, in der sich «fast übertriebener

Respekt und Ehrerbietung gegenüber dem Klerus» als

«perfekte Brutstätte» für Kinderschänder und Verbrecher

erwiesen habe, schrieb der irische Schriftsteller Joseph

O'Connor vergangene Woche in der italienischen Zeitung

«La Repubblica». Die Täter waren Priester, Mönche, Nonnen

und katholische Laien. Und eine ganze Gesellschaft

hat lange geschwiegen. Erst jetzt zwingt ein unabhängiger

Bericht viele Menschen, sich mit Dingen zu befassen,

Über Jahrzehnte – im Bericht belegt

für die Zeit zwischen 1936 und

1970 – verbannten die irische Justiz

und Verwaltung Tausende von zum

Teil sehr kleinen Kinder in Institutionen,

in denen sie – wie inzwischen

erwiesen ist – systematisch gequält,

gedemütigt, misshandelt und ausgebeutet

wurden. Obwohl gewisse Klagen

bis zu den Kirchenführern und

bis in die Ministerien vordrangen,

wurden selbst die schlimmsten Täter

nicht zur Rechenschaft gezogen,

sondern an einen neuen Tatort versetzt.

Deal zwischen Staat und Kirche

Eng ist aber nicht nur die Verbindung

der Kirche mit der Bevölkerung, sondern

auch mit dem irischen Staat.

Viele Kritiker werfen ihm vor, die Kirche

geschützt zu haben – vor allem

mit Blick auf Schadensersatzforderungen.

In einem Abkommen aus

dem Jahr 2002 vereinbarte der damalige

Bildungs- und Erziehungsminister,

Michael Woods, eine Höchstgrenze

von 127 Millionen Euro für

Zahlungen an die Missbrauchsopfer,

um die Kirche vor dem finanziellen

Ruin zu bewahren. Diesen Handel

fechten jetzt viele an, obwohl der

derzeitige Bildungsminister, Batt

O'Keeffe, eine Revision ausgeschlossen

hat. Der rechtspolitische Sprecher

der Labour-Partei, Pat Rabbitte,

verurteilte die Abmachung als «unorthodox».

Auch der grüne Umwelt -

minister John Gormley warnte die

Kirche davor, sich ihrer «moralischen

Verantwortung» zu entziehen.

Klagen über Anonymität der Täter

Zahlreiche Opfer beklagen ausserdem,

dass der Missbrauchsbericht

nicht zu neuen strafrechtlichen Verfolgungen

führen werde, weil die Täter

anonym blieben. Der irische Orden

Christian Brothers hatte 2004

ein Gerichtsurteil erwirkt, demzufolge

in dem Bericht keine Namen – weder

von Tätern noch Opfern – genannt

werden durften.

Die Kirche stellt seit langer Zeit eine

hohe Autorität dar.

Bilder: Harald Oppitz/kna-Bild

Fraglich ist auch, was in Zukunft aus

den zahlreichen katholischen Bildungs-

und Erziehungseinrichtungen

wird. Erst vor einigen Wochen beschäftigte

sich eine Konferenz zur

katholischen Erziehung in Irland an

der Universität Limerick mit neuen

Herausforderungen für konfessionelle

Schulen in einer Zeit, in der

viele Eltern keine katholische Erziehung

mehr für ihre Kinder wünschen.

Aber die Kirche bleibt ein wichtiger

Faktor in der staatlichen Infrastruktur.

Orden besitzen wichtige Spitäler,

obwohl der Staat inzwischen für

sämtliche Kosten aufkommt. Die Ereignisse

der letzten Jahre zeigen indessen,

dass gewisse Bischöfe die

elementaren Grundregeln zur Offenlegung

von Missbrauchsfällen noch

immer nicht einhalten, dass sie die

Alarmierung der Polizei für eine unzulässige

Einmischung in ihre inneren

Angelegenheiten halten.

Der Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz

in Irland, Sean

Brady, betonte unterdessen, die Kirche

und ihre Institutionen müssten

wieder ein «sicherer Ort» für Kinder

werden und das Vertrauen der Menschen

in Irland zurückgewinnen. Die

Frage, ob das gelingen wird, dürfte

die katholische Kirche auf der Insel

noch länger begleiten.

Gaby Mahlberg kipa/nzz/red.

28 forumKirche | 12-2009


Sommerserie

Elegius – der Patron der Knechte

und Bauern, der Gold-, Silber- und

Hufschmiede, Schlosser und Metall -

arbeiter, aber auch Kutscher, Sattler,

Pferdehändler und Tierärzte berufen

sich auf ihn.

1896 kamen die übertünchten Fresken

der Galluskapelle durch einen un -

vorsichtigen Hammerschlag wieder

ans Tageslicht.

Bilder: Broschüre der Reformierten Kirch -

gemeinde Stammheim

Auf den Spuren des heiligen Hufschmieds

Von Diessenhofen an den Nussbaumersee

Die Region zwischen Bodensee und Tannzapfenland,

zwischen Thur und Rhein, ist nicht nur landwirtschaftlich

von Bedeutung. Wer einige Pfade mit offenen Augen

erkundet, erlebt auch eine Reise in die kirchenhistorische

Vergangenheit. In einer Sommerserie möchte

die Redaktion von forumKirche mehrere Ausflüge vorstellen,

um auf die Schätze der Region aufmerksam zu

machen.

Der Regionalzug hält in Diessenhofen. Das Mittelalter lässt

grüssen:Durch die gut erhaltenen Altstadt mit Türmen und

Wehrmauern zieht sich eine ahnungsvolle Spur von Rittern

und Hofdamen, die über die alte Holzbrücke wandern.

Erstmals wurde sie 1292 erwähnt. Aber unsere erste

Sommerwanderung führt nicht etwa auf die andere Seite

des Rheins, so schön ein Abstecher ins südliche Baden

auch wäre. Es geht in südliche Richtung. Über Felder und

Wiesen, entlang am Geisslibach bis nach Schlattingen.

Fresken blieben 400 Jahre versteckt

Die Jahreszeit ist ideal, um die landwirtschaftlich geprägte

Gegend von ihrer sonnigen Seite kennen zu lernen. Auf

den Wiesen wird gemäht, Löwenzahn, Hahnenfuss und

Klee blühen üppig. Gleich nach der Kantonsgrenze zu

Zürich lädt als erster Höhepunkt der Sommerwanderung

Oberstammheim zu einer Pause ein.

Inmitten der Rebberge, über 50 Stufen hoch thronend,

steht die Galluskapelle. Ihre Geschichte reicht über 1000

Jahre zurück. Das heutige Gotteshäuschen stammt aus

der Zeit um 1300. Mit Kirchenbildern wurden ihre Wände

vollständig ausgemalt. 200 Jahre später, inmitten der Reformation,

mussten die Szenen nüchterner Frömmigkeit

weichen. Doch sie wurden nicht zerstört, nur übermalt.

1896 kamen die Fresken durch einen unvorsichtigen

Hammerschlag wieder ans Tageslicht. Mit viel Geduld und

Sorgfalt wurden die Bilder restauriert und unter Denkmalschutz

gestellt.

Der Heilige mit dem Pferdefuss

Die Nordwand zeigt den Ritter Georg und den Heiligen Elegius.

Während ersterer aufgrund der Legenden vom

Kampf gegen den Drachen, der in einem

See vor der Stadt Silena in Lybia

hauste und die Stadt mit seinem

Gifthauch verpestete, zu den beliebtesten

Heiligen des Christentums

zählt, dürfte Elegius eher unbekannt

sein. Über ihn wird berichtet, dass er

zunächst im Goldschmiedehandwerk

ausgebildet wurde und als Münzmeister

am königlichen Hof der Merowinger

arbeitete. Nach der Überlieferung

soll er dort ein erstes Wunder getätigt

haben: Aus dem Gold, das für einen

Thronsessel gedacht war, fertigte

er die doppelte Menge und damit

zwei Sessel an, um den Erlös den Armen

zu geben. Später soll er Priester

und Bischof geworden sein und in

Flandern missioniert haben. Dabei

wurde ihm noch ein weiteres Wunder

nachgesagt, das uns heute etwas

grob erscheinen muss: Einem störrischen

Pferd, das er beschlagen

sollte, schnitt er ein Bein ab, befes -

tigte das Hufeisen auf dem Amboss

und setzte das Bein wieder an.

Die Galluskapelle zeigt aber noch

mehr: Die Südwand ist mit Bildern geschmückt,

die das Leben Jesu nacherzählen:

Während die oberen Bildstreifen

die Schöpfungsgeschichte

samt Sündenfall erzählen, werden

weiter unten der Kindermord von

Bethlehem, die Taufe durch Johannes,

die Versuchung Jesu in der Wüs -

te, das Verhör durch Pilatus, die Geisselung

und die Kreuzigung gezeigt.

Malerei des Mittelalters

Der Künstler dieser Bilder ist unbekannt,

aber er dürfte aus dem Umkreis

der Manesse-Handschrift stammen.

Ende des 13. Jahrhunderts initiierten

der Zürcher Ratsherr Rüdiger

Manesse und sein Sohn Johannes

eine Sammlung von höfischer Liedkunst.

Merkmale der Malerei sind die

schlanken Figuren, die das ganze Bild

ausfüllen, ihre Kopfneigung und die in

Gegenrichtung eingeknickte Hüfte.

Typisch sind auch die plastischen

Darstellungen des Leidens, war doch

das Mittelalter überschattet von Seuchen

und Kriegen. In der Region sind

an verschiedenen Orten Spuren aus

dem Umkreis der Manesse-Malerei

zu finden. Auch in Buch bei Frauenfeld,

in Nussbaumen und Oberwinterthur

finden sich Bilderzyklen.

Die Wanderung geht weiter. Der

Kontrapunkt zu den mystischen Fres -

ken lässt nicht lange auf sich warten.

Rund um den Nussbaumer See wartet

eines der schönsten Naherholungsgebiete

in der Schweiz. Die ältesten

menschlichen Spuren im Seebachtal

– heute grösstenteils ein

Naturschutzgebiet – reichen bis in die

Zeit um 9000 bis 5500 v. Chr. zurück.

Das erste Dorf soll vor rund

6000 Jahren entstanden sein. Heute

laden Grillplätze, romantische Badeorte

und ein Rundwanderweg am

Seeufer ein, den Rest des Nachmittags

einfach zu geniessen, bevor

man mit dem Bus entweder zurück

nach Diessenhofen oder Richtung

Frauenfeld weiterkommt.

Ann-Katrin Gässlein

forumKirche | 12-2009 29


Kurse · Tagungen

Thurgauer Arbeitsstelle

für Behinderte

■ Café SoFro

Ungezwungenes Beisammensein bei Kaffee und

Kuchen für Erwachsene mit einer Behinderung

und deren Bekannten, Freundinnen und

Freunde.

Datum: 7. Juni, 13.30 bis 17.00 Uhr

Ort: Rest. Frohsinn, Wilerstrasse 12,

8570 Weinfelden

Spezielles: Bei genügender Beteiligung um

15.00 Uhr jeweils LOTTO

Das Team: Die Wohngemeinschaft Freie -

strasse in Weinfelden sowie

Helferinnen und Helfer sorgen für

das Wohl der Gäste.

■ Computer für Neugierige

Unter kundiger Anleitung im Internet surfen,

E-Mails mit Freunden auszutauschen, Fotos

drucken und Texte schreiben.

Datum:

Teilnehmer:

Kosten:

10. bis 12. Juli, Freitagabend bis

Sonntagabend

6 Menschen ohne Behinderung,

6 Menschen mit Behinderung

Fr. 225.– alles inklusive

Fr. 175.– Jugendliche in Ausbildung

Fr. 25.– Administration und

Fonds

Informationen zu den Angeboten: TAB Freizeit

und Bildung, Freiestr. 4, 8570 Weinfelden,

Tel. 071 622 37 55, Fax 071 622 06 50,

info@tab-thurgau.ch.

■ Offene Kirchentüren

Die katholischen und evangelisch-reformierten

Kirchen rund um Romanshorn öffnen im Juni

ihre Kirchentüren.

Datum:

Orte:

Information:

5. bis 21. Juni

kath. und evang. Kirchen von

Romanshorn, Salmsach, Uttwil,

Hefenhofen

Gabriele Zimmermann, kath.

Pfarramt St. Johannes, Schlossbergstr.

24, 8590 Romanshorn,

Tel. 071 463 17 30,

Fax 071 463 26 29,

gaby-zimmermann@

st-johannes.ch,

www.kathromanshorn.ch

■ Studiengang Theologie

Mitte Oktober beginnt wieder ein neues Studienjahr

beim Studiengang Theologie. Gelegenheit

zum Neueinstieg in eine 4-jährige Auseinandersetzung

mit der ‚Wissenschaft von Glaube, Religion

und Gott’. Oder auch nur zur Teilnahme als

Gasthörerin oder Gasthörer in einzelnen Semes -

terfächern dieses Studiums in Zürich oder in

den Studienwochen und -wochenenden des

Fernkurses. Der Studiengang Theologie (STh)

führt auf dem aktuellen Stand in die Hauptgebiete

der Theologie ein.

Infoabend:

Datum:

Donnerstag, 18. Juni in Zürich.

Ab 19. Oktober 2009, 8 Semester,

als Abendkurs jeweils Mo/Do

in Zürich oder als Fernkurs mit

Studienwochenenden und Studienwochen

in Bildungshäusern.

Weitere Informationen und Anmeldung bei: theologiekurse.ch,

8032 Zürich, Tel. 044 261 96

86, www.theologiekurse.ch

■ Nächtliche Gebetswache

Zum Internationalen Tag zur Unter -

stützung der Folteropfer (26. Juni)

lädt ACAT-Schweiz gemeinsam mit

zehn weiteren ACATs Christinnen und

Christen ein, eine weltumspannende

Kette des Gebets zu bilden. Allein oder in

Gruppen, in Kirchen oder Gemeinschaften, in

Gefängnissen oder sogar in den Todestrakten in

den USA vereinigen sich Tausende für eine

Viertelstunde oder länger in ihrer Unterstützung

für die Folteropfer.

Datum:

in der Nacht vom 27. auf

den 28. Juni

Alle Veranstaltungen und ein

mehrsprachiges Internetportal zur

Begleitung dieser Gebets wache

finden Sie auf www.naechtliche

gebetswache.com

Sonntagslesungen

7. Juni

Dreifaltigkeitssonntag

Erste Lesung: Dtn 4,32-34.39-40

Zweite Lesung: Röm 8,14-17

Evangelium: Mt 28,16-20

Kollekte für die Flüchtlingshilfe

der Caritas Schweiz

Krieg und Terror vertreiben immer

noch zu Tausenden Menschen aus

ihrer angestammten Heimat.

14. Juni

11. Sonntag im Jahreskreis

Erste Lesung: Ez 17,22-24

Zweite Lesung: 2 Kor 5,6-10

Evangelium: Mk 4,26-34

Veranstaltungen

Sonntag, 14. Juni, 18.00 Uhr

Kirche St. Stefan,

Kreuzlingen-Emmishofen

Feierliches Orgelkonzert

Kirchenmusikdirektor Bruno Sauder

spielt Werke von Muffat, Bach und

Franck

Montag, 16. Juni, 20.15–21.45 Uhr

Hirschensaal Neunkirch

Meditationstanz und

Meditationstexte

Leitung: Rösli Koller

Freitag, 19. Juni, 20 Uhr

Eschenz/Insel Werd

Jubiläumsjahr 2009

1250 Jahre seit dem Tod des

heiligen Otmar. Buchvorstellung:

«Otmar, Vater der Armen» von Erich

Georg Gagesch

Samstag, 20. Juni, 18.00 Uhr

Kloster Fischingen

Serenade festlicher Sommerabend

J. S. Bach: Orchestersuite

F. Tischhauser: Eve’s Meditation

on Love

W.A. Mozart: Eine kleine Nachtmusik

30 forumKirche | 12-2009


Anderssprachige Missionen · Radio und Fernsehen

Gottesdienste

Albaner-Mission

Sonntag, 7. Juni 13.00 Uhr St. Nikolaus Wil/SG

Dienstag, 9. Juni 19.30 Uhr St. Antonius Münchwilen

Samstag, 13. Juni 19.30 Uhr St. Antonius Münchwilen

Sonntag, 14. Juni 13.00 Uhr St. Nikolaus Frauenfeld

Italiener-Mission Kreuzlingen-Weinfelden

Samstag, 6. Juni 19.00 Uhr St, Albin Ermatingen

Sonntag, 7. Juni 10.05 Uhr St. Ulrich Kreuzlingen

11.15 Uhr St. Johannes Weinfelden

Freitag, 12. Juni 09.30 Uhr St. Johannes Weinfelden

Samstag, 13. Juni 17.30 Uhr St. Jakobus Steckborn

19.15 Uhr St. Peter und Paul Sulgen

Italiener-Mission Frauenfeld-Sirnach

Samstag, 2. Juni 18.00 Uhr Bruder Klaus Gachnang

Sonntag, 7. Juni 09.30 Uhr Klösterli Frauenfeld

11.00 Uhr St. Remigius Sirnach

Freitag, 12. Juni 19.00 Uhr St. Remigius Sirnach

Samstag, 13. Juni 18.00 Uhr Bruder Klaus Diessenhofen

Sonntag, 14. Juni 09.30 Uhr Klösterli Frauenfeld

10.30 Uhr St. Antonius Affeltrangen

19.00 Uhr Stadtkirche Frauenfeld

Freitag, 19. Juni 19.00 Uhr Klösterli Frauenfeld

Italiener-Mission Amriswil

Sonntag, 7. Juni 09.00 Uhr St. Stefan Amriswil

Donnerstag, 11 Juni 18.30 Uhr St. Stefan Amriswil

Samstag, 13 Juni 19.15 Uhr St. Stefan Amriswil

Donnerstag, 18. Juni 19.00 Uhr Werktagskapelle Amriswil

Slowenische Mission Amriswil

Sonntag, 7. Juni 10.00 Uhr Pfarreizentrum Amriswil

Kroaten-Mission

Samstag, 6. Juni 19.00Uhr St. Martin Arbon

Sonntag, 7. Juni 10.00 Uhr Klosterkirche Münsterlingen

12.00 Uhr Klösterli Frauenfeld

17.30 Uhr St. Peter Schaffhausen

Samstag, 13. Juni 19.00 Uhr Einsiedeln (Wallfahrt)

Sonntag, 14. Juni 12.15 Uhr Einsiedeln (Wallfahrt)

Portugiesen-Mission

Samstag, 6. Juni 19.00 Uhr Klösterli Frauenfeld

Sonntag, 14. Juni 09.00 Uhr St. Stefan Kreuzlingen

10.15 Uhr St. Pelagius Bischofszell

Spanier-Mission

Samstag, 6. Juni 19.00 Uhr St. Maria Schaffhausen

Sonntag, 7. Juni 09.00 Uhr St. Stefan Kreuzlingen

10.30 Uhr Klösterli Frauenfeld

Samstag, 13. Juni 19.00 Uhr St. Maria Schaffhausen

Sonntag, 14. Juni 11.30 Uhr St. Stefan Amriswil

Mittwoch, 17. Juni 20.00 Uhr (Bibelgruppe) Pfarreizentrum Amriswil

Syr. orth. Gemeinde Ostschweiz

Sonntag, 7. Juni 11.45 Uhr St. Stefan Amriswil

Radio Top

8. bis 13. Juni: Norbert Mohr

15. bis 22. Juni: Markus Hediger

Montag bis Samstag, ca. 6.45 Uhr

Chilefenschter

07. Juni: Christian Bundeli

14. Juni: Manuel Wepfer

Sonntags nach den 8-Uhr-Nachrichten

bis 8.30 Uhr

Schaffhauser Fernsehen SHf

Gedanke zum Wuchenänd

06. Juni: Albert Schneider

13. Juni: Albert Schneider

Jeden Samstag ab 19.00 Uhr

Radio Munot

Notizen zum Sonntag

06. Juni: Martin Bühler

13. Juni; Kati Rechsteiner

Jeden Samstag, 18.30 Uhr

Radio

Samstag, 6. Juni

Zwischenhalt. Unterwegs zum Sonntag mit Gedanken,

Musik und den Glocken der röm.-kath. Kirche in Rafz ZH.

18.30 Uhr DRS1.

Sonntag, 7. Juni

Römisch-katholische Predigt. Pfr. Ruedi Beck, Basel.

9.30 Uhr DRS2.

Samstag, 13. Juni

Zwischenhalt. Unterwegs zum Sonntag mit Gedanken,

Musik und den Glocken der röm.-kath. Kirche in

St. Margrethen SG. 18.30 Uhr DRS1.

Sonntag, 14. Juni

Römisch-katholische Predigt. Peter Henrici, Weih -

bischof, Edlibach. 09.45 Uhr DRS2.

Fernsehen

Sonntag, 7. Juni

Mein Krieg im Frieden. Dokumentarfilm Kosovo (2007)

– 3 Jugendliche 8 Jahre nach dem Krieg. 23.30 Uhr BR.

Samstag, 13. Juni

Wort zum Sonntag mit Bruno Bader. 19.55 Uhr SF1.

Sonntag, 14. Juni

Katholischer Gottesdienst. Aus St. Paulus in Worms,

09.30 Uhr ZDF.

Sonntag, 14. Juni

Sternstunde Religion. Römisch-katholischer Gottesdienst

aus Neuenburg. 10.00 Uhr SF1.

Filmtipp

Beyond Farewell – Antennen ins Jenseits

Gestorben wird im Kino häufig, über den Tod nachgedacht

ein wenig seltener. Erneut nähert sich nun ein

Schweizer Dokumentarfilm dem Tod an und versucht,

einen Blick ins Jenseits zu erhaschen. Da es diesen

Ein- oder Ausblick nicht geben kann, findet die Regisseurin

andere Bilder, die ihre filmische Auseinandersetzung

mit dem Tod des Vaters illustrieren. Neben

Landschaften und Homevideo-Ausschnitten werden

auch immer wieder Antennenmasten sichtbar, passend

zum unterlegten experimentellen Klagteppich.

Regie: Susanne Hübscher

Kinostart: 14. Mai 2009

forumKirche | 12-2009 31


Kalenderblatt · Zum Schluss

AZA 9403 Goldach

Pfarreiblatt der Bistumskantone Schaffhausen und Thurgau

Veranstaltungen

Samstag, 6. Juni 20.00 Uhr

Kirche St. Peter und Paul in Homburg

Solokonzerte

Josef Haydn, G. F. Händel, Violin- und Orgelkonzert

Samstag, 6. Juni, 12.00 bis 02.00 Uhr

Bodanplatz Romanshorn

Zum 10. Mal: Grosses Nationenfest

mit 30. Nationenständen, Bühnenprogramm

ab 15.00 Uhr

Sonntag, 7. Juni, 17.00 Uhr

Evangelische Stadtkirche Frauenfeld

Konzert

Geistliches Singspiel von Josef Myslivecek

Oper im Knopfloch

Sonntag, 7. Juni, 18.00 Uhr,

Basilika St. Ulrich, Kreuzlingen

Festliches Orgelkonzert

André Simanowski spielt Werke von Buxtehude,

Bach und Vierne

Sonntag, 7. Juni, 19.00Uhr

Kath. Kirche Romanshorn

«Filmmusik-Highlights» auf der Orgel

u.a: James Bond, Dr. Schiwago, Magnificent

Seven… An der Orgel: Roman Lopar

Texte: Christoph Sutter und Gaby Zimmermann

Montag, 8. Juni, 7.30 bis 7.45 Uhr

St. Annakapelle bei Münster, Schaffhausen

Ökum. Morgenbesinnung vor der Gross -

ratssitzung

Eva Baumgardt, Pfarrerin

Mittwoch, 10. Juni, 20.00 Uhr

Pfarreissal, Schlossberg, Romanshorn

Gottesdienst mit Menschen mit einer

Behinderung – anschl. Apero

Es lädt mit ein: Bildungsstätte Someri, Insieme

Mittwoch, 10. Juni, 19.00 Uhr

Raum der Stille (Kappelle), St. Peter Schaffhausen

Ökumenisches Taizé-Abendgebet

Pfarrei St. Peter Schaffhausen

Mittwoch, 10. Juni, 20.00 Uhr

Kath. Kirche Münchwilen

Taizé-Meditationsabend

Pfarrei St. Antonius Münchwilen

Weitere Veranstaltungen und Konzerte auf Seite 30

Finde den Fehler

xmmmmmmmmmhhhh …

… denken, denken, denken, überlegen, abwägen,

spekulieren, riskieren …

entscheiden!

Und doch stimmt’s nie genau, Kritik ertönt schon bevor

man selbst realisiert, dass es so weit sein könnte,

und jedes Mal denke ich nach und frage mich – wieso

eigentlich? Was habe ich dieses Mal wieder nicht beachtet?

Welches Detail ist mir entgangen?

Der Fehler, das ominöse Fabelwesen, unfassbar wie

Nebelschwaden. Er windet sich um meine Gedanken,

nimmt mir den Durchblick und lässt mich staunend

stehen. Unglaublich! und wenn der Aha-Moment nur

noch einen Schritt weit entfernt scheint, die Hand

schon ausgestreckt und zum Zugreifen bereit, da löst

er sich auf, verschwindet wie eine Fata Morgana und

man stolpert ins Leere.

… grübel, grübel, tüftel und noch einmal das Ganze

von vorne …

Bäääh! Das kann doch nicht wahr sein! Irgendetwas

läuft falsch, möglicherweise ist es die Richtung, denkbar

wäre aber auch, dass mein überhitztes Denkorgan

nicht mehr arbeitsfähig ist, sollte ich mich also zur

Abhilfe auf den Kopf stellen, oder gar ins Eiswasser

stürzen?

Scheues Anfragen. Gibt es nicht, vielleicht, zufälligerweise,

eine weniger drastische Massnahme? Unfassbares

Erstaunen. Muss ich wirklich meine Gesundheit

ruinieren, nur um das kleine Übel endlich festzunageln???

… grummel, grummel, wütend, trotzig Blick…

das will ich aber, glaube ich gar nicht! Hmpf.

DA! DA! Schau ein Lichtblick, ein dünner Sonnenstrahl

bahnt sich den Weg durch den dichten Nebel. Er präsentiert

mir ungeschminkt die Lösung. Was, wirklich

so einfach?! … na gut dann

lass ich’s eben, dieses Sinnieren,

wer kann schon von sich

behaupten fehlerlos zu sein …

Dagmar Grolimund

Studentin, Leiterin der «Gruppe

für pfarreiliche Jugendarbeit»

In der Reihe «Zum Schluss» kommen Ansichten und

Meinungen zu Wort: Unser Team besteht aus acht

Personen, die abwechselnd unsere letzte Seite mit

Impulsen, Berichten und Betrachtungen gestalten.

Auguste Rodin: Der Denker

Impressum · Arbeitszeiten Sekretariat: Mo, Di, Do: 09.00 bis 11.30 Uhr

32 forumKirche | 12-2009

An die Abonennten: Adressänderungen sind

an das jeweils zuständige Pfarramt Ihrer

Wohn gemeinde zu richten. – In der Stadt

Schaffhausen Wohnhafte an die Katholische

Kirchenverwaltung, T 052 624 51 51.

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«forumKirche», Postfach 234, 8570 Weinfelden

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der leitenden Redaktorin zu senden.

Erscheint alle 2 Wochen

Herausgeber

Katholische Landeskirchen Thurgau und

Schaffhausen · Pressverein Genossenschaft

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