Botschaft der Bibel - forumKirche

forumkirche.ch

Botschaft der Bibel - forumKirche

Nummer 20

19. Oktober 2008

bis 1. November 2008

Pfarreiblatt der Bistumskantone Schaffhausen und Thurgau

Botschaft der Bibel

Wie in den Büchern geschrieben


Thomas-Evangelium

Titelbild: luxuz – lernen, lernen, pompernen, photocase.com

Editorial

Eine Freundin von mir, nach eigener

Aussage «getauft, aber atheistisch im

Geist», liest seit neuestem die Bibel.

Einfach so. Aus persönlichem Inte -

resse. Es könne nicht angehen,

meinte sie, dass sie kaum eine Ahnung

davon habe, was in diesem

«wichtigsten Buch steht, das unsere

Kultur und Geschichte geprägt hat».

Was sie am meisten beeindruckte:

Dass das Alte Testament eine so ungeheure

Zahl an Vorschriften für rituelle

Opferhandlungen beinhaltet.

Das wiederum gab mir zu denken: In

meiner Vorstellung bestand das Alte

Testament lange vor allem aus Geschichten

von Noah, Joseph und den

Brüdern, König David und Bathseba.

Die Geschichten aus der Kinderbibel

eben, die man im Religionsunterricht

erfährt. Und die natürlich nur einen

Bruchteil dessen ausmachen, was

die Bibel tatsächlich beinhaltet.

Die Bibel immer wieder und auf’s

Neue zu lesen, ist eine Lebensaufgabe.

Viele scheuen die Auseinandersetzung

mit zum Teil schwerfälligen,

harzigen Texten, brüskierend

erscheinenden Passagen und romantischen,

lyrischen Sätzen, die von

Sehnsucht, Erlösung und Hingabe

erzählen. Die Kenntnisse der Bibel

gehen weltweit zurück, auch unter

Katholikinnen und Katholiken, obgleich

schon das Zweite Vatikanische

Konzil eine Beschäftigung mit der

Heiligen Schrift angeregt hatte. Die

Vielzahl religiöser Richtungen und

Ausprägungen, die im 20. Jahrhundert

auch den Buchmarkt zunehmend

prägen, macht den Zugang zur

Bibel, die Annäherung an die «Offenbarung»

nicht leichter.

Die Weltbischofssynode, die Anfang

Oktober in Rom begann, hat den Umgang

mit der Bibel ins Zentrum ihrer

Diskussionen und Bemühungen gestellt

(Seite 5). Aber um Bibellektüre

zu fördern, braucht es Angebote vor

Ort, die direkt in der Region für Menschen

zugänglich sind. Einige Pfarreien

pflegen regelmässiges Bibelteilen,

eine spirituelle Methode für das

gemeinsame Lesen der Bibel. Das

Schweizer Bibelwerk in Zürich hilft

beim Aufbau einer lokalen

Bibel(sonntags)gruppe. Und im Thurgau

bietet die Fachstelle für Kirchliche

Erwachsenenbildung mindestens

einmal jährlich eine Weiterbildung zu

biblischen Themen an (Seite 2–4).

«Wichtig, zwischen Wesentlichem und

Neben den vier Evangelien gibt es weitere christliche Schriften,

Am 8. November bietet die Fachstelle für Erwachsenenbildung

eine eintägige Weiterbildung zum «Thomas-

Evangelium» an. Dies im Rahmen der jährlich stattfindenden

«Bibel-Werkstatt». Ein Gespräch mit Bruno

Strassmann über die Entstehung der Bibel im frühen

Christentum, verborgene Schriften und ein seitige

Lesegewohnheiten.

Bruno Strassmann. Was gab den Ausschlag, in diesem

Jahr ausgerechnet das Thomas-Evangelium ins

Programm zu nehmen?

Das Thomas-Evangelium schwirrt überall ein bisschen in

den Köpfen und auch der Film «Stigmata» handelt davon.

Es hat eine gewisse Attraktivität, weil es ja erst 1945 gefunden

wurde, also in Ägypten ausgegraben wurde…

War dieser Text schon früher bekannt?

Früher kannte man nur einzelne Teile dieses Buches. Den

ganzen Text in koptischer Sprache fand man erst im 20.

Jahrhundert. Allerdings hatten sich immer wieder Kirchenväter

über dieses Evangelium geäussert.

Philippus von Side erklärt um 430 in einem Fragment

seiner Kirchengeschichte, «die meisten der Alten» hätten

das Thomas-Evangelium völlig verworfen. Die Schrift soll

ein Werk von Häretikern sein. Wie kamen die frühen

Kirchenväter darauf?

Ab dem 2. Jahrhundert kamen viele christliche Schriften

«auf den Markt», darunter auch ganz wirre Sachen, wie die

Texte von Markion, der sagte, dass das ganze Alte Testament

zu verwerfen sei. Er vertrat zum Beispiel die radikale

Ansicht, dass nur das Lukas-Evangelium zentral sei. Man

darf auch nicht vergessen, dass in den ersten Jahrhunderten

eine stark gnostische Strömung das Christentum beeinflusste.

Diese hatte zwar schon vor Jesu’ Auftreten

existiert…

Bruno Strassmann: «Ohne den Blick auf

die vier Evangelien der Bibel kann das

Thomas-Evangelium falsch ausgelegt

werden.»

Bild: akg

«Einige trieben das Geistige auf

die Spitze und werteten das

Körperliche ab»

Was bedeutet «gnostische Strömung»?

Unter Gnosis versteht man kurz gesagt

eine Weltanschauung, die alles

in Schatten und Licht einteilt, die klar

sagt, dass nur der Geist – im Gegensatz

zum Körper – gut sei.

Woher stammt diese Weltan -

schauung ursprünglich?

Vermutlich aus dem persischen Bereich;

es gab aber auch solche Ideen

rund um das Mittelmeer…

Diese Denkrichtung soll also die

frühen christlichen Schriften infiltriert

haben?

Sie hat gewisse Strömungen, gewisse

Gruppierungen geprägt. Vor allem

diejenigen, die das Geistige auf die

Spitze trieben und das Körperliche

abwerteten. Das stellt eine Abkehr

vom jüdischen Denken dar, das in

der Ganzheitlichkeit des Menschen

verhaftet war. Zum Teil haben diese

Strömungen zu einer Weltabgewandtheit

bei den Menschen geführt, zu

übertriebenen Frömmigkeitsbewegungen,

zur Askese, zu radikalen Ideologien.

Angesichts der vielen Bücher, die in

frühchristlicher Zeit erschienen – wie

ging die Kirche vor?

Ein Bedürfnis bestand, herauszufinden,

was nun als wesentlich für den

christlichen Glauben angesehen

wurde und was nicht. Einige Schriften

fielen der Kanonisierung «zum Opfer»,

wurden also nicht in das Neue Testament

aufgenommen, das wir heute

kennen. Das sind die Apokryphen.

Können Sie Beispiele nennen?

Die Didache zum Beispiel, die frühes -

te Kirchenordnung der Christenheit,

hatte schon bei den Kirchenvätern

eine grosse Bedeutung, obwohl sie

2

forumKirche | 20-2008


Thomas-Evangelium

Unwesentlichem zu unterscheiden»

die nicht ins Neuen Testament offiziell aufgenommen wurden

nicht in den Kanon aufgenommen wurde. Sie beinhaltet

wichtige Informationen über das Christentum der ersten

Generationen! Später gab es natürlich auch Uneinigkeiten

zwischen katholischen und evangelischen Christen. Die

Reformierten haben beispielsweise einige «katholische

Schriften» nicht in ihre Bibel aufgenommen, z. B. den Jakobus-Brief,

in dem unser Sakrament der Krankensalbung

verankert ist – und sie haben auch einige Bücher aus dem

Alten Testament weggelassen.

«Manche Jesus-Erzählungen wurden in den Koran

aufgenommen»

Wenn man bei den Evangelien bleibt: Welche gibt es noch

neben den bekannten vier in der Bibel?

Es existiert ein Hebräer-Evangelium, ein Petrus-Evangelium,

ein Nazaräer-Evangelium…

Auch ein Kindheitsevangelium nach Thomas?

Ja. Aber das ist nicht mit dem Thomas-Evangelium identisch!

Wie ist der heutige Stellenwert der so genannten

Apokryphen? Wie geht die Kirche mit ihnen um?

Die Schriften, die nicht in den Kanon aufgenommen wurden,

sind für unser Glaubensverständnis nicht nötig. Das

ist vor allem bei den Kindheitserzählungen Jesu der Fall:

Es gibt eine Menge blumiger Geschichten, wie er aus Tonkugeln

Vögel formte und diese dann zum Leben erweckte…

Eine Anekdote über den Knaben Jesus, die sich übrigens

auch im Koran findet…

Die muslimische Tradition hat diese Erzählungen aufgenommen,

die christliche dagegen nicht.

Aber sie gelten nicht mehr als häretisch?

Häretisch meint ja, dass etwas auf Abwege führt. Aus heutiger

Sicht beurteilt man das grosszügiger. Man sagt: Das

sind auch Zeugnisse aus den ersten vier Jahrhunderten,

die eine Tradition aufnehmen oder eine Frömmigkeitsgruppe

widerspiegeln, aber sie

haben für unseren heutigen

Glauben keine grosse Bedeutung

mehr.

In die Bibel wurden

nur die Texte der

vier Evangelisten

aufgenommen, die

seit dem 4. Jahrhundert

durch ge flügelte Symbole

dargestellt werden: Mensch

(Matthäus), Löwe (Markus), Stier

(Lukas) und Adler (Johannes).

Bild: Günther Hammer,

Auferstehungskreuz mit Evangelisten,

Kreta 16. Jh., Schloss Autenried

Die christlichen Konfessionen kennen

auch unterschiedliche Bibeltradionen

Bild: Handschrift aus der

«Annenberger Bibel», Nordfrankreich.

Ende 13. Jahrhundert, Cod. 469

«Die Quelle Q war eine Sammlung

mit Aussprüchen Jesu»

Wann ist das Thomas-Evangelium

ungefähr entstanden?

Einzelne Fragmente in griechischer

Schrift stammen aus dem 3. Jahrhundert.

Klaus Berger sagt, das Thomas-

Evangelium sei zwischen 60 und 70

n. Chr. entstanden. Andere Forscher

siedeln es erst um 100–150 n. Chr.

an.

Warum ist das Entstehungsdatum

überhaupt wichtig?

Nach Berger und anderen Forschern

stützt der Entstehungszeitraum des

Thomas-Evangeliums die «Zwei-Quellen-These»:

Diese lautet, dass das

Markus-Evangelium als das älteste

Bild: Karolingische Buchmalerei um 820

News

■ Japanischer Präsident

Mit Taro Aso (68) übernimmt erstmals

in der Geschichte Japans ein

Katholik das Amt des Ministerpräsidenten.

Der konservative Politiker

Aso ist mit dem Kaiserhaus verwandt.

Christen machen im shinto -

istischen und buddhistischen Japan

nur eine Minderheit von weniger als

einem Prozent an der Gesamt -

bevölkerung aus.

■ Vatikanische Gendarmerie

Die vatikanische Gendarmerie ist

der multinationalen Polizeibehörde

Interpol als 187. Mitglied beigetreten.

Die aus Italienern bestehende

Gendarmerie war Anfang 2002 von

Papst Johannes Paul II. als Nachfolgerin

der «Vigilanza» wiederbegründet

worden. Interpol wurde 1923

gegründet.

■ Ökumenisches Projekt

Katholische und evangelische

Theologen wollen die 95 Thesen

Martin Luthers gemeinsam kommentieren,

deren Veröffentlichung

am 31. Oktober 1517 die Reformation

einleitete. Die Kommentierung

will den Kontext insbesondere

der Ablassthesen ausleuchten, um

zu verstehen, warum sie letztlich

zur Spaltung der abendländischen

Kirche führte.

■ Chilenische Führung

Führungswechsel beim internationalen

katholischen Hilfswerk Kirche

in Not: Der Schweizer Laienkatholik

Hans-Peter Röthlin (67) wird durch

den chilenischen Ordensmann

Joaquin Alliende-Lucoa ersetzt.

Der Schönstatt-Priester war bisher

internationaler geistlicher Assistent

des Hilfswerks.

■ Französische Rüge

Als Konsequenz der Finanzkrise hat

die französische Bischofskonferenz

aufgerufen, den eigenen Lebensstil

und das Verhältnis zum Geld zu

überdenken. Die Gehalts- und

Bonus-Systeme für Bankmanager

und die Regeln bei der Kreditver -

gabe müssten überdacht werden.

Die Wirtschaft müsse so ausgerichtet

werden, dass sie den Menschen

und nicht allein der Gewinnerzielung

diene.

forumKirche | 20-2008 3


Thomas-Evangelium

eine Urquelle war – und daneben gab es noch eine andere,

eine unbekannte, die so genannte Quelle Q, die wir

im Original nicht kennen. Lukas und Matthäus stützen sich

auf diese beiden Quellen und haben noch je eigene Traditionen.

Auch das Thomas- Evangelium deutet darauf hin:

Die Quelle Q muss eine Sammlung mit Aussprüchen von

Jesus gewesen sein.

Aber Thomas-Evangelium und Quelle Q sind nicht

identisch?

Nein. Aber das Thomas-Evangelium ist der Quelle Q sehr

ähnlich. Es hat keine Geschichte, sondern aneinander

gereihte Aussagen, Sprüche, die Jesus in den Mund gelegt

werden.

«Eine zweite Thomas-Figur war schon in der Urkirche

bekannt»

Wer kommt überhaupt als Verfasser dieses Evangeliums

in Frage?

Am Ende des Textes heisst es «Kata Tomae», also «nach

Thomas».

Thomas Didymus aus Joh 21,2?

Ja. Gewisse Forscher gehen davon aus, andere sagen es

sei ein anderer Judas Thomas gewesen.

Thomas eine vielschichtige Gestalt. Er soll ja nach Indien

gereist sein, um dort zu missionieren. Hat er davor noch

rasch ein Evangelium geschrieben?

Sicher war dieser Thomas eine wichtige Persönlichkeit und

sein Evangelium ist ziemlich sicher in Syrien entstanden,

wo schon früh eine starke, christliche Gemeinschaft entstanden

war.

Könnte es nicht sein, dass jemand mit «Thomas» unterschreibt,

um dem Text mehr Autorität zu verleihen?

Das glaube ich nicht. Aus meiner Sicht spielt diese andere,

die zweite Thomas-Figur eine wichtige Rolle, die schon in

der Urkirche bekannt war. Von ihm ist allerdings nichts

Näheres bekannt.

«Jesus sagt: Ich bin das Licht, das über allen ist.

Ich bin das All; das All ist aus mir hervor ge gangen,

und das All ist zu mir gelangt. Spaltet das Holz,

ich bin da. Hebt einen Stein auf, und ihr werdet

mich finden.»

(THOMAS-EVANGELIUM, LOGION 77)

Sie haben bereits kurz den Inhalt des Thomas-

Evangeliums angesprochen. Wie lässt sich dieser

zusammenfassen?

Es handelt sich um Aussagen Jesu zu Glauben und Lebensgestaltung.

Um einem Missverständnis vorzubeugen:

Etwas wesentlich Neues taucht nicht auf.

«Zitate können aus dem Zusammenhang gerissen

werden»

Die heiklen Punkte des Thomas-Evangeliums sind eher

die Themen, die fehlen: Es gibt keinen Kreuzestod, keine

Auferstehung, keine Wundergeschichten. Wurde es daher

nicht in die Bibel aufgenommen?

Der ungläubige Thomas berührt Jeus

Wundmale.

Bild: Michelangelo Merisi da

Caravaggio (1601 – 1602)

Es mag ein Grund gewesen sein – als

einzige Schrift über Jesus, die ohne

Passion und Auferstehung auskommt,

erscheint sie unvollständig. Die Apos -

telgeschichte und die Briefe des Paulus

wollen ja nicht Jesus zitieren, sondern

sie reflektieren bereits die christliche

Geschichte und die Gescheh -

nisse. Die vier Evangelien der Bibel

beinhalten narrative Erzählungen und

knüpfen an die Erfahrungen der Menschen

damals an.

Andererseits wirkt das Konzept des

Thomas-Evangeliums eher modern.

Einzelne Spruchsammlungen

können einen zeitlosen Kern der

Weisheit darstellen – wie beispielsweise

die Reden des Buddha.

Es fehlt aber der Kontext, in dem die

Aussagen Jesu fallen. Der Zusammenhang

ist wichtig, zum Beispiel, dass

sich Jesus gerade auf dem Weg befindet

und ein Römer ihn fragt, ob er

seine Tochter heilen kann. Wenn wir

wissen, welche Personen mit beteiligt

waren, können wir die Aussage besser

verstehen. Sonst werden die

Sprüche zu abstrakt. Wenn man sie

einfach zitieren, als allgemein gültig

hinstellen und aus dem Zusammenhang

reissen kann, wird das gefährlich.

Dann kann ein Text wirklich missbraucht

werden.

Muss man das Thomas-Evangelium

also mit einem Begleitbrief lesen?

Keine schlechte Idee. Oder man

bleibt bei der Bibel: Ohne den Blick

auf die vier Evangelien der Bibel ist

das Thomas-Evangelium nicht verständlich,

bzw. kann es falsch ausgelegt

werden.

Ein kritischer Punkt dürfte noch ein

weiteres Thema sein, das unmittelbar

mit der Lehre der Kirche zusammenhängt:

Es fehlt jeglicher Hinweis

auf Sakramente oder auch auf

den Gedanken einer «Kirche».

Deshalb hiess es früher ja auch, dass

es eine gnostische Schrift sei – und

wurde von Kirchenvätern abgelehnt.

Ein kritischer Punkt dürfte auch der

fehlende Gedanke einer «Kirche»

sein. Der Zugang zum Reich Gottes

wird dem Einzelnen verheissen, den

der Ruf Jesu erreicht: Es handelt sich

um einen individuellen Zugang zur

Erlösung, der keine Gemeinschaft

braucht …

Ja, das entspricht einem Trend – zumindest

in unseren Breitengraden.

Eine Individualisierung der Religion

geschieht überall. Die Tendenz sich

das herauszusuchen, was passt und

andere Aspekte auszublenden.

«Die Reich-Gottes-Botschaft ist

zentral!»

Ich höre da viel Skepsis von Ihrer

Seite. Gerade auch gegenüber dem

Thomas-Evangelium oder seiner

Lektüre…

Ich habe kein Problem damit, den

Text ernst zu nehmen, vielleicht

würde er heute sogar mit Vorbehalten

in den Kanon aufgenommen werden.

Ich sehe nirgends einen grossen

Gegensatz zur heutigen Theologie –

ausser den Mängeln, die es aufweist.

Könnte es nicht für die persönliche

Spiritualität der Menschen neue

Akzente setzen?

Aus meiner Sicht nicht. Viel wichtiger

ist die kritische Unterscheidung zwischen

Wesentlichem und Unwesen -

tlichem. Das ist ja ein wiederkehrendes

Thema, das nicht nur Schriften,

sondern auch Privatoffenbarungen

betrifft.

Wie ist das zu verstehen?

Immer wieder gibt es Menschen, die

vor allem Details wissen wollen, die

Ausmalungen und Ausschmückungen

geradezu brauchen. Sie klammern

sich dann an gewisse Schriften –

oder Seher! Das Wesentliche ist

nicht, ob Jesus als Baby auch Windeln

getragen hat oder von Maria gestillt

wurde – sondern die Reich-Gottes-Botschaft,

die auch durch sein Leben,

Sterben und seine Auferstehung

bestätigt wird.

Vielen Dank für das Gespräch!

Ann-Katrin Gässlein

4

forumKirche | 20-2008


Kirche Weltweit

Die Bibel als gute Botschaft der Kirche

Römische Bischofssynode mit orthodoxem Patriarchen und Rabbiner

Es ist die grösste Weltbischofs -

synode aller Zeiten. Und es ist die

erste, bei der nicht nur das Oberhaupt

einer anderen christlichen

Kirche spricht, sondern auch ein

Rabbiner. Mit einer Papstmesse in

der römischen Basilika St. Paul vor

den Mauern begann am 5. Oktober

die 12. ordentliche Bischofssynode,

die sich mit der Bedeutung der

Bibel für das Leben der Kirche beschäftigt.

Aus der Schweiz nahm

Bischof Kurt Koch teil – Bischof

von Basel und Präsident der

Bischofs konferenz.

Bis zum 26. Oktober diskutieren die

253 Kardinäle und Bischöfe mit weiteren

100 Experten, Auditoren, mit

Vertretern von zehn anderen Kirchen

und «Sondergästen», wie sie den

Gläubigen den Umgang mit der Bibel

näher bringen können. Wie sie die

Einzigartigkeit des Wortes Gottes

stärker profilieren und propagieren

können. Gleichzeitig soll die Synode

aber auch deutlich machen, dass die

Bibel nicht nur Gegenstand der

christlichen Verkündigung, sondern

auch Grundlage für das ökumenische

Gespräch und überhaupt für den Dialog

mit der modernen Welt und ihren

Kulturen ist. Mit einer Moderne, die

oft glaubt, auf Gott verzichten zu können,

wie der Papst in seiner Eröffnungsrede

betonte.

Gegen Instrumentalisierungs -

versuche

Die Bischofssynode will das Besondere

und Einzigartige der christlichen

Botschaft im Geflecht der vielen

Keine Religion des Buches

Nach Worten des italienischen

Kurienerzbischofs Salvatore

Fisichella ist das Christentum

keine Religion des Buches wie

das Judentum oder der Islam,

sondern eine Religion des Wortes.

Das Christentum habe sein Zentrum

in Christus als dem Mensch

gewordenen Wort Gottes. Notwendig

sei daher eine christliche

Kultur, die die Heilige Schrift als

ein «lebendiges Wort versteht, das

dynamisch für die in ihr geoffenbarte

Wahrheit offen ist», sagte er

vor der Weltbischofssynode im

Vatikan. Man dürfe das Wort Gottes

nicht ausschliesslich auf einen

geschriebenen Text reduzieren,

als habe es nicht mehr die provozierende

Kraft, dem Leben Sinn zu

geben.

Mehrere Synodale sprachen in ihren

Interventionen über die zentrale

Rolle der Predigt für die Vermittlung

und Auslegung des Wortes

Gottes. Die Vorschläge galten

einer besseren theologischen und

rhetorischen Ausbildung der Prediger

bis hin zur Notwendigkeit einer

ausreichenden Akustik und

Technik in den Kirchen.

Bild oben: Zu einem siebentägigen Non-Stop-Bibelmarathon

im italienischen Fernsehen hat Papst Benedikt XVI. am Abend

des 5. Oktobers 2008 über eine Liveschaltung aus seinen

Privaträumen den Startschuss gegeben.

Bild: REUTERS/Alessandro De Meo/POOL (ITALY)/KNA-Bild

unterschiedlichen Stimmen und Botschaften

hervorheben. Sie soll die

Bibel abgrenzen von den fundamentalistischen

Instrumentalisierungsund

Vereinnahmungsversuchen. Und

sie müsse deutlich machen, dass die

Bibel im Mittelpunkt jedes christlichen

Lebens stehen soll, so betonte der Papst. Denn

«wer die Schrift nicht kennt, der kennt nicht die Macht und

Weisheit Gottes». Nur dessen Wort könne letztendlich die

Herzen der Menschen erreichen und verändern.

Zu den Sondergästen gehört bei dieser Synode erstmals

ein Rabbiner. Der jüdische Theologe Shear-Yashuv Cohen

aus Haifa unterstrich am ersten Tag die Bedeutung der

Bibel für das Judentum. Und zum ersten Mal spricht auch

das Oberhaupt einer anderen Kirche, der orthodoxe

Ehrenprimas und Patriarch Bartholomaios.

Quelle für Frieden und Menschenrechte

Die Synode über die Bibel schliesst sich theologisch an

das letzte Bischofstreffen vom Herbst 2005 an. Damals

ging es um die Eucharistie als Höhepunkt des kirchlichen

Lebens. Zur Eucharistiefeier der Messe gehöre untrennbar

aber auch der Wortgottesdienst mit den Schriftlesungen.

Die Synode will auch die gesellschaftliche Bedeutung

der Bibel herausstreichen und sie als Quelle für Freiheit

und Frieden, Gerechtigkeit, Menschenrechte und Umweltschutz

deutlich machen.

Johannes Schidelko/kipa/Red.

Bibel-Marathon begleitete Synode

Ein Bibel-Marathon begleitete den Auftakt der 12.

Weltbischofssynode: Sechs Tage und sieben Nächte

lang lasen 1200 Vertreter aus Kirche, Politik, Kultur

und Sport in über 50 Ländern nacheinander die gesamte

Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments.

Den Anfang machte Papst Benedikt XVI. mit

dem ersten Kapitel aus dem Buch Genesis über die

Schöpfung der Welt. Als letzter Sprecher verlas Kardinal-Staatssekretär

Tarcisio Bertone das letzte Kapitel

der Apokalypse des Johannes.

forumKirche | 20-2008 5


Qumran

Biblische Bücher auf 900 Schriftrollen

Neues zu den Textfunden vom Toten Meer

Gefässe aus der Siedlung Khirbet Qumran. In ihnen wurden

die Schriftrollen gefunden.

Bild: KNA-Bild

Die Schriftrollen von Qumran sorgen seit ihrer Ent -

deckung vor 60 Jahren immer wieder für Schlagzeilen.

Kürzlich fanden sich an der Universität Wien hoch -

rangige Wissenschaftler ein, um über einzelne Fragen

zu den Textfunden von Qumran zu beraten.

2000 Jahre haben die Schriftrollen in verschlossenen

Krügen überdauert. In einer Ruinenstätte im Westjordanland

stiess der Ziegenhirte Muhammed edh-Dhib 1947

auf die nach dem Fundort benannten Qumran-Rollen. Es

sind Handschriften auf Leder und zu einem kleinen Teil

auf Papyrus, geschrieben zwischen 300 vor Christus bis

100 nach Christus.

Entdeckung einer Höhlen bibliothek

In den Jahren 1947 bis 1956 wurden in elf Höhlen über

900 Schriftrollen entdeckt. Es sind Abschriften beinahe

aller biblischen Bücher des Alten Testaments. Die Texte

sind über 1000 Jahre älter als die bis dahin bekannten

hebräischen Handschriften. Die Bibelabschriften belegen,

Qumran-Schriftrollen online

Die israelische Behörde für Altertümer «Israel Antiquities

Authority» hat ein ehrgeiziges Projekt gestartet: In

den kommenden fünf Jahren will ein Forscherteam die

rund 2000 Jahre alten Schriftrollen von Qumran vollständig

digitalisieren und im Internet veröffentlichen.

Der Qumran-Experte des Instituts für Judaistik der Universität

Wien, Armin Lange, merkt an, dass durch das

im Rahmen des Projekts angewandte Hightech-Digitalisierungsverfahren

die Texte in einer weitaus besseren

Qualität aufbereitet werden als bisherige Fassungen.

Weitere Informationen unter: www.antiquities.org.il

wie hervorragend der hebräische

Text des Alten Testaments überliefert

ist. In Detailfragen helfen die

Qumranrollen, den originalen Urtext

zu rekonstruieren. Die Ergebnisse

sind in die modernen Bibelübersetzungen

eingeflossen. Doch es sind

nicht nur biblische sondern auch

ausserbiblische Texte, Torarollen,

wie sie noch heute verwendet werden,

Kommentare dazu und zahlreiche,

das Alltagsleben der jüdischen

Gemeinschaft betreffende Aufzeichnungen.

Wer lebte in Qumran?

Es gibt Qumranforscher, welche die

jüdische Religionsgruppe der «Essener»

für die Besitzer der antiken Bibliothek

halten. Sie führen archäologische

und historische Argumente

an und zeigen auf, dass es in Qumran

keinerlei Spuren von Bewässerungsanlagen

gibt, die man für eine

intensive landwirtschaftliche Nutzung

aber voraussetzen müsste. Hingegen

habe man in Qumran viele rituelle

der ausgegraben, die eher

auf eine Nutzung der Siedlung durch

eine fromme, jüdische Gemeinschaft

schliessen liessen.

In den letzten 20 Jahren ist eine

neue Forschergeneration an der Arbeit.

Zu ihnen gehört Yizhar Hirschfeld,

Professor für klassische Archäologie

an der Hebräischen Universität

in Jerusalem. Er legt in seinem Buch

In elf Höhlen am Toten Meer wurden

zwischen 1947 und 1956 über 900

Schriftrollen entdeckt.

Bild: KNA-Bild

«Qumran – die ganze Wahrheit. Die

Funde der Archäologie – neu bewertet»

Erkenntnisse und Spekulationen

dar. Er weist darauf hin, dass es in

Qumran Hinweise auf industrielle

Einrichtungen gibt: Öfen, Getreidemühlen,

Becken für die Herstellung

von Balsamparfüm, eine Weinpresse,

eine Töpferwerkstatt sowie landwirtschaftliche

Geräte. Zudem sind unter

den Schriften aus den Höhlen keine

Texte zu finden, die mit Sicherheit in

Qumran geschrieben wurden. Ebenso

taucht in keiner der Schriftrollen das

Wort «Essener» auf und in den Ruinen

von Khirbet Qumran wurde kein

einziges Pergament- oder Papyrusfragment

gefunden. Deshalb ist

für Hirschfeld und viele andere die

«Qumran-Essener-These nicht mehr

zu halten. Er ist der Meinung, dass

Qumran einen zivilen Charakter hatte

und als befestigter Mittelpunkt eines

Landgutes diente. – Und die Essener?

Diese lebten wohl eher in

Höhlen abseits der Siedlungen. Bis

heute ist die Qumranforschung im

Umbruch: Zu beiden Sichtweisen

gibt es jeweils Zustimmung wie Ablehnung.

Auf weitere Ergebnisse

können wir gespannt warten!

Walter Achermann, forum

Zürich/kipa/jesus.ch/rj

BUCHTIPP:

«Verschwörung

um Qumran?»

Der Qumran- und Jesusforscher

Professor

Rainer Riesner von der

Universität Dortmund

hat seine Forschungsergebnisse

in allgemein verständlicher

Weise im Buch «Verschwörung

um Qumran – Jesus, die Schriftrollen

und der Vatikan» veröffentlicht. Das

durchgehend mit zum Teil neuen Fotos

illustrierte Buch ist eine Fundgrube

für alle, die Fakten in Sachen

Qumran- und Jesusforschung suchen.

«Verschwörung um Qumran? –

Jesus, die Schriftrollen und der Vatikan»:

Autoren: Otto Betz, Rainer

Riesner. Knaur Verlag München.

ISBN: 978-3-426-77993-4.

6

forumKirche | 20-2008


Kirche Weltweit

Ehrung für einen geschmähten Friedenspapst

An Papst Pius XII. scheiden sich auch 50 Jahre nach seinem Tod die Geister

Eugenio Pacelli – Papst Pius XII. –

vor 50 Jahren, am 9. Oktober 1958

in Castel Gandolfo verstorben,

zählt als einer der umstrittensten

Kirchenführern der Geschichte. Mit

einer Messe im Petersdom hat

Papst Benedikt XVI. dem verstorbenen

Vorgänger gedacht – aber

das erwartete Signal zur Selig -

sprechung unterlassen.

Pius XII. schrieb Enzykliken, «Mystici

Corporis» zum Beispiel, er verkündete

die leibliche Himmelfahrt Marias

als Dogma und brachte Männer

aus allen Erdteilen in das Kardinalsgremium,

welches die Päpste wählt.

Doch der Öffentlichkeit ist er als derjenige

Papst bekannt, an den seit

den 60er-Jahren die Frage gestellt

wird, ob er seine Stimme nicht lauter

gegen den Nationalsozialismus und

die Ermordung der europäischen

Juden hätte erheben müssen.

Kritik am Schweigen Pius

Ursache für den Perspektivenwechsel

bei der Beurteilung des Pontifikats

von Pius XII. war das Dokumentarschauspiel

«Der Stellvertreter» von

Rolf Hochhuth, das 1963 uraufgeführt

wurde. Im Stück klagt der Jesuitenpater

Riccardo Fontana, der später

in Ausschwitz hingerichtet wird,

Pius XII. an: «Ein Stellvertreter Christi,

der das vor Augen hat und dennoch

schweigt, aus Staatsraison, der sich

nur einen Tag besinnt, nur eine

Stunde zögert, die Stimme seines

Am 9. Oktober 1958 wurde der Tod

von Papst Pius XII. auf dem Petersplatz

betrauert.

Bild: KNA-Bild

Schmerzes zu erheben, zu einem

Fluch, der nach den letzten Menschen

dieser Erde erschauern lässt

– ein solcher Papst ist… ein Ver -

brecher.»

Pius XII. schrieb in seinem Testament:

«Sei mir gnädig, o Herr, nach

deiner grossen Barmherzigkeit. Die

Mängel und Fehler, die während eines

so langen Pontifikats und in

solch schwerer Zeit begangen wurden,

haben mir meine Unzulänglichkeit

vor Augen geführt.» Ein schlechtes

Gewissen vor dem Tod? Oder

Ausdruck von Demut und Bescheidenheit?

Einsatz für die Juden nachgewiesen

In den Studien Pater Gumpels, des

84-jährigen Untersuchungsrichters in

der vatikanischen Heiligsprechungs-

Kongregation, wird eine andere Seite

von Pius sichtbar: Sie erzählen von

seinem jüdischen Schulfreund Guido

Mendes, von den Briefen an die

Nuntiatur in Budapest, in denen er

verlangt, alle kirchlichen Einrichtungen

verfolgten Juden zur Verfügung

zu stellen, von seiner Enzyklika «Mit

brennender Sorge» von 1938, die

den Nationalsozialismus verurteilt

und auch von der Weihnachtsansprache

1942: «Die Welt schuldet

sich, dass es nie mehr vorkommen

darf, dass hunderttausende Leute

umgebracht werden, einzig und allein,

weil sie zu einem bestimmten

Volk gehören.»

Fest steht das Engagement Pius’ für

die Juden von Rom: Im Oktober

1943 forderte die deutsche Besatzung

50 Kilogramm Gold von der jüdischen

Gemeinde innerhalb von 24

Stunden. 35 Kilo kamen zusammen,

dann wandte sich die Gemeinde an

den Vatikan. Man versprach Gold

und Dollar, aber es half nichts. Bei

einer Razzia Mitte Oktober wurden

im jüdischen Ghetto rund 1200 Juden

verhaftet; Pius XII. wies alle Kirchen

und Klöster auf, Juden aufzunehmen,

auch in Castel Gandolfo. Im

Schlafzimmer des Papstes, so heisst

es, sollen mehrere jüdische Kinder

zur Welt gekommen sein.

Problematische Politik: Die Unterzeichnung des Reichskonkordats

1933 regelte das Verhältnis zwischen dem Heiligen

Stuhl und dem Deutschen Reich (v.l. der deutsche Vize-Kanzler

Franz von Papen, Kardinal-Staatssekretär Eugenio Pacelli,

Giovanni Montini (später Papst Paul VI.) und Ministerialdirigent

Rudolf Buttmann. Bis 1933 war Katholiken der Beitritt

zur NSDAP verboten. Das Abkommen verhalf den Nationalsozialisten

zur internationalen Anerkennung und machte kirchlichen

Widerstand gegen die aufkommende Diktatur mundtot.

Bild: KNA-Bild

Untätigkeit sei «schwarze Legende»

Auf dem Kongress der jüdisch-christlichen Stiftung «Pave

the Way» sprach Benedikt XVI. über die «vielen Interventionen,

die im Verborgenen und in aller Stille geschahen,

weil es angesichts der konkreten Situation in diesem

schwierigen historischen Augenblick nur auf diese Weise

möglich war, das Schlimmste zu verhindern und eine

grösstmögliche Zahl von Juden zu retten.» Wenn man

ohne Vorurteile an die Werke Pacellis treten würde, «wird

man auch die menschliche Weisheit und die tiefe Hirtenseelsorge

schätzen, die ihn in den langen Jahren seines

Amtes geleitet haben und insbesondere bei der Organisation

der Hilfe für das jüdische Volk.»

Die Behauptungen von der angeblichen Untätigkeit Pius

XII. bezeichnete der Vatikan als «schwarze Legende». Als

«Mann des Friedens» habe er in «bewusstem und erlittenem

Schweigen» eine nicht wegzudiskutierende Hilfe für

die Rettung der Juden erbracht, schreibt die Zeitung

Osservatore Romani.

Eine Ankündigung zur Seligsprechung oder eine Anerkennung

des Tugendgrades von Pius XII. blieb bei der Gedenkfeier

jedoch aus. Das Verfahren zur Seligsprechung

führt seit längerem zu Diskussionen und Spannungen im

christlich-jüdischen Dialog sowie im vatikanisch-israelischen

Verhältnis. Das Problem sei, so der deutsche

Rabbiner Walter Homolka, «dass durch einen solchen

stillen Einsatz der Papst eigentlich keine Vorbildfunktion

für wirklichen Widerstand wahrnehmen konnte.»

Kipa/akg

forumKirche | 20-2008 7


Inserate · Leserbriefe · Bistum Chur

Selbstinserent

Möchtest Du, eine gebildete, musisch

berührte Frau, mit mir eine

Freundschaft beginnen, aus der

vielleicht eine liebevolle Beziehung

wächst? Ich, 47 J., 185/83, NR,

liebe die Natur, das Natürliche;

auch Kulturelles, klassische Musik

und etwas Sportlichkeit u. a.

bedeuten mir sehr viel.

Wenn Du ähnlich empfindest und

Dir christliche Werte wichtig sind,

freue ich mich über Deine Zeilen

unter «Kennwort Zusammensein»,

Postlagernd, 8280 Kreuzlingen 1.

Leserbriefe

«Was man nicht erzählen kann, zählt nicht!» forumKirche Nr. 27

Mehr als 50 Jahre erzählte ich in der Sonntagsschule alle die im

Textplan vorgeschriebenen Bibelgeschichten mit einer Ausnahme:

«Opferung Isaaks». Damit haben wir Erwachsene grosse Mühe, verstehen

sie nicht, wie viel weniger dann die Kinder. Also erzählte ich

sie nie, was aber nicht heisst, dass sie nicht zählt.

Wenn Herr Laubi diese inhaltsschwere und bedeutungsvolle Opferung

zu einer «Traumgeschichte» macht, die dann für alle Zeit in

den Kindern haften bleibt, dann wird er seine Gründe haben, die

ich nicht nachvollziehen und begreifen kann.

Maria Frick, Frauenfeld

Wunderbares – Wunderwa(h)res, forumKirche Nr. 27

Thema Märchen, und dazu in Wort und Bild, zwischen Brüder

Grimm und Schwarzer Spinne – Lourdes. Das tut weh. Was sich in

Lourdes ereignet, geschieht so in der ganzen Welt nicht. In Lourdes

nämlich begegnen sich kranke Leute aus allen Nationen, vor allem

Langzeitkranke, die in ihrem Inneren mit der gegebenen Situation

zurecht kommen müssen. Zurück wieder im Pflegeheim oder im

Rollstuhl daheim bleibt Lourdes in Erinnerung; diese kurzen Gebete

und Anrufungen. Oft bleiben auch Brieffreundschaften, Kameradschaften

von Rollstuhl zu Rollstuhl, über Grenzen und durch Hindernisse

und Mauern.

Michael Weder, Rickenbach

«Becher für das Blut Christi», forumKirche Nr. 19

In ihrem Artikel «Becher für das Blut Christi» schreibt Barbara Ludwig:

«Um den Kreuzlinger Kelch herum wäre also noch einiges zu

erforschen.» Dem sei nun Genüge getan: Bei der Aufhebung des

Stiftes Kreuzlingen wurden vom Kanton zwar grosse silberne

Gegenstände eingezogen und über ein Antiquariat versteigert, aber

sämtliche Kelche und weitere Kultgegenstände blieben der Kirche

erhalten. So war es ganz normal, dass Abt Augustin Fuchs den

«Abt-Kelch» mitnehmen konnte.

In Arbon war damals Josef Georg Meierhans Pfarrer, zugleich Dekan

und Domherr. Schon vor Aufhebung des Klosters hatte er den

Chorherrn Meinrad Steinauer als Kaplan bei sich aufgenommen.

Steinauer starb am 31. Juli 1868. Bereits am 7. August schenkte

Abt Augustin den Kelch der Kirche Arbon zum Gedenken an ihn

selber und an Kaplan Steinauer, wie unter dem Kelchfuss auf einer

Platte geschrieben steht. Das lässt darauf schliessen, dass Pfarrer

Meierhans beim Abt in grossem Ansehen stand.

Anton Hopp, Arbon

«Gottesdienst für Goldene Paare», forumKirche Nr. 18

Eine goldene Sonne beleuchtete die grosse Anzahl von «golde -

nen Paaren», welche der Einladung von Bischof Kurt Koch am

27. September zu einem Dankgottesdienst in die Kathedrale von

Solothurn gefolgt waren. Der gesamte Gottesdienst wurde zu einem

eindrücklicken Erlebnis. 50 und 60 Jahre sind eine lange Zeit mit

Höhen und Tiefen. Unser Bischof würdigte dies auch entsprechend

und sprach den anwesenden Paaren seinen Dank für diese Treue

aus. Seine Festpredigt hatte er auf das Evangelium von der Hochzeit

zu Kana abgestimmt. Es war ergreifend, wie sich dann die vielen

betagten Paare die Hand reichten, um sich nochmals in Liebe

und Dankbarkeit ihre Verbundenheit zu bestätigen. Im Anschluss

wurden wir zu einem Imbiss geladen und durften uns noch persönlich

mit unseren Bischöfen unterhalten. Sicher hat jedes Jubelpaar

ihr Fest im Familienkreis gebührend gefeiert. Doch dieses gemeinsame

Beten und Danken ist sicher für alle zum bleibenden Erlebnis

geworden. Daher möchten wir unserem Bischof für diese schöne

Geste danken und ihm für seine schwere Arbeit alles Gute wünschen.

Trudy und Heinrich Schlatter, Schaffhausen

Klärungsbedarf im Kanton Zürich

Das Thema der Rechte von Laientheologinnen

und -theologen wird

den Kanton Zürich in den nächsten

Monaten nicht zur Ruhe kommen

lassen. Die Werkstattgespräche

«Zukunft Kirche Zürich» wollen die

Gemeindeleitungen dem Status des

Pfarrers soweit wie möglich gleichstellen.

Die Frage, ob auch Laientheologinnen Bischof Vitus Huonder

und -theologen die Gemeindeleitung möchte die Rolle der

wahrnehmen können, gelte es sowohl Gemeindeleitungen in der

theologisch als auch funktional und Bischofskonferenz

kirchenrechtlich in den Blick zu nehmen,

heisst es in einer Medienmittei-

Bild: Christoph Wider

besprechen.

lung der Projektgruppe. Der Bischof

sieht seinerseits Klärungsbedarf. Er will mit umfangreichen «Hearings»

mit den betroffenen LaientheologInnen, Pfarradministratoren

und Pfarrern der katholischen Kirche im Kanton Zürich ins Gespräch

kommen. Dabei sollen die bisherigen Erfahrungen mit Laien in der

Gemeindeleitung erörtert werden – mit dem Ziel, Richtlinien und

eine Argumentationsgrundlage für die Bischofskonferenz zu er -

stellen, die auch von der Basis mit getragen wird.

Tagung zum «Predigtverbot»

Die ersten «Hearings» finden im kommenden Mai statt. Bereits

Ende Oktober wird aber das Thema der Rechte katholischer LaientheologInnen

in Zürich erneut präsent: Mit dem Titel «Verkündigungsauftrag

statt Predigtverbot» lädt die Gruppe «Luzerner Manifest»

zu einer Tagung am 25. Oktober ins Kirchgemeindehaus der

Zürcher Pfarrei St. Felix und Regula ein. Die Tagung will mit Impulsen

wie «Was erwartet die Gemeinde? Was erwarten die Seelsorgenden?»

auf die Bedürfnisse kirchlicher Mitarbeitenden und Gemeindemitglieder

eingehen.

Weitere Informationen: www.luzerner-manifest.ch

Kipa/Red.

8

forumKirche | 20-2008


Kunst am Altar

Geschnitzte und gehauene Bildwerke

Im 20. Jahrhundert fanden immer

weniger Werke der Bildhauerei den

Weg in katholische Kirchen. Das Vorhandensein

von Skulpturen deutet,

nebst dem Bildschmuck, aber noch

heute auf die Konfession der Kirche

hin. Häufig entdeckt man in modernen

katholischen Kirchen zumindest

eine Skulptur, die Maria mit dem Jesuskind

darstellt. Die ikonographische

Palette ist jedoch viel breiter:

Grösste Aufmerksamkeit erfuhr

durch alle Jahrhunderte hindurch der

gekreuzigte Heiland. Die Kreuzigungsgruppe

ist ein mit stehenden

Figuren erweitertes Kruzifix, während

der Auferstehungschristus Jesus alleine,

aber als Erlöser und nicht als

Schmerzensmann darstellt. Ausdruck

der im 19. Jahrhundert wieder

neu erstarkenden Christusverehrung

sind so genannte Herz-Jesu-Statuen.

Neben den Jesus-Skulpturen gibt es

die Heiligenfiguren sowie Engel und

Putti. Auch Weihnachtskrippen und

Kreuzwegstationen zählen zu den

Werken kirchlicher Plastik, deren Aufgabe

es ist, eine irdische oder göttliche

Gestalt in Erinnerung zu rufen.

Ort: ehemalige Klosterkirche in Münsterlingen

Alter: erstes Viertel 16. Jahrhundert

Der Münsterlinger Johanneskopf ist

die älteste Büste mit der der Kanton

Thurgau momentan, das heisst bis

zur nächsten Bodenseegfrörni,

aufwarten kann. Das aus Holz geschnitzte

Haupt des Evangelisten

Johannes teilen sich die Münster -

linger Katholiken seit mehr als 400

Jahren mit dem Winzerdorf Hagnau,

das am nördlichen Ufer des Bodensees,

schräg gegenüber von Müns -

terlingen liegt. Seit 1573 wandert

der leicht geneigte Johanneskopf mit

dem sanften Blick aus blauen Augen

zwischen den beiden Ortschaften hin

und her. In diesem Jahr fror der See

vollständig zu. Dies war den Müns -

terlingern und den Hagnauern Anlass

genug, um das folgende Gelöbnis

abzulegen: Stets sei, wenn die Tragfähigkeit

des Eises es erlaube, eine

Dankprozession über den Bodensee

zu veranstalten. Die Münsterlinger

stifteten eine Büste des Evangelis -

ten Johannes mit der Bestimmung,

sie habe bei jeder Seegfrörni den

Standort zu wechseln und sei jeweils

in einer feierlichen Prozession über

das Eis zu tragen. Fünf Eisprozessionen

fanden bis anhin statt, die letzte

1963, als die Münsterlinger «ihren»

Johanneskopf wieder zu sich holten.

Text und Bilder: Barbara Ludwig

forumKirche | 20-2008 25


Thurgau

Wege aus der Einsamkeit

Kurse, Institutionen, online-Kontaktbörsen bieten Hilfe

Einsamkeit hat verschiedene Ursachen: Der Tod eines

geliebten Menschen ist eine davon.

Bilder: akg

Es gibt im Leben eines jeden Menschen Zeiten, in

denen er sich einsam fühlt. Einige können sich aus

eigener Kraft aus der Einsamkeit befreien, andere

brauchen Hilfe.

Sobald sich jemand nicht dazu gehörig fühlt, umgibt ihn

die Kälte der Einsamkeit. Von der Persönlichkeitsstruktur

eines Menschen hängt es ab, wie er mit dem Gefühl der

Einsamkeit umgehen kann. Menschen, die sich nach

aussen öffnen und auf eigene Ressourcen zurückgreifen

können, finden selber einen Weg. Ein Freundeskreis, die

Mitgliedschaft in einem Verein, eine soziale Aufgabe oder

eine erfüllende Arbeit sind solche Ressourcen. Jene

Menschen aber, die innerlich eine Wand zwischen sich

und der Umwelt aufgebaut haben, verschliessen sich

und versinken in der Einsamkeit.

Zeichen der Zeit

In der heutigen Gesellschaft zeichnet sich ab, dass Einsamkeit

ein weit verbreitetes Phänomen ist. Bei Institutionen

wie «Die dargebotene Hand» oder bei online-Kontaktbörsen

meldet sich die grosse Mehrheit der Hilfesuchenden

aus Einsamkeit. Diese Stellen ermöglichen den

Betroffenen eine anonyme Kontaktaufnahme, was vielen

einsamen Menschen den Schritt erleichtert, Hilfe zu

suchen, um dadurch ihre innerlich verschlossene Türe

einen Spalt breit zu öffnen. Anders

sieht es bei Angeboten der Kirche,

der sozialen Institutionen oder der

Gesellschaft aus: Einsame wagen es

nicht, andern Menschen gegenüber

ihre Einsamkeit einzugestehen, aus

Scham, als Versager zu gelten.

Ursachen der Einsamkeit

Verschiedene Ursachen können

Menschen in die Einsamkeit drängen:

Trennung oder Scheidung vom

Lebenspartner, der Tod eines geliebten

Menschen, Arbeitslosigkeit, zunehmendes

Alter, Krankheit, Behinderung

oder ein äusseres Erscheinungsbild,

das nicht dem heutigen

Trend entspricht. Durch solche Erfahrungen

geraten Menschen ungewollt

in eine Lebenssituation, mit der

sie nur schwer umgehen können.

Doch der Hauptgrund, der zu Einsamkeit

führt, ist die Armut. Der Anteil

der von Armut Betroffenen steigt

in der Schweizer Bevölkerung stetig.

Vor allem Familien mit vielen Kindern,

Alleinerziehende, AHV- und IV-

Rentnerinnen und Rentner leben unter

der Armutsgrenze. Wer sich nicht

leisten kann, was andere haben, gehört

nicht dazu und wird in die Isolation

getrieben.

Die Suche nach Auswegen

Wie können Menschen aus ihrer Einsamkeit

heraus geholt werden?

Diese Frage stellt sich Ingeborg

Einsamkeit durchbrechen: Die verschlossene

Türe einen Spalt breit

öffnen.

Baumgartner immer wieder neu. Sie

ist Erwachsenenbildnerin bei CARI-

TAS Thurgau und bietet den Kurs

«Einsamkeit – eine Kraft spendende

Zeit» an. Ziel dieses Kurses ist es,

sich mit dem Gefühl der Einsamkeit

auseinander zu setzen, den Ursachen

nachzugehen, Kräfte zu suchen,

die helfen, die innere Türe aufzustossen,

die aus der Einsamkeit

heraus führt. Die Teilnehmenden lernen

biografische Risikofaktoren kennen

und erarbeiten in Kleingruppen

unterschiedliche, individuelle Veranlagungen.

Wenn es gelingt, das Eis

zu brechen und einen Samen zum

Keimen zu bringen, sehe ich für Betroffene

einen Weg aus der Einsamkeit,

hin zu einem Leben, wo wieder

Beziehungen geknüpft werden können

und ein neues Zugehörigkeitsgefühl

entstehen kann», umschreibt

Ingeborg Baumgartner ihren Wunsch

als Kursleiterin.

Geeignete Atmosphäre

Für Ingeborg Baumgartner ist es

wichtig, dass sich die Kursteilnehmenden

wohlfühlen. Die Türe steht

weit offen, der Raum soll einladend

wirken und die Teilnehmenden willkommen

heissen. Mit Geduld, Zuwendung,

Zuhören und der Versicherung,

dass niemand gezwungen wird,

sein Innerstes nach aussen zu zeigen,

schafft sie eine warme Atmosphäre,

wo Vertrauen möglich ist.

Dazu gehört auch die Gestaltung

des Raumes mit Duft, Farben,

Kerzen und Blumen. Dies kann sich

positiv auf das Wohlbefinden der

Teilnehmenden auswirken.

Im Gespräch mit Ingeborg

Baumgartner: Ruth Jung

Hinweis: Der Kurs «Einsamkeit – eine

Kraft spendende Zeit» findet am

21. November, von 9.00 bis 12.00

und von 14.00 bis 17.00 Uhr an der

Felsenstrasse 11 in Weinfelden statt.

Wenden Sie sich für weitere Informationen

und für Anmeldungen an:

CARITAS Thurgau, Felsenstr. 11,

8570 Weinfelden, T 071 626 80 00,

Fax 071 626 80 35,

E-Mail: info@caritas-thurgau.ch

26 forumKirche | 20-2008


Bistum St.Gallen

Ein Vierteljahrhundert Weltkulturerbe

Stiftsbezirk St.Gallen: Einblicke hinter sonst verschlossene Türen

Die Kathedrale St. Gallen war seit der Erbauung zwischen 1755 und 1766 bis

1805 die Kirche des Klosters.

Bild: Dany, Picasa Web

Der Stiftsbezirk St. Gallen trägt

seit 25 Jahren das Label UNESCO-

Weltkulturerbe. Das Jubiläums -

wochenende vom 25. und 26. Ok -

tober bietet Einblicke hinter Türen,

die sonst verschlossen sind.

Im Frühjahr 2008 unterzeichneten

Vertreterinnen und Vertreter von

Stadt und Kanton St. Gallen, dem

Bistum St. Gallen und dem katholischen

Konfessionsteil des Kantons

die Charta für den Stiftungszweck:

Hauptzweck ist, «Dieses historische

Erbe so zu erhalten, dass es auch in

Zukunft mit kirchlichen, kulturellem,

wissenschaftlichem, schulischem,

gesellschaftlichem, politischem und

touristischem Leben erfüllt bleibt.».

Stiftsbezirk wird gemeinsam

getragen

Vor 25 Jahren erhielt der Stiftsbezirk

St. Gallen – zusammen mit dem

Kloster Mustair/GR und der Altstadt

von Bern – die Auszeichnung UNESCO

Weltkulturerbe. Dies waren notabene

die ersten Schweizer Kulturgüter,

denen diese Auszeichnung verliehen

wurde. Zum Jubiläum sollen dieses

historische Erbe und das vielfältige

Leben darin dem breiten Publikum

gezeigt werden. Der St. Gallen

Bischof Markus Büchel unterstrich

in einer Medienkonferenz, dass das

Weltkulturerbe nur bestehe, weil

es die Kirche gebe, und die Kirche

wiederum bestehe nur, weil es die

Frohbotschaft des Evangeliums

gebe, welches von der Kirche durch

die Zeit getragen werde. Seit der

Aufhebung des Klosters im Jahr

1805 gebe es im Stiftsbezirk ein geschwisterliches

Nebeneinander von

Bistum, katholischem Konfessionsteil,

Kanton und Stadt St. Gallen. Der

Stiftsbezirk werde auch von allen gemeinsam

getragen.

Einblick in Zeiten des Chorgebets

Aus Anlass der 25-Jahr-Feier sollen

25 Führungen Bekanntes und Unbekanntes

aus Vergangenheit und

Gegenwart zugänglich machen. Zum

Beispiel der Nordturm der Kathedrale:

Mit seiner barocken Doppelturmfassade

beherbergt er die weit

sichtbare und hörbare Turmuhr. Neben

dem grossen Geläut ist noch

heute eine kleine Glocke zu hören,

die ehemals die Mönche des Klos -

ters zum Chorgebet rief – einige

Minuten vor der Zeit. Eine Führung

lässt hinter das Ziffernblatt blicken.

Da die obere Sakristei momentan

renoviert wird, sind ausgewählte

Stücke aus dem Kirchenschatz im

Musiksaal zu sehen. Heilige Silber

und Gold, der Galluslöffel und das

spätmittelalterliche Otmarsreliquiar

sind einige Prunkstücke dieser

Sammlung.

Gespräch mit der Stadtlandschaft

Der Jubiläumsanlass wird akustisch untermalt von der

Klanginstallation des Künstlers Andres Bosshard, der an

der Expo02 den Klangturm gestaltete. «Flying Gallus»

macht an drei Orten im Klosterhof gesammelte Klänge

aus dem Kloster hörbar. Ergänzt von live eingespielten

Interventionen werden die barocken Schaufassaden zum

Klingen gebracht. Die Installation – das Gespräch des

Stiftsbezirks mit der belebten Stadtlandschaft – soll dem

Wochenende einen Rahmen geben.

Im Staatsarchiv, das sich als Gedächtnis des Kantons

versteht, werden Werbefilme aus den 60er-Jahren vorgeführt.

Im Saal des Kantonsgerichts lesen Mitglieder des

Schauspiel-Ensembles vom Theater St. Gallen aus Original-Verhörprotokollen

historische Gerichtsszenen. Im

Kantonsratsaal tagt der Kantonsrat in einer speziellen

Formation und behandelt «wegweisende Abstimmungen»

und schlägt einen Bogen von vergangenen Zeiten bis in

die Gegenwart.

Hinweis: Jubiläumswochenende 25. und 26. Oktober,

12 bis 17 Uhr. Detailprogramm unter www.kultur.sg.ch

Kipa/ Red.

Der St. Galler Dom scheint riesig. Doch für mindes tens

einen Anlass ist er zu klein. Bei der letzten «Nacht der

Lichter» 2006 fanden einige hundert Jugendliche und

Erwachsene keinen Einlass und mussten das Taizé-

Gebet draussen auf Grossleinwand mitverfolgen. An

der diesjährigen Feier vom 29. November soll es wieder

Platz für alle geben: Die Kirche St. Laurenzen öffnet

ihre Türen für dasselbe Programm zur gleichen Zeit.

Die gut einstündige Feier während der «Nacht der Lichter»

besteht aus Gesängen aus Taizé, Gebeten und

Stille. Ein Meer aus Kerzen wird die beiden Kirchen in

ein warmes Licht tauchen. Wie 2006 können auch

diesmal vor der Feier Ateliers besucht werden. Zwei

Brüder aus Taizé führen in einen Bibeltext ein. Nach

dem Gebet werden Klosterplatz und -gebäude zu Orten

der Begegnung. In der Bischofswohnung warten

die Brüder aus Taizé wie auch Bischof Markus Büchel

und der reformierte Kirchenratspräsident Dölf Weder

auf Gespräche mit Besucherinnen und Besuchern.

Hinweis: Das Gebet beginnt um 19.45 Uhr. Türöffnung

ist um 19 Uhr. Die Anmeldung für Ateliers und weitere

Informationen finden sich unter www.nachtderlichter.ch

forumKirche | 20-2008 27


Bistum Basel · Schaffhausen

Gemeinsame Erklärung beendet den Streit

Einvernehmliche Lösung im Fall Röschenz

Aus einer gemeinsam von Bischof Kurt Koch und

Franz Sabo unterzeichneten Erklärung zur «Causa

Röschenz» geht hervor, dass Franz Sabo wieder

Pfarradministrator von Röschenz/BL ist.

In der Erklärung bekundet der Priester Franz Sabo seine

Treue zum katholischen Glauben und seine Loyalität

gegenüber dem Bischof von Basel. Er verspricht, bei weiteren

Problemen den direkten Weg zum Bischof und nicht

über die Öffentlichkeit zu suchen. Bischof Koch setzte im

Einvernehmen mit dem Erzbischof von Bamberg, Sabos

Heimatbistum, und nach eingehender Besprechung im

Bischofsrat die über den Priester verhängte Suspension

ausser Kraft und wird ihm die entzogene Missio canonica

zurückgeben. Des Weiteren bestätigte der Bischof Sabo

als Pfarradministrator in der Pfarrei Röschenz.

Ende des Konflikts

Der Erklärung ist zu entnehmen, dass Koch und Sabo

sich im Spätsommer zu persönlichen Gesprächen unter

Ausschluss der Öffentlichkeit getroffen hatten, um Wege

aus der verfahrenen Situation zu suchen. Die Auseinandersetzungen

gehen auf August 2003 zurück, als

Sabo in der Basler Zeitung und in Gottesdiensten Bischof

Kurt Koch angegriffen hatte. Sabos Kritik war gegen

Kochs Beschluss gerichtet, keine dispensierten Priester

mehr als Gemeindeleiter einzusetzen. Mit der Suspension

vom 22. Oktober 2005 hatte Koch Sabo alle sakramentalen

und seelsorgerlichen Handlungen im Auftrag

der römisch-katholischen Kirche verboten. Sabos Anwalt

Franz Sabo darf nun wieder mit Segen

des Bischofs Gottesdienste feiern.

Bild: Roland Zumbühl

erklärte die Suspension für ungültig,

weil der Bischof Sabo nie angehört

und ihm somit nie die Möglichkeit

der Verteidigung eingeräumt hatte.

Bereits im September 2005 hatte

Koch dem Priester die Missio canonica

entzogen. In einem Aufsehen

erregenden Urteil vom September

2007 hatte das Kantonsgericht

Baselland entschieden, dass die

Kirchgemeinde Röschenz Sabo nicht

kündigen müsse, da Bischof Koch

beim Entzug der Missio Sabo das

rechtliche Gehör nicht gewährt und

ihm die Massnahme nicht ausreichend

begründet hatte.

Weitere Auswirkungen

Der Friedensschluss im Fall Röschenz

hat auch Auswirkungen auf

die Kirchgemeinde Kleinlützel/SO,

wo Franz Sabo früher tätig war.

Wegen der verworrenen Situation um

Sabo war die Pfarrei völlig zerstritten.

Verschiedene Mitglieder des Kirchenrates

traten zurück und es konnten

keine neuen gefunden werden. Die

Kirchgemeinde wurde daher durch

den Kanton Solothurn unter Zwangsverwaltung

gestellt. Deshalb schaltete

die Kirchgemeinde am 2. Ok -

tober 2008 Inserate, um neue Mitglieder

zu gewinnen. Zu diesem

Zeitpunkt war die Versöhnung zwischen

Bischof und Sabo noch nicht

bekannt. Die Kirchgemeinde hofft

nun, dass die neueste Entwicklung

die Suche erleichtern wird.

Kipa/rj

Kirchenträume klingen weiter

Das Kirchenfest – ein Erfolg

Die Schaffhauser Kirchen haben gemeinsam geträumt

– und weit über tausend Leute träumten mit! Das

Kirchenfest startete mit der Clairongarde und mit den

Klängen der Heilsarmee-Blasmusik endete es.

Zum Festgottesdienst versammelten sich rund 800 Gäs -

te auf dem Herrenacker. «Wir können uns heute keine

Grabenkämpfe mehr leisten», meinte Pfarrer Peter Steiger

von der Evangelisch-methodistischen Kirche im Kanton

Schaffhausen. Der Gottesdienst wurde auch vom

Schweizer Fernsehen übertragen. Vertreter und Vertreterinnen

der Landes- und Freikirchen stellten sich den

Fragen der Fernsehmoderatorin Irene Gysel.

Reichhaltiges Programm

Die Schaffhauser Kirchen luden bereits am Samstagabend

zu einem reichhaltigen Musikprogramm ein und

boten Gelegenheit, in andere Kirchen hineinzuschauen.

Wer den Weg in die Heilsarmee am Tannerberg fand,

Über 1000 Personen feierten mit, als Schaffhausens christliche Kirchen

gemeinsam träumten.

konnte sich von Franz Hohlers Kurzgeschichten

über «Gott und die Welt»

inspirieren lassen. Grossen Zulauf

fand die Nacht der Lichter im Müns -

ter mit Taizé-Liedern. In der Kirche

St. Johann traten sieben Chöre auf,

darunter auch Vertretungen anderer

Religionen. Die Jugendverbände bewiesen

mit einem Kinder- und einem

Jugendeventprogramm ihre Fähigkeit

zur Zusammenarbeit.

Bild: zVg

Das Kirchenfest war nicht nur auf die

Stadt Schaffhausen beschränkt: In

Schleitheim fand ein ökumenischer

Bettagsgottesdienst statt, in Stein

am Rhein ein Markt, in Thayngen ein

Kinderprogramm und ein Konzert mit

Kirchenchören des Reiat.

Doris Brodbeck/rj

28 forumKirche | 20-2008


Pastoralräume

Keine Vision für ein grosses Zentrum

Pastoralraum 4: Amriswil, Hagenwil, Romanshorn, Sommeri, Steinebrunn

Auf wenig Begeisterung stiess der

Vorschlag der Bistumsleitung, die

fünf Pfarreien zusammenzuschliessen.

Stattdessen entwickeln die

Menschen im Oberthurgau neue

Konzepte für Pastoralräume, die

den kirchlichen Realitäten besser

entsprechen.

Über bisherige Erfahrungen mit dem

geplanten Pastoralraum 4, der Amriswil,

Hagenwil, Romanshorn, Sommeri

und Steinebrunn zusammenschliessen

will, lässt sich nicht viel

sagen: «Bisher gab es keine Zusammenarbeit»,

schildert Gaby Zimmermann,

Gemeindeleiterin von Romanshorn,

die gegenwärtige Situation.

Und wo bislang nichts ist,

scheint auch nicht viel zu entstehen,

so zumindest der Tenor bei den Verantwortlichen

in der Seelsorge und

in den einzelnen Kirchgemeinden:

Der jetzige Vorschlag der Bistumsleitung

wird als wenig sinnvoll erachtet.

Die Lebensausrichtung der Bevölkerung

von Amriswil und Romanshorn

geschieht in zwei eigenständigen

Zentren, wobei einzelne Dörfer politisch,

schulisch und auch kirchlich zu

je einer der beiden Gemeinden Beziehungen

pflegen.

Grosser Raum ohne Verbindungen

In den fünf Pfarreien Amriswil, Hagenwil,

Romanshorn, Sommeri und

Steinebrunn leben insgesamt

10'600 Katholiken. Damit ist der

Pastoralraum 4 der zweitgrösste im

Kanton Thurgau; nur der Pastoralraum

11 mit Frauenfeld und umliegenden

Pfarreien ist mit 10’700

Kirchbürgern grösser. Da bis jetzt im

grossen, auch geografisch weit auseinander

gelegenen Pastoralraum 4

keine Zusammenarbeit stattgefunden

hat, ist vielerorts eine Aufteilung

des Raumes im Gespräch. In intensiven

Gesprächen wird die Zugehörigkeit

der verschiedenen kleineren

Orte in der Umgebung der beiden

grossen Pfarreien Amriswil und Romanshorn

geklärt. Dabei besteht für

Anne Zorell, Dekanatsleiterin des

Dekanats Arbon, die Schwierigkeit

nicht in einer Zusammenarbeit an

sich, sondern in der Tatsache, dass

von der Bistumsleitung her innerhalb

relativ kurzer Zeit, nämlich bis im Juli

2009, neue Strukturen auf neuen

Ebenen geschaffen werden sollen.

Änderungsvorschläge stehen im

Raum

Die Pfarreien Hagenwil und Sommeri

pflegten in der Vergangenheit geschichtlich

und auch organisatorisch

immer schon Beziehungen zur Pfarrei

Amriswil – ein Zusammenschluss

im Rahmen eines eigenständigen

Pastoralraums bietet sich an. Auch

zahlenmässig ist dies eine vertretbare

Lösung, denn mit beinahe

4000 Katholiken liegt der Pastoralraum

im thurgauischen Durchschnitt.

Hinzu kommt, dass die Schulgemeinden,

insbesondere die Oberstufe,

deckungsgleich sind. Die Kirch -

gemeindepräsidenten Jean Egli aus

Amriswil und Beat Eigenmann aus

Hagenwil sind überzeugt, dass die

bisher gelegentliche Zusammen -

arbeit verstärkt werden kann.

Für die Verantwortlichen der Pfarrei

Steinebrunn, mit einem Katholikenanteil

von gut 1400, war sehr schnell

klar, dass sie sich an den Pasto ral -

raum 1, also an die Pfarreien Arbon

und Horn, anschliessen wollen. Ein

entsprechender Antrag ist in Bearbeitung.

Die grosse Pfarrei Romanshorn mit seinen umliegenden

Dörfern liegt am Bodensee, einige Kilometer von Amriswil

entfernt und hatte bis anhin keine Beziehung zu den andern

Pfarreien.

Ziele gehen über Strukturen hinaus

Die Pfarrei St. Johannes Romanshorn

gilt als selbständige und personell

gut versorgt. Sie liegt sechseinhalb

Kilometer von Amriswil entfernt

und besteht aus Romanshorn, Salmsach,

Uttwil und einem Teil von Hatswil;

zusammen sind es knapp 4200

Katholiken. Zum jetzigen Zeitpunkt

sieht Romanshorn für sich eher eine

lose Zusammenarbeit in verschiedenen

Bereichen mit den umliegenden

Pfarreien. Von einem selbständigen

Pastoralraum will man noch nicht

sprechen. Manuel Bilgeri, Präses von

Jungwacht und Blauring Romanshorn,

stellt fest, dass sich die meisten Diskussionen um

strukturelle Fragen drehen: Zum Beispiel um die Einteilung

der Gottesdienste und des Religionsunterrichtes

oder um Räume, Ausstellungen und finanzielle Auswirkungen.

Für ihn wäre es viel wichtiger, dass man sich in

einer Zeit, in der die Kirche immer mehr Anhänger verliert,

bei der Bildung von Pastoralräumen auf den Inhalt

und nicht auf die Verpackung konzentrieren würde.

Gaby Zimmermann, Gemeindeleiterin in Romanshorn,

möchte Ziele erreichen, die ihr für das kirchliche Leben

der Menschen erstrebenswert erscheinen: «Es wäre

schon viel erreicht, wenn wir nicht nur uns selber organisieren,

sondern wenn es uns gelingt, trotz schwieriger

Personalsituation, die ja auch mit den Vorgaben der

Kirchenleitung zu tun hat, nahe bei den Menschen zu

bleiben und ihnen ein Stück Heimat zu sein».

Text und Bild: Ruth Jung

Was halten Sie von Pastoralraum 4? Entspricht er Ihren

Vorstellungen von einem sinnvollen pastoralen Lebensraum?

Senden Sie Ihre Meinung an:

redaktion@forumkirche.ch oder per Post: Redaktion

forumKirche, Postfach 234, 8570 Weinfelden

forumKirche | 20-2008 29


Kurse · Tagungen

Arbeitsstelle für kirchliche

Erwachsenenbildung

■ SchriftKultur Weltreligionen

Sie erhalten Einblick in religiöse Begriffe und

Bedeutungen in Bezug auf die Heilige Schrift in

der Arabischen Sprache und Schrift.

Daten: 23. Okt., 19.00 bis 22.00 Uhr

Ort: Kath. Pfarreizentrum Klösterli

Frauenfeld

SchriftKultur: Arabisch

Leitung: Maurus Blumenthal

Kosten: Fr. 40.-

Anmeldung: bis 22. Oktober an: Arbeitsstelle

für Kirchliche Erwachsenen -

bildung, Freiestr. 4, 8570 Weinfelden,

Tel. 071 626 11 51,

Fax 071 626 11 10,

E-Mail: keb@kath-tg.ch

Thurgauischer

Katholischer

Frauenbund

■ «Verzell mer doch äs Märli…»

Kommen Sie mit ins Land der Märchen und

graben Sie nach uralten Schätzen vergangener

Zeiten!

Daten:

Ort:

Thema:

Leitung:

Anmeldung:

5. Nov., 14.00 bis 16.30 Uhr

Kath. Pfarreizentrum Weinfelden

Ein Märchennachmittag für Gross

und Klein von 4 bis 104 Jahren

Monika Ricklin, Märchenpädagogin

bis 25. Oktober an: Cornelia

Gisler-Neff, Stählistr. 31, 8280

Kreuzlingen, Fax 071 672 99 16,

E-Mail: c.gisler-neff@bluewin.ch

Thurgauer Arbeitsstelle

für Behinderte

■ Swing Kids

Die Jugendjazzband vermag mit ihrer Musik

Kinder, Jugendliche und Erwachsene zu

begeistern.

Daten: 9. November, 17.00 Uhr

Ort: Bodansaal Romanshorn

Konzert: Jugendjazzband Swing Kids mit

Bandleader Dai Kimoto zu -

gunsten der TAB Freizeit- und

Bildungsangebote

Eintritt: Fr. 20.-; Fr. 10.- Kinder,

Jugendliche, IV

Reservation: TAB, Freiestr. 4, 8570 Weinfelden,

Tel. 071 622 37 55,

E-Mail: info@tab-thurgau.ch

Selbsthilfegruppe Chronische Schmerzen

Ein junger Mann sucht Frauen und Männer jeden

Alters mit chronischen Schmerzen, um

eine Selbsthilfegruppe zu gründen. Sein Ziel

ist, nicht aufzugeben, sondern sich gegenseitig

zu unterstützen, um das Leben mit ständigen

Schmerzen gut zu gestalten. Die Startphase

der Selbsthilfegruppe wird von einer Fachperson

begleitet. Anmeldung und Informationen

bei: Team Selbsthilfe Thurgau

Tel. 071 620 10 00, info@selbsthilfe-tg.ch

Wochenende für Erstkommunionkinder

und ihre Eltern im Bildungshaus Kloster Fischingen

7./8. Februar 2009 7./8. März 2009

14./15. Februar 14./15. März

21./22. Februar 21./22. März

28. Februar/1. März 28./29. März

Veranstaltungen

Sonntag, 26. Oktober, 19.15 Uhr

Kath. Kirche St. Maria Schaffhausen

Benefizkonzert «Afghanistan»

Schaffhauser Barocktrio: Marianne

Knecht, Flöte; Victor Locher, Oboe;

Karin Binotto, Violoncello; Christoph

Honegger, Cembalo

Werke von Telemann, Graun, Quantz,

Williams

Montag, 27. Oktober, 20.00 bis

22.00 Uhr

Bildungsstätte Sommeri

Glaubensseminar «Komm und sieh»

Leitung: Urban Camenzind, Diakon

Pfarrei Sommeri

Montag, 27. Okt., 7.30 bis 7.45 Uhr

St. Annakapelle Münster

Schaffhausen

Ökumenische Morgenbesinnung

vor der Grossratssitzung

Willi Gubler

Sonntagslesungen

19. Oktober

29. Sonntag im Jahreskreis

Erste Lesung: Jes 45,1. 4-6

Zweite Lesung: 1 Thess 1,1-5b

Evangelium: Mt 22,15-21

Diözesanes Opfer für den

Ausgleichsfonds der Weltkirche

Missio

Das Missionswerk Missio unterstützt

Seelsorge und Ausbildung in den

ärmsten Gebieten der Welt.

26. Oktober

30. Sonntag im Jahreskreis

Erste Lesung: Ex 22,20-26

Zweite Lesung: 1 Thess 1,5c-10

Evangelium: Mt 22,34-40

Thurgauer Opfer für das

Studentenpatronat

Junge Menschen, die sich an einer

höheren Schule ausbilden lassen –

darunter auch einige Theologie -

studierende – werden unterstützt.

TUT DIES ZU MEINEM GEDÄCHTNIS

Veranstalter: Katechetische Arbeitsstelle der kath. Landeskriche Thurgau

Den Detailprospekt mit Anmeldetalon sowie das Programm erhalten Sie bei Ihrem Pfarramt

oder beim Sekretariat der Katechetischen Arbeitsstelle Weinfelden, T 071 626 11 41

30 forumKirche | 20-2008


Anderssprachige Missionen · Radio und Fernsehen

Gottesdienste

Albaner-Mission

Samstag, 18. Oktober 19.30 Uhr St. Stefan Kreuzlingen

Sonntag, 19. Oktober 13.00 Uhr St. Nikolaus Wil SG

Sonntag, 26. Oktober 13.00 Uhr St. Nikolaus Frauenfeld

Italiener-Mission Kreuzlingen-Weinfelden

Samstag, 18. Oktober 19.00 Uhr St. Albin Ermatingen

Sonntag, 19. Oktober 10.05 Uhr St. Ulrich Kreuzlingen

11.15 Uhr St. Johannes Weinfelden

Samstag, 25. Oktober 17.30 Uhr St. Jakobus Steckborn

19.15 Uhr St. Peter und Paul Sulgen

Sonntag, 26. Oktober 10.05 Uhr St. Ulrich Kreuzlingen

11.15 Uhr St. Johannes Weinfelden

Italiener-Mission Frauenfeld-Sirnach

Sonntag, 19. Oktober 09.15 Uhr Klösterli Frauenfeld

11.00 Uhr St. Remigius Sirnach

19.00 Uhr Stadtkirche Frauenfeld

Samstag, 25. Oktober 18.00 Uhr Bruder Klaus Diessenhofen

Sonntag, 26. Oktober 09.15 Uhr Klösterli Frauenfeld

11.00 Uhr St. Remigius Sirnach

Italiener-Mission Amriswil

Samstag, 18. Oktober 18.00 Uhr St. Stefan Amriswil

Donnerstag, 23. Oktober 19.00 Uhr Werktagskapelle Amriswil

Samstag, 25. Oktober 19.15 Uhr St. Stefan Amriswil

Donnerstag, 30. Oktober 19.00 Uhr Werktagskapelle Amriswil

Kroaten-Mission

Samstag, 18. Oktober 19.00 Uhr St. Martin Arbon

Sonntag, 19. Oktober 10.00 Uhr Kirche Bernrain Kreuzlingen

12.00 Uhr Klösterli Frauenfeld

17.30 Uhr St. Peter Schaffhausen

Sonntag, 26. Oktober 10.00 Uhr Kirche Bernrain Kreuzlingen

12.00 Uhr Klösterli Frauenfeld

17.30 Uhr St. Peter Schaffhausen

Portugiesen-Mission

Samstag, 18. Oktober 19.00 Uhr Klösterli Frauenfeld

Sonntag, 26. Oktober 09.00 Uhr St. Stefan Kreuzlingen

10.30 Uhr Michaelskapelle Bischofszell

Radio

«Morgengeschichte». Impuls zum neuen Tag vom

20. bis 25. Oktober Flurin Caviezel, vom 27. Oktober bis

1. November Katja Alves. 6.40/8.50 Uhr DRS1.

Samstag, 18. Oktober

Zwischenhalt. Unterwegs zum Sonntag mit den Glocken

der röm.-kath. Kirche Altstätten SG. 18.30 Uhr DRS1.

Sonntag, 19. Oktober

Römisch-katholische Predigt. Franziska Loretan-

Saladin, Theologin, Luzern. 9.30 Uhr DRS2.

Sonntag, 26. Oktober

Römisch-katholische Predigt. Direktübertragung aus

der Pfarrkirche St. Jakob Cham. Pfarrer Thomas Rey leitet

den Gottesdienst und Diakon Urs Corradini hält die

Predigt. 9.30 Uhr DRS2.

Fernsehen

Samstag, 18. Oktober

Wort zum Sonntag. Alexandra Dosch. 19.55 Uhr SF1.

Sonntag, 19. Oktober

Katholischer Gottesdienst. Aus der Gemeinde

St. Clemens in Viersen-Süchteln. 9.30 Uhr ZDF.

Samstag, 25. Oktober

Wort zum Sonntag. Thomas Joller. 19.55 Uhr SF1.

Mittwoch, 29. Oktober

Stationen. An der Schwelle zum Tod – Diagnose und

Entscheidungen. 19.00 Uhr BR.

Filmtipp

Spanier-Mission

13. bis 24. Oktober Ferien

Samstag, 25. Oktober 19.00 Uhr St. Maria Schaffhausen

Sonntag, 26. Oktober 10.30 Uhr Klösterli Frauenfeld

Radio Top

20. bis 25. Oktober: Markus Hediger

27. Oktober bis 1. November:

Christian Randegger

Montag bis Samstag, ca. 6.45 Uhr

Chilefenschter

19. Oktober: Debora Berweger und

Andreas Lange

25. Oktober: Roland Stoller

Sonntags nach den 8-Uhr-Nach -

richten bis 8.30 Uhr

Schaffhauser Fernsehen SHf

Gedanke zum Wuchenänd

18. Oktober: Martin Bühler

25. Oktober: Beat Frefel

Samstags ab 19.00 Uhr

Radio Munot

Notizen zum Sonntag

18. Oktober: Karl Rechsteiner

25. Oktober: Martin Bühler

Jeden Samstag, 18.50 Uhr

Unterwegs – ein kirchliches

Magazin aus Schaffhausen

26. Oktober: 8.00 bis 9.00 Uhr.

WH: 22.00 bis 23.00 Uhr

Silent Light

Eine Dreiecksbeziehung im Milieu der Mennoniten

und Wiedertäufer Mexikos: Johan ist Familienvater,

der mit Frau und Kindern am Tisch sitzt. Die Idylle

täuscht: Johan hat sich in eine andere Frau der bäuerlichen

Gemeinschaft verliebt, was für alle Beteiligten

sichtbar wird. Die Rituale der Mennoniten bleiben im

Hintergrund, doch die Fremdheit dieser religiösen

Gemeinschaft ist der entscheidende Punkt für die

beschauliche Bewegung. Der Film bietet einen Kinomoment

der Stille.

«Silent Light». Frankreich/Mexiko 2007. Regie: Carlos

Reygadas. Darsteller: Cornelio Wall Fehr, Miriam

Toews, Maria Pankratz.

Kinostart: 9. Oktober in Zürich, Luzern und Basel

forumKirche | 20-2008 31


Kalenderblatt · Zum Schluss

AZA 9403 Goldach

Pfarreiblatt der Bistumskantone Schaffhausen und Thurgau

Veranstaltungen

Sonntag, 19. Oktober, 9.30 Uhr

Klosterkirche Fischingen

Messe für Chor, Alphörner u. Pauke

von Franz Schüssele; mit dem Kantonalchor

der Thurgauer Trachtenvereinigung

Sonntag, 19. Oktober, 19.30 Uhr

Evang. Kirche Horn

Ökumenischer Abendgottesdienst

mit Gesängen aus Taizé

Pfarrgemeinden Horn

Montag, 20. Oktober, 20.00 Uhr

Evang. Kirchgemeindehaus Kreuzlingen

Wie fing es mit der Kirche an?

Referent: Dr. Walter Kirchschläger

Montag, 20. Oktober, 20.15 bis 22.00 Uhr

Kath. Kirche Welfensberg

Segnen – Heilen – Kräfte aus dem Glauben

Referentin: Beatrice Anderegg

Pfarreirat Bussnang-Leutmerken

Montag, 20. Oktober, 20.00 bis 22.00 Uhr

Bildungsstätte Sommeri

Glaubensseminar «Komm und sieh»

Leitung: Urban Camenzind, Diakon

Pfarrei Sommeri

Montag, 20. Oktober, 20.15 bis 21.45 Uhr

Hirschensaal Neunkirch

Meditationstanz und Meditationstexte

Leitung: Rösli Koller

Sonntag, 26. Oktober, 16.00 Uhr

Bibliothekssaal Kloster Fischingen

Kammermusik mit dem Gracia Abril Quartett

Gabriel EstarellasPascual, Melinda Suat-Lee

Stocker, Violine; Lea Gabriela Heinzer, Viola;

Ilia Andrianov, Violoncello. Werke von Turina,

Schuman, Abril

Sonntag, 26. Oktober, 17.15 bis 18.00 Uhr

Kapelle Blindenzentrum Landschlacht

Meditativer Ausklang

Melodien-Texte-Augenblicke der Stille

Leitung: Myrijam Blank

Sonntag, 26. Oktober, 19.00 Uhr

Kath. Kirche Münchwilen

Taizé-Gottesdienst

Pfarrei St. Antonius Münchwilen

Sonntag, 26. Oktober, 19.00 Uhr

Kath. Kirche St. Ulrich Kreuzlingen

Ökumenisches Taizé-Abendgebet

Pfarrei St. Ulrich Kreuzlingen

Weitere Veranstaltungen auf Seite 30

Gemeinsam unterwegs

In vielen Thurgauer Pfarreien hat wieder ein neuer

Firmkurs begonnen. Auch bei uns im Hinterthurgau,

in den Pfarreien Au, Fischingen, Dussnang und

Bichelsee haben sich insgesamt 38 Jugendliche

für den Weg der Firmung entschieden. In der ersten

Lektion werden die Firmanden aufgefordert

aufzuschreiben, weshalb sie sich überhaupt firmen

lassen wollen. Die Antworten erstaunen mich immer

wieder:

• Ich will mehr über den Glauben erfahren und

näher zu Gott kommen.

• Ich kann zum ersten Mal selber Ja zu Jesus

sagen.

• Ich hoffe, dass ich meinen Glauben stärken und

ver tiefen kann.

Mit den jungen Menschen gemeinsam auf dem

Weg zur Firmung zu sein, freut und stärkt auch uns

im Vorbereitungsteam.

Ebenfalls gemeinsam unterwegs waren wir an einem

Samstag Ende September. Mit 87 Ministrantinnen

und Ministranten reisten wir nach Graubünden,

um die neu restaurierte Kathedrale zu sehen.

Anschliessend war Gelegenheit, auf der Rodelbahn

in Churwalden Energien loszuwerden. Die Kinder

und Jugendlichen und natürlich auch ich genossen

die Schussfahrten hinunter ins Tal!

Gemeinsam unterwegs mit anderen Menschen:

Meistens will man ein Ziel erreichen. Doch oft sind

es im Nachhinein der Weg und die vielen gemeinsamen

Erlebnisse, die in unserer Erinnerung

bleiben und unser Leben

so bereichern.

Cornel Stadler

Katechet an der Oberstufe

Fischingen und Bichelsee-

Balterswil

In der Reihe «Zum Schluss» kommen Ansichten und

Meinungen zu Wort: Unser Team besteht aus acht

Personen, die abwechselnd unsere letzte Seite mit

Impulsen, Berichten und Betrachtungen gestalten.

Impressum · Arbeitszeiten Sekretariat: Mo, Di, Do, Fr: 09.00 bis 11.00 Uhr

32 forumKirche | 20-2008

An die Abonennten: Adressänderungen sind

an das jeweils zuständige Pfarramt Ihrer

Wohn gemeinde zu richten. – In der Stadt

Schaffhausen Wohnhafte an die Katholische

Kirchenverwaltung, T 052 624 51 51.

REDAKTION

«forumKirche», Postfach 234, 8570 Weinfelden

T 071 626 11 71, F 071 626 11 70

redaktion@forumkirche.ch, www.forumkirche.ch

Ann-Katrin Gässlein, leitende Redaktorin

T 071 626 11 72

Ruth Jung-Oberholzer, red. Mitarbeiterin

Redaktionssekretariat: Cécile Lehmann

T 071 626 11 73

sekretariat@forumkirche.ch

Beiträge für den allgemeinen Teil sind bis

13 Tage (Freitag) vor dem Erscheinungsdatum

der leitenden Redaktorin zu senden.

Erscheint alle 2 Wochen

Herausgeber

Katholische Landeskirchen Thurgau und

Schaffhausen · Pressverein Genossenschaft

Pfarreiblattkommission

Präsidentin: Ulrike Zimmermann, Regional -

verant wortliche, Bischofsvikariat St.Viktor,

Abendweg 1, 6006 Luzern

T 041 419 48 45, F 041 419 48 29

Druck: AVD Goldach, Sulzstrasse 10

9403 Goldach, T 071 844 94 44

F 071 844 95 55

Layout: dfp Kommunikation AG

Marktstrasse 28, 8570 Weinfelden

(Zustelladresse für Pfarreiteil)

T 071 626 22 22, F 071 626 22 23,

layout@dfp.ch

Für den Pfarreiteil ist das entsprechende

Pfarramt verantwortlich.

INSERATE: Inserateverwaltung «forumKirche»

Postfach, 8570 Weinfelden,

T 071 626 11 73, F 071 626 11 70

sekretariat@forumkirche.ch

Inserate-Annahmeschluss: bis spätestens 8

Tage (Donnerstag, 10 Uhr) vor dem Er schei -

nungsdatum (Auflage: 44 000 Exemplare)

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine