Abrahams V/idder. Nur zwei dieser in Maraccis mit denen, die Dapp

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Abrahams V/idder. Nur zwei dieser in Maraccis mit denen, die Dapp

EINY/ANDE GEGEN DEN ISL,TM

TM WE ST-O ST LIC H EN D I VAN

I. AUSEINÀNDERSETZUNG MIT DEM

FRAUENBILD DES ISLAM

DFrâLrcn sollen nichts verliercn. . .<

Das.Frauenbild des Islam unterscheidet sich erhebiich vom

Bild der arâbischen Frau heidnis cher Zeiten, wie es sich in der

vorislamischen Beduinenlyrik spiegelt.l Dort erschien die

Frau in einer erstaunlich freien, vom Manne unabhängigen

Lebensweise, während sie nach Einführung des Islam nur

noch in der dienenden Rolle als'Wesen zweiter Ordnung begegnet.

Mit diesem Frauenbild des lslam hat Goethe sich auseinandergesetzt,

und lvenn er im >,\rabereine düstre Religionshülle< übergeworfen, so

wurde er zu dieser Metaphernsprache gewiß inspiriert durch

die Art der Verhüllung, denen die Frau ir-r den Ländern des

Islam unterwo rfen is t. Irn Ge gens at z zLTrn ofthodo xen Judentum,

Christentum und Islam hielt Goethe nämlich die Frau

nicht grundsätzlich für ein Geschöpf minderen Ranges.

Die moralische Basis für die traditionelle Abwertung und

Geringschätzung der Frau im Bereich der mosaischen und

christlichen Religion ist bekanntlich die Überlieferung vom

Sündenfall im Alten Testament (r. Mose 3), wo 'rdas

V/eib<

mit dem Bösen identifiziert wird. In der islamischen Tiadition

hingegen ist r>Eva niemals für den Fall Adams verantwortlich

gemacht wordenselten solche Höhen

des Hasses erreicht wie mittelalteriiche christliche Schriftsreiler

in ihren Tiraden über die Frauen und ihre Verdamrnungo.3

Jenes Gefühl der Verachtung, das man so oft im

1 Vgl. oben S. 76 mit Fußnote z.

2 Ygl A. Schinrnrel, Mystßclrc l)imensionen ¡les Islam a. a. O. S. 487.

3 Ebd.

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