Abrahams V/idder. Nur zwei dieser in Maraccis mit denen, die Dapp

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Abrahams V/idder. Nur zwei dieser in Maraccis mit denen, die Dapp

ersten großen dramatischen \X/erk - Cötz uon Berlichingen -

>die Frau die Krone der Schöpfung< nenntl uncl sich gegen

ihre Herabsetzung wendet:

Scheltet die Weiberl . . . Aber laßt mich euch was von Mannslcuten

erzählen. V/as seid denn ihr . . .? Ihr, die ihr sclten seid was ihr

sein wollt, niemals was ihr sein solltet.2

Als ein Fürsprecher der Frauen setzte Goethe sich immer wieder

zur'Wehr gegen ihre Verachtung, wie sie damals auch in

Gesellschaft und Literatur gang und gäbe war.3 Noch in spätenJahren

nannte er im Gespräch mit Eckermann einen seiner

Gründe, warum er ein Dichter der Frauen geworden sei:

Frauen sind das einzige Geñß, was uns Neuercn noch gcblieben

ist, um unsere Idealität hinein zu gießen. Mit den Männern ist

nichts zu tun. Im Achiil und Odysseus, dem Täpfersten und

Klügsten, hat dcr F{omer alles vorweggeno-men.4

Bei solcher grundsätzlich höheren Einschãtzung der Frau ist

es nicht verwunderlich, daß er auch von der herkömmlichen

islamischen Einstellung zur Frau abwich und sie ironisierte.

Zwar glbt es bei Goethe keine direkte Polemik gegen die Behandlung

der Frau im Islam, aber bei genauerem Zusehen

bemerkt man, wie der Dichter die Haltung des Propheten

Mohammed doch in sehr dezidierter'Weise kritisiert.

,Ais Goethe die Sunna studierte,s traf er wiederholt auf

frauenfeindliche Vorstellungen, die deutlich bekunden, wie

geringschätzig Mohammed irn allgemeinen von Frauen gedacht

hat. Goethe las dort u.a. folgenden Rat des Propheten

an die Männer:

1 Còtz uon Berlithingen,,\kt r, Herberge in \íalci, Martin (WA r 8, ró).

2 Ciitz uon BeÍitlùngen, Akt z, Bamberg, Adelheid (WA r 8, 73).

3 Wegen ihrer frauenverâchtlichen Tendenzen kritisiertc er die oberen

Stände in f)eutschland (WA r 3 3, 3 77), wie er auch die englische Lireratur des

I8. Jahrhundcrts der Frauenfeindlichkeit zieh (WA t 28, z16).

4 Gesprãch vom 5.Juli r8z7 (Houben S. zoz).

5 Inr e rsten Band der Førlgruben des Oríents (Wien i 8o9), wo sich S. r44- I tì8

und S. 277-3ió siebenhundert Auszüge aus der mündlíchen übtrliefennt.q Mohammeds

lìnder-r, die J. v. ËIammer aus über siebentausend ausgewählt und

übersetzt hatte.

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