Abrahams V/idder. Nur zwei dieser in Maraccis mit denen, die Dapp

katharinamommsen.org

Abrahams V/idder. Nur zwei dieser in Maraccis mit denen, die Dapp

uhmvolle Erwähnung inl' Koran veranlaßte viele islamische

Dichter, jene Liebesgeschichte kunstvoll poetisch zu erweitern

und aufs schönste auszuschmücken. Zahlreiche Versio*

nen sind überliefert; die am meisten gepriesene von Dschami

kannte Goethe aus den Fundgruben des Orients.l Jene berühmte

Liebesgeschichte aus islamischer Tiadition, in der Jussuphs

und Suleikas Liebe als leidenschaftlich brennend, aber keusch

geGiert wird, veranlaßte Goethe, die Geliebte im West-östlichen

Diuan unter dem Namen Suleiþa zu besingen. Unwillkürlich

bezieht der Leser von Auseywählte Frauen die Suleika-

Strophe auf die Suleika des Diuan. Das aber war gerade

Goethes ,\bsicht. Indem er an die Stelle Ahias bzw. Asias die

gleichfalls aitägyptische Suleika setzte, erreichte er, daß die

Heldin des Buchs Suleika in die Reihe der rAuserwählten<

trat, die das Paradies erlangen., Aus der Perspektive des Westöstlichen

Diuans erscheint das nur als eine besonders sublimierte

Preisung der Geliebten. Ihre eigentliche Bedeurung

erhält aber die Suleika-Strophe erst, beâchter man die in ihr

liegende Opposition gegen den islamischen Vollkommenheits-Kanon.

Goethe deutet an: auch eine Frau, die ihm selber

begegnet war, konnte Vollkommenheits- und Paradiesansprüchen

genügen, sofern sie Vorzüge wie seine Suleika

besaß. Auch Hatems Suleika >glanzt< - wie nach muslimischer

Tradition die Frau des Potiphar - als >der Entsagung

1 Die wichtigsten Partien derJussuph-Überlieferung des Korans iauten in

Hammers Übersetzung (Fundgruben des Oríents. Bd. z. S. 357f.): >Jussuf xn.

Sura: . . .4. Wir wollen dir erzählen die schönste der Geschichten, die offenbaret

wird im Koran . . . 25. Sie sehnte sich nach ihm, er sehnte sich nach ihr,

und hâtt' e¡ nicht geschaut ein offenbares Zeichen seines Flerren; er wäre

unterlegen. So wandten wir [,{.llah] von ihm das Böse und das Laster; er war

von unseren aufrichtigen Dienern. . . 33. Ich begehrte ihn seiner Seele willen.

Er widerstand... 3J. . . . Und das Weib des Großen (Vesirs) sprach: nun

ist die Wahrheit offenbar. Ich begehrte seiner Seele (seiner Person). Er ist

von den [/ahrhaftigen...< - In den Fundgruben traf Goethe in Bd. 3

S.3o8ff., 8d.4. S. r73ff. und Bd. 5 S. 3z7ff. aufJussufund Suleicha, ein

romantisthes persisthes Cedicht von Mevlana Âbdur-rahman Dschami, übersetzt

von Yinzenzv. Rosenzweig. Do¡t wird auch hingewiesen aufein türkisches

EposJosephus et Suleicha.

384

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine