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Untitled - Helda

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SOCIETAS PIU) FAUNA ET FLORA FENNICA<br />

ACTA<br />

BOTANICA FENNICA<br />

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Viikin tiedekirjasto<br />

Vetenskapliga biblioteket i Vik<br />

Viikki Science Library<br />

HELSINGIN YLIOPISTO<br />

HEI.SINGFORSiAE<br />

1925


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ACTA P.OTAXICA FFCNXICA 1, X:o !<br />

DIE ARTENZAHL ALS PFLANZENGEOGRAPHISCHER<br />

CHARAKTER<br />

SOWIE<br />

DER ZUFALL UND DIE SÄKULARE LANDHEBUN(i<br />

ALS PFLANZENGEOGRAPHISCHE FAKTOREN<br />

EIN PFLANZENGEOGRAPHISCHER ENTWURF,<br />

BASIERT AUF MATERIAL AUS DEM<br />

ÅLÄNDLSCHEN SCHÄRENARCIIIPEL<br />

VON<br />

A L V A R<br />

P A L M G R E N<br />

Mit zwei Karlen<br />

(Eingegangen ini September 1924)<br />

HELSINGFORS 1925


HELSINGFORS<br />

1 9 2 5<br />

DRUCK VON A.-G. F. TII^GMANN


Meiner Gattin, der treuen Mitarheiterin hei meinen Studien<br />

auf Åland.


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INHALTvSÛBERvSlCIIT.<br />

Vorwori ' 7<br />

I. Leitende Gesichispunkte<br />

Die Bcdeutiiiig eiiier eingehcnden Kenntnis des Vorkonimeiis luid<br />

der Verbreitung der einzehun Arten iiincrhalb kleinerer pflanzengeograpliisclier<br />

Gebicte<br />

Eine Schärenlandschaft (skärgård) als pflanzxngeograpliisclies Untersuehungsobjekt<br />

15<br />

II. Die Artenzahl als pflanzengeographischer Char akter '..... 18<br />

Zur Frage von Artenzahl nnd Areal 32<br />

III. Die hohe Artenzahl auf Åland nnd einige ihrer Ursachen 44<br />

1. Die Artenzahl auf Åland 44<br />

2. Die Entfernung und die Exposition fiir die Bewachsung als<br />

pflanzengeographische Faktoren 57<br />

3. Die säkulare Landhebung als pflanzengeographiseher Faktor . . GG<br />

4. Die vSchärenlandschaftsnatur eines Gebietes als pflanzengeographischer<br />

Faktor 85<br />

5. Der niosaikartig zersplitterte I.andschaftscharakter als wirksanier<br />

Faktor 80<br />

IV Einige Ziige der Verteilung der Arten aiif Åland und die wahrscheinlichen<br />

Ursachen dazu 92<br />

1. Gleichniässig verbreitete Arten 93<br />

2. Nach Osten zu abnehmende Frequenz; die Entfernung als wirksamer<br />

Faktor 97<br />

Arten an ihren Grenzlinien 102<br />

3. Ungleiehniässiges Vorkonimen infolge verschieden giinstiger<br />

Exposition fiir die Bewachsung 108<br />

4. Gruppenweises Vorkonimen; die Exposition fiir die Bewachsung<br />

und die Entfernung als Faktoren 111<br />

5. Unterschiede zwischen der Flora in den Kiisten- und Schärengegenden<br />

Ålands nnd in dessen zentraleren Teilen. Kiistenflora<br />

imd Binnenlandsflora 113<br />

6. Seltene Arten 117<br />

V. Der Zufall als pflanzengeographischer Faktor 124<br />

Literaturverzeichnis i 1 39<br />

Zwei Karten<br />

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Vorwort.<br />

Die vorliegende Studie will teils einige Beiträge zu der Kenntnis und dem<br />

Verständnis der Vegetation und Flora von Åland geben, teils die Aufmerksamkeit<br />

auf einige Probleme lenken, denen ein allgemeineres pflanzengeograpliisches<br />

Interesse zuzukommen sclieint und die daher in die pflanzengeographische<br />

Diskussion aufzunehmen sein durften. Sie ist entstanden,<br />

während der Verfasser mit der Einsammlung und Bearbeitung von Material<br />

fiir einige neue Studien ûber die Pflanzenwelt von Åland, u. a. iiber die der<br />

Ufer beschäftigt war. Die Darstellung befasst sich mit mehreren untereinander<br />

recht verschiedenen Problemen, die sich infolge der spezifischen Verhältnisse<br />

auf Åland gegenseitig beriihren. Ein nälieres Eingehen auf dieselben<br />

hätte jedes zu einer besonderen Untersuchung fiir sichgemacht. Dies hat dem<br />

Verfasser jedoch diesmal seine Zeit nicht gestattet. Die Darstellung will also,<br />

wie auch der Titel andeuten soli, zunächst als eine vorläufige Mitteilung,<br />

als ein Arbeitsprogramm aufgefasst sein.<br />

Uni Missverständnissen vorzubeugen, sei ausdriicklichhervorgehoben, dass<br />

in dieser Schrift keine Darstellung aller der Faktoren gegeben werden soil,<br />

die bestimmend auf die Vegetation von Åland eingewirkt haben. Vielniehr<br />

werden hier nur einige solche beachtet, die bei der pflanzengeographischen<br />

Diskussion wesentlich iibersehen worden sind. Von Faktoren, die mächtig<br />

dazu beigetragen haben, der åländischen Pflanzenwelt ihren Charakter zu<br />

verleihen, und die in bezug auf den Grad ihrer Wirkungen noch näher zu beleuchten<br />

sind, seien das auf Åland herrschende insulare Kiima und der vielerorts<br />

kalkhaltige Boden genannt (siehe Verf.: »Studier öfver löfängsområdena<br />

på Åland. Ett bidrag till kännedomen om vegetationen och floran på torr och<br />

på frisk kalkhaltig grund». I, 1915, S. 110—115).<br />

Dankbar erwähne ich, dass ich fiir das fiinfte Kapitel »Der Zufall als<br />

pflanzengeographischer Faktor» mit Herrn Dr. ARVI GROTENFELT, Professor<br />

der theoretischen Philosophie und Herrn Dr. GUNNAR LANDTMAN,<br />

Dozent der Soziologie an der Universität Helsingfors, habe Riicksprache<br />

nehmen können. Beini Einsanimeln, Ordnen und Bearbeiten des Materials<br />

hat mir wie friiher meine Frau die grösste Hilfe geleistet. Schiesslich will


8 A. Palmgren, Die Arteiizahl als pflaiizcngeograpliisclier Charakter<br />

ich erwähnen, dass ich Gelegenlieit gehabt habe, mit meinen Freunden Herrn<br />

Prof. Dr. J. G. GRANÖ und Herrn Dozent Dr. ERNST HÄYRÉN die in der<br />

Abhandlung beriihrten Probleme zu besprechen; besonderen Dank schulde<br />

ich Herrn Prof. Granö ftir sein grosses Entgegenkommen sowie fiir die<br />

guten Ratschläge, die er mir in seiner Eigenschaft als Sekretär der Geographischen<br />

Gesellschaft Finnlands erteilt hat. —Das auf Schwedisch verfasste<br />

Original ist giitigst von Herrn Prof. Dr. GUSTAV SCHMIDT, I,ektor<br />

der deutschen Sprache an der Universität Helsingfors, ins Deutsche iibersetzt.<br />

Fur eine Unterstûtzung, die mir aus dem Sohlbergschen Donationsfonds<br />

der Finnischen Wissenschaftssozietät gewährt worden ist, erlaube ich<br />

mir meinen besten Dank auszusprechen.<br />

Vorliegende Arbeit erscheint gleichzeitig in Fennia 46, N:r 2, und Acta<br />

Botanica Fennica 1, N:r 1.


Leitende Gesichtspunkte.<br />

Die Bedeutuiig einer eingehenden Kcnntnis des Vorkommens und der \'erbreitung<br />

der einzelnen Arten innerhalh kleinerer pflanzengeographiscJier Gebiete.<br />

Bei meinen Studien iiber die Pflanzenwelt des in so vieler Hinsicht einzig<br />

dastehenden åländischen Schärenarchipels ist es der leitende Gesichtspunkt<br />

gewesen, die Darstellung der Flora auf eine mögliclist exakte Feststellung<br />

der Verbreitung, Frequenz und Dichtigkeit der einzelnen Arten innerhalb<br />

des Gebietes zu griinden. In bezug auf die Vegetation wurde eine Detailkenntnis<br />

der Zusammensetzung und Struktur der einzelnen Pflanzengesellscliaften<br />

angestrebt. Uber den damit verbundenen Zvveck habe ich friiher berichtet<br />

(1915, S. 40—41; 1917, S. 614—615 = 1922 B, S. 117—118 und Vorbenierkung<br />

daselbst; 1921, S. 27—28), ebenso uber die Methode, die ich fiir die Ivinsammlung<br />

des Materials ausgebildet habe (1917, S. 484 = 1922 B, S. 7).<br />

Ks ist daher an dieser Stelle nur eine kurze Zusammenfassung vonnöten:<br />

Es hat mir offenbar geschienen, dass eine wirklich exakte Kenntnis des<br />

Vorkommens und der Frequenz der Arten in einem gewissen kleineren pflanzengeographischen<br />

Gebiet wie z. B. Åland geeignet sein werde, audi die Gesetze<br />

der Verbreitung der Arten im Grossen zu beleuchten. Ja, noch mehr:<br />

ein tieferer Einblick in die Ursachen dieser Verteilung im Grossen diirfte<br />

wohl kaum ohne einen genauen Einblick in die Verteilung im Detail und in<br />

die Gesetze, die hierbei gewirkt haben, möglich sein. 1st es doch diese Verteilung<br />

im Detail, das lycben und das Fortbestehen der einzelnen Art an der<br />

einzelnen Wohnstätte, was den Grund und die Voraussetzung des \"orkommens<br />

auch im Grossen biidet, ganz ähnlich, wie die Lebensbedingungen der<br />

einzelnen menschlichen Individuen und Familien die Voraussetzung zu der<br />

Stärke und dem Fortschritt des Gemeinwesens darstellen. Auf einen Einblick<br />

in diese Gesetze der Verbreitung im allgemeinen haben meine Studien<br />

zunächst abgezielt. Zu einem solchen Studium bietet aber Aland die denkbar<br />

besten Voraussetzungen.


10 A. Palmgren, Die Arteiizahl als pflaiizcngeograpliisclier Charakter<br />

Hine natiirliclie Konsequenz des oben Gesagten ist, dass die Pflanzengeographie<br />

sich in ihreni Streben, die Verbreitung der Arten zu erklären, vor die<br />

Notwendigkeit einer eingehenden Kenntnis der Biologie und Ökologie der<br />

einzelnen Arten gestelit sieht. Dies ist ebenso selbstverständlich, wie dass<br />

der Aufbau des natiirlichen Systems eine eingehende Kenntnis der einzelnen<br />

systematischen Formen erfordert, — ebenso natiirlich, wie dass eine<br />

tiefere Auffassung von der menschlichen Geschichte und den Gesetzen,<br />

die in dieser vvirken, als Voraussetzung einen Einblick in die menschliche<br />

Psychologic heischt. Die Arten der Pjlanzcnsystematik im weiteren und engeren<br />

Sinn repräsentieren ganz natiirlich audi fUr die Pflanzengeographie die åussersten<br />

Einheiten. Es miissen also ihre Natur und ihr Charakter vom pjlanzengeographischen<br />

Gesichtspunkt aus aufgehellt werden. Mit diesen Gesichtspunkten<br />

als Deitstern bin ich an das Studium des Seedorns gegangen (Hippopliaës<br />

rhamnoides auf Åland, 1912; s. S. 7).^) Dabei war es weniger gerade auf<br />

diese Art abgesehen als darauf, die Wichtigkeit eines solchen Detailstudiums<br />

einer einzelnen Art hervorzuheben.<br />

Ivs hat einen Mangel der pflanzengeographischen Forschung bedeutet,<br />

1) In meiner Studie »Die Entfernung als pflaiizcngeographischer Faktor», 1921,<br />

wird (S. 22) im Zusammenhang mit den Vegetationsgrenzen nnd der Schwierigkeit,<br />

die Ursaclien derselben zu ermitteln, hervorgehoben:<br />

»Uni grössere Sicherheit bei der Beurteilung der hierhergehörigen Fragen<br />

zu gewinnen, diirfte vor allem ein genaues und allseitiges Studium der Ökologie<br />

und der Verbreitungsverhältnisse der einzelnen Arten vonnöten sein, ein Studimn<br />

mit weit grösseren Anspriichen als denjeiiigen, die bisher im allgemeinen<br />

fUr die Kenntnis der Stellimg der einzelnen Arten in der Natur geltend gemacht<br />

worden sind. Es scheinen grosse Aussichten dafiir zu bestehen, dass man, wenn<br />

nach imd nach eine grössere Anzahl solcher Untersuclumgen ausgefiihrt sind<br />

und die ]\Iethodik vertieft worden ist, einen viel festeren Aiisgangspmikt zuni<br />

Verständnis der Zusannnensetzung der Vegetation, als man bisher besitzt, gewinnen<br />

wird.»<br />

Unter der Uberschrift »Griinde der Unsicherheit epiontologischer Resultate»<br />

äussert vScilRÖTER (1913, S. 909):<br />

»Strittig ist ferner namcntlich die Wirkmig der Verbreitmigsmittel, schrittweise<br />

oder sprungweise Wanderung. Die ökologische Bedingtheit des \^orkommens<br />

und seiner Grenzen ist in keinem einzigen Falle restlos erklärt; noch weniger<br />

wissen wir iiber das \'erhalten der einzelnen Arten bei Klima- mid Standortsänderiuigen<br />

xtnd iiber die Ueberdauerungsmöglichkeiten bei Kliniawechsel;<br />

das ergibt eine weitere Unsicherheit auch in der \'erwertimg fossiler Reste<br />

zu Klimaschliissen, die noch vermehrt wird durch die Möglichkeit des Ersatzes<br />

klimatischer durch edaphische Faktoren. Auch die Ursachen des Formationswechsels<br />

sind oft strittig: ob kliniatisch, ob topographisch, ob biotisch, ol) anthropogen<br />

bedinct.»


ACTA BOTANICA FliNNICA 1, X:o 1 11<br />

(lass sie sich iin allgeineineii darauf beschränkt hat, in recht imbestinimter<br />

Weise iiber die wirkliche Verbreitung iind Frequenz der Arten Bescheid<br />

zu geben (vgl. 1921, S. 7). Dieses Urteil betrifft auch die Mehrzalil der Fälle,<br />

wo die Frequenz doch recht ausfiihrlich inittels der gebräuchlichen Termini<br />

»häufig», »weniger häufig» usw. angegeben worden ist, mag auch ein einigermassen<br />

exakter Schliissel zu den betreffenden Termini mitgeteilt sein. Kine<br />

Möglichkeit, sich eine objektive Vorstelking von dem Genauigkeitsgrad des<br />

grundlegenden Materials zu bilden, wird dem lycser im allgemeinen nicht geboten,<br />

geschweige denn die Möglichkeit, eine Vorstelking iiber die wirkliche<br />

Artzusammensetzung, die Artenkombination innerhalb kleinerer begrenzter<br />

Telle des behandelten Gebietes zu gewinnen. Meine Ivrfahrung aus langen,<br />

systematisch betriebenen Studien auf Åland hat (wie diejenige manches anderen<br />

Botanikers iiber andere Gegenden) gezeigt, dass auch die häiifigste<br />

Art selten einc gleichmässige Verhreitung aujweist.^) Älanchem offenbart ein<br />

Detailstudium die unerwartetsten I^iicken, auch wo die Bedingungen des Vorkommens<br />

unverändert sind. Nur ein paar Beispiele. Calaniagrostis neglecta<br />

Hierin lierrscht also i ni ganzeii immer noch derselbe Mangel, iiber den<br />

A. DE CANDOI.I.E 1855 klagt (S. 1182):<br />

»J'ai parcouru toutes les Flores et tous les ouvrages de géographie botanique<br />

pour trouver des énumérations complètes (par exemple à un dixième près)<br />

des Phanérogames croissant à une certaine hauteur, dans une certaine étendue<br />

détenninée ou du moins appréciable. On le croira difficilement, mais je puis<br />

cependant l'affinner, je n'ai rencontré que deux localités offrant ces conditions,<br />

savoir: le sommet du Broeken et celui du Pic du IMidi de Bagnères. à quoi j'ai<br />

ajouté le Jardùi du glacier du Talèfre, audessus de la mer de Glace, près de Chaniounix.<br />

Pour toutes les autres localités montueuses, les Flores ou listes de plantes<br />

laissent d ins le vague, tantôt le fait d'une énumération complète, tantôt la<br />

surface de pays envisagée. Il faut donc suppléer par des documents approximatifs.»<br />

2) Lehrreiclie Beispiele findet man schon bei DK CANDOI,I.E 1855, S. 632 —<br />

634. - S. 631 ist zu lesen:<br />

»Iva plupart des espèces ne sont pas répandues abondamment et uniformément<br />

dans le pays qu'elles sont censées occuper. Souvent les individus sont<br />

épars, clair-semés; quelquefois il y a des intervalles d'une certaine grandeur où<br />

l'espèce ne se voit plus, tandis que dans le voisinage elle n'est pas rare.»<br />

Die Ungleichmässigkeit der Verbreitung wird von PAUI^ JACCARD in verschiedenen<br />

Schriften hervorgelioben und untersucht (s. das Literaturverzeichnis).<br />

Wir entleihen folgende Zitate:<br />

»Nous voyons nombre de plantes considérées comme ubiquistes faire défaut<br />

sur de grandes étendues où l'on pouvait, semble-t-il, s'attendre à les rencontrer.<br />

D'autre part, la prairie alpine, ce type d'association végétale si caractéristique<br />

pour la zone de 2000 à 2500 mètres, présente des dissemblances profondes dans


12 A. Palmgren, Die Arteiizahl als pflaiizcngeograpliisclier Charakter<br />

koiiimt an Ufern von geeignetem Typus in ganz Åland allgemein vor, — allgemein<br />

ausser auf Kökar, wo sie trotz der gûnstigsten Standortsveiliältnisse<br />

kauni an einer solchen Ivokalität zu finden ist. Odontites simplex ist in den<br />

åländischen Schären ini grossen ganzen melir oder weniger häiifig, tiitt aber<br />

äusserst spärlich in deren nordwestliclien Teilen sowie in Kökar auf. Anemone<br />

nemorosa, diese Charakterpflanze von Hai nen iind waldigen Abhängen, fehlt<br />

ganz in dem laubwiesenreiclien Kirclispiel Brändö und ist in Kökar nur von<br />

Idö aufgezeichnet. Die ebenso häiifige Anemone Hefatica ist in Sottunga nur<br />

von Storsottunga notiert. Saxifraga gramdata erscheint auf Åland ini grossen<br />

ganzen als Charakterpflanze auf trockenen Abhängen sowie aucli auf<br />

Hiigel- und Felsbuckeln, ist aber in Kökar nur auf dem ganz i m Norden gelegenen<br />

und voni Verf. zu Sottunga gerechneten Kyrkogårdsö anzutreffen. —<br />

Die obigen Beispiele beziehen sich auf lyiicken von grösserem Umfang. IVIeine<br />

Laubwiesenstudien (1917) zählen S. 580—585 (= 1922 B, S. 89—93) eine<br />

grosse Anzahl Beispiele selir häufiger Arten auf, die ganz uneiwarteterweise<br />

an einer oder der anderen Örtlichkeit in Gegenden felilen, wo die betreffende<br />

Art zu den tonangebenden Elementen der Flora geliört. Ich verweise auf<br />

die angefiihrte Stelle. ^)<br />

Wo sich die Darstellung der Verbreitungsverhältnisse einer Art nicht<br />

auf ein wirklich umfassendes Material von Lokalaufzeichnungen griindet,<br />

werden ganz sicher eine Menge Ungleichniässigkeiten in der \'erbreitung<br />

ubersehen. Die Zahl der bei einer Exkursion beobachteten Arten ist im allgemeinen<br />

so gross, dass sie das Fehlen einer oder mehrerer, sei es noch so ansa<br />

composition florale, alors même que les localités envisagées paraissent comparables<br />

au point de vue de leur substratum, de leur déclivité, de leur exposition<br />

et de leur humidité» (1901 A, S. 265).<br />

»On constate même fréquemment, en dehors de la variation des espèces<br />

accessoires, que les espèces dominantes d'une association caractéristique changent<br />

d'une localité à l'autre, sans qu'on remarque dans les conditions de la<br />

station des changements correspondants» (1901 B, S. 567).<br />

»Malgré l'unifonnité physionomique qu'elles présentent, les diverses localités<br />

de la prairie alpine sont constituées par des associations florales très différentes,<br />

alors même que le territoire envisagé est peu étendu, et possède des<br />

conditions oecologiques très imifomies en apparence» (1902 A, S. 123).<br />

S. weiter z. B. 1900, S. 129; 1901 B, S. 547, 548; 1902 A, S. 122; 1908,<br />

S. 228.<br />

1) Meine oben angefiihrte Studie gibt in Kap. VII (Vergleicliende Durchmusterung<br />

der Flora der verschiedenen Spezialgebiete) auch eine Vergleichung<br />

der Artzusaniniensetzung in mehreren Gebieten, die teils einander benachbart<br />

sind, teils in verscliiedenen pflanzengeographischen Distrikten von<br />

Åland liegen.


ACTA lîOTAXICA FKXXICA 1, N:o 1 13<br />

genfälliger Arten leicht niclit zuni Bewusstsein kommen lässt. Die lyiicken<br />

in der Verbreitung werden also kaiim in ihrer vvirklichen Stärke hervortreten.<br />

Man verallgemeinert aneli nur zn leicht die Schätzung einer Prequenz, die<br />

man fiir ein Gebiet gefunden liat, und bezieht sie auch auf andere benachbarte,<br />

gleichartige. Dies ist die Ursache, weshalb ich es in meinen Studien<br />

iiber die Lanbwiesen iind Nadelwälder Ålands angezeigt gefunden liabe,<br />

sämtliche notierten Örtlichkeiten auch fiir die sog. häufigen Arten niitzuteilen<br />

(vgl. die Darstellung 1915, II, S. 173; J917, S. 615 = 1922 B, S. 118).<br />

Hiermit — und ich möchte sagen nur hiermit — wird ein objektives, einigerniassen<br />

befriedigendes Material geschaffeii.<br />

Die Bedeutuiig auch fiir die häufigen Arten mitgeteilter Lokalangaben ist<br />

noch kaum anerkannt. Man meint, die Druckkostcn miissten ihre Veröffeiitlichuiig<br />

verbieten; sie könnten in einem Archiv aufbevvahrt werden. Ks seieii<br />

in rtieser Frage hier einige Worte gestattet.<br />

lerstens ist zii beachten, dass die landläufige Auffassung iiber manche xVrt,<br />

sie sei häufig, sieli als gaiiz unrichtig erwiesen hat, wenn man sich die Miihe genommen<br />

hat, die Sache näher zu imtersuchen. Die Vorstelhmg kann sich aus<br />

einem Werk in das andere vererbt haben nud dabei in ncue Gegenden verpflanzt<br />

worden sein, wo sie gar keine Giiltigkeit hat. Man hat also Veranlassimg, Frequenzaugaben<br />

mit einem gewisseii Misstrauen zu betrachten, wenn sie nicht mit<br />

Tatsachen belegt sind. VöUig exakte Angaben sind nicht bloss fiir seltene Arten<br />

erforderUch, sondern aus ebenso guteii Griinden auch fiir die häufigen, die<br />

ja den Grundstock der Vegetation bilden. Ferner: In manchem Fall ist ein Forscher<br />

nicht damit zuirieden, zu wissen, dass eine Art häufig ist. Rr will wissen,<br />

wo sie sichey zu finden ist, und wo sie sich nicht findet. Mit einem unzugänglichen<br />

Manuskript in einem Archiv ist ihm nicht gedient. — Weiter: Ks kann vielleicht<br />

zurzeit minötig erscheinen, die Verbreitmig einer gewissen Art im Detail zu<br />

kennen. Alle F^rfahrung deutet ja aber darauf hin, dass eine kiinftige Zeit fiir<br />

die Lösung ihrer Problème ein exakteres imd detaillierteres Material verlangt<br />

als eine friihere. Diese spätere Zeit wird es vielleicht aus einer oder der anderen<br />

Ursache nicht mehr möglich finden, das Material aufzutreiben. In einer Zeit,<br />

wo die Zerstörungsarbeit der Kultur so furchtbar iiber die Natur hingeht, ist es<br />

wirklich seltsam, zu finden, dass mancher Naturforscher nicht beachtet, wie<br />

wichtig es ist, fiir die Nachwelt ein Forschungsmaterial zusammenzubringen,<br />

das ihr vielleicht sonst mizugänglich bleibt. Der Historiker, der Ethnograph<br />

sieht dies klar ein. Seine Forschung liat es ihn im Daufe der Jahrzehnte gelehrt.<br />

I^s ist fiir ilm ein Leitstern, wenn er Ereignisse der Gegeiiwart aufzeichnet, sammelt<br />

und kritisch studiert und der Forschung die historischen Dokumente vergangener<br />

Zeiteii zugänglich macht. Die pflanzengeographische Forschung kaun<br />

in manchem ihre Arbeitsmethoden von der historischen entlehnen und von ihr<br />

lem en.<br />

So offenbar es auch scheint, dass fiir die Pflanzengeographie die Zeit gekommen<br />

ist, uni zu einem Detailstudium zu schreiten, wie es auf den vor-


14 A. Palmgren, Die Arteiizahl als pflaiizcngeograpliisclier Charakter<br />

hergehenden Seiten angedeiitet wordeii ist, gibt es docli vorderliand niir verliältnismässig<br />

wenig Untersiicliiingen der angedeuteten Art. Die Zeit scheint<br />

nocli nicht völlig fiir die Kinschätziing der Bedeiitung einer solchen Einzelforschung<br />

reif zu sein. Man darf nicht erwarten, dass die ersten Resultate<br />

einer Detailforschung itber die einzelne Art, einzelne Pflanzengesellscliaften<br />

oder kleinere geographische Gebiete besonders iiberraschende sein werden.<br />

Hier wie iiberall sonst ist viel Arbeit erforderlicli, ehe sicli die zerstreiiten Krgebnisse<br />

zu Erningenschaften von allgenieinerer Tragweite verdichten. Es ist<br />

aber docli klar, dass die Pflanzengeographie,indem s'e zu diesem Detailstudiuni<br />

schreitet, denselben bewährten Weg wandert, den alle weiter entwickelten<br />

wissenschaftlichen Disziplinen eingeschlagen haben. Der Systematiker hat<br />

sich seit Dezennien mit einem eingehenden Studium der einzelnen Art und<br />

des Fornienkreises, den sie umspannt, beschäftigt. Der Pflanzenanatom beschränkt<br />

sich nicht darauf, die Grundziige des inneren Baues der versclredenen<br />

Arten zu studieren, er wendet sich den einzelnen Geweben zu, vertieft<br />

sich in das Studium der Zelle und ihrer Teile. Der Phys'olog hat sich an ein<br />

eingehendes Detailstudium der verschiedenen Ivebensäusserungen der Pflanze<br />

gemacht. Es ist eine Riesenarbeit, vor deren Perspektiven sich die Gedanken<br />

verwirren, wenn die Pflanzengeographie darangeht. Problème von entsprechendeni<br />

Werte aufzustellen. Doch ist es nicht zu umgehen, sie in das Arbeitsprogramm<br />

aufzunehmen.<br />

Es sei audi beachtet, dass eine solche Detailforschung nur eine Konsequenz<br />

des pflanzengeographischen Arbeitsprogramms biidet, wie es von jeher<br />

dargelegt worden ist. Dieses stellt ja als einen Ausgangspunkt und eine Grundlage<br />

der ganzen Pflanzengeographie die Kenntnis des Vorkommens der einzelnen<br />

Arten auf. Einige Zitate aus der fiihrenden Literatur mögen hier<br />

Platz finden:<br />

A. DE CANDOIvI^E (1855, S. 69): »La distribution des espèces à la surface de la<br />

terre est la base de presque tontes les considérations de géographie botanique.<br />

Si l'on comprend bien pourquoi elles sont contenues dans certaines limites, on<br />

peut deviner beaucoup de faits concernant les genres et les familles, car ces<br />

groupes ne sont que des associations d'espèces. Ainsi, de même qu'en botanique<br />

descriptive on ne peut pas constituer bien les genres sans étudier les espèces,<br />

en botanique géographique il faut s'appuyer sur les détails concernant les espèces<br />

pour s'élever à des lois plus générales.»<br />

ENGLER (1912, S. 219): »Bei alien pflanzengeograpliischen Fragen handelt<br />

es sich zunäclist uni die Feststellung des Areals der einzelnen Arten, und eine<br />

solche ist um so schwieriger, je weiter eine Art verbreitet ist. — — —»<br />

VSCHRÖTER (1913, S. 911): »Die genaue Feststellung des Areals ist die Grundlage<br />

jeder pflanzengeschiclitlichen Erörterung.»


ACTA B OTAN ICA FICXXICA I, X:o 1 15<br />

In den Sclilusswortcn (»Indication de recherches et de perfectionnements<br />

propres à avancer la géographie botanique») seiner Géographie botanique richtet<br />

sich DIV CAXDOI^LE unter anderem mit folgendem Appell an die »botanistes descripteurs»<br />

(S. 1347):<br />

»Des Flores de pays d'une petite étendue et d'une étendue déterminée seraient<br />

très utiles, et, dans l'état actuel des collections, c'est un genre de travail qu'on<br />

peut raisonnablement demander. — — —»<br />

S. 1349 heisst es:<br />

»La botanique descriptive exige que les matériaux soient répandus; la botanique<br />

géographique demande des Flores locales, complètes. Or, on ne peut répandre<br />

les matériaux que par le bon marché, lequel suppose des séjours et non<br />

des voyages, et l'on ne peut arriver à des Flores complètes qu'en séjournant.<br />

L'agriculture moderne dit aux cultivateurs qui veulent avoir beaucoup de blé:<br />

ayez mains de champs; je résume de la même manière mes conseils aux voyageurs,<br />

en leur disant: voyagez moins.»<br />

Der Mangel der pflanzengeograpliischen Literatur, der oben liervorgehoben<br />

worden, ist jedoch sehr erklärlich. Die Pflanzengeographie hat mehr als<br />

genug mit der Feststellung der Grundkonturen der Verbreitungsverhältnisse<br />

zu tun gehabt. Diese biidet die priniäre Gnindlage. Weiter gestaltet sich ein<br />

Studium mit grösseren Anspriichen an Exaktheit bei der Feststellung der<br />

Verbreitung und Frequenz, auch wc es sich nur um kleinere Gebiete handelt,<br />

so ausserordentlich zeitraubend, dass eine solche Forderung kauni anderswo<br />

als da motiviert sein wird, wo die geographischen Verliältnisse oder andere<br />

giinstige Unistände besonders dazu einzuladen scheinen.<br />

Eine Schärenlanäschaft (skärgård) als pflanzengeographisches Untersuchnngsobjekt.<br />

Zu einem solchen Detailstudium des Charakters der Flora und der Gesetze<br />

fiir die Verbreitung der Pflanzen scheint die åländische Landschaft in der<br />

Tat von selbst aufzufordern (vgl. 1917, S. 480 = 1922 B, S. 4). Åland biidet<br />

ein vergleichsweise wohlumgrenztes Ganzes fiir sich. Das Areal gestattet,<br />

dass ein Detailstiidium von einem einzelnen Botaniker durchgefuhrt werden<br />

kann. Ein recht exaktes Material liegt niithin innerhalb der Grenzen der<br />

Möglichkeit. Das Areal ist aber andererseits so bedeutend, dass sicli eine Gesetzmässigkeit<br />

in der Verbreitung, wo es eine solche gibt, zu erkennen geben<br />

muss. Ein ganz kleines Gebiet gewährt in dieser Hinsiclit kauni die nötigen<br />

Garantien; dem reinen Zufall kann da zu viel Spielraum geboten sein. Der<br />

Schärenarchipelcliarakter der Landschaft ermöglicht es, die Darstellung der<br />

Verbreitungsverhältnisse in grosser Ausdehnung an scharf umgrenzte kleinere<br />

Gebiete, Inseln oder Landzungen zu kniipfen. Die Natur ist wechsel-


16 A. Palmgren, Die Arteiizahl als pflaiizcngeograpliisclier Charakter<br />

voll, die Flora in Ûbereinstimmiing damit reich. Der Ivandschaftscharakter<br />

ist allerdings nicht in alien Teilen der Inselwelt derselbe, aber entsprechende<br />

Standortstypen iind Pflanzengesellschaften sind doch in recht grosser Aiisdehnung<br />

in alien Teilen des Schärenarchipels vertreten. Dies gilt vor allem von<br />

den Pflanzengesellschaften der I^aubwiesen und Ufer. Fiir die Vegetation<br />

der siissen Gewässer und der Moore wie auch fiir die der Nadelwälder gibt es<br />

gûnstige Bedingungen vor allem auf Fasta Åland, in viel geringerem Grad<br />

in den Schärenkirchspielen. Åland diirfte also recht giinsiige Voraussetzungen<br />

zu eineni Studium der Gesetze fiir die Verhreitung und die regelmässige Ausbreitung<br />

und Aushreitungskapazität der Arten bieten in einem Gebiet, wo den Arten<br />

irgendwelche scharfen pflanzengeografhischen Hindernisse dieser oder jener Natur<br />

nicht entgegentreten und ihrer Verteilung nicht in hervortretender Weise ihren<br />

Stempel aujdriXcken.<br />

Dass Åland eine Schärenlandschaft ist, schränkt die allgemeine Gûltigkeit<br />

hier gefundener Gesetze iiber die Ausbreitting und Verbreitung der Pflanzen<br />

in keiner Weise ein. Schon in meinen lyaubwiesenstudien wird (1917, S.<br />

481 = 1922 B, S. 4—5) hervorgehoben, wie in dem kontinentalen Finnland<br />

die fruchtbaren, einst von iippigerer Vegetation eingenommenen, jetzt aber<br />

mehr oder weniger kultivierten Böden erscheinen »wie Inseln eines Schärenarchipels,<br />

eingestreut in ein Meer von mehr oder weniger sterilen Wäldern<br />

und i m allgemeinen mehr oder weniger scharf voneinander geschieden». Das<br />

Gesagte gilt nicht bloss von Finnland. Ähnlich wie mit den fruchtbaren Böden<br />

in Finnland verhält es sich mit den meisten extremeren Standortstypen.<br />

Sie liegen isoliert, durch andere, fiir ihre Arten nicht geeignete Böden voneinander<br />

geschieden. Gerade so ist es in dem Schärenarchipel; die Verhältnisse<br />

erscheinen hier nur mehr ausgemeisselt als im allgemeinen anderswo. — Aber<br />

noch mehr: Fi\,r Fennoscandia ist dem Studium eines Schärenarchipels schon<br />

darum Bedeutxing beizumessen, weil sich das Land als Ganzes allmählich aus<br />

dem Meere erhoben hat und daher die meisten seiner Teile das Entwicklungsstadium<br />

eines Schärenarchipels durchlatifen hahen. Die jetzt herrschende<br />

Pflanzendecke, die jetzt herrschenden Verbreitungsverhältnisse sind also zti<br />

grösseren oder kleineren Teilen während einer Zeit ausgeformt worden oder<br />

haben Spuren aus einer Zeit bewahrt, wo die Wanderung der Pflanzen in einem<br />

Schärenarchipel unter mehr Oder weniger ähnlichen Verhältnissen geschah wie<br />

die, welche heute die Verbreitung auf Åland beeinflussen.<br />

Ein Schärenarchipel von der Ausdehnung und Abwechslung wie derjen'ge<br />

Finnlands ist sonst nirgends zu finden. Er verpflichtet die Forschung<br />

des I/andes, wissenschaftlich das aus ihm herauszuholen, wozu er ganz spezifische<br />

Voraussetzungen bietet. —


ACTA BOTANICA FENNICA 1, N:o 1 17<br />

Die wechselvollen Standortsverliältiiisse unci die Masse von Inseln und<br />

Schären machen ein genaiies Studium der Flora Ålands zeitraubender, als<br />

man geneigt ware, sicli in Anbetracht des recht bescheidenen lyandareuls vorzustellen.<br />

Es zeigte sicli daher bald notwendig, die Arbeit auf melirere vorbereitende<br />

Spezialuntersuchungen zu verteilen. Es ist meine Absicht gewesen,<br />

diese teils vollendeten, teils noch nicht vollendeten Studien in eine<br />

zusammenfassende Ubersiclit der Flora Ålands mit Rûcksicht auf ihre Artenzahl<br />

und Artzusammensetzung, auf die Verteilung, Einwanderungszeiten,<br />

Fyinwanderungswege der Arten, auf die Ausbreitungsmittel der Arten u. a.<br />

ausmiinden zu lassen. Meine Studie »Die Entfernung als pflanzengeograpliischer<br />

Faktor», 1921 stellt ein vorbereitendes Glied einer solchen Arbeit dar.<br />

Da jedocli noch eine Anzalil Jalire vergehen werden, bis icli hoffen darf, diese<br />

Vorarbeiten abgesclilossen zu selien, ist es mir wiinschenswert erschienen,<br />

jetzt in einer vorläufigen Mitteilung eine präliniinäre Ûbersicht ûber den Charakter<br />

der Flora und die Verbreitungsverliältnisse der Arten zu geben und<br />

einige von den pflanzengeographischen Faktoren, deren Einfliisse in dem<br />

åländischen Florencliarakter zutage treten, zur Diskussion zu stellen. Die<br />

Ausfiilirungen grunden sich vor allem auf die Flora der lyaubwiesen (1915—<br />

1917; 1921), auf die ich hier hinweise, sievverden aber auch andere Formationstypen<br />

in Betracht ziehen. —<br />

1) Ini Druck sind erschienen:<br />

Bidrag till kännedomen om Ålands vegetation och flora (Beiträge zur<br />

Kenntnis der Vegetation nnd Flora Ålands). I. Taraxaca u. II. Taraxacumformer<br />

(Acta Soc. pro F. et Fl. Fenn., 34 (1910), N:o 1 (S. 1-53) u. 5 (S. 1-16)).<br />

Tlippophaës rhamnoides auf Åland (Ibid., 36, N:o 3. 1912, S. 1-188).<br />

Studier öfver löfängsområdena på Åland. Ett bidrag till kännedomen om<br />

vegetationen och floran på torr och på frisk kalkhaltig grund. I. Vegetationen;<br />

II. Floran; III. Statistisk undersökning af floran (Stvidien iiber die Laubwiescngebiete<br />

auf Åland, Ein Beitrag zur Kenntnis der Vegetation und Flora auf<br />

trocknem und frischem kalkhaltigen Boden. I. Die Vegetation; II. Die Flora;<br />

III. Statistiselle Untersuchimg der Flora). (Ibid. 42, 1915-1917, S. 1-634.)<br />

— Der letztgenannte dritte Teil ist deutsch erschienen unter dem Titel:<br />

t)ber Artenzahl und Areal sowie iiber die Konstitution der Vegetation. Eine<br />

vegetationsstatistische Untersuchung (Ubersetzung von des Verfassers: Studier<br />

öfver löfängsområdena på Åland. III. Statistisk undersökning af floran,<br />

1917). (Acta Forestah£\ Fennica, 22, 1922, S. 1—136.)<br />

Die Kntfenumg als pflanzengeographischer Faktor (Acta Soc. pro F. et Fl.<br />

Fenn., 49, N:o 1, 1921, S. 1—113).<br />

Zur Kenntnis des Florencharakters des Nadelwaldes (Acta Forestaha Fenuica,<br />

22, 1922, S. 1—115).<br />

Noch nicht abgeschlossen siud Untersuchungen iiber die weiteren Formationstypen<br />

Ålands, zunächst iiber die der Meeresufer.


18 A. Palmgren, Die Arteiizahl als pflaiizcngeograpliisclier Charakter<br />

Vorliegende Studie teilt eine Reilie Tatsacheii iiber die Zusarnniensetzung<br />

der Flora und die Verbreitung der Arten auf Åland mit und versucht die Ursachen<br />

der dargestellten Verhältnisse blossziilegen. Diese Tatsachen miissten<br />

eigentlich gegeniiber entspreclienden Verhältnissen in vergleiclibaren anderen<br />

Gegenden abgewogen werden. Krst dann wiirde ihre wirkliche Bedeutung<br />

völlig liervortreten. I^eider sind solclie vergleichbaren Daten ini grossen ganzen<br />

nicht zugänglicli. Beispielsweise ist es bei der Artenzahl der åländisclien<br />

Flora schwer, Zalilen zu finden fiir Gebiete, die in bezug auf Grosse und Standortsverhältnisse<br />

einigermassen gleichwertig sind. Schon die Abgrenzung des<br />

Begriffs iirsprungliche Arten bereitet hierbei' Schwierigkeiten, da er sehr<br />

relativ ist und selbstverständlich von verschiedenen Autoren verschieden<br />

aufgefasst wird. Ks ist auch niclit leiclit, auf andere, sei es audi recht naheliegende<br />

Gebiete die Begrenzung eines so relativen Begriffs wie urspriingliche<br />

Art, die man fiir sein eigenes Gebiet präzisiert hat, auszudehnen.<br />

Ich werde in der vorliegenden Sclirift die åländische I'lora teils mit Riicksicht<br />

auf ihre Artenzahl, teils in bezug auf die Verteilung und Frequenz der<br />

Arten betrachten. liei dieser Betrachtung werden sich mehrere bemerkenswerte<br />

Ziige des Vegetations- und Florencharakters ergeben, die ohne ein sehr<br />

eingehendes Studium des Vorkonnnens und der Verteilung der Arten recht<br />

le:cht der Aufmerksamkeit entgangen wären.<br />

Die Artenzahl Ålands ist, wie ich weiter unten zeigen werde, bemerkenswert<br />

hoch, so hoch, dass sie an sich als ein sehr bedeutungsvoller Zug in<br />

deni åländischen Florencharakter bezeichnet werden muss. Dies gibt mir<br />

Veranlassung, in dem jetzt folgenden Kapitel einleitungsweise nachzusehen,<br />

was die Pflanzengeographie liber die Artenzahl als pflanzengeographischen<br />

Charakter zu sagen hat. Diese Darstellung ist nur vorläufiger Art; ich werde<br />

in einer späteren Studie auf die Frage zuriickkommen.<br />

11.<br />

Die Artenzahl als pflanzcngcographischer Charakter.<br />

Welche Bedeutung hat die Pflanzengeographie der blossen Artenzahl<br />

beigemessen, und welche Bedeutung kommt ihr etwa als pflanzengeographischer<br />

Charakter zu?<br />

A. DE CANDOIXE hat es ganz natiirlich nicht versäumt, einem solchen<br />

Umstand wie der Artenzahl der verschiedenen Gebiete seine Aufmerksam-


ACTA B OTAN ICA FKNNICA 1, N:o 1 19<br />

keit zu widmeii. Wie in vielen anderen Fällen liefert seine Géographie botanique<br />

raisonnée den natiirlichen Ausgangspnnkt zu einer Diskussion der<br />

Frage.<br />

De Candolle leitet sein drittes Buch (»Géographie botanique, ou considérations<br />

sur les divers contrées de la terre au point de vue de la végétation<br />

qui les recouvre», S. 1163—1333) mit folgenden Worten ein (in Kap. XX,<br />

»Des caractères de végétation»):<br />

»La végétation d'un pays ou d'un district quelconque offre toujours des<br />

caractères plus ou moins importants, i)lus ou moins distincts. Ils sont nombreux,<br />

et peu d'auteurs, en écrivant des Flores ou des descriptions de géographie botanique<br />

pensent à les énumérer tous, encore moins à les envisager selon leur degré<br />

réel d'importance.<br />

Ces caractères se rapportent aux conditions des classes ou grandes catégories<br />

du règne végétal, des familles, des genres et des espèces dans le pays dont<br />

on s'occupe; aux analogies et aux différences qui en résultent relativement à<br />

d'autres régions; enfin, à l'origine probable des espèces. I/énumération suivante<br />

fera comprendre la multiplicité de ces points de vue.»<br />

In den folgenden Erörterungen fesselt das Moment 4 »Caractères relatifs<br />

aux espèces» (S. 1171):<br />

»La présence d'une espèce dans vm pays est toujours en elle-même un caractère;<br />

mais le nombre des espèces est si considérable, qu'on ne peut s'attacher à<br />

tous les faits de cette nature. Il suffit, en général, de constater:<br />

Les espèces spontanées les plus communes, en insistant sur les arbres et sur<br />

les espèces cpii dominent dans les stations principales de la région dont on s'occupe;<br />

Les espèces tin peu remarquables et caractéristiques, c'est-à-dire plus ou moins<br />

abondantes dans le pays, mais de nature à frapper un botaniste et qui n'existent<br />

pas dans les pays voisins;<br />

Les espèces cultivées, surtout celles de la grande culture.<br />

On peut rechercher encore le nombre des espèces relativemer.t à la surface,<br />

et en particulier celui des espèces propres au pays que l'on envisage.<br />

Ces éléments numériques sont bons à constater, mais leur emploi exige de<br />

l'attention et des réflexions préalables, dont je vais m'occuper.»<br />

Ich will die Aufnierksamkeit nanientlich auf die heiden letzten Absätze<br />

des obigen Zitates lenken. Die Artenzahl wird hier als ein pflanzengeographischer<br />

Charakter festgestellt.<br />

Nachdem DE CANDOLLK (in Kap. XX, Artikel II, S. 1175—1176) die »Valeur<br />

relative des caractères de végétation» betraclitet hat (vgl. das Zitat in der<br />

vorliegenden Darstellung S. 21), schreitet er dazu, in Kap. XXI —XXIV<br />

einige der Charaktere, die das Wesen der Vegetation konslituieren, näher zu<br />

untersuchen. Das Kapitel XXIV (De la variété des formes végétales dans


20 A. Palmgren, Die Arteiizahl als pflaiizcngeograpliisclier Charakter<br />

divers pays et dans le monde entier) wird mit einer Betrachtung iiber<br />

»Nombre total des espèces dans chaque pays» eingeleitet. Der Kingang zu<br />

ihm lautet (S. 1270):<br />

»J'ai montré (p. 1172) à quel degré il serait absurde de comparer, au point<br />

de vne du nombre total des espèces, des régions qui ne seraient pas sensiblement<br />

égales en surface. Cette circonstance rend les comparaisons difficiles, car,<br />

pour les pays hors d'Europe, on possède peu de Flores complètes concernant<br />

une étendue bien déterminée. Il ne s'agit pas dans cette question de réunir<br />

beaucoup de chiffres, mais de choisir le petit nombre de ceux qui offrent les<br />

conditions voulues pour arriver à une conclusion. Je vais donc énumérer divers<br />

pays, en les classant d'après leur étendue, et dans chaque subdivision d'après<br />

leur latitude.»<br />

Auf S. 1271—1275 finden wir dann eine Tabelle ûber die Artenzahl in<br />

verschiedenen Gebieten abweichenden Areals. Dieselben siiid nach der Grosse<br />

in 16 Kategorien gruppiert, von denen die erste das russische Reich und die<br />

letzte einige ganz unbedeutende Gebiete (»Sommité du Broeken», lye Jardin du<br />

glacier du Talèfre près Chamounix, Sommité du pic du Midi de Bagnères)<br />

enthält. Neben der Zahl der bekannten Arten wird audi die wahrscheinliche<br />

Artenzahl angegeben.<br />

Das vorgelegte Material wird von verschiedenen Gesichtspunkten aus<br />

erörtert. Wir merken folgende Paragraphen an: § 2 »Variation du nombre des<br />

espèces suivant la distance de l'équateur», § 3 »Comparaison des grandes divisions<br />

du globe», § 4»Ives îles ont-elles moins d'espèces que les continents à surface<br />

égale?» Die Betrachtung wird abgeschlossen mit einem Paragraphen<br />

(§ 5) des Inhalts »Sur les causes qui déterminent le nombre des espèces dans<br />

un pays», wozu ein folgender (§ G) »Conjectures sur le nombre total des espèces<br />

phanérogames» mitteilt.<br />

Aus § 2 scheint es angebracht, ein ausfiihrliches Zitat (S. 1275) auszuheben:<br />

»Comme le nombre des espèces d'im pays est un résultat combiné de la présence<br />

des espèces et de leur extension géographique, la richesse de certaines<br />

régions semble d'autant plus grande qu'on envisage des étendues plus considérables.<br />

Ainsi, la France et la Suède ont à peu près la même surface, et il y a trois<br />

fois plus d'espèces en France; mais si l'on considère de plus petits espaces, dans<br />

les deux pays la proportion devient différente. Dans les environs des villes<br />

de France où la végétation est le plus variée, comme Fréjus, Toulon, ^Marseille,<br />

on trouve seulement deux fois plus d'espèces que dans les environs des villes de<br />

Suède, comme Upsal, Stockhohu ou Gefle; et autour des villes du nord de la<br />

France, on ne trouvera pas même deux fois le nombre des espèces croissant autour<br />

des villes suédoises. I^e Cap, dans son ensemble, est d'une richesse extraordinaire.<br />

La partie explorée, dont l'étendue est à peu près celle de l'île de la


ACTA BOTANICA FIvNNICA 1. N:o 1 21<br />

Grande-Brctagiie, aurait quatre à cinq fois plus d'espcccs, d'après ce qu'on<br />

peut augurer des faits actuellement coiuius. Cependant, chacune des vingt subdivisions<br />

tracées par MM. Drége et Iv. Meyer, dans leur opuscule sur l'Afrique<br />

australe, ne paraît pas avoir plus de 1000 à 1500 espèces phanérogames (a),<br />

quoique leur surface soit à peu prés égale à celle du Yorkshire, comté qui renferme<br />

un millier d'espèces. Evidemment, la richesse des régions telles que l'Afrique<br />

australe, le Brasil et quelques autres, tient surtout à ce que les espèces ont<br />

une aire étroite, de sorte qu'en passant d'un district à l'autre, la végétation<br />

change presque en entier. Au contraire, la pauvreté des pays du nord et des<br />

grands déserts d'Afrique tient surtout à ce que, sur d'immenses étendues, les<br />

espèces varient peu, l'ius les régions considérées sont petites, plus le nombre<br />

des espèces est semblable sous toutes les latitudes, du moins en théorie. Il est<br />

vrai qu'en fait, les conditions locales du sol deviennent plus importantes à mesure<br />

que l'on considère un espace plus restreint, d'où il résulte comnumément<br />

de grandes différences dans le nombre des espèces quand on envisage, par exemple,<br />

une lieue carrée, et surtout une fraction de lieue carrée, lUi hectare, je suppose.<br />

Laissant de côté ces diversités qui affectent les petites Iccahtés et qui tiennent<br />

aux stations, il est impossible de méconnaître l'augmentation générale du<br />

nombre des espèces, pour une étendue semblable, en marchant des pôles à l'équateur.<br />

— »<br />

§ 4 studiert die Artenzahl von Inseln, veiglichen mit der des Festlands,<br />

wobei ibre Grosse und ihre Lage di dit bei cder fein von Kontinenten beachtet<br />

werden (S. 1278). »C'est une question controveisée de savoir si les îles, et en<br />

particulier les îles éloignées des autres terres, ont, ou n'ont pas une quantité<br />

d'espèces inférieure à celle des continents de même étendue et situation.»<br />

Die Barstellung in dieseni Paragraplien ist von grossem Interesse, ebenso in<br />

§ 5 (Sur les causes qui déterminent le nombre des espèces dans un pays;<br />

S. 1283).<br />

Sehr beleuchtend ist Artikel II des Kap. XX (Valeur relative des caiactères<br />

de végétation). Hier heisst es S. 1175:<br />

»Certains botanistes-géographes paraissent mettre en première ligne les<br />

relevés numériques, probablement à cause de la forme précise de cette nature de<br />

documents. Je ne saurais partager leur opinion, et cela justement parce que les<br />

méthodes exactes me plaisent et que l'exactitude ne consiste pas à préférer toujours<br />

les chiffres aux paroles, mais à donner à chaque chose et à chaque point<br />

de vue son importance véritable.<br />

Quand il s'agit de comprendre et de dépeindre l'ensemble de la végétation<br />

d'un pays, je m'attacherai d'abord aux caractères qui frappent tout le monde et<br />

qui forment les grands traits du tableau. Ces caractères peuvent s'exprimer quelquefois<br />

par des chiffres: alors on fait très bien d'en profiter; mais ce n'est pas<br />

toujours le cas. Les formes ordinaires du langage, si elles expriment des c.rconstances<br />

très importantes, me paraissent préférables à des caractères numériques<br />

de second ou de troisième ordre.


22 A. Palmgren, Die Arteiizalil als pflanzcngcographisclier Cliarakter<br />

La division générale du sol eu marais, prairies, forêts, terrains salés, terrains<br />

cultivés, etc., me semble la chose qui, d'entrée, donne l'aperçu le plus juste de<br />

la végétation d'un pays. Ce n'est pas seulement lui caractère physique, c'est<br />

aussi pour les forêts et les prairies lui caractère botanique, et des plus importants.<br />

vSi le degré de civilisation du pays pennet de connaître exactement la proportion<br />

de ces grandes stations, on fera très bien de la donner sous forme numérique.<br />

Dans ce cas, les chiffres expriment d'une manière exacte et abrégée<br />

ce qu'il est essentiel de savoir.<br />

Après cela, je regarderai comme important de connaître les espèces les plus<br />

communes, dans les stations qui occupent le plus de place, et en particuher les<br />

espèces ligneuses sociales, c'est-à-dire celles qui constituent exclusivement des<br />

forêts. Dans les pays très cultivés, l'indication des principales espèces agricoles<br />

est d'une importance à peu près égale.<br />

Au troisième degré, je placerai l'énumération des principaux genres, l'indication<br />

des familles dominantes et des familles caractéristiques, la fréqi;ence ou la<br />

rareté de certaines grandes catégories physiognomiques, telles que plantes grasses,<br />

plantes à feuilles persistantes, plantes annuelles, etc.<br />

Enfin, je mettrai en dernière ligne les caractères qu'un botaniste seul peut<br />

découvrir, ou qui résultent seulement d'ime investigation complète et de calculs<br />

faits sur des livres, comme l'indication d'espèces rares, la proportion des Dicotylédones<br />

et Monocotylédones, le nombre total des espèces, genres et familles, celui<br />

des espèces propres au pays, et le nombre moyen des espèces par genre et par<br />

famille.<br />

Les analogies et les dissemblances, relativement à d'autres pays, ont plus ou<br />

moins de valeur, suivant qu'elles portent sur l'mi ou sur l'autre des caractères,<br />

d'importance très diverse, dont je viens de parler. Les similitudes d'espèces,<br />

même celles de genres et de familles, sont quelquefois très importantes parce<br />

qu'elles font présumer des comnumications à une époque antérieure ou au moins<br />

une ressemblance d'origine et d'histoire géologique entre les pays (chap. XX\'I).<br />

Ces réflexions me paraissent propres à diriger dans leurs travaux les auteurs<br />

de Flores et les voyageurs qui décrivent les végétations. Ivlles montrent aux<br />

premiers qu'il y a des chiffres bons à calculer et d'autres parfaitement inutiles<br />

ou même trompeurs, et aux seconds, que certains faits essentiels ne se voient<br />

pas sur le terrain et avec les yeux.»<br />

Es ist nicht ganz leicht, mit einigen Worten die relative Rolle anzugeberi,<br />

die DE CANDOLI


ACTA BOTANICA FKNXICA 1, X:o 1 23<br />

lung ihrer Grosse erjolgen diirfe, was man oft iiberselien hat. lir liebt als beinerkenswerten<br />

unci offenbar auf friilieren geologischen Verhältiiissen beriihenden<br />

Unistand die bedeiitende Arteiizalil z. B. der Flora des Kaplands<br />

and die benierkenswerte Artenannut anderer Gebiete liervor. Rr<br />

untersucht die relative Artenzahl iinter verschiedeneii Breitengraden und in<br />

verschiedenen Erdteilen .<br />

DE CANDOR.I.ES Priifung der Artenzahl als pflanzengeographischer Cliarakter<br />

hat ganz natiirlich nicht so tiefgreifend ausfallen können wie manche<br />

andere seiner Forschungen. Das verfiigbare Tatsachenmaterial war, wie er<br />

selbst hervorhebt (siehe das Zitat vS. 11), zu knapp. Ganz besonders tritt<br />

hervor, dass DE CANDOEI.E nicht in der Lage gewesen ist, kleinere pflanzengeographische<br />

Gebiete miteinander zu vergleichen, die nahe beieinander<br />

liegen iind derselben nächstgrösseren Gnippierungseinheit angehören. Doch<br />

darf man offenbar vor allem bei einem Vergleich solcher in bezug auf die<br />

qualitativen Ziige der Vegetation gleichartigeren Gebiete und bei der Feststellung<br />

ihres pflanzengeographischen Charakters erwarten, in der blossen<br />

Artenzahl einen Vegetationscharakter von grösserer Bedeutung und einen<br />

sichreren Ausgangspunkt zu dessen Studium zu finden (s. S. 28). Man hat ja<br />

hier nicht in erwähnenswertem Grad mit natiirlichen Verschiedenheiten der<br />

Artenzahl infolge verschiedener Natur der Arten (Bäunie, Sträucher, Kräuter,<br />

Gräser), mit den verschiedenen Ansprûchen dieser Tx-pen z. B. andenRaum<br />

zu rechnen. ^)<br />

Nach DE CANDOLIVE scheint die absolute Artenzahl nicht in höherem Grade<br />

das Intéressé der Pflanzengeographen auf sich gelenkt zu haben, wenn man<br />

auch beispielsweise solchen extremen Erscheinungen wie der unbedeutenden<br />

Artenzahl entlegener ozeanischer Inseln, der ausserordentlich grossen Artenzahl<br />

der Flora des Kaplands und ähnlichen bemerkenswerten Tatsachen andauernd<br />

seine Aufiiierksamkeit geschenkt hat. DE CANDOLLES Géographie<br />

Fån Zitat aus GRISEBACII: Die Vegetation der Frde. II (zweite Auflage,<br />

1884, S. 62) scliemt hier von Intéressé zu sein: »Die Mannigfaltigkeit der Arten<br />

ist ini tropischen Asien auf engeren Raunien selten so bedeutend, wie man aus<br />

ihrer IMischiiug in weiten Wohngebieten und aus dem Reichtum der ganzen<br />

Flora schliessen möchte. Allein dies scheint ein allgemeiner Unterschied der<br />

tropischen von den pflanzenreicliercn Gegenden der gemässigteii Zonen zu sein<br />

und mit der iiberwiegenden Anzahl der Ilolzgewäclise in Verbindung zu stehcn,<br />

deren Raumbediirfniss doch zu gross ist, als dass es durch den gemischteii<br />

TJaumschlag und durch die maîinigfaltigeren Epiphyten ausgegliclicn wiirde.»


24 A. Palmgren. Die Artenzalil als pflanzengeographischer Cliarakter<br />

botanique raisonnée hat in dieser wie in so vielen andereu Hinsichten in<br />

bemerkenswertem Grad bis zum heutigen Tage ihr Intéressé bewahrt. Viel<br />

Neues ist bis in die letzte Zeit kauni hinzugekommen. Teilsist die floristische<br />

Disziplin unter den Pflanzengeographen in deni INIasse zuriickgetreten, wie<br />

andere Disziplinen, beispielsweise die ökologische, an Bedeutung gewonnen<br />

und Forschritte gemacht haben, teils haben andere Fragen die Aufmerksamkeit<br />

der floristischen Pflanzengeographie mit Beschlag belegt. Fur ein<br />

fruchtbareres theoretisches Studium der Artenzahl als pflanzengeographischer<br />

Charakter lässt das zugängliche Tatsachenmaterial daher inimer noch sehr<br />

viel zu wiinschen iibrig.<br />

Das Gesagte darf selbstverständlich nicht so aufgefasst werden, als ob die<br />

floristischen und pflanzengeographischen Arbeiten im allgemeinen die Artenzahl<br />

der betreffenden Gebiete nicht erwähnten, derselben keinerlei Aufmerksamkeit<br />

gewidmet hätten. Ich habe vor Augen, dass der Artenzahl an sich<br />

keine nennenswerte enischeidendere BedeiUung als Charakterziig der Vegetation<br />

znerkannt warden ist. Man hat die Frage der Artenzahl nicht als selbständiges<br />

fflanzengeographisches Problem anjgestellt. Daher ist fiir die Lösung<br />

des Problems auch nicht zielbewusst Material gesammelt und gesichtet worden.<br />

Der qualitative Charakter der Vegetation, die Zahl der endeniischen Arten<br />

u. a. haben ganz naturlich iiberwiegend das Intéressé an sich gefesselt. Hierin<br />

findet vielleicht auch teiUveise das bemerkenswerte Verhalten seine Erklärung,<br />

dass man sich bis zur letzten Zeit im grossen ganzen nicht veranlasst<br />

gesehen hat, etwa wirklich exakt zu ermitteln, welche Arten eines Gebietes<br />

faktisch urspriinglich sind. So ist es immer noch sehr schwier'g, befriedigende<br />

Angaben iiber die exakte Anzalil wirklich urspriinglicher Arten der verschiedenen<br />

Gebiete zu finden, und doch dreht sich die pflanzengeographische<br />

Besprechung vor allem um diese urspiiinglichen Arten, wenn der pflanzengeographische<br />

Charakter eines Gebietes ini Verhältnis zu anderen präzisiert<br />

werden soil.<br />

Es wiirde zu weit fiihren, den Mangel, der hier nachgewiesen worden ist,<br />

durch Belege aus den einzelnen floristischen und pflanzengeographischen<br />

Arbeiten zu beleuchten. Ich begniige mich damit, auf das Zeugnis der modemen<br />

zusammenfassenden pflanzengeographischen Werke hinzuweisen.<br />

Die Artenzahl als Problem der Forschung ist in ihnen nicht beachtet.<br />

Ein bedeutungsvoiler Beitrag zur pflanzengeographischen Diskussion ist<br />

hier aber doch zu beachten. Ich meine denjenigen von PAUL JACCARD in<br />

verschiedenen Arbeiten iiber die Vegetation der Alpen und ihrer Nachbargebiete:<br />

In »Lois de distribution florale dans la zone alpine», 1902 wird S. 71 betont:


ACTA B OTAN ICA FKNNICA 1. N:o 1 25<br />

»Pour cléteriiiiiier exactenieiit le caractère d'une association et pour pouvoir<br />

apprécier ses modifications, il falit tenir compte: l:o de sa richesse florale,<br />

c'est-à-dire du nombre des espèces de l'association, abstraction faite du nom de<br />

ces espèces; 2:o de sa composition florale, c'est-à-dire de la liste des espèces qui<br />

la constituent, envisagées, non plus numériquement, mais au point de vue de la<br />

systématique; 3:o du coefficient générique, c'est-à-dire du rapport du nombre des<br />

espèces au nombre des genres.»<br />

Dasselbe wird ferner festgestellt in »Nouvelles recherches sur la distribution<br />

florale», 1908, S. 264.<br />

Was in den Punkten 1 und 2 des obigen Zitates ausgesprochen worden<br />

ist, vv^ird in der ersten der hier genannten Schriften noch folgendermassen<br />

hervorgehoben (S. 75; s. auch S. 86):<br />

»Ceci posé, il importe, pour éviter toute équivoque, de bien distinguer dans<br />

la distribution florale d'un territoire donné la diversité numérique des espèces<br />

de leur diversité systématique. — Tandis que la seconde est incontestablement<br />

influencée par les sources et les moyens d'immigration (que par abréviation nous<br />

pouvons appeler le facteur d'immigration), la première, c'est-à-dire la diversité<br />

numérique des espèces, semble dépendre presque exclusivement des conditions<br />

oecologiques de la région considérée, soit du facteur station. C'est cela seulenient<br />

c^u'exprime notre première loi: La richesse florale d'une contrée est directement<br />

proportionnelle à la diversité de ses conditions oecologiques.»<br />

JACCARD beriicksichtigt auch den Einfluss des Areals auf die Artenzahl.<br />

Ani kennzeichnendsten scheint fiir seine diesbeziigliche Auffassung die folgende<br />

Äusserung unter »8. La richesse florale fonction de l'étendue» (in der<br />

oben genannten Schrift von 1902, S. 89; s. auch S. 98) zu sein:<br />

»Comme nous l'avons constaté déjà pour les prairies des Alpes et svxrtout<br />

pour celles du Jura, une des premières conditions de diversité florale consiste<br />

dans l'étendue du territoire envisagé. Non pas que nous admettions une proportionnalité<br />

rigoureuse entre la richesse florale d'une contrée et son étendue,<br />

puisqu'il est surabondamment établi que deux territoires d'égale superficie,<br />

situés sous la même latitude, peuvent avoir une richesse florale fort inégale. —<br />

Ce que nous voulons dire, c'est que dans la contrée la plus uniforme en apparence<br />

au point de vue oecologique, alors même qu'elle constitue une station unique,<br />

la richesse florale s'accroît avec la superficie que l'on considère de telle sorte<br />

que 200 ni^ de cette station possèdent plus d'espèces que 100 ni^.»<br />

Man sehe hierzu auch meine Darstellung S. 32 ff. sowie das Zitat S. 42<br />

(aus JACCARD 1908, S. 232), verglichen mit den auf derselben Seite vorhergehenden<br />

Ausziigen und den Zitaten S. 90.<br />

Dass die Artenzahl seit DE CANDOLLE und bis in die neueste Zeit nicht Gegenstand<br />

nennenswerterer direkter Untersuchungen geworden ist, ist im<br />

grossen ganzen redit erklärlich. Die Zahl der Arten ist ein Charakter, der


26 A. Palmgren, Die Arteiizalil als pflauzeiigeographischer Charakter<br />

gegeuiiber ihrer qualitativen Natur leicht zuriicktritt. vSie ist feriier ein Charakter,<br />

der sich fiir die einzelnen Fälle nicht so leiclit feststeilen lässt. Es<br />

seien folgende Schwierigkeiteii liervorgeliobeu:<br />

Schon die Begrenzung der systematischen Formen, bier zunächst der Art,<br />

ist häufig schwebend. Schwierigkeiten bereiten unter anderem die kritischen<br />

Gattungeu, z. B. bei uns im Norden Hieracium und Taraxactun. Solien die<br />

Arten dieser Gattungen mitgerechnet werden? Im allgemeinen werden sie<br />

bei der Summierung der Arten eines Gebietes ausgeschlossen oder auf eine<br />

geringe Zahl kollektiver Arten verteilt. Das letztere lässt den Weg zu mancherlei<br />

Willkiir und divergierenden Auffassungen iiber die geeignete Kinteilung<br />

offen, die jeder Hieraciolog zur Genùge kennt. Das erstere bedeutet eine<br />

Reduktion der wirklichen Artenzahl, die kauni zu rechtfertigen ist, wenn<br />

beispielsweise ein Vergleich mit einem Gebiet angestellt wird, in dem die<br />

Gattung Rubus oder eine andere polymorphe Gattung (wenn auch nicht so<br />

vielförmig wie Hieracium) mit einem grossen Formenreichtum auftritt. Dasselbe<br />

gilt von einem Vergleich mit dem Kapland oder Westaustralien, wo eine<br />

ganze Reihe von Gattungen mit einer IMannigfaltigkeit von Arten auftritt,<br />

die einander sehr nahe stehen. Kine Einbeziehung der vielen Arten initer<br />

Hieracium kann vielleicht ebenso gerechtfertigt sein wie die Aufnahme der<br />

vielen Acaciu-Vonnen fiir Australien. Das Vorkonimen der vielen Formen<br />

einer polyniorphen Gattung stellt ja iibrigens immer einen bemerkenswerten<br />

Zug in der pflanzengeographischen Natur eines Gebietes dar. — Die<br />

Hauptschwierigkeit liegt jedoch darin, dass es schon bei kleineren Gebieten<br />

so ausserordentlich zeitraubend ist, eine solche Kenntnis der Flora zu erzielen,<br />

dass ihre Artenzahl (zunächst die Zahl der urspriinglichen Arten) als<br />

mit der nötigen Exaktheit festgestellt angesehen werden kann. Eine tefriedigende<br />

Kenntnis des qualitativen Cliarakters der Flora ist ja stets viel<br />

leichter zu erreichen.<br />

Dass die Artenzahl als Vegetationscharakter vernachlässigt worden ist,<br />

beruht jedoch vielleicht in erster lyinie darauf, dass es sehr schwer ist, Gebiete<br />

zu finden, die fûglich in bezug auf die Artenzahl als annähernd miteinander<br />

vergleichbar gelten können, und danach einen wahrscheinlichen Erklärungsgrund<br />

fiir den verschiedenen Artenreichtum ausfindig zu machen. Es<br />

scheint ganz natiirlich, dass man beini Vergleich der Artenzahl in verschiede-<br />

1) Die Schwierigkeit, die hier hervorgehoben worden ist, fällt offenbar meistens<br />

weg, wenn ein Vergleich zwischen nahe beieinander gelegenen Gebieten<br />

angestellt wird, wo die Eleniente der Vegetation ihren Grundziigen nach dieselben<br />

sind, und zwar also auch mit Riicksicht auf die kritischen und fonnenreichen<br />

Artengruppen.


ACTA BOTAXICA FICXXICA 1, X:o 1 27<br />

lien Gebieten von gleich grossen Arealen aiisgelien muss. Wenn die Artenzahl<br />

auf diesen gleich grossen Arealen verschieden gross ist, berulit dies wohl<br />

auf vielen zusaninienwirkenden Umständen. Hier sind die Standortsverhältnisse<br />

von Einfliiss; so wie sicli die \^egetation auf der Krde gestaltet hat,<br />

bringt ja im allgenieinen eine grössere Anzahl verschiedener Standortstypen<br />

innerhalb eines Gebietes grössere Voraussetzungen fiir eine artenreiche Flora<br />

mit sich als eine kleinere Zahl. Kin wärmeres Kiima bietet im allgenieinen Vorbedingungen<br />

zu einer arteiireicheren Flora als ein kälteres. Ausser diesen<br />

und anderen Faktoren von klimatischer oder topographischer Natur<br />

wirkt auf die Artenzahl die Natur der Pflanzen selbst ein, u. a. ihre Grosse<br />

(beispielsweise Baume, Sträucher, Kräuter) und ihre Ansbreitungsbedingungen.<br />

Ferner sind geologiselle und geographische Verhältnisse (z. B. die Entfernung<br />

von anderen Gebieten in der Gegenwart und in friiheren Zeiten) von<br />

Kinfluss. Fiir alle diese verschiedenartigen Verhältnisse stellt ohne Zweifel<br />

die Zahl dei: Arten ebenso gut wie ihre qualitative Natur einen Exponenten<br />

dar. Wenn man z. B. erfährt, dass Italien ca. 4000 Arten und das ungefähr<br />

gleich grosse Neuseeland nicht eiii Drittel davon zählt, dann erhebt sicli die<br />

Frage, worauf eine solche auffällige Differenz beruht. — Will man den Einfluss<br />

der verschiedenen Umstände auf die Artenzahl kennen lernen, so zeigt<br />

es sich notwendig, dieselben je fiir sich zvi betrachten. Es gilt also, Fälle<br />

zu wählen, vvo die Verhältnisse in den meisten Hinsichten ähnliche sind, wo<br />

aber irgendeine frappante Verschiedenheit besteht. Man stelle also innerhalb<br />

desselben kliniatischen Gebietes beispielsweise einen Vergleich zwischen<br />

Gebieten mit verschiedenen Standortsverhältnissen an (in Finnland z. B.<br />

zwischen dem ebenen österbottnischen Kiistenland und dem kupierten Binnenland).<br />

Die Einfliisse dieser auf die Artenzahl habendabei Aussicht, zutage<br />

zu treten. Wählt man die Gebiete so, dass auch die Standortsverhältnisse<br />

inöglichst ähnliche sind, so können andere Einfliisse, z. B. der der verschiedenen<br />

Entfernung von eineni Ausbreitungszentrum, der des verschiedenen<br />

geologischen Alters und anderer Umstände ersichtlich werden. Die grosse<br />

Schwierigkeit wird stets sein, Gebiete zu finden, wo so viele pflanzengeographische<br />

Faktoren ungefähr ähnlich wirken wiirden, dass der Faktor,<br />

den man untersuchen will, Aussicht hatte, klar hervorzutreten.<br />

Das Arbeiten mit der Artenzahl als pflanzengeographischem Charakter<br />

wird ganz sicher ininier Schwierigkeiteu bieten. Dass die Artenzahl einen wesentlichen<br />

Zug in dem pflanzengeographischen Charakter eines Gebietes hezeichnet,<br />

ist jedoch offenhar. Sie stellt dazu ersichtlich einen sehr empfindlichen Exponenten<br />

fiir manche pflanzengeographischen Verhältnisse dar und muss also<br />

möglichst exakt ermittelt werden, auch wo es schwierig scheint, sie zurzeit mit


28 A. Palmgren, Die Arteiizahl als pflaiizcngeograpliisclier Charakter<br />

Hinsicht aiif ihre Ursachen näher zit helenchten. Den grössten Wert als Tatsache<br />

erhält sic offenbar bei pflanzengeographischen Vergleichen zvvischen<br />

Gebieten, die innerhalb derselben klimatischen Regionen tind nicht<br />

allzu weit voneinander entfernt liegen (vgl. S. 23). Wir denken uns beispielsweise<br />

folgenden Fall. Zwei Gebiete liegen nahe beieinander, innerhalb<br />

desselben pflanzengeographischen Gebiets der nächst höheren Griippierungseinheit<br />

(beispielsweise die Kirchspiele I^emland und Brandö auf Åland;<br />

vgl. unten S. 29). Qualitativ tritt eine Verschiedenheit zvvischen ihnen ini<br />

Vorhandensein oder Fehlen einzelner benierkenswerterer Arten vergleichsweise<br />

wenig hervor. Aber die Artenzahl lässt sich höchst bedeutend verschieden<br />

denken infolge verschiedenen geologischen Alters der Landgebiete, infolge<br />

mehr oder weniger giinstiger I^age fur die Besäung (siehe die Darstellung<br />

des Verf. S. 57 uber die Ivntfernung und die Exposition fiir die Bevvachsung<br />

als pflanzengeographische Faktoren) und anderer Umstände. Hier wird die<br />

Artenzahl als solche die wesentliche Verschiedenheit in dem pflanzengeographischen<br />

Charakter der Gebiete bezeichnen. Die verschiedene Artenzahl,<br />

die bei einer Untersuchung der Grundziige der Vegetation niöglicherweise<br />

ganz der Aufnierksamkeit entgangen ist, gibt vielleicht einen Hinweis auf<br />

das relative Alter der Vegetation, ihre Einwanderungswege usw.<br />

Die Artenzahl als pflanzengeographischer Charakter und ihre Bedeutung<br />

als pflanzengeographisches Problem sind von der Forschung offenbar mit<br />

Unrecht iibersehen worden. Es ergibt sich also als eine Aufgabe der Pflanzengeographie,<br />

die Frage nach dieseni Charakter auf die Tagesordnung zu<br />

bringen.<br />

Ich gestatte mir, zur Stûtze des oben Gesagten noch auf meine Studie<br />

»Die Entfernung als pflanzengeographischer Faktor», 1921, hinzuweisen.<br />

Diese Studie liefert (S. 56—74) eine pflanzengeographische Einteilung<br />

Ålands. Als Ausgangspunkt einer solchen Einteilung kann schwcrlich die<br />

Verteilungeiniger einzelnen benierkenswerten Arten innerhalb der Eandschaft,<br />

ebenso wenig die einiger natiirlichen Artengruppen benutzt werden (a. a.<br />

O., S. 57, 70). Qualitativ ist der Charakter der Flora in den verschiedenen<br />

Teilen der Ivandschaft redit ûbereinstimmend. Aber die Artenzahl zeigt<br />

eine sukzessive und auffällige Abnahme nach Osten hin. Dieser Umstand,<br />

den ich dem nach Osten zunehmenden Abstand von einem Ausbreitungszentrum<br />

in Schweden zugeschrieben habe (vgl. S. 97 der vorliegenden<br />

Studie), gibt uns eine Basis fiir eine pflanzengeographische Einteilung Ålands.<br />

Hier erscheint die Artenzahl als ei n pflanzengeographischer Faktor von entscheidender<br />

Bedeutung. Die folgenden Resultate meiner Studie mögen fiir


ACTA BOTAXICA FENNICA 1. N:o 1 29<br />

sich sprechen: Auf Åland können folgende im Norden und Siiden verlaufende<br />

Grenzlinien gezogen werden: 1. Die erste (westlichste) geht iiber Ödkarbyviken,<br />

Färjsundet, Lumparen und Föglö-Föhrde (Föglö-fjärd). Sie trennt westwärts<br />

das »Westliche Åland» mit 320 Arten in der Lauhwiesenvegetation von sämtlichen<br />

324. Die Artenzahl fiir die einzelnen Kirchspiele beträgt 280—299^)<br />

(Iveraland 299, Jomala 299, Hammarland 281, Eckerö 280, Geta 292, Finström<br />

287). — 2. Die folgende lyinie geht iiber Boxö-, Simskäla- und Vargata-Fölirde,<br />

durch den Ängessund (zwischen I^umparland und Vårdö), iiber Delet (zwischen<br />

Föglö und Sottunga) und die Kökar-Föhrde. Sie scheidet westwärts die<br />

Kirchspiele Saltvik und Sund sowie Föglö ab. Die Artenzahl dieser Kirchspiele<br />

schwankt zwischen 2ol und 269 (Saltvik269, Sund 261, Föglö 262). -<br />

3. Eine dritte lyinie iiber Delet trennt westwärts Sottunga und Vårdö, beide<br />

mit 234 Arten, von Kumlinge mit 213 Arten. 4. Eine vierte Ivinie iiber das<br />

Iv'-ippvesi scheidet westwärts Kumlinge von Brändö. Die Laubwiesenvegetation<br />

des letzteren Kirchspiels zählt 200 Arten. — Um das extremste Beispiel<br />

fiir die Verschiedenheit in der Artenzahl als pflanzengeographischem Charakter<br />

zu wählen, vergleichen wir das am weitestenim Osten gelegene Brändö mit<br />

irgendeineni der Kirchspiele des »Westlichen Åland», z.B.I^emland (es kommt<br />

hier nur dessen westl. Schärenarchipel nebst der Westkuste in Frage). Das<br />

Areal des Kirchspiels Brandö ist viel grösser als dasjenige von I/emland; seine<br />

Ausdehnung in Nord und Siid, Ost und West ist grösser. Es ist dazu vielleicht<br />

das laubwiesenreichste Kirchspiel Ålands, auch das gesamte Laubwiesenareal<br />

ist also grösser als in Ivemland. An vielen Stellen herrscht eine sehr iippige<br />

Vegetation. Man könnte also a priori eine sehr artenreiche Flora erwarten.<br />

Das Verhalten ist indes ein ganz ailderes. Die Artenzahl von Brandö ist nur<br />

200 gegen 299 fiir Ivemland. Um die Bedeutung dieser pflanzengeographischen<br />

Verschiedenheit voll hervortreten zu lassen, sei erwähnt, dass in I/emland<br />

schon recht unbedeutende Inselchen (1917, S. 493, 501 = 1922 B, S.<br />

15, 21) 200 Arten und dariiber zählen (Slätholm 203, Granholm 202, Idholm<br />

202; ihre grösste Ausdehnung ist ca. 900, 600 bzw. 250 m), also ebenso viel<br />

wie das ganze Kirchspiel Brandö. Nåtö, wo das Areal der Laubwiesenvegetation<br />

ca. 1500 X 700 m beträgt, zählt allein 256 Arten, also mehr als die Kirchspiele<br />

Brandö, Kumlinge, Vårdö, Sottunga, Kökar und fast ebenso viel wie<br />

Hervorgehoben sei, dass eiiiige der mitcn mitgeteilten Zahlen durch erneute<br />

Untersuchungen etwas erhöht worden sind; dies gilt zunächst von Smid,<br />

dem ini N imd S stark ausgezogenen \'årdö sowie von Kmnlinge imd Brandö.<br />

Iiidessen bewirken diese crneuten Untersuchungen keine Verscliiebung der<br />

Beziehungen der Kirchspiele zueinander, wie sie sich in den unten folgeJiden<br />

Zahlen darstellen (vgl. S, 98).


30 A. Palmgren, Die Arteiizahl als pflaiizcngeograpliisclier Charakter<br />

Sund unci das uinfangreiche Kirclispiel Föglö. ]vs verdient erwähnt zu<br />

werden, dass das uppige Ingersholm in Kumlinge, dessen lyaubwiesengebiete<br />

in bezug auf Areal und Standortsverhältnisse gut denen von lycniland: Nåtö<br />

entsprechen, nur 180 Arten zählt und dass das uppige und abwechslungsreiche<br />

Söderholm, das zu dem Kirclidorf Brandö geliört, nur 157 Arten aufweist,<br />

obwohl es Slätholni und Oranholm in I/eniland in seineni Areal bedeutend<br />

voransteht und ihnen in seinen Standortsverhältnissen gut entspricht.<br />

Icli erlaube mir, hier eiti paar Ausziige aus meiner obenerwähnten Studie<br />

(1921) einzuriicken:<br />

»Wir liaben oben, wie uns sclieint, eine Basis fiir eine pflanzengeographische<br />

Kintcilung Ålands gefunden. Dieselbe beniht weniger in dem blossen Vorkommen<br />

odev Fehlen einer grösseren oder geringeren Anzahl benierkenswerter Arten in den<br />

betreffenden Gebieten als vielniehr vor allem in einer nach Osten hin erfolgenden<br />

sitkzessiven Reduktion der Artenzahl selbst. Die liedeutung der Artenzahl als<br />

pflanzengeographisclies Merknial tritt damit stark liervor (vgl. vS. 55). Der<br />

C^.rund zu der Reduktion der Artenzahl, also der pflanzeiigeographisch aussclilaggebende<br />

Faktor, durch den die pflanzengeographische Ivinteilung der Landschaft<br />

bedingt ist, liegt, wie sich gezeigt hat, in deni nach Osten hin ziuiehmenden<br />

Abstand von einem im Westen (in vSchweden) liegenden \ erbreitungszentruni,<br />

welcher die Aussichten fiir die Fleniente der \'egctation, bei der Verbreitung<br />

mitzukonuuen, sukzessiv vermindert hat» (S. "D —71).<br />

»Die Feststellung der Zahl der Arten eines pflanzengeographischen Gebietes,<br />

audi ganz iinbedeutender, sowohl absolut als vielleicht ganz besonders im Verhältnis<br />

zu den benachbarten Gebieten, bedeutet daher im llinblick auf das Gesagte die<br />

Prcizisierung eines sehr wesentlichen Zuges seines Char akters» (vS. 55).<br />

Ks sei hier ausdriicklich hervorgehoben, dass diese von Westen nach Osten<br />

abnehmende Artenzahl, die der pflanzengeographischen Einteilung von Åland<br />

zugrunde gelegt worden ist und die einen sichtlich sehr stark und allgemein<br />

wirkenden pflanzengeographischen Faktor wiederspiegelt, indem allgemeinen<br />

Charakter der Vegetation und Flora nur dem an die åländische Vegetation<br />

gewöhnten Auge in einer et was weniger bunten Farbenpracht auf den Hiigelwiesen<br />

entgegentritt, die jedoeh ihren Orund in rein qualitativen Verliältnîssen<br />

haben könnte (vgl. 1915, S. 35). Sie stellt also ein Merknial<br />

der åländischen Vegetation dar, das sich erst bei einer sehr genauen Untersuchung<br />

offenbart und das wahrscheinlich der Aufmerksanikeit entgangen<br />

ware, wenn die Studien in der åländischen Pflanzenwelt nicht auf eine Detailkenntnis<br />

derselben eingestellt gewesen wären. Dieses Verhalten lässt erkennen,<br />

wie leicht die Artenzahl als Charakter sich der Aufmerksanikeit entzieht.<br />

Ks enthält zugleich die Mahnung, ein Material zusammenzustellen, das sich<br />

zur Bas's fiir das Studium der Artenzahl als Vegetationscharakter eignet.


ACTA BOTAXICA FIvNNICA 1, N:o 1 3t<br />

Ich erlaube mir noch, auf meine Studien iiber die lyaubwiesengebiete auf<br />

Aland, 1915—1917, hinzuweisen.<br />

Das Detailstudiiini der einzelnen Ivaiibwiesengebiete hat, wie S. 34 eingehender<br />

beriihrt wird, cine nahe iibereinstimniende Artenzahl fiir Gebiete<br />

von derselben Grosse und gleichartigeni Vegetationscliarakter innerhalb desselben<br />

geographischen Distrikts offenbart (1917, S. 509 = 1922 B, S. 28). Mit<br />

zunehmender Grosse steigt die Artenzahl in einer gewissen konstanten Progression.<br />

Ein åländisches Laubwiesengebiet ist selten von der Grosse, dass es die<br />

iiberwiegende Mehrheit der 324 Arten der Ivaubwiesenvegetation einschliesst.<br />

(Selten iibersteigt die grösste Ausdehnnng eines Laiibwiesengebiets ein paarkni;<br />

die grosse Mehrzahl der Laubwieseninseln und Landzungen ist erlieblich kleiner<br />

(s. 1917, 8.486—497= 1922 B, S. 10—18)). Ebenso verhcält es sich mit den<br />

einzelnen Ståndorten und ihren Arten. Ich konnte so feststellen (1917, S. 618<br />

= 1922 B,S. 121), dass eine gewisse minimale Fläche (»mininiiyta» = Mindestfläche)<br />

erforderlich ist, damit die Arten eines gewissen Forniationstypus im<br />

wesentlichen alle Fuss fassen können (vgl. S. 38 der vorliegenden Studie).<br />

Da diese Mindestfläche iiberhaupt nicht zur Verfiigung steht, ist die Folge ein<br />

heftiger Kampf um den Rauni zwischen den disponiblen Arten. Bei diesem<br />

Kampf wird der Ztifall eine selir grosse Rolle spielen, begiinstigend oder<br />

hemmend. Das Fehlen einer Art in einem Gebiet braucht mithin nicht die<br />

F^o^ge mangelnder Bedingungen fiir i hr Vorkommen zu sein. Der qtialitative<br />

Plorencliarakter ist hier also nicht allein ein Exponent fiïr die pflanzengeographische<br />

Natur eines Gebiets. Die Artenzahl spielt nehen ihm eine hervorragende<br />

Rolle im Charaktcr der Pjlanzendecke.<br />

Icli bin der Ansicht, dass das, was durch das Detailstudium der Eaubwiesen<br />

konstatiert worden ist — also u. a. die ahnehniende Artenzahl ostwärts<br />

auf Åland, die erjorderliche Mindestfläche, die enge Beziehung<br />

zwischen Fläche und Artenzahl in derselben Gegend und die daraus resultierenden<br />

pflanzengeographischen Verhältnisse — die Bedeutung der Artenzahl<br />

als pflanzengeograj)h'scher Charakter klar zutage treten lässt.<br />

Auch die benierkenswert hohe Artenzahl, die in dieser Studie fiir Åland<br />

konstatiert worden ;st, stellt die Bedexitung der Artenzahl als pflanzengeographischer<br />

Charakter fest.<br />

Ich glaube in Anbetracht des Gesagten auch recht gehabt zu haben, als<br />

ich es 1917 in meinen lyaubwiesenstudien angängig fand, als ein kiinftiges<br />

Arbeitsprogranim die Aufgabe zu stellen, fiir verschiedene F'^ormations- und<br />

Standortstypen das Verhältnis zwischen Artenzahl und Areal zu ermitteln<br />

(s. die Darstellung in vorliegender Studie S. 37).


32 A. Palmgren, Die Arteiizahl als pflanzeiigeograpliischer Charakitr<br />

Es sei mir erlaubt, aus der erwähnten Schrift folgende Ausziige herzusetzen<br />

(1917, S. 627 = 1922 B, S. 129):<br />

»Konsequeiitemiassen folgt aus deni in der vorliegendcn vStiidie ausgesproclienen<br />

Satz iiber das \'erhältnis zwischen Areal uiid Artenzahl. dass man heim<br />

Studium von Formations- und Standortstypen als einen bedeutsamen Tell des Formations-<br />

hezw. Standortschar aliter s nicht nur deren blosse A r t z u s a m m e n s e t-<br />

z n n g, sondern auch die sie kennzeichnende A r t e n z a h l h er xi ck si ehti gen muss.<br />

Dies ist fiir die åläiidische Laubvegetation in Teil I dieser Abhandlung gescliehen<br />

durch ineine \'ersuche, sowolil fiir die Fonnationsgruppe als Ganzes (S. 47) als<br />

fiirderen verschiedene Typen (S. 59 — 63, 68, 72, 79, 86, 95) die sie kennzeichnende<br />

Artcnzahl genau festzustellen. Eine weitere Konsequenz ist es noch, fiir jeden<br />

Ståndorts- hezw. Formationstypiis die Artenzahl festzustellen, die fiir den e i n z e l-<br />

n e n Ståndort, d. h. fiir kleinere homogene Gebiete (S. 104), charakteristisch<br />

ist. Offenbar Hat man nämlich alien Anlass zu erwarten, dass sich diese Zahl fiir<br />

den einzelnen Typus bei Arealen desselben Flächenraiints recht konstant zeigen<br />

u'ird. Einein Detailstudium der verschiedenen Formations- und Standortstypen<br />

wird es obliegen, zu eniutteln, \vie gross diese Probeflächen zu wälilen<br />

sind, daniit die gefundenen Artensiunnien den wirklichen Charakter der Formation<br />

in der hier l^eriihrten flinsicht am besten wiederspiegeln können. Gan?<br />

sicher wird nämlich dieser Charakter einer einzelnen Fomiation oder eines<br />

einzelnen Ståndorts nicht nur von dem Artcharakter der Elernente geschaffen,<br />

die ihn zusamniensetzen, sondeni in ebenso hohem oder vielleicht<br />

höherem Grade gerade von der grösseren oder geringeren Mannigfaltigkeit<br />

der Arten, die ihn konstituieren. Schon der Laie sieht ja ganz unbewusst,<br />

ohne jede Analyse, die Verschiedenheit, die in der allgemcinen Natur der Pflanz?ndecke<br />

durch die grössere oder geringere Anzahl der Elemente, die dieselbe<br />

konstituieren, bedingt w'ird. Auf S. 105 habe ich auch den Gedanken ausgesprochen,<br />

dass es ganz sicher zuni erheblichen Teil gerade dieser grössere oder geringere<br />

Maimigfaltigkeitsgrad der Pflanzendecke — nicht nur das Vorhandensein<br />

oder Fehlen einzelner anspruchsvollerer Arten — gewesen ist, der den Axisiedler<br />

bei der Aufsuchung der zum Anbau tauglichsten Böden geleitet liat. Im<br />

grossen ganzen steht vvohl nämlich die Artenzahl innerhalb untereinander vergleichbarer<br />

Typen offenbar im direkten \'erhältnis zum Xährstoffwert des Bodens<br />

(vgl. S. 105).»<br />

Ztir Frage von Artenzahl und Areal. ^)<br />

Nachdeni die obige Darstellung niedergeschrieben war, ist es mir angebracht<br />

erschienen, folgenden präliminären Zusatz uber die Frage des Areales<br />

und der Artenzahl zu machen, die ich einer besonderen Behandhing zu unterwerfen<br />

beabsichtigt habe und weiter beabsichtige.<br />

Es ist ziemlich selbstverständlich und ist jedenfalis schon von DE CAN-<br />

DOLLE betont worden (siehe die Zitate S. 19, 20, 21), dass ein Vergleich zwischen<br />

zwei Gebieten in bezug auf deren Artenzahl mit Beachtung ihrer Grosse<br />

^) Zusatz während des Druckes.


ACTA BOTANICA FKNNICA 1, N:o 1 33<br />

vorgenommen werden niuss.^) Weist ein gewisses grösseres geographisches<br />

Gebiet unter Bedingungen, die ungefähr gleichartig erscheinen, mehr Arten<br />

auf als ein gewisses anderes, kleineres Gebiet, so diinkt uns dies recht natiirlich.<br />

Die Erfahrung zeigt jedoch bekanntlich, dass das Verhalten auch das<br />

umgekehrte sein kann. Haben wir innerhalb eines gewissen, in alien seinen<br />

Teilen von gleichartiger Vegetation eingenomnienen Gebietes auf einer kreisrunden<br />

Fläche mit einem Radius von gewisser I/änge eine gewisse Anzahl<br />

Arten aufgezeiclinet, so diirfte es uns ebenso kaum wundern, wenn diese<br />

Anzahl steigt, wenn die Ivänge des Radius zunimmt. Desgleichen wird es<br />

uns kaura wundern, wenn wir innerhalb des betreffenden Gebietes mehi (es<br />

bleibe ungesagt, wie viel mehr) Arten auf einer Fläche von beispielsweise<br />

200 m^ als auf einer anderen Fläche von 100 m^ finden. Dies scheint mir der<br />

Sinn von JACCARDS schon S. 25 zitierter Äusserung in der Frage des Areals<br />

und der Artenzahl zu sein. Direkte Untersuchungen zu dem Zweck, dieses<br />

»J'ai montré (p. 1172) à quel degré il serait absurde de comparer, au point<br />

de vue du nombre total des espèces, des régions, qui ne seraient pas sensiblement<br />

égales en surface. — — —» (ans dem Zitat S. 20).<br />

2) Bel der Abfassung meiner Laubwiesenstudien von 1915 — 1917, zu denen<br />

das Material mit den in vorliegender Abhandlung S. 9 — 18 dargestellten fiihrenden<br />

Gesichtspimkten vor Augen seit den ersten Jahren dieses Jahrhmiderts<br />

eingesammelt worden ist, waren mir die Arbeiten PAUL, JACCARDS unbekannt,<br />

wie sie es iiberhaupt in den nordischen lyändern gewesen zu sein scheinen. Die<br />

gerade damais erscliienenen ersten Hefte der dritten Auflage von WARMINGS<br />

I/ehrbuch der ökologischen Pflanzengeographie, in denen man mit Recht eine<br />

Zusammenfassung des damals vorhandenen Wissens auf dem Gebiet der ökologischen<br />

Pflanzengeographie erwarten konnte, beriicksichtigen nicht die Gesetze,<br />

die JACCARD an den Tag gebracht hat. Ferner sei hinzugefugt: Der dritte Teil,<br />

meiner obengenannten Studien wurde iînde 1916 in Druck gegeben. Ks sellien<br />

niir angebracht, die Veröffentlichung der Arbeit zu beschleunigen, weil sich<br />

die Zukunft äusserst drohend darstellte. Unter diesen Umständen wurde in<br />

diesem dritten Teil nur ein Teil der Resultate vorgelegt, zu denen die Studien in<br />

dem åländischen Schärenarchipel gefiilirt hatten. Dieser Teil enthält also keiuen<br />

Hinweis auf die Literatur und griindet sich ausschhesshch auf eigene<br />

Drfahrungen. Meine Arbeit war indessen mit dem vorgelegten dritten Teil<br />

uiclit abgeschlossen, sondern es sollte ein vierter folgen. Es war meine Absicht<br />

(III, S. 632 — 633 = 1922 B, S. 134), in diesem Teil einerseits verschiedene Fragen<br />

Von mehr prinzipieller und allgemeiner Bedeutung, zu denen mich meine Studien<br />

gefiilirt hatten, zu erörtern, andererseits eine Ubersicht und eine Durchttiusterung<br />

der pflanzengeographischen Literatur zu geben in dem Teil, welcher<br />

Beriihrmigs- luid Ankniipfungspunkte mit den Fragen hat, die in meiner Studie<br />

vorgelegt wurden, sowie eine Wertmig der in Skandinavien und Finnland bei<br />

Ståndorts- mid Formationsstudien befolgten Arbeitsmethoden zu versuchen,


34 A. Palmgren, Die Arteiizahl als pflaiizcngeograpliisclier Charakter<br />

Verhalten näher festzustellen, sincl meines Wissens weder von JACCARD noch<br />

von jemand vor ihni ausgefuhrt worden.<br />

VVenn ich als Resultat meiner Studien fiir die åländischen Laubwiesengebiete<br />

(1915—1917) eine hestimmte und recht konstante Beziehung zwischen<br />

Areal und Artenzahl nachgewiesen habe, griindet sicli dies auf eine Beobachtung<br />

von wesentlich anderer und, wie es scheint, umfassenderer Bedeutung.<br />

Mein Resultat scheint daher auch pflanzengeographisch eine tiefere Tragweite<br />

zu besitzen.<br />

Ich habe bei den angedeuteten Studien genau die Flora in 30 verschiedenen<br />

von sog. I/aubwiesenvegetation eingenommenen »Spezialgebieten» der åländischen<br />

Inselwelt, die in 4 verschiedenen geographischen »Distrikten» liegen,<br />

erforscht. Die äussersten der Inseln liegen ca. 90 km voneinander entfernt;<br />

innerhalb der einzelnen Distrikte schwanken die gegenseitigen Entfernungen<br />

zwischen einigen Steinwiirfen und 25 km. Die Gebiete sind von verschiedener<br />

Grosse, indeni ihre grösste Ausdehnung zwischen 250 und 2000 m variiert. —<br />

Was ich unter dem Nanien Laubwiesenvegetation zusanimengefasst habe,<br />

schliesst eine ganze Anzahl Pflanzengesellschaften von geschlossenen Hainen<br />

bis zu den Gesellschaften der offenen Wiesen und Hiigelwiesen (ängsbackar)<br />

sowie der Hiigel- und Felsbuckel (back- o. bergknallar) ein, die sichjedoch<br />

sämtlich zu einem natiirlich begrenzten Ganzen vereinigen (1915, S. 31, 38).<br />

Die Vegetation enthält sowohl Bäume und Sträucher als Kräuter und Gräser,<br />

Unter diesen Umständen ist es ziemlich klar, dass zwischen einer so grossen<br />

Anzahl verschiedener Gebiete keine vollständige Ûbereinstinimung in bezug<br />

auf die ökologischen Verhältnisse und die Beschaffenheit der Vegetation<br />

herrschen kann. Es ist ebenso selbstverständlich, dass die Bedingungen fiir<br />

die Einwanderung der Arten in diese Gebiete nicht ganz dieselben gewesen<br />

sein können.<br />

also eine Aufgabe, die uiehr Zeit und einen grösseren Zutritt zu der Literatur<br />

voraussetzte, als wälirend der Kriegsjahre mit der strengen Absperrung Finnlands<br />

möglich war. Eine solche Teilung nieiner Arbeit war dureh den Zwang der<br />

Zeitläufe hervorgerufen imd nieines Eraclitens berechtigt, da bei der Ausgabe<br />

des dritten Teiles ausdrucklich betont wurde, dass er »nur einen Teil eines nocli<br />

nicht abgeschlossenen Ganzen» darstelle. Der dritte Teil meiner I.aubwiesenstudien<br />

ist also als ein einzelnes Kapitel eines gröSvSeren Ganzen anzusehen,<br />

wovon auch die fortlaufende Seitenzähhmg der drei Telle zeugt, ein Kapitel,<br />

das in gewissen Hinsichten ausdriicklich auf ein später folgendes liinweist.<br />

Mancherlei Umstände haben bewirkt, dass der in Aussicht gestellte vierte Teil<br />

noch nicht erschienen ist. Die Erörterung, die ich versprocheii habe, wird<br />

indessen, wenn sich Zeit und Gelegenheit dazu bietet, nicht ausbleiben.


ACTA BOTANICA FIvNNICA 1, X:o 1 35<br />

Bei den oben hervorgehobenen Verhältnissen musste es mich frappieren<br />

(dies gilt besonders von den Gebieten ein und desselben Distrikts; Kökar und<br />

1'öglö haben eine artenärmere Flora als Lemland und der NW Schärenarchipel),<br />

eine auffallende imd recht konstante Beziehung zwischen den Arealen und<br />

den Artenzahlen dieser voneinander isolierten Gebiete zu finden.<br />

Dies ist gar nichts Selbstverständliches und jedenfalls etwas ganz Anderes<br />

als die vage (»non pas que nous admettions une proportionnalité rigoureuse<br />

», aus dem Zitat S. 25) Beziehung, die oben zunächst fiir verschiedene<br />

Flächen eines und desselben von gleichartiger Vegetation eingenommenen<br />

Gebietes beriihrt worden ist. Viel näher hätte es dagegen gelegen zu erwarten,<br />

dass allerlei Umstände (von ökologischer Natur, in bezug auf die Bedingungen<br />

fiir die Einwanderung ) bald mehr, bald weniger begiinstigend<br />

auf die Artenzahl eingewirkt hätten. Das gefundene recht konstante<br />

Verhalten zeigt in erster lyinie, dass die Vegetation der Gebiete zu einenigevvissen<br />

Gleichgewicht gelangt ist, wo von man a priori bei dem recht geringen<br />

Alter dieser Gebiete nicht iiberzeugt sein konnte (s. Kap. 111,3 vorliegender<br />

Studie); ohne dieses erreichte Gleichgewicht ware das konstante Verhalten<br />

nicht möglich gewesen. Es zeigt infolge des Umfangs und des uhereinstimmenden<br />

Zeugnisses des Beweismaterials ferner, und gerade darin liegt der<br />

wesentliche Gewinn, dass hei der Konkurrenz zwischen alien auf die Zusanimensetzung<br />

der Vegetation einwirkenden Umständen dem Areal ein ungeahnt grosser<br />

Einfhiss zukommt, ein grosserer als der, mit welchem man friiher in der Pflanzengeographie<br />

operiert hat. ^)<br />

Zur Beleuchtung der Art der hier beriihrten Beziehung seien folgende<br />

Zahlen angefiihrt:<br />

In Lemland (wir wählen diesen Distrikt, wei er aus verschiedenen Griinden<br />

am beweiskräftigsten ist) zählen die Gebiete der kleinsten Grössenkategorie<br />

(vgl. 1917, S. 501, 506= 1922 B, S. 21, 26) 153—164 Arten. Fiir Gebiete<br />

des 3—4 fachen Areals (Granholm, Slätholm) steigt die Zahl auf 202,<br />

bzw. 203. Wird das letztgenannte Areal weiter zweimal erhöht (Granö,<br />

Ytternäs, Björkö), so wächst die Zahl um etwa zehn (210, 210, 216).<br />

Da ich fiir drei Distrikte (der vierte, wo nur drei Gebiete untersucht worden<br />

waren, ist nicht beweiskräftig) hauptsächlich dieses gleiche Beziehungsverhältnis<br />

zwischen Areal und Artenzahl gefunden hatte, glaubte ich folgendes<br />

feststellen zu können (1917, S. 509 = 1922 B, S. 28):<br />

^) Wenn Du Rietz (Zur Krklärung einer historisch-pflanzensoziologischen<br />

Streitfrage, 1924, S. 433) sagt: »Betreffs des Verhältnisses zwischen Artenzahl<br />

mid Areal stimmen die Resultate PAI^MGRENS mit den friilier von JAC-<br />

CARD gefmidenen gut liberein», so scheint dies also nicht ganz korrekt zu sein.


36 A. Palmgren, Die Arteiizahl als pflaiizcngeograpliisclier Charakter<br />

»i. — In den Laubvegetationsgehieten Ålands herrscht — ganz besonders im<br />

Rahmen der verschiedenen geographischen Distrikte — eine bemerkenswerte Ubereinstimmung<br />

in der Artenzahl fiir Gebiete von imgefähr demselben Areal und mit<br />

gleichartigen Ståndorts- bezw. Vegetationsverhältnissen.»<br />

»2. — Die Artenzahl der Spezialgehiete steht innerhalb der verschiedenen Distrikte<br />

in der Mehrzahl der Fälle in direktem Verhältnis zu dem Areal der Gebiete A<br />

»4. — Dass innerhalb der Laubvegetation ein einigermassen bestimmtes, fiir<br />

die iintersuchten 30 Spezialgebiete jedenfalls der Hauptsache nach erreichtes Verhältnis<br />

zwischen Artenzahl und Flächenratim besteht; die iintersuchten 30 Spezialgebiete<br />

wiirden mit anderen Worten der Hauptsache nach die Artenzahl erhalten<br />

haben, die — unter den auf Åland herrschenden Verhdltnissen — von ihrer Grosse<br />

und ihren Ståndorts- bezw. Vegetationsverhältnissen gestattet wird.t><br />

Das Gesagte erlaubte in Anbetracht des Umfangs des Materiales folgenden<br />

allgemeinen Schluss zu forraulieren (S. 617 = 1922 B, S. 120):<br />

»— — — Es wurde mit anderen Worten zwischen Areal und Artenzahl fur<br />

diese artenreiche Formation auf Åland ein intimer Ztisammenhang herrschen, dem<br />

mit Rûcksicht auf die Konstitutio.n der Formation kaum der Charakter eines Gesetzes<br />

abzuerkennen sein diirfte.»<br />

Also: einem gewissen bestimmten Areal entspriclit unter gewissen vorhandenen<br />

Bedingungen (fiir die Laubwiesenvegetation) eine gewisse hestimmte<br />

Zahl von Arten. Mit anderen Worten: erhöht sich das Areal, so wächst auch<br />

die Artenzahl nach einem gewissen lestimmien Gesetz.<br />

Im Anschluss an die vorgelegten Tatsachen erhob sich die Frage, welches<br />

die nähere Beziehung zwischen Areal und Artenzahl fiir die åländische Lauhwiesenvegetation<br />

ist. — Zu einer völlig exakten Bestimmung des gegenseitigen<br />

Verhältnisses der Zunahme des Areals und der Artenzahl schien mir und<br />

scheint mir noch heute das damals vorhandene Material nicht hinzureichen.<br />

Dass ich dieses Verhalten tatsächlich als sehr bestimmt angesehen<br />

ha be, geht ii. a, aus folgender Äusserung S. G20 (= 1922 B, s. 122) hervor:<br />

— — Atifgrund der Kcnntnis der åländischen Laubvegetation, die fiir<br />

mich das Ergebnis dieser Studie darstellt, glaube ich fiir ein åländisches Laubwiesengebiet<br />

im voraus — ohne die Gefahr, bei mehr als einem, höchstens zwei<br />

Dutzend Arten fehlzugreifen — den Artenreichtiim abschätzen zu können.<br />

Welches die vertretenen Arten sind, dariiber lässt sich dagegen nur fiir einen<br />

Teil (die Hälfte oder daheriun) im voraus eine annähernd begriindete Vorstellung<br />

gewitnien. lubezug auf diese Fragen hegte wenigstens der Verfasser dieser Studie<br />

friilier eine ganz andere Auffassimg, An die Möghchkeit, aus der Grosse eines<br />

Gebietes mit einem recht hohen Grad von Exaktheit auf dessen Artenzahl<br />

schhessen zu können, hatte ich nie gedacht. Dagegen hatte ich mir wohl vorgestellt,<br />

dass man bei der Kenntnis der Ståndorts ve rhältnisse eines bestimmten<br />

Platzes mit Sicherheit das Vorhandensein gewisser Arten in einer viel höheren<br />

Zahl als der, welche diese Studie hat erkennen lassen, voraussetzen konnte.»


ACTA BOTANICA FKXNICA I, X:o 1 37<br />

»<br />

Indessen gewährt es doch einen gewissen Ivcitfaden und wurde daher einer<br />

präliminären Erörterung S. 600 (= 1922 B, S. 105) unterworfen, wobei auch<br />

die Frage gestellt und approximativ beantwortet wurde, ein wie grosses Areal<br />

als erforderlich angesehen werden könnte, um sämtlichen Arten der I^aubwiesenvegetation<br />

daselbst eine Ansiedlung zu gestatten.<br />

An diese Erörterung ankniipfend stellte ich mir schliesslich als »Programm<br />

fiir die nächste Zukunft» auf, die ohen beriihrte Beziehung zwischen Areal und<br />

Artenzahl zu ermitteln. Das geschah in folgender Form S. 599 = 1922 B, S.<br />

104 (in migefähr denselben Worten auch S. 627 = 1922 B, S. 129):<br />

»Eine wichtige kiinftige Aufgabe wird es angesiclits des oben Gesagten niclit<br />

nur im Hinblick auf das Verständiiis der åländischen Ivaubvegetation, sondern<br />

auf das Verständnis des Wesens der Vegetation ûberhaupt sein, fiir verscliiedene<br />

Fonnationstypen die Artenzalil auf Arealen von verschiedener Grosse (beispielsweise<br />

solcher im Verhältnis 1:2:4.. .), teils absolut, teils ini Verhältnis<br />

zu der am Untersuchungsort des betreffenden Formationstypus disponibeln<br />

Anzahl Arten festzustellen, um niittels exakier Zahlen die gegenseiti^en Beziehungen<br />

von Areal und Artenzahl zu ermitteln.<br />

Zur Ergänzung des Gesagten wurde S. 627 = 1922 B, S. 129 hinzugefiigt:<br />

»Da liierdurch die Vegetationsverhältnisse nicht nur innerlialb grösserer<br />

Areale, wie derer, die in dieser Studie zvmächst besproclien worden sind, sondeni<br />

auch innerhalb kleinerer (der einzclnen Standorte) beleuchtet werden<br />

sollen, diirften die Ausgangsareale, wenigstens fiir die lyaubvegetation, sehr<br />

klein, höchstens vielleicht 5 m im Quadrat, zu nehmen sein.»<br />

Die Kriegsjahre haben mir nicht erlaubt, diese Aufgabe auf Åland auszufiihren,<br />

aber schon der grösste Teil des Sommers 1918 wurde Studien zu ihrer<br />

I/ösung gewidmet. Bevor ich jedoch das mir nötig erscheinende Material<br />

hatte samnieln können, fand ich, dass die Frage, die, wie ich mitteilte, Gegenstand<br />

meiner Untersuchungen war, von anderer Seite aufgegriffen worden<br />

war. Dies ist die Ursache, weshalb ich bisher keine neue Mitteilung iiber die<br />

1) O. ARRIIENIUS schreibt (1920, S. 12): »Es scheint eigentiimhch, dass ein<br />

so centrales Problem innerhalb der Botanik wie das Verhältnis zwischen Oberfläche<br />

und Arten nicht mehr bearbeitet wurde, als es der Fall ist. — — — Der<br />

erste, der die Sache einer etwas eingehenderen Untersuchung unterzog, war<br />

Jaccard, der indessen das Gauze damit erledigte, dass man keinerlei matematischen<br />

Zusammenhang zwischen der Grosse der Fläche und der Anzahl der Arten<br />

finden könne. Zu ungefähr dem gleichen Resultat kam Palmgren hei seiner Åland-<br />

^intersuchungtf (von mir kursiviert).<br />

Wie irrig die Behauptung von ARRHENIUS fiir meine Person ist, geht ans<br />

dem obigen Zitat sowie ans den Zitaten S. 36 hervor.


38 A. Palmgren, Die Arteiizahl als pflaiizcngeograpliisclier Charakter<br />

Frage des Areals unci der Artenzahl gegeben liabe. Ich werde jedoch auf das<br />

Thema zuriickkommen und dabei die einschlägige Iviteratur priifen, die seit<br />

der Veröffentlichung meiner Studie von 1915—1917 erschienen ist.<br />

Ziir Beleuchtung des Problems iiber die Beziehung zvvisclien Areal uiid<br />

Artenzahl sei noch die Frage angeschnitten, worauf sich diese Beziehung griindet.<br />

Hieriiber wird 1917 (S.G18 = 1922 B, vS. 121) ii.a. folgendes gesagt (s. auch<br />

1915, vS. 39 sowie 1917 1922 B, Kap. IX):<br />

»— — — Der Grund dazu, dass innerhalb eines beschränkten Standortsareals<br />

ntir ein gewisser Teil der Arten angetroffen wird, die man dort mit Fug hätte<br />

erwarten köyinen, tväre mithin {vgl. S. 109 —604) in dem rein tnechanischen Hindernis<br />

zu sucken, das die am Platze zuerst fest ansässigen aufg^runddergesaniten Masseihrer<br />

Einzelindividuen dem Auftreten neuer Arten entgegenstellen. Daniit ini grossen<br />

ganzen alle einen gewissen Standortstypus kcuiizeichuenden Arten in einein<br />

Laubwiesengebiet vertreten sein konnien, ware mit anderen Worten eine gewisse<br />

Mindestzahl einzelner Standorte, d. h. eine gewisse minimale Fläche (schwed.<br />

»niinimiyta») erforderlich. Was in dieser Hinsiclit von den einzelnen Ståndorten<br />

gilt, muss offenbar audi auf die einzelnen Laubwiesengebiete zuriickwirken,<br />

die ja eine Zusanmienfassmig der ersteren darstellen. Dass die einzelnen Laubwiesengebiete<br />

nur einen gewassen beschränkten Teil der Arten beherbergen, die<br />

man dort mit Fug erwarten könnte, wiirde mithin darauf beruhen, dass das<br />

Gebiet keine Möglichkeit hat, innerhalb des zur Verfligung stehenden Areals<br />

einer grösseren Anzahl Rauni zu bieten. Ganz sicher haben auch andere Arten<br />

einzudringen versucht. Sie haben jedoch die Plätze schon besetzt gefmiden,<br />

sind mit anderen Worten ausgeschlossen warden, weil sie zu spat gekommen sind.»<br />

Wie sich oben gezeigt hat, glaubte ich also feststellen zu können, dass f Ur<br />

eine vollständige Entwickhmg eines gewissen Vegetationstyp us {eines Standortes,<br />

einer Pflanzengesellschaft im weiteren oder engeren Sinn, ) ein gewisses<br />

kleinstes Areal, eine ••miinimale Fläche» {schwed. ominimiyta)) — minimiareal —<br />

M indestfläche) erforderlich ist.<br />

Mit der oben zitierten Äusserung ist die Frage nach der Mindestfläche<br />

oluie Zweifel als pflanzengeographisches Problem lanciert worden. Verschiedene,<br />

wie es scheint bemerke:iswerte Konsequenzen daraus wurden auch in<br />

meiner Studie von 1915 — 1917 gezogen. Ich verweise bloss auf meinen Entwurf<br />

liber die Rolle des Ziifalls imd auf die Darstellung iiber die seltenen Arten.<br />

Es wiirde selbstverständhch (wie immer bei neuen Anregungen) zukiinftigen<br />

Studien vorbehalten bleiben, den vorgelegten Begriff nninimale Fläche» näher<br />

zu entvvickeln und zu fixieren, u. a. festzustellen, wann die Bedingung Mindestfläche<br />

fiir eine Pflanzengesellschaft als erfiillt angesehen werden könnte; hieriiber<br />

werden sich ganz gewiss verschiedene Ansichten geltend machen können.<br />

Es kann also kaum als richtig betrachtet werden, wenn Du RiETZ (»Zur Klä-


ACTA KOTANICA FKNXICA 1. X:o i 39<br />

riing einigerhistorisch-pflanzensoziologischerStreitfrageii», 1924, S. 431) schreibt:<br />

»Die ersten Audeutuiigcii einer Fassung des Minimiarealproblenies, d. h, der<br />

Tatsache, dass eine Assoziation ein gewisses Areal benötigt, uni ihren wichtigsten<br />

Arten genug Rauni zu ge ben, finden wir bei BRAUN-BI,ANQUEX (1913,<br />

leider habe ich dies frulier iibersehen) und PALMGREN (1917)», oder S. 433: »Intéressant<br />

ist vor alleni seine Andeutung einer Art priinitiven ]Mininiiarealbegriffes<br />

(p. 618); ». — Es liandelt sicli hier offenbar nicht nur lun eine Andeutung,<br />

sondem uni die Lancieruiig einer ganz siclier bedeutungsvollen und in ihrem<br />

Grundgedanken ohne weiteres völlig klaren Idee, die sich in der Tat in Skandinavien<br />

unmittelbar Interesse erwarb. Mit Vergniigen sclie ich indessen, dass Du RIETZ<br />

mir nnnmehr doch das Verdienst einer »Andeutung» zuerkennt. Noch in seiner<br />

grossen historisclien Arbeit von 1921 lieisst es (S. 121): »1917 wurde unter anderem<br />

der Assoziationskoniplexbegriff eingefiilirt (Du RlETz 1917), und 1918<br />

wurden die von FRIES (1913) und Du RIETZ (1917) vertretenen Anschauungen<br />

von Du RIETZ, FRIES und TENCWAEE zum Gegenstand einer nietliodologischen<br />

Zusammenfassung gemaclit, in der die Begriffe und Terniini fixiert, die Begriffe<br />

Assoziationsfragmeiit und Mininiiareal neu eingefiilirt — —» wurden. —<br />

Es sei noch hinzugefiigt, dass Du RiETz (1924, S. 433) meineii »priniitiven Minimiarealbegriff»<br />

folgendenuassen charakterisiert sein lässt: »— er (= Palmgren)<br />

denkt sich nänilich, dass sich auf einer gewissen »Mininiifläche» »alle einen<br />

gewissen Standortstypus kennzeichnenden Arten», die wegen Raummangels<br />

nicht in allén seinen Spezialgebieteii vorkommen, sanimeln wiirden.» In dem<br />

ich auf meine diesbeziigliche S. 38 zitierte Ausserung hinweise, sei benierkt,<br />

dass vor den obigen Worten »alle einen gewissen — — » in meiner Studie »im<br />

grossen ganzen» (»i stort sedt») steht. Eine absolute Fordenuig des Vorhandenseins<br />

aller Arten denke ich mir also nicht flir die »minimale Fläche».<br />

Mit der oben erwähnten Schrift von BRAUN-BI^ANQUET (1913) bin ich erst<br />

während der Drucklegung der vorliegenden Studie bekannt geworden. Ganz<br />

gewiss haben ubrigens auch andere Forsclier Gedanken ausgesprocheii, die<br />

demjenigen ähnlich sind, der niich zu dem Begriff Mindestfläche fiihrte<br />

(s. DRUDE 1913, S. 208), aber die von mir gezogenen Konsequenzeii habe ich<br />

bei keinem aiideren wiedergefuiiden, ebeaso auch nicht die Grundlage fiir die<br />

Aufslellun:? dieses Begriffes, wie er sich aus meinen Studien ergibt.<br />

Brai-n-Blanquets Ausspruch (unter der Uberschrift: Die Assoziation als<br />

grundlegende Einheit der Pflanzengesellschaft, ihre Umgrenzung und Untersuchung)<br />

lautet, wie folgt (1913, S. 85):<br />

»Räuinlicli bescliränkte Bestände mit geringer Artenanzahl diirfen mit<br />

umfangreichen nicht in Parallèle gesetzt werden, da sonst die Konstaiitenziffer<br />

der sich aixh im klehisten Bestand vorfindenden Formationsubiquisten<br />

auf Kosten der Charakterpflanzen, welche nur im gut entwickelteu Besiande<br />

vollzählig auftreten, ungebiihrlich in die Höhe schnellt. Man wird also entweder<br />

Bestände, die ein gewisses Mindestausmass (bei Curvuletum etwa 4—5<br />

Schritt im Geviert) nicht erreichen, von der tabellarischen Zusammenstellung<br />

ausschliessen. oder aber man betrachlet nur solche Assoziationen als typisch,<br />

deren Artenbestand eine gewisse Minimalzahl erreicht. Praktisch kommt<br />

beides ungefähr auf dasselbe lieraus. Hat man sich schon etwas waiter in<br />

die Formationskunde eingearbeitel, so wird man aus dem Vor han dense i n


40 J. Palmgren, Die Artenzahl als pflanzengeographischer Charakter<br />

Oder Fehlen von Charakterpflanzen bald entscheiden können, ob ein Bestånd<br />

typisch ist oder niclit. Freilich bleibt, auch dann nocli deui persönlichen<br />

Erniessen ein gewisser Spielranni offen.»<br />

Man vergleiche die vorstelienden Sätze mit nieiner oben (S. 38) zitierten<br />

Äusserung (1917, S. 618 — 1922 B. S. 121) sowie mit der vorhergehenden und<br />

nachfolgenden Darstellung (mit Hinweisen auf die Studie von 1915—17) zii<br />

dem Problem von Artenzîihl imd Areal iind den daraxis herfliessenden Konsequenzen.<br />

— Du RiETZ liât schwerlich recht, wenn er in,seiner oben angezogenen<br />

Schrift »S. 433 sagt: »Etwas eigentlich Neues gegeniiber der friilieren<br />

Andentungen des Minimiarealbegriffs von BRAUN-BLANQUET (1913,<br />

vergl. oben) enthalten aber seine diesbeziigliche Erörterungen nicht». So hat<br />

u. a. BKAUN-BI^ANQUET nur Assoziationen beriicksichtigt, während ich deu<br />

Begriff Mindestfläche auf Pflanzengesellschaften von verschiedenem Wert<br />

und auf Gebiete verschiedener Grosse (von einzelnen Ståndorten mit einheitlicher<br />

Pflanzendecke bis zu Gebieten mit Hunderten und Tausenden von<br />

Arten) ausgedehnt und die Richtigkeit dieses Verfahrens, die gar nicht a<br />

priori gegeben ist, statistisch nachgewiesen habe (s. die Darstellung von<br />

1917 z. B. S. 607, 621 (= 1922 B, S. 111, 124) und in bezug auf die Flora von<br />

Gotland S. 630-632 = 1922 B, S. 131-134).<br />

Die Feststellung des Begriffes Mindestfläche ist fiir die Pflanzengeographie<br />

ganz sicher von bedeiitender Tragweite. Wo die erforderliche Mindestfläche<br />

nicht vorhanden ist, kann man sich eine Pflanzengesellschaft<br />

nicht vollständig ent\vickelt denken, man hat nur einen gewissen Teil davon<br />

(1917, S. 621 = 1922 B, S. 123; s. auch S. 595-596 = 100-101 sowie<br />

1915, S. 39).^) Mehrere oder wenigere von den Arten, die man hat ervvar-<br />

^) »— — — so ersclieint es einleuclitend, dass man es tn der Pflanzendecke<br />

der âlândischen Laiibwieseyistandorte nicht mit Formationeyi im eigentlichen Sinn<br />

zu tun hat, sondern nur mit Te ilen von Formationen, die ganz natûrlich nur eine<br />

Andeutung von dem Charakter geben können, den sich die verscliiedenen Formationstypen<br />

angeeignet haben wûrden, wenn ilmen die nötigen Entwicklungsmöglichkeiten<br />

zu Gebote gestanden hätten. Die Konsequenz hieraus bezuglich<br />

der Standortsaufzeichnungen fiir die Beleuchtung der Laubwiesenvegetation<br />

ist in der Fussnote auf S. 102 (621) hervorgehoben worden.» — Die fragliche<br />

Fussnote lautet: »Standortsaufzeichnungen zur Beleuchtung der Beschaffenheit<br />

der Vegetation werden aufgrund des Gesagten, wie in Teil I, S. 39 bereits<br />

hervorgehoben und begriindet word en ist, fiir die Lciub vegetation nur teilweise<br />

ihrem Zweck entsprechen, da sie nur zeigen, wie sich die Vegetation<br />

unter gewissen erwdhnten Bedingungen entwickeln kann, in einem durchaus<br />

gleichartigen Gebiet einige Schritte weiter kann sie sich in einer oder der anderen<br />

Hinsicht auf ganz and ere Weise entwickelt haben; ein Gegenstiick zn<br />

ihr ist iiberhaupt nicht zu finden.»<br />

Wenn Du RiETZ in seiner grossen Arbeit von 1921 sagt, dass der Begriff<br />

Assoziationsfragnient 1918 von ihm sowie von FRIES imd TENGVVAI,Iv einge-


ACTA BOTANICA FENNICA 1, N:o 1 41<br />

ten diirfen, sind wegeii Raummangels ausgeschlossen. Bei der Auswahl<br />

sind natiirlich viele Umstände bestimmmd, nicht zuletzt die Anshreituiigskapazität<br />

der einzelnen Arten. Da ofjenhar recht viele Arten in dieser Hinsicht<br />

recht gleich gestellt sind, sch-int der Zufall bedentende Aussicht zu haben,<br />

der bei der Auswahl bestimniende Faktor zii werden (s. Kap. V). Hierin babe ich<br />

zum wesentlichen Teil die Ursache der Ungleichförmigkeit in der Artzusammensetzung<br />

gesehen, die sich auf Aland sowohl zwischen einzelnen, ansdieinend<br />

gleichartigen Ståndorten und Pflanzengesellschaften wie zwischen einzelnen<br />

gleicliartigen Laubvviesengebieten herrschend gezeigt hat (s, 1917,<br />

S. 591—592, 596, 619—621 = 1922 B, S. 97—98, 101, 122—123). — Das<br />

Verhalten, das ich so fiir Åland konstatiert habe, besitzt offenbar allgemeine<br />

Giiltigkeit.<br />

So hat JACCARD (vgl. S. 11 —12) schon zu Anfang dieses Jahrhunderts fiir die<br />

Alpen und den Jura auf eine bemerkenswerte und unerwartet grosse Ungleichförmigkeit<br />

in der Zusammensetzung der Pflanzendecke innerhalb von<br />

Gebieten (auch ganz nahe beieinander gelegenen) von anscheinend ganz<br />

gleichartiger ökologischer Natur aufmerksam geniacht. Die Ursache einer<br />

entsprechenden Krscheinung glaube ich, wie sich oben ergeben hat, zum<br />

beträchtlichen Teil in dem Spiel des Zufalls bei der Konkurrenz gefunden zu<br />

haben, die aus dem meistens unzureichenden Areal im Verhältnis zu der Zalil<br />

der fiir die Hinwanderung disponiblen Arten, mit anderen Worten aus dem<br />

beschränkten Rauni herfliesst. ^) Ich habe die Erscheinung also in einem<br />

anderen Licht gesehen als JACCARD. Dieser hat die Erklärung darin gesucht,<br />

was er sekundäre Verschiedenheiten der ökologischen Verhältnisse (auch wc<br />

diese anscheinend ganz gleichartig sind) nennt, die bei der Konkurrenz um<br />

den Raum entscheidend werden. Wie aus'meinen Studien von 1917, S. 595<br />

fulirt sei (vgl. das Zitat in vorliegender Studie, S. 39). so scheint dies der<br />

Berichtigimg zu bediirfen, dass das Neue nur in dem Namen Assoziations-<br />

^ragment liegt. Der Begriff an sich ist schon in meinen obigen Worten »Teil<br />

von Formationen» enthalten.<br />

^) Zur weiteren Beleuchtung der Rolle, die hierbei dem Zufall beigemesseu<br />

worden ist. sei folgende Äussenmg angefiilirt (1917. S. 597 = 1922 B. S. 102):<br />

»Erblicke ich also den Grund zu der vielfömiigen Gestalt der Vegetation<br />

innerhalb der åländischen Laubwiesengebiete, auch wo es sich um anscheinend<br />

^inheithche Standorte handelt, wesentlich in der aiiswåhlenden Tätigkeit des<br />

^y-falls gegenuber dem disponibeln ûberschuss an Arten, so iibersehe ich doch<br />

^iclit die Möglichkeit xmd die Wahrscheinlichkeit. dass bei dieser Auswahl<br />

unbedeutende. ganz sicher oft kaum merkbare UnterschiedeimlQrh.a^.h des Ståndorts<br />

eine oder die andere Art begiinstigt haben können; die Bmitheit der Pflanzondecke<br />

ist jedoch nicht in erster Linie hierdurch bedingt.»


42 A. Palmgren, Die Artenzalil als pflanzengeographischer Charakter<br />

= 1922 B, S. 100—101) hervorgeht (s. auchFussnote s. 41), hatte ein solcher<br />

Erklärungsgrund zuerst auch mir vorgescliwebt. Die Auffassung JACCARDS<br />

kommt in folgendem Zitat zum Ausdruck:<br />

»En résnnié, de tont ce qui précède, nous pouvons conclure qu'en dehors<br />

des variations accentuées des facteurs biologiques généraux tels que la constitution<br />

géologique, l'altitude, la déchvité, l'exposition, l'éloignement, etc., qui<br />

agissent sur la distribution florale et modifient le coefficient de communauté<br />

entre deux localités éloignées, il existe, dans toute région limitée, même uniforme<br />

en apparence, des causes locales de variations plus immédiates, quoique moins<br />

faciles à apprécier.<br />

Ces causes locales, nombreuses peut-être, en tout cas difficiles à déterminer,<br />

occasionnent une véritable diversité biologique élémentaire qui se traduit par une<br />

diversité florale parallèle.<br />

Cette diversité est telle qu'on ne trouve pas deux localités d'une station-uniforme<br />

en apparence possédant exactement la même association florale^y (1901 B. S. 566;<br />

s. auch S. 578).<br />

»Cette diversité de composition florale se manifestant sur chaque élément de<br />

surface, indépendamment d'aucune cause extérieure facilement appréciable,<br />

nous pouvons en conclure que:<br />

En dehors des facteurs oecologiques généraux [facteurs primaires) il existe dans<br />

chaque point de la prairie alpine des causes locales de variation {facteurs ; econdaires)<br />

occ isionnant une véritable diversité oecologique élémentaire, cause de la diversité<br />

florale observée.» (1902 A, S. 85; s. auch S. 75, 128.)<br />

»Les variations locales, résultant surtout de l'inégale combinaison des facteurs<br />

topographiques et édaphiques, déterminent à levir tour dans chaque formation<br />

la composition et la distribution des associations végétales.<br />

Ivnfin, grâce aux variations élémentaires, c'est-à-dire aux variations secondaires<br />

qui se manifestent sur chaque point ou élément de surface d'une station<br />

déterminée, les associations végétales qui la recouvrent sont constamment<br />

différentes d'un point à un autre; il en résulte la diversité élémentaire de composition<br />

florale que nous avons signalée.» (1908, S. 233; S. auch S. 231, 261.)<br />

Mit einem vermehrten Areal wachsen selbstverständlich die Möglichkeiten<br />

fiir ökologisclie Verschiedenheiten von dieser sekundären Natur, sich zu<br />

äussern, und daniit auch die Bedingungen fiir eine erhöhte Artenzahl. Ich<br />

zitiere (1908, S. 232):<br />

»Enfin, rappelons encore une cause de variations que nous avons déjà signalée<br />

dans mi mémoire précédent, à savoir l'influence considérable que l'étendue<br />

exerce, toutes autres conditions appréciables étant égales, sur la richesse florale.<br />

— — — On en peut conclure que les variations secondaires des conditions<br />

écologiques dans une station détenninée se multiplient et se diversifient<br />

en proportion de l'étendue que l'on envisage, alors même que les caractères généraux<br />

de la station ne changent pas d'une manière appréciable.»


ACTA r.OTAXICA PIvXNICA 1, X:o I 43<br />

Man vergleiche zu dem obigen Zitat die S. 90 wiedergegebene Äusserung<br />

JACCARDS liber die Beziehung zwischen der Artenzahl und den ökologischen<br />

Bedingiingen eines Gebietes.<br />

Mein Beitrag (1917) zu der Frage nach der Artenzahl und dem Areal<br />

scheint nach dem Obigen kurz folgendermassen zusammengefasst werden<br />

zu können:<br />

Ich habe auf Grund eines bedeutenden Materials nachgewiesen, dass fiir<br />

die åländische lyaubwiesenvegetation die Artenzahl unter sonst im grossen<br />

ganzen unveränderten Bedingungen mit dem Areal nach einem gewissen bestimmten<br />

Gesetz zunimmt. Als eine Konsequenz aus dieser nachgewiesenen<br />

Gesetzmässigkeit habe ich mein Gesetz von der »minimalen Fläche» (»minimi<br />

yta» = Mindestfläche) entwickelt.<br />

IMeine in den Jahren 1915—1917 vorgelegten Arbeitsergebnisse wareri<br />

zwar fiir die Laubwiesengebiete Ålands und dessen Pflanzengesellschaften<br />

gewonnen. Bs schien niir jedoch off enbär, dass sie auch fiir andere, besonders<br />

artenreiche Pflanzengesellschaften Giiltigkeit haben. Ich glaubte daher<br />

den allgemeinen Satz aussprechen zu diirfen (S. 1917, S. 622 = 1922 B, S. 124):<br />

»In dem fiir die åläyidische Laubwiesenvegetation gefimdenen intimen Zusammenhang<br />

zwischen Areal und Artenzahl wiirde man mithin einen Axisdruck fiir<br />

ein sowohl pflameniopographisch als pflanzengeographisch wirkendes Gesetz von<br />

wahrscheinlich iimfassender Giliigkeit und bedeutender Tragweite zii sehen haben.»


Die hohe Artenzahl auf Åland und einige ihrer Ursachen.<br />

I. Die Artenzahl auf Åland.<br />

Zii der åländischeii Flora zähle ich als urspriingltch die Arten, Unterarten<br />

und Varietätcn, die in deni untenstelienden Verzeichnis aufgenomnieu<br />

sind. DieZahlder Arten ist G50. Diese Zahl iimfasst keine Hieracia, mit<br />

Ausnahine von Hieracium Pilosella und H. nmhellatum. Sämtliche Taraxaca<br />

warden kollektiv als Taraxacum officinale angegeben. Als urspriinglich<br />

habe ich nur die Arten bezeichnet, welche ganz unabhängig voni Menschen<br />

Oder von den Ståndorten, die ein Produkt der von ihni bewirkten Umgestaltung<br />

der Natur sind, auftreten. Nicht mitgerechnet sind also Arten wie Alofeciirus<br />

pratensis, Poa annua, Festuca elatior, Polygonum convolvulus, Chenopodium<br />

album, Spergula arvensis, Lepidium ruderale, TJilaspi arvense, Capsella<br />

bursa pastor is. Vicia hirsuta, Geranimn pusillum, Lamium album, L. purpureum,<br />

Gnaphalium silvaticum. On. uliginosum, Senecio vtdgaris u. a., welche,<br />

trotzdeni sie den menschlichen Siedelungen folgen, doch nieist als der<br />

urspriinglichen Flora angehörig mitaufgenommen werden. Rechnet man<br />

Arten dieser Kategorie, aber nicht kultivierte und auch nicht nur zufällig<br />

als Ruderate oder Ballastpflanzen angetroffene mit, so iibersteigt die Anzahl<br />

750.<br />

Die damais bekannteii Hieracitim-Arten der åländischen Laubwiesenvegetation<br />

(80 an der Zahl) sind in den Laubwiesenstudien des Verf. (1915, S.<br />

54) aufgezählt. Wegen der Taraxacum-Flora, sei auf die Studien des Verf.<br />

von 1910 ver\\aesen. — Von den Hieracium- sowohl als von den Taraxacum-<br />

Arten gibt es eine An zahl solcher von sehr auffallendem systematischen Charakter,<br />

und daher leiclit erkennbare, die einen hervorragenden Platz in der urspriinglichen<br />

Vegetation einnehnien (einige als Charakterpflanzen eines oder<br />

des anderen Standortstypus) und darimi mit ganz demselben Recht wie eine<br />

grosse Anzahl anderer phanerogamer Arten eigentlich zu beriicksichtigen wären.<br />

In der Laubwiesenvegetation sind so zu bemerken Taraxacum praesians u.<br />

T. maculigeritm, unter den Hieracia treten u. a. hervor H. auricula, H. biformatum,<br />

H. juncicaule, H. glomeratum {=glomerahtlum), H. nigrans, H. lenifoliurii, H.<br />

melanolepis { = peUucidnm), H. serratifrons, H. orbicans, H. prolixum, H. caesitium<br />

var. maculosum, H. ienebrosum, H. triviale (= vulgatum), H. constringens.


ACTA BOTANICA FENNICA 1, N:o 1 45<br />

In der Ufervegetation ist Taraxacum halticum ein sehr liervortretendes Element.<br />

Die Hiigel- und Felsbuckel (knallar) der I^aubwiesengebiete erlialten ini Friihling<br />

ihren Charakter grossenteils von Taraxacum laeium. Auf Felsen, besonders<br />

in den vScliären ist Hieracium rufescens oft häufig. Nur zwecks Bewahrung der<br />

Konfomiität mit den meisten anderen Studien werden die Taraxacum- und<br />

Hieracium-Alten, liier weggelassen. Ihre Verbreitung ist ja im allgemeinen auch<br />

weniger bekannt als die der anderen phaneroganien Arten. Im Plinblick quf<br />

die Taraxacum-Axtcn ist es auch recht schwierig, eine Grenze zwisclien den urspriinglichen<br />

mid den Kulturformen zu ziehen. Fiir die Hieracia wird hinwiedereine<br />

Verteilung auf eine Anzalil kollektiver Ärten schwierig und stets sehr willkiirlich.<br />

Die auf Åland vorkommenden Taraxacum-^omian lassen sich verteilen auf<br />

die Gruppen: Erythrosperma Dahlst., Palusiria Dahlst., Spectabilia Dahlst. luid<br />

Vnlgaria Dahlst. (nacli DAIII^STEDTS Darstellung in LINDMAN: Svensk fanerogamflora,<br />

1918); die »/fz>yacn


4G A. Palmgren, Die Artenzahl als pflanzeiigeographischer Charakter<br />

Haiiptart R. auricornus offencr Wiese an. — Gentiana amarella * axillaris ist iiiir<br />

an einer cinzigen Lokalität (Vieliweide in Finströni, I'


ACTA BOTAXICA FIvNXICA 1, X.o 1 47<br />

Phalaris arundinacea<br />

Anthoxanthiini odoratum<br />

Hierochloë odorata<br />

Militim effusiim<br />

Phleum Boehnieri<br />

Alopectirus veniricosus<br />

A. geniculatus<br />

A . aristnlatus<br />

Agrostis siolonifera<br />

A. vulgaris<br />

A. canina<br />

Calamagrostis arundinacea<br />

C. neglecta<br />

C. lanceolata<br />

C. purpurea<br />

C. e pige jos<br />

Aira praecox<br />

A. boitnica<br />

A. caespitosa<br />

A. f lex uo s a<br />

A vena pratensis<br />

A. pubescens<br />

Arrhenatherum elatius<br />

Sesleria coerulea<br />

Gräser, Halbgräser und Juucaceaen.<br />

Nardus stricta<br />

Triticuni caninum<br />

Tr. repens<br />

Ely HIUS arenarius<br />

Eriophorum polystachyuni<br />

E. latijolium<br />

E. gracile<br />

E. vaginaturn<br />

E. alpinum<br />

Scirpus silvaticus<br />

Sc. maritimus<br />

Sc. rufus<br />

Sc. compressiis<br />

Sc. Tabernaemoniani<br />

Sc. parviilus<br />

Sc. paucifloriis<br />

Sc. palustris<br />

Sc. mamillatus<br />

Sc. uniglumis<br />

Sc. caespiiosus V. austriaciis<br />

Car ex caespitosa<br />

C. gracilis<br />

C. Goodenowii<br />

C. V. juncella<br />

C. aquatilis<br />

C. ornithopus<br />

C. digitala<br />

C. caryophyllea<br />

C. montana<br />

C. pilulifera<br />

C. pallescens<br />

C. glauca<br />

C. livida<br />

C. panicea<br />

C. vaginaia<br />

C. magellanica<br />

C. limosa<br />

C. polygama<br />

C. ex ten sa<br />

C. Oederi<br />

C. *pulchella<br />

C. *oedocarpa<br />

C. lepidocarpa<br />

C. flava<br />

Rhynchospora alba<br />

Rh. f usea<br />

Carex dioica<br />

C. Hornschnchiana<br />

Arundo Phragmiies C. puli car i s C. distans<br />

Triodia decumbens C. pauciflora C. capillaris<br />

Malinia coerulea C. paradoxa C. pseudocyperus<br />

Melica nutans C. diandra C. rostrata<br />

Briza media C. muricata *contigU(i C. vesicaria<br />

Dactylis glomeratu C. *Pairaei C. riparia<br />

Poa trivialis C. vulpina C. lasiocarpa<br />

P' pratensis C. nemorosa C. hirta<br />

P. angustifolia C. chordorrhiza Juncus effusus<br />

P. irrigata C. disticha J. conglomeratus<br />

P. nemoralis C. arenaria J. balticiis<br />

P' palustris C. leporina J. filiformis<br />

P. compressa C. glareosa J. lamprocarpus<br />

Glyceria fluitans C. norvegica J. alpinus<br />

Atropis retroflexa C. loliacea J. su pin US<br />

Pestuca arundinacea C. brunnescens J. compressas *Geraidi<br />

F. rubra C. canescens J. bufonius<br />

P. ovina C. elongata Luziila pilosa<br />

Bromus mollis C. stellulata L. campestris<br />

Brachypodium pinnatum C. remota L. multiflora<br />

Br. silvaticum C. elata L. pallescens


48 A. Palmgren, Die Artenzahl als pflaiizeiigeographischer Charaktcr<br />

Woodsia ilvensis<br />

Cystopteris fragilis<br />

Styuthiopteris germanica<br />

Dryopteris Thelypieris<br />

Dr. Filix mas<br />

Dr. cristata<br />

Dr. spintilosa<br />

Dr. dilatata<br />

Dr. Phegopteris<br />

Dr. Linneana<br />

Athyrium Filix femina<br />

Asplenium Trichomanes<br />

A. Riita muraria<br />

A. septentrionale<br />

Blechnum Spicant<br />

Cryptogramma crispa<br />

Pteridium a q xii li n u m<br />

Polypodium vulgäre<br />

Ophioglossum viilgatum<br />

Botrychium Lunaria<br />

B. boreale<br />

B. ramosum<br />

B. lanceolatum<br />

B. simplex<br />

B. matricariae<br />

Eqiiisetum arvense<br />

E. pratense<br />

E. silvaticum<br />

E. palustre<br />

E. fluviatile<br />

E. hiemale<br />

E. variegatum<br />

E. scirpoides<br />

Lycopodiiim Selago<br />

L. annoiinum<br />

L. clavatum<br />

L. inundatum<br />

L. complanatum<br />

Selaginella ciliata<br />

Isoè'tes lacustre<br />

Typha latifolia<br />

T. anglisti folia<br />

Sparganium minimum<br />

Sp. affine<br />

Sp. simplex<br />

Kräuter.<br />

Sp. ramosum v. microcarpiim<br />

Sparganium glomeratum<br />

Zostera marina<br />

Potamogeton filiformis<br />

P. pectinatus<br />

P. natans<br />

P. gramineus<br />

P. Zizii<br />

P. alpinus<br />

P. polygonifolius<br />

P. perfoliatus<br />

P. praelongus<br />

P. crispus<br />

P. niucronatus<br />

P. panormitanus<br />

P. obtusifoliiis<br />

P. pusillus<br />

Ruppia spiralis<br />

R. rostellata<br />

Zanichellia repens<br />

Z. pedunculata<br />

Najas marina<br />

Triglochin maritimum<br />

Tr. palustre<br />

Scheuchzeria palustris<br />

Alisma Plantago-aquatica<br />

Hydrocharis M or sus ranae<br />

Calla palustris<br />

Spirodela polyrrhiza<br />

Lemna trisulca<br />

L. minor<br />

L. gibba<br />

Gagea lutea<br />

G. minima<br />

Allium Scorodoprasum<br />

A. oleraceum<br />

A. Schoenoprasum<br />

A. ursinutn<br />

Fritillaria Meleagris<br />

Majanthemum bifolium<br />

Polygonatum odoratum<br />

P. multiflorum<br />

Convallaria maj ali s<br />

Paris quadrifolia<br />

Iris pseudacorus<br />

Cypripedium calceolus<br />

Ophrys muscifera<br />

Orchis mascula<br />

O. sambucina<br />

O. incarnata<br />

O. V. cruenta<br />

O. Traunsteineri<br />

O. maculata<br />

Herminium monorchis<br />

Coeloglossum viri de<br />

Gytnnadenia conopsea<br />

Platanthera bifolia<br />

PI. montana<br />

Cephalanthera longifolia<br />

Epipactis palustris<br />

E. latifolia<br />

Listera ovata<br />

L. cor data<br />

Neottia nidus avis<br />

Goodyera repens<br />

Corallorrhiza Neottia<br />

Malaxis palndosa<br />

Microstylis monophylla<br />

Humtihis Lupulus<br />

Urtica dioica<br />

Rumex hydrolapathum<br />

R. crispus<br />

R. Acetosa<br />

R. Acetosella<br />

Polygonum viviparum<br />

P. amphibiurn<br />

P. tomentosum<br />

P. minus<br />

P. Hydropiper<br />

P. aviculare<br />

P. dumetorum<br />

A triplex hastatum<br />

A. patulum *oblongifolium<br />

Salicornia herbacea<br />

Suae da maritima<br />

Salsola Kali<br />

Montia fontana *lamprusper<br />

ma<br />

Stellaria nemorum<br />

St. media<br />

St. Holostea<br />

St. uliginosa


ACTA BOTAXICA FICNXICA 1, X;o I 49<br />

Stellaria palusiris<br />

St. graminea<br />

St. longifolia<br />

Cerastium vulgäre<br />

C. ghitinosiim<br />

C. semidecandrum<br />

Sagina nodosa<br />

S. procumbens<br />

S. maritima<br />

Honkenya peploides<br />

Moehringia trinervia<br />

A renaria serpyllifolia<br />

Spergiila vernalis<br />

Sp. salina<br />

Sclerantlius annuiis<br />

Viscaria vulgaris<br />

Silene venosa<br />

S. nutans<br />

Lychnis flos ciiculi<br />

Melandrium vtscosnm<br />

M. silvestrc<br />

L) i ant hus del toi de s<br />

^^^ymphaea alba<br />

A^ Candida<br />

i^up]iar litteum<br />

N. pumilmn<br />

Ceratophyllum demersum<br />

Caltha paliistris<br />

Actaea spicata<br />

A quilegia vulgaris<br />

Anemone Hepatica<br />

A. nemorosa<br />

A. ranunculoides<br />

Myosurus minimus<br />

Ranunculus Lingua<br />

R. Flammula<br />

R. * re plans<br />

R. sceleratus<br />

Li. auricomus<br />

li. * iallax<br />

li. cassubicus<br />

R. a cri s<br />

Ii. repens<br />

^li. polyanthemus<br />

R- bulbosus<br />

Ii- Ficaria<br />

R. fluitans f. mari nus<br />

Ranime, paucistaniineus<br />

R. circinnatiis<br />

Thalictrum simplex<br />

Th. flavum<br />

Chelidoniuyn majus<br />

Corydalis intermedia<br />

C. I ax a<br />

Lepidium latifolinm<br />

Cochlearia danica<br />

Alliaria officinalis<br />

Cakile maritima<br />

Isatis tinctoria<br />

Cranibe maritima<br />

Barbarea strida<br />

Nasturtium palustre<br />

Cardamine pratensis<br />

C. flexuosa<br />

C. hirsiltä<br />

Dentaria bulbifera<br />

Draba verna<br />

Dr. muralis<br />

Dr. incana<br />

Stenophragma thalianum<br />

Turritis glabra<br />

Arabis hirsuta<br />

Erysimum hieraciifolium<br />

Drosera rotundifolia<br />

Dr. longifolia<br />

Dr. intermedia<br />

Sedum maximum<br />

S. annuum<br />

S. album<br />

S. acre<br />

S. sexangulare<br />

S. rupestre<br />

Bulliarda aqnatica<br />

Saxifraga tridactylites<br />

S. granulata<br />

Parnassia palustris<br />

Rubus saxatilis<br />

R. chaniaemorus<br />

Fragaria vesca<br />

Fr. viridis<br />

Potentilla argeutea<br />

P. minor<br />

P. verna<br />

P. erecta<br />

Potentilla reptans<br />

P. anserina<br />

Comarum palustre<br />

Geum urbanurn<br />

G. rivale<br />

Filipendula Ulmaria<br />

F. hexapetala<br />

Alchemilla pubescens<br />

A. plicata<br />

A. pastoralis<br />

A. filicaulis<br />

A. acutangula<br />

A. micans<br />

A. subcrenata<br />

A. aipestris<br />

A. obtusa<br />

A. acutidens<br />

Agrimonia Eupatoria<br />

A . odorata<br />

Medicago lupulina<br />

Trifolium fragiferum<br />

Tr. repens<br />

Tr. montanum<br />

Tr. arvense<br />

Tr. pratense<br />

Tr. medium<br />

Anthyllis Vulneraria<br />

(*euvulneraria Lindb.<br />

fil.)<br />

Lotus corniculatus<br />

Vida tetras per ma<br />

V. silvatica<br />

V. Cracca<br />

V. sepium<br />

V. lathyroides<br />

Lathyrus silvestris<br />

L. palustris<br />

L. pratensis<br />

L. montanus<br />

L. niger<br />

L. ver nus<br />

Geranium sanguineuni<br />

G. pratense<br />

G. silvaticum<br />

G. molle<br />

G. dissectum<br />

G. columbinum


50 A. Palmgren, Die Arteiizahl als pflaiizcngeograpliisclier Charakter<br />

Geranium lucidum<br />

G. Rohertianum<br />

Ox ali s Acetosella<br />

Liniim catharticiim<br />

Poly gala vulgaris<br />

P. amarella<br />

Merciirialis perennis<br />

Callitriche verna<br />

C. polymorpha<br />

C. antumnalis<br />

Empetriini nigrum<br />

Hypericum hirsuiiim<br />

H. quadrangiiliim<br />

H. perforattini<br />

Helianthemum Chamaecisius<br />

Viola tiliginosa<br />

V. paliisiris<br />

V. mirabilis<br />

V. Rivi ni an a<br />

V. ru pe s tr i s<br />

V. canina<br />

V. montana<br />

V. stagnina<br />

V. tricolor<br />

Peplis Portilla<br />

Lythrum Salicaria<br />

Epilobium montanum<br />

E. colliniim<br />

E. palustre<br />

Chamaenerium angustifolium<br />

Circaea alpina<br />

Myriophyllum verticillatum<br />

M. spicatum<br />

Plippuris vulgaris<br />

H. tetraphylla<br />

Sanicula europaea<br />

Anthriscus silvestris<br />

Torilis Anthriscus<br />

Cicuta virosa<br />

Carum c ar vi<br />

Pimpinella Saxifraga<br />

A egopodium podagraria<br />

Oenanthe aquatica<br />

Athamanta Libanotis<br />

Selinum carvifolia<br />

Angelica silvestris<br />

A. litoralis<br />

Peiicedanum palustre<br />

Heracleum sibiricum<br />

Laserpitium latifolimn<br />

Ccrnus suecica<br />

Chiniaphila umbellata<br />

Pyrola chlorantha<br />

P. rotundifolia<br />

P. media<br />

P. minor<br />

P. sec linda<br />

P. uniflora<br />

Monotropa Hypopitys<br />

M. v. glabra<br />

Ledum palustre<br />

A ndromeda polifolia<br />

Arctostaphylos uva ursi<br />

Vacciniiim vitis idaea<br />

V. Oxycocciis<br />

V. microcarpum<br />

V. uliginosum<br />

V. Myrtillus<br />

Caliuna vulgaris<br />

Primula veris<br />

Pr. farinosa<br />

A ndrosace septentrionalis<br />

Samolus Valerandi<br />

Lysimachia vulgaris<br />

Naumburgia thyrsiflora<br />

Trientalis europaea<br />

Glaux maritima<br />

Centaurion Erythraea<br />

C. pulcliellum<br />

Gentiana campestris*suecica<br />

G. iiliginosa<br />

G. Amarella *lingulata<br />

G. * axillaris<br />

Menyanthes trifoliata<br />

Cynanchuyn Vincetoxicum<br />

Calystegia sepium<br />

Myosotis scorpioides<br />

^L caespitosa<br />

M. I axa<br />

Myosotis arvensîs<br />

M. collina<br />

M. micrantha<br />

Ajuga pyramidalis<br />

Scutellaria galericulata<br />

Se. hastifolia<br />

Glechoma hederacea<br />

Prunella vulgaris<br />

Galeopsis bifida<br />

Stachys silvatica<br />

St. palustris<br />

Calamintha Acinos<br />

Clinopodium vulgäre<br />

Origanum vulgäre<br />

Thymus Serpyllum<br />

Lycopus europaeus<br />

Mentha litoralis<br />

M. arv ensi s (coll.)<br />

Solanum Dulcamara<br />

Verbascum Thapsus<br />

Linaria vulgaris<br />

Scrophularia nodosa<br />

Limosella aquatica<br />

Veronica longifolia<br />

V. spicata<br />

V. serpyllifolia<br />

V. arvensis<br />

V. verna<br />

V. scutellata<br />

V. Beccabunga<br />

V. Chamaedrys<br />

V. officinalis<br />

Melampyrum cristatum<br />

M. nemorosum<br />

M. prate n se<br />

M. silvaticum<br />

Euphrasia brevipila<br />

E. tenuis<br />

E. curia<br />

E. gracilis<br />

Odontites simplex<br />

Rhinanthus major<br />

Rh. minor<br />

Pedicularis<br />

Lathraea<br />

Pinguiciila<br />

Utricularia<br />

palustris<br />

Squamaria<br />

vulgaris<br />

vulgaris


ACTA BOTAXICA FENNICA 1, N:o 1 51<br />

Utricniaria intermedia<br />

U. minor<br />

Planta go major<br />

PI. media<br />

PL lanceolata<br />

PI. maritima<br />

Litorella iiniflora<br />

A spend a odor a ta<br />

Galium Aparine<br />

G. uliginostim<br />

G. palustre<br />

G. tri fi dum<br />

G. boréale<br />

G. verum<br />

Linnaea borealis<br />

Adoxa Moschatelliiia<br />

Valerianella olitoria<br />

Valeriana officinalis<br />

Succisa pratensis<br />

Knautia arvensis<br />

Campanula glomerata<br />

C. Tracheliiim<br />

Campanula latifolia<br />

C. rotundifolia<br />

C. per si ci f oli a<br />

Jasione mpntayia<br />

Lobelia Dortmanna<br />

Eupatorium cannabiniim<br />

Solidago virgaureù<br />

Aster Tripolium<br />

Eri ger on a cri s<br />

Filago arvensis<br />

Antennaria dioica<br />

Inula salicina<br />

Bidens tripartita<br />

B. cernua<br />

A chillea Millefolium<br />

Matricaria inodora * maritima<br />

C h rysanthem u m Le ucan -<br />

themum<br />

Tanacetum vulgäre<br />

Artemisia vulgaris<br />

A. campe s tri s<br />

Tussilago Farfara<br />

Seuecio silvaticus<br />

Carlina vulgaris<br />

Arctium nemorosum<br />

Circium lanceolatum<br />

C. palustre<br />

C. heterophyllum<br />

C. arvense<br />

Centaurea Scabiosa<br />

C. face a<br />

Hypochaeris maculata<br />

Leontodon autumnalis<br />

Taraxacum officinale<br />

(coll.)<br />

Sonchus arvense<br />

Lactuca muralis<br />

Crépis tectorum<br />

Cr. praemorsa<br />

Cr. paludosa<br />

Hieraciiim Pilosella<br />

H. umbellatum<br />

Zii den iirspriinglichen Arten Ålands geliören vielleicht ferner die untengenannten,<br />

iiber deren Heiniatsrecht icli mir jedoch bisher keine bestimmte<br />

Vorstellung zii bilden vermoclit habe: Jnncus compressus, Rtiviex<br />

domesticns, Herniaria glabra, Geranium palustre.<br />

\'on den obigen Aiten tritt Jimcus compressus auf Åland wie anderswo<br />

in Finnland vor alleni auf Knlturboden (besonders an vveniger benutzten Wegen)<br />

auf; sie ist jedoch an einigen Stellen aucli spärlicli an Ufern von Salz- und Siiss-<br />

•wasser angetroffen worden. — Rumex domesticns ist ausser auf angebautem<br />

I,and bisweilen aiich in eineni oder dem anderen Ii dividuuni an Ufern, segar<br />

Weit draussen in dem unbewohnten Schärenarchipel anzutreffen. Da die Indivifbien<br />

imnier äusserst spärlicli sind, scheint es inir nicht ausgesclilossen, dass<br />

die Art hier okkasionell ist. — Herniaria glabra, die vor alleni auf Kulturboden<br />

auftritt, koninit in Eckerö: Storby auf F'elsbuckeln (bergknallar) audi recht weit<br />

von Kulturboden entfernt vor. — Geranium palustre ist voin Verf. 1899 in<br />

spärlichen Exemplaren in Jomala: Brandö (bei Ramsholm) angetroffen worden.<br />

der Fmidplatz bei Kulturboden liegt und die Art in benachbarten Teilen<br />

von Schweden und F^iimland nicht vorkommt, diirfte sie auf Åland am ehesten<br />

zufällig hereingekommen sein.<br />

Unter den Arten des Verzeichnisses auf S. 46—51 sind auch einige, deren<br />

Urspriiuglichkeit niöglichervveise in Frage gestellt werdcn kann: So tritt Geranium<br />

dissectum meistens auf Kulturboden auf. Sie ist jedoch auch an ganz natiirlichen<br />

Ståndorten, u. a. auf einer unbewohnten Insel angetroffen worden<br />

(vgl. 1915, II, S. 371). — Fiir Centaurea Scabiosa liegen sänitliche Inind-


52 A. Palmgren, Die Arteiizahl als pflaiizcngeograpliisclier Charakter<br />

plätze in oder nahe bei Dorfschaften; die Standorte sind jedocli oft natiirliche<br />

Illigelwieseii (a. a. O., S. 459). — Wegeii Scleranthus annuns, Dianthus<br />

deltoïdes sowie Myosotis arvensis siehe 1915, S. 290, 294 und 416. — Carlina vulgaris<br />

tritt am häiifigsten avif kulturbeeinflusstem Boden (oft Weideland) auf,<br />

siehe a. a. O., S, 457.<br />

Audi das Vorkonnnen der unten angeflilirten Arten sei mit einigen Worten<br />

belcuchtet: Ribes riibrum v. pubescens ist vom Verf. spärlich in einigen Ufergebiisclien<br />

angetroffen worden; da sämtliche Fiuidplätze in der Gegcnd von<br />

angebautem Gelände liegen, habe ich die Ursprlinglichkeit der Art länge in<br />

Zweifel gezogen. — Ilumulns Lupulus wird von BKRGROTII (1894, S. 61) u. a.<br />

von zvvei unbewohnten Inseln im Kirclispiel Brandö (Bärgliolm und Brändliolm)<br />

sowie von dem mibewohnten Ingersliolm in Kumlinge (daneben auch von<br />

Kumlingeland) angefiihrt. — Uriica dioica hat ohne Zweifel, auch auf Gelände,<br />

dessen \''egetation im grossen ganzen urspriinglich erscheint, in der jSIehrzalil<br />

der Fälle den îklenschen begleitet. Ich habe die Art jedoch (z. B. auf Ådö in<br />

Kumlinge) in Ufergebiisch angetroffen unter Verhältnissen, die ihre Urspriinglichkeit<br />

an dem Platze, wie es scheint, nicht in Zweifel zu ziehen erlauben. Auch<br />

Siellaria media, die ja den IMenschen allgemein begleitet, tritt auf Åland hier und da,<br />

wie es scheint, völlig spontan auf; vor allem ist sie an Meeresufern, oft in Tang zufinden.<br />

— Aquilegia vulgaris ist vom Verf. auf I/aubwiese in Jomala: Möckelö und<br />

Öfverby sowie in Geta: Möckelgräs angetroffen. — Cirsium lanceolaium ist gaxix<br />

sicher an manchem Meeresufer urspriinglich; doch tritt die Art hier stets in bemerkenswert<br />

spärlichen Kxemplaren auf. — Tussilage Farfara ist auf Åland auf quellreichem<br />

Boden urspriinglich angetroffen (Jomala: I,öfdal); auf ähnlichem Boden<br />

ist ilir Verf., gleichfalls offenbar urspriinglich, auf Sibbo: Löparö in<br />

Nyland begegnet. Ihr Vorkommen ist also dasselbe, das LIXKOI^A fiir I^adoga-<br />

Karelien angegeben hat (1921). — Fiir Fritillaria Meleagris sei auf des Verf. Aufsatz<br />

»Om Convolvulus sepium h. och Fritillaria Meleagris L. i Finland» (1919)<br />

verwiesen. — Aegopodium podagraria ist in den Laubwiesenstudien des Verf.<br />

als eingewandert betrachtet worden (1915. vS. 53, 148, 399). Diese Auffassung<br />

ist zu berichtigen. Die genannten Laubwiesenstudien griindeten sich vor allem<br />

auf die Schärengebiete von Åland, wo die Art sehr selten ist. Auf Fasta Åland<br />

hat sie dagegen eine recht weite Verbreitung mid tritt völlig urspriingUch auf<br />

mancher Laubwiese, wenn auch fast immer nur in kleineren Gruppen auf. —<br />

Ger ani mn pratense ist vom Verf. 1919 mid 1923 in Sottunga bei Stackvik angetroffen<br />

worden, Sie tritt hier dutzendweise in schönen Exemplaren auf einem<br />

natiirlichen Laubwiesenabhang beispielsweise mit Geranium silvaticum auf.<br />

Obwohl nichts im Auftreten der Art andeutet, dass sie in der Vegetation uicht<br />

völlig eingebiirgert wäre, habe ich lange gezögert, sie als urspriinglich anzufiihren,<br />

da der beschräukte Fundplatz dicht bei einem der Hafenplätze der Dörfer<br />

von Sottunga liegt. Im librigen habe ich die Art nur in einem Garten in Hammarland:<br />

Frebbenby angetroffen.<br />

Von den Arten der lyandschaft sind 324 zu der sog. Iviubwiesenvegetation<br />

im weiteren Sinn gerechnet (1915, S. 31, 47, 49—54).^) Viele von<br />

Hierbei ist Orchis incarnata *cruenta als Art mitgereclmet worden. Euphra-


ACTA lUJTANICA FIvXXICA 1, X:o 1 53<br />

diesen geliören auch diesem oder jenem aiideren Formationstypus der<br />

lyandscliaft an. Scliliesst man die Nadelwaldvegetation ein, so koninicn 27<br />

Arten hinzii. Die gesamte Artensunime der Nadelwaldvegetation wird in<br />

meinen Nadelwaldstudien (1922, S. 13) zu 58 fixiert. Rechnet man die Arten<br />

der Meeresufer mit, so erhöht sich die Zalil noch um etwa 70. Zu der Flora<br />

der Meeresufer werden hierbei insgesamt ca. 90 Arten gereclinet. Unter dem<br />

Begriff Meeresufer werden die Standortstypen des Meeresufers zusammengefasst,<br />

die bei Hochwasser unter Wasser stehen, sowie die Uferfelsen; zu<br />

der Flora der Meeresufer werden ausserdem Phragmites comnmnis, Scirpus<br />

maritimns wnÅ Sc. Tahernacmoiitani ge&teWt, die die Vegetation des Meeresufers<br />

sia brevipila mid E. cur ta andercrseits wurden initer E. ojiicivalis crll. zusamniengefasst.<br />

Aufgrund erneuter vStudien bin icli geneigt, nccli die mitengenannten Artcn<br />

zu der Laubwiesenvegetation zu stellcn. Wcgen einiger von ilinen s. des Verf.<br />

I^aubwiescnstudien (1915, Artenverzeicluiis) mid Nadelwaldstudien (1922, S.<br />

15 und Artenverzeiehnis).<br />

Daphne Mezereum<br />

Dryopteris dilata ta<br />

Dr. Linneana<br />

Pier i dium aquilinum?<br />

Botrychiiiyn ramosum<br />

B. simplex<br />

Equisetum arvense<br />

E. praiense<br />

Lycopoditim Selago<br />

Lycopodium annotinum<br />

Polygonum dumeiornni<br />

Chelidonium majus<br />

Erysimum hieraciifolium<br />

Geraninm praiense<br />

Viola montana<br />

Torilis Anihriscus<br />

Aegopodiiim podagraria<br />

Pyrola rotundifvlia<br />

P. minor<br />

P. secunda<br />

Calysiegia sepium<br />

Scutellaria hastijolia<br />

Valerianella olitoria<br />

Fil a go arv eft si s<br />

Senecio silvaticiis<br />

Crepis tectorum<br />

Zu derselben Kategorie geliörcn vielleicht ferner: Car ex vaginata (vcni ^'crf.<br />

in spärlichen Exemplaren auf Laubwiese in Lemland: Granö iind in Hammarland:<br />

Frebbenby an einer Lokalität angetroffen, die mögliclierweise auch am<br />

uäehsten unter diese Kategorie fällt), Geniiana amarella * axillaris (Vieliweide<br />

in Laubwald in Finström, Emkarby 1920), Lactura muralis (diese fiir<br />

fruclitbare Nadelwälder kennzeichnende Art ist bisweilen auf Laubwiesen,<br />

beispielsweise in Sottunga, anzutreffen; vgl. 1922, S. 108), Hieracium<br />

^imbellatum sowie folgende Arten, deren Urspriiiiglichkeit auf Åland \'erf, lange<br />

Zweifel gezogen hat: Rihes riibriini var, pubescens, Aquilegia vulgaris (vgl.<br />

S. 52), und Chelidonium majus (steinige Hiigelwiesen und Felsabsätze, aber in<br />

der Regel auf etwas kulturbeeinflussten Plätzcn, oft bei Anhäufungen von Reisig<br />

u- dgl,; die Art ist stark von der Kultur legiinstigt). Hieiher sir.d wahischeinlicli<br />

audi folgende seltenen Arten zu zahlen, die Verf. jedoch nicht auf Åland<br />

beobachtet hat (vgl. 1917, S. 606 = 1922 B., S. Ill): Aira praecox, Carex montana,<br />

Botrychium lanceolatum, B. boreale, Asplenium Ruta muraria'^ Humulus Lupulus,<br />

Alliaria officinalis. (Wegen der vier letzteren s. BERGROTH 1894, S. 52, 53, 61, 65.)


5i A. Palmgren, Die Artenzalil als pflaiizengeographischer Charakter<br />

in Beständen in das seichte Wasser hinaus fortzusetzen pflegen und oft auch<br />

die äussersten Teile des Ufers einnehmen.<br />

Die Artenzalil von 650 fiir ein Landareal von nur 1426,1 km^ (Suomenmaa<br />

II. Ahvenanmaan lääni, 1920, S. 3) erscheint fiir nordische Verhältnisse<br />

bemerkenswert hoch, zumal wenn man bedenkt, dass ein wesentlicher Teil<br />

dieses Areals von sterilen, pflanzenarmen Böden gebildet wird.^)<br />

Die entsprechenden Zahlen fiir die mehrmals grösseren naturgeschichtlichen<br />

Gebiete Regio aboënsis (ca,8,100 km^) und Nylandia (ca. 11,300 km^), die<br />

in bezug auf die allgemeinen Bedingungen des Pfl^nzenlebens in mancher Hinsicht<br />

(u. a. durch ihre Salzwasserkiiste) an Åland erinnern, schätze ich auf<br />

644 bzw. 630. Hierbei sind sämtliche mit Åland gemeinsamen Arten auch<br />

in den genannten kontinentalen Provinzen als urspriinglich betrachtet. Dies<br />

ist jedoch sicher nicht fiir alle der Fall.<br />

Fiir die Gegenden nördlich des Ladogasees rechnet LINKOLA (1921, S.<br />

483) 734 Arten, darunter 529 urspriingliche. Das Areal des betreffenden Gebietes<br />

ist viel grosser als dasjenige Ålands, ca. 11,000 km^. Fiir sein sog. Ladogagebiet<br />

(ungefähr ein Drittel des ganzen Areals) zählt Linkola 717 Arten,<br />

darunter 516 urspriingliche. Das Gebiet Linkolas liegt indes nördlicher als<br />

Åland und ist in bezug auf das Kiima kontinentaler, auch fehlt ihm die Salzwasserkiiste.<br />

Verf. hat seine Begrenzung des Begriffs urspriingliche Arten<br />

und diejenige Linkolas nahe iibereinstimmend gefunden.<br />

Mit Gotland stellt sich ein Vergleich sehr lehrreich.<br />

Die Landschaft ist<br />

wie Åland sehr gut untersucht.<br />

Gotland ist von altersher wegen seiner artenreichen Flora bekannt. In<br />

seiner bekannten Arbeit »Hufvuddragen af Gotlands växttopografi och växtgeografi<br />

grundade på en kritisk behandling af dess kärlväxtflora», 1897, verzeichnet<br />

K. JOII.\NSSON' im ganzen 1,003 Arten. Zieht man hiervon 93 Hieracia<br />

(alle ausser H. Pilosella und H. umbellatitm) ab, so bleiben 910 Arten<br />

^) Nacli dem Sammehverk Suomenmaa. II. Ahvenanmaan lääni, redigiert<br />

von den Professoren J. K. ROSBERG, KUSTAVI GROTENFEI^T und KAARIKO HII.-<br />

DÉX, bestehen (S. 3) 125,907.8 ha (88,5%) von dem Landareal Ålands (im Jahre<br />

1910) in Wäldern und Impediment. Von dem iibrigen Areal kommen 6,556,2<br />

ha (4,6 %) auf natiirliche Wiesen, 9,751,o ha auf Äcker, 66,4ha auf Gärten. 16,6<br />

ha auf Brandflächen. Im ganzen beträgt der angebaute Boden 6,9 %. Nach<br />

HEIKINHEIMO (1915, Beilage I, S. 5) diirften auf den produktiven, unversmnpften<br />

Waldboden ca. 70,000 ha entfallen. Das Areal des Impediments ist also<br />

sehr gross. Dieses Unland ist zum iiberwiegenden Teil sehr pflanzenarnier, mit<br />

lichtstehenden und knorrigen Kiefern bewachsener Fels (vgl. 1922, S. 40) oder<br />

felsige waldlose Inselchen im Schärenarchipel.


ACTA BOTAXICA FIvXXICA 1. X:o 1 55<br />

ubrig. Von dieser Zahl köuneii als I^iiiwandrer ca. 230 Arten abgerechnet<br />

werden. Es bleiben also urspriingliche Arten in einer Zahl von etwa G80 (vgl.<br />

a. a. O. S. 39—43, 5G). Da aber Johansson als Unterarten einige Formen<br />

aufgenomnien hat, die in meinem Verzeichnis als Arten gelten, muss die<br />

eben angegebene Zahl 680, iim mit der entsprechenden fiir Åland verglichen<br />

werden zu können, aiif ca. 700 erhöht werden. Die anf diese Weise vorgenommene<br />

Begrenzung der urspriinglichen Arten ist jedoch kaum so streng wie die<br />

von mir durchgefiihrte.<br />

Das Areal Gotlands beträgt 31,58 neiie Quadratmeilen (a. a. O., S. 57) =<br />

3,158 km^; es ist also mehr als doppelt so gross wie dasjenige Ålands. Seine<br />

Lage ist eine viel siidlichere, sein Kiima ein wesentlich milderes. Gotland<br />

weist der Hauptsache nach sämtliche auf Åland vertretenen Standortstypen<br />

auf (doch kein Urgebirge und Teiche und Seen in geringerer Menge),<br />

Hinzu kommen auf Gotland die pflanzenreichen Kalkbriiche und die<br />

in ihrer Flora so benierkenswerten Kalkfelsböden (Alvarböden). Es erscbeint<br />

daher iiberaiis hemcrkenswert, dass Åland die so grosse Zahl von 650 urspriinglichen<br />

Arten gegen ca. 700 auf Gotland zählt. Der Unterschied ist ja auffallend<br />

unbedeutend, — etwa funfzig Arten. Auf Åland gibt es nicht weniger<br />

als etwa 100 Arten, die auf Gotland fehlen.<br />

Aufgrund der hier angestellten Vergleiche diirfte konstatiert werden können,<br />

dass Åland eine fur sein Areal und seine geographische Ivage recht artenreiche<br />

Flora besitzt. Ålands Flora ist in niancher Hinsicht benierkenswert.<br />

Die bedeutende Anzahl siidlicher Ivlemente liat unteranderemschon lange die<br />

Aufnierksamkeit der Botaniker auf sich gelenkt. Die hohe Artenzahl stellt<br />

jedoch ohne Zweifel einen der hervorstechendsten Ziige in dem pflanzengeographischen<br />

Char akter Ålands dar.<br />

Worin findet diese bemerkenswert hohe Artenzahl ihre liCrklärung? Diese<br />

Frage stellt sich ungesucht zur Beantwortung auf.<br />

Man hat die bedeutende Artenzahl von Åland im allgemeinen mit dem<br />

niilden insularen Klima nebst dem viclerorts herrschenden fruchtbaren kalkhaltigen<br />

Boden und den wechselvollen Strandortsverhältnissen in Zusammenhang<br />

gebracht.^) Hier gibt es reichlich Mischlaubwälder (Laubwiesen),<br />

Xadelwälder, Felsen, Moore, Meeresufer, Salz- und Siisswasser. — Offenbar<br />

haben auch alle diese Umstände, nicht zuletzt der kalkhaltige Boden, sowie<br />

das gûnstige Klima niächtig eingewirkt. Ausser ihnen habcn jedoch<br />

zweifelsohne auch andere Faktoren beigetragen, die wçniger handgreiflich<br />

Siehe z. B. J. P. X^ORRLIX: »X'^aturen och växtligheten» im »Atlas öfver<br />

Finland», 1910, Kartenblatt Xr. 20. Floran och vegetationen, S. 21.


56 A. ^Palmgren, Die Artenzahl als pflanzengeographischer Charaktcr<br />

sind unci daher nicht die nötige Beaclitung gefunden haben. Einige werdeii<br />

im folgenden betrachtet werden. Wenigstens teilweise diirften sie von allgemeinerem<br />

pflanzengeographischen Intéressé sein und Tragweite iiber Aland<br />

hinaus besitzen.<br />

Die betreffenden Umstände sind: eine giinstige geographische Lage, dies<br />

sowohl in bezug aiif den Abstand an sich von Gebieten mit einer artenreichen<br />

Flora als anch in bezug auf die Exposition fur die Besäung; die seit Jahrtausenden<br />

vor sich gehende såkulare Landhebung; der S chär enar chip elchar akter der<br />

Landschaft; der mosaikartig zerspiitterte Landschaftscharakter.<br />

Es ist natiirlich nicht leicht, den relativen Einfluss, den jeder der obigen<br />

Faktoren ausgeiibt hat, zu wägen oder ihren relativen Anteil im Vergleich mit<br />

anderen auf die åländische Pflanzenwelt einwirkenden Umständen, vor allem<br />

dem insularen Klinia und dem Kalkgehalt des Bodens, festzustellen (siehe<br />

das Vorwort). Diese letztervvähnten Faktoren hoffe ich ein andermal eingehender<br />

behandehi zu können.<br />

Was im folgenden als Ursache der hohen Artenzahl von Åland angefiihrt<br />

wird, gilt ohne Zweifel in weitem Umfang (und teilweise in ncch höherem<br />

Grade als fiir Åland) von dem uppländischen S chär en archipel und seiner<br />

ausserordentlich artenreichen Pflanzenwelt. Die auf Åland herrschenden<br />

geographischen und klimatischen Veihältnisse haben in mehreren bedeutungsvollen<br />

Beziehungen ein Gegenstiick in diesem Teil von Schweden. In<br />

den edaphischen und Vegetationsverhältnissen herrscht grosse Ubereinstimmung;<br />

so ist kalkhaltiger Boden in beträchtlicher Menge vorhanden, eine<br />

lyaubwiesenvegetation ist reichlich vertreten. Das Gebiet ist wie Aland in<br />

eine Unzahl grösserer und kleinerer Inseln und Schären zersplittert. Es herrscht<br />

eine Jahrtausende fortdauernde säkulare Landhebung. Der Landschaftscharakter<br />

ist stark gesplittert. •— Ober die Flora des uppländischen Schärenarchipels<br />

gewinnt man eine detaillierte Vorstellung aus dem Werke »Stockholmstraktens<br />

växter», 1914. Wie das Gebfet »Stockholmstrakten» begrenzt<br />

worden ist; umfasst es 462,233 ha = 4622,33 km^ (a. a. O. S. IX, XXXII). Es ist<br />

also ca. 3 mal grosser als Aland und bedeutend grosser als Gotland. Die Gesamtzahl<br />

der Gefässpflanzen beträgt 1,156, worunter 348 »als durch den Menschen<br />

eingefiihrtgelten diirfen» (a. a. O. S. XIvVI). Die Abgrenzung des Begriffs »eingefiihrt»<br />

ist jedoch nicht nach deniselben strengen Grundsatz wie fiir Aland vorgenomnien.<br />

Es ist fiir den Verf., der sich nur auf eine relativ oberflächliche Bekanntschaft<br />

mit dem Schärenarchipel von Stockholm stiitzen kann, schwer,<br />

unter den 808 als nicht eingefiihrt angegebenen Arten diejenigen zu eliminieren,<br />

die nicht in dem Sinn urspriinglich sind, der fiir Aland normgebend


ACTA BOTANICA FENNICA 1, N:o 1 57<br />

geworden ist. Jedenfalls kann aber festgestellt werden, dass das Gebiet<br />

»Stockholmstrakten» mindestens etwa 100 urspriingliche Arten me hr als<br />

Åland und mithin seltsameiweise audi beträchtlich mehr als Gotland zahlt.<br />

Ein Vergleich sei aiich mit dem östl:chsten der sechs Hauptgebiete, in die<br />

»Stockholmstrakten» eingeteilt ist, d. h. mit dem sog. »Schärenarclrpelgebiet»<br />

angestellt. Dessen Areal ist kleiner als das von Åland, aber das Gebiet<br />

ist im N und S stark ausgezogen (ca. 120 km). Die Zalil der urspriingl'dien<br />

Arten iibersteigt die entsprechende Zahl von Åland um mindestens etwa 60;<br />

dieses Schärengebiet ist also ebemo artenreich wie Gotland. — In bezug auf<br />

die Bedingungen fiir die Bewachsung ist die Lage des uppländischen Schärenarchipels<br />

zweifelsohne giinstiger als diejenige Ålands. Es sei hier hervoigehoben,<br />

dass Åland nur etwa zehn urspriingliche Arten zählen diirfte, die nicht<br />

in »Stockholmstrakten» angetroffen worden sind.<br />

2. Die Entfernung und die Exposition fiir die Bewachsung als pflanzen geo-^<br />

graphische<br />

Faktorcn.<br />

Åland liegt sichtlich sehr offen fiir eine siidwestliche, d. h. von Slid- und<br />

Mittelschweden ausgehende liinwanderung einer Flora von siidländischereni<br />

Gepräge und einem grösseren Artenreichtum als die sowohl in Finnland wie<br />

die in Skandinavien unter entsprechenden Breitengraden im allgemeinen<br />

herrschende. In sehr höhem Grade hat Åland denn auch Elemente aus d-'eser<br />

Flora aufgenommen. So ist die fiir die Landschaft bei einem Vergleich<br />

mit dem iibrigen Finnland so kennzeichnende und artenreiche Laubwiesenvegetation<br />

ohne Zweifel ihren Hauptziigen nach aus Schweden eingewandert<br />

(vgl. 1921, S. 46—49).2) In beachtenswert höhem Grad sind dabei<br />

»Es ist jedoch nicht notwendig erschienen, Arten, die wie Unkräuter.<br />

Futterpflanzen, Pflanzen der Kulturgrenze seit langtni Fuss gefasst liaben,<br />

tnögen sie auch urspriinglich vem Menschen eingeflilirt sein, besonders zu bezeichnen,<br />

zumal es in vielen Fällen grosse Schwicrigkeiten bereitet, in dieser<br />

Hinsicht sicheren Aufschluss zu geben» (a. a. o. S. XV; Original schwedisch).<br />

In der angefiilirten Studie werden einige augensclieinliche Btweise fiir<br />

diese Beliauptung vorgebracht. Es könnten ncch andere erwähnt werden, doch<br />

lasse ich sie bis zu einer kiinftigen näheren Erörterung der Frage iiber die Einwanderung<br />

der Arten nach Åland beiseite. Hier sei die Aufmerksamkeit nur<br />

auf den Umstand gelenkt, dass zu der Zeit, wo die erste Einwanderung der åländischen<br />

Vegetation stattfand, nur Teile von Fasta Åland liber das Meer hinausgehoben<br />

waren. Das damalige Åland war also weiter von dem Iibrigen Finnland<br />

geschieden als das heutige. Die Aussichtcn fiir eine Einwanderung aus<br />

Scluveden waren mitliin in vergangener Zeit sichtlich relativ noch bessere als<br />

gegenwärtig im Vergleich mit den entsprechenden Aussichten fiir eine Einwanderung<br />

aus Finnland.


58 A. Palmgren, Die Artenzalil als pflaiizengeograpliischer Charakter<br />

audi spärlich vorkoinniende lUemente niitgefolgt. Als Beispiele seieii genannt:<br />

Rubiis pntinosus, Rosa tomentosa, Aira praecox, Brachypodium silvatimm,<br />

Carex ornithopus, C. molilalia, Allium tirsinum, Cypripedium calceolus, Ophrys<br />

mitscifera, Orchis mascula, Herminitim monorchis, Cephalanthera longifolia,<br />

Epipactis palustris, Sedum sexangulare, S. rupesire, Agrimonia odorata, Vicia<br />

lathyroides, Lathyrus niger, Geranium columhinum, Hypericum hirstUum, Viola<br />

stagnina, Athamanta Libanotis, Lathraea squamaria. Campanula latifolia,<br />

Arctium nemorosum, Crepis praemorsa. Ahnlich diirfte es sich im grossen<br />

ganzen mit der Vegetation der Moore, Gewässer und Ufer verhalten. Von<br />

bemerkenswerten Arten seien angefiihrt: Scirpus compressas, Carex paradoxa,<br />

C. vulpina, C. nemorosa, C. arenaria, C. remota, C. extensa, C. lepidocarpa,<br />

C. distans, C. pseudocyperus, C. riparia, Zostera marina, Potamogeton<br />

polygonifolius, P. crispus, P. mucronatus, Ruppia spiralis, R. rostellata.<br />

Najas marina, Spirodela polyrrhiza, Lemna gibha, Rimiex hydrolapatlmyn.<br />

Salsola Kali, Sagina maritima, Thalictrum simplex, Cochlearia danica,<br />

Trifolium fragifenim, Viola uliginosa, Mentha litoralis, Valerianella olitoria,<br />

Eupatorium cannabinum.<br />

Wenn ich audi in nieiner obenerwähnten Studie mit einer hauptsädilichen<br />

Ivinwanderung nach Åland von Sdiweden her geredniet habe, setze ich doch<br />

(a. a. O,, S. 49) fiir eine Anzahl Arten die Möglidikeit einer Einwanderung<br />

von Osten, von Finnland her, fiir einige Arten die Möglichkeit einer Einwanderung<br />

sowohl von Osten als von Westen voraus. Besonders fiir Kökar<br />

scheint es nicht ausgeschlossen, dass eine Rekrutierung bis zu einem gewissen<br />

Grade voni Baltikum mid dem Schärenardiipel von Korpo im Eigentlichen<br />

Finnland erfolgt ist. Das letztere ist ohne Zweifel u. a. mit der Strandpflanze<br />

Crambe maritima der Fall, die vielerorts im östlidien Schärenardiipel<br />

des Kirchspiels auf Sandbänken auftritt; in Korpo besitzt die Art eine weite<br />

Verbreitimg. \'on Kökar (wahrscheinlicli) ist sie nach einer vereinzelteii Lokalität<br />

in Föglö (nur ein einziges ludividuuni auf Klåfskär: Sandklobb) und in Sottunga<br />

(Sandskär, jetzt, wahrscheinlicli durch weidende Schafe, verschwunden)<br />

gelangt; sonst ist sie ans Åland unbekaiint. Audi in dem am weitesten nach<br />

Osten gelegenen Brändö ist augenscheinlich eine Einwanderung von dem Eigentlichen<br />

Finnland her zu verspiiren, eine wie starke, kann ich jedoch bisher<br />

nicht feststeilen. In einem späteren Aufsatz gedenke ich die Frage nach der<br />

pflanzengeographisdien Ostgrenze Ålands in Angriff zu nehmen, wobei ich<br />

mich fiir Brändö und die iibrigen östUchen Grenzkirchspiele Ålands sowie<br />

auch fiir die angrenzenden Teile des Eigentlichen Finnland interessieren werde.<br />

Vielleicht wird es sich am aiigeinessensten zeigen, die pflanzengeographische<br />

Grenze der åländischen Inselwelt da zu ziehen, wo eine beträchtliche Einwanderung<br />

von Osten der von Westen und Siidwesten kommenden begegnet.<br />

Wendet man einen solchen Gesichtspunkt an, so wird es sich möglicherweise<br />

alsmotivierterweisen, mit Åland gewisse der nächstgelegenen Inselgruppen östlich<br />

der Verwaltungsgrenze (also im Bereich von Iniö, Houtskär, Korpo) zu ei-


ACTA IU)TANICA FENNICA I, N:o 1 59<br />

neni Schärenarchipelgehiet von Siidûiesifinnland zii vcreinigen, Wenii icli hier<br />

aiif eine Eimvandening von Osten her nach dcm Schärenarchipel von Siidwestfinnland<br />

deute, so sind damit nicht nur Arten offenbar östlicher Kinwanderiuig<br />

nach Finnland genieint. Einige Arten westhchen Ursprungs im sûdwestUchen<br />

'ieil des kontinentalen Finnlands sind ganz siclier direkt von J^chweden, also<br />

nicht iiber Åland eingewandert, und zwar z. T. zu einer Zeit, wo sich Åland nocli<br />

nicht nennenswert iiber das Meer erhoben hatte. (Wahrscheinlich ist das beispielsweise<br />

mit Avena pratensis, Carex caryophyllea, Euphrasia gracilis der Fall<br />

gewesen.) In dem Masse, wie sich das Eigenthche Finnland gehoben und die<br />

Kiiste nach Westen und Siidwesten verschoben hat und der heutige Schärenarchipel<br />

von Åbo aus dem Ulcere aufgestiegen ist, hat fiir n:ehi ere dieser Arten<br />

offenbar eine Rilckwanderung gegen Westen nach den neuen Landgebieten stattgefunden.<br />

(Vielleicht hat diese Wanderung in einem oder dem anderen Fall<br />

Åland erreicht.) Die letzteren haben indcvssen audi einer Eimvanderung von<br />

Westen her (in grössereni oder kleinerem Umfang iiber Åland) offengestanden.<br />

Ba die meisten Arten des Ivigentlichen Finnland auch auf Åland und in den<br />

nächstgelegenen Teilen von Schweden zu finden sind, ist es natiirhch in den<br />

meisten Fallen sehr schwierig, fvir den Schärenarchipel von Åbo zu entscheiden,<br />

\v() eine Art westlichen, \vo östlichen Ursprungs und wo sie möglicherweise<br />

von beiden vSeiten her eingewandert ist. Man wird ganz gewiss darauf hingewiesen<br />

sein, sein Urteil iiber die Einwanderungswege der \'egctation zu einer gewissen<br />

Inselgrup])e auf den grösseren oder kleineren Anteil an der Vegetation von Arten<br />

ganz deutlicher östlicher oder westhcher Einwanderung zu basieren.<br />

Oben wird, zunächst fiir das am weitesten ini vSE gelegene Kökar, die Möglichkeit<br />

einer gewissen Einwandenmg auch aus dem Baltikum nach Åland vorausgesetzt.<br />

Zieht man die bedeutenden Almhchkeiten zwisclien der Flora von<br />

Åland luid Estland und die nicht allzu grosse Entfernung dieser Länder in Betracht,<br />

so kann die Wahrscheinlichkeit einer solchen Einwanderung zunächst<br />

recht bedeuteiid erscheinen. Indessen scheinen viele Umstände darauf zu<br />

deuten, dass eine solche Einwanderiiug nicht in erwähnenswerterem Grade stattgefunden<br />

hat. So treten a\if Åland mehr oder weniger häufig eine ganze Anzahl<br />

Arten auf, die in Estland gar nicht oder nur spärlich, aber in den nächstgelegenen<br />

Teilen von Schweden allgemein vorkommen. (Wie auf S. 57 hervorgehoben,<br />

diirften bloss etwa zehn der åländischen Arten in »Stockholmstrakten» fehlen.)<br />

Audererseits zählt Estland eine lîemerkenswert grosse Anzahl mehr oder weniger<br />

allgemein vorkommender Arten, die auf Åland vermisst werden. Das Fehlen<br />

aller dieser Arten ware kaum erklärlich, wenn eine Einwanderung in grösserem<br />

^lassstab von Estland nach Åland erfolgt wärc.<br />

In bezug auf die Frage nach den Panwanderungswegen der Arten nach Finnhmd<br />

sei verwiesen auf A. K. CAJANDER: »Zur Kenntnis der Einwanderungswege<br />

der Pflanzenarten nach Finland», 1921, eine Schrift, die die Hauptpunkte der<br />

finnisch abgefassten Studie desselben \'erfassers: »Kasvien vaellusteistä Suomeen»,<br />

1914, wiedergibt. Die Frage der pflanzengeographischen Ostgrenze von<br />

Åland wird von BERGROTH (1894) erörtert, der sie jedoch offen gelassen hat.<br />

BERGROTH vereinigt mit Brändö (Åland) die Dörfer Åselholm, Äppelö und<br />

»niöglicherweise» Nåtö der Kirchspiele Iniö imd Houtskär im Ivigentlichen Finnland<br />

(Regio aboënsis).


60 A. Palmgren, Die Arteiizahl als pflaiizcngeograpliisclier Charakter<br />

Bevor ich weiter gehe, diirfte ts angebracht sein, hier die n ehr hervortretenden<br />

von den Arten îiiifzuzâhlen, die der åländischen I'lora ihr hervorstechendes<br />

siidliches Gepräge verleihen:<br />

Taxus baccaia<br />

Quercns robur<br />

Ulmus scabra<br />

Cotoneaster iniegerrinia<br />

Pyriis Mains<br />

Sorbus suecica<br />

Phlenm Boehmeri<br />

Aira praecox<br />

Avena pratensis<br />

Sesleria coerttlea<br />

Brachypodixim silvaticiim<br />

Scirpiis compressus<br />

' Carex pnlicaris<br />

Potamogeton polygonijoliiis<br />

P. crispus<br />

P. mucronaius<br />

Lenina gibba<br />

Allium Scorodoprasiim<br />

A. ttrsinum<br />

Fritillaria Meleagris<br />

Polygonatnni multiflormn<br />

Ophrys miiscifera<br />

Orchis masciila<br />

O. sambncina<br />

O. incarnata<br />

Herminium nionorchis<br />

Platanthera moniana<br />

Cephalanthera longifolia<br />

Epipactis palnsiris<br />

Neottia nidus avis<br />

Rumex hydrolapa-thum<br />

Suaeda maritima<br />

Salsola Kali<br />

Cerasiium glutinosum<br />

C. semidecandruvi<br />

Sagina maritima<br />

Melandrium viscosxim<br />

Ranunciiliis bulbosns<br />

R. circinnatus<br />

Corydalis intermedia<br />

Sorbus fennica<br />

Mespilus monogyna<br />

M. curvisepala<br />

Rubus pruinosus<br />

R. caesius<br />

Carex viilpina<br />

C. nemorosa<br />

C. arenaria<br />

C. remoia<br />

C. caryophyllea<br />

C. montana<br />

C. glauca<br />

Lepidittm latifoliuni<br />

Cochlearia danica<br />

Alliaria officinalis<br />

Cakile maritima<br />

Isatis tinctoria<br />

Crambe maritima<br />

Cardamine flexuosa<br />

C. hirsuta<br />

Dentaria bulbifera<br />

Draba muralis<br />

Arabis hirsuta<br />

Sedum album<br />

S. sexangulare<br />

S. rupestre<br />

Rosa canina<br />

R. tonientosa<br />

Prunus spinosa<br />

Rhamnus cathartica<br />

Fraxinus exelsior<br />

Carex extensa<br />

C. lepidocarpa<br />

C. Hornschuchiana<br />

C. distans<br />

C. riparia<br />

C. hirtä<br />

Lxizula campes/ris<br />

Saxifraga tridactylites<br />

S. granulata<br />

Fragaria viridis<br />

Potentilla minor<br />

P. reptans<br />

Filipendula hexapetala<br />

Agrimonia odorata<br />

Trifolium fragiferum<br />

Anthyllis Vulneraria*eiivulneraria<br />

Vicia I a thy roi de s<br />

Lathyrus niger<br />

Geranium sanguineum<br />

G. molle<br />

Geranium disseciuvn<br />

G. colunibinum<br />

G. lucidum<br />

Polygala vulgaris<br />

Merculialis perennis<br />

Hypericum hirsutuni<br />

Helianthemnm Chamaecistus<br />

Viola iiliginosa<br />

V. stagnina<br />

Sanicula eitropaea<br />

Torilis Anthriscus<br />

Oenanthe aqtialica<br />

Athamanta Libanotis<br />

Laserpitium latifoliuni<br />

Primula farinosa<br />

Samolus Valerandi<br />

Gentiana uliginosa<br />

Cynanch u m Vi n c e to xi eu m<br />

Calystegia sepiiim<br />

Mentha litoralis<br />

Veronica spicata<br />

V. Beccabiinga<br />

Melampyrum cristatum<br />

M. nemorosum<br />

Euphrasia gracilis<br />

Lathraea Squamaria<br />

Aspernla odorata


ACTA BOTAXICA FICNXICA 1, X:o 1 61<br />

Galium A purine Jasione niontana Arctium nemorosum<br />

Valerianella olitoria Etipaioriiim cannabiniim Crepis praemorsa<br />

Campanula latifolia<br />

Mehrere dieser Arten, die heiite melir oder weiiiger liäufig (teilweise als<br />

Charakterpflanzen) oder spärlich auf Åland zu finden sind und der Vegetation<br />

iind Flora desselben einen iiberraschend siidländischen Zug verleilien,<br />

fehlen in Finnland sonst oder sind nur spärlich in dessen siidwestlichen und<br />

siidlidien Teilen anzutreffen (vor allem in der Provinz Regio aboënsis). Ganz<br />

sicher wären jedoch fiir eine ganze Anzalil auch hier, wie auf Åland,<br />

vielerorts gute Bedingungen zum Gedeihen vorhanden gewesen. Dass<br />

sie keinen Siedelplatz gefunden haben oder nur spärlich vorkommen,<br />

diirfte fiir manche am ehesten in dem bedeutcnden Abstand bis zu den<br />

nächsten Verbreitungsherden in Schweden zu suchen sein. Ihre Einwanderung<br />

wäre also an der hedeiitenden Entfernmig als pflanzengeographischem<br />

Faktor gescheitcrt. — Andere Arten haben die geeigneten Böden vorher in<br />

B2sitz genomraen (vgl. 1917, S. 628—629 = 1922 B, S. 130—131).<br />

Dass dies wirklich der Fall ist, dass der Grund also nicht in erster Ivinie,<br />

jedenfalls nicht allein, beispielsweise in klimatischen und Standortsverhältnissen<br />

Hegt, geht aus vielen Umständen her vor.<br />

vSo gibt es Unter den vielen sùdlichen Klementen Ålands mehrere, deren<br />

Verbreitungsgebiet —• mit mehr oder minder zerstreuten lyokalitäten — sich<br />

tief nach Finnland hinein erstreckt: so wird Lathyrus niger an einer Anzahl<br />

Ivokalitäten in Asikkala und bei Heinola in Tavastland angetroffen; Gcranitm<br />

sanguineum hat an der Siidkiiste zerstreute lyokalitäten bis nach Borgå: Pörtö,<br />

2^2 Meilen östlichxvon Helsingfors (Kinwanderungaus Estland?), Helianthemiim<br />

Chamaecistus ist seit langem von einer Lokalität in Janakkala (Tavastland)<br />

bekannt; Viola idiginosa kommt an einigen I^okalitäten in Vihtis<br />

(Regio aboënsis), in Nurmijärvi (Nylandia) und in Karkku (Satakunta) vor;<br />

Viola stagnina hat einzelne Fundorte (wahrscheinlich durch Kinwanderung<br />

von Westen) in Ivojo (Regio aboënsis), Karkku (»Satakunta) und Pälkäne (Tavastia<br />

australis); Melarnpyrum cristatum kommt in Kalvola und Sääksmäki in<br />

Tavastland vor. Noch mehrere andere Beispiele könnten erwähnt vverden. —<br />

Der Vegetationstypus, die Laubwiesenvegetation, wo mehrere der in Rede<br />

«tehenden Elemente zuhause sind, bricht — wenn auch in mehr oder minder<br />

abgeschwächter Gestalt — weit nach Finnland ein. Ich habe beispielsweise<br />

Gelegenheit gehabt, ihn noch in Sibbo östlich von Helsingfors zu studieren.<br />

An geeigneten Ståndorten fehlt es durchaus nicht, wenn ihre Zahl auch im<br />

grossen ganzen abnimmt. ^lan hat den Eindruck, dass in sehr höhem Grad<br />

nur ein gliicklicher Zufall den ausschlaggebenden begiinstigenden Faktor


62 A. Palmgren, Die Arteiizalil als pflaiizengeograpliischer Charakter<br />

dargestellt hat, wenn es an einem gevvissen Platz gerade einer gewissen siidlicheren<br />

Art gelungen ist, das liiirgerreclit zu gewinneii. I^s verdient vielleicht<br />

audi hervorgeliobeii zu werden, dass jedenfalls eine ganze Reilie<br />

hierhergehörige Arten auf diesen ihren Vorposten in vollständiger »ökologischer<br />

Harmonie» (vgl. VSCHKÖTER 1913, vS. 933) mit der Umgebung<br />

zu stehen scheinen. vSie treten also an den fiir die Art kennzeichnenden<br />

Ståndorten auf; die Individuen sind gut entwickelt, bliihen und<br />

setzen Friiclite an. Kin Anlass, Relikte aus einer giinstigeren kliniatischen<br />

Zeitperiode in ilinen zu vermuten, bestelit jedenfalls fiir einen grossen Teil<br />

von ilinen niclit (vgl. die fesselnde Darstellung iiber Relikte bei SHKÖTEK<br />

1913, S. 924—929).<br />

Fiir die Riclitigkeit dieser Hypotliese iiber die lùitfernung als den wirksamen<br />

Faktor finden wir eine Stiitze, wenn wir die Verteilung der Arten auf<br />

Åland durchmustern. Die ganze Art des \'orkommens daselbst zeigt in vielen<br />

Fjällen eine sukzessive Abnahme, je weiter nacli Osten man fortschreitet,<br />

eine Abnalime, die in manchen Fällen alle Aussichten zu ha ben scheint, in<br />

einem vollständigen oder fast vollständigen Aufhören zu resultieren, bevor<br />

das kontinentale Finnland erreicht wird.<br />

Dies habe ich in nieiner Studie »Die Faitfernung als pflanzengeographischer<br />

F^aktor», 1921, näher dargelegt. Ein kurzes Resumee enthält die vorliegende<br />

Arbeit S. 97. Die angefiihrte Studie we ist zunächst nach und baut auf der<br />

Tatsache, dass die Artenzahl in der Laubwiesenvegetation — offenbar infolge<br />

des wachsenden Abstands von Schweden — sukzessi\' naeh Osten hin auf<br />

Åland abnimmt, und zwar auch da, wo die Standortsverhältnisse und I^ebensbedingungen<br />

im iibrigen keine Veranlassung dazu zu geben scheinen. (Vgl.<br />

Kap. III der genannten Studie.)<br />

Ks braucht kauni hervorgehoben zu werden, dass sich die Entfernung als<br />

pflanzengeographischer F'aktor nicht direkt mit dem Ivängenmass messen<br />

lässt. Sie ist ein Faktor von sehr relativer Art. Ihre Rangstufe beruht auf<br />

der Beschaffenheit des Terrains, iiber das eine Ausbreitung stattfinden soil,<br />

und wirkt daher mit wechselnder Starke. F^in Abstand iiber ein Gebiet mit<br />

fiir eine gewisse Art oder Vegetation geeigneten lyokalitäten, sozusagen ein<br />

Gebiet mit geeigneten Ausbreitungsetappen.stellt begreiflicherweise ein Hindernis<br />

von anderer Rangstufe dar als ein ähnlicher Abstand iiber ein Terrain,<br />

wo keine Möglichkeiten zum F^ussfassen vorhanden sind (z. B. Wasser fiir<br />

Ivandpflanzen), oder ein Terrain, wo sich dem Vorwärtskonimen der Ausbreitungsmittel<br />

direkte Hemmnisse entgegenstellen. Die Entfernung als pflanzengeographischer<br />

Faktor wirkt fiir eine Art im engsten Ziisammenhang mit


ACTA BOTANICA FIvXXICA 1. X:o I 03<br />

den sonstigen in höherem oder niederem Grade giinstigen Bedingungen fiir<br />

die Aushreitungsmittel, einen gegebenen Platz iiber die trennenden Fläcken {Gewässer,<br />

Land, Standorte mit oder ohne Möglichkeiten, als vermittelnde Siedelstätten<br />

zu dienen) hinweg zu erreichen nnd daselbst der Entwickliing giinstige<br />

Standorte zu finden.<br />

Diese letzterwähnten Bedingungen fiir die Bewachsiing schaffen zusammen<br />

das, was ich die Exposition des Ortes fiir die Bewaclming nennen möchte.<br />

In diesem Begriff ist hier also nicht der Abstandan sich bis zu deni Ort eingeschlossen.<br />

Die Entfernung und die Ivxposition fiir die Bewaclisung als pflanzengeograi)hische<br />

Kaktoren sind selbstverständlich in vielen I'allen schwer auseinanderzuhalten.<br />

Die Entfernung als Faktor tritt natiirlich am schärfsten bei<br />

sonst gleichen Bedingungen der Ausbreitung, d. li. bei derselben Exposition<br />

liir die Bewachsung liervor. Bei einem solchen Verhalten wird fiir eine Art<br />

eine gewisse grössere Entfernung natiirlich zu eineni grösseren Ausbreitungshindernis<br />

als eine kleinere. Ebenso tritt die Bedeutung der E.xposition ganz<br />

natiirlich am schärfsten bei gleicher lùitfernung liervor. Bei Ausbreitung<br />

iiber eine gewisse Strecke werden die Voraussetzungen fiir die Bewachsung<br />

selbbtverständlich in jdemselben Älasse bessere, wie die sonstigen Bedingungen<br />

der Ausbreitung vorteilhaftere werden.<br />

Es ist offenbar, dass die Voraussetzungen fiir eine Flora, von einem<br />

gewissen Platz aus einen gewissen anderen in Besitz zu nehmen, nicht nur<br />

auf der absoluten Grosse der Entfernung und der grösseren oder geringeren<br />

Vorteilhaftigkeit der Exposition beruhen, sondern dass diese Voraussetzungen<br />

wesentlich auch durch die grössere oder geringere Eignung des<br />

hetreffenden Gebietes, konkurrierende Arten von anderen Seiten anfzunehmen,<br />

heeinfliisst werden. Die Entfernung als Faktor ist auch im Hinblick hierauf<br />

von sehr relativer Natur. Dass Åland, trotz der r'echt bedeutenden Entfernung,<br />

seine Flora zu einem so wesentlichen Teil von Schweden erhalten<br />

und von dort eine so beträchtliche Zabi von Arten aufgenommen hat, hängt<br />

offenbar damit zusammen, dass die Landschajt, die eine Inselgruppe darstellt,<br />

in beziig auf die Besänng von anderer Seite her nicht vorteilhafter liegt.<br />

Ein Vergleich zwischen Aland und der nyländischen Kliste des F^innischen<br />

Busens mit Riicksicht auf die Bedingungen zur Entwicklung der beiderseitigen<br />

Flora liegt nahe. Während Åland von Schweden einen bedeutenden siidlichen<br />

Einschlag in seiner Flora empfangen hat, ist dies in bemerkenswert<br />

unerheblichem Grade mit Nyland der Fall gewesen, welches doch fiir eine Besäung<br />

von dem artenreichen Silurgebiet Estlands her ebenso giinstig liegt.<br />

2ieht man auch in Betracht, dass kalkhaltiger Boden in Nyland weniger als


68 A. Palmgren, Die Arteiizahl als pflaiizcngeograpliisclier Charakter<br />

auf Åland zur Verfiigung stelit uiid dass audi Differenzen im Klima lierrschen,<br />

so ersclieint es docli bemerkenswert, dass keine grössere Einwanderung<br />

der siidlichen Kleniente Kstlands stattgefunden hat. Ohne Zweifel ist unter den<br />

dieses \'erlialten erklärenden Momenten der zu beachten, dass das nyländische<br />

Kilstenland, jenachdem es sich aus dem Meere erhohen, angenscheinlich<br />

die grössten Aussichten besessen hat, in erster Linie Arten aus dem nächstgelegenen<br />

Binnenland aujzunehmen. Die Konkurrenz hat sich also fiir die<br />

estländischen Kleniente in Nyland schwieriger gestellt als fiir die schwedischen<br />

auf Åland. Wo eine oder die andere dieser Arten eingedrungen ist (z.<br />

B. Ononis arvensis), ist ihr Vorkoniinen auch spärlich geblieben.<br />

Auf die Exposition fur die Bewachsung als pflanzengeographischen Faktor<br />

werde ich weiter unten in dieser Studie bei der Durchmusterung der Verteilung<br />

der Arten auf Åland zuriickkommen. Hier beschränke ich mich darauf<br />

festzustellen, dass die Eage Ålands sowohl in bezug auf den Abstand<br />

an sich bis zu einer artenreichen Vegetation in Schweden wie betreffs der<br />

Exposition fiir die Bewachsung offenbar giinstig ist. Ganz sicher Jiahen diese<br />

vofteilhafte Exposition fiir die Bewachsung imd die vergleichsweise mässige<br />

Entfernung wirksam zu der hohen Artenzahl von Åland beigetragen.'^)<br />

Wie schon friiher hervorgehoben wurde (1921, S. 50), hat die Entfernung<br />

als pflanzengeographischer Faktor (abgesehen von den sehr grossen Strecken<br />

iiber Weltnieere, Wiisten, Steppen---) in der pflanzengeographischen Literatur<br />

kaum die nötige Beachtung gefunden. Dies ist auch durchaus erklärlich.<br />

Nur selten lässt sich ihre Wirkung offensichthcher ablesen und mit Elimination<br />

sonstiger Faktoren messen. Selten steht man auch in eineni pflanzen-<br />

Es sei in dieseni Zusaniuienliang beinerkt, dass die Vegetation in deni<br />

relativ spat vein Eis befreiten und aus dem Meer aufgestiegenen Fennoscandia<br />

ihr Gepräge offenbar in sehr hohem Grade sowolil in bezug auf die<br />

Zahl der Arten als auf deren qualitative Natur dadurcli erhållen hit, dass<br />

der Abstand bis zu den nächslen Ausbreitungsherden in Mittel- und Osteuropa<br />

verhältnisniässig bedeutend gewe.sen ist. Die kliniatischen Bedingungen hatten<br />

augenscheinlich eine Einwanderung nach FennoscancHa seitens einer viel<br />

grösseren Zahl von den Arten IMittel- und Osteuropas gestattet und fiir viele<br />

der jetzt vorliandenen eine grössere Verbreitung erniöglicht. — In den hier<br />

hervorgehobenen Umständen (dem relativ geringen Alter der Vegetation und<br />

der bedeutenden Entfernung von den Ausbreitungsherden) im Verein mit<br />

dem stark zerstiickelten und heterogenen Terrain hat man ohne Zweifel einen<br />

Grund zu der stark ausgeprägten Regellosigkeit zu suchen, die in der Vegetation<br />

in umfangreiclien Teilen von Fennoscandia wiederkehrt. Es ware von<br />

Intéressé, mit den oben hervorgehobenen Gesichtspunkten vor Augen einen<br />

A'ergleich zwischen Fennoscandia und ISIitteleuropa anzustellen.


ACTA BOTAXICA FICNXICA 1, X:o 1 05<br />

geographisclien Gebiet vor einer ganzen Formation oder einer grössereii Gruppe<br />

vou Arten, die i m grossen ganzen nur von einer Seite eingewandert ist und<br />

deren weitere Ansbreitung innerlialb eines Gebietes erfolgt, wo auf die zu<br />

imtersuchenden Areale andere Faktoren mit ziemlich gleichartiger Stärke<br />

einwirken.<br />

Dass die Exposition fiir die Bewachsung, wie sie hier fixiert worden ist,<br />

ein pflanzengeographisches Moment von ganz kardinaler Bedeutung darstellt,<br />

ist ja ohne weiteres klar. Hire Tragweite und ihr Einfluss blicken natiirlich<br />

auch an vielen Stellen in der pflanzengeographischen lyiteratnr durcli.<br />

In der klassischen lyiteratnr findet man Hinweise darauf beispielsweise melirfacli<br />

bei GRISEBACH: Die Vegetation der Erde. Vor allem hat sie jedqch Beachtnng<br />

gefunden, wo sie sich in ihrer am meisten'hervortretenden negativen<br />

Gestalt änssert, also wo sie sich in Form bedeutender natiirlicher Hindernisse<br />

der Pflanzenausbreitung, wie Weltmeere, Gebirgsketten, Wiisten u. ä., zu<br />

erkennen gibt. In ihren weniger extremen Äusserungen, wo es sich um Gradunterschiede<br />

beziiglich der grösseren oder geringeren Vorteile der geographischen<br />

Lage handelt, hat sie bei der Besprechung der pflanzengeographischen<br />

Problème weniger Beachtung gefunden. Wie betreffs der Kntfernung, abei<br />

in noch höherem Grad, ist dies durchaus erklärlich. Die Exposition fiir die<br />

Bewachsung ist ein Faktor, der offenbar imnier sehr schwer quantitativ zu<br />

messen, in den meisten Fallen schon sehr schwer in bezug auf seine Wirkungeu<br />

zu isolieren und abzulesen ist. Wo man vor die Aufgabe gestellt ist, die Vegetation<br />

eines gewissen Gebietes in bezug auf ihre Ursachen aufzuhellen, zumal<br />

wenn es sich um geographische Gebiete von untergeordneter Rangstufe<br />

handelt, diirfte jedoch die Exposition fiir die Bewachsung als wirksamer Faktor<br />

nicht ausser acht gelassen werden. Es erscheint also als eine kiinftige Aufgabe,<br />

diesen Faktor zu untersuchen, wo die Möglichkeit vorhanden ist,<br />

seine Wirkung zu isolieren und seine Stärke abzulesen und zu messen. Die<br />

tiber die Bedeutung der geographischen Lage sei hier folgender Ausspruch<br />

aus ENGLER: Pflanzengeograpliie (1912) unter der Ûbersclirift »Lage<br />

und Beschaffenheit des Wohngebietes» (S. 244) zitiert:<br />

»Dass die geographische Lage eines Gebietes den grössten Einfluss auf die<br />

Zusammensetzung seiner Flora xuid den Vegetationscharakter haben niuss, ist<br />

selbstverstäiidlich. Mehr aber noch als die geographische Breite ist von Wichtigkeit,<br />

ob das Gebiet im Meer isohert, einem Meer benachbart oder mitten in eineni<br />

Kontinent liegt. Bei alien Waldgebieten ist von grosser Bedeutung, ob<br />

ihnen Steppengebiete benachbart sind, von denen aus bei Schädigiuig einzelner<br />

Teile des Waldes Steppenpflanzen eindringen können. Es sind auch wichtig<br />

die grossen Flussläufe, deren Täler vielfach bequeme Eingangspforten flir die<br />

Einwanderung der Pflanzen aus anderen Gebieten darstellen. »


GG A. Palmgren, Die Artenzalil als pflanzeiigeographischer Cliaraktcr<br />

besten Voraussetzungen in dieser Hinsicht bietet offenbar ein Detailstudium<br />

kleinerer Gebiete. — In Finnland möchte ich als Untersuchungsobjekt^ unter<br />

anderem das österbottnische Kiistengebiet empfelilen.<br />

Die Kntfernung und die Exposition fiir die Bewachsiing werden in Kap.<br />

IV Gegenstand weiterer Beaclitung werden.<br />

3. Die säkulare Landhebung als pflanzengeographischer Faktor.<br />

Auf Åland macht sich eine beträclitliche Ivandliebung geltend. Sie beläuft<br />

sich nach einer Mitteilung von Prof. R. WITTING (siehe auch WITTING<br />

1918, S. 274 und 1922, vS. 485) gegenwärtig in den siidlichen Teilen der Landschaft<br />

auf etwa 0,5 m in 100 Jahren und zeigt einen gleichmässigen Anstieg<br />

nach Norden, um in den nördlichen Teilen der I^andschaft ca. 0,6 m auf 100<br />

Jahre zu erreiclien. Sie hat allem Anschein nach mit »einer Geschwindigkeit<br />

von derselben Grössenordnung» »vvährend der letztverflossenen 4,000, ja vielleicht<br />

G,000 Jahre» (siehe das untenstehende Zitat), also jedenfalls während der<br />

ganzen Zeit, \vo die lyandschaft eine Ivaubvviesenvegetation getragen hat, sich<br />

geltend gemacht. Das Eindringen dieser Vegetation habe ich (1915, S. 23)<br />

in die Zeit nach 2,000 v. Chr. verlegt.<br />

Die seit lange erörterte Frage nach der fennoskandischen Landhebung ist<br />

bekanntlich einer erneuten Priifung unterzogen worden von WITTING<br />

in seiner Arbeit »Hafsytan, geoidjtan och landhöjningen utmed Baltiska<br />

hafvet och vid Nordsjön, Referat: Die jVIeeresoberfläche, die Geoidfläche<br />

und die Landhebung dem Baltischen i\Ieere entlang und an der Nordsee»,<br />

1918, später in »I^e soulèvement récent de la Fennoscandie», 1922. Einige<br />

Zitate mögen hier diese lyandhebung charakterisieren, soweit es durch die<br />

vorliegende Studie geboten ist:<br />

»Wir fassen zusammen: Die 'Landhebung' ist cine ungleichfönnig ver sich<br />

gehende Erscheinung, bei der Hebimg und Senkung an den einzelnen Orten<br />

nach Monaten oder nach Jahren wechseln; in ihrer allgenieinen Gestaltung<br />

können zu gewissen, lun ein oder einige Jahre voneinander entfernten Zeitpunkten<br />

Veränderungen eintreten, aber sie bewahrt innerhalb eines bestimmten<br />

Gebietes eine ausgeprägte Tendeiiz, die uns erlaubt, sie als die fennoskandische<br />

Landhebiuig zu bezeichnen» (S. 287).<br />

»Es kanu dies ailes mit der Auffassung vereint werden, welche in der jetzigen<br />

fennoskandischen Landhebung eine Jahrtausende dauenide Erscheinung<br />

1) Die Angabe 0,26 m auf 100 Jahre (TANNER 1908, S. 278) in des Verfassers<br />

Studie von 1915 (S. 17) beruht auf den damals zugänglichen, aber als fehlerhaft<br />

erwiesenen Angaben.<br />

Original schwedisch.


ACTA B OTAN ICA FICNNICA 1, X:o I 67<br />

sielit. Im kleinen zeigt (lie rezente Hebuiig Schvvankuiigeii, welche Bruclitcile<br />

eines Jahres oder einige Jahre dauern, indein sogar Ilebiuig und Seiikung wechseln,<br />

lind wobei auf eine etwas grössere Unrulie in den Randgebieten als ini<br />

Zentruni zu schliessen ist; im grossen verläuft sie mit einer glcichniässigen Geschwindigkeit,<br />

welche in der historisclien Zeit von derselben Grosse gewesen<br />

zusein scheint. Wenn man aber weiterin die Zeit zuriickgreift, gibt es Anzeichen,<br />

dass ini Norden eine Hebung derselben Grössenordnnng vielleicht von der Eiszeit<br />

an bestanden liabe, im Siiden ist es schwer zwischen der Annahme einer<br />

gleicliartigen Hebung während der arcliäologisclien Zeit tuid der einer am Ende<br />

der Eronzezeit eingetretenen Abnahme siclier zu entsclieiden; nocli friilier ist<br />

ja im Siiden wenigstens die Litorinasenkmig festgestellt worden, Es scheint<br />

jedoch Nachpriifung dieser Fragen unter der Annahme einer in der Hauptsaclie<br />

kontinuierlichen Landhebimg seit der Eiszeit im Norden des Gebiets<br />

und stattgefimdener Aufstauimgen und Abzapfungen angezeigt» (S. 345).<br />

»— — — —. Doch diirfte auf sie gestiitzt ausgesprochen werden können,<br />

dass wir während der letztverflossenen 4,000, ja vielleicht 6,000 Jahre in der<br />

Landliebung in Finnland eine Erscheinung gehabt haben, deren resultierender<br />

Verlauf während der ganzen Zeit eine Geschwindigkeit von derselben Grössenordninig<br />

aufgewiesen hat» (S. 316—317).<br />

Mit besonderer Riicksicht auf Åland schreibt WITTING (S. 316):<br />

»Fiir Åland beträgt das Alter der steinzeitlichen Besiedlung nach der Zeitbestimmung<br />

CEDERIIVARFS 4,000 — 5,000 Jahre, während das Einwanderungsniveau<br />

ca. 36 m betragen hat und die Besiedlungszone ca. 30 m entspricht (II.<br />

HAUSEN: De gamla strandbildningarna på Åland och deras förhållande till<br />

stenåldersboplatserna. F"'ennia 28, N:o 3. Helsingfors 1910). Wir erhalten hieraus<br />

einen mittleren Hebungswert von 0,7 cm pro Jahr, während die lieutigen<br />

Zahlen 0,6 ausmachen. Die Angaben aus der Bronze- und der Wikingerzeit<br />

sind bisher schwankend und kömien sowohl fiir die Annahme einer annähernd<br />

gleichmässigen resultierenden Hebung als fiir einen langsameren Verlauf seit<br />

der Bronzezeit gedeutet werden.<br />

Diese Auffassung iiber einen langsameren Verlauf nach der Bronzezeit als<br />

vorlier ist die, welche aus archäologischen Griinden in bezug auf Svea- und Götaland<br />

und fiir Slidnorwegen herrschend ist.» ^)<br />

Betreffs der lyage der Meeresoberfläche auf Åland in vergangenen Zeiten<br />

und der damals herrschenden Klima- und Siedlungsverhältnisse seien hier<br />

noch einige Umstände berticksichtigt:<br />

Åland ist (HAUSEN 1910 A, S. 41) in spätglazialer Zeit mindestens 124 m<br />

tiefer gesenkt gewesen als heute. Dies besagt, dass das Land als Ganzes, mit<br />

eventueller Ausnahme der höchsten Spitze des 132 m lichen Orrdalsklint i m<br />

nordöstlichen Saltvik, unter dem Meeresspiegel gelegen hat. Bei dem Maximalstadium<br />

der postglazialen Transgression war nach HAUSEN (a. a. O., S.<br />

^) Original schwedisch.


68 A. Palmgren, Die Arteiizahl als pflaiizengeograpliischer Cliarakter<br />

43) nicht viel von dein åländischen Schärenarchipel supramarin (die Grenze<br />

wird von HAUSEN ca. 64—67 m ûber den heiitigen Meeresspiegel verlegt).<br />

»Nur 13 bis 14 felsige Schären erlioben sicli, in zwei Gruppen, eine grössere<br />

nördliche und eine kleinere siidliche geteilt, iiber das Wasser. Von losen Bodenarten<br />

war, mit Ausnahme der Blockfelder aus der spätglazialen Zeit, fast<br />

niclits vorhanden, was der Vegetation als Muttererde liätte dienen können.<br />

Der Waldwuchs diirfte dalier wenn nicht ganz gefehlt, so docli das ärmlichste<br />

Aussenschärengepräge getragen haben.»<br />

Die Besiedlung von Åland geht in die Steinzeit zuriick. Der Anfang der<br />

åländischen Steinzeitkultur wird von CEDERHVARF (1912, S. 14) auf Grund von<br />

Funden an der steinzeitlichen Station in Jättböle an »den Ausgang der Dolmenzeit<br />

(MONTEIVIUS' II. Periode) oder den Anfang der Ganggräberzeit (MONTELIUS'<br />

III. Periode), also in die Mitte des 3. Jahrtausends vor Chr.» ^) verlegt. Uber<br />

den ungefähren Zeitpunkt, wo die Steinzeitkultur in Jättböle aufhörte,<br />

schreibt CEDERHVERF (a. a. O.): »Die Station diirfte also wenigstens am Ende<br />

der Ganggräberzeit, möglicherweise aber noch am Anfang der Steinplattengräberzeit<br />

(MONTELIUS' IV. Periode) nach 2,000 vor Chr. benutzt worden<br />

sein» ^). An den anderen åländischen steinzeitlichen Stationen diirfte es sich<br />

nach CEDERHVARF ebenso verhalten haben (vgl. PALMGREN 1915, S. 20). Die<br />

åländische Steinzeitkultur scheint also in den Anfang der subborealen Periode<br />

der Ivitorinazeit, möglicherweise schon in den Ausgang der atlantischen Periode<br />

gefallen zu sein (vgl. a. a. O.). Die steinzeitlichen Stationen Ålands<br />

liegen nach CEDERHVARF in Niveaus zwischen 28 und 39 m, die meisten in Niveaus<br />

zwischen 30 und 39 m (vgl. HAUSEN, 1910 A, S. 46). HAUSEN betrachtet<br />

(a, a. O.) ungefähr die 36 m-Isohypse als das Einwanderungsniveau. »Die postglaziale<br />

lyandhebung war damals, die Lage der postglazialen Grenze bei 66 m<br />

vorausgesetzt (M.ttelwert fiir Fasta Åland), um ca. 45,5 % ihres ganzen Betrages<br />

fortgeschritten. Die Mitte der eigentlichen Kulturzone Hegt ungefähr<br />

bei 50 % der Höhe der Ivitorinagrenze, und wenn man annimmt, dass die Wasserliriie<br />

diese nach unten begrenzt, beläuft sich die Höhe der unteren Grenze<br />

auf ca. 45,4%» (a. a. O., S. 46). ^) — Die Konturen von Åland, wie es sich ungefähr<br />

darstellte, als der Meeresspiegel etwa bei der 30 m-Isohypse lag, ergeben<br />

sich aus einer Kartenskizze (s.S. 143 vorliegender Studie) in der angefiihrten<br />

Schrift von HAUSEN. Von diesem Åland des Steinzeitvolkes gibt<br />

PLAUSEN (a. a. O., S. 47—48) folgendes Bild.<br />

j>Das Åland der jiingeren Steinzeit zerfiel in vier Inselgruppen: eine iu dem<br />

heutigen Geta, eine in Saltvik, in Jomala und NW-I.emland und schliesslich<br />

eine bei dem jetzigen Marsund weiter im WcvSten.<br />

^) Original schwedisch.


ACTA BOTANICA FIvXXICA 1. X:o I 03<br />

Von diesen Iiiselgruppen bestånd die »Getagruppe» ans etwa 10 Inseln, Die<br />

ausgedelinteste und höchste hatte zwei grössere Berge, von denen sich der cine<br />

ca, 60 ni lioch erhob. Sic wurden durch eine Senkung getrennt, die in ihrem<br />

siidhchen Teil Sandboden besass. An dieseni Punkt hatte das Steinzeitvolk,<br />

wenn nicht gewohnt, so doch sich aufgehalten, weil dort Steinsphtter angetroffen<br />

worden sind. Ini iibrigen waren die »Getainsehi» nackte Schären.<br />

Die»Saltviksgruppe», die einen ganzen Archipel — etwa 50 Insehi —umfasste,<br />

hatte Ipseln von sehr verschiedencr Grosse aufzuwcisen. Die grösstc — Orrdalskhnt-Långberget<br />

— hatte eine zienihch abwechselnde Oberflächenbeschaffenheit.<br />

In ihreni höheren, nördhchen Teil war sie kahl und felsig (höchster<br />

Pimkt ca. 100 in), auf der Siidseite aber fanden sicli lose Bodenarten (Moräne<br />

mid Sand). Eine tiefe Bucht dräng, mit breiten Sandufern gesäunit, von<br />

Siiden eiii (Långbergsöda dal). An denselben hatte sich das Steinzeitvolk niedergelassen.<br />

Die Örtlichkeit war gut gegen alle Winde geschiitzt und stand nur<br />

durch schmale Meeresarnie, einen geradeaus iin Siiden (Syllöda) und einen ini<br />

Siidosten (Tengsöda), mit dem Meere in Verbindung. Kin vSchwarm von niedrigeren<br />

Inseln umgab diese Insel ini Siiden und Siidosten. Nach Westen tat<br />

sich eine grössere Föhrde (fjärd) (Ilagaslätten) auf, die allerseits von teilweise<br />

hohen, felsigen Inseln umkränzt war, Auf der nördhchen Seite der Föhrde fand<br />

sich eine Station (Nääs) auf eineni siidwärts gerichteten Sandabhang. Diese<br />

war eigentHch nur von Norden her geschiitzt.<br />

Die obengenannte Inselgruppe wurde durch einen breiten Meeresarni (die<br />

iCbene von Finström) von der »Joniala-Lemlandsgruppe» geschiedeii, die aus<br />

etwa 17 Insehi zusammengesetzt war, von denen nur zwei einen bedeutenderen<br />

Unifang hatten. Diese — »Ingby-Sviby-» und »Jettbölelandet» — lagen nahe<br />

beieinander, durch einen schmalen Meeresarni (iiber den heutigen See Lillträsk<br />

in Jomala) getrennt (möghcherweise war hier eine Landenge vorhanden; eine<br />

Messung liegt nicht vor). Auf den Inseln erhoben sich niehrere Felsspitzeii. In<br />

die östliche Seite des Meeresarnies schob sich eine kleinere Bucht vor (Jettböle),<br />

teilweise umgeben von Sandufern und zwischen Felsbuckeln (berghympkr) eingeklemmt.<br />

Am inneren Fnde der Bucht, auf der östhchen Seite gleich unterhalb<br />

einer höheren Felswand lag eine Station, die nach den zahlreichen Funden zu<br />

urteileii vor anderen Stationen den bevölkertsten Ort darstellte. Lose Bodenarten<br />

kommen auf diesen Inseln recht viel vor.<br />

Die »Marsundsgruppe» bestand aus (7?) kleineren Inseln, alle wahrscheinhch<br />

nackte und echte Aussenschären. Funde von Steinsplittern auf zweien<br />

dieser »Inseln» beweisen, dass das Steinzeitvolk dort ans Land gestiegen ist<br />

(möghcherweise in einer späteren Zeit, siehe S, 46).<br />

Östlich von diesen Schären erhob sich eine grössere felsige Insel (Kulla västerberg),<br />

und weiter nördhch näher bei der »Getagruppe» befanden sich auch<br />

einige freiliegende höhere Felseninselchen,<br />

Der in Rede stehende Schärenarchipel lag viel isoherter von den umgebenden<br />

Gegenden als heute. Der ganze Inselschwarm zwischen Fasta Åland und<br />

Korpo war damals unter Wasser gesenkt. Die bedeutendsten Anhöhen in Kumlinge<br />

steigen nicht iiber 23 ni, in Brändö nicht iiber 26 m. Erst in Houtskär<br />

(Berghamn), Korpo und Nagu begegnet man höher gelegenen, während der<br />

Steinzeit teilweise supramarinen Gegenden. Die Inseln von Houtskär lagen


70 A. Palmgren, Die Arteiizalil als pflaiizengeograpliischer Charakter<br />

damais Åland auf dcr fiiinischen Sei te ani näclisten. Nacli Scliweden war es<br />

zu jener Zeit walirscheinlicli ein kiirzercr Weg als nach der entgegengesetzten<br />

Seite.»^)<br />

Åland ist also bei seiner ersten Besiedlung (etwa 2,500 Jahre vor Chr.) anscheinend<br />

ans einigen Gruppen felsiger Inseln zusamniengesetzt gewesen, von<br />

denen die nieisten nackte Schären gewesen sein diirften. lyose Bodenarten<br />

(Moräne und Sand) kamen nur spärlicli vor; Tonbildungen gab es nicht. »Der<br />

gegenwärtige obéré Rand des Tones oben auf den Abhängen iibersteigt selten<br />

20 m. Gewöhnlicli hält er sich nach ei ner Anzahl von Beobachtungen in<br />

Saltvik und Geta in 1(3—18 m Höhe (falls der Abliang nicht zu steil ist). Das<br />

höchste Niveau, bis zu dem Ton angetroffen wurde, befindet sich bei iVIöckelb}'<br />

in Jomala 30 m ûber dem Meer» (HAUSEN 1910 B, S. 30). ^)<br />

Auf diesem Åland des Steinzeitvolkes, vor ca. 4,000—5,000 Jahren, dtirfte<br />

kaum oder jedenfalls nicht in erwähnenswertem Grade eine lyaubwiesenvegetation<br />

entwickelt gewesen sein (vgl. 1915, S. 23).<br />

Bei der recht grossen Ausdehnung der tiefliegenden Gelände und der stark<br />

ausgezogenen Strandlinie der Schärenlandschaft bezeichnet eine Landhebung<br />

von 0,6 ni fiir Åland einen recht bedeutenden säkularen Landgewinn. ^) Åland<br />

1) Original schwedisch.<br />

2) Wegen der allgemeinen Naturverhältnisse von Åland sei der interessierte<br />

Leser auf folgende Schriften verwiesen:<br />

Finlands geologiska undersökning. Beschreibung zu dem Kartenblatt N:o<br />

16, Kumlinge (K. AD. MOBERG, 1890), X:o 17, Finströni (BEN'J. FROSTERUS<br />

und J. J. SEDKRIIOI^M, 1890), N:o 21, Mariehamn und N:o 25, Föglö (BEN'J.<br />

FROSTERUS, 1892. 1894).<br />

H. HAUSEX: De gamla strandbildningarna på Åland och deras förhållande<br />

till stenåldersboplatsema (Fennia 28, n:o a, 1910). — Orografiska studier på<br />

Åland med hän.syn till rapaki vi berggrunden och dess förklyftningsförhållanden<br />

(T'ennia 28, n:o 4, 1910. — Åland och Åbo skärgård. I. Geografisk öfversikt<br />

och geoniorfologiska betraktelser (Text zu dem Kartenblatt N:o 10 des<br />

Atlas von Finland, 1910).<br />

REINH. HAUSEN: Kalkutförsel från Åland under äldre tider (Fennia A'T,<br />

n:o 5, 1914).<br />

EJ. CEDERIIVARF: Neolitiska lerfigurer från Åland (Finska Fornuiinnesföreningeiis<br />

Tidskiift XXVI, 1912).<br />

Sammelwerk Suomenmaa. IT. Ahvenanmaan lääni, 1920 (redigiert von<br />

den Professoreii J. E. ROSBERG, KUSTAVI GROTEXFEIVT und KAARIKO HII


ACTA I}()TANICA FKNNICA 1, X:o 1 71<br />

bot also noch in so später Zeit wie der Wikingerperiode (9.—11. Jahrhundert<br />

nach dir.) eiii höchst wesentlicli anderes Bild als heute. Bei einer Ivandliebung<br />

von dem angegebenen Betrag muss die Wasserlinie uni das Jahr 1000 gut<br />

5 m holier als jetzt gelegen haben, was auch sehr wahrscheinlich ersclieint,<br />

da die am niedrigsten gelegenen Grabliiigel aus dieser Zeit 7,28 m iiber dem<br />

gegenwärtigen Meeresniveau zu finden sind (nacli einer Angabe von CEDER-<br />

HVARF in des Verf. Studie von 1915, S. 23). Eine gute Vorstellung von dem<br />

Grade, in dem die åländische Inselwelt durch die säkulare Landhebung ihre<br />

Gestalt verändert hat, gewinnt man aus den Seekarten des Oberseeanits, auf<br />

denen die Tiefe der Gewässer in Äletern verzeichnet und die seichten Gewässer<br />

bis in eine Tiefe von 10 m mit brauner Farbe angegeben sind. Wenn<br />

die Landhebung einmal uni weitere 10 m fortgeschritten ist, was voraussichtlich<br />

in etwa 2,000 Jahren geschehen sein dûrfte, wird die åländische Inselgruppe<br />

ihr Aussehen wesentlicli gewandelt haben.<br />

Aiif Åland bietet sich also und hat sick im Lauf der Jahrhunderte — wenn<br />

auch an jeder einzelnen S telle in recht beschränkter Gestalt — der Vegetation sukzessiv<br />

neues Land in einer Ausdehniing dargeboten, die als Seltenheit zu bezeichnen<br />

ist. Dies kann auf die Gestaltung der Flora nicht ohne Einfluss gewesen<br />

sein. Fiir eine immer weiter vor sich gehende Bewachsung von anderen Gebieten<br />

her hat es hedeutende Aussichten gegeben und gibt es solche immer noch.<br />

Ohne Zweifel wären diese stark reduziert, wenn nicht das nötige neue Land<br />

vorhanden ware, was ja in den meisten anderen Gebieten in der Regel der Fall<br />

ist. Die Flora hätte sich dann offenbar recht bald sozusagen stabilisiert.<br />

Ebenso bietet sich sukzessiv eine Möglichkeit zu neuen Siedelplätzen, ich<br />

möchte sagen Riickziigsplätzen, fiir bedrängte Arten in der I^andschaft<br />

selbst.<br />

Fiir die Wahrheit des zuletzt Gesagten liefert beispielsweise der vSeedorn<br />

{Hippophaes rhamnoides) ein lehrreiches Zeugnis (vgl. die Studie des Verf.<br />

»Hippophaës rhamnoides auf Åland», 1912, z. B. S. 121—122, 139). Nur auf<br />

diesem neugewonnenen, noch nicht mit Bäumen bewachsenen Boden mit seiner<br />

offenen Vegetation kommen die Sanien des Seedorns regelmässig zurEntwicklung.<br />

Hier kommt auch seine vegetative Sprossbildung am leichtesten'zu<br />

ihrem Recht (a. a. O., S. 107, 13G—137). Man darf wohl ohne Ubertreibung<br />

sagen, dass es gerade die Landhebung dieser unseren Gegenden so fremden<br />

Art erniöglicht hat, auf Åland und an den Kiisten des Bottnischen Meerbusens<br />

Fuss zu fassen und sich zu behaupten. Auf höher gelegenem Boden ist<br />

die Art auf Åland ein Relikt, das sich da zwar mit grosser Zähigkeit erhält.aber<br />

kaum Aussicht zu generativer Verjtingerung hat und daher friiher oder spä-


72 A. Palmgren, Die Artenzahl als pflanzengeograpliisdier Cliarakter<br />

ter zuni Untergang verurteilt ist. Es ist audi walirscheinlich, dass das<br />

Fehlen des Seedorns in Scliweden siidlicli der Scliären von vStockliolm mit<br />

dem Fehlen einer Ivandliebung im siidlichen Teil des Ostseegebiets in Ziisammenhang<br />

zu bringen ist; vgl. den Vortrag des Verf. iiber »Hafstornet<br />

(Hippophaes rhamnoides), dess utbredning, biologi ocli uppträdande på Åland»<br />

in der Versammlung der Finnischen Forstgesellschaft am 22. Febr. 1913<br />

(Acta forestalia Fennica, Bd. 7, 1917, S. 78—96). In Dänemark und an der<br />

deutschen Ostseekiiste tritt der Seedorn auf Diinen und an Uferabhängen auf.<br />

Die augenscheinlich sehr grosse pflanzengeograph'sche Bedeutung der<br />

Landhebung habe icli zu verschiedenen Målen hervorgehoben (1912, S. 121,<br />

139; 1915, S. 132—133; 1917, S. G16 = 1922 B, S. 119). Hier sei bei der Besprecliung<br />

der Frage von der Artenzahl Ålands nur präliminär bemerkt, wie<br />

verschiedene von den seltenen Arten der Landschaft bloss oder vorzugsweise<br />

auf relativ niedrigliegendem und mithin verhältnisniässig spät (während<br />

eines oder einiger der letzten Jahrhunderte) gewonnenem Terrain auftreten.<br />

Gleichviel ob sie direkt aus anderen, entlegeneren Gegenden hierhergekommen<br />

oder möglicherweise von höher oben auf demselben Lande gelegenen<br />

Siedelplätzen, wo sie jetzt ausgetilgt, eingewandert sind, bleibt die Tatsache<br />

bestehen, dass sie ohne die Ivandliebung mit grosser Wahrscheinlichkeit<br />

fehlen oder viel seltener sein wiirden, als jetzt der Fall ist. Das Gesagte<br />

diirfte beispielsweise von folgenden Arten gelten:<br />

Ruhus pruinosus Cypripediiim calceolus Agrinwnia odorata<br />

Ophrys nmscijera Geranium columbinum<br />

Carex lepidocarpa Orchis mascula Mercurialis perennis<br />

Junciis balticxis Herminium monorchis Viola stagnina<br />

Cephalayithera longifolia Calystegia sepium<br />

Equisetmn variegatum Epipaciis paliistris Campanula latifolia<br />

Allium ursinum Stellaria Holostea Arctium nemorosum<br />

Fritillaria Meleagris Corydalis intermedia Crépis praemorsa<br />

1) In des Verf. Studie von 1912 (S. 109) wird mehreren Reliktbeständen, die in<br />

höliereu Niveaus als die jiingsten Grabhûgelder Wikingerzeitliegen.schätzungsweise<br />

ein Alter von niindestens 900 Jahren an der Örthchkeit zugeschrieben.<br />

Indessen sind Beställde in viel höheren Niveaus aiizutreffen; die wahrscheinlich<br />

ani höchsteii hegendeii befinden sich in Möckelby dicht an dem Wege<br />

nach Södersunda, vielleicht i/g km von der Kirche in Jomala; das Niveau<br />

diirfte kaum weniger als 30 m betragen. Man darf wohl mithin vermuteii,<br />

dass die fraghchen Bestände schon am Knde der Steinzeit, vor ca, 4,000 Jahren<br />

an dem Platz gewachsen sind.<br />

2) Es ist zu erwälinen, dass diese Art an ihrem einzigen niir bekannten Siedelplatz<br />

auf Åland (Saltvik: Saggö) auf einer iippigen Strandwiese, nicht wie<br />

allgemein im Lande auf Diinen nnd offenen Sandufern auftritt. .


ACTA BOTANICA FIvNNICA 1, N:o 1 73<br />

»<br />

ICin Pflanzeiiverzeiclinis w;e das obige gewährt jedoch nur ein scliwaclies<br />

und unvollständiges Bild von dem augenscheinliclien Einfluss der Landhebung<br />

aiif den Pflanzenwuclis. Man muss beachten, dass diese Ivandhebung<br />

der I^andschaft siikzessiv niclit nur neues offenes Terrain zufiilirt,<br />

sondern aiich ein Terrain, das in vielen Fallen (zunächst an windgeschiitzten,<br />

niclit von den \\''ellen bearbeiteten Stellen) offenbar (u. a. durch aufgeworfene<br />

Muschel- und Schneckenschalen) vom Meere befruchtet worden<br />

und das jedenfalls nocli nicht in nennenswertem Grade ausgewaschen<br />

und ausgelaugt ist und mithin wenigstcns eine Zeitlang fiir eine anspruclisvollere<br />

Vegetation geeignet sein wird (iibtr diese Prozesse siehe die S. 75<br />

zitieite Darstellung von CAJANDER). ES sind ja aucli vor allem diese<br />

niedriger liegenden Bodenstrecken, auf denen die artenreiche Ivaubwiescnvegetation<br />

entwickelt ist (vgl. Kap. IV, 5 (S. 113—117). Auf etwas höherem<br />

Terrain beginnt im allgemeinen Nadelwald. Augenscheinlich ist der<br />

Krdboden hier im Lauf der Zeit an vielen Stellen magerer worden und fiir<br />

die anspruchsvollere lyaubwiesenvegetation daher weniger geeignet. ^) Die<br />

Landhebung hat also der åländischen Vegciaiion in höhem Grad fruchthare<br />

Standorte gesichert. Damit haben sich auch die Voraiissetzungen einer artenreichcn<br />

Flora mit hoher Frequenz fitr die einzehien Arien gesieigeri.<br />

Dass man bei der pflanzengeographischen Erörterung nicht versäumen<br />

darf, mit der Möglichkeit einer sukzessiven Verarmung des Bodens zu rechnen,<br />

das habe ich schon in meiner Studie »Hippophaës rhamnoides auf<br />

Åland», 1912, beachtet. Ich hebe dort hervor, wie beispielsweise in der<br />

Gegend von Gamla Karleb}^ am Bottnischen Meerbusen der anspruchsvolle<br />

Seedorn vorzugsweise auf niedrigem Gelände auftiitt. Die Vegetation<br />

1) Wie in meinen friiheren Schriften in verscliiedenem Zusanunenhang hervorgehoben,<br />

ist eine Laubwiese, die innner wieder als Viehweide benutzt wird,<br />

dazu verurteilt, mit der Zeit in Fichtenwald iiberzugehen (1915, S. 136—î'39;<br />

1922 A, S. 26, 42 — 45). In dieser Beweidung hegt oftnials. aber ersiclitlich<br />

clurchaus nicht immer, die Erklärung dazu, dass die Eaubwaldvegetation auf<br />

Åland auf höher gelegeneni Terrain so liäufig dem Nadelwald weicht.<br />

Mag nun die Ursache zu dem Eindringen des Fichtenwaldes auf der Laubwiese<br />

die eine oder die andere der beiden erwähnten oder beide zusammen gewesen<br />

sein, so sei hier noch einnial das Verhalten betont, dass ein hedeiitender<br />

Teil des Nadelwalds mit artenreicherer Untervegetaiion aiif Åland aus<br />

Lanbwiesen hervorgegangen zs^-das bezeugt die Untervegetation. Eine Vorstellung<br />

von dem Verlauf dieser Entwicklung erhält man beispielsweise an vielen<br />

Orten zwischen Mariehanui und Dalkarby, wo es verschiedene Entwicklungsstufen<br />

gibt. Die hierhergehörigen Aufzeiclmungen werden später in anderem<br />

Zusammenhang in Ergänzung der Studie des Verf. von 1922 iiber die Nadelwälder<br />

mitgeteilt werden.


74 A. Palmgren, Die Arteiizahl als pflaiizcngeograpliisclier Charakter<br />

ist auf solchem in der Regel auffallend artenreicher und iippiger als auf höherem;<br />

die Krle, niclit die Kiefer oder Ficlite, gibt dort der Vegetation ilir Gepräge.<br />

Die Ursache dieser reiclieren Vegetation sclirieb ich deni geringen Alter<br />

des Terrains zu. Dasselbe ist noch nicht nennenswert verarmt, was sich<br />

fiir die holier gelegenen Ivandstrecken offenbar geltend gemaclit hat (vgl. die<br />

Darstellung a. a. O., S. 117—119).<br />

Ähnliche Verhältnisse, wie sie hier aus Österbotten angefiihrt worden<br />

sind, kann man auf Åland leiclit studieren. Besonders im Schärenarchipel,<br />

wo sich die Verhältnisse besser iiberblicken lassen, fällt es oft in die Augen,<br />

wie die niedrigeren Teile der Inseln von einer tippigen Ivaubwiesenvegetation<br />

eingenommen sind, während diese an den Anhöhen hinauf — audi wo das<br />

Krdreich noch tief ist — i miner schwächer wird. Vielerorts haben Reiser<br />

{Vaccinnmi Myrtillus) sich in wechselnder IVIenge eingenistet und den Kräuter-<br />

und Gräserwuchs beeinträchtigt. Bisweilen sind die friiher herrschenden<br />

Ivaubhölzer durch die Fi elite ersetzt. Im Schärenarchipel mit seinen<br />

verschieden hoch ûber das IMeer hinausragenden Inseln lässt sich diese Entwicklung<br />

der Vegetation leicht verfolgen und fiir die einzehien Fälle rekonstruieren.<br />

Die Schären, die sich eben ûber das Meer erhoben haben, weisen<br />

in der Regel, sofern es die Beschaffenheit des Bodens erlaubt, eine artenreiche<br />

I'lora auf. Kine ähnliche liat offenbar einmal auch manche der höheren Teile<br />

und Gipfel der höheren Inseln eingenommen, als diese sich ûber das Meer<br />

erhoben und dem Pflanzenwuchs dieselben Bedingungen wie die heutigen<br />

pflanzenreichen Schären boten. Sie ist jetzt oft ganz ausgetilgt, aber sogar<br />

wo mit den Jahren Nadelwald herrschend geworden ist und die Schären ZLI<br />

grösseren Inseln verwachsen sind, kann man bisweilen auf kleineren 1'lecken<br />

Arten antreffen, die sich gegenûber der Umgebung ganz frenid ausnehmen<br />

und als Relikte aus einer vergangenen Zeit zu betrachten sind, wo ihr<br />

Siedelplatz eine unbedeiitende Schäre oder eiiivStrand war. Die Schwarzerlen,<br />

denen mau oft an etwas sumpfigen Stellen in Fichtenwald hoch oben auf<br />

Land begegnet, sind ganz sicher Abköninilinge von denen, die einmal die<br />

Ufer der Schären gesäumt oder Bestandteile ihrer Laubholzvegetation gebildet<br />

haben. Dies ist wohl oft der Fall mit den Gruppen von Filipendula<br />

Ulmaria, die man nicht selten in einer Vertiefung im Fichtenwald findet,<br />

und mit vielen anderen Arten.<br />

1) In diesem Zusanmienhang sci das folgende \'erhalten bcachtet. In Nadelwald,<br />

besonders auf fruclitbarerem Boden, sielit man auf Åland allgemein, wie<br />

auf lyiclitungen, wo B ämne gehauen oder umgeweht worden sind, Gruppen von<br />

Arten auftreten (z. B. Melica nutans, Poa nemoralis, Car ex pallescens, Ranunculus<br />

acris, Lathyrus pratensis, Geranium silvaticum. Prunella vulgaris, Galium


ACTA I}()TANICA FKNNICA 1, X:o 1 75<br />

Ks scheint, als habe man bei der pflanzengeograpliischen Krörterung vcrhältnismässig<br />

wenig mit einer im Lauf der Zeit vor sich gehendeii Verarmung<br />

des Bodens gerechnet — aiisser in einigen Fallen, wo diese Auslaugung<br />

selir deutlich und schnell gewesen ist. (Siehe in dieseni Zusammenhang<br />

DRUDE 1913, S. 200. )<br />

Auslaugung als Ursaclie einer Vegetationsveränderung setzen beispielsweise<br />

WARMING und GRAEBNER in folgendem Fall voraus (1918, S. 922):<br />

»lu einer Reihe von Jahrluinderten ist die Calliina-H^xåe in Däneniark und<br />

Norddentschland auf Kosten der Wälder vorgedrungen. Jiitland war friiher<br />

von Eichenwäldern bedeckt, kaum jedoch ein zusaninienliängender Wald, die<br />

Liineburger Ileide trug Kielien-, Buclien- iind Älischwälder; jetzt sind die Eichengestriippe<br />

der Heiden fast die einzigen Erinnerungszeichen des Waldes, Die<br />

Auslaugung der oberen Schichten des Bodens durch die Niederschläge muss<br />

zuerst einen ziemlich liohen Grad erreiclit haben, wenn die Ivrneuerung des Waldes<br />

verhindert wird und die C alinna-llciåe an seine Stelle tritt. (Graebner 1895,<br />

1896, 1901; vergl. auch Kap. 86). Dann wirken andere Faktoren oft plötzlich<br />

der Heide den Sieg verschaffend ein. — — »<br />

Aucli CAJANDER lenkt in verschiedenen vScliriften die Aufmerksamkeit<br />

auf eine allmählich vor sich gehende Verarmung des Bodens. So sagt er in<br />

einem Vortrag (»F\)rstlich-geographische Ubersicht Finnlands», 1923 S. 5):<br />

»]SIit dem Sehneeschmelz- und dem Regenwasser, das iiberall von den höher<br />

gelegenen Partien in die tiefer gelegenen abrinnt und schliesslich zum grossen<br />

Teil in die Fliisse gelangt, folgen Mengen sowohl gelöster Stoffe als fein suspendierter<br />

Bodenpartikelchen. Durch diesen Prozess, welcher Jahrtausende hindurch<br />

vor sich gegangen ist, hat nicht nur eine allgemeine, wahrscheinHch nicht<br />

weniger bedeutende W^rarnumg der Böden als durch die sog. Auswaschung<br />

stattgefuuden, sondern es ist dadurch auch eine Differenzierung der Böden in<br />

der liinsicht hervorgerufen worden, dass die Wasserscheidegegenden verarmt,<br />

die Flusstäler angereichert worden sind. Wo die Verhältnisse sonst gleich sind,<br />

sind die Flusstäler im allgemeinen fruchtbarer als die Wasserscheiden. »<br />

boreale u. a.), die nicht dem umgebenden Wald angehören, sondern eigentlich<br />

in I^aubwäldern oder auf Wiesen zuhause sind. Ich hatte mir friiher gedacht,<br />

dass diese Arten Pioniere einer äusserst schnell eindringenden Vegetation seien,<br />

fiir die die neugeschaffcuen Siedelplätze geeignet sind. Jetzt diuikt es mich jedoch<br />

wahrscheinlicher, dass man im Gegenteil in den meisten Fallen vor Resten<br />

einer friiher herrschenden Laubwald- eder I/aubwiesenvegetation steht, die<br />

durch den Nadelwald im grossen mid ganzen erstickt worden ist, von der sich<br />

aber Spuren durch ihre unterirdischen Organe mit Zähigkeit behauptet haben<br />

mid denen bei Aushieben neue Aussichten zur F^ntwicklung geboten worden<br />

sind. Dieses Verhalten scheint eines Studiums wert zu sein, um den Zeitraum<br />

festzustellen, während dessen verschiedene Arten mit wesentlich unterirdischem<br />

Le ben auszuhalten vermögen.


7(3 A. Palmgren, Die Arteiizahl als pflanzeiige ographisclier Charaktcf<br />

In eineni anderen, ungefähr gleichzeitig gehaltenen Vortrag »Uber die<br />

Verteilung des fruclitbaren Bodens in Finnland und iiber den Einfluss<br />

dieser Verteilung auf die wirtscliaftliclien Verliältnisse ini Ivande» (1923,<br />

S. 13) kommt CAJANDER auf die Frage zuriick. Sie ist von ihm schon friiher<br />

beriicksichligt worden in »Metsänhoidon perusteet. I. Kasvibiologian ja<br />

kasvimaantieteen pääpiirteet» (Handbucli des \\'aldbaues. I. Grundzuge der<br />

Pflanzenbiologie und Pflanzengeographie), 1916, S. 147, 488. — In einer vor<br />

einigen Jahren erschienenen Arbeit hat AIJEK (Moorforschungen in den<br />

Vaaragebieten von Kuusamo und Kuolajärvi, 1922, S. 363), auf Grund von<br />

Torfmooruntersuchungen fiir Kuusamo und Kuolajärvi-Iyappland eine<br />

bedeutende Verschlechterung der Bonitätsverhältn:'sse in postglazialer Zeit<br />

konstatiert.<br />

Icli sehe niich nieht in der Lage, hier näher fausser beiläufig in Kap. IV,<br />

5, S. 113) auf die Frage der gegend- oder stellenweise erfolgenden Verarmung<br />

des Bodens einzugehen. Diese Frage besitzt besonders in Gebieten mit<br />

wenig verwitternden Felsarten offenbarein erhebliches pflanzengeographisehes<br />

Interesse.<br />

Bei der Krwägung der pflanzengeographischen Bedeutung der säkularen<br />

Landhebung ist auch nicht zu vergessen, dass diese Landhebung einen recht<br />

bedeutenden Einfluss auf den Ivandschaftscharakter und daher auch indirekt<br />

auf die Vegetation gewonnen hat. So ist das stark gebrochene Relief der åländisehen<br />

Landschaft durch das langsame Emporsteigen der Landoberfläche<br />

aus dem IVIecre, nicht in dem Grade, wie es sonst der Fall gewesen wäre, durch<br />

marine und fluviatile Einwirkung eingeebnet vvorden (siehe S. 9 des kurzen<br />

illustrativen Textes von H. HAUSEN ZU dem Kartenblatt Nio 10 im Atlas<br />

von Finnland, 1910, Ålands och Åbo skärgård. 1. Geografisk översikt och<br />

geomorfologiska betraktelser). Mit der sukzessiven Landhebung steht offen<br />

bar bis zu einem gewissen Grad auch der Umstand in Zusammenhang, dass<br />

in Åland fast vollständig Uferabstiirze von dem Typus fehlen, die beispielsweise<br />

an den sudlichen Kusten der Ostsee mancherorts so stark hervortreten<br />

und durch ihre offene Vegetation niancher seltenen Art eine Freistätte schenken.<br />

Wenn ich hier geltend gemacht habe, dass die seit Jahrtausenden vor<br />

sich gehende Landhebung von bedeutendem Einfluss auf die Gestaltung der<br />

Flora und nicht am wenigstens auf ihren Artenreichtum und die Verteilung<br />

ihrer Arten gewesen ist, so sei, um Missverständnissen vorzubeugen, ausdriicklich<br />

betont, dass ich hierbei nicht den selbstverständlichen Einfluss gemeint<br />

habe, den der Zuwachs des Landareals ausgeiibt hat; dass dieser Zuwachs<br />

an sich erhöhte Möglichkeiten fiir eine artenreiche Flora mit sich ge-


ACTA I}()TANICA FKNNICA 1, X:o 1 77<br />

bracht hat, liegt ja durchaiis in der Natur der Sache. Idi meine also vor alleni<br />

die Bediiigiingeii fur die Entwicklung der Flora, die mit der sukzessiven Entstehung<br />

des Ivandgewinns einhergegangen sind. Hätte Aland innerhalb einer<br />

relativ kurzen Zeit zu Anfang der lyandhebung die ganze Oberfläche,<br />

woriiber die Ivandschaft heute verfiigt, zur Besäung dargeboten, so hätte seine<br />

Flora sicher einen wesentlich anderen Charakter gehabt als jetzt. Das tragende<br />

IMoment ist gerade das Sukzessive dieser Entstehung von neuem Land,<br />

das ständige Vorhandensein fiir die Besäung freien Bodens gewesen.<br />

Das ständige Hinzukommen neuen Isandes hat fiir Åland, wie fiir Fennoscandia<br />

iiberhaupt, einen um so grösseren Einfluss gewonnen, als das Klinia<br />

während der Zeit, wo sich das Ivand aus deni Meere erhob, von erheblichen<br />

Veränderungen betroffen worden ist. So hat Åland fiir die Einwanderung<br />

von Pflanzen neuen Boden zur Verfûgung gehabt während der atlantischen<br />

Période mit ihrem insularen, wärmeren Kiima, während der subborealen<br />

Période mit ihrem kontinentalen Kiima bei trockenen und warmen Sommern,<br />

während der subatlantischen mit ihrem feuchteren und kiihleren Kiima<br />

sowie während des darauf wieder folgenden und noch herrschenden gùnstigeren<br />

Klimas. — Noch ein Umstand ist zu beachten, Jeder Teil des åländischen<br />

Ivandareals hat wälirend einer gewissen Zeit eine Strandpartie dargestellt.<br />

Es sind also fiir alle Arten, deren Ausbreitung durch Vermittlung des Wassers<br />

oder durch dessen Nälie begiinstigt worden ist, die Voraussetzungen, jeden<br />

Teil der Landschaft zu erreichen, vorhanden gewesen. Verbreitungskarten<br />

fiir die selteneren Arten scheinen auch anzudeuten, dass diese Möglichkeit<br />

ausgenutzt worden ist. Fast jeder Teil von Fasta Åland zählt so einen oder<br />

den anderen Repräsentanten dieser Gruppe.<br />

Die Frage des neuen lyandes und seiner sukzessiven Bewachsung ist bei<br />

den Pflanzengeographen immer auf Intéressé gestossen. t)ber sie kann man<br />

sich daher leicht aus den fiihrenden Handbiichern orientieren. Sehen wir<br />

z. B. nach, was das neueste von diesen (Eug. Warmings Lehrbuch der ökologischen<br />

Pflanzeiigeographie, Dritte umgearbeitete Auflage von EUG. WARMING<br />

und P. GRAEBNER, 1914—1918) bei der Behandlung der Frage einleitungsweise<br />

sagt. Im fiinften Abschnitt (Der Kampf zwischen den 1'flanzenvereinen)<br />

wird das Kapitel »Geogene Veränderungen; neuer Boden» mit folgenden<br />

Worten eingeleitet (S. 898):<br />

»Wenn irgendwo ein neuer Boden auftritt, so wird er bald von Pflanzen erobcrt.<br />

Es ist selir auzieliend, die weitere Entwicklung der Vegetation in allén<br />

ihren Pliasen zu verfolgen. Man wird Zeuge einer langen Reihe von Kampfen<br />

zwischen den nacheinänder einwandeniden Arten; diese Kämpfe werden bisweilen<br />

erst in vielen Jahrzelinten einen relativen Abschluss erreichcn.


GG A. Palmgren, Die Artenzalil als pflanzeiigeographischer Cliaraktcr<br />

Neuer Boden wird nameiitlich an folgenden vStellen gebiidet: an den<br />

Kiisten, wo das Meer neiies Material herbeifiihrt, an den Flitssmiindnngen, in<br />

den Flussbetten selbst und in den Gewässcrn, wo lierabgescliweninite Massen<br />

oder die Reste der Pflanzen abgelagert werden, dnrcli die Tätigkeit der Gletscher,<br />

durch herabstixrzende Gesteinsmassen, durch vulkanische Ausbriiche,<br />

durch Feuer, das die alte Vegetation verzehrt, ferner durch verscliiedene Bingriffe<br />

des Menschen, besonders da, wo bebautes I,and sich selbst iiberlassen<br />

wird usw. In den letzten Fallen ist der Boden nicht in demselben Masse neu<br />

wie in den ersten; er ist nicht steril, sondern schliesst mehr oder weniger Samen,<br />

Rhizome und andere Pflanzenteile ein,<br />

Geogene Ändenmgen können im iibrigen sowohl sehr plötzliche, als sehr<br />

langsame, vielleicht säkulare sein; im letzten Falle sind sie oft schwer zu beobachten,<br />

und die eingreifenden Faktoren treten weniger deutlich hervor. Es<br />

niögen Beispiele beider hier angefiihrt werden.»<br />

Neues lyund wird in vielen Formen zu neuer Bewaclisung dargeboten.<br />

WARMING wie andere Autoren beleuchten die verschiedenen Fälle durch<br />

Beispiele und Iviteratiirhinweise. Die gegenwärtig vielerorts stattfindende säkulare<br />

lyandliebung wird dabei nicht beruhrt. Ihre Ivangsamkeit bewirkt, dass<br />

ihr Einfluss schwer zu iiberblicken und daher iibersehen worden ist.<br />

Ks ist, wie kauni zu leiignen sein wird, recht be me rke ns we rt, dass die vor<br />

sich gehende säkulare Landhebung in der Pflanzengeographie keine nennenswerte<br />

Beachtung gefunden hat:<br />

Es ist hierbei audi zu beachten, dass das neue Land, welches durch die<br />

säkulare Landhebung aus dem Meere aufsteigt, nur teilweise mit dem neugewonnenen<br />

offenen Gelände vergleiclibar ist, das gewöhnlich in der pflanzengeographischen<br />

Diskussion mit Neiiland gemeint ist. Nur bei sehr weithinaus<br />

seichten Ufern und ganz besonders, wo sehr flache Inseln aus dem Meer emportauchen,<br />

kommt wirklich offenes Gelände in bedeutendereru Areal zum<br />

Vorschein. In den meisten P^ällen wird das aus dem Meere gehobene Land sukzessiv<br />

von der auswärts nach dem Landgewinn hindrängenden friiheren Vegetation<br />

eingenommen mid tritt also in geringem Älasse als wirkliches offenes Land<br />

auf. Wo hinwieder an sehr weithinaus flachen Ufern nennenswerte Flächen<br />

offenen Geländes entstehen, .sind sie ja bloss fiir eine geringe Anzahl von Uferpflanzen<br />

disponibel. Man darf aber nicht iibersehen, dass das Land, das heute<br />

dièse (vielleicht geschlo.ssene) Ufervegetation trägt, mit der fortdauernden<br />

Landhebung immer weniger geeignet fiir dieselbe wird, dagegen aber geeigiaet<br />

fiir Arten, die höher gelegenen Ståndorten angehören. Das neue Land wird mithin<br />

recht bald (bei der auf Åland herrschenden Landhebung und bei dem<br />

dortigen Salzgehalt (fiVoo—5,5"/oo) des Meeres schon nach kaum hundert Jahren)<br />

einer grösseren Anzahl von den Arten der Gegend geeignete Standorte bieten,<br />

wo sich keinesfalls eine schwerere Konkurrenz seitens der friiheren Vegetation<br />

geltend macht. Das neue Land bietet also audi in dieser Ilinsicht ähnliche<br />

Bedingungen wie ein offenes Gelände.


ACTA BOTAXICA FIvNNICA 1, N:o I 79<br />

Im grossen ganzen gibt es ja nur da, wo sich neiies lyand entblösst, eine<br />

Mögliclikeit zu Verscliiebungen i ni Areal der Arten, also auch bessere Voraussetziingen,<br />

beispielsweise die Ausbreitungsbedingungen der Arten zu studieren.<br />

Im grossen ganzen trägt ja die Vegetation auf der Krde gegenwärtig<br />

den Charakter eines gewissen Gleichgewichts. Die vor sich gehende säkulare<br />

Landhebung hietet ein timfangreiches Arheitsfeld f Ur Studien iiber die Wanderung<br />

der Arten und die sukzessive Entwicklnng der Pjlanzendecke.<br />

Dass die säkulare Landliebung als pflanzengeographisches Arbeitsfeld der<br />

Aufmerksamkeit fast ganz entgangen ist, ist auch im Hinblick darauf bemerkenswert,<br />

dass sie von beträchtlicliem Effekt und von augenscheinlichem<br />

Kinfluss auf die Flora in bedeutenden Teilen Fennoscandias ist, wo sich ja<br />

schon lange ein lebhaftes Intéressé fur pflanzengeographische Fragen gel-<br />

Einige Zitate scheinen die Sache zu beleuchten:<br />

A. De CANDOI.uî schreibt 1855, S, 802 imter der Rubrik »De l'ensemble des<br />

faits de naturalisation»: »Ainsi, plus on remonte la chaîne des temps, plus les<br />

naturalisations devaient être rares. Avant l'apparition de l'espèce humaine dans<br />

un pays, elles étaient excessivement rares. Les différentes Flores ont eu alors une<br />

époque de vie locale, presque sans mélange d'un continent à l'autre et d'une île<br />

à une terre voisine. Cependant, à une époque beaucoup plus reculée, les conditions<br />

physiques et géographiques étant différentes, certaines causes de transport<br />

auraient eu plus d'importance, et des causes maintenant insignifiantes<br />

ont pu jouer un grand rôle.»<br />

DRUDE (1890, vS. 100) imter »Ausbreitungstrieb, Wanderungsvermögen,<br />

Schrauken der Wanderung»: »So hat der Ausbreitungstrieb in der sich selbst<br />

iiberla.ssenen und gleichbleibenden Natur selten Gelegenheit, im grossen JMassstabe<br />

wirksame Ausbreitung zu erzielen, da sich unter gleichbleibenden äusseren<br />

Verhältnissen die Arten mit ihrem gegenseitigen Kampfe in eine Art von<br />

Gleichgewicht eingestellt haben, welches den Eindnick einer wirkhchen stationären<br />

Ruhe hervorruft, während thatsäclilich sich ein steter Wechsel der Anordnung<br />

im kleinsteu Masse offenbart und dadurch Zeugnis von dem Vorhandensein<br />

eines stillen Kampfes um den vStandort gibt.»<br />

ENGI.ER (1913, S. 221): »Aus diesem Grunde sehen wir gegenwärtig freiwillige<br />

An.siedlung von Pflanzen fast nur da, wo entweder ein offenes noch nicht<br />

besiedeltes Gelände (vSanddiinen, Sandbänke, sandige Flussufer, Flussgeröll.<br />

Geröllhalden im Gebirge, Morönenschutt, Lava, Vulkanasche, umgepfliigtes<br />

Land) sich darbietet, oder wo durch Anderung von Grundwasserverhältnissen,<br />

durch Aussaugung des Bodens, iiberhaupt durch allmähhche Änderung der<br />

physikahschen Bodenverhältnisse die Entwicklung der eingesessenen Bewohner<br />

eines Geländes allmähhch geschwächt worden ist.» — — — — »Wenn wir<br />

von den Pflanzen der offenen Formationen ab.sehen, so nimmt unter gewöhnlichen<br />

Verhältnissen das Areal einer Sippe selten zu; aber in der Vergangenheit<br />

sind mehrfach Änderungen eingetreten, welche neues Land fiir Besiedelung<br />

schufen.»


80 A. Palmgren, Die Arteiizahl als pflaiizcngeograpliisclier Charakter<br />

tend gemacht hat. Die Entwicklung der Vegetation iind die Wanderung der<br />

Arien hat hier im Lauf der Zeit nicht ohne Einfluss seitens dieses ständigen<br />

Vorrats an neuem Land vor sich gehen können.<br />

Dass die säkulare Ivandhebung von der Pflanzengeograph-'e vernachlässigt<br />

vvorden ist, ist jedoch vielleicht am auffälligsten im Hinblick daratif, dass<br />

die pflanzengeographisclie Diskussion in vielen bedeutungsvollen Punkten,<br />

in bezug auf die Entwicklung der Flora in vielen Gegenden der Erde, mit eineni<br />

während friiherer Zeitperioden erfolgten Wechsel zwischen Meer und<br />

Ivand als einwirkendem j\Ioment gerechnet hat. Alle disse Erörterungen<br />

und Hypothesen miissen ja an Klarheit gewinnen, wenn man auf Beobachtungen<br />

und Erfahrungen aus einer in diesem AugetibUck vor sich gehenden Strandverschiebung<br />

hinweisen kann. In dieser Hinsicht bietet Åland, wie auch<br />

die Kusten des Bottnischen Meerbusens, ein reiches Arbeitsfekl. Der<br />

Umstand, dass es im Gebiet von Åland einen Schärenarchipel gibt, macht<br />

das Arbeitsfeld um so ergiebiger. Das Alter der einzelnen Inseln kann recht<br />

genau bestimmt werden. Neue Inseln steigen nach wie vor aus dem Meere<br />

auf. Es ist hier also Gelegenheit, alle Stufen des Werdegangs einer Vegetation<br />

zu verfolgen, um festzustellen, wieviel Zeit fiir die Entstehung einer gewissen<br />

Vegetation erforderlich ist, u. ä.<br />

\Vir wollen diesem zuletzt angedeuteten Umstand eine etwas eingehendere<br />

prälitninäre Aufmerksamkeit widmen.<br />

Oben wurde beriicksichtigt, dass man in manchen Fällen in der sukzessiven<br />

Entstehung neuen Landes mit einem Faktor gerechnet hat, der mächtig<br />

auf die Gestaltung der Vegetation und Flora eingewirkt hat innerhalb Gebiete,<br />

wo eine solche negative Strandverschiebung vor sich gegangen ist. Auf dem<br />

neuen Land haben fiir neu entstandene Formen vielfach unter andereni<br />

Bedingungen dazu vorgelegen, sich ohne Konkurrenz mit den älteren verwandten<br />

Formen einen Siedelplatz zu erkämpfen und sich weiter zu entwickeln<br />

und zu differenzieren. In seinen einfûhrenden »Leitenden Ideen>> zu dem »"Ver-<br />

1) ScilRÖTER gibt (1913, S. 907) folgende Zusammenfassiuig der »Geogenen<br />

Faktoren» (unter »die florengescliichtlichen Bedingungen»):<br />

»1) Geogene Faktoren: Veränderungen in der festen und fliissigen Erdrinde:<br />

Hebung und Senkung des Landes, Entstehen mid Vergehen von Landbriicken<br />

und Inseln, Transgressionen des Meeres, Austrocknen von Binnenscen, Vorstoss<br />

oder Riickzug von Eisbedeckungen, Ilebmig und Abtragung von Gebirgen, die<br />

Erscheinungen des Erosionszyklus, das Sinken oder Steigen des Grundwasserspiegels,<br />

Entstehung von besiedelbarein Neuland, lange dauernde Isolierung<br />

eines Gebietes.»


ACTA BOTAXICA FICNXICA 1, X:o 1 8 7<br />

such einer Entwicklungsgescliichte der Pflanzenwelt, insbesondere der Florengebiete<br />

seit der Tertiärzeit» schreibt diesbeziiglicli KNGLER (I Theil, 1879,<br />

S. IX):<br />

A<br />

»6. Xamentlich ist es von Wichtigkeit, weiin durcli Riickgang des Wassers<br />

Oder von Gletschern oder audi durch Ilebung eines Landes neues Terrain eröffnet<br />

wird, auf deni sich die Formen der benachbarten Gebiete ansiedeln können<br />

nnd ihre neugebildeten Varietäten Platz zur Kntvvickking vorfinden.»<br />

In der hierauf folgenden Darstellung weist dann ENGLER an mehreren<br />

Stellen auf eine in ferner Zeit erfolgte Landhebung als bedeutungsvoll einwirkendes<br />

Moment bei der Ivntwicklung der Vegetation bin. Als sehr<br />

lehrreiches Beispiel kann die westaustralische Flora erwähnt werden. Folgendes<br />

Zitat erscheint repräsentativ (II. Theil, 1882, S. 131):<br />

»Wie die Veronicen auf dem von Eis frei gegebenen Terrain Neu-Seelands<br />

cin freies Feld fur Fortpflanzung von Varietäten und Artenbildung vorfanden,<br />

wie das auf vulkanischem Wege gebildete neue Land der Sandwich-Inseln der<br />

zahlreichen X'achkommenscliaft von fremden Ankömnilingen ein Asyl darbot,<br />

so war den genannten Typen in Australien inimer nielir Terrain durch das Zuriickweichen<br />

des Meeres eröffuet, von dem sie um so ungestörter Besitz ergreifen<br />

konnten, als die klimatischen Verhältnisse sie von den ein feuchteres Khma<br />

liebenden Mitbewerbern isolirten. Die geologischen Thatsachen, welche beweisen,<br />

dass Westaustralien einst eine Insel war und sich später durch Zuriickweichen<br />

des Wassers vergrösserte, namentlich aber ein trockneres, viele Pflanzengruppen<br />

ausschliessendes, demzufolge andere begiinstigendes Klima bekam,<br />

werde ich im nächsten Kapitel im Zusammenhang mit andern jieologischen<br />

Fragen besprechen.»<br />

tjber die Sandvvichinseln schreibt derselbe Forscher (a. a. O., S. 127):<br />

»Die wesentlichste Bedingung fiir die Weiterentwicklmig eines Theiles der<br />

durch Orkane herangewehten oder durch Vögel herbeigetragenen Samen war<br />

auf den Sandwich-Inselu vorhanden, nämlich offenes Terrain: .»<br />

In gewisser Hinsicht analög hat zur Entwicklung der Hochgebirgsflora<br />

der Umstand beigetragen, dass sich bei der Bildung der Gebirge der Vegetation<br />

beständig neues offenes Land dargeboten hat. In dem »Versuch einer<br />

Entwicklungsgeschichte der Pflanzenwelt» (I. Theil, vS. 89) finden wir den<br />

folgenden beleuchtenden Ausspruch:<br />

»Wenn 2 von einander entfernte Gebirgssysteme wie etwa die Alpen und<br />


82 A. Palmgren, Die Artenzalil als pflauzengeograpliisclier Charakter<br />

die Hebung des Landes ist aber audi iiielir Fläche geschaffeii, das urspriingliche<br />

Gleichgewicht, welches unter den Pflanzen des iiiclit geliobeiien Terrains hestand,<br />

wird in älniliclier Weise gestört, als wenn ein Land durcli Anstrocknen<br />

einer grossen Meeresbuclit vergrössert wird, Wälirend vor der Hebung von den<br />

entstehenden Varietäten nur wenige zur Entwicklung gelangten inid die absterbenden<br />

Exemplare durch solche ersetzt waren, welche in gleicher Weise den örtlichen<br />

Verhältnissen angepasst waren, war jetzt in dein gehobenen Lande audi<br />

nodi Platz fiir andere Varietäten. Bei der Mannigfaltigkeit der ICxistenzbedingungen,<br />

die nun in deni gehobenen Gebirge schon durch die Verschiedenlieit<br />

der Exposition und die verschiedene Feuchtigkeit gegebeii waren, konnten<br />

von den -in Gesellschaft der Stanimarten entstandeneii Varietäten iiielir als<br />

fruher zur lintwicklung gelangen. So niussteii also an den Grenzen, welche<br />

den eiiizelnen Arten in ihrer Verbreitung nach oben gezogen waren, neue, später<br />

zu Arten werdende Varietäten entstehen, die. befähigt waren, in noch<br />

höheren Regionen zu existireii, oder solche, die bei der alhiiähhg fortschreitenden<br />

Hebung des Gebirges wenigstens nicht herabzusteigen brauchten. Das<br />

Resultat dieser theoretischen Betrachtung ist, dass in dcii ersten Gebirgen die<br />

Pflanzen der höheren Regionen in verwandtschaftlicher Beziehuiig zu denen<br />

der niedern Regionen stehen niussten.»<br />

Ziir weiteren Beleuchtung der Rolle, die ENGLER deni neuen Land fiir die<br />

Entwicklung der Vegetation beiinisst, sei hier noch folgende Äusserung iiber<br />

Ceylon, Japan und Neuseeland wiedergegeben, iiber Gebiete also, wo neues<br />

Land nicht in grösserem Umfang entstanden ist (IT, S. 134; die vSperrung<br />

ist von mir):<br />

»Ceylon und Japan sind Gebiete, welche entschieden den Charakter ihrer<br />

Flora seit der Entwicklung der Angiospernien nur wenig geändert haben, sie<br />

sind beide deni Festlaiid verhältnissniässig nahe gelegen; es konnten daher viel<br />

ofter Keinie continentaler Pflanzen dahin gelangen; kliniatische Aeiiderungen<br />

waren hier geringer, als auf deni Festland, die älteren Tyjien konnten sidi<br />

bier leiditer erhalten, als ihre den kliniatischen Aenderungen auf deni Continent<br />

ausgesetzten Verwandten. Da auf diesen Inseln unbesiedeltes Land in geringerem<br />

Maasse vorhanden war und Neuland sick nur wenig bildete, so konnien<br />

aiich nur wenige Typen zu reicherer \Veiterentwicklung gelangen.<br />

Neu-Seeland ist offenbar ein altes Land, die Möglidikeit eines eheniahgen<br />

Zusanimenhanges mit den antarktischen lyändern oder ini Norden mit Ostaustralien<br />

will ich hier nicht discutiren. Veränderungen haben hier entschieden<br />

stattgefunden, denn die einstige grössere Ausdehnuiig der Gletscher ist nicht<br />

wegzuleugnen. Die Folge davon war, dass einzelne die Gebirge bewohnende<br />

Gattungeii, wie Veronica, Ranunculus, Cehnisia, Olearia, Coprosma, eine grössere<br />

Anzahl von Arten entwickelten; von den endeinischen Gattungen jedoch<br />

sind audi hier nur wenige zu einer grösseren Anzahl von Arten gelangt, wie<br />

in Japan und Ceylon. Die geologischen Verhältnisse zeigen, dass hier ausser<br />

dem vulkanischen Terrain nur wenig neues Land gebildet wurde, das tertiäre<br />

Gebiet ist nur auf der Siidinsel etwas stärker vertreten.»


ACTA liOTAXICA FICXXICA I, X:o I 'Jl<br />

Kin Analogon — wenn audi in anspruchsloser Form — zu den hier vorausgesetzten<br />

Verhältnissen, die in vergangener Zeit einen weitreichenden Kinfluss<br />

auf die Kntwicklung der Vegetation ausgeiibt haben miissen, scheint<br />

man heitte in weiten Teilen Fennoscandias in der säkularen lyandhebung zu<br />

haben. Auch hier hat sich entblösst und entblösst sich immer noch neues<br />

Land, das anfangs fiir die Arten der Meeresufer und später, jenachdem sich<br />

das Ivand gehoben hat, auch fiir die Arten anderer Standortstypen geeignet<br />

ist. Ber Umstand, dass es hier stellenweise einen Schärenarchipel gibt und dass<br />

das heutige Festland in friiheren Zeitperioden das Stadium eines Schärenarchipels<br />

durchgemacht hat, bringt es ausserdem mit sich und hat es auch friiher<br />

mit sich gebracht, dass sich die Vegetation in ausgedehntem Masse in<br />

voneinander in gewissem Sinn isolierten Gebieten weiterentwickelt hat. In<br />

Pennoscandia miissen also infolge der Landhebmig gute Bedingungen fiir die<br />

Ausbildung neucr Formen innerhalh entwickhmgskräftiger Gattungen vorhanden<br />

gewesen sein. Fine solche I'ormenbildung ist ja auch vor sich gegangen, so<br />

nanientlich in den Gattungen Hieracium, Taraxacum imd Rosa. Ks scheint<br />

offenbar zu sein, dass sie jedenfalls von der in Fennoscandia während<br />

Jahrtausenden erfolgten Landhebung begiinstigt worden ist, ähnlich wie sie<br />

in den mitteleuropäischen Alpen in den dort herrschenden Verhältnissen<br />

gunstige Bedingungen gefunden hat.<br />

In bezug auf die Gattung Hieracium sei hier bemerkt, wie beispielsweise<br />

Finnland, dessen erste Bewachsung nach der Fiszeit kaum mehr als G—7<br />

Tausend Jahre vor Ch. zuriickgeht, eine sehr formenreiche Hicracium-V\ox^<br />

niit niehreren progressiven endemischen Arten von sehr beschränkter Verbreitung,<br />

einige mit Vorkommen an einer einzigen Ivokalität, aufweist. Man<br />

hat hier Gelegenheit, das Resultat einer Artenbildung in einer späten Zeitperiode<br />

zu studieren, in einer Periode, die recht genaue Zeitbestimmimgen<br />

hinsichtlich des Alters des Geländes und damit in vielen Fällcn auch in betreff<br />

der Entstehung der neugebildeten Formen ermöglicht. Aber hier muss sich daneben<br />

fiir einen Systematiker eine gute Gelegenheit zum Studium der noch heutigentages<br />

offenbar andauernd vor sich gehenden Differenzieriing bieten. Hieriiber<br />

seien an dieser Stelle nur einige andeutende Worte gesagt.<br />

Macht man sich auf Åland an ein eingehendes Studium mancher Piloselloi-<br />

^^«-Formen sowie auch Formen von Rigida und Oreadeae, so findet man, dass<br />

innerhalb einer und derselben Art oft auf verschiedenen Inseln und in verschiedenen<br />

Teilen der Landschaft beträchtliche Variationen herrschen. Eine<br />

Formensystematisierung der Rangstufe, mit der der Systematiker i m allgenieinen<br />

operiert, ist hier in vielen Fallen ganz unmöglich. Die Differenzen<br />

sind zu gering und unsicher, aber der Spezialist kann nicht umhin, sie zu


8 t A, Palmgren, Die Artenzalil als ])flanzenge(>graphisclier Cliarakter<br />

beachten. Es ist nicht unwahrscheinlicli, dass man hier vor Ansätzen einer<br />

ktinftigen Differenzieruiig steht. — Das hier vorgebrachte Problem wird in<br />

einer späteren Studie zu erneuter Behandlung aiifgenommen werden.<br />

Auf die Frage der Landhebung werde ich i m folgenden Kapitel zuriickkommen.<br />

Mehr auf Kinzelheiten wird bei einer späteren Gelegenheit eingegangen<br />

werden.<br />

Nur ein Umstand sei hier aber doch noch beriicksichtigt. Ich meine den<br />

augenscheinlich sehr bedeutenden Einfluss der Landhebung auf die Gestaltung<br />

der Ufervegelation.<br />

Da hier von der Neubildung systeniatischer Formen in der Gattuug Hieracium<br />

vuid von den Bedingiuigen dazu die Rede gewesen ist, scheint es am<br />

Platze, die Aufmerksamkeit daravif zu lenken, dass diese Formenbildimg in<br />

Filmland stark audi durch die friiher im Lande herrschenden Bodenkulturverhältnisse<br />

begiinstigt worden ist.<br />

Die Hauptsiedelplätze eines grossen Teils der Piloselloidea-Vonimn sind die<br />

sog. naturlichen Wiesen gewesen. Diese sind durch Kntwässerung annioorigen<br />

Geländes oder durch Abholzuug der Baumbestände entstanden. Sie umfassten<br />

friiher bedeutende Areale. An diesen ununterbrochen ncu gewonnenen Stand<br />

orten haben die Piloselloidea-Vonwan, die wahrscheinlich vor der Gewinnnng dieser<br />

Wiesen verhältnismässig wenig zahlreich waren und ein recht spärliches<br />

\'orkommen hatten (wie es immer noch in Gegenden der Fall ist, die weniger<br />

von der Kultur beriihrt sind), einen sehr geeigneten Siedelplatz und gunstige<br />

Vorbedingnngen zur Differenzierung gefunden; vgl. J. P. NORRIJN: Suomen<br />

keltanot (Ilieracia florae feunicae, ex A. J. MEI^A, Suomen Kasvio edit. V, quam<br />

cura vit A. K. CAJANDER, 190G, S. 616). Sowohl der Formen als der Individuenreichtum<br />

ist hier sehr gross.<br />

Während der letzten Jahrzelmte hat die Bodenkultur in einem grossen Teil<br />

des Landes einen bedeutenden Aufschwung genomnicn. Die »naturlichen Wiesen»<br />

sind unter den Pflug gekommen. Damit lebt auch ihre Hïeracium-Ycgetation<br />

ini grossen ganzen nur noch in der ICrinnerung fort. Viele von den Ar<br />

ten, die auf diesen natUrlichen Wiesen gewachsen sind, sind sehrselten, auf ein<br />

gewisses uatiirliches pflanzengeographisches Gebiet des Landes oder auf ein<br />

einzehies Kirchspiel oder nur auf eine einzelne Lokalität beschränkt gewesen.<br />

Fs ist daher höchst wahrscheinlich, dass manche von ihnen jetzt eingegangen<br />

sind. Fiir diese Aunahme sprechen sehr wahrscheiuliche Griinde. Unter den<br />

Gegenden, in denen NORRUN seine bedeutungsvollsten hieraciologischen Untersuchungen<br />

ausgefiihrt hat, befinden sich die Unigebungen des siidlichen<br />

Päijänne und des Vesijärvi (Kirchspiele Hollola und Asikkala) sowie das Kirchspiel<br />

Korpilahti einige Meilen siidhch von der Stadt Jyväskylä. Nach den Anweisungen<br />

NORRI^INS habe ich in den Sonimern 1915 und 1916 hier verge bens<br />

nach mehreren der von ihm uuterschiedenen Formen gesucht. Ihre alten Siedelplätze<br />

sind zum beträchthchen Teil kultivierte Äcker und Wiesen, Von dem<br />

einst herrschenden Individuenreichtum waren vielerorts höchstens noch Spuren<br />

zu konstatieren.


ACTA IU)TANICA FENNICA I, N:o 1 85<br />

Bei der auf Åland herrschenden I^andhebung vvird es kauni melir als eiii<br />

Jahrhundert daiiern, bis eine gevvisse Uferpartie, die heute die ersten Möglichkeiten<br />

fiir eine Bewachsimg bietet, sich schon in deni Grad liber den Wasserspiegel<br />

erhoben hat, dass sie die erste geschlossene Baunivegetation {Alnns<br />

glutmosa) aufnehnien kann. 1st das Ufer auf weite Strecken sanftansteigend,<br />

was auf Åland wie an den Kiisten Finnlands iiberhaupt oft der Fall ist, so<br />

werden diese hundert Jahre an dem betreffenden Platz einen Weclisel von vielen<br />

verschiedenen Gesellschaften sehen (auf Scliwemmboden meistens zuerst<br />

mit dominerender Triglochin maritimum, dann mit tonangebender Scirpus unigiumis,<br />

darauf Jtmciis Gerardi, nach diesem Festnca rubra und schliesslich oft<br />

Sesleria coentlea; wo der Meeresboden steinig ist, verscliiedene andere Assoziationen).<br />

Da die ökologischen Bedingungen an dem Ufer sich also sukzessiv<br />

verändern und das Alter dei eigentlichen Ufervegetation (siehe S. 78) an<br />

einem gegebenen Platz kauni nennenswert ein Jahrhundert iibersteigen<br />

wird, diirfte das Ufer der im allgcmeinen mit den Jahren erfolgenden Stahilisicnmg<br />

der P/lanzendecke keine grösseren Anssichte'n hieten. Diese wird<br />

daller auch an den verschiedenen Ufern — sowolil in bezug auf die Arten als<br />

audi auf deren Zahl — auffallende Unterschiede zeigen. Diese Unterschiede<br />

können schon in ganz beschränkten Gebieten, nicht selten schon auf derselben<br />

Insel frappant werden und erscheinen in einem Gebiete von der Ausdehnung<br />

wie Åland höchst bedeutend. Ich verweise auf eine in x\usarbeitung befindliche<br />

Studie iiber die Ufervegetation.<br />

4- Die Schärcnlandschaftsnatur eines Gcbietes als pflanzcngeographischer<br />

Faktor.<br />

Da Åland ein auf allén Seiten vom Meer umgebenes, dazu tief eingeschnittenes<br />

I^and mit einem umgebenden, an Inseln und Schären reichen Archipel<br />

darstellt, ergibt sich eine erheblich grössere Länge der Uferkonturen,<br />

als sie im allgemeinen entsprechende Areale von Kiistengelände aufweisen.<br />

Die Bedingungen, nicht nur fiir alle eigentlichen Strandgewächse, sondern<br />

auch fiir alle aus einer oder der anderen Veranlassung an die Nähe des Meeres<br />

gebundenen Arten (vgl. S. 114), Fuss zu fassen und sich auszubreiten, sind<br />

also auf Åland verhältnismässig sehr vorteilhaft. Dies muss selbstverständhch<br />

in der augenfälligsten Weise alle Arten mit beschränkterer Ausbreitungskapazität,<br />

d. h. iiberhaupt alle seltenen Arten begiinstigen. Die Schärenlandschaftsnatur<br />

Ålands erhält ganz natiirlich um so mehr Bedeutung, als sich<br />

•nnerhalb der Landschaft eine beträchtliche Landhebung geltend macht. Diese<br />

besagt ja in einer Schärenlandschaft einen um so beträchtlicheren Ivandgewinn.


8() /i. Palmgren, Die Artenzalil als pflaiizengeographischcr Cliarakter<br />

Kine so stark zerschnittene Schärenlandschaft wie Åland, dazu mit einer<br />

bedeutenden Landhebung, stellt in der Tat eine recht vereinzelt dastehende<br />

Erscheinung dar. Sie zeigt der Pflanzengeographie einen selten wiederkehrenden<br />

Fall von sukzessi ver und regelniässiger, sehr unifangreicher Entblössung<br />

neuen Ivandes (s. vorherg. Kapitel).<br />

Es ist kauni zu bezweifeln, dass die Scliärenlandschaftsnatur Ålands aut<br />

dessen Artenreichtum sowie auf die Frequenz vieler einzelnen Arten eingewirkt<br />

hat. Wiirde die gesamte Kiistenkontur einigemale reduziert und sich<br />

dadurch der bei entsprechenden Kiistenarealen gewöhnlichen an I^änge nähern,<br />

so wären daniit offenbar manche seltenen Arten, die jetzt auf die Kiiste<br />

beschränkt sind, nicht vorhanden oder wenigstens äusserst selten. Wir können<br />

folgende spärlich vorkommenden Arten nennen:<br />

Scirpus rtifus Orchis mascida Lepidium latifoliiim<br />

Carex atenaria Herminium monorchis Corydalis intermedia<br />

C. norvegica Cephalanihera longifolia Agrimonia odorata<br />

C. oryiiihopus Snaeda maritima Geranium columbimim<br />

C. extensa Salsola Kali Mercurialis perennis<br />

C. distans Sagina maritima Samolus Valerandi<br />

Juncns balticus Honkenya peploides Calysiegia sepium<br />

Melandrium viscosurn Campanula latifolia<br />

Allium ursiniim Cakile maritima Eupatorium cannabinum<br />

Der Einfluss, den die Schärenlandschaftsnatur Ålands auf dessen Vegetation<br />

und Flora ausgeiibt hat, lässt sich jedoch in keiner Weise mit Hilfe von<br />

irgendwelchen Pflanzcnverzeichnissen messen. Es wird weiter unten (S. 113)<br />

gezeigt werden, wie auf Åland innerhalb der Ivaubwiesenvegetation eine bedeutende<br />

Anzahl von Arten vorzugsweise oder nur im Schärenarchipel oder<br />

an der Kiiste, aus einer oder der anderen Ursache also an die Kiiste gebunden,<br />

auftritt. Bedeutend kleiner ist die Zahl der Arten, die vor allem oder ausschliesslich<br />

den inneren Teilen des Landes angehören. Die Artenzahl — auch<br />

ahgesehen von den reinen Sirandpflanzen— ist auf Åland in der Regel am grössten<br />

an der Kiiste. Dies ist ein hemerkenswertes Verhalten, das Beachtung verdient.<br />

Es scheint auch ausser/ialb Ålands ausgedehnte Giiltigkeit zu besitzen. Dass<br />

gerade das Kiistenareal auf Åland so aussergewöhnlich aiisgedehnt ist, hat also<br />

1) Eine fesselnde Schilderung des Schärenarchipels von Åland und Åbo,<br />

von dessen Tektonik und den geologischen Grundlagen seiner Entstehung liefert<br />

Ii, HAUSEN in dem Text zu dem Kartenblatt N:o 10 des Atlas von Finnland,<br />

1910, »Ålands och Åbo skärgård. 1. Geografisk öfversikt och geoniorphologiska<br />

betraktelser» (S. 1—9).<br />

2) Wegen der eventuellen Ursacheu dazu s. S. 115—116.


ACTA BOTAXICA FICNXICA 1, X:o 1 8 7<br />

notwendigenveise f order nd au f die Frequenz recht zahlreicher Arten einwirkcn<br />

milssen und hat infolgedessen audi dazu heigetragen, der Vegetation auch in<br />

den einzelnen Teilen der Landschaft ihren artenreichen Charakter zu gehen. In<br />

(1er Tat ist es auffällig, wie auf Åland eine ganze Reihe in entsprechenden<br />

kliniatischen Gebieten tiberliaiipt seltene und spärlich auftretende Klemente<br />

mit iiberraschend hoher Frequenz anzutreffen sind.<br />

Auch in der Hinsicht kann die Schärenlandschaftsnatur Ålands einen Kinfluss<br />

ausgeiibt haben, dass die trennenden Gewässer — während des Winters<br />

eisbedeckte Flächen — die Ausbreitung mancher Arten begiinstigt haben<br />

mögen.<br />

Wenn man erwägt, welchen Kinfluss die Schärenlandschaftsnatur Ålands<br />

auf die Gestaltung seiner Vegetation ausiibt und in friiherer 2^it ausgeiibt<br />

hat, darf man schliesslich nicht iibersehen, dass die Kiistenkonturen der Ivandschaft<br />

(wie auch weiter Teile von Fennoscandia) während der vor sich<br />

gehenden Landhebung bedeutende Veränderungen erlitten haben. Bei der<br />

Kupiertheit und iiber weite Strecken tiefen I^age der I^andschaft braucht man<br />

sich das Wasserniveau nicht mehr als einige wenige Aleter iiber dem gegenwärtigen<br />

zu denken, und die Kiistenkontur der I^andschaft wird bedeutende<br />

Veränderungen zeigen. So ist es beispielsweise nicht viele Jahrhunderte her,<br />

dass eine Wasserstrasse (jetzt niedrige Wiesen, Laubwiesen und Bodenkulturen)<br />

zwischen der Postad-Föhrde (Postad-fjärd) und der Gegend uin<br />

Kungsö in Jomala Fasta Åland in zwei Teile teilte. Auch die am weitesten<br />

vom Aleeresufer entlegenen Teile der Landschaft haben vor gar nicht so vielen<br />

Jahrhunderten Strandpartien mit Salzwasser gehabt. Allés dies ist nicht<br />

zuletzt bei der Erörterung der Bedingungen fur die Ausbreitung der Pflanzen<br />

zu beachten. (Siehe in diesem Zusanimenhang die Darstellung S. 16.)<br />

Ich habe friiher in dieser Schrift (S. 15—IG) und vorher in meinen Studien<br />

liber die I^aubwiesen (1915—1917, S. 480—481, G15 = 1922 B, S. 4—5, 118<br />

—119) und iiber die Entfernung als pflanzengeographischen Faktor (1921, S.<br />

21—24) die Aufmerksamkeit auf die in vieler Hinsicht einzigartigen, aber<br />

im grossen ganzen vernachlässigten Voraussetzungen gelenkt, die eine Schärenlandschaft<br />

der pflanzengeographischen Forschung bietet. ^) Die beiden genann-<br />

1) 111 den Laubwaesenstudien des Verf. wird 1917, S. 615 = 1922 B. S. 118,<br />

hcrvorgehoben:<br />

»Fiir ein solches exaktes Studium der Frequenz der einzelnen Arten und der<br />

wirklichen Artkoiubination unter gewissen vorliandenen Bedingungen könnte<br />

es kaum cinen geeigneteren Ausgaiigspunkt geben als eine Schärenarchipellandscliaft<br />

wie Åland. Wohl abgegreiizte, zu Ausgangspunkten gceignete Gcbiete<br />

finden sich nänilich hier in grosser Meiige, und, wie S. 4( = 481) liervorge-


88 A. Palmgren, Die Arteiizalil als pflaiizengeograpliischer Charakter<br />

ten Studien wie auch die vorliegende haben dieses Arbeitsfeld audi einigermassen<br />

auszunutzen versucht. Es bleibt noch viel zu tun, und es ist meine<br />

Hoffnung, in absehbarer Zukunft neue Resultate vorlegen zu können. Dabei<br />

werde ich versuchen, auch aus anderen Gesichtspunkten als den bisher beachteten<br />

von dem Zeugnis des Schärenarcliipels zu lernen.<br />

Die åländische Schärenlandschaft, wie der Schärenarchipel Fennoscandias<br />

iiberhaupt, liegt so nalie bei deni näclisten Festland, dass sicli ihre Vegetation<br />

und Flora offenbar ini grossen ganzen nach denselben Gesetzen wie<br />

dort entwickelt liaben. Dass sich zugunsten dieses Schärenarcliipels infolge<br />

der säkularen lyandhebung sukzessiv neues Terrain entblösst hat, muss jedoch<br />

wohl dem Ganzen ein gewisses spezifisches Gepräge verliehen haben.<br />

Ebenso bewirkt der Umstand, dass man in dem Schärenarchipel mit der Zusammensetzung<br />

der Flora und Vegetation auf relativ klcinen und dazu wohlnmgrenzten<br />

Gebieten operieren kann, dass die Forschung sich hier Vorzùge<br />

ähnlich denen zunutze machen wird, welche dazu beigetragen haben, die<br />

Erforschung der Pflanzenwelt der ozcanischen Inseln so verlockend zu machen.<br />

Ich denke beispielsweise an das begrenzte Areal dieser ozeanischen<br />

Inseln, an ihr beziiglich der Zahl der Formen in der Regel stark beschränktes<br />

und daher leichter iibersehbares Artenmaterial. Ich habe weiter die Zeugnisse<br />

i m Auge, die sie ûber die Wanderungen und die Wanderungskapazität<br />

der Arten liefern, ailes Dinge, die zwar auf den Kontinenten niehr oder weniger<br />

Entsprechendes haben, aber dort schwieriger zu beobachten sind, weil<br />

es da solche scharfen Begrenzungen der Gebiete wie bei den Inseln nicht gibt.<br />

Offenbar wird auch das Studium eines Schärenarchipels wie des åländischen<br />

dazu beitragen, auch iiber die Entstehung und Art der Flora der ozeanischen<br />

Inseln lyicht zu verbreiten. Entsprechende Erscheinungen — wenn auch in<br />

gewisser Hinsicht im Kleinen und in gewisser Beziehung nur im Werden —<br />

zeigen sich auf den grösseren und kleineren Inseln des Schärenarchipels in<br />

grosser Ausdehnung. Ich werde in einer späteren Studie auf diesen Gegenstand<br />

zuriickkommen.<br />

lioben wurde, sind die Gebiete von sehr wechselndeni Umfang, abcr nicht so<br />

bedeutend, dass nicht eine exakte Erforschimg derselben möglich wäre. Sowohl<br />

in der hier beriihrten Hinsicht wie ganz sicher fiir die Lösung manchet<br />

anderen pflanzengeographischen Frage, beispielsweise von Fragen nach der<br />

Wanderung der Arten, bietet unser Land mit seinem einzig dastehenden Schärenarchipel<br />

spezifische Ausgangspunkte, die von uns nicht mibeachtet gelassen<br />

werden diirfen. Die Landhebiinq, die diesem Schärenarchipel andauernd<br />

neiies Land znfiihrt, trågt weiter dazu bei, ihre Voranssetzung in der bezeichneten<br />

Hinsicht zu erhöhenA


ACTA HOTANieA FIvXXICA 1, N:o 1<br />

5. Der mosaikarlig zersplltterte Landschaftscharakter als wirksamer Faktor.<br />

Nocli sei aiif einen Umstand aufmerksain gemaclit, der ganz gewiss bei<br />

der Kntwicklung der Flora Ålands eine bedeutende Rolle gespielt hat, der<br />

aber sicher schwer durch exakte Beispiele zu beleitchten ist. Da mein Material<br />

auch vorläufig noch unvollständig ist, will die folgende Darstelhing niir eine<br />

kurze Andeutung geben und dadiirch zu einer näheren Untersuchung der<br />

Frage auffordern.<br />

Die Bedeuttmg des hinreicheiiden Vorhandenseins geeigneter Standortc.<br />

Vergleiclit man die Frequenz der Arten in zwei Gebieten, wo sich giinstige<br />

Standorte in verschiedenem Grade darbieten, so findet man fur mehrere Arten,<br />

zunächst fur die selteneren, dass die Zahl der Fundorte in den beiden Gebieten<br />

nxht in derselben Proportion zu der Zahl der geeigneten Standorte<br />

steht. Vielmelir nimmt sie in stärkerer Progression als die Zahl dieser ab.<br />

Das Gesagte erscheint ganz natiirlich: Je geringer die Zahl geeigneter Standorte<br />

fiir eine Art ist, desto kleiner werden selbstverständlich fiir die Art die<br />

Aussichten, durch ihre Ausbreitungsmittel einen Siedelplatz zu finden. Die<br />

reduzierte Anzahl der Siedelplätze ist hinwieder ganz gewiss gleichbedeutend<br />

niit einer reduzierten Anzahl von Ausgangspunkten fiir ein andauerndes Vorriicken<br />

nach neuen Siedelplätzen und also mit ständig reduzierten Aussichten<br />

bei einem neuen Vorstoss. Eine gewisse Mindesizahl geeigneter Standorte<br />

dUrfte also in der Regel eine Vorausseizung fiir das Vorkommen einer Art in<br />

einem gewissen Gehiete hiiden.<br />

Zu dem Gesagten stimmt es, dass isolierte Siedelplätze in der Regel keine<br />

artenreiche Flora bieten. Ks ist ja auch ein von altersher beachtetes Verhalten,<br />

dass beispielsweise die Flora auf isolierten Bergen artenärmer ist als auf<br />

vergleichbaren Arealen innerhalb von Gebirgsketten. Die Flora der ozeanischen<br />

Inseln ist arm an Arten. Dasselbe gilt augenscheinlich von alleinliegenden<br />

Seen und alien anderen Standortstypen. F^s gilt nicht nur von Plätzen,<br />

die durch grosse Entfernungen isoliert sind; es gilt auch innerhalb stark begrenzter<br />

Gebiete.^) (Hier sei auf die Flora der Felsbuckel hingewiesen; s. S. 112.)<br />

Die wirkliche Artenarnuit hat man sich jedoch oft nicht klargemacht, da man<br />

Zur lîrhârtiuig des zuletzt Gesagten will ich präliminär auf die Flora der<br />

Moore in den åländischen vSchärenkirclispielen hinweisen. Die ]Moore sind hier<br />

gering an Zalil und ganz natiirlich i nbedeutend von Areal. Ihre W'getation<br />

1st auch durch eine ausserordentliclie Artenarnmt gekennzeiclmet im \x'rgleich<br />

zu dem an Mooren reichen Fasta Åland. ICinzelne Arton dominieren viel liäufiger<br />

in der Pflanzcndecke.


GG A. Palmgren, Die Artenzalil als pflanzeiigeographischer Cliaraktcr<br />

im allgenieinen mehr die positiven Vorkoinninisse, besonders ungewöhnliche,<br />

aninerkt als das, was fehlt, ziinial wo es sich uni häufige Arten handelt. Das<br />

fiir die Behandlung der Frage verfiigbare Material ist daher unbedeutend.<br />

Zu der Jiohcn Artenzahl Ålands hat ganz gewiss heigetragen, dass es fiir die<br />

Mehrzahl der Arten einen giUcn ttnd teilweise recht gleichmässigen Vorratangeeigneten<br />

Siedelplätzen gibt.<br />

Die Bedctitung wechsehider Standortsverhältnisse fiir eine artenreiche Flora.<br />

Was oben iiber die Bedeiitung eines geniigenden Vorrats an geeigneten<br />

Siedelplätzen fiir die Ausbreitiing einer Art gesagt worden ist, leitet ungesiicht<br />

zii eineni anderen hiermit zusatnmenhängendenlJmstand iiber. Ichmeine<br />

die Bedeutung wechselnder Standortsverhältnisse fiir eine artenreiche Flora.<br />

Plierbei ist selbstredend nicht an das blosse Vorkommen von geeigneten<br />

Ståndorten fiir diejenigen Arten gedacht, welche Voraiissetzungen ziiui Sesshaftwerden<br />

innerhalb des Gebiets besitzen können. Das scheint eine ganz<br />

selbstverständliche Voraiissetzung zu sein.^) Ich ziele darauf, dass sich die<br />

Voraussetzungen fiir eine artenreiche Flora in dem Grade vermehren, wie das<br />

fiir eine Art geeignete Areal innerhalb des Gebietes in kleinere Flecken zersplittert,<br />

also nicht zusammenhängend ist, mit anderen Worten, wie die<br />

Natur abvvechslungsreich ist.<br />

Die Richtigkeit des Gesagten tritt auf Åland vielerorts hervor. \Vo die<br />

verschiedenen Standortstypen innerhalb eines Gebietes grössere zusammenliängende<br />

Areale einnehmen, wo es also eine kleinere Zahl vvenn auch in bezug<br />

auf die Grosse bedeutenderer Standorte desselben Typus gibt, da ist der<br />

Artenreichtum geringer als innerhalb eines gleich grossen und im iibrigen<br />

entsprechenden Gebietes, wo sich eine grössere Zersplitterung der verschiedenen<br />

Standortsareale geltend macht. Es ist begreiflicherweise nicht leicht,<br />

In niehreren Scliriften liat JACCARD die Beziehung zwischen der Artenzahl<br />

und den ökologischen Bedingungen erörtert, so z. B. 1900 (S. 130):<br />

»T,a richesse en espèces, et surtout la proportion des espèces spéciales à un seul<br />

des territoires comparés, est sensiblement proportionnée à la variété des conditions<br />

biologiques.»<br />

In der Schrift von 1902 (A) lesen wir (S. 77): »C'est presque un lieu commun<br />

d'avancer que la flore d'une région accidentée à substratum complexe est plus<br />

riche que celle d'un territoire uniforme, mais je n'aurais jamais supposé a priori<br />

qu'il existât, entre la richesse florale et la diversité biologique d'une contrée, une<br />

relation étroite, presque mathématique, ainsi que j'ai réussi à l'établir par l'étude<br />

phytostatique de quelques régions des Alpes.», sowie S. 75: »La richesse florale<br />

d'une contrée est directement proportionnelle à la diversité de ses conditions<br />

oecologiques.» (l'ngefâhr mit denselben Worten S. 79 u. 122; s. auch S. 82 u. 85).


ACTA liOTAXICA FICXXICA I, X:o I 'Jl<br />

ein Verhalten von der relativen Natur wie das hier dargelegte durch Tatsachen<br />

zu erhärten, und ich beschränkte mich darauf, diesmal nur die Aufmerksaiiikeit<br />

auf den Tatbestand zu lenken.^)<br />

Ich denke mir die Sache folgendermassen.<br />

Wo das fiir eine Art geeignete Areal in viele kleinere Stiicke zersphttert<br />

ist, da hat diese vergleichsweise gute Aussichten, einen der Plätze zu<br />

erreichen, bevor sie ganz von anderen Arten besetzt worden sind. Ein<br />

gliicklicher Zufall hat hier einen bedeutenden Spielraum. Wo hinwieder<br />

das Areal auf eine kleinere Anzahl Flächen verteilt ist, da haben die auf<br />

einer Fläche zuerst angesiedelten Arten gute Aussichten, durch vegetative<br />

Oder generative Vermehrung das ganze geeignete Terrain in Besitz zu<br />

nehnien, bevor die iibrigen Aspiranten von ihren mehr oder weniger entfernten<br />

Siedelplätzen zu dieser Fläche gelangt sind. Ich weise darauf hin,<br />

wie sich die Vegetation iiber solche weiten gleichartigen Flächen hin<br />

oft sehr einheitlich und artenarni gestaltet, trotzdem das Terrain fiir viele<br />

andere Arten, die dazu vielleicht in der Nachbarschaft andere ähnliche<br />

Flächen einnehnien, geeignet ist. — Auch insofern ist die grössere Zersplitterung<br />

der verschiedenen Standortstypen bedeutungsvoll geworden, als<br />

in grösserer Anzahl allerhand Zwischenformen zwischen diesen Typen entstanden<br />

sind, mit anderen Worten eine grössere Mannigfaltigkeit von Kombinationen<br />

mit verschiedenen Lebensbedingungen geschaffen worden ist.<br />

Ein Land mit stärker wechselnden, ich rnöchte sagen mehr mosaikartig wechselnden<br />

Naturverhälinissen als Åland giht es kaiim. Auch in dieser Hinsicht<br />

sind die Voraitssetzungen fiir eine artenreiche Flora giinstige gewesen.<br />

Den schärfsten Gegensatz zu Åland bietet in der hier berûhrten Hinsicht<br />

z. B. das österbottnische Kustengebiet. Vielleicht haben wir hier eins von<br />

den Momenten, welche die artenarme Flora des letzteren erklären. Dass die<br />

von einer artenreichen Flora entfernte Lage offenbar auch von ICinfluss gewesen<br />

ist, ist 1917, S. 629 ( = 1922 B, S. 131) hervorgehoben worden.<br />

Ks ist benierkenswert, dass die zentralereu Teile des Kirclispiels Jomala<br />

trotz des Vorliandenseins geeigneter I^okalitâten reellt viele Arten vermissen<br />

lassen, die in den uniliegenden Teilen der Landschaft melir oder minder reichlich<br />

vorkommen und auch in den Kustengegenden des Kirclispiels anzutreffen<br />

sind. Vielleicht liegt die Ursacheliierzuteilweiseiii dem Umstaiid, dass das Kirchspiel<br />

Jomala beträelitliclien Teilen nacli fiir åländische Verliältnisse relativ wenig<br />

hiigelig ist. Mögliclierweise hat auch die Tatsaclie eiiigewirkt, dass das Meer<br />

verhältnisiiiässig wenig in das fragliche Kirclispiel einschneidet und dass dies —<br />

lin Ilinblick auf das weniger bewegte Terrain — auch in vergangeiieii Zeiteii wenig<br />

der Fall gewesen ist. Fiir manche Arten sind also die Einwanderungsmöglichkeiten<br />

vielleicht imgunstigere gewesen als in angrenzcnden Teilen der Landschaft.


IV.<br />

Einige Zuge der Verteilung der Arten auf Aland und die<br />

wahrscheinlichen Ursachen dazu.<br />

Eine eingehende Kenntnis der Frequenz der Arten und der Weise ihrer Verteilung<br />

innerhalb eines bestimmten Gebietes muss in vieler Hinsicht von Interesse<br />

sein. Schon die Tatsaclie an sich fesselt den Botaniker. Die Verbreitungsverhältnisse<br />

einer Art stellen einen der Ausdriicke ilires Wesens dar.<br />

Die Feststellung dieser Verhältnisse ist fiir den Botaniker, was die Aufzeiclinung<br />

der gescliichtlichen Tatsachen fur den Historiker ist. Sie bedeutet fiir<br />

die Zukunft die Festhaltung eines Florenbildes, das sich mit der Zeit verändert.<br />

Aber das Material hat audi ein tieferes Interesse. Es fixiert in gewisseni<br />

Umfang, in welchem relativen Grad die einzelnen Arten von den herrschenden<br />

klimatischen und edaphischen Verhältnissen begiinstigt werden. Es<br />

veranschaulicht gewissermassen ihre relative Ausbreitungskapazität; also<br />

ihre relativen Stärkenverhältnisse im Kampf um den Rauni. Es muss<br />

also auch einen wertvollen Ausgangspunkt fiir die Priifung der Ausbreitungsweise,<br />

der Ausbreitungswege der einzelnen Arten, ilirer eventuellen<br />

Aussichten zu fortgesetzter Ausbreitung liefern. Wo sich eine Art an einer<br />

ihren Grenzlinien befindet, muss dies einen I^eitfaden zur Beurteilung der Ursachen<br />

ihres Aufhörens daselbst geben (siehe S. 102).<br />

Um dem oben hervorgehobenen Zweck dienen zu können, muss das Material<br />

sehr gross, planmässig gesammelt und gleichförmig sein. Wo eine Ungleichrnässigkeit<br />

in der Verbreitung notiert wird, muss sicher festgestellt sein,<br />

dass eine solche wirklich vorl:'egt, nicht bloss ein Versehen bei der Einsammlung<br />

des Materials, wie es so oft der Fall ist. Ein IMaterial, das in dieser Hinsicht<br />

recht grossen Anforderungen geniigt, besitze ich fiir die åländische Eaubwiesenvegetation<br />

und Strandvegetation. Die Zahl der aufgezeichneten Fundorte<br />

iibersteigt fiir eine beträchtliche Menge Arten 200. Auch fiir die Nadel-<br />

1) Siehe meine Studien von 1915, S. 41; 1917, S. 484-48G = 1922 B, S. 7-9;<br />

1921, S. 32.


ACTA ROTANICA FIvXXICA 1, X;o I 93<br />

waldvegetatioii liegt (1922) ein recht vollst audi ges Material vor, wiewohl<br />

nicht von deniselben Umfaiig wie fiir die viel abweclislungsreicheren<br />

I/aubwiesen. Fiir andere Formationen sind noch Ergänzungen erforderlich.<br />

Die Grundziige der \^erbreitung der Arten gehen jedocli schon aus nieinen<br />

Aufzeichniingen liervor.<br />

Unten folgt eine Durcliniusterung der Verbreitungsverliältnisse der Arten<br />

auf Åland, wobei vor allem die I^aubwiesenvegetation eingehender betrachtet<br />

werden soil.<br />

I. Glelchmässig verbreitete Arten.<br />

a. Die Lauhwiesenvegetatioii.<br />

Von den 324 Arten der Ivaubwiesenvegetation sind 142 = 43,8 % ini ganzen<br />

gleichniässig imd melir oder weniger allgemein iiber die ganze I^andschaft<br />

verbreitet. Jede dieser Arten ist ans sämtliclien Kirchspielen aufgezeichnet<br />

2) und zwar in eineni (kad, der zu der Zahl geeigneter Standorte<br />

in gleichein Verliältnis stelit. Diese Arten sind also von den in dem Gebiet<br />

herrsehenden Klima- und Standortsverhältnissen begiinstigt. Ihre Ausbreitungskapazität<br />

ist offenbar stark. Die Arten sind:<br />

Bei den Studien iiber die Laubwiesenvegetation (1915—1917) sind die<br />

Karchspiele Kunilinge und Brändö nicht beriicksichtigt worden (vgl. 1915, S. 1).<br />

^) Wie aus nieiner Studie »Die Entferuung als pflanzengeographischer Faktor»<br />

(S. 56, 71) liervorgelit, ist die Einteilung Ålands in Kirchspiele ini grossen<br />

ganzen anch geograpliisch wohl niotiviert.<br />

Es ist zu ervvälmen, da.ss es ansser den initenstehenden Arten verschiedene<br />

andere gibt, die auf Åland häufig sind und seine Vegetation charakterisieren;<br />

sie sind nicht in das Verzeichnis aufgenoninien, weil ihre Frequenz in einem<br />

oder dem anderen Gebiet geringer als in den iibrigen ist. Es sei bemerkt, dass schon<br />

meine Studie »Die Entfernung als pflanzengeographischer Faktor» (1921, S. 75)<br />

18G Arten mit Vorkommen in sämthchen Kirchspielen aufzählt. — Unter den<br />

untenstehenden Arten gibt es selbstverständhch viele verschiedene Frequenzgrade.<br />

Indes gehört es nicht zum Programni dieser Studie, hierauf einzugehen.<br />

Ich werde in einer späteren komplettierenden Beliandlung der Vegetation der<br />

Uaubwiesen zu der L'orage zuriickkehren. Eine Einteilung nach der Frequenz<br />

wird schon in meinen Uaubwiesenstudien (1915 — 1917, S 510 — 517 = 1922 B,<br />

S. 29 — 34) gegeben; sie bezieht sich jedoch nur auf die Sch aren kirchspiele Kökar,<br />

Föglö, Lemland und den Nordwestlichen Schärenarchipel und bedarf fiir<br />

die I/andschaft als Ganzes der Vervollständigimg.


11 f) A. Palmgren, Die Arteiizahl als pflanzengeograpliischer Cliarakter<br />

Arten mit gleicJmiässiger<br />

Verbreitung.<br />

J uni pe y us communis<br />

Populiis tremula<br />

Salix peniandra<br />

S. caprea<br />

S. cinerea<br />

S. aurita<br />

S. nigricans<br />

A nthoxanthum odoraiiim<br />

Milium effusum<br />

Agrostis vulgaris<br />

Aira caespitosa<br />

A. flexuosa<br />

Avena pubescens<br />

Triodia decumhens<br />

Melica nutans<br />

Briza media<br />

Cystopteris fragilis<br />

Dryopteris Filix mas<br />

Dr. spinulosa<br />

Athyrium Filix femina<br />

Polypodium vulgäre<br />

Ophioglossiim vulgatiim<br />

Botrychiiim Lunaria<br />

Allium oleracetnn<br />

Majanthemum bifolium<br />

Polygonatum odoratum<br />

Convallaria majalis<br />

Paris quadrifolia<br />

Orchis maculata<br />

Platanthera bifolia<br />

Listera ovala<br />

Rumex Acetosa<br />

R. Acetosella<br />

Stellaria graminea<br />

Corylus avellana<br />

Almis rotundifolia<br />

Ribes alpinum<br />

Sorbus Atccuparia<br />

Rubus idaeus<br />

Rosa glauca<br />

Dactylis glomerata<br />

Poa irivialis<br />

P. pratensis<br />

P. nernoralis<br />

Festuca rubra<br />

F. ovina<br />

Bromus mollis<br />

Nardus stricta<br />

Scirpus panciflorus<br />

Cerastium vulgäre<br />

C. semidecandrum<br />

Moehringia trinervia<br />

Arenaria serpyllifolia<br />

Viscaria vulgaris<br />

Site ne mit an s<br />

Dian/hus deltoides<br />

Ranunculus auricomus<br />

R. acris<br />

R. polyanthemns<br />

R. bulbosus<br />

Draba verna<br />

Stenophragma thalianum<br />

Arabis hirsuta<br />

Sedum maximum<br />

S. album<br />

S. acre<br />

Rubus saxatilis<br />

Rosa canina<br />

R. coriifolia /j<br />

R. mollis V<br />

Prunus Pa dll s<br />

Rhammis cathartica<br />

Fraxinus excelsior<br />

Carex muricata (coll.;<br />

C. leporina<br />

C. Goodenowii<br />

C. pilulifera<br />

C. pallescens<br />

C. panicea<br />

Luzula pilosa<br />

L. campestris<br />

L. multiflora<br />

Fragaria vesca<br />

Potentilla argentea<br />

P. verna<br />

P. erecta<br />

Geum urbanum<br />

G. rivale<br />

Filipendula Uimaria<br />

F. hexapetala<br />

Agrimonia Eupatoria<br />

Tri f oli uni repens<br />

Tr. arven se<br />

Tr. pratense<br />

Tr. medium<br />

Vicia (etrasperma<br />

V. Cracca<br />

Lathyrus pratensis<br />

Geranium sangriineum<br />

G. silvaticuni<br />

1) In cleni uiiteiisteheiulen Verzeichiiis sincl aucli eiiiige Arten entlialten,<br />

die im Schärenarchipel etwas häufiger sind als auf Fasta Aland. Davon abgesehen<br />

ist ilire Verbreitung gleichmässig. — Zieht man aneli die Kirelispiele Kunilinge<br />

und Brändö in Betracht, so fallen die vmten genannten Arten weg:<br />

Salix pentandra<br />

S. cinerea<br />

S. nigricans<br />

Rosa glauca?<br />

Athyrium Filix femina<br />

Listera ovata<br />

Sedum album<br />

Trifolium arvense<br />

Vicia tetrasperyna<br />

Polygala vulgaris<br />

Primula farinosa


ACTA BOTANICA FIvXXICA 1, X:o I 95<br />

Linum cathariicum<br />

Poly gala vulgaris<br />

Hypericum quadrangiil.<br />

Viola Riviniana<br />

V. canina<br />

Chamaenerium angustifol.<br />

Anthrisciis silvestvis<br />

Carum Carvi<br />

Pimpinella Saxifraga<br />

A ngelica silvestris<br />

Heracleum sibiricum<br />

Callima vulgaris<br />

Primula veris<br />

P. farinosa<br />

Lysimachia vulgaris<br />

Trientalis europaea<br />

Myosotis arvensis<br />

M. collina<br />

M. micranlha<br />

Prunella vulgaris<br />

Veronica serpyllifolia<br />

V. arvensis<br />

V. veryia<br />

V. Chamaedrys<br />

V. officinalis<br />

Melampyrum pratense<br />

M. silvaiicum<br />

Euphrasia officinalis<br />

Rliinanthus minor<br />

Planlago lanceolata<br />

Galium uliginosum<br />

G. boreale<br />

G. verum<br />

Campanula rotundifolia<br />

C. persicifolia<br />

Erigeron acris<br />

Antennaria dioica<br />

Achillea Millefolium<br />

Chrysanthemum Leucanth,<br />

Tanacetum vulgäre<br />

Centaurea Jacea<br />

Hieraciitm Pilosella<br />

Unter den obigen Arten kommen Bäume, Sträucher, Gräser unci Kräuter<br />

vor. Ks finden sich darunter Arten mit den verschiedensten Ausbreitungsweisen.<br />

Eine fesselnde Aufgabe wäre es, die Biologie dieser Arten näher zu<br />

erforsclien, um herauszufinden, weshalb gerade sie eine so grosse und so gleichniässige<br />

Verbreitung haben. Das Verhalten ist naturgemäss sehr kompliziert.<br />

Ganz sicher wird man fiir manche Arten eine sehr schnelle Ausbreitung als<br />

Ursache feststellen, also gute Aussichten, friihzeitig an einen disponiblen Siedelplatz<br />

zu gelangen, in anderen Fällen vielleicht eine geringere Schnelligkeit,<br />

aber grosse Möglichkeiten, in Konkurrenz mit anderen Arten Fuss zu<br />

fassen und sich zu behaupten. Dieses Problem muss ich fiir einen späteren<br />

Aufsatz ruhen lassen. Es sind die ungleichmässig verbreiteten Arten, die<br />

uns diesmal zunächst interessieren. Diese sind es, die Exponenten fiir das<br />

Wirken der pflanzengeographischen Faktoren darstellen.<br />

Von den oben aufgefiihrten Arten sind die meisten solche, die iiberhaupt<br />

in nahe gelegenen Gebieten mit den auf Åland herrschenden klimatischen<br />

Verhältnissen mehr oder weniger allgemein verbreitet sind. Sie ziehen begreiflicherweise<br />

weniger das Intéressé auf sich. Desto benierkenswerter ist<br />

es dagegen, dass Aland unter seinen am meisten und gleichmässigsten verbreiteten<br />

Arten mehrere zählt, die sich nur mit geringer Frequenz bis zum<br />

Festland erstrecken. Solche Arten sind: Rosa canina, Rkanmus cathartica,<br />

Fraxinus excelsior, Filipendtila hexapetala, Cerastium semidecandrum. Ranunculus<br />

bulhosus, Arabis hirsuta, Sediim album, Agrinionia Eupatoria, Geranium<br />

sanguineum, Polygala vulgaris. Primula farinosa.<br />

Um Missverständnissen vorzubeugen, muss hier noch ausdriicklich betont<br />

werden, dass hier oben nur Arten aufgezählt worden, die in dem ganzen Gebiet<br />

gleichniässig verbreitet sind. Zu den verbreiteteren Arten Ålands gehören


100 A. Palmgren, Die Arteiizalil als pflanzengeograplii.scher Char akter<br />

feriier eine bedeiitende Anzalil siidliche I'Ueniente. Sie sind iiidit in das<br />

Verzeichnis S. 94 aufgenommen, weil ilire Verbreitnng nicht in alien Teilen der<br />

Landschaft völlig gleichniässig ist (vgl. Fussnote S. 93). Solche Arten sind:<br />

Sorbiis jennica, Ruhus caesins, Sesleria coerulea, Carex pidicaris, Orchis<br />

sambucinns, Platanthera montana, Cardamine hirsuta, Saxifraga graniilata,<br />

Patentilla reptans, Helianthermim Chamaecistus, Cynanchum vincetoxicum,<br />

Clinopodinm vulgäre. Origanum vulgäre, Melampyriim cristatiirn. — Auch<br />

seien beispielsweise folgende Arten angemerkt, die zwar an melireren Stellen<br />

in Siidfinnland angetroffen werden, aber doch nicht annähernd mit derselben<br />

Frequenz und Dichtigkeit \vie auf Åland: Rosa glauca, R. coriifolia, R.<br />

mollis, Briza medta, Bromus mollis, Luziila campestris. Allium oleraceum,<br />

Trifolium arvense, Primula veris, Myosotis collina, Plantago lanceolata.<br />

b. Der Nadelwald.<br />

]vs ist nicht möglich, fiir die Nadelwälder Zahlen mitzuteilen, die den fur<br />

die lyaubwlesenvegetation gegebenen völlig entsprechen. Nadelwald fehlt<br />

in Kökar und ist in Sottunga und Föglö wesentlich auf mehr oder weniger<br />

felsige Böden beschränkt. Das Nadelwaldareal ist auch in den beiden letztgenannten<br />

Kirchspielen erheblich kleiner als in den iibrigen. Die Zalil der<br />

gleichmässig verbreiteten Arten (von Kökar abgesehen) ist daher gleichfalls<br />

geringer, als es augenscheinlich der Fall wäre, wenn sich Sottunga und Föglö<br />

in jeder Hinsicht mit den iibrigen Kirchspielen vergleichen liessen.<br />

In sämtHchen Kirchspielen (mit Ausnahme von Kökar) kommen recht<br />

gleichmässig verteilt folgende 19 von den auf 58 fixierten Arten des Nadelwalds<br />

vor (die mit eineni Sternchen versehenen sind schon als gleichmässig<br />

verbreitet in der Ivaubwiesenvegetation beriicksichtigt):<br />

Pinus silvestris *Aira flexuosa Listera cordata<br />

Picea Abies *Luznla pilosa *Rumex Acetosella<br />

*Jiiniperus communis * Viola Riviniana<br />

Dryopteris Phegopleris Pyrola unifiera<br />

Evipetrum nigrum Dr. Linneana *Trientalis europaea<br />

Vaccinium vitis idaea Pteridium aquiliniim Linnaea borealis<br />

V. Myrtillus *Majanthemum bifoliuni<br />

*Cailuna vulgaris<br />

1) Bei den Studien iiber die Vegetation der Nadelwälder sind (1922 A) Kunilinge<br />

und Brandö nicht beriicksichtigt worden. In Brandö komnit Nadelwald<br />

iiur auf einigen Inseln im nördlichsten Teil des Kirchspiels vor; in Kumlinge<br />

ist er (in Form von Kiefernwald) wesentlich auf felsiges Gelände beschränkt.


ACTA BOTAXICA FIvNNICiV 1, X:o I 97<br />

Von den obigen Arten kommen alle ausser Pyrola uniflora unci Liniiaea<br />

borealis auch in dem lyaubwiesengebiet Kökar vor.<br />

1st es schon schwierig, fiir die I^lora der Nadelwälder nacli denselben Grundsätzen<br />

wie fiir die Laubwiesenvegetation ein Verzeichnis iiber die wirklich<br />

gleichmässig verbreiteten Arten aufzustellen, so ist dies ähnlich mit der Flora<br />

der Ufer, IMoore und Seen der Fall. Das Vorkommen geeigneter Standorte<br />

ist nämlich fiir manche hierhergeliörigen Arten erheblich ungleichmässiger<br />

als fiir die Laubwiesenvegetation. Ich sehe daher auch von einem diesbeziiglichen<br />

Versuch ab.<br />

2. Nach Osten zu abnehmendc Frequenz; die Entfernung als wirksamcr Faktor.<br />

Wie oben ersichtlich geworden ist, zeigt annähernd die Hälfte von den<br />

Arten der Laubwiesenvegetation auf Åland eine gleichmässige und allgemeine<br />

Verbreitung. Fiir die iibrigen ist in einer oder der anderen Hinsicht eine<br />

Ungleichniässigkeit zu notieren.<br />

Bei einer beträchtlichen Anzahl von diesen, zunächst solchen von mehr<br />

siidländischem Gepräge, ergibt sich als gemeinsanier und bemerkenswerter<br />

Zug eine von Westen nach Osten abnehmende Frequenz, ein Verhalten, das<br />

fiir manche in einem vollständigen Aufhören schon eine kiirzere oder längere<br />

Strecke vor der Ostgrenze der Landschaft resultiert. T)ie.ser schon friiher (S.<br />

28 und 57) beriihrte Umstand ist Gegenstand und Ausgangspunkt meiner<br />

Studie »Die Entfernung als pflanzengeograph'scher Faktor-), 1921 gewesen,<br />

auf welche ich hier verweise. Der Sachverhalt sei an dieser Stelle nur mit<br />

einigen Worten beriicksichtigt.<br />

Diese nach Osten abnehmendc Frequenz kann kaum mit veränderten<br />

klimatischen Verhältnissen und auch nicht in erwähnenswertem Grad<br />

mit veränderten Standortsverhältnissen in Verbindung gebracht werden.<br />

Von den östlichen Kirchspielen weisen Föglö, Sottunga, Kökar und ganz besonders<br />

Kumliîige und Brandö eine sehr reich entwickelte Ivaubwiesenvegetation<br />

mit, wie es scheint, allén ]\Iöglichkeiten einer artcnreichen Flora auf.<br />

Sie bieten in dieser Hinsicht ebenso giinstige, teilweise giinstigere Bedingungen<br />

als im Durchschnitt die westlichen Kirchspiele. Die östlichen Kirch-<br />

Ivs sei hier bemerkt, dass das Areal der lyaubwiesenvegetation in den geiiannten<br />

Kirchspielen auf alle Fälle bcdeutender ist als in dem Kirchspiel I^emlaud,<br />

welches nebst Jomala die grösste Artenzahl aufweist. lyaubwiesenvegetation<br />

ist in Lemland vor allom in dem westlichen Schärenarchipel zu finden; nur<br />

dieser Archipel nebst der Westkiiste ist vom Verf. unter der Rubrik I^emland<br />

beriicksichtigt worden. Wie ans des Verf, Studie von 1921 (S. 41) hervorgeht,<br />

•sind die Kirchspiele Saltvik und Sund infolge ihrer starken Bodenkultur nicht<br />

ganz mit den iibrigen Kirchspielen vergleichbar.


98 A. Palmgren, Die Arteiizalil als pflaiizengeograpliischer Charakter<br />

spiele zeigeii auch eine ganze Reihe Repräsentanten der sûdlicheren Arten<br />

Ålands sowie von Arten mit Anspriichen an kalkhaltigen Boden, die auf Aland<br />

ein so hervorstechendes Element bilden, ohne dass irgendetwas in ihrem Auftreten<br />

darauf deutet, dass sie hier nicht vollständig zuhause wären. Vielnielir<br />

scheint die ostvvärts abnehniende Frequenz mit der ständig zunehmenden<br />

Kntfernung von eineni westlichen Aiisbreitnngszentrum in Zusamnienhang<br />

gebracht werden zu niiissen. Die westlichen Kirchspiele haben zweifelsohne<br />

die grössten Aussichten, die von Westen kommenden Arten aufzunehmen.<br />

Dagegen scheinen die Möglichkeiien, weiter ostwärts durch den<br />

Schärenarchipel und iiher Fasta Åland zu wandern, mit der gesteigerten Ent~<br />

fernung uncrwartet schnell abztinehmen, ohwohl sich giinstige Siedelplätze bieten.<br />

Die Entfernung äussert sich also hier als stark wirksamer pflanzengeographischer<br />

Faktor.<br />

Ihre Starke tritt unter anderem darin scharf hervor, dass man in ihren<br />

Wirkungen (einer ostwärts abnehmenden Artenzahl) eine Basis fiir eine pflanzengeographische<br />

Einteihing Ålands findet (vgl. 1921, Kap. IV, u. a. S. 70<br />

-71).<br />

Die ostwärts abnehmende Frequenz erhält einen sehr anschaulichen Ausdruck<br />

in der Artenzahl der Kirchspiele, die sich fiir diese sukzessiv nach Osten<br />

zu verniindert. Ich bin denn auch in nieiner vorerwähnten Studie gerade von<br />

diesen Zahlen ausgegangen. Diese Zahlen spiegeln jedoch natiirlicherweise<br />

in keiner Weise die wirkliche Abnahme der Frequenz wieder, da ja eine Art<br />

fiir ein Kirchspiel ohne Riicksicht darauf aufgenommen worden ist, ob sie<br />

an einer oder an einer Unmenge von Ivokalitäten auftritt (vgl. 1921, S. 89).<br />

Ein wirkliches Bild von der abnehmenden Frequenz gewinnt man erst bei<br />

der Durchnmsterung von \''erbreitungskarten der einzelnen Arten. Eine<br />

solche Betrachtung lehrt, dass in der IMehrzahl der Fälle die ganze 1'requenz,<br />

die Zahl der Fundorte mit anderen Worten, man könnte sägen die<br />

Gesamtzahl der Individuen, sukzessiv nach Osten hin abnimnit. (Ich verweise<br />

auf die Darstellung 1921, S. 89—94; hier wird die Verbreitung zahlreicher<br />

Arten auf Åland durchgemustert.) Der Sachverhalt, dass sich die Frequenz<br />

wirklich nach Osten verniindert, wird also durchaus nicht erschixttert, wenn<br />

durch fortgesetzte Untersuchungen infolge einzelner neuer Fundorte eine<br />

oder die andere Art zu der Artensumme eines Kirchspiels hinzukonimen und<br />

somit die Differenzen in den Zahlen fiir die einzelnen Kirchspiele sich reduzieren<br />

sollten (siehe Fussnote S. 29).<br />

Meine Untersuchung »Die Entfernung als pflanzengeographischer Faktor»<br />

baute auf Studien in dem åländischen Schärenarchipel, doch mit Ausnahme<br />

der zwei östlichsten Kirchspiele Kumlinge und Brändö. Fiir diese


ACTA BOTAXICA FlvXNICA I, X:c) I 99<br />

konnte ich niicli niir auf eine Studie von BERGROTH aus dem Jahre 1894 stiitzen.<br />

Ini Sommer 1923 war es mir indes möglich, die Untersuchiingen auch<br />

aiif die genannten Kirchspiele auszudehnen. Sie bestätigen vollauf itnd mit<br />

Nachdriick die Richtigkeit der Schliisse iiber die Kntfernung als pflanzengeographischen<br />

Faktor, zu denen ich gekommen war. Die Artenzahl, die<br />

sukzessiv ostwärts auf Åland abgenommen hat, zeigt eine weitere Verminderung<br />

fiir das jenseits des Delet gelegene Kunilinge sowie noch mehr fiir das<br />

nordöstlich davon, jenseits des Lappvesi gelegene Brändö (vgl. S. 29). Und<br />

diese Verminderung macht sich geltend, trotzdem beide Kirchspiele in reichlicher<br />

Menge und in iippiger Gestalt Ivaubwiesenvegetation aufweisen. Ganz<br />

besonders gilt dies von Brändö, das das laubwiesenreichste von alien åländischen<br />

Kirchspielen ist. Beide Kirchspiele nelinien ferner ein sehr ausgedehntes<br />

Areal ein. Die Vorbedingungen einer artenreichen Flora ersclieinen mithin<br />

fiir sie in mehreren Hinsichten sehr gross, jedenfalls ebenso gross wie fur<br />

die westlichen Kirchspiele. Nur die geographische Lage ist unvorteilhaft.<br />

Die Entferniing als pjlanzengeographischer Faktor hat der Flora von Kumlinge<br />

und Brändö ungeahnt stark ihren Siempel aufgedrilckt.<br />

Fiir die unten genannten Arten der Laubwiesenvegetation ist eine ostwärts<br />

abnehmende Frequenz zu verzeichnen:<br />

Taxus baccata<br />

Almis incana<br />

Qtiercns robiir<br />

Ulmns scabra<br />

Cotoneaster integerrima<br />

Pyr us M alus<br />

Sorbus fenfiica<br />

S. suecica<br />

Mespilus monogyna<br />

M. cîirvisepala<br />

Riibus caesius<br />

Rosa tomentosa<br />

Prunus spinosa<br />

Acer platanoides<br />

Lonicera Xylosteum<br />

Phleuni Boehmeri<br />

A vena pratensis<br />

Sesleria coerulea<br />

Malinia coerulea<br />

Poa compressa<br />

Brachypodiuni pinnatuni<br />

Brachypodium<br />

Carex dioica<br />

C. pulicaris<br />

C. ornithopus<br />

C. digit at a<br />

C. caryophyllea<br />

silvaticum<br />

Carex glauca<br />

C. jlava<br />

C. Hornschuchiana<br />

C. capillaris<br />

C. hirla<br />

Selaginella ciliata<br />

Gagea hiiea<br />

G. minima<br />

Fritillaria Meleagris<br />

Polygonum multiflorum<br />

Cypripedium calceolus<br />

Ophrys muscifera<br />

Orchis rnascula<br />

Herminium monorchis<br />

Coeloglossum viride<br />

Gymnadenia coriopsea<br />

Orchis incarnata<br />

Cephalanthera longifolia<br />

Epipactis pahistris<br />

E. latifolia<br />

Neottia nidus avis<br />

Corallorrhiza Neottia<br />

Polygonum viviparum<br />

Stellaria Holostea<br />

Cerastium glutinosum<br />

Actaea spicata<br />

Anemone nemorosa<br />

Anemone ranunculoides<br />

Raminculus Ficaria<br />

Dentaria bulbifera<br />

Draba muralis<br />

Dr. incana<br />

Seditm sexangulare<br />

S. rupestre<br />

Saxifraga tridactylites<br />

S. granulata<br />

Fragria viridis<br />

Patentilla minor


100 A. Palmgren, Die Arteiizahl als pflaiizcngeograpliisclier Charakter<br />

Patentilla reptans<br />

Alcheynilla pubescens<br />

A . plicata<br />

A. pastoralis<br />

A griynonia odorata<br />

Medicago hip ulina<br />

Tri f oli urn montaniim<br />

A nthyllis Viilneraria<br />

Lotus corniculatus<br />

Vicia lathyroides<br />

V. silvatica<br />

V. sepimn<br />

Lathyrus palustris<br />

L. vermis<br />

Geranium molle<br />

G. disse etuni<br />

G. coliimbinum<br />

G. liicidmn<br />

OXalis Acetosella<br />

Poly gai a amarella<br />

Mercxirialis perennis<br />

Helianthemiim Chamaecistus<br />

Viola mirabilis<br />

V. rupestris<br />

V. stagnina<br />

Epilobium montanum<br />

Sanicula curopaea<br />

Athamanta Libanotis<br />

L a ser piti u m la ti folium<br />

A ndrosace septenlrionalis<br />

Gentiana *siiecica<br />

G. ttliginosa<br />

G. * lingul ala<br />

Glechoma hederacea<br />

Stachys silvatica<br />

Calaminiha Acinos<br />

Linaria vulgaris<br />

Veronica spicata<br />

Melampyrum nemorosiim<br />

I^athraea Squamaria<br />

Pinguicula vulgaris<br />

Asperiila odorata<br />

Galium Aparine<br />

Adoxa Moschatellina<br />

Knautia arvensis<br />

Campamila Trachelium<br />

C. latifolia<br />

Solidago virgaiirea<br />

Carlina vulgaris<br />

Cirsium heterophylltim<br />

Centaiirea Scabiosa<br />

Hypochaeris maculata<br />

Crépis praemorsa<br />

Cr. paludosa<br />

Ivs ist von Interesse, auf \'erbreitungskarten nachzusehen, in weldieni<br />

Grade die einzelnen Arten nach Osten zu an Freqiienz abnehmen. Ich kann<br />

jedoch hier nicht auf Details eingehen, sondern darf fur einzelne Arten auf<br />

die Darstellung S. 74—94 in meiner Studie »Die Entfernung als pflanzengeographischer<br />

Faktor>> hinweisen. Die östlichen Orenzlinien sind hier fiir eine<br />

ganze Anzahl der Arten ersichtlich; fiir verschiedene wird auch die ungefähre<br />

Frequenz in verschiedenen Teilen der Landschaft angegeben.<br />

Wie fiir die Laubwiesenvegetation ist auch fiir die Nadelwaldvegetation<br />

eine Abnahnie der Frequenz nach Osten hin bei mehreren Arten zu notieren.<br />

Der Grund ist offenbar derselbe (vgl. Verf., Zur Kenntnis des Florencharakters<br />

des Nadelwaldes, 1922). Ks seien folgende Arten genannt (diejenigen<br />

Arten des Nadelwalds, die auch der Laubwiesenvegetation angehören<br />

und in dieser Hinsicht schon besprochen worden sind, bleiben hier unberiicksichtigt):<br />

Daphne Mczereiim, Blcchnum Spicant, Equisetiim hiemale und<br />

C h imaphila unihellata.<br />

Auch unter den Arten der Ufervegetation ist eine Abnahme der Frequenz<br />

nach Osten hin zu bemerken. Dies ist der Fall mit: Scirpiis rufus, Carexarenaria,<br />

C. extensa, C. distans, Salsola Kali, Cochlearia danica. Erysimum hieractifolitm,<br />

Trijolium fragifenim, Selinum carvifolia, Samolus Valerandi, Mentha<br />

litoralis, ValerianeUa olitoria.


ACTA BOTAXICA FENNICA I, N:o I KM<br />

Alls der obigen Darstelliing ist liervorgegaiigen, (lass verschiedene Arten<br />

aiif Åland eine kiirzere oder längere Strecke vor der Ostgrenze der Landschaft<br />

aiifhören, ohne dass dies seinen Grund in Aiisbreitungsschranken dieser oder<br />

jener Art hat. Ks ist einem Detailstiidiiini der Flora gelungen, die Natur<br />

dieser lyinien als durch die Entfcrnnng bestimnit festzustellen und daniit<br />

die meist sehr schw.'erige Frage nach deni Orund des Aufhörens einer Art<br />

zu lösen. Wir können hier einen wertvollen Exponenten fur die Bedeutung<br />

einer extremen Detailforschung bezuglich des Vorkommens der Arten verzeichnen;<br />

ohne ein solches Studium hätten dièse Grenzen nicht ihre Krklärung<br />

gefunden.^)<br />

Eine Grenze von der in Rede stehenden Natur wollen wir vorschlagsweise<br />

Iintfernuni^sgyenze nennen.<br />

Man darf selbstverständlich die Möglichkeit nicht ausser acht lassen, dass<br />

sich eine oder mehrere dieser östlichen Grenzlinien in der Zukunft einmal<br />

weiter nach Osten verschoben zeigen werden. Vielmehr scheint dies in Anbetracht<br />

des recht geringen geologischen Alters des åländischen Schärenarchipels<br />

und des sukzessiven Gewinns von neuem Land (durch die säkulare<br />

Landhebung) durchaus wahrscheinlich, wenn man damit audi nicht wie mit<br />

etwas Sicherem rechnen kann. Diese »Ent/ernungsgrenzemy wiirden diesfalls<br />

audi den Charakter von temporären Altersgrenzen besitzen. Mit Altersgrenze<br />

bezeichne ich dabei eine Grenze, welche dadurch bedingt ist, dass fiir die<br />

Art noch nicht die nötige Zeit zur Verfûgung gestanden hat, um iiber die<br />

vorhandene Grenzhnie vorzudringen. Dies ist ja andererseits oft gerade eine<br />

Folge davon, dass die Entfernung zu gross gewesen ist, als dass sie in der<br />

vorhandenen Zeit hätte iiberschritten werden können. Mit anderen Worten:<br />

die Begriffe »Entfernungsgrenze» und »Altersgrenze» werden sich in manchen<br />

Fallen decken.<br />

Ivs sdieint niir nicht unangebracht, zur weilertn Sliitze fiir das Gesagte<br />

hier auf eine Äusseruiig von DRUDE hinzuweisen, welche, wenn sie auch ans<br />

dem Jahre 1890 (S. 104) staniint, dcch noch ihre Giiltigkeit haben diirfte.<br />

»Es ist kaum niögUch, hier im einzelnen zu verfolgen, welcher einzelne Zug<br />

oder welche mit einander in \'erbindung tretenden Ziige von Wirkungen der<br />

Beleuclitung, der Wärme, der Boden- und Luftfeuclitigkeit nnter steter Beriicksichtigung<br />

der physischen Eigenschaften des Substrates und der besonderen<br />

Standortsverliältnisse Vegetationslinien veranlassen können; bei der Möglichkeit<br />

unglaublich zahlreicher Abänderungen in den Ursaclien mussen wir be<br />

kennen, dass es meistens recht schwierig ist, den wahren Grund einer thatsächlich<br />

beobachteten reinen Vegetationshnie zu ermittehi. ICs ist dies zwar eine<br />

hohe Aufgabe der wissenschaftlichen Floristik, aber wenig Arbeiten zu ihrer<br />

Lösung sind audi noch in den am besten untersuchten mitteleuropäischen Floren<br />

unternommen, wenige Untersuchungen von Pflanzengeographen angestellt.»


102 A. Palmgren, Die Arteiizahl als pflaiizcngeograpliisclier Charakter<br />

Arien an ihren<br />

Grenzlinien.<br />

Ks wurde envähnt (S. 98), dass die Arten, die an Frequenz nach deni östlichen<br />

Åland hin abnehnien oder dort ganz aiifhören, an ihren östliclien Siedelplätzen<br />

in einer Weise anftreten, die in keiner Hinsicht darauf dentet,<br />

dass sie daselbst nicht völlig zuliause wären. Zur Ergänzung des Gesagten<br />

sei betont, dass diese Standorte auch in keiner Hinsicht von besonders auffälHger<br />

oder giinstiger Natur sind. Die Pflanzen erscheinen hier unter anscheinend<br />

ganz ähnlichen Verliältnissen wie im westlichen Åland. Dieses Verhalten<br />

spricht fiir nieine Auffassung, dass die abnelimende Frequenz nicht<br />

auf weniger gunstigen Ivcbensbedingungen beruht. \Vo eine Art aufgrund<br />

ungiinstiger Kliniaverhältnisse aufhört, pflegt sie ja nach ihrer Grenzlinie<br />

hin in bezug auf den Ståndort sehr wählerisch zu sein. Bel GRAEBNER finden<br />

wir dieses Verhalten prägnant fornuiliert mit den Worten (lyehrbuch der<br />

allgemeinen Pflanzengeographie nach entwickelungsgeschichtlichen und ph}'-<br />

siologisch-ökologischen Gesichtspunkten, 1910, S. 67):<br />

»Bei den weitverbreiteten bezw. in eineni Telle liäufigen Pflanzen der Kbene<br />

kaiui man hier wie natiirlich auch iiberall anderswo auf der Erde unter gleicheii<br />

Verhältuissen die Beobachtung machen, dass sich meist sehr deutlich ein Ge<br />

biet der kompakten Verbreitiing, in dem die Pflanze anscheinend ihre giuistigsten<br />

klimatischen Bedingungen findet, von einem mehr oder weniger breiten unigebenden<br />

»Streifen nnterscheiden lässt, in dem die Pflanze zwar vorkommt oder<br />

nur an sehr zerstreuten Ståndorten zu finden ist. Im Gebiete der kompakteii<br />

Verbreitung sieht man die betr. Art an recht verschiedenartigen Lokalitäten,<br />

an Ståndorten verschiedenen Feuchtigkeits-, Belichtimgsgrades usw. auftreten,<br />

während sie je mehr man sich von der Grenze der kompakten Verbreitung der<br />

absohiten Verhreitungsgrenze nähert, immer mehr an ganz bestimmte vStaudorte<br />

mit ilir ganz besonders zusagenden Vegetationsbedingungen gebundeti<br />

erscheint.»<br />

Was hier angefiihrt worden ist, diirfte uns ermöglichen, in der x\rt des<br />

Auftretens einer Art an ihrer Grenze einen Iveitfaden fiir die Rntscheidung<br />

der Frage nach der Natur der Grenze zu finden:<br />

1. Wo eine Art in ihrem Vordringen von ungiinstigen klimatischen<br />

Verhältnissen gehemmt wird, wird sie in ihrem Auftreten immer spärlicher<br />

und in der Wahl der Lokalität immer anspruchsvoller; nur die giinstigsten<br />

Standorte können der Art Fortdauer gewährleisten. — Von ungefähr<br />

derselben Natur ist offenbar eine Grenze, die durch verschlechterte klimatisclie<br />

Verhältnisse zuriickgedriickt wird. Die immer dunner gesäten Siedelplätze<br />

sind im ersteren Fall Vorposten, im letzteren Reliktlokali-


ACTA BOTAXICA FICXXICA I. Xio I 103<br />

täten. Im letzteren Fall liat man an der einzelnen lyokalität vielleicht<br />

aiich andere Relikte derselben Formation zn ervvarten. Im ersteren Fall<br />

erscheint ein isoliertes Auftreten natiirlich.<br />

2. Wo eine Grenze durch die wachsende Entfernung von einem Ausbrei-<br />

Utiigszenlmm hedingt ist, werdcn die Fundplätzc ehenfalls immer spärlicher,<br />

aber sie sind — nach den Verhältnissen auf Åland zn nrteilen — nicht von<br />

hemerkenswertey Natur. Derart ist die Grenze, wo die Art in fortgesetztem<br />

\''orriicken begriffen ist. Derart ist sie offenbar aiich, wo das Vordringen zeitweilig<br />

aufgehört hat. Allerdings ist die Möglichkeit nicht aiisgeschlossen,<br />

dass sich die Zahl der Fundorte an der gegenwärtigen Grenze in der Zukunft<br />

vermehrt; in diesem Fall wird die Grenze jedoch offenbar gleichzeitig durch<br />

wiederum zerstreute Vorposten vorwärts verschoben, so dass ihr Charakter<br />

also unverändert bleibt. Wenn die Vegetation innerhalb eines Gebietes ein gewisses<br />

Gleichgewicht erreicht hat und sich kein neuer Boden darbietet, ist<br />

dies jedoch offenbar meistens nicht der Fall. Ein undichtes Auftreten nach<br />

der Grenzlinie hin ist augenscheinlich die natiirliche Form des Vorkoramens<br />

fiir eine vordringende Art und bleibt es, wenn die vorriickende Front erstarrt<br />

ist.<br />

3. Nur wo eine Art eine Grenze in einem wirklich schroffen geographischen<br />

Hindernis (Bergketten, Wiisten, Meere, ) gefunden hat, diirfte zu<br />

erwarten sein, dass sie an der Grenze mit derselben Starke wie in dem sonstigen<br />

Verbreitungsgebiet auftritt. DRUDE sagt (1890, S. 102): »Die geographischen<br />

Schranken begriinden sich auf die Unbewohnbarkeit bestimmter Teile<br />

der Erde fiir ganze Vegetationsklassen; die Ivebensbedingungsschranken begriinden<br />

sich auf die Modifikationen im Zusammenwirken von Klima, Boden<br />

und Konkurrenz der Organismen, welche einen allmählichen Wechsel der Arten<br />

herbeifiihren; erstere bewirken daher gewöhnlich scharfe Grenzlinien,<br />

letztere lassen die Iviicken im Wohngebiet einer Art grosser und grosser werden<br />

bis zum völligen Verschwinden.»<br />

Ich werde weiter unten bei der Besprechung der seltenen Arten noch einmal<br />

vor die Frage nach den Arten an ihren Grenzen gestellt sein und verweise<br />

auf die Darstellung daselbst (S. 123).<br />

DIEIVS sclireibt (I'Jiy, S. 15): »Zahlreiche Pflanzen zeigcn gegen die Grenzen<br />

des absolnten Areales eine unverkennbare Auflockerung ihres Bestandes.<br />

In noch fortgeschritteneren Fallen ist die eigentliche Arealgrenze .sogar gesäumt<br />

von weit entlegenen Vorposten oder Exklaven. Solche beruhen entweder auf<br />

sprunghafter Vorschiebung des Areales, oder sie bezeichnen als letzte Uberbleibsel,<br />

Relikte, den Riickzug der Hauptmacht der Art. — — — — —»


104 A. Palmgren, Die Arteiizalil als pflanzengeograplii.scher Char akter<br />

In einer 1922 erschienenen Schrift (La chorologie sélective et sa signification<br />

pour la sociologie végétale) maclit JACCARD (S. 99—101) geltend,<br />

class die Abnahnie der Artenzahl ostwärts auf Åland, die in meiner<br />

oben berûhrten Studie von 1921 »Die Kntfernung als pflanzengeographischer<br />

l'aktor» hervorgehoben und auch in der vorliegenden Sclirift beachtet worden<br />

ist, durchaus nicht, wie ich auseinandergesetzt habe, mit dem von einem angenommenen<br />

Ausbreitungszentnim in Schweden nacli Osten zu anwachsenden<br />

Abstand in Zusammenhang gebracht werden könne, vielmehr sei dieselbe<br />

»déterminée directement par l'amoindrissement qui se manifeste de l'Ouest<br />

à riîst dans la diversité des conditions écologiques, cette diversité moindre<br />

étant la conséquence du morcellement plus considérable de la surface utile<br />

offerte à la végétation, ce qui réduit son étendue et accentue son isolements<br />

— Jaccard setzt hinzu:<br />

»Si la position respective des îles d'Aland, par rapport à la côte suédoise,<br />

était l'inverse de ce qu'elle est, la partie occidentale, plus massive, étant à<br />

l'Est, et la portion plus morcelée à l'Ouest, au voisinage de la côte suédoise,<br />

toutes les autres conditions restant semblables, je suis persuadé que la diminution<br />

de la richesse florale s'observerait de l'Est à l'Ouest, et non de l'Ouest à l'Est.»<br />

Der Einwand wird von Jaccard mit ûberraschender Siclierheit gemacht,<br />

aber seine Argunientierung scheint mir nicht genûgend begriindet zu sein.<br />

Ivs seien folgende Umstände hervorgehoben.<br />

Jaccard hat erstens nicht beachtet, dass meine Studie von 1921, wie in<br />

derselben ausdrûcklich bemerkt wird, sich nicht auf sänitliche Arten Ålands,<br />

sondem nur auf die der sog. Laubwiesengebiete, also nur auf etwa die Hälfte<br />

(324) der ungefähr 650 urspriinglichen Arten Ålands stiitzt. Infolgedessen<br />

wird u. a. folgende Bemerkung (1922, S. 99) hinfällig:<br />

»Un coup d'oeil jeté sur la carte jointe au mémoire de P., montre que les<br />

portions sud-ouest de l'archipel sont beaucoup plus »massives», moins déchiquetées,<br />

et qu'elles possèdent, au point de vue de la végétation, une surface<br />

utile plus considérable que les portions orientales; par rapport à ces dernières,<br />

elles sont plus »continentales», si j'ose dire, moins »isolées», et les conditions<br />

qu'elles offrent à la végétation sont plus variées.»<br />

Ein Blick auf die Karte verrat nichts iiber die Lage und Grosse der Laubwiesengebiete,<br />

denn sie sind daselbst nicht angegeben. Wären sie aber eingetragen,<br />

so fände man, dass sie in den östlichen iCirchspielen im allgemeinen ein<br />

ebenso grosses, teilweise ein grösseres Areal als in den westlichen einnehnien;<br />

sie sind hier femer wesentlich in gleich grosser Zahl vorhanden und sind nicht<br />

in höherem Grade voneinander isoliert (s. beispielsweiseS. 29, 97 der vorliegenden<br />

Studie). Das westliche Åland weist zwar grössere Landmassen als die


ACTA BOTANICA FICNXICA 1, X:o I 105<br />

östliclieii Schärenkirchspiele auf, aber iiii Bereich dieser Landmassen-liegen<br />

die Laubwiesengebiete zerstreut, durch Nadelwald voiieinaiider geschieden,<br />

vvie sie in den Schärenkirchspielen durch Wasser getrennt sind. Ganz besonders<br />

ist zu beachten, dass das artenreiche »Ivemland>> (es handelt sich (1921,<br />

vS. 41) nur um dessen westlichen Schärenarchipel und westliche Kiiste) ini<br />

westlichen Åland der Laubwiesenvegetation ein absolut betrachtet geringeres<br />

Areal bietet als die östlichen Kirchspiele und dass es in keiner Beziehung<br />

»kontinentaler» als beispielsweise Kunilinge und Brandö ist. Die Vorbedingungen<br />

(»conditions»), die es der Laubwiesenvegetation bietet, sind durchaus<br />

nicht »plus variées».<br />

Jaccard glaubt eine Stiitze fiir seine Verniutung liber die grössere ]\Iannigfaltigkeit<br />

der Lebensbedingungen, welche das westliche Åland schenken<br />

wiirde, in folgendeni Verhalten finden zu können (S. 100):<br />

»Cette inégalité dans la diversité des conditions écologiques se traduit par<br />

les coefficients génériques qui, de Tycniland à Brandö, soit de l'Ouest à l'iîst,<br />

vont en augmentant, passant de 56,2 ®/o à G6,6 »/q ce qui, conformément à ma I^oi<br />

de l'étendue et à celle de l'isolement, correspond à une diminution de la diversité<br />

des conditions écologiques, autrement dit à inie plus grande uniformité. —<br />

Le coefficient générique pour la flore totale de l'archipel d'Aland étant 55 °/o<br />

(178 genres pour 324 espèces), on constate, en allant de l'Oue.st à l'Est, que<br />

celui de Jomala est de 55,5 »/o, Lemland 56,2 "/o. Saltvik 57,6 «/o, Eckerö 58,2''/o.<br />

Vardö 60,2 ®/o. Sotunga 60,7 «/o. Kökar 63,6 "/o. Brandö 66,6 "/o.»<br />

Ini Anschluss an die vorstehende Äussemng-sei beiläufig zuerst erwähnt,<br />

dass Jaccard Eckerö aus Versehen als Nr. 4 untergebracht hat, während<br />

es in Wirklichkeit ani weitesten im Westen auf Åland liegt; dies nift eine gewisse<br />

Störung in der Serie Jaccards hervor. Berechnet man die entspreclienden<br />

Prozentsätze fiir sänitliche Kirchspiele, so wird sie in noch höhereni Grade<br />

gestört. Indessen scheinen mir diese Zahlen Jaccards nicht zu besagen, was<br />

er iiber den relativen Grad der Ubereinstimmung eder Verschiedenheit der<br />

Lebensbedingungen in den aländischen Kirchspielen annininit; diese Zahlen<br />

(le coefficient générique) scheinen mir dagegen ani ehesten in direktem Verhältnis<br />

zu den absoluten Artenzahlen zu stehen. — Ich berechne den fraglichen<br />

Koeffizienten fiir einige Inseln in Lemland und erhalte fiir Nåtö (256<br />

Arten) 59,4 % und fiir Slätholni, Idholni und Granholm mit ihren 203, bzw.<br />

202 und 202 Arten die Koeffizienten 63,i %, 03,4 % und 63,8 % sowie fur<br />

Rödgmnd (153 Arten) 69,2 %.<br />

Also, fiir die eine Insel Nåtö in Lemland mit 256 Arten erhält man den<br />

Koeffizienten 59,4 %, während dieser Koeffizient fiir das Kirchspiel Föglö<br />

(262 Arten) 58,0 %, fiir Sund (261 Arten) 60,5 %, fiir Sottunga (234 Arten)<br />

60,7 % und fiir Brandö (200 Arten) 66,0 % ist. Fiir die unbedeutenden Inseln


106 A. Palmgren, Die Artenzahl als pflanzengeograpliisdier Cliarakter<br />

Slätholm, Idholin und Granholm (203, 202 und 202 Arten) schwankt der Koeffizient<br />

zwischen 63,i % und 03,8 %. Er ist also niedriger als der Koeffizient<br />

fiir das ganze Kirchspiel Brandö (66,0 %).<br />

Man will doch wohl nicht glauben, dass die ökologischen Bedingungen auf<br />

diesen unbedeutenden Inseln stärker variierten als in dem letztgenannten<br />

Kirchspiel als Ganzes oder dass diese Bedingungen auf der Insel Xåtö grössere<br />

Abwechslung aufwiesen als beispielsweise in dem ganzen Kirchspiel Sund.<br />

Der Grund zu der Verschiedenheit des generischen Koeffizienten scheint,<br />

wie sich unten zeigen wird, ein anderer zu sein.<br />

Jaccard schreibt (S. 101):<br />

»— comme notis l'avons relevé {Lois de distribution, loc. cit., p. 92 à luO),<br />

la flore des îles est, à étendue égale, non seulement plus pauvre qiie celle d'mie<br />

partie comparable du continent a voisinant, quant au nombre de ses espèces,<br />

mais le Coefficient générique y est plus élevé, ce qui provient de ce que la diversité<br />

spécifique de chaque genre est plus faible. Sur 178 ^) genres de la flore<br />

d'Aland, 119 genres n'y sont représentés que par une espèce. — Cette prédominance<br />

des genres monotypes, qui est un caractère général des flores insulaires,<br />

résulte certainement des conditions particulières dans lesquelles s'exerce la<br />

concurrence entre les espèces. Il semble que la végétation des îles, plus ou moins<br />

soustraite, par suite de son isolement, à l'apport continuel d'éléments étrangers<br />

réalise im état d'équilibre plus stable que la flore des territoires continentaux<br />

en lutte plus directe avec l'immigration ininterrompue de transfuges venant des<br />

régions immédiatement voisines. Cette plus grande stabilité s'accompagne d'une<br />

moindre diversité spécifique: la plupart des genres ne sont représentés, dans la<br />

lutte pour la conquête du terrain, que par une seule ou un petit nombre d'espèces.»<br />

Könnte der Grund dazu, dass der generische Koeffizient auf isolierten<br />

Inseln höher als auf dem Kontinent ist, nicht ganz einfach in folgendem Umstand<br />

liegen? Das begrenzte Areal erlaubt nur einer beschränkten Anzahl von<br />

Arten Fuss zu fassen; je grosser der Abstand bis zu den nächsten Ausgangspunkten<br />

der Verbreitung ist, um so kleiner sind fiir eine grössere Anzahl Arten<br />

die Aussichten, dorthin zu gelangen, bevor die zuerst angekonimenen das<br />

ganze verfiigbare Terrain in Besitz genommen haben. IVIit der grösseren Isolierung<br />

sinkt also die Artenzahl. Die Flora der Inseln rekrutiert sich ans Gebieten<br />

von grösserem Areal, als sie selbst haben, und von einer grösseren Anzahl<br />

Arten, nieist wahrscheinlich aus mehreren verschiedenen Richtungen,<br />

während Kontinenten angehörende Gebiete natiirlichenveise die meisten<br />

Aussichten haben, den iibervviegenden Teil ihrer Flora aus ani nächsten geleh<br />

Lies: 17 7.


ACTA ]U)TAXICA FHXNICA 1, N:o I 107<br />

genen Gegenden zu erhalten. Die Arten wandern selbstverständlich<br />

nicht sozusagen in Gattungen ein. Je kleiner die Zahl ist, die aiif einer Insel<br />

Iniss fasst, desto grosser sind (unter der Voraussetzung ini grossen ganzen<br />

ähnlicher Verhältnisse) die Aiissicliten, dass sich die Arten auf eine relativ<br />

grosse Anzalil von Gattungen verteilen. Je zahlreicher hinwieder die eingewanderten<br />

Arten sind, desto gunstiger werden die Aussichten, dass die<br />

Ciattungen durcli zwei oder mehrere Arten repräsentiert werden. — Das<br />

Gesagte besitzt offenbar eine gewisse Allgenieingiiltigkeit, und zwar einigerniassen<br />

unabhangig von der fiir jeden einzelnen Fall vorliegenden Ursaclie<br />

(beispielsweise begrenztes Areal oder liochgradige Isolierung) zu der mehr<br />

oder weniger beschränkten Artenzahl.<br />

In de^n Obigen — nicht in weniger variierenden I,ebensbedingungen —<br />

liegt ganz gewiss der Grund dazu, dass der generische Koeffizient in den<br />

åländisclien Kirchspielen und im Bereich der åländischen Inseln in dem<br />

Grade ansteigt, w^e sich die Artenzahl vermindert.<br />

Xoch eine Äussenmg von JACCARD sei hier berûhrt (S. 100):<br />

»L'examen des listes floristiqucs montre d'ailleurs que tous les éléments de<br />

la tlorule d'Aland appartiennent à la flore triviale de TRurope centrale, répandue<br />

aussi bien en Finlande qu'en Suède, et qu'il ne s'y trouve aucim endémisme<br />

particulier. Dans ces conditions, la proximité plus ou moins grande d'un centre<br />

de propagation ne saurait avoir la même importance que dans la question de<br />

l'irradiation des espèces méditerranéeimes vers des stations plus septentrionales,<br />

où régnent des conditions topographiques et des différences climatiques notables.»<br />

Die obige Äusserung Jaccards ist fiir I-'innland nicht stichhaltig. Unter<br />

den Arten Ålands, nicht am wenigsten in dessen Tyaubwiesenvegetation, gibt<br />

es eine bedeutende Anzahl solcher, die auf dem finnischen Festland vollständig<br />

fehlen oder dort nur cäusserst spärlich in den siidwestlichen Teilen vorkommen.<br />

Zur Beleuchtung des Obigen sei folgendes hinzugefiigt:<br />

Denke ich mir eiu zu einem Kontinent gehörendes Gebiet entblösst, so hat<br />

dasselbe offenbar die grössten Voraussetzimgen dazu, seine Flora von den ihm<br />

am nächsten gelegeuen Gegenden aufzunehmen. Steigt dagegen eine Insel in<br />

beträchtlicher Entfernung von der nächsten Kiiste ans dem Meere auf, so wird<br />

sie ungefähr ebenso grosse Aussichten haben. Arten von einem weit ausgedehnteren<br />

Gebiet aufzimehmen, da fiir den Abstand bis zu der Insel eine gewisso<br />

Strecke mehr oder weniger keine nennenswerte Rolle spielt.


GG A. Palmgren, Die Artenzalil als pflanzeiigeographischer Cliaraktcr<br />

3. Unglelchmässiges VorUommen infolge verschicdcn gunstiger Exposition<br />

fur die<br />

Bewachsung.<br />

Fiireine Anzahl Arten zeigt sich eine Ungleichmässigkeit der Verbreitung,<br />

deren nächste Ursache in einer verscliieden giinstigen Exposition fiir die Bewachsung<br />

gesucht werden zu niiissen scheint (vgl. S. 63).<br />

iCin Vergleicli zwischen der Flora in Iveniland und ini Nordwestlichen<br />

Schärenarchipel ist in dieser Hinsicht lehrreich. Die Laubwiesenvegetation<br />

im vSchärenarchipel von Ivemland zählt 41 Arten (unten aufgefiihrt), die gar<br />

niclit oder tiur viel spärlicher im Nordwestlichen Schärenarchipel vorkominen.<br />

Der letztere zählt nur 13 Arten, die Ivemland fremd sind oder dort mit<br />

schwächerer Prequenz vorkommen.<br />

Vor allem oder ausschliesslich in Ivemland, spärlich oder gar nicht i m<br />

Nordwestlichen Schärenarchipel:<br />

Taxas<br />

Prunus<br />

baccata<br />

spinosa<br />

Avenu pratensis<br />

Arrhenatherum elalius<br />

Drachypodium pinnatum<br />

Triticum canimim<br />

Carex piilicaris<br />

C. orniihopus<br />

C. Hornschiichiana<br />

C. hirtä<br />

Polygon a tn m m ui ti f loruni<br />

Orchis mascula<br />

Moehringia trinervia<br />

Melandriiim silvestre<br />

A nemone raniinculoides<br />

Ranunculus cassubicus<br />

R. Ficaria<br />

Draba muralis<br />

Sedum sexangulare<br />

S. annuuni<br />

Fragaria viridis<br />

Patentilla minor<br />

Alchemilla subcrenata<br />

Agrimonia odorata<br />

Lotus corniculatus<br />

Vicia lathyroides<br />

Geranium molle<br />

Hypericum kir su tum<br />

Mercurialis perennis<br />

Epilobium montanum<br />

Viola stagnina<br />

V. mirabilis<br />

Melampyruni nemorosum<br />

Lathraea Squamaria<br />

Galium Aparine<br />

Adoxa Moschatellina<br />

Campanula latifolia<br />

Arctium nemorosum<br />

Cirsium palustre<br />

Crépis praeniorsa<br />

Cr. paludosa<br />

Ausschliesslich im Nordwestlichen Schärenarchipel oder dort reichlicher<br />

als in I/emland:<br />

Alnus incana<br />

Quercus Robur<br />

Cotoneaster integerrinia<br />

Sorbus suecica<br />

Rosa tomentosa<br />

Phleuni Boehmeri<br />

Selaginella ciliata<br />

Gymnadenia conopsea<br />

Geranium columbinum<br />

Lathyrïis<br />

Polygala<br />

Asperula<br />

Solidago<br />

vernus<br />

amarella<br />

odorata<br />

virgaurea<br />

Die beiden fraglichen Schärenarchipelkomplexe bieten den Arten der<br />

lyaubwiesenvegetation in bezug auf die Standortsverhältnisse ähnliche und<br />

ausserordentHch giinstige Bedingungen. Die Standortsverhältnisse als pflan-<br />

Wegen der Begrenzung des Begriffs »Xordwestliclier Schärenarchipel»<br />

siehe des Verf. Studie von 1915, S. 175- 176.


ACTA liOTAXICA FICXXICA I, X:o I<br />

'Jl<br />

zengeographischer Faktor wirken also offenbar in recht gleicher Weise. Audi<br />

von der reinen Kntferming als Faktor diirfte in diesem Fall abgesehen warden<br />

können. Den Verschiedenheiten hinsichts des Abstands iiber das offene<br />

Meer diirfte hier kaiim entscheidende Bedeiitiing beizumessen sein. Dagegen<br />

ist es offenbar, dass der Scliärenarchipel von Iveniland fiir die Aufnahnie von<br />

Elementen aus der reiclieren Flora Siid- nnd Mittelschwedens offener daliegt<br />

als der Nordwestliche Schärenarchipel. Das iiberwiegend nadelwaldbekleidete<br />

Eckerö liegt h'er einigerinassen sperrend im Wege. Das Gesagte gilt<br />

nicht nur von dem Schärenarchipelkoniplex als Ganzem. Es gilt aiich von<br />

den einzelnen Inseln. Die Laubwiesengebiete von I^emland liegen in der<br />

Regel offener.<br />

Offenbar ist man berechtigt, hier eine Einwirkung der Exposition fiir die<br />

Bewachsnng (vgl. S. 63) als wirksanien pflanzengeographischen Faktor zu<br />

y<br />

sehen.<br />

Wird es fiir die Lanbwiesenvegetation mit ihrer Mannigfaltigkeit von<br />

Arten und Ausbreitnngsweisen in vielen Fällen schwierig zu entscheiden, ob<br />

die Entfernung oder die Exposition fiir die Bevvachsung der ausschlaggebende<br />

Faktor gewesen ist, so diirfte sich das Verhalten in bezug auf die Ufervegetation<br />

weniger kompliziert gestalten. Fiir deren Arten wird wohl in der Mehrzahl<br />

der Fälle eine gegen ein Verbreitungszentrum offene Kiiste einen siclitlichen<br />

Vorteil darstellen (dies fiir den Fall, dass herrschende Wind- und Strönuingsverliältnisse<br />

nicht in entgegengesetzter Riclitung wirken). Fiir den<br />

Abstand iiber das Alandsmeer diirfte hinwieder — bei sonst gleicher Exposition<br />

— kaum ein Unterscliied von einigen Kilometern eine erwälinen.swerte<br />

Wränderung in dem Wert der Entfernung bedingen können. Eine Beriicksichtigung<br />

des floristischen Charakters der Ufervegetation ist also hier am<br />

Platze.<br />

Bemerkenswert gestaltet sich in bezug auf diese aucli das Verhältnis fiir<br />

den Siidwestlichen (Eemland, Jomala, das siidliche Eckerö) und den Nordwestlichen<br />

Schärenarchipel. Beide vSchärenarchipele bieten betreffs der Standortsverhältnisse<br />

giinstige Bedingungen, der Siidwestliche jedoch vielleicht<br />

in etwas höherem Grade. Der erstere liegt mehr gegen Siidwesten offen als der<br />

letztere.<br />

Der Nordwestliche Schärenarchipel zälilt nur drei dem Siidwestlichen<br />

frenide, bzw. in diesem spärlicher vorkommende Arten: Samolus Valerandi,<br />

Mentha liioralis und Eupatorium cannabimim; der Siidwestliche dagegen 18<br />

dem Nordwestlicheh Schärenarchipel fremde, bzw. spärliclie Arten (wovon<br />

jedoch Ahpecurus ventricosus, Car ex glareosa und Salicornia herbacea nicht<br />

siidwestlichen Ursprungs zu sein scheinen), nämlich:


110 A. Palmgren, Die Arteiizahl als pflaiizcngeograpliisclier Charakter<br />

Alopecurus veniricosits Salicornia herbacea Cochlearia danica<br />

Scirpus maritinius Salsola Kali Cakile maritima<br />

Sc. rufus Sagina maritima Isatis tinctoria<br />

Car ex arenaria Honkenya peploides Barbarea stricta<br />

C. glareosa Silene maritima Scutellaria hastifolia<br />

C. norvegica Melandrium viscosum Odontites simplex<br />

Die obigen Zahlenverhältnisse zeugen von der Eedeutung der Ivxpositioii.<br />

Seheii wir uns noch das Vorkomnien der Uferpflanzen aitf Åland melir i m<br />

Grossen an. Wir werden hier eine weitere Stiitze fiir iinsere Aiiffassung gewinnen.<br />

Die unten aufgezählten Arten zeigen ein extremes oder hauptsachliches<br />

Vorkommen in den westlichen und siidwestlichen Teilen der Landschaft:<br />

Carex arenaria Salsola Kal Selinnm carvifoiia<br />

C. extensa Sagina maritima Samolus Valerandi<br />

C. distans Erysimum hieracUjoliiim Valerianella olitoria<br />

Kin extremes oder auffallend östliches (siidöstliches) ^'orkonlmen weisen<br />

andererseits nur Suaeda maritima und Crambe maritima auf. \'on diesen ist<br />

Crambe maritima ohne Zweifel von Osten aus Korpo in der Regio aboënsis<br />

(vielleicht z. T. audi aus Kstland) eingewandert, wo die Art eine viel ausgedehntere<br />

Verbreitung hat als auf Åland; Suaeda maritima hinwieder ist<br />

offenbar baltischen Ursprungs. — Es ist zu eiwähnen, dass die Standortsverhältnisse<br />

in den östlichen Kirchspielen Föglö, Sottunga und Kökar sich fiir<br />

die Uferflora sehr giinstig stellen.<br />

Der fiir die Ufervegetation fraglos am wenigsten giinstig exponierte Teil<br />

von Åland ist der Nordöstliche Schärenarchipel (die Archipele von Saltvik<br />

und Sund) sowie Vårdö. Die Uferflora ist denn audi hier ûberrasdiend artenarni.<br />

Wägt man die Griinde hierfiir ab, so ist jedodi zu beachten, dass die<br />

Standortsverhältnisse durdischnittlich weniger giinstig sind. Zweifelsohne<br />

hat dieser Umstand wesentlich eingewirkt. Aber wenn man ihn auch voll in<br />

Betracht zieht, scheint er doch — nach den Verhältnissen auf Åland iiberhaupt<br />

zu iirteilen — nicht allein eine Krklärung fiir die relative Arniut der<br />

Uferflora liefern zu können. Ganz sicher hat auch die weniger vorteilhafte<br />

Exposition ihren Anteil. — Auffallend ist unter andereni, wie die folgenden<br />

Arten ini Nordöstlichen Schärenarchipel spärlich auftreten, bzw. fehlen:<br />

Alopecurus ventricosus, Scirpus maritimus, So. rufus, Carex glareosa, C.<br />

norvegica, Salicornia herhacea, Erysimum hieraciifolium, Odontites simplex.<br />

Die Exposition fiir die Bewachsung, in einigen Fällen vielleicht ebenso<br />

gut die Entfernung, erscheint als der ausschlaggebende Faktor auch bei den<br />

Verbreitungsverhältnissen, die unten behandelt werden.


ACTA liOTAXICA FICXXICA I, X:o I<br />

'Jl<br />

4. Gruppenwciscs Vorkommcn; dle}|Exposition fur die Bewachsung und die<br />

Entfernung als<br />

Faktoren.<br />

Fur manche Arten ergibt sich eine auffallende Ivokalisation in Gruppen<br />

von nahe.beieinander liegenden I/okalitäten. Die Verbreitung kann so beispielsweise<br />

in einer Gruppe einander benachbarter Inseln in lyemland, in<br />

1'öglö, ini Nordwestlichen Schärenarcliipel, vielleiclit in Gruppen von<br />

Lokalitäten in weniger oder niehr Teilen der Ivandschaft lokalisiert sein. Folgende<br />

Fälle in der Laubwiesenvegetation mögen als Beispiele dienen:<br />

Taxus baccaia. \^orkomnien ini grossen ganzen auf einer Anzahl Inseln des<br />

ScliärenarchipeLs von Lemland und des Xordwestliclien Schärenarchipels sowie<br />

an eiuigen Lokalitäten in Hammarland, Eckerö und Föglö.<br />

Quercus robur. Wichtigstes Vorkommen auf den Vargskären (Ulfversö,<br />

Öfverö, Bänö, Jyddö) in Föglö sowie im X^ordwestlichen Schärenarchipel.<br />

Sorbus suecica. Hauptvorkonimen im Nordwestlichen Schärenarchipcl sowie<br />

im vSchärenarchipel von Lemland.<br />

Mespilus monogyna. Vorkommen wie vorherg.<br />

Primus spinosa. Wichtigstes \"orkommen in Grupi^en von Lokahtäten auf<br />

den Vargskären in Föglö, im Nordwestlichen Schärenarchipel und in Lemland.<br />

Arena praiensis. Vorkommen wesenthch im vSchärenarchipel von Lemland,<br />

in Nord west-Åland und Nord-Kökar lokaUsiert.<br />

Carex Hornschuchiana. Vorkommen wesentlich in Eckerö, Siid-Hamniarland<br />

und Siidwcst-Jomala lokalisiert.<br />

Allium Scorodoprasum. Wichtigstes Vorkommen im Schärenarchipel von<br />

Lemland, im X'ordwestlichen Schärenarchipel sowie auf Gruppen von Inseln<br />

in Föglö und Kökar.<br />

Polygonatum miiltiflornm. Wichtigstes Vorkonunen im Schärenarchipel von<br />

I.emland sowie auf Gruppen von Inseln im Nordwesthchen Schärenarchipel,<br />

Sottunga und Kökar.<br />

Orchis masciila. Ausser an je einer einzelnen Lokahtät im Nordwestlichen<br />

Schärenarchipel, Jomala und Kökar in einer Gruppe nahe beieinander gelegener<br />

Inseln in Lemland lokalisiert.<br />

Herminiiini monorchis. N'ur an einer Anzahl Lokahtäten in Eckerö.<br />

Gymnadenia conopsea. lîauptvorkomnien im X^ordvvesthchen Schärenarchipel,<br />

im Schärenarchipel von Lemland und in Kökar sowie in Nord-Vårdö.<br />

Cephalanthera longifolia. X^ordwesthcher Schärenarchipel und Lemland<br />

sowie je eine einzelne Lokahtät in Vårdö und Kökar.<br />

Anemone ranunculoides. X^ur in einer Gruppe von Lokahtäten im Schärenarchipel<br />

von Lemland sowie nördlich davon iiber Jomala nach der Gegend des<br />

Färjsund.<br />

Poientilla minor. Ungefähr wie die vorherg.<br />

Agrimonia odorata. Hauptvorkonnnen im Schärenarchipel von Lemland.<br />

Trifolium montanum. Hauptvorkonimen in Saltvik und angrenzenden Teilen<br />

von Sund.<br />

Lathyrus montanns. Hauptvorkonnnen in Ost-Saltvikmid angrenzenden Teilen<br />

von Sund.


112 A. Palmgren, Die Arteiizalil als pflaiizengeograpliischer Charakter<br />

Lathyrus niger. Ausser an eiiier einzelnen Lokalität in Jomala und an zwei<br />

nalie bcieinander liegcnden in Föglö in einer Gruppe von Lokalitäten im östliclien<br />

Fasta Åland.<br />

Geranium hicidnni. Hanptvorkommen in Grnppen von Lokalitäten im Nord--<br />

westlichen Scliärenarcliipel, Lemland, Föglö mid Kökar.<br />

Hypericum hirsutiim. Grnppen von Lokalitäten im Scliärenarcliipel von<br />

I^emland, in Kökar sowie einzelne Lokalitäten in Föglö nnd Sottunga.<br />

Campanula glomerata. Hauptvorkommen in vSaltvik.<br />

Artemisia campestris. Hauptvorkommen ini Xordwestlichen vSchäreiiarcliipel,<br />

Scliärenarcliipel von Lemland, Föglö und Kökar.<br />

Filt dieses gruppeiiweise \''orkominen scheint sich uiigesuclit folgende<br />

Erklänmg zii ergeben: Eine Art hat durch Zufall einen Siedelplatz an einem<br />

Ståndort innerhalb der Gruppe eder der Gruppen von Fundorten gefunden.<br />

\'on hier ist eine weitere Ausbreitung ausgegangen, wobei ganz natiirlich die<br />

nächstgelegenen und auch sonst der Besäung am meisten offenstehenden<br />

Landstrecken die grössten Aussichten gehabt haben, besät zu werden. Erheblich<br />

weiter hat die Ausbreitung wenigstens vorderhand nicht um sich zu<br />

greifen vermocht.<br />

Die Bedeutung der Exposition fiir die Bewachsung und der Entfernung<br />

als pflanzengeographische Faktoren tritt hier sichtbar hervor.<br />

In diesem Zusammenhang sei noch eine Art des Vorkommens angeinerkt,<br />

die, wie es scheint, die Rolle der Exposition und der Entfernung in markanter<br />

Weise hervortreten lässt. Ich meine die Vegetation auf den Felsbuckeln<br />

(bergknallar), die nanientlich in den Kiisten und Schärengegenden<br />

von Åland einen recht hervorstechenden Zug des Landschaftscharakters<br />

bilden. Die Flora dieser Felsbuckel innerhalb der Laubwiesen- und der<br />

Nadelwaldvegetation ist, auch wo der Felsuntergrund und der entstandene<br />

Verwitterungsboden von derselben oder ähnlicher Beschaffenheit zu sein<br />

scheinen, ganz verschieden. In Laubwiesengegenden ist die Flora der<br />

1'elsbuckel artenreich (vgl. des Verf. Studie von 1915, S. 78—82), in Kadelwaldgegenden<br />

dagegen äusserst ann. Wie ich in meiner Studie von 1922<br />

(S. 41) hervorgehoben habe, diirfte die Ursache dieses scharfen Unterschieds<br />

öfters weniger in Verschiedenheiten des Standortes als in den Voraussetzungen<br />

fiir die Besäung zu suchen sein. Die Felsbuckel der Laubwiesengebiete<br />

sind von einer artenreichen Vegetation umgeben, von deren Elementen ein<br />

beträchtlicher Teil auch auf den Buckeln giinstige Bedingungen findet. In<br />

der Mehrzahl der Nadelwaldgebiete finden sie hinwieder in ihrer nächsten<br />

Umgebung nur eine äusserst geringe ^lenge fiir eine Besäung geeigneter<br />

Arten ver.


ACTA IU)TANICA FENNICA I, N:o 1 113<br />

5. Unterschiede zwischen der Flora In den Kusten- und Scharengegenden<br />

Ålands und in dessen zentraleren Teilen.<br />

Kustenflora und Binnenlandsflora.<br />

Die Betrachtung der Verbreitungsverhältnisse innerhalb der lyaiibwiesenvegetatioii<br />

lässt fiir eine recht bedeutende Anzahl Arten eine Verschiedenheit<br />

des Vorkommens ini Schärenarchipel und in den zentraleren Teilen von<br />

Fasta Aland erkennen. Zum Schärenarchipel vverden hierbei audi die peripheren<br />

Kiistenpartien von Fasta Aland gerechnet; die Abgrenzung fällt ganz<br />

natiirlich etwas willkiirlich aus. (Durch die unten folgenden Zeilen wird<br />

meine Darstellung 1917, vS. 531—533 = 1922 B, S. 46—47 ergänzt.)<br />

Die untenstehenden Arten treten allein oder vorzugsweise auf Fasta<br />

Åland auf:<br />

Car ex pidicaris<br />

C. caryophyllea<br />

C. flava<br />

C. Hornschuchiana<br />

C. hirta<br />

Ophrys<br />

Fragaria<br />

Medicago<br />

Trifolium<br />

muscifera<br />

viridis<br />

lupulina<br />

niontannni<br />

A nthyllis Viilneraria<br />

Lotus corniculatus<br />

Lathyrus silvestris<br />

L. pahistris<br />

L. montanus<br />

Oxalis Acetosella<br />

Atharnanta LibanoHs<br />

A ndrosace septenirionalis<br />

Gentiana *suecica<br />

Plantago media<br />

Adoxa Moschatellina<br />

Knaiitia arvensis<br />

Campanula glomerata<br />

Solidago virgaurea<br />

Carlina vulgaris<br />

Cirsium heterophyllum<br />

Centaurea Scabiosa<br />

Hypochaeris maculata<br />

Unter den aufgezählten Arten fallen zunächst die folgenden häufiger vorkomnienden<br />

ins Auge: Carex pulicaris, C. caryophyllea, C. flava, Oxalis Acetosella,<br />

Gentiana *suecica, Solidago virgaurea, Cirsium heterophyllum, Hypochaeris<br />

maculata.<br />

Fiir die folgenden bezieht sich das Vorkommen allein oder vorzugsweise<br />

auf den Schärenarchipel:<br />

Taxus baccata<br />

Alnus incana<br />

Quercus robur<br />

Ribes nigrum<br />

Cotoneaster integerrima<br />

Pyr us M alus<br />

Sorbtis suecica<br />

Mespilus monogyna<br />

M. curvisepala<br />

Rubiis caesius<br />

R. pruinosus<br />

Rosa cinnamomea<br />

Prunus spinosa<br />

Acer platanoides<br />

Viburnum<br />

Lonicera<br />

Opulus<br />

Xylosteum<br />

Milium effusum<br />

Calamagrostis epigejos<br />

Arrhenatherum elatius<br />

Poa trivialis<br />

P. nemoralis<br />

P. compressa<br />

Brachypodiumsilvaticum<br />

Triticum caninum<br />

Carex ornithopus<br />

C. digitala<br />

Woodsia ilvensis<br />

Asplenium Trichomaties<br />

A. septentrionale<br />

Selaginella ciliata<br />

Allium Scorodoprasum<br />

"" A. Schoenoprasum<br />

A. ursinunfi<br />

Polygonatum multiflorum<br />

Cypripedium calceolus<br />

Orchis mascula<br />

Gymnadenia conopsea<br />

Platanthera montana<br />

Cephalanthera longifolia<br />

Neottia nidus avis


GG A. Palmgren, Die Artenzalil als pflanzeiigeographischer Cliaraktcr<br />

Stellaria llolostea<br />

Cerastium gliitinosum<br />

Moehringia trinervia<br />

Silene nutans<br />

Melandriitm silvestve<br />

Corydalis intermedia<br />

Cardamine hivsuta<br />

Dentaria bulbifera<br />

Draba muralis<br />

Dr. incana<br />

Turntis glabra<br />

Sediim riipestre<br />

Saxifraga tridactyliles<br />

Potentilla minor<br />

A Ichemilla filicatdis<br />

Agrimonia odorata<br />

Vicia tetrasperma<br />

V. silvatica<br />

V. sepium<br />

Geranium coliimbinum<br />

G. lucidum<br />

G. Roberiianum<br />

Mercttrialis perennis<br />

Hypericum hirsutum<br />

II. perforatum<br />

Viola tricolor<br />

Epilobium tnontanuni<br />

E, coUiniini<br />

Sanicula europaea<br />

Cynanchum Vincetoxicum<br />

Stachys<br />

silvatica<br />

Calamintha Acinos<br />

Clinopodium vulgäre<br />

Origanum vulgäre<br />

Linaria vulgaris<br />

Scrophularia nodosa<br />

Veronica longifolia<br />

V. spicata<br />

M elampyrum cri stat uni<br />

Euphrasia tenuis<br />

Galium A pariiie<br />

Valeriana officinalis<br />

Campanula latifolia<br />

Inula saliciyia<br />

Artemisia campestris<br />

Arctium nernorosum<br />

Erigeron acris<br />

Wie aus diesein Verzeichiiis erhellt, zeigt die lyaubwiesenvegetatioii im<br />

Scliärenarchipel als Ganzeiii einen grösseren Artenreichtum als im Innerii<br />

Ålands. Dieser wird aiich bei der Durchmustemiig von Artenlisten fur einzelne<br />

vergleiclibare (in derselben Oegend liegende) kleinere Gebiete ersichtlich.<br />

Wir werden die oben mitgeteilten Artenlisten etwas genauer betrachten.<br />

Zur Bekräftiguug des Gesagten sei beispielsweise folgeudes uùtgeteilt: In<br />

der hocli (ca. 20 m ii. M. unci melir) gelegenen Gegcnd der Kirclie von Jomala ist<br />

fUr die uocli vorhandenen Laubvvieseufragmente zunächst uni das Dorf Dalkarby,<br />

das jenseits des Pfarrhofteiclies gelegene Löfdal und die mehr als 1 km<br />

nördlicher liegenden Laubwiesen zwisclien Kårböle und Möckelby (fiir die<br />

Laubwiesenvegetation) eine Artenzalil von 171 aufgezeichnet wordeu, W'erdeu<br />

ferner die etwa 1 km östlich von Dalkarby gelegenen Laubwiesen iu Jattböle<br />

mitgerechnet, so steigt die Sunnne auf 183, wird weiter das/Laubwieseugebiet<br />

bei dem Anwesen Andersböle (ca. 4 km nördlich von Dalkarby) in<br />

Betracht gezogen, so beträgt die Sumnie 190. Im vSchäreuarchipel von Leiuland,<br />

der 8 km siidlich von Dalkarby beginnt, zählen, wie S. 29 angefiilirt, sclion<br />

unbedeutende Inseln — mit einer grössten Krstreckung von nur 0.5 km oder<br />

etwas mehr — 200 Arten in der Laubwiesen vegetation. Ks ist also bemerkenswert,<br />

dass ein viel grösseres Areal in der Gegend der Kirclie von Jomala, welches<br />

ausserdein aus mehreren in bedeuteiidem Abstaiid voneinaiider gelegenen Gebieten<br />

zusammeiigesetzt ist, nicht zu derselben Artensmnme hinaufreicht wie diese<br />

einzelneii Inseln in Lemland.<br />

Dieser geringere Artenreichtum der Flora in zentralereii und höher<br />

gelegenen Teilen der Landscliaft tritt fiir das an die Vegetation Ålands<br />

gewöhnte Auge schon in dem allgemeineii Cliarakter der Pflanzendecke,<br />

in deren geringerer Buntheit und Farbenpracht hervor. Ich weise den<br />

Exkursanten z. B. auf die hoch gelegenen Partien um Låugbergsöda uud<br />

Tengsöda im Kirchspiel Saltvik liin.


ACTA BOTAXICA FIvNNICA 1, N:o I 115<br />

Unter den Arten des Verzeichnisses gibt es einige solche, die ini Schärenarchipel<br />

zahlreichere geeignete Standorte vorfinden und daher ganz naturlich<br />

vor alleni dort anzutreffen sind. An erster Stelle stehen in dieser Hinsiclit<br />

niehrere Arten mit hauptsächlicheni \^orkonimen auf Hûgel- und Felsbuckeln<br />

(back- o. bergknallar), nackten Klippen und Felsenabsatzen. Hier seien<br />

genannt:<br />

l^oa compressa Saxifraga ividaciyliies Epilobium monianum<br />

Woodsia ilvensis Vicia tetrasperma Cynunchunt Vincetoxi-<br />

Asplenium Trichomanes Geranium cohimbinwn cum<br />

A. septentrionale G. luciduni Veronica longifolia<br />

Allium Schoenoprasum G. Robertianum V. spicata<br />

Cardamine hirsuta Hypericum perforatum Arteynisia campestris<br />

Sedtini rupestre Viola tricolor<br />

Aber auch fiir manche extreme Hainpflanzen, wie Miliuni cfjusum und<br />

SaniciUa europaea, gibt es in der Regel im Schärenarchipel reichlicher geeignete<br />

Ivokalitäten als in den zentraleren Teilen von Fasta Aland, wo die Bodenkultur<br />

weiter fortgeschritten ist.<br />

Weshalb die iibrigen Arten des obigen Verzeichnisses (die durcli die Standortsverliältnisse<br />

nicht direkt begûnstigten) vor alleni im Schärenarchipel zu<br />

finden sind, dariiber diirfte man sich fiir die einzelnen Fälle schwer mit Bestinimtheit<br />

aussprechen können. Wahrscheinlicli haben mehrere Unistände<br />

zusaniniengewirkt:<br />

i<br />

Zum Teil kann die Ursache gewiss darin gesucht werden, dass der Schärenarchipel<br />

durch die lyandhebung und das relativ ausgedehnte Kiistenareal<br />

grössere IMöglichkeiten zum Sesshaftwerden und zu sukzessiver Fjnwanderung<br />

geboten hat als Fasta Aland, wo die lyandhebung eine viel geringere Rolle<br />

spielt und wo ein Kinwanderer sich daher in der ISIehrzahl der Fälle einen<br />

Wohnplatz auf schon bewachsenem Boden erkämpfen muss (vgl. S. 85).<br />

Auch insofern hat die Landliebung wahrscheinlich einen vorteilhaften Einfluss<br />

ausgeiibt, als sie der Kûstengegend sukzessiv neues Land zugefiihrt hat,<br />

das noch nicht ausgelaugt worden ist und sich daruni fiir eine reiche Flora<br />

eignet. Dies ist ja auî Fasta Aland in viel geringerem ]\rasse der Fall (vgl. S.<br />

73).<br />

Ganz sicher hat man auch — unter sonst gleichen Verhältnissen (auch in<br />

bezugauf die geographische Lage) — fiir den Schärenarchipel und die Kustengegenden<br />

mit einer giinstigeren Exposition fiir die Bewachsung zu rechnen<br />

als bei den zentraleren Teilen.<br />

In einein gewissen, aber doch kaum ausgedehnteren Masse hat zweifelsohne<br />

auch eingewirkt, dass die Bodenkultur auf Fasta Aland älteren Datums


11 f) A. Palmgren, Die Arteiizahl als pflanzengeograpliischer Cliarakter<br />

mid grösseren Umfangs ist als iin Schärenarchipel; sie hat also offenbar in<br />

höhereni Grade als im Schärenarchipel Arten der urspriinglichen Vegetation<br />

ausgenierzt.<br />

Schliesslich ist noch ein Unistand zu beachten, der sichtlich nicht ohne<br />

Kinflussgewesen ist: Die heute in den zentraleren Teilen von Åland herrschende<br />

\'egetation ist ganz gewiss äiteren Datums als die in den peripheren Teilen,<br />

die sich sj^äter ans dem Meere erhoben baben, und ist vielleicht nicht in höhereni<br />

Grad durch neue Arten bereichert worden, seitdem sie zuerst das Ivand<br />

in Besitz genommen hat (vgl. S. 71). Als dies geschah und wesentliche Teile<br />

der jetzigen Kiistenpartien und der umgebenden Schärenkomplexe unter<br />

Wasser lagen, war die fiir die Besäung disponible lyandfläche bedeutend kleiner<br />

als heutzutage und ausserdem, was vielleicht vor allem von Bedeutiing<br />

gewesen ist, i m N und S weniger ausgezogen; sie bot daher ganz natiirlich<br />

geringere Voraussetzungen zu einer Ansammlung von Samen und anderen<br />

Ausbreitungsmitteln. Hand in Hand hiermit hat sichtlich auch der Umstand<br />

gewirkt, dass zu der Zeit, wo sich nur die zentralen Teile von Fasta Aland<br />

iiber das Meer erhoben hatten, auch bedeutende Teile der nächstgelegenen<br />

Schärenarchipele und Kiistengegenden von Schweden unter Wasser lagen.<br />

Der Abstand zu den nächsten Ausbreitungsherden war also grosser als gegenwärtig.<br />

Wie es sich aber auch mit der Krklärung verhalten mag, so bleibt die Tatsache<br />

bestehen, dass die Flora in den Kiistengegenden und im Schärenarchipel<br />

artenreicher ist als auf ähnlichen Boden im Innern Ålands. Dies ist ein<br />

bemerkenswertes Verhalten, das eine nähere Untersuchung verdient. Es<br />

scheint auch anderswo ein Gegenstiick zu haben und fliesst mithin wenigstens<br />

teilweise aus Ursachen von iimjassender Gilltigkeit her. Offenbar sind die<br />

Grilnde wenigstens zum Teil dieselben wie die, auf welchen die fiir die Schärenlandschaft<br />

Åland als Ganzes so auffallend hohe Artenzahl beruht.<br />

Wie soil man aber das Vorkommen der Arten erklären, die in Aland allein<br />

oder vorzugsweise auf der Hauptinsel auftreten? Die unbedeutenden Klimaunterschiede<br />

können kaum einen entscheidenden Einfluss ausgeiibt haben.<br />

Hierfiir spricht auch der Umstand, dass manche diesêr Arten auch in dem<br />

dicht bei Fasta Åland liegenden Schärenarchipel von Ivcmland auftreten, wo<br />

das Kiima ja doch ein ^leeresklima ist. Auch diirfte nicht in erwähnenswertem<br />

1) Vielleicht könnte man auch einigennassen damit rechneii, dass die Artenzahl<br />

infolge der Konkurrenz unter den Arten ini Laufe der Zeit abgenommen hat.<br />

Eine solche Entwicklung wird ja mehrfach in der Literatur vorausgesetzt (beispielsweise<br />

von SCIIAUFETTER: Uber die Artenannut der ostalpinen Ausläufer<br />

der Zentralalpen, 1909, S. 3).


ACTA I}()TANICA FKNNICA 1, X:o 1 117<br />

Grade aiif geeignetere Standortsverhältnisse hingewiesen werdeii köniien. Eine<br />

Aiisnahme wäre jedoch vielleiclit denkbar fiir Carexflava, C. Hornschuchiana,<br />

Ophrys muscifera und Lathyrns -palustris wie aiich fiir die folgenden, die vielleiclit<br />

in einigeni Masse durch die aiif Fasta Åland ältere Kultur begiinstigt<br />

worden sind: Carex hirta, Medicago luptilina, Trifolium montanum, Campanula<br />

glomerata, Carlina vulgaris, Centaurea Scahiosa und Hypochaeris maculata.<br />

Im Hinblick auf das Gesagte liegt vielleicht die lîrklarung am nächsten,<br />

dass die in Rede stehenden Arten wälirend einer friiheren Zeitperiode eingewandert<br />

sind, wo sich. der Schärenarchipel und die lieutigen Kiistenpartien<br />

noch nicht iiber das Wasser erlioben hatten. Diese H^-pothese setzt voraus,<br />

dass fur die fraglichen Arten in späterer Zeit keine erwälinenswerte Wanderung<br />

nach neuen lyokalitäten stattgefunden hat. Wo eine solche erfolgt<br />

ist, da ist zunächst der dicht bei Fasta Aland liegende vSchärenarchipel von<br />

Iveniland derselben teilhaftig geworden. Auf die Frage der Kinwanderung<br />

der Arten nach Åland werde ich in andereni Zusammenhang zuriickkommen.<br />

Zu einer vergleichenden Untersuchung des Charakters der Vegetation<br />

und Flora in eineni Kiisten- und in eineni Binnenlandsgebiet gewährt Åland<br />

mit seineni stark zersclmittenen, unbedeutenden Ivandareal begreiflicherweise<br />

keine gunstigen Voraussetzungen. Die Frage miisste fiir ein anderes Gebiet,<br />

z. B. fiir Nyland, das Eigentliche Finnland oder Österbotten, in Angriff<br />

genommen werden. Sie besitzt ganz gewiss ein bedeutendes pflanzengeographisches<br />

Intéressé.<br />

6. Scitcnc Arten.<br />

Die obige Durchmusterung der Verbreitung der Arten auf Åland sei mit<br />

einer Krwähnung der bedeutenden Anzahl seltener Elemente abgeschlossen.<br />

Wegen dieser verweise ich im iibrigen auf meine vStudie iiber die Ivaubwiesen,<br />

1917 (=1922 B), Kap. X. Die grosse Anzahl seltener Elemente stcllt cinen der<br />

Zuge dar, welche den Char akter der åländischen Flora schaffen.<br />

Von Botaniken! in Finnland ist oft darauf hingewiesen worden, dass<br />

Åland nie floristisch geniigend erforscht zu werden scheine, trotzdem die<br />

lyandschaft fleissiger von Botanikern besucht worden ist als irgendein anderer<br />

Teil des Reiches. Immer wieder konimt ein bemerkenswerter Fund hinzu.<br />

Dieses beim ersten Blick so seltsame Verhalten erscheint durchaus erklärlich,<br />

wenn man den bedeutenden Kontingent von Arten mit eineni Vorkommen<br />

an nur einer oder der anderen Stelle beachtet.<br />

In meinen Laubwiesenstudien habe ich unter den 324 Arten der Laub-


118 A. Palmgren, Die Arteiizahl als pflaiizcngeograpliisclier Charakter<br />

wiesen 42 als selteii bezeichnet (1915, S. M—48), wovon nach erneuten Untersuchungeii<br />

35 iibrigbleiben. Zieht man die àlânclische urspriingliche<br />

Flora in ihreni ganzen Umfang in Betracht, so kommen zn diesen 35 Arten<br />

weitere 87 hinzu. Die Totalsiimme der seltenen Arten beträgt also 122 tinter<br />

650, mit anderen Worten 18,8%. Wie leicht hatten sich nicht einige dieser<br />

seltenen Arten der Kntdeckiing entziehen können? Und andererseits — wie<br />

Wcihrscheinlich ist es, dass es noch eine oder die andere Art gibt, deren einzelne<br />

Siedelplätze bis auf weiteres der Aufmerksamkeit entgangen sind. —<br />

Die seltenen Arten sind unten aufgezählt:<br />

Seltene<br />

Arten<br />

Salix de pressai<br />

Alnns incana<br />

Rubiis pruinosus<br />

Rosa tornentosa<br />

Tilia cordata<br />

C ar ex vid pi nul<br />

C. neniorosal<br />

C. chordorrhiza<br />

C. arenaria<br />

C. brimnescens<br />

C. loliacea?<br />

C. remota<br />

C. aqiiatilis<br />

C. ornithopiis^<br />

C, moniana<br />

C. livida<br />

C. vaginata<br />

C. lepidocarpa<br />

C. riparia<br />

Juncus haïtiens<br />

Phleum Boehmeri<br />

Alopecurits aristnlatusl<br />

Calamagrostis arnndinacea<br />

Aira praecox<br />

Poa palusiris?<br />

Brachypodinm silvaticum<br />

Eriophorum gracile<br />

Scirpiis caespitosus v.<br />

anstriacus<br />

Siriiihiopteris germanical<br />

Asplenium Ruta muraria<br />

Rlechnum Spicant<br />

Crypiogramma crispa<br />

Botrychium boreale<br />

B. ramosum<br />

B. lanceolatiim<br />

B. simplex<br />

B. matricariae<br />

Equisetiim hiemalel<br />

E. variegatum<br />

E. scirpoides<br />

Lycopodium complanatutn<br />

Fur keine von diesen iiberstieg die Zahl der Fimdorte 10 (erneute Studien<br />

haben diese Zahl jedoch fiir eiuige der Arten {Brachypodinm pinnatnm, Epipactis<br />

pahistris, Cerastinm glutinosnm, Lathyrns montanns, Hypericum hirsiitum,<br />

Athamanta Libanotis, Lathraea Sqiiamaria) iiber die angefiihrte erhöht), fiirniehrere<br />

wird nur einer oder der andere Siedelplatz angegebèn, und doch handelt<br />

es sich hier um ein ausserordentlich genau imtersuchtes Land, Fiir mehrere<br />

Dutzend Arten können mehr als 200 angemerkte I^okalitâten aufgezählt werden.<br />

Die Beschränkmig des Begriffs »seltene» Arten auf solche, die an höchstens<br />

10 Lokahtäten auftreteu, ist natiirhcherweise sehr willkiirhch. In bezug<br />

auf die P'requenz gibt es stete Ubergäuge von seltenen zu häufigen. Diese Zahl<br />

kaim auch nicht ohne weiteres bei einem Vergleich mit einem auderen Gebiet<br />

zum Ausgangspunkt genomnien werden. 10 Fundorte auf Åland bezeichnen ja,<br />

objektiv betrachtet, ein häufigeres Vorkonmien als dieselbe Anzahl Fundorte<br />

beispielsweise auf dem viel grösseren Gotland. Die Vergleichszahlen niiissen<br />

also mit Rucksicht auf die Grosse der Gebiete gewählt werden.


ACTA BOTANICA FIÎXXICA I, X:() 1 119<br />

Lycopodium inimdatum Salsola Kali<br />

Isoè'tes laciistris<br />

Stellaria nemorxim<br />

Sparganium glonieratum ^ St. Holosiea<br />

Potamogeton Zizii<br />

St. longifoHa<br />

P. polygonifolins<br />

Honkenya peploides<br />

P. crispîis<br />

Ntiphar piunilum<br />

P. miicronatusl<br />

Aquilegia vulgaris<br />

P. panormilanns}<br />

Ranunculus circinnatus<br />

P. obtusifolius?<br />

Thalictrum simplex<br />

Ruppia spiralis'^<br />

Corydalis intermedia<br />

R. r ostellut a}<br />

Lepidium laiifolium<br />

Hydrocharis morstis ranae<br />

Alliaria officinalis<br />

Cakile maritima<br />

Spirodela polyrrhiza Crambe maritimal<br />

Lemna gibha<br />

Cardamine silvatica<br />

Allium iirsimitn<br />

Sedum rupestre<br />

Fritillaria Meleagris Potentilla miyior}<br />

Cypripedium calceolus Alchemilla obtusa<br />

Ophrys muscifera<br />

Agrimonia odoratal<br />

Orchis masciila<br />

Vicia lathyroides<br />

O. Traiinsteineri<br />

Lathyrus silvestris<br />

Herminiiim monorchis L. niger<br />

Cephalanthera longifoHa Geranium pratense<br />

Epipactis latifolia<br />

G. dissectum<br />

Microstylis monophylla G. columbinum<br />

Hwniihis Lupiilus<br />

Mercurialis perennis<br />

Rumex hydrolapatlmm Callitriche polymorpha<br />

Suaeda maritima ^^ C. autiminalis<br />

Viola uliginosa<br />

V. riipestris}<br />

V. stagnina<br />

Myriophyllum verticillatum?<br />

Torilis A nthriscus<br />

Oenanthe aquatica<br />

Chimaphila titnbellata<br />

Pyrola media<br />

Androsace septentrion ali s<br />

Samolus Valeran di<br />

Calystegia sepiuin<br />

Ajuga pyramidalis<br />

^ Stachys palustris}<br />

^ Thymus Serpyliiim<br />

Mentha litoralis<br />

Litorella uniflora<br />

A-rperula odorata<br />

Galium trifidutn?<br />

^ Succisa pratensis<br />

Campanula latifolia<br />

Jasione montana<br />

Lobelia dortmanna<br />

Eupatorium cannabi'<br />

num?<br />

liidens cernua<br />

^Artemisia vulgaris<br />

Crépis praemorsa<br />

Ausscr den vorstehend aiigefuhrten Arten gibt es noch einige, fiir vvelclie die<br />

Zahl der unfgezeichneten Fundorten nicht 10 iibersteigt, die aber docli ganz sicher<br />

an weiteren Lokalitäten avifgespiirt werden diirften und dalier nicht initer die<br />

seltenen aufgenomnien sind. Ich meine: Calamagrostis lanceolata, Scirpus parvulus,<br />

Luzula pallescens, Sparganium affine, Sp. simplex, Potamogeton alpinus,<br />

Zanichellia repens, Z. pedunculata, Sagina maritima, Ceratophyllum demersum,<br />

Nymphaea alba, Ranunculus lingua, Bulliarda aquatica, Vaccinium niicrocarpum,<br />

Limosella aquatica, Utricularia minor, Euphrasia gracilis. — Auch unter den<br />

in das Verzeiclinis anfgenomnienen gibt es einige, die bei erneuten Exkursionen<br />

voraussiclitlich aus der Zahl der seltenen ausscheiden werden: Salix depressa?,<br />

Alopecurus aristulatus, Carex vulpina, C. nemorosa, C. loliacea, Struthiopteris<br />

germanica, Equisetum hiemale, Potamogeton mucronatus, P. panormitanus, P.<br />

obtusifolius, Ruppia spiralis, R. Rostellata, Crambe maritima, Potentilla minor,<br />

Agrimonia odorata, Viola rupestris, Myriophyllum verticillatum, Stachys<br />

palustris, Galium trifidum, Eupatorium cayinabiynim.<br />

Worin findet diese hedciitende Anzahl seltener Arten ilire Erklärung?


120 .-î. Palmgren, Die Artenzahl als pflanzengeographischer Charakter<br />

Die Beantwortung dieser Frage setzt eine Kenntnis der Ursachen<br />

voraiis, durch welche das spärliclie Vorkommen der fraglichen Arten bedingt<br />

ist.<br />

Wenigstens die Mehrzahl dieser seltenen lileniente scheint an den 1'lätzen,<br />

wo sie lieute auftreten, gut zu gedeihen. I'Hir zwei von ilmen [Cephalanthera<br />

longifolia und Campanula latijolia) habe ich eine Ausbreitung während<br />

zweier Jahrzehnte konstatieren können. Ks ist also kein Anlass vorhanden,<br />

in ihnen Relikte ans einer vergangenen, kliniatisch giinstigeren Zeit zu sehen,<br />

ein Gedanke, der fur mehrere sclion auch daduroh widerlegt wird, dass sie<br />

auf einem Terrain auftreten, das sich während einer niclit sehr fernen Zeit aus<br />

dem r^Ieer erhoben hat (vgl. die ausfiihrlichere Darlegung 1917, S. G08—<br />

C)09 — 1922 B, S. 112—114), fiir andere dadurch, dass sie in nahegelegenen<br />

Teilen von Fennoscandia nicht selten sind. Die Ursache des spärlichen<br />

V'orkoinniens nuiss also in anderen Uinständen gesucht werden.<br />

Fiir manche Arteu ist sie wohl in einer vergleichsweise schwachen Ausbreitungskapazität<br />

zu finden. Fiir andere diirfte sie in einem spärlichen \'orkommen<br />

in den Gegenden zu suchen sein, woher sich die åländische Flora<br />

zunächst rekrutiert haben mag. Eine bedeutende Anzahl anderer Arten hat<br />

also unter beiden Voraussetzungen alle Aussichten gehabt, friiher einen verfiigbaren<br />

Platz in Besitz zu nehmen.<br />

Ein bedeutender Teil der seltenen Arten Ålands ist nicht dar urn selten, weil<br />

sie sich nicht fiir die herrschenden klimatischen und Standortsverhältnisse eigneten,<br />

sondern dantm, weil sie in der Konhurrenz urn den Ranm, genatier<br />

ausgedriickt in den Voraussetzungen, schnell einen Siedelplatz zu gewinnen,<br />

unterliegen. Dieser Kampf gestaltat sich auf Åland fiir nordische Verhältnisse<br />

zweifelsohne ungemein schwer. Teils ist das Areal, auf dem der<br />

Kampf ausgekämpft wird, unbedeutend, teils bringen es ungewöhnlich gùnstige<br />

Kiima- und Strandortsverhältnisse im Verein mit einer fiir die Besäung<br />

geeigneten Lage (sowohl in bezug auf die Exposition fiir die Bewachsung als<br />

auf den Abstand von einem artenreichen Verbreitungsherd) mit sich, dass<br />

die Zahl der Konkurrenten sehr gross wird.<br />

Es muss im Hinbhck auf das Gesagte wohl am ehesten ein gliicklicher<br />

Zufall sein, der einer Art der hier in Betracht kommenden Kategorie erlaubt,<br />

trotz der schweren Konkurrenz Fuss zu fassen. Solchen Zufällen bietet Aland<br />

ganz sicher einen bedeutenden Spielraum. Der ständige und beträchtliche<br />

Oewinn neuen Terrains in dieser Schärenlandschaft gewälirt hierbei manchen<br />

Arten gûnstige Voraussetzungen. Das eine Mal begûnstigt der Zufall die eine<br />

Art, das andere Mal eine andere. Auch die Lage Ålands erweitert den Spielraum<br />

des Zufalls. Die Entfernung von den Gegenden, von denen die Rekru-


ACTA BOTAXICA FIvNNICA 1, N:o I 121<br />

tieriing der siiclländisclieii Arten stattgefiinden hat, ist zwar recht betraclitlidi,<br />

aber doch viel geringer als beispielsweise die entsprechende Entferiiung<br />

bis zu deni iibrigen Finnland. Ebenso ist die Exposition fiir die Bewachsiing<br />

recht giinstig. Ein Ziifall kann eine Art selbstverständlicli leichter hierherbringen<br />

als beispielsweise nach dem kontinentalen Finnland. Aland gewährt<br />

dem Zufall in verscJiiedenen Hinsichten einen guten Spielraum.um auch Arten<br />

mit geringer en Aussichten zur Ausbreitung förderlich zu sein.<br />

Hierin liegt wohl ein wesentlicher Grund zii der grossen Zahl seltener Eleniente<br />

und mithin auch zu der hohen Artenzahl iiberhaupt.<br />

Das Problem der seltenen Arten wird in »luig. Warmings Lehrbuch der<br />

ökologischen Pflanzengeographie» (Fiinfte Eieferung, 1918) behandelt. Im<br />

120. Kapitel (Allgemeine Sätze iiber Besiedlung von Neuland. Waffen der<br />

Arten in ihren Kampfen. Seltene Arten) fesseln die folgenden Ausfiihrungen<br />

(S. 940):<br />

»Seltene Arten. Der Kanipf der Ptlanzen untereinander erhält einen floristisclien<br />

Ausdruck auch in den seltenen Arten, die bei vielen botanischen vSanimlern<br />

bekanntHch die Hauptrolle spielen-.<br />

Eine Art kann in eineni Gebiete aus verschiedenen Griuiden selten sein:<br />

1. weil passende Standorte fehlen, z. B. Felsenboden ini Flachlande,<br />

2. weil sie ein Ansiedler ist imd auf ihrer Wanderung eben erst in das betreffende<br />

Gebiet gekomnien ist, aber vielleicht Jahr fiir Jahr häufiger werden<br />

wird {Helodea Canadensis in Europa, Senecio vernalis usw.),<br />

3. weil sie eine »Reliktenpflanze» d, h. ein Rest einer friiheren,<br />

nun verdrängten Vcgetatio:i ist,<br />

4. weil sie eine nen entstandene Art ist (eine endeniisclie Pflanze).»<br />

Die Ursachen dazu, dass Arten in einem Gebiet selten sind, lassen sich<br />

nicht alle in dem vorstehend abgedruckten Schema unterbringen.<br />

So ist die grosse Zahl seltener Elemente auf Åland keine Folge eines<br />

Mangels an gunstigen Ståndorten; geeignete Standortsverhältnisse stehen<br />

vielmehr in ungewöhnlicher ^fenge zur Verfiigung. Die seltenen Arten sind<br />

ferner weder Relikte noch endemisch, — Eine oder die andere der Arten ist<br />

allerdings ganz sicher in sehr später Zeit in Åland eingewandert und hat vielleicht<br />

Aussicht, sich weiter auszubreiten, wie es auch wahrscheinlich scheint,<br />

dass sich die Flora Ålands noch uni eine oder die andere der siidlicheren<br />

Arten bereichem wird, die gegenwärtig in Uppland anzutreffen sind, aber<br />

Åland nicht erreicht haben (siehe 1917, S. 611 = 1922 B, S. 114—115). In<br />

Anbetracht des Zeitraums (einige tausend Jahre), während dessen Åland<br />

seine Flora empfangen hat und die \''erhältnisse fiir die sudlichen Elemente<br />

giinstige gewesen sind (vgl. 1915, S. 22), kann dessen Kontingent an seltenen<br />

Arten jedoch nicht unter der Kategorie »Ansiedler»untergebracht werden.


11 f) A. Palmgren, Die Arteiizahl als pflanzengeograpliischer Cliarakter<br />

Die seltenen Arten Ålands fallen niithin ini grossen ganzen nicht innerhalb<br />

des Warmingschen Schemas. Diese Artcn sind selten nicht ivegen<br />

ungeeigneter Verhältnisse {klimatischer oder edaphischer), Relikten- oder<br />

endemischer Natur oder ivegen spelter Einwanderung, sondern darum, weil sie<br />

in der Konkiirrenz urn den Raum den iibrigen Arten nnterliegen. Ihre Ausbreitimgskapazität<br />

ist unter den bestehenden Verhältnissen zii schwach (vgl.<br />

oben). Sie scheinen dagegen alle \''oraussetzungen dazu zu haben, ihre<br />

einnial gevvonnenen Siedelplätze zu behaupten.<br />

Was hier von Åland gesagt worden ist, hat offenbar seine Giiltigkeit<br />

auch fiir anderer Gebiete, in uni so höherem Grade, je artenreicher die Flora<br />

ini Verhältnis zuni Areal des Gebietes ist.<br />

Kinige Zitate aus A. DE CANDOLLR, Kap. VI (Répartition des individus<br />

dans l'habitation de l'espèce) scheinen zu beleuchten, was oben iiber die seltenen<br />

Arten auf Åland ausgefùhrt worden ist. S. 462 heisst es:<br />

»Plus il y a dans un pays d'espèces différentes qui peuvent se disputer la<br />

place sur chaque station, moins il y aura d'espèces agglomérées. Ainsi, on doit<br />

tronver généralement moins d'espèces sociales dans les pays équatorianx, où la<br />

végétation est riche en espèces, que dans nos régions boréales. M. de Humboldt<br />

l'a vérifié directement {Prolegomena, IV, p. 21) pour l'Amérique du sud. Les<br />

plaines de cette partie du monde lui ont offert peu d'espèces sociales; mais il en<br />

a remarqué plusieurs dans les parties élevées de la chaîne des Andes, conséquence<br />

naturelle de circonstances moins favorables. Gardner (a) ne pouvait citer dans<br />

l'intérieur du Brésil qu'un seul arbre dicotylédone qui fût social, comme nos<br />

sapins, nos chênes, etc., c'est le Moghania glabrata, Saint-IIil. On en trouverait<br />

davantage à la Nouvelle-Hollande, et surtout dans les petites îles de l'Océan<br />

Pacifique, parce que les espèces y sont moins nombreuses pour chaque station.<br />

Le Cap semble avoir moins d'espèces sociales que nos régions tempérées de l'Europe<br />

(b). On s'en étonnera peut-être à cause de la sécheresse de plusieurs districts<br />

de cette vaste région; mais le nombre considérable des espèces étant un<br />

des traits caractéristiques de ce singulier pays, chacime doit avoir peu place<br />

dans chaque localité.»<br />

Unter der tJberschrift »De la vulgarité ou diffusion, et de la rareté, dans<br />

un pays étendu et dans l'habitation de l'espèce en général» lesen wir u. a.<br />

(S. 463):<br />

»Pour chaque espèce en particulier, la proximité de sa limite d'habitation<br />

est ime cause qui la rend plus rare. Il est évident que. si une plante ne peut pas<br />

dépasser une certaine ligne, par exemple, à cause de la température, elle ne trouvera<br />

en deçà de la ligne et dans son voisinage qu'un petit nombre de localités<br />

assez chaudes ou assez fraîches pour elle. De même, si la limite est déterminée<br />

par la fréquence ou la distribution des phxies, il y aura plusieurs endroits trop<br />

humides. L'observation montre que les espèces sont toujours rares près de<br />

leur limite, et que, graduellement, les locahtés deviennent plus nombreuses.»


ACTA 1U)TANICA FIvNNICA 1, X:o 1 123<br />

Wie in dem letzteii der Zitate betont wird, treten die Arten an ihren Grenz<br />

linien in der Regel spärlich auf. Wo diese lyinien durch iingiinstige I^ebensverhältnisse<br />

bedingt sind, wie in der obigen Äusserung vorausgesetzt wird,<br />

scheint das Gesagte aiicli dtircliaus erklärlicli. Daraus folgt jedoch nicht,<br />

dass jedes spärliche Auftreten an einer Grenzlinie ungiinstige Verliältnisse<br />

widerspiegle. Das ist beispielsweise nicht der Fall mit den Arten auf Åland,<br />

die ich in diesem Kapitel behandelt habe. Kin spärliches Auftreten an einer<br />

Grenzlinie kann sich ganz natiirlich auch daraus erklären, dass die vorhandenen<br />

Fundorte die äussersten Vorposten darstellen, bis wohin die Art von ihreni<br />

eigentlichen Verbreitungsgebiet zu gelangen vermocht hat (vgl. S. 103).


V.<br />

Der Zufall als pflanzengeographischer Faktor.<br />

Pjlanzen geograf h ische F akt or en.<br />

Ich liabe in dieser Studie auf einige Umstände aufmerksain niachen wolleii,<br />

die einen offensichtlichen Kinfliiss auf die Gestaltung der åländischen<br />

Flora ausgeiibt haben und die auch ein allgemeiîieres pflanzengeographisches<br />

Interesse zu besitzen scheinen.<br />

Die Behandlung ist nur präliminär^ gewesen. Die besprochenen Faktoren<br />

sind zum Teil von einer Natur, dass sie sich schwer durch handgreifliclie Tatsachen<br />

beleuchten lassen. Ich denke beispielsweise an die Exposition fur die<br />

Bewachsung, an den Schärenlandschaftscharakter Ålands. Sie sind dazu teilweise<br />

von der Art, dass sie einen gleichartigen Einfluss auf die Vegetation<br />

ausiiben diirften. Es ist infolgedessen auch in vielen Fallen schwer, sie in<br />

ihren Wirkungen auseinanderzuhalten. Dies ist auch fiir die Disposition der<br />

vorhergehenden Darlegung ausschlaggebend gewesen.<br />

So wirken die I^andhcbung und die Schärenarchipelnatur des Gebietes<br />

in vielen Hinsichten Hand in Hand; sie unterstiitzen sich gegenseitig. Die<br />

Ivandhebung ware als Faktor viel weniger effektiv, ihre Einwirkung viel<br />

schwerer nachweisbar, wenn die Länge der Strandlinie geringer ware. Die<br />

Schärenarchipelnatur Ålands gewinnt andererseits einen grösseren Einfluss,<br />

weil die Landhebung hinzukommt.<br />

Ebenso findet man in der Entfernung und der Exposition fiir die Bewachsung<br />

zwei Faktoren, die sich in vielen Fallen nur schwer getrennt halten<br />

lassen. Ein geringerer Abstand bedeutet schon an sich Voraussetzungen<br />

zu einer giinstigeren Exposition fiir die Bewachsung als ein grösserer. Es<br />

ist schwierig, zuni Vergleich zwei Gebiete zu finden, die sich bei im iibrigen<br />

gleichen Voraussetzungen offensichtlich in einer der beiden Hinsichten unterscheiden.<br />

Man muss sich ganz sicher oft mit einem Hinweis auf beide zusammen<br />

begniigen.<br />

Ich habe hervorgehoben, wie es durchaus nicht gleichgiiltig ist, ob die


ACTA BOTANICA FENNICA 1. N.o 1 125<br />

der Vegetation zu Gebote stehenden Standortsareale in einem Gebiet zusainmenhängender<br />

oder in zahlreichere, aber kleinere Flecken zersplittert<br />

sind. Das tatsächliche Verhalten in dieser Beziehung stellt mit anderen Worten<br />

ein bedeutsames pflanzengeographisches Moment dar; wir haben damit<br />

wie mit einem Faktor — in Wirklichkeit einem Komplex von Faktoren — zu<br />

rechnen. Dass dieser Umstand einwirkt, ist theoretisch sehr natiirlich, aber<br />

schwer nachzuweisen. Es ist auch in diesem Fall nicht leicht, zwei sonst<br />

gleichgestellte Gebiete zu finden, die in den beriihrten Hinsichten deutliche<br />

Differenzen aufweisen.<br />

Was oben hervorgehoben worden ist, gibt uns Veranlassung, den Begriff<br />

pflanzengeographischer Faktor etwas naher zu betrachten.<br />

Es ist meist eine schwierige Aufgabe, die Wirkung eines pflanzengeographischen<br />

Faktors durch Beispiele oder exakte Tatsachen zu beleuchten. Nur<br />

bis zu einem gewissen Grad und nur fiir gewisse Faktoren kann dies experimentell<br />

geschehen. Sehr oft ist man darauf angewiesen, lediglich in der Natur<br />

mit ihrer Fiille von Erscheinungen die nötigen Tatsachen aufzuspiiren<br />

und zu isolieren. In dem einen wie dem anderen Fall gilt es ganz natiirlich,<br />

wenn man die Wirkung eines gewissen Faktors ermitteln will, die Nebeneinflùsse<br />

anderer Faktoren nach Möglichkeit zu eliminieren. Dies ist eine schwierige<br />

Aufgabe. Man darf nicht ausser acht lassen, dass kein Zug in den Erscheinungsverhältnissen<br />

das Resultat nur einer, ja einiger weniger wirksamer<br />

Kräfte ist, wenn auch einer der in Betracht konnnenden Faktoren als der<br />

i m vorliegenden Fall ausschlaggebende erscheinen kann. Es kann also kein<br />

Faktor ganz freistehend studiert werden. Daher fällt es auch sehr schwer zu<br />

entscheiden, in welchem Mass die Einwirkung anderer Faktoren ruhig eliminiert<br />

werden kann, ohne dass dies etwa zu irrigen Resultaten iiber die wirkliche<br />

pflanzengeographische Bedeutung desjenigen Faktors fiihrt, den man<br />

untersuchen will.<br />

Wir können also davon ausgehen, dass jedes Verbreitungsverhältnis das<br />

Resultat eines Zusammcnspieh oder Komplexes von wirksamen Kräften ist.<br />

Diese Kräfte liegen teils in der eigenen Natur der Pflanze (die endogenen<br />

Faktoren), teils in der Aussenwelt (die exogenen; vgl. ENGLER 1912, S. 222).<br />

Sie sind also von sehr verschiedenartigem Charakter. Was im allgemeinen<br />

unter dem Namen pflanzengeographische Faktoren gegangen ist, ist ja iibrigens<br />

auch recht heterogener Art. ]\ranche von ihnen sind offenbar komplexer<br />

Natur, andere sind wahrscheinlich mehr oder weniger einfache Kräfte.<br />

Eine voile Konformität der Begriffe kann kaum bestimmt gefordert werden,<br />

solange die Spezialforschung nicht die wirkenden Umstände i m nötigen Grad<br />

festgestellt und analysiert hat; kollektive Begriffe miissen wie u. a. in der


126 A. Painijoen, Die Arteiizalil als i^flaiizengeographi.scher Cliarakter<br />

Systematik neben einfaclieii Platz finden. In den wirksamen Faktorenkoniplexen<br />

iibt jeder Faktor fiir sich seinen Einfluss ans, aber nur in einern hcstimmten<br />

Zusammenwirken unter ihnen alien findet man die nötige Voraussetzung zu<br />

einem gewissen besteJienden Verhalten.<br />

iCs stellte sich der Pflanzeiigeograpliie schoii bei ihrein ersten Beginii als<br />

eine naturliclie und griiiidlegende Aufgabe, den Einflitss der verschiedeiien<br />

pflanzengeographischen Faktoren je fiir sich auf^uklären. Aber die Pflanzengeographie<br />

kaiin sich iiicht hiennit begniigen. Der Umstand, dass die<br />

Faktoren iinnier koniplexartig wirken, erfordert aitsserdem unabweislich ein<br />

möglichst vielseitiges Studium der verschiedeiien Arten ihres Zusammenwirkens,<br />

mit anderen W^orten der Faktoren, wie sie in gesammelter Starke<br />

in der Natur wirken. Diese Aufgabe ist ganz natiirlich noch schwieriger als<br />

die vorhergehende und fällt ihrer ganzen Aufstellung nach sehr relativ aus.<br />

Die verschiedeiien pflanzengeographischen Faktoren koniien begreiflicherweise<br />

in der Natur auf sehr verschiedene Weise, in verschiedener Kombination<br />

und vor allem in sehr verschiedener relativer Stärke zusammenwirken.<br />

Insbesondere ist dies natiirlich der Fall bei dem Zusammenwirken zwischen<br />

den endogenen und den exogenen I'aktoren. Viele Faktoren greifen ganz<br />

natiirlich intim und regelmässig ineinander ein, manche können kaum<br />

umhin, es zu tun, andere beriihren sich nur unter gewissen Verhältnissen.<br />

Wo wir vor einem bestimmten Ersclieinungsverhältnis stehen, können wir<br />

oft einzelne Faktoren aufzeigen, die deutlich absolute Voraussetzungen<br />

des bestehenden Verhältnisses gebildet haben. Ks wird wahrscheinlich<br />

nie niöglich werden, sie alle mit Sicherheit zu nennen. Wo ein bestimniter<br />

Modus des \'orkomniens unter, wie es uns scheint, ständig gleichartigen<br />

Verhältnissen wiederkehrt, da scheinen wir berechtigt, die Erscheinung<br />

als gesetzmässig zu betrachten. Wo wir notieren, dass eine Art an einem<br />

gewissen Platz nicht vorkommt, ist es ebenso in vielen Fällen möglich<br />

nachzuweisen, dass dieses Fehlen darin einen natiirlichen Grund hat, dass<br />

diese oder jene unabweisliche Bedingung nicht vorhanden war; das Fehlen<br />

der Art ist also leicht erklärbar. Wir hatten mit anderen Worten schon i m<br />

voraus bei der Kenntnis der Natur der Art und der herrschenden Bedingungen<br />

das notierte Verhalten voraussehen können. In anderen Fällen<br />

scheinen hinwieder alle einzelnen Bedingungen fiir das Vorkommen einer<br />

gewissen Art vorhanden gewesen zu sein; wir können nicht finden, dass<br />

die Voraussetzungen geringere gewesen wären als an einer gleichartigen<br />

lyokalität, wo sie vorkommt. Das Fehlen diinkt uns hier rätselhaft und,<br />

gegen den Hintergrund des iibrigen Vorkoniniens gestellt, ztifällig. Wir<br />

miissen hier vielleicht damit rechnen, dass die einzelnen \'oraussetzungen


ACTA 1U)TANICA FIvNNICA 1, X:o 1 127<br />

des \'()rkoiiiniens zwar je jiir sich bestanden liaben, dass aber die erforderliche<br />

Kombination der Bedingungen in einem oder deni anderen bedeutungsvollen<br />

Moment nicht vorhanden gewesen ist. Bei der Verschiedenheit<br />

der einzelnen Bedingungen eines Vorkommens liegt diese Möglichkeit<br />

offenbar jederzeit nalie. Darin liegt wohl zuni wesentliclien Teil<br />

der Grund zu dem Gepräge des Zufälligen, der in so vielen Hinsichten die<br />

Verliältnisse des Vorkommens kennzeichnet und der auch in dieser Studie<br />

des öfteren hervorgehoben worden ist. Je mehr man sich in die Einzelheiten<br />

der Vegetation vertiejt, desto mehr treten Fälle hervor, die uns den Stempel<br />

dieses rein Zufälligen zti tragen scheinen. Und diese Fälle sind so zahlreich,<br />

dass man, wenigstens vorläiijig, herechtigt nnd gezwungen zu sein scheint, mit dem<br />

Zufall als einem wirklichen Faktor hei der pflanzengeographischen Erörterung<br />

zu rechnen.<br />

Was oben hervorgehoben worden ist, gibt mir Anlass, den Begriff des Zufalls<br />

als pflanzengeographisches Problem etwas näher zu besprechen. Ich<br />

bin hierbei gezwungen, in einigen Punkten zu wiederholen, was auf den nächst<br />

vorhergehenden Seiten ausgefiihrt worden ist.<br />

Der Zufall als pflanzengeographischer<br />

Faktor.<br />

In dieser vStudie ist in verschiedenem Zusammenhang (z. B. S. 31, 41, 61,<br />

91, 1'12, 120 — 121) auf den Zufall als bei manchem Krscheinungsverhältnis<br />

einwirkenden Umstand hingewiesen worden, Seinen unzweifelhaften, aber<br />

iibersehenen Einfluss liabe ich friiher in meiner Studie iiber die Laubwiesenvegetation,<br />

später in meiner Studie »Die Entfernung als pflanzengeographischer<br />

Faktor» (siehe 1917, z. B. S. 592, 596, 619 = 1922 B, S. 98, 101, 122; 1921,<br />

S. 54) geltend geniacht. Die Frage verdient, näher entwickelt zu werden.<br />

Kann man vom Zufall als pflanzengeographischem Faktor sprechen?<br />

Das Vorkommen und die Verbreitung einer Art beruhen teils auf deren<br />

eigenem Wesen: deren Anspriichen an Wärme, Wasser, Nahrung u. a., deren<br />

Voraussetzungen zu mehr oder weniger schneller, mehr oder weniger effektiver<br />

Ausbreitung, teils auf den herrscheriden oder friiher lierrschend gewesenen<br />

geographischen, topographischen und meteorologischen Bedingungen.<br />

Die einzelnen Faktoren wirken innerhalb gewisser Grenzen, greifen<br />

auf verschiedene Weise ineinander ein. Sie geben der \^erbreitung gewisse<br />

Möglichkeiten, setzen der Wanderung gewisse natûrliche Grenzen. Innerhalb<br />

dieser Grenzen machen sich die grösseren oder geringeren Ausbreitungsbedingungen<br />

der einzelnen Art geltend. Hierbei tritt offenbar der Zufall<br />

als in ausgedehntem Masse einwirkender Umstand auf, bald begiinsti-


11 f) A. Palmgren, Die Arteiizahl als pflanzengeograpliischer Cliarakter<br />

gend, bald henimend. Ganz besonders muss er beim Studium der Verbreitung<br />

im Detail zu Gesicht kommen.<br />

Da ich also den »Zufall» unter die pflanzengeographischen Faktoren aufnehmen<br />

will, habe ich. hier zu präzisieren, weldie Bedeutung ich in diesen<br />

Begriff hineinlege.<br />

Die unreflektierte Weltanschauung bezeichnet mit »Zufall» gewöhnlich<br />

nui den reinen Gegensatz zur Gesetzmässigkeit: »whatever (it is supposed)<br />

cannot be ascribed to any law is attributed to chance» (vgl. J. ST. MILL: A<br />

System of Logic Ratiocinative and Inductive. The Silver Library Ed., 1906,<br />

Book III, Ch. XVII, § 2 (S. 345)). Die Wissenschaft hat keine Veranlassung,<br />

den Begriff Zufall in diesem negativen Sinn anzuwenden. Die Wissenschaft<br />

nimnit an, dass alle Erscheinungen, mit denen sie sich befasst, unausweichlich<br />

aus vorhergehenden Ursachen entspringen. Aber wir sind berechtigt,<br />

den Begriff Zufall in relativem Sinn zu gebrauchen. In dieser Bedeutung wird<br />

er angewendet (RUDOLF EISLER: Wörterbucli der philosophischen Begriffe,<br />

1910, Dritte Auflage, Bd. Ill, S. 1903), uni zu bezeichnen: »1) das Eintreffen<br />

unbeabsichtigter, unvorhergesehener, aber kausal bestimmter Ereignisse, 2)<br />

das Zusammentreffen zweier, in keinem (direkten) Kausalzusammenhang<br />

stehender Ereignisreihen, das einer Berechnung nicht zuganglich ist, so aber,<br />

dass sowohl jeder der Vorgänge Wirkung einer Kausalreihe, als auch das<br />

Zusammentreffen beider Kausalreihen i m Weltzusammenhang begrùndet<br />

sein muss. Das Z u f ä 11 i g e (s. Accidens, Kontingenz) in dieseni Sinne ist<br />

das (fiir uns) nicht gesetzlich Bestimmbare, nicht zur Allgemeinheit und Notwendigkeit<br />

des Gesetzes Erhebbare. Eine grosse Rolle spielt der »Zufall»,<br />

bedingt durch das Zusammentreffen von verschiedenen Kausalreihen sowie<br />

durch die Individualitäten, in der Geschichte (s. Soziologie).»<br />

Namentlich im letzteren Sinn kommt dem Begriff Zufall in unserer praktischen<br />

Weltanschauung eine grosse und tiefgreifende Bedeutung zu. Wir<br />

stellen ihn unter die pflanzengeographischen Problème ein:<br />

Untersucht man den Begriff »Ursache» in seiner Anwendung auf das Vorkonunen<br />

einer Pflanze, so findet man, dass er sich in eine grosse Anzahl einzelner<br />

Umstände oder Faktoren auflöst. Jeder von diesen iibt oder hat einen<br />

gewissen Einfluss ausgeiibt, aber nur zusammen konstituieren sie die nötige<br />

V'oraussetzung zu dem bestehenden Erscheinungsverhältnis. Nur einen gewissen<br />

Umstand als Ursache anzugeben, ist also nicht korrekt; es bedeutet<br />

eine Unvollständigkeit. Es miissen sämtliche unerlässlichen Bedingungen<br />

während einer gewissen, oft recht beschränkten Zeitperiode vorhanden gewesen<br />

sein. — Die einzelnen pflanzengeographischen Faktoren sind teilweise<br />

von ganz verschiedener Natur (die endogenen und die exogenen Faktoren)


ACTA BOTAXICA FIvNNICA 1, N:o I 129<br />

uiid steheii demgemäss oftmals in keinem orgaiiischen Zusammenhang. Sie<br />

könneii offeiibar auf sehr verschiedene Weise und mit sehr wechselnder relative!<br />

Stärke ineinander eingreifen. Wie dies ira einzelnen Fall geschieht, lässt<br />

sich aiigenscheinlicli oft iiberhaupt nicht voraussehen. Es ist also niclits in<br />

jedem seiner Details »gesetzlich Bestimnibares». Das Resultat des Kingreifens<br />

der Faktoren stellt mitliin in dein vorausgesetzten Fall auch niciits in jedem<br />

Detail »zur Allgemeinheit und Notwendigkeit des Gesetzes Erhebbares» dar.<br />

Das Zufällige Uegt also hier bloss in der Art hzw. dem Zeitpunkt des Ziisammenspiels<br />

der Kombination der wirksamen Faktoren, nicht in dem Wirken der<br />

Faktoren an sich.<br />

Wir schhessen also hei der pflanzengeographischen Erörterung in den Begriff<br />

Zufall einen Ursachenkomplex ein, welcher so znsammengesetzt ist, dass<br />

die wissmschaftliche Forschung sich wemgstens zurzeit nicht einmal die Atifgabe<br />

stellen känn, seine éventuelle innere Gesetzmässigkeit ins reine zu bringen.<br />

Der Znfall stelU sich also wenigstens scheinhar als eine Einheit dar und<br />

diirfte kaum änders wie als solche hehandelt werden können. Einen solchen Ursachenkomplex<br />

scheinen wir herechtigt und gezwungen zu sein, in der Pflanzengeographie<br />

wei^igstens vorlätifig als ein wirksames Moment unter anderen zu<br />

betrachten. Noch steht die Pflanzengeographie nicht vor der Möglichkeit, jedes<br />

Erscheinungsverhältnis in eineni oder dem anderen positiven Gesetz<br />

begrundet zu finden. Es diirfte fiir die Pflanzengeographie von Bedeutung<br />

sein, dies festzustellen.<br />

Es scheint angebracht, hier zur Beleuchtung des Gesagten noch einige<br />

konkrete Beispiele anzuflihren, die uns Exponenten fiir das Spiel des Zufalls<br />

zu bilden scheinen:<br />

Eine seltene Art kommt an einer gewissen I^okalität vor, fehlt aber an<br />

ganz ähnlichen in der Umgebung. Dazu, dass die Art gewisse Voraussetzungen<br />

gehabt hat, in der Gegend Fuss zu fassen, haben verschiedene begiinstigenden<br />

Umstände beigetragen. Dass es ihr aber tatsächlich gelungen ist, diesen<br />

einzelnen Platz zu erobern, wozu die Aussichten offenbar nicht gross gewesen<br />

sind, da die Zahl der Fundplätze nicht grosser geworden ist, dabei<br />

hat ganz sicher ein gliicklicher Zufall niitgewirkt. Ein Zufall ist es ohne Zweifel<br />

auch, dass der Siedelplatz gerade der betreffende und nicht ein anderer,<br />

ähnlicher der Gegend geworden ist. In dieseni Fall scheint man berechtigt,<br />

auf den Zufall als den letzten Endes wirksamen pflanzengeograph-schen<br />

Faktor hinzuweisen.<br />

Werfen wir zum Bew^is fiir das Gesagte einen Blick auf das Vorkommen<br />

der seltenen Arten in der Ivaubwiesenvegetation. Die Fundorte liegen iiber<br />

ganz Åland zerstreut, am dichtesten jedoch ganz natiirlich in den westlichen


130 A. Palmgren, Die Artenzalil als pflanzengeographischer Cliarakter<br />

Teilen, wo die Artenzahl am grössten i st. Im ûbrigen macht sich eine vollkommene<br />

Planlosigkeit geltend. Von den Arten der I^aub-wiesenvegetation<br />

haben bsispielsweise Alniis incana und Geranium columbinum je einen einzelnen<br />

Fundort im nördlichen Åland, die untengenannten hinwieder einzelne<br />

oder wenige Fiindorte in den siidlichen Teilen der Ivandschaft: Rubus pruinosus,<br />

Carex ornithopus, Stcllaria Holostea, Corydalis intermedia, Sedum rupestre,<br />

Potentilla minor, Mcrcurialis perennis, Hypericum hirsuium, Campanula latifolia.<br />

Die folgenden treten zerstreiit in verschiedenen Teilen der Ivandschaft<br />

auf, fiir jede wird die Zahl der Fundorte und in Klammern die Zahl der<br />

Kirchspiele, auf die sich die Fundorte verteilen, angegeben: Rosa tomentosa<br />

4 (4), Tiliä cor data 2 (2), Phleum Boehmeri 9 (6), Br achy podium silvaticum<br />

8 (5), Allium ursinum 4 (3), Fritillaria Meleagris 4 (3), Cypripedium<br />

calceolus 2 (2), Ophrys muscifera 1 (4), Orchis mascula 10 (3), Herminium<br />

monorchis 3 (1), Cephalanthera longifolia 9 (4), Epipactis latifolia 6 (4), Vicia<br />

lathyroides 4 (2), Lathyrus silvestris 6 (4), L. niger 7 (4), Geranium dissectum 8<br />

(5), Viola stagnina 3 (2), Ajuga pyramidalis 3 (3), Asperula odorata 9 (5), Crépis<br />

praemorsa 8 (4).<br />

Ein anderes Beispiel.<br />

Ich beriihre in einer friiheren Studie (1921) das Verhalten, dass die Laubwiesenvegetation,<br />

die schon ostwärts auf Åland immer artenärmer wird, auf<br />

dem finnländischen Kontinent immer mehr an Arten verliert. Die Ursache<br />

hierzu habe ich in gewissem Masse der zunehmenden Entfernung von einem<br />

westlichen Ausbreitungszentrum zugeschrieben. Von den Arten der åländischen<br />

Ivaubwiese gehen einige weiter,anderewenigerweitnach Osten. Manche Arten<br />

weisen isolierte Siedelplätze niehr oder weniger weit nach Osten auf (vgl. S. 61<br />

der vorliegenden Studie). Es ist oft die Frage aufgeworfen worden, wie diese<br />

isolierten Vorkommnisse zu erklären sind. Weshalb komnit gerade diese siidliche<br />

Art an diesem entlegenen isolierten Platz vor? Das Verhalten scheint<br />

sich in manchen Fallen aufzuklären, wenn man nicht die fraglichen Arten an<br />

sich betrachtet, sondern sie als Elemente einer Vegetation sieht, deren Artenzahl<br />

während des Vordringens hierher stark reduziert worden ist. Die Reduktion<br />

ist offenbar in bezug auf ihre qualitative Natur in höhem Grade durch den blossen<br />

Zufall bestimmt worden. Das eine Mal hat der Zufall die eine Art, das<br />

andere ^lal die andere begiinstigt. — Auf Åland gestalten sich die Artenverluste<br />

in der Ivaubwiesenvegetation fiir die mehr nach Osten gelegenen<br />

Kirchspiele Föglö, Saltvik und Sund ungefähr gleich gross. Die verloren gegangenen<br />

Arten sind dagegen nur zum Teil Föglö (siidlich von der Ivumpar-<br />

Föhrde) sowie Saltvik und Sund (nördlich von der genannten Föhrde [=fjärd])<br />

gemeinsam. Der Zufall tritt hier deutlich hervor, —


ACTA BOTAXICA FIvNNICA 1, N:o I 131<br />

Wie hat sich die Pflanzengeograpliie gegeniiber dem Ziifall als wirksaniem<br />

Moment verhalten?<br />

In den einleitenden Worten seines Ilandbuchs der Pflanzengeographie<br />

1890 definiert DRUDR die Aufgabe der Pflanzengeographie folgendermassen:<br />

»Unter Pflanzengeographie verstehen wir die wissenschaftliche Betrachtungsweise<br />

der Flora im lyichte der physikalischen Geographic: ihre Aufgabe<br />

bestelit in der Erforschung der Gesetzmässigkeit der verschiedenartlgen Verhreitung<br />

von den Elementen dieser Flora iiber die Erdoberfläche, und in der<br />

Erforschung der Wechselbeziehungen zvvischen der Erscheinnngsweise des<br />

Pflanzenlebens und seinen mit der geographischen Lage sich verändernden<br />

äusseren Bedingungen.»<br />

Die Pflanzengeographie sucht die Gesetze fiir die Verbreitung der Pflanzen<br />

auf. Je mehr die Porschung fortgeschritten ist, desto niehr haben Verhältnisse,<br />

die friiher rätselhaft erschienen vvaren, ihre natiirliche Erklärung gefunden. Man<br />

hat in manchem Fall Gesetzmässigkeit gefunden, wo friiher Verwirrung zu<br />

herrschen schien. Man hat sich dabei vielleicht verlocken lassen, einen positiven<br />

Erklärungsgrund fiir beinahe jede Verbreitungsform zu erwarten. Hierin<br />

ist man jedoch offenbar zu weit gegangen. In manchem Fall verbirgt sich<br />

ganz sicher der Zufall als nächstliegender Erklärungsgrund. Andeutungen<br />

hieriiber fehlen auch nicht in der Iviteratur. Aher die Pflan-<br />

1) Einige Beispiele hierfiir ans der klassischcn Literatur scheinen ani Platze<br />

zu sein.<br />

Ini Zusamnienhang mit der Flora der Galapagos-Inseln schreibt Engi^ER<br />

(1882, S. 182):<br />

»Da von den 374 Arten der Galapagos-Inseln 181, also etwa 50 % endemisch<br />

sind, ein grosser Theil der nicht endeniischen Formen aber erst in neuercr Zeit<br />

dahin gelangt sind, so sehen wir, dass auch hier die Einwanderung iiber das<br />

Meer hinweg beschränkt ist. Nur besondere Zufälle begiinstigten das Einwandern<br />

der einen oder andern Art, die Einwanderung war keine stetige, wie auf<br />

dem Continent, es trat also auch Isolirung der Nachkommen ein imd die Entwicklung<br />

von neuentstandenen Eigenthiimlichkeiten war nicht durch Vermischinig<br />

mit Nachkommen des alten Typus beeinträchtigt. Dass eben nur<br />

gewisse Zufälle bei dem Transport der Samen nach den Galapagos-Inseln wirkten,<br />

das sehen wir auch daran, dass jede der Insehi eine erhebliche Anzahl endeniischer<br />

Formen besitzt, so Charles 42, Chatham 28, James 24, Albemarle 19,<br />

Indefatigable 10.»<br />

In dem Kapitel »Flora der Insehi» von DRUDES llandbuch der Pflanzengeographie,<br />

1890, fesseln in der Besprechung folgende Worte (S. 135):<br />

»— — — — Der Möglichkeiten sind zu viele, imd das Schicksal der Arten<br />

in ihrer Verbreitung ist gewiss oft wechselvoll gewesen. — — — — »<br />

Bei W a r m i n g-G r a e b n e r: Eng. Warmings Lehrbuch der ökologischen<br />

Pflanzengeographie (1914 — 1918) stossen wir auf folgende Sätze:


132 A. Palmgren, Die Artenzalil als pflanzengeographischer Cliarakter<br />

zengeographie hat zweifelsohne darin ein Vcrsäumnis anziimerken, dass<br />

sie nicht mit diesem Zufall als einem wirklichen, in weitem Umfang<br />

wirksamen Faktor gerechnet hat, der gleich anderen F aktören eine Untersîichung<br />

erfordert hätte. Hiervon zeiigen schon die zusainmenfassenden<br />

Handbiiclier der Pflanzengeographie. Unter den darin beliandelten Faktoren<br />

siicht man vergebens nach deni Zufall. — Dass der Zufall<br />

tatsächlicli einer Unmenge von Erscheinungsverhaltnissen zugrunde liegen<br />

muss, ist jedoch. durchaus natiirlich.. Es ist ebenso selbstverständlich,<br />

vvie dass dem Zufall bei der Ausgestaltung der geschiclitliclien Entwicklung<br />

der Menscliheit eine bestimmende Rolle zugekommen ist, und dass man<br />

in bezug auf die kiinftige Entwicklung nach wie vor mit diesem Zufall als<br />

einem sehr bedeutungsvollen Faktor zu rechnen hat.<br />

Dass der Zufall als wirklicher pflanzengeographisclier Faktor so sehr<br />

der Aufmerksamkeit entgangen ist, erklärt sich am ehesten aus zwei<br />

Umständen. Teils ist sein Einfluss zweifelsohne immer schwer quantitativ<br />

» Welche Art mit der grössten Anzalil von Exemplaren auftritt,<br />

wird gewiss oft von zufälligen Verhältnissen abhängen, ein kleines Mchr oder<br />

Weniger wird siclier oft eine grosse Rolle spielen, ebenso oft die Zufälligkeit,<br />

welche Art sich zuerst anfand; aber im iibrigen scheint es, dass morphologische<br />

und biologiselle Verhältnisse (z. B, Entwicklung zu verschiedener Zeit) die<br />

Natur des Wettbewerbes ändern können» (S. 303).<br />

»Noch ein Umstand sei hervorgehoben, der fiir die Verbreitung der Arten<br />

von Bedeutung ist, nänilich: welche Art zufällig zuerst anlangte. Sind die Verhältnisse<br />

derart, dass sie flir mehrere Arten gleich gut passen, so wird<br />

der Ausfall des Kampfes da von abhängen, welcher Art es gelingt, das<br />

Gelände zuerst zu besetzen: ^heati possidentes» werden dann den Besitz<br />

niöghcherweise behaupten können. Hierdurch ist venuutlich die Verteilung<br />

der Phragmiteta, der Scirpeta imd anderer Bestäude in unseren Rohrsiunpfeu<br />

oder die Verteilung verschiedener Zwergsträucher auf den Zwergstrauchheideu<br />

zu erklären» (S. 938).<br />

^) Selbstverständhch konimt dem Zufall bei der Gestaltung der historischen<br />

Entwicklung der ^lenschheit eine noch grössere Rolle zu als bei der Entwicklung<br />

der Vegetation auf der Erde, Hier gesellt sich ja als äusserst bedeutungsvolles<br />

Moment die Selbsttätigkeit des Menschen hinzu, die die einzelnen Inchviduen in<br />

manchem Fall gegeniiber ähnlichen Situationen auf verschiedene Weise reagieren<br />

lässt.<br />

Es kann vielleicht geltend geniacht werden, dass ich mit der Erörterung<br />

des Zufalls als pflanzengeograpliischer Faktor einen Begriff einfiihreu wolle, der<br />

leicht zu einer Ablagerstätte gemacht werden kann, an die jedes schwer erklär^<br />

hche Verhalten bequeni verwiesen wird. Ilierzu ist nur zu bemerken, dass ein<br />

Hinweis auf den Zufall als Erklänmgsgrund natiirhch eine ebenso sorgfältige<br />

Priifung erfordert wie ein Hinweis auf jeden anderen Faktor.


ACTA BOTANICA FIvNNICA 1. N:o 1 133<br />

zu iiiessen, in vielen Fällen schwer iiberhaupt zu isolieren. Teils erfordert<br />

die Enthullung des Zufalls als Faktor von grösserer und allgenieinerer<br />

Tragweite — ganz wie es beispielsweise mit der Entferniing als Faktor der<br />

Fall ist — ein sehr grosses und detailliertes Material. Die Beschaffung eines<br />

solchen Detailmaterials hat ja bislier im allgemeinen niclit zuni Programni<br />

der Pflanzengeographie gehört (vgl. die Darstellung 1921, S. 51).<br />

Offenbar hat der Zufall in höherem oder niederem Grad bei der Hntstehimg<br />

der meisten Verbreitungsverhältnisse niitgewirkt. Seine Einwirkitng,<br />

vielleicht richtiger der Grad seiner Einwirkung, lässt sich jedoch, wie oben<br />

angedeutet wurde, begreiflicherweise nicht immer leicht ablesen. Hier sei<br />

zur Bestätigung des zuletzt Gesagten auf eine frûher von mir nachgewiesene<br />

Eigentiimlichkeit in der Verbreitung der Pflanzen auf Åland hingewiesen,<br />

ein Verhalten, das ein beredtes Zeugnis fur die ausserordentlich weitgreifende<br />

Rolle des Zufalls abgibt, welches aber erst zum Vorschein konimt und<br />

kommen kann bei einem sehr eingehenden Detailstudium des Vorkommens<br />

der Arten.<br />

Meine I/aubwiesenstudien zeigen (vgl. S. 31, 35—36 vorliegender Studie),<br />

wie sich auf Åland innerhalb desselben pflanzengeographischen Distrikts<br />

die Artenzahl (ohne Rucksicht darauf, wieviele der vorkommenden Arten<br />

dieselben sind) fiir in den Ståndorts- und Vegetationsverhältnissen ähnliche<br />

Gebiete gleicher Grosse (Inseln, Landzungen o. dgl) ungefähr gleich stellt.<br />

Mit vermehrteni oder vermindertem Areal vermehrt oder vermindert sich die<br />

Artenzahl. Fiir die Entwicklung wesentlich aller Arten eines Formationstypus<br />

ist mit Notwendigkeit ein Gebiet von einer gewissen Mindestgrösse erforderlich<br />

(S. 38). Die einzelnen lyaubwiesengebiete weisen also je nach ihrem Areal stets<br />

nur einen mehr oder weniger bedeutenden Teil der Arten auf, die in dem Distrikt<br />

vorkommen und also theoretisch Aussicht zur Einwanderung gehabt zu<br />

habenscheinen. Jedem Gebiet fehlt m. a. W. eine grössereoder kleinere Zahl von<br />

den Arten des Distrikts, danmter meist auchallgemeiner verbreitete. — Dieser<br />

Sachverhalt, an dem man infolge der bedeutenden, in der Erinnerung schwer<br />

ûbersehbaren Zahl der Arten leicht vorbeigeht, tritt mitunter beim Vergleich<br />

nahegelegener Gebiete von derselben Natur grell hervor. Neben einem iiberwiegenden<br />

Kontingent gemeinsamer Arten gibt es in der Regel eine Anzahl<br />

bemerkenswerter Differenzen, die man kaum erwartet hat. ^) Die Ursache dieser<br />

1) Der Interessierte sei auf die Laubwiesenstudien des Verf. hingewiesen,<br />

Kap. VII (Vergleicliende Durchmusterung der Flora der verschiedenen<br />

Spezialgebietc), wo S. 577 — 580 {= 1922 B. S. 86 — 89) ein Vergleich in dieser<br />

Hinsicht zwisclien einer Anzahl von Gebieten angestellt wird (siehe auch<br />

S. 479 = 1922 B, S. 3).


134 A. Painijoen, Die Arteiizalil als i^flaiizengeographi.scher Cliarakter<br />

Differenzen diirfte wohl in der Regel in Zufälligkeiten zu jinden sein. Die fraglichen<br />

Gehiete vermögen nur eine gewisse Anzalilder fiir die Einwanderuiig disponihlen<br />

Arten aiifzunehmen. Die spelter anlangendcn hegegnen einer geschlossenen<br />

Vegetation. Es ist in hohem Grade der Zufall, welcher entscheidet, oh es einer Art<br />

gelingt, Fuss zu fassen, hevor sich die Vegetation geschlossen hat tind damit der<br />

Einivanderung neuer Elemente ein mehr oder weniger effektives Hindernis<br />

errichtet wird. Selbstverständlicli werden vor allein Arten mit geringerer<br />

Ausbreitungskapazität von dieseni Spiel des Zufalls berûhrt, niitunter trifft<br />

es aber auch häufige Arten. (S. die Darstellung S. 41 sowie 1915—1917, S.<br />

618—620 = 1922 B, wS. 121—123.) In diesem Zusanimenhang sind auch<br />

die Darstellung der seltenen Arten S. 117—123 dieser Studie und Kap. X in<br />

des Verf. Studie von 1917 (= 1922 B) sowie die in letzterer Studie (S. 630 —<br />

632 = 1922 B, S. 131—134) iiber die gotländische Flora vorgebrachten Gesichtspunkte<br />

zu beachten. Ferner sei auf meine Ivaubwiesenstudien S.<br />

580—585 (= 1922 B. S. 89—93) verwiesen, wo eine Anzahl auf Åland sehr<br />

häufig vorkommender Arten aufgezählt wird, die ohne jede sichtbare Ursache<br />

in eineni oder dem anderen der in dieser Studie behandelten 30 Spezialgebiete<br />

fehlen.<br />

Schliesslich seien hier als Beispiele fiir das avigenscheinliche Spiel des<br />

Zufalls einige auffällige Eigentiimlichkeiten in der Verbreitung mehrerer<br />

Arten der lyaubwiesenvegetation angemerkt.<br />

Hier bel scheint folgende Äusserung von A. DE CANDOI^I^E von Interesse<br />

zu sein (1855, S. 1057):<br />

»Certaines espèces existent dans une région, et manquent à telle autre région<br />

où elles pourraient parfaitement vivre, sous l'empire des conditions actuelles.<br />

Je veux dire que si on les y transporte, elles y réussissent, non seulement dans<br />

les jardins, mais même en rase campagne, où elles deviennent spontanées (cliap.<br />

VIII, p. 607). Il paraît que beaucoup de plantes seraient dans ce cas, et se naturaliseraient<br />

aisément si les espèces préexistantes dans chaque pays n'opposaient<br />

un obstacle très grand à la diffusion d'espèces nouvelles, par leurs racines,<br />

leur ombre et la multitude de leurs graines qui se trouvent en réserve dans<br />

le terrain (p. 623, 798). Sans doute, la séparation actuelle des continents et<br />

l'absence de moyens de transport, ont empêché souvent l'extension; mais il est<br />

clair aussi que la position primitive, du moins la position ancienne des espèces,<br />

est une condition dominante, étrangère aux conditions actuelles de climat et de<br />

séparation ou de contiguité des continents. En d'autres termes, la seule cause<br />

apparente de l'absence d'une espèce dans un pays, est quelquefois qu'elle ne<br />

s'y trouvait pas à une époque, si ce n'est primitive, du moins antérieure à la<br />

nôtre.»


ACTA 1U)TANICA FIvNNICA 1, X:o 1 135<br />

/<br />

Avena pratensis. Die Art, die miter anderem an inelirereii Orten in Lemland<br />

und Kökar auftritt, ist in dem dazwischenliegenden Föglö und in Sottunga an<br />

nur je einer Lokalität aufgezeichnet.<br />

Poa compressa, in den meisten Teilen der Landscliaft allgeniein verbreitet<br />

(jedoch nicht aus Kuniliiige und Brandö bekannt), ist in Kökar nur an zwei<br />

Lokalitäten aufgezeichnet.<br />

Carex flava konmit an einer grösseren Anzahl Lokalitäten, u. a. in Sottunga,<br />

vor, ist aber in Föglö und Kökar nur an einer Lokalität aufgezeichnet.<br />

Polygonum miiUifloriim, unter anderem im Schärenarcliipel von Lemland<br />

allgemein verbreitet und mit mehreren Siedelplätzen in Sottunga und Kökar,<br />

felilt in dem dazwischenliegenden Föglö.<br />

Orchis incarnata fehlt im Schärenarcliipel von Lemland, komint aber in aiigrenzenden<br />

Teilen der Landscliaft vor.<br />

Gymnadenia conopsea, mit Vorkommen u. a. in Lemland, Sottunga, Kökar<br />

und Kuiiilinge, fehlt in Föglö.<br />

Polygonum viviparum, sonst liber ganz Åland verbreitet, fehlt in Kökar,<br />

Anemone Hepatica, sonst in ganz Åland häufig (jedoch nicht in Brandö),<br />

ist in Sottimga an nur einer Lokalität aufgezeichnet.<br />

Anemone nemorosa, sonst in ganz Åland häufig (jedoch nicht in Kumlinge),<br />

äusserst selten in Sottunga (im Schärenarchipel des Kirchespiels iiberhaupt<br />

nicht notiert) und Kökar; fehlt in Brandö.<br />

Draba incana, im Schärenarcliipel im allgemeinen mehr oder weniger verbreitet,<br />

kommt nur spärlich in Föglö vor,<br />

Sediim annuiim, mehr oder weniger verbreitet (jedoch nicht in Kumlinge<br />

und Brändö aufgezeichnet), aber bemerkenswert spärhch im NW Schärenarcliipel,<br />

Saxifraga tridactylites, in Föglö bedeutend spärlicher als in den benachbarten<br />

Gegenden.<br />

5. granulata, sonst iiber ganz Åland verbreitet (jedoch nicht aus Brandö<br />

bekannt und in Kumlinge selten), in Kökar nur auf Kyrkogårdsö (zu Sottimga<br />

gerechnet) aufgezeichnet.<br />

Alchemilla pubescens, sonst allgemein verbreitet, spärlich in Sottunga und<br />

Brandö, wird in Kökar (und Kumlinge?) vermisst.<br />

A. pastoralis, wie die vorherg. (jedoch spärlich audi in Kumlinge).<br />

Vicia sepium, sonst iiber die ganze Landscliaft verbreitet, felilt in vSottimga.<br />

Lathyrus vermis, in Lemland bemerkenswert spärlicher als in den angrenzenden<br />

Gebieten.<br />

Oxalis Acetosella, sonst recht verbreitet (jedoch in Kumlinge und Brändö<br />

selten), fehlt in Sottunga,<br />

Auch bei der Durchmusterung der Flora der einzelnen Kirchspiele treten<br />

bald versckiedene Kigentiimlichkeiten hervor, die kaiini einer anderen Ursache<br />

als dem Zufall zuzuschreiben sein diirften. Einige Beispiele:<br />

In Sottunga fehlen in der Laubwiesenvegetation bemerkenswerterweise<br />

z. B. folgende Arten mit Vorkommen in den naheliegenden Gebieten: Cotoneaster<br />

integerrima, Sorbus fennica, Acer platanoides, Carex dioica, C. digitala,


136 A. Palmgren, Die Artenzalil als pflanzengeographischer Cliarakter<br />

Actaea spicata, Dentaria htlbifera, Vicia sepitim, Geranium molle, Oxalis<br />

Acetosella. Bemerkenswert selten sind hier Mes-pihis curvisepala, Rubus<br />

caesius, Anemone Hepatica, A. nemorosa, Alchemilla pastoralis, Polygala<br />

amarella, Hel^inthemiim Chamaecisius, Gentiana *stiecica. Höchst iiberraschend<br />

ist das Vorkonimen von Carex Hornschuchiana (näcliste I,okalität im Schärenarchipel<br />

von I/emland) und Afuga Pyramidalis (sonst an je einer lyokalität<br />

in Jomala und Kckerö).<br />

In Föglö fällt beispielsweise das Felilen von Polygonahmi muUiflorum,<br />

Gymnadenia conopsea und Veronica spicata auf. Bemerkenswert selten sind z. B.<br />

Avena pratensis, Carex flava, Draba incana, Saxifraga tridaciylites, Polygala<br />

amarella, Gentiana *suecica. Zu beachten ist das Vorkommen u. a. von Rtihiis<br />

pruinosiis, Brachypodiiim silvaticum, Corydalis intermedia, Lathyrus niger,<br />

Asperîila odorata.<br />

Oben (S. 133) wurde hervorgehoben, wie die Artzusammensetzung in einzelnen<br />

Gebieten (Inseln, Landzungen o. dgl.) Verschiedenheiten zeigt, zu<br />

denen der Zufall in hohem Grade beigetragen haben muss. Schreitet man<br />

dann zu einer vergleichenden Musterung der Frequenzverhältnisse in diesen<br />

einzelnen Gebieten, so findet man, dass eine und dieselbe Art in den verschiedenen<br />

Gebieten oft mit sehr verschiedenem Frequenzgrad auftritt, und zwar<br />

audi, wo die Standortsverhältnisse ähnliche sind. Ebenso findet man die einzelne<br />

Art oft in den einzelnen Partien eines und desselben Gebietes sehr<br />

ungleichmässig verteilt, und dies audi da, wo die Naturverhältnisse gleichartige<br />

sind. Auf diesen Tatbestand habe ich in meinen Laubwiesenstudien<br />

(1917, S. 594 = 1922 B, S. 100) aufmerksam gemacht. Audi hier beobachtet<br />

man das Spiel des Zu falls. — Nidit selten findet man in einem Gebiet eine<br />

Art mit ganz unerwartet holier Frequenz und Dichtigkeit; sie ist hier ganz<br />

sicher durch einen besonders giinstigen Zufall begiinstigt worden.<br />

Die Ungleidiförmigkeit, die sich in der Artzusammensetzung zwischen<br />

den verschiedenen Laubwiesengebieten, wie audi zwischen deren einzelnen<br />

Teilen, geltend macht, findet ein Gegenstiick in den einzelnen Ståndorten<br />

desselben Typus. Auch die Pflanzenbedeckung dieser letzteren zeigt<br />

in der Artzusammensetzung oft bedeutende Differenzen, und zwar auch<br />

dort, wo die Voraussetzungen ganz gleiche zu sein scheinen. Das Gesagte<br />

gilt audi von Ståndorten in unmittelbarer Nähe voneinander. Der<br />

Grund hierzu ist selbstverständlich derselbe wie fiir die einzelnen Gebiete (vgl.<br />

die Darstellung S. 41,133-134 und 1915, S. 39—40; 1917, S. 594—597 = 1922<br />

B, S. 100—102). Also: die einzelnen Standorte sind selten so gross, dass die<br />

Arten sämtlicher Standortstypen daselbst Platz finden. Zwischen den fiir die<br />

Einwanderung verfiigbaren Arten wird mithin eine Konkurrenz unvermeidlich.


ACTA BOTANICA FENNICA 1. N.o 1 137<br />

Die grösste Aussicht haben bei dieser naturlich die Arten, welche die grösste<br />

Ausbreitungskapazität besitzen. Sobald sich die Pflanzendecke geschlossen<br />

hat, werden die Aussichten, Fuss zu fassen, sehr gering (s. die Darstellung<br />

a. a. O., S. 593 = 1922 B, S. 98—99). Viele Arten werden also nur darum<br />

ausgeschlossen, weil sie »zu spät gekonirnen» sind (vgl. S. 38 vorliegender<br />

Studie; 1917, S. 619 = 1922 B, S. 121). Bei dem Wettbewerb, der hier<br />

skizziert worden ist, wird ganz natiirlich der Zufall eine grosse Rolle spielen,<br />

eine um so grössere, je grosser die Zahl der Konkurrenten und je kleiner das<br />

zu Gebote stehende Areal ist.<br />

\Vo die einzelnen homogenen Siedelplätze wie auf Åland klein, aber die<br />

Artenzahl bedeutend ist, wird also die Pflanzendecke stark das Gepräge des<br />

reinen Zufalls trägen. Die Pflanzendecke eines sog. Ståndorts wiirde in solchen<br />

Fällen nur zeigen, »wie sich die Zusammensetzung der Pflanzendecke<br />

unter gewissen gegebenen Verhältnissen (teils an dem betreffenden Platz,<br />

teils in der Umgebung) gestalten känn» (a. a. O., S. 620 = 1922 B, S. 123; wird<br />

auch 1915, S. 39 hervorgehoben); »in einem durchaus gleichartigen Gebiet<br />

einige Schritte weiter kann sie sich in einer oder der anderen Hinsicht<br />

auf ganz andere Weise entwickelt haben; ein Gegenstiick zu ihr ist iiberhaupt<br />

nicht zu finden» (a. a. O. S. 596 = 1922 B, S. 102).<br />

Der Zufall spielt, wie aus der obigen Darstellung hervorgegangen<br />

ist, bei der Entwicklung der verschiedenen Pflanzengesellschaften, bei der Bewachsung<br />

der einzelnen Standorte ebenso wie bei der Entwicklung der Vegetation<br />

und Flora iiber grössere Gebiete eine bedeuteude Rolle. Wie gross sein<br />

Einfluss ist, lässtsich im einzelnen Fall naturlich schwer entscheiden. Wirkt<br />

doch auf die Beschaffenheit der Pflanzendecke eine Fulle von Umständen<br />

ein. Es ist schwierig, den Einfluss jedes einzelnen zu isolieren, zu uberblicken<br />

und zu messen. Hier spricht die Entfernung mit, iiber die die Ausbreitung<br />

erfolgen soil, hier wirkt die Exposition fiir die Bewachsung ein. Hier spielen<br />

die Grosse und der Charaktcr des betreffenden Areals herein. Hier kommt<br />

schliesslich in entscheidender Weise in Betracht, welche — und wie zahlreich<br />

— die disponiblen Arten gewesen sind (s. 1917, S. 592, 619—620 = 1922 B, S.<br />

98,122). Ihre relative Ausbreitungskapazität unter den bestehenden geographischenundtopographischen<br />

Verhältnissen ist begreiflicherweise der Umstand,<br />

der zunächst Aussicht hat, den Ausschlag zu geben fiir die Artzusammensetzung<br />

eines Gebietes, das der Aussaat offensteht (siehe 1917, z. B. S.<br />

592 = 1922 B, S. 98).<br />

Offenhar lässt dieses Spiel des Zufalls, so stark es auch der qiialitativen<br />

Natur der Pflanzendecke seinen Stetnpel aufdriickt, die Artenzahl selhst in


11 f) A. Palmgren, Die Arteiizahl als pflanzengeograpliischer Cliarakter<br />

recht hohem Grade iinheriihrt. Hierin liegt augenscheinlich der Grund z. B.<br />

dazu, dass sich das Artenmaterial innerhalh derselben Pflanzengesellschaften<br />

so hemerkenswert konstant auf die verschiedenen Freqiienzgrade verteilt (vgl.<br />

1917, S. G23 = 1922 B, S. 125), trotzdem die Arten, welche auf die betreffenden<br />

Frequenzkategorien entfallen, wesentlich wechseln können. Hieraus erklärt<br />

es sich auch, dass sicli die Zahl der gemeinsamen Arten bei der Gegeniiberstellung<br />

verschiedener vergleichbarer Gebiete mit gleichartiger Bewachsung<br />

so hemerkenswert ähnlich darstellt, obwohl die gemeinsamen<br />

Arten von Fall zu Fall wechseln.<br />

Gegeniiber dem oben Ausgefiihrten gewinnt die Artenzahl als pflanzengeograpliischer<br />

Faktor an Bedeutung.<br />

JACCARD schreibt (1902 in Flora S. 375):<br />

»Nmi ist aber fiir die Vertheilung dor Arten auf der alpinen Weide, die Wirkung<br />

der in den Pflanzen selbst liegenden Ursachen auf ein jMininuun reducirt.<br />

Wenigstens kötuien wir nicht nacliwcisen, dass die eine oder andere Art dem<br />

betrachteten Fomiationstypus besser oder weniger gut angepasst sei; denn fiir<br />

sich allein scheint jede auf der Weide gleich gut gedeiheii zu können. Die miendliche<br />

Mannigfaltigkeit in der Gruppirmig der Arten an verscliiedenen Ivocalitäten<br />

muss also vor Alleni zuriickgefuhrt werden auf cinssere Factoren, d. h. auf<br />

secmidäre Unterscliiede in den ökologischen Factoren oder ihrer Gruppirung.<br />

Selbstverständlich mussen minime Differenzen in den Anspruchen der Arten<br />

ebenfalls vorhanden sein. Aber die secmidären Factoren scliliessen keine der<br />

concurrirenden Arten absolut aus; da sie aber bestinnnte Artcn begiinstigen,<br />

wird durch sie an jedem Pmikt der alpinen Weide aus der Zahl der concurrirenden<br />

niöglichen Arten eine bestimnite Gruppe ausgewählt.»<br />

Wie schon S. 41 hervorgehoben wurde, hat JACCARD kaum recht in bezug<br />

auf die Rolle, die er in dem obigen Zitat den sekundären ökologischen<br />

F aktoren zuschreibt. Die Gesetzmässigkeit, auf die oben aufmerksam gemacht<br />

worden ist, könnte kaum daraus hervorgegangen sein. Im wesentlichen<br />

scheint der Zufall den Platz einzimehmen, den Jaccard den »sekundären»<br />

ökologischen Faktoren zugeteilt hat.<br />

Auf die pflanzengeographischen Konsequenzen meiner Auffassung von<br />

der Rolle des Zufalls werde ich zurlickkommen.


ZITirCRTK<br />

LITKRATUR.<br />

ARRIIENIUS, O., 1920, Öcologisclie Studien in dcn Stockliolnier Schären, Stockholm.<br />

AUER, V., 1923, Suotutkimuksia Kuusamon ja Kuolajärven vaara-alueilta.<br />

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(Communicationes ex Instituto quaestionum forestalium Finlandiae<br />

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Åland och Åbo-området (Acta Soc. pro F. et Fl. Fennica, XI, N:o 3).<br />

BRAUN, J., 1913, Die Vegetationsverhältnisse der Sclmeestufe in den Rätiscli-<br />

Ivcpontischen Alpen. lîin Bild des Pflanzenlebeîis an seinen äussersten<br />

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Nouveaux Mémoires de la Société Helvétique des Sciences Naturelles.<br />

XLVIII).<br />

CAJANDER, A. K., 1914, Kasvien vaellusteistäSuomeen (Lännetär. Uusi Jakso, II).<br />

—»— 1916, Metsänhoidon perusteet. I. Kasvibiologian ja Kasvimaantieteen<br />

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—»— 1921, Zur Kenntnis der lîinwandenmgswege der Pflanzenarten nach Finnland<br />

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—»— 1923, Forstlich-geographische Ubersicht Finnlands (Ibid., 25).<br />

—»— 1923, Uber die Verteilung des fruchtbaren Bodens in Finnland und ixber<br />

den Finfluss dieser Verteilung auf die wirtschaftlichen Verhältnisse iin<br />

I.ande (Ibid., 25).<br />

CEDERIIVARF, BJ., 1912, Neohtiska lerfigurer på Åland (Finska Fornminnesföreningens<br />

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DE CANDOI^IVE, AI^PII., Geographie botanique raisonnée ou exposition des faits<br />

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de l'époque actuelle. I —II. Paris.<br />

Dipxs, L., 1918, Pflanzengeographie (Sammlung Göschen).<br />

DRUDE, O., 1890, Handbuch der Pflanzengeographie (Bibliothek Geographischer<br />

Handbiicher herausgegebcn von Prof. Dr. Friedri-ch Ratzel). Stuttgart.<br />

—»— 1913, Die Ökologie der Pflanzen (Die Wissenschaft. Sammlung von Finzeldarstellungen<br />

aus den Gebieten der Naturwissenschaft und derTechnik.<br />

Bd. 50).<br />

DU RIETZ, G. F.. FRIES, Tn. C. E. und TENGWAI,!., T. Å., 1918, Vorschlag zur<br />

Nomenklatur der soziologischen Pflanzengeographie (Svensk Botanisk Tidskrift,<br />

Bd. 12, h. 2).


11 f) A. Palmgren, Die Arteiizahl als pflanzengeograpliischer Cliarakter<br />

Du RIETZ, G. I?., 1921, Zur luethodologischen Grimdlage der modemen Pflanzensoziologie.<br />

Upsala.<br />

—i>— 1924, Zur Klärung eiuiger historiscli-pflanzensoziologischen Streitfragen<br />

(Botaniska Notiser 1924).<br />

EislKR, RUD., 1910, Wörterbucli der philosopliisclien Begriffe. Dritte Auflage.<br />

Bd. III. Berlin.<br />

ENGI.ER, Ad., 1879, 1882, Versuch einer Kntwicklimgsgescliichte der Pflanzenwelt,<br />

insbesondere der Florengebiete .seit der Tertiärperiode. I, II. I^eipzig.<br />

—»— 1914, Pflanzengeographie (Die Kultur der Gegenwart, dritter Teil, vierte<br />

Abt., Bd. IV, 1914).<br />

GRAEBNER, P., 1910, Lehrbucli der allgenieinen Pflanzengeographie nach entwickeliuigsgoscliiclitlichen<br />

imd physiologisch-ökologisclien Gesichtspunkten<br />

mit Beiträgen von Paul Ascherson. I^eipzig.<br />

GRISEBACII, A., 1884, Die Vegetation der lîrde nach ihrer khniatisclien Anordniuig.<br />

Ein Abriss der vergleichenden Geographie der Pflanzen. Zweite verniehrte<br />

mul berichtigte Auflage. Bd. I —II. Leipzig 1884.<br />

IIAUSEN, H., 1910 (A), De gamla strandbildningarna på Åland och deras förhållande<br />

till stenåldersboplatserna (Fennia, 28, N:o 3).<br />

— »— 1910 (B), Orogratiska studier på Åland med särskild häns>^l till rapakiviberggrmiden<br />

och dess förklyftningsförhållanden (Fennia, 28, N:o 4).<br />

— »— 1910, Ålands och Åbo skärgård. 1. Geografisk öfversikt och geomorfologiska<br />

betraktelser (Atlas öfver Finland 1910. — Kartbladet n:o 10). —<br />

L'archipel d'Åland et d'Åbo. 1. Aperçu géographique et considérations<br />

géoniorphologiques (Atlas de Finlande 1910. — Carte N:o 10).<br />

HAUSEN, REINII,, 1914, Kalkutförsel från Åland under äldre tider (Fennia,<br />

34, N:o 5).<br />

HEIKINHEIMO, O., 1915, Kaskiviljelyksen vaikutus Suomen metsiin. Referat:<br />

Der Einfluss der Brandwirtschaft auf die Wälder Finnlands (Acta Forestalia<br />

Fennica, 4).<br />

JACCARD, P., 1900, Contribution au problème de l'immigration post-glaciaire de<br />

la flore alpine. Étude comparative de la flore alpine du massif du Wildhorn,<br />

du haut ba.ssin du Trient et de la haute vallée de Bagnes. (Bulletin de la<br />

Société Vaudoise des Sciences Naturelles. Vol. XXXVI, N:o 136).<br />

— »— 1901 (A), Distribution de la flore alpine dans le Bassin des Dranseset dans<br />

quelques régions voisines (Ibid. Vol. XXXVII, N:o 140).<br />

—»— 1901 (B), Étude comparative de la distribution florale dans une portion des<br />

Alpes et du Jura (Ibid. Vol. XXXVII, N:o 142).<br />

—»— 1902 (A). Lois de distribution florale dans la zone alpine (Ibid. Vol,<br />

XXXVIII, N:o 144).<br />

— 1902, Vergleichende Untersuchungen iiber die Verbreitmig der alpinen<br />

Flora in einigen Regionen der westhchen vmd östHchen Alpen (Jahresbericht<br />

der Naturforschenden Gesellschaft Graubundens, Bd. XLV).<br />

—»— 1902, Gesetze der Pflanzenvertheilung in der alpinen Region. Auf Grimd<br />

statistisch-floristischer Untersuchimgen (Flora oder Allgemeine botanische<br />

Zeitung. Bd. 90).<br />

—»— 1908, Nouvelles recherches sur la distribution florale (Bull. Soc. Vaud.<br />

Se. Nat. Vol. XLIV, N:o 163).


ACTA BOTANICA FENNICA 1. N.o 1 141<br />

JACCARD, P., 1922, La cliorologie sélective et .sa signification ponr la sociologie<br />

végétale (Menioires de la Société ^'audoise des Sciences Naturelles, N:o 2).<br />

JOHANSSON, K., 1897, Ilufvuddragen af Gotlands växttopografi och växtgeografi<br />

grinidade på en kritisk behandling af dess kärlväxtflora (Kongl. -Svenska<br />

Vetenskaps-akademiens Handlingar, Bd. 29, N:o 1).<br />

LINDMAN, C. A. M., 1918, Svensk fanerogamflora. vStockhohn 1918.<br />

T,INKOI,A, K., 191 G, 1921, Studien iiber den Einfluss der Kultur auf die Flora in<br />

den Gegenden nördlich voni Ladogasee. I. Allgenieiner Teil u. II. Spezieller<br />

Teil (Acta Societatis pro Favuia et Flora Fennica, 45, N:o 1 u. 2).<br />

Mirx, J. ST., 1906, A System of I^gic Ratiocinative and Inductive. The Silver<br />

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NORRIVIN, J. P., 190 6, Suomen Keltanot. Ilieracia florae fennicae (FX A. J. Mela,<br />

Suomen kasvio edit. V, quam cura vit A. K. Cajander).<br />

—»— 1910, Naturen ocli växthgheten (Atlas öfver Finland 1910. — Kartbladet<br />

N:o 20). — La nature et la vegetation (Atlas de Finlande 1910. —<br />

Carte N:o 20).<br />

PAIVMGREN, A., 1903, Carex-gruppen Fulvellae (Meddelanden af Societas pro<br />

Fauna et Flora Fennica, H. 35).<br />

—»— 1910, Bidrag till kännedouien om Ålands vegetation och flora. I. Taraxaca<br />

u. II. Taraxacmn-former (Acta Soc. pro F. et Fl. Fenn., 34, N:o 1 u. 5).<br />

— »— 1912, Hippophaës rhamnoides auf Åland (Ibid., 36, N:o 3).<br />

—»— 1915 — 1917, Studier öfver löfängsområdena på Åland. Ett bidrag till<br />

kännedomen om vegetationen och floraii på torr och på frisk kalkhaltig<br />

grund. I. Vegetationen; II. Floran; III. Statistisk imdersökning af floran<br />

(Ibid., 42).<br />

—»— 1917, Hafstornet (Ilippophaës rhanmoides), dess utbredning, biologi och<br />

uppträdande på Åland (\'ortrag in der Versamnihmg der Finnisclien Forstgesellschaft<br />

am 22. Febr. 1913). (Acta Forestaha Fennica, 7).<br />

—»— 1919, Om Convolvulus sepimu L. och Fritillaria Meleagris L. i Finland<br />

(Meddelanden af Societas pro F'auna et Flora Fennica, II. 45).<br />

—»— 1921, Die Fntfernung als pflanzengeographischer Faktor (Acta Soc. pro<br />

F. et Fl. Fenn., 49, N:o 1, 1921).<br />

—»— 1922 (A), Zur Kenntnis des Florencharakters des Nadelwaldes (Acta Forestalia<br />

Fennica, 22),<br />

—»— 1922 (B), Uber Artenzahl imd Areal sowie iiber die Konstitution der<br />

Vegetation. Fine vegetationsstatistisclie Untersuchmig (Ûbersetzmig von<br />

des Verfassers: Studier öfver löfängsområdena ])å Åland. III. Statistisk<br />

undersökning at floran, 1917) (Acta Forestaha Fennica, 22, 1922).<br />

SCIIARFETTKR, R., 1909, Uber die Artenannut der ostalpinen Ausläufer der Zentralalpen<br />

(Österreichi.sche botanische Zeitschrift, Jahrg. 1909, Nr. 6).<br />

SciiiMPER, A. F. W. 1898, Pflanzengeographie auf physiologischer Grundlage.<br />

Jena.<br />

SciiRÖTER, C., 1913, Geograpliie der Pflanzen c) Genetische Pilanzengeograpliie<br />

(Handwörterbuch der Naturwissenschaften, Bd. IVj.<br />

TANNER, V., 1908, Femio-Skandian maankohoamisesta (Oma maa. Bd. III).<br />

WARMING, FUG. xmd GRAEBNER, P., 1918, Fug. Warming's Lehrbuchder ökologischen<br />

Pflanzengeographie, dritte inugearbeitete Auflage. Berhn.


142 A. Palmgren, Die Artenzalil als pflanzengeographischer Cliarakter<br />

WITTING, R., 1918, Hafsjiian. geoidytan och landhöjningen utmed Baltiska<br />

hafvet och vid Nordsjön. Referat: Die Meeresoberfläche, die Geoidfläche<br />

und die I^andhebung dem Baltischen Meere entlang und an der Nordsee<br />

(Fennia 39. N:o 5).<br />

WITTING, R., 1922, Le soulèvement récent de la Fennoscaîidie (Geografiska<br />

annaler 1922, II. 3-4).<br />

Finlands geolog^iska undersökning. Beskrifning till kartbladen N:o 16. Kumlinge<br />

(K. Ad. Moberg. 1890), N:o 17. Finström.(Benj. Frosterus o. J. J. Sederholm,<br />

1890), N:o 21. Mariehamn (Benj. Frosterus, 1892), N:o 25. Föglö<br />

(Benj. Frosterus. 1894).<br />

Förteckning öfver Skandinaviens växter utgifven af Lunds botaniska förening.<br />

• I. Kärlväxter. Lmid 1907. — Andra upplagan 1917.<br />

Stockliolmstraktens växter. Förteckning över fanerogamer och kärlkryptoganier<br />

med fyndorter och frekvensuppgifter utgiven af Botaniska sällskapet i<br />

Stockliolm genom Gunnar Andersson, Joh. Berggren, J. V. Ilamner, Govert<br />

Indebetou och Nils Sylvén. Stockliolm. 1914.<br />

Suomenmaa. Maantieteellis-taloudeUinen ja historiallinen tietokirja. II. Ahvenanmaan<br />

lääni. 1920. Helsinki.<br />

Geärucki Dexember 1994 — S. Mai rgaj.


Aland.<br />

Masästab 1:500,000<br />

Die Landverteilung (nach H. HAUSENS Karte, Fennia 28, N:o 3 während<br />

der jiingeren Steinzeit (schraffiert) sowie zur Zeit der grössten Ausdehnung<br />

des postglazialen Meeres (schwarz).<br />

Isobasen (67 m, 64 m) der postglazialen Landheburg.


Acta Botanica Fennica, 1, N:o 1, 1925. — A. Palmgren<br />

ISgS:<br />

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Grenzen<br />

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SOCIETAS PRO FAUNA ET FLORA FENNICA<br />

ACTA<br />

BOTANICA FENNICA<br />

HELSINGFORSIAE: 1927<br />

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ACTA BOTANICA FKNNICA 2<br />

EDIDIT<br />

SOCIKTAS PRO FAUNA ET FLORA<br />

FENNICA<br />

DIE EINVVANDERUNGSWEGE DEU FLORA<br />

NACH DEN ÅLANDSINSELN<br />

ALVAR<br />

PALMGNEN<br />

MIT 57 KARTEN<br />

VORGEI.EGT AM 3. FEBRUAR 1927<br />

HKLSINGFORSIAE 1927


HEI^SINGFORS<br />

1 9 2 7<br />

DRUCK VON A.-B. F. TILGMANN


Inhaltsiibersicht.<br />

Vovwort<br />

^<br />

I. Einleitung '<br />

II. Fragestellung ^^<br />

III. Die urspriinglichen Gefåsspflamenarten Ålands 21<br />

IV, Vergleich zwischen der Flora aitf Åland imd in den am nåchsien gele<br />

genen Gebieten 28<br />

V. Die geographische Verieilung der Arten aiif Aland 41<br />

1. Arten mit gleichmässiger Verbreitung 42<br />

2. Arten mit migleichmässiger Verbreitung, die jedocli keinen Hinweis<br />

auf den wahrscheinlichen lîinwanderungsweg gibt .... 45<br />

3. Arten mit westliclier Verbreitung oder mit nach Osten hin abnehmender<br />

Frequenz 49<br />

4. Arten mit östlicher Verbreitung 52<br />

5. Arten mit zwei Verbreitungsgebieten, einem westliclien und<br />

einem östlichen oder siidöstlichen 54<br />

6. Arten mit in einer oder der anderen Hinsicht eigenartiger Verbreitung<br />

59<br />

VI. Die wahrscheinlichen Einwanderiingswege der Flora nach Aland .. 68<br />

1. Westliclie PUnwanderer 68<br />

2. Ostbaltische lîinwanderer<br />

3. I^inwanderer aus Finnland 71<br />

't. Negative Resultate uber die Kinwanderungswege 72<br />

A. Arten, fur die eine Einwanderung von der »Stockholmer<br />

Gegend» und Uppland ausgeschlossén scheint 72<br />

B. Arten fixr die eine Einwanderung vom Ostbaltikum ausgeschlossen<br />

oder weniger wahrscheinlich sein diirfte .... 72<br />

C. Arten flir die eine Einwanderung von Finnland ausgeschlossen<br />

oder weniger wahrscheinlich sein diirfte .... 74<br />

D. Arten, fiir die das vorliegende Material keine direkte<br />

Andeutung iiber den Einwanderungsweg zu geben scheint 7(><br />

5. Zusammenfassung 79<br />

VII. Sonderbehandlung einzelner Arten 81<br />

Alliaria officinalis Andrz<br />

Crambe maritima<br />

^^<br />

Asplenium Ruta muraria<br />

^^<br />

Avena pratensis<br />

^^<br />

Brachypodium pinnatmn (L.) PB<br />

^^<br />

Carex distans L<br />

^^<br />

Allium ursinum 92<br />

Polygonatuni multiflorum I^ 93<br />

Orchis niascula L<br />

^^<br />

Gymnadenia conopsea (L.) R. Br<br />

^^7<br />

S'.'itf?


Seite<br />

Cephalanthera longifolia (Huds.; L.) Fritsch 100<br />

Polygonum dunietorum L 102<br />

Cakile maritima Scop 104<br />

Draba incana h 105<br />

Crataegus moiiogyna Jacq. .. 107<br />

Polygala amarella Cr 108<br />

Daphne Mezereum L<br />

Hl<br />

Calystegia sepium (L.) R. Br 112<br />

Stachys silvatica ly 115<br />

Veronica spicata Iv 117<br />

Succisa pratensis Moencli 118<br />

Knautia arvensis (ly.) Coult 120<br />

Artemisia campestris L 122<br />

Cirsium lieterophyllum (L.) Ali 124<br />

Selaginella ciliata (Lam.) Opiz 126<br />

Alopecurus ventricosus Pers 127<br />

Arrhenatherum elatius (L.) M. et K 131<br />

Scirpus rufus (Huds.) Schrad 133<br />

Scirpus compressus (L.) Pers 135<br />

Carex glareosa Wg 137<br />

C. flavaL 139<br />

C. Horuschucliiana Hoppe 141<br />

Atriplex hastatum L.; Wg 144<br />

Salicornia europaea L<br />

Honkenya peploides (L.) Ehrh 147<br />

Scleranthus annuus L 149<br />

Silene veno.sa (Gilib.) Aschers 151<br />

Melandrium viscosum (L.) Celak 153<br />

Ranunculus ca.ssubicus L 156<br />

R. Ficaria 158<br />

Isatis tinctoria 160<br />

Barbarea stricta Andrz 163<br />

Sedum annuum 166<br />

Lathy rus montanus Bernh 168<br />

Hypericum hirsutum L 169<br />

Viola mirabilis L 171<br />

Gentiana *suecica (Froel.) Murb 173<br />

Scutellaria hastifolia L 175<br />

:\Ielampyrum cristatum I/ 176<br />

Odontites simplex (Hn.) Krok 179<br />

Solidago virgaurea L<br />

Artemisia vulgaris L. var. coarctata (J. H. af I'ors.) 183<br />

Ilypochaeris maculata h 185<br />

Nachtyäge 18 7<br />

Erklärung and Verzeichnis der Verbreitungskarteti 189<br />

Liieraiurverzeichtiis 191<br />

Abkiirzungen iind Berichligiingen 199<br />

Karten (1—57).


Vorwort.<br />

Indem ich diese Studie vorlege, gestatte ich mir, der Finnischen Wissenschaftssozietät<br />

nieinen Dank fur ein Forschungsstipendium aus deni Solilbergschen<br />

Donationsfonds auszusprechen, das mir die Ausarbeitung derselben<br />

in wesentlicheni Grade ermöglicht hat. Desgleichen möchte ich der Geographischen<br />

Gesellschaft Finnlands fiir eine Unterstiitzung danken, die mich<br />

in die Lage versetzt hat, im Sommer 1926 vergleichende pflanzengeogiaphische<br />

Studien in Estland und Lettland zu treiben.<br />

Bei diesen letzterwähnten Studien in Lettland habe ich mich der iiberaus<br />

wertvollen Fiihrung des hervorragendsten Kenners der Flora des Ostbaltikums,<br />

Herrn Professors am Herder-Institut zu Riga Dr. K. R. KUPFFER,<br />

sowie des Herrn Dozenten an der Universität in Riga Dr. N. MALTA ZU erfreuen<br />

gehabt. Auf Ösel haben mir Herr Dr. med. Tn. LACKSCHEWITZ und Herr<br />

W. V. LOEVIS OF MENAR, Lehrer an der deutschen Schule in Arensburg, sowie<br />

in Reval Herr Apotheker RUD. LEHBERT in vielen Hinsichten auf das liebenswiirdigste<br />

beigestanden.<br />

Mit ausserordentlicher Zuvorkommenheit haben mir Herr Professor<br />

KUPFFER und Herr mag. phil. ERIK ALMQUIST zahlreiche wichtige Angaben<br />

iiber die Flora im Ostbaltikum bzw. in der »Stockholmer Gegend» und Uppland<br />

mitgeteilt.<br />

Herm mag. phil. OLE EKLUND bin ich fiir zahlreiche Mitteilungen iiber die<br />

Verbreitimg der Arten ini Kirchspiel Korpo, das im Siidosten an Aland angrenzt,<br />

zu Danke verpflichtet. Auch hat mir Herr Eklund Angaben iiber die<br />

Flora auf den Inseln Wormsö und Dago (Estland) mitgeteilt, wo er im Sonmier<br />

1926 Studien geniacht hat.<br />

Ferner hat mir der Kustos der Sammlungen des Botanischen Museums,<br />

Herr Dr. HARALD LINDBERG mit grosser Liebenswiirdigkeit auf mancherlei<br />

Weise beigestanden.<br />

Mehrere in meiner Schrift beriihrte Fragen habe ich mit den Herren Generaldirektor<br />

Prof. Dr. A. K. CAJANDER und Prof. Dr. ALEX. LUTHER besprechen<br />

können.<br />

Die Ùbersetzung des schwedischen Manuskripts in das Deutsche ist mit<br />

dem grössten Entgegenkommen von Herrn Prof. Dr. GUSTAV SCHMIDT, Lektor<br />

der deutschen Sprache an der Universität Helsingfors, ausgefiihrt worden.<br />

Schliesslicli will ich dankbar erwähnen, dass mir beim Einsamnieln des<br />

Materials, das dieser Untersuchung zugrunde liegt, und auch bei seiner Zusammenstellung<br />

wie friiher meine P'rau die grösste Hilfe geleistet hat.


i o A. Palmgren,<br />

Die Einwandeningswege der Flora nacli den Âlandsinseln<br />

tiber die Art der Darstellung mögen folgende Bemerkungen gemacht<br />

werden.<br />

In Kap. VII werden 53 Arten beziiglich ihrer Verbreitung auf Åland und<br />

ihrer wahrscheinlichen Einwanderungswege dorthin eingehend durchgemiistert.<br />

Das Vorkommen auf Åland wird mit dem Vorkonmien in den nächstgelegenen<br />

Gebieten: Schweden, zunächst der »Stockholmer Gegend», Uppland<br />

und Gotland; dem Ostbaltikum, zunächst dem Silurgebiet Estlands;<br />

sowie Finnland, zunächst der Regio Aboënsis, als Hintergrund betrachtet.<br />

Da die literarischen Quellen fiir das Vorkommen der einzelnen Arten in<br />

bezug auf Vollständigkeit, Detailreichtum und Exaktheit höchst verschieden<br />

sind, ist es ausserordentlich schwierig und in manchen Fällen unmöglich, in<br />

einem kurzen Resiiniee das Vorkommen in den naheliegenden Gebieten, dem<br />

das åländische pflanzengeographisch gegeniibergestellt werden soil, richtig zu<br />

skizzieren. Man findet auch recht oft, dass derartige Versuche irrefuhrend<br />

ausgefallen und mit ihren irrigen Angaben in der Literatur weitergewandert<br />

sind. Es ist mir daher am richtigsten erschienen, diesen pflanzengeographischen<br />

Hintergrund in Form von direkten Zitaten zu geben. Die nötigen und<br />

in der lyiteratur zerstreuten Tatsachen können auf diese Weise auch gesammelt<br />

vorgelegt werden. Dies ermöglicht einen Uberblick, der schwerlich zu<br />

gewinnen ist, wenn das Auge genötigt ist, zwischen ein paar Dutzend verschiedenen<br />

Schriften hinundher zu gehen.<br />

Diese Form der Darstellung lässt die Arbeit einigermassen anschwellen,<br />

aber sie bietet unstreitig eine Gewähr fiir grössere Zuverlässigkeit.<br />

Es ist ferner iiblich geworden, bei Zitaten nicht den Titel der Arbeit, sondern<br />

nur den Namen des Verfassers und das Jahr des Erscheinens anzufuhren,<br />

wobei der Titel aus dem Literaturverzeichnis zu ersehen ist. Hierdurch wird<br />

Raum erspart. In Kap. VII ist dieses Verfahren nicht beobachtet worden.<br />

Wer möglicherweise das Kapitel als Ganzes im Zusammenhang durchliest,<br />

wird sich von den oft wiederkehrenden Titeln belästigt fiihlen; sie prägen<br />

sich allmählich dem Gedächtnis ein. Indes wird eine Darstellung wie die<br />

vorliegende selten Seite fiir Seite durchgenommen. Man schlägt eine gewisse<br />

Art nach, tiber die man Angaben zu erhalten wtinscht. Es wird hierbei<br />

lästig und setzt die Ubersichtlichkeit aufs Spiel, wenn man aus dem Literaturverzeichnis<br />

fur eine bedeutende Anzahl von Zitaten Aufschluss daruber<br />

suchen muss, auf welche Gegend sich die Zitate beziehen. Wäre der Titel der<br />

Arbeit fur die einzelnen Zitate in Kap. VII nicht angegeben, so wären dafur<br />

notwendigerweise Angaben tiber das Gebiet erforderlich, auf welches das<br />

Zitat abzielt. Dies geschieht jedoch in den meisten Fällen ebenso kurz durch<br />

den Titel der Schrift wie durch eine Umschreibung, aber der Wert und die Geltung<br />

des Zitates treten dazu einigermassen aus dem Titel hervor, der oft eine<br />

gewisse Vorstellung von der Tiefe und Art der Untersuchung gibt.


Einleitung.<br />

Die vorliegende Studie schliesst sich an die friiheren Arbeiten des Verfassers<br />

iiber die Vegetation und Flora von Åland an. Der interessierte Leser<br />

findet diese Schriften in dem Literaturverzeichnis erwähnt.<br />

Schon lange ist es nieine Absicht gewesen, eine Untersuchung iiber die<br />

wahrscheinlichen Einwanderungswege der Arten nach den Alandsinseln vorzunehmen.<br />

Dieses Programm wurde u, a. bereits in meiner Arbeit von 1915—<br />

1917: Studier öfver löfängsområdena på Åland, I—III, S. 607—608 (= 1922<br />

A, S. 112) aufgestellt.<br />

In den allgemeinen Ziigen ist dié Frage später beriihrt worden in.ineiner<br />

Studie von 1921, Die Entfernung als pflanzengeographischer Faktor (S. 25,<br />

46—49, 52), ferner 1922 in meiner Schrift Zur Kenntnis des Florencharakters<br />

des Nadelwaldes (S. 59—69) und 1925 in Die Artenzahl als pflanzengeographischer<br />

Charakter sowie der Zufall und die säkulare Landhebung als pflanzengeographische<br />

Faktoren (S. 57—66, 97—101).<br />

In bezug auf einige spezielle Arten ist die Frage der Einwanderung schliesslich<br />

von mir beriicksichtigt worden in einigen kleineren Beiträgen von 1925<br />

wie auch in mehreren Aufsätzen, die 1924 und 1925 fiir die Memoranda<br />

Societatis pro Fauna et Flora I-'ennica I angemeldet wurden, deren Drucklegung<br />

sich aber bis zu diesem Jahre verzögert hat.<br />

Aus dem Jahre 1925:<br />

Ny fyndort för Suaeda maritima (L.) Dum.;<br />

Lepidium latifoliuni L. ny för Åland;<br />

Eine neue Lokalität fiir Viola uliginosa Bess.;<br />

Carex diandra Schrank x paradoxa Willd. fiir Finnland neu;<br />

Carex remota Iv. in Finnland;<br />

Orchis Traunsteineri Saut., fiir Åland neu;<br />

Stellaria uemorum ly., fiir Åland neu.<br />

Aus dem Jahre 1927:<br />

Torilis Anthriscus (L.) Gmel. auf Åland}<br />

Carex brtinnescens (Pers.) Poir., neu fiir Åland;<br />

Juncus balticus Willd. auf Åland;<br />

Suaeda maritima (ly.) Dum. auf Åland;


i o A. Palmgren,<br />

Die Einwandeningswege der Flora nacli den Âlandsinseln<br />

Salix repens *rosmarinifolia L., ein östlicher Einwanderer auf Aland;<br />

Geranium pratense L., neu fiir Aland;<br />

Thymus chamaedrys Fr., neu fiir Aland;<br />

Pyrola media Sw. auf Aland;<br />

Potamogeton polygonifolius Pourr. in Finnland;<br />

Calamagrostis anindinacea (L.) Roth, auf Aland;<br />

Neuer Fundort von Carex arenaria I/, auf Aland;<br />

Neue Lokalitäten fiir Fritillaria Meleagris auf Aland;<br />

Neue Lokalität fiir Lepidiuni campestre L. (R. Br.) auf Aland;<br />

Ajuga pyramidalis L. auf Aland;<br />

Thymus Serpyllum L., ein ostbaltischer Kinwanderer auf Aland;<br />

Botrychium multifidum (Gmel.) Rupr. (= Matricariae (Schrank) Spreng.><br />

auf Aland;<br />

Bemerkenswerte Lokalität fiir Lycopodium clavatum L. auf Aland;<br />

Ruppia spiralis (L.) Dum. auf Aland;<br />

Neue Lokalitäten fiir Aquilegia vulgaris L. auf Aland;<br />

Litorella uniflora (L.) Aschers., neu fiir Aland.<br />

Auch sei auf meine Schrift von 1910 Bidrag till kännedomen cm Ålands<br />

vegetation och flora, I, Taraxaca (S. 7), hingewiesen.<br />

Was hier vorgelegt wird, soli in vielen Punkten zunächst als Orientierung<br />

dienen. Eine Einzelerörterung der Verbreitungsverhältnisse jeder Art lässt<br />

sich zur Zeit aus pekuniären Griinden nicht durchfiihren. Dieselbe wird jedoch<br />

als Programni fiir die Zukunft bestehen bleiben. Hier sollen nur gewisse<br />

bemerkenswerte Verbreitungsverhältnisse eingehender beleuchtet werden.<br />

Es wäre von Interesse, im Zusammenhang mit der Frage von den Einwandeningswegen<br />

der Arten die Frage nach dem wahrscheinlichen Zeitpunkt<br />

ihrer Einwandenmg zur Besprechung vorzunehmen. Auf diese letztere Frage<br />

werde ich bei anderer Gelegenheit zuriickkommen.<br />

Die Darlegungen dieser Studie griinden sich auf ein selir umfassendes<br />

Material von Aufzeichnungen iiber das Vorkomnien der einzelnen Arten auf<br />

Aland. Dasselbe ist in grösseren oder kleineren Teilen der meisten Sommer<br />

von 1897—1926 eingesammelt, Leider ist es pekuniär nicht möglich, es änders<br />

als flir einige wenige Arten mit besonders bemerkenswertem Vorkommen mitzuteilen.<br />

Wegen der iibrigen muss ich mich mit Hinweisen begniigen teils<br />

auf meine friiheren Schriften Studier öfver löfängsområdena på Aland, 1915—<br />

1917 und Zur Kenntnis des Florencharakters des Nadelwaldes, 1922, teils<br />

auf die Studien iiber die Vegetation der Meeresufer, Seen und Moorböden, die<br />

ich in absehbarer Zukunft vorlegen zu können hoffe. In bezug auf die artenreiche<br />

Flora der Laubwiesen ist jedoch zu bemerken, dass sich mein Material<br />

an Lokalangaben seit dem Erscheinen meiner Laubwiesenstudien mehr als<br />

verdoppelt hat.


ACTA BOTANICA FENNICA 1. N.o 1 9<br />

Arbeitsmethode.<br />

Da die Zuverlässigkeit der Arbeitsergebnisse, die hier niitgeteilt werden,<br />

in direktem Verliältnis zuni Grade der Exaktheit des Materials iiber die Verbreitiing<br />

der Arten steht, worauf die Untersuchiing fusst, seien hier iinter<br />

dem Hinweis auf meine Studie von 1915—1917 (S. 484—486; = 1922 A,<br />

S. 7—9) einige Worte iiber die Methode gesagt, die bei seiner Einsammlung<br />

befolgt worden ist.<br />

Fiir die Zusamnienbringung des Materials in der Natur sind fiir die verschiedenen<br />

Formationstypen (die L,aubwiesenvegetation, die Kadelwaldvegetation,<br />

die Meeresufervegetation, die Formationen der Seen imd der<br />

feuchten und nassen Böden sowie der Kulturböden) gedruckte Artenlisten<br />

zur Anwendung gekommen, die die Namen der Arten in systematischer Reihenfolge<br />

enthalten. Diese Listen sind fiir die verschiedenen Formationen zu<br />

Heften von geeignetem Exkursionsformat zusammengefiigt. Fiir jede einzelne<br />

Lokalität oder jeden Ståndort konimt eine besondere Liste zur Anwendung.<br />

In bezug auf die Frequenz, den Dichtigkeitsgrad und andere Umstände<br />

werden hier in der Natur die nötigen Aufzeichnungen gemacht. Diese Aufzeichnungen<br />

werden zur weiteren Bearbeitung Lokalität fiir Lokalität in<br />

ähnliche, aber in Konzeptbogenformat aufgestellte Listen eingetragen. Wenn<br />

mehrere Aufzeichnungen aus verschiedener Zeit fiir dieselbe Lokalität vorliegen,<br />

erfolgt die Eintragung in diese letzteren Listen mit Tinte von verschiedener<br />

Farbe fiir jede einzelne Untersuchung, wodurch nicht fiir jede einzelne<br />

Art eine Notiz iiber das Datum erforderlich wird. Fiir jede einzelne<br />

Lokalität wird also allés Material an ein imd derselben Stelle gesamnielt. Das<br />

auf diese Weise gesammelte Material zeigt nicht nur, was an einer Lokalität<br />

zîi finden ist. Es zeigt vielmehr audi — und dasist von grösster Wichtigkeit,<br />

was fehlt, was möglicherweise der Aufmerksamkeit entgangen und daher<br />

aufzuspiiren ist.<br />

Auf Grund dieses Materials iiber die Artzusammensetzung der cinzelnen<br />

Lokalitäten werden fiir die einzelnen Arten Lokalverzeichnisse angefeitigt.<br />

Diese Lokalitäten sind auf Karten vernierkt. Solche Karten liegen jetzt fiir<br />

die meisten urspriinglichen Arten der Landschaft vor.<br />

Mein Material an Aufzeichnimgen erstreckt sich auf alle Teile der åländischen<br />

Inselwelt. Es kann natiirlich fiir ein Gebiet von der Grosse und vor<br />

allem von der ausserordentlichen Abwechslung wie Åland nicht jede Insel<br />

und jede unbedeutende Schäre umfassen, aber es lässt keinen erheblichen Teil<br />

der Inselwelt ununtersucht.<br />

Bisher sind die Untersuchungen sj'stematisch vor allem in bezug auf die<br />

Arten der Laubwiesen (im weiteren Sinn des Wortes; siehe 1915, S. 31 und


i o A. Palmgren, Die Einwandeningswege der Flora nacli den Âlandsinseln<br />

1921, S. 27), der Kadelwälder imd der Meeresiifer betrieben worden. Hinsicht-<br />

Hch dieser durfte das Material mit Riicksicht auf Genaiiigkeit iind Umfang<br />

recht hohen Anforderungen entsprechen. Fiir die Flora der Seen, des Salzwassers<br />

und der zahlreiclien Moore sind noch Ergänzungen von nöten. Doch<br />

gibt das vorliegende Material der Hauptsache nach ein befriedigendes Bild<br />

auch von dem Vorkommen der hierhergehörigen Arten.<br />

Ausser auf eigene Aiifzeichmingen habe ich mich vor allem stiitzen können<br />

auf BERGROTHS Sclirift Anteckningar om vegetationen i gränstrakterna mellan<br />

Åland och Åbo-området, 1894, auf die Sammlungen des einheimischen Herbariums<br />

der Universität (Herbarium Musei Fennici) sowie auf das umfassende<br />

Material bei HJ. HJELT: Conspectus Florae Fennicae I—VII (1888—1926).<br />

Fiir die Feststellung der wahrscheinlichen Einwanderungswege nach Åland<br />

ist natiirlich eine möglichst eingehende Kenntnis iiber das Vorkommen der<br />

Arten in den zunächst gelegenen Gebieten erforderlich. Hieriiber gibt die<br />

Literatur sehr ungleichmässige Anleitung.<br />

Fiir Schweden gewährt eine äusserst wertvolle Hilfe die Schrift Stockholmstraktens<br />

växter, 1914. Ferner seien genannt:<br />

K. FR. TIIEDENIUS: Flora Öfver Uplands och Södermanlands fanerogamer<br />

och bräkenartade växter, 1871;<br />

K. JOHANSSON: Hufvuddragen af Gotlands växttopografi och växtgeografi<br />

grundade på en kritisk behandling af dess kärlväxtflora, 1897;<br />

GUNNAR ANDERSSON och SELIM BIRGER: Den norrländska florans geografiska<br />

fördelning och invandringshistoria med särskild hänsyn till dess sydskandinaviska<br />

arter, 1912.<br />

STEN SELANDER:<br />

flora, 1914;<br />

Sydliga och sydostliga element i Stockholmstraktens<br />

RIKARD STERNER: The continental element in the flora of South Sweden,<br />

1922;<br />

F. HÅRD AF SEGERSTAD: Sydsvenska florans växtgeografiska huvudgrupper,<br />

1924.<br />

Hierzu die allgenieinen Floren: C. J. HARTMANS Handbok i Skandinaviens<br />

flora. Elfte upplagan (F^örra delen: Faneroganier och ormbunkar), 1879; das<br />

1922 erschienene erste Heft von Hartmans handbok i Skandinaviens flora<br />

redigerad av OTTO R. HOLMBERG und das zweite Heft derselben Arbeit, 1926<br />

erschienen unter dem Titel Skandinaviens flora utgiven av OTTO R. HOLM-<br />

BERG; sowie C. A. M. LINDMAN: Svensk fanerogamflora, 1918 (nebst der<br />

zweiten Auflage, 1926, erschienen, nachdem der grössere Teil der vorliegenden<br />

Schrift bereits ausgearbeitet war).<br />

Ferner sind u. a. niehrere der wertvollen kleineren Pflanzenverzeichni&se<br />

in Svensk Botanisk Tidskrift zu beachten.


ACTA BOÏANICA FENNICA 2 11<br />

Fiir Siidwestfinnland sei vor alleni erwähnt O. BERGROTUS sclion oben<br />

genannte Schrift Anteckningar om vegetationen i gränstrakterna mellan<br />

Åland och Åbo-området, 1894, die — ausser fiir die åländischen Kirclispiele<br />

Knmlinge und Brandö — wertvolle Aufschliisse iiber die zunäclist bei Åland<br />

liegenden Schärenkirchspiele Gustafs, Iniö und Töfsala im Eigentlichen Finnland<br />

(Regio Ahocnsis) Ii ef ert.<br />

Ferner:<br />

A. J. ZETTERMAN och A.E. BRÄNDER: Bidrag till sydvestra Finlands flora,<br />

1867;<br />

A. K. CAJANDER: Kasvistollisia tutkimuksia Mj-nämäen, Mietoisten ja<br />

Karjalan kunnissa. 1902, eine Arbeit, die in sehr eingehender Weise die Vegetation<br />

und Flora einiger Kiistenkirchspiele ca. 30 km nördlich von Åbo behandelt;<br />

fiir die einzelnen Arten HJELTS monumentaler Conspectus Florae Fennicae,<br />

I—VII, und das sehr reichhaltige einheimische Herbarium der Universität;<br />

verschiedene kleinere Schriften (im Literaturverzeichnis angefiihrt) und<br />

zahlreiche briefliche Mitteilungen von OLE EKLUND.<br />

Leider sind bisher nur zerstreute Angaben iiber die Vegetation und Flora<br />

der meisten siidwestfinnischen Kiisten- und Schärenarchipelgebiete veröffenthcht.<br />

Fiir das Kirchspiel Korpo hat man jedoch in naher Zukunfteiner<br />

lyokalflora von cand. phil. OLE EKLUND entgegenzusehen, der mit grossem<br />

Fleiss und scharfsichtigem Verständnis seit 1916 der Pflanzenwelt seines<br />

Heimatkirchspiels ein hingebungsvolles Studium gewidmet hat. ÅhnUche<br />

Untersuchungen iiber Houtskär, Rimito, Nagu, Pargas, Kimito, Hiitis und<br />

die Kiistenkirchspiele wären sehr wiinschenswert.<br />

iiber zwei etwas entferntere Kusten- und Schärenarchipelgebiete findet<br />

man eine wertvolle Darstellung bei:<br />

E. HÄYRÉN: Björneborgstraktens vegetation och kärlväxtflora, 1909;<br />

W. BRENNER: Växtgeografiska studier i Barösunds skärgård, I, 1921.<br />

In Arbeit ist eine Untersuchung von mag. phil. CARL CEDERCREUTZ:<br />

Studien iiber Laubwiesen in den Kirchspielen Kyrkslätt und Esbo in Siid-<br />

Finnland. Mit besonderer Beriicksichtigung der Verbreitung und Einwanderung<br />

der Laubwiesenarten.<br />

Fiir das Ostbaltikum sind mehrere fiir ihre Zeit sehr verdienstvolle<br />

ältere Arbeiten zugänglich:<br />

FRIEDRICH SCHMIDT: Flora der Insel Moon, nebst orographisch-geognostischer<br />

Darstellung ihres Bodens, 1854;<br />

—»—, Flora des silurischen Bodens von Ehstland, Nord-Livland und<br />

Oesel, 1855;


12 A. Palmgren, Die Eimvanderungswege der Flora iiacli den Alandsinselu<br />

ARTHUR VON SASS: Die Phanerogamen-Flora Oesels und der benaclibarten<br />

Eilande iind Beitrag zur Flora der Insel Runoe, 1860;<br />

P. VON GLEHN: Flora der Umgebung Dorpats, 1860;<br />

EDMUND RUSSOW: Flora der Umgebung Revals, 1862;<br />

—»—, Ueber die Boden- und Vegetationsverhältnisse zweier Ortschaften<br />

an der Nordkûste Estlands, 1889;<br />

LEOPOLD GRUNER: Schilderung der Vegetationsverhältnisse des östlichen<br />

Allentacken, als Bericht iiber die Ergebnisse einer auf Kosten der Dorpater<br />

Naturforschergesellschaft unternommenen botanischen Reise, 1862;<br />

—»—, Versuch einer Flora Allentackens und des im Siiden angrenzenden<br />

Theiles von Nord-Livland, 1864;<br />

C. WINKLER: Literatur und Pflanzenverzeichnis der Flora Baltica, 1877;<br />

GERHARD PAHNSCH: Beitrag zur Flora Ehstlands, 1881.<br />

EDUARD LEHMANN: Flora von Polnisch-Livland mit besonderer Beriicksichtigimg<br />

der Florengebiete Nordwestrusslands, des Ostbalticunis, der Gouvernements<br />

Pskow und St. Petersburg sowie der Verbreitung der Pflanzen<br />

durch Eisenbahnen, 1895, sowie Nachtrag (I) von 1886 zu derselben Arbeit.<br />

Ein sehr wertvolles modernes Werk ist K. R. KUPFFERS mit ausserordentlicher<br />

Sachkenntnis und Kritik geschriebene Arbeit: Grundzuge der Pflanzengeographie<br />

des ostbaltischen Gebietes, 1925. — Leider ist der spezielle, die<br />

Artenverzeichnisse umfassende Teil noch nicht erschienen.<br />

Ferner sei auf KUPFFERS friihere Schriften hingewiesen:<br />

Beitrag zur Flora der Insel Runö, 1896;<br />

Saussurea alpina DC. subsp. esthonica (Baer ex Rupr. pr. sp.) Kupffer,<br />

1902;<br />

Bemerkenswerte Vegetationsgrenzen im Ost-Balticum, 1904;<br />

Kleine Notizen von Dozent K. R. Kupffer in Riga (K) und Dr. med,<br />

P. Lackschewitz in Libau (L), 1904;<br />

Kleine Notizen, 1905 u. 1907;<br />

Vorläufige Mitteilung iiber die ostbaltischen Taraxaca, 1907;<br />

Literaturiibersicht der ostbaltischen Flora, 1907;<br />

Kurze Vegetationsskizze des ostbaltischen Gebietes, 1912;<br />

Natiirliche Zugehörigkeit und Grenzen des ostbaltischen Gebiets, 1919;<br />

Der Einfluss des Weltkrieges auf die Pflanzenwelt bei Riga, 1922.<br />

Weiter seien genannt:<br />

J. KLINGE: Flora von Est-, Liv- und Curland, 1882;<br />

—»—, Bericht iiber im Jahre 1890 fiir das Ost-Balticum neu gesichtete<br />

Pflanzenarten, 1891;<br />

RUD. LEHBERT: Floristische Ergebnisse des Sommers 1903, 1904;<br />

—»—, Beitrag zur Kenntnis der Gattung Calamagrostis Adans. im ostbaltischen<br />

Gebiet, 1905;


ACTA BOTANICA FENNICA 1. N.o 1 13<br />

RUD. LEHBERT: II. Beitrag zur Kenntnis der Gattung Calamagrostis Adans.<br />

i m ostbaltischen Gebiet, 1906;<br />

—»—, Neue Ergebnisse der Calamagrostis-Forschung, 1924;<br />

—»—, Art-Grenzen im genus Calamagrostis, demonstriert an Calamagrostis<br />

purpurea Trin,, 1925;<br />

LEHBERT U. KUPFFER: Verzeichnis der auf den Inseln Hoften beobachteten<br />

Pflanzen, 1904;<br />

N. MALTA: Floristische Notizen aus Siidostlivland, 1915;<br />

E. MARKUS: Die Transgression des Moores iiber den Sandwall bei Laiva,<br />

1925;<br />

—»—, Das Komplexenprofil von Jätasoo, 1925;<br />

MAX VON ZUR MUHLEN: Die Potamogetonen des Ostbalticums nebst Bemerkungen<br />

iiber den Wechsel der Arten und Formen in ein und demselben<br />

Gewässer. Mit Zusätzen von K. R. Kupffer (Riga), 1906;<br />

E. NICI^ASEN: Floristisches aus Lodensee in Estland, 1904;<br />

W. ROTHERT: Floristische Beobachtungen, 1907;<br />

C. SKOTTSBEKG U. T. VESTERGREN: Zur Kenntnis der Vegetation der Insel<br />

Oesel. 1901;<br />

EDM. SPOHR: tiber das Vorkornnien von Sium erectum Huds. imd Lemna<br />

gibba L. in Estland und iiber deren nordöstliche Verbreitungsgrenzen in<br />

Europa, 1926;<br />

PAUL THOMSON: Notizen zur Kenntnis der Flora und Vegetation Eestis,<br />

1922;<br />

—»—, Zur Frage der regionalen Verbreitung und Entstehung der Gehölzwiesen<br />

und Alvartriften in Nord-Estland, 1924;<br />

—»—, Vorläufige Mitteilung iiber neue Fundorte und Verbreitungsgebiete<br />

einiger Moorpflanzen in Estland, 1924;<br />

G. WILBERG: Einige Bemerkungen iiber neue Pflanzenarten in der Flora<br />

Eestis, 1924.<br />

Uni mir eine persönliche Auffassung von den Vegetationsverhältnissen in<br />

den Ländern, woher die Arten Ålands wahrscheinlicli eingewandert sind, zu<br />

bilden, habe ich verschiedene Teile von Schweden, u. a. den Stockholmer<br />

Schärenarchipel (Juli 1908) und Gotland (Juni 1910) sowie Öland besucht (ein<br />

kurzer Abstecher im Juni 1910 und mit der 4. internationalen pflanzengeographischen<br />

Exkursion am 5.-6. Juli 1925, vvo, am 12.—13. Juli, audi der<br />

Stockholmer Schärenarchipel besucht wurde).<br />

Zu demselben Zweck wurden im Juni 1926 die ostbaltischen Länder Estland<br />

und Lettland besucht. Unter der Leitung von Professor K. R. KUPFFER<br />

sowie teilweise auch von Dozent N, MAI.TA war ich in der Lage, am 14.—21.<br />

Juni Exkursionen in der Umgebung von Riga, u. a. am Strande und in dem


i o A. Palmgren,<br />

Die Einwandeningswege der Flora nacli den Âlandsinseln<br />

iniposanten Dunengebiet gleich nördlich von der Miindung der Diina sowie<br />

nach verschiedenen anderen pflanzengeographisch benierkenswerten Plätzen<br />

in Lettland zu unternehmen. So wurde das wegen seiner iippigen Vegetation<br />

und seiner artenreichen Flora beriihmte Gebiet bei Kemmern, siidwestlich<br />

von Riga besucht. P'erner die ausserordentlich naturschönen, mit iippigem<br />

Mischlaubwald bewachsenen Gegenden iim Seegewold in der sog. livländischen<br />

Schweiz, wo die Aa in den leicht verwitterten Sandsteingrund ein niäclitiges<br />

Erosionstal eingeschnitten hat, und schliesslich die Dolomitenlandschaften<br />

uni die Diina in der Gegend von Kokenhnsen, beriihmt durch ihre iippige<br />

Vegetation und ihre artenreiche Flora, in der viele siidöstliche Einwanderer<br />

auftreten.<br />

Am 22.—28. Juni wurden Exkursionen auf Ösel geniacht. Hierbei wurden<br />

u. a. die iippigen Laubwälder und die Alvarböden bei Lode, gleich siidlich von<br />

Arensburg, wie auch bei Kellamäggi und Pargel westlich von der Stadt besucht.<br />

Ferner die durch ihre mächtigen Mischlaubwälder und ihre iippige Untervegetation<br />

beriihmte Insel Abro, wo auch die Strandvegetation zu einer sehr<br />

schönen Entwicklung gekommen ist, und der beriihmte Osriicken Widoberg<br />

sowie die unterhalb (westlich) desselben gelegenen


ACTA BOTANICA FENNICA 1. N.o 1 15<br />

Folgende Arten und Formen sind nach C. A. M. LINDMAN: Svensk<br />

fanerogamflora, 2. Auflage, 1926, angegeben:<br />

Potamogeton Zizii ( = P. gramineus x lucens, S. 52), Zannichellia repens unå<br />

Z. pediinculata, Poa angiistifolia, Puccinellia retroflexa (in des Verf. Arbeit von<br />

1925 unter dem Namen Atropis retr.), Carex contigua und C. Pairaei (1925 als<br />

Unterarten von C. inuricata), Carex nemorosa, Çarex *oedocarpa und C. *pulchella<br />

(die letztere ist von LINDMAN als Art angefiilirt), A triplex patiiluni var.<br />

oblongifolium, Crataegus monogyna und Cr. curvisepala (in des Verf, Arbeit von<br />

1925 unter dem Namen Mespilus; die zuletzt genannte 1915—17 und 1921<br />

unter dem Namen Mespilus calycina), Alcheniilla ohtusa, Myosotis baltica (1925<br />

unter dem Namen M. laxa).<br />

Dryopteris dilatata ist in der ersten Auflage des oben zitierten »Förteckning<br />

öfver Skandinaviens växter als Unterart von Dr. spinulosa, in der zweiten<br />

Auflage, 1917, als Art angefiihrt. — Vacciniuni microcarpum erscheint in<br />

demselben Förteckning (1907 und 1917) als Unterart von V. Oxycoccus. Icli<br />

gebe sie nach LINDMAN, 1926, als Art.<br />

Alchemilla acutidens wird nach HARAI


i o A. Palmgren,<br />

Die Einwandeningswege der Flora nacli den Âlandsinseln<br />

recht bedeutende Anzahl, wenn man bedenkt, dass die Gesamtzahl der urspriinglichen<br />

Arten der Laubwiesenvegetation 324 beträgt,<br />

2. Es ist bemerkenswert, dass die Hieracinm-Vlora. der åländischen Laubwiesenvegetation<br />

einen sehr engen Anschluss an die mittelschwedische zeigt.<br />

Manche ihrer bemerkenswertesten Arten haben in Mittelschweden eine mehr<br />

oder weniger aiisgedehnte Verbreitung, fehlen aber sonst in Finnland oder<br />

sind dort selten und aiisgeprägt westlichen Ursprungs. Als Beispiele wurden<br />

genannt Hieracinm glomerattim (= glometatuhim), H. nigrans, H.polymnoon,<br />

H. holmiense unter den Piloselloidea sowie H. ciliahim, H. canipes, H. meticeps,<br />

H. serratijro7is, H. siihcrassnm, H. patale, H. integratum, H. orbicans,<br />

H. expalHdijorme, H. panaeolum, H. psepharjtm, H. lacerijolnim unter den<br />

Archieracia. Andererseits fehlen auf Åland eine ganze Anzahl fiir das kontentinale<br />

Finnland spezifische Arten und Artengruppen wie H. pratense sowie<br />

H. septentrionale und andere zu der Gruppe »florentimim» gehörige Arten.<br />

Ferner beispielsweise H. detonsiim, H. neglecium unter den Piloselloidea und<br />

H. laterijlomm, H. distractiim, H. lyratum, H. Hjeltii, H. hololoma, H. mtdtifrons,<br />

H. Silent, H. inctirrens unter åen Archieracia.<br />

Von Åland sind nicht ganz wenige endemische Hieracinm-Arton beschrieben.<br />

Diese gehören im grossen ganzen systematischen Gruppen westlicher<br />

Verbreitung an. Solche Arten sind u. a. H. suhfuscatum, H. nuhiceps, H.<br />

atrohulbosiim, H. atricolor, H. conistum, H. alandicimi, H. lenifolinm, H. perveniens,<br />

H. rangsbyense, H. snbspeireitm, H. pseudospeireum. (Die Namen<br />

nach NORRLIN: Hieracia florae fennicae (Suomen keltanot), 1906, sowie Nya<br />

nordiska Hieracia, II, 1912.)<br />

3. Auch die TaraxacMm-V\ox2i legt — obwohl in recht höhem Grad von<br />

adventiver Natur und daher in pflanzengeographischer Hinsicht weniger<br />

beweiskräftig — Zeugnis fiir eine Einwanderung von Westen her ab. Insbesondere<br />

gilt dies von den in Laubwiesen und an Ufern urspriinglichen<br />

Arten T. maadigernm, T. praestans, T. litorale, T. laetum, T. nibicundum,<br />

T. halticiim und T. palmtre, die z. T. auf dem Festland fehlen {T. mhcidigerum,<br />

T. nibictmdtim und T. palustre), z. T. daselbst spärlich und nur in den<br />

siidwestlichen oder westlichen Teilen auftreten, aber in Schweden alle eine<br />

weitere Verbreitung haben (siehe PALMGREN 1910 A, u. a. S. 6—7).<br />

Wenn ich also auch als festgestellt ansah, dass die Laiibwiesenvegetation im<br />

grossen ganzen nach Åland von Westen eingewandert sei, rechnete ich doch<br />

(1. c., S. 49)1) fiir einzelne Arten mit Ausnahmen. So schien eine Einwanderung<br />

von Osten wahrscheinlich oder sehr annehmbar u. a. fiir Alntis incana, Alchemilla<br />

obtusa und Succisa pratensis. Fiir einige andere Arten kam mir eine<br />

Einwanderung sowohl von Westen als Osten denkbar vor. Ich nannte Picea<br />

J) Sielie auch die ergänzende Darstellung 1925, S. 58—59.


ACTA BOTANICA FENNICA 2 17<br />

Abies, Tilia cordata, Gymnadenia conopsea, Lathynis silvesiris und Ajuga<br />

Pyramidalis.<br />

Meine Anffassung iiber die Einwanderungswege der Vegetation griindete<br />

sich auf eine Musterung der Flora in grossen iitigen. Als ein kunftiges Arbeitsprogramni<br />

wurde (1. c., S. 49) ein detailliertes Studium der Frage nach der<br />

Einwanderung der Eaubwiesenvegetation aufgestellt.<br />

Es ist dieses Studium, erweitert auf sämtliche urspriingliche Gefässpflanzen<br />

der Eandschaft, zu dem ich jetzt schreite.<br />

Woher hat Aland seine Arten empfangen?<br />

Es liegt am nächsten, mit einer Einwanderung von folgenden Seiten her<br />

zu rechnen: von Ostschweden, zunächst Uppland und Nordsödermanland,<br />

ans dem Ostbaltikum, zunächst Estland, und von Finnland, zunächst dem<br />

siidwestlichsten Teil des Landes, dem Eigentlichen Finnland (= Regio Abotnsis).<br />

Selbstverständlich ist es denkbar, dass eine oder die andere Art ganz oder<br />

teilweise direkt aus einem ferner gelegenen Gebiet als den genannten eingewandert<br />

ist. Das ist beispielsweise offenbar der Fall mit Cryptogramma<br />

crispa, die aus den erwähnten Gebieten gar nicht bekannt ist. In welchem<br />

Grade eine solche Einwanderung aus weiter Ferne auch etwa fiir andere Arten<br />

stattgefunden hat, dariiber ist es natiirlich schwer, sich eine sichere Vorstellung<br />

zu bilden.<br />

Sämtliche obengenannten Gebiete liegen recht nahe bei Åland.<br />

Von Åland bis Schweden beträgt der kiirzeste Abstand ca. 30 km, von Åland<br />

bis Estland ca. 120 km. Mit der Regio Aboënsis ist Åland durch eine fast sukzessive<br />

Brûcke von Inseln verbunden. Die Meerenge Skiftet, die die Grenze<br />

biidet, ist an der schmälsten Stelle nur 3, an der breitesten ca. 25 km<br />

breiti).<br />

Zieht man nur die Hauptinsel (das sog. Fasta Åland) und das festländische<br />

Eckerö in Betracht, wo sämtliche Standortstypen Ålands zahlreich vertreten<br />

sind, SO werden die Abstände folgende: bisSchweden ca. 45, bisEstland ca. 170,<br />

bis zur Regio Aboënsis ca. 50 km (sielit man auch von dem Schärenarchipel<br />

dieser ab, so wird der Abstand ca. 80 km).<br />

Åland liegt also in heziig auf den Abstand fiir eine Einwanderung von Schweden<br />

her giinstiger als fiir eine Einwanderung aus dem Ostbaltikum.<br />

Am nächsten liegt die Regio Aboënsis. — Sieht man jedoch von deren ausgedehntem<br />

Schärenarchipel ab, so wird auch hier der Abstand recht beträcht-<br />

1) Es sei hier bemerkt, dass die pflanzengeographische Grenze zwischen<br />

Åland und der Regio Aboënsis, die nocli mit der administrativen zusammenfällt,<br />

besonders in ihren nördliclien Teilen einer Prufung bedarf. Ich verweise<br />

auf meine Darstellung 1925, S. 58—59.<br />

2


18 A. Palmgren, Die Einwanderungswege der Flora nacli den Alandsmseln<br />

lich. Und zieht man bloss die gegenwärtige Hauptinsel Åland in Betracht,<br />

die ihrem Areal nach den weitaus grössten Teil der Landschaft repräsentiert,<br />

die sich dazii zuerst ans dem Meere erhoben hat nnd eine recht bedeutende<br />

Zeit allein die Landschaft bildete, so liegt Åland näher bei Schweden.<br />

In vergangener Zeit war also nur in hezug au f den A hstand eine Einwanderung<br />

aus Schweden wahrscheinlicher als ans Finnland (1925, S. 57). Noch heutzutage<br />

scheint eine solche Einwanderung nach der Hauptinsel Åland wahrscheinlicher<br />

als eine Einwanderung aus Finnland.<br />

Es ist auch zu bemerken, dass Åland — auch wenn man von dem Abstand<br />

als wirksaniem Moment absieht — in bezug auf die Voraussetzungen, Arten<br />

entgegenzunehmen (also darauf, was ich 1925, S. 63, die Exposition jiir die<br />

Bewachsîing als Faktor genannt habe), besser gegen Schweden als gegen das<br />

Ostbaltikum und Finnland exponiert liegt. Nach Schweden hin ist die ganze<br />

Hauptinsel Åland mit ihreni westlichen Schärenarchipel, dazu Lemland und<br />

Föglö gerichtet. Nach dem Ostbaltikum hin kehrt sich am nächsten nur der<br />

im Verhältnis zu dem ubrigen Åland recht unbedeutende Schärenarchipel<br />

von Kökar. Gegen Finnland wenden sich ebenso nur einige Schärenkirchspiele,<br />

die dazu den Susswasser- und Moorpflanzen eine relativ geringere<br />

Anzahl geeigneter Standorte als die Hauptinsel Åland darbieten.<br />

Ausser dem Abstand und der Exposition, und vielleicht mehr als diesen,<br />

haben wir den Nattirvcrhältnissen der am nächsten gelegenen Länder Beachtung<br />

zu schenken.<br />

Die grössten Vbereinstimnnmgen in den Natttrverhältnissen findet man<br />

unstreitig im Schärenarchipel von jjppiand. Die Natur erinnert hier sowohl in<br />

ihren grossen Grundziigen als auch im Einzelnen iiberaus stark an diejenige<br />

Ålands. Das ist in geringerem Masse mit Finnland der Fall. Wie in friiheren<br />

Schriften hervorgehoben ist, herrscht vielerorts auf Åland eine recht ausgeprägte<br />

und artenreiche Flora kalkholder Pflanzen. Deren Aufenthalt bilden<br />

vor allem die Laubwiesen, ferner Ufer und Moore, besonders die sog. Wiesenbzw.<br />

Braunmoore (gimgfly). Durch eine ganz entsprechende Flora und<br />

ähnliche Pflanzenvereine ist der Schärenarchipel von Uppland ausgezeichnet.<br />

In der Regio Aboënsis findet man eine solche Vegetation viel spärlicher<br />

und in bedeutend artenärmerer Gestalt. Man känn also kauni annehmen, dass<br />

die åländische Kalkflora dorther stamme. Wohl aber herrscht in sehr grosser<br />

Ausdehnung und iippiger Gestalt eine sehr gleichartige Vegetation und Flora<br />

in dem Silurgebiet Estlands, besonders auf den Inseln im Westen und Nordwesten<br />

so wie in der westlichen und nord westlichen Kiistengegend (Wiek).<br />

Aus Schweden oder Estland oder heiden Ländern muss also die åländische<br />

Kalkflora in der Hauptsache herstammen.<br />

Was hinwieder die trivialeren Arten Ålands, die der sterilen Böden, der<br />

Nadelwälder und Moore betrifft, sind diese im allgemeinen in sämtlichen um-


ACTA BOTANICA FENNICA 1. N.o 1 19<br />

liegenden Gebieten zu finden. Fiir sie kann man a priori erwarten, dass<br />

es sich schwierig gestalten wird, eine bestimnite Auffassung uber die Einwanderungswege<br />

zu gewinnen.<br />

Im Folgenden gehe ich daran, jede der urspriinglichen Arten Ålands in<br />

bezug auf ihre wahrscheinlichen Einwanderungswege zu betrachten, Hierbei<br />

werde icli zunächst teils von dem Aiiftreten der Arten in den am nächsien<br />

hei Åland liegenden Gebieten und den Voraussetzungen fiir eine Ausbreitung<br />

nach Aland, die dort zu bestehen oder bestanden zu haben scheinen, teils<br />

von den Zeugnissen attsgehen, die das Aujtreten der Art in der Landschajt selbst<br />

möglicherweise liefert. Das Vorkommen der Art auf Åland wird hierdurch<br />

fixiert,<br />

Bevor icli zu dieser Musterung schreite, scheinen den Zeugnissen, die<br />

das Auftreten einer Art auf Åland etwa iiber deren wahrscheinliche Einwanderung<br />

darbietet, einige Worte zu widmen zu sein,<br />

Kommt eine gewisse Art bloss in den westlichen Teilen von Åland vor, so<br />

scheint ja die Annahme am nächsten zu liegen, dass sie von Westen ber, aus<br />

Schweden, eingewandert sei, falls die Art dort verbreitet ist. Kommt sie<br />

indessen auch in Estland oder Finnland vor, so ist ja docli die Möglichkeit<br />

nicht ausgesclilossen, dass die Einwanderung teilweise (oder ganz) dorther<br />

stattgefunden hat. Dies ist jedoch offenbar weniger wahrscheinlich. Zeigt<br />

die betreffende Art eine sukzessive Abnahme von Westen nach Osten, so<br />

erscheinen die Wahrscheinlichkeiten fiir eine Einwanderung von Osten her<br />

ja auf alle Fälle recht klein. Ebenso: wenn eine Art auf die sudöstlichen<br />

oder östlichen Teile von Åland (Kökar, Sottunga, Kumlinge, Brändö) beschränkt<br />

ist, so scheint es am nächstliegenden, dass sie aus Estland oder Finnland<br />

eingewandert ist, falls sie dort verbreitet ist, Indessen ist natiirlich die<br />

Möglichkeit nicht ausgeschlossen, dass die Art aus Schweden (falls sie dort<br />

vorkommt) direkt nach den östlichen Teilen von Åland gekonimen ist, Insbesondere<br />

diirfte man mit der Möglichkeit einer Einwanderung ans Schweden<br />

direkt nach Kökar rechnen miissen (vgl. 1921, S, 52, 1925. S. 58).<br />

Wenn es sich nur uni eine vereinzelte Lokalität handelt, muss man natiirlich<br />

immer mit der Möglichkeit rechnen, dass die Einwanderung von einem<br />

entfernteren Punkt als dem nächstniöglichen erfolgt ist. Wenn es sich um<br />

ein ausgedehnteres Vorkommen handelt, scheint die Art des Vorkommens<br />

selbst oft geeignet, Hinweise zur Beantwortung der Frage zu geben.<br />

Hier sei ein benierkenswerter Umstand hervorgehoben:<br />

Wie ich in zwei fruheren Schriften (1921 u. 1925) betont habe, zeigt eine<br />

recht bedeutende Anzahl von Arten auf Åland eine sukzessive Abnahme der<br />

Frequenz nach Osten zu. Ich habe dieselbe mit einer Einwanderung von<br />

Westen in Zusammenhang gebracht; mit der stetig wachsenden Entfernung


i o A. Palmgren,<br />

Die Einwandeningswege der Flora nacli den Âlandsinseln<br />

gegen Osten wird das Vorkommen imnier spärlicher. Einige von den Arten,<br />

die niclit niehr im östlichen Aland angetroffen warden, sind jedoch in den<br />

siidwestlichen Teilen des kontinentalen Finnlands zii finden. Wie soil man<br />

dieses Verhalten erklären? Fiir eine und die andere der fraglichen Arten ist<br />

das Vorkommen in Siidwestfinnland möglicherweise mit einem Vorkommen<br />

siidlicli vom Finnischen Meerbusen in Zusammenhang zii bringen, fiir andere<br />

mit einer Einwanderung von Osten ber. Andere wiedenim sind ojfenhar nach<br />

iem kontinentalen Finnland von Schweden direkt mit Vberspringting von Åland<br />

als Etappenstation eingewandert?) Eine und die andere von diesen sind dann<br />

von Sudwestf inniand of f enbär nach Westen in den Schärenarchipel von Abo<br />

zuriickgewandert, je nachdem dieser aus dem Meer aufgestiegen ist, einige<br />

haben vielleicht sogar Aland erreicht (siehe 1925, S. 59). Diese Möglichkeit<br />

darf bei dem Versuch, die Einwanderungswege der Arten nach Aland festzustellen,<br />

nicht unbeachtet gelassen werden.<br />

Eine solche Einwanderung nach Finnland mit V ber springing von Åland ist<br />

ganz gewiss in manchen Fållen sehr alten Datums. Wir werden hier aitf die<br />

Frage der Landhebung als pflanzengeographisch wirksamer Faktor gefiihrt.<br />

Nocli einige ergänzende Worte zu dem, was oben auseinandergesetzt worden<br />

ist:<br />

Aland ist in bezug auf sein Areal so unbedeutend, dass man wohl a priori<br />

kaum mit ausgeprägteren Verbreitungsgrenzen innerhalb der Landschaft<br />

gerechnet hätte. Es hat sich jedoch gezeigt, dass es solche in grosser Anzahl<br />

gibt. Es ist möglich gewesen, sie infolge der Grosse nnd Exaktheit des Materials<br />

nachzuweisen, was bewirkt, dass die Liicken auf den Verbreitungskarten<br />

mit einem recht hohen Grad von Sicherheit als wirklich, nicht nur als Exponenten<br />

mangelhaften Studiums zu betrachten sein dûrften. Das hegrenzte<br />

Areal des Gebietes, das ein sehr eingehendes Detailstudiiini ermöglicht hat, hat<br />

sich hierbei vorteilhaft geltend gemacht (siehe 1925, S. 9—15).<br />

Wenn ich den Versuch unternehme, die Einwanderungswege der einzelnen<br />

Arten nach einem Gebiet von der Lage Ålands festzustellen, setze ich selbstverständlich<br />

die Möglichkeit von F'ehlern in einzelnen Details voraus. Der<br />

Umstand, dass die meisten Vorkommnisse doch nicht ganz allein dastehen,<br />

sondern sich mit anderen verkniipfen lassen, bringt es aber mit sich, dass die<br />

1) In des Verf. Schrift von 1925 werden S. 59 als wahrscheinliche Eeispiele<br />

fiir eine solche Einwanderung nach dem kontinentalen Finnland mit<br />

Uberspringung von Åland Avenu pratensis, Carex caryophyllea und Euphrasia<br />

gracilis genannt (siehe audi 1921, S. 90). Ferner diirften erwähnt werden<br />

können: Poa compressa, Gagea lutea, Qucrcus robur, Ulmtis scabra, Anemone<br />

ranunculoides, Sedum album, Saxifraga granulata, Cotoneasier integerrima.<br />

Pyrus'^ M alus, Agrimonia Eupatoria, Tri folium monianum, Tr. arvense. Lotus<br />

corniculatus, Vida silvatica, Lathyrus mont anus, Acer platanoides.


ACTA BOTANICA FENNICA 1. N.o 1 21<br />

gewonnenen Schlussfolgerungen als recht wohlbegriindet anzusehen sein<br />

diirften, da sie auf ein grösseres Tatsachenmaterial gegriindet sind, als fiir<br />

die einzelne Art direkt hervortritt. Aber nnabhängig von deni Grad der<br />

Sicherheit jeder einzelnen Schlussfolgerung glaube ich, dass es fiir die kiinftige<br />

Forschung leichter sein wird, zu einer richtigen Kenntnis und einem richtigen<br />

Verständnis der Einwanderungsgeschichte und des Charakters der åländischen<br />

Vegetation auf der Basis der Zusammenstellungen, die hier vorgelegt werden,<br />

zu gelangen, als oline dieselben.<br />

ill.<br />

Die ursprunglichen Gefässpflanzenarten Ålands.<br />

In meiner 1925 erschienenen Schrift Die Artenzalil als pflanzengeographischer<br />

Charakter sowie der Zufall und die säkulare Landhebung als pflanzengeographische<br />

Faktoren habe ich (S. 46—51) als fiir Åland ursprunglich 650<br />

Gefässpflanzenarten bezeichnet. Sie werden unten angefiihrt.<br />

Als ursprunglich wird bloss eine Art bezeichnet, die in der Landschaft völlig<br />

unabhängig vom Menschen und den von ihm geschaffenen Ståndorten auftritt<br />

(siehe 1925, S. 44).<br />

Von Hieracia werden nur die scharf begrenzten H. Pilosella (coll.) und<br />

H. umbellaium aufgenomnien. Sämtliche Taraxacum-Vorm^n hinwieder werden<br />

unter dem kollektiven T. officinale einbegriffen. — Wegen der reichen<br />

Hieracitim- und Taraxacum-Vloxn der Landschaft wird der interessierte Leser<br />

auf des Verf. Schriften von 1910, 1915 (S. 54) und 1925 (S. 44—45) verwiesen.<br />

Von Unterarten und Varietäten werden unten nur einige niehr hervortretende<br />

angefiihrt (betreffs dieser siehe die Darstellung 1925, S. 45—46).<br />

Diese einberechnet, steigt die Zahl der im Folgenden behandelten Formen auf<br />

656. Die fraglichen Unterarten sind: Carex Oederi*puidulla uvA *oedocarpa.<br />

Orchis incarnata *cyuenta, Salix repens *rosmannifolia. Gentiana Amarella<br />

ist in die Unterarten lingiilata und axillaris geteilt. Carex contigna u. C.<br />

Pairaei wurden 1925 als Unterarten unter C. muricata aufgenommen.<br />

Woodsia ilvensis (ly.) R, Br.<br />

Cystopteris fragilis (ly.) Bernh.<br />

Struthiopteris germanica Willd.<br />

Dryopteris Thelypteris (L.) A. Gray<br />

Dr. Filix mas (L.) Scliott<br />

Dr. cristata (L.) A. Gray<br />

Dr. spinulosa (Miill.) O. Kuntze<br />

Dr. dilatata (Hoffm.) A. Gray<br />

Dr. Phegopteris (L.) C. Christens.<br />

Dr. Linneana C. Christens.<br />

Athyrium Filix femina (L.) Roth<br />

Aspleninni Trichomancs L.<br />

A. Ruta muraria L.<br />

A. septentrionale (L.) Hoffm.<br />

Blechnum Spicant (L.) With.<br />

Cryptogramma crispa (L.) R. Br.<br />

Pteridium aqiiilinum (L.) Kuhn<br />

Polypodium vulgäre t,.<br />

Ophioglossum vulgatiim L.<br />

Botrychium I.unaria ly.


i o A. Palmgren,<br />

Die Einwandeningswege der Flora nacli den Âlandsinseln<br />

Botrychiuni boreale (Fr.) Milde<br />

B. ramosum (Roth) Aschers,<br />

B. lanceolatum (Gmel.) Angstr.<br />

B. simplex Hitchc.<br />

B. Mairicariae (Schrank) Spreng.<br />

Equisetum arvense I/.<br />

E. pratense Ehrli.<br />

E. silvaticum L.<br />

E. palustre L.<br />

E. fluviatile L.<br />

E. hiemale L.<br />

E. variegation Schleich.<br />

E. scirpoides ^liclix.<br />

Lycopodiuni Selago L.<br />

L. annotinum L.<br />

L. clavatimi L.<br />

L. inundatum L.<br />

L. complanatum h.<br />

Selaginella ciliata (Lam.) Opiz<br />

Isoëtes lacustre L.<br />

Taxus haccata L.<br />

Pinus silvestris L.<br />

Picea Abies (L,.) Karst.<br />

Juniperus conitnunis L.<br />

Typha latifolia L.<br />

T. angustifolia L.<br />

Sparganium minimum Fr.<br />

Sp. afjiyie Schriitzl,<br />

Sp. simplex Huds.<br />

Sp. glomeratum (I^uest.) Neum.<br />

Sp. ramosum Huds.; Beeby var. microcar<br />

pum Neum.<br />

Zostera marina Ij.<br />

Potamogetoyi filiformis Pers.<br />

P. pectinatus L.<br />

P. natans L.<br />

P. gramineus L.<br />

P. Zizii M. et K.<br />

P. alpinus Balbis<br />

P. polygonifolius Pourr.<br />

P. perfoliatus L.<br />

P. praelongiis Wulfeti<br />

P. crispus ly.<br />

P. mucronatus Schrad.<br />

P. panormitanus Biv.<br />

P. obtusifalius M. et K.<br />

P. pusillus h.<br />

Ruppia spiralis (ly.) Dum.<br />

R. rostellata Koch<br />

Zannichellia repens Boenn.<br />

Z. pedunculata Rchb.<br />

Najas marina I/.<br />

Triglochin maritimum L.<br />

Tr. palustre h.<br />

Scheuchzeria palustris L.<br />

Alisma Plantago-aquatica t,.<br />

Hydrocharis Morsus ranae ly.<br />

Phalaris ariindinacea L.<br />

Anthoxanthum odoratum ly.<br />

Hierochloë odorata (ly.) Wg.<br />

Milium effusum L.<br />

Phleuni Boehmeri Wib.<br />

Alopecurus ventricosiis Pers.<br />

A. geniculatus L.<br />

A. aristulatus Michx.<br />

Agrostis stolonifera L.<br />

A. vulgaris With.<br />

A. canina L.<br />

Calamagrostis ariindinacea (ly.) Roth<br />

C. neglecta (Ehrh.) PB.<br />

C. lanceolata Roth<br />

C. purpurea Trin.<br />

C. epigejos (L.) Roth<br />

Aira praecox h.<br />

A. bottnica Wg.<br />

A. caespitosa L.<br />

A. flexuosa ly.<br />

Avena pratensis ly.<br />

A. pubescens Huds.<br />

Arrhenatherum elatius (ly.) M. et K.<br />

Sesleria coerulea (L.) Ard.<br />

Artindo Phragmites L.<br />

Triodia decumbens (ly.) PB.<br />

Molinia coerulea (ly.) Moench<br />

Melica nutans ly.<br />

Briza media ly.<br />

Dactylis glomerata ly.<br />

Poa trivialis L.<br />

P. pratensis ly.<br />

P. angustifolia L.<br />

P. irrigata lyindm.<br />

P. nemoralis L.<br />

P. palustris L.<br />

P. compressa L.<br />

Glyceria fluitans (ly.) R. Br.<br />

Puccineilla retroflexa O. R. Holmb.<br />

Fcstuca arundinacea Schreb.<br />

F. rubra ly.


ACTA BOTANICA FENNICA 1. N.o 1 23<br />

1-esfnca ovina L.<br />

Bromus mollis ly.<br />

Brachypodium pinnatum (L.) PB.<br />

Br. silvaticimi (Iluds.) R. et S.<br />

Nardus strida L.<br />

Triticum caninum h.<br />

Tr. repens L.<br />

Elymus arenarius L.<br />

EriopJiorimi polystachyum L.<br />

E. latifolium Hoppe<br />

E. gracile Koch<br />

E. vaginatum 'L,.<br />

E. alpinum L.<br />

Scirpus silvaticus L.<br />

Sc. maritimus Iv.<br />

Sc. rufus (Hucls.) Sclirad.<br />

Sc. compressus (I


24 A. Palmgren, Die Kinwanderungswege der Flora nach den Âlandsinseln<br />

Gagea lutea (ly.) Ker-Gawler<br />

G. minima (L.) Ker-Gawler<br />

Allium Scorodoprasum L.<br />

A. oleraceum L.<br />

A. Schoenoprasum h.<br />

A. ursinum L.<br />

Fritillaria Meleagris L.<br />

Majanthemum bifolium (L.) F. W.<br />

Schm.<br />

Polygonatiim odoratiim (Mill.)<br />

P. multifloriim ly.<br />

Convallaria majalis I/.<br />

Paris quadrifolia<br />

Iris pseudacorus I/.<br />

Cypripedium calceolus L.<br />

Ophrys muscifera Huds.<br />

Orchis mascula L,.<br />

O. sambucina L.<br />

O. incarnata L.<br />

O. *cruenta O. F. Miill.<br />

0. Traiinsteineri Saut.<br />

O. maculai a Iv,<br />

Herminitim Monorchis (Iv.) R. Br.<br />

Coeloglossum viride (Iv.) Hn.<br />

Gymnadenia conopsea (L.) R. Br.<br />

Platanthera bifolia (Iv.) Rclib.<br />

P/. montana (F. W. Schm.) Rclib. f.<br />

Cephalanthera longifolia (Huds.; L.)<br />

Fritscli<br />

Epipactis palustris (Iv.) Crantz<br />

E. latifolia (Iv.) All.<br />

Listera ovata (L.) R. Br.<br />

L. cordata (L.) R. Br.<br />

Neottia nidus avis (L.) Rich.<br />

Goodyera repens (Iv.) R. Br.<br />

Corallorrhiza Neottia Scop.<br />

Malaxis paludosa (I/.) Sw.<br />

Microstylis monophylla (L.) Ivindl.<br />

Populus tremula Iv.<br />

Salix pentandra Iv.<br />

S. caprea Iv.<br />

S. ci ner e a L.<br />

S. aurita 1,.<br />

S. depressa h.<br />

S. nigricans Sni.<br />

S. phylicifolia L.<br />

S. repens I,.<br />

S. *rosmarinifolia Iv.<br />

Myrica Gale L.<br />

Coryhis avellana h.<br />

Betula verrucosa Ehrh.<br />

B. pubescens Elirh.<br />

Alnus rotundifolia Mill.<br />

A. incana (L.) Willd.<br />

Quercus robur Iv.<br />

Ulmiis scabra Mill.<br />

Humulus Lupulus L.<br />

Urtica dioica L.<br />

Riimex Hydrolapathum Huds.<br />

R. crispus Iv.<br />

R. Acetosa L.<br />

R. Acetosella L.<br />

Polygonum viviparum Iv.<br />

P. amphibium Iv.<br />

P. tomentosum Schrank<br />

P. minus Huds.<br />

P. Hydropiper I/.<br />

P. aviculare L.<br />

P. dumetoYum Iv.<br />

Atriplex hastatum Iv.; Wg.<br />

A. patulurn var. oblongifolium (W. K.)<br />

Westerli.<br />

Salicornia europaea L.<br />

Suaeda maritima (L.) Dum.<br />

Salsola Kali L.<br />

Montia fontana *lamprosperma Cham.<br />

Stellaria nemoriim h.<br />

St. media (L.) Cyrill.<br />

St. Holostea L.<br />

St. uliginosa Murr.<br />

St. palustris (Murr.) Retz.<br />

St. graminea L.<br />

St. longifolia Miihlenb,<br />

Cerastium vulgäre C. Hn.<br />

C. glutinosum Fr.<br />

C. semidecandrum Iv.<br />

Sagina nodosa (Iv.) Fenzl.<br />

S. procumbens Iv.<br />

S. maritima G. Don<br />

Honkenya peploides (Iv.) Ehrh.<br />

Moehringia trinervia (Iv.) Clairv.<br />

Arenaria serpyllifolia L.<br />

Spergula vernalis Willd.<br />

Sp. salina Presl<br />

Scleranthus artnuus L.<br />

Viscaria vulgaris Roehl.<br />

Silene venosa (Gilib.) Aschers.<br />

S. nutans Iv.


ACTA BOTANIC A FENNICA 2 25<br />

Lychnis flos cuculi L,.<br />

Melandrium viscosum (L.) Celak.<br />

AI. silvestre (Schkuhr) Roehl.<br />

Dianihiis deltoides L.<br />

Nyrnphaea alba L.<br />

N. Candida Presl.<br />

Ntiphar liiteuni (L.) Sm.<br />

N. pumilum (Timm) DC.<br />

Ceratophyllum deniersiim Iv.<br />

Caltha palusiris h.<br />

Actaea spicata L.<br />

Aquilegia vulgaris L.<br />

Anemone Hepatica L.<br />

A. nemorosa L.<br />

A. ranunctiloides L.<br />

Myosiirus minimus ly.<br />

Ranunculus Lingua ly.<br />

R. Flammula L.<br />

R. sceleratus L/.<br />

R. auricomiis Ty.<br />

R. cassubicus L.<br />

R. acris h.<br />

R. repens L.<br />

R. polyanthemiis ly.<br />

R. bxilbosus L.<br />

R. Ficaria ly.<br />

R. fhiitans Lam. f. mariniis (Fr.)<br />

R. paiicistamineus Tausch<br />

R. circinnatus Sibtli.<br />

Thalictrum simplex ly.<br />

Th. flaviim L.<br />

Chelidonium majus L.<br />

Corydalis intermedia (ly.) P. M. E.<br />

C. lax a Fr.<br />

Lepidium latifolium 1,.<br />

Cochlearia danica ly.<br />

Alliaria officinalis Andrz.<br />

Cakile maritima Scop.<br />

Isatis iinctoria ly.<br />

Cramhe maritima ly.<br />

Barbarea stricta Andrz.<br />

Nastiirtium palustre (Leyss.) DC.<br />

Cardamine pratensis ly.<br />

C. flexuosa Witli.<br />

C. hirsiita ly.<br />

Deniaria hulbifera L.<br />

Draba verna L.<br />

Dr. muralis ly.<br />

Dr. incana L.<br />

Stenophragma thalianum (ly.) Cel.<br />

Turritis glabra ly.<br />

Arabis hirsuta (L.) Scop.<br />

Erysimum hieraciifolium ly.<br />

Drosera rotundifolia ly.<br />

Dr. longifoHa ly.<br />

Dr. intermedia H ay ne<br />

Sedum maximum (ly.) Suter<br />

S. anniium ly.<br />

S. album I/.<br />

5. acre ly.<br />

S. sexangulare ly.<br />

S. rupestre ly.<br />

Bulliarda aquatica (L.) DC.<br />

Saxifraga tridactylites L.<br />

S. granulata Ty.<br />

Parnassia palusiris ly.<br />

Ribes nigrum L.<br />

Ribes rubrum L. var. pubescens Sw,<br />

R. alpinum ly.<br />

Cotoneaster integerrima Äledik.<br />

Pyr us Malus L.<br />

Sorbus suecica (L.) Krok<br />

S. fennica (ly.) Fr.<br />

S. Aucuparia ly.<br />

Crataegus monogy na J acq.<br />

Cr. curvisepala lyiiidm.<br />

Rubus idaeiis L.<br />

R. pritinosus Arrh.<br />

R. caesius ly.<br />

R. saxatilis L.<br />

R. chamaemorus ly.<br />

Fragaria vesca L.<br />

Fr. viridis Duch.<br />

Potentilla argentea ly.<br />

P. minor Gilib.<br />

P. verna L.<br />

P. erecta (L.) Hampe<br />

P. reptans L.<br />

P. anserina ly.<br />

Comarum palustre L.<br />

Geum urbanum ly.<br />

G. rivale ly.<br />

Filipendula Uimaria (L.) Maxim.<br />

F. hexapetala Gilib.<br />

Alchemilla pubescens Lam.<br />

A. plicata Bus.<br />

A. pastoralis Bus.<br />

A. filicaulis Bus.


26 A. Palmgren, Die Kinwanderungswege der Flora nacli den Âlandsinseln<br />

Alchemilla acutangula Bus.<br />

A. micans Bus.<br />

A. suhcrenata Bus.<br />

A. alpestris Schm.<br />

A. obtiisa Bus.<br />

A. aciitidens Bus.<br />

Agrimonia Eiipatoria L.<br />

A. odorata Mill.<br />

Rosa canin a h.<br />

R. glauca Vill.<br />

R. coriifolia P'r.<br />

R. tomentosa Sm.<br />

R. mollis Sin.<br />

R. cinnamomea L.<br />

Prunus spinosa L.<br />

Pr. Padiis I,.<br />

Medicago htpulina L.<br />

Trifolium jragiferum L.<br />

Tr. repens L.<br />

Tr. niontanum L.<br />

Tr. arvense L.<br />

Tr. pratense I/.<br />

Tr. medium L,.<br />

Anthyllis Vidneraria<br />

Loius corniculatus L,.<br />

Vicia ietrasperma (L.) Sclireb.<br />

T'. silvatica L.<br />

l'. Cracca h.<br />

]'. setpium L.<br />

V. lathyroides L.<br />

Laihyrus silvestris L.<br />

L. palustris L.<br />

L. pratensis L.<br />

L. montaniis Bernli.<br />

L. niger (L.) Bernh.<br />

L. vermis (L.) Bernh.<br />

Geranium sangiiineum h.<br />

G. silvaticiim I/.<br />

G. pratense L.<br />

G. molle !..<br />

G. dissecium L.<br />

G. columhinttm L.<br />

G. liicidum L.<br />

G, Robertianum h.<br />

Oxalis Acetosella L.<br />

Linum catharlicnm L.<br />

Polygala vulgaris L.<br />

P. amarella Cr.<br />

Merctirialis perennis h.<br />

C alli triche verna Kiitz.<br />

C. polymorpha Lönnr.<br />

C. autumnalis L.<br />

Empetrum nigrum L.<br />

Acer platanoides I/.<br />

Rhamnns cathartica ly.<br />

Rh. Frungula L.<br />

Tiliä cordata IVIill.<br />

Hypericum hirsutum L.<br />

H. qiiadrangulum L.<br />

H. perforatum L.<br />

Helianthemum Charnaecistus Mill.<br />

Viola uliginosa Bess.<br />

V. palustris ly.<br />

V. mirabilis ly.<br />

V. Riviniana Rchb.<br />

V. rupestris Schmidt<br />

V. canina (L.) Rchb.<br />

V. montana L<br />

V. stagnina Kit.<br />

V. tricolor ly.<br />

Daphne Mezereum L.*<br />

Hippophaës rhamnoides L.<br />

Peplis Portula ly.<br />

Lythrum Salicaria ly.<br />

Epilohium montunum ly.<br />

E. collinum Gmel.<br />

E. palustre L.<br />

Chamaenerium angustifolium (ly.) Scop.<br />

Circaea alpina L.<br />

Myriophyllum verticillatum L.<br />

M. spicaium ly.<br />

Hippuris vulgaris L.<br />

H. tetraphylla L. f.<br />

Sanicula europaea L.<br />

Anthriscus silvestris (ly.) Iloffxn.<br />

Torilis Anthriscus (L.) C. C. Gniel.<br />

Cicuta virosa L.<br />

Cariim carvi ly.<br />

Pimpinella Saxifraga L.<br />

A egopodium podagraria h.<br />

Oenanthe aquatica (L.) Poir.<br />

Athamanta Libanotis ly.<br />

Selinum carvifolia ly.<br />

Angelica silvestris L.<br />

A. litoralis Fr.<br />

Peucedanum palustre (ly.) Moench<br />

Heracleum sibiricum L.<br />

Laserpitium latifolium L.


ACTA BOTANIC A FENNICA 2 27<br />

Cornus suecica I/.<br />

Chimaphila umbellata (ly.) Nutt.<br />

Pyrola clilorantha Sw.<br />

P. rotundifolia h.<br />

P. media Sw,<br />

P. minor L.<br />

P. secunda L.<br />

P. uni f I or a L.<br />

Monotropa Hypopitys L.<br />

Ledum palustre L.<br />

Andromeda polifolia L.<br />

Arctostaphylos uva ursi (Iv.) Spreng.<br />

Vaccinium vitis idaea L.<br />

F. Oxycoccus L.<br />

F. microcarpiim (Tvircz.) J. D. Hook,<br />

V. uliginosum L.<br />

V. Myrtillus L.<br />

Callima vulgaris (ly.) Hull<br />

Primula veris I,.<br />

Pr. farinosa L,<br />

Androsace septentrionalis ly.<br />

Samolus Valerandi L.<br />

Lysimachia vulgaris L.<br />

Naumhurgia thyrsijlora (ly.) Rchb.<br />

Trientalis europaea h.<br />

Glaux maritima T/.<br />

Fraxinus excelsior L.<br />

Centaiirion Erythraca Rafn<br />

C. pulchellum (Sw.) Druce<br />

Gentiana campestris *suecica (Froel.)<br />

Mxirb.<br />

G. uliginosa Willd,<br />

G. Amarella *lingulata (C. A. Ag.)<br />

F. Arescli.<br />

G. *axillaris (Schmirlt) Murb,<br />

Menyanthes trifoliata Lt.<br />

Cynanchum Vincetoxicum (ly.) R. Br.<br />

Calystegia sepium (L.) R. Br,<br />

Myosotis scorpioides (L.) Hill<br />

M, caespitosa C, F. Schultz<br />

M. baltica Sam.<br />

M. arvensis (L.) Hill<br />

M. collina Hoffm.<br />

M. micrantha Pall.<br />

Ajuga pyramidalis L.<br />

Scutellaria galericulata h.<br />

Sc. hastifolia T,.<br />

Glechoma hederacea H,.<br />

Prunella vulgaris ly.<br />

Galeopsis bifida Boenn.<br />

Stachys silvatica h.<br />

St. paliistris Jy.<br />

Calamintha Acinos (ly.) Clairv.<br />

Clinopodium vulgäre ly.<br />

Origanum vulgäre ly.<br />

Thymus Serpyllum L.<br />

Lycopus europaeus ly.<br />

Mentha litoralis Hn.<br />

M. arvensis L. (coll.)<br />

Solanum Dulcamara T/.<br />

Verbascum Thapsus ly.<br />

Linaria vulgaris Mill.<br />

Scrophularia nodosa L.<br />

Limosella aquatica ly.<br />

Veronica longifolia L.<br />

V. spicata L.<br />

V. serpyllifolia L.<br />

V. arvensis L.<br />

V. verna ly.<br />

V. scutellata L.<br />

V. Beccabunga L.<br />

V. Chamaedrys ly.<br />

V. officinalis ly.<br />

Melampyrum cristatum ly.<br />

M. nemorosum ly.<br />

M. pratense L.<br />

M. silvaticum ly,<br />

Euphrasia brevipila Burn, et Gremli<br />

E. tenuis (Brenn.) Wettst.<br />

E. c urta Fr.<br />

E. gracilis Fr.<br />

Odontites simplex (Hn.) Krok<br />

Rhinanthus major Elirh.<br />

Rh. minor Klirli.<br />

Pedicularis palustris ly.<br />

Lathraea Squamaria ly.<br />

Pinguicula vulgaris L.<br />

Utricularia vulgaris I,.<br />

U'. intermedia Hayne<br />

U. minor ly.<br />

Plantago major ly.<br />

PI. media ly.<br />

PI. lanceolata ly,<br />

PL maritima ly,<br />

Litorella uniflora (Xy.) Aschers.<br />

Asperula odor at a L.<br />

Galium Aparine L,<br />

G. uliginosum Xy,


28 A. Palmgren, Die Einwanderungswege der Flora uach den Âlandsinseln<br />

Galium palustre L,.<br />

G. trifidiim L.<br />

G. hor cale L.<br />

G. verum ly.<br />

Viburnum Opuhts ly. .<br />

Linnaea borealis L.<br />

Lonicera Xylosteum L.<br />

Adoxa Moschatellina h.<br />

Valerianella olitoria (L.) Poll.<br />

Valeriana officinalis L.<br />

Siiccisa pratensis Moench<br />

Knauiia arvensis (L.) Coult.<br />

Campanula glomerata L.<br />

C. Trachelimn L/.<br />

C, latifolia I/.<br />

C. rotundifolia L.<br />

C, persicifolia L.<br />

Jasione montana L.<br />

Lobelia Dortmanna L.<br />

Eupaioriiim cannabiniim L.<br />

Solidago virgaurea L.<br />

Aster Tripolium L,.<br />

Erigeron acris I-.<br />

Filago arvensis 1,.<br />

Antennaria dioica (L.) Gaertn.<br />

Inula salicina L.<br />

Bidens tripartita h.<br />

B. cernua ly.<br />

Achillea Millefolium L.<br />

Matricaria inodora L. *maritima<br />

Chrysanthemum Leucanthemum L.<br />

Tanacetum vulgäre L.<br />

Artemisia canipestris ly.<br />

A. vulgaris ly. var. coarctata (J. H.<br />

af Fors.)<br />

Tussilago Farfara L.<br />

Senecio silvaticus L.<br />

Carlina vulgaris L.<br />

Arctium nemorosum Lej.<br />

Circium lanceolatum L. scop.<br />

C. palustre (L.) Scop.<br />

C. heterophyllum (ly.) All.<br />

C. arvense (L.) Scop.<br />

Centaurea Scabiosa L.<br />

C. Jacea L.<br />

Hypochaeris maculata L.<br />

Leontodon autumnalis L.<br />

Taraxacum officinale (Web.) (coll.)<br />

Sonchus arvensis L.<br />

Lactuca muralis (ly.) Gaertn.<br />

Crepis tectorum L.<br />

Cr. praemorsa (L.) Tauscli<br />

Cr. paludosa (ly.) Moench<br />

Hieracium Pilosella L. (coll.)<br />

H. umbellatum L.<br />

IV.<br />

Vcrgleich zwischen der Flora auf Åland und in den am<br />

nachsten gelegenen Gebieten.<br />

Was sagt das Vorkommen der åländischen Arten in den am nächsten<br />

gelegenen Gebieten iiber ilire relativen Voraussetzungen fiir eine Einwanderung<br />

in die Landschaft aus?<br />

Wir stellen znerst einen Vergleich mit den nächstgelegenen Teilen von<br />

Schweden an und gehen dabei von dem Gebiet ans, das in dem Werke »Stockholmstraktens<br />

växter», 1914, ziim Gegenstand eines ausfiihrlichen Studiums<br />

gemacht ist. Dieses Gebiet zählt 70 Kirchspiele und umfasst ein Areal von<br />

4622,33 km-. Es ist in 6 Distrikte eingeteilt: Mellersta Södermanlands-,<br />

Södertörns-, Stockholms-, Mälare-, Skärgårds- und Roslagscmrådet. (Siehe<br />

1. c., Karte und S. IX—XI, XXXII.)


ACTA BOTANIC A FKNNICA 2 29<br />

Von den Arten Ålands werden fiir die »Stockholmer Gegend» alle ausser<br />

den untenstehenden angegeben (die mit eineni Stern bezeichneten sind später<br />

in dem Gebiet angetroffen worden):<br />

Blechnum Spicant * Puccinellia retroflexa^) Alnus incana^)<br />

Cryptogramnm crispa Scirpus austriacus^) Siiacda maritima<br />

* Botrychium horeale^) * Carex glareosa*) Nuphar pumilum<br />

B. lanceolatum C. brunnescens Lcpidium latifoliiim<br />

B. simplex * C. ornithopiis^) Geranium pratense^)<br />

* Equisetum scirpoides'') * C. vaginata^) Viola uliginosa<br />

* Sparganium glomera- Salix phylicifolia Hippuris tetraphylla^)<br />

tum^) S. *rosmarinifolia<br />

Zu den obenstehenden durfte noch Potamogeton polygonifolias hinzuzuftigen<br />

sein. Die Art, die S. 151 in Stockholmstraktens växter angefiihrt ist,<br />

wird nämlicli fiir dieses Gebiet nicht bei HOLMEERG, 1922 (Hartmans handbok<br />

i Skandinaviens flora) erwähnt, weshalb wahrscheinlich eine Fehlbestimmung<br />

vorgelegen hat. Die Art kommt ausserhalb des Gebietes in Uppland vor.<br />

Weiter ist zu bemerken, dass »Stockholmstraktens växter» nicht die Arten<br />

innerhalb der Gattung Rosa aufnimmt. — Carex muricata ist kollektiv angefiihrt<br />

(also nicht in die Arten contigua und Pairaei geteilt), ebenso Carex<br />

1) Siehe OTTO R. HOI^MBERG, 1922.<br />

2) Siehe KRIK AI^MQVIST, 1919 und OTTO R. HOI^MBERG, 1926.<br />

3) Stockholmstraktens växter nennt fiir Scirpus caespitosus zwei Lokalitäten<br />

(S. 176), fiigt aber hinzu: »Ingendera lokalen anförd i Tlied. fl. 1871; troligen<br />

avse uppgifterna, om de äro riktiga, S. austriacus (Palla); jfr Bot. Not. 1912 s.<br />

86.» — Bel ERIK AI.MQVIST (Viktigare tillägg och rättelser till Upplands flora,<br />

1919, S. 325) findet man: »Sc. caespitosus [austriacus). Ny för n. Uppl. Älvkarleby<br />

Glamsen, Storön, Bölsjön; H å 11 n ä s Fräkensjön, Hjälmunge<br />

träsk. — Förut känd från v. Uppland, där den isynnerhet är allmän i högsta<br />

delarna av V i 11 i u g e och J ä r 1 å s a m. fl. snr.» — Fiir Carex vaginata werden<br />

(Stockholmstraktens växter, S. 46) 5 I,okalitäten angefiihrt, doch mit dem<br />

Zusatz: »S. Almquist anser osäkert, om C. vaginata Tausch verkligen föreligger.»<br />

ERIK AI.MQVIST gibt jedoch (1919, S. 327) an: »Liksom i n. Uppl. (Thed. Fl.)!<br />

är arten t. allmän, i nästan hela v. Uppl. i synnerhet dess högre delar; sällsynt<br />

i c. Uppl.; sydligare känner jag blott: Enköping (VD) samt Stockholm<br />

Kaknäs.» — Fiir Alnus incana werden (Stockholmstraktens växter, S. 9) zwei<br />

Lokalitäten angegeben, doch wird hinzugefugt: »Näppeligen verkligt vild; bör<br />

ytterligare undersökas!» — Fiir Geranium pratense werden (S. 86) mehrere<br />

Lokalitäten genannt, doch mit dem Zusatz verwildert.<br />

Siehe die Darstellung S. 138.<br />

Siehe ERIK ALMQVIST, 1919.<br />

«) Diese Art wird von STEN SEI.AXDER: Några tillägg till »Stockliolmstraktens<br />

växter», 1915, S. 125 aus Österåker, Lervik angegeben. LINDMAN 1926<br />

fiihrt sie jedoch nicht fiir vSchweden an; S. 419 wird folgende Verbreitung erwähnt:<br />

»Åbo skärg. etc. havsstr., sälls.»<br />

') Siehe S, QVARFORT, 192 7 (Zusatz während des Druckes).


i o A. Palmgren,<br />

Die Einwandeningswege der Flora nacli den Âlandsinseln<br />

Oederi (C. *oedocarpa iind C. *pîilchella sind nicht genannt). Auch sind Poa<br />

angiistifolia, Viola montana und Myosotis haltica nicht genannt, welch letztere<br />

erst später fiir Fennoskandien unterschieden worden ist (fruher mit M. caespitosa<br />

vervvechselt). Alle diese Arten und Unterarten sind gegenwärtig fiir<br />

das Gebiet aufgezeiclinet (laiit Mitteilung von ERIK AI.MQUIST).<br />

Von den Arten Ålands scheinen also nur die folgenden 16 in der »Stockholmer<br />

Gegend» zu fehlen:<br />

+ Blechnum Spicant + Scirpus austriacus Nuphar piimiliim<br />

Cryptogramma crispa + Carex brunnescens Lepidium latifolium<br />

Botrychiiim lanceolat. + Salix phylicifolia Geranium pratense<br />

B. simplex -f- S. *rosmarinifolia + Viola uliginosa<br />

+ Potamogeton polygoni- H- Alnus incana Hippuris tetrapTiylla<br />

folius Sitaeda maritima<br />

Von diesen kommen die mit + bezeichneten im iibrigen Uppland vor<br />

(siehe TIIEDENIUS 1871 n. LINDMAN, 1926). Von den Arten Ålands scheinen<br />

also nur die folgenden in Uppland und den zu Södermanland gehörenden Teilen<br />

der »Stockholnier Gegend» zu fehlen:<br />

Cryptogramma crispa Suaeda maritima Geranium prateyise (als<br />

Botrychium lanceolatum Nuphar pumiliim^) ursprunglicli)<br />

B. simplex Lepidium latifolium Hippuris tetraphylla<br />

Es sei schliesslich erwähnt, dass Stockholmstraktens växter (S. 93) eine<br />

grosse Anzahl Lokalitäten fiir Humulus Ltipulus angibt, aber hinzufiigt,<br />

dass eine Untersuchung, ob die Art wirklich wild vorkommt, wiinschenswert<br />

sei. — Ob Aquilegia vulgaris in dem fraglichen Gebiet völlig einheimisch ist,<br />

kann ich nicht entscheiden (siehe die Darstellung: Neue Lokalitäten fur<br />

Aquilegia vulgaris L. auf Åland, 1927).<br />

Noch diirfte zu bemerken sein, dass eine Anzahl Arten in der »Stockholnier<br />

Gegend» mit niedrigerer Frequenz aufzutreten scheinen als ini Gebiet von<br />

Åland. Dies scheint der Fall zu sein mit:<br />

Selaginella ciliata Ophrys muscifera} Hippophaës rhamnoides<br />

Sparganium affine Salicornia europaea Ettpatorium cannabinum?<br />

Alopecurus ventricosus} Ranunculus cassubicusl Arctium nemorosum<br />

Calamagrostis purpurea Sorbus fennica<br />

Carex distans Alchemilla obtusa<br />

Die Zahl ist nicht gross. Vielmehr scheint eine bedeutende Anzahl Arten<br />

in der »Stockholnier Gegend» mit höherem F^requenzgrad aufzutreten als auf<br />

Åland.<br />

1) ERIK AI^MQUIST teilt mit: »Gefunden bei Sala auf der Landschaftsgrenze<br />

(ini Fluss Sagån); sonst nicht in Uppland.»


ACTA BOTANICA FENNICA 1. N.o 1 31<br />

Ein Vergleich mit dem Sihirgehiet Estlavds^) gibt folgendes Resultat;<br />

Von den Arten Ålands fehlen in dem Silurgebiet Estlands die folgenden:")<br />

j X Woodsia ilvensis<br />

1 Aspleniiini septentrionale<br />

Blechnum Spicant}<br />

Cryptogranima crispa<br />

BotrycJmmi boreale<br />

B. lanceolatum<br />

B. simplex<br />

Eqiiisetum scirpoides<br />

Isoetes lacustre!<br />

Sparganiuni affine}<br />

Potamogeton polygonifolius<br />

P. ohtiisifolius}<br />

Aira praecox<br />

A. bottnica<br />

Carex aquatilis<br />

C. livida<br />

Fritillaria Meleagris}<br />

Nuphar pumilum<br />

Corydalis laxa<br />

Cardamine flexiiosa<br />

Sedum annimni ^^<br />

5. sexangulare<br />

S. riipestre<br />

Sorbus fennica<br />

Rubus pruinosus<br />

Alcheniilla alpestris}<br />

A. acutidens<br />

Agrimonia odorata<br />

Rosa tomentosal<br />

Geranium dissection<br />

Hippophaës rhamnoides<br />

Hippiiris tetraphylla<br />

Gentiana *siiecica<br />

Myosotis baltica crlo<br />

Litorella uni flor a<br />

A rctium nemorosurn<br />

Zielit man nur die am nächsten gegen Åland gerichtete westliche und nordwestliche<br />

Kiistenstrecke mit den davorliegenden Inseln Ösel, Dagö, Moon,<br />

Wormsö u. a. (KUPFFERS Siildistnctus insularis» und Russows »Umgebiing<br />

Revals))^) — im Folgenden unter dem Namen NW-Estland zusammengefasst-^),<br />

in Betracht, so sind zu dem obigen Verzeichnis folgende Arten hinzuzufiigen:<br />

1) Wo in dieser Studie die Flora Estlands beriilirt wird, ist unter diesem, \vo<br />

nichts anderes benierkt ist, nur der nördliche Teil der Republik Estland gemeint,<br />

der Teil der in FR. SCHMIDTS Flora des silurischen Bodens von Ehstland, Nord-<br />

Ivivland und Oesel, 1855 behandelt ist (wegen der nälieren Begrenzung sei auf<br />

S. 152 bei SCILMIDT verwiesen).<br />

2) tiber folgende Arten, zu denen Angaben fiir das Silurgebiet von Estland<br />

in der Literatur zu fehlen sclieinen bzw. unsicher sind habe ich Mitteilungen<br />

von Dr. HARALD LINDBERG und mag. phil. OI.E EKI^UND erlialten:<br />

LINDBERG hat Spergula vernalis 1912 »loco arenoso pinifero inter Nomme et<br />

Reval» eingesamnielt (Exemplare in LINDBERGS Sammlungen).<br />

EKIVUND hat im Sommer 192G Potamogeton panormitanus u. Scirpus niamillatus<br />

auf der Insel Wormsö, Sagina maritima auf der Insel Dagö angetroffen.<br />

Eriophorum gracile, Polygonum minus und Limosella aquatica, iiber die<br />

ich keine Angaben fiir die »Regio insularis» gefunden habe, sind daselbst (auf<br />

Wormsö) von EKI^UND angetroffen worden. — LINDBERG hat Stellaria longifolia<br />

bei Hapsal eingesamnielt.<br />

In bezug auf die in dieser Fussnote erwähnten und einige andere Arten sei<br />

ferner auf die Nachträge am Schluss dieser Studie hingewiesen. Dort vverden<br />

mehrere wichtige Angaben mitgeteilt, die ich während des Druckes von Herrn<br />

Prof. K. R. KUPFFER erhalten habe.<br />

3) KUPFFER 1925, S. 105, und Russovv 1860, S. 4.<br />

*) Ich ware bei der Erörterung der eventuellen Einwanderung der Arten<br />

nach Åland von Estland am liebsten von KUPFFERS »Regio insvilaris» ausgegangen,<br />

woher eine Einwanderung am nächsten zu erwarten sein diirfte. Da jedoch<br />

Teile dieses Gebietes, beispielsweise die am nächsten gegen Åland hin ge-


i o A. Palmgren,<br />

Die Einwandeningswege der Flora nacli den Âlandsinseln<br />

S par g a ni u ni glomevai u m<br />

Poiamogeton praelongus<br />

Melandrium viscostim Mentha litoralis<br />

Wird auch die »Umgebung Revals» ausgeschlossen, so dass nur Kupffers<br />

»Subdistrictus insularis» beriicksichtigt wird, so kommen noch die folgenden<br />

liinzu:<br />

Botrychmm ramosum<br />

Lycopodium complanat.<br />

Potamogeton Zizii<br />

P. crispus<br />

P. nmcronatus<br />

A lopecurus aristiilatiis<br />

Carex norvegica<br />

Polygonum dumetorum<br />

Spergula vernalis<br />

Stellaria uliginosa<br />

Ceratophylhim demersum<br />

Ranunculus circinnatus<br />

Corydalis<br />

Bulliarda<br />

Callitriche<br />

Oenanthe<br />

Galium<br />

intermedia<br />

aquatica<br />

autumnalis<br />

aquatica<br />

trifidum^)<br />

Zu beachten ist ferner, dass eine ganze Anzahl auf Åland haufi^er als in<br />

Estland aufzutreten scheinen. Dies scheint mit den folgenden der Fall zu sein:<br />

Dryopteris Phegopteris<br />

Asplenimn Trichomanes<br />

Polypodium vulgäre<br />

Ophioglossum vulgatum ?<br />

Doirychium Lunaria<br />

Eqinsetum hiemale<br />

Lycopodium Selago<br />

L. complanatuml<br />

Selaginella ciliata<br />

Typha latifolia<br />

T. angustifolia<br />

Sparganium ramosum<br />

var. microcarpum'><br />

Sp. minimum<br />

Potamogeton panormitanus<br />

Milium effusuml<br />

Calamagrostis purpurea<br />

Scirpus silvaticus}<br />

Carex pauciflora?<br />

C. leporina?<br />

C. glareosa?<br />

Carex norvegica<br />

C. loliacea<br />

C. canescens}<br />

C. stellulata}<br />

C. caespitosa}<br />

C. magellanica<br />

C. lint OS a}<br />

C. extensa<br />

C. pseudocyperus?<br />

Jxmcus f Hi f or mis?<br />

J. alpinus}<br />

A Ilium Scorodoprasum ?<br />

A. oleraceum<br />

Orchis sambucina<br />

Coeloglossum viride<br />

Listera cordata<br />

Goodyera repens<br />

Malaxis paludosa}<br />

Polygonum viviparum<br />

P. amphibium'^<br />

P. minus<br />

P. dumetorum<br />

Montia *lamprosperma<br />

Stellaria uliginosa<br />

St. palustris?<br />

St. longifolia<br />

Spergtda vernalis<br />

Scleranthus annuusl<br />

Silene venosal<br />

Melandrium viscosum<br />

M. silvestre}<br />

Ceratophyllum demersum<br />

Ranunculus Lingual<br />

R. fluitans £. marinus}<br />

Cochlearia danica<br />

Barharea strictal<br />

Dr oser a rotundifolia?<br />

Dr. longi folia}<br />

Dr. intermedia<br />

Sedum maximum<br />

S. album}<br />

Bulliarda aquatica}<br />

Parnassia palustris<br />

Crataegus monogyna<br />

wandten Kiistenpartien und Dago, kaum in demselben Grade wie Åland untersucht<br />

sind und ganz sicher manche noch nicht entdeckte Arten aufzuweisen<br />

haben, ist es mir angebracht erschienen, in dieser Schrift unter dem Namen<br />

NW-Estland auch die nahebei gelegene gut untersuchte »Umgebung Revals»<br />

einzubegreifen, deren Flora sich eng an die in der Regio insularis anschliesst.<br />

Von den Arten, die fiir die Gegend von Reval, aber nicht fiir die Regio insularis<br />

aufgezeichnet worden sind, hat man ganz sicher noch manchen fiir das letzterwähnte<br />

Gebiet entgegenzusehen.<br />

KUPFFER teilt mit: »Auf den Inseln, wahrscheinlich auch in ganz Estland<br />

fehlend.»


ACTA BOTANICA FENNICA 1. N.o 1 33<br />

Crataegus ciirvisepala<br />

Alchemilla plicata}<br />

A. filicaiilis<br />

Rubus chamaemorus}<br />

Prunus spinosa<br />

Tri folium fragiferuml<br />

Vicia silvatical<br />

Lathyrus montamis<br />

Geranium molle}<br />

G. lu ci dum<br />

Polygala vulgaris<br />

Viola tricolor<br />

Peplis Port ula}<br />

Epilobium collimim}<br />

Cicuta virosa}<br />

Oenanthe aquatica<br />

Selinum carvifolia}<br />

Cornus suecica<br />

Pyrola minor}<br />

Samolus Valerandi}<br />

Gentiana *lingulata}<br />

Cynanchiim Vincetoxic.<br />

A fuga pyramidalis<br />

Scutellaria hastifolia}<br />

Mentha lit oralis<br />

Limosella aquatica}<br />

Veronica longifolia}<br />

Galium trifidum<br />

Linnaea borealis}<br />

Adoxa Moschatellina}<br />

Valerianella olitoria ?<br />

Senecio silvaticus<br />

An die oben genannten scliliessen sicli liöclist wahrsdieinlich Rasa canina,<br />

R. glanca, R. coriifolia und R. mollis an.<br />

Von den Arten Ålands felilen die untenstelienden in der Regio Abocnsis<br />

und in Nylundia öder in einer dieser beiden Provinzen (ein beigefiigtes Ab<br />

oder N gibt Vorkomnien in der Provinz Regio Aboënsis bzw. Nylandia an):<br />

Asplenium Ruta muraria<br />

Ab.<br />

Blechnum Spicant N<br />

Cryptogramma crispa<br />

Botrychium simplex Ab<br />

Equisetum variegatum<br />

E. scirpoides Ab<br />

Selaginella ciliata<br />

Taxiis baccata<br />

Potamogeton Zizii<br />

P. polygoni f olius<br />

P. crispus<br />

P. mucronatus Ab<br />

Phleum Boehmeri<br />

Aira praecox<br />

A. hottnica Ab<br />

A vena pratensis Ab<br />

Arrhenather. elatiiis Ab<br />

Sesleria coerulea<br />

Br achy podium silvaticum<br />

Scirpus compressus<br />

Carex pulicaris Ab<br />

C. paradoxa<br />

C. vulpina Ab<br />

C. nemorosa<br />

C. ar en aria N<br />

C. remota<br />

C. ornithopus<br />

C. caryophyllea Ab<br />

Carex montana<br />

C. glauca<br />

C. extensa<br />

C. lepidocarpa<br />

C. Hornschuchiana<br />

C. distans<br />

C. capillaris<br />

Spirodela polyrrhiza Ab<br />

Lemna gibba<br />

Juncus balticus N<br />

Allium ursinum N<br />

Fritillaria Meleagris<br />

Cypripedium calceolus<br />

Ophrys muscifera<br />

Orchis mascula<br />

Herminium Monorchis<br />

Coeloglossîim viride Ab<br />

Cephalanthera longifolia<br />

Epipacfis palustris N<br />

Salix repens Ab<br />

Rumex Hydrolapathum N<br />

Salicornia europaea Ab<br />

Suaeda maritima<br />

Cerastium glutinosum Ab<br />

Sagina maritima Ab<br />

Nuphar pumilum N<br />

Ranunculus circinnatus<br />

N<br />

Thalictrum simplex Ab<br />

Corydalis intermedia<br />

C. I axa<br />

Lepidium latifolium Ab<br />

Alliaria officinalis<br />

Cardamine flexuosa<br />

Draba muralis Ab<br />

Sedum sexangulare<br />

S. rupestre<br />

Sorbus suecica Ab<br />

S. fennica Ab<br />

Crataegus monogyna Ab<br />

Cr. ctirvisepala Ab<br />

Rubus pruinosus<br />

R. caesius<br />

Fragaria viridis Ab<br />

Potentilla minor<br />

P. reptans Ab<br />

Rosa tomentosa<br />

Prunus spinosa Ab<br />

Trifolium fragiferum<br />

A nthyllis Vulneraria<br />

Vicia lathyroides<br />

Lathyrus niger<br />

Geranium molle Ab<br />

G. dissectum<br />

G. columbinum<br />

G. lucidum Ab<br />

Polygala vulgaris Ab<br />

Rhamnus cathartica Ab


i o A. Palmgren,<br />

Die Einwandeningswege der Flora nacli den Âlandsinseln<br />

Hypericum hirsutum Ab<br />

Helianthemum Chamaecistus<br />

Ab<br />

Viola stagnina Ab<br />

Hippophaës rhamn. Ab.<br />

Sanicula europaea<br />

Torilis Anthriscus<br />

Athamanta Libanotis Ab<br />

Oenanthe aquatica<br />

Laserpitium latifolium Ab<br />

Primula farinosa Ab<br />

A ndrosace septenirionalis<br />

N<br />

Samolus Valerandi N<br />

Gentiana xdiginosa Ab<br />

Mentha litoralis<br />

Veronica spicata AIJ<br />

V. Beccabunga N<br />

Melampynim cristatiim Ab<br />

Euphrasia gracilis Ab<br />

Pingiiicula vttlgaris<br />

Valerianella olitoria N<br />

Campanula latifolia<br />

Eupatorium cannabinum<br />

N<br />

Arctium nemorosum Ab<br />

Crepis fraemorsa<br />

Es sei noch bemerkt, dass einè recht bedeutende Anzalil der fur Åland<br />

und die Regio Abotnsis gemeinsamen Arten in der letzteren Landsdiaft beträchtlich<br />

seltener sind. So diirfte es sich jedenfalls mit den folgenden verhalten:<br />

Dryopteris thelypteris<br />

Dr. cristata}<br />

Ophioglossum vulgatum<br />

Equisetum palustre<br />

Sparganium affine<br />

Potamogeton praelongus<br />

Alopecurus ventricostts?<br />

A vena pratensis<br />

Arrhenatheriim elatius<br />

Driza media<br />

Festuca arundinacea ?<br />

Bromus mollis<br />

Brachypodium pinnaium<br />

Triticum caninum?<br />

Scifptis rufus<br />

Rhynchospora alba}<br />

Rh. fusca<br />

Carex vulpina<br />

C. disticha}<br />

C. elata<br />

C. caryophyllea<br />

C. polygama<br />

C. flava<br />

C. pseudocyperus<br />

C. hirta<br />

Allium Scorodoprasum<br />

A. oleraceum<br />

Polygonatum multifloriim<br />

Orchis sambucina<br />

O. incarnata<br />

Coeloglossum viride<br />

Gymnadenia conopsea<br />

Platanthera montana<br />

Neottia nidus avis<br />

Salix repens<br />

Myrica Gale<br />

Corylus avellana}<br />

A triplex hastatuml<br />

A. patulum var, oblongifoliuml<br />

Salicornia europaea<br />

Stellaria iiliginosa<br />

Cerastium semidecandr.<br />

C. glutino%um<br />

Silene venosal<br />

Ceratophylhmi demersum ?<br />

A nemone ranunculoides<br />

Ranunculus cassiihictis<br />

R. bulbosus<br />

R. Ficaria<br />

R. paucistamineus<br />

Thalictrum simplex<br />

Cochlearia danica}<br />

Isatis tinctoria<br />

Cardamine hirsuta<br />

Dentaria bulbifera<br />

Draba muralis<br />

Dr. incana<br />

Arabis hirsuta<br />

Erysimum hieraciifolium<br />

Sedum annuum<br />

S. album<br />

Saxifraga tridactylites<br />

Parnassia palustris<br />

Cotoneaster integerrima<br />

Pyrus Malus<br />

Sorbus suecica<br />

S. fennica<br />

Crataegus monogyna<br />

Cr. curvisepala<br />

Fragaria viridis<br />

Patentilla reptans<br />

Agrimonia Eupatoria<br />

A. odorata<br />

Rosa canina<br />

R. glauca}<br />

R. coriifolia}<br />

R. mollis<br />

Prunus spinosa<br />

Medicago lupulina<br />

Trifolium montanum<br />

Tr. arvense<br />

Lotus corniculatiis<br />

Vicia tetrasperma}<br />

Lathyrus palustris<br />

Geranium sanguineum<br />

G. molle<br />

G. lucidum<br />

Polygala vulgaris<br />

P. amarella<br />

A cer platanoides<br />

Rharnnus cathartica<br />

Helianthemum Chamaecistus<br />

Viola mirabilis<br />

Hippophaës rhamnoides<br />

Myriophyllum verticillat.<br />

Athamanta Libanotis<br />

Angelica litoralis}<br />

Heracleum sibiricum}<br />

Laserpitium latifolium<br />

Primula farinosa<br />

Fraxinus excelsior<br />

Gentiana *suecica<br />

G. uliginosa


ACTA BOTANICA FENNICA 1. N.o 1 35<br />

Cynanchum Vincetoxicutn<br />

Myosotis haltica<br />

M. collina<br />

Scutellaria hastifolia<br />

Glechoma hederacea<br />

Calaniintha Acinos<br />

Clinopodium vulgäre<br />

Origanum vulgäre<br />

Veronica spicata<br />

Veronica Beccabunga<br />

Melampyrum cristatuni<br />

M. nemorosuni}<br />

Odontites simplex<br />

Lathraea Squamaria<br />

Plantago media<br />

PI. lanceolata<br />

A speriila odorata<br />

Galium Aparine<br />

Viburnum Opuliis'i<br />

Campanula Trachelium<br />

Inula salicina<br />

A rtemisia campestris<br />

Carlina vulgaris<br />

Arctium nemorosum<br />

Centaurea S c abi osa<br />

Lactuca muralis<br />

Crépis paludosa<br />

Die obige Vergleichung bedarf als Komplement einer Kenntnis der Arten,<br />

die in den nahegelegenen Gehieten, aher nicht auf Åland vorkommen. Ein solches<br />

Komplement diirfte geeignet sein, Zeugnis iiber die relative Starke der<br />

Einwanderungen ans den betreffenden Gebieten abzulegen.<br />

Es ist indessen scliwierig, hierbei völlig exakte Angaben zu machen.<br />

Oline eigene Detailstudien ist es schon nicht möglich, in jedem Fall zu entscheiden,<br />

welche von den Arten der Nachbarländer in dem Sinn urspriinglich<br />

sind, wie dieser Begriff vom Verf. fiir Åland präzisiert worden ist. Bei der<br />

Beurteilung der Frage bin ich, ausser von den Angaben in der Literatur, teils<br />

von eigenen Beobachtungen in den betreffenden Gegenden, teils von Angaben,<br />

die mir von verschiedenen, mit den Verhältnissen vertrauten Botanikern mitgeteilt<br />

worden sind, ausgegangen. Fiir den Zweck, auf den es hier ankonimt,<br />

geben die untenstehenden Verzeichnisse jedenfalls völlig hinreichenden Aufschluss.<br />

In der »Stockliolmer Gegend» aber nicht auf Åland: i)<br />

Cystopteris fragilis vat,<br />

Baenitzii<br />

Woodsia alpina<br />

Isoëtes echinosporum<br />

Sparganium natans<br />

Poiamogeton vaginatus<br />

P. lucens<br />

P. Zosteraefolius<br />

P. acutifolius<br />

Ruppia brachypus<br />

Zannichellia major<br />

Alisma gramineus<br />

*W ahlenbergii<br />

Sagittaria sagittifolia<br />

Butomus umbellatus<br />

Stratiotes aloides<br />

Catabrosa aqiiatica<br />

Melica unijlora<br />

M. ciliata<br />

Poa remota<br />

Poa bullosa<br />

P. alpina<br />

Festuca silvatica<br />

F. gigantea<br />

Bromus Benekeni<br />

Br. ramosus<br />

Br. hordeaceus<br />

Triticum junceum<br />

Hordeum europaeum<br />

Scirpus lacustris<br />

1) Die Arten werden in der Hauptsaclie nach »Stockholms traktens växter^»<br />

angefiilirt. Mit grösstem Entgegenkommen hat ERIK AIVMQUIST bedeutungsvolle<br />

Aiifschliisse ii. a. in der Frage betreffs der Urspriinglichkeit violer<br />

Arten sowie auch betreffs verschiedener kritischeren Arten gegeben. Das<br />

vorliegende Verzeichnis sowie auch dasjenige auf S. 37 sind von AI,MQUIST<br />

nachgeprtift worden.<br />

Crataegus calycina ist auf Åland nachzuforschen.


'i8 A. Palmgren, Die Einwanderungswege der Flora iiacli den Alandsiuseln<br />

Scirpus acicularis<br />

Schoeniis ferrugineus<br />

Cladiiim Marisens<br />

Carex paniculata<br />

C. divulsa^)<br />

C. ericetornni<br />

C. silvatica<br />

C. acutiformis^)<br />

A Ilium vineale^)<br />

Orchis ushdata}*)<br />

Cephalanthera rubra<br />

Epipoghmi aphyllum<br />

Sturmia Loeselii<br />

Betula nana<br />

Viscum album<br />

Rumex aquaticus<br />

R. obttisifoliiis^)<br />

It. maritimiis^)<br />

Polygonum Raji<br />

A triplex prostratum<br />

A. litorale<br />

Stellaria aquatica<br />

St. *neglecta}*)<br />

Cerastium brachypetalum<br />

C. glomeratum<br />

Scleranthus perennis<br />

Silene rxipestris<br />

Trollius europaeus<br />

Anetnone Pulsatilla<br />

A. praiensis<br />

Raniincuhis pelialus<br />

Corydalis pitmila<br />

Siibxtlaria aquatica<br />

Nasturtium amphibium<br />

N. silvestre<br />

Cardamine aniara<br />

C. impatiens<br />

Hutchinsia petraea<br />

Draba nemorosa<br />

Arabis arenosa<br />

Chrysosplenium alternif.<br />

Cotoneaster * nigra<br />

Sorbus Aria<br />

Crataegus oxyacantha<br />

Cr. Palmstruchii<br />

Cr. calycina<br />

Rubus sulcatus<br />

R. thyrsanthus {— thyrsoides)<br />

R. Wahlbergii<br />

R. nemorosus<br />

R. arcticus<br />

Alchemilla vestita<br />

A. subglobosa<br />

A. glomeriilans^)<br />

Rosa dumetorum<br />

R. rubiginosa<br />

Tri folium agrariumV)<br />

Tr. procumbensV)<br />

A slragalus glycyphyllus<br />

Vicia dumetorum<br />

V. cassubica<br />

Lathyrus maritimus<br />

Geranium bohemicum<br />

Poly gal a coma s a<br />

Callitriche stagnalis<br />

Calliiriche hamulata<br />

Impatiens noli tangere<br />

Hypericum montamim<br />

Elatine hydropiper<br />

E. triandra<br />

Viola hirta<br />

V. epipsila<br />

V. silvestris<br />

Epilobium parviflorum^)<br />

Myriophyllum alternifl.<br />

Hedera Helix<br />

Sium latifolium<br />

Cnidium venosum<br />

Hottonia palustris<br />

Statice Armeria<br />

Gentiana *germanica<br />

Pulmonaria officinalis<br />

Myosotis versicolor<br />

Lithospermum officinale<br />

Stachys officinalis^)<br />

Mentha aquatica<br />

Veronica anagallis^^)<br />

Euphrasia stricta<br />

E. Rostkoviana<br />

Pedicularis sceptrum carolinum<br />

Utricularia neglecta<br />

Asperula tinctoria<br />

Valeriana excelsa<br />

Scabiosa Columbaria<br />

Campanula Cervicaria<br />

Serratula tinctoria^'^)<br />

Scorzonera humilis<br />

1) »Kommt wenigstens auf der Seita von Södermanland vor» (EKIK<br />

ALVMQUIST),<br />

»Wenigstens sudlich von Stockholm; in Uppland unsicher» (ERIK<br />

AI,MQUIST).<br />

3) Ursprunglich nacli ERIK ALMQUIST. Auf Åland nicht urspriinglich.<br />

»Höchst unsiclier» (ERIK AI^MQUIST).<br />

»Um Stockholm herum ± zufällig als anthropochor; virspriinglicli an<br />

Binnenseen in Roslagen» (ERIK AIVMQUIST).<br />

®) »Vor allem ini mittleren Uppland, auch in Norrtälje etc.» (ERIK AI.MQUIST).<br />

»Möglicherweise ursprunglich» (ERIK AI.MQUIST).<br />

ERIK ALMQUIST: »Wenigstens im nördlichen Uppland sicher ursprunglich<br />

(bei Quellen etc.).»<br />

®) »1 Lokalität unweit Stockholm; wahrscheinlich urspriinglich» (ERIK<br />

ALMQUIST) .<br />

10) »Wahrscheinlich ursprunglich» (ERIK ALMQUIST),


ACTA BOTANICA FENNICA 1. N.o 1 2<br />

Zieht man Uppland als Ganzes in Betracht, so kommen zii den oben erwähnten<br />

nodi etwa 22 hinzn. Nacli THEDENIUS 1871, LINE'MAN 1926,<br />

HOLMBERG J 922 tmd 1926 sowie laut schriftlicher Mitteiking von ERIK<br />

AL:MQUIST fiihre ich die im untenstelienden Verzeichnis erwälinten an. Docli<br />

kann ich niclit durchaus fiir die Vollständigkeit des Verzeichnisses einstehen.<br />

Vielleicht ist eine oder die andere Art als vermeintlich mit der Kultur eingedrungen<br />

weggeblieben. Auch sind einige in den letzten Jahren unterschiedene<br />

Oder neu aufgestellte Arten ausgeschlossen worden, die vielleicht auch auf<br />

Aland vorkonunen.<br />

Polysiichiim Lonchitis^)<br />

Botrychium virginiamim<br />

Potamogeton rutilns<br />

Najas flexilis^)<br />

Scirpus radicans^)<br />

Carex heleonasies<br />

C. disperma<br />

C. globiilaris<br />

Juncus stygius<br />

Ltizula campesiris *sudeiica<br />

Salix tri an dra<br />

S. depressa var. cinerascens<br />

S. hastata^)<br />

S. lapponum<br />

In Estland, aber nicht auf<br />

Polygonum foliosum<br />

Anemone vernalis<br />

Saxifraga Hirculus^)<br />

S. adscendens<br />

Pimpinella major*)<br />

Euphrasia hebecalyx^)<br />

Arnica moniana<br />

Leontodon hispidus^)<br />

Aland:<br />

Dryopteris Robertiana Koeleria glaiica Bromus Benekeni<br />

Sparganium natans Catahrosa aquaiica Scirpus radicans<br />

Potamogeton lucens Cynosurus cristatus'') Sc. lacustris<br />

P. zosteraefolius<br />

Poa remota<br />

Sc. acicularis<br />

P. rutilus<br />

* P. alpina<br />

\-Schoenus nigricans<br />

Zannichellia major * Scolochloa ariindinacea Sch. ferrugineus<br />

Sagittaria sagitiifolia * Glyceria aquaiica<br />

Cladium Mariscus<br />

Butomus umhellaius Gl. plicata<br />

Carex Davalliana<br />

Stratiotes aloides<br />

Puccinellia maritima C. paniciilata<br />

Hierochloë australis Festuca, silvatica<br />

* C. heleonasies<br />

-Ammophila arenaria F. gigantea<br />

* C. dispernia<br />

Holcits lanatus<br />

F. sabitlosa<br />

C. globularis<br />

Ml.<br />

Corynephortis canescens Brotnus erectiis<br />

+ C. tomeniosa<br />

1) Nur 1 Lokalität (uach ERIK ALMQUIST).<br />

2) Nach LINDMAN 192G seit 1874 nicht wiedergefunden.<br />

3) Ganz ini Westen (nach ERIK ALMQUIST).<br />

ERIK ALMQUIST: «Scheint an ein paar Stellen im nördlichen Uppland<br />

ursprunglich zu sein; sonst in Parks etc.»<br />

5) »1 Lokalität (Björkö in Roslagen gegenuber Åland); sonst in Rasengelände<br />

eingeschleppt» (ERIK ALMQUISÏ).<br />

®) Die mit einem Stern bezeiclmeten kommen nicht in Kui'FFERS Subdist<br />

rictus insularis vor. Die mit + bezeichneten sind auf dieses Gebiet beschränkt.<br />

(Nach Mitteilung von Prof. KUI'FFICR, der dieses Verzeichnis freundlichst nachgeprûft<br />

und diesbeziigliche Aufschlusse gegeben hat, doch ohne Verantwortung<br />

fur die Vollständigkeit des Verzeichnisses.)<br />

7) Auf Aland nicht urspriinglich. KUPFFER teilt mir mit: »Bel uns wohl<br />

urspriinglich.»


38 ^. Palmgren, Die Einwanderungswege der Flora nacli deii Alaiidsiiiseln<br />

Carex ericetoruni<br />

C. silvatica<br />

C. acutiformis<br />

-f Juncus obtusifloriis<br />

J. fuscoater<br />

* J. squarrosus<br />

J. stygius<br />

Tofieldia calycidata<br />

Allium vineale<br />

H A sparagtts officinalis<br />

Iris sibxrica<br />

* Gladiolus imhricatus<br />

Orchis militaris<br />

O. ustulata<br />

\-0. Morio<br />

O. latifolia<br />

t- A nacamptis pyramidalis<br />

* Gymnadenia odoratissima<br />

Cephalanthera rubra<br />

Epipogiiim aphylluni<br />

Epipactis airorubens<br />

Sturmia Loeselii<br />

* Salix triandra<br />

* S. daphnoides^)<br />

* S. viminalis<br />

S. myrtilloides<br />

S. lapponiim<br />

* Betula yiana<br />

* B. hit milis<br />

* Ulmus laevis<br />

* Thesium ebracteatum<br />

* Asarum europaeum<br />

* Rumex aquaticus<br />

R. obtusifolius<br />

R. maritimus<br />

R. thyrsiflorus<br />

* Polygonum Bistorta<br />

P. persicaria<br />

Chenopodium rubrutn^)<br />

A triplex litorale<br />

+A triplex pedunculatum<br />

* Stellaria aquatica<br />

St. crassifolia<br />

* Cerastium alpinum<br />

Spergula rubra*)<br />

' Herniaria glabra<br />

Scleranthiis perennis<br />

* Si lene chlorantha<br />

Melandrium album<br />

* Gypsophila fastigiata<br />

* G. muralis<br />

Dianthus arenarius<br />

D. superbus<br />

Trollius europaeus<br />

Anemone silvestris<br />

* A. patens<br />

A. pratensis<br />

+ Ranunculus peltatns<br />

Berberis vulgaris^)<br />

* Thalictrum aquilaegifolium<br />

* Th. angustifolium<br />

* Nasturtium amphibium<br />

Cardamint atnara<br />

C. impatiens<br />

* Lunaria rediviva<br />

-\-Hutchiyisia petraea<br />

* Draba nemorosa<br />

Arabis Ger ar di<br />

A. arenosa<br />

-{-Alyssum montanum<br />

Braya supina<br />

* Sempervivum soboliferum<br />

Saxifraga Hirculus<br />

* S. adscendens<br />

* Chrysosplenium alternifolium<br />

* Patentilla fruticosa<br />

P. norvegica<br />

* Agritnonia pilosa<br />

* Sanguisorba officinalis<br />

-\-Rosa diimetorum<br />

R. rubiginosa<br />

+ R. pomifera<br />

Ononis repens^)<br />

O. arvensis<br />

+ Melilotus dentatus^)<br />

* Trifolium spadiceum<br />

Tr agrarium<br />

Tr. alpestre<br />

+ Tetragonolobus siliquosus<br />

Astragalus glycyphyllus<br />

A. danicus<br />

Oxytropis pilosa<br />

* Vicia pisiformis<br />

V. cassubica<br />

Geranium palustre<br />

G. pusillum*)<br />

Polygala comosa<br />

Euphorbia palustris<br />

Callitriche stagnalis<br />

* Impatiens noli tangere<br />

[-Hypericum niontanuni<br />

Elatine Hydropiper<br />

* Viola collina<br />

V. hirta<br />

V. epipsila<br />

-1- V. pumila<br />

V. elatior<br />

Epilobium hirsutum<br />

E. parviflorum^)<br />

E. roseum<br />

E. adnatum<br />

Heder a Helix<br />

Hydrocotyle vulgaris<br />

-\-Eryngiuni maritimum<br />

* Chaerophyllum aromaticum<br />

k-Ch. temulum<br />

* Pimpinella major<br />

Sium latifolium<br />

S. angustifolium<br />

Ursprunglicli?<br />

') Ursprunglich?,—auf Åland nicht ur.spriinglicli.<br />

Auf Åland wahrsclieinlicli nicht urspriinglich.<br />

*) KUPFFER schreibt mir: »Meiner Ansicht nach hier urwiiclisig.» Auf Åland<br />

walirscheinlich nicht urspriinglich.<br />

5) KUPFFER bemerkt hier: »Meiner Ansicht nach hier urwiichsig.»


ACTA BOTANIC A FENNICA 2 39<br />

Cnidium venosum<br />

* Coyiioselinum tataricuni<br />

* Angelica Archangelica<br />

Ostericum palustre<br />

. Cornus sangiiinea<br />

* Lyonia calyciilata<br />

* Hottonia palustris<br />

Lysimachia Niimmiilaria<br />

* Statice Avmeria<br />

Centaurion unibellatum<br />

* Geniianapneiimonanthe<br />

G. crucial a<br />

Cuscuta europaea^)<br />

* Polemonium coernleurn<br />

Asperugo procumbens^)<br />

Pulmonaria officinalis<br />

Lithospermum officinale<br />

* Ajuga reptans<br />

+ Teucrium Scordiimi<br />

* Dracocephaluni Ruyschiana<br />

Galeopsis Ladanuni^)<br />

* Lamium Galeohdolon * Phyteuma spicatum<br />

* L. maculatum<br />

Filago montana<br />

* Stachys officinalis<br />

Gnaphalium silvaticum<br />

* Thymus chamaedrys'^)<br />

Mentha aquatica<br />

Gn. uliginosum<br />

Verbascum ' nigrum *) Helichrysum arenarinm<br />

Veronica Anagallis^) * Inula britannica<br />

V. aquatica<br />

Achillea Ptarmica^)<br />

V. latifolia<br />

* A. *salicifolia<br />

Euphrasia strida + A rteniisia rupcstris<br />

E. suecica<br />

+A. maritima<br />

't Senecio E. integrifoliiis montana<br />

Pedicularis sceptrum * S. paludosus<br />

carolinum<br />

Carlina longifolia<br />

Orobanche major<br />

* Saussurea alpina<br />

O. Libanotidis<br />

Cirsium acaule<br />

A sperula tinctoria<br />

C. oleraceum<br />

Galium Mollugo'')<br />

Serratula tinctoria<br />

* Lonicera coeritlea * Centaurea phrygia<br />

-{-Scabiosa Columbaria Leontodon hispidus<br />

Campanula Cervicaria Scorzonera humilis<br />

C. rapunculoides<br />

* Picris hieracioides<br />

In der Regio Aboënsis. aber nicht auf Åland:<br />

Isoëtes echinosporiim<br />

Sparganium natans<br />

Potamogeton lucens<br />

Ruppia brachypus<br />

Zannichellia major<br />

Najas tenuissima<br />

Sagittaria sagittifolia<br />

Butomus umbellatus<br />

Hierochloë australis<br />

Catabrosa aquatica<br />

Poa remota<br />

Scolochloa arundinacea<br />

^ Glyceria aquatica<br />

• Scirpus lacustris<br />

Sc. aciciilaris<br />

* Carex heleonastes<br />

C. disperma<br />

^ C. globularis<br />

C. ericetorum<br />

Juncus fuscoater<br />

J. stygius<br />

Cephalanthera rubra<br />

Epipogium aphyllum<br />

Salix myrtilloides<br />

S. depressa var. cinerascens<br />

S. lapponum<br />

Betula nana<br />

Ulmus laevis<br />

Rumex aquaticus<br />

Polygonum Raji<br />

A triplex litorale<br />

Stellaria aquatica<br />

* St. crassifolia<br />

Viscaria alpina<br />

^ Silene rupestris<br />

Dianthus arenarius<br />

Nymphaea tetragona<br />

Trollius europaeus<br />

? Corydalis solida<br />

Subularia aquatica<br />

Cardamine amara<br />

C. parviflora<br />

Arabis arenosa * suecica<br />

Saxifraga adscendens<br />

Unsicher, ob auf Aland iirsprunglicli.<br />

2) Auf Aland wahrscheinlich nicht urspriinglich.<br />

Urspriinglich?,—auf Aland nicht urspriinglich.<br />

Auf Aland nicht urspriinglich.<br />

KUPFFER teilt mir mit: »Ohne Zweifel bet uns wohl urwiichsig.o Auf<br />

Aland nicht urspiinglich,<br />

8) Friiher auf Aland angetroffen, abei nicht vviedergefunden (siehe Conspectus<br />

Florae Fennicae VII, S. 169—170).


'»o J. Palmgren,<br />

Die Einvvaiiderungswege der Flora uacli den Alandsiuselii<br />

C h rysosple n i u m altern i -<br />

f oli tl yn<br />

Riibus aycticiis<br />

* Alcheniilla vestita<br />

A. glomerulans<br />

Lathyrns maritimus<br />

Impatiens noli tangere<br />

Hypericum montanum<br />

Elatine Alsinastmm<br />

Elatine triandra<br />

E. Hydropiper<br />

* Viola umbrosa<br />

V. epipsila<br />

* Epilobiiim obscurum<br />

Myriophyllum alternijl.<br />

* Centiinculus minimus<br />

Statice Armeriä<br />

Geniiana *germanica<br />

Pulmonaria officinalis<br />

Pedicularis sceptrum<br />

carolinum<br />

Galium triflorum<br />

* G. saxatile<br />

Campanula Cervicaria<br />

Bidens radiata<br />

Centaurea phrygia<br />

Scorzonera hnmilis<br />

Von den obigen finden sich alle bis auf die mit einem Stern bezeichneten<br />

audi in Nyland. In dieser Landschaft, aber nicht auf Åland, kommen ausserdem<br />

vor:<br />

A lisma *Wahlenbergii<br />

Phleum alpinum<br />

Cinna pendula<br />

A mmophila arenaria<br />

Festuca sabulosa<br />

Carex praecox<br />

C. laevirostris<br />

C. acutiformis<br />

Carex aristata<br />

Polygonum foliosum<br />

Atriplex Babingtonii<br />

Anemone vernalis<br />

Draha nemorosa<br />

Saxifraga groenlandica<br />

Cotoneaster integerrima<br />

* ni gra<br />

Rosa acicularis<br />

Ononis arvensis<br />

Astragalus alpinus<br />

EiipJiorbia palustris<br />

Sium latifolium<br />

Lyonia calyculata<br />

Leontodon hispidus<br />

Die obigen Vergleiche zvvischen den Floren Ålands und der nächstgelegenen<br />

Gebietelassen dasfolgende relative Vervvandtschaftsverliältnis zwischen<br />

den betreffenden Floren erkennen:<br />

Die Flora Ålands zeigt eine sehr nahe Verwandtschaft mit derjenigen der<br />

^Stockholmer Gegend».<br />

Sämtliche Arten Ålands bis auf 16 sind dort wiederzufinden; von diesen<br />

16 werden nicht weniger als 8 in dem iibrigen Uppland wiedergefunden. Eine<br />

Rekrutierung der åländischen Flora aus Sclivveden scheint mithin sehr wahrscheinlich<br />

zu sein. Hierfûr spricht auch der Umstand, dass nur ganz wenig<br />

Arten auf Aland mit höherer Frequenz als in der »Stockholmer Gegend» aufzutreten<br />

scheinen. Von den Arten des letzteren Gebietes fehlen auf Aland 125.<br />

Rerucksichtigt man auch das iibrige Uppland, so beträgt die Anzahl 147.<br />

Geringer ist die Verwandtschaft zwischen Åland und Estland-<br />

Aland weist nicht weniger als 36 Arten auf, die nicht in Estland zu finden<br />

sind, 40, die in »NW-Estland» fehlen, sowie 57, die man im Subdistrictus insularis<br />

vermisst; die entsprechende Zahl beini Vergleich mit der »Stockholmer<br />

Gegend» und Uppland ist 8 und mit der »Stockholmer Gegend» allein 16. Hierzu<br />

kommt, dass eine recht bedeutende Anzahl Arten auf Aland mit höherer<br />

Frequenz als in Estland auftreten. — Andererseits weist Estland nicht weniger<br />

als 221 und der Subdistrictus insularis 153 auf (gegen 147 in der »Stockholmer<br />

Gegend» und dem iibrigen Uppland sowie 125 in der »Stockholmer<br />

Gegend» allein), die auf Aland nicht vorkommen. Der direkte Aiistaiisch von


ACTA BOTANICA FENNICA 1. N.o 1 2<br />

Arten zwischen Åland und Estland scheint also kaum sehr hedeutend gewesen zu<br />

sein, jedenfalls geringer als der Austansch zwischen der »Stockhohner Gegend»<br />

und Åland.<br />

Geringer als mit der »Stockhohner Gegend^y ist anch die Verwandtschajt mit<br />

der Regio Aboënsis:<br />

Åland zählt nicht weniger als G7 Arten, die in der Regio Aboënsis<br />

vennisst werden imd dalier kaum von dort eingewandert sind. Und liieizu<br />

komnit weiter, dass eine selir bedeutende Anzalil (ca. 130) von den den beiden<br />

Gegenden gemeinsanien Arten auf Åland mit erheblicli höherer Frequenz als<br />

in der Regio Aboënsis auftreten. — Die Anzahl Arten, die im letztgenannten<br />

Gebiet, aber nicht auf Åland vorkommen, ist allerdings bedeutend kleiner als<br />

die entsprechende Zalil beim Vergleich mit der »Stockhohner Gegend» (69 gegen<br />

125). Aber dieses Verhalten beruht kaum auf einer stärkeren Verbreitung von<br />

der Regio Aboënsis nach Åland, sondern diirfte sich vielmehr daraus erklären,<br />

dass das fragliche Gebiet offenbar wie Åland seine Arten in recht grossem<br />

Unifang von Westen her, teils wahrscheinHch direkt aus Schweden ohne Åland<br />

als Etappenstation, teils iiber Åland rekrutiert hat. Das letztere gilt offenbar<br />

in besonders höhem Grad von den Schärenkirchspielen. Sieht man von diesen<br />

Kirchspielen, zunächst von dem artenreichen Korpo ab, so steigt die Anzahl<br />

der auf Åland, aber nicht in der Regio Abocnsis vorkommenden Arten<br />

recht erheblicli.<br />

V.<br />

Die geographische Verteilung der Arten auf Åland.<br />

Wie sind die S. 21—28 aufgezählten Arten auf Åland verteilt?<br />

Ini Hinblick auf die Frage nach der wahrscheinlichen Einwanderung nach<br />

der Inselgruppe scheint am geeignetsten folgende Gruppierung vorgenommen<br />

zu werden:<br />

I. Eine recht bedeutende Anzahl Arten zeigen eine gleichmässige^)<br />

Verbreitung iiber die Landschaft hin. Ihre Verteilung gewährt also keinen<br />

Fingerzeig hinsichtlich der Frage der Einwanderungswege.<br />

1) Mit gleichmässig ist hier eine Verbreitung gexneint, bei der eine Art mit<br />

ungefälir derselben Frequenz iii sämilichen Teilen des Gebietes vorkommt,<br />

also nicht durch auffallend liohe Frequenz in einem oder dem anderen Teil der<br />

lyandschaft auf eine Einwanderung aus irgendeiner besonderen Richtung<br />

deutet. Dagegen wird nicht vorausgesetzt, dass die Frequenz in diesen verschiedenen<br />

Teilen völlig gleichförmig, also beispielsweise dieselbe in nahe beieinander<br />

gelegenen Teilen der Hauptinsel Åland und deren Schärenarchipel<br />

sein soli. Dies ist besonders hervorzuheben, weil nieine Schrift von 1925, S. 94.<br />

fur die Laubwiesenvegetation ein Verzeichnis iiber »gleichmässig verbreitete


M A. Palmgren, Die Eimvanderimgsvvege (1er Flora nacli den Âlandsinseln<br />

II. An die gleiclimässig verbreiteten schliessen sich eine Anzahl Arten<br />

an, deren Vorkomnien wohl nicht gleichmässig, aber docli derartig ist, dass<br />

es kaum eine bestimmte Andeutung ûber die Einwanderung gibt.<br />

III, Eine bedeutende Anzahl Arten weisen ein wesiliches Vorkommen oder<br />

eine gegen Osten ahnehmende Freqnenz auf. Das Vorkommen deutet auf eine<br />

westliche Einwanderung ans Schweden. Eine Einwanderung aus Finnland<br />

scheint ausgeschlossen. Fiir manche dieser Arten scheint jedoch eine Einwanderung<br />

auch aus dem Ostbaltikum nicht undenkbar, fiir einige sogar<br />

wahrscheinlich.<br />

IV. Eine geringere Anzahl Arten zeigen ein ausgeprägt östliches Vorkommen.<br />

Fiir diese scheint eine Einwanderung von Osten her, aus Finnland,<br />

oder von Sirdosten her, aus dem Ostbaltikum, wahrscheinlich.<br />

V. Eine Anzahl Arten lassen eine bemerkenswerte Verteilung auf zwei<br />

voneinander isolierte Verhreihtngsgehiete, ein westliches und ein östliches (oder<br />

siidöstliches), erkennen. Hier erscheinen zwei Einwanderungswege wahrscheinlich<br />

oder möglich, — einer von Schweden und einer von l'innland oder<br />

vom Ostbaltikum her.<br />

VI. Schliesslich gibt es eine Anzahl Arten, deren Vorkommen in einer<br />

oder der anderen Hinsicht von so bemerkenswerter Natur ist, dass es zum<br />

Gegenstand näherer Erörterung gemacht werden diirfte.<br />

I. Arten mit gleichmåssiger Vcrbreîtung.»)<br />

Woodsia ilvensis Asplenium septeyitrio- Botrychium Lunaria<br />

Cystopteris fragilis nale Eqiiisetum arvense<br />

Dryopteris Filix mas Pteridiiim aquilinum E. fluviatile<br />

Dr. spintdosa Polypodhim vulgäre Jtmiperus communis<br />

Dr. Linneana * Ophioglossum vulgatum Triglochin maritimum<br />

Arten» gibt. Dieses Verzeichnis ist indessen fur andere Problème aufgestellt.<br />

Es uuifasst Arten, die nicht nur in sämtlichen Kirchspielen, sondern dazu auch<br />

mit einer Frequenz vorkommen, die ùberall in derselben Proportion zur Anzahl<br />

der geeigneten Standorte steht (1. c. S. 93). Sie begreift beispielsweise also nicht<br />

Arten ein, die mit verschiedener Frequenz auf der Hauptinsel Aland und in<br />

nahegelegenen Teilen von deren Schärenarchipel auftreten (zu dem Schärenarchipel<br />

werden ausser den Inseln auch Kiisten, ganz besonders lu das Meer<br />

hinausragende L,andzungen der Hauptinsel Åland gezählt).<br />

Unter den Arten dieses Verzeichnisses gibt es einige, die vielleicht mit<br />

grösserem Recht zu Gruppe III (mit mehr westlicher Verbreitung) liätten gestellt<br />

werden könuen. Dass sie hier aufgenommen worden sind, beruht darauf,<br />

dass der westliche Zug in ilirem Vorkommen nicht so deutlich erschienen ist,<br />

dass ich geglaubt habe, sie ohne weiteres nur auf Grund ihrer Verbreitung auf<br />

Åland als westliche Einwanderer betrachten zu können. Solche sind: Scirpus<br />

pauciflorus, Carex pilulifera. Paris quadrifolia, Cerastium semidecandrum, Rosa<br />

canina, Ii. glauca, R. coriifolia, R. mollis, Gentiana *lingulaia.


ACTA BOTANIC A FENNICA 2<br />

194<br />

Alisnia Plantago-aqna- Carex *oedocarpa Draba verna<br />

Hca C. *pulchella Stenophragma thalia-<br />

Phalaris arundinacea C. vesicaria num<br />

Anthoxanthum odora- Juncus lamprocarpus Turritis glabra<br />

tum J. alpinus * Arabis hirsuta<br />

Hierochloc odorata J. *Gerardi Seduni maximum<br />

Milium effusiim Luzula pilosa S. acre<br />

Agrostis stolonifera L. campestris Ribes alpinum<br />

A. vulgaris L. miiltiflora Sorbus A ucuparia<br />

Calamagrostis epigejos * Allium oleraceum Rubus idaeus<br />

Aira hoitnica A. Schoenoprasum R. saxatilis<br />

A. caespitosa Majanthemum bifolium Fragaria vesca<br />

A. flexuosa Polygoftatum odoratum Potentilla argentea<br />

Avena pubescens Convallaria majalis P. verna<br />

Ariindo Phragniites Paris quadrifolia P. erecta<br />

Triodia deciimbens * Orchis sanibucina P. anserina<br />

Melica nutans 0. maculata Comarum palustre<br />

' Briza media Platanthera bifolia Geum urbanum<br />

Dactylis glomerata Populus tremula G. rivale<br />

Poa trivialis Salix caprea Filipendula Uimaria<br />

P. pratensis S. aurita F, hexapetala<br />

P. irrigata * Corylus avellana Alchemilla filicaulis<br />

P. nemoralis Betula pubescens * Agrimonia Eupatoria<br />

Glyceria fluitans Alnus rotundifolia * Rosa caniyxa<br />

Puccinellia retro f lex a Rumex crispus * R. glauca<br />

Festiica arundinacea R. A ce to sa * R. coriifolia<br />

F. rubra R. Acetosella * R. mollis<br />

F. ovina Polygonum aviculare R. cinnamomea<br />

Bromus mollis St ell aria graminea Prunus Padus<br />

Nardus stricta Cerastium vulgäre Trifolium repens<br />

Triticum repens * C. semidecandrum Tr. pratense<br />

FJymus arenarius Sagina nodosa Tr. medium<br />

Eriophorum polysta- S. procumbens Vicia Cracca<br />

chyum Moehringia trinervia Lathyrus pratensis<br />

E. vaginatum Arenaria serpyllifolia * Geranium sanguineum<br />

ScirpHS Tabernaemon- Viscaria vulgaris G. silvaticum<br />

tani Silene nutans G. Robertianum<br />

Sc. paucifloriis Dianthus deltoides Linum catharticum<br />

Sc. palustris Caltha palustris Empetrum nigrum<br />

Sc. uniglumis Myosurus minimus * Rhamnus cathartica<br />

Carex contigua Ranunculus Flammula Rh. Frangnla<br />

C. Pairaei R. auricomus Hypericum quadran-<br />

C. leporina R. acris gulum<br />

C. canescens R. repens H. perforatum<br />

C. stellulata R, polyanthemus Viola palustris<br />

C. Goodenowii * R. bulbosus V. Riviniana<br />

C. pilulifera Thalictrum flavum V. canina<br />

C. pallescens * Corydalis laxa V. tricolor<br />

C. panicea Cardamine pratensis Lythrum Salicaria


44 A. Palmgren, Die Einwaiideruiigswege der L'lora nach den Âlandsinseln<br />

Myosotis micrayitha<br />

Prunella vulgaris<br />

* Clinopodium vulgäre<br />

* Origanum vulgäre<br />

Lycopus europaeus<br />

Mentha arvensis<br />

Linaria vulgaris<br />

Scrophularia nodosa<br />

Veronica longifolia<br />

V. serpyllifolia<br />

V. arvensis<br />

V. verna<br />

V. scutellata<br />

V. Chamaedrys<br />

V. officinalis<br />

Melampyritm pratense<br />

Euphrasia tenuis<br />

Ithinanthus major<br />

Rh. minor<br />

Pedicularis palustris<br />

Plantago major<br />

* PI. lanceolata<br />

Epilobimn collimim<br />

Chamaenerkim angnstifolium<br />

Anthriscus silvestris<br />

Carum Carvi<br />

Pimpinella Saxijraga<br />

A ngelica silvestris<br />

Heracleum sibiricum<br />

Vacciniuni vitis idaea<br />

V. MyrtiUus<br />

Callima vulgaris<br />

Primula veris<br />

Lysiniachia vulgaris<br />

Trientalis eiiropaea<br />

Glaiix mariiirna<br />

Fraxinus excelsior<br />

Centaurion Erythraea<br />

C. pulchellum<br />

Gentiana *lingulata<br />

Cynanchttm Vincetox.<br />

Myosotis arvensis<br />

M. collina<br />

Plantago maritima<br />

Galium uliginosum<br />

G. palustre<br />

G. boreale<br />

G. verum<br />

Viburnum Opulus<br />

Valeriana officitialis<br />

Campanula rotimdifolia<br />

C. persicifolia<br />

Aster Tripolium<br />

Erigeron acris<br />

Antennaria dioica<br />

Achillea Millefolium<br />

Matricaria * maritima<br />

Chrysanthemum Leucanthemum<br />

Tanacetum vulgäre<br />

Centaurea Jacea<br />

Leontodon autumnalis<br />

Sonchus arvensis<br />

Hieracium Pilosella<br />

Gibt das Vorkonimen der obenstehenden Arteii in den Aland am nächsten<br />

liegenden Teilen von Schweden, Finnland und Estland eine Andeutung tiber<br />

ihre wahrscheinlichen Einwanderungswege nach Aland?<br />

Die meisten zeigen in sämtlichen in Betracht konimenden Gebieten ein<br />

niehr oder weniger häufiges Vorkonimen, Fiir sie besteht also kaum eine<br />

Möglidikeit, wenigstens direkt, Klarlieit iiber ihre Einwanderimg zugewinnen.<br />

Es gibt aber auch eine Anzalil, fiir die das Vorkommen in den nahe gelegenen<br />

Ländern liierbei einen Anlialtspunkt zu geben scheint:<br />

1. Eine nicht unbedentende Anzahl Arten (oben mit Stern bezeichnet)<br />

• kommen so mehr oder weniger häufig in der »Stockholmer Gegend» sowie in<br />

Estland, dagegen nur verhältnismässig spärlicli in den westlichen und siidlichen<br />

Teilen von Finnland vor^). Fiir diese durfte also eine Einwanderimg ans<br />

Finnland als ausgeschlossen oder weniger wahrscheinlich betrachtet werden<br />

können. Man darf mit einer Einwanderimg ans Schweden, fiir manche vielleicht<br />

aiich ans Estland rechnen. Die betreffenden Arten sind:<br />

Ophioglossutn vulgatum Corylus avellana?<br />

Briza media<br />

Cerastium semidecandrum<br />

Festuca arundinaceal<br />

Bromus mollis<br />

Ranunculus bulbosus<br />

A lli u m oleraceum<br />

Corydalis laxa<br />

Orchis sambucina<br />

Arabis hirsuta<br />

Agrimonia Eupatoria<br />

Rosa canina<br />

R. glauca}<br />

R. coriifolial<br />

R. mollis<br />

Geranium sanguineum<br />

Corydalis laxa gar nicht in Estland und Fimiland.


ACTA BOTANICA FENNICA 1. N.o 1 2<br />

Rhamnus cathartica Cynanchiim Vincetoxicnm Origayium vulgäre<br />

Heracleum sihiricum} Myosotis collina Plantago lanceolata<br />

Fraxiniis excelsior Clinopodiiim vulgäre<br />

Von den oben aufgezählten Arten scheinen die folgenden in Estland seltener<br />

zu sein als aiif Aland: Ophtoglosstim vidgatum, Allium oleraceum, Orchis<br />

samhucina, Cynanchum Vincetoxicnm und die i?osa-Arten. Keine von diesen<br />

scheint auf Aland häufiger zti sein als in der »Stockholnier Gegend».<br />

2. Die folgenden fehlen in Estland und sind daher off enbär nicht von dort<br />

eingewandert:<br />

Woodsia ilvensis Aira bottnica Corydalis laxa<br />

Asplenium septentrionale<br />

Das gilt nielir oder weniger walirscheinlicli auch fiir die folgenden, die<br />

m Estland seltener zu sein scheinen als auf Aland:<br />

Polypodiiim vulgäre Carex canesce^isl Epilobium collinuni}<br />

Ophioglossum vulgaiiim? Juncus alpinusl Gentiana *lingulatal<br />

Botrychiuni Lunaria Allium oleraceum Cynanchum Vinceioxic.<br />

Milium effusum? Orchis samhucina Veronica longifolia}<br />

Carex leporina? Sedum maximum<br />

C. stellulata} Viola tricolor<br />

Es ist zu erwähnen, dass sämtliche Arten des Verzeichnisses S. 42—44 in<br />

der »Stockholmer Gegend» vorkommen. Auch diirfte die Frequenz fur keine<br />

von ihnen dort niedriger sein als auf Aland. Fiir alle erscheint also eine<br />

Einwanderung aus Schweden möglich.<br />

2. Arten mit ungleichmåssiger Verbreitung, die Jcdoch keincn Hinweis<br />

auf den wahrscheinlichen Einwanderungsweg zu geben scheint.<br />

Im Anschluss an die oben angefiihrten gleichmässig verteilten Arten sind<br />

hier die unten genannten zu beachten, die wohl keine gleichniässige Verteilung<br />

zeigen, deren Vorkommen aber doch keine sichrere Andeutung iiber die Einwanderung<br />

zu geben scheint— Inir einige (im untenstehenden Verzeichnis<br />

') Vielleicht könnten von den Arten doch die folgenden mit Fug zu der<br />

nächstfolgenden Gruppe (mit nach Osten liin abnehmender Frequenz) gezählt<br />

werden: Dryopteris Phegopteris} (ist in Kumlinge und Brändö zu studieren),<br />

Lycopodium annotinuml (bedarf der Nachprufung in Sottunga, Kumlinge und<br />

Brandö), Eriophorum alpinum, Rhynchospora alba, Rh. fusca?, Carex disticha,<br />

C. elata, C. gracilis}, C. pseudocyperus}, C. lasiocarpa. Iris pseitdacorus, Platanthera<br />

montana. Listera cordata}, Corallorrhiza Neottia, Salix pentandra, S. cinerea,<br />

S. repens}, Myrica Gale, Stellaria itliginosa, Thalictruni simplex, Peplis Portula,<br />

Angelica litoralis, Pyrola chlorantha, Litorella uniflora.<br />

Folgende Arten bediirfen in bezug auf die Verbreitung eines weiteren Studiums:<br />

Athyriiim Filix femina (fur Kumlinge und Brändö), Equisetum pratense,<br />

Potamogeion miicronatus, P. panormitanus, P. obtusifolius, Ruppia spiralis,


46 A. Palnigreti, Die Einwanderurigswege der Flora iiach den Ålandsinseln<br />

mit + markiert) scheint jedoch das Vorkomnien aiif Åland von der Natur<br />

zu sein, dass es die Wahrscheinlichkeit einer Einwanderung ans dem Ostbaltikmn<br />

aiisschliesst (siehe S. 48).<br />

Dryopteris dilatata<br />

Dr. Phegopteris<br />

Athyriv.m Filix femina<br />

-f * Botrychium boreale<br />

+ B. ramosum<br />

B. lanceolatiim<br />

+ B. Matricariae<br />

4-? Eqnisetiim pratense<br />

+ } E. silvaticum<br />

Lycopodium Selago<br />

L. annotiniim<br />

L. clavatum<br />

-f? L. complanatum<br />

-f-* Isoëtes lacustre<br />

-f Finns silvestris<br />

+ Picea A bies<br />

Typha latifolia<br />

Sparganium minimum<br />

* Sp. affine<br />

Potamogeton filiformis<br />

F. pectinatus<br />

F, natans<br />

P. graminetts<br />

4- P. alpinus<br />

P. perfoliatns<br />

+ P. mucronahts<br />

+ ? P. panormitanus<br />

-f * P. ohtusifolius<br />

P. pnsilhts<br />

Jhippia spiralis<br />

R. rostellata<br />

Zannichellia repens<br />

Z. pednnciilata<br />

Triglochin palustre<br />

A lopecttrits geniculatiis<br />

-f-<br />

+<br />

+<br />

+<br />

Alopecurus aristulatns<br />

Agrostis canina<br />

Calamagrostis lanceolata<br />

C. purpurea<br />

Poa angustifolia<br />

P. palusiris<br />

Eriophoriim alpinum<br />

Scirpus silvaticus<br />

Se. parvulus<br />

Se. mamillatus<br />

Rhynchospora alba<br />

Rh. f usea<br />

Carex pauciflora<br />

C. diandra<br />

C. disticha<br />

C. elongata<br />

C. elata<br />

C. gracilis<br />

C. niagellanica<br />

C. limosa<br />

C. Oederi<br />

C. pseudocyperus<br />

C. rostrata<br />

C. lasiocarpa<br />

Calla palusiris<br />

Spirodela polyrrhiza<br />

Lenina minor<br />

Juncus effusus<br />

J. conglonieratus<br />

J. filiformis<br />

J. supinus<br />

J. bufonius<br />

Luzula pallescens<br />

Iris pseudacorus<br />

Flatanthera montana<br />

R. rostellata, Zannichellia repens, Z. pedunculata, Alopecurus geniculatus, A<br />

aristulatus, Calamagrostis lanceolata, C. purpurea, Foa angustifolia, F. palusiris<br />

Scirpus parvulus, Carex Oederi (die Hauptform), Juncus effusus, J. conglomeratus<br />

J. bufonius, Luzula pallescens, Salix pentandra ii. 5, cinerea (fur Brandö)<br />

S. phylicifolia u. 5. repens (fur Kunilinge u. Brandö), Nymphaea alba, N. can<br />

dida, Bulliarda aquatica, Viola montana, Hippuris tetraphylla. Myosotis caespi<br />

tosa, M. baltica, Stachys palusiris, Melampyrum silvaticum (fur Brandö), Limo<br />

sella aquatica, Euphrasia brevipila, E. curta, Utricularia intermedia, U. minor<br />

Senecio silvaticus, Hieracium iimbellatum.


ACTA BOTANICA FENNICA 2 47<br />

Listera cordata<br />

Corallorrhiza Neottia<br />

Salix pentandra<br />

S. cinerea<br />

S. phylicijolia<br />

S. repens<br />

Myrica Gale<br />

Betula verrucosa<br />

Urtica dioica<br />

Polygonum amphibium<br />

P. tomeniosmn<br />

P. minus<br />

A triplex var. oblongifolium<br />

Montia *lamprosperma<br />

Stellaria media<br />

-f- St. uliginosa<br />

+ St. longifolia<br />

Spergula salina<br />

Melandrium silvestre<br />

Nymphaea alba<br />

N. Candida<br />

Ranuncuhts fhiitans f. marinus<br />

li. paucistamineus<br />

Thalictrum simplex<br />

+ Chelidonium majus<br />

Nas'urtium palustre<br />

D osera rotut difolia<br />

Dr. longifolia<br />

Bulliarda aqiintica<br />

+ Rihes rubruni var. pubescens<br />

-f- * Ruhus priiinosus<br />

R. chamaemorus<br />

Lathyriis niger<br />

Callitriche verna<br />

Tilia cordata<br />

Viola montana<br />

+ P e pli s Portilla<br />

Epilobium palustre<br />

Circaea alpina<br />

Hippuris vulgaris<br />

* Hippuris tetraphylla<br />

+ Cicuta virosa<br />

A ngelica litoralis<br />

Peucedanum palustre<br />

Cornus suecica<br />

+ ? Pyrola chlorantha<br />

Ledum palustre<br />

+ ? Arctostaphylos uva iirsi<br />

Vaccinium oxycoccus<br />

V. iuicrocarpnm<br />

V. uliginosum<br />

Nauniburgia thyrsiflora<br />

Menyanthes trifoliata<br />

Myosotis caespitosa<br />

* M. baltica<br />

Scutellaria galericulata<br />

Galeopsis bifida<br />

Stachys palustris<br />

Solanum Dulcamara<br />

+ Verbascum Thapsus<br />

Limosella aquatica<br />

Melampyrum silvaticum<br />

Euphrasia brevipila<br />

E. curta<br />

E. gracilis<br />

Utricularia vulgaris<br />

U. intermedia<br />

U. minor<br />

+ * Litorella uniflora<br />

+ Lobelia Dortmanna<br />

Bidens tripartita<br />

B. cernua<br />

Tussilago Farfara<br />

Senecio silvaticus<br />

Cirsium lanceolatuni<br />

C. arvense<br />

Taraxacum officinale<br />

Crépis tectorum<br />

Hieracium umbellatum<br />

Mustern wir das Vorkommen der oben aufgezählten Arten aiisserhalb<br />

Ålands durch, so finden wir folgendes:<br />

1. Alle ausser Botrychium lanceolatum, Salix phylicifolia und Hippuris<br />

tetraphylla sowie niöglichervveise Calamagrostis purpurea und Sparganium<br />

affine zeigen in den zunächst liegenden Teilen von Schweden eine solche<br />

Verbreitung, dass eine Einwanderung von dort wohl denkbar ist. Die Art<br />

des Vorkoniniens auf Åland spricht auch in keiner Weise dagegen.


'i8 A. Palmgren, Die Einwanderungswege der Flora iiacli den Alandsiuseln<br />

2. Fiir die Mehrzahl ersclieint auch eine Einwanderimg aus Estland möglich.<br />

Aiisnalimen bilden die mit einem Stern oder -f bezeichneten und unten<br />

getrennt aiifgezählten. Die mit einem Stern markierten fehlen in NW-<br />

Estland. Die mit + versehenen zeigen wiederum auf Åland eine Verbreitung,<br />

die eine Einwandernng aus Estland weniger wahrscheinlich zu machen<br />

scheint; sie fehlen oder treten nur bemerkenswert spärlich auf in dem am<br />

nächsten gegen Estland exponierten Kökar.<br />

Einwandernng aus Estland ausgeschlossen oder weniger wahrscheinlich:<br />

Botrychium boreale<br />

"T B. ramosttm<br />

-f * B. lartceolatum<br />

-f<br />

B. Matricariae<br />

+ ?<br />

+ ?<br />

-I-?<br />

+<br />

+<br />

4-<br />

+<br />

-i- ?<br />

4 . *<br />

+<br />

-I-<br />

Equisetiini pratense<br />

E. silvaticum<br />

Lycopodimn complanatum<br />

Isoëtcs lacustre<br />

Pimis silvestris<br />

Picea Abies<br />

Sparganhim ajfine<br />

Poiamogeion alpinns<br />

P. miiCYonatus<br />

P. panormitanns<br />

P. obtusifolius<br />

Scirpus silvaticus<br />

Rhynchospora alba<br />

Carex gracilis<br />

-r Juncus effusiis<br />

+ J- congloyneratus<br />

+ Stellaria uliginosa<br />

4- St. longifolia<br />

+ Chelidonium majus<br />

+ Ribes rubrum var. pubescens<br />

+ * Riibiis pruinosiis<br />

+ Peplis Portilla<br />

* Hippuris tetraphyllal<br />

+ Ciciita virosa<br />

+ ? Pyrola chlorantha<br />

+ ? Avctostaphylos iiva ttrsi<br />

* Myosotis baltica<br />

-{- Verbascum Thapsus<br />

-f * Litorella unifiera<br />

+ Lobelia Dortmanva<br />

-f Bidens cernua<br />

Es sei ferner bemerkt, dass von den Arten des Verzeichnisses S. 46—47 folgende<br />

(einige von ihnen schon in dem obenstehenden Verzeichnis angefiihrfl<br />

in Estland spärlicher als auf Åland aufzutreten scheinen, weshalb auch fiir sie<br />

eine Einw^anderung aus Estland weniger wahrscheinlich erscheinen kann:<br />

Dryopteris Phegopteris<br />

Lycopodium Selago<br />

L. complanatum}<br />

Typha latifolia<br />

Sparganium minimum<br />

Calamagrostis purpurea<br />

Scirpus silvaticus}<br />

Carex paucifloral<br />

C. magellanica<br />

C. limosal<br />

Carex pseudocyperusl<br />

Juncus f Hi f or mis}<br />

Listera cordata<br />

Polygonum amphibinml<br />

P. minus<br />

Montia *lamprosperma<br />

Stellaria uliginosa<br />

Melandrium silvestre}<br />

Ranunculus fluitans f.<br />

marinusl<br />

Dr oser a rotimdifolia}<br />

Dr. longi folia}<br />

Bulliarda aquatica}<br />

Rubus chamaemorus}<br />

Peplis Portilla}<br />

Cicuta virosa}<br />

Cornus suecica<br />

Liynosella aquatica}<br />

Senecio silvaticus<br />

3. Fiir die Mehrzahl der Arten auf S. 46—47 ist auch eine Einwandernng<br />

aus Finnland denkbar. Ausnahmen bilden die folgenden, die mehr oder weniger


ACTA BOTANIC A FENNICA 2 49<br />

reichlich in Scliweden, teilweise aiich in Estland, aber gar niclit {Rubns pniinosiis,<br />

Lathyrus niger) oder nur spärlich in den am nächsten bei Åland<br />

liegenden Teilen der Regio Aboënsis vorkommen:<br />

Sparganiimi affine Carex elata Riibiis pruinosus<br />

Potamogeton mucrona- C. pseudocyperus Lathyrus niger<br />

tus} Platanthera montana Angelica litoralisl<br />

Rhynchospora alba Myrica Gale Litorella imiflora<br />

Rh. fiisca Ranunculus paucistami-<br />

Carex disticha}<br />

ne us<br />

Fur alle obenstelienden erscheint eine Einwanderung aus Scliweden sovvolil<br />

im Hinblick auf das Vorkommen daselbst wie auf Åland sehr wahrscheinlich.<br />

Fiir die meisten scheint man dagegen niclit mit einer Einwanderung aus<br />

Estland rechnen zu miissen. So fehlen dort Spargannim affine, Rubns<br />

prninosiis und Litorella nniflora. Carex pseudocyperus scheint wiederum in<br />

Estland spärlicher als auf Åland aufzutreten. Rhynchospora alba zeigt liinwieder<br />

auf Åland ein Vorkommen, das eine Einwanderung aus Estland<br />

weniger wahrscheinlich macht.<br />

3. flrten mit westlicher Verbreitung odcr mit nach Osten hin abnehmender<br />

Frequenz.<br />

Die unten genannten Arten zeigen ein westliches Vorkommen oder eine<br />

nach Osten hin abnehmende Frequenz. Eine Einwanderung von Westen, aus<br />

Schweden, scheint also wahrscheinlich, zumal da alle in Uppland vorkommen i).<br />

Fiir einen beträchtlichen Teil der Arten scheint eine Einwanderung in<br />

grösserem oder geringerem Masse auch aus Estland nicht ausgeschlossen. Ausnahmen<br />

bilden die mit einem Stern und mit + bezeichneten. Die mit einem<br />

Stern versehenen kommen iiberhaupt nicht in KW-Estland vor (siehe S. 31—<br />

32); fiir die mit + markierten scheint hinwieder das Vorkommen auf Åland<br />

gegen eine Einwanderung von dort zu sprechen.<br />

Nur fiir zwei Arten erscheint es schwierig, sich bestimmt iiber den wahrscheinlichen<br />

Ein wan der ungs weg zu äussern:<br />

Fur Alniis incana scheint nach TIIEDKNIUS 18 71, S. 446, das nächste Vorkommnis<br />

schwedischerseits im nördlichen Uppland zu liegen (»I Elfkarleby socken<br />

ytterst allmän »). In Finnland hat die Art eine ausgedehnte Verbreitung.<br />

Alcheniilla obiusa andererseits ist erst in letzter Zeit in Schweden gefunden worden<br />

(nach LIXDMAX 192G nur in Roslagen in Uppland). Nach LINDBERG 1909,<br />

S. 126, fällt die Verbreitung der Art in Nordeuropa auf Finnland sowie auf Estland<br />

und Lettland. In Finnland ist ihre Frequenz am grössten in Nylandia, danach<br />

in Tavastia australis und in der Regio Aboënsis. Geringer ist sie auf Aland.<br />

Aus Savonia australis ist eine Lokalität bekannt. Von den Fundorten in Estland<br />

kommen 3 auf Dagö. Laut Mitteilung von EKI^UND ist die Art auf<br />

Wormsö nicht selten.


'i8 A. Palmgren, Die Einwanderungswege der Flora iiacli den Alandsiuseln<br />

Weiter sei bemerkt, dass mehrere der unten angefûlirten Arten in Estland<br />

mit niedrigerer Frequenz als auf Åland auftreten, weshalb auch fiir manche<br />

von ihnen eine Einwanderung aus Estland weniger wahrscheinlich erscheint.<br />

Die Arten sind S. 52 aufgezählt.<br />

Westliche Verbreitung^).<br />

+ Striithiopteris germanica Carex paradoxa<br />

-f Dryopteris Thelypteris + C. vulpina<br />

Dr.^ cristata + C. nemorosa<br />

Asplenium Trichomanes c. chordorrhiza<br />

*-f- Blechhum Spicant + c. arenaria<br />

* Botrychium simplex c. norvegica<br />

Equisctum palustre + c. loliacea<br />

+ E. hiemale H- C. re mot a<br />

+ Lycopodiutn inundatum + C. caespitosa<br />

+ Taxus baccata c. aquatilis<br />

Typha anguslijolia + c. ornithopus<br />

Sparganinm simplex + c. digitala<br />

Sp. ramosum var. microcarpiitn + c. caryophyllea<br />

Zosiera marina + c. montana<br />

+ Fotamogeton /Azii c. glauca<br />

P. polygonifoliiis * c. livida<br />

*+ P. praelongus + c. vaginat a<br />

4- P- crispus + c. poly gam a<br />

+ Najas mar iva + c. extensa<br />

-f Scheuchzeria paliistris + c. lepidocarpa<br />

+ Hydrocharis M or sus ranae c. capillaris<br />

-j- Phleum Boehmeri + c. riparia<br />

+ Calamagrostis arundinacea + c. hirta<br />

*+ Aira praecox<br />

Sesleria coernlea<br />

M Olivia coerulea<br />

Poa compressa<br />

-f- Brachypodium silvaticum<br />

Triticxim caninum<br />

-f Eriophorum latifoliitm<br />

+ E. gracile<br />

+ Scirpus maritimus<br />

+ Sc. austriacus<br />

Carex dioica<br />

C. pulicaris<br />

-}- Lem na ttisulca<br />

-f Gagea liitea<br />

+ G. mivima<br />

A Ilium Scorodopras um<br />

Fritillaria Meleagris<br />

+ Cypripedium calceolus<br />

-1- Ophrys muscifera<br />

+ Orchis incarnata<br />

+ O. *cruenta<br />

-f O. Traunsteifieri<br />

+ Herminium Monorchis<br />

4- Coeloglossum viride<br />

Von den unten folgenden Arten miissen Salix depressa, Alchemilla micans^<br />

A. ohtusa, Callitriche aiitumnalis und Viola riipestris in bezug auf ihr Vorkoninien<br />

noch näher studiert werden. Wegen Carex glauca sei auf S, 57 verwiesen,<br />

Lonicera Xylosteum und Cirsium palustre könnten vielleicht mit grövsserer Berechtigung<br />

zu der vorhergehenden Gruppe gestellt werden.


ACTA BOTANIC A FENNICA 2 51<br />

+<br />

* +<br />

+<br />

+<br />

+<br />

+<br />

+<br />

* +<br />

+<br />

+<br />

Epipactis paliistris<br />

E. latifolia<br />

Listera ovata<br />

Neottia nidus avis<br />

Goodyera repens<br />

Malaxis paludosa<br />

Microstylis monophylla<br />

Salix depressa<br />

S. nigricans<br />

Alnus incana<br />

Ouercus robur<br />

Ulmiis scabra<br />

Rumex Hydrolapathiini<br />

Polygonum viviparnm<br />

Salsola Kali<br />

Stellaria nemorum<br />

St. Holostea<br />

St. palustris<br />

Cerastiiim glittinosntn<br />

Sagina maritima<br />

Spergula vernalis<br />

Lychnis flos cuctdi<br />

Nuphar luteum<br />

N. pumilum<br />

Ceratophyllum demersum<br />

Actaea spicata<br />

Aquilegia vulgaris<br />

Anemone Hepatica<br />

A. nemorosa<br />

A. ranunculoides<br />

Raminculus Lingua<br />

R. sceleratus<br />

R. circinnatus<br />

Corydalis intermedia<br />

Cardamine flexuosa<br />

C. hirsuta<br />

Dentaria bulbifera<br />

Draba muralis<br />

Drosera intermedia "<br />

Sedum album<br />

S. sex angular e<br />

S. riipestre<br />

Saxifraga graniilata<br />

Parnassia palustris<br />

Ribes nigrum<br />

Cotoneaster integerrima<br />

Pyrus M alus<br />

Sorbus suecica<br />

S. fennica<br />

Crataegus curvisepala<br />

Rubus caesiîts<br />

+ Fragaria viridis<br />

+ Patentilla minor<br />

P. reptans<br />

+ Alchemilla pubescens<br />

A. plicata<br />

+ A. pastoralis<br />

A, acutangula<br />

A. micans<br />

A. subcrenata<br />

* A. alpestris<br />

A. obtusa<br />

* A. acutidens<br />

* Agrimonia odorata<br />

* + Rosa tomentosa<br />

Primus spinosa<br />

+ Medicago lupulina<br />

Trifolium fragiferum<br />

Tr. arvense<br />

+ A nthyllis Vulneraria<br />

Lotus corniculatus<br />

Vicia tetrasperma<br />

V. silvatica<br />

V. sepium<br />

+ V. lathyroides<br />

Lathyrus palustris<br />

L. vermis<br />

Geranium molle<br />

*+ G. dissectum<br />

-f- G. columbinunt<br />

G. liiciduni<br />

Oxalis Acetosella<br />

Polygala vulgaris<br />

+ Mercuvialis perennis<br />

-f- Callitriche autumnalis<br />

Acer platanoides<br />

Helianthemum Chamaecistus<br />

+ Viola rupestris<br />

+ V. stagnina<br />

*+ Hippophaës rhamnoides<br />

Epilobium montanum<br />

+ Myriophyllum verticillatum<br />

M. spicatum<br />

Sanicula europaea<br />

+ Torilis Anthriscus<br />

Aegopodium podagraria<br />

+ Oenanthe aquatica<br />

+ Athamanta Libanoti&


'i8 A. Palmgren, Die Einwanderungswege der Flora iiacli den Alandsiuseln<br />

+ Selimim carvifolia<br />

Laserpitium latifolium<br />

+ Chimaphila umbellata<br />

Pyrola rotundifolia<br />

P. minor<br />

P. secunda<br />

P. uniflora<br />

+ Monotropa Hypopitys<br />

A ndromeda polifolia<br />

Primula farinosa<br />

-)- Androsace septentrionalis<br />

Samoliis Valerandi<br />

Geniiana uliginosa<br />

-i- G. * axillaris<br />

-}- Myosotis scorpioides<br />

-f Glechoma hederacea<br />

+ Calamintha Acinos<br />

Mentha litoralis<br />

+ Veronica Beccabunga<br />

+ Melampyrum nemorosuni<br />

Lathraea Squamaria<br />

Pinguiciila vulgaris<br />

Plantago media<br />

-{- Asperula odorata<br />

+ Galium trifidmn<br />

Linnaea borealis<br />

Lonicera Xylosteumi<br />

+ Adoxa Moschatellina<br />

Valerianella olitoria<br />

Campanula Trachelium<br />

+ C. latifolia<br />

+ Jasione montana '<br />

Eupatorium cannabinum<br />

Filago arvensis<br />

Inula salicina<br />

Carlina vulgaris<br />

A rctium nemorosum<br />

Cirsium palustre}<br />

+ Centaurea Scabiosa<br />

+ Lactuca muralis<br />

+ Crépis praemorsa<br />

+ Cr. paludosa<br />

Die folgenden scheinen in Estland spärlicher aufzutreten als auf Åland:<br />

Aspleniurn Trichomanes<br />

Equisetum hiemale<br />

Typha angustifolia<br />

Sparganium ramosum<br />

var. microcarpimil<br />

Car ex norvegica<br />

C. cae spit osa}<br />

C. extensa<br />

Allium Scorodoprasum}<br />

Coeloglossum viride<br />

Goodyera repens<br />

Malaxis paludosa}<br />

Polygonum vivipariim<br />

Stellaria paliistris}<br />

Spergula vernalis<br />

Ceratophyllum demersum<br />

Ranunculus Lingua}<br />

Drosera intermedia<br />

Sedum album}<br />

Parnassia palustris<br />

Crataegus curvisepala<br />

Alchemilla plicata}<br />

Prunus spinosa<br />

Trifolium fragiferum}<br />

Vicia silvatica}<br />

Geranium molle}<br />

G. lucidum<br />

Polygala vulgaris<br />

Selinum carvifolia}<br />

Pyrola minor}<br />

Samolus Valerandi}<br />

Galium trifidum<br />

Linnaea borealis}<br />

Adoxa Moschatellina}<br />

Valerianella olitoria}<br />

4. Arten mit östlicher Verbreitung.<br />

Die unten genannten Arten zeigen auf Åland eine mehr oder weniger<br />

ausgeprägt östliche (oder siidöstliche) Verbreitung, die wenigstens fiir die meisten<br />

am ehesten auf eine Einwanderung von Osten, aus Finnland, oder vcn<br />

Siidosten, aus dem Ostbaltikum, zu deuten sclieint;<br />

Sparganium glomeratum<br />

Carex brunnescens<br />

Lemna gibba<br />

Juncus balticus<br />

Salix *rosmarinifolia<br />

Humulus Lupulus<br />

Polygonum Hydropiper<br />

Suaeda maritima<br />

Lepidium latifolium<br />

Alliaria officinalis<br />

Crambe<br />

Geranium<br />

Callitriche<br />

Thymus<br />

maritima<br />

pratense<br />

polymorpha<br />

serpyllum


ACTA BOTANIC A FENNICA 2 53<br />

Diese Gmppe unifasst, wie man sieht, im Vergleich mit der vorhergehenden<br />

sehr wenig Arten. Da also eine Einwanderung von Osten her, wie weiter<br />

unten näher ausgefiihrt wird, am ehesten ein Ausnahmeverhältnis auf Åland<br />

darzustellen scheint, werden zwei von den oben genannten Arten {Alliaria officinalis<br />

und Cranibe maritima) hier etwas eingehender behandelt (S. 81—84).<br />

Wegen Carex hnmnescens, Juncus haïtiens, Salix *rosmarinifolia, Suaeda maritima,<br />

Lepidiîtm latifolinm, Ceranium pratense und Thymus serpylhmi sei auf<br />

des Verf. friihere Schriften von 1925 und 1927 (siehe S. 7 — 8) hingewiesen.<br />

Auf die iibrigen werde ich bei anderer Gelegenheit zuriickkommen.<br />

Von den aufgezählten Arten sind offenbar Suaeda maritima, Lepidium<br />

latifolium, Alliaria officinalis, Crambe maritima. Geranium pratense und am<br />

ehesten auch Thymus serpyllum aus Estland eingewandert, — Crambe maritima<br />

vielleicht iiber Korpo in der Regio Aboënsis,<br />

Crambe maritima ist auf eine Anzahl Lokalitäten im Stidosten, die meisten<br />

im östlichen Kökar, beschränkt. In Kökar liegt auch das vornehmlichste<br />

Vorkommnis fiir Suaeda maritima-, von hier erstrecken sich Aussenposten iiber<br />

Sottunga bis nach Vårdö sowie dem siidlichen Kumlinge und Brändö. —<br />

Thymtis serpyllum erinnert in bezug auf das Vorkommen an die vorhergehende<br />

Art; die meisten Fundorte kommen auf Kökar, wozu sich zwei im<br />

siidhchen KumHnge gesellen. Lepidium latifolium ist auf eine lyokalität im<br />

siidösthchen Föglö beschränkt. Alliaria officinalis kommt als urspriinglich an<br />

einzelnen Lokalitäten wenigstens in Kumlinge und Brändö, vielleicht auch<br />

in Föglö und Kökar vor.<br />

Aus Finnland sind höchst wahrscheinlich Carex brunnescens (1 Lokalität<br />

im nordöstlichen Brändö) und Juncus balticus (zwei Lokalitäten im nördhchsten<br />

Saltvik) eingewandert.<br />

Fiir Salix *rosmarinifolia scheint eine Einwanderung sowohl aus Finnland<br />

als aus dem Ostbaltikum möglich. Am ehesten durfte sie jedoch von<br />

Finnland her stattgefunden haben. Mit Sicherheit von 2 Lokalitäten in Brändö,<br />

1 in Sottunga, 1 in Jomala und 1 in Lemland bekannt.<br />

Fiir Humiihis Lupulus diirfte man sowohl mit Finnland als mit Estland<br />

als Ausgangsort rechnen können. Das wichtigste Vorkommen fällt auf Kum-<br />

X linge und Brändö.<br />

Fiir Lemna gibba (nur ein paar Schären im siidlichsten Kökar) scheint eine<br />

Einwanderung denkbar sowohl aus Estland, wo die Art in Reval, in Maholm,<br />

bei Dorpat und auf Ösel angetroffen ist (SPOHR 1926, S. 15), als aus Schweden;<br />

die nächsten Fundorte diirften in Uppland liegen, wo die Art u. a. in dem<br />

am nächsten Åland zugekehrten »Skärgårdsområdet» der Stockholmer Gegend<br />

vorkommt. — Die Fundorte auf Åland sind die einzigen in Finnland.<br />

Sparganium glomeratum ist äusserst selten in Estland. Das östliche Vorkommen<br />

auf Åland (Kökar: Karlbylandet) spricht daher vielleicht am


54 A. Palmgren, Die Einwaiideruiigswege der L'lora nach den Âlandsinseln<br />

ehesten fiir eine Einwandenmg aus Finnland. Doch besteht auch die Möglichkeit<br />

einer Einwanderung aus Schweden.<br />

Fiir Callitriche polymorpha muss man mit der Möglichkeit rechnen, dass<br />

der Art nicht in nötigem Grad nachgeforsclit ist. Der einzige Fundort (Lappo)<br />

in dem am weitesten im Osten gelegenen Kirchspiel Brändö scheint daher<br />

keinen Anhalt zu Spekulationen iiber die Einwanderung der Art zu liefern.<br />

Auch ftir Polygonum hydropiper ist die Verbreitung vielleicht nicht hinreichend<br />

bekannt.<br />

Wir haben also gefunden:<br />

1. Aus dem Ostbaltikum scheinen eingewandert zu sein:<br />

Suaeda maritima Alliaria officinalis Geranium pratense<br />

Lepidium latifolium Crambe maritima Thymus serpyllum .<br />

2. Aus Finnland:<br />

Carex brunnescens Juncus balticus Salix *rosmarinifolia<br />

3. Fiir Lemna gibba hat man zu rechnen mit einer Einwanderung aus dem<br />

Ostbaltikum oder Schweden; fiir Hmmdtis Lupnhis mit einer Einwanderung<br />

aus dem Ostbaltikum oder Finnland; fiir Sparganimn glomeratum mit einer<br />

Einwanderung aus Finnland oder Schweden.<br />

4. Fiir Polygonum hydropiper und Callitriche polymorpha liefert das bekannte<br />

Vorkonmien keine geniigende Grundlage zu Vermutungen.<br />

5. F^'iir die folgenden scheint eine Einwandenmg aus Schweden ausgeschlossen:<br />

Carex brunnescens Suaeda maritima Crambe maritima<br />

Juncus balticus Lepidium latifolium Geranium pratense<br />

Salix *rosmarinifolia Alliaria officinalis Thymus serpyllum<br />

6. Einwanderung aus dem Ostbaltikum ausgeschlossen:<br />

Sparganium glomeratum Carex brunnescens Juncus balticus<br />

«<br />

7. Einwanderung aus Finnland ausgeschlossen:<br />

Lemna gibba Alliaria officinalis Geranium pratense<br />

Suaeda maritima Crambe maritima (vgl. S. Thymus serpyllum?<br />

Lepidium latifolium 53.)<br />

5. Arten mit zwei Verbreitungsgebleten, einem westlichen und einem<br />

ostlichen oder<br />

sudöstlichen.<br />

Die unten genannten Arten zeigen eine Verteilung auf zwei voneinander isolierte<br />

Verbreitungsgebiete, ein westhches und einöstliches (oder siidöstliches).<br />

Fiir diese Arten erscheint es wahrscheinlich oder möglich, dass eine Einwan-


ACTA BOTANIC A FENNICA 2 55<br />

derung sowohl von Westen, aus Schweden, als von Osten (öder Siidosten),<br />

also aus Finnland oder Estland stattgefunden hat. Wo die östliclie Verbreitung<br />

allein oder vorzugsweise auf das im Sudosten gelegene Kökar fällt,<br />

diirfte man jedoch auch mit der Möglichkeit einer Einwanderung aus<br />

Schweden rechnen können, und zwar direkt aus Schweden, also unabhängig<br />

von der Einwanderung nach dem westlichen Verbreitungsgebiet.<br />

Aspleniiim Ruta muraria Cephalanthera longifolia Calystegia sepiuni<br />

Avena pratensis Polygonum dumetorum _ Ajuga pyramidalis<br />

Brachypodium pinnatum Cakile maritima Stachys silvatica<br />

Carex distans Draba incana Veronica spicata<br />

A Ilium ursimtm Crataegus monogyna Succisa pratensis<br />

Polygonatum multiflorum Polygala amarella Knautia arvensis<br />

Orchis mascula Viola idiginosa Artemisia campestris<br />

Gymnadenia conopsea Daphne Mezereum Cirsium heterophylhim<br />

Diese wahrscheinliche Einwanderung sowohl von Westen als von Osten<br />

ist so bemerkenswert, dass die einzelnen Arten etwas ausfiihrlicher behandelt<br />

werden zu miissen scheinen. Wegen Viola tdiginosa und Ajuga pyramidalis<br />

sei auf des Verf. friihere Beiträge »Eine neue Lokalität fur Viola uliginosa<br />

Bess.» (1925) und »Ajuga pyramidalis L. auf Åland» (1927) verwiesen.<br />

Unter dem Hinweis auf die Spezialbehandlung S. 84—125 sei hier folgendes<br />

Resûmee ihrer Schlussfolgerungen gegeben:<br />

Eine sehr bemerkenswerte und recht scharf umzeichnete Verbreitung<br />

bietet Gymnadenia conopsea. Die Art konimt iiber einen grossen Teil der<br />

Landschaft, teilweise nicht selten vor, weshalb man ohne ein genaues Detailstudium<br />

leicht die Auffassung erhalten könnte, dass das Vorkommen iiber<br />

die ganze Inselgruppe verteilt sei. Indessen zeigt die Verbreitungskarte, dass<br />

die Art in einem von SE nach NW gehenden Giirtel von 20—40 km Breite,<br />

der Föglö, Lumparland, das festländische Lemland, Sund und Saltvik umfasst,<br />

ganz und gar fehlt. Die Ostgren-ze des westlichen Vorkommens geht in<br />

gerader Linie von dem Dorfe Östergeta nach Lemland: Jersö. Die Westgrenze<br />

des östlichen Vorkommens hinwieder in einer Linie von Hanmö im<br />

nordwestlichsten Vårdö nach Kökar: Idö. Diese hemerkenswerte Liicke<br />

•.in dem Vorkommen scheint sich kaum anders zu er klär en als durch eine Einwanderung<br />

teils aus Schweden, teils von Osten {in diesem Fall Siidosten), aus<br />

Estland. Es ist zu beachten, dass die Art sowohl in dem westlichen als dem<br />

östlichen Verbreitungsgebiet ein recht ausgedehntes Vorkommen hat, welches<br />

die Lûcke in dem Vorkommen uni so bemerkenswerter macht.<br />

Gymnadenia conopsea erhält pjlanzengeographisch darum ein grosses Interesse,<br />

weil die Art zeigt wie eine offensichtliche Einwandertmg teils von Siidwesten<br />

und Westen teils von Siidosten sich in einem Fall gestaltet hat, wo die<br />

Verbreitung noch nicht so weit gediehen war, dass die heiden Einwanderungs-


'i8 A. Palmgren, Die Einwanderungswege der Flora iiacli den Alandsiuseln<br />

wege zusamniengetrojfen war en, was fiir manche Arten ganz sicher geschehen ist,<br />

und so die Zengnisse iiher die verschiedenen Einwandenmgswege ausgelöscht hat.<br />

Eine solche Entwicklung diirfte man audi fiir die in Rede stehende Art zu<br />

erwarten haben, uni so niehr als die Einwanderung jimgen Datttms zu sein<br />

scheint, da fast sämtliche Lokalitäten auf Inseln oder Landzungen in niedrigem<br />

Niveau liegen.<br />

An Gymnadenia conopsea schliessen sicli eine Anzahl andere Arten an, fiir<br />

die jedoch die Verteilung auf ein westliches und ein östliches Verbreitungsgebiet<br />

weniger augenscheinlich ist. Teils ist die im Norden und Siiden hingehende<br />

Iviicke in dem Vorkommen schmäler oder weniger scharf, teils ist das<br />

östliche Vorkommen so schwach (in einigen Fallen nur auf einzelne Lokalitäten<br />

in Kökar beschränkt), dass man vielleicht mit der Möglichkeit einer<br />

zufälligeren Verbreitung nach dort von den iibrigen åländischen Vorkommnissen<br />

her oder aus Sclivveden zu rechnen hat. Der Umstand, dass diese zuletzt<br />

gemeinten Vorkommnisse untereinander so bedeutende Ankniipfungspunkte<br />

zeigen und dass sie sich so stark an Gymnadenia anzuschliessen scheinen,<br />

diirfte jedoch gewichtige Grunde fiir die Annahme einer Einwanderimg<br />

sowolil von Westen als von Siidosten liefern.<br />

Am nächsten gesellen sich zu Gymnadenia conopsea die drei Arten Polygonatmn<br />

midtiflornm, Dr aba incana und Artemisia campestris. Die Liicke in<br />

der Verbreitung ist nur weniger scharf. (Wegen der sonstigen Verschiedenheiten<br />

sei auf die Spezialbehandlung hingewiesen.) Die beiden letztgenannten<br />

zeigen untereinander eine auffallende Ähnlichkeit im Vorkommen.<br />

An Polygonatum mnUiflortmi erinnert recht stark Crataegus monogyna, die<br />

jedoch viel seltener ist, besonders im östlichenTeildes Verbreitungsgebiets.<br />

Weiter sei Polygala amarella genannt. Die Zwischenzone ist fiir diese Ait<br />

noch schmäler, aber recht scharf.<br />

An die vorhergehenden Arten schliesst sich höchst wahrscheinlich ferner<br />

Avena pratensis an. Die bemerkenswerte Liicke in fast ganz Föglö (nur 1 Lokalität<br />

im nordöstlichen Teil des Kirchspiels) fällt scharf ins Auge. Das<br />

östliche Vorkommen erinnert stark an das von Polygala amarella. Besonders<br />

in dem westHchen Vorkommen zeigt die Art auch starke Beriihrungspunkte<br />

mit Polygonatum midtiflorum.<br />

An Polygonatiim multifloruni und Crataegus monogyna schliesst sich in<br />

bezug auf das westliche Vorkommen recht eng Carex distans an. Das östliche<br />

ist auf nur zwei nahe beieinander liegende Lokalitäten im nordöstlichen Kökar<br />

beschränkt.<br />

1) Ûber das Vorkommen der Art im Ostbaltikum ist mir nur bekannt, was<br />

S. 108 angegeben wird. Die ältere Literatur fasst die Crataegus-A.rtQ.n bekanntlich<br />

mefir kollektiv auf, als man gegenwärtig tut.


ACTA BOTANIC A FENNICA 2 57<br />

An die obeii genannten sclieinen sicli weiter Allium ursinum, Orchis mascula,<br />

Cephalanthera longijolia}) unci Snccisa pratensis anzuscliliessen. Fiir<br />

alle vierist jedoch das östliche Vorkommen auf nur eine bis zwei Lokalitäten<br />

in Kökar beschränkt. (Die drei zuerst genannten auf Idö, die erste dazu auf<br />

deni dicht dabeiliegenden Brändholm. Snccisa ist von zwei Lokalitäten im<br />

nördlichen festländischen Kökar bekannt.)<br />

Zu den im vorhergehenden Absatz erwähnten Arten gesellt sich Brachypodium<br />

pinnatum mit (im östl. Åland) einer Lokalität in Kökar (Idö) und<br />

dazu einer in Kumlinge, sowie Viola uliginosa mit einer Lokalität bei der<br />

Kirche von Hammarland im westlichen Åland sowie einer in Kökar.<br />

Ferner diirften, w^enn auch mit Bedenken, Stachys silvaiica, Veronica spicata<br />

und Knautia arvensis zu nennen sein. Das östliche Vorkommen ist fiir<br />

die erste auf je eine Lokahtät in Kökar und Föglö, fiir die zweite auf zwei in<br />

Kökar, fur die dritte auf je eine in Kökar und Sottunga beschränkt.<br />

Zuletzt — und ebenfalls mit Vorbehalt — seien erwähnt Calystegia sepium<br />

mit zwei Fundorten im Schärenarchipel von Lemland und je einem in Kökai<br />

und Sottunga, und Cakile maritima mit einem westlichen Fundoit (sudliches<br />

Eckerö) und zwei siidöstlichen (Sottunga und Kökar).<br />

Zu den oben behandelten Arten könnte vielleicht auch Carex glauca gestelit<br />

werden (S. 50 angefiihrt).<br />

In eine andere Kategorie als die vorhergehenden fallen die unten genannten,<br />

deren Vorkommen sich auch in ein westliches und ein östliches Verbreitungsgebiet<br />

spaltet, fiir welche aber das östliche Vorkommen ans Finnland,<br />

nicht aus Estland reknitiert zti sein scheint.<br />

Polygonum diimetonim. Das Hauptvorkonmien ist östlich, im Osten einer<br />

Linie Kalskär im nordösthchsten Schärenarchipel von S a 11 v i k—V å r d ö:<br />

Vargata — Kökar: Idö. Weiter kommt die Art im westhchen Schärenarchipel<br />

von Lemland vor. Der Umstand, dass die Art in Estland im Subdistrictus<br />

insularis fehlt (siehe S. 32), bewirkt, dass man fiir das östliche Vorkommen<br />

mit einer Einwanderung aus Finnland zu rechnen haben diirfte.<br />

Daphne Mezeretwi. Fiir diese Art sind 19 Fundorte im westhchen Scliärenarchipel<br />

von Lemland, in Eckerö und den westlichen Festlandskirchspielen<br />

Jomala, Hammarland und Finström notiert. Hierzu gesellt sich eine Lokalität<br />

im westhchsten Teil von Sund. Nach einer Liicke von 35 km Breite<br />

1) Nach den zugänglichen Angaben ist Cephalanthera longifolia in Estland<br />

(abgesehen von Ösel) so selten, dass man vielleicht die Wahrscheinlichkeit einer<br />

Einwanderung von dort in Zweifel zielien kann, Docli ist Estland bisher<br />

nicht in dem Grade durchforscht, dass man voraussetzen kann, dass das Vorkommen<br />

der Art dort ziir Geniige bekannt ist.


58 A. Palnigreti, Die Einwanderurigswege der Flora iiach den Ålandsinseln<br />

tritt die Art wieder in Kumlinge und Brändö, aber niclit in den siidöstlichen<br />

Kirclispielen Sottunga und Kökar auf.<br />

Ajuga Pyramidalis ist nur von zwei Fundorten im westliclien Åland sowie<br />

cinem in Sottunga bekannt. Am wahrscheinlichsten ist wohl das letzte dieser<br />

Vorkommnisse aus Finnland rekrutiert (die Art ist in Estland nur von der<br />

Siidspitze von Ösel angegeben), wenn auch eine Einwanderung nach hier aus<br />

Schweden oder von den westlichen åländischen F'undorten möglich erscheinen<br />

kann, Nach Finnland ist die Art zweifelsohhe aus Schweden gekommen.<br />

Cirsitini heterophyllum ist in den westlichen Kirchspielen der Hauptinsel<br />

Aland recht verbreitet, woran sich ein Vorkcmmen in Eckerö und in den<br />

zunächst liegenden Teilen des westlichen Schärenarchipels von I,eniland<br />

anschliesst. Hierzu kommt ein einzelner Fundort im nordöstlichen Saltvik.<br />

Dann folgt eine breite Lucke im Vorkommen bis zuni östlichsten Brändö dicht<br />

bei der Grenze der Regio Aboënsis.<br />

Ferner ist A&plenium Riita muraria zu nennen. Die Art ist von einer Lokalität<br />

ganz draussen im westhchen Aland (Inselgruppe der Signilskär) und von<br />

einer in der nordöstlichsten Ecke der Landschaft bekannt. Im Hinblick auf<br />

die grossen Verbreitungsmöglichkeiten der Farnkräuter diirfte es am vorsichtigsten<br />

sein, wegen des östlichen Vorkommens nur auf die Angaben S. 85<br />

liber die nächsten Vorkommnisse der Art hinzuweisen. Das westliche Vor-<br />

• kommnis ist offenbar westlicher Herkunft,<br />

Wir haben also gefunden:<br />

1. Fiir sämtliche S. 55 aufgezählten Arten, bis auf Cakile maritima und<br />

Calystegia sepitim, hat man ohne Zweifel mit einer Einwanderung zum grösseren<br />

oder geringeren Teil von Westen, aus Schweden, zu rechnen. Auch fiir<br />

die genannten Cakile und Calystegia scheint es höchst wahrscheinlich, dass die<br />

Einwanderung zum Teil von dort her stattgefunden hat; die Vorkommnisse<br />

sind indessen an Zahl zu gering und zu zerstreut, um eine bestimmte Auffassung<br />

zu ermöglichen.<br />

2. F'olgende Arten sind höchst wahrscheinlich auch aus dem Ostbaltikuni<br />

eingewandert:<br />

Polygonatum multiflorum Draba ijicana Viola uliginosa<br />

Gymnadenia conopsea Polygala amarella Artemisia campestris<br />

3. Ferner ist eine Einwanderung aus dem Ostbaltikum wahrscheinlich<br />

oder möglich (die mit einem Fragezeichen versehenen) fiir folgende:<br />

Avena pratensis Cephalanthera longifolia Veronica spicatal<br />

Brachypodiiim pinnaittni Cakile maritima} Succisa pratensis<br />

Carex distans Crataegus monogyna Knautia arvensisl<br />

Allium ursinum Calystegia sepiuml<br />

Orchis mascula Stachys silvatica}


ACTA BOTANIC A FENNICA 2 59<br />

4, Aus Finnland scheinen die folgenden zura Teil eingewandert zu sein:<br />

Polygonum dumetorum Ajuga pyramidalis} Cirsium heterophyllum<br />

Daphne Mezereum<br />

5. Fiir die folgenden sclieint eine Einwanderung aus dem Ostbaltikum<br />

ausgeschlossen:<br />

Polygonum<br />

Daphne<br />

dumetorum<br />

Mezereum<br />

Ajuga<br />

pyramidalis<br />

Cirsium<br />

heterophyllum<br />

6. Einwanderung aus Finnland ausgeschlossen:<br />

A vena pratensis Gymnadenia conopsea?<br />

Brachypodium pinnatum Cephalanthera longifolia<br />

Carex distans Draba incana<br />

Allium tirsinum Crataegus monogyna<br />

Polygonatum multiflorum Polygala amarella<br />

Orchis mascula<br />

Viola uliginosa<br />

Calystegia sepium<br />

Stachys silvatica}<br />

Veronica spicata<br />

Artemisia campestris<br />

6. Arten mit in eincr odcr der anderen Hinsicht eigenartiger Verbreitung.<br />

Die unten genannten Arten zeigen auf Åland in einer oder der anderen<br />

Hinsicht eine eigenartige Verbreitung, Wenn auch einige von ihnen in bezug<br />

auf das Vorkommen gewisse auffallende Ubereinstimmungen aufweisen, können<br />

sie doch im grossen ganzen nicht auf natiirliche Gruppen verteilt werden.<br />

Sie scheinen also je fiir sich einer besonderen Behandlung zu bediirfen. Diese<br />

wird fiir die meisten S. 126—187 gegeben, Wegen Pyrola media verweise ich<br />

auf meine Mitteilung »Pyrola media Sw. auf Åland», 1927. Die folgenden<br />

werden kiinftighin Gegenstand besonderer Behandlung werden: Cryptogramma<br />

crispa, Equisetum variegatum, E. scirpoides, Calamagrostis neglecta, Cochlearia<br />

danica, Erysimum hieraciifolitim, Saxijraga tridaciylites, Trifolium monianum,<br />

Lathy rus silvestris, Galium Aparine, Campanula glomerata.<br />

Cryptogramma crispa<br />

Equisetum variegatum<br />

E. scirpoides<br />

Selaginella ciliata<br />

Alopecurus ventricosus<br />

Calamagrostis neglecta<br />

Arrhenatheriim elatius<br />

Scirpus rufus<br />

Sc. compressus<br />

Carex glareosa<br />

C. jlava<br />

C. Hornschuchiana<br />

A triplex hastatum<br />

Salicornia europaea<br />

Honkenya peploides<br />

Scleranthus annuus<br />

Silene v eno sa<br />

Melandrimn viscosum<br />

Ranunculus cassubicus<br />

R. Ficaria<br />

Cochlearia danica<br />

Isatis tinctoria<br />

Barbarea stricta<br />

Erysimum hieraciifolium<br />

Sedum annuum<br />

Saxifraga tridactylites<br />

Trifolium montanum<br />

Lathyrus silvestris<br />

Lathyrus montanus<br />

Hypericum hirsutum<br />

Viola mirabilis<br />

Pyrola media<br />

Gentiana *suecica<br />

Scutellaria hastifolia<br />

Melampyrum cristatum<br />

Odontites simplex<br />

Galium Aparine<br />

Campanula glomerata<br />

Solidago virgaurea<br />

Artemisia vulgaris var,<br />

coarctata<br />

Hypochaeris<br />

maculata


60 A. Palmgren, Die Einwaiideruiigswege der L'lora nach den Âlandsinseln<br />

Aus der Spezialbehandlimg S. 126—187 geht in der Hauptsache folgendes<br />

hervor:<br />

Unter den oben anfgezählten Arten gibt es eine Gruppe von Uferpflanzen,<br />

bei denen es mehr oder weniger aiiffällig ist, dass ihre wesenilichste Verhfeitung<br />

auf den siidöstlichen Schärenarchipel sowie grössere oder kleinere Telle der nächstgelegenen<br />

Ahschnitte der Landschaft fällt. Eine Lichtung macht sich dann in<br />

höherem oder geringerem Grade nach Nordwesten, nach Norden und Nordosten<br />

hin geltend. Es ist niir vorgekonimen, als ob diese sehr eigenartige Verbreitung<br />

haiiptsächlich auf eine Einwanderimg am Estland deuten miisse.<br />

Hierbei ist jedoch zu beachten, dass ein relativ spärliches Auftreten im nordwestlichen<br />

Schärenarchipel aiich manche Arten auszeichnet, fiir die man kaum<br />

mit einer Einwanderung von Siidosten, sondern von Siidwesten, aus Schweden,<br />

zu rechnen haben diirfte, dies ii. a. in Anbetracht des totalen Fehlens oder<br />

spärHchen Vorkonimens in Kökar. Eine solche Abnahme in der Frequenz im<br />

nordwestlichen Schärenarchipel scheint in diesem Fall mit der weniger giinstigen<br />

Exposition dieses Archipels in bezug auf die Bewachsung in Zusammen •<br />

hang zu bringen zu sein (siehe PALMGREN, 1925, S. 63, 108—110).<br />

Als typischer Exponent fiir Arten mit siidöstlicher Einwanderung sei vor<br />

allem genannt Snaeda maritima (schon S. 53 unter den Arten mit östlicher<br />

Verbreitung behandelt) mit Vorkommen besonders in Kökar und mit abnehmender<br />

Frequenz inSottunga, Vårdö, Kumlinge und Brandö. Dienächste<br />

Verbreitung der Art ausserhalb Ålands ist derart, dass man nur mit einer<br />

Einwanderung aus Estland zu rechnen haben diirfte. Sie scheint mithin einen<br />

guten Ausgangspunkt bei der Priifung anderer wahrscheinlicher Einwanderungen<br />

von Siidosten zu bieten. —An Snaeda schliesst sich eng Crambe maritima<br />

(ebenfalls schon S. 53 behandelt) an, die jedoch seltener ist, mit einer<br />

Anzahl Lokalitäten in Kökar und einer einzelnen im siidöstlichen Föglö und<br />

in Sottunga. Auch fiir Cramhe scheint, und zwar aus denselben Griinden wie<br />

fiir Snaeda, eine Einwanderung aus Estland (vielleicht iiber Korpo in der<br />

Regio Aboënsis) unstreitig.<br />

Zu den oben genannten zwei Arten gesellen sich folgende, fiir die sich das<br />

Vorkommen von der siidöstlichen Ecke der Landschaft (Kökar, Föglö, Sottunga)<br />

mehr oder weniger weit nach NW, N und NO erstreckt hat: Alopeciirns<br />

ventricosus, A triplex hastatnm, Salicornia eiiropaea, Silene venosa, Isatis tinetoria,<br />

Scutellaria hastifolia und Artemisia vulgaris. — Sehr lehrreich ist namentlich<br />

Alopecnrus ventricosus. Es ist bemerkenswert, wie diese im siidHchen und<br />

siidöstlichen und noch im siidwestlichen Schärenarchipel (Lemland) so häufige<br />

Art mit einemmal an der Siidkiiste von Jomala fast verschwindet und in<br />

dem sonst so artenreichen und iippigen und an geeigneten Ståndorten reichen<br />

nordwestlichen Schärenarchipel selten bleibt. Wie im Nordwesten nimmt<br />

die Frequenz gegen Norden und auch — obgleich weniger stark — gegen


ACTA BOTANIC A FENNICA 2 61<br />

Nordosten bedeutend ab. Die Art biidet ein lehrreiches Beispiel fiir die<br />

Bedeutung genatier Lokalangaben. Als icli zuerst meine Verbreitungskarten<br />

entwarf, war ich geneigt zii glauben, dass die Liicken im NW und N au f Versehen<br />

beriihten. Ein soldies fast vollständiges Verschwinden einer Ait mit<br />

der hohen Frequenz in den siidlichen Teilen von Åland, wie sie aufweist,<br />

schien kaum denkbar. Emeute Untersudmngen haben gezeigt, dass kein<br />

Versehen vorgelegen hat.<br />

Es sei zur Stûtze des Gedankens an eine gleichartige Einwanderungsgeschichte<br />

nocli erwälint, dass sämtliche oben erwähnten Arten in ihrer ganzen<br />

Verbreitung eine auffällige und sonst scliwer erklärliche tibereinstimniung an<br />

den Tag legen. — Fiir keine von ihnen kann die Ausbreitung als abgeschlossen<br />

angesehen werden. Ganz sicher haben sie sämtlich Vorausseizungen, tmier den<br />

jetzt herrschenden Verhältnissen eine gleichförmige VerbreiUing iiber den ganzen<br />

åländischen Schärenarchipel zti gewinnen und dadurch in dieselbe Kategorie wie<br />

die meisten Uferpflanzen zn komanen.<br />

Sclieint also eine Einwanderung aus Estland fur die oben genannten Arten<br />

höchst wahrscheinlich^), so dûrfte man andererseits fiir keine von ilinen die<br />

Möglidikeit — vielleidit nidit einmal die Wahrsdieinlidikeit — einer Einwanderung<br />

lescfiders nach den siidwestlichen und westlichen Teilen auch aus<br />

Schweden ausser Redinung stellen können. Dies gilt besonders von<br />

hastatum, die auf der ganzen Strecke von Eckerö bis Kökar eine redit gleichmässige<br />

Frequenz zeigt, sowie von Scutellaria hastifolia, die ihren liödisten<br />

Frequenzgrad im westlidien Sdiärenardiipel von Lemland zu erreidien und<br />

im grossen ganzen im siidlichen Föglö zu fehlen scheint.<br />

Fiir die oben genannten Arten scheint die hauptsächliche Einwanderung<br />

am ehesten von Siidosten, aus Estland, erfolgt zu sein. Unten werden eine<br />

Anzahl Uferpflanzen erwähnt, deren hauptsächliche Verbreitung auf den siidwestlichen<br />

und siidlichen Schärenarchipel (westlicher Schärenarchipel von<br />

Lemland mit nahegelegenen Teilen von Jomala und Föglö) fällt. Von hier<br />

ninimt die Frequenz in höherem oder geringerem Grad gegen NW, N, NO und<br />

SO ab. — Das spärlichere Vorkomnien oder vollständige Fehlen in Kökar<br />

scheint gegen eine Einwanderung von Siidosten zu sprechen, so dass diese<br />

anscheinend von SW her stattgefunden hat. Der bemerkenswerte Niedergang<br />

der Frequenz im NW Schärenarchipel scheint unter diesen Umständen<br />

der weniger giinstigen Exposition fiir die Bewachsung zugeschrieben weiden<br />

1) Es ist zu benierken, dass die Literatur ûber Estland ini allgemeinen keineu<br />

Unterschied zwischen der Raderat- und Strandform von Silene venosa maclit und<br />

audi keine Angabe iiber Artemisia vulgaris als spontane Meeresuferpflanze<br />

mitteilt. Es 1st daher nicht möglich, sich eine sichere Auffassung iiber die Voraussetzungen<br />

dieser Arten zu einer Ausbreitung von Estland nach Aland zu<br />

bilden.


62 ^. Palmgren, Die Einwanderungswege der Flora nacli deii Alaiidsiiiseln<br />

zu miissen. Die betreffenden Arten sind Scirpus ruftts, Cochlearia danica,<br />

Barbarea strida'^), Odontites simplex. — In bezug aiif die letztgenannte Art<br />

sei hervorgehoben, dass ilire Frequenz in der Richtimg Föglö—Sottiinga—<br />

Kumlinge—Brändö unverändert zu sein scheint.<br />

An die zuletzt genannten diirfte sich Car ex glareosa anschliessen. Die<br />

Frequenz scheint im siidliclien Jomala, im westlichen Schärenarchipel von<br />

Lemland, Föglö, Vårdö, Kumlinge und Brändö dieselbe zu sein. Dieser Umstand<br />

im Verein mit der Tatsache, dass die Art in Uppland nur ein spärliches<br />

Vorkommen zu haben scheint, bewirkt, dass man sich wohl fragen kann, ob<br />

die Verbreitung vielleicht wesentlich von Nordosten, von Finnland her, stattgefunden<br />

hat, wo die Art sowohl am Bottnischen als am Finnischen Meerbusen<br />

weit verbreitet ist. Da die Art leicht der Aufmerksamkeit entgeht,<br />

muss man jedoch auch mit der Möglichkeit rechnen, dass sie in Kökar vorhanden<br />

und vielleicht aus Estland herûbergekommen ist. Auch scheint die<br />

Möglichkeit nicht ausgeschlossen, dass die Art aus dem Schärenarchipel von<br />

Uppland eingewandert ist, wo sie vielleicht häufiger ist, als man sich gedacht<br />

hat.<br />

An Scirpus rufîis u. a. schliesst sich in gewissem Grade Erysimum hieraciifolium<br />

an, die indessen insofem bemerkenswert ist, als ihr Vorkommen reichlich,<br />

imd zwar, wie sich zeigt, am reichlichsten ini nordwestlichen Schärenarchipel<br />

ist (hierin erinnert die Art an Selaginella ciliata, Car ex distans, Coioneasier<br />

integerrima, Sorhus suecica, Calaminiha Acinos und andere). Zu beachten itt<br />

auch, dass die Frequenz schon in Föglö abnimmt, während sie andererseits im<br />

nördlichen Schärenarchipel von Vårdö und in dem ganz im Nordosten gelegenen<br />

Brandö recht bedeutend und im letztgenannten Kirchspiel höher als<br />

in Kumlinge zu sein scheint. Die Einwanderung ist of f enbär von Westfu cdtr<br />

Nordwesten (nicht von Sudwesten) her erfolgt. Dies wiirde auch das veihältnismässig<br />

reichliche Vorkommen im nördlichen Schärenarchipel von Våidö<br />

und in Brändö erklären; diese Vorkonmmisse wurden sichtlich mit dem im<br />

nordwestlichen Schärenarchipel in Zusammenhang stehen.<br />

Selaginella ciliata tritt wie die vorhergehende am reichlichsten im nordwestlichen<br />

Åland, vor allem in dessen Schärenarchipel auf. Von hier nimmt<br />

die Frequenz gegen Siiden hin ab. Die sudlichsten Lokalitäten liegen im<br />

siidlichen Jomala, wozu noch ein paar isolierte Vorkommnisse in Föglö kommen.<br />

V^on diesen lezteren abgesehen, geht die Ostgrenze von der Kirche von<br />

Geta nach Styrsö gerade sudlich von Mariehamn. Die Einwanderung ist<br />

offenbar von NW, von den nördlichen Teilen Upplands erfolgt, wo die Art<br />

eine ausgedehnte Verbreitung hat.<br />

1) Fiir Cochlearia und Barbarea ist das Vorkommen in Kökar noch näher zii<br />

untersuchen.


ACTA BOTANIC A FENNICA 2 63<br />

Ein sehr eigenartiges Vorkomnien zeigt Carex Hornschuchiana. Dasselbe<br />

ist recht reiclilich, aber ini grossen ganzen aiif Eckerö und den Westen der<br />

Hauptinsel Åland beschränkt. Die Einwanderung ist ohne Zweifel von Scliweden<br />

her erfolgt. Nur fiir ein isoliertes Vorkommnis in Sottunga könnte vielleicht<br />

audi eine Rekrutieiimg aus Estland denkbar sein. Am ehesten<br />

steht jedoch audi dieses Vorkommnis mit dem ûbrigen åländischen Vorkommen<br />

in Verbindung.<br />

An Alopecurus und die ûbrigen S. 60 genannten Uferarten sdiliesst sich<br />

Arrhenatherum elaiius an, die im allgemeinen besonders in Ufergebiisdien oder<br />

in der Nähe des Ufers zu finden ist. Die Ausbreitung ist jedodi weiter vorgesdiritten,<br />

so dass die Ungleidimässigkeit der Frequenz weniger auffällig ist.<br />

Es ist jedodi bemerkenswert, dass das Vorkommen im nordwestlidien<br />

Schärenardiipel (wie audi in Brandö ganz im Nordosten) trotz giinstiger<br />

Standortsverhältnisse auffällig spärlidi ist. Hödist wahrsdieinlich ist die<br />

Einwanderung liauptsädilidi von Estland, dazu aber in höherem oder geringerem<br />

Grad audi von Sdiweden her erfolgt.<br />

Eine bemerkenswerte Ähnlichkeit mit Arrhenatherum elatius zeigen Scle'yanthiis<br />

annims und Sedum anmmm, indem audi ihr Vorkommen im nordwestlidien<br />

Schärenardiipel bemerkenswert spärlidi ist. Es fällt hierzu ins<br />

Auge, dass das Vorkommen in den mittleren und östlichen Teilen der Hauptinsel<br />

Åland beträclitlich häufiger ist als in den westlichen'Teilen und auf<br />

Eckerö. Fiir Sclerantkus nimmt die Frequenz auch stark gegen Nordosten<br />

in Kumlinge und Brändö ab; Sedum amnium ist dort uberhaupt nicht angetroffen.<br />

Fiir Sedum annuum ist die Frequenz in Kökar am eliesten geringer<br />

als in Föglö. Da die Art in Estland fehlt, scheint man nur mit einer Einwanderung<br />

von Sudwesten zu rechnen zu haben. Fiir Scleranthus annuus<br />

hinwieder, die in Kökar weit verbreitet ist, liegt augenscheinlich audi die<br />

Möglichkeit einer Einwanderung aus Estland vor. Doch scheint die staik<br />

abnehniende Frequenz in Kumlinge nahezulegen, dass die wesentliche Einwanderung<br />

von Sudwesten her stattgefunden hat. Dass sie dabei die östhchen<br />

Teile der Hauptinsel Åland so stark und die westlichsten sowie den nordwestHchen<br />

Schärenarchipel so wenig betroffen hat, ist bemeikensweil.<br />

An die vorstehend besprochenen zwei Arten erinnert in bezug auf die Verbreitung<br />

Galium Aparine. Auch fiir diese ist eine bemerkenswert abnehmende<br />

Frequenz im nordwestlichen Schärenarchipel deutlich wahrzunehmen. Da<br />

die Frequenz in Sottunga und Kökar erheblich schwächer als in Föglö zu<br />

sein scheint, wird man wohl doch mit einer Einwanderung aus Sdiweden zu<br />

rechnen haben,<br />

Sehr bemerkenswert ist auch Calamagrostis neglecia, indem die Art, die<br />

sonst in allén Kirchspielen häufig vorkommt, von nur einer Lokalität in<br />

Kökar aufgezeichnet ist. Eine Einwanderung aus Schweden scheint am wahr-


64 A. Palmgren, Die Einwaiideruiigswege der L'lora nach den Âlandsinseln<br />

scheinlichsten. Doch ist es aiich denkbar, dass sie zum grösseren oder klei<br />

neren Teil von Finnland her stattgefunden hat,<br />

Melandrium viscosum tritt am reichlichsten im Siidosten, in Föglö und<br />

Kökar auf. Dazu kommen einzelne oder wenige Fundorte in den östlichen<br />

Kirchspielen Sottunga, Vårdö, Kumlinge und Brändö wie auch im westlichen<br />

Åland, im Schärenarchipel von Lemland, an der Westseite des Lumparn sowie<br />

in Eckerö. In Estland ist die Art nur von der kleinen Insel Höften in der<br />

Kundabucht östlich von Reval bekannt, während sie im nördlichen Teil<br />

des FinnJschen Meerbusens ein recht ausgedehntes Vorkommen hat. Eine<br />

Einwanderung aus Estland ist mithin ausgeschlossen, so dass man zunächst<br />

mit einer Einwanderimg aus Finnland rechnen zu miissen scheint. (Hierher<br />

ist sie jedoch offenbar aus Schweden gekommen.) Nach den westlichen<br />

Teilen von Åland ist ganz gewiss eine Einwanderung aus Uppland möglich,<br />

vielleicht wahrscheinlich. Ich will jedoch auf das hinw-eisen, was S. 154 ûber<br />

das Vorkommen der Art in Uppland ausgefiihrt wird.<br />

Unter den Meeresuferpflanzen ist noch zu beachten Honkenya peploides<br />

mit einzelnen Fundorten in Kökar, Föglö, Lemland, Eckerö und dem nördlichen<br />

Saltvik. Die Anzahl der fiir diese Art geeigneten Standorte ist auf Åland<br />

nicht gross. Mehrere von diesen scheinen auch bereits besetzt^u sein. Ûber<br />

die Einwanderung scheint es im Hinblick auf das Gesagte schwierig, sich<br />

eine Vorstellung zu bilden. Am ehesten ist sie wohl von Estland, vielleicht<br />

zum Teil auch von Uppland her erfolgt.<br />

Fiir Scirptis compressus ist das Vorkommen fast allein auf die Hauptinsel<br />

Åland und das festländische Eckerö verlegt, was um so bemerkenswerter<br />

ist, da die Art in Uppland auch im Schärenarchipel verbreitet ist. Auf den<br />

Schärenarchipel kommt innerhalb Ålands nur eine Lokalität im nördlichen<br />

Saltvik und bemerkenswerterweise eine auf Kökar: Idö. Nach der<br />

Hauptinsel Åland ist die Art zweifelsohne aus Schweden gekommen. Ob<br />

dies auch fur das Vorkommen in Kökar gilt oder ob sich dieses aus Estland<br />

oder dem iibrigen Åland rekrutiert hat, diirfte schwer auszumachen sein.<br />

Es ist jedoch bemerkenswert, dass dieses einzige isolieite Vorkommen gerade<br />

auf Kökar fällt, das sich schon im Vorhergehenden (S. 57) als besonders reich<br />

an solchen Vorkommnissen erwiesen hat.<br />

. Eine sehr bemerkenswerte Verbreitung zeigen Trijolium moniamim, Laihyrus<br />

silvesins, L. montanus und Campanula glomerata. Der Kern derselben<br />

fällt fur sie alle auf die zentral oder etwas östlich gelegenen Teile der Hauptinsel<br />

Åland (das westliche Saltvik und Sund); von hier hat sich wohl am ehesten<br />

ein Teil der periphereren Vorkommnisse rekrutiert. Alleni Anschein nach<br />

ist eine friihe Einwanderung vorauszusetzen. Woher dieselbe erfolgt ist,<br />

scheint schwer mit Sicherheit zu entscheiden. Sowohl Uppland als Estland<br />

(dieses jedoch nicht fiir Lathynis montanus) wie auch Finnland (doch nicht fur


ACTA BOTANIC A FENNICA 2 65<br />

Trijolium montanum) sind als Ausgangspunkte denkbar. Es verdient hierbei<br />

vielleicht Beachtimg, dass sowohl Trifolium montanum als Campanula glomerata<br />

ini Schärenarchipel je zwei isolierte Vorkomninisse ini östliclien Föglö<br />

aiifweisen. Vielleicht kann dies als eine Stiitze fiir die Mögliclikeit einer Einwandenmg<br />

aiis Estland gedeiitet werden. Lathyrus montamis ist in Estland<br />

äiisserst selten, weshalb man fiir diese Art niir mit einer Einwanderung aus<br />

Uppland oder Finnland zu reclmen liaben dtirfte.<br />

Sehr nahe Beriihrungspunkte mit den obigen vier Arten zeigen folgende<br />

drei, die jedoch in Moment 3, S. 50—51, und (die letztgenannte) in Moment<br />

2, S. 47, angefiihrt worden sind: Fragaria viridis, AnihylUs Vulneraria und<br />

Lathyrus niger. Die beiden ersteren erinnern besonders stark an Trijolium<br />

montanum. Es ist benierkenswert, dass die beiden letztgenannten je zwei<br />

Wuchsplätze im östlichen Föglö ganz \vie Trijolium montanum und Campanula<br />

glomerata aufweisen {Lathyrus niger ist ausserdem aus Sottunga (Hauptinsel)<br />

aufgezeichnet). Fragaria viridis und Anthyllis Vulneraria sind ohne<br />

Zweifel westlichen Ursprungs. Fiir Lathyrus niger ist audi eine Einwanderung<br />

aus Estland denkbar,<br />

Saxijraga tridactylites zeigt eine Verbreitung, welclie bewirkt, dass man die<br />

Art vielleicht mit grösserem Redit zu der vorhergehenden Gruppe (5) hätte<br />

stellen können. Eine Einwanderung sow^ohl aus Schweden wie aus Estland<br />

scheint also wahrscheinlich. Insbesondere fällt das fast totale Fehlen in Föglö<br />

(nur eine Lokalität nahe der Grenze gegen Sottunga und Kökar) ins Auge.<br />

Audi Viola mirabilis hätte vielleicht mit Fug in der vorhergehenden Gruppe<br />

(5) untergebracht werden können. Das östliche Vorkonimen ist indessen auf<br />

nur eine Lokalität in Kökar beschränkt, weshalb vielleicht ebenso gut eine<br />

zufällige Verbreitung von einer der iibrigen åländischen Lokalitäten oder aus<br />

Schweden vorausgesetzt werden könnte. Im iibrigen sei benierkt, dass<br />

die Verbreitung der Art (von 2 Lok. in Eckerö abgesehen) nur einen recht<br />

schmalen Giirtel von bloss 10 km Breite vom westhchen Schärenarchipel von<br />

Lemland gerade nordwärts durch die ganze Hauptinsel Aland umfasst.<br />

Eine sehr eigentiimliche Verbreitung zeigt Gentiana *su€cica. Die Ait<br />

ist recht häufig auf der ganzen Hauptinsel Åland und im festländischen Eckerö,<br />

wo sie ohne Zweifel aus Schweden eingewandert ist, zeigt aber im iibrigen ein<br />

häufigeres Vorkonimen nur in Kökar. Dieses letztere ist sehr bemerkenswert,<br />

da insgesamt nur 4 Lokalitäten in Lemland, Föglö und Sottunga notiert<br />

sind. Das Vorkonimen in Kökar könnte leicht als aus Estland rekrutiert<br />

gedeutet werden. Die Art fehlt jedoch dort, weshalb offenbar eine Einwanderung<br />

nach Kökar direkt aus Schweden oder dem iibrigen Åland mit fast vollständigem<br />

Uberspringen von Föglö stattgefundén hat. — Dieses Vorkommen<br />

warnt wie manche anderen vor iibereilten Schlussfolgerungen auf Grund der<br />

blossen Verteilung auf Åland.


66 A. Palmgren, Die Einwanderungswege der Flora iiach den Alandsiiiselii<br />

Eine in niancher Hinsiclit eigentiiniliche Verbreitung weisen Carex flava,<br />

Ranunculus cassuhicus, R. Ficaria, Melampyrum cristatum, Solidago virgaurea<br />

iind Hypochaeris maculata auf. — Indem ich wegen der Einzelheiten des Vorkomniens<br />

auf die Spezialbehandlung verweise, will ich in bezug auf die wahrscheinliche<br />

Einvvanderungsrichtung nur folgendes bemerken:<br />

Bei Ranunculus cassubtcus spricht die Verbreitung auf Åland zunäclist<br />

fur eine Einwanderung aus Uppland. Zielit man nur das Vorkonimen ausserhalb<br />

Ålands inBetracht, so läge es am nächsten, mit einer Einwanderimg aus<br />

Estland zu rechnen. — Aus Schweden sind offenbar Carex flava, Ranunculus<br />

Ficaria, Solidago virgaurea und Hypochaeris maculata wenigstens zimi liauptsächliclien<br />

Teil gekommen. Benierkenswert und rätselliaften Ursprungs sind<br />

fur sie aile einige isolierte östliche Vorkommnisse. Solidago virgaurea und<br />

Hypochaeris maculata zeigen in ilirer Verbreitung eine bemerkenswerte Ubiereinstimniung.<br />

Fiir beide ist das Vorkommen, von einigen wenigen Schärenlokalitäten<br />

abgesehen, auf die Hauptinsel Åland und Eckerö konzentriert.<br />

Melampyrum cristatum ist jedenfalls zum Teil aus Schweden eingewandert;<br />

vielleicht hat man dabei mit einer besonderen Einwanderung nach dem sudlichen<br />

Teil der Landschaft und deren nördlichem Abschnitt zu rechnen. Das<br />

vollständige Fehlen im westlichen und grösseren Teil von Föglö gibt vielleicht<br />

Anlass, fiir das ausgedehnte östliche Vorkommen mit einer Einwanderung aus<br />

Estland zu rechnen.<br />

Fiir Hypericum hirsutiim liegen die Lokalitäten in einer recht zusammenhängenden<br />

Reihe von Lemland bis nach Kökar, Eine Einwanderung scheint<br />

mithin sowohl aus Uppland als aus Estland denkbar. Bemerkenswert ist<br />

die verhältnismässig hohe Frequenz in Korpo (Regio Aboensis), die vielleicht<br />

den Schwerpunkt im Auftreten der Art in Finnland gerade in dieses Kirchspiel<br />

verlegt.<br />

Equisetum variegatum ist nur an einer Lokalität im westlichsten Eckerö<br />

(Storby) angetroffen. Equisetum scirpoides hinwieder an verschiedenen Stellen<br />

in Eckerö Storby und dazu im Sonuiier 1926 von meinem Sohn stud, phil.<br />

PONTUS PALMGREN- an mehreren Stellen auf der Hauptinsel Åland, Fiir<br />

beide Arten liegen die nächsten Fundorte in Uppland. Die åländischen Fundplätze<br />

liegen auch so, dass eine Einwanderung von dort als die wahrscheinlichste<br />

angesehen werden muss.<br />

Fiir Cryptogramma crispa diirften die nächsten Fundplätze in Dalarna,<br />

Jämtland und Härjedalen in Schweden liegen.<br />

Fiir Pyrola media kenne ich nur zwei sichere Lokalitäten, die eine in Kökar<br />

und die andere in Jomala. Bemerkenswert ist, dass der Ståndort in beiden<br />

Fallen Moorboden ist. Woher sich diese Vorkommnisse rekrutiert habtn,<br />

diirfte schwer zu entscheiden sein.<br />

Wir haben folgendes gefunden:<br />


ACTA BOTANIC A FENNICA 2<br />

218<br />

1. Ans Scliwedeii sclieinen zuni grösseren oder kleinereii Teil eiiigewandert<br />

zu sein:<br />

liqnisetum variegaium<br />

E. scirpoides<br />

Selaginella ciliata<br />

Arrhenatheriirn elatius<br />

Scirpus ritfzts<br />

Sc. compressus<br />

Car ex f lav a<br />

C. Hornschiichiana<br />

A triplex hastatum<br />

Scleranthus annims<br />

Silene venosa<br />

Ranunculus Ficaria<br />

Cochlearia danica<br />

Isatis tinctoria}<br />

Barbarea stricta<br />

Erysimum hieraciijolium<br />

Sedum annuum<br />

Saxifraga tridactylites<br />

Lathyrus montaniis<br />

Hypericum hirsutum<br />

Viola mirabilis<br />

Gentiana *succica<br />

Scutellaria hastifolia<br />

Melampyrum crisiaium<br />

Odontites simplex<br />

Galium Aparine<br />

Solidago virgaiirea<br />

Hypochaeris maculata<br />

(2.) und vielleicht audi:<br />

Cryptogranima crispa<br />

Alopecurus ventricosus<br />

Calamagrostis neglecta<br />

Salicornia europaea<br />

Honkenya<br />

Melandrium<br />

Ranunculus<br />

Trifoliiim<br />

peploides<br />

viscosiim<br />

cassubicns?<br />

niontanum<br />

Lathyrus silvestrisl<br />

Campanula glomerata<br />

Artemisia vulgaris var.<br />

coarctata<br />

3. Aus deni Ostbaltikuni scheiren zuni grösseren oder kleineren Teil eingewandert<br />

zu sein:<br />

Alopecurus ventricosus<br />

Arrhenatherum elatius<br />

Atriplex hastatum<br />

Salicornia europaea<br />

Silene venosa}<br />

Isatis tinctoria<br />

Scutellaria hastifolia<br />

Artemisia vulgaris var.<br />

coarctata}<br />

(4.) und vielleicht aucli:<br />

Honkenya<br />

Scleranthus<br />

peploides<br />

anninisl<br />

Saxifraga<br />

Trifolium<br />

tridactylites<br />

montanum<br />

Hypericum<br />

Melampyrum<br />

hirsutum<br />

cristatum<br />

5. Mit êiner Kinwanderung aus Finnland ist vielleicht fiir Melandrium<br />

viscosum und Car ex glareosa zu rechnen.<br />

6. Von der »Stockholmer Gegend» und Uppland her scheint eine Kinwanderung<br />

nur fiir Cryopiogranwta crispa ausgeschlossen.<br />

7. Vom Ostbaltikum her scheint eine Kinwanderung ausgeschlossen fiir:<br />

Cryptogranima crispa<br />

Equisetum variegatum<br />

E. scirpoides<br />

Selaginella ciliata<br />

Calamagrostis neglecta<br />

Scirpus rufus<br />

Melandrium viscosum .<br />

Ranunculus Ficaria<br />

Cochlearia danica}<br />

Barbarea stricta}<br />

Erysimum hieraciifolium<br />

Sedum annuum<br />

Lathyrus montanus<br />

Gentiana *suecica<br />

Odontites simplex<br />

Solidago virgaurea<br />

Hypochaeris maculata<br />

8. Von Finnland her scheint eine Kinwanderung ausgeschlossen oder<br />

weniger wahrscheinlich fiir:<br />

Cryptogranima crispa<br />

Equisetum variegatum<br />

Equisetum<br />

Selaginella<br />

scirpoides<br />

ciliata<br />

Alopecurus ventricosus<br />

Arrhenatherum elatius


68 A. Palmgren, Die lîiiiwandeningswege der Flora nacli den Âlaiidsinselii<br />

Scirpus rufiis<br />

Se. compressus<br />

Carex Hornschuchiana<br />

A triplex hastatimi}<br />

Salicornia eiiropaea<br />

Scleranthus annuus?<br />

Cochlearia danica<br />

Isatis tinctoria<br />

Erysimum hieraciifoliiim<br />

Sedum annutim<br />

Saxifraga tridactylites<br />

Trifolium montaniim<br />

Hypericum hirsutum<br />

Viola mirabilis<br />

Gentiana *suecica<br />

Scutellaria hastifolia<br />

Melampyrum cristatum<br />

Odontites simplex!<br />

Galium Aparine<br />

Solidago virgaurea<br />

Fur Pyrola media scheint es schwierig eine Aiiffassung iiber den<br />

wahrscheinlichen Kinwanderungsweg zii gewinnen.<br />

VI.<br />

Die wahrscheinlichen Einwanderungswege der Flora nach Åland.<br />

Wie ans dem Obigen hervorgelit iind ini Hinblick auf die geographische<br />

I^age Ålands aiich zu ervvarten war, scheint es fur eine bedeutende Anzalil<br />

Arten schwierig, eine Vorstellung iiber die wahrscheinlichen Einwanderungswege<br />

nach der Inselgruppe zu gewinnen. Aber es gibt auch eine beträchtliche<br />

Anzahl, fiir die man diesen Weg mit einem recht hohen Grad von Wahrscheinlichkeit<br />

aufzeigen zu können scheint.<br />

So haben wir folgendes gefunden:<br />

I. Westliche Eînvuanderer.<br />

Aus Schweden scheinen folgende Arten eingewandert zu sein^):<br />

a) Die im vorhergehenden Kapitel Moment 3, S. 50—52 aufgezählten<br />

(mit Ausnahme von Alnus incana und AJchemilla obiusa);<br />

b) die im vorherg. Kapitel Element 1, S. 44—45 aufgezählten;<br />

c) die im vorherg. Kapitel Moment 2, S. 49 aufgezählten;<br />

d) die im vorherg. Kapitel Moment 5, S. 55 aufgezählten ^);<br />

e) die im vorherg. Kapitel Moment 6, S. 67 (Punkt 1) aufgezählten.<br />

* Struthiopteris germa- Ophioglossum viilgatum<br />

mca<br />

* Boirychium simplex<br />

Dryopteris Thelypteris Equisetum palustre<br />

Dr. cristata<br />

* E. hiemale<br />

Asplenium Trichomanes<br />

* E. variegation<br />

* E. scirpoides<br />

A. liuta muraria<br />

* Lycopodinm inundatum<br />

Blechnmn Spicant * Selaginella ciliata<br />

* Taxus haccata<br />

Typha angustifolia<br />

* Sparganiimi affine<br />

Sp. simplex<br />

* Sp. ramosum var. microcarpum<br />

Zostera marina<br />

* Potamogeton Zizii<br />

1) Man beaclite aucli die S. 07, Punkt 2 genannten, die unten nicht aufgenoniineii<br />

sind.<br />

-) Cakile maritima ixnd Calystegia sepiitm jedoch mit Vorbehalt aufgenonimen.<br />

vSiehe S. 58 (Punkt 1).


ACTA BOTANIC A FENNICA 2<br />

220<br />

* Potamogeton polygonifolius<br />

* P. praelongus<br />

* P. crispiiss<br />

* P. mucronatusl<br />

* Najas marina<br />

* Scheuchzeria palustris<br />

* Hydrocharis M or sus<br />

ranae<br />

* Phleum Boehmeri<br />

* Calamagrostis arundinacea<br />

* Aira praecox<br />

Avena pratensis<br />

Arrhenatheriwi elatins<br />

Sesleria coerulea<br />

Molinia coerulea<br />

Briza media<br />

Poa compressa<br />

Festuca arimdinaceal<br />

Bromus mollis<br />

Brachypodium pinnatum<br />

* Br. silvaticum<br />

Triticum caninum<br />

* Eriophorum latifolium<br />

* E. gracile<br />

* Scirpus maritimus<br />

* Sc. rufus<br />

Sc. compressas<br />

* Sc. aiistriacus<br />

* Rhynchospora alba<br />

'Rh. fusca<br />

Carex dioica<br />

C. pulicaris<br />

* C. paradoxa<br />

* C. vulpina<br />

* C, nemorosa<br />

C. chordorrhiza<br />

C. distich a?<br />

* C. arenaria<br />

C. norvegica<br />

* C. loliacea<br />

* C. remota<br />

C. elata<br />

* C. caespitosa<br />

* C. aquatilis<br />

* C. ornithopus<br />

* C. digiiata<br />

* Carex caryophyllea<br />

* C. montana<br />

C. glauca<br />

* C. livida<br />

* C. vaginata<br />

* C. polygatna<br />

* C. extensa<br />

* C. lepidocarpa<br />

C. flava<br />

C. Hornschitchiana<br />

C. distans<br />

C. capillar i s<br />

C. pseudocyperus<br />

* C. rip aria<br />

* C. hiria<br />

* Lemna trisulca<br />

* Gagea lutea<br />

* G. minima<br />

Allium Scorodoprasum<br />

A. oleraceum<br />

A. ursiniim<br />

* Fritillaria Meleagris<br />

Polygonatiim multiflorum<br />

* Cypripedium calceolus<br />

* Ophrys miiscifera<br />

Orchis mascula<br />

* O. sambucina<br />

* O. incarnata<br />

* O. *crue»ta<br />

* O. Traunsieineri<br />

* H er minium Monorchis<br />

* Coeloglossnm viride<br />

Gymnadenia conopsea<br />

Plaianthera montana<br />

Cephalanthera longifolia<br />

* Epipactis palustris<br />

* E. latifolia<br />

Listera ovata<br />

* Neottia nidus avis<br />

Goodyera repens<br />

* Malaxis paludosa<br />

* Microstylis monophylla<br />

* Salix depressa<br />

S. nigricans<br />

Alyrica Gale<br />

Corylus avellana?<br />

* Quercus robur<br />

* Ulmus scabra<br />

* Runiex Hydrolapathum<br />

* Polygonum viviparum<br />

P. diimetorum<br />

Atriplex hastatum<br />

* Salsola Kali<br />

* Stellaria nemoruw<br />

* St. Holostea<br />

St. palustris<br />

Cerastium glutinosum<br />

C. semidecandrum<br />

* Sagina maritima<br />

* Spergula vernalis<br />

Scleranthus annuus<br />

Silene venosa<br />

Lychnis flos cuculi<br />

* Nuphar luteum<br />

* N. pumilum<br />

* Ceratophylliim demersum<br />

Actaea spicata<br />

* Aquilegia vulgaris<br />

Anemone Hepatica<br />

A. nemorosa<br />

* A. ranunculoides<br />

* Ranunculus Lingua<br />

R. sceleratus<br />

R. bulbosus<br />

* R. Ft caria<br />

R. paucistamiueus<br />

* R. circinnatus<br />

* Corydalis intermedia<br />

* C. I axa<br />

* Cochlearia danica<br />

Cakile maritima?<br />

Isatis tinctoria}<br />

* Barbarea stricta<br />

* Cardamine flexuosa<br />

C. hirsut a<br />

Dentaria bulbifera<br />

Draba muralis<br />

Dr. incana<br />

Arabis hirsuta<br />

* Erysimum hieraciifol.<br />

Drosera intermedia<br />

* S e dum annttum<br />

S. album<br />

* S. sexangulare<br />

* S. rupestre


70 A. Palmgren, Die Eiuwanderuiigswege der Flora nach den Âlandsinselii<br />

Saxifraga tridactylites<br />

* 5. granulata<br />

Parnassia palustris<br />

Ribes nigrum<br />

Cotoneaster integerrima<br />

Pyrus Mains<br />

* Sorbus sttecica<br />

* S. fennica<br />

Crataegus motiogyim<br />

Cr. curviscpala<br />

* Rtihus pruinosus<br />

R. caesius .<br />

* Fragaria viridis<br />

* Potentilla minor<br />

P. reptans<br />

* Alchcmilla ptibescens<br />

A. plicaia<br />

* A. pastoralis<br />

A. acntangiila<br />

A. micans<br />

A. subcrenata<br />

* A, alpestris<br />

* A, acutidens<br />

Agrimonia Eiipatoria<br />

* A . odorata<br />

Rosa canina<br />

R. glanca}<br />

R. coriifolia}<br />

* R. tornentosa<br />

R. mollis<br />

Prttniis spinosa<br />

* Medicago lupiilina<br />

Trifolium fragiferum<br />

Tr. arvense<br />

* Anthyllis Viilneraria<br />

Lotus corniculatus<br />

Vicia tetraspcrma<br />

V. silvatica<br />

V. sepittm<br />

* V. lathyroides<br />

Lathyriis palustris<br />

'•t* L. montanus<br />

L. niger<br />

L. vermis<br />

Geranium sanguineum<br />

G. molle<br />

* G. dis sec tum<br />

* G. columbinum<br />

* Geranium lucidiim<br />

Oxalis Acetosella<br />

Poly gala vulgaris<br />

P. amarella<br />

* Mercurialis perennis<br />

* Callitriche autumnalis<br />

Acer platanoides<br />

Rhamnus cathartica<br />

Hypericum hirsutum<br />

Helianthemum Chamaecistus<br />

Viola itliginosa<br />

V. mirabilis<br />

* V. rupestris<br />

* V. stagnina<br />

Daphne Mezereum<br />

* Hippophaës rhamnoides<br />

Epilobium montanum<br />

* Myriophylhiyn verticillatum<br />

M. spicatum<br />

Sanicula europaea<br />

* Torilis Anthriscus<br />

Aegopodiitm podagraria<br />

* Oenanthe aquatica<br />

* Athamanta Libanotis<br />

* Selinnm carvifolia<br />

Angelica litoralisl<br />

Heracleum sibiriciiml<br />

Laserpitiiim latifolitmi<br />

* Chimaphila umbellata<br />

Pyrola rotundifolia<br />

P. minor<br />

P. secimda<br />

P. uniflora<br />

* Monotropa Hypopitys<br />

Andromeda polifolia<br />

Primula farinosa<br />

* Androsace septentrionalis<br />

* Samolus Valerandi<br />

Fraxinus excelsior<br />

* Gentiana *suecica<br />

* G. uliginosa<br />

* G. *axillaris<br />

Cynanchum Vincetoxicum<br />

Calystegia sepiuml<br />

* Myosotis scorpioides<br />

M. col H n a<br />

Ajtiga pyramidalis<br />

Scutellaria, hastifolia<br />

* Glechoma hederacea<br />

Stachys silvatica<br />

* Calamintha Acinos<br />

Clinopodium vulgäre<br />

Origanum vulgäre<br />

* Mentha litoralis<br />

Veronica spicata<br />

* V. Beccabunga<br />

Melampyrum cristatum<br />

* M. nemorosxim<br />

* Odontites simplex<br />

* Lathraea Squamaria<br />

Pinguicitla vulgaris<br />

Plantago media<br />

PL lanceolata<br />

* Litorella uniflora<br />

* Asperula odorata<br />

Galium Aparine<br />

* G. trifidum<br />

Linnaea borealis<br />

Lonicera Xylosteuml<br />

* Adoxa Moschatellina<br />

Valerianella olitoria<br />

Succisa pratensis<br />

Knaiitia arvensis<br />

Campanula Trachelium<br />

* C. latifolia<br />

* Jasione montana<br />

Eupatorium cannabinuni<br />

Solidago virgaurea<br />

Filago arvensis<br />

Inula salicina<br />

Artemisia campestris<br />

Carlina vulgaris<br />

* Arctium nemorosum<br />

Cirsium palustre}<br />

C. heterophyllum<br />

Centaurea Scabiosa<br />

Hypochaeris maculata<br />

* Lactnca muralis<br />

Crépis praetnorsa<br />

Cr. paludosa


ACTA BOTANIC A FENNICA 2 71<br />

Von den obigen Arten sclieinen die mit einem Stem bezeicbneten ausschliesslich<br />

westlicbe Eimvanderer zu sein. Fiir die meisten anderen diirfte<br />

man auch mit der Möglicbkeit einer Einwanderung aus dem Ostbaltikum;<br />

fiir einige audi mit einer Einwanderung aus Finnland zu recbnen haben.<br />

2. Ostbaltische Einwandercr.<br />

Aus Estland scheinen die im vorbergehenden Kapitel Moment 4, S. 54<br />

(Punkt 1); Moment 5, S. 58 (Punkt 2 u. 3)i) und Moment 6, S. 67 (Punkt 3<br />

- u, 4) aufgezäblten Arten eingewandert zu sein, d. b. die folgenden:<br />

Alopecurus ventricosus<br />

Avena pratcnsis}<br />

Arrhenatheruni elatuis<br />

Drachypodium pinnat.}<br />

C ar ex distans}<br />

Allium iirsimim}<br />

Polygonatuni tmiUiflormn<br />

Orchis mascula}<br />

Gymnadenia conopsea<br />

Cephalanthera longifolia}<br />

Atriplex hastatiim<br />

Salicornia eiiropaea<br />

Siiaeda maritima v<br />

Honkenya peploides}<br />

Scleranthus ayinuiis}<br />

Silene venosa}<br />

Lepidium latijoliuni<br />

Alliaria officinalis<br />

Cakile maritima}<br />

Isatis tinctoria<br />

Crambe maritima<br />

Dr aha incana<br />

Saxifraga tridactylites}<br />

Crataegus monogyna}<br />

Tri folium montamim}<br />

Geranium pratense<br />

Polygala amarella<br />

Hypericum hirsutum}<br />

Viola uliginosa<br />

Calystcgia sepium}<br />

Scutellaria hastifolia<br />

Stachys silvatica}<br />

^^'-^-Thymus serpylluni<br />

Veronica spicata}<br />

Melampyriim cristatmn}<br />

(-'••> Succisa praiensis}<br />

Knautia arvensis}<br />

Artemisia campestris<br />

A. vulgaris var. coarct.}<br />

Die Zabi der Arten, fiir die man eine Einwanderung aus dem Ostbaltikum<br />

feststellen zu können scbeint, ist also nicbt gross. Oben sind nur 39<br />

angefiilirt, wovon jedocb nur 18 als redit sicber betracbtet werden diirften.<br />

Von den aufgezäblten Arten sind


72 A. Palmgren, Die Einwaiideruiigswege der L'lora nach den Âlandsinseln<br />

4. Negative Resultate uber die Einwanderungswege.<br />

Zur V'ervollstândigmig des Biides, das die obenstehenden Artenverzeidinisse<br />

von der Einwanderimg der Flora nacli Åland geben, sind folgende negative<br />

Angaben erforderlich:<br />

A. Von der »Stockhohner Gegenä» und Uppland her scheint eine Einwanderung<br />

nur fiir folgende Arten aiisgeschlossen:<br />

a) die S. 30 aufgezählten, die in dieseni Gebiet fehlen;<br />

b) die im vorliergehenden Kapitel Moment 4, S. 54 (Punkt 5) aufgezählten,<br />

deren Vorkonmaen auf Åland fiir eine östliche Einwanderung spridit;<br />

c) Cryptogramma crispa (Moment 6, S. G7, Punkt 6).<br />

Cryptogranima crispa<br />

Botrychhim lanceolatnm<br />

B. simplex<br />

Carex brnnyiescens<br />

f uncus haïtiens<br />

Salix<br />

Suaeda<br />

Niiphar<br />

Lepidium<br />

Alliaria<br />

*rosmarinifolia<br />

maritima<br />

pumilum<br />

latifoliiirn<br />

officinalis<br />

Cramhe<br />

Geranium<br />

Hippnris<br />

Thymus<br />

maritima<br />

pratense<br />

tetraphylla<br />

serpyllum<br />

Von den obigen Arten sdieinen die meisten aus F'innland oder Estland<br />

eingewandert zu sein. Fiir Cryptogramma crispa diirfte es am nächsten<br />

liegen, mit einer Einwanderung aus entfernteren Teilen von Sdnveden zu<br />

rechnen, ebenso fiir Niipliar pumilum und BotrycMum simplex. Fiir die letztgenannte,<br />

die leiclit der Aufmerksamkeit entgeht, diirfte iibrigens ein Vorkonimen<br />

in Uppland nidit ausgesdilossen sein.<br />

B. Vem Ostbaliiktim her scheint eine Einwanderung fiir folgende Arten<br />

ausgeschlossen oder weniger wahrscheihlich:<br />

a) die vS. 31—32 aufgezählten, die in NW-Estland fehlen;<br />

b) die im vorliergehenden Kapitel Moment 2, S. 48 mit i bezeidineten;<br />

c) die im vorherg. Kapitel Moment 3, S. 50—52 mit bezeichneten;<br />

d) die im vorherg. Kapitel Moment 4, S. 54 (Punkt 6) angefiihrten;<br />

e) die im vorherg. Kapitel Moment 5, S. 59 (Punkt 5) angefiihrten;<br />

f) die im vorherg. Kapitel Moment G, S. G7 (Punkt 7) angefiihrten.<br />

Woodsia ilvensis<br />

Striithiopteris germanica<br />

Dryopteris Thelypteris<br />

Asplenium septentrionale<br />

Blechnum Spicant<br />

Cryptogramma crispa<br />

Botrychium boreale<br />

B. ramosum<br />

B. lanceolatum<br />

B. simplex<br />

Botrychium Matricariae<br />

Equisetum pratense}<br />

E. silvaticnm}<br />

E. hie m al e<br />

E. variegatum<br />

E. scirpoides<br />

Lycopodium inundatiim<br />

L. complanatum?<br />

Selaginella ciliata<br />

Isoëtes lacustre<br />

Taxus baccata<br />

Piniis silvestris<br />

Picea Abies<br />

Sparganium affine<br />

Sp. ramosum var. microcarpum<br />

Sp. glomeratum<br />

Potamogeton Zizii<br />

P. alpin us<br />

P. polygonifolius


ACTA BOTANICA FIvNNiCA 2<br />

Gagea minima<br />

Fritillaria Meleagris<br />

Cypripedimn calceolus<br />

Ophrys muscifera<br />

Orchis iyicarnata<br />

O. *criienta<br />

O. Traunsteineri<br />

Herminiiim Monorchis<br />

Coeloglossiim viride<br />

Epipactis palustris<br />

E. latifolia<br />

Neottia nidus avis<br />

Malaxis paludosa<br />

Microstylis monophylla<br />

Salix depressa<br />

AI mis incana<br />

Quercus robiir<br />

Ulmus scabra<br />

Rumex Hydrolapathmn<br />

Polygonum viviparum<br />

P. durnetorum<br />

Salsola Kali<br />

Stellaria nemoriim<br />

St. Holostea<br />

St. palustris<br />

St. uliginosa<br />

St. I ongi f oli a<br />

Sagina maritima<br />

Melandrium viscosum<br />

Nuphar lutcum<br />

N. pumiltim<br />

Ceratophyllum demersum<br />

Aquilegia vulgaris<br />

A nemone raniinculoides<br />

Ranunculus Lingua<br />

R. Ficaria<br />

R. circinnatiis<br />

Chelidonium majus<br />

Corydalis intermedia<br />

C. laxa<br />

Cochlearia danical<br />

Barbarea stricta}<br />

Cardamine flexuosa<br />

Er y si tn n m h ieraciifoli mn<br />

Sediim annuurn<br />

S. sexangulare<br />

S. rupestre<br />

Saxifraga granulata<br />

Ribes rubruni var. pubesc.<br />

Potaniogeton praelongns<br />

P. crispus<br />

P. mucronatus<br />

P. panormitanusl<br />

P. obtusifolius<br />

Najas marina<br />

Scheuchzeria palustris<br />

Hydrocharis M or su s ranae<br />

Phlenm Boehmevi<br />

Calamagrostis avundinacea<br />

C. neglecta<br />

Aira praecox<br />

A. bottnica<br />

Brachypodium silvaticuni<br />

Eriophormn latifoliiini<br />

E. gracile<br />

Scirpus silvaticus<br />

Sc. niaritimus<br />

Sc. rufus<br />

Sc. austriacus<br />

Rhynchospora alba<br />

Carex paradoxa<br />

C. vulpiyia<br />

C. ncmorosa<br />

C. arenaria<br />

C. loliacea<br />

C. brunnescens<br />

C. remota<br />

C. caespitosa<br />

C. gracilis<br />

C. aquatilis<br />

C. ornithopus<br />

C. digitala<br />

C. caryophyllea<br />

C. monlana<br />

C. livida<br />

C. vagin ala<br />

C. poly garna<br />

C. extensa<br />

C. lepidocarpa<br />

C. riparia<br />

C. hirla<br />

Lemna irisulca<br />

Junciis effusiis<br />

J. conglomeratus<br />

J. balticus<br />

Gagea lut e a<br />

Sorbus suecica<br />

S. fennica<br />

Rubus pruinosus<br />

Fragaria viridis<br />

Potentilla minor<br />

Alchemilla pubescens<br />

A. pastoralis<br />

A. alpestris<br />

A. acutidens<br />

Agrimonia odorata<br />

Rosa tonientosa<br />

Medica go lupulina<br />

Anthyllis Vulneraria<br />

Vida lathyroides<br />

Lathyrus montanus<br />

Geranium dissectuui<br />

G. columbinum<br />

Merciirialis perennis<br />

Callitriche autinnnalis<br />

Viola rupestris<br />

V. stagnina<br />

Daplmc Mezereum<br />

H ippophaës rham uoides<br />

Peplis Portilla<br />

Myriophylliim verticillatum<br />

Hippuris tetraphylla<br />

Torilis A nthriscus<br />

Cicuta virosa<br />

Oenanthe aquatica<br />

Athamanta Libanotis<br />

Seliniim carvifolia<br />

Chimaphila umbellata<br />

Pyrola chlorantha}<br />

Monotropa Hypopitys<br />

Arctostaphylos uva ursi}<br />

A ndrosace septentrionalis<br />

Samolus Valerandi<br />

Gentiana *suecica<br />

G. *axillaris<br />

Myosotis scorpioidcs<br />

M. baltica<br />

A jiiga pyramidalis<br />

Glechoma hederacea<br />

Calamintha Acinos<br />

Mentha litoralis<br />

Verbasciim Thapsus<br />

Veronica Beccabtinga<br />

Melampyrnm nemorosum


'i8 A. Palmgren,<br />

Die Einwanderungswege der Flora iiacli den Alandsiuseln<br />

Odontites<br />

Lathraea<br />

Litorella<br />

Asperula<br />

Galium<br />

Adoxa<br />

simplex<br />

Squamaria<br />

nniflora<br />

odorata<br />

trifidum<br />

Moschatellina<br />

Campanula latifolia<br />

Jasione montana<br />

Lobelia Dortmanna<br />

S olid a go virgaurea<br />

Bidens cernua<br />

Arctium nemorosum<br />

Cirsium heterophyllum<br />

Centanrea Scabiosa<br />

Hypochaeris macxilata<br />

Lactiica muralis<br />

Crépis praemorsa<br />

Cr. paludosa<br />

Zu den oben aiifgezälilton Arten diirften nocli eine ganze Anzahl solclie<br />

zu stellen sein, die in Estland so spärlicli vorkonimen, dass eine Einwandening<br />

von dort als ausgesclilossen gelten muss. Ich will nur Orchis samhiicina (bless 1<br />

I,okalität auf Ösel und in der letzten Zeit nicht angetroffen) und Spergtda<br />

vernalis (bloss 1 Lokalität bei Reval; siehe Fussnote S. 31) nennen.<br />

C. Von Finnland her scheint eine Einwanderung jiir folgende Arten aiisgeschlossen<br />

oder weniger wahrscheinHch:<br />

a) die S. 33 aufgezählten, die in der Regio Aboënsis fehlen (doch niclit<br />

j uncus haïtiens', siehe S. 53);<br />

b) die ini vorhergehenden Kapitel Moment I, S. 44—45 aufgezählten;<br />

c) die im vorherg. Kapitel Moment II, S. 49 aufgezählten;<br />

d) die im vorherg. Kapitel Moment III, S. 50—52 aufgezählten, mit<br />

Ausnahme von Almts incana u. Alchemilla obtusa]<br />

e) die im vorherg. Kapitel Moment IV, S. 54 (Punkt 7) aufgezählten;<br />

f) die im vorherg. Kapitel Moment V, S. 59 (Punkt 6) aufgezählten;<br />

g) die im vorherg. Kapitel Moment VI, S. 67 (Punkt 8) aufgezählten.<br />

Strnthiopteris<br />

Dryopteris<br />

Dr. cristata<br />

germanica<br />

Thelypteris<br />

Aspleniiim Trichomanes<br />

Blechnum Spicayit<br />

Cryptogramma crispa<br />

Ophioglossum vulgatum<br />

Botrychium simplex<br />

Equisetiim palustre<br />

E. hiemale<br />

E. variegatîim<br />

E. scirpoides<br />

Lycopodium imindatum<br />

Selaginella ciliata<br />

Taxus baccata<br />

Typha angustifolia<br />

Sparganium affine<br />

Sp. simplex<br />

Sp. ramosum var. microcarpum<br />

Zostera marina<br />

Potamogeton Zizii Bromxts mollis<br />

P. polygonifolins Brachypodium pinnatum<br />

P. praelongus Br. silvaticxwi<br />

P. crispus Triticxim caninitm<br />

P. miicronatiis} Eriophorxim latifolium<br />

Najas marina E. gracile<br />

Schextchzeria palustris Scirpus maritimus<br />

Hydrocharis Morsits ra Sc. rufus<br />

nae Sc. compressxts<br />

Phlenm Boehmeri Sc. austriacus<br />

Alopecunts veniricosus} Rhynchospora alba<br />

Calamagrostis arnndina- Rh. f usea<br />

cea Carex dioica<br />

Aira praecox C. pulicaris<br />

Avena pratensis C. paradoxa<br />

Arrhenatheriim elatixis? C. vxdpina<br />

Sesleria coeriilea C. ne mor osa<br />

Molinia coeriilea C. chordorrhiza<br />

Briza media C. disticha}<br />

Poa compressa C. arenaria<br />

Festuca arundinacea} C. norvegica


ACTA BOTANIC A FENNICA 2 75<br />

Carex loliacea<br />

C. reniota<br />

C. elaia<br />

C. caespitosa<br />

C. aqiiatilis<br />

C. ornithopus<br />

C. digitala<br />

C. caryophyllea<br />

C. montana<br />

C. glauca<br />

C. livida<br />

C. vaginata<br />

C. poly garna<br />

C. extensa<br />

C. lepidocarpa<br />

C. Hornschiichiana<br />

C. distans<br />

C. capillaris<br />

C. pseudocyperiis<br />

C. riparia<br />

C. hirta<br />

Lemyxa trisnlca<br />

L. gibba<br />

Gagea lutea<br />

G minima<br />

Allittm Scorodoprasum<br />

A. oleraceum<br />

A. xirsiniim<br />

Fritillaria Meleagris<br />

Polygonatiim multiflorum<br />

Cypripedium calceolus<br />

Ophrys mxiscifera<br />

Orchis masciila<br />

O. sambucina<br />

O. incarnata<br />

O. *cruenta<br />

O. Traimsteineri<br />

Herminium Monorchis<br />

Coeloglossiim viride<br />

Gymnadenia conopsea}<br />

Platanthera montana<br />

Cephalanthera longifolia<br />

Epipactis paliistris<br />

E. latifolia<br />

Listera ovat a<br />

Neottia nidus avis<br />

Goody er a repens<br />

Malaxis paludosa<br />

Microstylis monophylla<br />

Salix depressa<br />

S. nigricans<br />

Myrica Gale<br />

Corylus avellanal<br />

Quercus robur<br />

Ulmus scabra<br />

Rumex Hydrolapathum<br />

Polygonum viviparum<br />

Atriplex hastatum<br />

Salicor7tia europaea<br />

Suaeda maritima<br />

Salsola Kali<br />

Stellaria nemoriim<br />

St. Holostea<br />

St. palustris<br />

Cerastium glutinosum<br />

C. semidecayidrum<br />

Sagina maritima<br />

Spergula vernalis<br />

Scleranthus annims<br />

Lychnis flos cuculi<br />

Nuphar luteum<br />

N. pumilum<br />

Ceratophyllum demersum<br />

A ctaea spicata<br />

Aqiiilegia vulgaris<br />

Anemone Hepatica<br />

A. nemorosa<br />

A. ranunculoides<br />

Ranunculus Lingua<br />

R. sceleratus<br />

R. bulbosus<br />

R. paucistamineus<br />

R. circinnatus<br />

Corydalis intermedia<br />

C. laxa<br />

Lepidium latifolium<br />

Cochlearia danica<br />

Alliaria officinalis<br />

Isatis tinctoria<br />

Crambe maritima?<br />

Cardamine flexuosa<br />

C. hirsuta<br />

Dentaria bnlbifera<br />

Draba muralis<br />

Dr. incana<br />

Arabis hirsuta<br />

Erysimum hieraciifolium<br />

Drosera intermedia<br />

S e dum annuttm<br />

S. album<br />

S. sexangulare<br />

S. rupestre<br />

Saxifraga tridactylites<br />

S. granulata<br />

Parnassia palustris<br />

Ribes nigrum<br />

Cotoneaster intcgerrima<br />

Pyrus Malus<br />

Sorbus suecica<br />

S. fennica<br />

Crataegus monogyna<br />

Cr. curvisepala<br />

Rubus pruinosus<br />

R. caesius<br />

Fragaria viridis<br />

Potentilla minor<br />

P. reptans<br />

Alchemilla pubescens<br />

A. plicata<br />

A. pastoralis<br />

A. acutangula<br />

A. micans<br />

A. subcrenata ,<br />

A. alpestris<br />

A. acutidens<br />

Agrimonia Eupatoria<br />

A. odorata<br />

Rosa canina<br />

R. glauca?<br />

R. coriifolia}<br />

R. tomentosa<br />

R. mollis<br />

Prunus spinosa<br />

Medicago lupulina<br />

Tri folium fragiferum<br />

Tr. montanum<br />

Tr. arvense<br />

Anthyllis Vulneraria<br />

Lotus corniculatus<br />

Vicia tetrasperma<br />

V. silvatica<br />

V. sepium<br />

V. lathyroides<br />

Lathyrus palustris<br />

L. niger<br />

L. vernui,<br />

Geranium<br />

sanguineum


76 A. Palmgren, Die lîiiiwandeningswege der Flora nacli den Âlaiidsinselii<br />

Geranium pratense<br />

G. molle<br />

G. dissectiim<br />

G. columbinum<br />

G. lucidum<br />

Oxalis Acetosella<br />

Polygala vulgaris<br />

P. amarella<br />

Merciirialis perennis<br />

Callitriche autiimnalis<br />

Acer platanoides<br />

Rhamnus caihartica<br />

Hypericum hirsuium<br />

Helianthemiim Chamaecistus<br />

Viola uliginosa<br />

V. mirabilis<br />

V. riipestris<br />

V. stagnina<br />

Hippophaës rhamnoides<br />

Epilohium montanum<br />

Myriophyllum verticillatum<br />

M. spicatum<br />

Sanicula eiiropaea<br />

Torilis Anthriscus<br />

Aegopodiiim podagraria<br />

Athamayita Libanotis<br />

Oenanthe aqiiatica<br />

Selinimi carvifolia<br />

Angelica litoralis?<br />

Heracleum sibirictim}<br />

Laserpilium latifoliinn<br />

Chimaphila iimbellata<br />

Pyrola rotundifolia<br />

P. mifior<br />

P. secunda<br />

P. uniflora<br />

Monotropa Hypopitys<br />

A ndromeda poli folia<br />

Primula farinosa<br />

A ndrosace septentrionalis<br />

S amollis V alerandi<br />

Fraxinus excelsior<br />

Gentiana *stiecica<br />

G. uliginosa<br />

G. * axillaris<br />

Cynanchum Vincetoxiciim<br />

Calystegia sepium}<br />

Myosotis scorpioides<br />

M. collina<br />

Scutellaria hastifolia<br />

Glechoma hederacea<br />

St achy s silvatica<br />

Calamintha Acinos<br />

Clinopodiuni vulgäre<br />

Origanum vulgäre<br />

Thymus serpylluml<br />

Mentha litoralis<br />

Veronica spicata<br />

V. Beccabunga<br />

Melampyrum cristatum<br />

M. nemorosiim<br />

Odontites simplex<br />

Lathraea Sqiiamaria<br />

Pinguiciila vulgaris<br />

Plantago media<br />

PI. lanceolata<br />

Litorella uniflora<br />

Asperula odorata<br />

Galium Aparine<br />

G. trifidum<br />

Linnaea borealis<br />

Lonicera Xylosteum}<br />

Adoxa Moschatellina<br />

Valerianella olitoria<br />

Campanula Tracheliiini<br />

C. latifolia<br />

Jasione montana<br />

Eupatorium cannabinum<br />

Solidago virgaiirea<br />

Filago arvensis<br />

Inula salicina<br />

Artemisia campestris<br />

Carlina vulgaris<br />

Arctium nemorosum<br />

Cirsium palustre'^<br />

Centaurea Scabiosa<br />

Lactuca muralis<br />

Crépis praemorsa<br />

Cr. pahidosa<br />

D. Schliesslich seien auch die Arten angejiihrt, fiir die wiser Material<br />

keinen direkten Fingerzeig iiber die Einwaiuierung giht. Hine solche Ziisammenstellung<br />

ist als Hintergnind fiir die hier mitgeteilten positiven Schlussfolgerungen<br />

erforderlich.<br />

Das untenstehende Verzeichnis nennt also keine Arten, deren Kinwanderungsweg<br />

oder -wege ich feststellen zu können geglaubt habe, und<br />

audi keine Arten, fiir die ein wesentlicher Einwanderungsweg sich hat<br />

feststellen lassen, wiewohl die Möglichkeit einer Einwanderung aiich aus<br />

anderer Richtung nicht ausgeschlossen ist.<br />

Woodsia ilvensis<br />

Cystopteris fragilis<br />

Dryopteris Filix mas<br />

Dr. spinulosa<br />

Dryopteris dilatata<br />

Dr. Phegopteris<br />

Dr. Linneana<br />

Athyrium Filix femina<br />

Asplenium<br />

Cryptogramma<br />

Pteridium<br />

Polypodium<br />

septentrionale<br />

crispa<br />

aquilinum<br />

vulgäre


ACTA BOTANIC A FENNICA 2 77<br />

Botrychium Lunaria<br />

B. boreale<br />

13. ramosum<br />

B. lanceolatum<br />

B. Matricariae<br />

Eqiiisetum arvenst<br />

E. pratense<br />

E. silvaticimi<br />

E. flitviatih<br />

Lycopodium Selago<br />

L. annotinuni<br />

L. clavatmn<br />

L. complanatum<br />

Isoëtes lacustre<br />

Pi mis silvestris<br />

Picea Abies<br />

Jimiperns communis<br />

Typha latifolia<br />

Sparganiiim minimum<br />

Sp. glotneratiim<br />

Potamogeton filiformis<br />

P. pectinatus<br />

P. nutans<br />

P. gramineus<br />

P. alpiniis<br />

P. perfoliatiis<br />

P. panormitanus<br />

P. obtusifolius<br />

P. pusillus<br />

Ruppia spiralis<br />

R. rostellata<br />

Zannichellia repens<br />

Z. pedimculata<br />

Triglochin maritimiim<br />

Tr, palustre<br />

Alisma Plantago-aquatica<br />

Phalaris arundinacea<br />

Anthoxanthum odoratum<br />

Hierochloë odorata<br />

Milium effusiim<br />

Alopecurus geniculatus<br />

A. aristulatus<br />

Agrostis stolonifera<br />

A. vulgaris<br />

A. canina<br />

Calamagrostis neglecta<br />

C. lanceolata<br />

C. purpurea<br />

C. epigejos '<br />

A ira bottnica<br />

A . caespitosa<br />

A. flexuosa<br />

Avena pubescens<br />

Armido Phragmites<br />

Triodia decumbens<br />

Melica nutans<br />

Dactylis glomeratn<br />

Poa trivialis<br />

P. pratensis<br />

P. angustifolia<br />

P. irrigata<br />

P. nemoralis<br />

P. palustris<br />

Glyceria fluitans<br />

Puccinellia retrojlexa<br />

Festuca rubra<br />

F. ovina<br />

Nardus stricta<br />

Triticum repens<br />

Elymus arenarius<br />

Eriophoriim polystachyum<br />

E. vaginatum<br />

E. alpinum<br />

Scirpus silvaticus<br />

Sc. Tabernaemontani<br />

Sc parvulus<br />

Sc. pauciflorus<br />

Sc. palustris<br />

Sc. mamillatus<br />

Sc. uniglumis<br />

Carex pauciflora<br />

C. diandra<br />

C. contigua<br />

C. Pairaei<br />

C. leporina<br />

C. glareosa<br />

C. canescens<br />

C. elongata<br />

C. stellulata<br />

C. gracilis<br />

C. Goodenowii<br />

C. pilulifera<br />

C. pallescens<br />

C. panicea<br />

C. magellanica<br />

C. limosa<br />

C. O eder i<br />

Carex *ocdocarpa<br />

C. *pulchella<br />

C. rostrata<br />

C. vesicaria<br />

C. lasiocarpa<br />

Calla palustris<br />

Spirodela polyrrhiza<br />

Lemna mirtor<br />

L. gibba<br />

Juncus effusus<br />

f. conglomeratus<br />

J: filiformis<br />

J. lamprocarpus<br />

J. al pin US<br />

}. supinus<br />

J. * Ger ardi<br />

J. bufonius<br />

Luzula pilosa<br />

L. campestris<br />

L: multiflora<br />

L. pallescens<br />

Allium Schoenoprasum<br />

M ajanthemum bi folium<br />

Polygonatum odoratum<br />

Convallaria majalis<br />

Paris quadrifolia<br />

Iris pseudacorus<br />

Orchis maculata<br />

Platanthera bifolia<br />

Listera cordata<br />

Corallorrhiza Neottia<br />

Populus tremula<br />

Salix pentandra<br />

S. caprea<br />

S. cinerea<br />

S. aurita<br />

S. phylicifolia<br />

S. repens<br />

Betula verrucosa<br />

B. pubescens<br />

Alnus rotmidifolia<br />

A. incnna<br />

Humulus Lupulus<br />

Urtica dioica<br />

Rumex crispus<br />

R. Acetosa<br />

R. Acetosella<br />

Polygonum amphibium<br />

P. tomentosum


'i8 A. Palmgren, Die Einwanderungswege der Flora iiacli den Alandsiuseln<br />

Polygonum minus<br />

P. Hydropiper<br />

P. aviciilare<br />

A triplex paiiilum var. oblongifolium<br />

Montia *lamprosperma<br />

Stellaria media<br />

St. uliginosa<br />

St. graminea<br />

St. longifolia<br />

Cerastium vulgäre<br />

Sagina nodosa<br />

S. procumbens<br />

Moehringia trifiervia<br />

A renaria serpyllifolia<br />

Spergula salina<br />

Viscaria vulgaris<br />

Silene nutans<br />

Melandrium silvestre<br />

Dianthus deltoïdes<br />

Nymphaea alba<br />

N. Candida<br />

Caltha palustris<br />

Myosurus minimus<br />

Ranunculus Flatnmula<br />

R. auriconitis<br />

R. cassubicus<br />

R, acris<br />

R. repens<br />

R. polyanthemus<br />

R. fluitans f. marinus<br />

Thalictrum simplex<br />

Th. flavum<br />

Chelidonium majus<br />

Nasturtium palustre<br />

Cardamine pratensis<br />

Draba verna<br />

Stenophragma thalianum<br />

Turritis glabra<br />

Dr oser a rotundifolia<br />

Dr. longifolia<br />

Sedum maximum<br />

S. acre<br />

Bulliar da aquatica<br />

Ribes rubrum var. pubescens<br />

R. alpinum<br />

Sorbus A ucuparia<br />

Rtibus idaeiis<br />

Rubus saxatilis<br />

R. chamaemorus<br />

Fragaria vesca<br />

Patentilla argentea<br />

P. verna<br />

P. erecta<br />

P. anserina<br />

Comarum palustre<br />

Geum urbanum<br />

G. rivale<br />

Filipendula Uimaria<br />

F. hexapetala<br />

A Ichemilla filicaulis<br />

A . obtusa<br />

Rosa cinnamomea<br />

Prunus Padus<br />

Trifolium repens<br />

Tr. pratense<br />

Tr. medium<br />

Vicia Cracca<br />

Lathyrus silvestris<br />

L. pratensis<br />

Geranium silvaticum<br />

H. perforatum<br />

Viola palustris<br />

V. Riviniana<br />

V. canina<br />

V. montana<br />

V. tricolor<br />

Peplis Portula<br />

Lythrum Salicaria<br />

Epilobium collinum<br />

E. palustre<br />

G. Robertianum<br />

Linum catharticuiu<br />

Callitriche verna<br />

C. polymoYpha<br />

Empetriim nigrum<br />

Rhamnus Frangula<br />

Tilia cordata<br />

Hypericum quadrangulum<br />

Chamaenerium angustifolium<br />

Circaea alpina<br />

Hippuris vulgaris<br />

H. tetraphylla<br />

Anthriscus silvestris<br />

Cicuta virosa<br />

Carum carvi<br />

Pimpinella Saxifraga<br />

A ngelica silvestris<br />

Peucedanum palustre<br />

Cornus suecica<br />

Pyrola chlorantha<br />

P. media<br />

Ledum palustre<br />

Arctostaphylos uva ursi<br />

Vaccinium vitis idaea<br />

V. Oxycoccus<br />

V. microcarpum<br />

V. uliginosum<br />

V. Myrtillus<br />

Calhma vulgaris<br />

Primula veris<br />

Lysimachia vulgaris<br />

Naiimburgia thyrsiflora<br />

Trientalis europaea<br />

Glaux maritima<br />

Centaurion Erythraea<br />

C. pulchellum<br />

Gentiana *lingulata<br />

Menyanthes trifoliata<br />

Myosotis caespitosa<br />

M. baltica<br />

M. arvensis<br />

M. micrantha<br />

Scutellaria galericulata<br />

Prunella vulgaris<br />

Galeopsis bifida<br />

Stachys palustris<br />

Lycopus europaeus<br />

Mentha arvensis (coll.)<br />

Solanum Dulcamara<br />

Verbascum Thapsus<br />

Linaria vulgaris<br />

Scrophularia nodosa<br />

Limosella aquatica<br />

Veronica longifolia<br />

V. serpyllifolia<br />

V. arvensis<br />

V. verna<br />

V, scutellata<br />

V. Chamaedrys<br />

V. officinalis<br />

Melampyrum pratense<br />

M. silvaticum<br />

Euphrasia brevipila


ACTA BOTANIC A FENNICA 2<br />

230<br />

Euphrasia tenuis<br />

E. curia<br />

E. gracilis<br />

Rhinanthus major<br />

Rh. minor<br />

Pedicularis palustris<br />

Utricularia vulgaris<br />

U. intermedia<br />

U. minor<br />

Plantago major<br />

PL maritima<br />

Galium uliginosum<br />

G. palustre<br />

G. bore ale<br />

G. verum<br />

Viburnum Opuliis<br />

Valeriana officinalis<br />

Campanula glomerata<br />

C. rotundifolia<br />

C. persicifolia<br />

Lobelia Dortmanna<br />

Aster Tripolium<br />

Erigeron acris<br />

A ntennaria dioica<br />

Bidens tripartita<br />

B. cernua<br />

Achillea Millefolium<br />

Matricaria inodora *maritima<br />

Chrysanth. Leucanthem.<br />

Tanacetum vulgäre<br />

Artemisia vulgaris var,<br />

coarctata}<br />

Tussilago Farfara<br />

Senecio silvaticus<br />

Cirsium lanceolatum<br />

C. arvense<br />

Centaurea Jacea<br />

Leontodon autumnalii<br />

Taraxacum officinale<br />

(coll.)<br />

Sonchus arvensis<br />

Crepis tectorum<br />

Hieracium Pilosella<br />

H. umbellatum<br />

5. Zusammenfassung.<br />

Aus den in diesem Kapitel gemacliten Zusanimenstellungen geht in bezug<br />

auf die wahrscheinliche Einwanderung der åländischen Gefässpflanzenflora<br />

folgendes liervor:<br />

Von Schweden scheint eine Einwanderung fiir nur 11 Arten ausgesclilossen.<br />

— Ganz augenscheinlicli ergibt sich eine solche fiir 299 Arten (von<br />

diesen wohl 149 nur aus Schweden).<br />

Vom Ostbaltikum scheint eine Einwanderung fiir 193 Arten ausgeschlossen<br />

oder weniger wahrscheinlich. Eine offenbare oder wahrscheinliche Einwanderung<br />

von dorther diirfte nur fiir 18 (39) Arten festgestellt werden<br />

können (davcn 6 nur aus dem Ostbaltikum).<br />

Von Finnland scheint eine Einwanderung fiir 296 Arten ausgeschlossen<br />

oder weniger wahrscheinlich. Eine offenbare eder wahrscheinliche Einwanderung<br />

dorther diiifte nur fiir 9 Arten festzustellen sein (davon 3 nur aus<br />

Finnland).<br />

Fiir 343 Arten erscheint es zurzeit nicht möglich, den wahrscheinlichen<br />

Einwanderungsweg direkt festzustellen.<br />

Die obigen Zalilen lassen ohne Zweifel crkennen, dass sich die åländische<br />

Flora zu einem ganz iiberwiegcnden Teil aus Schweden rekniiiert hat. Von Finnland<br />

her ist die Einwanderung augenscheinlich sehr schwach gewesen.^ Siärke>,<br />

aber doch haiim hedeitiend, isi sie vow. Oithaltikmn htr gewesen.<br />

Die Anzahl der Arten, fiir die der Einwanderungsweg oder die Einwanderungswege<br />

nicht direkt festgestellt werden konnten, ist zwar bedeutend (343),<br />

aber doch kaum so beträchtlich, wie man im Hinblick auf die Lage Ålands<br />

zu erwarten berechtigt gewesen ist. Die positiven wie auch die negativen<br />

Ziffern, die sich aus unsereni Studium ergeben haben, scheinen jedoch von


'i8 A. Palmgren, Die Einwanderungswege der Flora iiacli den Alandsiuseln<br />

einem so dominierenden Ei7iU'andeningsstrom von Westen zii zeugen, dass<br />

man zii der Annalime bereclitigt sclieint, dass auch die Mehrzahl der<br />

betrefjenden Arten wenigstens haiiptsächlich ans Schuiden eingewandert sind.<br />

Wie dieser doniinierende Einwanderungsstroni aus Scliweden zu erklären<br />

ist wird im zweiten Teil dieser Studie zur Besprechung kommen. Vorlier<br />

sei jedocli auf eine Äusserung von KUPFFER hingewiesen, die der oben dargelegten<br />

Auffassung, dass die åländisclie Flora sich kaum in bedeutenderem<br />

Grade aus dem Ostbaltikum rekrutiert hat, eine Stiitze verleilit.<br />

KUPFFER vergleiclit (Grundziige der Pflanzengeographie des Ostbaltischen<br />

Gebietes, 1925) die Flora ini Ostbaltikum und in Siidfinnland niiteinander.<br />

Hierbei wird S. 90—92 hervorgehoben:<br />

»Ferner nniss hier erwähnt werden, dass die floristische Ubereinstimmung<br />

zwischen Finnland und dem Ostbaltischen Gebiete noch bedeutend geringer<br />

wäre, wenn man die Alandinseln und die äusserste Siidvvestecke des finnischen<br />

I'estlandes unberiicksichtigt lassen wollte. Denn in diesen Landschaften allein<br />

kommen folgende, im iibrigen Finnland fehlende M Pflanzenarten voi:<br />

Benierkenswerterweise gehören alle diese Gewächse mit alleiniger Ausnahme<br />

des eingeklammerten Potamogeton crispus zu den Cliarakterpflanzen luiserer<br />

ostbaltischen Inselflora (siehe weiterhin), die mit einem »!» versehenen kommen<br />

bei uns iiberhau])t nur im Bereiche der Inselflora vor. Diese Ubereinstimmung<br />

muss als eine ganz ausserordentliche bezeiclmet werden, wenn man einerseits<br />

den immittelbaren räumlichen Zusammenhang jenes Teilgebietes mit dem<br />

iibrigen I'"'innland, anderseits seine grössere Entfernung von unserer Inselwelt in<br />

Betraclit zieht, und wenn man gleichzeitig die verschiedene mineralische Beschaffenheit<br />

des Untergrundes — dort Granit, hier Kalkstein — beriicksichtigt.<br />

Der Sachverhalt erklärt sich ohne Zweifel aus der grossen Ubereinstimmung des<br />

Klimas und aus einer gewissen physikalischen, stellenweise auch chemischen<br />

Ähnlichkeit des Bodens — nackter oder nur mit diinner Schicht lockerer Krume<br />

bedeckter F'els, kiesige und steinige Stränder. Sehr beachtenswert ist ferner,<br />

dass alle angefiihrten Gewächse zugleich im benachbarten Teile Schwedens vorkommen.<br />

Diese Taisachen herechtigen wohl dazii, das bezeichnete Teilgehiet vom<br />

iibrigen Finnland pjlanzengeographisch abzulrentten und als Dindeglied zwischen<br />

i:nserer ostbaltischen Inselflora {s. weiterhin) und Schn;edeyi zu betrachten. Sie<br />

deiiten zugleich die Wege an, auf denen ein Teil der Char akter f lanzen unserer<br />

Ostseeinseln hergelangt sein mag.» (Von mir kursiviert.)<br />

Meinesteils kann ich allerdings kaum glauben, dass das Ostbaltikum in<br />

erwähnenswertem Grade Arten iiber Åland aus Schweden aufgenommen hat.<br />

Das ist wohl eher direkt geschelien. Das Bedeutungsvolle in dem obigen Zitat<br />

(das Kursivierte) ist fiir mich, dass sich die Ansicht KXJPFFERS jedenfalls<br />

gegen die Wahrscheinlichkeit einer bedeutenderen Einwanderung aus dem<br />

Ostbaltikum nach Åland erhebt.<br />

Im Teil II werden fiir jede Art in Kiirze die hier gewonnenen Resultate<br />

zusammengefasst.


VII.<br />

Sonderbehandlung cinzelner Arten.<br />

Alliaria officinalis Andrz.<br />

Karte 1.<br />

Fiir diese Art gibt BERGROTH: Anteckningar om vegetationen i gränstrakterna<br />

mellan Åland och Åbo-området, 1894, S. 65, Vorkoninmisse an zwei<br />

Lokalitäten an, nämlich K u m 1 i n g e: Ingersliolni und Espskär, letzteres<br />

zum Dorfe Björkö gehörig. Geographisch gehört die letztere Lokalität zii<br />

Brändö und wird von Bergroth auch dazu gerechnet. Beide Angaben stiitzen<br />

sich auf eine Mitteilung von Dr. W. LAURÉN. — Ausser den genannten<br />

Lokalitäten gibt HJELT, 1906, S. 352 an: »st r [Föglö] Gripö (!), [Kökar] Idö:<br />

Bergstr. Beskr.; Föglö Gripö: Elfving in herb, Hjelt; — — —.»<br />

Im Herbarium Musei Fennici liegen Exemplare vor aus K u m 1 i n g e:<br />

Ingersholm, Juli 1886, Walter Laurén.<br />

Ich selbst habe die Art nur in wenigen Exemplaren im Garten von Bolstahohn<br />

in G e t a angetroffen. Hier ist sie offenbar als mit der Kultur eingefiihrt<br />

zu betrachten.<br />

Von den im Conspectus angefûhrten Fundorten habe ich zu mehreren<br />

Målen und in verschiedenen Jahreszeiten Föglö: Gripö und Kökar: Idö<br />

besucht, ohne Spuren von der Art zu finden. Ebenso wenig habe ich sie gelegentlich<br />

zweier Besuche auf K u m 1 i n g e: Ingersholm (28. 6. 1923 und<br />

17. 7. 1924) entdecken köntien.<br />

Idö und Ingersholm sind unbewohnt und auch sonst recht wenig von der<br />

Kultur beriihrt. Dies ist auch bis zu den letzten Jahren mit Gripö der Fall<br />

gewesen.^) Man scheint daher kaum zu der Annahme berechtigt zu sein, dass<br />

das Vorkommen hier nicht urspriinglich wäre, zumal da die Art in Nordestland<br />

der urspriinglichen Vegetation angehört und daselbst an mehreren Stellen zu<br />

finden ist. Fiir eine Eimvanderung ans Estland scheint auch das ohen ange-<br />

1) Björkö: Espskär liabe ich nicht besucht. Auch dieses Inselchen ist unbewohnt.


82 A. Palmgren, Die Einwaiideruiigswege der L'lora nach den Âlandsinseln<br />

gebene V or kommen in den östlichen und siidlichen Teilen von Åland ziinächst<br />

zn sprechen. Aus Finnland diirfte die Einwandening jedenfalls ausgeschlossen<br />

sein (siehe unten).<br />

Es sei hervorgehoben, dass die obenerwälinten Inseln Idö, Gripö und Ingersholm<br />

der Art in ilirer iippigen I^aubwiesen- und Hainvegetation geeignete<br />

Standorte darbieten.<br />

Beziiglich des Vorkomniens der Art in den am nächsten bei Åland gelegenen<br />

Gebieten sei folgendes mitgeteilt:<br />

LINDMAN: Svensk faneroganiflora, 1918, S. 279: »L,und., ekbackar, Sk. —<br />

Uppl., Öl., Gtl., mindre allm.» — Stockholmstraktens växter, 1915, gibt S. 8<br />

ein reellt bedeutendes Vorkommen, u. a. in dem Åland zugekelirten »Scliärenarcliipelgebiet»<br />

an. — TIIEDENIUS: Flora öfver Uplands och Södermanlands<br />

fanerogamer och bräkenartade växter, 1871, S. 296: »På skuggrika ställen, t. ex.<br />

i lundar och parker, vid bergväggar och på stränder, teml. allmän.» — JOHANS-<br />

SON: Hufvixddragen af Gotlands växttopografi och växtgeografi, 1897, S. 175:<br />

»Troligen flerst. Måttl. Slite (Ö); Visby inom staden och i stenbrott norrut!;<br />

Östergarn (L) vid Hallgårds (Wö!) och Katthammarsvik!; Klinte vid Klintebys<br />

och Bönders!; L. Karlsö! (N); Alfva vid Koparfve (Sätv.); Eke vid Hervede!;<br />

Öja.» — F. HÄRD AV SEGERSTAD: Sydsvenska florans växtgeografiska huvudgrupper,<br />

1924, gibt S. 69 an: »Bokskogar, åkerdungar, lundar, vid gårdar.»<br />

SciiMiDT: Flora des silurischen Bodens von Ehstland, Nord-Livland und<br />

Oesel, 1855, S. 197 (s. n Sisymbrium AlUaria Scop.): »Unter dem Glint bei<br />

S i 11 a m ä g g i (Seidlitz!), R e v a 1 (Wied.i), F ä h n a (Törmer), Fall (Dietrich).<br />

Auf P u c h t! und A b r o! (Duhmberg!).» — RUSSOW: Flora der Umgebung<br />

Revalà, 1862, S. 61 (s. n. Sisymbr. Alliaria) : »An bescliatteten Abhängen<br />

des GHnts in C a t h a r. (Wied.)!, W i e m s, T i s c h e r (Sengbusch) !. In Gebiisch<br />

auf der B o r c h h a r dtschen Wiesei.» — GRUNER: Versuch einer Flora<br />

Allentackens, 1864, S. 468 (s. n. Sisymbr. Alliaria): »Selten. Sillamäggi<br />

(Seidlitz).» — SKOTTSBERG U. VESTERGREN: Zur Kenntnis der Vegetation der<br />

Insel Oesel, 1901, S. 39: »Selten: Ins. Abro! (Schmidt u. Duhmberg in Smt. FL).»<br />

— LKIIMANN: Flora von Polnisch-Livland, 1895, S. 312: »Liv. (Fischer), Sezzen<br />

bei Stockmannshof (Ils.!), Abro; Est.; Cur. (Heug., Lind.), Libau (Reckert!),<br />

Hssern (Fis.), Zierau (Joh. Miiller); Lith. (Eicluv. häufig), Kow. —Nowo-Alexandrowsk<br />

(Drym. 22); Wil. (Jundz., Lind., Sel. — Herb. Mus.), Troki (Lap. 90);<br />

Grod. (Gil., Lind.), Bial W. (Drym.); Minsk (Lind., Pasch.); Moh. (Lind.). — Die<br />

Gobische Vegetationslinie (38) muss geändert werden, da Psk. und Wit. diese<br />

Pflanze nicht besitzen», sowie Nachtrag, 1896, S. 518: -»Est. Chudleigh (Smt. 218,<br />

die iibrigen Angaben fiir Est. 137); Lith. Grod. — die Angabe von Drym. fiir<br />

Bial. W. z. s., es handelte sich um Campanula Trachelium (Pcz. 208. Zal. 235).»<br />

OiWormsö: Insel Tjucka, reichlich, spontan.»<br />

MEINSIIAUSEN: Flora Ingrica, 1878, nennt die Art nicht.<br />

Fiir Finnland gibt HjEi.T, (1906, S. 352) an: »Vix spontanea nisi in Alandia,<br />

ubi t aro obvia est; in reliqua Fennia inprimis australi rarissime disseminatur,<br />

sed per multos annos persistit.» — In der nachfolgenden Detailbehandlung<br />

schreibt HJEI^T S. 353: »Aus den meisten Angaben (ausser der von Blom) geht<br />

deutlich hervor, dass die Art im kontinentalen Finnland nur zufällig und verwildert<br />

ist; — .» (Orig. schwed.)


ACTA BOTANIC A FENNICA 2 83<br />

Es sei besonders bemerkt, dass die Art nicht von CAJANDER: Kasvistollisia<br />

tutkimuksia Mynämäen, Mietoisten ja Karjalan kunnissa, 1902, und nicht von<br />

BERGROTH, 1894, fiir den zu dem Âboer Gebiet geliörigen Teil seines Untersuchungsgebietes<br />

angefiilirt wird.<br />

Nacli Mitteilung von O1.E EKI^UND fehlt die Art in K orpo.<br />

Crambe maritima L.<br />

Karte 1.<br />

Kommt anf kiesigen Schären und Sandbänken vor.<br />

Diese Art hat aiif Åland ein sehr bemerkenswertes Vorkommen, indem alle<br />

bekannten Lokal i täten auf den sudöstlichen Schärenarchipel fallen, und zwar<br />

drei auf Kökar (Öland, Storrefvet und Partufvorna)^) und eine auf Föglö<br />

(Sandklubb, bei der Insel Stora Sandören im nördlichen Schärenarchipel von<br />

Klåfskär; hier wuchs am 6. 8. 1923 ein einziges iippiges Exemplar). Friiher<br />

ist die Art »reichlich» auf Sandskär in vS o 11 u n g a vorgekommen (siehe<br />

BERGROTH, 1894, S. 66; im Herbarium Musei Fennici liegen Exemplare vor<br />

mit der Notiz »Sandskär in litore marine sat cop. A. WAHLBERG 1896»). Hier<br />

ist sie jedoch durch Schafweide vollständig ausgerottet, wovon ich mich bei<br />

einem Besuch der Schäre am 10. 8. 1924 iiberzeugen konnte.<br />

Es tmterliegt kaum einem Zweifel, dass das Vorkommen im sudöstlichen<br />

Åland mit dem reichlichen Aujtreten in Korpo {Regio Aboënsis) zusammenhängt.<br />

Beide Vorkommnisse dilrjten ohne Zweifel mit dem Vorkommen im Ostbaltikum<br />

in Verbindung zu bringen sein.<br />

Die Art ist offenbar in der Ausbreitung<br />

begrijfen.<br />

Vorkommen in den am nächsten bei Åland liegenden Länder n:<br />

IVINDMAN: Svensk fanerogamflora, 1918, S. 284: »Havsstr., Sk. — Boh.,<br />

Öl., Gtl. sälls; Uppl. (Sandhamn).» — Stockholmstraktens växter, 1914, S. 59:<br />

»Skärgdrdsomr.: Djurö Sandhamn 1875 (A. G. Natliorst i Bot. Not. 1876) —<br />

1912; Möja Pråstkobb {Sv. Bot. Tidskr. 1910).» — Die letzterwähnten Angaben<br />

werden von LARVS-GUNNAR RoMEr


84 A. Palmgren, Die Einwaiideruiigswege der L'lora nach den Âlandsinseln<br />

SciiMiDT: Flora des silurischen Bodens von Ehstland, Nord-Livland uiid<br />

Oesel, 1855, S. 198: »In Bhstl.: W e r d e r (Bunge), D a g o an der Westspitze<br />

(Eichwald). Auf der Insel P û h h a d e-K a r r e im Kleinen Sunde!. Auf Oesel:<br />

Kibbasaar!, Sandel (Sass!), S w o r b e (Dr. Millier), Ab ro (Bunge.<br />

Werner, Bruttan), \V a i g a t-Insel (Sass!), K a r r a 1!.» — Desselben Verf.<br />

Flora der Insel Moon, 1854, fiilirt die Art niclit an. Ebenso findet sie sich niclit<br />

bei Russovv: Flora der Uragebung Revals, 1862 u. GRUNER: Versucli einer Flora<br />

Allentackens, 1864. — SKOTTSBERG U. VESTERGREN: Zur Kenntnis der Vegetation<br />

der Insel Oesel, 1901, S. 40: »Am felsigen Strande, besonders im Westen:<br />

Ins. F i 1 s a n d! (Smt. in L.FL. Suppl.), Kibbasaar (Snit. Fl.), W a i g a t-<br />

insel (Sass in Smt. FL), K a r r a 1 (Smt. FL; Conwentz), Sandel (Sass in Smt.<br />

FL), auf S w o r b e (Miiller in Smt. FL); — A b r o (Bunge, Werner, Bruttan in<br />

Smt. FL).» — LEHMANN: Flora von Polniscli-Livland, 1895, S. 318: »Liv. Oes.<br />

(Smt. 137); Cur. Windau (Fis., Lind.), Polangen (Jundz. — felilt bei Lap., vielleiclit<br />

verschwunden?).» sowie Nachtrag, 1896, s. 521: »Liv. Oes. Soëgininna bei<br />

Karral (Conwentz 188, Smt. 218), Filsand (Smt. 218).»<br />

Nach KUPFFER: Grundzuge der Pflanzengeographie des ostbaltischen Gebietes,<br />

1925, S. 112, ist die Art im Ostbaltikum auf seinen »Subdistrictus insularis»<br />

beschränkt, wo sie sowolil auf den Inseln Ösel, Moon, Dagö, Wormsö als auf<br />

dem Festland in der Wiek (Estonia maritima) vorkommt.<br />

Im Juni 1926 benierkte ich einige Exemplare auf der grusigen Siidspitze der<br />

Insel Abro {Ösel).<br />

MEINSHAUSEN: Flora Ingrica, 1'878, nennt die Art niclit.<br />

Ftir Finnland bemerkt Hj. HJEI,T. 1906, S. 395: »In maritimis extremis<br />

Fenniae maxime australis raro invenitur.» — In der naclifolgenden Detailbeliandlung<br />

werden ausser fiir Åland Vorkommnisse in den Provinzen Regio Aboënsis<br />

und Nylundia angegeben.<br />

OUÎ EKI^UND teilt mir fiir Korpo mit: »Häufig im sudöstlichsten Schärenarchipel,<br />

oft sehr kopiös.»<br />

Asplenium Ruta muraria L.<br />

Karte 2.<br />

Fiir diese Art sind aiif Åland zwei Lokalitäten bekannt. Die eine ist ein<br />

»kalkhaltiger Felsen» nahe der höchsten Spitze von Signilskär im Schärenarchipel<br />

von Signilskär in E c k e r ö (3L 8. 1892 u. 19. 7. 1019 HARALD LINIJ-<br />

BERG)^), die andere Brändö: Harholm (zum Dorfe Jurmo gehörig; 25. 8.1891<br />

I. O. BERGROTH)!). T)ber die letztere finden wir bei BERGROTH: Anteckningar<br />

om vegetationen i gränstrakterna mellan Åland och Åbo-området, 189^t,<br />

S. 52, bemerkt: »Bdö: Harholm (J.) ziemlich reichl. auf Kalkfelsen.»<br />

Also zwei isolierte Vorkommnisse, das eine im allerwestlichsten Åland,<br />

das andere im nordöstlichsten Teil der Landschaft.<br />

Of f enbär ist das westliche Vorkommnis schwedischen Ursprungs. Das östliche<br />

liegt sehr weit von den nächsten Fundplätzen entfernt. Woher sich<br />

das Vorkommen rekrutiert hat, diirfte schwer auszumachen sein.<br />

1) Exemplare im Herbarium Musei Fennici,


ACTA BOTANIC A FENNICA 2 85<br />

Vorkommen in den am nächsten hei Åland liegenden Ländern:<br />

O. R. HOLMBKRG: Hartmans handbok i Skandinaviens flora, 1922, S. 22:<br />

»öl. o. GU. a.; annars sälls.-<br />

.» — Uber die am nächsten bei Aland liegenden<br />

Gebiete heisst es: )>Srm. (Södermanland) St. Malm; östra del. spr.; Upl.<br />

skärg. till Singö; Stockholm; Harbonäs (åtm. ford.); .» Stockholmstraktens<br />

växter, 1914, zählt S. 19 eine grosse Anzahl Lokalitäten, die meisten in dem<br />

sudlichst gelegenen »Gebiet von IVIittel-Södermanland» (Mellersta Södermanlandsområdet)<br />

auf. tiber das Aland zugekehrte »Schärenarchipelgebiet» ist bemerkt:<br />

»Djixrö Runmarö vid Lerkila o. Nore; Nämdö fl. på norra Nämdö o. på<br />

skären; Ornö Mörby sjövretar; Utö Kroka.» — JOHANSSON: Hufvuddragen af<br />

Gotlands växttopografi och växtgeografi, 1897, S. 261: »Allm. på hällområdena.<br />

Måttl. EXV. .»<br />

SCHMIDT: Flora des silurischen Bodens von Ehstland, Nord-Livland und<br />

Oesel, 1855, S. 259: »An den Kalkfelsen bei Pullapä unweit Hapsal! (Jiirgens!).<br />

Auf M o o n!, auf der W a i g a t-Insel westlich von Filsand (Sass!).» —<br />

Desselben Verf. Flora der Insel Moon, 1854, S. 62: »Beide in Kluften der Kalkfelsen.»<br />

— SKOTTSBERG U. VESTERGREN: Zur Kenntnis der Vegetation der Insel<br />

Oesel, 1901, S. 90: »Selten: W a i g a tinseln (Sass in Smt. Fl.).» — LEHMANN:<br />

Flora von Polnisch-Livland, 1895, S. 128: »Liv. Stockmannshof gegeniiber Trentelberg<br />

Kalkfelsen!! (Ils.!), zwischen Stockmannshof und Kokenhusen (Kupf.),<br />

Kokenhusen (Heug.), Moon (Smt.); Est. Hapsal (Jiirgens), Waigatinsel (Sass);<br />

I\sk. (Bat.), Isborsk (Kge.); Cur. Bauske, Bornesmunde, Jungfernhof, Selburg<br />

[Bt. (13)], Illuxt (Dr. Fedorowicz — Mus. Herb, in Wilna nach Sel.); Lith. (Gil.?<br />

d. V.).» — Die Art ist nicht erwähnt bei Russow: Flora der Umgebung Revals.<br />

1862, GRUNER: Versuch einer Flora Allentackens, 1864, u. GLEHN: Flora der<br />

Umgebung Dorpats, 1860.<br />

MEINSHAUSEN: Flora Ingriça, 1878, nennt die Art nicht,<br />

Fiir Finnland gibt HJEI.T, 1888, S. 42 an: »In Fennia praecipue magis orientali<br />

raro (— rarissime) crescit et lat 66; 15' septentrionem versus attingit.» —<br />

In der nachfolgenden Detailbehandlung werden Vorkomnmisse in der Regio<br />

Aboënsis, Karelia Ladogensis, Karelia Onegensis, Kuusamo namhaft gemacht.<br />

Fiir die Regio Aboënsis erwähnt HjEi


86 A. Palmgren, Die lîiiiwandeningswege der Flora nacli den Âlaiidsinselii<br />

Avena pratensis L.<br />

Karte 3.<br />

Kommt an offenen Stellen in Laubwiesen sowie ganz besonders auf Hiigelwiesen<br />

vor. Siehe näher 1915, S. 205.<br />

Das reichlichste Vorkommen fällt auf den Schärenarchipel von Lemland.<br />

Ferner tritt die Art mit mehreren Lokalitäten auf der Hauptinsel von Åland<br />

(jedoch niclit in Hammarland angetroffen) und Eckerö sowie im nordwestlichen<br />

Schärenarchipel auf, Gegen Osten hin nimnit die Frequenz ah. So gibt<br />

es östlich von der Linie Saltvik: Strömma — L e m 1 a n d: Björkö nur<br />

einige vereinzelte Lokalitäten (eine auf der Hauptinsel Lemland und je eine in<br />

den Kirchspielen Vårdö, Saltvik, Sund, Föglö (nordöstlicher Teil), Sottunga<br />

und Kumlinge), wenn man von Kökar absieht, wo hinwieder nicht weniger<br />

als 5 Lokalitäten vermerkt sind. Anch f ur diese Art erscheint, wie fiir so<br />

viele andere. Kökar als ein begiinstigtes Gehiet. Sehr bemerkenswert ist das<br />

fast vollständige Fehlen in dem zwischen Kökar und Lemland gelegenen Föglö.<br />

Das Vorkommen auf Aland isi zweifelsohne hauptsächlich schwedischen<br />

Ursprungs. Mit dem zunehmenden Abstand sinkt die Frequenz nach Osten,<br />

Das auffallend reichliche und recht isoUerte Vorkommen auf Kökar scheint jedoch<br />

auf eine hesondere Einwanderung dorthin und von da wahrscheinlich nach<br />

Sottunga, NO-Föglö und Kumlinge zu deuten. Es liegt nahe, sich zu denken.<br />

dass dieselbe von Siidosten, aus dem Ostbaltikum stattgefunden hat.<br />

In ihrer Verbreitung scheint sich diese Art an Gymnadenia conopsea,<br />

Polygonatum midtiflorum, Dr ala incana, Artemisia campestris, Crataegus<br />

monogyna und Poly gala amarella anzuschliessen (s. S, 55—56), Besonders<br />

zeigt sie fiir den westlichen Teil ihres Vorkommens starke Ankniipfungspunkte<br />

an Polygonatum midtiflorum; wegen des östlichen erinnert sie stark an Polygala<br />

amarella.<br />

Vorkommen auf Åland:<br />

Kökar: Smedö, Hellsö, Österbygge-Näsudden—Dorf, Hamnö; Sottunga:<br />

Finnö; F ö g 1 ö: Nötö; L e m 1 a n d: Norrby—Söderby, Björkö, Jersö, Granö,<br />

Idliolm, Nåtö, Rödgrund, Inre Kalfskäret, Slätholm, Granholm, Skobbholm,<br />

Askö, Slätskär, Eskskär; Jomala: Ytternäs, Saltholm (Br. Fl.), Klinten (Br.<br />

FL), Sviby (H. M. F.), Möckelö, Ramsholm, Kungsö, Möckelby, bei der Kirche<br />

(H. M, F\), Dorf Jomala, Ytterby; Eckerö: Björnhufvud, Dorf vStorby, Storby-Öra,<br />

Holmskatan NO von Torp (H. M. F.), Fin bo, nach H. J.indberg: Böle<br />

hagar, Skeppsvik; Geta: Dörfer Vester- u. östergeta, Höckböle hohne, Isaksö,<br />

Äppelö-Granskär?, Snäckö (einz.); F i n s t r ö m: Bastö, bei der Kirche, Tjudö;<br />

Saltvik: Insel im Toböle träsk, Dorf Näs, Haga—Bergö, Kvarnbo (Consp. u.<br />

Collander), Rangsby—Ryssböle; Sund: Bomarsund (Pesola); V å r d ö: Ängö;<br />

Kumlinge: Seglinge.


ACTA BOTANIC A FENNICA 2 87<br />

Verbreitung in den Ländern znnächst hei Åland:<br />

LINDMAN: Svensk fanerogamflora, 1918, S. 84: »Backängar, Sk. — s. Nrl.,<br />

ÖL, Gtl., t. allm.» — Stockholmstraktens växter, 1914, gibt S 21 ein ausgedehntes<br />

Vorkonnnen an; fur mehrere Kirclispiele lieisst es liäufig oder zienil. häufig.<br />

— TIIKDENIUS: Flora öfver Uplands och Södermanlands fanerogamer och bräkenartade<br />

växter, 1871, S. 48: »På torr ängsmark och backar, teml. allmän.» —<br />

JOHANSSON: Hufvuddragen af Gotlands växttopografi och växtgeografi, 1897,<br />

S. 254: »Allm. Talr. — mängdv. .»<br />

SciiMiDT: Flora des silurischen Bodens von Khstland, Nord-Livland und<br />

Oesel, 1855, S. 256: »In Khstl.: an der Narowa (Ruprecht), bei K u s a 1,<br />

N e u e n h o f in Harrien, M ii n t e n h o f in Jerwen (Wied.). Auf Moon und<br />

Oesel liäufig.» — Desselben Verf. Flora der Insel Moon, 1854, S. 61: »Mit der<br />

Vorigen, seltener; bei P e d d a s t.» — Russow: Flora der Umgebung Revals,<br />

1862, S. 106: »Zerstreut und vereinzelt.» — GRUNER: Versuch einer Flora<br />

Allentackens. 1864, S. 523: »Durch das ganze Gebiet; jedoch von N nach S an<br />

Häufigkeit abnehmend. In Allant.: an der N a r o v a (Ruprecht) bei<br />

N_a rva!, C h u d 1 e i g h, T ù r p s a 1, W a r j e 1, Alt- und N e u-I s e n-<br />

h o f, S i r t s i, R u 11 i k, Geröllhiigel östl. von M e h n t a c k, Klein-<br />

P u n g e r n, I s a c kscher Höhenzug, P e r m e s k ù 11!; in Livl. in der Grantgrube<br />

bei C o n d o!.» — GLKIIN: Flora der Umgebung Dorpats, 1860, erwähnt<br />

die Art S. 571 ohne Angabe von Lokalitäten. — SKOTTSBERG U. VESTERGREN:<br />

Zur Kenntnis der Vegetation der Insel Oesel, 1901, S. 86: »Häufig.» — LEII-<br />

MANN: Flora von Polnisch-Livland, 1895, S. 145: »Trockene Wiesen, Hûgel,<br />

KBböschungen. Gemein. — Merkwùrdiger Weise fehlen fur Psk. u. Wil. Angaben.»<br />

sowie Nachtrag, 1896, S. 469: »A.. pratensis L. u. A. strigosa Schreb. sind<br />

fur Psk. — Ostrovv von Prg. u. Andr. (212) constatiert worden.»<br />

Im Juni 1926 notierte ich die Art auf Ösel (Arensburg, Siidspitze von Abro<br />

(IV), Pargel bei Arensburg (I) und westlich von Hapsal (I).<br />

MEINSHAUSEN: Flora Ingrica, 1878, S. 448: »Auf sonnigen Wiesen auf den<br />

Kalkstein-Hûgeln in der Umgegend von Narva sehr häufig.»<br />

Fur Finnland gibt HjEi^T, 1895, S. 395, an: »In Fennia maxime austrooccidentali<br />

vix supra 60 ' 30' lat. occurrit; qvamqvam distributio nondum satis<br />

explorata est, tamen rara esse videtur.»<br />

In Finnland ist die Art niir auf Åland und in der Regio Aboënsis angeiroffen.<br />

Die Darstellung bei HjEr,T (1. c.) lautet fiir die letzterwähnte Provinz folgendermassen:<br />

ȁbo: Nikl.!, cfr Zett. & Br. et Rupr. Diatr. p. 24; Pojo Aminne<br />

(Christiernin): His.; [Pojo] (»fq») A. Nyl., cfr Led. IV p. 414 et Rupr. Diatr. p.<br />

24, vide de his infra.»<br />

Ks ist zu beachten, dass die Art nicht bei BERGROTH: Anteckningar om vegetationen<br />

i gränstrakterna mellan Aland och Abo-området, 1894, angefiihrt ist.<br />

— Bei CAJANDER: Kasvistollisia tutkimuksia Mynämäen, Mietoisten ja Karjalan<br />

kunnissa, 1902, liest man dagegen (S. 85; Original finnisch): »Mt. (Mietoinen)<br />

und Pt. (das siidlichste Mynämäki) fq., am liebsten auf etwas offenerem<br />

Gelände als die vorige und oft an trockneren Stellen. Fehlt in den ubrigen Teilen<br />

des Gebietes.», also ein Vorkommnis im siidlichsten Teil des Untersuchungsgebietes.<br />

— O. EKI^UND: Sällsynta växtfynd i Ab Korpo, 1923, gibt S. 70 ein<br />

reichliches Vorkommen »auf den Calluna-Juniperus communis v. «ana-Heiden<br />

von Jurmo» an. Schriftlich -teilt mir EKI^UND fiir Korpo mit: »Rr Heiden von<br />

Jurmo, zieml. häufig und zieml. reichlich.»


88 A. Palmgren, Die lîiiiwandeningswege der Flora nacli den Âlaiidsinselii<br />

KUPFFER: Griindzùge der Pflanzengeograpliie des ostbaltisclien Gebietes,<br />

1925, erwähnt die Art S. 178 unter denen, fiir welclie eine Einwanderung während<br />

der subborealen Zeit wahrscheinlicli sclieint. Er fiihrt aus (S. 177—178): »Uni<br />

dieselbe Zeit des trockeneren Klinias mögen audi folgende Pflanzen aus deni<br />

Sudosten zu uns eingewandert sein, von denen einige noch heute weitverbreitet<br />

sind, da sie sicli den weiteren klimatisclien Änderungen anzupassen vermochten,<br />

während andere auf die Umgebung ilirer mutniasslichen Einwanderungsstrassen,<br />

die grossen Flussläufe (vgl. oben S. 145 u. 147), beschränkt sind: Ajuga<br />

genevensis, Allium oleraceum, Alopeciirns ventricosus, Artemisia campestris und<br />

vulgaris, Avena pratensis und pubescens, Cichorimn intyhus, Filipendiila hexapetala,<br />

Hieracium echiotdes und setigeriim, Ononis arvensis, Potentilla arenaria,<br />

Viola arenaria u. a. ni.»<br />

Brachypodium pinnatum (Iv.) PB.<br />

Karte 4.<br />

Kommt auf Hiigelwiesen in Laubwiesengebieten, oft zwischen Biischen vor.<br />

Siehe näher 1915, S. 221.<br />

Diese Art hat auf Åland eine sehr zerstreute Verbreitung. Die meisten<br />

Lokalitäten entfallen jedoch atif die westlichstcn Teile der Landschaft: je zwei<br />

in den Kirchspielen Lemland, Jomala imd Eckerö und je eine in den Kirchspielen<br />

Hammarland, Geta und Sund. Dazu kommt im Osten eine Lokalität<br />

in Kökar und ebenso eine in Kumlinge. Also eine lyiicke in Vårdö, Lumparland,<br />

Föglö und Sottunga.<br />

Ohne Zweifel sind die westlichen Vorkommnisse schwedischen Ursprungs.<br />

Fiir die beiden östlichen (Kökar: Idö imd Kumlinge: Ingersholm)<br />

kann man vielleicht mit grösserem Recht an eine Rekrntierung aus dem Ostbaltikum<br />

denken.<br />

In bezug auf die Verbreiturig scheint sich die Art am nächsten an Allium<br />

ursinum, Orchis mascula, Cephalanthera longifolia und Succisa pratensis anzuschliessen<br />

(sielie näher S. 57).<br />

Vorkommen auf<br />

Aland:^<br />

Kökar: Idö; L e m 1 a n d: Idholni, Idskär; J o ni a 1 a: Ytternäs, Möckelö;<br />

Hammarland: Frebbenby (Hult nach Cons]).); Eckerö: Olafsveden—<br />

öra. Öra und gleich Ö von Skeppsvik (H. Lindberg 1892 i H. M. F.); Geta:<br />

Bolstaholni (E. Sandell 1886 in H. M. F.; hier audi von E. Reuter (nach Consp.)<br />

u. Collander beobachtet); Sund: Brändbolstad; Kumlinge: Ingersholm<br />

(Bergroth, S. 59).<br />

Verbreitung in den Ländern zunächst hei Åland:<br />

LIXDMAN: Svensk fanerogamflora, 1918, S. 104: »Torra ängar, backar, de<br />

flesta sydl. landskap till Uppl. o. Vrml., t. sälls.; Öl., Gtl., allni.» — Stockholmstraktens<br />

växter, 1914, bietet mehrere Lokalitäten, audi in dem nach Åland hin


ACTA BOTANIC A FENNICA 2 89<br />

gekehrten »Scliärenarcliipelgebiet»; docli sclieint die Art dort niclit liäufiger zii<br />

sein als auf Aland. — TIIKDENIUS: Flora öfver Uplands och Södermanlands<br />

fanerogamer och bräkenartade växter, 1871, S. 31: »På ängsbackar och torra<br />

betesmarker; i Upland mångenstädes, isynnerhet allmän i Ilagunda och Lagunda<br />

härader äfvensom i Elfkarleby socken i norra Upland; i Södermanland<br />

sällsynt; Huddinge socken, mellan Agesta och Balingsta; Vårdinge socken,<br />

Sjuunda äng.» — JOHANSSON: Hiifvuddragen af Gotlands växttopografi och<br />

växtgeografi, 1897, s 250: »Allm. Talr. — mängdv. ,»<br />

SCIIMIDT: Flora des silurischen Bodens von Ehstland, Nord-Livland und<br />

Oesel, 1855, S. 258: »In Wierland: B o r k h o 1 m!. In Harrien: W a 11 k ii 11,<br />

H a g g e r s (Wied.), J elgimeggi (Glehn), M u n n a 1 a s (Weber), F ä h n a<br />

(Törmer). In der W i e k imd auf Oesel geniein.» — Desselben Verf. Flora der<br />

Insel Moon, 1854, S. 61: »Auf trocknen Waldwiesen, häufig.» — Russow: Flora<br />

der Umgebung Revals, 1862, S. 108: »Zerstreut. B o r c h h a r dtsche Wiese<br />

am Abhange des Laaksberges!. J elgimeggi (Glehn). F ä h n a (Törmer).<br />

Hark (Sengb.)! PI û e r!.» — GRUNER: Versuch einer Flora Allentackens,<br />

1864, S. 524: »a) vulgäre Koch. Auf den Hiigeln östlich von M e h n t a c k!,<br />

unter Gebusch bei Bogorodiz und an der B o r o W n a!» — GI,EIIN: Flora<br />

der Umgebung Dorpats, 1860, S. 572: »Zerstreut. Jama!; Annenhof!; Wohl<br />

durch das ganze Gebiet.» — SKOTTSBERG U. VESTERGREN: Zur Kenntnis der<br />

Vegetation der Insel Oesel, 1901, S. 84: »Hier und da durch das ganze Gebiet,<br />

nicht häufig. var. riipestris Host.: Oio! Kasti!» — LEIIMANN: Flora von<br />

Polnisch-Livland, 1895, S. 154: »Anhöhen, lichte Waldabhänge, trockene<br />

Buschwiesen. Zerstreut. —Nummerno bei Ruskulowo (L.); Janopol bei R., Wolkenberg,<br />

Inseln des Escha-Sees (R.); Diinawald bei Indritza, Kreslawka u.<br />

Kreutzburg (D.).»<br />

Im Juni 1926 zeichnete ich die Art auf ösel (Lode und Pargel (I)) sowie westlich<br />

von Hapsal auf.<br />

MEINSHAUSEN: Flora Ingrica, 1878, S. 429: »Avif trocknem Hiigellande, gewöhnlich<br />

in mit Wachholder bewachsenen Gegenden, im Kalksteingebiete häufig.»<br />

Fiir Finnland sagt HJELT, 1895, S. 446: »In Fennia austraH usqve ad 62° ad<br />

septentrionem versus raro obvium; in interiore parte in nonnullis plagis satis<br />

raro — passim occurrit, in Fennia orientali autem nondum visum est.» — In<br />

der nachfolgenden Datailbehandlung (1. c.) heisst es fiir die Regio Aboënsis:<br />

»ad Kathrinedal (C. J. Arrh.): Zett. & Br.; »på skogsbackar i Suikila gärde»:<br />

Leche p. 10 [forsitan incertumj; Vihti r Irjala in prato Kirveskallio: Printz;<br />

Vihti etiam in Olkkala Joensuu: af Hällstr., spec, vidi in herb. Bot. Byt.»<br />

Zu beachten ist, dass BERGROTH: Anteckningar om vegetationen i gränstrakterna<br />

mellan Aland och Abo-området, 1894, S. 59 ein Vorkommen nur auf<br />

K u m 1 i n g e: Ingersholm, also gar nicht in dem zum Aboer Gebiet gehörenden<br />

Teil des Untersuchungsgebietes angibt. — Ebenso findet sich die Art nicht bei<br />

CAJANDER: Kasvistollisia tutkimuksia Mynämäen, Mietoisten ja Karjalan kunnisvsa,<br />

1902. Desgleiclien fehlt sie nach Mitteilung von Oi


90 A. Palmgren, Die Einwaiideruiigswege der L'lora nach den Âlandsinseln<br />

Carex distans L.<br />

Karte 5.<br />

Tritt an Meeresufern, besonders auf kleinsteinigem Boden auf. Die Art<br />

wächst hier im allgemeinen unterhalb der das Ufer säumenden Bestände von<br />

Alnus rotnndifolia (stellenweise von Hippophaës rhamnoides).<br />

Die Verbreitung auf Åland ist recht bemerkenswert. Vor alleni ergibt<br />

sich ein allgemeines Vorkommen im westlichen Schärenarchipel von e m-<br />

1 a n d, woran sich einige Fundplätze in benachbarten Teilen von Jomala<br />

(aiich auf der Lumparschen Seite des Lemström-Kanals) anschliessen,<br />

sowie im nordwestlichen Schärenarchipel. In dem letzteren<br />

erstreckt sich das Vorkommen bis in die innersten Buchten bei Svartsmara<br />

und Bamböle herab. In den zwischenliegenden Gebieten scheint die<br />

Art fast vollständig zu fehlen. Das Vorkommen ist also im grossen ganzeti<br />

westlich, westlich von einer Linie zwischen der Siidspitze von Lemland und<br />

der Nordspitze von Geta lokalisiert. Östlich von dieser Linie gibt es nur einige<br />

isolierte Fundplätze, nämlich zwei im nordöstlichen Kökar, einen im siidlichsten<br />

Teil von V å r d ö, einen im siidwestlichen Sund (Klicksö) unweit<br />

des Eingangs zu der Föhrde Korsnäs fjärd, zwei in Saltvik bei der Bucht<br />

Kuggsund nördlich von Godby und einen im nordöstlichen Geta.<br />

Das westliche Vorkoynmnis ist offenhar westlichen Ursprungs. Dabei ist<br />

bemerkenswert, dass das Vorkommen im nordwestlichen Schärenarchipel ebenso<br />

häufig, ja vielleicht häufiger ist als in Lemland. Fiir mehrere Uferpflanzen ist<br />

ja das Vorkommen in diesem Schärenarchipel bemerkenswert spärlich. Zu<br />

beachten ist auch das Fehlen in dem Gebiet zwischen dem nordwestlichen<br />

Schärenarchipel und Lemland, also an der Westkiiste von Siid-Hammarland<br />

imd Jomala sowie an der Siidkiiste von Jomala. Vielleicht gibt diese Liicke<br />

in der Verbreitung zu erkennen, dass die beiden Hauptvorkommnisse voneinander<br />

unabhängig entstanden sind.<br />

Der I'^ndplatz im nordöstlichen Geta repräsentiert ganz sicher einen<br />

östlichen Vorposten desjenigen im NW Schärenarchipel.<br />

Die beiden Fundplätze in K ö k a r stehen offenbar in keinem Zusammenhang<br />

mit denen in Lemland. Sonst wiirde die Art kaum in Föglö fehlen. Am<br />

nächsten liegt es wohl, eine besondere Einwanderting nach Kökar und zwar<br />

am ehesten ans dem Ostbaltikiim, wo die Art auch vorkommt, anzunehmen.<br />

Bei dem Vorkommen im siidlichen V å r d ö kann man sich denken, dass<br />

es sowohl mit denen in Kökar als, und anscheinend zunächst, mit denen in<br />

Lemland und Jomala zusamnienhängt.<br />

Fiir die zwei Fundorte an der Bucht Kuggsund (Saltvik) ist wohl andererseits<br />

ein Zusammenhang sowohl mit dem Vorkommen in Vårdö wie mit dem<br />

in Lemland und Jomala, vielleicht auch mit dem im nordwestlichen Schären-


ACTA BOTANIC A FENNICA 2 91<br />

archipel denkbar, der Abstand bis zu den nächsten Fundorten daselbst beträgt<br />

niir 7 km. Audi ist zii benierken, dass die heutige Buclit Kuggsund einmal mit<br />

der Föhrde Vandö fjärd, also mit den Gewässern im Westen in Verbindung<br />

gestanden hat. Am nächsten gehören jedoch die Fundorte an jener Bucht<br />

zu einer Verbreitungsstrasse von lyemland her. Eine Station auf dieser Strasse<br />

wäre dann der Fundplatz in Sund, — ein Vorposten hinwieder der Fundort<br />

in Vårdö,<br />

In bezug auf den westlichen Teil ihres Verbreitungsgebietes schliesst sich<br />

die Art recht eng an Polygonaitmi multijlorum und Crataegus monogyna an<br />

(siehe S. 56),<br />

Die Art ist of f enbär in der Ausbreitung begriffen.<br />

Beachtung verdient, dass das Vorkonimen auf Åland reichlicher zu sein<br />

scheint als in der Stockliolnier Gegend (siehe S. 30 und unten).<br />

Verbreitimg in den am nächsten hei Åland liegenden Ländern:<br />

I^INDMAN: Svensk fanerogamflora, 1918, S. 144: »Gräsbevuxna havsstränd.,<br />

Boh. — n. Uppl., Gtl., täml. sälls.» — Stockholmstraktens växter, 1914, S. 38,<br />

gibt nur wenige I,okalitäten im mittleren Södermanland und im »Schärenarchipelgebiet»,<br />

drei im erstereu und sechs im letzteren an. — THEDENIUS: Flora öfver<br />

Uplands och Södermanlands fanerogamer och bräkenartade växter, 1871, S.<br />

427: »Pä gräsbeväxta hafsstränder, sällsynt; Nyköpings län: Betten i Nikolai<br />

sn.; Roslagen: på holmar vid Vettersö och Lagnö i Blidö sn., Kafverö skate på<br />

Söderön i Börstels sn.; Upsala län: Ängsskär i Hållnäs sn.» — Zur Vervollständigung<br />

des Obigen sei noch folgende Äusserung bei ERIK AI^MQUIST: Viktigare<br />

tillägg och rättelser till Upplands flora, 1919, S. 327, zitiert: »Till utbredningen<br />

lik C. extensa men sällsynt; nordligast vid H å 11 n ä s Ängskär (Thed. Fl.)! och<br />

Flottskär. Som övriga nya lokaler kan jag blott anföra: G r ä s ö Kalvhagen<br />

och Getskär; Börs til en holme i Östhammarsfjärden (S!).» — JOHANSVSON:<br />

Hufvuddragen af Gotlands växttopografi och växtgeografi, 1897, S. 244: »H.o.d.<br />

på stränderna. Måttl. — talr. Exv. Fårö .»<br />

SciiMiDT: Flora des silurischen Bodens von Ehstland, Nord-Livland und<br />

Oesel, 1855, S. 253: »In Ehstland, im Westen: Fähna (Törmer), Hapsal<br />

(Jiirgens), Pucht!. Auf Moon!. Auf Oesel: St. J o h a n n i s!, K i b b a-<br />

saar!, Arensburg (Werner!). Bei uns nur auf Wiesen am Meeresstrande.»<br />

— Desselben Verf. Flora der Insel Moon, 1854, S. 59: »Auf feuchten Wiesen am<br />

Meeresstrande, unter dem I g o-P a n k, bei P e d d a s t.» — RUSSOW: Flora<br />

der Umgebung Revals, 1862, S. 104 gibt nur »F ä h n a (Törmer)» an. — SKOTTS-<br />

DERG u. VESTERGREN: Zur Kenntnis der Vegetation der Insel Oesel, 1901, S.<br />

80: »Am Meeresstrande: Lode! Kirasaar! Naswa! Orisaar!<br />

Kasti! St. Johannis, Kibbasaar (Snit. Fl.); — F i 1 s a n d!» —<br />

LEIIMANN: Flora von Polnisch-Livland, 1895, S. 166: »Liv. Lemsal (Rapp),<br />

Moon, Oesel; Est. Wiek (Smt.), Cur. Tuckum (Lhrt.); Lith. (Gil., Jundz., Eichw.),<br />

Grod. Bialystok (Ejsni.), Brest!!; Moh. (Tschol.).» — GRUNER: Versuch einer<br />

Flora Allentackens, 18^4, fixhrt die Art nicht an.<br />

KUPFFER: Grundziige der Pflanzengeographie des ostbaltischen Gebietes,<br />

1925, erwähnt die Art S. 114—115 unter folgender Ûberschrift: »Ferner sind


92 ^. Palmgren, Die Einwanderungswege der Flora nacli deii Alaiidsiiiseln<br />

fiir die ostbaltische Inselflora noch folgende Pflanzen cliarakteristiscli, die aiif<br />

unserem Festlande eine viel geringere Verbreitung aufweisen: .»<br />

Iin Juni 1926 beobaclitete ich die Art auf ösel melirerorts an Meeresufern bei<br />

Arensburg (I—II) iind auf der Insel Abro (westl. Ufer und am nördliclien Teil<br />

der von Sixdvvesten hereinragenden Buclit).<br />

MEINSHAUSEN: Flora Ingrica, 1878, erwähnt die Art nicht.<br />

In Finnland ist die Art nicht aiisserhalb Ålands angetvoffen. So fehlt sie<br />

(nach Mitteilung von OIVE EKI^UND) audi in Korpo.<br />

Allium urslnum L.<br />

Karte 6.<br />

Kommt in Hainen vor, Siehe näher 1915, S. 252.<br />

Von dieser Art sind auf Åland vier I^okalitäten bekannt. Am friihesten<br />

bekannt wurde der Wuchsplatz auf Jomala: Ramsholm, wo die Art reichlich<br />

an mehreren Stellen in Haselnusshainen auftritt. Ferner ist sie aus Jomala:<br />

Dalkarby angegeben. Wahrscheinlich ist sie hierher von Ranisholm verpflanzt.<br />

Weiter ist sie von I^ektor W. SJÖBLOM auf Hammarland:<br />

Skarpnåtö gefunden worden (laut miindlicher Mitteilung).<br />

Zu diesen Fundorten im siidwestlichen und nordwestlichen Aland kommen<br />

zwei ganz siidöstlich in K ö k a r. Der eine ist der sog. Lökliden (ei n ûppiger<br />

Hain mit reiclilichem Vorkommen u. a. von Allium Scorodoprasum) auf Idö,<br />

der andere liegt auf dem mit Idö fast verwachsenen Brändholm. Auf dieser<br />

letzteren Insel tritt die Art in einem sehr schönen Bestand auf; im I,ökliden<br />

ist sie recht spärlich.<br />

Die heiden letztgenannten Lokalitäten liegen 60 km von Ramsholm entfemt.<br />

In den dazwischenliegenden Kirchspielen Lemland und Föglö ist die<br />

Art nicht angetroffen.<br />

Allium ursinum schliesst sich also an die recht vielen Arten an, die ein<br />

bemerkenswertes Vorkommen im siidöstlichsten Åland, in Kökar haben.<br />

Es scheint nicht unwahrscheinlich, dass hier eine Verbreihmg vorn Ostbaltikum<br />

her vor liegt.<br />

Die westlichen Fundorte gehen offenhar auf schwedische Einwanderer zuriick.<br />

In bezug auf ihr Vorkommen scheint sich die Art am nächsten an Orchis<br />

mascula, Cephalanthera longifolia und Succisa pratensis anzuschliessen (siehe<br />

näher S. 57).<br />

Vorkommen in den Ländern am nächsten bei Åland:<br />

LINDMAN: Svensk fanerogainflora, 1918, S. 166: »Lövskog, Sk, — Dis. o<br />

Uppl., Gtl,, sälls. men oftast i massa.» — Stockholmstraktens växter, 1914, erwähnt<br />

S 8 niehrer.' Lokalitälen. die meisten davon in dem gegen Åland gerichte-


ACTA BOTANIC A FENNICA 2 93<br />

ten »Schärenarcliipelgebiet». — THKDKNIUS: Flora öfver Ui)laiids ocli Södermanlands<br />

fanerogamer och bräkenartade växter, 1871, S. 148: »På fuktiga ställen<br />

i lundar, teml. sällsynt.» — JOHANSSON: Hufvuddragen af Gotlands växttopografi<br />

och växtgeografi, 1897 S. 232: »H. o. d. på n. och s. Gotl., däremot sälls.<br />

på ett bredt bälte af mellersta. Talr. — mängdv. Exv. ,»<br />

SciiMiDT: Flora des silurischen Bodens von Ehstland, Nord-Livland und<br />

Oesel, 1855, S. 246: »In Ehstl., am westlichen Glint: W i e m s (Wied.!), Fall<br />

(Törmer), Baltischport (Weber), auf Pu elit!. Auf Oesel: A b r o!,<br />

Kibbasaar (Werner, Bruttan!), K a r r a 1!.» — Russow: Flora der Unigebung<br />

Revals, 1862, S. 98: »Am Glint in Wiems (Wied.)! und C a t h a r<br />

(Pahnsch)!.» — Die Art ist nicht erwähnt bei GRUNKR: Versuch einer Flora Allentackens,<br />

1864, und GLEHN: Flora der Umgebung Dorpats, 1860. — SKOTTS-<br />

BERG u. VESTERGREN: Zur Kenntnis der Vegetation der Insel Oesel, 1901, S.<br />

72: »Selten: Kibbasaar (Werner, Bruttan), K a r r a 1 (Smt.), A b r o (Smt.)<br />

nach Smt. Fl.» — LEIIMANN: Flora von Polnisch-Livland, 1895, S. 182: »Liv.<br />

Pernigel, Kurbisstrand (Rapp), Abro, Oesel (Smt.); Est.; Cur. Dondangen (Fis.,<br />

Bt., Wlk., Kge., Ils.), Moritzholm, Usmaiten-See (Kupf); Lith. fjundz.), Wil.<br />

(Eichw., Mus. Herb.): Grod. (Gil.); Moh. (Tschol.).» sowie Nachtrag, 1896, S.<br />

479: »Liv. Neu-Karrishof (Kies. 48), Köppo, am Hallistfluss; Est. Ontika (Smt.<br />

218).»<br />

Im Juni 1926 beobachtete ich die Art in den dichten Hainen (Laubwäldern)<br />

auf der Insel Abro {Ösel).<br />

MEINSHAUSEN: Flora Ingrica, 1878, nennt die Art nicht.<br />

In Finnland ist die Art ausserhalb Ålands nur an einer Lokalität in Nyland<br />

(Borgå: Pellinge: Waldwiese 6. 7. 1908 VERA VON IIERTZEN; Exemplare im Herbarium<br />

Musei Fennici) angetroffen. Hierher diirfte sie of f enbär aus Estland gekommen<br />

sein (siehe PALMGREN: Juncus balticus Willd., neu fiir Nyland, 1927).<br />

— Insbesondere sei hervorgehoben, dass OLE EKLUND die Art laut Mitteilung<br />

nicht in Korpo gefunden liat.<br />

Polygonatum multiflorum L.<br />

Karte 7.<br />

Tritt an beschatteten Stellen in Laubwiesen und in Hainen auf. Siehe näher<br />

1915, S. 256.<br />

Diese Art ist aus sämtlichen Kirchspielen, abgesehen von Sund, Lumparland<br />

und Föglö, aufgezeichnet. Alle Fiindplätze bis auf zwei im NW Saltvik<br />

liegen auf Inseln eder Landzungen. Die Einwandenmg ist mithin angenscheinlich<br />

verhåltnismässig späten Datums.<br />

Das häufigste Vorkommen fällt auf den Schärenarchipel von Lemland<br />

(15 Lokalitäten). Danach kommt der NW Schärenarchipel (10 Lok.) und das<br />

siidliche Jomala (6 Lok.). Bemerkenswert ist, dass nur drei Lokalitäten aus<br />

Eckerö und nur zwei aus dem kontinentalen Hammarland bekannt sind.<br />

Im östlichsten Åland ist die Art wieder recht verbreitet: Kökar (5 Lok.),<br />

Sottunga (3 Lok.), Kumlinge (1 Lok.) und Brändö (3 I,ok.).


94 A. Palmgren, Die Eimvanderungswege der Flora nach den Alaiidsinseln<br />

In der Verbreitung der Art herrscht also in der Richtung von SO nach NW<br />

eine IJicke, welche Föglö, Lumparland, Sund und fast ganz Saltvik umfasst (die<br />

drei in Saltvik bekannten Lokalitäten liegen ganz im Westen). Dass die Art<br />

niclit aus Sund aufgezeichnet worden, ist weniger merkwiirdig. Das Kirchspiel<br />

ist stark angebaut, weshalb ein friiheres Vorkommen möglicherweise<br />

ausgetilgt worden ist. Ûbrigens ist auch nicht ausgeschlossen, dass sie dort<br />

noch gefunden wird. Sehr bemerkenswert ist dagegen das Fehlen in Föglö,<br />

da dieses Kirchspiel zahlreiche gute Wuchsplätze bietet und die Art dazu<br />

im Westen reichlich in dem Nachbarkirchspiel Lemland und im Osten melirerorts<br />

in den angrenzenden Kirchspielen Sottunga und Kökar vorkommt.<br />

Erinnert in der Verbreitung in gewissem Grad an Gymnadenia conopsea<br />

(siehe S. 59). Der Unterschied ist vor allem der, dass das Vorkommen auf<br />

der Hauptinsel Aland ein unbedeutendes Stiick (ca. 7 km) weiter nach Osten<br />

geht; zwei Lokalitäten im NW Saltvik sowie ein paar am F'ârjsund und eine<br />

an der Siidspitze von Lemland kommen hinzu. Auch ist zu bemerken, dass die<br />

Art ihr reichlichstes Vorkommen in Lemland, Gymnadenia dagegen im NW<br />

Schärenarchipel hat. — l-erner zeigt die Art Beriihrungspunkte mit Draha<br />

incana und Artemisia carnpestris (siehe S. 56).<br />

Wie ist die oben angegebene Verbreitung zu erklären?<br />

Vielleicht kann man sich denken, dass die Verbreitung nach Aland teils<br />

(fiir die Hauptinsel Aland, Lemland und den NW Schärenarchipel) von Uppland,<br />

teils (fiir den östlichen Schärenarchipel, also Kökar, Sottunga, Vårdö,<br />

Kumlinge, Brändö) vom Ostbaltikiim her erfolgt ist. Hierbei verdient vielleicht<br />

Beachtung, dass die Art im östlichen Teil ihres Vorkommens stark an<br />

Suaeda maritima erinnert (vgl. PALMGREN. Ny fyndort för Suaeda maritima<br />

(L.) Dum., 1925 sowie Suaeda maritima (L.) Dum. auf Aland, 1927), die man<br />

unstreitig als einen ostbaltischen Einwanderer betBachten muss.<br />

Vorkommen aiif Åland:<br />

Kökar: Idö, Brunskär, Lindö, Ängholm (Arrh. nach Consp.), IIusö,<br />

Haiunö; Sottunga: Finnö n. öjen, Ärlingklobb, Dragsö; L e ni 1 a n d: Ledsund,<br />

Björkö, Jersö, Granö, Rönnskär, Idliolm, Nåtö, Rödgrund, Inre u.<br />

Yttre Kalfskäret, Slätholm, Granholm, Skobbholni, Askö, Eskskär; Jomala:<br />

Ytternäs—Espholm, Klinten, Öfvernäs (J. ÄI. af Tengström u. Bergstr. nach<br />

Consp.), Mariehamn (auf dem Boden von Öfvernäs aufgefiihrt; Hult nach<br />

Consp.), Möckelö, N. von Möckelö, Ramsholm, Kungsö; Hammarland:<br />

Strömma, Skarpnåtö, Äppelö; Eckerö: Torp (H. M. F.), nach H. Lindberg<br />

westl. von Öra, Långviken; Geta: Dånö, Ramsholm (Ch. E. Boldt nach<br />

Consp.), Bolstaholm (Hult nach Consp.); F inströ m: Skabbö, Bastö, Björkö,<br />

Bergö, Bergö-Husö, Godby (J. M. af Tengström u. Bergstr. nach Consp.),<br />

Emkarby (E. Reuter nach Consp.), Örnäs; Saltvik: Dorf Toböle u. Insel<br />

ini Toböle träsk, Haraldsby holmen (Arrh. u. Kihlm. nach Consp.); Vårdö:<br />

Ijsterbyholmen (Laurén nach Consp.); K u m 1 i n g e: Ingersholm; B r ä n d ö:<br />

Uorf Brändö-Söderholm, Björkö-E.spskär (Bergroth, S. 5'i), vSkinnarskär.


ACTA BOTANIC A FENNICA 2 95<br />

Verbreitung in den Ländern znnächst bet Åland:<br />

IVINDMANN: Svensk fanerogamflora, 1918, S. 169: »Lövskog, skogsbryn,<br />

täml. sails., Sk. — Vrnil. o. Gstr., Äng., Öl., Gtl.» — Stockholmstraktens växter,<br />

1914, gibt mehrere Ivokalitäten an. Die Art ist daselbst jeclocli kaum häufiger<br />

als auf Aland. — THEDENIUS: Flora öfver Uplands och Södermanlands fanerogamer<br />

och bräkenartade växter, 1871, S. 152 (s. n. Convallaria multiflora): »I<br />

lundar, flerstädes, t. ex.<br />

.» — JOHANSSON: Hufvuddragen af Gotlands<br />

växttopografi och växtgeografi, 1897, S. 233: (s. n. Convallaria multiflora):<br />

»Sälls. Måttl. Bunge (S) vid Stux och Utbunge (ES o. a.!); Luramelimda s. om<br />

kkan (hb.!); Torsburg (S); Ardre (Wg).»<br />

SciiMiDT: Flora des silurischen Bodens von Ehstland, Nord-Livland und<br />

Oesel, 1855, S. 245: (s. n. Convallaria mult.): »In Ehstl.: vorzuglich am Glint<br />

vmd in der W i e k. Auf M o o n und Oesel häufig.» — Desselben Verf. Flora<br />

der Insel Moon, 1854, S. 56: »In Wäldern, avif iippigem Boden, häufig.» —<br />

Russow: Flora der Umgebung Revals, 1862, S. 98 (s. n. Convallaria mult.)-.<br />

»In C a t h a r. (Wied.)!, W i e m s. Hark (Sengbusch)!; T i s c h e r, Murrast,<br />

S u r r u p!.» — GRUNER: Versuch einer Flora Allentackens, 1864, S. 51 5<br />

(s. n. Convallaria mult.)-. »In Wäldern, unter Gebusch. Auf der Narovainsel bei<br />

K n ä s s e 1 o, W a i w a r a, A 1 t-I s e n h o f!.» — GLEHN; Flora der Umgebung<br />

Dorpats, 1860, S. 563 {s,. n. Convallaria mult.)\ »Ebenfalls nicht häufig. In Gebiischen<br />

zwischen Jama und Rathshof; Zwischen dem Techelferschen Nadelwalde<br />

imd Pajo!; Im Wäldchen bei Annenhof.» — SKOTTSBERG U. VESTERGREN:<br />

Zur Kenntnis der Vegetation der Insel Oesel, 1901, S. 73 (s. n. Convallaria midt.)\<br />

»Selten: A r e n s b u r g an melireren Stellen! Kasti! N e u 1 ö w e 1!» —<br />

LEIIMANN: Flora von Polnisch-Livland, 1895, S. 184: »Schattige Laub- u. gemischte<br />

Wälder auf Humusboden. Zerstreut. Alt-Rickhof, Lesna (Fri. J. Dahlwitz!),<br />

Presma, Benislawovvo, Insel des E.scha-Sees (R); Ruskulowo, Bolwa (L.);<br />

Kolup, Anspach, Kostyr (D.) u. a. a. O.» — In allén Nachbarfloren. Cur. Schlottenhof,<br />

Sieckeln, Stabben, (Bt.), Griwa (Kupf.), Dondangen (Kge.), Kalkulinen!!<br />

u. a. a. O.» sowie Nachtrag, 1896, S. 480: »Liv. Werro — Roseninsel, Neu-Kaseritz<br />

(Abel); Psk. — Ostrow (Prg. 210).»<br />

Im Sommer 1926 bemerkte ich die Art an melireren Orten auf ösel (Lode (I).<br />

Insel Abro (dichter Plain, III), Pargel (I), am Fusse des Widobergs) sowie<br />

vvestlich von Hapsal.<br />

MEINSHAUSEN: Flora Ingrica, 1878, S. 350 (s. n. Convallaria mult.): »In<br />

Wäldern, au Feldern, oft auf Wiesen an Gebiisch; zerstreut in ganz Ingrien.»<br />

Fiir Finnland gibt HJEI.T, 1892, S. 119, an: »In Alandia satis raro, ceteroqvin<br />

in vicinitate orae maritimae australis raro, in interiore parte Fenniae maxime<br />

australis rarissime invenitur; in septentrionem versus ad 6l°30' fere adnotatum.>;<br />

In der nachfolgenden Detaildarstellung heisst es ûber die Regio Aboënsis<br />

(S. 120): »r: Zett. & Br., spec, e [Reso] lîkstenshohn!; Åbo Kuppis: E. Reuter;<br />

Korpo Kråkskär: A. Liljenstrand in dupl.!; Pargas Smedsholmen [adQvidja]:<br />

[J. M. J. af Tengström]! et Arrh. Ann.; Nystad Birkliolm Käpyli et Puttsaari<br />

Tevaluoto: Hollm.; Halikko Vaisakko: K. E. v. Bonsdorff!; Kimito Jungfrusund:<br />

H. M. Linden in herb. lyc. n.; Pojo: G. H. Grönroos et Ilj. Baer in herb<br />

lyc. n.»<br />

Erwähnenswert ist, dass BERGROTH: Anteckningar om vegetationen i gränstrakterna<br />

mellan Åland och Åbo-området, 1894, S. 54, die Art nicht aus den<br />

Grenzkirchspielen (in der Regio Aboënsis) Iniö, Töfsala, Giistafs, wohl aber von


96 A. Palmgren, Die Einwaiideruiigswege der L'lora nach den Âlandsinseln<br />

Aland: Brandö n. Kumlinge anfûhrt. — CAJANDER: Kasvistollisia tutkimuksia<br />

Mynämäen, Mietqisten ja Karjalan kimnissa, 1902, erwähnt sie nicht.<br />

Fur Korpo teilt mir Oi,E EKIVUND mit: »In den nördlicheren und westlichen<br />

Teilen zerstreut — zienil. selten, sonst nicht gefunden.»<br />

Zur Beleuchtung des Vorkoniniens in der Kiistengegend von Nyland sei folgende<br />

Äusserung von W. BRENNER: Växtgeografiska studier i Barösunds skärgård,<br />

I, 1921, S. 75, zitiert: »S. r. 4. Orslandet, Stor-Ramsö Torsliolm, Langlö,<br />

Lingonsö; mest i örtrika lövskogar. Antagligen liemeradiafor.»<br />

Orchis mascula ly.<br />

Karte 8.<br />

Konimt in Laubwiesen sowohl an offenen wie etwas geschlossenen Stellen<br />

vor. vSiehe näher 1915, S. 2G0.<br />

Das hauptsächliche Vorkommen entfällt auf das westliche Åland, Die<br />

Art ist hier von 7 lyokalitäten (sämtlich eine einzige Gruppe bildend) im Schärenarchipel<br />

von e m 1 a n d, aus Jomala: Ramsholm und von einer Lokalität<br />

im vSchärenarchipel von Geta bekannt. Dieses westliche Vorkommen ist<br />

ofjenhar schwedischen Ursprungs.<br />

Welter aber liegt eine einzelne Lokalität in K ö k a r (der schon fiir Allium<br />

ursinum (S. 92) erwähnte Hain Lökliden auf Idö) vor. Wie bei der erwähnten<br />

Art scheint es audi bei der hier in Rede stehenden wahrscheinlich, dass eine<br />

Einwanderung nach Kökar aus dem Ostbaltikum stattgefunden hat.<br />

In bezug auf die Verbreitung zeigt die Art am nächsten Beriihrungspunkte<br />

mit Allium ursinum, Cephalanthera longifolia und Succisa pratensis<br />

(siehe S. 57).<br />

Verbreitung in den am nächsten bei Åland liegenden Ländern:<br />

LINDMAN: Svensk fanerogamflora, 1918, S. 176: »Ängar, lundängar, Sk.,<br />

Bl., Öl., Gtl., täml. allm.; Sm., Hall., Dis., Uppl. sälls.» — Stockholmstraktens<br />

växter gibt S. 134 11 Lokalitäten an, darunter 9 in dem nach Åland hin liegenden<br />

»Schärenarchipelgebiet». — TIIEDENIUS: Flora öfver Uplands och Södermanlands<br />

fanerogamer och bräkenartade växter, 1871, fiihrt die Art nicht an.<br />

— ERIK AI,MQUIST: Viktigare tillägg och rättelser till Upplands flora, 191,9,<br />

S. 329: »Djurö Munkön (jfr SBT. 1917, sid. 143); B 1 i d ö Rödlöga Storskär<br />

(DR). Norr om St.-tr. känd från: Vä tö Lidö (HN Fl. 1879), Skabbholmen<br />

(HESSELM. 1904); Björkö St. Asken i mängd (Et!); Singö Ramsan (SBT.<br />

1909, sid. 79, där även Vätö-lokalerna nämnas). — Lokalen »nära Norrtälje»<br />

(ibid.; St. V.) bör utgå ss. utan tvivel varande identisk med Lidö. Uttrycket användes<br />

av TIIED. vid första meddelandet av arten såsom up])ländsk (se BN.<br />

1881, sid. 67); men i THED, mscr., vari införts alla för provinsen nya arter, står<br />

endast: Lidö 1876, fimnen av O. STERN'VAI.L. Arten torde blott finnas i skärgården.»<br />

— JOHANSSON: Hufvuddragen af Gotlands växttopografi och växtgeografi,<br />

1897, S. 225: »Mycket allm. Måttl. — talr.»


ACTA BOTANICA FENNICA 2 97<br />

SCHMIDT: Flora des silurisclien Bodens von Ehstland, Nord-Livland und<br />

Oesel, 1855. S. 242: »In Elistl.: F ä h n a (Törnier!), J e 1 g i m e g g i (Glelin!).<br />

Auf Moon! iind Oesel! häufig.» — Desselben Verf. Flora der Insel Moon,<br />

1854, S. 55: »Mit O. militaris, niehr auf trocknem Boden.» — Russow: Flora der<br />

Umgebimg Revals, 1862, fiihrt S. 97 die obenerwähnten Fähna und Jelginieggi<br />

sowie ausserdem Strandhoff an. — GRUNER: Versuch einer Flora Allentackens,<br />

1864, erwälint die Art nicht; ebenso nicht G 1 e h n: Flora der Unigebung Dorpats,<br />

1860. — SKOTTBERG U. VESTERGREN: Zur Kenntnis der Vegetation der Insel<br />

Oesel, 1901, S. 68: »Hier und da: A r e n s b u r g an mehreren Stellen! S e p p a!<br />

Kergel! Kasti! Wedroko!» — LEHMANN: Flora von Polniscli-Livland,<br />

1895, S. 187: »Kin Fundort: Waldwiesen bei Kostyr (D.). Hier die var. c.—<br />

Liv. (Heug.), zwischen Kokenhusen u. Römershof an d. EB!!, Moon, Oes. liäufig<br />

(Smt.); Est; Cur, (Fis., Lind., Lhrt.), Zierau (J. Miiller), Scheden Kabillen, Lauzen<br />

(Kupf.); Lith. (Gil., Jundz., Eichw.); Grod. (Lind.); Wil. (Mus. Herb.);<br />

Minsk (Lind.), Nowogrudek (Dyb.!); Moli. (Lind.), var. b. obtusiflora Koch.<br />

Balticuni (Kge.). — c. acutiflora Koch. Balticum (Kge.).»<br />

KUPFFER: Grundziige der Pflanzengeographie des ostbaltischen Gebietes,<br />

1925, erwähnt S. 115 die Art unter denen, welche fiir die »ostbaltische Inselflora»<br />

charakteristisch sind, während sie auf dem Festland »eine viel geringere<br />

Verbreitung» zeigen.<br />

Im Juni 1926 beobachtete ich die Art auf Ösel: Lode auf trockenem off enen<br />

Gelände und in Pargel (III).<br />

MEINSIIAUSEN: Flora Ingrica, 1878, nennt die Art nicht.<br />

In Finnland ist die Art nur von Åland bekanni. Es sei besonders betont, dass<br />

Oi,E EKI,UND sie nicht in Korpo angetroffen hat (briefliche Mitteilung).<br />

Gymnadenia conopsea (L.) R. Br.<br />

Karte 9.<br />

Kommt an offenen Stellen in Laubwiesen und auf Hugelwiesen vor. Siehe<br />

näher 1915, S. 265.<br />

Die grosse Mekrzahl der Wiichspiätze entfällt auf Inseln und Landznngen.<br />

Ausnahmen machen nur zwei Lokalitäten in der Gegend der Kirche von<br />

Jomala sowie Lokalitäten im Dorfe Östergeta und bei dem Gehöft Bolstaliolm<br />

in Geta wie auch in H a m m a r 1 a n d: Snlis und Bredbolstad.<br />

Die vorliegende Art zeigt eine selir bemerkenswerte Verbreitung (siehe<br />

auch S. 55—56). Dabei handelt es sich im grossen ganzen um ein wesiliches<br />

und ein östliches Verhreitungsgehiet. Das westliche seinerseits zerfällt in ein<br />

nordwestliches und ein stidwestliches.<br />

Am häufigsten ist die Art im nordwestlichen Teil der Landschaft. Sie<br />

kommt hier recht gewöhnlich und mit ziemlich gleichmässiger Frequenz in<br />

Geta (8 Lokalitäten), im nördlichen und mittleren Hammarland bis<br />

nach Kattnäs, etwas slidlich von Frebbenby hinab (10 Lok.) und in E c k e r ö<br />

(10 Lok.) vor. — Mit ungefähr derselben Frequenz wie im NW tritt sie weiter<br />

7


98 A. Palmgren, Die Eimvanderuiigswege der Flora nacli deii Ålandsinseln<br />

im Sudwesten, im westlichen Schärenarchipel von Lemland auf (5 Lok,).<br />

In dem dazwischenliegenden Jomala sind bemerkensvverterweise nur zwei<br />

Ivokalitäten bekannt (beide bei der Kirche von Jomala). Auf der Haiiptinsel<br />

Åland fehlt die Art ganz in Finström, Saltvik und Sund. Ferner fehlt sie auf<br />

der Hauptinsel Lemland, in Lumparland, in Vårdö, abgesehen von dem nördlichsten<br />

Teil des Kirchspiels, und in ganz Föglö.<br />

Die Grenze des westlichen Vorkommens geht also in ziemlich gerader Linie<br />

von Östergeta im Norden ûber die Kirche von Jomala nach Lemland:<br />

Jersö im Siiden. Östlich von dieser Linie und in 20—40 km Abstand von derselben<br />

tritt die Art wieder bei einer ziemlich geraden Linie auf, die von Hamnö<br />

im nordwestlichsten Vårdö nach Kökar: Idö läuft. An dieser Linie erscheinen<br />

drei voneinander isolierte Verbreitungsgruppen, eine im nördlichsten<br />

Vårdö, nördlich von der Föhrde Boxö fjärd (5 Inseln), eine inSottunga<br />

(3 Inseln) und eine in Kökar (4 Inseln). Alle diese I.okalitäten liegen in<br />

einer Breite von höchstens 7 km an einer von SO nach NW gehenden Linie<br />

von 70 km Länge.<br />

Von dem Vorkomnmis in Sottunga geht gegen NO ein Vorkommnis in<br />

K u m 1 i n g e und Brändö aus. (5 Lokalitäten auf der Hauptinsel Kunilinge<br />

und nächstgelegenen Inseln sowie eine auf Kumlinge: Björkö, welche Insel<br />

sich geographisch an das siidlichste Brändö anschliesst. Nach BERGROTH<br />

kommt die Art ausserdem auf Jurmo: Harholm im nördlichsten Brändö vor.)<br />

Das oben angegebene Vorkommen ist recht bemerkenswert. Es legt heredtes<br />

Zeugnis von der Notwendigkeit genauer Detailangahen iiber die Verhreitung<br />

ab. Nur auf Grund solcher kann hier auf die eigenartige Liicke in der<br />

Verbreitung quer durch Åland hingewiesen werden. Es hätte ausserordentlich<br />

nahe gelegen, fiir die Art eine recht gleichmässige Verbreitung anzugeben.<br />

Wie ist diese ungleichmässige Verbreitung zu erklären? In standörtlichen<br />

und kliraatischen Verhältnissen hat sie nicht ihren Grund. Geeignete Lokalitäten<br />

sind in alien Gegenden, wo die Art fehlt, reichlich vorhanden.<br />

Am wahrscheinlichsten diinkt mich folgende Erklärung:<br />

Hinter dem Vorkommen auf Åland liegt keine einheitliche Einwandcrungsgeschichte.<br />

Das westliche Vorkommnis stammt zweijellos aus Schweden. Vielleicht haben<br />

sich dabei das im Schärenarchipel von Lemland und das im nordwestlichen<br />

Åland (Eckerö, Hammarland, Geta) aus verschiedenen Richtungen rekrutiert.<br />

Der Umstand, dass die tiberwiegende Zahl der Lokalitäten im Schärenarchipel,<br />

also in recht niedrigen Niveaus liegt, scheint fiir eine späte Einwanderung zu<br />

sprechen.<br />

Schwerer ist das östliche Vorkommnis zu verstehen. 1st auch dieses schwedischen<br />

Ursprungs (in solchem Fall vielleicht mit dem weståländischen zusamnienhängend)<br />

oder finnländischer oder vielleicht ostbaltischer Herkunft?


ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 99<br />

Die meiste Walirscheinlichkeit scheint mir die letztere Möglichkeit zu<br />

haben. Hierfiir spricht vor allem das eigenartige Vorkoninien längs einer<br />

Linie von SO nach NW. Ware die Verbreitiing von Westen oder von Finnland<br />

aus erfolgt, so hatten sich die Fundorte offenbar melir in der Riclitung<br />

W—O gruppiert.<br />

Man beachte auch, dass das Vorkommen (wenn audi reichlicher) an das<br />

von Stiaeda maritima erinnert, fiir welclie eine Rekrutierung aus dem Ostbaltikum<br />

offenbar zu sein scheint.^) ( Vgl. PAI.MGREN: Ny fyndort för Suaeda<br />

maritima (ly.) Dum., 1925 sowie Suaeda maritima (L.) Dum. auf Åland, 1927.)<br />

Gegen eine Einwanderung aus Innnland spricht u. a., dass die Art von<br />

BERGROTH (1894) nicht in den Grenzkirchspielen Iniö, Gustafs und Töfsala<br />

gefunden worden ist.<br />

Vorkommen atif<br />

Åland:<br />

Kökar: Idö, Ivindö, Husö, Finnö; S o 11 u n g a: Fimiö n. Öjen, Dragsö,<br />

IMossliaga; Lemland: Jersö, Idliolm, Askö, Slätskär, Eskskär; Jomala: bel der<br />

Kirche (Bergstr. in H. M. F.), Kårböle—Möckelby; Hammarland: Kattnäs,<br />

Sålis, Bergliamiislaudet. Bredbolstad, Skarpnåtö, Gumliolm, Skråbjörkö, Skabbskär,<br />

Äppelö, Äi)pelö-Granskär; Eckerö: Kirchdorf, Storby, Storby: Öra<br />

u. Vikarna, Olafsveden—Öra, Böle (Saelan nacli Conjip.), Torp, Skeppsvik<br />

(H. Lindberg), Björkskär, Finbo; Geta: Bolstaholm, Östergeta, Finnö (Bergroth<br />

nach Consp.), Snäckö, Dånö, Isaksö, Andersö, flällö; F i n s t r ö m: »Bergö<br />

Granholm Cop.» (P. E. Ericsson nach Consp.); V å r d ö: nördl. ii. siidl. Teil<br />

von Långgårdsö, Hamnö, Väderskär, Sälö; K u m 1 i n g e: Kyrklandet: Visiugs<br />

u. Kungshaimi—Dorf, Snäckö, Ådö, Ingersholm, Björkö; Brändö: Jurmo:<br />

Harholm (Bergroth).<br />

Die Verbreitiing in den am ncichsten bei Åland liegenden Ländern:<br />

LINDMAN: Svensk fanerogamflora, 1918, S. 179: »Ang., Sk. — Lpl., i de<br />

flesta trakter mindre allmän.» — Stockholmstraktens växter, 1914, gibt mehrere<br />

Lokalitäten an. Besonders häufig ist die Art daselbst jedoch nicht. — TIIRDE-<br />

Nius: Flora öfver Uplands och Södermanlands fanerogamer och bräkenartade<br />

växter, 1871, S. 394: »På ängsmark, mångenstädes.» — JOHANSSON: Hufvuddragen<br />

af Gotlands växttopografi och växtgeografi, 1897, S. 227 (s. n. Habenaria<br />

conopsea): »Mycket allm. Måtll. — Talr. .»<br />

Im Ostbaltikum scheint die Art verbreitet zu ^ein. So hat SCHMIDT: Flora<br />

des silurischen Bodens von Ehstland, Nord-Livland und Oesel, 1855, S. 243, die<br />

Angabe: »Durch das ganze Gebiet. Auf Oesel besonders häufig.» — Desselben<br />

Verf. Flora der Insel Moon, 1854, fiihrt die Art S. 55 ohne Angabe von Lokalitäten<br />

auf. — Ebenso heisst es bei Russow: Flora der Umgebung Revals, 1862,<br />

S. 97: »Durch das Gebiet». — GI^EHN: Flora der Umgebung Dorpats, 18G0, S.<br />

Die genannte Art ist gerade an derselben von SO nach NW gehenden Linie<br />

in Kökar, Sottunga und auch Vårdö (obwohl nicht so nördlich) sowie von Sottunga<br />

nach Nordosten in Kumlinge (Seglinge) und im siidwestlichsten Brändö<br />

^Lappo) angetroffen.


100 A. Palmgren, Die Einwanderiingsvvege der Flora iiach den Âlandsinseln<br />

562: »Zerstreut.» — GRUNER: Versuch einer Flora Allentackens, 1864, S. 514:<br />

»In Allant.: P e r m e s k û 11, R u 11 i k, zwischen K o c h t e 1 und N e u-<br />

I s e n h o f!; in L i v 1.: W o 11 i g f e r! (mit Orchis ustulata).» — SKOTTSBERG<br />

u. VESTKRGREN: Zur Kenntnis der Vegetation der Insel Oesel, 1901, S. 69<br />

(s. n. Habenaria conopsea): »Häufig. /. densiflora (Wg.): K i e 1 k o n d! T a g g a-<br />

m o i s! P i d d u 1! K ö n n o!» — LEIIMANN: Flora von Polnisch-Livland,<br />

1895, S. 190: »Wiesen, Gebiiscli, Torfmoore. Häufig.»<br />

Im Juni 1926 zeiclinete ich die Art auf ösel (I,ode (I), Pargel und am Fuss des<br />

Widobergs) sowie westlich von Hapsal auf.<br />

MEINSHAUSEN: Flora Ingrica, 1878, S. 337: »Auf ziemlicli trocknen Wiesen,<br />

im Gebiiscli od. offen, im ganzen Gebiete häufig.»<br />

Fiir Finnland gibt HjEr,T, 1895, S. 495 an: »In media et australi parte Fenniae<br />

orientalis freqventissime inveniri indicatur, sed et ad austro-occidentem et<br />

imprimis ad septentriones versus freqventia minuitur, ut in regione infra-lapponica<br />

et superiore norrlandica (sensu Wahlenb.) aut rara sit aut non obvia; in<br />

Lapponia tamen ad summum septentrionem progreditur, ubi in var. lapponicam<br />

transit, cfr Wainio Kasv. p. 119.»<br />

Im siidwestlichsten Finnland {Regio Aboënsis) scheint die Art recht selten<br />

zu sein. HJEI,T sagt hieruber (1. c., S. 496): »Lundo (H.M.F.!): Zett. & Br.;<br />

Uskela: E. J. Bonsdorff!; [Pojo] p ex. gr. Siisbacka: A. Nyi.; p: Sel.; Pojo ad<br />

Åminne, Lojo in insula Pensa: His.; Vihti (fq): Printz; p in par. Pojo — Vihti:<br />

Hult. coll.» — Zu beachten ist, dass BERGROÏII: Anteckningar om vegetationen<br />

i gränstrakterna mellan Åland och Åbo-området, 1894, die Art (S. 59) nur ans<br />

Kumlinge und Brandö, aber nicht aus dem zum Åboer Gebiet gehörenden Teil<br />

des Untersuchungsgebietes anfiihrt. — Bei CAJANDER: Kasvistollisia tutkimuksia<br />

Mynämäen, Mietoisten ja Karjalan kunnissa, 1902, finden \vir S. 88 folgende<br />

Notiz: »Pt. (der siidlichste Teil von Mynämäki) r., neben dem Zaun am Ende<br />

des Ackers von Riainen im Dorfe Kallinen. Kr. (Gegend von Karjala) r., auf<br />

einem Ackerhiigel östlich des von Karppinen nach Suojoki gehenden Weges.<br />

An beiden Stellen wuchsen i. J. 1897 etvva 10 Ex.» (Orig. finnisch.)<br />

Von grossera Interesse ist ein Vorkommnis auf Houtskär: Jungfruskät<br />

mitten im Skiftet. Oi,E EKI^UND teilt dariiber (Botaniska notiser från Ab.<br />

Korpo, 1924, S 12—13) mit: »En vacker anblick erbjuder den i ymnighet<br />

växande Gynmadenia conopsea, som ofta uppträder sällskapligt tillsammans med<br />

Orchis maculatus, Platanthera (båda arterna) och mycket frodig och rik Listera<br />

ovata.» — Dieses Vorkommnis schliesst sich offenbar an das in Sottunga auf<br />

Åland an. In Korpo fehlt die Art laut Mitteilung von Oi,E EKI^UND.<br />

Cephalanthera longifolia (Huds. L.) Fritsch.<br />

Karte 10.<br />

Kommt an mehr oder weniger beschatteten Stellen in Laubwiesen ver.<br />

Siehe näher 1915, S. 267.<br />

Diese Art schliesst sich in bezug auf ihre Verbreitung in gewissem Sinn an<br />

Allittm ursimmi, Orchis mascula und Succisa pratensis an (siehe S. 57).<br />

Die Vorkommnisse fallen in den Schärenarchipel von Lemland (3 Lokalitäten),<br />

den NW Schärenarchipel (Hammarland 3 Lok.; Finström 1 Lok.),


ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 101<br />

den nordöstlichen Schärenarchipel (Hamnö im nördliclisten Vårdö) und K ö-<br />

k a r: Idö.<br />

Das westliche Vorkommnis ist wohl îinbedingt schwedischen Ursprungs.<br />

Fiir das isolierte Vorkommen auf Kökar: Idö scheint dagegen eine Rekrutieriing<br />

aus dem Ostbaltikum vielleicht wahrscheinlicher (siehe jedoch die<br />

Fussnote S. 57). Das isolierte Vorkommnis in Vårdö ist schwer zu erklären.<br />

Am nächsten liegen die Fundplätze im nordwestlichen Schärenarchipel.<br />

Vorkommen mif<br />

Åland:<br />

Kökar: Idö (hier schon 1852 von Bergstrand gefunden (S. 4)); Iv e m 1 a n d:<br />

Björkö (1901), Jersö (1901), Nåtö (1914, nur 2 Bxx.); Hammarland:<br />

am Marsund S. von Bergliamnslandet, Berghamnslandet, Äppelö (S. Lagerstam<br />

1900; 1913 vom Verf. in etwa 20 Individuen notiert); F i n s t r ö m: Bergö<br />

Husö (P. E). Ericsson 1864; 1898 vom Verf. in ein paar Dutzend Individuen<br />

notiert); Vårdö: Hamnö (1924).<br />

Verbreitung in den am nächsten hei Åland liegenden Ländern:<br />

LINDMAN: Svensk fanerogamflora, 1918, S. 181: »Sk., BL, Uppl., öl., Gtl.,<br />

sälls., dock på några få orter (t. ex. i Stockh:s skärgård) ymnig.» — Stockholmstraktens<br />

växter, 1914, fiihrt etwa 20 Fundorte an, sämtlich ausser zweien in<br />

dem Aland zugekehrten »Schärenarchipelgebiet». — TIIEDENIUS: Flora öfver<br />

Uplands och Södermanlands fanerogamer och bräkenartade växter, 1871, S. 400:<br />

(s. n. C. Xiphophyllum Reich.): »På skogsängar och i lundar i hafvets granskap,<br />

sällsynt: Stockholmstrakten : Skuru park; Nacka hästhage; Roslagen: Vettersö<br />

i Ljusterö sn.; Gräsön och några andra öar i Östhammars skärgård.» — ERIK<br />

AUIQUIST: Viktigare tillägg och rättelser till Upplands flora, 1919, S. 329:<br />

»Förutom skärgårdslokalerna finnas även några på fastlandet: H ä v e r ö<br />

Vallmar (O); H arg nära Hargshamn (enl. uppgift); Börs til flerst. i<br />

trakten av Kavarö Skate (SG!).» — JOHANSSON: Hufvuddragen af Gotlands<br />

växttopografi och växtgeografi, 1897, S. 228 (s. n. C. grandiflora (L.) Krok.):<br />

»H. o, d. på n. och n. ö. Gotl.; sälls. på s. v.; saknas på ett bredt bälte af<br />

mellersta delen. Måttl. .»<br />

SciiMiDT: Flora des silurischen Bodens von Ehstland, Nord-Livland und<br />

Oesel, 1855, S. 243: (s. n. C. ensifolia Rich.): »Im westlichen O e s e 1, in trocknen,<br />

etwas hugeligen Laubwäldern: Oj o, Taggamois (Kierulff!), L a d-<br />

j a 1 am Wege nach Soëla (Werner und Bruttan!), P i c h t e n d a h 1 (Duhmberg),<br />

am Kandi a-See!, bei Ii a u t z e 11 unweit Karral!.» — Desselben Verf.<br />

Flora der Insel Moon, 1854, erwähnt die Art nicht, ebenso wenig Russow:<br />

Flora der Umgebung Revals, 1862, GIVEIIN: Flora der Umgebung Dorpats, 1860,<br />

und GRUNER: Versuch ciner Flora Allentackens, 1864. — SKOTTSBERG U. VES-<br />

TERGREN: Zur Kenntnis der Vegetation der Insel Oesel. 1901, S, 70 (s. n. C.<br />

grandiflora (L.) Krok.): »Ziemlich selten: O i o! (Smt., Kierulff), Taggamois<br />

(Smt., Kierulff), L a d j a 1 (Werner, Bruttan), P i c h t e n d a h 1 (Duhmberg),<br />

Kandia, Hautzell (Smt.), nach Smt. Fl.» — LEIIMANN: Flora von Polnisch-Livland,<br />

1895, S. 191 (s. n. C. Xiphophyllum Rchb f.): »Liv. Oes. (Smt.<br />

137); Lith. Wil. selten Eichw., Jundz. Mus. Herb.); Grod. (Gil., Schm.); Moh.<br />

(Dow.).» sowie Nachtrag, 1896, S. 482: »Liv. Oesel (Smt.), Tammist bei Pernau


102 A. Palmgren, Die Einwanderiingsvvege der Flora iiach den Âlandsinseln<br />

(Hiir 1880 — 177?); Litli. Minsk — Nowogrudek (Dyb. 190), Mosyr — Sloboda<br />

(Twar. 221).»<br />

Nach KUPFFER: Gnindziige der Pflanzengeographie des ostbaltischen Gebietes,<br />

1925, S. 112, ist die Art aiif Ösel und die Wiek (Estonia maritima) beschränkt.<br />

Im Juni 1926 zeichnete ich die Art in Laubwiesen auf ösel: Pargel auf.<br />

MEINSHAUSP:N: Flora Ingrica, 1878, fiihrt die Art nicht an.<br />

Die Art ist in Finnland auf Åland beschränkt. Besonders liervorzuheben ist,<br />

dass Oi,E EKIYUND sie nicht in Korpo angetroffen liat (briefliclie Mitteilung).<br />

Polygonum dumetorum 1,.<br />

Karte 11.<br />

Kommt auf Plugel- und Felsbuckeln sowie auf Felsabsätzen in Laubwiesengebieten,<br />

besonders zwischen Sträucliern vor.<br />

1st auf Åland reclit selten und oft steril. Die Verbreitung ist bemerkenswert.<br />

Sie ist m der Hauptsache östlich, mit Fundorten in sänitlichen östlichen<br />

Kirchspielen Vårdö, Sottunga, Kökar, Kumlinge tmd Brändö. Die F'requenz<br />

ist in alien diesen ungefähr dieselbe, 2—3 aufgezeichnete Lokalit äten in jedem<br />

Kirchspiel. An das Vorkommnis im nördlichen Schärenarchipel von Vårdö<br />

schliesst sicli eines auf Kalskär ini nordöstlichsten S a 11 v i k an; diese Schäre<br />

gehört auch geographisch näher zu Vårdö als zu Saltvik. Die Westgrenze<br />

dieses östlichen Vorkommens geht also in einer ziemlich geraden Linie von<br />

Kökar (Idö) nach Saltvik: Kalskär.<br />

In Föglö habe ich die Art nicht angetroffen. Weiter im Westen, im Schärenarchipel<br />

von L e m 1 a n d, tritt sie wieder auf. Drei Lokalitäten sind mir bekannt.<br />

An diese schliesst sich geographisch eine im siidlichen Schärenarchipel<br />

von Jomala (Inselchen gleich siidlich von Ramsholm) an.<br />

Die ohen angegebene östliche Verhreitung scheint am ehesten fiir eine Einwanderung<br />

von Osten öder Siidosten, ans Finnland öder dem Ostbaliikum zii<br />

sprechen. Der Umstand, dass die Art in Estland ganz und gar in dem Åland<br />

am nächsten zugekehrten »Subdistrictus insularis» zu fehlen scheint, bewiikt,<br />

dass man am ehesten mit einer Kinwanderung aus Finnland zu rechnen haben<br />

diirfte.<br />

Das westliche Vorkomnien hinwieder diirfte wohl ziinächst mit einer Einwanderung<br />

ans Uppland in Zusammenhang gehracht werden miissen.<br />

Insbesondere hat man Ursache, sich eine Einwanderung nach Åland von<br />

zwei verschiedenen Seiten zu denken, wenn es sich zeigt, dass die Art wirklich<br />

in ganz Föglö fehlt.<br />

Vorkommen auf<br />

Åland:<br />

Kökar: Karlby, Idö (E.Eriksson laiit Consp.); S o 11 u n g a: Finnö s.<br />

Öjen (Felsen), Finnö n. Öjen, Dragsö; L e m 1 a n d: Askö, Jersö (Felsen), Esk-


ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 103<br />

skär; Jomala: Iiiselclien gleich Siidlich von Ramsholm; Saltvik: Kalskär;<br />

V å r d ö: Hemskär, Sälö; Kumi i n g e: Hettona, Seglinge; Brändö: Lappo,<br />

Afva, Härö.<br />

V or kommen in den am nächsten hei Åland liegenden<br />

Ländern:<br />

LINDMAN: Svensk fanerogamflora, 1918, S. 219: »Snår, skogsbryn. Sk. —<br />

Vrml. o. Ång., P. Ipnik, Öl., mindre allm., nornit sälls.» — Stockholmstraktens<br />

växter, 1914, gibt S. 145 ein ausgedehntes Vorkommen, u. a. in dem Åland zugekehrten<br />

»Schärenarchipelgebiet» an. — THEDENIUS: Flora öfver Uplands och<br />

Södermanlands fanerogamer och bräkenartade växter, 1871, S. 178: »På backar<br />

och berg bland taggiga buskar, öfver hvilka den slingrar sig, mångenstädes och<br />

i alla delar af florområdet .» — JOHANSSON: Hufvuddragen af Gotlands växttopografi<br />

och växtgeografi, 1897, fuhrt die Art nicht an.<br />

SCHMIDT: Flora des silurischen Bodens von Ehstland, Nord-Livland und<br />

Oesel, 1855, S. 236: »In Khstl.: Fähna (Törmer). Auf Oesel (Bruttan).»<br />

— Desselben Verf. Flora der Insel Moon, 1854, hat die Art nicht. — Russow:<br />

Flora der Umgebung Revals, 1862, S. 91: »Fähna (Törmer). Unter Gesträvich in<br />

L i k k a t (vSengbusch). Am Laaksberge unter der Bake (Sengbusch).» —<br />

GRUNER: Versuch einer Flora Allentackens, 1864, S. 507: »Selten. May del<br />

(Frese).» — SKOTTSBERG U. VESTERGREN: Zur Kenntnis der Vegetation der Insel<br />

Oesel, 1901, S. 63: »Fiir Oesel (Bruttan in Smt. Fl.) selir zweifelhaft.» — LEH-<br />

MANN: Flora von Polnisch-Livland, 1895, S. 353: »Bisher nur im Garten von<br />

Leschtschinsky (Adolfinowo bei R.) als Unkraut. Im Diinarayon diirfte die<br />

Pflanze vorkommen u. ist wohl nur xibersehen.» — GI,EHN: Flora der Umgebung<br />

Dorpats, 1860, fiihrt die Art nicht an.<br />

KUPFFER: Grundziige der Pflanzengeographie des ostbaltischen Gebietes,<br />

1925, erwähnt die Art S. 118 unter denen, welche bemerkenswerterwcise in dem<br />

»Subdistrictus insularis» fehlen.<br />

MEINSIIAUSEN: Flora Ingrica, 1878, S. 306: »In den sandigen Gegenden des<br />

Litoral-Gebietes hie und da, nicht häufig.»<br />

Fiir Finnland bemerkt HjEi


104 A. Palmgren, Die Eimvanderuiigswege der Flora nacli deii Ålandsinseln<br />

Zur Beleuchtung des Vorkommens in Siidfinnland sei noch folgende Äusserung<br />

bei W. BRENNER: Växtgeografiska studier i Barösunds skärgård, 1921,<br />

S. 81, angefiihrt: »S. st. fq. 23. I såväl inre som yttre skärgården, men vanligare<br />

i den yttre. Mest i snår och lövskogssamliällen å torra ståndorter. Hemerofob.<br />

— F. p.»<br />

Cakile maritima Scop.<br />

Karte 12.<br />

Diese Art gehört zu den grössten Seltenheiten Ålands.<br />

Nur drei Lokalitäten<br />

sind mir bekannt, nämlich je eine in Kökar, Sottunga und<br />

Eckerö.<br />

Aiif der Sandbank Öland in Kökar kommt sie auf grusigem Strand ver.<br />

Die drei zerstreuten Vorkomnmisse können selbstverständlich keinen<br />

sicheren Fingerzeig zur Beantwortung derFrage nach der Einwanderung der Ait<br />

geben, da man ja imnier mit dem Spiel des Zufalls rechnen muss, Doch ist zu<br />

beachten, dass alle F\mdorte in den siidwestlichen, siidlichen und slidöstlichen<br />

Schärenarchipel fallen, wo man ja auch fur manclie Uferarten das reichlichste<br />

Vorkomnien<br />

findet.<br />

Dieses Vorkommen scheint am ehesten auf eine Einwanderung sowohl ans<br />

Schweden als ans dem Ostbaltikum (vielleicht auch aus Finnland; siehe auch<br />

S. 57) zu deuten.<br />

Verbreitung in den am nächsten bei Åland liegenden Ländern:<br />

LINDMAN: Svensk fanerogamflora, 1918, S. 281: »Havsstr., Sk. — Boh. o.<br />

Uppl., Öl., Gtl., täml. allm.; även hamnar, tillfällig.» — Stockholmstraktens<br />

växter, 1914, S. 29: »Södertörnsomr.: Torö fl. Skeppsmor, Västerhamn: Ösmo<br />

fl. Järflotta, Yttre gården, Yxelö; Österhaninge Sandemar. Sthlmsomr. : Stockholm<br />

Beckholmen 1873. Skärgdrdsomr. : Blidö Köpmanholm; Djurö Harö, Runmarö,<br />

Skarp-Runmarö, Sandön; Möja Björkskärs skär g.. Hemlandet; Rådmansö<br />

mellan Gräddö o. Björkös örn.» — THEDENIUS: Flora öfver Uplands och Södermanlands<br />

fanerogamer och bräkenartade växter, 1871, S. 286: »På hafsstränder<br />

och öar i skärgården, sällsynt; .» JOHANSSON: Ilufvuddragen af Gotlands<br />

växttopografi och växtgeografi, 1897, S. 178: »H. o. d. vid stränderna. Måttl.—<br />

spars., något sporadisk. Sandön .»<br />

SCHMIDT: Flora des silurischen Bodens von Ehstland, Nord-Livland imd<br />

Oesel, 1855, S. 196: »Längs der ganzen Kiiste. In Ehstl.: Tiirsel (Seidlitz),<br />

R e v a 1 (Wied.), F ä h n a (Törmer), P u c h t (Dietrich), K e r t e 1 auf Dago<br />

(Eichwald), Moon (Jäsche und Duhmberg, 1841). In Oesel: M e n t o!. Fil-,<br />

sand!, K a r r a 1!, A b r o (Werner, Bruttan).» — Desselben Verf. Flora der<br />

Insel Moon, 1854, fiihrt die Art nicht an. — Russow: Flora der Umgebung Revals,<br />

1862, S. 61: »Zerstreiit am Meeresstrande unter der Zuckerfabrik,<br />

Ziegelskoppel, Kakko m egg i, Tischer! Fähna (Törmer)!.<br />

Häufig in der H a b b i n e e mschen Bucht auf W i e m s!.» — GRUNER: Versuch<br />

einer FMora Allentackens, 1864, S. 470: »Am Meeresstrande bei M e r r e-


ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 105<br />

kiill, W a i w a r a, S i 11 a m ä g g i!, Tûrssel (Seidlitz), O n t i k a,<br />

A 1 t-I s e n h o f!.» — SKOTTSBERG U. VESTERGREN: Zur Kenntnis der Vegetation<br />

der Insel Oesel, 1901, S. 40: »Zerstreut; am Meeresstrande bei A n s e k ii 11!<br />

auf F i 1 s a n d! (Smt. Fl.) Oio! (auf einem Brachfeld) Ment o, Karral (Smt,<br />

Fl.); Ab ro (Werner, Bruttan nach Smt. Fl.).» — LEIIMANN: Flora von Polniscb-<br />

Livland, 1895, S. 318: »Am Ostseestrande d Balt. u. Pet.»<br />

Im Jimi 1926 notierte icli die Art spärlicli (I) an den Meeresufern der Siidspitze<br />

der Insel Abro {ösel) und westlich von Hapsal (I).<br />

MEINSHAUSEN: Flora Ingrica, 1878, S, 40: »Am Meeresstrande in tiefsandigem<br />

Boden liie und da (Strelna, Peterhof, Kronstadt, Narwa, Sestrorezk etc.).»<br />

Fur Finnland gibt HjEi.T, 1906, S. 396, an: »In extremis insulis maritimis<br />

Fenniae rarius occurrit.» — In der nachfolgenden Detaildarstellung werden<br />

(ausser fiir Åland) drei Lokalitäten fiir die Regio Aboënsis (Aspö Vidskär, Korpo<br />

Jurmo und Kimito Dalilsbruk) sowie eine bedeutende Anzahl fiir Nylundia<br />

genannt. Auch im östliclien Teil des Finnischen Meerbusens in Karelia australis<br />

und auf dem Isthmus Kareliciis sclieint die Art melirerorts vorzukommen.<br />

Zu bemerken ist, dass BERGROTH: Anteckningar om vegetationen i gränstrakterna<br />

mellan Åland och Åbo-området, 1894, die Art iiberhaupt nicht anfiihrt,<br />

desgleichen nicht CAJANDER: Kasvistollisia tutkimuksia Mynämäen,<br />

Mietoisten ja Karjalan kimnissa, 1902.<br />

Fiir Korpo gibt Oi


106 A. Palmgren, Die Einwanderiingsvvege der Flora iiach den Âlandsinseln<br />

In bezug auf die Verbreitung schliesst sich diese Art (vgl. S. 56) an Gymnadenia<br />

conopsea, Polygonatum mtiUijlonim, Artemisia campestris u. a. dadurch<br />

an, dass dieselbe deutlich in ein westliches und ein ösiliches VerbreiHmgsgehiet<br />

zerfällt. Besonders gross ist die Ubereinstimmung mit Artemisia campestris.<br />

Zu dem östlichen Verbreitungsgebiet geliören die I^okalitäten in Kökar, Sottunga,<br />

Vårdö, Kumlinge und Brändö.<br />

Das westliche Vorkommen ist ohne Zweijel aus dem Westen, ans Schweden<br />

rekrutiert. Bemerkenswert ist, dass Föglö so wenig betroffen worden ist,<br />

wo es doch in grosser Menge giinstige Lokalitäten gibt, Fiir das östliche V c r-<br />

kommen scheint eine Einwandernng aus Estland nahezuliegen.<br />

Vorkommen au f<br />

Åland:<br />

Kökar: Idö, Husö, Öfverboda, Karlby, Hellsö, Österbygge, Haninö<br />

(Arrli. nach Consp.), Flatskär (Bergstr. nach Consp.), Öland; S o 11 ii n g a:<br />

F'innô s. Öjen, Husö, Mosshaga; Föglö: Björkör; L e m 1 a n d: Björkö, Granö,<br />

Jersö, Rönnskär, Idholm, Nåtö; J o m a 1 a: Grägesö (nach Collander), Lågskär<br />

(E. Fricsson nach Consp.); Hammarland: Berghamnslandet, Bovik-Slätskär,<br />

Skabbskär, Hamnskär, Äppelö, Äppelö-Granskär; K c k e r ö: Storby,<br />

Storby-Öra, Skag, F^'inbo, Finbo-Rönnskär, Signilskär, Hellman, nach H.<br />

Lindberg Flötan u. siidl. von Sandvik; Geta: Dånö, Dänö Gamlan (Br. Fl.), »in<br />

taeniis septentr.-occidentalibus velut Geta Rankoskär, Dånö, Gummholm etc.»<br />

(Hult nach Consp.), Rankoskär, Sandskär, Hällö, Finnö (Ch. K. Boldt nach<br />

Consp.); Saltvik: »Ryssön et in aliis locis» (H.Lindberg nach Consp.);<br />

Vårdö: Hemskär; Kumlinge; Dorf — Westhafen, Ingersholm, Södholm;<br />

Brändö: Lappo-Börsskär.<br />

Verbreitung in den am nächsten hei Åland liegenden Ländern:<br />

LINDMAN: Svensk fanerogamflora, 1918, S. 290: »Back., khppmark, helst<br />

kusttrakt, o. lägre fjälltr., Sm., Vg., Ög., Sveal. — Hrj., Lpl., Öl., Gtl., mindre<br />

allm.» — Stockholmstraktens växter, 1914, gibt S. 64 ein ausgedehntes Vorkommen,<br />

besonders in dem Åland zugewandten »Schärenarchipelgebiet» an. —•<br />

TIIKDENIUS: Flora öfver Uplands och Södermanlands fanerogamer och bräkenartade<br />

växter, 1871, S. 293: »På backar, odUngar och andra, teml. torra ställen<br />

med lös jord, flerstädes: .» JOHANSSON: Hufvuddragen af Gotlands växttopografi<br />

och växtgeografi, 1897, S. 180: »H. o. d., mest på de norra hällområdena.<br />

Måttl. .»<br />

SciiMiDT: Flora des silurischen Bodens von Ehstland, Nord-Livland und<br />

Oesel, 1855, S. 196 (s. n. Dr. contorta (Khrh.) ): »In Fhstl.: am Glint bei R e v a 1!,<br />

F ä h n a (Törmer). Bei H a p s a 1 (Glehn, Jûrgens), W e r d e r (Bge. fl. exs.),<br />

M o o n!. In Oesel: Arensburg (Bruttan!), F i 1 s a n d!, T a g g a m ois! —<br />

In F'inland kommt, nach Ruprecht, die andere Form der Draba incana L. /? hehecarpa<br />

Lindbl. vor, die bei uns fehlt.» — Desselben Verf. Flora der Insel Moon,<br />

1854, S. 32: »Auf Kalkfelsen, hin und wieder.» — Russow: Flora der Umgebung<br />

Revals, 1862, S. 61: »Am Laaksberge (Schmidt, Wied.)!, auf dem Glint<br />

in M u r r a s t! tmd F ä h n a (Törmer). An trockenen Stellen auf den Wiesen<br />

zwischen F i s c h e r m a i und der D o m-V o r s t a d t und in den C h r i s t i-


ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 258<br />

11 e n t li ä 1 e r n!. — Hierlier audi die andere Form der Dr aha incana L*. /? hehecarpa<br />

Lindbl. {D. confusa Khrli. Rclib. ic. bot. f. 1033!). An der L ö w e n r u h-<br />

schen Strasse, am Steiiizauiie des S p o r 1 e d e rsclieii îlôfcliens!» — SKOTTS-<br />

I1IÎRG u. VESTERGRKN: Zur Kenntnis der Vegetation der Insel Oesel, 1901, S. 42:<br />

»Selten: Strandfelsen auf F i 1 s a n d! Unweit II u n d s o r t auf »Alvar»-<br />

boden! Arensburg (Bruttan), aile diese Localitäten audi in Smt. Fl.» —<br />

IVKIIMANN: Flora von Polniscli-Livland, 1895, S. 315: »Liv. Moon!!, Oes. (Suit.);<br />

lîst. Werder, Hapsal, Reval (130, 137); Cur. Gross-Essern (Bt.)? —Var. cf. Kge.<br />

G9.)> sowie Naditrag, 1896, S. 519: »Est Laulasna (Smt. 218).» — GUUXKU:<br />

Versudi einer Flora Allentackens, 1864, und GIJÎHN: Flora der Umgebung Dorpats,<br />

1860, fiiliren die Art niclit an.<br />

Im Juni 1926 notierte icli die Art auf einem trockenen Abliang am Meere<br />

westlich von Hapsal.<br />

MI'INSIIAUSKN: Flora Ingrica, 1878, erwälmt die Art nidit.<br />

Fiir Finnland gibt IIjKiA', 1906, S. 332, an: »In Lapponia septentrionali inprimis<br />

septentr.-orientali frequenter inveniri indicatur, cetenuu ad litora Fenniae,<br />

quamvis rarior, occurrit. His annis etiam in Fennia maxime septentr.-<br />

ocçidentali, ubi certe rarissima, lecta est.» — Die naclifolgende Detailbeliandlung<br />

erwälmt ein Vorkommen an melireren Stellen in der Regio Abuënsis und in Nylandia.<br />

Am weitesten östlidi am Finnisclien Äleerbusen in Karelia australis<br />

sclieint die Art sehr selten zu sein. In sämtlichen genamiten Provinzen<br />

sclieint das Vorkommen auf den Scliärenarcliipel und die Kiisten lokalisiert<br />

zu sein.<br />

Zu beachten ist, da.ss BERGROTH: Anteckningar om vegetationen i gränstrakterna<br />

mellan Aland och Åbo-området, 1894, die Art nur fiir den zu Åland geliörenden<br />

Teil des Untersuchungsgebietes anfiihrt (»h. o. d. på steniga stränder<br />

i vestra och mellersta omr.»). — CAJANDER: Kasvistollisia tutkimuksia Mynämäen,<br />

Mietoisten ja Karjalan kunnissa, 1902, neiint die Art uicht.<br />

Fiir Korpo teilt mir OI,E EKI^UND mit: »Im äusseren Sdiärenarchi])el zerstreut.»<br />

W. BRENNER: Växtgeografiska studier i Barösunds skärgård, 1921, schreibt<br />

S. 87: »S. p. 11. I yttre skärgården och sällsynt i havsbandet (Langlö-Långgrund),<br />

på steniga havsstränder, oftast i den svipralitorala zonens alsnår. Henieradiafor.»<br />

Crataegus monogyna (Jacq.) Willd.<br />

Karte 14.<br />

Kommt in den Laubwiesengebieten vor. Siehe nälier 1915, S. 326.<br />

Das hauptsächliche Vorkommen entfällt auf den NW Schärenardiipel<br />

(darin einberechnet Kiistenpartien von Hammarland, Geta und Finströni)<br />

und den Schärenardiipel von Lemland. Dazu kommen einzelne Lokalitäten<br />

in Eckerö, Jomala, dem M-estlichen Saltvik sowie weiter östlich in Våidö,<br />

Föglö (ganz im Nordosten), Sottunga und Kökar.<br />

Die Verhreitimg dentet im grossen ganzen aiif eine Einwandèrmig ans ScJmeden.<br />

Fur die östlichen Lokalitäten (Kökar, Sottunga und das nordöstliche


108 A. Palmgren, Die Kinwanderungswege der Flora nacli den Alandsiiiseln<br />

Föglö) scheint eine Einwanderung aus dem Ostbaltikum vielleiclit walirscheinlicher.<br />

Hinsichtlich der Verbreitung erinnert die Art recht stark an Polygonatum<br />

muUijlorum (siehe näher S. 56).<br />

V or kommen auf<br />

Åland:<br />

Kökar: Idö; Sottunga: Storsottunga: Kohamn—siidl. Dorf (einz.);<br />

Föglö: Ulfversö; L e m 1 a n d: Björkö (1 Ex.), Jersö (einige Exx.), Idholm,<br />

Nåtö, Slätliolm, Granholm; Jomala: Ytternäs—Espliolm, Ramsholm (H. M.<br />

F.); Hammarland: Skarpnåtö, Äppelö (H. M. F.); B c k e r ö: Björnhufvud<br />

(H. M. F.); Geta: Oisnäs—Greggnäs, Dånö; F i n s t r ö m: Bergö (H. M. F.<br />

u. Herb. Pesola), Bastö (Herb. Linkola), Lindersholm (Br. Fl.), Björkö; Saltvik:<br />

Strömma; V å r d ö: lyånggärdsö.<br />

V.orkommen in den am 7iächsten hei Åland liegenden Ländern:<br />

LINDMAN: Svensk fanerogamflora, 1918, S. 307 (s. n. Crataegus monogyna<br />

Jacq.): »S. Sv., Boli., Öl., Gtl., mindre allm.; Svealand m. sails., men allni.<br />

planter, som häckar (många variet.) o. ngn gng förvild.» — Stockholmstraktens<br />

växter, 1914, gibt S. 122 eine ausgedehnte Verbreitung, u. a. in dem Åland zugekehrten<br />

»Schärenarchipelgebiet» an.<br />

KUPFFER: Grundziige der I flanzengeographie des ostbaltischen Gebietes,<br />

1925, erwähnt die Art (aber mit einem Fragezeichen) S. 171 unter denen, fiir<br />

welche eine Einwanderung während der borealen Zeit wahrscheinlich erscheint.<br />

Im Juni 1926 notierte ich die Art auf ösel: Lode (I) sowie auf der Insel Abro.<br />

Fiir Finnland gibt HjEW, 1919, S. 27 (s. n. Crataegus monogyna Jacq.) an:<br />

»In Alandia, quantum scimus, raro, in reliqua Fennia maxime austro-occidentali<br />

rarissime occurrit. In Fennia australi colitur et rarissime disseminatur.»<br />

Ausser auf Aland findet sich die Art nur in der Regio Aboënsis. Ûber das<br />

Vorkommen daselbst schreibt HJEI.T (1. c.): »Korpo Svartholmen Vandrock<br />

prope fines par. Nagu 1905 nonnulli frutices certe spontanei: A, L. Backman<br />

comm. et Medd. XXXIV p. 124, vide ceterum infra.» Fiir Korpo teilt mir Oi


ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 109<br />

lichen von Lemland eine allgemeine und gleichmässige Verbreitung. Nur aus<br />

Saltvik, östlich von der Bucht Godby—Strömma, sowie in Sund östlich von<br />

Högbolstad ist sie bis auf weiteres nicht bekannt (auch aus Lumparland felilen<br />

Angaben). Nach einer Liicke im Vorkommen, die bei einer Linie von S a 11-<br />

V i k: Toböle bis Sund: Högbolstad und L e m 1 a n d: Hellestorp beginnt,<br />

tritt die Art spärlich auf in V å r d ö (2 Lokalitäten), Föglö (eine Lokalität<br />

ganz im NO), Sottunga (eine Lokalität), felilt aber ganz in Kumlinge und<br />

Brändö. Gegenûber dieser ostwärts abnehmenden Frequenz tritt ein allgemeines<br />

Vorkommen in Kökar (ganz wie bei Gentiana *sitecica) scharf<br />

hervor.<br />

Das ohen angegehene Vorkommen legt ohne Zweijel nahe, dass im grossen ganzen<br />

eine Einwandertmg von Schweden her stattgefnnden hat.<br />

Aber das isolierte Vorkommnis in Kökar? Eine Einwandening aus dem<br />

Ostbaltikum ist vielleicht als das Wahrscheinlichste zu hetrachten. 1st eine solche<br />

Einwanderung einmal erfolgt, so scheint es recht wahrscheinlich, dass sie<br />

auch bis zu den oben angegebenen Fundplätzen in Sottunga, dem nordöstlichen<br />

Föglö und Vårdö gereicht hat. Alle diese Fundorte liegen in einer<br />

Linie von SO—NW.<br />

Unter der Voraussetzung einer solchen Einwanderung nach Åland teils<br />

von Sudwesten, teils von Siidosten wird das obenerwähnte Fehlen in fast ganz<br />

Föglö, in Lumparland sowie in östlichen und grösseren Teilen von Sund und<br />

Saltvik völlig erklärlich.<br />

Die vorliegende Art zeigt in ihrer Verbreitung Beriihrungspunkte mit<br />

Gymnadenia conopsea ti. a. (siehe S. 56). In dem Vorkommen beider fällt eine<br />

von SO nach NW gehende Lucke durch ganz Åland hindurch ins Auge.<br />

Vorkommen auf<br />

Åland:<br />

Kökar: Idö, Lindö, Husö, Karlby, Öfverboda, Finnö, Hellsö, Karlbylandet<br />

(sudl. Teil), Karlby—Öfverboda, Österbygge: Näsudden — Dorf; Sottunga:<br />

Storsottunga: Kohamn — siidl. Dorf; Föglö: Ulfversö; Le m land:<br />

Norrby — Söderby, Hanxnbacka, Björkö, Nåtö, Rödgrund, Slätholm, Granholm,<br />

Skobbholm, Slätskär; Jomala: Ytternäs, Mariehamn, Öfverby, Önningeby,<br />

Öimingeby — Kalmar, Kalmar, Hindersböle, Klinten, Möckelö, Ramsholm,<br />

Kungsö, Kungsö — Brändö, Södersunda — Godtby, Godtby, Norrsunda<br />

— Södersunda, Vargsunda, Sviby, Möckelby, Björsby, Ringsböle, Dorf Jomala,<br />

Jomala öjen; Hammaria n d: im Winkel der Bucht Postadfjärden, Postad,<br />

bei dem Pfarrhofe, Kattby, Bredbolstad, Bovik, Sålis, an dem Marsund S von<br />

Berghamnslandet, Berghanmslandet, Skarpnåtö, Strömma, Björkskär, Bovik-<br />

Slätskär, Skarpnåtö-Espholm, Gumniholm, Skråbjörkö, Skabbskär, Äppelö,<br />

Äppelö-Granskär, Hamnskär; Eckerö: Björnhufvud, Kirchdorf, Storby,<br />

Skag, Finbo, nach H. Lindberg: Skeppsvik, Böle hagar, siidwestl. Teil von Ost-<br />

Eckerö; Geta: Bolstaholm, Oisnäs — Greggnäs, Snäckö, Bro holm, Höckböle<br />

holme, Bankholuien, Finnö, Isaksö, Andersö, Hällö, I.ökö, Dånö; F i n-


110 A. Palmgren, Die Kinwanderungswege der Flora nacli den Alandsiiiseln<br />

strö m: Godby (Uni. Bnddcn), Emnäs, an der Emnäs-Biiclit u. bei dem Wege<br />

nacli Attböle, Bjerströni, Bamböle, Skabbö, Bergö, Hiisö, Rågetsböle, Tjudö-<br />

Rödhälla, Tjudö, ani nördl. Teil von Vandö fjärd, Bartsgårda (Pesola), zvvisclien<br />

der Kirche n. lîmkarby, Emkarby, T.indersholni, Bastö; Saltvik: Ödkarby<br />

(Pesola), Hjortö holmen, Germundö, Bergö, Dorf Näs, Dorf Toböle; S u n d:<br />

Kastelliolni, Högbolstad (H. M. F.), »är sällsyntare än föregående (P. vulgaris),<br />

men har dock anträffats på åtskilliga fuktiga ängar och sjöstränder» (Linden,<br />

S. 65); V år dö: Vibberholm, I.öfö.<br />

Vorkommen in den am nächsten bei Åland liegenden Ländern:<br />

LINDMAN: Svensk fanerogamflora, 1918, S. 401: »Fuktäng., Sk. — JTL. o.<br />

Mpd, Öl., Gtl., mindre allm. men stund, ymnig.» — Stockholmstraktens växter,<br />

1914, gibt S. 143 eine ausgedehnte Verbreitung an. — TIIEDKNIUS: Flora öfver<br />

Ujolands och Södermanlands fanerogamer och bräkenartade växter, 18 71, S. 322:<br />

»På fuktig ängsmark, mångenstädes.» — JOHANSSON: Hufvuddragen af Gotlands<br />

växtto])ografi och växtgeografi, 1897, S. 181: »Allest. Måttl. — talr.»<br />

SCILMLDT: Flora des silurischen Bodens von Ehstland, Nord-Livland und<br />

Oesel, 1855, erwähnt die Art S. 200 ohne Angabe von Lokalitäten, ebenso desselben<br />

Verf. Flora der Insel Moon, 1854, S. 34. Dasselbe ist der Fall bei Russow:<br />

Flora der Umgebung Revals, 1862, S. 64, GRUNKR: Versuch einer Flora Allentackens,<br />

1864, S. 471, und Gr.EHN: Flora der Umgebung Dorpats, 1860, S. 530.<br />

— SKOTTSBERG U. VESTERCREN: Zur Kenntnis der Vegetation der Insel Oesel,<br />

1901, S. 43: »Häufig.» — LEIIMANN: Flora von Polnisch-Livland, 1895, S. 340:<br />

»Wiesen, KBböschungen. Gemein.»<br />

Im Sommer 1926 beobachtete icli die Art an mehreren Stellen auf ösel<br />

(Arensburg, Lode (II), Laubwiese am westlichen Ufer der Insel Abro (I), Pargel<br />

(I), am Fuss des Widobergs) und ebenso mehrerorts westlicli von Hapsal.<br />

MEINSHAUSEN: Flora Ingrica, 1878, S. 48 (s. n. P. amara): »Sie wächst häufig<br />

auf fruchtbaren, sonnigen Wiesen, theils in Wäldern oder auf torfhaltigen<br />

Triften durch das ganze Gebiet, namentlich im Kalkstein-Gebiete sehr gemein<br />

und zahlreich beisammen.»<br />

Fiir Finnland gibt HjEi.T, 1911, S, 149 an: »In Fennia maxime occidentali<br />

60° 30' non superat et excepta Alandia nisi rarissime non occurrit, ad orientem<br />

versus autem longius ad septentriones procedit, ut in Lapponia rossica 66° 35'<br />

attingat et passim — satis frequenter in magna parte Kareliae occurrat.»<br />

In der nachfolgenden Detaildarstellung werden fiir die Jiegio Aboënsis (S. 150)<br />

verschiedene Lokalitäten genannt, sämtlich im Kirchspiel Vichtis. — Besonders<br />

zu beachten ist, dass BERGROTH: Anteckningar om vegetationen i gränstrakterna<br />

mellan Åland och Åbo-området, 1894, und CAJANDER: Kasvistollisia<br />

tutkimuksia Mynämäen, Mietoisten ja Karjalan kunnissa, 1902, die Art nicht<br />

anfiihren.<br />

Or,E EKI.UND teilt mir mit: »Rr in Korpo (Kyrklandet), auf Jungfruskär in<br />

Houtskär cpp.»


ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 111<br />

Daphne Mezereum L.<br />

Karte 16.<br />

Konimt an zerstreuten Stellen unci ininier sehr spärlich sowolil in Nadelwald<br />

auf fruchtbarem Boden wie in Laubwald und Laubwiesen vor. Siehe<br />

näher 1922, S. 14, 79, 100.<br />

Diese Art zeigt ähnlicli wie manche andere åländische Arten in ihrer Verbreitung<br />

eine ausgeprägte Verteilimg auf ein westliches und ein öslUches Verhreittmgsgehiet<br />

(siehe näher S. 57),<br />

Das westliche Vorkomnien fällt mit einzelnen oder zerstreuten I^okalitäten<br />

in den westlichen Schärenarchipel von Lemland, Jomala, Hammarland,<br />

Kckerö, Finström und das westliche Sund. In den zwei nördlichsten Kirchspielen<br />

Geta und Saltvik fehlt die Art.<br />

Das östliche Vorkommen zählt je ein paar Lokalitäten in den Kirchspielen<br />

Kumlinge und Brändö.<br />

In den dazwischenliegenden Kirchspielen Vårdö, Lumparland, Föglö und<br />

Sottunga sowie in Kökar wird die Art vermisst.<br />

In bezug auf die Einwandenmg scheint das oben angegehene Vorkommen<br />

einen Ausgangspunkt sowohl im Sudwesten, in Uppland, als im Osten, in Finnland,<br />

anzudeuten.<br />

Vorkommen in den am nächsten hei Åland liegenden Ländern:<br />

LINDMAN: Svensk faiierogamflora, 1918, S. 417: »Lundäng., Sk.—Ang. o. s,<br />

Lpl., mindre allm.» — Stockholmstraktens växter, 1914, gibt S. G2 ein recht<br />

ausgedehntes Vorkommen, u. a. in dem Åland zugekehrten »Schärenarchipelgebiet»<br />

an. — THEDENIUS: Flora öfver Uplands och Södermanlands fanerogamer<br />

och bräkenartade växter, 1871, S. 168: »På skogsbackar, skogsängar<br />

och i lundar, mångenstädes och i alla delar af florområdet.» — JOHANSSON:<br />

Hufvuddragen af Gotlands växttopografi och växtgeografi, 1897, hat die Art<br />

nicht.<br />

SciiMiDT: Flora des silurischen Bodens von Ehstland, Nord-Livland und<br />

Oesel, 1855, S 236: »Durch das ganze Gebiet.» — Desselben Verf. Flora der<br />

Insel Moon, 1854, S. 52: »In scliattigen Laubwäldern, zerstreut.» — Russow:<br />

Flora der Umgebimg Revals, 1862, S. 91: »Am Abhange des Laaksberges<br />

jenseits der Zuckerfabrik (Wied.), Kaddack (Rein)!, M u r r a s t,<br />

H a r k!.» — GRUNER: Versuch einer Flora Allentackens, 1864, S. 507: »In<br />

feuchten, schattigen Wäldern; meist häufig. In A 11 e n t.: S i r t s i, J e w e,<br />

W a i w a r a, K 1 e i n-P u n g e r n, I s a c k, in den Wäldern an der obeni<br />

N a r o v a!; in Liv 1. allgeniein verbreitet, um W ottigfer! stellweis sehr<br />

häufig.» — GIVEHN: Flora der Umgebung Dorpats, 1860, S. 556: »In Laubwäldern<br />

bei Haselau (Bge. flor. exs. N. 888!); Ruhenthal (Lehmann!); Tiicki!,<br />

Teclielfer!; Am Salla-See!; Annenhof (Bienert).» — SKOTTSBERG U. VESTER-<br />

GREN: Zur Kenntnis der Vegetation der Insel Oesel, 1901, S. 64: »Laubwiesen,<br />

ziemlich selten: Arensburg! Mäpe! Mu stel! Neulöwel! — Ins.


112 A. Palmgren, Die Einwanderiingsvvege der Flora iiach den Âlandsinseln<br />

A b r o!» — LEHMANN: Flora von Polnisch-Livland, 1895, S. 391: »Gemischte,<br />

oft ein wenig feuchte Wälder, Waldschlucliten, Gebiische. Häufig.»<br />

Im Juni 1926 zeichnete icli die Art auf ösel am Fuss des Widobergs auf.<br />

MEIN'SIIAUSEN: Flora Ingrica, 1878, S. 288: »In feuchten, schattigen Laubwäldern<br />

bergiger Gegenden, im ganzen Gebiete mehr oder minder. gemein.»<br />

Fur Finnland gibt HjEi^T, 1911, S. 393, an: »In tota Fennia passim — rarius<br />

interdum etiani satis frequenter invenitur; in Lapponia australi raro vel<br />

rarissime occurrit et usque ad 68" 18' ad septentrionem versus lecta est.» — In<br />

der naclifolgenden Detailbehandlung werden fiir die Regio Aboensis verscliiedene<br />

Lokalitäten genannt, doch nur eine im Schärenarchipel (I n i ö: Storsalmis).<br />

In Nylundia scheint die Art recht verbreitet zu sein.<br />

Es sei bemerkt, dass BERGROTH: Anteckningar om vegetationen i gränstrakterna<br />

mellan Aland och Abo-området, 1894, S. 69 vier Lokalitäten in dem zu<br />

Aland gehörenden Teil des Untersuchungsgebietes (2 in Brandö und 2 in Kunilinge),<br />

aber nur eine (Iniö: Stor-Salmis) in dem zum Åboer Gebiet gehörenden<br />

Teil anfuhrt. — CAJANDER: Kasvistollisia tutkimuksia Mynämäen, Mietoisten ja<br />

Karjalan kunnissa, 1902, sagt S. 115: »Kr. fGegend von Karjala im nördlichen<br />

Teil des Gebiets) r. 6 Biische und eine Anzahl kleinerer Exx. auf der Insel Vehksaari<br />

im Moorgebiet Pahnassuo. — Angepflanzt z. B. im Garten von Ylis-<br />

Sippola in Karjala.» (Orig. finnisch.)<br />

Fiir Korpo teilt mir OI


ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 113<br />

Iv e m 1 a n (1: Eskskär. Vom Verf. imter Ufererlen im Sommer 1919 angetroffen.<br />

Das Vorkommen war selir spärlich, iind die Exemplare waren steril.<br />

Eskskär ist eine felsige Insel im äusseren Schärengiirtel, mit schöner Laubwiesenvegetation<br />

bewachsen (sielie 1915—17, S. 494).<br />

Iv e m 1 a n d: Nåtö. Vom Verf. in eineni einzigen sterilen Exemplar aiif<br />

dem offenen Ufer bei den Bootsschuppen im Dorfe Nåtö im Sommer 1919 angetroffen.<br />

Da Verf. diesen Platz seit 1901 wälirend mehrerer Sommer besuclit<br />

hat und das Exemplar seiner Aufmerksamkeit nicht liat entgehen können,<br />

ist das Vorkommnis offenbar ganz jungen Datums.<br />

Fiir die in Rede stehende Art gibt es also zwei voneinander isolierte Verhreihingsgehiete,<br />

das eine in dem gegen Siidwesten gut exponierten Schärenarchipel<br />

von I,emland, das andere im siidöstlichen Åland. Es scheint höchst<br />

wahrscheinlich, dass das erstere Vorkommen sich aus Schweden rekrniiert. Fur<br />

das andere scheint eine Einwanderung ans dem Ostbaltikum annehmhar (siehe<br />

S. 57 u. 58). Dieses letztere Vorkommen wûrde sich also liinsichtlich seiner<br />

Rekrutierung an ähnliche fiir Suaeda maritima, Lepidium latijolium, Cramhe<br />

maritima u. a. anschliessen. Indessen ist zu beachten, dass die Art auch in<br />

dem siidöstlich von Sottunga gelegenen Schärenarchipel von Korpo vorkommt<br />

(siehe unten). Vielleicht hangen diese Vorkommnisse miteinander zusammen,<br />

sei es, dass sich das eine aus dem anderen oder beide von derselben Seite her<br />

(wahrscheinlich aus dem Ostbaltikum) rekrutiert haben.<br />

Wegen des Vorkommens in den am nächsten bei Åland liegenden Ländern<br />

ist folgendes zu bemerken:<br />

m<br />

IVINDMAN: Svensk fanerogamflora. 1918, S. 457: »Snår, ofta vid strand..<br />

Sk.—Uppl.o. Vnnl., Öl., Gtl., mindre allm.» — Stockholmstraktens växter, 1914.<br />

gibt S. 32 ein ausgedelmtes Vorkommen an. Am grössten scheint die Frequenz<br />

in den beiden siidlichsten Gebieten zu sein. In dem am nächsten gegen Aland<br />

gekehrten »Schärenarchipelgebiet» werden 4 I/okalitäten namhaft gemacht, —<br />

TIIEDKNIUS: Flora öfver Uplands och Södermanlands fanerogamer och bräkenartade<br />

växter, 1871, S. 99: »Bland stenar på stränder och vid stenmurar, flerstädes,<br />

men saknas i norra delen af florområdet. Anmärkta växtställen äro:<br />

». — JOHANSSON: Hufvuddragen af Gotlands växttopografi och växtgeografi,<br />

1897, S. 142 (s. n. Convolvidus sepiimn)\ »Sälls. Spars. Fårö n. om Kalbjerga<br />

på åkerrenar!; Fleringe vid Ars hamn!; Martebomyr (Wö 65!); Visby(Wg)<br />

vid g. hamnen och badhuset!; Gothem i ängar vid Asbro (Mol.); Hörsne myr<br />

(Wö!); Dalhem vid åns utlopp i Hohnmyr!; Östergani (Wn); Burs vid en å (Wö!).»<br />

— F. HÄRD AV SKGKRSTAD: Sydsvenska florans växtgeografiska huvudgrupper,<br />

1924, S. 56: »Då den ofta odlas, är det svårt att avgöra, hur stor del av lokalerna<br />

i det inre, som få betecknas såsom ursprungliga. .»<br />

SciiMiDT: Flora des silurischen Bodens von Ehstland, Nord-Livland und<br />

Oesel, 1855, S. 228 (s. n. Colvolviilus sepium)-. »In Wierland: Tiirsel (Seidlitz!),<br />

ob wild?. In Plarrien: F ä h na, Fall (Törmer). In der Wiek: Walk (Dietrich),<br />

H o h e n h e i m bei Hapsal!, M e t z o b o am T e h h e 1 a-S e e!. Auf


114 A. Palmgren, Die Einwandemngswege der Flora iiacli den Âlandsiiiselii<br />

Oesel: am K a n d 1 a-S e e!, bei K u s n e m (Sass!).» —r- Desselben Verf. Flora<br />

der Insel Moon, 1854, fûhrt die Art niclit an. — Russow: Flora der Umgebung<br />

Revals, 18G2, S. 84 (s. n. Convolv. sepmm): »F ä h n a (Törnier). In Gärten der<br />

V or städ t e!.» — GRUNER: Versuch einer Flora Allentackens, 1864, S. 498<br />

(s. n. Convolv. sepium): »T ii r s s e 1 (Seidlitz; Schmidt bezweifelt jedocli das<br />

spontane Vorkommen, Fl. d. sil. Bod. S. 82), in Gebiischen an der B o r o w n a-<br />

Miindnng! und der Narovabiegung oberlialb Narva (O. Scliniiedeberg).» —<br />

GI,EHN: Flora der Umgebmig Dorpats, 1860, S. 549 (s. n..Convolv. sepium):<br />

»Gebiische am Unken Enibachnfer in der Vorstadt oberlialb der hölzernen<br />

Briicke!; Jama (Ilb. Girgensohn!); Timmofer (Hb. Czekanowsky!); Embach-<br />

Niederung unter Annenhof!, und zwischen der Stadt und Bischofsliof! (Bruttan).»<br />

— SKOTTSBIÎRG tl, VESTERGRKN: Zur Kenntnis der Vegetation der Insel Oesel,<br />

1901, S. 19: »Selten: Kandia, Kusnem (Sass in Smt. Fl.).» — LEIIMANN:<br />

Flora von Polniscli-Livland, 1895, S. 205 (s. n. Convolv. sepium): »Gebiische,<br />

Kecken, Selten. Unweit des Dorfes Kosinzi am Siver-See, Kreslawka, Prelly<br />

(Schroeders) (D.). Auch von Bauern an Häusern angepflanzt. — Liv. Kokenhusen<br />

(Jäsche), Laudohn, lyemsal (Rapp), Kenimern-Kaugern-See!!, Stockmannshof<br />

(Ils.!), Riga (Brandt, Miiller), Dorpat (Glehn), Oes.; Est.; Psk.; Wit.; Cur. (Fis.),<br />

Tuckum (Lhrt.), Sieckeln (Bt.), Tosmar-See an d. Waddax (Berg!), Libau<br />

(Rickert!), Polangen (Lap.), Dondangen, Subbath (Siebert), Kalkuhnen, Lassenbeck<br />

(Kupf.); Lith. (Eichw.), Wil. (S. et J. Jundz., Sel.), Dissna (Sel.), Swenciany<br />

(Twar. 163); Grod. (Gil.), Bialystok (Ejs.); Minsk (Lind.), Pinsk (Twar. 152),<br />

Nowogrudek (Dyb.!); Moh. (Tschol.).» sowie Nachtrag 1896, S. 486: »Pet. Gdow,<br />

am Ufer des Peipus u. des Pskowschen Sees an der Grenze (Regel 213); Psk.<br />

Ostrow (Prg. 210).»<br />

Im Juni 1926 beobachtete ich diese Art in Gebiischen am siidlichen Teil des<br />

Kanjer Sees bei dem Rigaer Meerbusen westlich von Riga. Sie ist hier zweifelsohne<br />

völlig einheimisch. Die I/okalität erinnert an die Wuchsplätze der Art auf Aland.<br />

MEINSHAUSEN: Flora Ingrica, 1878, hat die Art nicht.<br />

Fiir Finland bemerkt "fljEivT, 1919, S. 403: »In Fennia maxime australi raro—<br />

rarissime occurrit. Adventicius usque ad 63° lectus est et in saburra usque ad<br />

65° indicatur.» — In der nachfolgenden Detailbehandlung wird fiir die Regie<br />

Aboënsis eine Lokalität (»Korpo, Brunskär Nästlandet, O. Eklund!») angegeben.<br />

EKI


ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 115<br />

innersta del, där bergen i någon mån träda tillbaka, lämnande plats för en i det<br />

närmaste triangulär, till arealen helt obetydlig flik stenig havsstrand, där vindar<br />

och vågsvall hopat en massa tång, av vilken största delen är stadd i förmultning<br />

och redan klätts av ett frodigt växttäcke, där i synnerhet ståtlig Isatis tinctoria<br />

faller i ögonen. Ett tiotal meter från stranden sammansluta sig bergen, bildande<br />

en kilformig vinkel, vars sidoplan luta rätt brant mot det underliggande strandplanet,<br />

som sålunda mot N, NO, O och NW är väl skyddat mot alla kalla vindar,<br />

men i stället är öppet för den värmande södersolen. Med andra ord, platsen är<br />

synnerligen lämplig för utvecklingen av en rik och frodig växtlighet. På den<br />

ovannämnda tångbanken uppträder Convolvulus scpium tongivande bland<br />

Isatis, uppför vilken den klänger. Något närmare vattenbrynet växa Potentilla<br />

anserina, Festuca rubra var, arenaria, Galium palustre. Myosotis laxa (tämligen<br />

allmänt spridd i Korpo hela yttre skärgård) och, egendomligt nog. Myosotis<br />

arvensis. Mera inåt land övergår tångbädden i fet mylla, där Urtica dioica<br />

(tydligen »vild» på Nästlandet) växer yppigt, intrasslad i Convolvulus sepium,<br />

som här bildar ett virrvarr av på marken utbredda, med varandra sammanflätade<br />

och -tovade stjälkar. Ännu något längre inåt land vidtager vegetation av<br />

Ribes nigrum, och i närheten av bergsidorna, där större stenar och klippstycken<br />

belamra marken, uppträda Rubus idaeus. Juniperus communis var. nana och<br />

grupper av Aspidium filix mas.»<br />

Weiter seien noch folgende Worte EKI^UNDS wiedergegeben (S. 10—11):<br />

»Vid tiden för mitt besök på Nästlandet kunde jag ej upptäcka spår av<br />

blomknoppar (än mindre blommor) hos Convolvulus sepium, vilket förhållande<br />

jag antog bero därpå, att sådana ej än (26/VI) hunnit utvecklas. När jag emellertid<br />

i medlet av augusti 1917, således den tid, då växten plägar blomma som<br />

rikast, besökte platsen, stodo varken blommor eller blomknoppar att upptäcka.<br />

Av allt att döma synes Convolvulus sepium vara steril på Nästlandet trots den i<br />

alla avseenden gynnsamma lokalen. — Utan tvivel är Convoh'uhis sepium ursprunglig<br />

på Nästlandet. Denna holme är obebodd och besökes blott sällan av<br />

människor (och i så fall främst den norra delen). Den bukt, där växten förekommer,<br />

kan trots sitt skyddade läge ej tjäna som tilläggsplats för båtar, ty blindskär<br />

uppgrunda inloppet. Intet tyder sålunda på att växten genom människans<br />

medverkan spritt sig till Nästlandet.»<br />

Später teilt EKI^UND (Märkliga växtfynd i Ab, Korpo, 1921, S. 67) einen<br />

neuen Fundplatz in Korpo: Vidskär mit: »en vacker koloni bland strandalar<br />

vid bottnen av en från W inskjutande grund vik. Växten synes vara steril på<br />

Vidskär.»<br />

Stachys silvatica L.<br />

Karte 18.<br />

Konimt in Ufergebiischen, am Fuss von Felsen, in Hainen sowie an beschatteten<br />

Stellen in Laubwiesen ver. Siehe näher 1915, S. 420.<br />

Reellt selten. Die meisten lyokalitäten fallen in die peripheren Teile der<br />

Hauptinsel Åland und auf die Hauptinsel Eckerö sowie in den westlichen<br />

Schärenarchipel von Lemland, Östlidi von der Linie Saltvik: Toböle —


116 A. Palmgren, Die E)in\vanderungsvvege der Flora nach den Âlandsinseln<br />

Sund: Jussböle — Sûdspitze von Lemland fehlt'die Art fast ganz. Nur<br />

in Kökar und Föglö ist je eine einzelne Lokalität bçkannt.<br />

Das westliche Vorkommnis ist ojjenhar schwedischen Ursprungs. Fiir Kökar<br />

scheint eine Rekrutierung aus dem Ostbaltikum wahrscheinlicher (siehe S. 57).<br />

Vorkommen anf<br />

Åland:<br />

Kökar: Karlbylandet (S voni Dorf); Föglö: Bänö (W. Brenner); L e m-<br />

1 a n d: Björkö, Jersö, Nåtö, Idholm, Rödgrund, Ledsmid; Jomala: Ytternäs,<br />

Mariehamn bel den Friedhof, N von der Buclit Slemmern, Ramsliolm, Dalkarby,<br />

Önningeby; Hammarland: Kattnäs, Bergliamnslandet (östliclier Teil),<br />

Bovik-Slätskär, Skarpnåtö-Espliolm; K c k e r ö: Storby-Öra, Olofsveden —<br />

Öra, Skag, nach H. Lindberg westl. von Öra, nördl. von Storby nalie der<br />

Ktiste; Geta: Bolstaholm (Hult); F i n s t r ö m: Emnäs, Björkö; Saltvik:<br />

Strömma; Sund: Högbolstad (M. Brenner 1802 im H. M. F.), »har<br />

anträffats blott i lunden på andra sidan sundet midt emot prestgården, där<br />

den rikligen förekommer» (Lindén, S. 71).<br />

Vorkommen in den am nächsten hei Åland liegenden Ländern:<br />

LINDMAN: Svensk fanerogamflora, 1918, S. 473: »Lmid, skog, Sk. — n.<br />

Nrl., Öl., Gtl., t. allm.» — Stockholmstraktens växter, 1914, gibt S. 192 eine ausgedehnte<br />

Verbreitung an. — TIIEDENIUS: Flora öfver Uplands och Södermanlands<br />

fanerogamer och bräkenartade växter, 1871, S. 266: »I lundar och på<br />

skuggiga stränder, teml. allmän.» — JOHANSSON: Hufvuddragen af Gotlands<br />

växttopografi och växtgeografi, 1897, S. 147: »Flerst. Måttl. .»<br />

SCHMIDT: Flora des silurischen Bodens von Khstland, Nord-Livland und<br />

Oesel, 1855, S. 232: »Durch das ganze Gebiet.» — Desselben Verf. Flora der Insel<br />

Moon, 1854, S. 47: »Häufig in schattigen Wäldern.» — RUSSOW: Flora der Unigebung<br />

Revals, 1862, S. 88: »In feuchten Laubwäldern und an schattigen Abhängen<br />

des Glints nicht selten.» — GRUNER: Versuch einer Flora Allentackens,<br />

1864, S. 503: »Häufig in feuchten Wäldern.» — GI.EHN: Flora der Umgebung<br />

Dorpats, 1860, S. 553: »In feuchten schattigen Laubwäldern häufig.» —<br />

SKOTTSHERG U. VESTERGREN: Zur Kenntnis der Vegetation der Insel Oesel,<br />

1901, S. 23: »Am meisten ini sudlichen Teil gesehen: Siksaar! Arensbur<br />

g! Kasti! zwischen Neulöwel und Arensburg, 5 W. von A.!<br />

Sail! zwischen K a n g e r n und T ö 11 i s t! Ubrigens: Taggam ois!<br />

K a r r i s!» — LEUMANN: Flora von Polnisch-Livland, 1895, S. 229: »Schattige<br />

Wälder, Waldschluchten. Häufig.»<br />

Im Juni 1926 zeiclmete ich die Art in dichtem Wald (III) auf der Insel Abro<br />

{ösel), westlich von Hapsal und auf dem Abhang des Laksbergs (Reval) auf.<br />

MEINSHAUSEN: Flora Ingrica, 1878, S. 281: »Feuchte Grasplätze und<br />

Schluchten unter Gebiisch od. in Wäldern an Bächen, ziemlich häufig im<br />

Gebiete.»<br />

Fiir Finnland gibt IIJEW, 1923, S. 233 an: »In Fennia australi usque ad c.<br />

63° passim — satis raro occurrit.» In der nachfolgenden Detaildarstellung<br />

ergibt sich fiir die Provinz Regie Aboënsis ein redit ausgedelmtes Vorkommen.<br />

Fiir den Schärenarchipel werden einzelne Lokalitäten in Korpo und Pargas<br />

genannt.


ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 117<br />

Zu beacliten ist, dass BERGROTH: Anteckningar oni vegetationen i gränstrakterna<br />

mellan Åland och Åbo-området, 1894, und CAJANDKR: Kasvistollisia tutkimuksia<br />

Mynämäen, Mietoisten ja Karjalan kunnissa, 1902, die Art nicht anfiihren.<br />

Fiir Korpo teilt niir Oi.E EKI^UND mit: »Sehr selten (2 Lok. gleich NW von<br />

Korpo Kyrkland).»<br />

Vcronica spicata I^.<br />

Karte 19.<br />

Kommt aiif steinigen Hûgelwiesen und ganz besonders auf Hiigel- und<br />

Felsbuckeln in Laubwiesen vor. Siehe näher 1915, S. 425,<br />

Ihre liauptsächliche Verbreitung liat die Art in den Kiistenpartien der<br />

Hauptinsel Aland (und des kontinentalen Eckerö) sowie in den im NW und<br />

SW angrenzenden Schärenarchipelen. Besonders reichlich ist ihr Vorkonimen<br />

im nordwestlichen Schärenarchipel und im Schärenarchipel von Lemland.<br />

Nach Osten zu nimmt die Frequenz ab. Die äussersten Fundorte sind S a 11-<br />

V i k: Saggö und Boxö; Sund: Sibby; L u m p a r 1 a n d: Skag und die vSiidspitze<br />

von L e m 1 an d. Im iibrigen fehlt die Art im ganzen östlichen Schärenarchipel<br />

bis auf K ö k a r, wo zwei Fundorte bekannt sind. Also auch bei dieser<br />

Art ein isoliertes Vorkommnis in Kökar.<br />

Das westliche Vorkommnis ist offenbar schwedischen Ursprungs. Fiir die<br />

isolierten Vorkommnisse in Kökar scheint eine Einwanderung aus dem Ostbaltikum<br />

vielleicht wahrscheinlicher (siehe S. 57).<br />

Vorkommen aiij Åland:<br />

K ö k ar: Karlby, Hamnö; L e m 1 a n d: Ledsund, Idholni, Nåtö, Rödgrund.<br />

Inre Kalfskäret, Yttre Kalfskäret, vSlätliolm, Granholm, Skobbholm,<br />

Askö, Slätskär, Jungfruskär, in der Nähe von Lemströnis kanal (Meurnian);<br />

J o m a 1 a: Ytternäs, Klinten, Sviby (Pesola), Möckelö, Kungsö, Haminarudda,<br />

Bogskär, Jomala öjen, Ytterby, Önningeby (R.Frey), Apelnäs; Hammarland:<br />

Kattnäs, am Marsund S von Berghamnslandet, Berghamnslandet, Bovik,<br />

Strömma, Skarpnåtö-Espholni?, Gumholm, Skråbjörkö, Skabbskär, Appelö,<br />

Äppelö-Granskär; Eckerö: Marby, Kirchdorf, Storby, Öra u. Vikarna,<br />

Skag, Finbo, Finbo: Långör u. Rönnskärs grundet, Signilskär u. Kaparklobben.<br />

nach H. Lindberg: siidw. Teil von Ost-Eckerö, bei der nördlichsten Kötnerei<br />

an der Bucht Skeppsvik, Ilolmskatan bei Torp, östl. von Morsö träsk; Geta:<br />

Bolstaholm, Vester- u. Östergeta (Hult u. Tikkanen), Höckböle holme, Pantsarnäs-Barskär<br />

(Linkola), Snäckö, Bankholm, Sandskär, Hällö, Dånö, »allmän<br />

i Getha» (Hult); PM n s t r ö m: Godby (H. M. F.), Skabbö, Björkö. Bergö-<br />

PIusö, Tjudö; Saltvik: Näs, Saggö, Boxö, Bergö, Kvarnbo, vSonröda, Ofvanåker;<br />

S u n d: Brändbolstad, Strömbolstad — Sibby, bei dem nördlichen Teil<br />

des Björby träsk, »har blifvit tagen såväl nära prästgården som i Söderby,<br />

men annanstädes ej observerad» (Linden, S. 70); L u m p a r 1 a n d: Krokstad<br />

(nicht typisch), Skag.


118 A. Palmgren, Die E)in\vanderungsvvege der Flora nach den Âlandsinseln<br />

Vorkommen in den am nächsten hei Åland liegenden Ländern:<br />

LINDMAN: Svensk fanerogamflora, 1918, S. 488: »Backar t. allm.. Sk. —<br />

Dis. o. Uppl., Jtl., Öl., Gtl., tänil. allm.» — Stockholmstraktens växter, 1914,<br />

fiihrt S. 210 eine bedeutende Anzalil Lokali täten auf, die meisten in dem Åland<br />

zugekelirten »Scliärenarchipelgebiet». — TIIEDENIUS: Flora öfver Uplands och<br />

Södermanlands, fanerogamer och bräkenartade växter, 1871, S. 5: »På backar<br />

och torra betesmarker, teml. allmän i Stockholmstrakten, mindre allmän i Södertörn<br />

och Nyköpings lån; synes saknas i Norra Upland.» — JOHANSSON: Hufvuddragen<br />

af Gotlands växttopografi och växtgeografi, 1897, S. 153: »Allm.<br />

Mâttl. — mängdv. .»<br />

SciiMiDT: Flora des silurischen Bodens von-Ehstland, Nord-Livland und<br />

Oesel, 1855, erwähnt die Art S. 229 ohne Angabe von Lokalitäten, ebenso desselben<br />

Verf. Flora der Insel Moon, 1854, S. 46. — Russow: Flora der Umgebung<br />

Revals 1862, sagt S. 86: »Anf Haiden, Sandplätzen und trockenen Wiesen gemein.»<br />

— GRUNER: Versuch einer Flora Allentackens, 1864, S. 500: »Auf Sandplätzen,<br />

Anhöhen: Chudleigh, Kochtel, Ruttik, auf dem I s a c k'-<br />

schen Höhenzuge, P e r m e s k ii 11!.» — GI^EHN: Flora der Umgebung Dorpats,<br />

1860, S. 550: »Auf sandigen Anhöhen. Nicht häufig. Kabbina!; Hiigel zwischen<br />

Lochkwa und Timmofer!.» — SKOTTSBERG U. VESTERGREN: Zur Kenntnis der<br />

Vegetation der Insel Oesel, 1901, S. 26: »Nicht häufig: Jerwe! Kattfel!<br />

T a g g a m o i s! M u s t e 1! N e u 1 ö w e 1! — Ins. F i 1 s a n d!» — LEIIMANN:<br />

Flora von Polnisch-Livland, 1895, S. 219: »Sandige Wälder, Hiigel, Heiden.<br />

Häufig.»<br />

Im Juni 1926 notierte ich die Art auf ösel: Pargel (I), an ein paar Stellen<br />

westlich von Hapsal und auf dem Laksberg {Reval).<br />

MEINSHAUSEN: Flora Ingrica, 1878, S. 254: »In den Sandgegenden des Siidgebiets,<br />

eine der gemeinsten und fiir diese Gegenden charakteristischen Pflanzenarten.»<br />

Fur Finnland bemerkt HjEW, 1923, S. 'J9: »In Alandia satis frequenter —<br />

frequenter provenit, in reliqua Fennia maxime austro-occidentali rarissime visa<br />

est. Dein etiam in orientali Fennia his annis est lecta.»<br />

In der nachfolgenden Detaildarstellung wird fiir die Regio Aboënsis ein Vorkommnis<br />

in Korpo, auf Kuustö und in Kisko angegeben. Zu bemerken ist, dass<br />

BERGROTH: Antecknmgar om vegetationen i gränstrakterna mellan Åland och<br />

Åbo-området, 1894, und CAJANDER: Kasvistollisia tutkinniksia Mynämäen,<br />

Mietoisten ja Karjalan kunnissa, 1902, die Art nicht anfiihren.<br />

Fiir Korpo teilt mir Oi«E EKI.UND mit: »Nach Conspectus in Korpo, nicht von<br />

mir gesehen.»<br />

Succisa<br />

pratensis Moench.<br />

Karte 20.<br />

Kommt auf Hiigehviesen vor. Siehe näher 1915, S. 447.<br />

Fiir diese Art kenne ich nur 5, wie es scheint, urspriinglidie Vorkommnisse:<br />

je eins in Eckerö, in Hammarland und Jomala und zwei in K ö k a r<br />

Also zwei voneinander isolierte Gebiete.


ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 119<br />

Das westliche Vorkommnis ist offenhar schwedischen Ursprungs. Fiir das in<br />

Kökar stellt sich eine Einwanderung aus dem Ostbaltiknm vielleicht als das<br />

Wahrscheinlichste dar (siehe S. 57).<br />

V or kommen an f<br />

Åland:<br />

Kökar: In wenigen Exemplaren auf einer Hiigelwiese in Smedö (1906),<br />

Öfverboda; Jomala: Norrsunda; Hammarland: Pfarrgutswiese, Torp<br />

(auf Kultixrboden) ; Eckerö: Torp öjen. In H. M. F. finden sich Exemplare aus<br />

»Hammarland», gesammelt von Bergstrand, welcher im ubrigen angibt (Naturliist.<br />

beskr.): »t. r. Hammarland på ängen mellan Frebbenby och prestgården.»<br />

Vorkommen in den am nächsten hei Åland liegenden Ländern:<br />

LINDMAN: Svensk fanerogamflora, 1918, S. 513 (s. n. Succisa praemorsa):<br />

»Lundäng., skogsbryn. Sk. — Jtl. oVb., Öl., Gtl., allm.» — Stockholmstraktens<br />

växter, 1914 gibt S. 195 ein ausgedehntes Vorkommen an; in dem Åland zugekehrten<br />

»Schärenarchipelgebiet» scheint die Frequenz jedoch verhältnismässig<br />

niedrig zu sein. — THKDENIUS: Flora öfver Uplands och Södermanlands fanerogamer<br />

och bräkenartade växter, 1871, S. 66: »På ängsbackar, skogsängar och<br />

betesmarker, allmän.» "— JOHANSSON: Hufvuddragen af Gotlands växttopografi,<br />

1897, S. 138: »Allest. Mängdv.—massv.»<br />

SCHMIDT: Flora des silurischen Bodens von Ehstland, Nord-Livland und<br />

Oesel, 1855, erwähnt die Art S. 217 ohne Angabe von Lokalitäten, ebenso desselben<br />

Verf. Flora der Insel Moon, 1854, S. 40. Dasselbe ist auch bei Russow:<br />

Flora der Umgebung Revals, 1862, S. 76, GRUNER: Versuch einer Flora Allentackens,<br />

1864, S. 489, und GI,KHN: Flora der Umgebung Dorpats, 1860. S.<br />

542, der Fall. — SKOTTSBERG U. VESTERGREN: Zur Kenntnis der Vegetation der<br />

Insel Oesel, 1901, S. 16: »Häufig.» — LEIIMANN: Flora von Polnisch-Livland,<br />

1895, S. 246: »Weisen, Heiden, Wälder, Gebusche, Gemein.»<br />

MEINSIIAUSEN: Flora Ingrica, 1878, S, 151 (s. n. Scabiosa Succisa L.): »Auf<br />

feuchten Wiesen, in Wäldern, namentlich torfhaltiger Orte gemein in ganz<br />

Ingrien.»<br />

Fiir Finnland bemerkt HjEI,T, 1923, S. 432: «Succisa praemorsa Asch.<br />

(S. pratensis Moench auct. fere omnium apud nos.) — Inpriniis in occidentali<br />

parte Fenniae mediae satis frequenter aut frequenter provenit; ad septentrionem<br />

versus usque ad 63° 50' procedit, sed in parte orientali multo prius desinit.<br />

In vicinitate marium saltem plurimis plagis aut raro aut non invenitur.»<br />

In der nachfolgenden Detailbehandlung heisst es fiir die Regio Ahoënsis<br />

(S. 433): »fq: Zett. & Br.; st fq—p: Arrh. Ann.; p: Renv. et A. Nyl.; Uskela st<br />

f q _ f q : Häyr.; fq: Sel. et l'rintz; fq—fqq: Flinck, cfr etiam W . Nyl. p. 204; fq<br />

[»yleinen»] V. E. Broth, et Weeks.; Mietois?, in parte au.strali par. Mynämäki<br />

[»Pt»] st fq, ceterum fq, cp [»yl.»]: Caj. Kasvist.»<br />

Zu beachten ist, dass BERGROTII: Anteckningar om vegetationen i gränstrakterna<br />

mellan Åland och Åbo-området, 1894, die Art nicht aus den Grenzkirchspielen<br />

zwischen Åland und der Regio Aboënsis anfiihrt. — CAJANDER: Kasvistollisia<br />

tutkimuksia Mynämäen, Mietoisten ja Karjalan kunnissa, 1902, sagt<br />

S. 130: »Mt. (Mietoinen)? Pt. (der sudlichste Teil von Mynämäki) fqs., sonst<br />

fq. Häuf. an den Waldrändern feuchter Wiesen, in Weidengestriipp, bisweilen<br />

auch an Ufern.» (Orig. finnisch.)


120 A. Palmgren, Die Einwanderiingsvvege der Flora iiach den Âlandsinseln<br />

Fiir Korpo gibt niir OIVE EKI^UND ein Vorkoramen nur in Galtby an.<br />

Zur Beleuclitung des Aaftretens der Art in der Kiistengegend von Nyland<br />

sei folgende Äusserung von W. BRKNNER: Växtgeografiska studier i Barösunds<br />

skärgård. I, 1921, S. 106, zitiert: »S. st. r. 8. Endast i yttre skärgården (Stor-<br />

Lövö, Bastö, Storö, Skeppö, Langlö, Vargskär, Tiftö, Arvskär, Jakob-Ramsö),<br />

mest i bergskrevor i omedelbar närhet av havsstranden. Apofyt. — F. p.-<br />

st. fq. Saknas nere vid kusten, men uppträder redan i Linkulla-trakten rikligt.<br />

(Ilis. st. fq.)» — S. 116 schreibt BRENNER: »Succisa pratensis förekommer rikligt<br />

i örtängar, snår och lövskogar i fastlandets norra del, men försvinner redan<br />

ett gott stycke från kusten fullständigt. I inre skärgården saknas den likaså<br />

totalt, men uppdyker märkvärdigt nog åter här och där i yttre skärgården, där<br />

den oftast förekommer i bergspringor så nära havsstranden, att dess spridning<br />

genom driften ej synes osannolik.»<br />

Knautia arvensis (I,.) Coult.<br />

Karte 21.<br />

Kommt auf Hiigelwiesen vor. Siehe näher 1915, S. 447.<br />

Diese Art hat ihr hauptsächliches Vorkommen auf der Hauptinsel Åland,<br />

wo sie besonders in Jomala verbreitet ist,sowie auf dem kontinentalen Eckerö.<br />

Ferner ist sie an einer Lokalität im NW Schärenarchipel und ebenso an je<br />

einer lyokalität im Schärenarchipel von Lemland, in Lumparland, in Vårdö<br />

und dazu im Siidosten an je einer Lokalität in Sottunga und Kökar angetroffen.<br />

Sie fehlt also vollständig in Föglö, Kumlinge und Brändö.<br />

Das V or kommen deutet ganz bestimmt atif wesentlich schwedi schen Ursprung<br />

und — in Anbetracht des hauptsächlichen Vorkommens auf der Hauptinsel<br />

Åland — wahrscheinlich auf eine recht jriihe Einwandernng. Nur fitr die Vorkommnisse<br />

in Kökar und Sottunga scheint eine Rekrutierimg aus dem Ostbaltikum<br />

vielleicht wahrscheinlicher (siehe S. 57),<br />

Vorkommefi auf<br />

Åland:<br />

Kökar: Husö; S o 11 u n g a: Hällklubb, L e m 1 a n d: Hanmbacka<br />

(Laubvviese), Norrby — Söderby, Bergö; J o m a 1 a: Kungsö, Kungsö — Brändö,<br />

Godtby, am Degerbergsfjärd, Norrsunda —Södersunda, Vestansimda, Vargsunda,<br />

Möckelby, S vom Dalkarby träsk (Br. Fl.), Dalkarby, Jättböle, Öfverby.Ytterby,<br />

»Lemström» (Meurman), Apelnäs; Hammarland: Torp, Östantråsk, Byttböle,<br />

Bjerström — Byttböle, im Winkel der Bucht Postadfjärden, Mörby, Bredbolstad,<br />

Ijllbol.stad. Bovik, Skarpnåtö; Eckerö: Marby, Storby, Stoiby-<br />

Vikarna, siidwestl. Teil von Ost-Eckerö (H. Lindberg); Finlx); Geta: Bolstaholni,<br />

Vester- u. Östergeta; F i n s t r ö m: Bjerström, vStrömsvik, bei der<br />

Kirche, Bamböle, Bastö, Tjudö; Saltvik: Kvarnbo, Ryssböle; S u n d: bei<br />

der Kirche, eichenbewachsener Iliigel in der Nähe der Kirche, Tranvik, Bomarsund<br />

(H. M. F.), Vård ö: Angö; u m p a r 1 a n d: Norrboda.


ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 121<br />

Verhreitung in den am nächsten hei Åland liegenden Ländern:<br />

Stockhomstraktens växter, lOl-'i, gibt S. 98 ein ausgedehntes Vorkommeii,<br />

u. a. in dem Aland zugekehrten »Scliärenarchipelgebiet» an; fiir melirere Kirclispiele<br />

lautet die Frequenzbezeiclmung mehrerorls oder zieml. liäufig oder vSogar<br />

hänfig. — TIIKDKNIUS: Flora öfver Uplands och Södermanlands fanerogamer<br />

och bräkenartade växter, 1871, S. 67 (s. n. Trichera arvensis): »På åkerrenar,<br />

backar och vid vägkanter, allmän. .» — JOHANSSON: Hufvuddragen<br />

af Gotlands växttopografi och växtgeografi, 1897, S. 137 (s. n. Trichera arv.):<br />

På mellersta delen allm., på nordligaste och södra h. o. d. Måttl. Exv. Sandön<br />

(Wö!); Bunge!;. . . Grötlingbo!»<br />

SciiMiDT: Flora des silurischen Bodens von Ehstland, Kord-Livland und<br />

Oesel, 1855, erwähnt die Art S. 217 ohne Angabe von Lokalitäten, ebenso desselben<br />

Verf. Flora der Insel Moon, 185/i, S. 40. Ebenso verhält es sich bei Russovv:<br />

Flora der Umgebung Revals, 18G2 (S. 76), GRUNER: Versuch einer Flora<br />

Allentackens, 1864, S. 488, und GLEIIX: P'lora der Umgebimg Dorpats, 1860,<br />

S. 542. — SKOTTSKERG U. VESTERGREN: Zur Kenntnis der Vegetation der Insel<br />

Oesel, 1901, S. 16 (s. n. Trichera arv.): »Ziemlich häufig. — Eine Form mit weissen<br />

Bliiten bei N e u 1 ö w e 1!» — LYELLMAXX: Flora von Polnisch-Livland, 'l 895,<br />

vS. 246: »Weg- und Waldränder, Aecker, Wiesen, Anhöhen, EBböschungen. Gemein.»<br />

Im Juni 1926 notierte ich die Art auf ösel (dichter Hain auf der Insel Abro<br />

(I), sowie Pargel (I)), auf trockenem Abhang am Meer westlich von Hapsal<br />

sowie auf dem Laksberg (Reval).<br />

MEINSHAUSEN: Flora Ingrica, 1878, S. 151 (s. n. Scabiosa arvevsis L.): »Auf<br />

trocknen, sonnigen Wiesen, namentlich im Gebiete des Kalksteins, sehr gemein<br />

in ganz Ingrien. Die Form b. ist seltener, aber stellweise namentlich bei Luga<br />

häufig; die Form c. wächst als seltener Gast hie und da in schattigen Wäldern<br />

des Kalkstein-Berglandes.»<br />

Fiir Finnland bemerkt HJEI.T, 1923, S. 425: »In occidentali Fenniae parte<br />

passim, multis auteni plagis raro occurrit, ad orientem versus frequentior fit,<br />

in Karelia orientali est frequentissima. Terminum septentrionalem ad 67° 18'<br />

attingit, ultra 63° 30' plerumque saltem rara aut rarissima est.»<br />

In der nachfolgenden Detailbehandlung (S. 526) ergibt sich ein Vorkommen<br />

mehrerorts in der Regio Aboënsis. Die Art scheint jedoch iiberall selten zu sein.<br />

Zu beachten ist u. a., dass sie nicht bei BERGROTII: Anteckningar om vegetationen<br />

i gränstrakterna mellan Åland och Åbo-området, 1894, zu finden ist. —<br />

Bei CAJANDER: Kasvistollisia tutkimuksia Mynämäen, Mietoisten ja Karjalan<br />

kunnissa, 1902, liest man S. 130: »Pt (der sudlichste Teil von Mynämäki) rr,<br />

1894 2 Ex. im 1'ark von Kallinen unter einer grossen Espe. K1 (Gegend von<br />

Kalela) rs., an Ackerrainen, Landstrassenrändern und auf Hiigeln in der Gegend<br />

von Haka und Haanperä reichlich. — In den Sammlungen meines Vaters<br />

findet sich auch 1 Ex. aus dem Filialkirchspiel Karjala.» (Orig. finnisch.)<br />

— Fiir das an Åland grenzende Kirchspiel Korpo bemerkt HJEI/r nach O.<br />

EKLUND: »Korpo r. Alvsjö, »Korpogård», Skofatt Snickars, Norrskatan Havträsk.»<br />

— Im ûbrigen sei auf HJEL


122 A. Palmgren, Die Einwanderungswcge der Flora nach den Alandsinseln<br />

Artemisia campestris h.<br />

Karte 22.<br />

In Grus und Spalten auf Felsenabsätzen, Hiigel- und Felsbuckeln, bisweilen<br />

auch auf trockenen, besonders grusigen Hugeln. Siehe 1915, S. 457.<br />

Die Verbreitung weist einige bemerkenswerte Ziige auf.<br />

Das hauptsächlichste Vorkommen entfällt auf den NW Schärenarchipel,<br />

den westlichen Schärenarchipel von Lemland, woran sich Lokalitäten in Flaka<br />

u. auf Herrö (siidwestlicher Teil des festländischen Lemland) anschliessen, das<br />

nordöstliche Föglö (daran schliessen sich zwei Lokalitäten in Sottunga) und<br />

Kökar. Hierzu kommen einzelne oder zerstreute Lokalitäten in Eckerö, im<br />

nördlichen Schärenarchipel von Saltvik, in Sund, Vårdö, Kumlinge und<br />

Brändö. In Jomala, und Lumparland ist die Art nicht angetroffen worden.<br />

Bemerkenswert ist, dass das Vorkommen in Föglö annähernd auf den nordöstlichsten<br />

Teil des Kirchspiels beschränkt ist; im ubrigen liegt nur eine<br />

Lokalität ganz siidwestlich mit Anschluss an das Vorkommnis im westlichen<br />

Schärenarchipel von Lemland vor.<br />

Die Fimdplätze liegen sämtlich his auf zwei auf Inseln, und auch diese zwei<br />

sind Landzungen und mithin in Wirklichkeit Schärenlokalitäten.<br />

Wie aus dem Obigen hervorgeht, lassen sich die Vorkommnisse dieser Art<br />

auf eine westliche und eine östliche Verbreitung verteilen. In der Richtung<br />

SO—NW geht durch ganz Åland eine Lucke im Vorkonmien, die im Westen<br />

durch eine Linie Geta: Dånö—Siidspitze von L e m 1 a n d, im Osten durch<br />

eine Linie Saltvik: Boxö — Föglö: Nötö — Kökar: Idö markiert<br />

ist. Hierin erinnert die Art an Gymnadenia conopsea, Polygonatum multiflorum,<br />

Draba incana u. a. Insbesondere zeigt die letztgenannte Art eine auffallende<br />

Ähnlichkeit im Vorkommen (siehe S. 56).<br />

Es îmterliegt kaum einem Zweifel, dass das westliche Vorkommnis schwedischen<br />

Ursprungs ist. Bemerkenswert ist dabei, dass das gegen SW exponierte<br />

Jomala und der grösste Teil von Hammarland nicht von der Einwanderung<br />

erreicht worden sind (die Lokalitäten in Hammarland liegen i m nordwestlichsten,<br />

festländischen Teil dieses Kirchspieles). Ebenso fällt das fast vollständige<br />

Fehlen irn westlichen Föglö ins Auge. — Fur das östliche Vorkommnis scheint<br />

eine Rekrtäierting aus dem Ostbaltikum wahrscheinlich.<br />

Vorkommen auf<br />

Åland:<br />

Kökar: Idö. Finnö, Hellsö, Hamnö, Öland, Österbygge-Horsskär. Storrefvet<br />

u. Partufvorna; Sottunga: Finnö, Finnö norra öjen; Föglö: Bänö,<br />

Jyddö. Nötö. Öfverö, Hesselör, Björkör; Lemland: Herrö, Flaka (Consp.),<br />

Björkö, Jersö, Nåtö, Inre u. Yttre Kalfskäret, Granholm, Slätskär; H a ni m a r-<br />

1 a n d: am Marsund S von Berghamnslandet, Berghamnslandet, Björkskär,<br />

Skråbjörkö. Skabbskär, Äppelö, Äppelö-Granskär; Eckerö: »Skeppsvik:


ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 123<br />

saiidiger trockener Boden am Meer» (H. Lindberg 1892 im H: M. F.), Finbo,<br />

Signilskär, »här och där i skärgården mellan Getha och Eckerö t. ex. Gumholm»<br />

(Hult: Anteckningar); Geta: Dånö, vSandskär, Mattskärs n. gmndet, Rankoskär;<br />

Saltvik: Boxö; Sund: Skarfven (Consp.); V å r d ö: Dorf Vårdö,<br />

Haninö; K u m 1 i n g e: Södholm, Björkö-Ängö; Brändö: Torsholma. —<br />

Nach Bergroth (S. 76) »t. a.» in Kunilinge u. Brändö.<br />

VerhreiUmg in den am nächsten bei Åland liegenden Ländern:<br />

I^INDMAN; Svensk fanerogamflora, 1918, S. 540: »Torra backar, klippor,<br />

murar. Sk. — s. Nrl. o. Dis., mindre allm.» — Stockholmstraktens växter, 1914,<br />

gibt S. 17 ein recht ausgedehntes Vorkommen, besonders in den siidlichen Teilen<br />

des Gebietes an. — THEDENIUS: Flora öfver Uplands och Södermanlands<br />

fanerogamer och bräkenartade växter, 1871, S. 377: »På backar, vägkanter och<br />

murar, mångenstädes.» — JOHANSSON: Hufvuddragen af Gotlands växttopografi<br />

och växtgeografi, 1897, s. 115: »Allm. Talr. .»<br />

SCHMIDT: Flora des silurischen Bodens von Ehstland, Nord-Livland und<br />

Oesel, 1855, S. 218: »Durch das ganze Gebiet. Am Meeresstrande, auf Moon<br />

und A b r o, häufig die var. sericea Fr.» — Desselben Verf. Flora der Insel<br />

Moon, 1854, S. 41, fùhrt die Art ohne Lokalangaben an. Ebenso ist sie von<br />

Russow: Flora der Umgebung Revals, 1862, S. 77, und GRUNER: Versuch einer<br />

Flora Allentackens<br />

, 1864, S. 489, sowie GI,EHN: Flora der Umgebung<br />

Dorpats, 1860, S. 543, erwähnt. — SKOTTSBERG U. VESTERGREN: Zur Kenntnis<br />

der Vegetation der Insel Oesel, 1901, bemerken S. 7: »Ziemlich häufig; A n s e-<br />

kiill! O ris a ar!» — LEHMANN: Flora von Polnisch-Livland, 1895,<br />

S. 258: »Hiigel, Aecker, Wegränder, EB-böschungen. Gemein. — var. a. ivodora<br />

MB. [syn. mit cam^. (Schm.)]. Cur. (Fis., Lind.); Lith. (Wolfgang); Minsk<br />

(Lind.), Pinsk (Eichw.); Moh. (Lind.). — b. sericea Fr. Balt. (Kge.), Oes„ Moon<br />

(Smt.). [A. scoparia W. K. Lith. (Wolfgang). Sehr fraglich (Schm.)].»<br />

KUPFFER: Grundzuge der Pflanzengeographie des ostbaltischen Gebietes,<br />

1925, zählt die Art S. 178 unter denen auf, fiir welche eine Einwanderung während<br />

der subborealen Zeit wahrscheinlich erscheint.<br />

Im Juni 1926 zeichnete ich die Art auf ösel (Lode auf trockenem of f enen<br />

Gelände, Siidspitze der Insel Abro, Pargel (I)), an verschiedenen Stellen westUch<br />

von Hapsal und auf dem Laksberg (Reval) auf,<br />

MEINSHAUSEN: Flora Ingrica, 1878, S. 169: »Auf trocknen, sonnigen Wiesen<br />

und Feldern, an Gräben, Dämmen und Wällen in ganz Ingrien gemein.»<br />

Fiir Finnland gibt HJEIVT, 1926, S. 71 an: »In Fennia austrah usque ad<br />

61° 10' ad septentrionem versus raro aut satis raro occurrit; ulterius in saburra<br />

etc. adventicia legitur.»<br />

Fiir die liegio Aboënsis ergibt sich (1. c. S. 72) ein Vorkonmien an mehreren<br />

Orten, u. a. im Schärenarchipel von Pargas, Nagu und Korpo. Fiir das letzterwähnte<br />

Kirchspiel {Korpo) teilt mir Oi,E EKI^UND mit: »Zieml. häufig im Schärenarchipel,<br />

besonders im siidlichen und westlichen.»


124 A. Palmgren, Die Einwanderiingsvvege der Flora iiach den Âlandsinseln<br />

Cirsium heterophyllum (L.) All.<br />

Karte 23.<br />

Kommt aiif 5es/ma-Wiesen und in Ivaubwiesen, besonders an frischeren<br />

und etwas beschatteten Stellen vor. Siehe näher 1915, S. 459.<br />

Diese Art ist auf Aland recht selten (40 L,okalitäten). Ihr reichlichstes Vorkonimen<br />

fällt in die westlidien und siidwestlichen Teile der Hauptinsel Åland,<br />

wo sie audi in den Schärenarcliipel hinausgeht (Jomala 14, Eckerö 7, Hammarland<br />

10, Finström 4, Geta 2 Lokalitäten). Gegen Osten und Nordosten wird<br />

die Art seltener. Im östlichen Teil der Hauptinsel Åland (östlich von der<br />

Bucht Lumparen—Strömma) ist so nur eine Lokalität (Saltvik: Lângbergsöda)<br />

bekannt, und im ganzen östlichen und siidlichen Schärenarchipel<br />

(Vårdö, Föglö, Sottunga, Kökar, Kumlinge vind Brandö) wissen wir nur von<br />

zwei Lokalitäten ganz östlich in Brändö.<br />

Das ganze westliche Vorkommnis ist of f enbär schwedischen Ursprungs. Aber<br />

das Vorkommen in Brändö? Wegen dieses ist zu benierken, dass BERGROTH<br />

die Art von Söfdö in dem dicht bei Brändö gelegenen Kirchspiel I n i ö {Regio<br />

Aboënsis) anfiihrt. Es scheint mithin recht nahe zu liegen, mit einer Einwanderung<br />

nach Brändö von Osten her, aus Finnland zu rechnen, wo die Art<br />

eine ausgedehnte Verbreitung hat (siehe S. 58).<br />

Vorkommen auf<br />

Åland:<br />

I. e m 1 a n d: Slätholm, Granholm, Skobbholm, Slätskär; Jomala: Ytternäs,<br />

Önningeby — Kalmar, Kalmar, Hindersböle, Klinten, Möckelö, Djurvik,<br />

Vargsunda, Möckelby, Kärböle—Möckelby, Dalkar by, Ringsböle, Jomala Öjen,<br />

Ytterby; H a m m a r 1 a n d: Torp, beim Pfarrhof, Kattnäs, Frebbenby,<br />

Kattby, am Marsund S von Bergliamnslandet, Mörby, Bredbolstad, Bovik-<br />

Slätskär, Äppelö; Eckerö: Öfverby, Olafsveden — Öra, Storby-Vikarna;<br />

nach H. Lindberg: siidwestl. Torp, siidwestl. Teil von Ost-Eckerö, Skeppsvik, Eniskär;<br />

Geta: Snäckö, Isaksö; F i n s t r ö m: Örnäs udde, Bjerström, an der Emnäs-Bucht<br />

ii. am Wege nach Attböle, Emkarby (consp.) Saltvik: Dorf<br />

Langbergsöda by — Bucht Långbergsöda vik; Brändö: Asterholma-Korsö,<br />

Torsholma-Gåsholm.<br />

V or kommen in den am nächsten hei Åland liegenden<br />

Ländern:<br />

LINDMAN: Svensk faneroganiflora, 1918, S. 54U: »Lundäng., ngt fukt. mark,<br />

Sk. — Lpl., ÖL, mindre allm.» — Stockholmstraktens växter, 1914, fiihrt S.<br />

54 niehrere Lokalitäten an. Häufig ist die Art hier jedoch nicht. — THKDKNIUS:<br />

Flora öfver Uplands och Södermanlands fanerogamer och bräkenartade växter,<br />

1871, S. 370: »På fuktiga ängar och stränder äfvensom i diken, allmän i<br />

norra Upland, sällsyntare inom öfriga delar af floronirådet.» — JOHANSSON;<br />

Hufvuddragen af Gotlands växttopografi och växtgeografi, 1897, erwähnt die<br />

Art nicht.<br />

SCHMIDT: Flora des silurischen Bodens von Ehstland, Nord-Livland und<br />

Oesel, 1855, S. 221: »Durch das ganze Gebiet. Felilt um Weissenstein und Tur-


ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 125<br />

gel.» — Desselben Verf. Flora der Insel Moon, 1854, S. 41: »Vereinzelt im Krons-<br />

Kiefernwalde.» — Russow: Flora der Umgebung Revals, 1862, S. 79: »>Zerstreut<br />

durch das Gebiet auf feuchten, bebuschten Wiesen. S p r i n g t h a 1,<br />

I/ ö \v e n r u h, F ä h n a, K a d d a c k, W i e m s, Hark, Huer, Co u r-<br />

nall!.» — GRUNKR: Versucli einer Flora Allentackens, 1864, S. 491: »Auf<br />

Buscli- und Waldwiesen; zerstreut durch das Gebiet und ineist sehr vereinzelt.<br />

In A 11 e n t.: 5 Werst östlich von W a r j el!, am Bache zwischen N e u-I s e n-<br />

h o f und K o c h t e 1!, J e w e!; in L i v 1. um W o 11 i g f e r! (ziemlich häufig).»<br />

— GWÎIIN: Flora der Umgebung Dorpats, 1860, S. 544 (var. Helenioides<br />

Ali.): »Auf feuchten Buschwiesen zerstreut. Jama, Annenhof (Bienert); Rathsliof<br />

(Hb. Czekanowsky!); Pajo!; Kulli!; Wassula (Gruner).» — SKOTTSBERG U. VKS-<br />

TERGRKN: Zur Kenntnis der Vegetation der Insel Oesel, 1901, S. 10: »Hier und<br />

da, in feuchten Wiesen und Laubwiesen: W i d o! W e d r o k o! T a g g a m o i s!<br />

P i d d u 1! M u s t e 1! M e t z e k ii 11! N e u 1 ö \v e 1! zwischen K a n g e r n<br />

imd 'r ö 11 i s t! beini Wege nach Sali!» — LEHMANN: Flora von Polnischlävland,<br />

1895, S. 270: »Wiesen, Gebûsche. Zerstreut.»<br />

KUPFFKR: Grundziige der Pflanzengeographie des ostbaltischen Gebietes,<br />

1925, erwähnt die Art S. 169 unter denen, fiir welche eine F.inwanderung während<br />

der subarktischen Periode wahrscheinlich erscheint.<br />

Im Juni 1926 notierte ich die Art auf der Siidspitze der Insel Abro {ösel) und<br />

westlich von Hapsal.<br />

MEINSIIAUSEN: Flora Ingrica, 1878, S. 178: »Die Formen a. (integrifolius)<br />

und b. (pinnatifidus) wachsen auf + od. — feuchten, fruchtbaren Wiesen, an<br />

Bächen, Waldrändern, od. an kräuterreichen Abhängen, an Dämmen und Gråben<br />

in ganz Ingrien mehr oder minder gemein, stellweise einzeln, gewöhnlich<br />

aber zahlreich ausgestreut. Die Form c. ist ein Bastard von eigenthumlichem<br />

Aeussern, der nur da, wo diese Art mit C. oleracetis auf geeigneten Bodenarten<br />

zusammenwächst, sehr vereinzelt angetroffen wird (Siworiza, Tichwiza etc.).»<br />

Fiir Finnland bemerkt HJEI^T, 1926, S. 170: »Per totam fere Fenniani Lapponiamque<br />

frequenter (—satis frequenter) provenit.- In Fennia maxime austrooccidentali<br />

pluribus saltem plagis non nisi rarius occurrit.»<br />

In der hierauf folgenden Detailbehandlung wird fiir die Regio Abcënsis ein<br />

Vorkommnis an melireren Orten, u. a. im Schärenarchipel von P a r g a s und<br />

K o r p o angegebcn. Fiir Korpo teilt mir Oi


126 A. Palmgren, Die Kinwanderungswege der Flora nacli den Alandsiiiseln<br />

Selaginella ciliata (Lam.) Opiz.<br />

Karte 24.<br />

Kommt an off enen frischeren Stellen in Laubwiesen, aiif Uferwiesen,<br />

5gs/ma-Wiesen und Moorwiesen vor. Siehe näher 1915, S. 192.<br />

Die Verbreitung auf Åland ist sehr eigenartig.<br />

Das reichlichste Vorkommen fällt in den nordwestlichen Schärenarchipel<br />

mit den zugehörigen Kiistengegenden der Kirchspiele Geta und Hammarland.<br />

Ferner kommt die Art mehrerorts in Eckerö, Hammarland iind dem westlichen<br />

Jomala vor; in Finström ist nur eine I.okalität notiert worden. Hierzu kommen<br />

zwei isolierte Lokalitäten in Föglö. Sonst fehlt die Art auf Åland.<br />

Die Verbreikmg ist also, wenn man von den heiden Lokalitäten in Föglö<br />

absieht, rein westlich und nordwestlich. Bemerkenswert ist, dass in dieser westlichen<br />

Verbreitung das weitatis reichlichste Vorkommnis auf das nördliche Åland<br />

fällt. In dieser Hinsiclit haben nur wenige Arten Anknupfungspunkte.<br />

Nach der Verteilung auf Åland zu schliessen, liegt es am nächsten, eine<br />

Einwanderung atis Schweden anzunehmen, aber nicht, wie fur die meisten<br />

Arten, am nächsten von Siidwesten, aus dem mittleren und siidlichen Uppland,<br />

sondern ans nördlicheren Teilen dieser Landschajt (siehe S. 62). Die Art ist<br />

auch dort häufiger als nach Siiden zu, wie aus dem Untenstehenden hervorgeht.<br />

Offenbar stehen die Fundorte im siidwestlichen Åland (Jomala) und in<br />

Föglö mit den nördlicheren in Zusammenhang. Die Frequenz zeigt nänilich<br />

von Norden nach Siiden eine sehr sukzessive Abnahme.<br />

Vorkommen auf<br />

Åland:<br />

Föglö: Nötö, GriiJÖ; Jomala: Styrsö (Uferwiese), Grägesö, »Lagnöskär»<br />

(Laurén nach Consp.), Möckelö (»in prato luuuido», Arrh. et Kihlni. nach Consp.),<br />

WiesenNvon Ramsholmen (1898), Kungsö (1898), Vargsunda; Ha m m a rl a nd:<br />

Bolstad — Vestmyra, am Marsund S von Berghamnslandet, Berghamnslandet,<br />

Skarpnåtö, Äppelö; Eckerö: Storby, Öfverby, Torp — Storby, Torp öjen, S von<br />

Vikarna (Sumpf mit Fichten), Böle (Consp.), Hummelvikeu (»fuktig strand», H.<br />

Lindberg in H. M. F.), Skeppsvik sowie mehrerorts im siidwestl. Teil von Ost-<br />

Eckerö (H. Lindb.), Finbo; Geta: Dånö, Andersö, Isaksö, Hällö, Finnö (Ch. E.<br />

Boldt), im Winkel der Bucht Långviken (Ch. E. Boldt); F i n s t r ö m: Rågetsböle.<br />

Vorkommen in den am nächsten bei Åland liegenden Gehieten:<br />

O. R. Hoi^MBERG: Hartmans handbok i Skandinaviens flora, 1922, S. 49:<br />

»Fukt. skogar o. äng., kärr (isynn. på tuvor), bäckstrand, osv.; uppstig, i fjällreg.<br />

S. TI. o. Nb.—Dlr. (större del.) o. His. a—ta., ävensåi Vrni. n. del (till 60°)<br />

o. ö. del., \Vstni., öGstr. o. nöUpl.\ sälls. i inre Gstr., söDlr. o. sydligare: öVstm.<br />

Sala; Upl. inre del, till Bälinge; skärgården; öSrni. Dalarö (E. B. Almqu.);<br />

Nrk.: mög. Kärna; Slaka; nSm. Ingatorp; Vg. Falköping; Göteve; Gammalsjö<br />

i Kalv; Boh. kusttr.; Gbg. Hönö (T. Lange). (O Dsl.).» — Stockholmstraktens


ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 278<br />

växter, 1914, fiihrtS. 181 eine Anzahl I.okalitäten, sämtlicli im »Scliärenarchipelgebiet»,<br />

auf: »Blidö 5. vid Karlvik 1888 (J. W. Haniner), Oxhalsö 1911<br />

(G. Lundqvist); Djurö Djurö 1885 (T. Krok), Korsö 1876 (A. G. Natliorst),<br />

Runmarö (T. Krok); Gustafsberg Långsunda (N. Schager); Rådmansö In-Fredel<br />

1912 (L. G. Romeli).» — THEDENIUS: Flora öfver Uplands och Södermanlands<br />

fanerogamer och bräkenartade växter, 1871, S. 498: »På fuktiga ängar, i kärr och<br />

på stränder, mångenstädes i norra delen af Upland.»<br />

ERIK AI^MQUIST: Viktigare tillägg och rättelser till Upplands flora, 1919,<br />

S. 319: »Längs hela kusten men söderut allt sällsyntare och inskränkt till skärgården.<br />

— T. allm. från Älvkarleby genom alla kustsocknar (även deras<br />

inre delar) åtm. till södra delen av H a r g (Sandasjön); G r ä s ö »gemein» (LAU-<br />

REIVIV 1904)!; Singö (R!), Väddö (L!) och Björkö ( = Björkö-Arh<br />

o 1 m a sn i Rosl.) (A) flerst.; L ä n n a »allestädes vid stränderna på Svartnön»<br />

(C. HN in litt. ad TIIED.); se vidare St. V. och SBT. 1915, sid. 127. — Inne i<br />

landet: T o 1 f t a flerst.; Valö flerst. (F!); Tegels m ora Tobo (V); B ä-<br />

linge (SBT. 1912,- sid. 181). Finnes otvivelaktigt även i nv. Uppl.»<br />

JOHANSSON: Hufvuddragen af Gotlands växttopografi och växtgeografi,<br />

1897, erwähnt die Art nicht.<br />

Im Ostbaltikum diirfte die Art nur an drei Stellen gefunden sein. KUPFFER<br />

schreibt (Grundzuge der Pflanzengeographie des ostbaltischen Gebietes, 1925,<br />

S. 124): »Selaginella selaginoîdes ist bei uns bisher nur auf zwei nahe benachbarten<br />

Ståndorten, Moorwiesen bei Nurms und Addila im Kreise Harrien in<br />

II gefunden worden» (II = der silurische Unterbezirk.) — Die Art wird von<br />

KUPFFER an den genannten Lokalitäten (1. c. S. 124) als Relikt »aus einer kälteren<br />

klimatischen Periode» betrachtet. S. 168 wird diese Zeit auf den »arktischen<br />

Zeitabschnitt» präzisiert. — S. 123 wird sie unter den Arten angefiihrt,<br />

die im Ostbaltikum auf den »Subdistrictus siluricus» beschränkt sind.<br />

Ole Eklund teilt mir mit: »Wonnsö (Estland) rr.»<br />

MEINSHAUSEN: Flora Ingrica, 1878, erwähnt die Art nicht.<br />

Fiir Finnland bemerkt HjEiyT, 1888, S. 24: »In Lapponia et Fennia boreali<br />

plerumque satis freqventer obviam; in parte maxime occidentali jam supra<br />

67° rarescit, in parte orientali infra 62°. In cetera Fennia raro (—rarissime),<br />

sed adhuc in Alandia lecta.»<br />

Aus der Detaildarstellung bei IIjEi^T und den Sammlungen im Herbarium<br />

Musei Fennici geht hervor, dass die Art im sudlichen Finnland in alien Kiistenprovinzen<br />

(ausser Aland u. Isthmus Karelicus) fehlt. Auch fehlt sie in den<br />

Kiistenprovinzen im sudlichen Teil des Bottnischen Meerbusens (Satakunta<br />

und Ostrobotnia australis). Die am nächsten bei Aland gelegenen Fundorte in<br />

Finnland befinden sich in Tavastia australis.<br />

Besonders ist hervorzuheben, dass die Art nach Mitteilung von Oi.E EKI^UND<br />

in Korpo fehlt.<br />

Aiopecurus ventricosus Pers.<br />

Karte 25.<br />

Diese Art zeigt auf Åland eine sehr bemerkenswerte Verbreitung.<br />

Sie ist eine liäufige Strandpflanze im ganzen siidlichen und siidöstlichen<br />

Schärenarchipel, also in den Kirchspielen Kökar, Sottunga und Föglö (an-


128 A. Palmgren, Die Eimvanderuiigswege der Flora nacli deii Ålandsinseln<br />

sclieiiiend jedoch aiif den am weitesten ini NO gelegenen Vargskären fehlend)<br />

sowie im westlichen Schärenarchipel von Lemland. Von Sottunga geht die<br />

Art mit fortgesétzt häufigem Vorkonmien nordostwäits nach Kiimlinge und<br />

von dort nach Brändö, wo die Freqiienz abnimmt. Im stidlichen Jomala ist<br />

ihr Vorkommen schon sehr spärlich und bemerkenswerteiweise viel bescliränkter<br />

als in dem dicht angrenzenden westlichen Schärenarchipel von Lemland;<br />

die Fundorte in Jomala schliessen sich eng an diejenigen in Lemland an.<br />

Nördlich von dem angegebenen Vorkommen, d. h. nördlich einer Linie<br />

ungefähr von Hammarudda (Siidwestspitze von Jomala) bis zur Nordspitze von<br />

Enklinge und von da weiter nach den nördlicheren Teilen von Brändö, ist die<br />

Art selten, also in Eckerö, den nördlichen Kirchspielen Hammarland, Geta<br />

und Saltvik sowie in Vårdö. In Finström und Sund habe ich sie nicht angetroffen.<br />

Wegen der Einzelheiten der Verbreitung sel auf das beigefûgte Lokalverzeichnis<br />

hingewiesen. Siehe auch die Darstellung S. 60.<br />

Die oben angegebene Verschiedenheit in der Frequenz ist wenigstens im<br />

grossen und ganzen nicht diirch die Verschiedenheit in den Standorisverhältnissen<br />

bedingt. Besonders i m nordwestlichen Schärenarchipel sowie in Brändö<br />

stehen vielmelir zahlreiche geeignete Lokalitäten zur Verfùgung. Nur fur<br />

den Schärenarchipel von Saltvik und möglicherweise einigermassen fiir den<br />

nördlichen Schärenarchipel von Vårdö mit ihren in grosser Ausdehnung felsigen<br />

Kiisten und Inseln hat man weniger giinstige Existenzbedingungen zu<br />

notieren.<br />

Offenhar liegt die Erklänmg zn der tmgleichmässigen Frequenz in einwanderungsgeschichtlichen<br />

Umständen.<br />

Allés scheijit fiir eine wesentliche Einwanderung von Siidosten, ans dem 0sthaltikum<br />

zu sprechen.<br />

Diese Einwanderung hat sich mit hoher Frequenz bis zu der Linie westlicher<br />

Schärenarchipel von Lemland—Brändö erstreckt. Von dort ab lichtet<br />

sich das Vorkommen, so dass nur wenige Lokalitäten auf den nordwesthchen<br />

Schärenarchipel (nördliches Eckerö, Hammarland und Geta) sowie auf Saltvik<br />

und das nördliche Vårdö fallen. Die Tatsache, dass die Art jedoch hier an<br />

verschiedenen Stellen und in schöner Gestalt vorkommt, scheint nahezulegen,<br />

dass es ihr nicht an Existenzmöglichkeiten fehlt. Die Ursache zu ihrem spärlichen<br />

Vorhommen scheint vielmehr darin gesucht werden zu miissen, dass die<br />

Art infolge des vermehrten Ahstandes hier noch nicht hat einwandern können.<br />

Wir stehen also dem Abstand und der Zeit als pflanzengeographischen F aktoren<br />

gegeniiber (siehe PALMGREN, 1921 und 1925, S. 57—66, 97—107, 111—<br />

112). ^<br />

Die hier vorausgesetzte Einwanderung aus dem Ostbaltikum gewinnt an<br />

Wahrscheinlichkeit, wenn man sich näher iiber das Vorkommen der Art in<br />

den am nächsten bei Åland liegenden Gebieten unterrichtet.


ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 129<br />

Sclieint also eine Einwanderung aus dem Ostbaltikum liöchst wahrscheinlich,<br />

so darf man wohl doch die Möglichkeit einer grösseren oder geringeren<br />

Verbreiiimg nach den westlichen Teilen Ålands aiich ans Uppland nicht iibersehen.<br />

In bezug auf die Verbreitung zeigtdiese Art Beriihrungspunkte mit Airiplex<br />

hasiatwn, Salicornia europaea, Silene venosa, Isatis tinctoria, Scutellaria hastifolia<br />

und Artemisia vulgaris (siehe S. 60).<br />

Vorkommen in den am nächsten hei Åland liegenden Gebieten:<br />

Fur Schweden bemerkt H01.MBERG, Hartmans Handbok i Skandinaviens<br />

flora, 1922, S. 136: »mest vid kusten: öSk. Brantevik (Holmb.); Åhus (A. Frisend.).;<br />

Bl. spr.; Kim. Kalmar; Ög. o. Srm. spr.; Upl. ta. (särd. i yttre skärg.)<br />

till Öregrund; Boh. Gåsö vid Skaftö (Erik Almqu.); Bro prästg. (J. E. Palmér);<br />

flerest. enl. Lindeb.; Nb. Haparanda; Öl o. Gtl. spr. Inuti landet: Upl.<br />

flerest. åtm. i Mälar- och Uppsala-tr. samt Torstuna; Vstm:s Mälar-tr.» Als<br />

Wuclisplätze werden genannt: »Ängar, hos oss Imvudsakl. strandängar, havsstr.,<br />

osv.» — Stockholmstraktens växter, 1914 gibt S. 10 etwa 10 Lokalitäten an,<br />

die meisten in dem ani nächsten gegen Åland hin gekehrten »Schärenarchipelgebiet»:<br />

»Södertörnsomr.: Tyresö Ekholmen. Mälareonir.: Tx>fö Högsta.<br />

Skärgårdsomr.: Djurö Kroksö; Ljusterö By holm, Husarö, Idskär, Särsö; Muskö<br />

Björnholmen : Nämdö yttre öarna; Utö. Roslag.somr.: Frötuna Sessö {Bot. Not.<br />

]843).i> — JOHANSSON: Hufvuddragen af Gotlands växttopografi och växtgeografi,<br />

189 7, S. 25 7 (fi.ii.A. *nigricans] : »H. o. d. vid ö. kusten, sälls. på västra.<br />

Talr. .»<br />

Zur Ergänzung der Angaben in Stockholmstraktens växter sei noch folgendes<br />

mitgeteilt: ERIK AI


130 A. Palmgren, Die Kinwanderungswege der Flora nacli den Alandsiiiseln<br />

Russian and Finnish Lappmarks. To this part of the distribution-area also belong<br />

one or two occurrences at Haparanda and Torneå. The southerly area<br />

comprises the coasts of the South Baltic: the south-western coast of Finland from<br />

Satakunta (southern Österbotten: Vasa?) in the north to Fredrikshamn in the<br />

east, the coast of Estland and Lettland (from Kandel on the Gulf of Finland<br />

to Libau in the south, mainly on the islands; Kupffer 1906); the eastern coasts<br />

of South Sweden from öregrund down to the east of Skåne, and the coast of<br />

Germany, where however it is known only from Hither Pomerania behind<br />

Riigen and at Danzig. To these must be added one or two occurrences in Denmark,<br />

one in the south of Zealand and one on Falster. Besides this the species<br />

has been observed on the west coast of Sweden in Bohuslän (two localities), and<br />

at one locality in the south-east of Norway near Larvik. — What I would especially<br />

wish to call attention to in this place is the fairly close accordance which<br />

is to be found between the southerly part of this distribution-area and the distribution<br />

of Silene viscosa on the Baltic (see p. 325). It would seem to be indisputable<br />

that the explanation of this lies in the fact that the dispersal of the<br />

two species in the southern Baltic district goes on in a similar manner. Neither<br />

species may have reached its full distribution in the region; and the fact that<br />

they so nearly agree with one another points to vehicles of dispersal which work<br />

in about the same limited field.» — Uber die allgemeine Verbreitung der Art<br />

berichtet STF.RNER S. 410.<br />

Fiir das Ostbaltikum sei folgendes erwähnt.<br />

SCHMIDT: Flora des silurischen Bodens von Ehstland, Nord-Livland und<br />

Oesel, 1855, S. 254 (s. n. A. ruthenicus Weinm.): »Am Meeresstrande: R e v a 1!,<br />

W e r d e r! (Bunge), Moon!, Oesel!.» —Desselben Verf. Flora der Insel<br />

Moon, 1854, S. 60 (s. n. A. nigricans Hornem.): »Am ganzen Seestrande, hin<br />

und wieder, besonders bei K u i w a s t; .» — Russow: Flora der<br />

Umgebung Revals, 1862, S. 105 (s. n. A. nigricans Ilornem.): »Auf den Wiesen<br />

in der Nähe des Meeres liäufig.» — SKOTTSBERG U. VESTF.RGREN: Zur Kenntnis<br />

der Vegetation der Insel Oesel, 1901, geben S. 88 nur eine Lokalität (K i e 1-<br />

k o n dl) an. — GRUNER: Versuch einer Flora Allentackens, 1864, nennt die<br />

Art nicht. — Bci LEHMANN: Flora von Polnisch Livland, 1895, findet man<br />

S. 141 (s. n. A. arundinaceus Poir) nur benierkt: »Meerstrandwiesen in Liv.<br />

(Moon, Oesel); Est.; Pet.»<br />

KUPFFER: Grundziige der Pflanzengeographie des ostbaltischen Gebietes,<br />

1925, erwähnt die Art S. 178 unter deneu, fiir welche eine Einwanderung während<br />

der subborealen Zeit wahrscheinlich erscheint.<br />

Im Juni 1926 notierte ich die Art auf ösel bei Arensberg (II) und auf der<br />

Insel Abro (an dessen westlichem Ufer (III), am nördlichen Teil der von SW<br />

eindringenden Bucht sowie auf der Siidspitze (V)). Ferner westlich von<br />

Hapsal (III).<br />

Auf Wormsö von Or


ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 131<br />

venit.» Wegen der Einzelheiten der Verbreitung wird auf die Spezialdarstellung<br />

verwiesen. An der Kiiste des Finnisclien Meerbusens sclieint sich die Verbreitung<br />

bis nacli Fredrikshainn liinein zxi erstrecken. Am Bottnischen Meerbusen<br />

geht sie mit Lixcken im Vorkommen bi.s hinauf nach Torneå.<br />

Folgende Spezialangaben seien mitgeteilt:<br />

BERGROTH: Anteckningar om vegetationen i gränstrakterna mellan Aland<br />

och Abo-området, 1894, sagt S. 58 (s. n. A. nigricans Horn.) nur: »li. o. d. på<br />

stränder i Bdö och Klge.» Bergroth hat die Art also nicht in den bei Aland<br />

liegenden Kirchspielen Iniö, Gustafs und Töfsala der Regio Aboënsis angetroffen.<br />

— CAJANDER: Kasvistollisia tutkimuksia Mynämäen, Mietoisten ja Karjalan<br />

kunnissa, 1902, fuhrt die Art niclit an, ebensowenig HÄYRÉN: BjörneborgvStraktens<br />

vegetation och kärlväxtflora, 1909.<br />

Fur Korpo teilt mir Ol,E EKI^UND mit: »Zerstreut bis zieml. häufig in geeigneten<br />

Uferabschnitten.»<br />

W. BRENNER: VäxtgeografLska studier i Barösunds skärgård, I, 1921, S.<br />

65: »S. r. 1. Stor-Ramsö Torsholm på havsstrand; Fagervik, havsstrand vid<br />

ångbåtsbryggan. (Ser ut att vara tvenne skilda former.) Hemeradiafor.» •<br />

Ärrhcnatherum elatius (Iv.) M. et K.<br />

Karte 26.<br />

Kommt ganz besonders in Ufergebiischen, namentlich auf steinigem Boden,<br />

aber auch auf steinigen Hiigelwiesen, oft lioch oben auf dem Land ver. Siehe<br />

näber 1915, S. 207.<br />

Diese Art hat ein recht bemerkenswertes Vorkommen. Sie ist häufig und<br />

gleichmässig verbreitet ini ganzen siidwestlichen, siidlichen und siidöstlichen<br />

Schärenarchipel, also im westlichen Schärenarchipel von Lemland sowie in<br />

den Kirchspielen Föglö, Sottunga und Kökar und ausserdem (wenn auch mit<br />

etwas kleinerer P'requenz) in Kumlinge und Brandö. Auf der Hauptinsel Åland<br />

kenne ich nur einige Lokalitäten (davon bemerkenswert viele im siidwestlichen<br />

Saltvik an den Buchten nördlich von Godby), ebenso bemerkenswert wenige<br />

im NW Schärenarchipel und auf der Hauptinsel Eckerö. In Vårdö sind nur 4<br />

Eokalitäten aufgezeichnet.<br />

Man hat den Eindruck, dass die Art in hreiter Front auf der Strecke Lemland—Kökar<br />

eingewandert ist und sich von da, aber mit abnehmender Frequenz,<br />

nach Norden verbreitet hat. Wir stehen hier offenbar vor einer Äusserung des<br />

Abstands als wirksamer Faktor (rAi^MGREN, 1921 und 1925, S. 57, 97, 111).<br />

Giinstige Bedingungen gibt es fiir die Art nämlich iiber ganz Åland hin; hiervon<br />

biidet der artenreiche nordwestliche Schärenarchipel keine Ausnahme.<br />

Woher hat jedoch die Einwanderung stattgefunden?<br />

Zum Teil ist sie wohl von Schweden aiisgegangen. Das reichliche Vorkommen<br />

im ganzen siidöstlichen Schärenarchipel und noch mehr der Umstand,<br />

dass die Frequenz die auffälligste Abnahme in der Richtung SO—NW zeigt,


132 A. Palmgren, Die Einwanderiingsvvege der Flora iiach den Âlandsinseln<br />

lädt uns indessen dazu ein, vielleicht vor allem mit der Wahrscheinlichkeil<br />

einer Einwanderung ans dem Ostbaltikum zu rechnen. Siehe näher S. 63.<br />

In bezug auf die Yerbreitiing scliliesst sich diese Art an Alopeciiriis ventri-<br />

COSÎIS, Atriplex hastatum, Salicornia eutopaea, Silene venosa, Isatis tinctoria,<br />

Scutellaria hastijolia und Artemisia vidgaris an (siehe S. 60—61). Besonders<br />

sei darauf hingewiesen, was S. 60 iiber die erstgenannte Art gesagt ist.<br />

Vor kommen auf<br />

Åland:<br />

Kökar: Idö, Lindö, Husö, Karlby, Haninö, Österbygge: Näsudden —<br />

Dorf u. Horsskär, Finnö, Öland, »Kökar st fq — p» (Arrli. nacli Consp.); Sottung<br />

a: Storsottunga: Kohamn — siidl. Dorf u. Stackvik, Finnö, Finnö n. u. s.<br />

Öjen, Marsö, Ärlingklobb, Bergskär, Dragsö, Husö, Mosshaga, Kyrklandet<br />

(,,stfq—p", Arrh. nach Consp.); Föglö; Bänö, Jyddö, Ulfversö, Gripö, Finholma.<br />

Sommarö — Hastersboda, Stentorpa: Kötnerei am Näfversfjärd, Björsboda,<br />

Bråttö, Näfversholni, Storklobb, Björkör; L e m 1 a n d: Ledsund, Björkö,<br />

Jersö, Granö, Idholm, Nåtö, Rödgrund, Inre u. Yttre Kalfskäret, Slätholm,<br />

Granholm, Skobbholm, Askö, Idskär, Slätskär, Eskskär; J o m a 1 a: Ytternäs,<br />

Godtby, Dorf Jomala; Hammaria n d: Berghamnslandet, Skabbskär,<br />

V. Torskklobben, Sälskär (R. u. Ch. E. Boldt nach Consp.); Eckerö: Storby:<br />

Öra, Skag, Emskär, Torp öjen, nach H. Ivindberg mehrerorts siidl. von Skeppsvik<br />

und etwas westl. von Långskär; Geta: Dånö, Bolstaholm, unweit Högskär (Hult<br />

u. Tikkanen); Saltvik: »Germundholmarne» (R. u. Ch. E. Boldt nach Consp.),<br />

Hjortö (Pesola), Iljortö holme, Bergö, Kvarnbo; Sund: bei der Kirche; V år dö:<br />

Vibberholm, Långgårdsö (nördl. Teil), Väderskär, Sälö; K u m 1 i n g e: Hettona,<br />

Seglinge, Ädö, Visings, Kimgshamn, Ingersholm; Brändö: Söderholm.<br />

Verhreitung in den am nächsten hei Åland liegenden Ländern.<br />

LINDMAN: Svensk fanerogamflora, 1918, S. 84: »Skogsbryn, ängs- o. åkerkanter,<br />

tomter, trädor, Sk.—s. Nrl., Öl., Gtl., ställvis ymnig, men saknas flerest.»<br />

— Stockholmstraktens växter, 1914, gibt S. 17 ein ausgedehntes Vorkommen,<br />

u. a, in dem Åland zugekehrten »Schärenarchipelgebiet» an; fiir melirere Kirchspiele<br />

heisst es mehrerorts, häufig oder zieml. häufig. — TIIEDENIUS: Flora<br />

öfver Uplands och »Södermanlands fanerogamer och bräkenartade växter, 1871,<br />

S. 4G: »På ängsmark, teml. allmän.» — JOHANSSON: Hufvuddragen af Gotlands<br />

växttopografi och växtgeografi, 1897, S. 254: »Täml. allm. Mängdv., stundom<br />

massv. (på ör). .»<br />

SCIIMIDT: Flora des silurischen Bodens von Ehstland, Nord-Livland und<br />

Oesel, 1855, S. 256 (s. n. Arrh. avenacenm P. d. B.): »In Ehstl.: F ä h n a,<br />

Fall, S II r r u p, R e v a 1 (Törmer), Insel H e s t h o 1 m bei Hapsal (Glehn),<br />

Werder (Bunge 1824). Auf Oesel: bei Arensburg (Werner, Bruttan!),<br />

Kusnem (Sass!).» — Desselben Verf. Flora der Insel Moon, 1854, nennt<br />

die Art nicht. — Russow: Flora der Umgebung Revals, 1862, S. 106 (s. n. Arrh.<br />

avenacenm P, de B.): »Am Ghnt zwischen Zuckerfabrik mid C a t h a r.;<br />

W i e m s, K a d d a c k. Hark!; S u r r u p, F ä h n a (Törmer)!.» — GRUNKR:<br />

Versuch einer Flora Allentackens 1864, fiihrt die Art nicht an. — Bei GI,EHN:<br />

Flora der Umgebung Dorpats, 1860, ist sie S.570 als angepflanzt und verwildett<br />

bezeichnet. — SKOTTSDERG U, VESTERCREN: Zur Kenntnis der Vegetation der


ACTA liOTANlCA FKNNICA 2 133<br />

Insel Oesel, 1901, vS. 86 (s. n. Avena elatior L,.): »Nicht liäufig, aber durch das<br />

ganze Gebiet verbreitet: Arensburg! (Sint. Fl.) Wikki! Kattfel!<br />

zwisclien. T a g g a ni o i s uiid O i o! zwischen M u s t e 1 und Metzekiill!<br />

Kasti! H u n d s o r t! F i 1 s a n d! K u s n e m (Sass in Smt. Fl.).» — LEH-<br />

MANN: Flora von Polnisch-Livland, 1895, S. 144 (s. n. Avena elatior L.): »Lichte<br />

Kieferwaldungen. Selten, Zwisclien Nummerno (Ruskulowo) u. Pureni, hier<br />

wild. An den Böschungen d. R.-D. EB., auf den Wiesen bei Arendol u. Anselmuish<br />

angesät. Liv. Stockmannshof, KBdainm (Ils.) f, I.emsal, angesät (Rapp),<br />

Ronneburg (Buhse), Wenden, Wiese am Teich (Kies.) wohl f, Oesel-Arensburg<br />

Festungswall, wohl auch f; Est.; Pet. nicht häufig (Meinsh.); Wit.; Cur. Liginischek<br />

(Kupf.) t?. Prohden bei Subbath f (Siebert); Lith. (Jundz.), Wil.<br />

beini russischen Kirchhof (Sel.), Troki (Lap. 91), Swenciany (Twar, 153); Grod.<br />

Brest (Eichw.); Moh. (Tschol.). — Auch von dieser Species gilt, was ich von<br />

Alopectirus pratensis sagte.», und Nachtrag, 1896, S. 469: »Liv. Oger—Parkrand<br />

t (Kieseritzky), Dorpat, Techelfer (wohl f Rus. 216); Psk. in der Nähe des<br />

botan. Gartens j? (Andr. 212); Cur. Liginischek (scheint wild zu sein — Kupf.);<br />

Lith. Wilna — Dissna (Missuna 225).»<br />

MEINSIIAUSEN: Flora Ingrica, 1878, S. 449 (s. n. Avena elatior L.): »Auf<br />

Wiesen, nur hie und da auf kleinen Grasjjlätzen nicht häufig.»<br />

Fiir Finnland bemerkt HjEi,T, 1895, S. 398: »In Fennia maxime austrooccident<br />

ali usqve ad 60° 50' ad septentrionem versus rarius occurrit.»<br />

In der nachfolgenden Detailbehandlung wird (S. 399) fiir die liegio Aboènsis<br />

angegeben: ȁbo et Kathrinedal (C. J. Arrh.): Zett. & Br., spec, ex Aboa leg.<br />

Nikl.!; Pargas st r—p ex, gr. Gunnarsnäs: Arrh. Ann.; Nystad Puttsaari: Hollmén!;<br />

Uskela Karlberg: K. E. v. Bonsdorff!; [Pojo] (p): A. Nyi.; r Vihti ad<br />

coenieterium: Printz, spec, ibidem leg. Leopold!, vide etiam supra.»<br />

Zu beachten ist, dass BICRGROTH: Anteckningar om vegetationen i gränstrakterna<br />

mellan Åland och Åbo-området, 1894, S. 58, sagt: »h. o. d. i lundar i<br />

vestra och mellersta omr.» — Bergroth fiihrt die Art also nicht aus dem zum<br />

Åboer Gebiet gehörenden Teil des Untersuchungsgebietes an. Ebenso fehlen<br />

Angaben bei CAJANDER: Kasvistollisia tutkimuksia Mynämäen. Mietoisten ja<br />

Karjalan kunnissa, 1902.<br />

Fiir Karpo teilt mir OI.I


134 A. Palmgren, Die E)in\vanderungsvvege der Flora nach den Âlandsinseln<br />

gung von Sottunga, nacli Kiinilinge; in den beiden letzteien Kirchspielen ist die<br />

Frequenz niedriger als in Föglö. Von Lemland setzt sich das Vorkommen<br />

westwärts nach deni siidlichen Jomala (scheint hier spärlicher als in Lemland<br />

zu sein) und von da, aber mit nocli niedrigerer Frequenz, nordwärts fort.<br />

Einzelne Lokalitäten sind mir in Eckerö, Finströni, Saltvik und auf der Hauptinsel<br />

Vårdö bekannt. Sehr hemerkenswert ist das fast voUständige Fehlen im<br />

ganzen nordwestUchen, nördlichen und nordöstlichen Sch är enar chip el.<br />

Die Ur sache dieser imgleichmässigen Verbreiiung kann nicht in den Standortsverhältnissen<br />

gesucht werden. Durcli diese ist ein solches nicht bedingt.<br />

Offenbar ist sie in einwanderiingsgeschichilichen Verhältnissen zu finden.<br />

Eine Einwanderung von Norden oder von Osten (Finnland) scheint selbstverständlich<br />

ausgeschlossen. Der Umstand, dass das Vorkommen in Kökar<br />

spärlicher als in Föglö und Lemland ist, scheint auch gegen die Wahrscheinlichkeit<br />

einer Einwanderung aus dem Ostbaltikum, es sei denn möglicherweise<br />

rein lokal in Kökar, zu sprechen (siehe S. 61—62). Dagegen scheint eine Einwanderung<br />

von Siidwesten nordostwärts nach Lemland und Föglö sowie von<br />

diesen Kirchspielen weiter nach Norden, Nordosten und Siidosten sehr annehmbar.<br />

Eigentiimlich bleibt hierbei, dass die Einwanderung von Siidwesten niclit<br />

in höherem Grade den westlichen Schärenarchipel (Eckerö) und iiberhaupt<br />

kaum den nordwestlichen betroffen hat (der nördlichste Punkt in Eckerö ist ein<br />

Inselchen bei Emskär in der Höhe der Nordspitze von Eckerö). Weniger bemerkenswert<br />

ist, dass die Einwanderimg nicht den nordöstlichen Schärenarchipel<br />

erreicht hat, da dieser weniger gut jilr die Bewachsung exponiertv&t (siehe 1925,<br />

S. 57, 108, 111) und auch eine geringere Anzahl geeigneter Lokalitäten bietet.<br />

In bezug auf die Verbreitung zeigt diese Art Ähnlichkeit mit Cochlearia<br />

danica, Barharea strida und Odontites simplex. Siehe näher S. 62.<br />

Verbreitung in den am nächsten bei Åland liegenden Ländern:<br />

LINDMAN: Svensk fanerogamflora, 1918, S. 116: »Havsstr., strandängar.<br />

Sk.—Boh. o. Uppl., öl., Gtl., täml. sälls.» — Stockholmstraktens växter, 1914,<br />

gibt S. 177 eine bedeutende Anzahl Lokalitäten, vor allem in dem nach Åland<br />

hin gekehrten »Schärenarchipelgebiet» an.—TIIEDENIUS: Flora öfver Uplands<br />

och Södermanlands fanerogamer och bräkenartade växter, 1871, S. 25: »På<br />

gräsbeväxta hafsstränder, sannolikt efter hela kusten, ehuru endast anmärkt<br />

på några ställen t. ex. Roslagen: Sandön i Vermdö skeppslag; Ängsskär i Hollnäs;<br />

Södertörn: mellan Dalarö och Sandemar; Nottarön; Velinge; Landsort;<br />

Nyköpings län: Örstigsnäs i Nicolai socken; Sjösa i Svärta sn.» — JOHANSSON:<br />

Hufvuddragen af Gotlands växttopografi och växtgeografi, 1897, S. 242: »H. o. d.<br />

på stränderna. Talr. — mängdv. Exv. Fleringe vid Haugröna!; Kappelshamnsviken'CW<br />

ö; Z e 11.); . . . Näs vid St. Dippen!; Sundre!»<br />

SciiMiDT: Flora des silurischen Bodens von Ehstland, Nord-Livland und<br />

Oesel, 1855, S. 249 (s. n. Blysmus rtiftis (Huds.)): »Am Meeresstrande westlich<br />

von R e v a 1 sehr verbreitet. Auch östlich davon zu suchen, da er bei Oranien-


ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 135<br />

baum vorkommt.» — Desselben Verf. Flora der Insel Moon, 1854, S. 57 (s. n. Bl.<br />

rufus Link.) ; »Am Seestrande, besonders am K le i n e n Sunde, unter J uncus<br />

Gerardi.i> — Russow: Flora der Umgebxmg Revals, 1862, S. 101: (s. n. Blysmus)<br />

»In der Umgebung des H af en s (Wied.). Am Strand e bei Catliar.!,<br />

S c h \v a r z e n b e e k, Seewald!. Am Rande der lyelinigruben nalie bei<br />

der D o m-V o r s t a d t!.» — SKOTTSBERG U. VESTERGREN: Zur Kenntnis der<br />

Vegetation der Insel Oesel, 1901, S. 78: »Zienilich selten: Lode! R o o t s i-<br />

k ii 11! O ris a ar! N e u 1 ö w e 1! Kasti! — Fi Is and!» — LEIIMANN:<br />

Plora von Polniscli-Livland, 1895, S. 172: »Meist am Meeresstrande des Balticums;<br />

Pet.; Psk.; Cur. Sclieden (Kupf.); Litli. (Hichw.). d. li. Polangen—Cur.»,<br />

sowie Naclitrag, 1896, S. 4 76: L,iv. Insel Runo (Kupf.); fiir Cur.—Sclieden z. s.»<br />

— GRUNER: Versucli einer Flora Allentackens, 18G4, fiihrt die Art niclit an,<br />

ebensowenig G1.EIIN: Flora der Umgebung Dorpats, 1860.<br />

Im Juni 1926 notierte ich die Art auf Ösel bei Arensburg (III) sowie auf der<br />

Insel Abro (am westlichen Ufer und am nördlichen Teil der von SW eindringenden<br />

Buclit). Ferner westlich von Hapsal (III).<br />

Oi^E EKI,UND teilt mir mit: »Wormsö mehrerorts — allgemein, Dagö selten.»<br />

KUPFFER: Grundzuge der Pflanzengeographie des ostbaltischen Gebietes,<br />

1925, fulirt die Art S. 181 unter denen an, fiir welche eine Einwanderung während<br />

der subatlantischen Zeit walirsclieinlich erscheint.<br />

MEINSÎIAUSEN: Flora Ingrica, 1878, sagt S. 383: »Auf Siimpfen am Strande<br />

von Oranienbaum und Kronstadt bis Narvva hin und wieder.»<br />

Fiir Finnland bemerkt HjEVr, 1892, S. 189: »In ora Fenniae australi rarius<br />

(-passim) crescit, ceteroqvin rare—rarissime, sed usque ad Lapponiam (ad 67° 10'<br />

fere) lectus.» In der nachfolgenden Detailbeliandlung werden Vorkommnisse<br />

ausser auf Aland in den siidliclien Kiistenprovinzen Regio Aboënsis, Nylundia,<br />

Karelia ausiralis und mit Vorbehalt in Ostrobotnia borealis angegeben. Ferner<br />

kommt die Art ausserlialb der politisclien Grenzen des Landes in Karelia Pomorica,<br />

Karelia Keretina und Lapponia Iniandrensis vor.<br />

Zu bemerken ist, dass BERGROTH: Anteckningar om vegetationen i gränstrakterna<br />

mellan Åland och Åbo-området, 1894, die Art (S. 55) nur von einer<br />

I.okalität (in Kumlinge) und diese in dem zu Åland gehörenden Teil des Untersuclmngsgebietes<br />

erwähnt. — CAJANDER: Kasvistollisia tutkimuksia Mynämäen,<br />

Mietoisten ja Karjalan kunnissa, 1902, nennt die Art nicht.<br />

Fiir Korpo teilt mir OWÎ EKI^UND mit: »Selten Killö, Utö, Jurmo.»<br />

Zur Beleuclitung des Vorkommens im westlichen Nyland sei folgende Äusserung<br />

von W. BRENNER: Växtgeografiska studier i Barösunds skärgård, 1921,<br />

S. 70, zitiert: »S. r. 4. I yttre skärgården och havsbandet, Orrholmarna, Langlö<br />

Hamngrund, Långgrund och Tiftö. På havsstränder i suprasalina eller salina<br />

låggräsängar, Hemeradiafor.»<br />

Scirpus compressus (L.) Pers.<br />

Karte 28.<br />

Kommt atif et was feuchten Wiesen, sowohl Uferwiesen als Wiesen i m<br />

Innern des Landes vor. Siehe 1915, S. 224.<br />

Die Verbreitung auf Åland ist selir eigenartig. So ist die Art recht liäufig<br />

in dem Kirchspiel Jomala sowie, wenn auch vielleiclit in geringerem Grad, in


136 A. Palmgren, Die Eimvanderuiigswege der Flora nacli deii Ålandsinseln<br />

Eckerö und dem mittleren Hammarland.<br />

Weiter kommt sie, wiewohl recht<br />

selten, in Geta, Saltvik und Sund sowie auf der Hauptinsel Lemland vor.<br />

nordöstlichsten Lokalitäten liegen an der Bucht Verkviken und auf Boxö<br />

im nordöstlichen »Saltvik.<br />

Die<br />

Abgeselien von der bei der Hauptinsel Åland liegenden<br />

Insel Boxö befinden sidi alle genannten Lokalitäten auf der Hauptinsel<br />

Åland und auf Eckerö. — Hierzu konimt ein isolierter Fundplatz in Kökar.<br />

Das V or kommen auf der Hauptinsel Åland tind Eckerö {sowie Boxö) ist<br />

zweifelsohne ans Uppland rekrutiert. Davon zeugt der Umstand, dass die<br />

Frequenz in dem gegen Siidwesten am meisten exponierten Teil des Verbreitungsgebietes<br />

am höchsten ist. Das vereinzelte Vorkommnis in Kökar ist<br />

schwer zu erklären. Vielleicht hängt es mit dem Vorkommen im Ostbaltikuni<br />

zusanimen.<br />

Mit dem iibrigen åländischen Vorkommen steht es kaum in<br />

Verbindung; das Fehlen in Föglö ware dann schwer zu erklären. Siehe S. 64.<br />

Es ist bemerkenswert, wie das Vorkommen dieser Art fast attsschliesslich<br />

auf die Hauptinsel Åland fällt, Nicht einmal der westliche Schärenarchipel<br />

von Lemland weist eine Lokalität auf, wie es doch mit mehreren anderen der<br />

Arten der Fall ist, die im grossen ganzen an die Hauptinsel Åland gebunden<br />

sind.<br />

Das fast vollständige F^ehlen im Schärenarchipel ist um so bemerkenswerter,<br />

als die Art im Stockholmer Schärenarchipel recht verbreitet zu sein<br />

scheint.<br />

Verhreitung in den am nächsten hei Åland liegenden<br />

Ländern:<br />

LINDMAN: Svensk fanerogamflora, 1918, S. 116: »Svagt fuktiga väg- och<br />

dikeskanter m. ni., Sk. — s. Nrl., öl., Gtl., täml. sälls.» — Stockholmstraktens<br />

växter, 1914, gibt S. 176 ein recht ausgedehntes Vorkommen, u. a. in dem am<br />

nächsten Åland zugekehrten »Schârenarchipelgeb'et» an. — TIIKDENIUS: Flora<br />

öfver Uplands och Södermanlands fanerogamer och bräkenartade växter, 1871,<br />

S. 24: »På något fuktiga, gräsbeväxta ställen, tenil. allmän.» — JOHANSSON:<br />

Hufviiddragen af Gotlands växttopografi och växtgeografi, 1897, S. 242: »Täml.<br />

allm. Talr. Exv. .»<br />

SciiMiDT: Flora des silurischen Bodens von Khstland, Nord-Livland und<br />

Oesel, 1855, S. 249 (s. n. Blysmus compressus (L.)): »In Ehstl.: M o h r e n h o f<br />

in Wierland (Weber u. Wied.), II a p s a 1 (Wied.!), Weissenfeld (Glehn).<br />

Auf Moon: bei Wirakull!. Auf Oesel: bel W i d o!, J e r w e!, Soëla!,<br />

Kergel!.» — Desselben Verf. Flora der Insel Moon, 1854, erwähnt die Art<br />

nicht. — Russovv: Flora der Umgebung Revals, 1862, S. 100 (s. n. Blysmns<br />

compr.y. »Am Laaksberge unweit des Kalkofens (Sengbvisch!).» — GRUNER:<br />

Versuch einer Flora Allentackens, 1864, S. 517 (s. n. Blysmus compr.): »Selten.<br />

Auf einer feuchten Wiese bei P e r m e s k û 11!, M o h r e n h o f (Weber u.<br />

Wiedemaim).» — GIVKIIN: Flora der Umgebung Dorpats, 1860, S. 565 (s. n.<br />

Blysmus compr.): »Embach-Niederungen bei Arro!, Annenhof! und Techelfer<br />

(Bienert).» — SKOTTSKKRG U. VESTERGREN: Zur Kenntnis der Vegetation der<br />

Insel Oesel, 1901, S. 78: »Hier und da: Ansekiill! Siksaar! zwischen<br />

L Û m m a d a und W i d o! (Smt. Fl.) Kielkond! Neulöwel! Jerwe,<br />

Soëla, Kergel (Smt. Fl.). — F i 1 s a n d!» — LEHMANN: Flora von Pol-


ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 137<br />

niscli-Livland, 1895, S. 172: »Feuclite, oft quellige Wiesen, naiiieiitlich ini<br />

Dunarayon verbreitet. Zerstreut. — lyiv.; Est.; Pet.; Psk.; Cur. Bauske, Illuxt<br />

(Bt.), Kabillen (Kupf.), Kalkuhnen!!; Litli. (Eicliw.), Wil. (Sel.), Troki (I^ap, 91);<br />

Grod, Bialystok (Ejsm.), Brest!!; Minsk, Nowogrudek (Dyb.!); Moh. (Tschol.).»<br />

und Nachtrag, 1896, vS. 476: »Liv. Kusthof bei Dorpat (Smt.); Litli. Grod. Bialystok—Petrowka<br />

(Keucli.! 198).»<br />

Im Juni 1926 zeichnete icli die Art auf Ösel: Mustel auf.<br />

MEINSHAUSKN: Flora Ingrica, 1878, S. 384: »Auf moorigen, suinpfigen Wiesen,<br />

an Ouellen im Kalksteingebiete liäufig.»<br />

In Finnland ist die Art aiif Åland beschränkt. Besonders liervorzuheben ist,<br />

da.ss sie von OI,E EKI^UND nicht in Korpo angetroffen worden ist (briefliclie<br />

Mitteilung).<br />

Carex glareosa Wg.<br />

Karte 29.<br />

Komnit auf niedrigen grasbekleideten Ufern vor.<br />

Die Verbreitung ist sehr eigentiimlicli.<br />

Die nieisten Lokalitäten tallen auf<br />

den sudlichen Schärenarchipel von Jomala und den westliclien von Lemland<br />

sowie auf die Kirchspiele Föglö, Vårdö, Kumlinge und Brandö. Dazu kommen<br />

einzelne Fundorte in Eckerö, Hammarland, Geta und Saltvik.<br />

Benierkenswert<br />

ist, dass die Art nicht in Sottunga (zwischen Föglö und Kumlinge gelegen)<br />

und in Kökar angetroffen worden ist.<br />

wie iiberliaupt auf Åland, reichlich geeignete Lokalitäten.<br />

In beiden Kirchspielen gibt es,<br />

der Aufmerksanikeit entgelit, wird sie vielleiclit dort noch gefunden.<br />

Da die Art leicht<br />

Welche Winke gibt dieses Vorkommen möglicherweise iiber die walirscheinliche<br />

Einwanderung?<br />

Die Frequenz scheint, wie aus dem Obigen hervorgeht, auf der Strecke<br />

siidliches Jomala, Lemland, Föglö, Vårdö, Kumlinge und Brändö ungefähr<br />

dieselbe zu sein.<br />

Dieser Umstand, kombiniert damit, dass die Art spärlich<br />

in Uppland vorzukommen scheint, während sie in Finnland sowohl an der<br />

West- als der Siidkiiste weit verbreitet ist, macht eine Verbreitung von Nordosten,<br />

von Finnland her recht wahrscheinlich.<br />

Da sie jedoch auch ganz im<br />

Siidosten in F'öglö vorkommt und vielleicht darum auch nicht in<br />

Kökar<br />

fehlt, diirfte man doch auch nicht die Möglichkeit einer partiellen Einwanderung<br />

aus Estland iibersehen. Bei einer solchen Einwanderung wäre das<br />

jetzt bekannte Vorkommen auf Åland auch wohlerklärlich. Auch scheint eine<br />

Einwanderung von Uppland nach den westlichen Teilen von Åland nicht ganz<br />

ausgeschlossen.<br />

Siehe S. 62 und unten.<br />

Vorkommen in den am nächsten hei Åland liegenden Ländern:<br />

LINDMAN: Svensk Fanerogamflora, 1918, S. 137: »Steniga havsstränd., Ög.,<br />

Uppl.—Vb., sails.» — Stockholmstraktens växter, 1914, filhrt die Art nicht an.


138 A. Palmgren, Die Eimvanderuiigswege der Flora nacli deii Ålandsinseln<br />

— TIIEDENIUS: Flora öfver Uplands och Södermanlands fanerogainer och bräkenartade<br />

växter, 1871, S. 438: »På grusiga hafsstränder, sällsynt; endast funnen<br />

i Roslagen: Hargs bruk; på Storkubben nära Grisslehamn.» — Das Vorstehende<br />

wird ergänzt b'ei CARI, G. AI.M: Några nya sydliga lokaler fiir Carex<br />

glareosa'Wg., 1919; hier werden S. 330—331 folgende damals bekannte Lokalitäten<br />

fiir Uppland aufgezählt: »Älvkarleby, Långsandsörarna (Erik Alraquist,<br />

15/6 1915, H. U.); Vessland (O. Petersson, /6 1892, H. U.); Öster-Lövsta,<br />

Ledskär (Erik Almquist, 8/G 1917, H. S.); Hållnäs, Klubbkasen (Erik Almquist,<br />

15/6 1917, H. vS.); Forsmark, Storskäret (Erik Almquist, 9/6 1917, H. U. och<br />

H. S.); Harg, Hargs bruk (C. H[artma]n j. r., /6 1844, H. U.); Grisslehamn,<br />

Storklubben (Hj. Mosén, 18/7 1867, H. S.); Grisslehamn, vStorklubben (P. Afzelius,<br />

s. a., H.U.); Väddö, Sandviken (E. M. Lenioine, /7 1900, H. U.); Vätö,<br />

Arholma (G. Einar du Rietz, 20/6 1916); Vätö, Gislingö, norra sidan av ön<br />

(G. Einar du Rietz, 23/6 1917); Rådniansö, Kapellskär (H. Hesselman, 1895).» —<br />

ERIK AI.MOUIST: Viktigare tillägg och rättelser till Upplands flora, 1919, S. 326:<br />

»T. allmän vid norra kusten i alla socknar Älvkarleb y—F o r s m a r k;<br />

spridd vid nordöstra kusten: Gräsö Örskär; öregrund (SBT. 1915, sid.<br />

109); Hargs bruk (THED. Fl.) vid Hargsviken!; »Storkubben nära Grisslehanm»<br />

(ibid.); Väddö Eyholma (H), Sandviken (O; L!); Björkö Arholma<br />

(DR); Vätö Gislinge (DR!).» — JOHANSSON: Hufvuddragen af Gotlands växttopografi<br />

och växtgeografi, 1897, erwähnt die Art nicht.<br />

SCHMIDT: Flora des silurischeu Bodens von Ehstland, Nord-Livland und<br />

Oesel, 1855, S. 251: »In Ehstl.: Re v al (Wied.!), Hapsal (Jurgens!). Auf<br />

Moon: am K lei nen Sunde!.» — Desselben Verf. Flora der Insel Moon,<br />

1854, S. 57: »Am K 1 e i n e n S u n d e, an zeitweilig ûberschwemmten Ståndorten,<br />

den daselbst vorkommenden Chenopodeen benachbart, doch nicht mit<br />

ihnen vermengt. Auf Suu r-L aid, A h h e n d a, bei G r o s s e n h o f f.» —<br />

Russow: Flora der Umgebung Revals, 1862, S. 102: »Auf Wiesen am Strande<br />

zwischen Fischermai und Ziegelskoppel (Wied.) ! und S oh w a r-<br />

zenbeek!.» — Die Art findet sich nicht bei GI


ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 139<br />

Vuorenpää och Veliaks spars, på magra strandängar.» Fiir den zu Åland gehörenden<br />

Teil des Gebietes sagt Bergroth (1. c.): »Bdö {= Brandö) h. o. d.<br />

på stränder; Klge (= Kumlinge): Enskär, Visings (ynui.).» —CAJANDER: Kasvistollisia<br />

tutkimuksia Mynämäen, Mietoisten ja Karjalan kunnissa, 1902,<br />

fiihrt die Art nicht an,<br />

Fiir Korpo gibt mir Oi,E EKI^UND an: »Selten im siidlichen und westlichen<br />

Schärenarchipel von Korpo.»<br />

Carex flava h.<br />

Karte 30.<br />

Kommt an offenen oder etwas beschatteten Stellen in Laubwiesen, auf<br />

Wiesen und Moorwiesen vor. Siehe näher 1915, S. 240.<br />

Die Verbreitung weist manche bemerkenswerten Ziige auf.<br />

Das hauptsächlichste Vorkonimen fällt auf Jomala und Eckerö. Dazu<br />

kommen auf der Hauptinsel Åland einige Eokalitäten in Finström und Geta<br />

sowie im westlichen Saltvik, u, Sund, Es ist mithin eine detäliche A bnahme nach<br />

Norden und Osten hin zu konstatieren, Sowohl im Schärenarchipel von Lemland<br />

(hier nur an der Grenze von Jomala) als im NW Schärenarchipel ist das Vorkommen<br />

bemerkenswerterweise sparlich. Auf Lumparland kenne ich nur<br />

eine Lokalität, ebenso nur je eine in Föglö (ganz im NO) und Kökar. In Kumlinge<br />

und Brändö kommt die Art dagegen an einigen Stellen vor. Bemerkenswert<br />

ist eine Gruppe von lyokalitäten in Sottunga (woran sich die erwähnte<br />

Lokalität in Föglö offenbar anschliesst) und im Schärenarchipel des nörd-<br />

Hchsten Vårdö. Auf der Hauptinsel Vårdö sowie im ganzen siidlichen und<br />

mittleren Schärenarchipel von Vårdö ist die Art nicht angetroffen.<br />

Die oben angegebene Verbreitung zeigt, dass die Art den Schärenarchipel<br />

nicht scheut, Unter diesen Umständen erscheint die Liicke in Föglö (nur auf<br />

Bänö im nordöstlichsten Teil des Kirchspiels) und das fast vollständige Fehlen<br />

in Kökar benierkenswert. Atich sonst dur/te die Erklänmg fiir die Ungleichmässigkeit<br />

des Vorkommens nicht in standörtlichen oder klimatischen Verhältnissen<br />

gesticht werden können; höchst wahrscheinlich liegt sie in einwanderungsgeschichtlichen<br />

Umständen.<br />

Der Haiiptsache nach ist die Einwanderung ojfenhar von Siidwesten her,<br />

ans Uppland erjolgt. Sie hat vor allem den Siidwesten der Hauptinsel Åland<br />

und Eckerö betroffen; von hier macht sich mit zunehmendem Ahstand eine<br />

Lichtung im Vorkommen gegen Osten geltend. Rätselhaft ist, weshalb die<br />

Einwanderung nicht in grösserem Umfang den westlichen, gut exponierten<br />

Schärenarchipel von Lemland und den nordwestlichen Schärenarchipel<br />

erreicht oder weshalb keine bedeutendere Verbreitung von der Hauptinsel<br />

Åland nach dessen Schärenarchipelen stattgefunden hat. Eigenartig ist unter<br />

der Voraussetzung einer Einwanderung^von Siidwesten auch das Fehlen in


140 A. Palmgren, Die Kinwanderungswege der Flora nacli den Alandsiiiseln<br />

fast ganz Föglö iind der Unistand, dass sich die Freqiienz, die ostwärts abgenonimen<br />

hat, in Kiimlinge iind Brändö wieder zii erliöhen scheint. Und vor<br />

allem fallen vielleiclit die recht reichlichen und isolierten Vorkonimnisse in<br />

Sottunga (woran sich die Lokalität auf Föglö: Bänö anschliesst) und im<br />

nördlichen Scliärenarchipel von Vårdö ins Auge.<br />

Vielleicht könnte man sich fiir Sottunga — und möglicherweise fiir Kumlinge<br />

und Brändö — eine Einwanderung aus dem Ostbaltikum denken. Gegen<br />

eine solche Annahme scheint jedoch das fast vollständige Fehlen in Kökar zu<br />

sprechen.<br />

Ferner sei hervorgehoben, dass die hier erwähnten isolierten Vorkonimnisse<br />

gute Exponenten dafiir zu bilden scheinen, was ich tigruppenweises Vorkommen»<br />

genannt habe (1925, S. 111). Die Einwanderung wiirde also ganz<br />

zufällig einen öder den anderen Punkt innerhalb dieser isolierten Gebiete<br />

getroffen und von diesen um sich gegriffen haben. — Off enbär findet die Art<br />

iiher die ganze åländische Inselwelt hin giinstige Lebensbedingiingen. — Siehe<br />

weiter S. 66.<br />

Vorkommen aiif<br />

Åland:<br />

Kökar: Idö; S o 11 u n g a: Storsottunga, Finnö, Fiunö n. u. s. Öjen,<br />

Marsö, Ärlingklobb, Bergskär, Dragsö; Föglö: Bäuö; I, e m 1 a n d: Slätholm,<br />

Granholm, Eskskär; J o m a 1 a: Ytternäs, Hindersböle, Kalmar, Klinten, Möckelö,<br />

Wiese W von Ramsholm, Kungsö — Brandö, Kungsö, Godtby, Godtby —<br />

Öjskataii, Djurvik, Hammarudda, Vestansundo, Wiese S vom Degerbergsfjärd,<br />

Vargsunda, Möckelby, Ingby (H. M. F.), O von Ingby, Dalkarby, Ringsböle,<br />

Dorf Jomala, S vom Dorf Jomala, Jomala Öjen, Ytterby, Öfverby, Önningeby;<br />

Hammaria n d: Byttböle, Kattnäs, beim Pfarrhof, am Marsund S von<br />

Berghamnslandet, Mörby, Bovik, Skarpnåtö, Äppelö, Ilamnskär; Eckerö:<br />

Björnhufvud, öfverby, Storby, Torp — Storby, Torp öjen, Olafsveden — Öra,<br />

Storby-Kattvikssjön, S von Vikarna, Böle (Hult u. Tikkanen), Öra (H. M. F.),<br />

Långvik, Skeppsvik; Geta: Dånö, Höckböle, Gröndal (Hult u. Tikkanen),'<br />

F i n s t r ö m: Rägetsböle, bei der Kirche (Braunmoor), Enikarby; Saltvik:<br />

Dorf Toböle u. Insel im Toböle träsk. Strömma (bei den Kötnerhiitten), Boxö,<br />

Sommarö, Ödkarby (Herb. Pesola); Sund: Högbolstad; Vårdö: nördl. u,<br />

siidl. Teil von Långgårdsö, Hamnö, Väderskär, Sälö; L ti m p a r 1 a n d: Skag. —<br />

Wird von Bergroth (S. 5 7) aus K u m 1 i n g e: Ingersholm, Lökvik und Brandö:<br />

Kyrklandet, Lappo, Jurmo, Harholm (zum Dorfe Jurmo geliörig), angefiihrt.<br />

Verbreitung in den am nächsten bei Åland liegenden Ländern:<br />

LINDMAN: Svensk fanerogamflora, 1918, gibt fur die Art (S. 144) dieselbe<br />

Verbreitung wie fiir Carex Oederi, d. h. Vorkommen fast im ganzen Lande, auch<br />

im Fjeldgebiet an. — Stockholmstraktens växter, 1914, erwähnt S. 40 ein ausgedehntes<br />

Vorkommen; fiir mehrere Kirchspiele heisst es mehrerorts oder zienilich<br />

häufig. — TIIEDKNIUS: Flora öfver Uplands och Södermanlands fanerogamer<br />

och bräkenartade växter, 18 71, S. 428: »På fuktiga ängar, i kärr och på<br />

stränder, allmän.» — JOHANSSON: H^ifvuddragen af Gotlands växttopografi och


ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 141<br />

växtgeografi, 1897, fiihrt die Art niclit an. Sie ist jedocli später audi auf Gotland<br />

ange tro f f en worden.<br />

SCHMIDT: Flora des silurischen Bodens von Ehstland, Nord-Livland und<br />

Oesel, 1855, S. 253, nennt die Art ohne I,okalangaben. — Desselben Verf. Flora<br />


142 A. Palmgren, Die Einwanderiingsvvege der Flora iiach den Âlandsinseln<br />

Ålandsmeer), lyemland: Jersö und eine einzelne I^okalität auf Stor-Sottu<br />

n g a (im östlichen Teil der Insel; hier am 28. 6. 1920 vom Verf. angetroffen).<br />

Fiir C. Hornschuchiana ist folgender bemerkenswerte Unistand zu beacliten:<br />

Aiij Åland kommen von der Art zwei Formen vor: die typische Form, welclie<br />

in Europa eine ausgedehnte Verbreitung hat, iind eine abweichende Form,<br />

die von HARALD I^INDEERG und Verf. als Varietät unter dem Namen Œckerôensis»^)<br />

iinterschieden worden ist. Sie differiert von jener durch nur 1—2<br />

weibliche Ähren (bei der Hauptform im allgemeinen 3) und darin, dass die<br />

Fruchtschläuche stark aufgeblasen und die weiblichen Ähren infolgedessen<br />

dicker sind.<br />

Diese Varietät Œckerôensis» ist keine Standortsmodifikation, sondern eine<br />

Form von systematischem Wert. Sie ist auf Åland wesentlich auj das Kirchspiel<br />

Eckerö heschränkt, wo sie eine weite Verbreitung hat und unahhängig vom Ståndort<br />

unter ganz derselhen Gestalt aujtritt. Die Hauptform kommt hier nicht vor. Jenseits<br />

des schmalen Marsund, der Eckerö von der Hauptinsel Åland trennt, findet<br />

sich, gleichfalls unabhängig von der Natur des Standortes, die typische Form.<br />

Die Varietät Eckeröensis kommt auch im Schärenarchipel von Uppland vor,<br />

wo ich sie u. a. auf Rådmansö imd bei Arholma eingesammelt habe. Wie auf<br />

Åland erscheint auch in Uppland die typische Form.<br />

Es imterliegt natiirlich kein'em Zweifel, dass zwischen dem Vorkommen von<br />

C. Hornschuchiana (var, Eckeröensis) auf Eckerö und in Uppland ein Zusammenhang<br />

besteht.<br />

Aher auch das Vorkommen im iibrigen westlichen Åland steht of f enbär mit<br />

dem Vorkommen in Schweden in Verbindung. Nur der isolierte Fundort Sottunga<br />

erscheint rätselhaft. Liegt hier ein östlicher Vorposten des iibrigen<br />

åländischen Vorkommens oder eine selbständige Einwanderung vor? Im<br />

letzteren Fall scheint man ungefähr mit demselben Recht mit einer Rekrutierung<br />

aus Schweden wie aus dem Ostbaltikum rechnen zu diirfen.<br />

Die Art ist auf Åland of f enbär in der Ausbreitung begriffen.<br />

Vorkommen auf Åland. (Die Lokalitäten in Eckerö beziehen sich auf die<br />

Varietät Eckeröensis-, siehe 1915, s. 241—242. Die Exemplare von Lemland:<br />

Jersö und Stor-Sottunga zeigen nahe Beriihrungen mit der var. Eckeröensis.)<br />

S o 11 II n g a: Stor-Sottunga; L e m 1 a n d: Jersö (190 7, zieml. spårl. an ein<br />

paar Stellen in Laubwiesen); Jomala: Godtby, Brändö — Godtby (niehrerorts<br />

sowohl auf Laubweisen als an sumpfigen Ståndorten, 1899), Kungsö (1899,<br />

auf I/aiibwiese), Hammarudda (1899, sowohl in Laubwiesen als an sumpfigen<br />

Ståndorten). Dorf Jomala (1908, Sumpfboden; im II. M. F. finden sich Exemplare,<br />

die schon 1886 von Laurén gesammelt worden sind); Hammarland:<br />

Wiese bei der laubreichen Landzunge zwischen Hammarudda u. Marsund,<br />

1) Meddelanden of Soc. pro F. et Fl. Fenn., 35, 1908—1909, S. 3.


ACTA BOTANICA FENNICA 2<br />

Ki3<br />

nördl. vom Dorfe Torp (1909, an sumpfigen Ståndorten), Drygsböle (Sunipf,<br />

H. Lindberg 1906 im H. M. F.), Kattnäs, Frebbenby, Salis (C. Hornscliucliiana<br />

XOederi), Berghamnslandet, Äppelö; Eckerö: Öfverby, Storby, Wahlbergsudde,<br />

Böle (H. M. F.), Olafsveden — Öra, vSkeppsvik, Vesteröjen, Signilskär, Torpön,<br />

nacli H. Lindberg siidl. der Bootsschuppen von Öfverby, Hnmnielvikarna,<br />

östl. von Torp, Storliagarna. — Auf die Hauptfonu bezielit sicli aller Wahrsclieinliclikeit<br />

nacli die Angabe von A. Arrlienius (nacli Consp.) Jomala: Möckelö.<br />

Verhreihmg in den am nächsten hei Åland liegenden<br />

Ländern.<br />

LINDMAN: Svensk fanerogamflora, 1918, S. 144 (s. n. C. ftdva Good.): »Fuktängar,<br />

Sk.—Nrl., ÖL, Gtl., täml. allm.» — Stockholmstraktens växter, 1914,<br />

S. 41, gibt ein recht ausgedehntes Vorkommen an. — THEDENIUS: Flora öfver<br />

Uplands och Södermanlands fanerogamer och bräkenartade växter, 1871, S.<br />

427: »På fuktiga ängar, mångenstädes; allmän i norra Upland.» — JOHANSSON:<br />

Hufvuddragen af Gotlands växttopografi och växtgeografi, 1897, S. 244: »Mycket<br />

allm. Mängdv., i myrar massv.»<br />

SCHMIDT: Flora des silurischen Bodens von Ehstland, Nord-Livland und<br />

Oesel, 1855, S. 253: »In Wierland: W e s e n b e r g!, R u il (Wied.); in Jerwen:<br />

Ampel, St. Johannis (Wied.); in Harrien: Rev al (Wied.), J e 1 g i-<br />

m e g g i (Glehn), F ä h n a (Törmer); in der W i e k und auf Oesel gemein.<br />

Fehlt in Allentacken.» — Desselben Verf. Flora der Insel Moon, 1854, S. 59:<br />

»Auf Moorwiesen.» — Russow: Flora der Umgebung Revals, 1862, S. 104: »Auf<br />

Buschwiesen häufig. J elgimeggi (Glehn)!; F ä h na (Törmer)!; Cournall,<br />

Hark, Huer, J o h a n n i s h o f f!.» — GRUNER: Versuch einer Flora Allentackens<br />

1864, S. 520: »Auf torfhaltigen Wiesen. In A lie n t.: T ii r p s a 1,<br />

B o g o r o d i z!; in L i V lv. F 1 e m m i n g s h o f, L e d i s!.» — GI


144 A. Palmgren, Die Eimvanderuiigswege der Flora nacli deii Ålandsinseln<br />

Atrîplex hastatum L.; Wg.<br />

Karte 32.<br />

Komnit auf kiesigen iind steinigen Ufern vor.<br />

Wie fiir manche anderen Uferpflanzen ist fur diese ein wesentlicher Teil des<br />

Vorkommens in den siidwestlichen, sudlichen und siidöstlichen Schärenarcliipel<br />

verlegt: also in den westliclien Schärenarchipel von Lemland imd<br />

Kirchspiele Föglö, Sottunga und Kökar.<br />

die<br />

Hierzu komnit ein bemerkenswert<br />

starkes Vorkommnis in Eckerö. Aus dem zwischen Eckerö und Lemland<br />

gelegenen Jomala ist nur eine Lokalität aufgezeiclmet.<br />

Von Föglö und Sottunga<br />

setzt sich das Vorkommen nordöstlich nach Kumlinge und<br />

und nördlicli bis Vårdö fort. Sonst kenne ich<br />

Brändö<br />

nur eine Lokalität im Schärenarchipel<br />

von Hammarland, eine in Finström (auf der zum Dorf Bamböle gehörigen<br />

Insel Äppelholm) und eine im westlichsten Saltvik an der Föhrde<br />

Vandö fjärd, diclit bei der Grenze von Finström. Bemerkenswert ist,<br />

dass die Art im nordwestlichen, nördlichen und nordöstlichen Schärenarchipel<br />

(unter dem letzteren ist hier der Schärenarchipel von Saltvik und der nördliche<br />

von Vårdö gemeint) so gut wie ganz fehlt.<br />

Offenbar hat die Einwanderung<br />

sowohl von Siidosten, ans dem Osthaltiknm,<br />

als ans Schweden stattgefunden. In beiden Fällen ist eine sehr schnelle Lichtung<br />

des Vorkommens in der Richtung der Verbreitung, also von SW nach NO<br />

und von SO nach NW und N erfolgt. Zu beachten ist, dass die Einwanderung<br />

so wenig den nordwestlichen Schärenarchipel betroffen hat.<br />

veniri-<br />

hasiifolia<br />

In bezug auf die Verbreitung schliesst sich die Art an Alopecurus<br />

cosiis, Salicornia europaea, Silene venosa, Isatis tincioria, Scutellaria<br />

und Artemisia vulgaris an. Siehe S. 60—61.<br />

Verbreitung in den am nächsten hei Åland liegenden Ländern:<br />

LINDMAN: Svensk fanerogamflora, 1918, S. 228: »Havsstr., hamnplatser<br />

in. m.. Sk. o. sydl. ländsk, flerest.. Öl.; f. ö. tillfällig till n. Vb.» — Stockholmstraktens<br />

växter, 1914, gibt S. 20 eine bedeutende Anzahl Lokalitäten, u. a. in<br />

dem Åland zugekehrten »Schärenarchipelgebiet» an.—TIIEDKNIUS: Flora öfver<br />

Uplands och Södermanlands fanerogamer och bräkenartade växter, 1871, S.<br />

478: »På stränder och fuktiga ställen, teml. allmän.» — JOHANSSON: Hufvuddragen<br />

af Gotlands växttopografi och växtgeografi, 1897, S. 219: »H. o. d. utefter<br />

stränderna; sälls. inpå ön. Måttl. — talr. Exv. .»<br />

SCHMIDT: Flora des silurischen Bodens von Ehstland, Nord-Livland und<br />

Oesel, 1855, S. 234: »In sehr verschiedenen Formen: ani Meeresstrande der<br />

W i e k und O e s e 1 s die Form A. salina Wallr. sehr verbreitet.» — Desselben<br />

Verf. Flora der Insel Moon, 1854, erwähnt die Art S. 48 (s. n. A. latifolia Wahlb.=<br />

A. hastaia Fzl.) ohne Lokalangaben. — Russow: Flora der Umgebving Revals,<br />

1862, sagt S. 90 (s. n. A. hastatum L. A. latifolia Wahlbg.): »Die Form A. salina<br />

Wallr., am Strande häufig.» — GRUNER: Versuch einer Flora Allentackens,<br />

18G4, S. 506 (s. n. A. hast. L. (A. latifolia Walilenb.)): »An Zäunen', auf Schutt:


ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 145<br />

J e w e, N a r v a!.» — • SKOTTSBERG U. VKSTERGREN: Zur Kenntnis der Vegetation<br />

der Insel Oesel, 1901, S. 65: »O r i s a a r! K i e 1 k o n d! F i 1 s a n d!»<br />

MEINSHAUSEN: Flora Ingrica, 1878, S. 201: »Fin sehr verbreitetes und mannigfaltig<br />

gestaltetes Gewäclis des Seestrandes, aber audi auf Schuttplätzen, an<br />

Zäunen und in den Gassen der dem Meere nalie gelegenen Gegenden Ingriens.»<br />

Fiir Finnland bemerkt HJELT. 1906, S. 135; »Ad oras maritimas Fenniae<br />

austro-occidentalis satis frequenter—passim inveniri indicatur, sed iam ad interiorem<br />

partem Sinus fennici rarius tantum obvium. Ad septentrionem versus<br />

etiam rarescit, sed typicum usque ad 65° lectuni est (forsitan in saburra) et<br />

usque ad 65° 20' inveniri indicatur. .»<br />

CAJANDER: Kasvistollisia tutkimuksia Mynåimäen, Mietoisten ja Karjalan<br />

kunnissa, S. 102: »Mt. (Mietoinen) rs., hier und da an den Ufern der Bucht Saarenlahti<br />

in einzelnen Bx.» (Orig. finniscli.)<br />

Salicornia europaea L.<br />

Karte 33.<br />

Tritt an Meeresufern, vor alleni auf offenem Schwemmlandboden auf.<br />

Krinnert in der Verbreitung an Alopecnnis vcniricosus, ist aber seltener<br />

und in den nördlichsten Teilen der Landschaft gar nicht angetroffen. Weiter<br />

ergeben sich Beriihrungspunkte mit Atriplex hastaium, Silene venosa, Isatis<br />

tincioria, Scutdlaria hastifolia tind Artemisia vulgaris. Siehe S, 60.<br />

Das Hauptvorkomnien fällt auf den siidöstlichen und sudlichen Schärenarchipel<br />

(die Kirchspiele Kökar, Sottunga und Föglö), den westlichen Schärenarchipel<br />

von Lemland und die Siidkiiste von Jomala. Von Sottunga strahlt<br />

ein Vorkommnis nordostwärts bis nach Kumlinge und Brändö aus. Sonst<br />

kenne ich nur einzelne Lokalitäten auf der Hauptinsel Eckerö, an der<br />

Emnäs-Bucht in Jomala und Finström, in Saltvik an der Bucht nördlicli von<br />

Godby, in Lemland bei dem Lumparsund und in Vårdö. Sehr bemerkenswert<br />

ist das vollständige Fehlen in dem weitausgedehnten nordwestlichen Schärenarchipel<br />

sowie in den nördlichen Schärenarchipelen von Saltvik und Vårdö.<br />

Wie bei Alopeciirus ventricosus ti. a. spricht auch bei dieser Art die Verbreitung<br />

auf Åland am ehesten fiir eine Einwanderung von Siidosttn her. Auch im<br />

Hinblick auf das Vorkommen in den am nächsten bei Åland liegenden Ländern<br />

diinkt mich eine solche am wahrscheinlichsten. Die Art scheint nämlich in Uppland<br />

selten zu sein. In Estland dagegen hat sie eine ausgedehnte Verbreitung.<br />

Doch diirfte eine Einwanderung nach den westlichen Teilen der Landschaft<br />

aus Schweden nicht als ausgeschlossen zu betrachten sein. Siehe S. 60—61.<br />

Verbreitung in den am nächsten bei Åland liegenden Gebieten:<br />

LINDMAN: vSvensk fanerogamflora, 1918, S. 230: »Havsstrand., Boli. — Uppl.<br />

samt 11. o. d. vid Bottn. viken, öl., Gtl., mindre allni.» — Stockholmstraktens<br />

växter, 1914, S. 170: »Mell. Söderni.-omr.; Mörkö t>ymnigt vid stränderna^)<br />

(Ekslr. 1828); Hörningsholni (A. Ekström), nära Skansens brygga (J.G.Laurell).<br />

10


146 A. Palmgren, Die Einwanderiingsvvege der Flora iiach den Âlandsinseln<br />

Södertörnsomr.: Österhaninge Savdemar ISOI (J. Berggren).» — Die Art ist<br />

also hier selten, und zwar, wie es scheiiit, viel seltener als auf Åland. Zu beachten<br />

ist aucli ,dass sie niclit ans dem Åland zugekelirten »Scliärenarcliipelgebiet»<br />

angegeben ist. — TIIEDKXIUS: Flora öfver Uplands och Södermanlands<br />

fanerogamer och bräkenartade växter, 1871, S. 2: »På stränder af hafsvikar;<br />

endast anmärkt i Södermanland, vid Himmersjöfjärden, mellan Mörkö och Sorunda.»<br />

— JOHANSSON: Hufviiddragen af Gotlands växttopografi och växtgeografi,<br />

1897, S. 221: »Pa ö. och s. v. kusterna flerst. Mängdv. ,»<br />

SCHMIDT: Flora des silurischen Bodens von Ehstland, Nord-Livland und<br />

Oesel, 1855, S. 235: »In Ehstl.: Reval, Hapsal, Dag o, N u c k ö (Web.<br />

und Wied.), W e r d e r!. Auf Moon und Oesel: K i b b a s a a r!, T ö 1 Ii s t!,<br />

Arensburg (Werner!), Fil s and (Sass!).» — Desselben Verf. Flora der<br />

In.sel Moon, 185'J, S. 52: »Ûberall in Begleitung der Schoberia maritimas —<br />

Russow: Flora der Umgebung Revals, 1862, S. 90: »Zwischen Zie^elskopp<br />

e 1 und Fischermai den Inseln Gross- und K 1 e i n-C a r 1 o s gegenuber<br />

(Wied.)!.» — SKOTTSBERG U. VESTERGREN: Zur Kenntnis der Vegetation<br />

der Insel Oesel, 1901, S. 66: »K i b b a s a a r, T ö 1 Ii s t (Smt.), Arensburg<br />

(Werner); F i 1 s a n d (Sass), nach Smt. Fl.» — LEIIMANN: Flora von Polnisch-<br />

Livland, 1895, S. 354: »Liv. Moon, Oes.; Est. bis Reval (Smt); [Cur. Tuckum<br />

(Heug.) — sehr fragl.].» — GRUNER: Versuch einer Flora Allentackens, 1864,<br />

nennt die Art nicht.<br />

KUPFFIÎR: Grundziige der Pflanzengeographie des ostbaltischen Gebietes, 1925,<br />

erwähnt die Art S. 115 un ter denen, die fiir die ostbaltische Inselflora charakteristisch<br />

sind, während sie auf dem Festland »eine viel geringere Verbreitung» zeigen.<br />

Hier sei noch folgende Ausserung von KUI'FI'ER (S. 175) wiedergegeben:<br />

»Die Steppenpflanzen unserer Flora lassen sich zweckmässig in zwei<br />

Gruppen einteilen. Zur ersten gehören Artemisia maritima (nur in der Landschaft<br />

I), Aster tripolinm, A triplex lUorale, Lepidium latifolium (nur in I), Obione<br />

pedunculata (nur in I), Plantago maritima, Salicornia herbacea (nur I), Salsola<br />

kali, Suaeda maritima (nur I), Trifolitim fragiferum. Dieses sind Halophyten,<br />

deren Ursprung wohl in den Salzsteppen des Aralokaspischen Tieflands zu<br />

suchen ist. die von dort an die Kiisten des Schwarzen Meeres gelangt shid und<br />

— indem sie sich nach und nach dem Seeklima anpassten — längs den Kûsten<br />

ganz Europas, wo sie audi heute noch angetroffen vverden, bis an unsere Gestade<br />

vorgedrungen sein mögen. Sie sind hier ausgesprochene Meerstrandpflanzen.<br />

Manche von ihnen haben auf ihrer langen Wanderung und wohl infolge veränderter<br />

Anpassung ein von der Stammart merklicli abweichendes Aussehen angenommen;<br />

so kommt Artemisia maritima auf Ösel in der Form genitina vor,<br />

während sie in den Salzsteppen Sud- und Sudostrusslands verschiedene andere<br />

Formen aufweist; Salicornia herbacea hat an den baltischen Kiisten nur die Form<br />

pat ula, Suaeda maritima die Form filiformis; die Strandform von Salsola kali,<br />

var. crassifolia, unterscheidet sich von der Sandform derselben Pflanze, v. temiifolia,<br />

die bei uns mitunter als eingeschleppte Schuttpflanze auftritt, durch ihre<br />

Dickblättrigkeit, ein Merkmal, das bekanntlich auch andere Pflanzen auf Salzboden<br />

annehnien, z. B. A triplex hastatum und patiilum, Chenopodium rubrum<br />

und glauciim u. a. m. Da die Verbreitung dieser Pflanzengruppe offenbar vorzugsweise<br />

durch das Vorhandensein von Salzboden bedingt ist und ihre Einwanderung<br />

auf dem angenommenen Wege auch beim gegenwärtigen Klima vor<br />

sich gehen könnte, ist sie zur Beurteilung etwaiger kliniatischer Schwankungen


ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 147<br />

wenig geeignet, Siclier ist indessen, dass diese Pflanzen iiiclit vor dem Litorinastadiiini<br />

unserer Ostsee, das mit der atlantischen und subborealen Periode migefähr<br />

zusamnienfiel (vgl. S. 29 u. 48), einwandern konnteii, weil das vorliergehende<br />

Ancylusstadium einen Siisswassersee darstellte, dessen Kiisten keinen<br />

Salzboden aufwiesen. Zur Yoldiazeit aber ist unser Klima fiir diese Pflanzen<br />

noch zu rauh gewesen, audi wären sie — wenn vor der Ancyluszeit eingedrungen<br />

— während dieser wohl wieder verdrängt worden.»<br />

MEINSIIAUSEN: Flora Ingrica, 1878, erwähnt die Art niclit.<br />

Fiir Finnland bemerkt HjEr.T, 1906, S. 144: »In litoribus maritimis rarior<br />

et in multis plagis noiidum adnotata est.» — In der darauf folgenden Detailbeliandlung<br />

werden Vorkommnisse in den botanischen Provinzen Regio Aboënsis,<br />

Satakunta, Ostrobotnia media und horealis sowie ausserdem am WeiSvSen Meer<br />

angefiihrt. Zu beacliten ist, dass die Art niclit in der Provinz Ostrobotnia, die<br />

zwisclien Satakunta und Ostrobotnia media liegt, und niclit am Finnisclien<br />

Meerbusen angetroffen worden ist.<br />

In den Provinzen Regio Aboënsis und besonders Satakunta ist die Art selten;<br />

dagegen nininit die Frequenz in den österbottnisclien Kùstengegenden zu.<br />

Im Hinblick auf das Vorkommen auf Åland sei besonders bemerkt, dass<br />

BERGROTH: Anteckningar om vegetationen i gränstrakterna mellan Åland och<br />

Åbo-området, 1894 (S. 63), angibt: »t. r, Iniö: Åselholm; Brändö: L,appo, Blomö<br />

(Â), Baggholma (Laur.).», also nur eine Lokalität in dem zu dem Åboer Gebiet<br />

gehörenden Teil des Untersuchungsgebietes. Auch ist zu beachten, dass die Art<br />

nicht bei CAJANDER: Kasvistollisia tutkimuksia Mynämäen, Mietoisten ja Karjalan<br />

kunnissa, 1902, angefiihrt ist.<br />

Die Darstellung fiir die Regio Aboënsis lautet bei HjEivT (1. c.), wie folgt:<br />

»r. cop. in nonnullis pratis uliginosis ad Ekstensholm: Zett. & Br,!; in taeniis<br />

Iniö [»Inijö»] et Töfsala (Ann. ad Tili.): Leche p. 21; Iniö Åselholm: Bergr.;<br />

Runsala: C. J. Arrh.; Nystad [»Uusikaupunki»]: HoUmén in herb. Mela; Hell.<br />

et Wirz. vide supra.»<br />

Oi,E EKI.UND teilt mir mit: »Sehr selten. Maskinnamo im nördlichen Schärenarchipel<br />

von K o r p o. Houtskär: Jungfruskär.»<br />

HÄVRÉN: Björneborgstraktens Vegetation och Kärlväxtflora, 1909, schreibt<br />

S. 215: »R och st pc — cp. Torbonäs två ställen (det ena 4—5 ar, det andra<br />

några m^), Inderö cp nära Kivini. vStarkt lerblandad sand. Lokalerna öfversvämmas<br />

regelbundet af högvatten. Jfr. H ä y r é n anm. växt., sid. 35 B.»<br />

Honkenya peploides (L.) Ehrh.<br />

Karte 34.<br />

Diese Art ist selten auf Åland, wo ^sie wie änderwärts in Finnland auf<br />

Grus- eder Sandufern auftritt. Das sehr spärliche Vorhandensein geeigneter<br />

Lokalitäten auf Åland biidet offenbar die Ursache zu dem sehr spärlichen Vorkommen.<br />

Doch fehlt die Art an den meisten derartigen vorhandenen Lokalitäten.<br />

In bezug auf die Verbreitung schliesst sich die Art an eine Gruppe von<br />

Uferpflanzen mit hauptsächlichem Vorkommen im siidöstlichen, siidlichen<br />

und siidwestlichen Schärenarcliipel an. Ich kenne zwei Lokalitäten in


148 A. Palmgren, Die Eimvanderuiigswege der Flora nacli deii Ålandsinseln<br />

Kökari), eine 'in Föglö, eine in Lemland, eine in Eckerö und ebenso eine im<br />

nördliclien Saltvik.<br />

Woher liaben sich diese Vorkommnisse rekriitiert?<br />

Besonders fiir die Fundorte in Kökar und Föglö scheint eine Rekrutierung<br />

aus dem Ostbaltikum selir wahrscheinlich, Nach Lemland und Eckerö ist<br />

die Art vielleicht eher aus Schweden eingewandert. Wie sie an die Nordkiiste<br />

von Saltvik geraten ist, diirfte unentschieden bleiben. Siehe S. 64.<br />

Verhreiiung in den am nächsten hei Åland liegenden Ländern:<br />

LINDMAN: Svensk fanerogamflora, 1918, S. 244: »Havsstr., Sk.—Boh. o. Vb.,<br />

Öl.. Gtl., täml. allm.» — Stockholmstraktens växter, 1914, S. 92: »Mell. Söderm.-<br />

omr.: Mörkö. Södertönisomr,: Torö, Herrhamra, Skeppsmor, Västerhamn.<br />

Skärgårdsonir.: Djurö Runmarö, Rönnskår, Sandhamn, Skarp-Ritnmarö; Utö<br />

Rånö, Utö barlastholme, Alö.i> — TiiEDENius: Flora öfver Uplands och Södermanlands<br />

fanerogamer och bräkenartade växter, 1871, S. 201 (s. n. Halianthus):<br />

»På sandiga hafsstränder, sällsynt; Nyköpings län: iMörkön; Södertörn: Herrhamra<br />

på Thorön; Alön nära Utön.» — K. JOHAXSSON: Hufvuddragen af Gotlands<br />

växttopografi och växtgeografi, 1897, S. 192 (s. n. Halianthus)-. »Flerst.<br />

utefter stränderna, i synnerhet den västra. Måttl. — talr. .»<br />

SCHMIDT: Flora des silurischen Bodens von Ehstland, Nord-Livland und<br />

Oesel, 1855: S. 201: »Auf Sand am Meeresstrande. In Ehstl. an der Nordkiiste:<br />

T ii r s e 1 (Seidlitz!), T o 1 s b u r g!, R e v a I!, F ä h n a (Törmer). Auf Oesel<br />

an der Siidkiiste, selten: Abro (Werner!), K i b b a s a a r!» — Desselben<br />

Verf. Flora der Insel Moon, 1854, fiihrt die Art nicht an. — Russow: Flora der<br />

Umgebixng Revals, 1862, S. 65: »Auf Sand am Meeresstrande sehr verbreitet,<br />

von Wiems bis F ä h n a!.» — GRUNER: Versuch einer Flora Allentackeno-,<br />

1864, S. 473 (s. n. Halianthus peploides): »Auf vSandfluchen am Meeresstrande:<br />

M e r r e k ii 11, W a i w a r a, S i 11 a m ä g g i!, T ii r s s e 1 (Seidlitz), A 11-<br />

I se n h of!.» — SKOTTSBERG U. VESTERGREN: Zur Kenntnis der Vegetation<br />

der Insel Oesel, 1901, S. 50: »Selten: Felsiger Meeresstrand auf F i 1 s a n d!<br />

Kibbasaar (SMT. FL.); —Abro (Werner in SMT. FL.).» — LEHMANN:<br />

Flora von Polnisch-Livland, 1895, S. 360: »Am Meeresstrande v. Polangen<br />

(Eichw., Jundz., Lap.) bis Pet. — Bait.; Pet.»<br />

KUPFFER: Grundziige der Pflanzengeographie des Ostbaltischen Gebietes,<br />

1925, sagt S. 144: »Unmittelbar an der Strandlinie halten sich Cakile maritima<br />

und Honkenya peploides, immerhin dringt letztere manchmal bis in den sandigen<br />

Strandvvald vor.»<br />

MEINSHAUSEN: Flora Ingrica, 1878, S. 58 (s. n. Halianthus peploides Fries.):<br />

»Im tiefen Sande am Meeresstrande eine sehr häufige Pflanzenart, die oft weite<br />

Strecken dicht durchwuchert.»<br />

Fiir Finnland bietet HjEi,T, 1906, S. 72 (s. n. Ammodenia) die Angabe:<br />

»Ad Oram Maris glacialis et albi frequenter, ad superiorem partem Sinus bottnici<br />

satis frequenter aut passim, ad ceterorum marium oras plus minusve raro in-<br />

1) Wahrscheinlich kommt die Art jedoch auf mehreren der im östlichsten<br />

Teil des Kirchspiels auftretenden Grusbänke vor. Von diesen habe ich nur vier<br />

besucht; auf zweien von ihnen wurde die Art angetroffen.


ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 149<br />

venitur.» — In der nachfolgenden Detailbehandliing lieisst es fur die Regio<br />

Aboëvsis: »Pargas r Sandholm in sinu Örfjärden: Arrli. Ann.!; Nagu in insula in<br />

Örfjärden: 13. Reuter; Hangö Tulludden: Hisinger! et Sand.» — Fiir Nylandia<br />

werden eine bedeutende Anzalil Lokalitäten aufgezälilt.<br />

Zu bemerken ist, dass BERGROTH: Anteckningar om vegetationen i gränstrakterna<br />

mellan Aland och Åbo-området, 189''I, und CAJANDER: Kasvistollisia<br />

tutkimuksia Mynämäen, Mietoisten, ja Karjalan kunnissa, 1902, die Art nicht<br />

erwähnen.<br />

Fiir Korpo teilt mir OI,E EKI^UND mit: »Sudlichster Schärenarchipel von<br />

Korpo auf Grus und Sand.»<br />

Zur Beleuchtung des Vorkommens der Art in den Kiistengegenden von Nyland<br />

seien folgende Angaben bei W. BRENNER: Växtgeografiska studier i Barösunds<br />

skärgård, 1921, S. 8;i (s. n. Alsine peploides) erwähnt: »S. r. 2. Tingsholni,<br />

Rönnörn, Sandstränder, supralitoral. Hemeradiafor.»<br />

Scleranthus annuus L.<br />

Karte 35.<br />

Konimt auf Hiigel- und Felsbuckeln, bisweilen auf steinigen Hugelwiesen<br />

vor. Siehe hieruber 1915, S. 290.<br />

Die Verbreitung weist einige bemerkenswerte Ziige auf.<br />

Die Art ist häufig und gleicliniässig uber den grösseren Teil von Åland<br />

verteilt. Uni so bemerkenswerter ist, dass die Frequenz im Osten, in Kumlinge<br />

stark abnimnit. In Brandö ist mir eine Lokalität bekannt. Ebenso nimmt<br />

die Frequenz in Hammarland? und Eckerö sowie in dem nordwestlichen Schärenarchipel<br />

und i m nördlichen Schärenarchipel von Vårdö ab.<br />

Wie ist diese Verbreitung zu erklären? In standörilichen oder klimatischen<br />

Verhältnissen kann sie nicht hemlien, eker in einwandenmgsgeschichtlichen.<br />

Der Umstand, dass die Art in Kumlinge und Brändö so selten ist, schliesst<br />

ganz gewiss die Wahrscheinlichkeit einer Einwanderung ans Finnland aus.<br />

Dagegen ist dieses Fehlen unter der Voraussetzung einer Einwanderung von<br />

Siidwesten wohl erklärlich. Dasselbe gilt fiir das spärliche Vorkommen im<br />

nördlichen Schärenarchipel von Vårdö. Hat man andererseits mit einer<br />

siidwestlichen Einwanderung zu rechnen, so ist es eigentiiniHch, dass diese<br />

nicht in höherem Grade das westlicli exponierte Eckerö und den nordwestlichen<br />

Schärenarchipel betroffen hat. Nun findet auf der Hauptinsel Åland sowie<br />

in dem umliegenden Schärenarchipel eme Lichtung ganz draussen im Westen<br />

und Nordwesten statt, während die Frequenz im iibrigen hoch ist. Diese<br />

Abnahme der Frequenz wäre am besten mit einer Verbreitungsrichtung<br />

SO—NW, also mit einer Einwanderung aus dem Ostbaltikum vereinbar.<br />

Mit einer solchen Einwanderung wäre auch das F'ehlen in Brandö nicht ganz<br />

unverträglich. Doch wiirde man ein reichlicheres Vorkommen in Kumlinge<br />

erwarten. Siehe hieriiber S. 63.


150 A. Palmgren, Die Einwanderiingsvvege der Flora iiach den Âlandsinseln<br />

In bezug auf die Verbreitung zeigt die Art enge Beriihrungspunkte mit<br />

Sedum anmium.<br />

V or kommen an f<br />

Åland:<br />

Kökar: Karlbylandet S voin Dorf, Karlby, Karlby—Öfverboda, Öfverboda,<br />

Hamuö, Finnö, Sniedö, Hellsö, Österbygge: Näsudden—Dorf; Sottung<br />

a; Stor-Sottunga: Kohanm — siidl. Dorf u. Stackvik sowie Svinö stad,<br />

Finnö, Finnö n. u. s. Öjen, Marsö (am Weg), Hästö, Mosshaga; Föglö: Bänö,<br />

Jyddö, Nötö, Jersö, Öfverö, Sommarö, Sommarö — Hastersboda, Hastersboda,<br />

Brändö, Sonboda, Granboda, Björsboda, Stentorpa, Kjuponliolma u. Sjöholma,<br />

Näfversliolm, Iluniniersö, Kallsö, Bråttö, Flisö; L e m 1 a n d: Dorf Lemböte,<br />

Hamnbacka, Norrby — Söderby, Granboda, Björkö, Jersö, Nåtö, Inre Kalfskäret,<br />

Skobbholm, Idskär; Jomala: Marielianm (Br. Fl.), Kungsö, Björsby,<br />

Dalkarby — Hindersböle, Dalkarby, Jättböle, Kårböle — Möckelby, Andersböle,<br />

Södersunda; Hammarland: Torp, am nordwestl. Teil der Bucht Öjviken,<br />

Älörby, Byttböle, Strömma, Skarpnåtö, Äppelö; Eckerö: Björnhufvud,<br />

Marby, Signilskär; Geta: Vester- u. Östergeta, Snäckö, Isaksö (am Weg), Dånö,<br />

Höckböle; F i n s t r ö m: Emkarby, Godby, Bjerström, Bamböle, Bastö, bei der<br />

Kirolle, Stålsby, Pättböle, Tjudö; Saltvik: Saggö, Boxö, Hjortö, Germundö,<br />

Bergö, Dorf Näs, Dorf Toböle, \''assböle — Asgårda, Syllöda, Sonröda, Tengsöda,<br />

Langnäs bei der Bucht Tengsöda vik, Dorf Långbergsöda — Bucht Långbergsöda<br />

vik; Sund: Kastelholm, bei der Kirche, Kulla — Gesterby, Brändbolstad,<br />

Strömbolstad — Sibby, Tranvik, Bomarsund, Hulta; V å r d ö: Töftö, Dorf<br />

Vargata, Grundsunda, Löfö, Busö, Bergö, Sandö, Vester-Simskäla; Lumparland:<br />

Krokstad, Klemetsby, Norrboda; K u m 1 i n g e: Visings — Dorf,<br />

Dorf — Westhafen, Enklinge; Brandö: Lappo.<br />

Verbreitung in den am nächsten hei Åland liegenden<br />

Ländern:<br />

LINDMAN: Svensk fanerogamflora, 1918, S. 247, gibt allgemeines Vorkommen<br />

auf Hiigel und Felsen an in »Sk. — Vb., Öl., Gtl.» — Stockholmstraktens växter,<br />

1914, bemerkt S. 178: mllmän — flerstädes. Inga uppgifter från: Adelsö, Täby,<br />

Väster-Tälje, Ytter-Enhörna, Öfver-Enhörna. — Säkert förbisedd.» — THEDE-<br />

Nius: Flora öfver Uplands och Södermanlands fanerogamer och bräkenartade<br />

växter, 1871 S. 195: »På backar, torra betesmarker och åkrar, allmän.» —<br />

J0IL\NSS0N: Hufvuddragen af Gotlands växttopografi och växtgeografi, 1897,<br />

S. 216: »Allest. på sandområdena; eljes täml. allm. Måttl. — niassv. Sandön (Wö<br />

59:); Fårö!; . . . Vamlingbo!»<br />

ScII^^DT: Flora des silurischen Bodens von Ehstland, Nord-Livland und<br />

Oesel, 1855, fiihrt die Art S. 212 ohne Angabe von Lokalitäten an, ebensö<br />

desselben Verf. Flora der Insel, Moon, 1854 (S. 38). — Russow: Flora der Umgebung<br />

Revals, 1862, S. 73: »Seltener als vorige (= Sel. perennis). K o s ch.<br />

Hark (Sengbusch), S u r r u p, M u r r a s t!, an der Perna uschen und<br />

R a u d i aschen Strasse!, am Wege nach T i s c h e r bei F i s c h m e i s t e r!<br />

etc.» — GRUNER: Versuch einer Flora Allentackens, 1864, erwähnt die Art S.<br />

484 ohne Lokalangaben. — GI.EHN: Flora der Umgebung Dorpats, 1860, S. 539,<br />

sagt: »Gemein.» — SKOTTSBERG U. VESTERGREN: Zur Kenntnis der Vegetation<br />

der Insel Oesel, 1901, S. 62: »A n s e k û 11! unweit W e d r o k o! M u s t e 1!


ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 151<br />

O r i s a a r'» — LEIIMANN: Flora von Polnisch-Iyivland, 1895, S. 359: »Aecker,<br />

sandige Grasplätze, Wegränder. Gemeiii.»<br />

OI,E EKLUND teilt mir mii: ))Wornisö, spärl. u. selteii.»<br />

MEINSIIAUSEN: Flora Iiigrica, 1878, sagt S. 296: »Auf Häiden und sonnigen<br />

Sandfeldern, selir häufig auf Kornfeldern, nainentlicli im Kalkstein-Gebiete.»<br />

Fiir Finnland bemerkt HJEI.T, 1906, S. 118: »Tn Fennia anstrali usque ad<br />

62° frequenter, interdum frequentissime obvius; deinde ad 63° plerumque passim<br />

invenitur, supra liunc gradum autem plerumque rarus aut adventicius esse<br />

videtur.»<br />

Es ist zu beach ten, dass BERGROTH: Anteckningar om vegetationen i gränstrakterna<br />

mellan Åland och Abo-omrâdet, 189't, S. 63, Vorkommnisse hier und da<br />

im »östlichen Gebiet», d. h. in dem zur Rcgio Aboënsis gehörenden Teil des Untersuchungsgebietes,<br />

sonst aber nur eine Lokalität, nämlich Brandö: Lappo im<br />

östlichsten Teil von Aland verm er kt. — CAJANDER: Kasvistollisia tutkinmksia<br />

Mynämäen, Mietoisten ja Karjalan kunnissa, 1902, bemerkt S. 101: »Mt. (Mietoinen)<br />

und PT. (= der siidlichste Teil von Mynämäki) sfq., sonst fq. Häuf,<br />

auf trockenen Hiigeln, felsigen und namentlich mit Sand unterlagerten Äckern,<br />

bisweilen an Wegen, bei Wolmhäusern usw.» (Orig. finnisch.)<br />

Fiir Korpo teilt mir Or.E EKI.UND mit: »Zieml. gewöhnlich auf Kyrklandet<br />

und in der Näbe grösserer Siedlungszentren, draussen in den Schären sehr selten<br />

oder iiberhaupt nicht gefunden. Ausserordentlich stark von der Kultur begiinstigt,<br />

möglicherweise (?) nirgends in Korpo völlig ursprunglich.»<br />

Zur Beleuchtung des Vorkommens in der Kiistengegend von Nyland seien<br />

folgende Angaben bei W. BRENNER: Växtgeografiska .studier i Barösunds skärgård,<br />

1921, S. 83, zitiert: »S. p. 9. I inre och yttre skärgården ruderat eller som<br />

ogräs, främst i rågåkrarna. Antropochor. — F. fq.»<br />

Sitene venosa (Gilib.) Aschers. (Uferform)<br />

Karte 36.<br />

Konmit im äusseren Schärenarchipel in Felsenspalten sowie auf gnisigen<br />

Bänken vor.<br />

In bezug auf die Verbreitung schliesst sich die Art an Alopecurus veniri-<br />

C0SW5 sowie Atriplex hastatiim, Salicornia enrcpaea, Isatis tinctoria, Scutellaria<br />

hastifolia und Artemisia vulgaris an. Das hauptsächlidiste Vorkommen entfällt<br />

mithin auf den siidlichen und siidöstlichen Schärenarchipel (Kirchspiele<br />

Föglö, Sottunga und Kökar) und den westlichen Schärenarchipel von Lemland.<br />

Hier ist die Art recht häufig. Mit ungefähr derselben Frequenz wie<br />

im Schärenarchipel von Lemland komnit sie vielleicht auch im siidlichen<br />

Schärenarchipel von Jomala vor; ich habe dort jedoch nur 3 LokaUtäten autgezeichnet.<br />

Bemerkenswert ist dagegen, dass die Art in Eckerö souie in dem<br />

umfangreichen nordwestlichen Schärenarchipel selten ist. In dem nördlichen<br />

Schärenarchipel von Vårdö scheint die Frequenz wieder bemerkenswert<br />

hoch zu sein. In Kumlinge habe ich die Art nicht und in Brändö nur spärlich<br />

notiert. BERGROTH fiihrt sie jedoch als »zienihch häufig — häufig» in diesen


152 A. Palmgren, Die Einwanderiingsvvege der Flora iiach den Âlandsinseln<br />

Kirclispielen an (1894, S. 62); das Verhalten muss näher untersucht werden,<br />

u. a. mit Riicksicht auf eine éventuelle Einwanderung von den Kiisten des<br />

Bottnischen Meerbusens.<br />

Die oben angegebene nngleichmässige Verteihing jindet ihre Erklärnng nicht<br />

in den herrschenden standörtlichen und klimatischen, sondern vielmehr in einwandemngsgeschichilichen<br />

Verhältnissen.<br />

Die Verbreitung scheint am ehesten eine Einwanderung von Siidosten<br />

und nach den westlichen Teilen der Landscliaft wahrscheinlich audi von<br />

Sudwesten nahezulegen. Leider ist es j ed och auf Grund der Angaben aus dem<br />

Ostbaltikum nicht möglich, sich eine Auffassung iiber die Voraussetzungen<br />

zu einer Verbreitung von dort zu bilden. Siehe S. 60—61, auch die Fussnote.<br />

Verbreitung in den am nächsten hei Åland liegenden<br />

Ländern:<br />

TIIKDKNIUS: Flora öfver Uplands och Södermanlands fanerogamer och bräkenartade<br />

växter, 18 71, S. 196 (s. n. 5. maritima With.): »På strandklippor och<br />

grusiga stränder i skärgården, flerstädes, t. ex. Nyköpings län: Rundskär och<br />

Hargö i Bälinge sn.; Roslagen: Tjockö; Lidö; Arholma; Svartklubben; Fårön,<br />

Orrön och Örskär i Gräsö sn.» — JOHANSSON: Ilufvuddragen af Gotlands växttopografioch<br />

växtgeografi, 1897, bemerktS. 189 fiir S. inflata (SaUsb.) J.E.Sm.:<br />

»Alhu. Spars. — måttl. », sowie fiir 5. maritima With. /3) petraea Fr.: »H.<br />

o. d. på n. delens hällområden och stränder; mer sälls. på mellersta och s. delania.<br />

Måttl. .»<br />

Stockholm.straktens växter, 1914, macht keinen Unterscliied zwischen Silene<br />

venosa und der Form, die hier behandelt worden ist. Fiir S. venosa ergibt sich<br />

eine ausgedehnte Verbreitung.<br />

Fiir das Ostbaltikum ist es schwieriger, sich eine Vorstellung von dem Vorkommen<br />

der Art zu bilden.<br />

Bei SciiMiDT: Flora des silurischen Bodens von Ehstland, Nord-Livland und<br />

Oesel, 1855, finden wir (S. 201) nur S. inflata Sm., und zwar ohne Angabe von<br />

Lokalitäten. Das ist auch der Fall in desselben Verf. Flora der Insel Moon, 1854,<br />

bei Russow: Flora der Umgebung Revals, 18G2, GRUNER: Versuch einer Flora<br />

Allentackens, 1864, und GLEHN: Flora der Umgebung Dorpats, 1860. — SKOTTS-<br />

BERG u. VESTERGRICN: Zur Kenntnis der Vegetation der Insel Oesel, 1901, geben<br />

S. 48 för 5. inflata (SaUsb.) Sm. an: »Hier und da: S i k s a a r! W i k k i!<br />

Oio! Taggam oi s! Hundsort! Könno! Orisaar! — Ins. Filsand!»<br />

— Bei LEHMANN: Flora von Polnisch-Livland, 1895, Hest man (s. n.<br />

S. venosa Asdis.) S. 367: »Hiigel, Weg- u. Ackerränder, EBdämme, Uferböschungen.<br />

Gemein.» In dieser Angabe ist die hier beabsichtigte Form kaum einbegriffen.<br />

Oi,E EKI^UND teilt mir mit: »Von mir auf Wormsö, Dagö und ösel uberliaupt<br />

nicht gesehen; das Fehlen wahrscheinlich von edaphischer Natur.»<br />

Fiir Finnland findet man bei HjEi.T, 1906, S. 3 (s. n. 5. inflata var. litoralis<br />

Rupr.): »Passim — satis raro in litoribus Claris baltici sinuuniqve eius provenit;<br />

ad septentrionem versus nescio an frequentior sit.» — In der nachfolgenden Detailbehandlung<br />

wird ausser fiir Åland ein Vorkommen in sämtlichen Provinzen<br />

am Finnischeu u. Bottnischen Meerbusen erwähnt.<br />

Fiir die Regie Aboënsis ist zu beachten, dass BERGROTH: Anteckningar om


ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 153<br />

vegetationen i gränstrakterna mellan Åland och Åbo-området, 1894, vS. 62,<br />

(fiir S. inflata var. litoralis Rupr.) angibt: »t. a. — a. på stränder i lö (= Iniö),<br />

Bdö (= Brändö) und Klge (= Kunilinge)», also ein Vorkommen sowohl in dem<br />

zu Åland wie dem ziim Åboer Gebiet geliörenden Teil des Untersuchungsgebietes.<br />

— CAJANDER: Kasvistollisia tutkimuksia Mynämäen, Mietoisten ja Karjalan<br />

kunnissa, 1902, sagt S. 99 (s. n. S. inflata f. litoralis (Rupr.)): »Mt. (Mietoinen)<br />

sr. Am Meeresufer bei Tervoinen sowie bei Pyhäranta in einz. Ex.» (Orig. finnisch.)<br />

Fur Korpo gibt mir Oi.iv EKLUND an: »Sehr häufig und charakteristisch fiir<br />

den Schärenarchipel.»<br />

Zur Beleuchtung des Vorkommens in Satakunta sowie in der Kiistengegend von<br />

Nyland seien noch folgende Äusserungen von HAVREN und \V. BRRNNER angefuhrt:<br />

HÄYRÉN: Björneborgstraktens Vegetation och Kärlväxtflora, 1909 S. 215<br />

(s. n. S. venosa f. litoralis Rupr.): »P och pc — st cp vid hafvet. Bredvik Rantamaa<br />

udde (I.S.), Kumnäs yttersta udden. Uniluoto (K. L,. enl. Fontell),<br />

Styltögrunden, Räfsö (Elna Grönblom enl. Fontell), Räfsö vid Junnela<br />

(A. R o h d e), Räfsö sydvästra stranden (H e r m. A d. P r i n t z). Tahkoluoto.<br />

Stenstränder, bergskrefvor. — PIv. på holmarna. — Luvia Laitakari:<br />

E. II e r m o n e n.»<br />

W. BRKNNER: Växtgeografiska studier i Barösunds skärgård, I, 1921, S. 84<br />

(s. n. S. vulgaris var. litoralis) : »p. 11. Endast i yttre skärgården och havsbandet<br />

å steniga havsstränder. Hemeradiafor.»<br />

Melandrium viscosum (L.) Celak.<br />

Karte 37.<br />

Kommt auf Schären am offenen Mesr, besonders auf grusigen Ståndorten<br />

vor.<br />

Selten auf Åland. Die meisten Fundorte fallen in den siidöstlichen und<br />

siidlichen Schärenarchipel, also auf die Kirchspiele Kökar, Sottunga und<br />

Föglö. Hierzu kommen einige Lokalitäten ini westlichen Schärenarchipel von<br />

Lemland und nahegelegenen Teilen von Jomala sowie auf zwei kleinen Inseln<br />

im siidvvestlichen Teil des Lumparn. Ausserdem ist die Art von zwei Lokalitäten<br />

in Eckerö, einer im siidlichen Vårdö, 3 in Kunilinge und einer in Brandö<br />

aufgezeichnet. Es ist also auffallend, dass die Art in den nördlichen Kirchspielen<br />

Hammarland, Geta und Saltvik wie auch im ganzen nördlichen Schärenarchipel<br />

von Vårdö und in Sund zu fehlen scheint.<br />

Die Verbreitung auf Åland sowie in den nahegelegenen Ländern scheint<br />

die Möglichkeit einer Einwanderung von Norden auszuschliessen. Dagegen<br />

kann man sich denken, dass eine solche sowohl von Schweden als von Osten<br />

her stattgefunden habe.<br />

Zöge man nur die Verbreitung auf Åland in Betracht, so könnte sich eine<br />

Einwanderung aus dem Ostbaltikum als das Wahrscheinlichste darstellen.<br />

Die Art ist hier jedoch nur von einer Insel in der Kunda-Bucht östlich von<br />

Reval bekannt, weshalb man kaum mit einer Einwanderung von dort rechnen


305 A. Palmgren, Die Eimvanderuiigswege der Flora nacli deii Ålandsinseln<br />

kann. Ini Schärenarcliipel von Uppland hat die Art dagegen ein sehr ausgedehntes<br />

Vorkommen, ebenso im siidlichen Finnland, Es scheint wahrsclieinlich,<br />

dass die Einwanderung nach Åland von diesen beiden Seiten stattgefunden<br />

hat. Siehe S. 64.<br />

Fiir die Frage nach der Einwanderung der Arten nach Åland ist diese Art<br />

sehr lehrreich, indem sie zeigt, wie schwierig es ist, nur ans dem Vorkoninien auf<br />

Åland Schltisse zu ziehen. Wäre die Art in Estland nicht so seiten, so hätte<br />

es nahegelegen, sich die Einwanderung zum wesentlichen Teil von dorther<br />

erfolgt zu denken. Doch ist das Vorkommen im siidöstlichsten Åland weniger<br />

dominierend als im allgemeinen fiir Arten, bei denen vorausgesetzt worden<br />

ist, dass die wesenthche Einwandenmg aus dem Ostbaltiknm stattgefunden<br />

habe.<br />

Vorkommen in den am nächsien bei Aland liegenden<br />

Ländern:<br />

IJNDXVIAN: Svensk fanerogamflora, 1918, S. 249 (s. n. Silene viscosa)-. »Havsstrandsklippor,<br />

Bl, — Uppl., Öl., sälls.» — Stockholmstraktens växter, 1914,<br />

gibt S, 118 ein recht ausgedehntes Vorkommen, besonders in dem Åland zugekehrten<br />

»Schärenarchipelgebiet» an, Fiir manches Kirchspiel heisst es mehrerorts<br />

auf den Schären, — THEDENIUS: Flora öfver Uplands och Södermanlands<br />

fanerogamer och bräkenartade växter, 18 71, S. 197 (s. n. Silene viscosa): »På<br />

hafsklipjx>r i yttre skärgården, teml. sålls>Tit;<br />

.» — JOIIAXSSOX: Hufvuddragen<br />

af Gotlands växttopografi och växtgeografi, 1897, S. 189 (s. n. Silene<br />

viscosa): »Anträffad på St, Karlsö af Sern. — Då växten ej förut blifvit sedd på<br />

denna ofta besökta plats, är det uppenbart, att den nyligen ditkommit.»<br />

SciiMiDT: Flora des silurischen Bodens von Ehstland, Nord-Livland und<br />

Oesel, 1855, S, 201: »Auf Oesel angegeben, (Werner in Web, und Wied,) ist noch<br />

zweifelhaft,» — Desselben Verf. Flora der Insel Moon, 1854, fiihrt die Art nicht<br />

an. —LEIIMANN: Flora von Polnisch-Livland, 1895, S. 368: »Liv. Oes. (Werner)?;<br />

Cur, (Lind.), Tuckum (Lhrt.); Lith. Grod. (Gil.); Minsk-Pinsk (Twar. 152, Pasch.);<br />

Moh. (Tschol.).» sowie Nachtrag, 1896, S. 531: »Weder Schm. (217) noch Pcz.<br />

(207) haben die Pflanze aus Lith. gesehen. Fehlt in Preussen, nur auf Riigen u.<br />

in Böhmen. Wohl z. s.» — Die Art ist nicht erwähnt bei Russow: Flora der<br />

Umgebung Revals, 1862, auch nicht bei GRUNER: Versuch einer Flora Allentackens,<br />

1864, und SKOTTSBERG U, VESTERGREN: Zur Kenntnis der Vegetation<br />

der Insel Oesel, 1901.<br />

KUPFFER: Grundzuge der Pflanzengeographie des ostbaltischen Gebietes,<br />

1925, sagt S. 176: %Silene viscosa, sicher nur auf den winzigen Inseln Höften im<br />

Finnischen ileerbusen vor der Kundabucht, 6, und zwar in einer durch ihren<br />

gedrungenen Wuchs von der Stammpflanze halffet der russischen Steppen auffallend<br />

abweichenden Form.» — Die Art ist 1. c. unter einer Gruppe von »Steppenpflanzen»<br />

envähnt, von denen es heisst: »Von diesen Pflanzen hat man — obwohl<br />

einige von ihnen auffallenderweise auch nur in der Nähe unserer Kusten<br />

vorkommen — keinen Grund, anzunehmen, dass sie längs den Gestaden um<br />

ganz Europa herum zu uns eingewandert sind, da sie anderwärts keineswegs als<br />

Strandpflanzen auftreten. In Anbetracht ihrer Anzahl und der weiten Entfernung<br />

zwischen den baltischen Ståndorten und dem Hauptverbreitungsgebiete


ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 155<br />

der nieisten dieser ursprùnglichen Steppengewäcli.se ist die Annalime wahrscheinlicli,<br />

dass ilire baltischen Standorte Relikte eben aus der subborealen Periode<br />

sind, deren Klima dem Steppenklima ähnlicher, also wälirend des Sommers<br />

wärmer und trockener war als gegenwärtig.»<br />

MEINSHAUSEN: Flora Ingrica, 1878, erwähnt die Art nicht.<br />

Fiir Finnland hat HjEi


156 A. Palmgren, Die Einwanderiingsvvege der Flora iiach den Âlandsinseln<br />

tats, the species in them getting rid of the struggle for space with other species.<br />

Another cause of the distribution area might be found in the climatic conditions,<br />

the scanty precipitation (it must, however, be observed that this factor is to a<br />

great extent counterbalanced by the lower saturation deficit in the dampness<br />

of the air) and the high temperature during the latter part of the summer. The<br />

most important factor, however, seems to me to occur in another quarter, viz.<br />

in the mode of dispersal of the species. As Sernander (1901 b, p. 403) has pointed<br />

out, the waves may be an effective vehicle and, perhaps, also the water-currents<br />

are to be counted in. To this, probably, may be added a dispersal of the seeds<br />

by birds; the striking agreement of the distribution area with migratory birdroutes<br />

can hardly be an accident. The frequency of the species in its localities<br />

being very changeable (often the species is a real accident) the dispersal must<br />

be, in any case, a very effective one, but in the same time, strongly restricted<br />

to certain regions.» (S. 324.)<br />

Die allgemeine Verbreitung der Art wird von STERXEK folgendermassen angegeben<br />

(S. 398): »Turkest. S. Russian steppe distr.; in C. Russia rare as an accidental<br />

colonist; in N. to [Kiev? (53)] S. Pod. (53), Kursk (1), Tarnb. (42), Sarat.<br />

(24), Simb., S. Kaz., and S. Perm, in the steppes. [Orel, Tula (16), Ryaz. (14),<br />

Kaluga (14), Moscow (60), Vladim. (13), Niz. Novg. (11, 48), Volodga (21) as a<br />

colonist]. — In C. Europe only one or two occurr. in Bohem., probably as an<br />

accident, Distrib. on the shores of the S. Baltic Sea (see p. 325). — D. T. I.i.»<br />

Ranunculus cassubicus L.<br />

Karte 38.<br />

Kommt an geschlossenen Stellen in Laubwiesen und in Hainen vor. Siehe<br />

näher 1915, S. 301.<br />

Die Verbreitung ist recht benierkenswert.<br />

Die Art ist nirgends häufig. Das reichlichste Vorkomnien fällt auf den<br />

siidwestlichen Teil der Hauptinsel Åland, d. h. Jomala. Im iibrigen finden sich<br />

zerstreute oder vereinzelte Lokalitäten in Lemland, Föglö, Kumlinge, Hammarland.<br />

Finström, Saltvik und Sund. Fiir Eckerö, Geta, Brändö, Sottunga<br />

und Kökar kenne ich kein Vorkonimnis.<br />

Bei der oben angegebenen Verbreitung könnte sich eine Einwanderung von<br />

Siidwesten, aus Schvveden als das Wahrscheinlichste darstellen. Das Felilen in<br />

Brandö und Kökar scheint ja gegen die Wahrscheinlichkeit einer Einwanderung<br />

aus Finnland oder dem Ostbaltikum zu sprechen. 1st jedoch die<br />

Einwanderung von Siidwesten her erfolgt, so ist es benierkenswert, dass sie<br />

Eckerö und den nordwestliclien Schärenarchipel nicht betroffen hat. Vielleicht<br />

könnte sich dies aus der im Vergleich mit Lemland imd Jomala etvidiS weniger<br />

gunstigen Expotiiemng fiir die Bewachsung erklären. (Siehe 1925, S. 57, lÖS,<br />

111.)<br />

Die folgenden Zitate diirften von Intéressé sein:<br />

STEN SEI.ANDER: Sydliga och sydostliga element i Stockholmstraktens flora,<br />

1914, S. 332: ^Ranunculus cassubicus är en östlig invandrare öfver Åland.» —


ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 157<br />

RIKHARD STKRNER: The continental element in the flora of South Sweden, 1922,<br />

S. 368: Ranunculus cassitbicus shows a peculiar distribution of another kind<br />

(Plate 15). From its abundant distribution on tlie other side of the Baltic, the<br />

species has immigrated, evidently from Finland and Aland, to the east of Central<br />

Sweden, chiefly to Uppland. But it is difficult to explain the extremely peculiar<br />

occurrence of the species in one or two neighbouring localities in the north of<br />

Småland. There are several continental species which have probably reached<br />

Sweden from the east by the same route (some such species have been mentioned<br />

above on p. 360; cf. plate 12). Almost without exception, however, these species<br />

have attained a much more extensive distribution in Central Sv/eden: in most<br />

cases, in fact, they have occurrences so far to the west as the south-east of Norway.<br />

One of the reasons why Ranunculus cassubicus forms an exception in this<br />

respect is perhaps to be sought in the fact that it easily forms hybrids with<br />

Ranunculus auricomus. These hybrids are fertile, it is true, but as the latter<br />

species is so much more abundantly represented in the localities and their surroundings,<br />

the result must be that Ranunculus cassubicus disappears sooner or<br />

later (cf. Sterner 1921 b, p. 132). In accordance with this circumstance, there<br />

occur in Uppland, Västmanland and the south-east of Dalarne, outside the<br />

distribution-area proper of Ranunculus cassubicus, a number of occurrences<br />

of transitional forms to Ranunculus auricomus. In fact, that is the state of<br />

things along the whole of the western limit of Ranunculus cassubicus in eastcentral<br />

Europe.»<br />

Vorkommen an f Åland:<br />

Föglö: Bänö, Gripö, Näfversholm, Degerö (Bergstr. S. 4); Lemland:<br />

Flaka (Arrh. u. Kihlm. nach Consp.j, Natö; Jomala: Ytternäs, Mariehamn,<br />

^löckelö, Ramsholm, Kungsö — Brändö, Ringsböle, Jomala Öjen; H a m m a r-<br />

1 a n d: Postad (Arrh. u. Kihlm nach Consp ); F i n s t r ö m: Emkarby; Saltvik:<br />

Näs, Boxö: vSommarö; Sund: »prope templuni» (Hult nach Consp.);<br />

Vårdö: Listerbyliolmen (Laurén nach Consp.); K u m 1 i n g e: Kungshamn<br />

— Dorf, Kungshamn, Ingersholm, Södholm. — Wird von Bergroth, 1894, aus<br />

Kumlinge: Ingersholm (»ymn.»), aber nicht aus Brändö angefiihrt.<br />

Verbreitung in den am nächsten hei Åland liegenden<br />

Ländern:<br />

LINDMAN: Svensk fanerogamflora, 1918, S. 263: »Lundäng., Sm, — Gestr.<br />

o. Dir., täml. sälls.» — Stockholmstraktens växter, 1914, S. 157:- »Mälareomr.:<br />

Lofö Kersö {äldsta uppgiften 1889 J. W. Hamner). Skärgårdsomr.: Rådmansö<br />

Eknösundet, Gräddö, Råfsnäs o. fl. i skärgården. Roslagsomr.: östra Ryd Karlsudd<br />

(S. Selander).» — TIIKDKNIUS: Flora öfver Uplands och Södermanlands<br />

fanerogamer och bräkenartade växter, 1871, S. 247: »På skuggiga och fuktiga<br />

ställen, teml. sällsynt; —.» — JOHANSSON: Hufvuddragen af Gotlands växttopografi<br />

och växtgeografi, 1897, fiihrt die Art nicht an.<br />

SCHMIDT: Flora des silurischen Bodens von Ehstland, Nord-Livland und<br />

Oesel, 1855, fuhrt die Art S. 192 ohne Angabe der Verbreitung au, ebenso desselben<br />

Verf. Flora der Insel Moon, 1854. — Russow: Flora der Umgebung Revals,<br />

1862, S. 58: »An schattigen Orten des Glints gemein; auch in Z i e g e 1 s-<br />

koppel und J elgimegg i!.» — GRUNER: Versuch einer Flora Allentackens,<br />

1864, S. 465: »In schattigen, humusreichen Wäldern. In Allen t.: im<br />

Garten zu S a c k h o f (Frese), im Park zu J e w e, an der B o r o w n a, bei der


158 A. Palmgren, Die Eimvanderuiigswege der Flora nacli deii Ålandsinseln<br />

Station K 1 e i n-P u n g e r n!; in i v 1.: zwischen C o n d o und T o r in a!.» —<br />

GI,EHN: Flora der Umgebung Dorpats, 1860, S. 525: »In feuchten schattigen<br />

Laubwäldern liäufig. Annenliof!; am Salla-See!; Tiicki!; Rathshof; Wahhi-<br />

Peter; Tilga; Ruhenthal (Bienert).» — SKOTTSBERG U. VESTERGREN: Zur<br />

Kenntnis der Vegetation der Insel Oesel, 1901, S. 35: »In feuchten, schattigen<br />

Laubwiesen selten fehlend!» — LEIIMANN: Flora von Polnisch-Livland, 1895,<br />

S. 300: »Schattige Wälder. Häufig.»<br />

Im Juni 1926 notierte ich die Art auf ösel (dichter Hain auf der Insel Abro<br />

(II) und in Laubwiesen bei Lode, Pargel (I) sowie am Fuss des Widobergs) und<br />

bei RevaJ. (Abhang des Laksbergs).<br />

KUPFFER: Grundziige der Pflanzengeographie des ostbaltischen Gebietes<br />

1925, erwähnt die Art S. 172 unter denen, fiir welche eine Einwanderung schon<br />

während der borealen Zeit denkbar ist.<br />

MEINSHAUSEN: Flora Ingrica, 1878, S. 16: »Beide, die Art und Abart {fallax),<br />

wachsen auf wenig feuchterem Boden, theils in liclitem Gehölz, aber auch ganz<br />

of f en auf Wiesen in ganz Ingrien.»<br />

Fiir Finnland bemerkt HJEI^T, 1906, S. 205: »In Fennia maxime austro-orientali<br />

et in Alandia compluribus locis inveniri indicatur, ceterum in Fennia australi<br />

usque ad 62° raro lectus est, sed usque ad 63°, ubi certe rarissimus, inveniri<br />

indicatur.» — In der nachfolgenden Detaildarstellung wird fiir die Provinz<br />

Regio Aboênsis ein Vorkommen in Halikko, Uskela und Vichtis angegeben.<br />

Es ist zu bemerken, dass die Art weder von BERGROTH: Anteckningar om<br />

vegetationen i gränstrakterna mellan Åland och Åbo-området, 1894, noch von<br />

CAJANDER: Kasvistollisia tutkimuksia Mynämäen, Mietoisten ja Karjalan kunnissa,<br />

1902, erwähnt wird.<br />

Fiir Korpo teilt mir O1.E EKI^UND mit: »Rr, westlichstes Korpo (Kråkskär).»<br />

Ranunculus Ficaria L.<br />

Karte 39.<br />

Kommt an beschatteten Stellen in I,aubwiesen sowie in Hainen vor. Siehe<br />

näher 1915, S. 305.<br />

Die Art zeigt eine sehr bemerkenswerte Verbreitung. Das hauptsächlichste<br />

Vorkommen fällt in den westlichen Schärenarchipel von Lemland und die<br />

zunächst angrenzenden Teile von Jomala. Ferner in das zentral gelegene Finström<br />

und die benaclibarten Teile von Saltvik und Sund. An die Lokalitäten in<br />

Finström schliessen sich eine einzelne Lokalität im nordöstlichsten Hammarland<br />

und eine im stidlichen Geta an. Hierzu kommen zvvei isolierte Lokalitäten, die<br />

eine auf der Hauptinsel Vårdö und die andere im östlichsten Föglö. Ein etwas<br />

reichliclieres Vorkommen erscheint wieder in Kumlinge und Brändö, den heiden<br />

Kirchspielen ganz im Osten und Nordosten. In Sottunga und Kökar<br />

scheint die Art zu fehlen.<br />

Das Bemerkenswerteste an dieser Verbreitung ist das vollständige Fehlen<br />

ganz im Westen, im westlichen Jomala, in fast ganz Hammarland und in<br />

Eckerö, und der Umstand, dass das wesentlicliste Vorkommen um eine


ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 159<br />

Linie vom westlichen Schärenarchipel von Lemland iiber Mariehamn nach<br />

Norden konzentriert ist. Anffallend ist ferner, dass die Frequenz, die von der<br />

genannten Linie sehr stark nach Osten hin abnimmt, sich ganz im Osten (Kumlinge<br />

und Brändö) wieder erhöht.<br />

Die ohen angegehene Verbreitung ist nicht dttrch die herrschenden Standortsverhciltnisse<br />

bedingi. Solche von giinstiger Beschaffenheit bieten sich iiber<br />

ganz Åland hin.<br />

Eine Einwanderung aus dem Ostbaltikum scheint wenig wahrscheinlich.<br />

Anders kann das Fehlen in Kökar und Sottunga wohl kauni verstanden<br />

werden. Dagegen hat man wohl sicher mit einer Einwanderung von Siidwesten<br />

und Westen zu rechnen. Weshalb hierbei das westlichste Åland nicht erreicht<br />

worden, ist rätselhaft. Schvver ist audi zu sagen, woher sich die Lokalitäten<br />

in Kumlinge und Brändö rekrutiert haben. Sind sie westlichen Ursprungs,<br />

so ist es benierkenswert, dass die Frecjuenz höher als in Föglö geworden ist.<br />

Andererseits ist wohl eine Einwanderung von Osten her kaum annehmbar,<br />

da die Art nach BERGROTH in den am nächsten bei Åland liegenden Kirchspielen,<br />

Iniö und Töfsala, felilt und in Gustafs nur an einer Lokalität vorkommt.<br />

Siehe S. 66.<br />

Vorkommen auf Åland:<br />

F Ö g 1 ö: Bänö; Lemland: Hellestorp — Söderby, Jersö, Granö, Idliolni,<br />

Nåtö, Rödgrund, Inre Kalfskäret, Slätholm, Granholm, Skobbholm; Jomala:<br />

Ytternäs, Mariehamn, Kalmar, Klinten, Möckelö, Ramsliolm; H a m m a r-<br />

1 a n d: Skarpnåtö; Geta: Bolstaholm; F i n s t r ö m: Emnäs (nach Meurman),<br />

bei der Emnäs-Bucht u. am Weg nach Åttböle, Sundbacka nordöstl.<br />

Strand der Föhrde Vandö fjärd, Lindersholm, Bastö; Saltvik: Hjortö,<br />

Germundö (als Unkraut auf d. Acker), Bergö, Insel im Toböle träsk; Sund: Gut<br />

Kastelliolm, Högbolstad; V å r d ö: Vargata (Wegrand); Kumlinge: Kungshamn,<br />

Ingersholm; Brandö: Skinnarskär, Söderholm. — Bergroth erwähnt<br />

die Art aus Kumlinge: »Ingersholm, sydöstra delen af Klge-landet» und aus<br />

Brandö: Djurholm u. Ängskär (Dorf Åfva).<br />

Vorkommen in den am nächsten hei Åland liegenden Ländern:<br />

LINDMAN: Svensk Fanerogamflora, 1918, S. 264: »Lund., gräsplaner.. Sk. —<br />

His. o. s. Lpl., Öl., Gtl., mindre allm.» — Stockholmstraktens växter, 1914,<br />

S. 158: »a. — //., dock uppgiven s. i Turinge Vibynås 1910. Inga xippgifter frän:<br />

Adelsö, Djurö. Grödinge, Huddinge, Munsö, Riala, Sollentuna, Spånga, Torö,<br />

Trosa, Täby, Ytter-Enhörna, Ytter-Järna, Öfver-Rnhörna. Öfver-Järna.» —<br />

TIIKDENIUS: Flora öfver Uplands och Södermanlands fanerogamer och bräkenartade<br />

växter, 1871, S. 243: (s. n. Ficaria rnnunculoides)'. »I lundar, på stränder<br />

och vid bergsrötter, i skugga, allmän.» — JOHANSSON: Hufvuddragen af Gotlands<br />

växttopografi och växtgeografi, 1897, S. 170 (s. n. Ficaria verna): »Allest.<br />

Talr. — Mängdv.»<br />

SCHMIDT: Flora des silurischen Bodens von Ehstland, Nord-Livland und<br />

Oesel, 1855, erwähnt die Art S. 192 ohne Angabe von Lokalitäten, ebenso dessel-


IGO A. Palmgren, Die Einwanderiingsvvege der Flora iiach den Âlandsinseln<br />

ben Verf. Flora der Insel Moon, 1854, S. 32. — Russow: Flora der Umgebung<br />

Revals, 1862, S.' 58 (s. n. Ficaria ranunculoides)\ »Am Glint in C a t h a r i-<br />

n e n t h a 1, Kaddack und T is c h er!. In Liberté!; am Glacis<br />

zwischen der Cistern- und Dompforte und in den Gärten der Vorstädte!.» —<br />

GRUNER: Versuch einer Flora Allentackens, 1864, S. 465 (s. n. Ficaria tannnc.):<br />

»In A 11 e n t.: bei P e r m e s k ù 11 (O. Schmiedeberg) vmd sehr geniein bei<br />

Maydel, Luggen husen, Haackliof, Sack h of (Frese); in L i v 1.:<br />

am L u i g e-Flusse bei W o 11 i g f e r und S ö e r a!. — Hat ohne Zweifel eine<br />

grössere Verbreitung, welche sicli indessen im Sommer sdiwer nachweisen lässt,<br />

da z\x dieser Jahreszeit selbst an Stellen, wo diese Pflanze massenhaft vorkommt,<br />

kaum Spuren von ihr zu entdecken sind.» — GI


ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 161<br />

Erinnert in ihrer Verbreitung an Alopecuriis ventricosus sowie an AtrifAex<br />

hastatwn, Salicornia enropaea, Silene venosa, Scittellaria hastifolia und Artemisia<br />

vulgaris. Siehe S. 60—61.<br />

Das hauptsächlichste Vorkommen ist in den siidöstlichen und sudliclien<br />

Schärenarchipel (also die Kirchspiele Kökar, Sottunga und Föglö) sowie den<br />

westlichen Archipel von Lemland und den siidlichen Archipel von Jomala verlegt.<br />

Von hier ab wird das Vorkommen nordwärts spärlicher. In Eckerö<br />

kenne ich noch 6 I.okalitäten, dagegen aber nur einzelne in Geta, Sund, Vårdö<br />

und Brändö. BERGROTH gibt fiir Brändö »zieml. häuf.» an, was wohl fur den<br />

äusseren Schärenarchipel gelten kann, den ich nur wenig besucht habe.<br />

Die Ursache zu diesem ungleichmässigen Vorkommen scheint dieselbe<br />

-wiQh&iAlopecunisveyitricosiisT.n sein. vSie ist also nicht in einem verschiedenen<br />

Reichtum an geeigneten Ståndorten in den verschiedenen Teilen des Schärenarchipels,<br />

sondern in einwanderungsgeschichtlichen Vcrhältnissen zu suchen.<br />

Die Art ist offenhar sowohl {und vielleicht vor allem) von Siidosten, aus dem<br />

Ostbaltikum, als auch von Siidwesten {}Vesten), ans Schweden eingewandert;<br />

mit dem wachsenden Ahstand von den Ausgangsorten ist sie inimer seltenet<br />

geworden.<br />

Vorkommen in den am nächsten bei Åland liegenden Gebieten:<br />

LINDMAN: Svensk fanerogamflora, 1918, S. 281: »Klippor vid havet, n.-ö.<br />

Sk. — Gstr., Öl., Gtl., mindre allm.» — Stockholmstraktens växter 1914, erwähnt<br />

S. 96 eine grosse Anzahl Lokalitäten, besonders in dem zunächst gegen<br />

Aland exponierten »Schärenarchipelgebiet». — TIIEDENIUS: Flora öfver Upland<br />

och Södermanlands fanerogamer och bräkenartade växter, 1871, S. 285: »På<br />

hafsstränder och öar i skärgården, mångenstädes.» — JOHANSSON: Hufvuddragen<br />

af Gotlands växttopografi och växtgeografi, 1897, S. 178: »Flerst. Måttl. —<br />

mängdv. —.»<br />

ScH.MiDT: Flora des silurischen Bodens von Ehstland, Nord-Livland und<br />

Oesel, 1855, S. 198: »In Ehstl.: S u r r u p (Törnier), W e r d e r!, M o o n!. Auf<br />

Oesel: Arensburg, Abro (Werner, Bruttan!), K i b b a s a a r!. Filsand!.<br />

R annakull (Sass!). Ûberall auf Grusshugeln am Meeresstrande,<br />

mit Erysimum strictum.i) — Desselben Verf. Flora der Insel Moon, 1854, S. 33:<br />

»Auf einem Grusswall, bei K u i w a s t.» — Russow: Flora der Umgebung Revals,<br />

18G2, S. 62: »Am Meeresstrande in S u r r u p (Törmer) und auf der Westkiiste<br />

der Halbinsel K a k k o m e g g i!.» — • SKOTTSBERO U. VESTERGREN: Zur<br />

Kenntnis der Vegetation der Insel Oesel, 1901, S. 41: »Selten: Felsiger Meeresstrand<br />

auf F il s a n d! (Smt.), Kibbasaar (Smt.), Arensburg, Abro<br />

(Werner, Bruttan), Rannakull (Sass), alle nach Smt. Fl.» — GRUNER:<br />

Versuch einer Flora Allentackens, 1864, fuhrt die Art nicht an. — LEH.MANN:<br />

Flora von Polnisch-Livland, 1895, S. 317: »Liv. Moon, Ges. (Smt. 137); Est;<br />

Cur. zu streichen (137); Lith. (Eichw. hin u. wieder f), W'il. f aus Gärten, \vo<br />

sie von Färbern geziichtet ward). Lida in Wäldem (?) (Jundz. — Herb. Mus.);<br />

Grod. (Gil.: Advena).» und Nachtrag, 1896, S. 520: »var. a. vulgaris Koch (I.<br />

maeotica DC.). Liv. Halmhof, Brachfeldrand — eingeschleppt f (Hur 177);<br />

11


162 A. Palmgren, Die Einwaiiderungswege der Flora nacli den Alandsinseln<br />

Lith. alte Färberpflanze f- — var. b. maritima Rupr. Liv. Moon, Oes.; Est.<br />

(vSmt. 137), Ballischport (Smt. 218), Sanlep (Frau v. Pröbsting nacli Smt. 218).»<br />

Im Jmii 1926 notierte ich die Art auf (35^/; Siidspitze der Insel Abro (III),<br />

sowie westlich von Hapsal (I).<br />

KUI'FFKR: Gnmdzûge der Pflanzengeographie des ostbaltischen Gebietes,<br />

1925, erwähnt die Art S. 115 unter einer Gruppe, von welcher es lieisst: »Ferner<br />

sind fiir die ostbaltisclie Inselflora nocli folgende Pflanzen cliarakteristisch, die<br />

auf unserem Festlande eine viel geringere Verbreitung aufweisen». —S. 176 erscheint<br />

sie in einer Gruppe von »Steppenpflanzen», von denen gesagt wird*<br />

»Von diesen Pflanzen hat man — obwohl einige von ihnen auffallenderweige<br />

auch nur in der Nähe unserer Kusten vorkommen — keinen Grund, anzunehmen,<br />

dass sie längs den Gestaden vini ganz Europa herum zu uns eingewandert sind,<br />

da sie andenvärts keineswegs als Strandpflanzen auftreten. In Anbetracht ilirer<br />

Anzahl und der weiten Entfernung zwischen den baltischen Ståndorten und<br />

dem Hauptverbreitungsgebiete der meisten dieser urspriingliclien vSteppengewächse<br />

ist die Annahme wahrsclieinlich, dass ihre baltischen Standorte Relikte<br />

eben aus der subborealen Periode sind, deren Klima dem Steppenklima ähnlicher,<br />

also während des Sommers warmer und trockener war als gegenwärtig.»<br />

MEINSIIAUSEX: Flora Ingrica, 1878, erwähnt die Art nicht.<br />

Fiir Finnland bemerkt HjEW, 1906, S. 389: »In litore Fenniae australis<br />

f ere ad 62° 20' ad septentrionem versus raro sed interdum copiose occurrit; ad<br />

partem orientalem vSinus fennici non visa est.» — Die hierauf folgende Detaildarstellung<br />

zéigt, dass die Art in Finnland in sämtlichen siidlichen Kiistenprovinzen<br />

ausser der östlichsten, Isthmus Karelicus, sowie am Bottnischen Meerbusen, in<br />

Satakunta und in Ostrobottnia media vorkommt. In den beiden letztgenannten<br />

Provinzen scheint die Art jedoch sehr selten zu sein, wie auch am Finnischen<br />

Meerbusen in dem am östlichsten gelegenen Karelia australis. In der Regio<br />

Aboênsis sowie in Nylundia scheint die Frequenz recht hocli zu sein.<br />

Bezûglich des Vorkommens in der Regio Aboênsis ist die Darstellung bei<br />

BERGROTH: Anteckningar om vegetationen i gränstrakterna mellan Åland och<br />

Abo-området, 1894, S. 66, zu beachten: »Gustafs: Kattkuru; Brandö: t. a. Ej<br />

i Kumlinge (?)». Die Art scheint also in den am nächsten bei Aland liegenden<br />

Kirchspielen Iniö und Töfsala zu fehlen und nur sehr spärlich in Gustafs aufzutreten.<br />

Auch sei bemerkt, dass die Art nicht bei CAJANDER: Kasvistollisia tutkimuksia<br />

Mynämäen, Mietoisten ja Karjalan kunnissa, 1902, angefuhrt ist.<br />

Fiir Korpo teilt mir OR.E EKI,UND mit: »Zieml. häufig — häufig im äusseren<br />

siidlichen und westlichen Schärenarchipel, oft auf den siidlichen Seiten der<br />

Schären.»<br />

Beleuchtend fiir das Vorkommen in Slid- und Westfinnland sind folgende<br />

Äusserungen von HÄYRÉN und W. BRIÎNNER:<br />

HÄVRÉN: Björneborgstraktens Vegetation och Kärlväxtflora, 1909, S. 226:<br />

»P — st f q och st cp — cp, i hafszonen, i synnerhet på utholmarna. Stenstränder,<br />

sandstränder, snår af hafstom.»<br />

W. BRENNER: Växtgeografiska studier i Barösunds skärgård, 1921. S. 86:<br />

»S. st. r. 5. I havsbandet och å S sidan av de yttersta skären, (Smörskär, Rönnöra,<br />

Alör och Notklobb utanför Kälkö, Döman och Smultrongrund utanför<br />

Ormskär, Hummelskär.) Havsstränder i den supralitorala zonen. Hemeradiafor.»<br />

Schliesslich sei hier folgende Äusserung bei RIKARD STERNER: The continental<br />

element in the flora of South Sweden, 1922, zitiert:


ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 163<br />

»Isatis tinctona is at least in some parts an important distinctive plant in the<br />

Stipa steppe. It was formerly grown over great parts of Middle Europe, and it<br />

is impossible to fix its spontaneous distribution outside the steppes. It may be<br />

that it is spontaneous on the Baltic coast of South Sweden and that its occurrence<br />

here is possibly analogous to that of Silene viscosa (see later on chapter<br />

ix).» (S. 282.)<br />

»If the likewise decided steppe plant Isaiis tinctoria is to be looked upon as<br />

spontaneous in South Sweden, its occurrence is to be placed side by side with<br />

that of Silene viscosa, but it occurs chiefly on sandy or gravelly sea-shores. —<br />

Concerning the species now mentioned, their mode of occurrence in South Sweden<br />

coincides rather well %vith their rich distribution on the South European<br />

.steppes (compare above p. 281).» (S. 292.)<br />

»The distribution of Isatis tinctoria on the Baltic shores, where it may be a<br />

real native (cf. Hjelt, »Conspectus» Vol. iii. Pars ii, p. 390), shows a noteworthy<br />

coincidence with that of Silene viscosa; it is rather abundantly spread on the<br />

seashores of South-East Sweden and South-West Finland but has only a few<br />

occurrences in other shores (cf. later on p. 372).» (S. 325.)<br />

tiber die allgemeine Verbreitung der Art sagt STERNER S. 397:<br />

»This species, in former days cultivated in large parts of S. and C. Europe,<br />

is widely spread as a real native in the Pontic and Oriental regions. In certain<br />

sections of the shores of tlie S. part of the Baltic Sea it occurs, as it seems, as a<br />

spontaneus plant (cf. above p. 325). These occur., however, may also be looked<br />

upon as created by a fugitiveness from cultivation. — As evSpecially Hartman<br />

has pointed out (in Skandinaviens Flora, 1879, p. 197), the Isatis-form, »I.<br />

maritima Ruprecht» [in Flora Caucasica, Mem. d. I'Akad. d. scienc. de St. Petersbourg<br />

Ser. vii, T. xv N:o 2, 1869, p. 1869, p. 133] is not distinguishable<br />

from the S. Russian type (cf. Conspectus Fenn. Vol. iii. Pars ii, p. 390).»<br />

Barbarea stricta Andrz.<br />

Karte 41.<br />

Konimt, vor allem in dem äusseren Schärenarchipel, an verschiedenartigen<br />

Ståndorten, besonders auf grusigen Plätzen, Felsenabsätzen u. ä., meist in<br />

unmittelbarer Nähe des Strandes vor. Ini allgenieinen warden niir einzelne<br />

oder spärliche Individuen angetroffen.<br />

Die Verbreitung ist bemerkenswert. Das reichlichste Vorkommen fällt auf<br />

den westlichen Schärenarchipel von Lemland (an den sich ein Vorkonimnis in<br />

benachbarten Teilen des siidlicheu Jomala anschliesst) und auf Föglö. Von<br />

Föglö nimmt das Vorkommen nordostwärts iiber Sottunga und Kumlinge<br />

ab, um in Brändö spärlich zu werden.^) Von der Einie Föglö—Sottunga—<br />

1) Vom Verf. in Brändö nur an einer Lokalität aufgezeichnet. BERGROTH<br />

gibt jedoch (1894, S. 65) fiir Brändö (wie audi fiir Kumlinge) ziemlich häufig<br />

aixf Ufera an, was wohl fiir den äusseren Schärenarchipel gelten kann, der von<br />

mir nur fliichtig besucht worden ist.


IGO A. Palmgren,<br />

Die Einwanderiingsvvege der Flora iiach den Âlandsinseln<br />

Kuinlinge ab sinkt die Frequenz sowolil nord- als siidwärts, in den Kirchspielen<br />

Vårdö und Kökar. Am bemerkenswertesten ist, dass die Art ini ganzen<br />

westliclien und nordwestlichen Schärenarchipel, nördlicli der Siidspitze<br />

von Jomala (Hanimarudda) nur an 6 Lokalitäten (4 auf Eckerö und 2 im<br />

nördlichen Schärenarchipel von Hammarland) angetroffen worden ist.<br />

Dieses nngleichmässige Vorkomnien ist nicht durch die herrschenden Standortsverhältmsse<br />

bedingt. Diese wûrden eine gleichniässigere Verteilung ermöglichen.<br />

Vielniehr scheint die Ursache in einwandeningsgesckichtlichen<br />

Umständen gesucht werden zu miissen.<br />

Wie hat man sich die Einwanderimg zu denken?<br />

Das relativ spärliche Vorkommen in Kökar (siehe Fussnote S. 62) scheint<br />

eine stärkere Einwanderung aus dem Ostbaltikum weniger wahrscheinlich zu<br />

machen. Ebenso durfte eine Einwanderung von Norden oder Osten vielleicht<br />

als weniger annehmbar zu betrachten sein. Sehr wahrscheinlich erscheint<br />

dagegen, dass die Art von Siidwesten nach Lemland und Föglö und iiber das<br />

letztere Kirchspiel weiter nordostivärts nach Ktimlinge und Brändö, nordwesiwärts<br />

nach Vårdö und siidostwärts nach Kökar gewandert ist. Dabei ist bemerkenswert,<br />

dass die Art nur äusserst spärlich den westlichen und nordwestlichen<br />

Schärenarcliipel erreicht hat.<br />

In bezug auf die Verbreitung erinnert die Art an Scirpus rujus, Cochlearia<br />

danica und Odontites simplex. Siehe S. 61—62.<br />

Verbreitung in den am nächsten bei Åland liegenden Länderti:<br />

LINDMAN: Svensk fanerogamflora, 1918, S. 284: »Fukt. äng., diken. Sk.—<br />

Lpl., Gtl.. täml. allm.» — Stockholmstraktens växter, 1914, gibt S. 22 ein ausgedehntes<br />

Vorkonmien, besonders in dem gegen Åland exponierten »Schärenarchipelgebiet»<br />

an. Die Art scheint hier mehrerorts u. a. auf den äusseren Schären<br />

vorzukommen. — TIIHDKNIUS: Flora öfver Uplands och Södermanlands fanerogamer<br />

och bräkenartade växter, 1871, S. 297: »På fuktig ängsmark, i diken och<br />

på stränder, teml. allmän.» — JOHANSSON: Hufvuddragen af Gotlands växttopografi<br />

och växtgeografi, 1897, S. 176: »Sälls. Måttl. Veskinde i Skäggs myr!;<br />

Bro (\Vn); Visby nedom Galgberget!; Akebäcks myr (Wö!); Vänge myr!; Hejde<br />

på sanka åkrar mellan Rågåkra och K vie (An); Etelhem på Akelösa myr, talr.!;<br />

Lye. på en odlad mosse s. om kyrkan!; Burs (Wö 62!); Alfva vid Gudings!»<br />

SCHMIDT: Flora des silurischen Bodens von Ehstland, Nord-Livland und<br />

Oesel, 1855. S. 194: »In Ehstl.: Reva 1, W i e m s, A 11 e n k ii 11 bei Turgel<br />

(Wied.), J e 1 g i m e g g i (Glehn), F ä h n a (Törmer). In Livl.: O b e r p a h-<br />

1 e n!, K a w a!, Kai ui a!. Auf M o o n! und Oesel (Bnittan): Arensburg<br />

im Festungsgraben (Sassl), A b r o!» — Desselben Verf. Flora der Insel Moon,<br />

1854, S. 32: »An einem Gråben bei M a g n u s d a h 1.» — Russow: Flora der Umgebung<br />

Revals, 1862, S. 60: »Zerstreut durch das Gebiet, doch nicht selten. An<br />

Gräben und feuchten Stellen in W lems (Wied.), C a t li a r. (Sengbusch),<br />

Fähna (Törmer), Jelgimeggi (Glehn), L ö w e n r u h, Hark, J o-<br />

hannishoff, Ziegelskoppel, in der Nähe der L i c h t f a b r i k!


ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 165<br />

etc.!» — GRUNER: Versuch einer Flora Allentackens, 1864, S. 467: »Durch das<br />

ganze Gebiet, aber nieist nur vereinzelt vorkonimend. In A 11 e n t.: P e r-<br />

meskûll, Knässelo, Gorö denko, zwischen R ii 11 i k xind K o c h-<br />

t e 1!, M a y d e 1 (Frese), A 11- und N e u-I s e n h o f, zwischen H i r m u s nnd<br />

S i r t s i!; m L i v 1. bei T o r m a h o f!.» — GI.EHN: Flora der Umgebuug Dorpats,<br />

1860, S. 526: »Zerstreut durch das Gebiet.» — SKOTTSBERG U. VESTERGREN:<br />

Zur Kenntnis der Vegetation der Insel Oesel, 1901 S. 40: »Selten: Arensb<br />

u r g auf verschiedenen Stellen ausserhalb der Stadt! und im Festungsgrabenf<br />

(Sass in Srat Fl.) — Ins. Abro (Smt. Fl.).» — LEHMANN: Flora von Poluisch-<br />

Livland, 1895, S. 307: »Wiesen, Gråben-u. Uferränder. Zerstreut. — Liv. Stockmannshof,<br />

Festen (Ils.!), Riga (19), Kemmern!!, Aaufer-Cremon (Gottfried!),<br />

Alt-Kaipen (Buhse!), Lemsal, Laudohn (Rapp), Hinzenberg (Luc.), Werro (Abel),<br />

Dorpat!! (37), Moon, Oes.; Est.; Pet.; Psk.; Wit.; Cur. (Fis., Lhrt., Lind.), Buschhof,<br />

Illuxt (Bt.), Jacobstadt, Griwa (Kupf.), Kalkuhnen!!; Lith. (Jundz.), Wil.,<br />

Dissna (Sel. — Herb. Mus.), Swenciany (Twar. 163), Minsk (Pasch.), Nowogrudek<br />

— Njankovvo (Dyb.!); Moh. (Tschol.).» und Nachtrag, 1896 S. 517: »Lith. Grod.<br />

Bialystok (Keuch.! 198j; Minsk — Mosyr — Sloboda (Twar.! 221).»<br />

Im Juni 1926 zeichnete ich die Art westlicli von Hapsal auf.<br />

MEINSIIAUSEN: Flora Ingrica, 1878, sagt S. 27: »Auf Wiesen, in Gräben und<br />

an Baclmfern in feuchten Bodenarten gemein.»<br />

Fiir Finnland bemerkt HjEi,T, 1906, S. 305: »In maxima parte Fenniae et<br />

Lapponiae passim vel satis frequenter invenitur, sed nonnullis praecipuae interioris<br />

partis plagis rarescit, vide Wainio Kasv. p. 1 \ 4—115.» — Die Detailbehandlung<br />

zeigt Vorkommnisse in sämtlichen Provinzen am Finnischen und Bottnischen<br />

Meerbusen auf.<br />

Von Interesse ist folgende Äusserung bei BERGROTH: Anteckningar om vegetationen<br />

i gränstrakterna mellan Aland och Åbo-området, 1894, S. 65: »t. a.<br />

på stränder; östra omr. (= der zur Regio Aboënsis gehörende Teil) h. o. d.?» —<br />

CAJANDER: Kasvistollisia tutkimuk.sia Mynämäen, Mietoisten ja Karjalan kunnissa,<br />

1902, sagt S. 105: »La. (= Gegend von Laajoki) und Kl. (= Gegend von<br />

Kalela) sr., auf Flussanhöhen am Unterlauf des Laajoki und Mynäjoki, u. a.<br />

sehr reichl. bei dem Gehöft Airikkala im Dorfe Kalela.» (Orig. finnisch.)<br />

Fiir Korpo teilt mir OI^E EKI,UND mit: »Zerstreut an Meeresufem (auf suprasalinen<br />

Tangsträngen).»<br />

Zur Beleuchtung des Vorkommens in Siid- und Westfinnland seien auch folgende<br />

Äusserungen zitiert:<br />

HAVREN: Björneborgstraktens Vegetation och Kärlväxtflora, 1909, S. 223:<br />

»P — st fq och pcc — st pc. Älfbranter, stenstränder, mellan strandalarna. —<br />

Hv. p.»<br />

W. BRENNER: Växtgeografiska studier i Barösunds skärgård, 1921, S. 87:<br />

»S. fq. 33. Från fastlandskusten ända ut i havsbandet; hemma på havsstränder,<br />

mest i den supralitorala zonen, men även spridande sig till kulturlokaler längre<br />

in. Apofyt. — F. p.»


IGO A. Palmgren, Die Einwanderiingsvvege der Flora iiach den Âlandsinseln<br />

Sedum annuum L.<br />

Karte 42.<br />

Koramt aiif Hugel- iind Felsbuckeln, bisweilen auch auf steinigen Hiigelwiesen<br />

vor. Siehe näher 1915, S. 314.<br />

Die Art zeigt eine benierkenswerte Verbreitung. Sie tritt mit recht lioher<br />

Frequenz in den drei sudlichen Kirchspielen Lemland, Föglö und Kökar sowie<br />

im grösseren Teil der Hauptinsel Åland auf. Im westlichen Jomala und in<br />

Hammarland scheint die Frequenz abzunehmen. Auf Eckerö sind nur sechs<br />

lyokalitäten aufgezeichnet, und auf den Inseln des nordwestlichen Schärenarchipels<br />

ist die Art iiberhaupt nicht angetroffen worden. Ebenso scheint die<br />

Frequenz in den östliclien Kirchspielen Vårdö und Sottunga abzunehmen,<br />

und in den beiden östlichsten (Kumlinge und Brändö) kommt die Art gar<br />

nicht vor.<br />

Das Benierkenswerte an der oben angegebenen Verbreitung besteht darin,<br />

dass die Art ganz im Osten (Kumlinge und Brändö) fehlt und dass die Frequenz<br />

ganz im Westen und Nordwesten stark abnimmt. Diese Verbreitung<br />

ist schwer zu verstelien. In standörtlichen und klimatischeu Verhältnissen<br />

findet sie ihre Erklärung nicht, eher in einwandeningsgeschichilichen.<br />

Am nächsten muss man wohl von einer Einwanderung ans Siidwesten<br />

ausgehen, die nordostwärts in Vårdö und Sottunga spärlicher wird und vorläufig<br />

Kumlinge und Brandö nicht erreicht hat. Hierbei ist bemerkenswert,<br />

dass diese Einwanderung nicht in höherem Grad die westlichen und nordwestlichen<br />

Teile der Landschaft betroffen hat. Die Art ist nicht im Ostbaltikum<br />

angetroffen, weshalb eine Einwanderung von dort als ausgeschlossen zu<br />

betrachten ist. Siehe S. 63.<br />

Die Art zeigt in bezug auf die Verbreitung Beruhrungspunkte mit Arrhenathenim<br />

elatins und Scleranihus annntis (siehe S. 63).<br />

Vorkonmien auf<br />

Aland:<br />

Kökar: Karlbylandet S vom Dorf, Karlby, Karlby — öfverboda, Finnô,<br />

Hellsö, österbygge: Näsudden — Dorf, Kyrkogårdsö; Sottunga: Storsottunga:<br />

Kohamn — siidl. Dorf u. Stackvik, Mosshaga, Hästö, »p. in Sottunga»<br />

(Arrh. nach Consp.); Föglö: Bänö, Ulfversö, Jyddö, Gripö, Öfverö, Sommarö,<br />

Sommarö — Hastersboda, Hastersboda, Brandö, Sonboda, Finholma,<br />

Granboda, Degerbylandet, Stentorpa, Degerby — Njuponholma, Njuponholma<br />

u. Sjöholma, Näfvershohu, Flisö, Hummersö, Kallsö, Bråttö, Björsboda (einz.),<br />

Gloskär, Björkör; Lemland: Norrby — Söderby, Hamnbacka. Björkö (Felsen),<br />

Jersö, Granö, Idholni, Nåtö, Inre Kalfskäret, Granholm, Skobbholm,<br />

Slätskär, Lemböte, in rupe riparia (A. Ruoranen nach Consp.), am Lumparsund;<br />

Jomala: Yttemäs—Espholm (einz. Gr.), Önningeby — Kalmar,<br />

Hindersböle, Hindersböle — Dalkarby, Dalkarby, Önningeby, Jättböle, Kårböle—Möckelby,<br />

Södersunda, Brandö, Gölby (nach Warén); H a m m a r-


ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 167<br />

land: Byttböle, Frebbenby, Lillbolstad, Strömma, Skarpiiätö; Eckerö:<br />

Björnhufvud, Kirchdorf, nach H. Ijndberg: Böle — Kirclidorf, am Weg iiach<br />

Käringsund, Torp — Storby und östl. von der Kirclie; Geta: Bolstaliolm,<br />

Dörfer Vester- u. Östergeta; F i n s t r ö m: Bjerström, Bamböle, bei der Kirche,<br />

Rågetsböle, in der Nähe der Volkshochschule, Stålsby, Pättböle, Tjudö, Bastö;<br />

Saltvik: Bergö, Vassböle — Äsgårda, Kvarnbo, L,angnäs an der Bucht<br />

Tengsöda vik; Sund: Kastelholnis gård, bei der Kirche, Kulia — Gesterby,<br />

Bomarsund; »är mycket sällsyntare än föregående (S. album), men förekommer<br />

dock spridt växande här och där, t. ex. på bärget ofvanom Mångsteckta<br />

båthus» (Linden, S. 68); V å r d ö: Listerby holmen. Grundsunda, Sälö; Lumparland:<br />

Krokstad.<br />

V or kommen in den am nächsten bei Åland Uegenden<br />

Ländern:<br />

LINDMAN: Svensk fanerogamflora, 1918, S. 297: »Berghällar, Sk. — Lpl.,<br />

täml. allm.» — Stockholmstraktens växter, 1914, gibt S. 180 ein ausgedehntes<br />

Vorkommen an. — TIIEDENIUS: Flora öfver ITplands och Södermanlands fanerogamer<br />

och bräkenartade växter, 1871, S. 210: »På klippor och berghällar, teml.<br />

allmän.» — JOHANSSON: Hufvuddragen af Gotlands växttopografi och växtgeografi,<br />

1897, fiihrt die Art nicht an.<br />

In Estland sclieint die Art zu fehlen. Sie ist nicht angefiihrt bei SCHMIDT,<br />

1855 und 1854. Ebenso nicht bei Russow, 1862, GI,EIIN, 1860, und SKOTTS-<br />

BERG U. VESTERGREN, 1901.<br />

MEINSIIAUSEN: Flora Ingrica, 1878, hat die Art nicht.<br />

Fiir Finnland gibt HjEi.T, 1911, S. 264, an: »Plerumque rarius (interdum<br />

passim aut satis frequenter, saepius autem raro) in partibus magis occidentalibus<br />

Fenniae australis occurrit; supra 62° nisi rarissime non invenitur, sed etiam in<br />

montibus alpinis Lapponiae lectum est.» — In der nachfolgenden Detailbehandlung<br />

werden einige Lokalitäten fiir die Regie Aboënsis und eine bedeutende Anzahl<br />

fiir Nylundia erwähnt. Wegen der dortigen Verbreitung im Einzelnen wie<br />

auch in bezug auf das Vorkommen in Finnland iiberhaupt wird auf die Darstellung<br />

bei HJEI^T verwiesen.<br />

Es sei jedoch bemerkt, dass BERGROTH: Anteckningar om vegetationen i<br />

gränstrakterna mellan Åland och Åbo-området, 1894, die Art weder fiir Åland<br />

noch fiir die zu seinem Untersuchungsgebiet gehörenden Teile der Regio<br />

Aboënsis anfiihrt — CAJANDER: Kasvistollisia tutkimuksia Mynämäen, Mietoisten<br />

ja Karjalan kunnissa, 1902, sagt (S. 113): »Mt. (= Mietoinen) rr„ in<br />

geringen Mengen bei dem Hiigel Hiippavuori in Felsenspalten.» (Orig. finnisch.)<br />

Fur Karpo teilt mir OLE EKI^UND mit: »Zieml. selten — zerstreut auf Kyrklandet,<br />

rr im westlichen Schärenarchipel, nicht gefunden im Siiden.»<br />

Zur Beleuchtimg des Vorkommens in den Kii.stengegenden von Nyland sei<br />

folgende Angabe bei W. BRENNER: Växtgeografiska studier i Barösunds skärgård,<br />

1921, S. 88, erwähnt. »S. r. 2. Barö vid Röträsk, Notaholm. Örtsamhällen<br />

på berg eller torra backar. AntagUgen apofj^t. — F. r. T. ex. Svartbäck.»


IGO A. Palmgren, Die Einwanderiingsvvege der Flora iiach den Âlandsinseln<br />

Lathyrus montanus Bernh.<br />

Karte 43.<br />

Koninit in Laubwiesen vor. Siehe näher 1915, S. Sö':».<br />

Das haiiptsächlichste Vorkommen fällt auf die Haiiptmsel Åland. Dazu<br />

stellt sich ein unbedeutendes Vorkommnis im Schärenarchipel von Lemland,<br />

Föglö, Kökar und Kumlinge (in jedem dieser Kirchspiele eine Lokalität).<br />

Zuerst einige Worte iiber das Vorkommen auf der Hauptinsel Åland, Die<br />

Art gehört zu den verhältnismässig wenigen Arten, deren haiiptsächlichstes<br />

Vorkommen auf die inneren und höchstgelegenen Teile der Insel fällt. Alle<br />

Lokalitäten bis auf vier kommen so auf Saltvik und Sund (von den ubrigen<br />

eine auf Hammarland, eine auf Geta und zwei auf die Hauptinsel Lemland).<br />

Hierin bestehen Ûbereinstimmungen mit Trijolnim montanum, Lathyrus<br />

silvestris, Campamda glomerata und auch mit Fragaria viridis, Anihyllis vidneraria<br />

und Lathyrus nigcr. Siehe S. 64.<br />

Offenbar spricht dieses Vorkommen im Innern von Saltvik und Sund fiir<br />

eine recht friihe Einwanderimg.<br />

Von vvo ist diese Einvvanderung ausgegangen?<br />

Höchst wahrscheinlich ist das Vorkommen wohl wenigsfens im grossen ganzen<br />

schwedischen Ursprungs.<br />

Das gilt offenbar auch von den Fundorten in Lemland, Föglö, Kökar und<br />

Kumlinge. Mit einer Einwanderung aus dem Ostbaltikum dûrfte man kaum<br />

rechnen können, da die Art dort bemerkenswert selten ist.<br />

Vorkommen auf Åland:<br />

Kökar: Lindö (1907; hier schon 1883 von E. Ericsson beobachtet); L e m-<br />

1 a n d: Hamnbacka (1898), Norrby — Söderby, Eskskär (1907); Ha m in a r-<br />

1 a n d: Bovik (1911); Geta: Bolstaholm; Saltvik: Syllöda, Tengsöda,<br />

I^angnäs bei der Bucht Tengsöda vik, Dorf Långbergsöda — Bucht Långbergsöda<br />

vik, an der Bucht Bertby vik; Sund: Brändbolstad, Sundby (Arrh. u.<br />

Kihlm. 18 78 iin H. M. F.), bei der Kirche und bei Kulla (laut Mitteilung von<br />

A. Arrh.); Kumlinge: Snäckö.<br />

Vorkommen in den am nächsten bei Åland liegenden<br />

Ländern:<br />

LINDMAN: Svensk fanerogamflora, 1918, S. 395: »Äng., lund.. Sk.—Dir.<br />

o. Ang., Öl.. Gtl., allm.» — Stockholmstraktens växter, 1914, fiihrt die Art<br />

S. 101 als häufig an. — THKDENIUS: Flora öfver Uplands och Södermanlands<br />

fanerogamer och bräkenartade växter, 1871, S. 326 (s. n. Orobits tuherosiis L.):<br />

»På backar och betesmarker, äfvensom i lundar, allmän.» — JOHANSSON: Hufvuddragen<br />

af Gotlands växttopografi och växtgeografi, 1897, S. 206 (s. n. Orobus<br />

tiiberosus L.): »På norra hällområdet från Othem till Eskelhem h. o. d.; eljes<br />

sälls. Måttl. — talr. Exv. .»<br />

SciiMiDT: Flora des silurischen Bodens von Ehstland Nord-Livland und<br />

Oesel, 1855, S. 207 (s. n. Orobus tiiberosus L.): »In Ehstl.: bei F ä h n a (Törmer!).


ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 169<br />

— Desselbeii Verf, Flora der Insel Moon, 1854, erwälmt die Art nicht. — Bei<br />

Russow: Flora der Umgebung Revals, 1862, ist S. 69 (s. n. Orobiis tuberosiis L.)<br />

die vorstehende Angabe Fähna (Törmer) wiederzufinden. — GIJÎIIN: Flora der<br />

Umgebung Dorpats, 1860, und GRUNER: Versucli einer Flora AlJentackens,<br />

1864, erwälmen die Art nicht; ebenso wenig SKOTTSBKRG U. VESTERGREN: Zur<br />

Kenntnis der Vegetation der Insel Oesel, 1901. — LEHMANN: Flora von Polniscli-Livland,<br />

1895, S. 429: »Liv. Hinzenberg (Luc.); EvSt. Fähna (Törmer);<br />

Cur. (Heug., Lind.), Tuckum (Lhrt., Siering, Kupf.), Kabillen (Kupf.); Lith.<br />

Kow. Kretingen (Eichw.); Grod. (Gil.); Minsk (Leinhardt), am Swislotsch<br />

(Kichw.); Moh. (Dow.).» und Nachtrag, 1896, S. 550: »Cur. Schleck —<br />

Abaushof (Baumest nach Kupf.); Lith. Minsk—Mosj-r (Fez. 207).»<br />

KUPFFER: Grundziige der Pflanzengeographie des ostbaltischen Gebietes,<br />

1925, fiihrt die Art S. 121 unter denen an, die »sowohl auf dem west- wie audi<br />

auf dem ostbaltischen Festlande vorkommend — auf Gotland vorhanden sind,<br />

auf Ösel aber nicht». Nach KUPFFER ist die Art im Ostbaltikum »sehr selten».<br />

MEINSHAUSEN: Flora Ingrica, 1878, fiihrt die Art nicht an.<br />

Fiir Finnland bemerkt HJEIVT, 1919, S. 192: »In parte maxime austrooccident<br />

ali Fenniae continentis satis frequenter vel passim provenit, ceterum<br />

raro saltem usque ad 61° 10' lat. ad septentrionem et 0° 32' long, ab Helsingfors<br />

ad orientein versus occurrit.»<br />

In der nachfolgenden Detailbehandlung werden fiir die Regio Aboënsis<br />

mehrere I^okalitäten nanihaft gemacht; von diesen entfallen jedoch nur wenige<br />

auf den Scluirenarchipel. Zu erwälmen ist, dass BERGROTH: Anteckningar om<br />

vegetationen i gränstrakterna mellan Åland och Åbo-området, 1894, nur eine<br />

Lokalität, Kaunissalo in dem zum Åboer Gebiet gehörenden Kirchspiel Gustafs,<br />

anfiihrt. — CAJANDER: Kasvistollisia tutkimuksia Mynämäen, Mietoisten<br />

ja Karjalan kunnissa, 1902, sagt S. 118: »Mt. (Mietoinen) und Pt. (= der siidliche<br />

Teil von Mynämäki) fq., sonst sfq. ± häuf, in Hainen, iippigen Laubwäldern<br />

und auf Hugelabhängen (oft ± reichl.), zieml. häuf. in fetten Fichtenbeständen,<br />

auf Heiden u. a.» (Orig. finnisch.)<br />

Fiir Korpo teilt Owv EKI^UKD mit: »Rr Brunskär.»<br />

Zur Beleuchtung des Vorkommens in der Kiistengegend von Nyland sei<br />

folgende Ausserung von W. BRENNER: Växtgeografiska studier i Barösunds<br />

skärgård, I, 1921, S. 93 {s,, n. L. tuherosns), mitgeteilt: »S. r. 3. Orslandet vid<br />

Rövass och Mars, lUgsjö, Nötö; i örtrika lövskogar och örtängar. Antagligen<br />

hemerofob.—F, r. Fagervik, Harholmen (His.).»<br />

Hypericum hirsutum L.<br />

Karte 44.<br />

Konmit auf Hiigelwiesen, auf Hiigel- und Felsbuckeln und auf Felsenabsätzen<br />

vor. Siehe näher 1915, S. 380.<br />

Die Verbreitung ist sehr bemerkenswert. Sie fällt im grossen ganzen auf<br />

die 4 siidlichsten, gegen SW und SO gut exponierten Kirchspiele Lemland<br />

(5 Lokalitäten), Föglö (4 Lok.), Sottunga (1 Lok.) und Kökar (3 Lok.1. Hierzu<br />

kommt eine Lokalität in Kumlinge. '


IGO A. Palmgren,<br />

Die Einwanderiingsvvege der Flora iiach den Âlandsinseln<br />

Es ist bemerkenswert, dass die Art ihr reichlichstes Vorkonimen in<br />

Finnland<br />

in dem Kirclispiel Korpo [Regio Ahoensis) zu liaben scheint, welches im<br />

Westen an Kökar grenzt (laut Mitteilung von OLE EKLUND 15 Lok.),<br />

Zieht<br />

man noch Korpo in Betracht, so kann man also fiir die Art eine ziemlich<br />

gleichmässige Verbreitung in dem ganzen äusseren Schärenarchipel Lemland<br />

—Korpo notieren.<br />

Wie hat sich dieses Vorkommen rekrutiert?<br />

Fiir Lemland liegt es am nächsten, eine Einwandenmg ans Schweden anznnehmen.<br />

Fiir Kökar, Soitunga und Knmlinge hat man vielleicht eher mit einer<br />

Rekrutiening ans dem Ostbaltikum zu rechnen. Hierfiir spridit auch das Vorkommen<br />

in Korpo.<br />

Was Föglö betrifft, schliessen sich zwei der Lokalitäten<br />

reellt eng an die lemländischen, eine an das Vorkommen in Sottimga an, eine<br />

(Godtholm im nördlichsten Teil des Kirchspiels nahe bei Lumparland) liegt<br />

isolierter. Siehe S. 66.<br />

Vorkommen auj<br />

Åland:<br />

Kökar: Idö (hier schon 18 79 von A. Arrhenius eingesammelt). Lindö,<br />

Husö (1914), »Ängliolmen r, Idö in devexo sicco lapidoso litoris occidentalis cp»<br />

so\vie »ins. Lindö sp in lucoso declivi inter saxa» (Arrh. nach Consp.); S o t-<br />

tuuga: Ärlingklobb (reichl.); Föglö: Storklobb (1913), Flatskär (1897; hier<br />

von A. Arrhenius gefunden), Godtholm (Samuelsson), Algerse (1907); Lemland:<br />

Herrö-(= Husö) skatan (1901), Slätholm (1899), Idskär (1908), Slätskär<br />

(1901), Eskskär (1901); K u m 1 i n g e: Ingershohn (Laurén 1886 imH.M. F.).<br />

Verbreitung in den am nächsten hei Åland liegenden<br />

Ländern:<br />

LINDMAN: Svensk fanerogamflora, 1918, S. 409: »Lund., skugg. snår. Sk.—<br />

Uppl., Öl., täml. sälls.» — Stockholmstraktens växter, 1914, nennt nur 15<br />

Lokalitåten, davon 7 in dem Aland zugekehrten »Schärenarchipelgebiet». Die<br />

Art scheint also hier redit selten zu sein. — TIIKDENIUS: Flora öfver Uplands<br />

och Södermanlands fanerogamer och bräkenartade växter, 1871, S. 344: »I<br />

limdar och på buskbeväxta betesmarker, sällsynt: .» — JOHANSSON: Hufvuddragen<br />

af Gotlands växttopografi och växtgeografi, 1897, fuhrt die Art nicht an.<br />

SCHMIDT: Flora des silurischen Bodens von Ehstland, Nord-Livland und<br />

Oesel, 1855, S. 203: »In der Wiek: T a i b e 1 bei Hapsal (Jiirgens!), S a s t a m a!,<br />

Pucht!. Auf Moon!, Fils and!, A bro (Bunge).» — Desselben Verf.<br />

Flora der Insel Moon, 1854, S. 35: »Auf buschreichen Wiesen, in Wäldern, auf<br />

Suu r-L a i d, bei K u i w a s t, M a g n u s d a li 1, T a r g a.» — Die Art ist<br />

nicht erwähnt bei Russow: P'lora der Umgebung Revals. 1862, GRUNER: Versuch<br />

einer Flora Allentackens, 1864, imd GLEHN: Flora der Umgebung Dorpats,<br />

1860. — SKOTTSBERG U. VESTERCREN: Zur Kenntnis der Vegetation der<br />

Insel Oesel, 1901, S. 45: »Selten: Wiesen zwischen den Landstrassen nach<br />

K i e 1 k o n d und nach S w o r b e, unvveit A r e n s b u r g! S i k s a a r! —<br />

Abro! (Bunge, Schmidt in vSmt. Fl.); Filsand (Smt. Fl.).» — LEIIMANN:<br />

Flora von Polnisch-Livland, 1895, S. 337: »Liv. Moon, Oes. (Smt.); Est.; Cur.<br />

Illuxt (Fis., Eichw. 28); Lith. Wil. (S. Jundz. I Aufl. 1791); Grod. (Gil.); Minsk,


ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 171<br />

Moll. (Lind.)» und Nachtrag, 1896, S. 524: »Psk. Ostrow—Schirajewsche Datsche,<br />

35 Werst östlicli von Ostrow (Prg. 1896).»<br />

Im Juni 1926 notierte ich die Art in dichtem Hain (I) auf der Insel Abro<br />

(ösel). OivE EKI^UND teilt niir mit: ))Wormsö 3 I^ok.»<br />

MEINSHAUSEN: Flora Ingrica, 1878, erwähnt die Art nicht.<br />

Fiir Finnland bemerkt HjEi^T, 1911, S. 63: »Tn Fennia maxime austrooccidentali<br />

rarissime occurrit.»<br />

Ausserhalb Ålands ist die Art nur in der Regio Aboënsis angetroffen. Hieriiber<br />

sagt HJEI^T H, c.): »Korpo praedium Korpo Tvegyltan: I. Ringbom!,<br />

cfr Zett. & Br. et Herb. Mus. Fenn. II p. 135, spec, ex eodem loco leg. etiam<br />

E. Kynberg in Häyr. herb.; Korpo Gyltgalten, Tvegyltan (alumn. lyc. Aboënsis<br />

1891), Arrh. ipse 1892: Arrh.» — In den letzten 10 Jahren ist die Art in Korpo<br />

an mehreren neuen Lokalitäten von O. EKI^UND gefunden worden. So erwähnt<br />

dieser (Märkliga växtfynd i Ab, Korpo, 1921, S. 66): »Österskär: Bredskär och<br />

Sundskär, Jurmo: Huvudskär, ymnig å alla tre fyndplatser, i synnerhet å<br />

Sundskär, där arten finnes i otrolig myckenhet å torra, steniga ljung- och enbackar.»<br />

Brieflich teilt mir EKI^UND mit: »Nicht selten im siidlichen und westlichen<br />

Schärenarchipel; bisher 15 Fundplätze.»<br />

Im Hinblick auf das Vorkommen in den am nächsten liegenden Ländern,<br />

das sicli aus den obigen Zitaten ergibt, scheint das Vorkommen auf Aland, wie<br />

besonders in Korpo, bemerkenswert reichlicli zu sein.<br />

Viola mirabilis L.<br />

Karte 45.<br />

Gehört Hainen und beschatteten Stellen in Laubwiesen an. Siehe nälier<br />

1915, S. 384.<br />

Diese Art ist auf Åland selten. Die meisten Lokalitäten fallen auf die<br />

Hauptinsel Åland (Jomala 8, Finström 2, Geta 2, Saltvik 5; aus Hammarland<br />

und Sund ist die Art nicht bekannt), wc sie jedoch im grossen ganzen<br />

an der Kiiste liegen. Hierzu kommen 4 Lokalitäten im Schärenarchipel von<br />

Lemland, zwei auf Eckerö und ein isoliertes Vorkommnis in Kökar (Hellsö).<br />

Die Art ist also nicht aus deniSchärenkirch.spielen Vårdö, Lumparland,<br />

Föglö, Sottunga, Kumlinge und Brändö bekannt. Die vereinzelte Lokalität<br />

in Kökar ist sichtlich schwer zu erklären. Es kann aber die Bemerkung<br />

angebracht sein, dass gerade Kökar viele solche isolierte Vorkommnisse zählt,<br />

jedenfalls mehr als das benachbarte Föglö.<br />

Beachtung verdient, dass das Vorkommen im grossen ganzen auf einen<br />

schmalen, nur 10 km breiten Giirtel vom westlichen Schärenarchipel von Lemland<br />

nordwärts durch die Hauptinsel Åland beschränkt ist. Hierin zeigt die<br />

Art Beriihrungspunkte mit Ranunculus Ficaria.<br />

Das westliche Vorkommen ist offenbar schwedischen Ursprungs; fiir Kökar<br />

ist vielleicht eine Rekrutierung aus dem Ostbaltikum wahrscheinlicher. Siehe<br />

S. 65.


IGO A. Palmgren, Die Einwanderiingsvvege der Flora iiach den Âlandsinseln<br />

Vorkommen auf<br />

Åland:<br />

Kökar: Hellsö; L e m 1 a n d: Idliolni, Nåtö, Granholm, Skobbholni;<br />

Jomala: Ytternäs, »ad septentrioneni versus a Klinten» (Gadolin nacli Consp.),<br />

Ranisliolm, Wiesen von Godtby, Vargsunda (Arrli. u. Kihlm. nacli Consp.), »in<br />

insula Jomala» (Lauren nacli Consp.), Önningeby, Blemholm; Eckerö: am<br />

Weg nach Öra und siidl. von Skeppsvik (H. Lindberg); Geta: in der Nähe<br />

von Långvik (Ch. E. Boldt), Bolstaholm; Fins tr öm: Grelsby, Bastö<br />

(Bergstr. nach Consp.); vS a 11 v i k: Hjortö (Gadolin nach Consp.), Hjortö<br />

holme, Toböle, Insel im Toböle träsk, Syllöda.<br />

Vorkommen in den am nächsten hei Åland liegenden<br />

Ländern:<br />

LINDMAN: Svensk fanerogamflora, 1918, S. 416: »Lixnd., Sk.—Jtl. o. Ang.,<br />

Öl., Gtl., mindre allm.; L. Iprnk.» — Stockholmstraktens växter, 1914, gibt<br />

eine ausgedehnte Verbreitung, u. a. in dem Aland zugekehrten »Schärenarchipelgebiet»<br />

an. — »THEDKNIUS: Flora öfver Uplands och Södermanlands fanerogamer<br />

och bräkenartade växter, 1871, S. 113: »I lundar och parker, mångenstädes.»<br />

— JOHANSSON: Hufvuddragen af Gotlands växttopografi och växtgeografi,<br />

1897, S. 185: »II. o. d. Måttl. Exv. .»<br />

SCHMIDT: Flora des silurisclien Bodens von Ehstland, Nord-Livland und<br />

Oesel, 1855, S. 199: »Durch das ganze Gebiet. Besonders am Glint, in der<br />

Wiek und auf Oesel. Aber auch sonst: bei B o r k h o 1 m!, K ar dis!,<br />

M û n t e n h o f f (Tegeler).» — Desselben Verf. Flora der Insel Moon, 1854, S.<br />

33: »Auf fruchtbarem Boden, im Schatten, häufig.» — Russow: Flora der Umgebung<br />

Revals, 1862, S. 63: »An beschatteten Abhängen des Glints gemein.<br />

Auf Humusboden in Liberté, Cournall! und L ö w e n r u h (Sengbusch).»<br />

— GRUNER: Versuch einer Flora Allentackens, 1864, S. 470: »An belaubten<br />

Abhängen, in schattigen Wäldern; nicht selten.» — GI.EHN: Flora der<br />

Umgebung Dorpats, 1860; S. 529: »Wäldchen bei Annenhof!; TecheLfer!; Forbushof,<br />

Ruhenthal (Bienert).» — SKOTTSBERG U. VESTERGREN: Zur Kenntnis<br />

der Vegetation der Insel Oesel, 1901, S. 46: »Gemein in Laubwäldern: A n s e-<br />

k ii 11 !.. . W i d o! . . . K i e 1 k o n d! . . . T a g g a m o i s! .. . M u s t e 1! . . .<br />

Orisaar!... Sali!... Arensburg! — Abr o!»— LEHMANN: Flora<br />

von Polnisch-Livland, 1895, S. 323: »Wälder, lichte Gebusche. Häufig. Fiir<br />

Cur. neu: Bauske, Selburg, Schlottenhof, {^tabben, Ilgen, Sieckeln (Bt.), Oberbartau!!.<br />

Uebrigens in alien Florengebieten.»<br />

Im Juni 1926 notierte ich die Art auf ösel: in Laubvviesen bei I,ode, Pargel<br />

(I), am Fuss des Widobergs und auf der Insel Abro, hier teils in Laubwiese<br />

(I), teils in dichtem Hain (III), sowie bei Reval: auf dem laubwaldbekleideten<br />

Abhang des Laksbergs.<br />

MEINSHAUSEN: Flora Ingrica, 1878, S. 44: »In den Laubwäldern des Kalksteingebiets<br />

häufig imd gewöhnlich sehr zahlreich, seltener in den Siid-Gebieten,<br />

an der Luga, Pljussa etc., ebenso in denen des Karel. Isthmus; in der nächsten<br />

Umgegend der Haiiptstadt scheint sie gänzlich zu fehlen.»<br />

Fiir Finnland hat HJEI.T, 1911, S. 31 die Angabe: »In Fennia australi satis<br />

raro (aut passim) invenitur et usque ad 63° 16' progreditur, ubi tamen rarissima<br />

est; in Fennia orientali maiore frequentia occurrit.»<br />

In der nachfolgenden Detailbehandlung ergibt sich fiir die Provinz Regio<br />

Aboënsis ein Vorkommen an mehreren Orten; unter den aufgezähltenLokalitäten


ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 173<br />

komint jedoch nur eine avif den Scliärenarchipel (Pargas, Bläsnäs). Zu benierken<br />

ist, dass BKRGROTH: Anteckningar om vegetationen i gränstrakterna mellan<br />

Åland och Abo-området, 1894, die Art uberhaupt nicht nennt. Ebenso fehlt<br />

sie bei CAJANDER: Kasvistollisia tutkimuksia Mynämäen, Mietoisten ja Karjalan<br />

kunnissa, 1902.<br />

Aucli in Korpo felilt die Art nacli Mitteilung von Oi^E KKI^UND,<br />

Gentiana *succîca (Froel.) Murb.<br />

Karte 46.<br />

Kommt an offenen Stellen in Laubwiesen sowie auf Hiigelwiesen vor.<br />

Siehenäher 1915, S. 413.<br />

Diese Art hat eine gleichmässige und redit allgemeine Verhreihmg auf den<br />

Hanptinseln Åland und Eckerö. Im Schärenarchipel ist sie dagegen im allgemeinen<br />

selten. So kenne ich nur zwei Lokalitäten im Schärenarchipel von<br />

Lemland, zwei im westlichen Föglö, eine in Vårdö und eine in Sottunga.<br />

Ebenso ist die Art selten in dem zu Eckerö, Hammarland und Geta gehörenden<br />

Schärenarchipel. In Lumparland und dem am weitesten östlich liegenden<br />

Brändö ist sie nicht angetroffen worden. Gegeniiber diesem spärlichen Vorkommen<br />

im Schärenarchipel ist es redit hemerkenswert, dass die Art in Kökar<br />

recht häufig vorkommt (7 Lokalitäten). Zu beachten ist auch, dass nicht weniger<br />

als 3 Lokalitäten aus Kumlinge bekannt sind.<br />

Das recht häufige Vorkommen in dem weit draussen im Meere gelegenen<br />

Kökar zeigt offenbar, dass das im grossen ganzen spärliche Auftreten im<br />

Schärenarchipel nicht klimatischen Verhältnissen zugeschrieben werden kann.<br />

Wahrscheinlich ist die Art in Åland ein friiher Einwanderer.<br />

Im grossen ganzen hat diese Einwandening ohne Zweifel von Schweden her<br />

stattgej linden.<br />

Wie soil man aber das reiche Vorkommen in Kökar erklären? Die Art<br />

fehlt im Ostbaltikum und kann mithin nicht von dort eingewandert sein,<br />

was sonst am wahrscheinlichsten hätte erscheinen können. Ob das Vorkommen<br />

in Kökar mit dem im iibrigen Åland in Zusanmienhang zu bringen ist<br />

oder sich direkt aus Schweden rekrutiert hat, diirfte unentschieden bleiben.<br />

Siehe S. 65.<br />

Vorkommen auf<br />

Åland:<br />

Kökar: Lindö, Karlby, Karlby Öfverboda, Öfverboda, Hanmö, Smedö,<br />

Hellsö; Sottunga: Ärlingklobb; F ö g 1 ö: Flisö, Jersö (Samuelsson); L e niland:<br />

Björkö, Slätskär; Jomala: Ytternäs, Hindersböle, Hindersböle — Dalkarby,<br />

Dalkarby, Klinten, Möckelö, Ramsholmen, Kungsö, Godtby, Hammarudda,<br />

an der Föhrde Degerbergsfjärd, Norrsunda, Norrsunda —Södersunda, Södersunda,<br />

Vestansunda, Södersunda — Godtby, Vargsunda, Hanimarudda (1898),<br />

Ringsböle, Möckelby, Jomala öjen, Öfverby, Ytterby, Lemström (nach Warén);


IGO A. Palmgren, Die Einwanderiingsvvege der Flora iiach den Âlandsinseln<br />

H a m in a r 1 a n d: Östanträsk, Byttböle, am nordwestl. Teil der Bucht Öjviken,<br />

Postad, im Winkel der Bucht Postadfjärden, Kattby, Kattnäs, Frebbenby,<br />

Lillbolstad, Sålis, Bredbolstad, Bovik, Skarpnåtö, Äppelö; Eckerö: Björnhufvud,<br />

Marby, Öfverby, Kirchdorf, Storby, Olafsveden — Öra, Storby-Vikarna,<br />

Finbo, Signilskär, sowie nach H. Lindberg Skeppsvik, bei der Kirche, und siidwestl.<br />

Teil von Ost-Eckerö; Geta: Bolstaholm, Höckböle holme, Olsnäs — Greggnäs,<br />

Pantsarnäs (nach Linkola), siidl. Spitze von Snäckö, Dånö, »Getha flerstädes»<br />

(Hult u. Tikkanen); F i n s t r ö m: an der Emnäs-Bucht u. am Weg nach<br />

Åttböle, Emkarby, Bjerström, im Winkel der Bucht Postadfjärden, Bamböle,<br />

Skabbö, Björkö, Bergö (H. M. F.), Bergö-Husö, Rågetsböle, Herberge in Vestanträsk;<br />

Saltvik: Toböle, Insel im Toböle träsk, Vassböle — Äsgårda, Ryssböle,<br />

Kvärnbo, an der Landstrasse N von Kvarnbo, Langnäs bei der Bucht Tengsöda<br />

vik, Dorf Långbergsöda by — Bucht Långbergsöda vik, an der Bucht Bertby vik,<br />

Saggö; Sund: Kastelliolm, Högbolstad, Finby, Tranvik, Hulta, Hulta holme;<br />

V å r d ö: Ängö; K u m 1 i n g e: Visings, Kungshamn — Dorf. — Bergroth<br />

erwähnt (S. 74) G. campestris, womit vvahrscheinlich die vorliegende Unterart<br />

gemeint ist, aus K u m 1 i n g e: »Krokarna, sydöstra delen af Klge-landet»,<br />

aber nicht aus Brandö.<br />

Vorkommen in den am nächsten bet Åland liegenden<br />

Ländern:<br />

LINDMAN: Svensk fanerogamflora, 1918, S. 454: »täml. allm.. Sk.—Boh.,<br />

Jtl. o. Vb., Öl.» — Stockholmstraktens växter, 1914, fiihrt S. 84 mehrere Lokalitäten<br />

an. Besonders häufig scheint die Art jedoch nicht zu sein. — JOHANSSON:<br />

Hufvuddragen af Gotlands växttopografi och växtgeografi, 1897, erwähnt die<br />

Art nicht.<br />

Im Ostbaltikum fehlt die Art. Siehe KUPFFER: Grundziige der Pflanzengeographie<br />

des ostbaltischen Gebietes, 1925, S. 89. Man beachte das Fehlen<br />

auch auf Gotland.<br />

MEINSHAUSEN: Flora Ingrica, 1878, erwähnt die Art nicht.<br />

Fiir Finnland bemerkt HJEI,T, 1923, S. 282: »In Fennia occidentali usque<br />

ad 65° 50' plerumque rarius occurrit.»<br />

Im Herbarium Musei Fennici liegen folgende Exemplare aus der Regio<br />

Aboênsis vor: Parainen (= Pargas), Lampis 2 7. 6. 1910 K. Linkola; Korpo<br />

J. Ringbom.<br />

Es ist zu beachten, dass BERGROTH: Anteckningar om vegetationen i gränstrakterna<br />

mellan Åland och Åbo-området, 1894 (S. 74), nur »Gentiana campestris»<br />

aus Kumlinge, also nicht aus dem zum Åboer Gebiet gehörenden Teil des Untersuchungsgebietes<br />

anfuhrt. — Bei CAJANDER: Kasvistollisia tutkimuksia Mynämäen.<br />

Mietoisten ja Karjalan kimnissa, 1902, findet man S. 128 erwähnt: »Pt.<br />

(= der siidlichste Teil von Mynämäki) r., auf dem Hiigel Viinamäki bei Kallinen,<br />

auf dem Rasen in der Nähe des neuen Magazins.» (Orig. finnisch.)<br />

Fiir Korpo teilt mir O1.E EKI^UND mit: »In Korpo nie von mir gesehen. Daselbst<br />

jedoch nach Conspectus.»


ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 175<br />

Scutellaria hastifoiia L.<br />

Karte 47.<br />

Kommt auf grusigen unci steinigen Ufern und auf Hiigel- und Felsbuckeln<br />

in unmittelbarer Nähe von Meeresufern vor. Sielie 1915, S. 418.<br />

Erinnert in der Ausbreitung an Alopeciints ventricosus. So fällt das reichlichste<br />

Vorkommen auf den siidwestlichen, sudlichen und siidöstlichen Schärenarchipel,<br />

also auf den westlichen Schärenarchipel von Lemland sowie die<br />

Kirchspiele Föglö (in diesem bemerkenswert selten in den siidliclien Teilen),<br />

Sottunga und Kökar. Am häufigsten ist die Art in Lemland und Kökar.<br />

Von Sottunga erstreckt sich das Vorkommen nordostwärts nach Kunilinge,<br />

erreicht aber Brändö nicht. Sonst ist ein spärliches Vorkonmien in alien<br />

ubrigen Teilen der Landschaft zu notieren (doch nicht aus Lumparland aufgezeichnet).<br />

Bei dem allgemeinen Vorkonmien in Lemland ist bemerkenswert,<br />

dass nur eine Lokalität in Jomala und diese (Espholm) dicht bei Fundplätzen<br />

in Lemland aufgezeichnet worden ist.<br />

Die ungleichtnässige Frequenz auf Åland jindet ihre Erklärung nicht in den<br />

herrschenden Standortsverhältnissen, sondern höchst wahrscheinlich in einwandenmgsgeschichtlichen<br />

Umstanden.<br />

Die angegebene Verbreitung sclieint die Möglichkeit einer Einwanderung<br />

von Norden oder Osten auszuschliessen. Man hat vielniehr mit einer Einwanderung<br />

von Siidwesten, aus Uppland, oder von Sudosten, aus dem Ostbaltikum,<br />

vielleicht von beiden Seiten zu rechnen. In beiden Fällen hat gegen<br />

Norden eine starke Abnahme stattgefunden. Der Umstand, dass die Frequenz<br />

in Lemland und Kökar am grössten und im dazwischenliegenden Föglö<br />

kleiner ist, scheint eine Einwanderung sowohl von Siidwesten als Siidosten sehr<br />

wahrscheinlich zu machen. Siehe S. 60—61.<br />

Vorkommen iii den am nächsten bei Åland liegenden<br />

Ländern:<br />

LINDMAN: Svensk Fanerogamflora, 1918, S. 468: »Sk.—Uppl., Hall., Öl.,<br />

Gtl., mindre allm.» — Stockholmstraktens växter, 1914, gibt S. 179 eine ausgedehnte<br />

Verbreitung, vielleicht besonders in dem Aland zugekehrten »Schärenarchipelgebiet»<br />

an. — THEDENIUS: Flora öfver Uplands och Södermanlands fanerogamer<br />

och bräkenartade växter, 1871, S. 269: »På stränder bland stenar,<br />

mångenstädes på Södermanlands och södra Roslagens kust äfvensom på Mälarestränderna<br />

: nordligaste kända växtställena äro: Hargs skärgård och Fårö nära<br />

Öregrund.» — JOHANSSON: Hufvuddragen af Gotlands växttopografi och växtgeografi,<br />

1897, S. 146: »H. o. d. Måttl.—talr. Exv. Fårö!; Fleringe!; . . . Hamra!<br />

(Ej antecknad för de n. v. kustsocknama.)»<br />

SciLMlDT: Flora des silurischen Bodens von Ehstland, Nord-Livland und<br />

Oesel, 1855, S. 232: »In Ehstl.: W i e m s (Wied.), W e r d e r (Berkholz), P u c h t<br />

(Duhmberg!). Auf der Insel S u u r 1 a i d im Kleinen Sunde!. Auf Oesel: T a g-<br />

g a m o i s!, Abro (Bunge).» — Desselben Verf. Flora der Insel Moon, 1854,<br />

S. 47: »Unter Weidengebûsch auf vS u u r-L aid, friiher häufiger als jetzt.» —


IGO A. Palmgren, Die Einwanderiingsvvege der Flora iiach den Âlandsinseln<br />

Russow: Flora der Umgebung Revals, 1862, erwähnt S. 88 nur »W i e m s<br />

(Wied.).» — SKOTTSBERG U. VESTERGREN: Zur Keniitnis der Vegetation der<br />

Insel Oesel, 1901,8.22: »Selten: Auf F i 1 s a n d! T a g g a m o i s! (S.MT.FI..);<br />

— Tns. Abro (BuxGE).» — LEHMANN: Flora von Polniscli-Livland,'L 895,<br />

S. 231: »Liv. (Led.), Kokenliusen Persethal (Ils.!), Moon, Oes. (Smt.); Est.;<br />

Pet.; Cur. (Heug.); Litli. (Eichw. sehr selten), Wil. (S. und J. Jundz.); Grod.<br />

(Gil.), Druskeniki (Mas.), Brest!!; Minsk—Nowogrudek (Dyb.!); Moh. (Dow.).» —<br />

Die Art findet sich niclit bei GRUNER: Versuch einer Flora Allentackens, 1864,<br />

und GI,EHN: Flora der Umgebung Dorpats, 1860.<br />

Ini Juni 1926 zeichnete ich die Art (I) am westliclien Ufer der Insel Abro<br />

{ösel) auf.<br />

KUPFFER: Gruiidziige der Pflanzengeographie des Ostbaltischen Gebietes,<br />

1925 fiihrt die Art S. 115 an unter der Rubrik: »Ferner sind fiir die ostbaltische<br />

Inselflora noch folgende Pflanzen charakteristisch, die auf unserem Festlande<br />

eine viel geringere Verbreitung aufweisen». Ergänzung.s\veise sagt KUPFFER<br />

(1. c.): »sonst nur an der Nordkiiste West-Estlands bis Wiems unweit Revals,<br />

jedoch angeblich wieder au der Luga in Ingermanland, MEIXSIIAUSF:X 1878.»<br />

MEINSIIAUSEN: Flora Ingrica, 1878, S. 275: »Sandige, beschattete Uferabfiille<br />

an der Luga bei der Eisenbalmstation Preobrashensk liie und da, sonst<br />

noch nicht gefunden.»<br />

Fiir Finnland bemerkt HJEI.T, 1923, S. 250: »In Alandia passim, in reliqua<br />

Fennia australi raro aut rarissime occurrit.» — Die nachfolgende Spezialbehandlung<br />

gibt ein recht ausgedehntes Vorkommen ausser auf Aland in den Provinzen<br />

Regio Aboénsis ixnd Nylandia an. In den Provinzen Karelia australis imd<br />

Isthmus Karelicus ist die Art selten.<br />

Es ist zu bemerken, dass BERGROTH: Anteckningar om vegetationen i gränstrakterna<br />

mellan Åland och Åbo-området, 1894, die Art nur von Ingersholm<br />

in Kumlinge (Aland), nicht ans dem zum Åboer Gebiet gehörenden Teil des<br />

Untersuchungsgebietes erwähnt. Audi fehlen Angaben bei CAJANDER 1902.<br />

Fiir Korpo teilt mir OI.E EKI^UND mit: »Selten und zerstreut.»<br />

Zur Beleuchtung des Vorkommens der Art in Nyland sei folgende Äusserung<br />

bei W. BRENNER: Växtgeografiska studier i Barösunds skärgård, 1921,<br />

S. 101, mitgeteilt: »S. r, 4. Bastö, Notaholm; örtrika samhällen på bergavsatser<br />

eller torra backar; Elgsjöskatan och Skälö, mer eller mindre tillfällig på havsstränder.<br />

Antagligen hemeradiafor.»<br />

Melampyrum cristatum L.<br />

Karte 48.<br />

Kommt recht häufig an offenen Stellen sowie ganz besonders auf Hligelwesen<br />

in Laubwiesengebieten vor. Siehe näher 1915, S. 429.<br />

Die grosse Mehrzahl der Lokalitäten fällt auf Inseln und Schären, und auch<br />

auf der Hauptinsel Åland sind fast sänitliche Fundplätze Landzungen oder<br />

Stellen in der unmittelbaren Nähe von Salzwasser. Nur zvvei Lokalitäten liegen<br />

etwas landeinwärts (F i n s t r ö m: Grelsby und Tjudö).<br />

Die Art ist mit recht hoher Frequenz iiber einen grossen Teil der Landschaft<br />

verbreitet. Indessen fallen einige bemerkenswerte Liicken auf:


ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 177<br />

So liabe ich die Art nur an zwei Lokalitäten in Jomala (die eine auf der<br />

Siidspitze im Anschluss an Lokalitäten im westlichen Schärenarchipel von<br />

Lemland, die andere ganz im Nordosten) und auf dem festländischen Hammarland<br />

ebenso nur an zwei Stellen, beide Landzungen ganz im Norden, aufgezeichnet.<br />

Desgleichen sind auf der Hauptinsel Eckerö nur drei Lokalitäten<br />

vermerkt (zwei in der nördlichen Hälfte der Insel), In Sund ist die Art sehr<br />

selten. — Auf der Hauptinsel Åland und in Eckerö ist das Vorkommen also ein<br />

aiisgeprägt nördliches.<br />

Bemerkenswert ist auch, dass das Vorkommen in 1'öglö auf den nordöstliclien<br />

Teil des Kirchspiels konzentriert ist; in den gegen Sudwesten und Siiden<br />

mehr exponierten Teilen habe ich die Art — trotz geeigneter Lokalitäten —<br />

nicht gefunden. In Lumparland ist sie nicht angetroffen worden.<br />

Die oben angegebene Verbreitung ist nicht leicht zu verstehen. Sie ist auf<br />

alle Fälle nicht durch Vcrschiedenheiteyx in dcn Kiima- und Standortsvcrhältnissen<br />

bedingt. \'ielleicht findet sie ihre Erklärung in einwanderungsgeschichtlichen<br />

Umständen. Siehe S. 66.<br />

Von Finnland her ist eine Einwanderung offenbar ausgeschlossen. Die<br />

Art ist dort sehr selten und augenscheinlich westlichen Ursprungs (siehe weiter<br />

unten). — Vielmehr hat man mit Ausgangspunkten in Uppland oder im<br />

Ostbaltikum, wo die Art ein ausgedehntes Vorkommen hat, zu rechnen. Eine<br />

Einwanderung aus dem Ostbaltikum scheint auch recht annehmbar. Sie<br />

wiirde dann vor alleni Kökar, Sottunga, Föglö, Kunilinge und Brändö betroffen<br />

haben. Hiermit wäre wohl erklärt, weshalb das Vorkommen in Föglö<br />

in den nordöstlichen Teil lokalisiert ist.<br />

Nach dem westlichen Schärenarchipel von Lemland ist die Einwanderung<br />

wohl am ehesten aus Uppland erfolgt, ebenso nach dem nordwestlichen Schärenarchipel<br />

und wahrscheinlich nach den Lokalitäten auf der Hauptinsel Åland.<br />

Kätselliaft bleibt, weshalb diese Einwanderung nicht das siidwestliche und<br />

westliche Jomala und die siidlichen und mittleren Teile von Hammarland<br />

betroffen hat. Vielleicht haben die Vorkommnisse in den nördlichen Teilen<br />

der Hauptinsel Åland und im N\\' Schärenarchipel sowie das im westlichen<br />

Schärenarchipel von Lemland verschiedene Atisgangspunkte in Schweden,<br />

oder die Ausbreitung hat zufällig einen oder einige Punkte in den beiden erwähnten<br />

Gebieten (aber nicht die zwischenliegenden Gebiete) erreicht und<br />

von da aus um sich gegriffen. Man vergleiche hierzu die Darlegungen des<br />

Verf. iiber gruppenweises Vorkommen, 1925, S. 111.<br />

Vorkommen auf Åland:<br />

Kökar: Idö, Lindö, Husö, Karlbylandet S voin Dorf, Öfverboda, Hellsö,<br />

Österbygge: Nåsudden — Dorf?, Finnö; Sottunga: Storsottunga (f. pallens),<br />

Storsottunga: Stackvik (f. rubra), Finnö n. Öjen (f. rubra) u. s. öjen, Husö<br />

12


IGO A. Palmgren, Die Einwanderiingsvvege der Flora iiach den Âlandsinseln<br />

(f. rubra ii. pallens), Mossliaga (f. pallens)\ Föglö: Bänö, Jyddö, Nötö, Ulfversö<br />

(f. rubra u. pallens), Öfverö (f. rubra u. pallens). Sommarö — Ilastersboda<br />

(f. rubra u. pallens), Finholma (f. rubra)-, Lemland: Björkö, Jersö, Granö,<br />

Idholm, Natö, Granholm, Skobbliolm, Slätskär; J o m a 1 a: Ytternäs, Jomala<br />

öjen; Hammarland: Berghamnslandet, Skarpnåtö, Gumholni (Hult u.<br />

Tikkanen), Skabbskär, Appelö-Granskär; Eckerö: Storby (f. pallens,<br />

Pesola im H. M. F.), Storby-Öra, Finbo, Skag, siidwestl. Landspitze von Tori><br />

(H. Lindberg); Geta: Bolstaliolm (1898), Östergeta (Hult u. Tikkanen), Snäckö,<br />

F i n n ö (Ch. E. Boldt), Isaksö; F i n s t r ö m: Enmäs (nach Meurman), Grelsby,<br />

Bastö, Björkö, Bergö (H. M. F.), Bergö-Husö, Bamböle-Appelholm; Saltvik:<br />

Hjortö, Hjortö holme, Bergö (f. rubra), Näs, Kvarnbo (nach Collander),<br />

Haraldsbyholmen (»v. pallens Hn.; ein einziges Exemplar unter der Hau})tart»,<br />

Wald. Granberg 1884 im H. M. F.), Dorf Långbergsöda —Bucht Långbergsöda<br />

vik; Sun d: Skarpans (Bergstr.. Naturhist, beskr.); V å r d ö: Vibberholm,<br />

nördl. u. sUdl. Teil von Långgårdsö, Hanmö, Sälö; K u m 1 i n g e: Hettona, Seglinge,<br />

Snäckö, Visings, Visings — Dorf, Kungshamn, Kungshamn — Dorf,<br />

Ingersholm, Södholm, Enklinge, Björkö; Brändö: Lap^X), Asterholma-Korsö,<br />

Söderholm, Bjöniholma.<br />

Verhreitung in den am nächsien bei Åland liegenden<br />

Ländern:<br />

LINDMAN: Svensk Fanerogamflora, 1918, S. 491: »Lövbackar, torra äng..<br />

Sk.—Gstr. o. Dir., öl., Gtl., mindre alini.» — Stockholmstraktens växter, 1914,<br />

gibt S. 117 ein ausgedehntes Vorkommen an. — TiiEDENius: Flora öfver Uplands<br />

och Södermanlands fanerogamer och bräkenartade växter, 1871, S. 279: *På<br />

ängsbackar, mångenstädes.» — JOHANSSON: Hufvuddragen af Gotlands växttopografi<br />

och växtgeografi, 1897, S. 156: »H. o, d. Måttl.—talr. Exv. Hall,<br />

Hangvar, Fleringe och Bunge!; . . . Hemse!; Silte (M); Rone!—b) pallens<br />

Flerst. Exv.<br />

SciiMiDT: Flora des silurischen liodens von Ehstland, Kord-Livland und<br />

Oesel, 1855, S. 230: »In Jerwen: M ii n t e n h o f (Wied.); in der Wiek: H e i-<br />

m a r (Dietrich), K i r r i m ä g g i (Glehn), Nuckö, Dago (Web. und Wied.),<br />

Werder!. In Livl.: Sallentack (Bunge und Girgensohn 1852). Auf<br />

Moon! und Oesel! häufig.» — Desselben Verf. Flora der Insel Moon, 1854,<br />

S. 47: »Häufig auf trockenen, buschreichen Heuschlägen.» — GI^KIIN: Flora der<br />

Umgebung Dorpats, 1860, S. 551: »Wiese zwischen Kabbina und Timmofer<br />

(Lehmann! ^lajewsky!).» — SKOTTSBKRG u. VESTERGRHN: Zur Kenntnis der<br />

Vegetation der Insel Oesel, 1


ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 179<br />

eine viel geringere Verbreitung aufweisen.» — S. 130 ist sie unter denen genannt,<br />

welche ihre Ostgrenze in »Estonia superior» erreichen.<br />

Ini Jnni 1926 notierte icli die Art auf öset trockenes offenes Gelände bel<br />

Lode.<br />

MEINSHAUSEN: Flora Ingrica, 1878, S. 260: »Auf feuchten Wiesen, meist<br />

am Gebiisch, an den Ufern des Oredesh, von den Quellen des Elusses bei Donzy<br />

bis zur Luga bei der Station der warschauer Eisenbahn Preobrashensk, stellweise<br />

selir häufig, sonst noch nirgends gefunden.»<br />

Fiir Finnland bemerkt HJELT, 1923, S. 68: »In Alandia permultis locis et<br />

saepe copiose occurrit (forsitan satis frequenter aut interdum niaiore frequentia);<br />

in reliqua Fennia australi raro aut rarissime lectum est; usque ad 61 ° 50' ad<br />

septentrionem versus apud nos progreditur, in occidentali autem Fennia 61° 15'<br />

non transit.» — In der nachfolgenden Detailbeliandlung werden ausser fiir<br />

Aland verschiedene Fundorte in der Regio Aboënsis sowie einige in Tavastia<br />

ausiralis nanihaft gemacht. Ferner werden Vorkommnisse in den ausserlialb<br />

der politisclien Grenzen des Landes liegenden Provinzen Karelia Olonetsensis<br />

und Onegensis erwähnt.<br />

Die Lokalitäten der Regio Aboënsis liegen bei Abo, in Pargas, bei Nådendal,<br />

bei Nystad und in Salo. — Es ist zu bemerken, dass BERGROTH: Anteckningar<br />

om vegetationen i gränstrakterna mellan Aland och Åbo-området, 1894, S,<br />

73, die Art nicht fiir die zuni Âboer Gebiet geliörenden Teile des Untersuchungsgebietes<br />

angibt. Aucli findet sie sicli nicht bei CAJANDER: Kasvistollisia tutkimuksia<br />

Mynämäen, Mietoisten ja Karjalan kunnissa, 1902,<br />

Fiir Karpo teilt mir OI,E EKI.UND mit: »Selten, ausschliesslich im westlichsten<br />

Schärenarchipel. Nur f. rtibra.»<br />

Odontites simplex (Hn.) Krok.<br />

Karte 49.<br />

Kommt auf Uferwiesen, oft sehr reichlich vor.<br />

In wnfangreichen Teilen Ålands allgemein verhreiiet. Dies gilt von dem<br />

westlichen Schärenarchipel von Lemland nnd den Kirchspielen Föglö, Sottunga,<br />

Knmlinge und Brändö. Recht häufig scheint die Art auch im sudlichen<br />

Jomala vorznkommen. Gegen dieses gemeine Vorkommen in fast dem ganzen<br />

sudhchen Schärenarchipel tritt scharf hervor, dass niir eine Lokalität in Kökar<br />

aufgezeichnet worden ist. Ebenso nimmt die Freqnenz stark gegen das nördliche<br />

Åland hin ab. In Eckerö und Finström (an den von Norden her eindringenden<br />

Buchten) sind noch recht viele Lokalitäten notiert, ebenso zwei Lokalitäten<br />

im nördlichen Teil des festländischen Hammarland, sowie einzelne<br />

»<br />

in Saltvik an der 1'öhrde Vandö fjärd und der Bucht Godby—Strömma wie<br />

auch in Sund und Vårdö. In ganz Geta aber fehlt die Art, und in dem umfangreichen<br />

nordöstlichen Schärenarchipel (Saltvik und nördliches Vårdö)<br />

ist sie nur an drei Lokalitäten aufgezeichnet.<br />

Diese Verbreitung scheint eine Einwanderitng voit Siidwesten nach Nordosten<br />

anzngehen. Sie ist iiber Lemland und Föglö erfolgt und von da mit


IGO A. Palmgren, Die Einwanderiingsvvege der Flora iiach den Âlandsinseln<br />

reichlicher Frequenz iiber Sottimga nach Kumlinge und Brändö fortgeschritten.<br />

Von diesem grossen Einwanderiingsweg ist eine Verbreitung siidostwärts<br />

nach Kökar sowie nord- und nordwestwärts aiisgegangen. Diese Ausweichung<br />

nach Siidosten und Norden sowie Nordwesten hat jedoch noch nicht viel<br />

Terrain gewonnen. Man beobachtet eine sukzessive Lichtung in der Verbreitung,<br />

je mehr man sich von der Linie Lemland—Föglö—Brändö entfernt.<br />

Dieses Spärlicherwerden des Vorkommens kann seinen Grund nur in dem<br />

zunehmenden Ahstand und teihveise weniger giinstiger Exposition fiir die Bewachsiing<br />

sowie in ungeniigender Zeit zur Verhreitung haben (siehe 1921 und<br />

1925, S. 57, 97, 108). Sowohl Kökar als der nordvvesthche Schärenarchipel<br />

und auch der Schärenarchipel von Vårdö bieten geeignete Standorte in reicher<br />

ISIenge dar. Dass der Grund tatsächlich im Abstand und in der Zeit liegt, geht<br />

auch daraus hervor, dass es doch ja im nordwestlichen und nördlichen »Schärenarchipel<br />

manche Fundorte gibt. Und sehr bezeichnend ist, dass an, mehreren<br />

dieser Lokalitäten nur ein und das andere Individuum, offenbar einzelne<br />

Pioniere, angetroffen worden sind. Dieses Verhalten im Verein damit, dass<br />

das Vorkommen gegen Norden so allmählich abninimt, lässt offenbar erkennen,<br />

dass die Art im Vorriicken hegriffen ist.<br />

Die Art zeigt in bezug auf die Verbreitung tJbereinstimnumgen mit Scir-<br />

Pus ruftis, Cochlearia danica und Barbaren strida. Siehe S. 61—62.<br />

Verbreittmg in den am nächsten bei Aland liegenden<br />

Ländern:<br />

LIXDMAX; Svensk fanerogamflora, 1918, S. 493 (s. n. O. litoralis Fr.): »Strandängar<br />

vid havet. Sk.—Boh. o. Vb., Öl., Gtl., täml. sälls.» — Stockholmstraktens<br />

växter, 1914, S. 131 gibt eine ausgedehnte Verbreitung, besonders in dem<br />

Aland zugekehrten »Schärenarchipelgebiet» au.<br />

SCHMIDT: Flora de.s silurisehen Bodens von Khstland, Nord-Livland und<br />

Oesel (s. n. O. liitoralis), 1855, S. 230: »häufig am Meeresstrande in der \V i e k<br />

und auf Oesel.» — SKOTTSBERG u. VESTICRGREX: Zur Kenntnis der Vegetation<br />

der Insel Oesel, 1901, S. 27: »Selten am Meeresstrande: O r i s a a r! Ins.<br />

Flisan d!»<br />

Im Juni 1926 zeichnete ich die Art am Meeresiifer westlich von Hapsal (I)<br />

auf.<br />

Fiir Finnland bemerkt HjEivT, 1923, S. 111 (s. n. O. liioralis)-. »Ad litora<br />

niarium usque ad 65° 45' ad septentrionem versus plerumque saltem raro, quantum<br />

scimus, occurrit; uno quoque loco ad fluvium Vuoksi adnotata est. Cum<br />

O. rubra (juoniam coufusa saepe est, distributionen! esse certam vix crediderim;<br />

multae adnotationes forsitan ad O. r u b r a e formas spectent.»<br />

Nach der darauffolgenden Detailbehandlung kommt die Art in alien Provinzen<br />

am Finnischen und Bottnischen Meerbusen vor. Fiir die Regie Aboènsis<br />

heisst es: »Ab. par. Gustafs Kattkuru, Iniö: Bergr.; Korpo Utö rr [»1»]: Ekl. p.<br />

106, cfr 1. c. p. 103; Bromarf Bredvik in insula parva: Sand.; Mietois st. r in<br />

litoribus sinus Saari prope Tervois et hic illic [»paikotellen»] in ripis amnis Mynäjoki<br />

prope ostium: Caj. Kasvist.; in taeniis Nystad Birkholm etc. haud infrequeus:<br />

Hollm.; vide quoque infra.»


ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 181<br />

Nach BERGROTH: Anteckningar oni vegetationen i gränstrakterna mellan<br />

Aland och Abo-området, 1894, S. 73 (s. n. O. litoralis), ist die Art liäufig an<br />

Ufern in Iniö, ebenso anf Aland in Kunilinge iind Brandö. Sonst ist sie nnr von<br />

einer Lokalität in Gustafs (Kattkuru) angefiihrt. — CAJANDER: Kasvistollisia<br />

tutkimuksia Mynämäen, Mietoisten ja Karjalan kunnissa, 1902, sagt vS. 125<br />

(s. n. O. litoralis)-. »Mt. (Mietoinen) rs., an den Ufern der Bucht von Saari in der<br />

Xälie von Tervoinen sowie stellenweise an den Ufern an der Miindung des Mynäjoki<br />

.» (Orig. finnisch.)<br />

Fiir Korpo teilt mir OLE KKI^UND mit: »Sehr selten; siidlicher Scliärenarchipel.»<br />

Zur Beleuchtung des Vorkommens in Westfinnland und in der Kiistengegend<br />

von Nyland seien folgende Angaben mitgeteilt:<br />

E. HÄYRÉN: Björneborgstraktens Vegetation och Kärlväxtflora, 1909,<br />

S. 250 (s. n. O. simplex (Hartm.) Krok.): »R och st cp—cp. Säbbskär 1907 på<br />

strandängar. — Luvia 1906: S. W. och Hj. W. enl. F o n t e 11.»<br />

W. BRENNER: Växtgeografiska studier i Barösunds skärgård, 1921, S.<br />

104: »S. r. 4. Lill- och Stor-Lövö, Gåsö, Tingsholm, Alör utanför Kälkö; på<br />

havsstränder (suprasalin) Hemeradiafor.»<br />

Soiidago virgaurca L.<br />

Karte 50.<br />

Kommt auf steinigen Hiigelwiesen, auf Felsen imd 1'elsbuckeln vor alleni<br />

in Laubwiesengebieten vor. Siehe näher 1915, S. 451, 1922, S, 80, 108, und<br />

in bezug auf die Verbreitung auch 1921, S. 94.<br />

Diese Art hat eine sehr eigenartige Verbreitung. Ihr hauptsächlichstes Vorkommen<br />

fällt aiif die Haupiinsel Åland, wc sie recht gleichmässig (doch etwas<br />

spärlicher im'NW), aber nicht allgemein verbreitet ist. Im Schärenarchipel<br />

ist sie dagegen im allgemeinen sehr selten. So habe ich nur eine I.okalität ini<br />

Schärenarchipel von Lemland, eine in Föglö, eine in Kökar, zwei in Kunilinge,<br />

zwei im Schärenarchipel von Saltvik aufgezeichnet. InVårdö nnd Brändö<br />

habe ich die Art nicht angetroffen. Nur im NW Schärenarchipel tritt sie<br />

etwas häufiger auf (6 Lokalitäten). Auf dem festländischen Eckerö sindmir<br />

5 Lokalitäten bekannt.<br />

Dieses spärliche Vorkommen im Schärenarchipel ist sehr bemerkenswert und<br />

bedarf in bezug auf seine Ursache eines näheren Studiums. Der Umstand,<br />

dass die Art jedoch dort an verschiedenen Stellen und auch ganz am offenen<br />

Meere vorkommt, scheint erkennen zu lassen, dass sie das Meeresklima fiicht<br />

schent. Auch ist zu beachten, dass sie im Stockholmer Schärenarchipel<br />

reichlich aufzutreten scheint,^)<br />

1) Folgende Äusserung von IIjEi^T, 1926 S. 25, diirfte hier von Intéressé<br />

sein: »Bergroth framkastar en förmodan, att Soiidago skulle sky hafvet: Bergr,<br />

p. 50; arten återfinnes i själfva verket icke i hans växtförteckning. Ej heller<br />

Eklund upptar arten i Ekl. Veg. p. 215 [från Ab. Korpo]; senare meddelar han


182 A. Palmgren, Die Einwaiiderungswege der Flora nacli den Alandsinseln<br />

Höchst wahrscheinlich ist die Einwandemng wenigstens im grossen ganzen<br />

von Schweden her erfolgt. Das hauptsächliche Vorkonimen aiif der Hauptinsel<br />

Åland deutet möglicherweise auf eine Einwandemng während einer jriiheren<br />

Zeit.<br />

In bezug auf die Verbreitung ergibt sich eine bemerkenswerte Ubereinstimmung<br />

mit Hypochaeris maatlata. Siehe S. 66.<br />

Vorkommen au f Aland:<br />

Kökar: Idö; F ö g 1 ö: Bånö; L e m 1 a n d: Hamnbacka (Laubwiese mit<br />

Vaccinium niyrt.), Slätholm, Skobbholm?; Jomala: Vesterkalmar, Hindersböle,<br />

Dalkarby — Hindersböle. Dalkarby (Br. FL), bei der Kirche, Kårböle —<br />

Möckelby, ilöckelby, Björsby (Hiigehviese), Ringsböle, Andersböle, Godtby u.<br />

Kungsö Laubw-iesen (mehrerorts), Kungsö — Brandö, Vargsunda, Öfverby,<br />

Jomala öjen; PI a m m a r 1 a n d: Bolstad — Vestmyra, Postad (Einfriedigung),<br />

Kattby, Mörby, Bredbolstad, Kattnäs (Laubwiese), Frebbenby (Laubwiese),<br />

Sålis (Laubwiese mehrerorts), am Marsund S von Berghamns landet (Felsen),<br />

Hamnskär, Vestra Torskklobben; Eckerö: Öfverby (Laubwiese), Storby-Öra,<br />

Olafsveden — Öra (mehrerorts in Laubweise), Storby-Vikarna, Öra-Inderfjärden<br />

(Laubwiese), Skeppsvik (H. Lindberg); Geta: »Geta: Långön» (H. M. F.), in<br />

der Nähe von Långvik (Ch. E. Boldt), Rankoskär, vSandskär, Bankholmen. Hällö;<br />

Finström: an der Enmäs-Bucht u. am \Veg nach Attböle (mehrerorts in Laubwiese),<br />

Grelsby, Bartsgàrda (Laubwiese), Rågetsböle (Laubwiese), Bjerströms<br />

träsk — Koträsk (Nadelwald); Saltvik: Hjortö holmen (Laubwiese, reichl.),<br />

Germundö, Dorf Näs, Toböle, Vassböle — Asgårda, »Syllöda (Hiigelwiese), Tengsöda<br />

(Abhang), Dorf Långbergsöda — Bucht Långbergsöda vik, Saggö grunden<br />

(2 Lok.); Sund: Kastelholni, Hiigelwiese zwischen Tosarby u. Gut Kastelholm,<br />

Högbolstad (Laubwiese), Kulla — Gesterby, Brändbolstad, Insel<br />

Hulta holme: K u m 1 i n g e: Ingersholm (Laubwiese), Snäckö (Hain).<br />

Vorkommen in den am nächsten bei Aland liegenden<br />

Ländern:<br />

LINDMAN: Svensk fanerogamflora, 1918, S. 527: Ȁngsbackar, skogsbryn,<br />

t. allm.» — Stockliolmstraktens växter, 1914, gibt S. 187 »allmän—täml. allmän»<br />

an, — THEDIÎNIUS: Flora öfver Uplands och Södermanlands fanerogamer<br />

och bräkenartade växter, 1871, S. 384: »I lundar, skogsängar, på backar, vägkanter<br />

och andra torra, gräsbeväxta ställen, allmän.» — JOHANSSON: Hufvuddragen<br />

af Gotlands växttopografi och växtgeografi, 1897, S. 119: »H. o. d.<br />

Måttl.—talr. Exv. .t<br />

dock: [Korpoj rr Norrskatan Havträsk: Ekl. coram. Af de nedan lämnade uppgifterna<br />

om afvikande frekvens framgår, att Solidago visserligen ej är så allmän<br />

i hafstrakten som inne i landet (se äfven Palmgr. Stud. p. 451 och särskildt<br />

Palnigr. Entf. p. 94 (se längre fram), men att den dock vanligen anträffas äfven<br />

nära hafvet; så t. ex. W. Brenn. Växtg., där arten upptages från 51 öar [af 58],<br />

Leiv. Veg. p. 205 och uppgiftenia under f. litoralis. För Kp. anger Bergroth:<br />

st fq i skärgåden, t. o. m. på stränder: Bergr. Ant.»


ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 183<br />

SCHMIDT: Flora des silurischen Bodens von Ehstland, Nord-Livland uiid<br />

Oesel, 1855, erwäliiit die Art S. 218 olme Lokalangaben, ebenso desselben Verf.<br />

Flora der Insel Moon, 1854, S. 40. Dasselbe ist der Fall bei GRUNER: Versuch<br />

einer Flora Allentackens, 1864, S. 489, iind GI^KIIN: Flora der Umgebung Dorpats,<br />

1860, S. 542. — Rus.sow: Flora der Umgebung Revals, 1862, sagt S. 77:<br />

»Zerstreut, doch nicht selten.» — SKOTTSBERG U. VKSTERGRKN: Zur Kenntnis<br />

der Vegetation der Insel Oesel, 1901, S. 9: »Durch das ganze Gebiet, redit häufig.»<br />

— LEHMAXN: Flora von Polnisch-Livland, 1895, S. 253: »Trockene Wälder,<br />

Gebiische, Hiigel, EBböschungen, Heiden, Wegränder. Gemein.»<br />

Ini Juni 1926 liabe ich die Art auf Ösel (Pargel und am Fuss des Widobergs),<br />

westlich von Hapsal und bei Reval (I.aksberg) aufgezeichnet.<br />

KUPFFER: Grundziige der Pflanzengeograpliie des ostbaltischen Gebietes,<br />

1925, nennt die Art S. 137 bei der Schilderung der »Hiigellandschaft Sudostlyivlands<br />

(lyivonia clivosa)» als Bestandteil der fiir »sonnige Pliigel» charakteristischen<br />

Vegetation.<br />

MEIXSIIAUSEN: Flora Ingrica, 1878, S. 155: »In den oben beschriebenen Formen<br />

ist die Art in ganz Ingrien verbreitet .»<br />

Fiir Finnland bemerkt HjEivT, 1926, S. 24: »Per totinn fere territorium frequenter<br />

vei freciuentissime i^rovenit.»<br />

In der naclifolgenden Detailbehandlung wird S. 25 eine abweichende Frequenz<br />

u. a. fiir Aland und die Rcgio Abocnsis angegeben. Fiir das letztere Gebiet<br />

heisst es »st fq: Arrli, Ann. och Renv.»<br />

Es ist bemerkenswert, dass BERGROTII, 1894, die Art nicht aus den Grenzgegenden<br />

zwischen Aland und dem Âboer Gebiet anfùhrt. — Bei CAJANDER:<br />

Kasvistollisia tutkimuksia M3'nämäen, Mietoisten ja Karjalan kunnissa, 1902,<br />

heisst es S. 130: »fq. Häuf. auf Flussabhängen und anderen Hiigelböschungen in<br />

Hainen, in Laubwäldern, auf offeneren Stellen in Fichtenbeständen, neben<br />

Zäunen, bisweilen auf Heiden und Felsen. Findet sich auch in Meeresuferhainen<br />

bei Aarlahti.» (Orig, finnisch.)<br />

Fiir Korpo teilt mir OI^E EKI:,UND mit: Ȁusserst selten. Ein Fundplatz im<br />

nördlichen Schärenarchipel.»<br />

Artemisia vulgaris L. var. coarctata (J. H. af Fors.).<br />

Karte 51.<br />

Kommt auf grusigen Schären sowie am Rand von oder in Ufergebiischen<br />

(Schwarzerlengebiischen) vor. 1st hier ohtie Zweijel völlig ur sprii ti glich.<br />

Die Art gehört als urspriingliche zu den grössten Seltenheiten Ålands. Ich<br />

kenne nur je eine I,okalität in den Kirchspielen Lemland, Föglö, »Sottunga<br />

und Kökar. Es ist bemerkenswert, dass alle diese Lokalitäten gerade auf die<br />

Strecke westlicher Schärenarchipel von Lemland — Kökar fallen; auf dieser<br />

Strecke liegen ja fiir mehrere Uferpflanzen die hauptsächlichsten Vorkommnisse.<br />

Die fragliche Art zeigt von hier aus nordwärts keine Verschiebung in<br />

ihrer Verbreitung. Das hat vielleicht seinen Grund in dem spärlichen Vorkommen,<br />

das nicht den nötigen Ausgangspunkt fiir eine weitere Verbreitung<br />

gebildet hat. Der Umstand, dass eine spärlich vorkommende Uferpflanze


184 y8 A. Palmgren, Die Einwanderungswege der Flora nacli deii Alaiidsinsehi<br />

gerade längs dieser Linie auftritt, zeugt unzweifelhaft davon, dass sie Uferpflanzen<br />

giinstige Bedingiingen darbietet.<br />

Von wo ist indessen die Rekrutierung erfolgt?<br />

oder Siidosten oder von beiden Seiten.<br />

denkbar sein.<br />

Offenbar von Siidwesten<br />

Alle drei Möglichkeiten diirften wohl<br />

Am nächsten liegt es jedoch vielleicht, sich die Einwanderung<br />

ganz oder teihveise von Sudosten zii denken. Drei der Fimdplätze<br />

(Kökar:<br />

Storrefvet, F ö g 1 ö: Klåfskärs Sandklobben und S o 11 n n g a: Finnö)<br />

liegen ja im siidöstlichen Åland und verhältnismässig nahe beieinander.<br />

Weiter ab liegt der Fundort Lemland:<br />

Björkö.<br />

Es ist aiich zii beachten, dass die Uferart Stiaeda maritivia, fiir welche<br />

eine Einwanderung aus dem Ostbaltikum als unbestreitbar angesehen werden<br />

muss, ilire Verbreitung gerade in Kökar und von da in einer Linie nacli Nordwesten<br />

und Norden (in Sottunga, Kumlinge und Brändö) hat. In der mir zugänglichen<br />

Literatur iiber das Ostbaltikum finde ich jedoch keinerlei Angaben<br />

iiber die vorliegende F'orm und auch nicht iiber die Art als Meeresuferpflanze<br />

iiberhaupt. Selbst habe ich im Juni 1926 die Art (I) auf der grusigen Siidspitze<br />

der Insel Abro (Ösel) zugleich mit mehreren anderen Strandarten<br />

notiert.<br />

Bekanntlich tritt die vorliegende Art in-grossen Teilen von Finnland mehr<br />

oder weniger häufig auf Kulturboden auf (siehe näher HjELT, 1926, S. 76).<br />

Sie sclieint aber auch völlig spontan an Meeresufern oder auf Schären am<br />

offenen Meer vorzukommen. Es sind wohl Exemplare von solchen Ståndorten,<br />

die in der Literatur unter dem Namen var. coarctata bekannt sind.<br />

Fiir diese Form hat HJELT, 1926, S. 80, die Angabe: »Ad litus maris aeque<br />

longe ac f. typica.» — In der darauffolgenden Detailbehandlung heisst es<br />

fiir die Regio Aho'énsis und Nylandia (fiir Åland werden keine Angaben mitgeteilt;<br />

wegen des sonstigen Vorkommens sei auf HJELT verwiesen):<br />

»Ab. Jurmo Estrevlan pce, ömsarsten cp [»5»]: Eki. Veg. p. 201: Jurmo [in<br />

insula eius nominis] rr, Gnuidvikharu r (r): 1. c. p. 215; Jurmo Bokulla-örn:<br />

Eki. Bot. II p. 16; Korpo (.st fq—p) iu taeniis exterioribus: Eki. comm.; r Pargas<br />

in in.sula inter Stortervo et Lemlaks: Adl.; Pargas (!) Terfsund, Attu, Långholm:<br />

Arrh. Ann.; Bromarf Bredvik in insula: Sand.! — Nyi. verisimiliter liaec<br />

var. r in litoribus Fjälgrund ad Bastö: W. Brenn. Växtg.; in taeniis in litoribus<br />

ex. gr. [Karis] Hummelskäret!: His. p. 57; ad litora maris: W. Nyi.; (st fq)<br />

in maritimis: Sael. Ö.Xyl.—Jk. Koivisto Vasikkasaari: E. Nylander!»<br />

Fiir Korpo teilt mir OI,E EKLUND mit: »Artemisia vulgaris tritt zerstreut —<br />

zieml. gewöhnlich auf Kulturstandorten auf; seltener als f. coarctata im äusseren<br />

Schärenarchipel.»<br />

Fiir Schueden sagt LINDMAN: Svensk Fanerogamflora, 1926. S. 541 beziiglich<br />

der in Rede stehenden Form nur »havsstr., täml. sälls.» — THEDKNIUS:<br />

Flora öfver Uplands och Södermanlands fanerogamer och bräkenartade växter,<br />

1871, S. 377: »Träffas stundom på hafsstränderna.» — Stockholmstraktens växter,<br />

1914, S. 18: »Mell. Söderm.-omr. Hölö Abynäs: Västerljung Röfvaregru»dtt


ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 185<br />

o. Långholmen i Hällsviken. Södertörnsomr.: Torö Herrhamra. Sthms omr.:<br />

Stockholm Norrtull. Skärgårdsomr.: Blidö fl.-, Djurö Sandhamn; Ljusterö<br />

Trekliimsen; Nämndö; Möja Ljusskär, Mordskär o. fl.-, Rådmansö //.»<br />

JOHANSSON: Hufvuddragen af Gotlands växttopografi och växtgeografi,<br />

1897, sagt S. 115: »Anm. §) coarctata (J. II. af Fors.) uppgifves (först af vS)<br />

förekomma på Gotl. Bland de af förf. sedda formerna finnes dock ingen, som<br />

kan jämföras med de fullt utpräglade från t. ex. Öland.» In seinem Verzeichtiis<br />

der »Meeresuferpflanzen» (Hafsstrandväxter) (S. 37) fiihrt JOHANSSON Artemisia<br />

vulgaris gar nicht an.<br />

Hypochaeris maculata Tv.<br />

Karte 52.<br />

Komnitauf HiigelwieseninLaubwiesengebietenvor. Siehe näher 1915, S. 461,<br />

Das liauptsächlichste Vorkommen der Art fällt atif äie Haupiinseln Åland<br />

lind Eckerö; sie ist auf derersteren in den westlichen iind mittleren Teilen recht<br />

gleichmässig verbreitet, wird aber in Saltvik und Sund spärlicher. Mit einzelnen<br />

Fundorten geht sie in den Schärenarchipel von Lemland (i Lokalität),<br />

in den NW Schärenarchipel und nach Vårdö (1 Lok.) hinaus. Dann kommt<br />

in der Verbreitung eine Liicke in Föglö, Sottunga und Kökar, aber in Kumlinge<br />

und Brändö tritt die Art wieder mit je einer Lokalität in den beiden<br />

Kirchspielen auf.<br />

Offenhay ist das westliche Vorkommen sclmedischen Ursprungs. Aber das<br />

Vorkommen in Kumlinge und Brändö? Steht es mit dem iibrigen Vorkommen<br />

auf Åland im Zusammenhang oder ist es östlichen Ursprungs? In dieser Hinsicht<br />

ist zu bemerken, dass BERGROTH die Art nicht aus den Grenzkirchspielen<br />

Iniö, Gustafs, Töfsala {Regio Abo'ènsis) anfùhrt, und dass sie sich (nach Mitteilung<br />

von EKLUND) auch in Korpo nicht findet.<br />

In bezug auf die Verbreitung zeigt diese Art eine benierkenswerte Ubereinstimmung<br />

mit Solidago virgatirea. Siehe S. 66.<br />

Vorkommen auf Åland;<br />

Lemland: Jersö; Jomala: Kmigsö (Br. Fl.), Wiesen von Godtby,<br />

Norrsunda, Norrsunda — Södersunda, Vestansunda, Vargsunda; H a m m a r-<br />

1 a n d: Byttböle, im Winkel der Bucht Postadfjärden, Postad, Kattby, Kattnäs,<br />

Frebbenby, Mörby, Salis, am Marsund S von Berghamnslandet, Bovik, Strömma,<br />

Skråbjörkö, Skabbskär, Äppelö; Eckerö: Björnhufvud, Marby, Öfverby,<br />

Kirchdorf, vStorby, Storby: Öra u. Vikarna sowie Lillflada, Olafsveden — Öra,<br />

Skag, Böle (Pesola), Finbo, nach H. Lindberg Skeppsvik und siidwestl. Teil von<br />

Ost-Eckerö; Geta: Bolstaholm, Oisnäs — Greggnäs, Östergeta, Dörfer Vester-u.<br />

Östergeta, Höckböle holme: Finström: Emnäs (nachMeunnan), Grelsby,<br />

Bjerström, im Winkel der Bucht Postadfjärden, Bamböle, Skabbö, Björkö,<br />

Tjudö, Bastö, N von Sundbacka; Saltvik: Dorf Långbergsöda — Bucht<br />

Längbergsöda vik; Sund: (iut Kastelholm, bei der Kirche; Vård ö: Mickelsö:


186 A. Palmgren, Die Einwaiiderungswege der Flora nacli den Alandsinseln<br />

K u m 1 i n g e: Dorf — Danipferlandungsbrucke (uppig an einer Stelle an der<br />

Landstrasse). — Wîrd von Bergroth, 1894, aus Kumlinge (»h. o. d.») und aus<br />

Brändö: Krokliolni (Dorf Brändö.) angefiihrt.<br />

Vorkommen in den am nächsten hei Åland liegenden<br />

Ländern:<br />

LINDMAN: Svensk fanerogamflora, 1918, S. 553: »Ang., hagar. Sk.—s. Lpl.,<br />

öl., Gtl., allm.» — Stockhohnstraktens växter, 1914, gibt S. 94 an: »allmän —<br />

flerstädes.» — TIIEDENIUS: Flora öfver Uplands och Södermanlands fanerogamer<br />

och bräkenartade växter, 1871, S. 348: »På backar och torra betesmarker,<br />

allmän.» — JOHANSSON: Hufvuddragen af Gotlands växttopografi och växtgeografi,<br />

1897, S. 137: »Allest. Talr. — niängdv.<br />

SCIIMIDT: Flora des silurischen Bodens von Ehstland, Nord-Livland und<br />

Oesel, 1855, S. 221: »Vorziiglich in Nord-Ivhstland, in der Wiek und auf Oesel.<br />

Im Innern des Landes: Te n j al bei Weissenstein, H a gg ers (Wied.).» —<br />

Desselben Verf. Flora der Insel Moon, 1854, nennt die Art nicht, — Russow:<br />

Flora der L'mgebung Revals, 1862, S. 79: »K o s c h, T i s c h e r, Liberté<br />

(Wied.)!; C a t h a r, (Sengbusch). K a d d a c k, Hark, F ä h n a, W i e m s,<br />

C o u rn a 11, J o h a n n i s h o f f, J e 1 g i m e g g i!.» — GRUNER: Versuch<br />

einer Flora Allentackens, 1864, S. 492: »Durch ganz A 11 e n t.; besonders häufig<br />

auf sandigem Boden, seltener auf trockenen Wiesen. In den Nadelwäldern<br />

an der obern Narova von P e r m e s k ii 1 1 bis zur B o r o w n a, bei M e r r e-<br />

k û 11, W a i w a r a, C h u d 1 e i g h!; sodann 5 Werst östlich von W a r j e 1,<br />

bei A 11-1 s e n h o f, H i r m u s und weiter siidwärts, zwischen N e u-I s e n-<br />

h o f und K o c h t e 1, R u 11 i k, auf Anliöhen bei M e h n t a c k, Klein-<br />

P u n g e r n, auf dem Nordende des I s a c k'schen Höhenzuges!.» — GI^EHN:<br />

Flora der Umgebung Dorpats, 1860, S. 546: »Zerstreut durch das Gebiet, Rabbina;<br />

Pajo (Bienert); Hiigel zwischen Lochkwa imd Timmofer!; Zwischen der<br />

Werroschen und Rigaschen Strasse!; Auf dem Wooremäggi bei Päkste! etc.» —<br />

SKOTTSBERG U. VESTERGREN: Zur Kenntnis der \'egetation der Insel Oesel,<br />

1901, S. 16: AÛberall, auf Wiesen.» — LEHMANN: Flora von Polnisch-Livland,<br />

1895, S. 274 (s. n. Achyrophortts tnaculaius Scop.): »Kieferwälder, sandige Hiigel,<br />

Heiden, trockene Wiesen, EB-böschungen. Häufig.»<br />

Im Juni notierte ich die Art auf ösel: Lode (II), Pargel (IV), am Fuss des<br />

Widobergs und auf der Siidspitze der Insel Abro.<br />

MEINSHAUSEN: Flora Ingrica, 1878, S. 185: »In diirren, sonnigen Hugelländereien,<br />

sowohl in dem Kalkstein- wie auch in dem Sandgebiete gemein und<br />

gewöhnlicli recht zahlreich beisammen.»<br />

Fiir Finnland bemerkt HJELT, 1926, S. 245: »In Fennia australi plenimque<br />

passim—satis frequenter occurrit; ad septentrionem versus usque ad c. 63°^0'<br />

progreditur, ubi iam rarissima. Uno loco ad c. 64° 15' indicatur, mea ex sententia<br />

adventicia.»<br />

Aus der nachfolgenden Detailbehandlung ergibt sich fiir die Regio Aboënsis<br />

ein Vorkonmien an mehreren Orten. Fiir den Schärenarchipel heisst es jedoch<br />

nur: »Finby prope templum». Besonders wird nach OLE EKLUND das Fehlen in<br />

den an Aland grenzenden Kirchspielen Korpo und Houtskär hervorgehoben.<br />

Zu beachten ist, dass BERGROTH: Anteckningar om vegetationen i gränstrakterna<br />

mellan Åland och.Abo-området, 1894, die Art (8. 77) nur aus Kumlinge<br />

(»hie und da») und Brändö (Krokholm), gar nicht aus dem zum Aboer


ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 187<br />

Gebiet gehörenden Teil des Untersuchungsgebietes erwähiit. CAJANDER: Kasvistollisia<br />

tutkimuksia Mynämäen, Mietoisten ja Karjalan kunnissa, 1902,<br />

gibt S. 134 an: »Pt. (== der nördlichste Teil von Mynämäki) fqs., sonst fq. Häufig<br />

auf Hiigelabhängen (oftmals reiclilicli, bes. auf steinigen), ausserdem in Hainen,<br />

auf Heiden und in offenen Wäldern. Fehlt um die Kirche von Mynämäki, ganz<br />

wie Cirsium heterophyllunt.» (Orig. finnisch.)<br />

Nachträge.<br />

Zur Ergänzung der Fussnote 2 auf S. 31 seienfolgende Angaben mitgeteilt,<br />

die ich während des Druckes von Herrn Professor K. R. KUPFFER erhalten<br />

habe und die im Text berucksichtigt worden sind:<br />

Potamogeton panormitanus: »Diese Art habe ich in den Jahren 1902—07<br />

mehrfach im Bereiche des Subdistrictus insularis eingesammelt.»<br />

Scirpus mamillatus: »Von mir 1902 bei Arensburg auf d. Insel Ösel aufgefunden.»<br />

Eriophoriim gracile: »Von mir 1902 auf Ösel, 1903 auf Dagö gefunden.»<br />

Polygoniini minus: »Auf Dagö häufig, 1903.»<br />

S teli aria lon gif oli a: »Von mir 1904 bei Hapsal an 2 Stellen eingesammelt,<br />

1903 desgl. auf Dagö an einer Stelle.»<br />

Limosella aquatica: »Ösel mehrfach 1902, Dagö 1903.»<br />

Carlina vulgaris: »Die echte Carlina vulgaris nur selten im Districtus insularis,<br />

daselbst auch C. longifolia, die auf dem Festlande allein yorzukommen<br />

scheint.»<br />

Zu dem in der Fussnote angegebenen Vorkommen von Spergula vernalis<br />

schreibt KUPFFER: »Sehr intéressant. Hierdurch vverden einige alte unsichere<br />

Angaben fiir Sp. pentandra zurechtgestellt.» — In bezug auf Sagina maritima:<br />

»Sehr intéressant! Mir bisher nie begegnet.»<br />

Betreffs der folgenden Arten, iiber die ich in der Literatur fiir Estland<br />

keine Angaben gefunden habe, stiitze ich mich auf Mitteilungen von Professor<br />

KUPFFER:<br />

Poa angustifolia: »In unserer ostbaltischen Flora und auch in NW Estland<br />

nicht selten, hier bisher als Varietät zu Poa pratensis gezogen.»<br />

Carex nemorosa: »1st sowohl im Subdistrictus insularis als auch im Subdistrictus<br />

siluricus nicht selten. Bisher nicht von C. vulpina unterschieden.»<br />

Junctis stipimis: »Auf. Dagö sehr verbreitet und kommt auch sonst im Silurgebiet<br />

vor.»<br />

Xymphaea Candida: »In Estland und auf unseren Ostseeinseln häufiger als<br />

K. alba, mit der man sie bisher verwechselt hat.»<br />

Rosa tomeniosa: »Im vSubdistrictus insularis kommt diese odcr die nächstverwandte<br />

Art R. omissa vor.»<br />

Gentiana uliginosa: »Im Subdistrictus insularis nicht selten, wahrscheinlich<br />

auch im Subdistrictus siluricus.»


188 A. Palmgren, Die Einwaiiderungswege der Flora nacli den Alandsinseln<br />

Mentha litoralis: »Diese Art habe ich einmal an der Aliindung des Kasarjen-<br />

I'lusses in West-Estland eingesaminelt.»<br />

Calliiriche polymorpha: »Im ostbaltischen Gebiet die liäufigste Art dieser<br />

Gattung.»<br />

Bei den in dem Artenverzeichnis auf S. 31 angefiihrten Arten sind folgende<br />

Mitteilungen von KUPFFER ZU beachten:<br />

Dlechnum Spicant: »Fiir diese Art gibt es eine ältere allerdings nicht ganz<br />

zvveifelsfreie Angabe fiir Kasparwiek an der Nordkiiste Estlands. In Kurland<br />

ist sie sicher festgestellt, allerdings vielleicht vvieder verschwunden.»<br />

Fri tillaria Meleagris: »Bei uns inassenhaft auf d. Auwiesen d. Kurischen Aa<br />

bei Mitau in Kurland. Friiher auch auf Wiesen nahe d. Strande bei Libau u. Reval.<br />

Ob urwiichsig oder eingeschleppt?»<br />

Isoêtes lacustre, Sparganium affine und Potamogeton obtusifolixts : »Felilen ini<br />

Subdistrictus insularis, im iibrigen Silurgebiet fraglicli.»<br />

Alchemilla alpestris: »Wahrscheinlich bislier nur iibersehen.»<br />

Von Intéressé sind ferner folgende Mitteilungen Professor KUPFFERS iiber<br />

die Flora ini Ostbaltikum:<br />

Arrhenatheriim elatiiis: »Halte auch ich ini Subdistr. insularis fiir urwiichsig,<br />

sonst in unsreni Gebiete meist nur eingeschleppt.»<br />

Dactylis glomerata: »Auch bei uns wohl sicher urwiichsig.»<br />

Sedum maximum : »Im Subdistrictus insularis mehrfach (ösel 190 7, Nuckö<br />

1904, Körgsaar 1904).»<br />

Rosa canina: »Konimt wohl nur auf Ösel und zwar in nicht ganz reinen<br />

Formen ver.»<br />

Calliiriche autumnalis: »Fehlt im vSubdistrictus insularis, im iibrigen Silurgebiet<br />

fraglich.»<br />

Tanacetiim vulgäre: »Auch bei uns wohl urspriinglich.»<br />

Wegen mehrerer von den S. 32—33 angefiihrten Arten (mit anscheinend<br />

liäufigerem Vorkommen aiif Åland als in Estland) sei auf die Äusserungen<br />

von KUPFFER, die in Teil II (Artenverzeichnis) auf genommen sind, hingewiesen.<br />

In Ergänzung der Fussnote 2 auf S. 31 ist noch zu erwälinen, dass OLE<br />

•EKLUND im Sommer 1926 Selaginella ciliata auf Wormsö und Montia *lamprosperma<br />

auf Dagö angetroffen hat.


ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 189<br />

Erklärung und Verzcichnis der Vcrbreitungskarten.<br />

Die Karten 1—56 geben die åländische Inselwelt wieder. Nur ganz ini<br />

Siidosten iind ini Nordosten wird ein Teil ihres äussersten Schärenarcliipels<br />

abgesclinitten. Östlicli von der Landschaftsgrenze (auf der Karte ganz redits<br />

angegeben) beginnt der zur Regio Aboënsis gehörende Schärenarchipel, von<br />

dem ein kleinerer Teil auf der Karte sichtbar ist.<br />

Die vier iibrigen auf den Karten angegebenen (iin Norden und Siiden verlaufenden)<br />

Grenzen sind pflanzengeographische Grenzen nach des Verfassers<br />

Studie von 1921, Die Entfernung als pflanzengeographischer Faktor (siehe z. B.<br />

Kap. IV, S. 69—70 und die Karte), wie audi nadi der Arbeit von 1925, Die Artenzalil<br />

als pflanzengeographischer Charakter sowie der Zufall und die säkulare<br />

Landhebung als pflanzengeographisdie 1'aktoren (siehe die Karte). Die<br />

schwach hervortretenden Grenzen sind Kirdispielgrenzen.<br />

Ein roter Ptmkt auf den Artenkarten gibt eine Lokalität an, wo die betreffende<br />

Art vom Verf. aufgezeichnet worden ist. Ein rotes Kreuz bezeichnet<br />

eine Lokalität nach Mitteilung eines anderen Gewährsmanns. Auf Karte 1,<br />

wo zwei Arten zusammen veranschaulicht sind, ist fiir die eine als Lokalitätsbezeichnung<br />

ein Dreieck angewandt.<br />

Das betreffende Zeichen gibt Vorkomninisse auf dem Inselchen, der Landzunge,<br />

dem Anwesen öder dem Dorfgebiet an, die von ihm bezeichnet vverden.<br />

Das Areal, auf das sich ein Zeichen bezieht, kann von wechselnder Grosse<br />

sein, ist aber selten bedeutend; es umfasst in der Regel höchstens ein oder<br />

ein paar Quadratkilometer. Verschiedenheiten hinsichts der Reichlichkeit<br />

des Vorkomniens sind durch die Zeichen nicht verdeutlicht.<br />

Karten in grösserem Format hätten eine nodi genauere Angabe der<br />

iHindplätze ermöglicht. Sie hätten jedocli den allgenieinen Uberblick<br />

erschwert und hätten natiirlicherweise viel mehr Kosten verursacht.<br />

Um die Zeugnisse, die die hier niitgeteilten Verbreitungskarten 1—52 in<br />

bezug auf das Vorkonimen der betreffenden Arten liefern, in volleni Umfang<br />

ablesen zu können, ist es selbstverständlich erforderlich, dass man die Voraussetzungen<br />

kennt, die fiir das Vorhandensein der einzelnen Arten in den<br />

Ståndorts- und Lokalverhältnissen Ålands gegeben sind. Hierfiir sei auf die<br />

friiheren Schriften des Verfassers hingewiesen. Ferner ist erforderlich ein Einblick<br />

in den Grad der Genauigkeit und des Umfangs, womit die Untersuchungen<br />

ausgefiihrt worden sind, also auch eine Kenntnis von den Plätzen, an denen<br />

die Aufzeichnungen gemacht wurden, sowie von dem Vorkonimen der<br />

iibrigen Arten.<br />

Es ist pekuniär nicht möglich, jetzt Karten iiber sämtliche Arten Ålands<br />

niitzuteilen; dies hätte meiner Studie allerdings einen tieferen Hintergrund<br />

gegeben. Audi konnten hier r-icht fiir alle Arten Lokalverzeichnisse abge-


IGO A. Palmgren, Die Einwanderiingsvvege der Flora iiach den Âlandsinseln<br />

druckt werden. Ich beschränke mich darauf, vier komplettierende Karten zu<br />

geben, die beim Studium der Karten 1—52 als Hintergrund dienen sollen.<br />

Die Karten 53 und 54 veranschaulichen das Vorkommen (wie es aus nieinen<br />

Studien liervorgeht) fiir zwei häufigere und recht gleichmässig verbreitete<br />

Laubwiesenarten {Filipendula hexapetala und Primula veris), von denen die<br />

eine auf trockenem, die andere vorzugsweise auf etwas frischerem Boden auftritt.<br />

Die Karte 55 gibt das Vorkommen einer repräsentativen allgemeiner<br />

verbreiteten Laubvviesenart beschatteter Lokalitäten {Geranium silvaticiim)<br />

an, Auf der Karte 56 ist das Resultat der Studien des Verfassers in bezug auf<br />

eine häufig vorkomniende Meeresuferart {Scirpus unighimis) zusammengefasst.<br />

Asplenimn Ruta muraria ,. Karte<br />

Selaginella ciliata »<br />

Alopecuriis ventricosiis .... »<br />

Avena pratensis »<br />

Arrhenatherum elatius .... »<br />

Brachypodium pinnatum .. »<br />

Scirpus rufus »<br />

Sc. com pressus »<br />

Sc. uni g lumi s »<br />

Car ex glareosa »<br />

C. f lav a •<br />

C, Hornschuchiana »<br />

C. distans »<br />

Allium ursinum »<br />

Polygonatum ynidtifloriim .. »><br />

Orchis mascula »<br />

Gymnadenia conopsea .... »<br />

Cephalanthera longifolia .. »<br />

Polygonum dumetorum .... »<br />

A triplex hastatum<br />

Salicornia europaea<br />

Honkenya peploides<br />

Scleranthus annuus<br />

Silene venosa<br />

Melandrium viscosum ....<br />

Ranunculus cassubicus ....<br />

R. F i caria<br />

Alliaria officinalis<br />

C ak He maritima<br />

2 Isatis tinctoria<br />

2'» Crambe maritima<br />

25 Barbar ea strie ta<br />

3 Draba incana<br />

2G Sedum annuum<br />

4 Cratcegus monogyna<br />

27 Filipendula hexapetala ....<br />

28 Lathyrus montanus<br />

56 Polygala amarella<br />

29 Geranium silvaticum<br />

30 Hypericum hirsutum ....<br />

31 Viola mirabilis<br />

5 Daphne Mezereum<br />

6 Gentian a *suecica<br />

7 Calystegia sepium<br />

8 Primula veris<br />

Scutellaria hastifolia<br />

J O Stachys silvatica<br />

11 Veronica s pi ca ta<br />

32 Melampyrum cristatum ....<br />

33 Odontites simplex<br />

3'I Succisa pratensis<br />

35 Knautia arvensis<br />

30 Solidago v/rgaurea<br />

37 Artemisia campestris<br />

38 Cirsium heterophylliim ....<br />

39 Hypochaeris maciilata ....<br />

1 Artemisia vulgaris var. coarc-<br />

12 tata<br />

Karte 40<br />

1<br />

» 41<br />

» 13<br />

» 42<br />

» 14<br />

» 53<br />

» 43<br />

» 15<br />

» 55<br />

» 44<br />

» 45<br />

» 16<br />

» 4f.<br />

» 17<br />

54<br />

4 7<br />

18<br />

19<br />

48<br />

49<br />

20<br />

21<br />

50<br />

22<br />

23<br />

52<br />

51


Literaturvcrzeichnis.<br />

AI.M, CARI, G., 1919, Några sydliga lokaler för Carex glareosa Wg. (Svensk Botanisk<br />

Tidskrift, Bd. 13.)<br />

AIVMGREN, K., 1909, Om förekomsten i Sollentuna socken af Betonica officinalis<br />

samt några andra botaniska anteckningar. (Sv. Bot. Tidskr., Bd. 3.)<br />

AUIQVIST, ERIK, 1917, Några växtfynd i Stockholmstrakten. (vSv. Bot. Tidskr.,<br />

Bd. 11.)<br />

—»— 1919, Viktigare tillägg och rättelser till Upplands flora. 1. (Ibid., Bd. 13.)<br />

AI,MQUIST, S., 1909, Mera om förekomsten af Betonica officinalis i Sollentuna.<br />

(Sv. Bot. Tidskr., Bd. 3.)<br />

ANDKRSSON, GUNNAR och BIRGER, SKUM, 1912, Den norrländska florans geografiska<br />

fördelning och invandringshistoria med sårskild hänsyn till dess<br />

sydskandinaviska arter. Uppsala och Stockholm. (Norrländskt handbibliotek<br />

V.)<br />

ARRIIENIUS, O., 1917, Några smärre bidrag till kännedom om Stockholmstraktens<br />

växter. (Sv. Bot. Tidskr., Bd. 11.)<br />

—»— 1918, Några bidrag till kännedomen om Stockholmstraktens växter.<br />

(Ibid., Bd. 12.)<br />

—»— 1920, öcologische Studien in den Stockliolmer Schären. Stockholm.<br />

ARNEI,L, H. VII,H., 1912, Hipix)phaë rhanmoides och Thymus serpyllum. En<br />

växtgeografisk skildring. (Sv. Bot. Tidskr., Bd. 6.)<br />

—»— 1919, Thymus serpyllum i Västerbotten, (Ibid., Bd. 13.)<br />

ASCHERSON, P. und GRAEBNER, P., 1898, Flora des Nordostdeutschen Flachlandes<br />

(ausser Ostpreussen). BerUn.<br />

BARTIIEI., ERIK, 1922, Tillägg till »Stockholmstraktens växter». (Sv. Bot. Tidskr..<br />

Bd. 16.)<br />

BERGROTH, OSSIAN, 1894, Anteckningar om vegetationen i gränstrakterna<br />

mellan Åland och Abo-området. (Acta Societatis pro Fauna et Flora<br />

Fennica, XI.)<br />

BERGSTRAND, C. E,, 1852, Naturalhistoriska anteckningar om Åland. (Botaniska<br />

notiser, 1852.)<br />

BRENNER, WIDAR, 1921, Växtgeografiska studier i Barösunds skärgård. I. (Acta<br />

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CAJANDER, A. K,, 1902, Kasvistollisia tutkimuksia Mynämäen, Mietoisten ja<br />

Karjalan kunnissa. (Acta Soc. pro F. et Fl. Fennica, 23.)<br />

—»— 1914, Kasvien vaellusteistä Suomeen. (Lännetär. Uusi Jakso. II.)<br />

—»— 1916, Metsänhoidon perusteet. I. Kasvibiologian ja Kasvimaantieteen<br />

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—»— 1921, Zur Kenntnis der Einwanderungswege der Pflanzenarten nach Finnland.<br />

(Acta Forestalia Fennica, 21.)


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CKDKRCREUTZ, CARI,, 192 7, Studien iiber Laubwiesen in den Kirclispielen Kyrkslätt<br />

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Fennica 3, edidit Societas pro Fauna et Flora Fennica.)<br />

D.\III,OREX, K. V. OSSIAN, 1923, Tillägg till Salatraktens kärlväxtflora. (Sv.<br />

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Du RiivXz, G. EINAR, 1925, Die Hauptziige der Vegetation des äusseren Schärenliofes<br />

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—»— 1920, Botaniska anteckningar från Utö i Korpo skärgård. (Ibid., H. 45.)<br />

—»— 1921, Botaniska notiser från Ab, Korpo. (Ibid., H. 46.)<br />

1921, Märkliga växtfynd i Ab, Korpo. (Ibid., H. 47.)<br />

—»— 1921, Carex canescens L. X C. stellulata Good. (Ibid., H. 47.)<br />

—»— 1921, Vegetationen å Vidskär och Jurmo (Ab, Korix»). (Ibid., H. 47.)<br />

—*— 1925, Botaniska notiser från Ab, Korpo. (Ibid., H. 48.)<br />

—»— 1925, Sagina maritima Don. mf. rosulans (Neum.) m. (Ibid., H. 48.)<br />

v^' 1925, Botaniskt från Ab, Korpo, 1922. (Ibid., H. 49.)<br />

—»— 1925, Botaniska anteckningar från Österskär (Ab, Korpo). (Ibid., H. 49.)<br />

—»— 1925, Sagina procunibens m. plena n. moustr. (Ibid., II. 49.)<br />

éM. — 1925^ Anteckningar om växtvärlden i Korpo västra skärgård (Ab). (Ibid.,<br />

H. 49.)<br />

—»— 1925, Sällsynta växtfynd i Ab Korpo 1923. (Ibid., PI. 50.)<br />

—»— 1924, Strandtyper i Skärgårdshavet. Ett bidrag till kännedomen om litoralens<br />

vegetation. (Terra, 36 årg., N:o 2—3.)<br />

—»— 1926, Zur Systematik und Verbreitung der Gattung Oxycoccus Hill. in<br />

Fennoscandia orientalis. (Acta Societatis pro Fauna et Flora I'enn., 55.)<br />

—»— 192 7, Botaniskt från Ab Korpo 1924, (Memoranda Societatis pro Fauna<br />

et Flora Fennica 1.)<br />

—»— 1927, Ûber Rumex thyrsiflorus Fingerh. im ostfennoskandischen Florengebiet.<br />

(Ibid., 1.)<br />

FI^ORSTRÖM, BRUNO, 1914, Studier öfver Taraxacum-floran i Satakunta. (Acta<br />

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FRIES, E. TH., 1915, Spridda växtgeografiska bidrag. (Sv. Bot. Tidskr. Bd. 9.)<br />

FRÖMAN, INGMAR, 1924, Spridda bidrag till »Stockholmstraktens växter». (Sv.<br />

Bot. Tidskr., Bd. 18.)<br />

GI,EIIN, P. VON, 1860, Flora der Umgebung Dorpats. (Archiv fiir die Naturkunde<br />

Liv-, Ehst- und Kurlands, Ser. II, Bd. II.)<br />

GRUNER, LEOPOLD, 1862, Schilderung der Vegetationsverhältnisse des östlichen<br />

Allentacken, als Bericht iiber die Ergebnisse einer auf Kosten der<br />

Dorpater Naturforschergesellschaft unternommenen botanischeii Reise.<br />

(Archiv fiir die Naturkunde Liv-, Ehst- und Kurlands, Ser. II, Bd. III.)<br />

—»— 1864, Versuch einer Flora Allentackens und des im Siiden angrenzenden<br />

Theiles von Nord-Livland. (Ibid., Ser. II. Bd. VI.)<br />

HARTMAN, C, J., 18 79, Handbok i Skandinaviens flora. Elfte upplagan (Förra<br />

delen: Fanerogamer och ormbunkar). Stockholm. — Siehe weiter<br />

HOLMBERG, O. R.<br />

HEDBOM, KARL, 1912, Strödda anteckningar om några märkligare element i<br />

Upsala-floran förr och nu. (Sv. Bot. Tidskr., Bd. 6.)


ACTA BOTANICA FENNICA 2 193<br />

HESSELMAN, HENRIK, 1904, Zur Keiintnis des Pflaiizenlebens vschwedisclier<br />

Laubwieseii. Eiiie jjliysiologisch-biologiselle und pflanzeugeographische<br />

vStudie. (Sonderabdnick aus den Beiliefteii zum botanisclien Ceiitralblatt,<br />

Jahrg. 1904.)<br />

—»— 1920, Några tillägg till »Stockholmstraktens växter». (Sv. Bot. Tidskr.,<br />

Bd. 14.)<br />

—»— 1920, Cotoneaster nielanocarpa I^odd. i Södermanland. (Ibid., Bd. 14.)<br />

HJELT, PIJAI.MAR, 1888—I92R), Conspectus Florae Fennicae I—VII. (Acta vSoc.<br />

])ro F. et Fl. Fenn., 5, 21, 30, 35, 41, 51, 54.)<br />

Hor,.MNERG, O. R., 1922, Hartmans handbok i Skandinaviens flora redigerad<br />

av Otto R. Holmberg, II. 1. vStockholm.<br />

—»- 1926, Skandinaviens flora, H. 2. vStockholm.<br />

HOL.MGREX, BJ., 1920, Några tillägg till »Stockholmstraktens växter».<br />

Tid.skr., Bd. 14.)<br />

(Sv. Bot.<br />

HAKAXSOX, J. W., 1918, Floristiska bidrag fran södra Lidingö. (Sv. Bot. Tidskr.,<br />

Bd. 12.)<br />

HARD AV SEGERSTAD, FREDRIK, 1924, vSydsvenska florans växtgeografiska huvudgrupper.<br />

Malmö.<br />

IIÄYRÉN, ERNST, I909, Björneborgstraktens vegetation och kärlväxtflora. (Acta<br />

vSoc. pro F. et Fl. Fenn., 32.)<br />

JANSSON, ARVID, 1919, Ett litet bidrag till Stockholmstraktens flora. (Sv. Bot.<br />

Tidskr., Bd. 13.)<br />

—»— 1924, Tillägg till »Stockholmstraktens växter». (Ibid., Bd. 18.)<br />

JOHANSSON, K., 1897, Hufvuddragen af (iotlands växttopografi och växtgeografi<br />

grundade på en kritisk behandling af dess kärlväxtflora. (Kongl.<br />

Sv. Vet. Akad. Handl., Bd. 29.)<br />

KrjNGE, J., 1882, Flora von Est-, Liv- und Curland. Reval.<br />

— 1891. Bericht iiber ini Jahre 1890 fiir das Ost-Balticum neu gesichtete<br />

Pflanzenarten. (Sitzungsberichte der Naturforscher-Gesellschaft bei der<br />

Universität Dori)at, Bd. 9.)<br />

KUPEFER, K. R., 1896, Beitrag zur Flora der Insel Runö. (Korresix)ndenzblatt<br />

des Naturforscher-Vereins zu Riga, XXXIX.)<br />

—»— 1902, Saussurea alpina DC. subsp. esthonica (Baer ex Rupr. ])r. sp.) Kupffer.<br />

(Ibid., XLV.)<br />

—— 1904, Bemerkensvverte Vegetationsgrenzen im Ost-Balticum, (Verhandlungen<br />

des Botanischen Vereins der Provinz Brandenburg, XLVI.)<br />

—»— 1904, Kleine Notizen von Dozeiit K. R. Kupffer in Riga (K) und Dr.<br />

med. P. Lackschewitz in Liban (L). (Korrespondenzblatt des Naturfor-<br />

.scher-Vereins zu Riga, XLVII.)<br />

—»— 190 7, Vorläufige Mitteilung iiber die ostbaltischen Taraxaca. (Ibid., L.)<br />

—»— 190 7, Literaturiibersicht der ostbaltischen Flora. (Ibid., L.)<br />

—»— 1912, Kurze Vegetatiousskizze des ostbaltischen Gebietes. (Ibid., LV.)<br />

—»— 1919, Natiirliche Zugehörigkeit und Grenzen des ostbaltischen Gebiets.<br />

(Kalender auf das Jahr nach Christi Geburt 1919, herausgegeben vom<br />

Baltischen deutsch=evang. Notstandskomitee im Verein mit der Buchdruckerei<br />

W. F. Häcker und der Mullerschen Buchdruckerei. Riga.)<br />

—»— 1922, Der Einfluss des Weltkrieges auf die Pflanzenvvelt bei Riga. (Arbeiten<br />

des Naturforscher-Vereins zu Riga, Neue Folge, H. XIV.)<br />

13


19'I A. Palmgren, Die Einwarclenmgswege der Flora nach den Alandsinseln<br />

KUPFFER, K. R., 1925, Grundziige der Pflanzeiigeographie des ostbaltischen<br />

Gebietes. (Abhandlungen des Herder-Instituts zu Riga, Bd. 1.)<br />

LYKIIBERT, RUD., 1904, Floristisclie Ergebnisse des Sommers 1903. (Korrespondenzblatt<br />

des Naturforscher-Vereins zu Riga, XLVIl.)<br />

—»— 1905, Beitrag zur Kenntriis der Gattung Calaniagrostis Adaus. im ostbaltischen<br />

Gebiet. (Ibid., XI.VIII.)<br />

—»— 1906, II. Beitrag zur Kenntiiis der Gattung Calaniagrostis Adans. im<br />

ostbaltischen Gebiet. (Ibid., XIJX.)<br />

—»— 1924, Neue Ergebnisse der Calamagrostis-Forschung. (Beilage der Zeitschrift<br />

»Pharmacia» 1924.)<br />

—»— 1925, Art-Grenzen im genus Calaniagrostis, demonstriert an Calaniagrostis<br />

purpurea Trin. (Beilage der Zeitschrift »Pharmacia» 1925.)<br />

LKIIBERT U. KUPFFER ,1904, Verzeichnis der auf den Inseln Höften beobachteten<br />

Pflanzen. (Korrespondenzblatt des Naturforschervereins zu Riga,<br />

XLVII.)<br />

LEIIMAXX, EDUARD, 1895, Flora von Polnisch-I^ivland mit besonderer Beriicksichtigung<br />

der Florengebiete Nordwestrusslands, des Ostbalticums, der<br />

Ciouvernements Pskow und vSt. Petersburg sowie der Verbreitung der<br />

Pflanzen durch Eisenbahneii. (Archiv fiir die Naturkunde Liv-, Ehstund<br />

Kurlands, Ser. II, Bd. XI.)<br />

—»— 1896, Nachtrag (I) zu derselben Arbeit. (Ibid., Ser. II, Bd. XI.)<br />

LEKSTRÖM, C. A. E., 1917, Tillägg till »Stockholmstraktens Vcäxter». (Sv. Bot.<br />

Tidskr., Bd. 11.)<br />

IJXDBERG, HARAI^D, 1903, tjber Pflanzen östlichen Ursprunges in der Flora<br />

von Fennoscandia orientalis. (Förhandlingar vid nordiska naturforskareoch<br />

läkaremötet i Helsingfors den 7 till 12 juli 1902. Helsingfors.)<br />

—»— 1909, Die nordischen Alchemilla vulgaris-formen und ihre Verbreitung.<br />

Ein Beitrag zur Kenntnis der Einwunderung der Flora Fennoscandias mil<br />

besonderer Riicksicht auf die finländische Flora. (Acta Soc. Scientiarum<br />

Fennicae, XXXVII.)<br />

IJXDÉN, JOHN (J. L.), 188 7, Bidrag till kännedomen om vSunds sockens flora<br />

på Åland. (Strödda uppsatser utgifna af Botanisk-Zoologiska föreningen<br />

»Primula». Åbo.)<br />

LINDMAN, C. A. M., 1918, Svensk fanerogamflora. Stockholm.<br />

—»— 1925, Svensk fanerogamflora. Andra upplagan. Stockholm.<br />

LINKOLA, K,, 1916, 1921, Studium iiber den Einfluss der Kultur auf die Flora<br />

in den Gegenden nördlich vom Ladogasee. I. Allgemeiner Teil u. IL<br />

Spezieller Teil. (Acta Societatis pro Fauna et Flora Fennica, 45, N:o 1<br />

u. 2.)<br />

—»— 1924, Suomen kasviston historia. (Oma Maa, 2 pain., osa V.)<br />

I.OEwis OF MENAR, W. von, 1926, Die Phanerogamen-Flora der Insel Runö.<br />

Arensburg.<br />

MAUIE, GUST. O., 1910, Epipogum aphyllum funnen i Roslagen. (Sv, Bot. Tidskr..<br />

Bd. 4.)<br />

— 1 9 1 5 , Ett tillägg Ull Stockholmstraktens växter. (Ibid., Bd. 9.)<br />

—»— 1923, Ett litet bidrag till Bo sockens kärlväxtflora. (Ibid., Bd. 17.)<br />

—»— 1925, Ett litet bidrag till Södermanlands flora. (Ibid., Bd. 19.)<br />

MALTA, N., 1915, Floristische Notizen aus Siidostlivland. (Korresixjndenzblatt<br />

des Naturforscher-Vereins zu Riga, LVll.)


ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 195<br />

MARKUS, E., 1925, Die Transgression des Moores iiber den Sandwall bei Laiva.<br />

(Sitzungsberichtete der Natxirforscher-Gesellschaft bei der Universität<br />

Dorpat, XXXII.)<br />

—»— 1925, Das Koinplexenprofil von Jätasoo. (Ibid., XXXII.)<br />

MKIXSIIAUSEN, KARL FR., 1878, Flora ingrica oder Aufzählnng und Beschreibung<br />

der Bliithenpflanzen und Gefäss-Cryptoganien des Gouvernements<br />

St. Petersburg. St. Petersburg.<br />

MONTEIVIV, J., 1903, Om Fritillaria Meleagris och Papaver dubium's förekomst<br />

på Åland. (Meddelanden af Societas pro Fauna et Flora Fennica,<br />

H. 29.)<br />

MUIII.KN, MAX VON ZUR, 1906, Die Potamogetonen des Ostbalticums nebst Benierkungen<br />

iiber den Wechsel der Arten und Formen in ein und demselben<br />

(îewâsser. Mit Zusätzen von K. R. Kupffer (Riga). (Korrespondenzblatt<br />

des Naturforscher-Vereins zu Riga, XlylX.)<br />

NICI.ASEX, K., 1904, Floristisclies ans lyodensee in Estland. (Korrespondenzblatt<br />

des Naturforscher-Vereins zu Riga, XLVII.)<br />

NORRI^IN, J. P., 1906, Hieracia florae fennicae. Suomen keltanot, (Ex A. J.<br />

Mela, Suomen kasvio edit. V, quam curavit A. K. Cajander.)<br />

—»— 1912, Nya nordiska Hieracia beskrifna af J. P. Norrlin. II. (Acta<br />

Societatis pro Fauna et Flora Fennica, 36.)<br />

PAIINSCH, GKRHARD, 1881, Beitrag zur Flora Ehstlands. (Archiv fiir die Naturkunde<br />

Uv-, Ehst- und Kurlands, vSer. II., Bd. IX.)<br />

PAUIGREN, AIVVAR, 1900, Två anmärkningsvärda växtfynd på Åland. (Meddelanden<br />

af Societas pro Fauna et Flora Fennica, H. 26.)<br />

—»— 1903, Carex-gruppen Fulvellae. (Ibid., H. 35.)<br />

—»— "1910, Bidrag till kännedomen om Ålands vegetation och flora. I. Taraxaca<br />

u. II. Taraxacum-former. (Acta Societatis pro Fauna et Flora Fennica,<br />

34, N:o 1 u. 5.)<br />

— »— 1912, Hippophaës rhamnoides auf Åland. (Ibid., 36.)<br />

— 1915—1917, Studier öfver löfängsområdena på Åland. Ett bidrag til<br />

kännedomen om vegetationen och floran på torr och på frisk kalkhaltig<br />

grund. I. Vegetationen; II. Floran; III. Statistisk undersökning af floran.<br />

(Ibid., 42.)<br />

—»)— 1917, Hafstornet (Hippophaës rhamnoides), dess utbredning, biologi<br />

och uppträdande på Åland (Vortrag in der Versamnilung der Finnischen<br />

Forstgesellschaft am 22. Febr. 1913). (Acta Forestalia Fennica, 7.)<br />

—»— 1919, Om Convolvulus sepium ly. och Fritillaria Meleagris Iv. i Finland.<br />

(Meddelanden af Soc. pro F. et Fl. Fenn., H. 45.)<br />

—»— 1921, Die Entfernung als pflanzengeographischer Faktor. (Acta Soc.<br />

pro F. et Fl. Fenn.. 49.)<br />

—1921, Cerastium glutinosum Fr. och Veronica longifolia h. X V. spicata<br />

I., på Åland. (Meddelanden af Soc. pro F. et Fl. Fenn., H. 46.)<br />

— .>-- 1922 (A), Uber Artenzahl und Areal sowie iiber die Konstitution der Vegetation.<br />

Eine vegetationsstatistische Untersuchung (Ubersetzung von<br />

des Verfassers: Studier öfver löfängsområdena på Åland. III. Statistisk<br />

undersökning af floran, 1917). (Acta Forestalia Fennica, 22.)<br />

—»— 1922 (B), Zur Keinitnis des Florencharakters des Nadelwaldes. Eine<br />

pflanzengcographisclie Studie aus dem Gebiete Ålands. (Ibid., 22.)


196 A. Palmgren, Die Eiiiwaucleruilgswege der Flora nach deu Alandsiiiselu<br />

1'ALMOREN, ALVAR, 1925, Die Artenzahl als pflanzengeograpliisclier Cliarakter<br />

sowie der Zufall und die säkulare Landhebung als pflauzengeographische<br />

Faktoren. Ein pflanzengeograpliisclier Entwurf, basiert anf Material aus<br />

dein ålåndischen Schärenarcliipel. (Acta Botanica Fennica 1. N:o 1<br />

(Edidit Societas pro Fauna et Flora Fennica) sowie Fennia, 46, N:o 2.)<br />

— »— 1925, Eine neue I^okalität fiir Vioîa uliginosa Bess. (Meddelanden af Societas<br />

pro Fauna et Flora Fennica, H. 49.)<br />

—>— 1925, Viola canina L. *montana h. x uliginosa Bess, fiir Finnland neu.<br />

(Ibid., H. 49.)<br />

—»— 1925, Carex diandra Schrank x paradoxa Willd. fiir Finnland neu. (Ibid.,<br />

H. 49.)<br />

—»— 1925, Gentiana amarella L. *axillaris (F. W. Selim). Murb. ny för Aland.<br />

(Ibid., H. 49).<br />

—»— 1925, Carex reniota L. in Finnland. (Ibid., H. 49.)<br />

—»— 1925, Orchis Traunsteineri Saut., fiir Aland neu. (Ibid., H. 49.)<br />

—i)— 1925, »Stellaria neniorum ly., fiir Aland neu. (Ibid., II. 49.)<br />

—»— 1925, Kubus idaeus L. x saxatilis I.. (R. digeneus Lindb. fil.), auf Aland<br />

gefunden. (Ibid., H. 49.)<br />

—»—• 1925, Ny fyndort för Suaeda maritima (L.) Dum. (Ibid., H. 50.)<br />

—»— 1925, Lepidium latifolium L., ny för Aland. (Ibid., H. 50.)<br />

—»— 1925, Botrychium matricariaefolium A. Br. (= ramosum (Roth) Aschers.<br />

på Aland.' (Ibid., H. 50.)<br />

—»—, 192 7, J uncus balticus Willd., neu fiir Nyland. (Memoranda Societatis<br />

pro Fauna et Flora Fennica 1.)<br />

—»— 1927, Torilis Anthriscus (I..) Gniel. auf Aland. (Ibid., 1.)<br />

—»— 192 7, Epilobium rubescens Rydb., im Schärenarcliipel von Aland gefunden.<br />

(Ibid., 1.)<br />

—»— 1927, Carex brunnescens (Pers.) Poir., neu fiir Aland. (Ibid., 1.)<br />

—»— 1927, Juncus balticus Willd. auf Aland. (Ibid., 1.)<br />

— 1 9 2 7, Suaeda maritima (L.) Dum. auf Aland. (Ibid., 1.)<br />

— 192 7, vSalix repens *rosmarinifolia I^., einöstlicher Einvvanderer auf Aland.<br />

(Ibid., 1.)<br />

—»— 192 7, Geranium pratense h., neu fiir Aland. (Ibid., 1.)<br />

—»— 192 7, Thymus chamaedrys Fr., neu fiir Aland. (Ibid., 1.)<br />

— »— 1927, Pyrola media Sw. auf Aland. (Ibid., 1.)<br />

—»— 1927, Potamogeton polygonifolius Pourr. in Finnland. (Ibid., 1.)<br />

—»— 1927, Calamagrostis arundinacea (L.) Roth, auf Aland. (Ibid., 1.)<br />

—»— 192 7, Neuer Fundort von Carex arenaria L. auf Aland. (Ibid., I.)<br />

—»— 1927, Neue Ivokalitäten fiir Fritillaria Meleagris auf Aland. (Ibid., I.)<br />

—»— 192 7, Neue Ix)kalität fiir Lepidium campestre h. (R. Br.) auf Aland.<br />

(Ibid., 1.)<br />

—»- 1927, Ajuga pyramidaUs L. auf Aland. (Ibid., 1.)<br />

—»— 1927, Thymus Serpyllum h., ein ostbaltischer Einwanderer auf Aland.<br />

(Ibid., 1.)<br />

—»— 1927, Botrychium niultifidum (Gmel.) Rupr. (= Matricariae (Schrank)<br />

Spreng.) auf Aland. (Ibid., 1.)<br />

—»— 192 7, Bemerkenswerte I^okalität fiir Lycojxidium clavatum L. auf Aland<br />

(Ibid., 1.)<br />

—»— 1927, Ruppia sjnralis (L.) Dum. auf Aland. (Ibid., I.)


ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 197<br />

PALMGKEN. ALVAR, 192 7, Neue Ivokalitäten fiir Aquilegia vulgaris L., auf<br />

Aland. (Ibid., 1.)<br />

—»- 1927, Ivitorella uiiiflora (L.) Aschers., neu fiir Aland. (Ibid., 1.)<br />

GVARFOKÏ, vS., 192 7, Tillägg till »Stockholmstraktens växter». (vSv. Bot. Tidskr.,<br />

Bd. 21.)<br />

ROÏHIVRT, W., 190 7, Floristische Beobaclitungen. (Korresixindenzblatt des Naturforscher-Vereins<br />

zu Riga, 1.)<br />

ROMKIX, LARS-GUXNAR, 1915, Gränser och zoner i Stockholms yttre skärgård.<br />

(vSv. Bot. Tidskr., Bd. 9.)<br />

— »— 1915, Växtgeografiska notiser från hafsbandet utanför Stockholm, sommaren<br />

1915. (Ibid., Bd. 9.)<br />

— »— 1916, liaganivån och de sydostliga växterna i Stockholms skärgård. (Ibid.,<br />

Bd. 10.)<br />

Russow, EDMUND. 1862, Flora der Umgebung Revals. (Archiv fiir die Naturkunde<br />

Liv-, Ehst- und Kurlands. Ser. II, Bd. VI.)<br />

—»— 1889, Ueber die Boden- und Vegetationsverhältni.sse zweier Ortschaften<br />

an der Nordkiiste Estlands. (Sitzungsberichte der Naturforscher-Gesellschaft<br />

bei der Universität Dorpat, Bd. VIII.)<br />

SAMUKLSSON, GUNNAR, 1917, Några bidrag till floran på Aland. (Sv. Bot. Tidskr.,<br />

Bd. 11.)<br />

—»— 1919, Floristiska fragment. I. (Ibid., Bd. 13.)<br />

—»— 1921, Om några Lepidium-arter. (Ibid.. Bd. 15.)<br />

-»— 1921, Floristiska fragment. II. (Ibid., Bd. 15.)<br />

— » 1922, Floristiska fragment. III. (Ibid., Bd. 16.)<br />

— 1922, Floristiska fragment. IV. (Ibid., Bd. 16.)<br />

VSASS, ARTHUR VON, i860, Die Phanerogamen-Flora OeseLs und der benachbarten<br />

Eilande. (Archiv fiir die Naturkunde Ijv-, Ehst- und Kurlands, Ser.<br />

II, Bd. II.)<br />

—^— 1860, Beitrag zur Flora der Insel Runoe. (Ibid., Ser. II, Bd. II.)<br />

Scii.MIDT, FRIEDRICH, 1854, Flora der Insel Moon, nebst orographisch-geognostischer<br />

Darstellung ihres Bodens. (Archiv fiir die Naturkunde Uv-, Ehstund<br />

Kurlands. vSer. II, Bd. I.)<br />

—1855, Flora des silurischen Bodens von Flhstland, Nord-Livland und<br />

Oesel. (Ibid.. vSer. II, Bd. 1.)<br />

SKOKRSTRÖM. ARVID L., 1922, En botanisk utflykt till Österåker i Uppland 1920.<br />

(Sv. Bot. Tidskr., Bd. 16.)<br />

SELANDER, STEN, I910, Stellaria neglecta (Whe) Murb. i Uppland. (Sv. Bot.<br />

Tidskr., Bd. 4.)<br />

—,>— 1910, Några uppländska växtlokaler. (Ibid., Bd. 4.)<br />

— »— 191S, Betula nana I/. i Uppland. (Ibid., Bd. 7.)<br />

—»— 1914, Sydliga och sydostliga element i vStockholmstraktens flora. (Ibid.,<br />

Bd. 8.)<br />

—»— 1915, Några tillägg till »Stockhohnstraktens växter». (Ibid., Bd. 9.)<br />

1915, Nya tillägg till »Stockholmstraktens växter». (Ibid., Bd. 9.)<br />

—»— 1915, Ytterligare några ord om subboreala växter i Stockholms skärgård.<br />

(Ibid., Bd. 9.)<br />

SELANDER, STEN och BRYAXT-MEISNER, RUDOLF, I909. Några växter fran Möja<br />

församling. Uppland. (Ibid., Bd. 3.)<br />

VSERNANDER. RUTGER, 1905, Växtvärlden [i Ui)plaud]. (Uppland, skildring


1 y8 A. Palmgren, Die Einwanderungswege der Flora nacli deii Alaiidsinsehi<br />

af land och folk, iitgifveii af Kuiigl. Humanistiska Vetenskapssamfundet<br />

i Uppsala genom Axel Erdmann och Karl Hildebrand. Bd. 1,<br />

Uppsala.)<br />

vegetation och utvecklingshis-<br />

SKRXAXDER, RUTGKR, 1910, Sjön Hedervikens<br />

toria. (Sv. Bot. Tidskr., Bd. 4.)<br />

SKOTTSUERG, CARI,, und VESÏERGREN, TYCHO, 1901, Zur Kenntnis der Vegetation<br />

der Insel Oesel. (Bihang till K. Svenska Vet.-Akad. Handl., Bd. 27,<br />

Afd. III.)<br />

SMITH, H., 1916, Tillägg till Stockholmstraktens växter. (Sv. Bot. Tidskr., Bd.<br />

10.)<br />

vSÖRi^ix, A., 1916, Floristiska anteckningar från Östergötland och Upland. (Sv.<br />

Bot. Tidskr., Bd. 10.)<br />

SPOIIR, EDM., 1926, Uber das Vorkonnnen von Sitim erectuni Huds. und Lemna<br />

gibba L. in Estland und iiber deren nordöstliche Verbreitungsgrenzen in<br />

Europa. (Acta et Comnientationes Universitatis Tartuensis (Dorpatensis).<br />

A, X.)<br />

STKRXER, RIKARD, 1922, The continental element in the flora of South Sweden,<br />

(Geografiska annaler 1922, H. 3—4.)<br />

TÄCKIIOIVM, GUNXAR, 1924, Floristiska bidrag från Bo socken.<br />

Bd. 18.)<br />

(Sv. Bot. Tidskr.,<br />

TÄCKHOUI, G, och EKSTRAND, H., 1918, Nya växtlokaler från Stockholmstrakten.<br />

(vSv. Bot. Tidskr., Bd. 12.)<br />

THEDENIUS, K. FR., 18 71, Flora Öfver Uplands och Södermanlands fanerogamer<br />

och bräkenartade växter. Stockholm.<br />

THOMSON, PAUL, 1922, Notizen zur Kenntnis der Flora und Vegetation Eestis.<br />

(Sitzungsberichte der Naturforscher-Gesellschaft bei der Universität Dorpat,<br />

Bd. XXVIII.)<br />

—»— 1924, Zur Frage der regionalen Verbreitung und Entstehung der Gehölzwiesen<br />

und Alvartriften in Nord-Estland. (Ibid., XXX.)<br />

—)»— 1924, Vorläufige Alitteilung iiber neue Fundorte und Verbreitungsgebiete<br />

einiger Moorpflanzen in Estland. (Ibid., XXXI.)<br />

\VILHP:RG, G., 1924, F^inige Bemerkungen liber neue Pflanzenarten in der Flora<br />

Eestis, (Sitzungsberichte der Naturforscher-Gesellschaft bei der Universität<br />

Dorpat, Bd, XXXI.)<br />

—»— 1926, Eestin alvarikasvillisuudesta. (I^uonnon Ystävä, 30:s Vuosikerta.)<br />

WIXKIVER, C., 18 77, Literatur luid Pflanzenverzeichnis der Flora Baltica. (Archiv<br />

fiir die Naturkunde Liv-, Ehst- und Kurlands, Ser. II, Bd. 7.)<br />

ZETTERMAX, A. J, och BRAXDER, A, FC., 186 7, Bidrag till sydvestra Finlands<br />

flora, (Notiser ur Sällskapets pro Fauna et Flora Fennica förhandlingar.<br />

Ny serie. Fjerde häftet.)<br />

Förteckning öfver Skandinaviens växter utgifven af Lunds botaniska förening.<br />

I. Kärlväxter. I,und 190 7. — Andra upplagan. Lund 1917.<br />

Stockholmstraktens växter. Förteckning över fanerogamer och kärlkryptoganier<br />

med fyndorter och frekvensuppgifter utgiven av Botaniska sällskapet<br />

i Stockholm genom Gunnar Andersson, Joh, Berggren, J. V. Hanmer,<br />

(îovert Indebetou och Nils Sylvén. Stockholm, 1914,


Abkurzungen und Berichtigungen.<br />

In den Lokalitätenverzeichnissen in Kap, VII (Sonderbehandlung einzelner<br />

Arten) gibt die eingeklainmerte Abkixrzung (H. M. P.) Exemplare im finnisclien<br />

Herbarium der Universität (Herbarium Musei Fennici) an. Die Abkixrzung (Br.<br />

Fl.) bezeichnet Exemplare im Herbarium des verstorbenen Lektors BRUNO FI.OR-<br />

STRÖM (dasselbe geliört dem Forstinstitut der Universität Helsingfors).<br />

Fiir einzelne Arten, z. B. A vena pratensis (S. 8 7). wird bei der Angabe des<br />

V^orkommens fiir eine oder die andere Lokalität in Parenthese eine römische<br />

Ziffer beigefiigt. Diese bezeichnet fiir die betreffende Lokalität die Frequenz<br />

nacli einer fiinfgradigen Skala mit V als Ausdruck der höclisten Frequenz.<br />

S. 94, erste Zeile von unten, ist unter den Lokalitäten von Polygonatum<br />

multijlofum u. a. Björkö-Kspskär angegeben (nach Bergroth, S. 54). Dafiir ist<br />

Torsholma-Delskär und Asterholma-Korsö zu lesen (nach Bergroth, S. 54).<br />

Der Irrtum ist auf der Verbreitungskarte 1 beachtet und berichtigt. — Ich erwähne<br />

bei dieser Gelegenheit, dass sich ein ähnlicher Irrtum schon in meine<br />

Studier öfver löfängsområdena på Aland, II, 1915, S. 257, eingeschlichen hat.<br />

Hier ist die Angabe fiir Brändö (»Brändö by: Söderholm o. Björkö: Espskär<br />

(Bergroth s. 54)») ganz zu streichen und zu ersetzen durch: »Torsholma-Delskär<br />

och Asterholma-Korsö (Bergroth, S. 54).» Ich habe jedoch später .selbst konstatiert,<br />

dass die Art audi in Brändö Dorf: Söderholm vorkommt.


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ACTA BOTANIC A FENNICA 2<br />

Karte 37—2<br />

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1. AlHaria officinalis Andrz, (A) U. Crambe maritima L. ( + ) — 2. Asplenium<br />

Ruta muraria L.<br />

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Karte 37—3<br />

ACTA BOTANIC A FENNICA 2<br />

3. Avefia pratensis L. — 4. Brachypodium pinnatum (L.) PB.


ACTA BOTANIC A FENNICA 2<br />

Karte 37—5<br />

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ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 2<br />

7. Polygonatum muliiflorum L. — 8. Orchis mascula L.


ACTA BOTANIC A FENNICA 2<br />

Karte 37—10<br />

9. Gymnadenia conopsea (L.) R. Br. — 10. Cephalanihera longifoHa (Huds.; I,.)<br />

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Karte 37—11<br />

ACTA BOTANIC A FENNICA 2<br />

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11. Polygonum dumetorum h. ~ 12. Cakile maritima Scop.


ACTA BOTANIC A FENNICA 2<br />

Karte 37—13<br />

13. Draba incana h. — 14. Crataegus monogyna (Jacq.)


Karte 37—15<br />

ACTA BOTANIC A FENNICA 2<br />

15. Polygala amarella Cr. — 16. Daphne Mezereum L.


ACTA BOTANIC A FENNICA 2<br />

Karte 37—18<br />

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17. Calysiegia sepium (L.) R. Br. — 18. Stachys silvatica L


Karte 37—20<br />

ACTA BOTANIC A FENNICA 2<br />

19. Veronica spicata h. — 20. Succisa pratensis Moench


ACTA BOTANIC A FENNICA 2<br />

Karte 37—22<br />

21. Knautia arvensis (ly.) Coult. — 22. Artemisia campestris h.


Karte 37—24<br />

ACTA BOTANIC A FENNICA 2<br />

23. Cirsium heterophyllum (L,.) All. — 24. Selaginella ciliata (Lam.) Opiz


ACTA BOTANIC A FENNICA 2<br />

Karte 37—26<br />

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25. Alopecurus ventricosus Pers. — 26. Arrhenatherum elatius (L.) M. et K.


Karte 37—27<br />

ACTA BOTANIC A FENNICA 2<br />

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27. Scirpus ru/us (Huds.) Schrad. -- 28. Scirpus compressus (L.) Pers.


ACTA BOTANIC A FENNICA 2<br />

Karte 37—30<br />

29. Carâx glareosa Wg. — 30. Carex flava L.


Karte 37—31<br />

ACTA BOTANIC A FENNICA 2<br />

31. Carex Hornschuchiana Hoppe — 32, A triplex hastatum L.: Wg.


ACTA BOTANIC A FENNICA 2<br />

Karte 37—33<br />

33. Salicornia europaea L. — 34, Honkenya peploides {!,.) Ehrh.


Karte 37—35<br />

ACTA BOTANIC A FENNICA 2<br />

35. Scleranthus annuus L,. — 36. Silene vencsa (Gilib.) Aschers.


ACTA BOTANIC A FENNICA 2<br />

Karte 37—38<br />


Karte 37—40<br />

ACTA BOTANIC A FENNICA 2<br />

39. Ranunculus Ficaria L. — 40. Isatis tinctoria L.


ACTA BOTANIC A FENNICA 2<br />

Karte 37—41<br />

41. Barbarea stricta Andrz. — 42. Sedum annuum I4.


Karte 37—44<br />

ACTA BOTANIC A FENNICA 2<br />

43. Lathyrus montanus Bemh. — 44. Hypericum hirsutum h.


ACTA BOTANIC A FENNICA 2<br />

Karte 37—45<br />

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Åland<br />

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45. Viola mirabilis L. — 46. Gentiana *suecica (Froel.) Murb.


Karte 37—47<br />

ACTA BOTANIC A FENNICA 2<br />

47. Scutellaria hastifolia h. — 48. Melampyrum crisiaium h.


ACTA BOTANIC A FENNICA 2<br />

Karte 37—50<br />

49. Odontites simplex (Hn.) Krok — 50. Solidago virgaurea L.


Karte 37—51<br />

ACTA BOTANIC A FENNICA 2<br />

51. Artefnisia vulgaris t,. var. coarctata (J. H. af Fors.) — 52. Hypochaeris<br />

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ACTA BOTANIC A FENNICA 2<br />

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Karte 37—54<br />

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Åland<br />

53. Filipendula hexapetala Gilib. — 54. Primula veris h.


ACTA BOTANIC A FENNICA 2<br />

Karte 37—55<br />

55. Geranium silvaticum L. — 56 Scirpus uniglumis Link.


ACTA BOTANICA FENNICA 2, 1927. — A. PALMGREN KARTE 57<br />

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