Untitled - Helda
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SOCIETAS PIU) FAUNA ET FLORA FENNICA<br />
ACTA<br />
BOTANICA FENNICA<br />
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Viikin tiedekirjasto<br />
Vetenskapliga biblioteket i Vik<br />
Viikki Science Library<br />
HELSINGIN YLIOPISTO<br />
HEI.SINGFORSiAE<br />
1925
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ACTA P.OTAXICA FFCNXICA 1, X:o !<br />
DIE ARTENZAHL ALS PFLANZENGEOGRAPHISCHER<br />
CHARAKTER<br />
SOWIE<br />
DER ZUFALL UND DIE SÄKULARE LANDHEBUN(i<br />
ALS PFLANZENGEOGRAPHISCHE FAKTOREN<br />
EIN PFLANZENGEOGRAPHISCHER ENTWURF,<br />
BASIERT AUF MATERIAL AUS DEM<br />
ÅLÄNDLSCHEN SCHÄRENARCIIIPEL<br />
VON<br />
A L V A R<br />
P A L M G R E N<br />
Mit zwei Karlen<br />
(Eingegangen ini September 1924)<br />
HELSINGFORS 1925
HELSINGFORS<br />
1 9 2 5<br />
DRUCK VON A.-G. F. TII^GMANN
Meiner Gattin, der treuen Mitarheiterin hei meinen Studien<br />
auf Åland.
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INHALTvSÛBERvSlCIIT.<br />
Vorwori ' 7<br />
I. Leitende Gesichispunkte<br />
Die Bcdeutiiiig eiiier eingehcnden Kenntnis des Vorkonimeiis luid<br />
der Verbreitung der einzehun Arten iiincrhalb kleinerer pflanzengeograpliisclier<br />
Gebicte<br />
Eine Schärenlandschaft (skärgård) als pflanzxngeograpliisclies Untersuehungsobjekt<br />
15<br />
II. Die Artenzahl als pflanzengeographischer Char akter '..... 18<br />
Zur Frage von Artenzahl nnd Areal 32<br />
III. Die hohe Artenzahl auf Åland nnd einige ihrer Ursachen 44<br />
1. Die Artenzahl auf Åland 44<br />
2. Die Entfernung und die Exposition fiir die Bewachsung als<br />
pflanzengeographische Faktoren 57<br />
3. Die säkulare Landhebung als pflanzengeographiseher Faktor . . GG<br />
4. Die vSchärenlandschaftsnatur eines Gebietes als pflanzengeographischer<br />
Faktor 85<br />
5. Der niosaikartig zersplitterte I.andschaftscharakter als wirksanier<br />
Faktor 80<br />
IV Einige Ziige der Verteilung der Arten aiif Åland und die wahrscheinlichen<br />
Ursachen dazu 92<br />
1. Gleichniässig verbreitete Arten 93<br />
2. Nach Osten zu abnehmende Frequenz; die Entfernung als wirksamer<br />
Faktor 97<br />
Arten an ihren Grenzlinien 102<br />
3. Ungleiehniässiges Vorkonimen infolge verschieden giinstiger<br />
Exposition fiir die Bewachsung 108<br />
4. Gruppenweises Vorkonimen; die Exposition fiir die Bewachsung<br />
und die Entfernung als Faktoren 111<br />
5. Unterschiede zwischen der Flora in den Kiisten- und Schärengegenden<br />
Ålands nnd in dessen zentraleren Teilen. Kiistenflora<br />
imd Binnenlandsflora 113<br />
6. Seltene Arten 117<br />
V. Der Zufall als pflanzengeographischer Faktor 124<br />
Literaturverzeichnis i 1 39<br />
Zwei Karten<br />
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Vorwort.<br />
Die vorliegende Studie will teils einige Beiträge zu der Kenntnis und dem<br />
Verständnis der Vegetation und Flora von Åland geben, teils die Aufmerksamkeit<br />
auf einige Probleme lenken, denen ein allgemeineres pflanzengeograpliisches<br />
Interesse zuzukommen sclieint und die daher in die pflanzengeographische<br />
Diskussion aufzunehmen sein durften. Sie ist entstanden,<br />
während der Verfasser mit der Einsammlung und Bearbeitung von Material<br />
fiir einige neue Studien ûber die Pflanzenwelt von Åland, u. a. iiber die der<br />
Ufer beschäftigt war. Die Darstellung befasst sich mit mehreren untereinander<br />
recht verschiedenen Problemen, die sich infolge der spezifischen Verhältnisse<br />
auf Åland gegenseitig beriihren. Ein nälieres Eingehen auf dieselben<br />
hätte jedes zu einer besonderen Untersuchung fiir sichgemacht. Dies hat dem<br />
Verfasser jedoch diesmal seine Zeit nicht gestattet. Die Darstellung will also,<br />
wie auch der Titel andeuten soli, zunächst als eine vorläufige Mitteilung,<br />
als ein Arbeitsprogramm aufgefasst sein.<br />
Uni Missverständnissen vorzubeugen, sei ausdriicklichhervorgehoben, dass<br />
in dieser Schrift keine Darstellung aller der Faktoren gegeben werden soil,<br />
die bestimmend auf die Vegetation von Åland eingewirkt haben. Vielniehr<br />
werden hier nur einige solche beachtet, die bei der pflanzengeographischen<br />
Diskussion wesentlich iibersehen worden sind. Von Faktoren, die mächtig<br />
dazu beigetragen haben, der åländischen Pflanzenwelt ihren Charakter zu<br />
verleihen, und die in bezug auf den Grad ihrer Wirkungen noch näher zu beleuchten<br />
sind, seien das auf Åland herrschende insulare Kiima und der vielerorts<br />
kalkhaltige Boden genannt (siehe Verf.: »Studier öfver löfängsområdena<br />
på Åland. Ett bidrag till kännedomen om vegetationen och floran på torr och<br />
på frisk kalkhaltig grund». I, 1915, S. 110—115).<br />
Dankbar erwähne ich, dass ich fiir das fiinfte Kapitel »Der Zufall als<br />
pflanzengeographischer Faktor» mit Herrn Dr. ARVI GROTENFELT, Professor<br />
der theoretischen Philosophie und Herrn Dr. GUNNAR LANDTMAN,<br />
Dozent der Soziologie an der Universität Helsingfors, habe Riicksprache<br />
nehmen können. Beini Einsanimeln, Ordnen und Bearbeiten des Materials<br />
hat mir wie friiher meine Frau die grösste Hilfe geleistet. Schiesslich will
8 A. Palmgren, Die Arteiizahl als pflaiizcngeograpliisclier Charakter<br />
ich erwähnen, dass ich Gelegenlieit gehabt habe, mit meinen Freunden Herrn<br />
Prof. Dr. J. G. GRANÖ und Herrn Dozent Dr. ERNST HÄYRÉN die in der<br />
Abhandlung beriihrten Probleme zu besprechen; besonderen Dank schulde<br />
ich Herrn Prof. Granö ftir sein grosses Entgegenkommen sowie fiir die<br />
guten Ratschläge, die er mir in seiner Eigenschaft als Sekretär der Geographischen<br />
Gesellschaft Finnlands erteilt hat. —Das auf Schwedisch verfasste<br />
Original ist giitigst von Herrn Prof. Dr. GUSTAV SCHMIDT, I,ektor<br />
der deutschen Sprache an der Universität Helsingfors, ins Deutsche iibersetzt.<br />
Fur eine Unterstûtzung, die mir aus dem Sohlbergschen Donationsfonds<br />
der Finnischen Wissenschaftssozietät gewährt worden ist, erlaube ich<br />
mir meinen besten Dank auszusprechen.<br />
Vorliegende Arbeit erscheint gleichzeitig in Fennia 46, N:r 2, und Acta<br />
Botanica Fennica 1, N:r 1.
Leitende Gesichtspunkte.<br />
Die Bedeutuiig einer eingehenden Kcnntnis des Vorkommens und der \'erbreitung<br />
der einzelnen Arten innerhalh kleinerer pflanzengeographiscJier Gebiete.<br />
Bei meinen Studien iiber die Pflanzenwelt des in so vieler Hinsicht einzig<br />
dastehenden åländischen Schärenarchipels ist es der leitende Gesichtspunkt<br />
gewesen, die Darstellung der Flora auf eine mögliclist exakte Feststellung<br />
der Verbreitung, Frequenz und Dichtigkeit der einzelnen Arten innerhalb<br />
des Gebietes zu griinden. In bezug auf die Vegetation wurde eine Detailkenntnis<br />
der Zusammensetzung und Struktur der einzelnen Pflanzengesellscliaften<br />
angestrebt. Uber den damit verbundenen Zvveck habe ich friiher berichtet<br />
(1915, S. 40—41; 1917, S. 614—615 = 1922 B, S. 117—118 und Vorbenierkung<br />
daselbst; 1921, S. 27—28), ebenso uber die Methode, die ich fiir die Ivinsammlung<br />
des Materials ausgebildet habe (1917, S. 484 = 1922 B, S. 7).<br />
Ks ist daher an dieser Stelle nur eine kurze Zusammenfassung vonnöten:<br />
Es hat mir offenbar geschienen, dass eine wirklich exakte Kenntnis des<br />
Vorkommens und der Frequenz der Arten in einem gewissen kleineren pflanzengeographischen<br />
Gebiet wie z. B. Åland geeignet sein werde, audi die Gesetze<br />
der Verbreitung der Arten im Grossen zu beleuchten. Ja, noch mehr:<br />
ein tieferer Einblick in die Ursachen dieser Verteilung im Grossen diirfte<br />
wohl kaum ohne einen genauen Einblick in die Verteilung im Detail und in<br />
die Gesetze, die hierbei gewirkt haben, möglich sein. 1st es doch diese Verteilung<br />
im Detail, das lycben und das Fortbestehen der einzelnen Art an der<br />
einzelnen Wohnstätte, was den Grund und die Voraussetzung des \"orkommens<br />
auch im Grossen biidet, ganz ähnlich, wie die Lebensbedingungen der<br />
einzelnen menschlichen Individuen und Familien die Voraussetzung zu der<br />
Stärke und dem Fortschritt des Gemeinwesens darstellen. Auf einen Einblick<br />
in diese Gesetze der Verbreitung im allgemeinen haben meine Studien<br />
zunächst abgezielt. Zu einem solchen Studium bietet aber Aland die denkbar<br />
besten Voraussetzungen.
10 A. Palmgren, Die Arteiizahl als pflaiizcngeograpliisclier Charakter<br />
Hine natiirliclie Konsequenz des oben Gesagten ist, dass die Pflanzengeographie<br />
sich in ihreni Streben, die Verbreitung der Arten zu erklären, vor die<br />
Notwendigkeit einer eingehenden Kenntnis der Biologie und Ökologie der<br />
einzelnen Arten gestelit sieht. Dies ist ebenso selbstverständlich, wie dass<br />
der Aufbau des natiirlichen Systems eine eingehende Kenntnis der einzelnen<br />
systematischen Formen erfordert, — ebenso natiirlich, wie dass eine<br />
tiefere Auffassung von der menschlichen Geschichte und den Gesetzen,<br />
die in dieser vvirken, als Voraussetzung einen Einblick in die menschliche<br />
Psychologic heischt. Die Arten der Pjlanzcnsystematik im weiteren und engeren<br />
Sinn repräsentieren ganz natiirlich audi fUr die Pflanzengeographie die åussersten<br />
Einheiten. Es miissen also ihre Natur und ihr Charakter vom pjlanzengeographischen<br />
Gesichtspunkt aus aufgehellt werden. Mit diesen Gesichtspunkten<br />
als Deitstern bin ich an das Studium des Seedorns gegangen (Hippopliaës<br />
rhamnoides auf Åland, 1912; s. S. 7).^) Dabei war es weniger gerade auf<br />
diese Art abgesehen als darauf, die Wichtigkeit eines solchen Detailstudiums<br />
einer einzelnen Art hervorzuheben.<br />
Ivs hat einen Mangel der pflanzengeographischen Forschung bedeutet,<br />
1) In meiner Studie »Die Entfernung als pflaiizcngeographischer Faktor», 1921,<br />
wird (S. 22) im Zusammenhang mit den Vegetationsgrenzen nnd der Schwierigkeit,<br />
die Ursaclien derselben zu ermitteln, hervorgehoben:<br />
»Uni grössere Sicherheit bei der Beurteilung der hierhergehörigen Fragen<br />
zu gewinnen, diirfte vor allem ein genaues und allseitiges Studium der Ökologie<br />
und der Verbreitungsverhältnisse der einzelnen Arten vonnöten sein, ein Studimn<br />
mit weit grösseren Anspriichen als denjeiiigen, die bisher im allgemeinen<br />
fUr die Kenntnis der Stellimg der einzelnen Arten in der Natur geltend gemacht<br />
worden sind. Es scheinen grosse Aussichten dafiir zu bestehen, dass man, wenn<br />
nach imd nach eine grössere Anzahl solcher Untersuclumgen ausgefiihrt sind<br />
und die ]\Iethodik vertieft worden ist, einen viel festeren Aiisgangspmikt zuni<br />
Verständnis der Zusannnensetzung der Vegetation, als man bisher besitzt, gewinnen<br />
wird.»<br />
Unter der Uberschrift »Griinde der Unsicherheit epiontologischer Resultate»<br />
äussert vScilRÖTER (1913, S. 909):<br />
»Strittig ist ferner namcntlich die Wirkmig der Verbreitmigsmittel, schrittweise<br />
oder sprungweise Wanderung. Die ökologische Bedingtheit des \^orkommens<br />
und seiner Grenzen ist in keinem einzigen Falle restlos erklärt; noch weniger<br />
wissen wir iiber das \'erhalten der einzelnen Arten bei Klima- mid Standortsänderiuigen<br />
xtnd iiber die Ueberdauerungsmöglichkeiten bei Kliniawechsel;<br />
das ergibt eine weitere Unsicherheit auch in der \'erwertimg fossiler Reste<br />
zu Klimaschliissen, die noch vermehrt wird durch die Möglichkeit des Ersatzes<br />
klimatischer durch edaphische Faktoren. Auch die Ursachen des Formationswechsels<br />
sind oft strittig: ob kliniatisch, ob topographisch, ob biotisch, ol) anthropogen<br />
bedinct.»
ACTA BOTANICA FliNNICA 1, X:o 1 11<br />
(lass sie sich iin allgeineineii darauf beschränkt hat, in recht imbestinimter<br />
Weise iiber die wirkliche Verbreitung iind Frequenz der Arten Bescheid<br />
zu geben (vgl. 1921, S. 7). Dieses Urteil betrifft auch die Mehrzalil der Fälle,<br />
wo die Frequenz doch recht ausfiihrlich inittels der gebräuchlichen Termini<br />
»häufig», »weniger häufig» usw. angegeben worden ist, mag auch ein einigermassen<br />
exakter Schliissel zu den betreffenden Termini mitgeteilt sein. Kine<br />
Möglichkeit, sich eine objektive Vorstelking von dem Genauigkeitsgrad des<br />
grundlegenden Materials zu bilden, wird dem lycser im allgemeinen nicht geboten,<br />
geschweige denn die Möglichkeit, eine Vorstelking iiber die wirkliche<br />
Artzusammensetzung, die Artenkombination innerhalb kleinerer begrenzter<br />
Telle des behandelten Gebietes zu gewinnen. Meine Ivrfahrung aus langen,<br />
systematisch betriebenen Studien auf Åland hat (wie diejenige manches anderen<br />
Botanikers iiber andere Gegenden) gezeigt, dass auch die häiifigste<br />
Art selten einc gleichmässige Verhreitung aujweist.^) Älanchem offenbart ein<br />
Detailstudium die unerwartetsten I^iicken, auch wo die Bedingungen des Vorkommens<br />
unverändert sind. Nur ein paar Beispiele. Calaniagrostis neglecta<br />
Hierin lierrscht also i ni ganzeii immer noch derselbe Mangel, iiber den<br />
A. DE CANDOI.I.E 1855 klagt (S. 1182):<br />
»J'ai parcouru toutes les Flores et tous les ouvrages de géographie botanique<br />
pour trouver des énumérations complètes (par exemple à un dixième près)<br />
des Phanérogames croissant à une certaine hauteur, dans une certaine étendue<br />
détenninée ou du moins appréciable. On le croira difficilement, mais je puis<br />
cependant l'affinner, je n'ai rencontré que deux localités offrant ces conditions,<br />
savoir: le sommet du Broeken et celui du Pic du IMidi de Bagnères. à quoi j'ai<br />
ajouté le Jardùi du glacier du Talèfre, audessus de la mer de Glace, près de Chaniounix.<br />
Pour toutes les autres localités montueuses, les Flores ou listes de plantes<br />
laissent d ins le vague, tantôt le fait d'une énumération complète, tantôt la<br />
surface de pays envisagée. Il faut donc suppléer par des documents approximatifs.»<br />
2) Lehrreiclie Beispiele findet man schon bei DK CANDOI,I.E 1855, S. 632 —<br />
634. - S. 631 ist zu lesen:<br />
»Iva plupart des espèces ne sont pas répandues abondamment et uniformément<br />
dans le pays qu'elles sont censées occuper. Souvent les individus sont<br />
épars, clair-semés; quelquefois il y a des intervalles d'une certaine grandeur où<br />
l'espèce ne se voit plus, tandis que dans le voisinage elle n'est pas rare.»<br />
Die Ungleichmässigkeit der Verbreitung wird von PAUI^ JACCARD in verschiedenen<br />
Schriften hervorgelioben und untersucht (s. das Literaturverzeichnis).<br />
Wir entleihen folgende Zitate:<br />
»Nous voyons nombre de plantes considérées comme ubiquistes faire défaut<br />
sur de grandes étendues où l'on pouvait, semble-t-il, s'attendre à les rencontrer.<br />
D'autre part, la prairie alpine, ce type d'association végétale si caractéristique<br />
pour la zone de 2000 à 2500 mètres, présente des dissemblances profondes dans
12 A. Palmgren, Die Arteiizahl als pflaiizcngeograpliisclier Charakter<br />
koiiimt an Ufern von geeignetem Typus in ganz Åland allgemein vor, — allgemein<br />
ausser auf Kökar, wo sie trotz der gûnstigsten Standortsveiliältnisse<br />
kauni an einer solchen Ivokalität zu finden ist. Odontites simplex ist in den<br />
åländischen Schären ini grossen ganzen melir oder weniger häiifig, tiitt aber<br />
äusserst spärlich in deren nordwestliclien Teilen sowie in Kökar auf. Anemone<br />
nemorosa, diese Charakterpflanze von Hai nen iind waldigen Abhängen, fehlt<br />
ganz in dem laubwiesenreiclien Kirclispiel Brändö und ist in Kökar nur von<br />
Idö aufgezeichnet. Die ebenso häiifige Anemone Hefatica ist in Sottunga nur<br />
von Storsottunga notiert. Saxifraga gramdata erscheint auf Åland ini grossen<br />
ganzen als Charakterpflanze auf trockenen Abhängen sowie aucli auf<br />
Hiigel- und Felsbuckeln, ist aber in Kökar nur auf dem ganz i m Norden gelegenen<br />
und voni Verf. zu Sottunga gerechneten Kyrkogårdsö anzutreffen. —<br />
Die obigen Beispiele beziehen sich auf lyiicken von grösserem Umfang. IVIeine<br />
Laubwiesenstudien (1917) zählen S. 580—585 (= 1922 B, S. 89—93) eine<br />
grosse Anzahl Beispiele selir häufiger Arten auf, die ganz uneiwarteterweise<br />
an einer oder der anderen Örtlichkeit in Gegenden felilen, wo die betreffende<br />
Art zu den tonangebenden Elementen der Flora geliört. Ich verweise auf<br />
die angefiihrte Stelle. ^)<br />
Wo sich die Darstellung der Verbreitungsverhältnisse einer Art nicht<br />
auf ein wirklich umfassendes Material von Lokalaufzeichnungen griindet,<br />
werden ganz sicher eine Menge Ungleichniässigkeiten in der \'erbreitung<br />
ubersehen. Die Zahl der bei einer Exkursion beobachteten Arten ist im allgemeinen<br />
so gross, dass sie das Fehlen einer oder mehrerer, sei es noch so ansa<br />
composition florale, alors même que les localités envisagées paraissent comparables<br />
au point de vue de leur substratum, de leur déclivité, de leur exposition<br />
et de leur humidité» (1901 A, S. 265).<br />
»On constate même fréquemment, en dehors de la variation des espèces<br />
accessoires, que les espèces dominantes d'une association caractéristique changent<br />
d'une localité à l'autre, sans qu'on remarque dans les conditions de la<br />
station des changements correspondants» (1901 B, S. 567).<br />
»Malgré l'unifonnité physionomique qu'elles présentent, les diverses localités<br />
de la prairie alpine sont constituées par des associations florales très différentes,<br />
alors même que le territoire envisagé est peu étendu, et possède des<br />
conditions oecologiques très imifomies en apparence» (1902 A, S. 123).<br />
S. weiter z. B. 1900, S. 129; 1901 B, S. 547, 548; 1902 A, S. 122; 1908,<br />
S. 228.<br />
1) Meine oben angefiihrte Studie gibt in Kap. VII (Vergleicliende Durchmusterung<br />
der Flora der verschiedenen Spezialgebiete) auch eine Vergleichung<br />
der Artzusaniniensetzung in mehreren Gebieten, die teils einander benachbart<br />
sind, teils in verscliiedenen pflanzengeographischen Distrikten von<br />
Åland liegen.
ACTA lîOTAXICA FKXXICA 1, N:o 1 13<br />
genfälliger Arten leicht niclit zuni Bewusstsein kommen lässt. Die lyiicken<br />
in der Verbreitung werden also kaiim in ihrer vvirklichen Stärke hervortreten.<br />
Man verallgemeinert aneli nur zn leicht die Schätzung einer Prequenz, die<br />
man fiir ein Gebiet gefunden liat, und bezieht sie auch auf andere benachbarte,<br />
gleichartige. Dies ist die Ursache, weshalb ich es in meinen Studien<br />
iiber die Lanbwiesen iind Nadelwälder Ålands angezeigt gefunden liabe,<br />
sämtliche notierten Örtlichkeiten auch fiir die sog. häufigen Arten niitzuteilen<br />
(vgl. die Darstellung 1915, II, S. 173; J917, S. 615 = 1922 B, S. 118).<br />
Hiermit — und ich möchte sagen nur hiermit — wird ein objektives, einigerniassen<br />
befriedigendes Material geschaffeii.<br />
Die Bedeutuiig auch fiir die häufigen Arten mitgeteilter Lokalangaben ist<br />
noch kaum anerkannt. Man meint, die Druckkostcn miissten ihre Veröffeiitlichuiig<br />
verbieten; sie könnten in einem Archiv aufbevvahrt werden. Ks seieii<br />
in rtieser Frage hier einige Worte gestattet.<br />
lerstens ist zii beachten, dass die landläufige Auffassung iiber manche xVrt,<br />
sie sei häufig, sieli als gaiiz unrichtig erwiesen hat, wenn man sich die Miihe genommen<br />
hat, die Sache näher zu imtersuchen. Die Vorstelhmg kann sich aus<br />
einem Werk in das andere vererbt haben nud dabei in ncue Gegenden verpflanzt<br />
worden sein, wo sie gar keine Giiltigkeit hat. Man hat also Veranlassimg, Frequenzaugaben<br />
mit einem gewisseii Misstrauen zu betrachten, wenn sie nicht mit<br />
Tatsachen belegt sind. VöUig exakte Angaben sind nicht bloss fiir seltene Arten<br />
erforderUch, sondern aus ebenso guteii Griinden auch fiir die häufigen, die<br />
ja den Grundstock der Vegetation bilden. Ferner: In manchem Fall ist ein Forscher<br />
nicht damit zuirieden, zu wissen, dass eine Art häufig ist. Rr will wissen,<br />
wo sie sichey zu finden ist, und wo sie sich nicht findet. Mit einem unzugänglichen<br />
Manuskript in einem Archiv ist ihm nicht gedient. — Weiter: Ks kann vielleicht<br />
zurzeit minötig erscheinen, die Verbreitmig einer gewissen Art im Detail zu<br />
kennen. Alle F^rfahrung deutet ja aber darauf hin, dass eine kiinftige Zeit fiir<br />
die Lösung ihrer Problème ein exakteres imd detaillierteres Material verlangt<br />
als eine friihere. Diese spätere Zeit wird es vielleicht aus einer oder der anderen<br />
Ursache nicht mehr möglich finden, das Material aufzutreiben. In einer Zeit,<br />
wo die Zerstörungsarbeit der Kultur so furchtbar iiber die Natur hingeht, ist es<br />
wirklich seltsam, zu finden, dass mancher Naturforscher nicht beachtet, wie<br />
wichtig es ist, fiir die Nachwelt ein Forschungsmaterial zusammenzubringen,<br />
das ihr vielleicht sonst mizugänglich bleibt. Der Historiker, der Ethnograph<br />
sieht dies klar ein. Seine Forschung liat es ihn im Daufe der Jahrzehnte gelehrt.<br />
I^s ist fiir ilm ein Leitstern, wenn er Ereignisse der Gegeiiwart aufzeichnet, sammelt<br />
und kritisch studiert und der Forschung die historischen Dokumente vergangener<br />
Zeiteii zugänglich macht. Die pflanzengeographische Forschung kaun<br />
in manchem ihre Arbeitsmethoden von der historischen entlehnen und von ihr<br />
lem en.<br />
So offenbar es auch scheint, dass fiir die Pflanzengeographie die Zeit gekommen<br />
ist, uni zu einem Detailstudium zu schreiten, wie es auf den vor-
14 A. Palmgren, Die Arteiizahl als pflaiizcngeograpliisclier Charakter<br />
hergehenden Seiten angedeiitet wordeii ist, gibt es docli vorderliand niir verliältnismässig<br />
wenig Untersiicliiingen der angedeuteten Art. Die Zeit scheint<br />
nocli nicht völlig fiir die Kinschätziing der Bedeiitung einer solchen Einzelforschung<br />
reif zu sein. Man darf nicht erwarten, dass die ersten Resultate<br />
einer Detailforschung itber die einzelne Art, einzelne Pflanzengesellscliaften<br />
oder kleinere geographische Gebiete besonders iiberraschende sein werden.<br />
Hier wie iiberall sonst ist viel Arbeit erforderlicli, ehe sicli die zerstreiiten Krgebnisse<br />
zu Erningenschaften von allgenieinerer Tragweite verdichten. Es ist<br />
aber docli klar, dass die Pflanzengeographie,indem s'e zu diesem Detailstudiuni<br />
schreitet, denselben bewährten Weg wandert, den alle weiter entwickelten<br />
wissenschaftlichen Disziplinen eingeschlagen haben. Der Systematiker hat<br />
sich seit Dezennien mit einem eingehenden Studium der einzelnen Art und<br />
des Fornienkreises, den sie umspannt, beschäftigt. Der Pflanzenanatom beschränkt<br />
sich nicht darauf, die Grundziige des inneren Baues der versclredenen<br />
Arten zu studieren, er wendet sich den einzelnen Geweben zu, vertieft<br />
sich in das Studium der Zelle und ihrer Teile. Der Phys'olog hat sich an ein<br />
eingehendes Detailstudium der verschiedenen Ivebensäusserungen der Pflanze<br />
gemacht. Es ist eine Riesenarbeit, vor deren Perspektiven sich die Gedanken<br />
verwirren, wenn die Pflanzengeographie darangeht. Problème von entsprechendeni<br />
Werte aufzustellen. Doch ist es nicht zu umgehen, sie in das Arbeitsprogramm<br />
aufzunehmen.<br />
Es sei audi beachtet, dass eine solche Detailforschung nur eine Konsequenz<br />
des pflanzengeographischen Arbeitsprogramms biidet, wie es von jeher<br />
dargelegt worden ist. Dieses stellt ja als einen Ausgangspunkt und eine Grundlage<br />
der ganzen Pflanzengeographie die Kenntnis des Vorkommens der einzelnen<br />
Arten auf. Einige Zitate aus der fiihrenden Literatur mögen hier<br />
Platz finden:<br />
A. DE CANDOIvI^E (1855, S. 69): »La distribution des espèces à la surface de la<br />
terre est la base de presque tontes les considérations de géographie botanique.<br />
Si l'on comprend bien pourquoi elles sont contenues dans certaines limites, on<br />
peut deviner beaucoup de faits concernant les genres et les familles, car ces<br />
groupes ne sont que des associations d'espèces. Ainsi, de même qu'en botanique<br />
descriptive on ne peut pas constituer bien les genres sans étudier les espèces,<br />
en botanique géographique il faut s'appuyer sur les détails concernant les espèces<br />
pour s'élever à des lois plus générales.»<br />
ENGLER (1912, S. 219): »Bei alien pflanzengeograpliischen Fragen handelt<br />
es sich zunäclist uni die Feststellung des Areals der einzelnen Arten, und eine<br />
solche ist um so schwieriger, je weiter eine Art verbreitet ist. — — —»<br />
VSCHRÖTER (1913, S. 911): »Die genaue Feststellung des Areals ist die Grundlage<br />
jeder pflanzengeschiclitlichen Erörterung.»
ACTA B OTAN ICA FICXXICA I, X:o 1 15<br />
In den Sclilusswortcn (»Indication de recherches et de perfectionnements<br />
propres à avancer la géographie botanique») seiner Géographie botanique richtet<br />
sich DIV CAXDOI^LE unter anderem mit folgendem Appell an die »botanistes descripteurs»<br />
(S. 1347):<br />
»Des Flores de pays d'une petite étendue et d'une étendue déterminée seraient<br />
très utiles, et, dans l'état actuel des collections, c'est un genre de travail qu'on<br />
peut raisonnablement demander. — — —»<br />
S. 1349 heisst es:<br />
»La botanique descriptive exige que les matériaux soient répandus; la botanique<br />
géographique demande des Flores locales, complètes. Or, on ne peut répandre<br />
les matériaux que par le bon marché, lequel suppose des séjours et non<br />
des voyages, et l'on ne peut arriver à des Flores complètes qu'en séjournant.<br />
L'agriculture moderne dit aux cultivateurs qui veulent avoir beaucoup de blé:<br />
ayez mains de champs; je résume de la même manière mes conseils aux voyageurs,<br />
en leur disant: voyagez moins.»<br />
Der Mangel der pflanzengeograpliischen Literatur, der oben liervorgehoben<br />
worden, ist jedoch sehr erklärlich. Die Pflanzengeographie hat mehr als<br />
genug mit der Feststellung der Grundkonturen der Verbreitungsverhältnisse<br />
zu tun gehabt. Diese biidet die priniäre Gnindlage. Weiter gestaltet sich ein<br />
Studium mit grösseren Anspriichen an Exaktheit bei der Feststellung der<br />
Verbreitung und Frequenz, auch wc es sich nur um kleinere Gebiete handelt,<br />
so ausserordentlich zeitraubend, dass eine solche Forderung kauni anderswo<br />
als da motiviert sein wird, wo die geographischen Verliältnisse oder andere<br />
giinstige Unistände besonders dazu einzuladen scheinen.<br />
Eine Schärenlanäschaft (skärgård) als pflanzengeographisches Untersuchnngsobjekt.<br />
Zu einem solchen Detailstudium des Charakters der Flora und der Gesetze<br />
fiir die Verbreitung der Pflanzen scheint die åländische Landschaft in der<br />
Tat von selbst aufzufordern (vgl. 1917, S. 480 = 1922 B, S. 4). Åland biidet<br />
ein vergleichsweise wohlumgrenztes Ganzes fiir sich. Das Areal gestattet,<br />
dass ein Detailstiidium von einem einzelnen Botaniker durchgefuhrt werden<br />
kann. Ein recht exaktes Material liegt niithin innerhalb der Grenzen der<br />
Möglichkeit. Das Areal ist aber andererseits so bedeutend, dass sicli eine Gesetzmässigkeit<br />
in der Verbreitung, wo es eine solche gibt, zu erkennen geben<br />
muss. Ein ganz kleines Gebiet gewährt in dieser Hinsiclit kauni die nötigen<br />
Garantien; dem reinen Zufall kann da zu viel Spielraum geboten sein. Der<br />
Schärenarchipelcliarakter der Landschaft ermöglicht es, die Darstellung der<br />
Verbreitungsverhältnisse in grosser Ausdehnung an scharf umgrenzte kleinere<br />
Gebiete, Inseln oder Landzungen zu kniipfen. Die Natur ist wechsel-
16 A. Palmgren, Die Arteiizahl als pflaiizcngeograpliisclier Charakter<br />
voll, die Flora in Ûbereinstimmiing damit reich. Der Ivandschaftscharakter<br />
ist allerdings nicht in alien Teilen der Inselwelt derselbe, aber entsprechende<br />
Standortstypen iind Pflanzengesellschaften sind doch in recht grosser Aiisdehnung<br />
in alien Teilen des Schärenarchipels vertreten. Dies gilt vor allem von<br />
den Pflanzengesellschaften der I^aubwiesen und Ufer. Fiir die Vegetation<br />
der siissen Gewässer und der Moore wie auch fiir die der Nadelwälder gibt es<br />
gûnstige Bedingungen vor allem auf Fasta Åland, in viel geringerem Grad<br />
in den Schärenkirchspielen. Åland diirfte also recht giinsiige Voraussetzungen<br />
zu eineni Studium der Gesetze fiir die Verhreitung und die regelmässige Ausbreitung<br />
und Aushreitungskapazität der Arten bieten in einem Gebiet, wo den Arten<br />
irgendwelche scharfen pflanzengeografhischen Hindernisse dieser oder jener Natur<br />
nicht entgegentreten und ihrer Verteilung nicht in hervortretender Weise ihren<br />
Stempel aujdriXcken.<br />
Dass Åland eine Schärenlandschaft ist, schränkt die allgemeine Gûltigkeit<br />
hier gefundener Gesetze iiber die Ausbreitting und Verbreitung der Pflanzen<br />
in keiner Weise ein. Schon in meinen lyaubwiesenstudien wird (1917, S.<br />
481 = 1922 B, S. 4—5) hervorgehoben, wie in dem kontinentalen Finnland<br />
die fruchtbaren, einst von iippigerer Vegetation eingenommenen, jetzt aber<br />
mehr oder weniger kultivierten Böden erscheinen »wie Inseln eines Schärenarchipels,<br />
eingestreut in ein Meer von mehr oder weniger sterilen Wäldern<br />
und i m allgemeinen mehr oder weniger scharf voneinander geschieden». Das<br />
Gesagte gilt nicht bloss von Finnland. Ähnlich wie mit den fruchtbaren Böden<br />
in Finnland verhält es sich mit den meisten extremeren Standortstypen.<br />
Sie liegen isoliert, durch andere, fiir ihre Arten nicht geeignete Böden voneinander<br />
geschieden. Gerade so ist es in dem Schärenarchipel; die Verhältnisse<br />
erscheinen hier nur mehr ausgemeisselt als im allgemeinen anderswo. — Aber<br />
noch mehr: Fi\,r Fennoscandia ist dem Studium eines Schärenarchipels schon<br />
darum Bedeutxing beizumessen, weil sich das Land als Ganzes allmählich aus<br />
dem Meere erhoben hat und daher die meisten seiner Teile das Entwicklungsstadium<br />
eines Schärenarchipels durchlatifen hahen. Die jetzt herrschende<br />
Pflanzendecke, die jetzt herrschenden Verbreitungsverhältnisse sind also zti<br />
grösseren oder kleineren Teilen während einer Zeit ausgeformt worden oder<br />
haben Spuren aus einer Zeit bewahrt, wo die Wanderung der Pflanzen in einem<br />
Schärenarchipel unter mehr Oder weniger ähnlichen Verhältnissen geschah wie<br />
die, welche heute die Verbreitung auf Åland beeinflussen.<br />
Ein Schärenarchipel von der Ausdehnung und Abwechslung wie derjen'ge<br />
Finnlands ist sonst nirgends zu finden. Er verpflichtet die Forschung<br />
des I/andes, wissenschaftlich das aus ihm herauszuholen, wozu er ganz spezifische<br />
Voraussetzungen bietet. —
ACTA BOTANICA FENNICA 1, N:o 1 17<br />
Die wechselvollen Standortsverliältiiisse unci die Masse von Inseln und<br />
Schären machen ein genaiies Studium der Flora Ålands zeitraubender, als<br />
man geneigt ware, sicli in Anbetracht des recht bescheidenen lyandareuls vorzustellen.<br />
Es zeigte sicli daher bald notwendig, die Arbeit auf melirere vorbereitende<br />
Spezialuntersuchungen zu verteilen. Es ist meine Absicht gewesen,<br />
diese teils vollendeten, teils noch nicht vollendeten Studien in eine<br />
zusammenfassende Ubersiclit der Flora Ålands mit Rûcksicht auf ihre Artenzahl<br />
und Artzusammensetzung, auf die Verteilung, Einwanderungszeiten,<br />
Fyinwanderungswege der Arten, auf die Ausbreitungsmittel der Arten u. a.<br />
ausmiinden zu lassen. Meine Studie »Die Entfernung als pflanzengeograpliischer<br />
Faktor», 1921 stellt ein vorbereitendes Glied einer solchen Arbeit dar.<br />
Da jedocli noch eine Anzalil Jalire vergehen werden, bis icli hoffen darf, diese<br />
Vorarbeiten abgesclilossen zu selien, ist es mir wiinschenswert erschienen,<br />
jetzt in einer vorläufigen Mitteilung eine präliniinäre Ûbersicht ûber den Charakter<br />
der Flora und die Verbreitungsverliältnisse der Arten zu geben und<br />
einige von den pflanzengeographischen Faktoren, deren Einfliisse in dem<br />
åländischen Florencliarakter zutage treten, zur Diskussion zu stellen. Die<br />
Ausfiilirungen grunden sich vor allem auf die Flora der lyaubwiesen (1915—<br />
1917; 1921), auf die ich hier hinweise, sievverden aber auch andere Formationstypen<br />
in Betracht ziehen. —<br />
1) Ini Druck sind erschienen:<br />
Bidrag till kännedomen om Ålands vegetation och flora (Beiträge zur<br />
Kenntnis der Vegetation nnd Flora Ålands). I. Taraxaca u. II. Taraxacumformer<br />
(Acta Soc. pro F. et Fl. Fenn., 34 (1910), N:o 1 (S. 1-53) u. 5 (S. 1-16)).<br />
Tlippophaës rhamnoides auf Åland (Ibid., 36, N:o 3. 1912, S. 1-188).<br />
Studier öfver löfängsområdena på Åland. Ett bidrag till kännedomen om<br />
vegetationen och floran på torr och på frisk kalkhaltig grund. I. Vegetationen;<br />
II. Floran; III. Statistisk undersökning af floran (Stvidien iiber die Laubwiescngebiete<br />
auf Åland, Ein Beitrag zur Kenntnis der Vegetation und Flora auf<br />
trocknem und frischem kalkhaltigen Boden. I. Die Vegetation; II. Die Flora;<br />
III. Statistiselle Untersuchimg der Flora). (Ibid. 42, 1915-1917, S. 1-634.)<br />
— Der letztgenannte dritte Teil ist deutsch erschienen unter dem Titel:<br />
t)ber Artenzahl und Areal sowie iiber die Konstitution der Vegetation. Eine<br />
vegetationsstatistische Untersuchung (Ubersetzung von des Verfassers: Studier<br />
öfver löfängsområdena på Åland. III. Statistisk undersökning af floran,<br />
1917). (Acta Forestah£\ Fennica, 22, 1922, S. 1—136.)<br />
Die Kntfenumg als pflanzengeographischer Faktor (Acta Soc. pro F. et Fl.<br />
Fenn., 49, N:o 1, 1921, S. 1—113).<br />
Zur Kenntnis des Florencharakters des Nadelwaldes (Acta Forestaha Fenuica,<br />
22, 1922, S. 1—115).<br />
Noch nicht abgeschlossen siud Untersuchungen iiber die weiteren Formationstypen<br />
Ålands, zunächst iiber die der Meeresufer.
18 A. Palmgren, Die Arteiizahl als pflaiizcngeograpliisclier Charakter<br />
Vorliegende Studie teilt eine Reilie Tatsacheii iiber die Zusarnniensetzung<br />
der Flora und die Verbreitung der Arten auf Åland mit und versucht die Ursachen<br />
der dargestellten Verhältnisse blossziilegen. Diese Tatsachen miissten<br />
eigentlich gegeniiber entspreclienden Verhältnissen in vergleiclibaren anderen<br />
Gegenden abgewogen werden. Krst dann wiirde ihre wirkliche Bedeutung<br />
völlig liervortreten. I^eider sind solclie vergleichbaren Daten ini grossen ganzen<br />
nicht zugänglicli. Beispielsweise ist es bei der Artenzahl der åländisclien<br />
Flora schwer, Zalilen zu finden fiir Gebiete, die in bezug auf Grosse und Standortsverhältnisse<br />
einigermassen gleichwertig sind. Schon die Abgrenzung des<br />
Begriffs iirsprungliche Arten bereitet hierbei' Schwierigkeiten, da er sehr<br />
relativ ist und selbstverständlich von verschiedenen Autoren verschieden<br />
aufgefasst wird. Ks ist auch niclit leiclit, auf andere, sei es audi recht naheliegende<br />
Gebiete die Begrenzung eines so relativen Begriffs wie urspriingliche<br />
Art, die man fiir sein eigenes Gebiet präzisiert hat, auszudehnen.<br />
Ich werde in der vorliegenden Sclirift die åländische I'lora teils mit Riicksicht<br />
auf ihre Artenzahl, teils in bezug auf die Verteilung und Frequenz der<br />
Arten betrachten. liei dieser Betrachtung werden sich mehrere bemerkenswerte<br />
Ziige des Vegetations- und Florencharakters ergeben, die ohne ein sehr<br />
eingehendes Studium des Vorkonnnens und der Verteilung der Arten recht<br />
le:cht der Aufmerksamkeit entgangen wären.<br />
Die Artenzahl Ålands ist, wie ich weiter unten zeigen werde, bemerkenswert<br />
hoch, so hoch, dass sie an sich als ein sehr bedeutungsvoller Zug in<br />
deni åländischen Florencharakter bezeichnet werden muss. Dies gibt mir<br />
Veranlassung, in dem jetzt folgenden Kapitel einleitungsweise nachzusehen,<br />
was die Pflanzengeographie liber die Artenzahl als pflanzengeographischen<br />
Charakter zu sagen hat. Diese Darstellung ist nur vorläufiger Art; ich werde<br />
in einer späteren Studie auf die Frage zuriickkommen.<br />
11.<br />
Die Artenzahl als pflanzcngcographischer Charakter.<br />
Welche Bedeutung hat die Pflanzengeographie der blossen Artenzahl<br />
beigemessen, und welche Bedeutung kommt ihr etwa als pflanzengeographischer<br />
Charakter zu?<br />
A. DE CANDOIXE hat es ganz natiirlich nicht versäumt, einem solchen<br />
Umstand wie der Artenzahl der verschiedenen Gebiete seine Aufmerksam-
ACTA B OTAN ICA FKNNICA 1, N:o 1 19<br />
keit zu widmeii. Wie in vielen anderen Fällen liefert seine Géographie botanique<br />
raisonnée den natiirlichen Ausgangspnnkt zu einer Diskussion der<br />
Frage.<br />
De Candolle leitet sein drittes Buch (»Géographie botanique, ou considérations<br />
sur les divers contrées de la terre au point de vue de la végétation<br />
qui les recouvre», S. 1163—1333) mit folgenden Worten ein (in Kap. XX,<br />
»Des caractères de végétation»):<br />
»La végétation d'un pays ou d'un district quelconque offre toujours des<br />
caractères plus ou moins importants, i)lus ou moins distincts. Ils sont nombreux,<br />
et peu d'auteurs, en écrivant des Flores ou des descriptions de géographie botanique<br />
pensent à les énumérer tous, encore moins à les envisager selon leur degré<br />
réel d'importance.<br />
Ces caractères se rapportent aux conditions des classes ou grandes catégories<br />
du règne végétal, des familles, des genres et des espèces dans le pays dont<br />
on s'occupe; aux analogies et aux différences qui en résultent relativement à<br />
d'autres régions; enfin, à l'origine probable des espèces. I/énumération suivante<br />
fera comprendre la multiplicité de ces points de vue.»<br />
In den folgenden Erörterungen fesselt das Moment 4 »Caractères relatifs<br />
aux espèces» (S. 1171):<br />
»La présence d'une espèce dans vm pays est toujours en elle-même un caractère;<br />
mais le nombre des espèces est si considérable, qu'on ne peut s'attacher à<br />
tous les faits de cette nature. Il suffit, en général, de constater:<br />
Les espèces spontanées les plus communes, en insistant sur les arbres et sur<br />
les espèces cpii dominent dans les stations principales de la région dont on s'occupe;<br />
Les espèces tin peu remarquables et caractéristiques, c'est-à-dire plus ou moins<br />
abondantes dans le pays, mais de nature à frapper un botaniste et qui n'existent<br />
pas dans les pays voisins;<br />
Les espèces cultivées, surtout celles de la grande culture.<br />
On peut rechercher encore le nombre des espèces relativemer.t à la surface,<br />
et en particulier celui des espèces propres au pays que l'on envisage.<br />
Ces éléments numériques sont bons à constater, mais leur emploi exige de<br />
l'attention et des réflexions préalables, dont je vais m'occuper.»<br />
Ich will die Aufnierksamkeit nanientlich auf die heiden letzten Absätze<br />
des obigen Zitates lenken. Die Artenzahl wird hier als ein pflanzengeographischer<br />
Charakter festgestellt.<br />
Nachdem DE CANDOLLK (in Kap. XX, Artikel II, S. 1175—1176) die »Valeur<br />
relative des caractères de végétation» betraclitet hat (vgl. das Zitat in der<br />
vorliegenden Darstellung S. 21), schreitet er dazu, in Kap. XXI —XXIV<br />
einige der Charaktere, die das Wesen der Vegetation konslituieren, näher zu<br />
untersuchen. Das Kapitel XXIV (De la variété des formes végétales dans
20 A. Palmgren, Die Arteiizahl als pflaiizcngeograpliisclier Charakter<br />
divers pays et dans le monde entier) wird mit einer Betrachtung iiber<br />
»Nombre total des espèces dans chaque pays» eingeleitet. Der Kingang zu<br />
ihm lautet (S. 1270):<br />
»J'ai montré (p. 1172) à quel degré il serait absurde de comparer, au point<br />
de vne du nombre total des espèces, des régions qui ne seraient pas sensiblement<br />
égales en surface. Cette circonstance rend les comparaisons difficiles, car,<br />
pour les pays hors d'Europe, on possède peu de Flores complètes concernant<br />
une étendue bien déterminée. Il ne s'agit pas dans cette question de réunir<br />
beaucoup de chiffres, mais de choisir le petit nombre de ceux qui offrent les<br />
conditions voulues pour arriver à une conclusion. Je vais donc énumérer divers<br />
pays, en les classant d'après leur étendue, et dans chaque subdivision d'après<br />
leur latitude.»<br />
Auf S. 1271—1275 finden wir dann eine Tabelle ûber die Artenzahl in<br />
verschiedenen Gebieten abweichenden Areals. Dieselben siiid nach der Grosse<br />
in 16 Kategorien gruppiert, von denen die erste das russische Reich und die<br />
letzte einige ganz unbedeutende Gebiete (»Sommité du Broeken», lye Jardin du<br />
glacier du Talèfre près Chamounix, Sommité du pic du Midi de Bagnères)<br />
enthält. Neben der Zahl der bekannten Arten wird audi die wahrscheinliche<br />
Artenzahl angegeben.<br />
Das vorgelegte Material wird von verschiedenen Gesichtspunkten aus<br />
erörtert. Wir merken folgende Paragraphen an: § 2 »Variation du nombre des<br />
espèces suivant la distance de l'équateur», § 3 »Comparaison des grandes divisions<br />
du globe», § 4»Ives îles ont-elles moins d'espèces que les continents à surface<br />
égale?» Die Betrachtung wird abgeschlossen mit einem Paragraphen<br />
(§ 5) des Inhalts »Sur les causes qui déterminent le nombre des espèces dans<br />
un pays», wozu ein folgender (§ G) »Conjectures sur le nombre total des espèces<br />
phanérogames» mitteilt.<br />
Aus § 2 scheint es angebracht, ein ausfiihrliches Zitat (S. 1275) auszuheben:<br />
»Comme le nombre des espèces d'im pays est un résultat combiné de la présence<br />
des espèces et de leur extension géographique, la richesse de certaines<br />
régions semble d'autant plus grande qu'on envisage des étendues plus considérables.<br />
Ainsi, la France et la Suède ont à peu près la même surface, et il y a trois<br />
fois plus d'espèces en France; mais si l'on considère de plus petits espaces, dans<br />
les deux pays la proportion devient différente. Dans les environs des villes<br />
de France où la végétation est le plus variée, comme Fréjus, Toulon, ^Marseille,<br />
on trouve seulement deux fois plus d'espèces que dans les environs des villes de<br />
Suède, comme Upsal, Stockhohu ou Gefle; et autour des villes du nord de la<br />
France, on ne trouvera pas même deux fois le nombre des espèces croissant autour<br />
des villes suédoises. I^e Cap, dans son ensemble, est d'une richesse extraordinaire.<br />
La partie explorée, dont l'étendue est à peu près celle de l'île de la
ACTA BOTANICA FIvNNICA 1. N:o 1 21<br />
Grande-Brctagiie, aurait quatre à cinq fois plus d'espcccs, d'après ce qu'on<br />
peut augurer des faits actuellement coiuius. Cependant, chacune des vingt subdivisions<br />
tracées par MM. Drége et Iv. Meyer, dans leur opuscule sur l'Afrique<br />
australe, ne paraît pas avoir plus de 1000 à 1500 espèces phanérogames (a),<br />
quoique leur surface soit à peu prés égale à celle du Yorkshire, comté qui renferme<br />
un millier d'espèces. Evidemment, la richesse des régions telles que l'Afrique<br />
australe, le Brasil et quelques autres, tient surtout à ce que les espèces ont<br />
une aire étroite, de sorte qu'en passant d'un district à l'autre, la végétation<br />
change presque en entier. Au contraire, la pauvreté des pays du nord et des<br />
grands déserts d'Afrique tient surtout à ce que, sur d'immenses étendues, les<br />
espèces varient peu, l'ius les régions considérées sont petites, plus le nombre<br />
des espèces est semblable sous toutes les latitudes, du moins en théorie. Il est<br />
vrai qu'en fait, les conditions locales du sol deviennent plus importantes à mesure<br />
que l'on considère un espace plus restreint, d'où il résulte comnumément<br />
de grandes différences dans le nombre des espèces quand on envisage, par exemple,<br />
une lieue carrée, et surtout une fraction de lieue carrée, lUi hectare, je suppose.<br />
Laissant de côté ces diversités qui affectent les petites Iccahtés et qui tiennent<br />
aux stations, il est impossible de méconnaître l'augmentation générale du<br />
nombre des espèces, pour une étendue semblable, en marchant des pôles à l'équateur.<br />
— »<br />
§ 4 studiert die Artenzahl von Inseln, veiglichen mit der des Festlands,<br />
wobei ibre Grosse und ihre Lage di dit bei cder fein von Kontinenten beachtet<br />
werden (S. 1278). »C'est une question controveisée de savoir si les îles, et en<br />
particulier les îles éloignées des autres terres, ont, ou n'ont pas une quantité<br />
d'espèces inférieure à celle des continents de même étendue et situation.»<br />
Die Barstellung in dieseni Paragraplien ist von grossem Interesse, ebenso in<br />
§ 5 (Sur les causes qui déterminent le nombre des espèces dans un pays;<br />
S. 1283).<br />
Sehr beleuchtend ist Artikel II des Kap. XX (Valeur relative des caiactères<br />
de végétation). Hier heisst es S. 1175:<br />
»Certains botanistes-géographes paraissent mettre en première ligne les<br />
relevés numériques, probablement à cause de la forme précise de cette nature de<br />
documents. Je ne saurais partager leur opinion, et cela justement parce que les<br />
méthodes exactes me plaisent et que l'exactitude ne consiste pas à préférer toujours<br />
les chiffres aux paroles, mais à donner à chaque chose et à chaque point<br />
de vue son importance véritable.<br />
Quand il s'agit de comprendre et de dépeindre l'ensemble de la végétation<br />
d'un pays, je m'attacherai d'abord aux caractères qui frappent tout le monde et<br />
qui forment les grands traits du tableau. Ces caractères peuvent s'exprimer quelquefois<br />
par des chiffres: alors on fait très bien d'en profiter; mais ce n'est pas<br />
toujours le cas. Les formes ordinaires du langage, si elles expriment des c.rconstances<br />
très importantes, me paraissent préférables à des caractères numériques<br />
de second ou de troisième ordre.
22 A. Palmgren, Die Arteiizalil als pflanzcngcographisclier Cliarakter<br />
La division générale du sol eu marais, prairies, forêts, terrains salés, terrains<br />
cultivés, etc., me semble la chose qui, d'entrée, donne l'aperçu le plus juste de<br />
la végétation d'un pays. Ce n'est pas seulement lui caractère physique, c'est<br />
aussi pour les forêts et les prairies lui caractère botanique, et des plus importants.<br />
vSi le degré de civilisation du pays pennet de connaître exactement la proportion<br />
de ces grandes stations, on fera très bien de la donner sous forme numérique.<br />
Dans ce cas, les chiffres expriment d'une manière exacte et abrégée<br />
ce qu'il est essentiel de savoir.<br />
Après cela, je regarderai comme important de connaître les espèces les plus<br />
communes, dans les stations qui occupent le plus de place, et en particuher les<br />
espèces ligneuses sociales, c'est-à-dire celles qui constituent exclusivement des<br />
forêts. Dans les pays très cultivés, l'indication des principales espèces agricoles<br />
est d'une importance à peu près égale.<br />
Au troisième degré, je placerai l'énumération des principaux genres, l'indication<br />
des familles dominantes et des familles caractéristiques, la fréqi;ence ou la<br />
rareté de certaines grandes catégories physiognomiques, telles que plantes grasses,<br />
plantes à feuilles persistantes, plantes annuelles, etc.<br />
Enfin, je mettrai en dernière ligne les caractères qu'un botaniste seul peut<br />
découvrir, ou qui résultent seulement d'ime investigation complète et de calculs<br />
faits sur des livres, comme l'indication d'espèces rares, la proportion des Dicotylédones<br />
et Monocotylédones, le nombre total des espèces, genres et familles, celui<br />
des espèces propres au pays, et le nombre moyen des espèces par genre et par<br />
famille.<br />
Les analogies et les dissemblances, relativement à d'autres pays, ont plus ou<br />
moins de valeur, suivant qu'elles portent sur l'mi ou sur l'autre des caractères,<br />
d'importance très diverse, dont je viens de parler. Les similitudes d'espèces,<br />
même celles de genres et de familles, sont quelquefois très importantes parce<br />
qu'elles font présumer des comnumications à une époque antérieure ou au moins<br />
une ressemblance d'origine et d'histoire géologique entre les pays (chap. XX\'I).<br />
Ces réflexions me paraissent propres à diriger dans leurs travaux les auteurs<br />
de Flores et les voyageurs qui décrivent les végétations. Ivlles montrent aux<br />
premiers qu'il y a des chiffres bons à calculer et d'autres parfaitement inutiles<br />
ou même trompeurs, et aux seconds, que certains faits essentiels ne se voient<br />
pas sur le terrain et avec les yeux.»<br />
Es ist nicht ganz leicht, mit einigen Worten die relative Rolle anzugeberi,<br />
die DE CANDOLI
ACTA BOTANICA FKNXICA 1, X:o 1 23<br />
lung ihrer Grosse erjolgen diirfe, was man oft iiberselien hat. lir liebt als beinerkenswerten<br />
unci offenbar auf friilieren geologischen Verhältiiissen beriihenden<br />
Unistand die bedeiitende Arteiizalil z. B. der Flora des Kaplands<br />
and die benierkenswerte Artenannut anderer Gebiete liervor. Rr<br />
untersucht die relative Artenzahl iinter verschiedeneii Breitengraden und in<br />
verschiedenen Erdteilen .<br />
DE CANDOR.I.ES Priifung der Artenzahl als pflanzengeographischer Cliarakter<br />
hat ganz natiirlich nicht so tiefgreifend ausfallen können wie manche<br />
andere seiner Forschungen. Das verfiigbare Tatsachenmaterial war, wie er<br />
selbst hervorhebt (siehe das Zitat vS. 11), zu knapp. Ganz besonders tritt<br />
hervor, dass DE CANDOEI.E nicht in der Lage gewesen ist, kleinere pflanzengeographische<br />
Gebiete miteinander zu vergleichen, die nahe beieinander<br />
liegen iind derselben nächstgrösseren Gnippierungseinheit angehören. Doch<br />
darf man offenbar vor allem bei einem Vergleich solcher in bezug auf die<br />
qualitativen Ziige der Vegetation gleichartigeren Gebiete und bei der Feststellung<br />
ihres pflanzengeographischen Charakters erwarten, in der blossen<br />
Artenzahl einen Vegetationscharakter von grösserer Bedeutung und einen<br />
sichreren Ausgangspunkt zu dessen Studium zu finden (s. S. 28). Man hat ja<br />
hier nicht in erwähnenswertem Grad mit natiirlichen Verschiedenheiten der<br />
Artenzahl infolge verschiedener Natur der Arten (Bäunie, Sträucher, Kräuter,<br />
Gräser), mit den verschiedenen Ansprûchen dieser Tx-pen z. B. andenRaum<br />
zu rechnen. ^)<br />
Nach DE CANDOLIVE scheint die absolute Artenzahl nicht in höherem Grade<br />
das Intéressé der Pflanzengeographen auf sich gelenkt zu haben, wenn man<br />
auch beispielsweise solchen extremen Erscheinungen wie der unbedeutenden<br />
Artenzahl entlegener ozeanischer Inseln, der ausserordentlich grossen Artenzahl<br />
der Flora des Kaplands und ähnlichen bemerkenswerten Tatsachen andauernd<br />
seine Aufiiierksamkeit geschenkt hat. DE CANDOLLES Géographie<br />
Fån Zitat aus GRISEBACII: Die Vegetation der Frde. II (zweite Auflage,<br />
1884, S. 62) scliemt hier von Intéressé zu sein: »Die Mannigfaltigkeit der Arten<br />
ist ini tropischen Asien auf engeren Raunien selten so bedeutend, wie man aus<br />
ihrer IMischiiug in weiten Wohngebieten und aus dem Reichtum der ganzen<br />
Flora schliessen möchte. Allein dies scheint ein allgemeiner Unterschied der<br />
tropischen von den pflanzenreicliercn Gegenden der gemässigteii Zonen zu sein<br />
und mit der iiberwiegenden Anzahl der Ilolzgewäclise in Verbindung zu stehcn,<br />
deren Raumbediirfniss doch zu gross ist, als dass es durch den gemischteii<br />
TJaumschlag und durch die maîinigfaltigeren Epiphyten ausgegliclicn wiirde.»
24 A. Palmgren. Die Artenzalil als pflanzengeographischer Cliarakter<br />
botanique raisonnée hat in dieser wie in so vielen andereu Hinsichten in<br />
bemerkenswertem Grad bis zum heutigen Tage ihr Intéressé bewahrt. Viel<br />
Neues ist bis in die letzte Zeit kauni hinzugekommen. Teilsist die floristische<br />
Disziplin unter den Pflanzengeographen in deni INIasse zuriickgetreten, wie<br />
andere Disziplinen, beispielsweise die ökologische, an Bedeutung gewonnen<br />
und Forschritte gemacht haben, teils haben andere Fragen die Aufmerksamkeit<br />
der floristischen Pflanzengeographie mit Beschlag belegt. Fur ein<br />
fruchtbareres theoretisches Studium der Artenzahl als pflanzengeographischer<br />
Charakter lässt das zugängliche Tatsachenmaterial daher inimer noch sehr<br />
viel zu wiinschen iibrig.<br />
Das Gesagte darf selbstverständlich nicht so aufgefasst werden, als ob die<br />
floristischen und pflanzengeographischen Arbeiten im allgemeinen die Artenzahl<br />
der betreffenden Gebiete nicht erwähnten, derselben keinerlei Aufmerksamkeit<br />
gewidmet hätten. Ich habe vor Augen, dass der Artenzahl an sich<br />
keine nennenswerte enischeidendere BedeiUung als Charakterziig der Vegetation<br />
znerkannt warden ist. Man hat die Frage der Artenzahl nicht als selbständiges<br />
fflanzengeographisches Problem anjgestellt. Daher ist fiir die Lösung<br />
des Problems auch nicht zielbewusst Material gesammelt und gesichtet worden.<br />
Der qualitative Charakter der Vegetation, die Zahl der endeniischen Arten<br />
u. a. haben ganz naturlich iiberwiegend das Intéressé an sich gefesselt. Hierin<br />
findet vielleicht auch teiUveise das bemerkenswerte Verhalten seine Erklärung,<br />
dass man sich bis zur letzten Zeit im grossen ganzen nicht veranlasst<br />
gesehen hat, etwa wirklich exakt zu ermitteln, welche Arten eines Gebietes<br />
faktisch urspriinglich sind. So ist es immer noch sehr schwier'g, befriedigende<br />
Angaben iiber die exakte Anzalil wirklich urspriinglicher Arten der verschiedenen<br />
Gebiete zu finden, und doch dreht sich die pflanzengeographische<br />
Besprechung vor allem um diese urspiiinglichen Arten, wenn der pflanzengeographische<br />
Charakter eines Gebietes ini Verhältnis zu anderen präzisiert<br />
werden soil.<br />
Es wiirde zu weit fiihren, den Mangel, der hier nachgewiesen worden ist,<br />
durch Belege aus den einzelnen floristischen und pflanzengeographischen<br />
Arbeiten zu beleuchten. Ich begniige mich damit, auf das Zeugnis der modemen<br />
zusammenfassenden pflanzengeographischen Werke hinzuweisen.<br />
Die Artenzahl als Problem der Forschung ist in ihnen nicht beachtet.<br />
Ein bedeutungsvoiler Beitrag zur pflanzengeographischen Diskussion ist<br />
hier aber doch zu beachten. Ich meine denjenigen von PAUL JACCARD in<br />
verschiedenen Arbeiten iiber die Vegetation der Alpen und ihrer Nachbargebiete:<br />
In »Lois de distribution florale dans la zone alpine», 1902 wird S. 71 betont:
ACTA B OTAN ICA FKNNICA 1. N:o 1 25<br />
»Pour cléteriiiiiier exactenieiit le caractère d'une association et pour pouvoir<br />
apprécier ses modifications, il falit tenir compte: l:o de sa richesse florale,<br />
c'est-à-dire du nombre des espèces de l'association, abstraction faite du nom de<br />
ces espèces; 2:o de sa composition florale, c'est-à-dire de la liste des espèces qui<br />
la constituent, envisagées, non plus numériquement, mais au point de vue de la<br />
systématique; 3:o du coefficient générique, c'est-à-dire du rapport du nombre des<br />
espèces au nombre des genres.»<br />
Dasselbe wird ferner festgestellt in »Nouvelles recherches sur la distribution<br />
florale», 1908, S. 264.<br />
Was in den Punkten 1 und 2 des obigen Zitates ausgesprochen worden<br />
ist, vv^ird in der ersten der hier genannten Schriften noch folgendermassen<br />
hervorgehoben (S. 75; s. auch S. 86):<br />
»Ceci posé, il importe, pour éviter toute équivoque, de bien distinguer dans<br />
la distribution florale d'un territoire donné la diversité numérique des espèces<br />
de leur diversité systématique. — Tandis que la seconde est incontestablement<br />
influencée par les sources et les moyens d'immigration (que par abréviation nous<br />
pouvons appeler le facteur d'immigration), la première, c'est-à-dire la diversité<br />
numérique des espèces, semble dépendre presque exclusivement des conditions<br />
oecologiques de la région considérée, soit du facteur station. C'est cela seulenient<br />
c^u'exprime notre première loi: La richesse florale d'une contrée est directement<br />
proportionnelle à la diversité de ses conditions oecologiques.»<br />
JACCARD beriicksichtigt auch den Einfluss des Areals auf die Artenzahl.<br />
Ani kennzeichnendsten scheint fiir seine diesbeziigliche Auffassung die folgende<br />
Äusserung unter »8. La richesse florale fonction de l'étendue» (in der<br />
oben genannten Schrift von 1902, S. 89; s. auch S. 98) zu sein:<br />
»Comme nous l'avons constaté déjà pour les prairies des Alpes et svxrtout<br />
pour celles du Jura, une des premières conditions de diversité florale consiste<br />
dans l'étendue du territoire envisagé. Non pas que nous admettions une proportionnalité<br />
rigoureuse entre la richesse florale d'une contrée et son étendue,<br />
puisqu'il est surabondamment établi que deux territoires d'égale superficie,<br />
situés sous la même latitude, peuvent avoir une richesse florale fort inégale. —<br />
Ce que nous voulons dire, c'est que dans la contrée la plus uniforme en apparence<br />
au point de vue oecologique, alors même qu'elle constitue une station unique,<br />
la richesse florale s'accroît avec la superficie que l'on considère de telle sorte<br />
que 200 ni^ de cette station possèdent plus d'espèces que 100 ni^.»<br />
Man sehe hierzu auch meine Darstellung S. 32 ff. sowie das Zitat S. 42<br />
(aus JACCARD 1908, S. 232), verglichen mit den auf derselben Seite vorhergehenden<br />
Ausziigen und den Zitaten S. 90.<br />
Dass die Artenzahl seit DE CANDOLLE und bis in die neueste Zeit nicht Gegenstand<br />
nennenswerterer direkter Untersuchungen geworden ist, ist im<br />
grossen ganzen redit erklärlich. Die Zahl der Arten ist ein Charakter, der
26 A. Palmgren, Die Arteiizalil als pflauzeiigeographischer Charakter<br />
gegeuiiber ihrer qualitativen Natur leicht zuriicktritt. vSie ist feriier ein Charakter,<br />
der sich fiir die einzelnen Fälle nicht so leiclit feststeilen lässt. Es<br />
seien folgende Schwierigkeiteii liervorgeliobeu:<br />
Schon die Begrenzung der systematischen Formen, bier zunächst der Art,<br />
ist häufig schwebend. Schwierigkeiten bereiten unter anderem die kritischen<br />
Gattungeu, z. B. bei uns im Norden Hieracium und Taraxactun. Solien die<br />
Arten dieser Gattungen mitgerechnet werden? Im allgemeinen werden sie<br />
bei der Summierung der Arten eines Gebietes ausgeschlossen oder auf eine<br />
geringe Zahl kollektiver Arten verteilt. Das letztere lässt den Weg zu mancherlei<br />
Willkiir und divergierenden Auffassungen iiber die geeignete Kinteilung<br />
offen, die jeder Hieraciolog zur Genùge kennt. Das erstere bedeutet eine<br />
Reduktion der wirklichen Artenzahl, die kauni zu rechtfertigen ist, wenn<br />
beispielsweise ein Vergleich mit einem Gebiet angestellt wird, in dem die<br />
Gattung Rubus oder eine andere polymorphe Gattung (wenn auch nicht so<br />
vielförmig wie Hieracium) mit einem grossen Formenreichtum auftritt. Dasselbe<br />
gilt von einem Vergleich mit dem Kapland oder Westaustralien, wo eine<br />
ganze Reihe von Gattungen mit einer IMannigfaltigkeit von Arten auftritt,<br />
die einander sehr nahe stehen. Kine Einbeziehung der vielen Arten initer<br />
Hieracium kann vielleicht ebenso gerechtfertigt sein wie die Aufnahme der<br />
vielen Acaciu-Vonnen fiir Australien. Das Vorkonimen der vielen Formen<br />
einer polyniorphen Gattung stellt ja iibrigens immer einen bemerkenswerten<br />
Zug in der pflanzengeographischen Natur eines Gebietes dar. — Die<br />
Hauptschwierigkeit liegt jedoch darin, dass es schon bei kleineren Gebieten<br />
so ausserordentlich zeitraubend ist, eine solche Kenntnis der Flora zu erzielen,<br />
dass ihre Artenzahl (zunächst die Zahl der urspriinglichen Arten) als<br />
mit der nötigen Exaktheit festgestellt angesehen werden kann. Eine tefriedigende<br />
Kenntnis des qualitativen Cliarakters der Flora ist ja stets viel<br />
leichter zu erreichen.<br />
Dass die Artenzahl als Vegetationscharakter vernachlässigt worden ist,<br />
beruht jedoch vielleicht in erster lyinie darauf, dass es sehr schwer ist, Gebiete<br />
zu finden, die fûglich in bezug auf die Artenzahl als annähernd miteinander<br />
vergleichbar gelten können, und danach einen wahrscheinlichen Erklärungsgrund<br />
fiir den verschiedenen Artenreichtum ausfindig zu machen. Es<br />
scheint ganz natiirlich, dass man beini Vergleich der Artenzahl in verschiede-<br />
1) Die Schwierigkeit, die hier hervorgehoben worden ist, fällt offenbar meistens<br />
weg, wenn ein Vergleich zwischen nahe beieinander gelegenen Gebieten<br />
angestellt wird, wo die Eleniente der Vegetation ihren Grundziigen nach dieselben<br />
sind, und zwar also auch mit Riicksicht auf die kritischen und fonnenreichen<br />
Artengruppen.
ACTA BOTAXICA FICXXICA 1, X:o 1 27<br />
lien Gebieten von gleich grossen Arealen aiisgelien muss. Wenn die Artenzahl<br />
auf diesen gleich grossen Arealen verschieden gross ist, berulit dies wohl<br />
auf vielen zusaninienwirkenden Umständen. Hier sind die Standortsverhältnisse<br />
von Einfliiss; so wie sicli die \^egetation auf der Krde gestaltet hat,<br />
bringt ja im allgenieinen eine grössere Anzahl verschiedener Standortstypen<br />
innerhalb eines Gebietes grössere Voraussetzungen fiir eine artenreiche Flora<br />
mit sich als eine kleinere Zahl. Kin wärmeres Kiima bietet im allgenieinen Vorbedingungen<br />
zu einer arteiireicheren Flora als ein kälteres. Ausser diesen<br />
und anderen Faktoren von klimatischer oder topographischer Natur<br />
wirkt auf die Artenzahl die Natur der Pflanzen selbst ein, u. a. ihre Grosse<br />
(beispielsweise Baume, Sträucher, Kräuter) und ihre Ansbreitungsbedingungen.<br />
Ferner sind geologiselle und geographische Verhältnisse (z. B. die Entfernung<br />
von anderen Gebieten in der Gegenwart und in friiheren Zeiten) von<br />
Kinfluss. Fiir alle diese verschiedenartigen Verhältnisse stellt ohne Zweifel<br />
die Zahl dei: Arten ebenso gut wie ihre qualitative Natur einen Exponenten<br />
dar. Wenn man z. B. erfährt, dass Italien ca. 4000 Arten und das ungefähr<br />
gleich grosse Neuseeland nicht eiii Drittel davon zählt, dann erhebt sicli die<br />
Frage, worauf eine solche auffällige Differenz beruht. — Will man den Einfluss<br />
der verschiedenen Umstände auf die Artenzahl kennen lernen, so zeigt<br />
es sich notwendig, dieselben je fiir sich zvi betrachten. Es gilt also, Fälle<br />
zu wählen, vvo die Verhältnisse in den meisten Hinsichten ähnliche sind, wo<br />
aber irgendeine frappante Verschiedenheit besteht. Man stelle also innerhalb<br />
desselben kliniatischen Gebietes beispielsweise einen Vergleich zwischen<br />
Gebieten mit verschiedenen Standortsverhältnissen an (in Finnland z. B.<br />
zwischen dem ebenen österbottnischen Kiistenland und dem kupierten Binnenland).<br />
Die Einfliisse dieser auf die Artenzahl habendabei Aussicht, zutage<br />
zu treten. Wählt man die Gebiete so, dass auch die Standortsverhältnisse<br />
inöglichst ähnliche sind, so können andere Einfliisse, z. B. der der verschiedenen<br />
Entfernung von eineni Ausbreitungszentrum, der des verschiedenen<br />
geologischen Alters und anderer Umstände ersichtlich werden. Die grosse<br />
Schwierigkeit wird stets sein, Gebiete zu finden, wo so viele pflanzengeographische<br />
Faktoren ungefähr ähnlich wirken wiirden, dass der Faktor,<br />
den man untersuchen will, Aussicht hatte, klar hervorzutreten.<br />
Das Arbeiten mit der Artenzahl als pflanzengeographischem Charakter<br />
wird ganz sicher ininier Schwierigkeiteu bieten. Dass die Artenzahl einen wesentlichen<br />
Zug in dem pflanzengeographischen Charakter eines Gebietes hezeichnet,<br />
ist jedoch offenhar. Sie stellt dazu ersichtlich einen sehr empfindlichen Exponenten<br />
fiir manche pflanzengeographischen Verhältnisse dar und muss also<br />
möglichst exakt ermittelt werden, auch wo es schwierig scheint, sie zurzeit mit
28 A. Palmgren, Die Arteiizahl als pflaiizcngeograpliisclier Charakter<br />
Hinsicht aiif ihre Ursachen näher zit helenchten. Den grössten Wert als Tatsache<br />
erhält sic offenbar bei pflanzengeographischen Vergleichen zvvischen<br />
Gebieten, die innerhalb derselben klimatischen Regionen tind nicht<br />
allzu weit voneinander entfernt liegen (vgl. S. 23). Wir denken uns beispielsweise<br />
folgenden Fall. Zwei Gebiete liegen nahe beieinander, innerhalb<br />
desselben pflanzengeographischen Gebiets der nächst höheren Griippierungseinheit<br />
(beispielsweise die Kirchspiele I^emland und Brandö auf Åland;<br />
vgl. unten S. 29). Qualitativ tritt eine Verschiedenheit zvvischen ihnen ini<br />
Vorhandensein oder Fehlen einzelner benierkenswerterer Arten vergleichsweise<br />
wenig hervor. Aber die Artenzahl lässt sich höchst bedeutend verschieden<br />
denken infolge verschiedenen geologischen Alters der Landgebiete, infolge<br />
mehr oder weniger giinstiger I^age fur die Besäung (siehe die Darstellung<br />
des Verf. S. 57 uber die Ivntfernung und die Exposition fiir die Bevvachsung<br />
als pflanzengeographische Faktoren) und anderer Umstände. Hier wird die<br />
Artenzahl als solche die wesentliche Verschiedenheit in dem pflanzengeographischen<br />
Charakter der Gebiete bezeichnen. Die verschiedene Artenzahl,<br />
die bei einer Untersuchung der Grundziige der Vegetation niöglicherweise<br />
ganz der Aufnierksamkeit entgangen ist, gibt vielleicht einen Hinweis auf<br />
das relative Alter der Vegetation, ihre Einwanderungswege usw.<br />
Die Artenzahl als pflanzengeographischer Charakter und ihre Bedeutung<br />
als pflanzengeographisches Problem sind von der Forschung offenbar mit<br />
Unrecht iibersehen worden. Es ergibt sich also als eine Aufgabe der Pflanzengeographie,<br />
die Frage nach dieseni Charakter auf die Tagesordnung zu<br />
bringen.<br />
Ich gestatte mir, zur Stûtze des oben Gesagten noch auf meine Studie<br />
»Die Entfernung als pflanzengeographischer Faktor», 1921, hinzuweisen.<br />
Diese Studie liefert (S. 56—74) eine pflanzengeographische Einteilung<br />
Ålands. Als Ausgangspunkt einer solchen Einteilung kann schwcrlich die<br />
Verteilungeiniger einzelnen benierkenswerten Arten innerhalb der Eandschaft,<br />
ebenso wenig die einiger natiirlichen Artengruppen benutzt werden (a. a.<br />
O., S. 57, 70). Qualitativ ist der Charakter der Flora in den verschiedenen<br />
Teilen der Ivandschaft redit ûbereinstimmend. Aber die Artenzahl zeigt<br />
eine sukzessive und auffällige Abnahme nach Osten hin. Dieser Umstand,<br />
den ich dem nach Osten zunehmenden Abstand von einem Ausbreitungszentrum<br />
in Schweden zugeschrieben habe (vgl. S. 97 der vorliegenden<br />
Studie), gibt uns eine Basis fiir eine pflanzengeographische Einteilung Ålands.<br />
Hier erscheint die Artenzahl als ei n pflanzengeographischer Faktor von entscheidender<br />
Bedeutung. Die folgenden Resultate meiner Studie mögen fiir
ACTA BOTAXICA FENNICA 1. N:o 1 29<br />
sich sprechen: Auf Åland können folgende im Norden und Siiden verlaufende<br />
Grenzlinien gezogen werden: 1. Die erste (westlichste) geht iiber Ödkarbyviken,<br />
Färjsundet, Lumparen und Föglö-Föhrde (Föglö-fjärd). Sie trennt westwärts<br />
das »Westliche Åland» mit 320 Arten in der Lauhwiesenvegetation von sämtlichen<br />
324. Die Artenzahl fiir die einzelnen Kirchspiele beträgt 280—299^)<br />
(Iveraland 299, Jomala 299, Hammarland 281, Eckerö 280, Geta 292, Finström<br />
287). — 2. Die folgende lyinie geht iiber Boxö-, Simskäla- und Vargata-Fölirde,<br />
durch den Ängessund (zwischen I^umparland und Vårdö), iiber Delet (zwischen<br />
Föglö und Sottunga) und die Kökar-Föhrde. Sie scheidet westwärts die<br />
Kirchspiele Saltvik und Sund sowie Föglö ab. Die Artenzahl dieser Kirchspiele<br />
schwankt zwischen 2ol und 269 (Saltvik269, Sund 261, Föglö 262). -<br />
3. Eine dritte lyinie iiber Delet trennt westwärts Sottunga und Vårdö, beide<br />
mit 234 Arten, von Kumlinge mit 213 Arten. 4. Eine vierte Ivinie iiber das<br />
Iv'-ippvesi scheidet westwärts Kumlinge von Brändö. Die Laubwiesenvegetation<br />
des letzteren Kirchspiels zählt 200 Arten. — Um das extremste Beispiel<br />
fiir die Verschiedenheit in der Artenzahl als pflanzengeographischem Charakter<br />
zu wählen, vergleichen wir das am weitestenim Osten gelegene Brändö mit<br />
irgendeineni der Kirchspiele des »Westlichen Åland», z.B.I^emland (es kommt<br />
hier nur dessen westl. Schärenarchipel nebst der Westkuste in Frage). Das<br />
Areal des Kirchspiels Brandö ist viel grösser als dasjenige von I/emland; seine<br />
Ausdehnung in Nord und Siid, Ost und West ist grösser. Es ist dazu vielleicht<br />
das laubwiesenreichste Kirchspiel Ålands, auch das gesamte Laubwiesenareal<br />
ist also grösser als in Ivemland. An vielen Stellen herrscht eine sehr iippige<br />
Vegetation. Man könnte also a priori eine sehr artenreiche Flora erwarten.<br />
Das Verhalten ist indes ein ganz ailderes. Die Artenzahl von Brandö ist nur<br />
200 gegen 299 fiir Ivemland. Um die Bedeutung dieser pflanzengeographischen<br />
Verschiedenheit voll hervortreten zu lassen, sei erwähnt, dass in I/emland<br />
schon recht unbedeutende Inselchen (1917, S. 493, 501 = 1922 B, S.<br />
15, 21) 200 Arten und dariiber zählen (Slätholm 203, Granholm 202, Idholm<br />
202; ihre grösste Ausdehnung ist ca. 900, 600 bzw. 250 m), also ebenso viel<br />
wie das ganze Kirchspiel Brandö. Nåtö, wo das Areal der Laubwiesenvegetation<br />
ca. 1500 X 700 m beträgt, zählt allein 256 Arten, also mehr als die Kirchspiele<br />
Brandö, Kumlinge, Vårdö, Sottunga, Kökar und fast ebenso viel wie<br />
Hervorgehoben sei, dass eiiiige der mitcn mitgeteilten Zahlen durch erneute<br />
Untersuchungen etwas erhöht worden sind; dies gilt zunächst von Smid,<br />
dem ini N imd S stark ausgezogenen \'årdö sowie von Kmnlinge imd Brandö.<br />
Iiidessen bewirken diese crneuten Untersuchungen keine Verscliiebung der<br />
Beziehungen der Kirchspiele zueinander, wie sie sich in den unten folgeJiden<br />
Zahlen darstellen (vgl. S, 98).
30 A. Palmgren, Die Arteiizahl als pflaiizcngeograpliisclier Charakter<br />
Sund unci das uinfangreiche Kirclispiel Föglö. ]vs verdient erwähnt zu<br />
werden, dass das uppige Ingersholm in Kumlinge, dessen lyaubwiesengebiete<br />
in bezug auf Areal und Standortsverhältnisse gut denen von lycniland: Nåtö<br />
entsprechen, nur 180 Arten zählt und dass das uppige und abwechslungsreiche<br />
Söderholm, das zu dem Kirclidorf Brandö geliört, nur 157 Arten aufweist,<br />
obwohl es Slätholni und Oranholm in I/eniland in seineni Areal bedeutend<br />
voransteht und ihnen in seinen Standortsverhältnissen gut entspricht.<br />
Icli erlaube mir, hier eiti paar Ausziige aus meiner obenerwähnten Studie<br />
(1921) einzuriicken:<br />
»Wir liaben oben, wie uns sclieint, eine Basis fiir eine pflanzengeographische<br />
Kintcilung Ålands gefunden. Dieselbe beniht weniger in dem blossen Vorkommen<br />
odev Fehlen einer grösseren oder geringeren Anzahl benierkenswerter Arten in den<br />
betreffenden Gebieten als vielniehr vor allem in einer nach Osten hin erfolgenden<br />
sitkzessiven Reduktion der Artenzahl selbst. Die liedeutung der Artenzahl als<br />
pflanzengeographisclies Merknial tritt damit stark liervor (vgl. vS. 55). Der<br />
C^.rund zu der Reduktion der Artenzahl, also der pflanzeiigeographisch aussclilaggebende<br />
Faktor, durch den die pflanzengeographische Ivinteilung der Landschaft<br />
bedingt ist, liegt, wie sich gezeigt hat, in deni nach Osten hin ziuiehmenden<br />
Abstand von einem im Westen (in vSchweden) liegenden \ erbreitungszentruni,<br />
welcher die Aussichten fiir die Fleniente der \'egctation, bei der Verbreitung<br />
mitzukonuuen, sukzessiv vermindert hat» (S. "D —71).<br />
»Die Feststellung der Zahl der Arten eines pflanzengeographischen Gebietes,<br />
audi ganz iinbedeutender, sowohl absolut als vielleicht ganz besonders im Verhältnis<br />
zu den benachbarten Gebieten, bedeutet daher im llinblick auf das Gesagte die<br />
Prcizisierung eines sehr wesentlichen Zuges seines Char akters» (vS. 55).<br />
Ks sei hier ausdriicklich hervorgehoben, dass diese von Westen nach Osten<br />
abnehmende Artenzahl, die der pflanzengeographischen Einteilung von Åland<br />
zugrunde gelegt worden ist und die einen sichtlich sehr stark und allgemein<br />
wirkenden pflanzengeographischen Faktor wiederspiegelt, indem allgemeinen<br />
Charakter der Vegetation und Flora nur dem an die åländische Vegetation<br />
gewöhnten Auge in einer et was weniger bunten Farbenpracht auf den Hiigelwiesen<br />
entgegentritt, die jedoeh ihren Orund in rein qualitativen Verliältnîssen<br />
haben könnte (vgl. 1915, S. 35). Sie stellt also ein Merknial<br />
der åländischen Vegetation dar, das sich erst bei einer sehr genauen Untersuchung<br />
offenbart und das wahrscheinlich der Aufmerksanikeit entgangen<br />
ware, wenn die Studien in der åländischen Pflanzenwelt nicht auf eine Detailkenntnis<br />
derselben eingestellt gewesen wären. Dieses Verhalten lässt erkennen,<br />
wie leicht die Artenzahl als Charakter sich der Aufmerksanikeit entzieht.<br />
Ks enthält zugleich die Mahnung, ein Material zusammenzustellen, das sich<br />
zur Bas's fiir das Studium der Artenzahl als Vegetationscharakter eignet.
ACTA BOTAXICA FIvNNICA 1, N:o 1 3t<br />
Ich erlaube mir noch, auf meine Studien iiber die lyaubwiesengebiete auf<br />
Aland, 1915—1917, hinzuweisen.<br />
Das Detailstudiiini der einzelnen Ivaiibwiesengebiete hat, wie S. 34 eingehender<br />
beriihrt wird, cine nahe iibereinstimniende Artenzahl fiir Gebiete<br />
von derselben Grosse und gleichartigeni Vegetationscliarakter innerhalb desselben<br />
geographischen Distrikts offenbart (1917, S. 509 = 1922 B, S. 28). Mit<br />
zunehmender Grosse steigt die Artenzahl in einer gewissen konstanten Progression.<br />
Ein åländisches Laubwiesengebiet ist selten von der Grosse, dass es die<br />
iiberwiegende Mehrheit der 324 Arten der Ivaubwiesenvegetation einschliesst.<br />
(Selten iibersteigt die grösste Ausdehnnng eines Laiibwiesengebiets ein paarkni;<br />
die grosse Mehrzahl der Laubwieseninseln und Landzungen ist erlieblich kleiner<br />
(s. 1917, 8.486—497= 1922 B, S. 10—18)). Ebenso verhcält es sich mit den<br />
einzelnen Ståndorten und ihren Arten. Ich konnte so feststellen (1917, S. 618<br />
= 1922 B,S. 121), dass eine gewisse minimale Fläche (»mininiiyta» = Mindestfläche)<br />
erforderlich ist, damit die Arten eines gewissen Forniationstypus im<br />
wesentlichen alle Fuss fassen können (vgl. S. 38 der vorliegenden Studie).<br />
Da diese Mindestfläche iiberhaupt nicht zur Verfiigung steht, ist die Folge ein<br />
heftiger Kampf um den Rauni zwischen den disponiblen Arten. Bei diesem<br />
Kampf wird der Ztifall eine selir grosse Rolle spielen, begiinstigend oder<br />
hemmend. Das Fehlen einer Art in einem Gebiet braucht mithin nicht die<br />
F^o^ge mangelnder Bedingungen fiir i hr Vorkommen zu sein. Der qtialitative<br />
Plorencliarakter ist hier also nicht allein ein Exponent fiïr die pflanzengeographische<br />
Natur eines Gebiets. Die Artenzahl spielt nehen ihm eine hervorragende<br />
Rolle im Charaktcr der Pjlanzendecke.<br />
Icli bin der Ansicht, dass das, was durch das Detailstudium der Eaubwiesen<br />
konstatiert worden ist — also u. a. die ahnehniende Artenzahl ostwärts<br />
auf Åland, die erjorderliche Mindestfläche, die enge Beziehung<br />
zwischen Fläche und Artenzahl in derselben Gegend und die daraus resultierenden<br />
pflanzengeographischen Verhältnisse — die Bedeutung der Artenzahl<br />
als pflanzengeograj)h'scher Charakter klar zutage treten lässt.<br />
Auch die benierkenswert hohe Artenzahl, die in dieser Studie fiir Åland<br />
konstatiert worden ;st, stellt die Bedexitung der Artenzahl als pflanzengeographischer<br />
Charakter fest.<br />
Ich glaube in Anbetracht des Gesagten auch recht gehabt zu haben, als<br />
ich es 1917 in meinen lyaubwiesenstudien angängig fand, als ein kiinftiges<br />
Arbeitsprogranim die Aufgabe zu stellen, fiir verschiedene F'^ormations- und<br />
Standortstypen das Verhältnis zwischen Artenzahl und Areal zu ermitteln<br />
(s. die Darstellung in vorliegender Studie S. 37).
32 A. Palmgren, Die Arteiizahl als pflanzeiigeograpliischer Charakitr<br />
Es sei mir erlaubt, aus der erwähnten Schrift folgende Ausziige herzusetzen<br />
(1917, S. 627 = 1922 B, S. 129):<br />
»Konsequeiitemiassen folgt aus deni in der vorliegendcn vStiidie ausgesproclienen<br />
Satz iiber das \'erhältnis zwischen Areal uiid Artenzahl. dass man heim<br />
Studium von Formations- und Standortstypen als einen bedeutsamen Tell des Formations-<br />
hezw. Standortschar aliter s nicht nur deren blosse A r t z u s a m m e n s e t-<br />
z n n g, sondern auch die sie kennzeichnende A r t e n z a h l h er xi ck si ehti gen muss.<br />
Dies ist fiir die åläiidische Laubvegetation in Teil I dieser Abhandlung gescliehen<br />
durch ineine \'ersuche, sowolil fiir die Fonnationsgruppe als Ganzes (S. 47) als<br />
fiirderen verschiedene Typen (S. 59 — 63, 68, 72, 79, 86, 95) die sie kennzeichnende<br />
Artcnzahl genau festzustellen. Eine weitere Konsequenz ist es noch, fiir jeden<br />
Ståndorts- hezw. Formationstypiis die Artenzahl festzustellen, die fiir den e i n z e l-<br />
n e n Ståndort, d. h. fiir kleinere homogene Gebiete (S. 104), charakteristisch<br />
ist. Offenbar Hat man nämlich alien Anlass zu erwarten, dass sich diese Zahl fiir<br />
den einzelnen Typus bei Arealen desselben Flächenraiints recht konstant zeigen<br />
u'ird. Einein Detailstudium der verschiedenen Formations- und Standortstypen<br />
wird es obliegen, zu eniutteln, \vie gross diese Probeflächen zu wälilen<br />
sind, daniit die gefundenen Artensiunnien den wirklichen Charakter der Formation<br />
in der hier l^eriihrten flinsicht am besten wiederspiegeln können. Gan?<br />
sicher wird nämlich dieser Charakter einer einzelnen Fomiation oder eines<br />
einzelnen Ståndorts nicht nur von dem Artcharakter der Elernente geschaffen,<br />
die ihn zusamniensetzen, sondeni in ebenso hohem oder vielleicht<br />
höherem Grade gerade von der grösseren oder geringeren Mannigfaltigkeit<br />
der Arten, die ihn konstituieren. Schon der Laie sieht ja ganz unbewusst,<br />
ohne jede Analyse, die Verschiedenheit, die in der allgemcinen Natur der Pflanz?ndecke<br />
durch die grössere oder geringere Anzahl der Elemente, die dieselbe<br />
konstituieren, bedingt w'ird. Auf S. 105 habe ich auch den Gedanken ausgesprochen,<br />
dass es ganz sicher zuni erheblichen Teil gerade dieser grössere oder geringere<br />
Maimigfaltigkeitsgrad der Pflanzendecke — nicht nur das Vorhandensein<br />
oder Fehlen einzelner anspruchsvollerer Arten — gewesen ist, der den Axisiedler<br />
bei der Aufsuchung der zum Anbau tauglichsten Böden geleitet liat. Im<br />
grossen ganzen steht vvohl nämlich die Artenzahl innerhalb untereinander vergleichbarer<br />
Typen offenbar im direkten \'erhältnis zum Xährstoffwert des Bodens<br />
(vgl. S. 105).»<br />
Ztir Frage von Artenzahl und Areal. ^)<br />
Nachdeni die obige Darstellung niedergeschrieben war, ist es mir angebracht<br />
erschienen, folgenden präliminären Zusatz uber die Frage des Areales<br />
und der Artenzahl zu machen, die ich einer besonderen Behandhing zu unterwerfen<br />
beabsichtigt habe und weiter beabsichtige.<br />
Es ist ziemlich selbstverständlich und ist jedenfalis schon von DE CAN-<br />
DOLLE betont worden (siehe die Zitate S. 19, 20, 21), dass ein Vergleich zwischen<br />
zwei Gebieten in bezug auf deren Artenzahl mit Beachtung ihrer Grosse<br />
^) Zusatz während des Druckes.
ACTA BOTANICA FKNNICA 1, N:o 1 33<br />
vorgenommen werden niuss.^) Weist ein gewisses grösseres geographisches<br />
Gebiet unter Bedingungen, die ungefähr gleichartig erscheinen, mehr Arten<br />
auf als ein gewisses anderes, kleineres Gebiet, so diinkt uns dies recht natiirlich.<br />
Die Erfahrung zeigt jedoch bekanntlich, dass das Verhalten auch das<br />
umgekehrte sein kann. Haben wir innerhalb eines gewissen, in alien seinen<br />
Teilen von gleichartiger Vegetation eingenomnienen Gebietes auf einer kreisrunden<br />
Fläche mit einem Radius von gewisser I/änge eine gewisse Anzahl<br />
Arten aufgezeiclinet, so diirfte es uns ebenso kaum wundern, wenn diese<br />
Anzahl steigt, wenn die Ivänge des Radius zunimmt. Desgleichen wird es<br />
uns kaura wundern, wenn wir innerhalb des betreffenden Gebietes mehi (es<br />
bleibe ungesagt, wie viel mehr) Arten auf einer Fläche von beispielsweise<br />
200 m^ als auf einer anderen Fläche von 100 m^ finden. Dies scheint mir der<br />
Sinn von JACCARDS schon S. 25 zitierter Äusserung in der Frage des Areals<br />
und der Artenzahl zu sein. Direkte Untersuchungen zu dem Zweck, dieses<br />
»J'ai montré (p. 1172) à quel degré il serait absurde de comparer, au point<br />
de vue du nombre total des espèces, des régions, qui ne seraient pas sensiblement<br />
égales en surface. — — —» (ans dem Zitat S. 20).<br />
2) Bel der Abfassung meiner Laubwiesenstudien von 1915 — 1917, zu denen<br />
das Material mit den in vorliegender Abhandlung S. 9 — 18 dargestellten fiihrenden<br />
Gesichtspimkten vor Augen seit den ersten Jahren dieses Jahrhmiderts<br />
eingesammelt worden ist, waren mir die Arbeiten PAUL, JACCARDS unbekannt,<br />
wie sie es iiberhaupt in den nordischen lyändern gewesen zu sein scheinen. Die<br />
gerade damais erscliienenen ersten Hefte der dritten Auflage von WARMINGS<br />
I/ehrbuch der ökologischen Pflanzengeographie, in denen man mit Recht eine<br />
Zusammenfassung des damals vorhandenen Wissens auf dem Gebiet der ökologischen<br />
Pflanzengeographie erwarten konnte, beriicksichtigen nicht die Gesetze,<br />
die JACCARD an den Tag gebracht hat. Ferner sei hinzugefugt: Der dritte Teil,<br />
meiner obengenannten Studien wurde iînde 1916 in Druck gegeben. Ks sellien<br />
niir angebracht, die Veröffentlichung der Arbeit zu beschleunigen, weil sich<br />
die Zukunft äusserst drohend darstellte. Unter diesen Umständen wurde in<br />
diesem dritten Teil nur ein Teil der Resultate vorgelegt, zu denen die Studien in<br />
dem åländischen Schärenarchipel gefiilirt hatten. Dieser Teil enthält also keiuen<br />
Hinweis auf die Literatur und griindet sich ausschhesshch auf eigene<br />
Drfahrungen. Meine Arbeit war indessen mit dem vorgelegten dritten Teil<br />
uiclit abgeschlossen, sondern es sollte ein vierter folgen. Es war meine Absicht<br />
(III, S. 632 — 633 = 1922 B, S. 134), in diesem Teil einerseits verschiedene Fragen<br />
Von mehr prinzipieller und allgemeiner Bedeutung, zu denen mich meine Studien<br />
gefiilirt hatten, zu erörtern, andererseits eine Ubersicht und eine Durchttiusterung<br />
der pflanzengeographischen Literatur zu geben in dem Teil, welcher<br />
Beriihrmigs- luid Ankniipfungspunkte mit den Fragen hat, die in meiner Studie<br />
vorgelegt wurden, sowie eine Wertmig der in Skandinavien und Finnland bei<br />
Ståndorts- mid Formationsstudien befolgten Arbeitsmethoden zu versuchen,
34 A. Palmgren, Die Arteiizahl als pflaiizcngeograpliisclier Charakter<br />
Verhalten näher festzustellen, sincl meines Wissens weder von JACCARD noch<br />
von jemand vor ihni ausgefuhrt worden.<br />
VVenn ich als Resultat meiner Studien fiir die åländischen Laubwiesengebiete<br />
(1915—1917) eine hestimmte und recht konstante Beziehung zwischen<br />
Areal und Artenzahl nachgewiesen habe, griindet sicli dies auf eine Beobachtung<br />
von wesentlich anderer und, wie es scheint, umfassenderer Bedeutung.<br />
Mein Resultat scheint daher auch pflanzengeographisch eine tiefere Tragweite<br />
zu besitzen.<br />
Ich habe bei den angedeuteten Studien genau die Flora in 30 verschiedenen<br />
von sog. I/aubwiesenvegetation eingenommenen »Spezialgebieten» der åländischen<br />
Inselwelt, die in 4 verschiedenen geographischen »Distrikten» liegen,<br />
erforscht. Die äussersten der Inseln liegen ca. 90 km voneinander entfernt;<br />
innerhalb der einzelnen Distrikte schwanken die gegenseitigen Entfernungen<br />
zwischen einigen Steinwiirfen und 25 km. Die Gebiete sind von verschiedener<br />
Grosse, indeni ihre grösste Ausdehnung zwischen 250 und 2000 m variiert. —<br />
Was ich unter dem Nanien Laubwiesenvegetation zusanimengefasst habe,<br />
schliesst eine ganze Anzahl Pflanzengesellschaften von geschlossenen Hainen<br />
bis zu den Gesellschaften der offenen Wiesen und Hiigelwiesen (ängsbackar)<br />
sowie der Hiigel- und Felsbuckel (back- o. bergknallar) ein, die sichjedoch<br />
sämtlich zu einem natiirlich begrenzten Ganzen vereinigen (1915, S. 31, 38).<br />
Die Vegetation enthält sowohl Bäume und Sträucher als Kräuter und Gräser,<br />
Unter diesen Umständen ist es ziemlich klar, dass zwischen einer so grossen<br />
Anzahl verschiedener Gebiete keine vollständige Ûbereinstinimung in bezug<br />
auf die ökologischen Verhältnisse und die Beschaffenheit der Vegetation<br />
herrschen kann. Es ist ebenso selbstverständlich, dass die Bedingungen fiir<br />
die Einwanderung der Arten in diese Gebiete nicht ganz dieselben gewesen<br />
sein können.<br />
also eine Aufgabe, die uiehr Zeit und einen grösseren Zutritt zu der Literatur<br />
voraussetzte, als wälirend der Kriegsjahre mit der strengen Absperrung Finnlands<br />
möglich war. Eine solche Teilung nieiner Arbeit war dureh den Zwang der<br />
Zeitläufe hervorgerufen imd nieines Eraclitens berechtigt, da bei der Ausgabe<br />
des dritten Teiles ausdrucklich betont wurde, dass er »nur einen Teil eines nocli<br />
nicht abgeschlossenen Ganzen» darstelle. Der dritte Teil meiner I.aubwiesenstudien<br />
ist also als ein einzelnes Kapitel eines gröSvSeren Ganzen anzusehen,<br />
wovon auch die fortlaufende Seitenzähhmg der drei Telle zeugt, ein Kapitel,<br />
das in gewissen Hinsichten ausdriicklich auf ein später folgendes liinweist.<br />
Mancherlei Umstände haben bewirkt, dass der in Aussicht gestellte vierte Teil<br />
noch nicht erschienen ist. Die Erörterung, die ich versprocheii habe, wird<br />
indessen, wenn sich Zeit und Gelegenheit dazu bietet, nicht ausbleiben.
ACTA BOTANICA FIvNNICA 1, X:o 1 35<br />
Bei den oben hervorgehobenen Verhältnissen musste es mich frappieren<br />
(dies gilt besonders von den Gebieten ein und desselben Distrikts; Kökar und<br />
1'öglö haben eine artenärmere Flora als Lemland und der NW Schärenarchipel),<br />
eine auffallende imd recht konstante Beziehung zwischen den Arealen und<br />
den Artenzahlen dieser voneinander isolierten Gebiete zu finden.<br />
Dies ist gar nichts Selbstverständliches und jedenfalls etwas ganz Anderes<br />
als die vage (»non pas que nous admettions une proportionnalité rigoureuse<br />
», aus dem Zitat S. 25) Beziehung, die oben zunächst fiir verschiedene<br />
Flächen eines und desselben von gleichartiger Vegetation eingenommenen<br />
Gebietes beriihrt worden ist. Viel näher hätte es dagegen gelegen zu erwarten,<br />
dass allerlei Umstände (von ökologischer Natur, in bezug auf die Bedingungen<br />
fiir die Einwanderung ) bald mehr, bald weniger begiinstigend<br />
auf die Artenzahl eingewirkt hätten. Das gefundene recht konstante<br />
Verhalten zeigt in erster lyinie, dass die Vegetation der Gebiete zu einenigevvissen<br />
Gleichgewicht gelangt ist, wo von man a priori bei dem recht geringen<br />
Alter dieser Gebiete nicht iiberzeugt sein konnte (s. Kap. 111,3 vorliegender<br />
Studie); ohne dieses erreichte Gleichgewicht ware das konstante Verhalten<br />
nicht möglich gewesen. Es zeigt infolge des Umfangs und des uhereinstimmenden<br />
Zeugnisses des Beweismaterials ferner, und gerade darin liegt der<br />
wesentliche Gewinn, dass hei der Konkurrenz zwischen alien auf die Zusanimensetzung<br />
der Vegetation einwirkenden Umständen dem Areal ein ungeahnt grosser<br />
Einfhiss zukommt, ein grosserer als der, mit welchem man friiher in der Pflanzengeographie<br />
operiert hat. ^)<br />
Zur Beleuchtung der Art der hier beriihrten Beziehung seien folgende<br />
Zahlen angefiihrt:<br />
In Lemland (wir wählen diesen Distrikt, wei er aus verschiedenen Griinden<br />
am beweiskräftigsten ist) zählen die Gebiete der kleinsten Grössenkategorie<br />
(vgl. 1917, S. 501, 506= 1922 B, S. 21, 26) 153—164 Arten. Fiir Gebiete<br />
des 3—4 fachen Areals (Granholm, Slätholm) steigt die Zahl auf 202,<br />
bzw. 203. Wird das letztgenannte Areal weiter zweimal erhöht (Granö,<br />
Ytternäs, Björkö), so wächst die Zahl um etwa zehn (210, 210, 216).<br />
Da ich fiir drei Distrikte (der vierte, wo nur drei Gebiete untersucht worden<br />
waren, ist nicht beweiskräftig) hauptsächlich dieses gleiche Beziehungsverhältnis<br />
zwischen Areal und Artenzahl gefunden hatte, glaubte ich folgendes<br />
feststellen zu können (1917, S. 509 = 1922 B, S. 28):<br />
^) Wenn Du Rietz (Zur Krklärung einer historisch-pflanzensoziologischen<br />
Streitfrage, 1924, S. 433) sagt: »Betreffs des Verhältnisses zwischen Artenzahl<br />
mid Areal stimmen die Resultate PAI^MGRENS mit den friilier von JAC-<br />
CARD gefmidenen gut liberein», so scheint dies also nicht ganz korrekt zu sein.
36 A. Palmgren, Die Arteiizahl als pflaiizcngeograpliisclier Charakter<br />
»i. — In den Laubvegetationsgehieten Ålands herrscht — ganz besonders im<br />
Rahmen der verschiedenen geographischen Distrikte — eine bemerkenswerte Ubereinstimmung<br />
in der Artenzahl fiir Gebiete von imgefähr demselben Areal und mit<br />
gleichartigen Ståndorts- bezw. Vegetationsverhältnissen.»<br />
»2. — Die Artenzahl der Spezialgehiete steht innerhalb der verschiedenen Distrikte<br />
in der Mehrzahl der Fälle in direktem Verhältnis zu dem Areal der Gebiete A<br />
»4. — Dass innerhalb der Laubvegetation ein einigermassen bestimmtes, fiir<br />
die iintersuchten 30 Spezialgebiete jedenfalls der Hauptsache nach erreichtes Verhältnis<br />
zwischen Artenzahl und Flächenratim besteht; die iintersuchten 30 Spezialgebiete<br />
wiirden mit anderen Worten der Hauptsache nach die Artenzahl erhalten<br />
haben, die — unter den auf Åland herrschenden Verhdltnissen — von ihrer Grosse<br />
und ihren Ståndorts- bezw. Vegetationsverhältnissen gestattet wird.t><br />
Das Gesagte erlaubte in Anbetracht des Umfangs des Materiales folgenden<br />
allgemeinen Schluss zu forraulieren (S. 617 = 1922 B, S. 120):<br />
»— — — Es wurde mit anderen Worten zwischen Areal und Artenzahl fur<br />
diese artenreiche Formation auf Åland ein intimer Ztisammenhang herrschen, dem<br />
mit Rûcksicht auf die Konstitutio.n der Formation kaum der Charakter eines Gesetzes<br />
abzuerkennen sein diirfte.»<br />
Also: einem gewissen bestimmten Areal entspriclit unter gewissen vorhandenen<br />
Bedingungen (fiir die Laubwiesenvegetation) eine gewisse hestimmte<br />
Zahl von Arten. Mit anderen Worten: erhöht sich das Areal, so wächst auch<br />
die Artenzahl nach einem gewissen lestimmien Gesetz.<br />
Im Anschluss an die vorgelegten Tatsachen erhob sich die Frage, welches<br />
die nähere Beziehung zwischen Areal und Artenzahl fiir die åländische Lauhwiesenvegetation<br />
ist. — Zu einer völlig exakten Bestimmung des gegenseitigen<br />
Verhältnisses der Zunahme des Areals und der Artenzahl schien mir und<br />
scheint mir noch heute das damals vorhandene Material nicht hinzureichen.<br />
Dass ich dieses Verhalten tatsächlich als sehr bestimmt angesehen<br />
ha be, geht ii. a, aus folgender Äusserung S. G20 (= 1922 B, s. 122) hervor:<br />
— — Atifgrund der Kcnntnis der åländischen Laubvegetation, die fiir<br />
mich das Ergebnis dieser Studie darstellt, glaube ich fiir ein åländisches Laubwiesengebiet<br />
im voraus — ohne die Gefahr, bei mehr als einem, höchstens zwei<br />
Dutzend Arten fehlzugreifen — den Artenreichtiim abschätzen zu können.<br />
Welches die vertretenen Arten sind, dariiber lässt sich dagegen nur fiir einen<br />
Teil (die Hälfte oder daheriun) im voraus eine annähernd begriindete Vorstellung<br />
gewitnien. lubezug auf diese Fragen hegte wenigstens der Verfasser dieser Studie<br />
friilier eine ganz andere Auffassimg, An die Möghchkeit, aus der Grosse eines<br />
Gebietes mit einem recht hohen Grad von Exaktheit auf dessen Artenzahl<br />
schhessen zu können, hatte ich nie gedacht. Dagegen hatte ich mir wohl vorgestellt,<br />
dass man bei der Kenntnis der Ståndorts ve rhältnisse eines bestimmten<br />
Platzes mit Sicherheit das Vorhandensein gewisser Arten in einer viel höheren<br />
Zahl als der, welche diese Studie hat erkennen lassen, voraussetzen konnte.»
ACTA BOTANICA FKXNICA I, X:o 1 37<br />
»<br />
Indessen gewährt es doch einen gewissen Ivcitfaden und wurde daher einer<br />
präliminären Erörterung S. 600 (= 1922 B, S. 105) unterworfen, wobei auch<br />
die Frage gestellt und approximativ beantwortet wurde, ein wie grosses Areal<br />
als erforderlich angesehen werden könnte, um sämtlichen Arten der I^aubwiesenvegetation<br />
daselbst eine Ansiedlung zu gestatten.<br />
An diese Erörterung ankniipfend stellte ich mir schliesslich als »Programm<br />
fiir die nächste Zukunft» auf, die ohen beriihrte Beziehung zwischen Areal und<br />
Artenzahl zu ermitteln. Das geschah in folgender Form S. 599 = 1922 B, S.<br />
104 (in migefähr denselben Worten auch S. 627 = 1922 B, S. 129):<br />
»Eine wichtige kiinftige Aufgabe wird es angesiclits des oben Gesagten niclit<br />
nur im Hinblick auf das Verständiiis der åländischen Ivaubvegetation, sondern<br />
auf das Verständnis des Wesens der Vegetation ûberhaupt sein, fiir verscliiedene<br />
Fonnationstypen die Artenzalil auf Arealen von verschiedener Grosse (beispielsweise<br />
solcher im Verhältnis 1:2:4.. .), teils absolut, teils ini Verhältnis<br />
zu der am Untersuchungsort des betreffenden Formationstypus disponibeln<br />
Anzahl Arten festzustellen, um niittels exakier Zahlen die gegenseiti^en Beziehungen<br />
von Areal und Artenzahl zu ermitteln.<br />
Zur Ergänzung des Gesagten wurde S. 627 = 1922 B, S. 129 hinzugefiigt:<br />
»Da liierdurch die Vegetationsverhältnisse nicht nur innerlialb grösserer<br />
Areale, wie derer, die in dieser Studie zvmächst besproclien worden sind, sondeni<br />
auch innerhalb kleinerer (der einzclnen Standorte) beleuchtet werden<br />
sollen, diirften die Ausgangsareale, wenigstens fiir die lyaubvegetation, sehr<br />
klein, höchstens vielleicht 5 m im Quadrat, zu nehmen sein.»<br />
Die Kriegsjahre haben mir nicht erlaubt, diese Aufgabe auf Åland auszufiihren,<br />
aber schon der grösste Teil des Sommers 1918 wurde Studien zu ihrer<br />
I/ösung gewidmet. Bevor ich jedoch das mir nötig erscheinende Material<br />
hatte samnieln können, fand ich, dass die Frage, die, wie ich mitteilte, Gegenstand<br />
meiner Untersuchungen war, von anderer Seite aufgegriffen worden<br />
war. Dies ist die Ursache, weshalb ich bisher keine neue Mitteilung iiber die<br />
1) O. ARRIIENIUS schreibt (1920, S. 12): »Es scheint eigentiimhch, dass ein<br />
so centrales Problem innerhalb der Botanik wie das Verhältnis zwischen Oberfläche<br />
und Arten nicht mehr bearbeitet wurde, als es der Fall ist. — — — Der<br />
erste, der die Sache einer etwas eingehenderen Untersuchung unterzog, war<br />
Jaccard, der indessen das Gauze damit erledigte, dass man keinerlei matematischen<br />
Zusammenhang zwischen der Grosse der Fläche und der Anzahl der Arten<br />
finden könne. Zu ungefähr dem gleichen Resultat kam Palmgren hei seiner Åland-<br />
^intersuchungtf (von mir kursiviert).<br />
Wie irrig die Behauptung von ARRHENIUS fiir meine Person ist, geht ans<br />
dem obigen Zitat sowie ans den Zitaten S. 36 hervor.
38 A. Palmgren, Die Arteiizahl als pflaiizcngeograpliisclier Charakter<br />
Frage des Areals unci der Artenzahl gegeben liabe. Ich werde jedoch auf das<br />
Thema zuriickkommen und dabei die einschlägige Iviteratur priifen, die seit<br />
der Veröffentlichung meiner Studie von 1915—1917 erschienen ist.<br />
Ziir Beleuchtung des Problems iiber die Beziehung zvvisclien Areal uiid<br />
Artenzahl sei noch die Frage angeschnitten, worauf sich diese Beziehung griindet.<br />
Hieriiber wird 1917 (S.G18 = 1922 B, vS. 121) ii.a. folgendes gesagt (s. auch<br />
1915, vS. 39 sowie 1917 1922 B, Kap. IX):<br />
»— — — Der Grund dazu, dass innerhalb eines beschränkten Standortsareals<br />
ntir ein gewisser Teil der Arten angetroffen wird, die man dort mit Fug hätte<br />
erwarten köyinen, tväre mithin {vgl. S. 109 —604) in dem rein tnechanischen Hindernis<br />
zu sucken, das die am Platze zuerst fest ansässigen aufg^runddergesaniten Masseihrer<br />
Einzelindividuen dem Auftreten neuer Arten entgegenstellen. Daniit ini grossen<br />
ganzen alle einen gewissen Standortstypus kcuiizeichuenden Arten in einein<br />
Laubwiesengebiet vertreten sein konnien, ware mit anderen Worten eine gewisse<br />
Mindestzahl einzelner Standorte, d. h. eine gewisse minimale Fläche (schwed.<br />
»niinimiyta») erforderlich. Was in dieser Hinsiclit von den einzelnen Ståndorten<br />
gilt, muss offenbar audi auf die einzelnen Laubwiesengebiete zuriickwirken,<br />
die ja eine Zusanmienfassmig der ersteren darstellen. Dass die einzelnen Laubwiesengebiete<br />
nur einen gewassen beschränkten Teil der Arten beherbergen, die<br />
man dort mit Fug erwarten könnte, wiirde mithin darauf beruhen, dass das<br />
Gebiet keine Möglichkeit hat, innerhalb des zur Verfligung stehenden Areals<br />
einer grösseren Anzahl Rauni zu bieten. Ganz sicher haben auch andere Arten<br />
einzudringen versucht. Sie haben jedoch die Plätze schon besetzt gefmiden,<br />
sind mit anderen Worten ausgeschlossen warden, weil sie zu spat gekommen sind.»<br />
Wie sich oben gezeigt hat, glaubte ich also feststellen zu können, dass f Ur<br />
eine vollständige Entwickhmg eines gewissen Vegetationstyp us {eines Standortes,<br />
einer Pflanzengesellschaft im weiteren oder engeren Sinn, ) ein gewisses<br />
kleinstes Areal, eine ••miinimale Fläche» {schwed. ominimiyta)) — minimiareal —<br />
M indestfläche) erforderlich ist.<br />
Mit der oben zitierten Äusserung ist die Frage nach der Mindestfläche<br />
oluie Zweifel als pflanzengeographisches Problem lanciert worden. Verschiedene,<br />
wie es scheint bemerke:iswerte Konsequenzen daraus wurden auch in<br />
meiner Studie von 1915 — 1917 gezogen. Ich verweise bloss auf meinen Entwurf<br />
liber die Rolle des Ziifalls imd auf die Darstellung iiber die seltenen Arten.<br />
Es wiirde selbstverständhch (wie immer bei neuen Anregungen) zukiinftigen<br />
Studien vorbehalten bleiben, den vorgelegten Begriff nninimale Fläche» näher<br />
zu entvvickeln und zu fixieren, u. a. festzustellen, wann die Bedingung Mindestfläche<br />
fiir eine Pflanzengesellschaft als erfiillt angesehen werden könnte; hieriiber<br />
werden sich ganz gewiss verschiedene Ansichten geltend machen können.<br />
Es kann also kaum als richtig betrachtet werden, wenn Du RiETZ (»Zur Klä-
ACTA KOTANICA FKNXICA 1. X:o i 39<br />
riing einigerhistorisch-pflanzensoziologischerStreitfrageii», 1924, S. 431) schreibt:<br />
»Die ersten Audeutuiigcii einer Fassung des Minimiarealproblenies, d. h, der<br />
Tatsache, dass eine Assoziation ein gewisses Areal benötigt, uni ihren wichtigsten<br />
Arten genug Rauni zu ge ben, finden wir bei BRAUN-BI,ANQUEX (1913,<br />
leider habe ich dies frulier iibersehen) und PALMGREN (1917)», oder S. 433: »Intéressant<br />
ist vor alleni seine Andeutung einer Art priinitiven ]Mininiiarealbegriffes<br />
(p. 618); ». — Es liandelt sicli hier offenbar nicht nur lun eine Andeutung,<br />
sondem uni die Lancieruiig einer ganz siclier bedeutungsvollen und in ihrem<br />
Grundgedanken ohne weiteres völlig klaren Idee, die sich in der Tat in Skandinavien<br />
unmittelbar Interesse erwarb. Mit Vergniigen sclie ich indessen, dass Du RIETZ<br />
mir nnnmehr doch das Verdienst einer »Andeutung» zuerkennt. Noch in seiner<br />
grossen historisclien Arbeit von 1921 lieisst es (S. 121): »1917 wurde unter anderem<br />
der Assoziationskoniplexbegriff eingefiilirt (Du RlETz 1917), und 1918<br />
wurden die von FRIES (1913) und Du RIETZ (1917) vertretenen Anschauungen<br />
von Du RIETZ, FRIES und TENCWAEE zum Gegenstand einer nietliodologischen<br />
Zusammenfassung gemaclit, in der die Begriffe und Terniini fixiert, die Begriffe<br />
Assoziationsfragmeiit und Mininiiareal neu eingefiilirt — —» wurden. —<br />
Es sei noch hinzugefiigt, dass Du RiETz (1924, S. 433) meineii »priniitiven Minimiarealbegriff»<br />
folgendenuassen charakterisiert sein lässt: »— er (= Palmgren)<br />
denkt sich nänilich, dass sich auf einer gewissen »Mininiifläche» »alle einen<br />
gewissen Standortstypus kennzeichnenden Arten», die wegen Raummangels<br />
nicht in allén seinen Spezialgebieteii vorkommen, sanimeln wiirden.» In dem<br />
ich auf meine diesbeziigliche S. 38 zitierte Ausserung hinweise, sei benierkt,<br />
dass vor den obigen Worten »alle einen gewissen — — » in meiner Studie »im<br />
grossen ganzen» (»i stort sedt») steht. Eine absolute Fordenuig des Vorhandenseins<br />
aller Arten denke ich mir also nicht flir die »minimale Fläche».<br />
Mit der oben erwähnten Schrift von BRAUN-BI^ANQUET (1913) bin ich erst<br />
während der Drucklegung der vorliegenden Studie bekannt geworden. Ganz<br />
gewiss haben ubrigens auch andere Forsclier Gedanken ausgesprocheii, die<br />
demjenigen ähnlich sind, der niich zu dem Begriff Mindestfläche fiihrte<br />
(s. DRUDE 1913, S. 208), aber die von mir gezogenen Konsequenzeii habe ich<br />
bei keinem aiideren wiedergefuiiden, ebeaso auch nicht die Grundlage fiir die<br />
Aufslellun:? dieses Begriffes, wie er sich aus meinen Studien ergibt.<br />
Brai-n-Blanquets Ausspruch (unter der Uberschrift: Die Assoziation als<br />
grundlegende Einheit der Pflanzengesellschaft, ihre Umgrenzung und Untersuchung)<br />
lautet, wie folgt (1913, S. 85):<br />
»Räuinlicli bescliränkte Bestände mit geringer Artenanzahl diirfen mit<br />
umfangreichen nicht in Parallèle gesetzt werden, da sonst die Konstaiitenziffer<br />
der sich aixh im klehisten Bestand vorfindenden Formationsubiquisten<br />
auf Kosten der Charakterpflanzen, welche nur im gut entwickelteu Besiande<br />
vollzählig auftreten, ungebiihrlich in die Höhe schnellt. Man wird also entweder<br />
Bestände, die ein gewisses Mindestausmass (bei Curvuletum etwa 4—5<br />
Schritt im Geviert) nicht erreichen, von der tabellarischen Zusammenstellung<br />
ausschliessen. oder aber man betrachlet nur solche Assoziationen als typisch,<br />
deren Artenbestand eine gewisse Minimalzahl erreicht. Praktisch kommt<br />
beides ungefähr auf dasselbe lieraus. Hat man sich schon etwas waiter in<br />
die Formationskunde eingearbeitel, so wird man aus dem Vor han dense i n
40 J. Palmgren, Die Artenzahl als pflanzengeographischer Charakter<br />
Oder Fehlen von Charakterpflanzen bald entscheiden können, ob ein Bestånd<br />
typisch ist oder niclit. Freilich bleibt, auch dann nocli deui persönlichen<br />
Erniessen ein gewisser Spielranni offen.»<br />
Man vergleiche die vorstelienden Sätze mit nieiner oben (S. 38) zitierten<br />
Äusserung (1917, S. 618 — 1922 B. S. 121) sowie mit der vorhergehenden und<br />
nachfolgenden Darstellung (mit Hinweisen auf die Studie von 1915—17) zii<br />
dem Problem von Artenzîihl imd Areal iind den daraxis herfliessenden Konsequenzen.<br />
— Du RiETZ liât schwerlich recht, wenn er in,seiner oben angezogenen<br />
Schrift »S. 433 sagt: »Etwas eigentlich Neues gegeniiber der friilieren<br />
Andentungen des Minimiarealbegriffs von BRAUN-BLANQUET (1913,<br />
vergl. oben) enthalten aber seine diesbeziigliche Erörterungen nicht». So hat<br />
u. a. BKAUN-BI^ANQUET nur Assoziationen beriicksichtigt, während ich deu<br />
Begriff Mindestfläche auf Pflanzengesellschaften von verschiedenem Wert<br />
und auf Gebiete verschiedener Grosse (von einzelnen Ståndorten mit einheitlicher<br />
Pflanzendecke bis zu Gebieten mit Hunderten und Tausenden von<br />
Arten) ausgedehnt und die Richtigkeit dieses Verfahrens, die gar nicht a<br />
priori gegeben ist, statistisch nachgewiesen habe (s. die Darstellung von<br />
1917 z. B. S. 607, 621 (= 1922 B, S. 111, 124) und in bezug auf die Flora von<br />
Gotland S. 630-632 = 1922 B, S. 131-134).<br />
Die Feststellung des Begriffes Mindestfläche ist fiir die Pflanzengeographie<br />
ganz sicher von bedeiitender Tragweite. Wo die erforderliche Mindestfläche<br />
nicht vorhanden ist, kann man sich eine Pflanzengesellschaft<br />
nicht vollständig ent\vickelt denken, man hat nur einen gewissen Teil davon<br />
(1917, S. 621 = 1922 B, S. 123; s. auch S. 595-596 = 100-101 sowie<br />
1915, S. 39).^) Mehrere oder wenigere von den Arten, die man hat ervvar-<br />
^) »— — — so ersclieint es einleuclitend, dass man es tn der Pflanzendecke<br />
der âlândischen Laiibwieseyistandorte nicht mit Formationeyi im eigentlichen Sinn<br />
zu tun hat, sondern nur mit Te ilen von Formationen, die ganz natûrlich nur eine<br />
Andeutung von dem Charakter geben können, den sich die verscliiedenen Formationstypen<br />
angeeignet haben wûrden, wenn ilmen die nötigen Entwicklungsmöglichkeiten<br />
zu Gebote gestanden hätten. Die Konsequenz hieraus bezuglich<br />
der Standortsaufzeichnungen fiir die Beleuchtung der Laubwiesenvegetation<br />
ist in der Fussnote auf S. 102 (621) hervorgehoben worden.» — Die fragliche<br />
Fussnote lautet: »Standortsaufzeichnungen zur Beleuchtung der Beschaffenheit<br />
der Vegetation werden aufgrund des Gesagten, wie in Teil I, S. 39 bereits<br />
hervorgehoben und begriindet word en ist, fiir die Lciub vegetation nur teilweise<br />
ihrem Zweck entsprechen, da sie nur zeigen, wie sich die Vegetation<br />
unter gewissen erwdhnten Bedingungen entwickeln kann, in einem durchaus<br />
gleichartigen Gebiet einige Schritte weiter kann sie sich in einer oder der anderen<br />
Hinsicht auf ganz and ere Weise entwickelt haben; ein Gegenstiick zn<br />
ihr ist iiberhaupt nicht zu finden.»<br />
Wenn Du RiETZ in seiner grossen Arbeit von 1921 sagt, dass der Begriff<br />
Assoziationsfragnient 1918 von ihm sowie von FRIES imd TENGVVAI,Iv einge-
ACTA BOTANICA FENNICA 1, N:o 1 41<br />
ten diirfen, sind wegeii Raummangels ausgeschlossen. Bei der Auswahl<br />
sind natiirlich viele Umstände bestimmmd, nicht zuletzt die Anshreituiigskapazität<br />
der einzelnen Arten. Da ofjenhar recht viele Arten in dieser Hinsicht<br />
recht gleich gestellt sind, sch-int der Zufall bedentende Aussicht zu haben,<br />
der bei der Auswahl bestimniende Faktor zii werden (s. Kap. V). Hierin babe ich<br />
zum wesentlichen Teil die Ursache der Ungleichförmigkeit in der Artzusammensetzung<br />
gesehen, die sich auf Aland sowohl zwischen einzelnen, ansdieinend<br />
gleichartigen Ståndorten und Pflanzengesellschaften wie zwischen einzelnen<br />
gleicliartigen Laubvviesengebieten herrschend gezeigt hat (s, 1917,<br />
S. 591—592, 596, 619—621 = 1922 B, S. 97—98, 101, 122—123). — Das<br />
Verhalten, das ich so fiir Åland konstatiert habe, besitzt offenbar allgemeine<br />
Giiltigkeit.<br />
So hat JACCARD (vgl. S. 11 —12) schon zu Anfang dieses Jahrhunderts fiir die<br />
Alpen und den Jura auf eine bemerkenswerte und unerwartet grosse Ungleichförmigkeit<br />
in der Zusammensetzung der Pflanzendecke innerhalb von<br />
Gebieten (auch ganz nahe beieinander gelegenen) von anscheinend ganz<br />
gleichartiger ökologischer Natur aufmerksam geniacht. Die Ursache einer<br />
entsprechenden Krscheinung glaube ich, wie sich oben ergeben hat, zum<br />
beträchtlichen Teil in dem Spiel des Zufalls bei der Konkurrenz gefunden zu<br />
haben, die aus dem meistens unzureichenden Areal im Verhältnis zu der Zalil<br />
der fiir die Hinwanderung disponiblen Arten, mit anderen Worten aus dem<br />
beschränkten Rauni herfliesst. ^) Ich habe die Erscheinung also in einem<br />
anderen Licht gesehen als JACCARD. Dieser hat die Erklärung darin gesucht,<br />
was er sekundäre Verschiedenheiten der ökologischen Verhältnisse (auch wc<br />
diese anscheinend ganz gleichartig sind) nennt, die bei der Konkurrenz um<br />
den Raum entscheidend werden. Wie aus'meinen Studien von 1917, S. 595<br />
fulirt sei (vgl. das Zitat in vorliegender Studie, S. 39). so scheint dies der<br />
Berichtigimg zu bediirfen, dass das Neue nur in dem Namen Assoziations-<br />
^ragment liegt. Der Begriff an sich ist schon in meinen obigen Worten »Teil<br />
von Formationen» enthalten.<br />
^) Zur weiteren Beleuchtung der Rolle, die hierbei dem Zufall beigemesseu<br />
worden ist. sei folgende Äussenmg angefiilirt (1917. S. 597 = 1922 B. S. 102):<br />
»Erblicke ich also den Grund zu der vielfömiigen Gestalt der Vegetation<br />
innerhalb der åländischen Laubwiesengebiete, auch wo es sich um anscheinend<br />
^inheithche Standorte handelt, wesentlich in der aiiswåhlenden Tätigkeit des<br />
^y-falls gegenuber dem disponibeln ûberschuss an Arten, so iibersehe ich doch<br />
^iclit die Möglichkeit xmd die Wahrscheinlichkeit. dass bei dieser Auswahl<br />
unbedeutende. ganz sicher oft kaum merkbare UnterschiedeimlQrh.a^.h des Ståndorts<br />
eine oder die andere Art begiinstigt haben können; die Bmitheit der Pflanzondecke<br />
ist jedoch nicht in erster Linie hierdurch bedingt.»
42 A. Palmgren, Die Artenzalil als pflanzengeographischer Charakter<br />
= 1922 B, S. 100—101) hervorgeht (s. auchFussnote s. 41), hatte ein solcher<br />
Erklärungsgrund zuerst auch mir vorgescliwebt. Die Auffassung JACCARDS<br />
kommt in folgendem Zitat zum Ausdruck:<br />
»En résnnié, de tont ce qui précède, nous pouvons conclure qu'en dehors<br />
des variations accentuées des facteurs biologiques généraux tels que la constitution<br />
géologique, l'altitude, la déchvité, l'exposition, l'éloignement, etc., qui<br />
agissent sur la distribution florale et modifient le coefficient de communauté<br />
entre deux localités éloignées, il existe, dans toute région limitée, même uniforme<br />
en apparence, des causes locales de variations plus immédiates, quoique moins<br />
faciles à apprécier.<br />
Ces causes locales, nombreuses peut-être, en tout cas difficiles à déterminer,<br />
occasionnent une véritable diversité biologique élémentaire qui se traduit par une<br />
diversité florale parallèle.<br />
Cette diversité est telle qu'on ne trouve pas deux localités d'une station-uniforme<br />
en apparence possédant exactement la même association florale^y (1901 B. S. 566;<br />
s. auch S. 578).<br />
»Cette diversité de composition florale se manifestant sur chaque élément de<br />
surface, indépendamment d'aucune cause extérieure facilement appréciable,<br />
nous pouvons en conclure que:<br />
En dehors des facteurs oecologiques généraux [facteurs primaires) il existe dans<br />
chaque point de la prairie alpine des causes locales de variation {facteurs ; econdaires)<br />
occ isionnant une véritable diversité oecologique élémentaire, cause de la diversité<br />
florale observée.» (1902 A, S. 85; s. auch S. 75, 128.)<br />
»Les variations locales, résultant surtout de l'inégale combinaison des facteurs<br />
topographiques et édaphiques, déterminent à levir tour dans chaque formation<br />
la composition et la distribution des associations végétales.<br />
Ivnfin, grâce aux variations élémentaires, c'est-à-dire aux variations secondaires<br />
qui se manifestent sur chaque point ou élément de surface d'une station<br />
déterminée, les associations végétales qui la recouvrent sont constamment<br />
différentes d'un point à un autre; il en résulte la diversité élémentaire de composition<br />
florale que nous avons signalée.» (1908, S. 233; S. auch S. 231, 261.)<br />
Mit einem vermehrten Areal wachsen selbstverständlich die Möglichkeiten<br />
fiir ökologisclie Verschiedenheiten von dieser sekundären Natur, sich zu<br />
äussern, und daniit auch die Bedingungen fiir eine erhöhte Artenzahl. Ich<br />
zitiere (1908, S. 232):<br />
»Enfin, rappelons encore une cause de variations que nous avons déjà signalée<br />
dans mi mémoire précédent, à savoir l'influence considérable que l'étendue<br />
exerce, toutes autres conditions appréciables étant égales, sur la richesse florale.<br />
— — — On en peut conclure que les variations secondaires des conditions<br />
écologiques dans une station détenninée se multiplient et se diversifient<br />
en proportion de l'étendue que l'on envisage, alors même que les caractères généraux<br />
de la station ne changent pas d'une manière appréciable.»
ACTA r.OTAXICA PIvXNICA 1, X:o I 43<br />
Man vergleiche zu dem obigen Zitat die S. 90 wiedergegebene Äusserung<br />
JACCARDS liber die Beziehung zwischen der Artenzahl und den ökologischen<br />
Bedingiingen eines Gebietes.<br />
Mein Beitrag (1917) zu der Frage nach der Artenzahl und dem Areal<br />
scheint nach dem Obigen kurz folgendermassen zusammengefasst werden<br />
zu können:<br />
Ich habe auf Grund eines bedeutenden Materials nachgewiesen, dass fiir<br />
die åländische lyaubwiesenvegetation die Artenzahl unter sonst im grossen<br />
ganzen unveränderten Bedingungen mit dem Areal nach einem gewissen bestimmten<br />
Gesetz zunimmt. Als eine Konsequenz aus dieser nachgewiesenen<br />
Gesetzmässigkeit habe ich mein Gesetz von der »minimalen Fläche» (»minimi<br />
yta» = Mindestfläche) entwickelt.<br />
IMeine in den Jahren 1915—1917 vorgelegten Arbeitsergebnisse wareri<br />
zwar fiir die Laubwiesengebiete Ålands und dessen Pflanzengesellschaften<br />
gewonnen. Bs schien niir jedoch off enbär, dass sie auch fiir andere, besonders<br />
artenreiche Pflanzengesellschaften Giiltigkeit haben. Ich glaubte daher<br />
den allgemeinen Satz aussprechen zu diirfen (S. 1917, S. 622 = 1922 B, S. 124):<br />
»In dem fiir die åläyidische Laubwiesenvegetation gefimdenen intimen Zusammenhang<br />
zwischen Areal und Artenzahl wiirde man mithin einen Axisdruck fiir<br />
ein sowohl pflameniopographisch als pflanzengeographisch wirkendes Gesetz von<br />
wahrscheinlich iimfassender Giliigkeit und bedeutender Tragweite zii sehen haben.»
Die hohe Artenzahl auf Åland und einige ihrer Ursachen.<br />
I. Die Artenzahl auf Åland.<br />
Zii der åländischeii Flora zähle ich als urspriingltch die Arten, Unterarten<br />
und Varietätcn, die in deni untenstelienden Verzeichnis aufgenomnieu<br />
sind. DieZahlder Arten ist G50. Diese Zahl iimfasst keine Hieracia, mit<br />
Ausnahine von Hieracium Pilosella und H. nmhellatum. Sämtliche Taraxaca<br />
warden kollektiv als Taraxacum officinale angegeben. Als urspriinglich<br />
habe ich nur die Arten bezeichnet, welche ganz unabhängig voni Menschen<br />
Oder von den Ståndorten, die ein Produkt der von ihni bewirkten Umgestaltung<br />
der Natur sind, auftreten. Nicht mitgerechnet sind also Arten wie Alofeciirus<br />
pratensis, Poa annua, Festuca elatior, Polygonum convolvulus, Chenopodium<br />
album, Spergula arvensis, Lepidium ruderale, TJilaspi arvense, Capsella<br />
bursa pastor is. Vicia hirsuta, Geranimn pusillum, Lamium album, L. purpureum,<br />
Gnaphalium silvaticum. On. uliginosum, Senecio vtdgaris u. a., welche,<br />
trotzdeni sie den menschlichen Siedelungen folgen, doch nieist als der<br />
urspriinglichen Flora angehörig mitaufgenommen werden. Rechnet man<br />
Arten dieser Kategorie, aber nicht kultivierte und auch nicht nur zufällig<br />
als Ruderate oder Ballastpflanzen angetroffene mit, so iibersteigt die Anzahl<br />
750.<br />
Die damais bekannteii Hieracitim-Arten der åländischen Laubwiesenvegetation<br />
(80 an der Zahl) sind in den Laubwiesenstudien des Verf. (1915, S.<br />
54) aufgezählt. Wegen der Taraxacum-Flora, sei auf die Studien des Verf.<br />
von 1910 ver\\aesen. — Von den Hieracium- sowohl als von den Taraxacum-<br />
Arten gibt es eine An zahl solcher von sehr auffallendem systematischen Charakter,<br />
und daher leiclit erkennbare, die einen hervorragenden Platz in der urspriinglichen<br />
Vegetation einnehnien (einige als Charakterpflanzen eines oder<br />
des anderen Standortstypus) und darimi mit ganz demselben Recht wie eine<br />
grosse Anzahl anderer phanerogamer Arten eigentlich zu beriicksichtigen wären.<br />
In der Laubwiesenvegetation sind so zu bemerken Taraxacum praesians u.<br />
T. maculigeritm, unter den Hieracia treten u. a. hervor H. auricula, H. biformatum,<br />
H. juncicaule, H. glomeratum {=glomerahtlum), H. nigrans, H. lenifoliurii, H.<br />
melanolepis { = peUucidnm), H. serratifrons, H. orbicans, H. prolixum, H. caesitium<br />
var. maculosum, H. ienebrosum, H. triviale (= vulgatum), H. constringens.
ACTA BOTANICA FENNICA 1, N:o 1 45<br />
In der Ufervegetation ist Taraxacum halticum ein sehr liervortretendes Element.<br />
Die Hiigel- und Felsbuckel (knallar) der I^aubwiesengebiete erlialten ini Friihling<br />
ihren Charakter grossenteils von Taraxacum laeium. Auf Felsen, besonders<br />
in den vScliären ist Hieracium rufescens oft häufig. Nur zwecks Bewahrung der<br />
Konfomiität mit den meisten anderen Studien werden die Taraxacum- und<br />
Hieracium-Alten, liier weggelassen. Ihre Verbreitung ist ja im allgemeinen auch<br />
weniger bekannt als die der anderen phaneroganien Arten. Im Plinblick quf<br />
die Taraxacum-Axtcn ist es auch recht schwierig, eine Grenze zwisclien den urspriinglichen<br />
mid den Kulturformen zu ziehen. Fiir die Hieracia wird hinwiedereine<br />
Verteilung auf eine Anzalil kollektiver Ärten schwierig und stets sehr willkiirlich.<br />
Die auf Åland vorkommenden Taraxacum-^omian lassen sich verteilen auf<br />
die Gruppen: Erythrosperma Dahlst., Palusiria Dahlst., Spectabilia Dahlst. luid<br />
Vnlgaria Dahlst. (nacli DAIII^STEDTS Darstellung in LINDMAN: Svensk fanerogamflora,<br />
1918); die »/fz>yacn
4G A. Palmgren, Die Artenzahl als pflanzeiigeographischer Charakter<br />
Haiiptart R. auricornus offencr Wiese an. — Gentiana amarella * axillaris ist iiiir<br />
an einer cinzigen Lokalität (Vieliweide in Finströni, I'
ACTA BOTAXICA FIvNXICA 1, X.o 1 47<br />
Phalaris arundinacea<br />
Anthoxanthiini odoratum<br />
Hierochloë odorata<br />
Militim effusiim<br />
Phleum Boehnieri<br />
Alopectirus veniricosus<br />
A. geniculatus<br />
A . aristnlatus<br />
Agrostis siolonifera<br />
A. vulgaris<br />
A. canina<br />
Calamagrostis arundinacea<br />
C. neglecta<br />
C. lanceolata<br />
C. purpurea<br />
C. e pige jos<br />
Aira praecox<br />
A. boitnica<br />
A. caespitosa<br />
A. f lex uo s a<br />
A vena pratensis<br />
A. pubescens<br />
Arrhenatherum elatius<br />
Sesleria coerulea<br />
Gräser, Halbgräser und Juucaceaen.<br />
Nardus stricta<br />
Triticuni caninum<br />
Tr. repens<br />
Ely HIUS arenarius<br />
Eriophorum polystachyuni<br />
E. latijolium<br />
E. gracile<br />
E. vaginaturn<br />
E. alpinum<br />
Scirpus silvaticus<br />
Sc. maritimus<br />
Sc. rufus<br />
Sc. compressiis<br />
Sc. Tabernaemoniani<br />
Sc. parviilus<br />
Sc. paucifloriis<br />
Sc. palustris<br />
Sc. mamillatus<br />
Sc. uniglumis<br />
Sc. caespiiosus V. austriaciis<br />
Car ex caespitosa<br />
C. gracilis<br />
C. Goodenowii<br />
C. V. juncella<br />
C. aquatilis<br />
C. ornithopus<br />
C. digitala<br />
C. caryophyllea<br />
C. montana<br />
C. pilulifera<br />
C. pallescens<br />
C. glauca<br />
C. livida<br />
C. panicea<br />
C. vaginaia<br />
C. magellanica<br />
C. limosa<br />
C. polygama<br />
C. ex ten sa<br />
C. Oederi<br />
C. *pulchella<br />
C. *oedocarpa<br />
C. lepidocarpa<br />
C. flava<br />
Rhynchospora alba<br />
Rh. f usea<br />
Carex dioica<br />
C. Hornschnchiana<br />
Arundo Phragmiies C. puli car i s C. distans<br />
Triodia decumbens C. pauciflora C. capillaris<br />
Malinia coerulea C. paradoxa C. pseudocyperus<br />
Melica nutans C. diandra C. rostrata<br />
Briza media C. muricata *contigU(i C. vesicaria<br />
Dactylis glomeratu C. *Pairaei C. riparia<br />
Poa trivialis C. vulpina C. lasiocarpa<br />
P' pratensis C. nemorosa C. hirta<br />
P. angustifolia C. chordorrhiza Juncus effusus<br />
P. irrigata C. disticha J. conglomeratus<br />
P. nemoralis C. arenaria J. balticiis<br />
P' palustris C. leporina J. filiformis<br />
P. compressa C. glareosa J. lamprocarpus<br />
Glyceria fluitans C. norvegica J. alpinus<br />
Atropis retroflexa C. loliacea J. su pin US<br />
Pestuca arundinacea C. brunnescens J. compressas *Geraidi<br />
F. rubra C. canescens J. bufonius<br />
P. ovina C. elongata Luziila pilosa<br />
Bromus mollis C. stellulata L. campestris<br />
Brachypodium pinnatum C. remota L. multiflora<br />
Br. silvaticum C. elata L. pallescens
48 A. Palmgren, Die Artenzahl als pflaiizeiigeographischer Charaktcr<br />
Woodsia ilvensis<br />
Cystopteris fragilis<br />
Styuthiopteris germanica<br />
Dryopteris Thelypieris<br />
Dr. Filix mas<br />
Dr. cristata<br />
Dr. spintilosa<br />
Dr. dilatata<br />
Dr. Phegopteris<br />
Dr. Linneana<br />
Athyrium Filix femina<br />
Asplenium Trichomanes<br />
A. Riita muraria<br />
A. septentrionale<br />
Blechnum Spicant<br />
Cryptogramma crispa<br />
Pteridium a q xii li n u m<br />
Polypodium vulgäre<br />
Ophioglossum viilgatum<br />
Botrychium Lunaria<br />
B. boreale<br />
B. ramosum<br />
B. lanceolatum<br />
B. simplex<br />
B. matricariae<br />
Eqiiisetum arvense<br />
E. pratense<br />
E. silvaticum<br />
E. palustre<br />
E. fluviatile<br />
E. hiemale<br />
E. variegatum<br />
E. scirpoides<br />
Lycopodiiim Selago<br />
L. annoiinum<br />
L. clavatum<br />
L. inundatum<br />
L. complanatum<br />
Selaginella ciliata<br />
Isoè'tes lacustre<br />
Typha latifolia<br />
T. anglisti folia<br />
Sparganium minimum<br />
Sp. affine<br />
Sp. simplex<br />
Kräuter.<br />
Sp. ramosum v. microcarpiim<br />
Sparganium glomeratum<br />
Zostera marina<br />
Potamogeton filiformis<br />
P. pectinatus<br />
P. natans<br />
P. gramineus<br />
P. Zizii<br />
P. alpinus<br />
P. polygonifolius<br />
P. perfoliatus<br />
P. praelongus<br />
P. crispus<br />
P. niucronatus<br />
P. panormitanus<br />
P. obtusifoliiis<br />
P. pusillus<br />
Ruppia spiralis<br />
R. rostellata<br />
Zanichellia repens<br />
Z. pedunculata<br />
Najas marina<br />
Triglochin maritimum<br />
Tr. palustre<br />
Scheuchzeria palustris<br />
Alisma Plantago-aquatica<br />
Hydrocharis M or sus ranae<br />
Calla palustris<br />
Spirodela polyrrhiza<br />
Lemna trisulca<br />
L. minor<br />
L. gibba<br />
Gagea lutea<br />
G. minima<br />
Allium Scorodoprasum<br />
A. oleraceum<br />
A. Schoenoprasum<br />
A. ursinutn<br />
Fritillaria Meleagris<br />
Majanthemum bifolium<br />
Polygonatum odoratum<br />
P. multiflorum<br />
Convallaria maj ali s<br />
Paris quadrifolia<br />
Iris pseudacorus<br />
Cypripedium calceolus<br />
Ophrys muscifera<br />
Orchis mascula<br />
O. sambucina<br />
O. incarnata<br />
O. V. cruenta<br />
O. Traunsteineri<br />
O. maculata<br />
Herminium monorchis<br />
Coeloglossum viri de<br />
Gytnnadenia conopsea<br />
Platanthera bifolia<br />
PI. montana<br />
Cephalanthera longifolia<br />
Epipactis palustris<br />
E. latifolia<br />
Listera ovata<br />
L. cor data<br />
Neottia nidus avis<br />
Goodyera repens<br />
Corallorrhiza Neottia<br />
Malaxis palndosa<br />
Microstylis monophylla<br />
Humtihis Lupulus<br />
Urtica dioica<br />
Rumex hydrolapathum<br />
R. crispus<br />
R. Acetosa<br />
R. Acetosella<br />
Polygonum viviparum<br />
P. amphibiurn<br />
P. tomentosum<br />
P. minus<br />
P. Hydropiper<br />
P. aviculare<br />
P. dumetorum<br />
A triplex hastatum<br />
A. patulum *oblongifolium<br />
Salicornia herbacea<br />
Suae da maritima<br />
Salsola Kali<br />
Montia fontana *lamprusper<br />
ma<br />
Stellaria nemorum<br />
St. media<br />
St. Holostea<br />
St. uliginosa
ACTA BOTAXICA FICNXICA 1, X;o I 49<br />
Stellaria palusiris<br />
St. graminea<br />
St. longifolia<br />
Cerastium vulgäre<br />
C. ghitinosiim<br />
C. semidecandrum<br />
Sagina nodosa<br />
S. procumbens<br />
S. maritima<br />
Honkenya peploides<br />
Moehringia trinervia<br />
A renaria serpyllifolia<br />
Spergiila vernalis<br />
Sp. salina<br />
Sclerantlius annuiis<br />
Viscaria vulgaris<br />
Silene venosa<br />
S. nutans<br />
Lychnis flos ciiculi<br />
Melandrium vtscosnm<br />
M. silvestrc<br />
L) i ant hus del toi de s<br />
^^^ymphaea alba<br />
A^ Candida<br />
i^up]iar litteum<br />
N. pumilmn<br />
Ceratophyllum demersum<br />
Caltha paliistris<br />
Actaea spicata<br />
A quilegia vulgaris<br />
Anemone Hepatica<br />
A. nemorosa<br />
A. ranunculoides<br />
Myosurus minimus<br />
Ranunculus Lingua<br />
R. Flammula<br />
R. * re plans<br />
R. sceleratus<br />
Li. auricomus<br />
li. * iallax<br />
li. cassubicus<br />
R. a cri s<br />
Ii. repens<br />
^li. polyanthemus<br />
R- bulbosus<br />
Ii- Ficaria<br />
R. fluitans f. mari nus<br />
Ranime, paucistaniineus<br />
R. circinnatiis<br />
Thalictrum simplex<br />
Th. flavum<br />
Chelidoniuyn majus<br />
Corydalis intermedia<br />
C. I ax a<br />
Lepidium latifolinm<br />
Cochlearia danica<br />
Alliaria officinalis<br />
Cakile maritima<br />
Isatis tinctoria<br />
Cranibe maritima<br />
Barbarea strida<br />
Nasturtium palustre<br />
Cardamine pratensis<br />
C. flexuosa<br />
C. hirsiltä<br />
Dentaria bulbifera<br />
Draba verna<br />
Dr. muralis<br />
Dr. incana<br />
Stenophragma thalianum<br />
Turritis glabra<br />
Arabis hirsuta<br />
Erysimum hieraciifolium<br />
Drosera rotundifolia<br />
Dr. longifolia<br />
Dr. intermedia<br />
Sedum maximum<br />
S. annuum<br />
S. album<br />
S. acre<br />
S. sexangulare<br />
S. rupestre<br />
Bulliarda aqnatica<br />
Saxifraga tridactylites<br />
S. granulata<br />
Parnassia palustris<br />
Rubus saxatilis<br />
R. chaniaemorus<br />
Fragaria vesca<br />
Fr. viridis<br />
Potentilla argeutea<br />
P. minor<br />
P. verna<br />
P. erecta<br />
Potentilla reptans<br />
P. anserina<br />
Comarum palustre<br />
Geum urbanurn<br />
G. rivale<br />
Filipendula Ulmaria<br />
F. hexapetala<br />
Alchemilla pubescens<br />
A. plicata<br />
A. pastoralis<br />
A. filicaulis<br />
A. acutangula<br />
A. micans<br />
A. subcrenata<br />
A. aipestris<br />
A. obtusa<br />
A. acutidens<br />
Agrimonia Eupatoria<br />
A . odorata<br />
Medicago lupulina<br />
Trifolium fragiferum<br />
Tr. repens<br />
Tr. montanum<br />
Tr. arvense<br />
Tr. pratense<br />
Tr. medium<br />
Anthyllis Vulneraria<br />
(*euvulneraria Lindb.<br />
fil.)<br />
Lotus corniculatus<br />
Vida tetras per ma<br />
V. silvatica<br />
V. Cracca<br />
V. sepium<br />
V. lathyroides<br />
Lathyrus silvestris<br />
L. palustris<br />
L. pratensis<br />
L. montanus<br />
L. niger<br />
L. ver nus<br />
Geranium sanguineuni<br />
G. pratense<br />
G. silvaticum<br />
G. molle<br />
G. dissectum<br />
G. columbinum
50 A. Palmgren, Die Arteiizahl als pflaiizcngeograpliisclier Charakter<br />
Geranium lucidum<br />
G. Rohertianum<br />
Ox ali s Acetosella<br />
Liniim catharticiim<br />
Poly gala vulgaris<br />
P. amarella<br />
Merciirialis perennis<br />
Callitriche verna<br />
C. polymorpha<br />
C. antumnalis<br />
Empetriini nigrum<br />
Hypericum hirsuiiim<br />
H. quadrangiiliim<br />
H. perforattini<br />
Helianthemum Chamaecisius<br />
Viola tiliginosa<br />
V. paliisiris<br />
V. mirabilis<br />
V. Rivi ni an a<br />
V. ru pe s tr i s<br />
V. canina<br />
V. montana<br />
V. stagnina<br />
V. tricolor<br />
Peplis Portilla<br />
Lythrum Salicaria<br />
Epilobium montanum<br />
E. colliniim<br />
E. palustre<br />
Chamaenerium angustifolium<br />
Circaea alpina<br />
Myriophyllum verticillatum<br />
M. spicatum<br />
Plippuris vulgaris<br />
H. tetraphylla<br />
Sanicula europaea<br />
Anthriscus silvestris<br />
Torilis Anthriscus<br />
Cicuta virosa<br />
Carum c ar vi<br />
Pimpinella Saxifraga<br />
A egopodium podagraria<br />
Oenanthe aquatica<br />
Athamanta Libanotis<br />
Selinum carvifolia<br />
Angelica silvestris<br />
A. litoralis<br />
Peiicedanum palustre<br />
Heracleum sibiricum<br />
Laserpitium latifolimn<br />
Ccrnus suecica<br />
Chiniaphila umbellata<br />
Pyrola chlorantha<br />
P. rotundifolia<br />
P. media<br />
P. minor<br />
P. sec linda<br />
P. uniflora<br />
Monotropa Hypopitys<br />
M. v. glabra<br />
Ledum palustre<br />
A ndromeda polifolia<br />
Arctostaphylos uva ursi<br />
Vacciniiim vitis idaea<br />
V. Oxycocciis<br />
V. microcarpum<br />
V. uliginosum<br />
V. Myrtillus<br />
Caliuna vulgaris<br />
Primula veris<br />
Pr. farinosa<br />
A ndrosace septentrionalis<br />
Samolus Valerandi<br />
Lysimachia vulgaris<br />
Naumburgia thyrsiflora<br />
Trientalis europaea<br />
Glaux maritima<br />
Centaurion Erythraea<br />
C. pulcliellum<br />
Gentiana campestris*suecica<br />
G. iiliginosa<br />
G. Amarella *lingulata<br />
G. * axillaris<br />
Menyanthes trifoliata<br />
Cynanchuyn Vincetoxicum<br />
Calystegia sepium<br />
Myosotis scorpioides<br />
^L caespitosa<br />
M. I axa<br />
Myosotis arvensîs<br />
M. collina<br />
M. micrantha<br />
Ajuga pyramidalis<br />
Scutellaria galericulata<br />
Se. hastifolia<br />
Glechoma hederacea<br />
Prunella vulgaris<br />
Galeopsis bifida<br />
Stachys silvatica<br />
St. palustris<br />
Calamintha Acinos<br />
Clinopodium vulgäre<br />
Origanum vulgäre<br />
Thymus Serpyllum<br />
Lycopus europaeus<br />
Mentha litoralis<br />
M. arv ensi s (coll.)<br />
Solanum Dulcamara<br />
Verbascum Thapsus<br />
Linaria vulgaris<br />
Scrophularia nodosa<br />
Limosella aquatica<br />
Veronica longifolia<br />
V. spicata<br />
V. serpyllifolia<br />
V. arvensis<br />
V. verna<br />
V. scutellata<br />
V. Beccabunga<br />
V. Chamaedrys<br />
V. officinalis<br />
Melampyrum cristatum<br />
M. nemorosum<br />
M. prate n se<br />
M. silvaticum<br />
Euphrasia brevipila<br />
E. tenuis<br />
E. curia<br />
E. gracilis<br />
Odontites simplex<br />
Rhinanthus major<br />
Rh. minor<br />
Pedicularis<br />
Lathraea<br />
Pinguiciila<br />
Utricularia<br />
palustris<br />
Squamaria<br />
vulgaris<br />
vulgaris
ACTA BOTAXICA FENNICA 1, N:o 1 51<br />
Utricniaria intermedia<br />
U. minor<br />
Planta go major<br />
PI. media<br />
PL lanceolata<br />
PI. maritima<br />
Litorella iiniflora<br />
A spend a odor a ta<br />
Galium Aparine<br />
G. uliginostim<br />
G. palustre<br />
G. tri fi dum<br />
G. boréale<br />
G. verum<br />
Linnaea borealis<br />
Adoxa Moschatelliiia<br />
Valerianella olitoria<br />
Valeriana officinalis<br />
Succisa pratensis<br />
Knautia arvensis<br />
Campanula glomerata<br />
C. Tracheliiim<br />
Campanula latifolia<br />
C. rotundifolia<br />
C. per si ci f oli a<br />
Jasione mpntayia<br />
Lobelia Dortmanna<br />
Eupatorium cannabiniim<br />
Solidago virgaureù<br />
Aster Tripolium<br />
Eri ger on a cri s<br />
Filago arvensis<br />
Antennaria dioica<br />
Inula salicina<br />
Bidens tripartita<br />
B. cernua<br />
A chillea Millefolium<br />
Matricaria inodora * maritima<br />
C h rysanthem u m Le ucan -<br />
themum<br />
Tanacetum vulgäre<br />
Artemisia vulgaris<br />
A. campe s tri s<br />
Tussilago Farfara<br />
Seuecio silvaticus<br />
Carlina vulgaris<br />
Arctium nemorosum<br />
Circium lanceolatum<br />
C. palustre<br />
C. heterophyllum<br />
C. arvense<br />
Centaurea Scabiosa<br />
C. face a<br />
Hypochaeris maculata<br />
Leontodon autumnalis<br />
Taraxacum officinale<br />
(coll.)<br />
Sonchus arvense<br />
Lactuca muralis<br />
Crépis tectorum<br />
Cr. praemorsa<br />
Cr. paludosa<br />
Hieraciiim Pilosella<br />
H. umbellatum<br />
Zii den iirspriinglichen Arten Ålands geliören vielleicht ferner die untengenannten,<br />
iiber deren Heiniatsrecht icli mir jedoch bisher keine bestimmte<br />
Vorstellung zii bilden vermoclit habe: Jnncus compressus, Rtiviex<br />
domesticns, Herniaria glabra, Geranium palustre.<br />
\'on den obigen Aiten tritt Jimcus compressus auf Åland wie anderswo<br />
in Finnland vor alleni auf Knlturboden (besonders an vveniger benutzten Wegen)<br />
auf; sie ist jedoch an einigen Stellen aucli spärlicli an Ufern von Salz- und Siiss-<br />
•wasser angetroffen worden. — Rumex domesticns ist ausser auf angebautem<br />
I,and bisweilen aiich in eineni oder dem anderen Ii dividuuni an Ufern, segar<br />
Weit draussen in dem unbewohnten Schärenarchipel anzutreffen. Da die Indivifbien<br />
imnier äusserst spärlicli sind, scheint es inir nicht ausgesclilossen, dass<br />
die Art hier okkasionell ist. — Herniaria glabra, die vor alleni auf Kulturboden<br />
auftritt, koninit in Eckerö: Storby auf F'elsbuckeln (bergknallar) audi recht weit<br />
von Kulturboden entfernt vor. — Geranium palustre ist voin Verf. 1899 in<br />
spärlichen Exemplaren in Jomala: Brandö (bei Ramsholm) angetroffen worden.<br />
der Fmidplatz bei Kulturboden liegt und die Art in benachbarten Teilen<br />
von Schweden und F^iimland nicht vorkommt, diirfte sie auf Åland am ehesten<br />
zufällig hereingekommen sein.<br />
Unter den Arten des Verzeichnisses auf S. 46—51 sind auch einige, deren<br />
Urspriiuglichkeit niöglichervveise in Frage gestellt werdcn kann: So tritt Geranium<br />
dissectum meistens auf Kulturboden auf. Sie ist jedoch auch an ganz natiirlichen<br />
Ståndorten, u. a. auf einer unbewohnten Insel angetroffen worden<br />
(vgl. 1915, II, S. 371). — Fiir Centaurea Scabiosa liegen sänitliche Inind-
52 A. Palmgren, Die Arteiizahl als pflaiizcngeograpliisclier Charakter<br />
plätze in oder nahe bei Dorfschaften; die Standorte sind jedocli oft natiirliche<br />
Illigelwieseii (a. a. O., S. 459). — Wegeii Scleranthus annuns, Dianthus<br />
deltoïdes sowie Myosotis arvensis siehe 1915, S. 290, 294 und 416. — Carlina vulgaris<br />
tritt am häiifigsten avif kulturbeeinflusstem Boden (oft Weideland) auf,<br />
siehe a. a. O., S, 457.<br />
Audi das Vorkonnnen der unten angeflilirten Arten sei mit einigen Worten<br />
belcuchtet: Ribes riibrum v. pubescens ist vom Verf. spärlich in einigen Ufergebiisclien<br />
angetroffen worden; da sämtliche Fiuidplätze in der Gegcnd von<br />
angebautem Gelände liegen, habe ich die Ursprlinglichkeit der Art länge in<br />
Zweifel gezogen. — Ilumulns Lupulus wird von BKRGROTII (1894, S. 61) u. a.<br />
von zvvei unbewohnten Inseln im Kirclispiel Brandö (Bärgliolm und Brändliolm)<br />
sowie von dem mibewohnten Ingersliolm in Kumlinge (daneben auch von<br />
Kumlingeland) angefiihrt. — Uriica dioica hat ohne Zweifel, auch auf Gelände,<br />
dessen \''egetation im grossen ganzen urspriinglich erscheint, in der jSIehrzalil<br />
der Fälle den îklenschen begleitet. Ich habe die Art jedoch (z. B. auf Ådö in<br />
Kumlinge) in Ufergebiisch angetroffen unter Verhältnissen, die ihre Urspriinglichkeit<br />
an dem Platze, wie es scheint, nicht in Zweifel zu ziehen erlauben. Auch<br />
Siellaria media, die ja den IMenschen allgemein begleitet, tritt auf Åland hier und da,<br />
wie es scheint, völlig spontan auf; vor allem ist sie an Meeresufern, oft in Tang zufinden.<br />
— Aquilegia vulgaris ist vom Verf. auf I/aubwiese in Jomala: Möckelö und<br />
Öfverby sowie in Geta: Möckelgräs angetroffen. — Cirsium lanceolaium ist gaxix<br />
sicher an manchem Meeresufer urspriinglich; doch tritt die Art hier stets in bemerkenswert<br />
spärlichen Kxemplaren auf. — Tussilage Farfara ist auf Åland auf quellreichem<br />
Boden urspriinglich angetroffen (Jomala: I,öfdal); auf ähnlichem Boden<br />
ist ilir Verf., gleichfalls offenbar urspriinglich, auf Sibbo: Löparö in<br />
Nyland begegnet. Ihr Vorkommen ist also dasselbe, das LIXKOI^A fiir I^adoga-<br />
Karelien angegeben hat (1921). — Fiir Fritillaria Meleagris sei auf des Verf. Aufsatz<br />
»Om Convolvulus sepium h. och Fritillaria Meleagris L. i Finland» (1919)<br />
verwiesen. — Aegopodium podagraria ist in den Laubwiesenstudien des Verf.<br />
als eingewandert betrachtet worden (1915. vS. 53, 148, 399). Diese Auffassung<br />
ist zu berichtigen. Die genannten Laubwiesenstudien griindeten sich vor allem<br />
auf die Schärengebiete von Åland, wo die Art sehr selten ist. Auf Fasta Åland<br />
hat sie dagegen eine recht weite Verbreitung mid tritt völlig urspriingUch auf<br />
mancher Laubwiese, wenn auch fast immer nur in kleineren Gruppen auf. —<br />
Ger ani mn pratense ist vom Verf. 1919 mid 1923 in Sottunga bei Stackvik angetroffen<br />
worden, Sie tritt hier dutzendweise in schönen Exemplaren auf einem<br />
natiirlichen Laubwiesenabhang beispielsweise mit Geranium silvaticum auf.<br />
Obwohl nichts im Auftreten der Art andeutet, dass sie in der Vegetation uicht<br />
völlig eingebiirgert wäre, habe ich lange gezögert, sie als urspriinglich anzufiihren,<br />
da der beschräukte Fundplatz dicht bei einem der Hafenplätze der Dörfer<br />
von Sottunga liegt. Im librigen habe ich die Art nur in einem Garten in Hammarland:<br />
Frebbenby angetroffen.<br />
Von den Arten der lyandschaft sind 324 zu der sog. Iviubwiesenvegetation<br />
im weiteren Sinn gerechnet (1915, S. 31, 47, 49—54).^) Viele von<br />
Hierbei ist Orchis incarnata *cruenta als Art mitgereclmet worden. Euphra-
ACTA lUJTANICA FIvXXICA 1, X:o 1 53<br />
diesen geliören auch diesem oder jenem aiideren Formationstypus der<br />
lyandscliaft an. Scliliesst man die Nadelwaldvegetation ein, so koninicn 27<br />
Arten hinzii. Die gesamte Artensunime der Nadelwaldvegetation wird in<br />
meinen Nadelwaldstudien (1922, S. 13) zu 58 fixiert. Rechnet man die Arten<br />
der Meeresufer mit, so erhöht sich die Zalil noch um etwa 70. Zu der Flora<br />
der Meeresufer werden hierbei insgesamt ca. 90 Arten gereclinet. Unter dem<br />
Begriff Meeresufer werden die Standortstypen des Meeresufers zusammengefasst,<br />
die bei Hochwasser unter Wasser stehen, sowie die Uferfelsen; zu<br />
der Flora der Meeresufer werden ausserdem Phragmites comnmnis, Scirpus<br />
maritimns wnÅ Sc. Tahernacmoiitani ge&teWt, die die Vegetation des Meeresufers<br />
sia brevipila mid E. cur ta andercrseits wurden initer E. ojiicivalis crll. zusamniengefasst.<br />
Aufgrund erneuter vStudien bin icli geneigt, nccli die mitengenannten Artcn<br />
zu der Laubwiesenvegetation zu stellcn. Wcgen einiger von ilinen s. des Verf.<br />
I^aubwiescnstudien (1915, Artenverzeicluiis) mid Nadelwaldstudien (1922, S.<br />
15 und Artenverzeiehnis).<br />
Daphne Mezereum<br />
Dryopteris dilata ta<br />
Dr. Linneana<br />
Pier i dium aquilinum?<br />
Botrychiiiyn ramosum<br />
B. simplex<br />
Equisetum arvense<br />
E. praiense<br />
Lycopoditim Selago<br />
Lycopodium annotinum<br />
Polygonum dumeiornni<br />
Chelidonium majus<br />
Erysimum hieraciifolium<br />
Geraninm praiense<br />
Viola montana<br />
Torilis Anihriscus<br />
Aegopodiiim podagraria<br />
Pyrola rotundifvlia<br />
P. minor<br />
P. secunda<br />
Calysiegia sepium<br />
Scutellaria hastijolia<br />
Valerianella olitoria<br />
Fil a go arv eft si s<br />
Senecio silvaticiis<br />
Crepis tectorum<br />
Zu derselben Kategorie geliörcn vielleicht ferner: Car ex vaginata (vcni ^'crf.<br />
in spärlichen Exemplaren auf Laubwiese in Lemland: Granö iind in Hammarland:<br />
Frebbenby an einer Lokalität angetroffen, die mögliclierweise auch am<br />
uäehsten unter diese Kategorie fällt), Geniiana amarella * axillaris (Vieliweide<br />
in Laubwald in Finström, Emkarby 1920), Lactura muralis (diese fiir<br />
fruclitbare Nadelwälder kennzeichnende Art ist bisweilen auf Laubwiesen,<br />
beispielsweise in Sottunga, anzutreffen; vgl. 1922, S. 108), Hieracium<br />
^imbellatum sowie folgende Arten, deren Urspriiiiglichkeit auf Åland \'erf, lange<br />
Zweifel gezogen hat: Rihes riibriini var, pubescens, Aquilegia vulgaris (vgl.<br />
S. 52), und Chelidonium majus (steinige Hiigelwiesen und Felsabsätze, aber in<br />
der Regel auf etwas kulturbeeinflussten Plätzcn, oft bei Anhäufungen von Reisig<br />
u- dgl,; die Art ist stark von der Kultur legiinstigt). Hieiher sir.d wahischeinlicli<br />
audi folgende seltenen Arten zu zahlen, die Verf. jedoch nicht auf Åland<br />
beobachtet hat (vgl. 1917, S. 606 = 1922 B., S. Ill): Aira praecox, Carex montana,<br />
Botrychium lanceolatum, B. boreale, Asplenium Ruta muraria'^ Humulus Lupulus,<br />
Alliaria officinalis. (Wegen der vier letzteren s. BERGROTH 1894, S. 52, 53, 61, 65.)
5i A. Palmgren, Die Artenzalil als pflaiizengeographischer Charakter<br />
in Beständen in das seichte Wasser hinaus fortzusetzen pflegen und oft auch<br />
die äussersten Teile des Ufers einnehmen.<br />
Die Artenzalil von 650 fiir ein Landareal von nur 1426,1 km^ (Suomenmaa<br />
II. Ahvenanmaan lääni, 1920, S. 3) erscheint fiir nordische Verhältnisse<br />
bemerkenswert hoch, zumal wenn man bedenkt, dass ein wesentlicher Teil<br />
dieses Areals von sterilen, pflanzenarmen Böden gebildet wird.^)<br />
Die entsprechenden Zahlen fiir die mehrmals grösseren naturgeschichtlichen<br />
Gebiete Regio aboënsis (ca,8,100 km^) und Nylandia (ca. 11,300 km^), die<br />
in bezug auf die allgemeinen Bedingungen des Pfl^nzenlebens in mancher Hinsicht<br />
(u. a. durch ihre Salzwasserkiiste) an Åland erinnern, schätze ich auf<br />
644 bzw. 630. Hierbei sind sämtliche mit Åland gemeinsamen Arten auch<br />
in den genannten kontinentalen Provinzen als urspriinglich betrachtet. Dies<br />
ist jedoch sicher nicht fiir alle der Fall.<br />
Fiir die Gegenden nördlich des Ladogasees rechnet LINKOLA (1921, S.<br />
483) 734 Arten, darunter 529 urspriingliche. Das Areal des betreffenden Gebietes<br />
ist viel grosser als dasjenige Ålands, ca. 11,000 km^. Fiir sein sog. Ladogagebiet<br />
(ungefähr ein Drittel des ganzen Areals) zählt Linkola 717 Arten,<br />
darunter 516 urspriingliche. Das Gebiet Linkolas liegt indes nördlicher als<br />
Åland und ist in bezug auf das Kiima kontinentaler, auch fehlt ihm die Salzwasserkiiste.<br />
Verf. hat seine Begrenzung des Begriffs urspriingliche Arten<br />
und diejenige Linkolas nahe iibereinstimmend gefunden.<br />
Mit Gotland stellt sich ein Vergleich sehr lehrreich.<br />
Die Landschaft ist<br />
wie Åland sehr gut untersucht.<br />
Gotland ist von altersher wegen seiner artenreichen Flora bekannt. In<br />
seiner bekannten Arbeit »Hufvuddragen af Gotlands växttopografi och växtgeografi<br />
grundade på en kritisk behandling af dess kärlväxtflora», 1897, verzeichnet<br />
K. JOII.\NSSON' im ganzen 1,003 Arten. Zieht man hiervon 93 Hieracia<br />
(alle ausser H. Pilosella und H. umbellatitm) ab, so bleiben 910 Arten<br />
^) Nacli dem Sammehverk Suomenmaa. II. Ahvenanmaan lääni, redigiert<br />
von den Professoren J. K. ROSBERG, KUSTAVI GROTENFEI^T und KAARIKO HII.-<br />
DÉX, bestehen (S. 3) 125,907.8 ha (88,5%) von dem Landareal Ålands (im Jahre<br />
1910) in Wäldern und Impediment. Von dem iibrigen Areal kommen 6,556,2<br />
ha (4,6 %) auf natiirliche Wiesen, 9,751,o ha auf Äcker, 66,4ha auf Gärten. 16,6<br />
ha auf Brandflächen. Im ganzen beträgt der angebaute Boden 6,9 %. Nach<br />
HEIKINHEIMO (1915, Beilage I, S. 5) diirften auf den produktiven, unversmnpften<br />
Waldboden ca. 70,000 ha entfallen. Das Areal des Impediments ist also<br />
sehr gross. Dieses Unland ist zum iiberwiegenden Teil sehr pflanzenarnier, mit<br />
lichtstehenden und knorrigen Kiefern bewachsener Fels (vgl. 1922, S. 40) oder<br />
felsige waldlose Inselchen im Schärenarchipel.
ACTA BOTAXICA FIvXXICA 1. X:o 1 55<br />
ubrig. Von dieser Zahl köuneii als I^iiiwandrer ca. 230 Arten abgerechnet<br />
werden. Es bleiben also urspriingliche Arten in einer Zahl von etwa G80 (vgl.<br />
a. a. O. S. 39—43, 5G). Da aber Johansson als Unterarten einige Formen<br />
aufgenomnien hat, die in meinem Verzeichnis als Arten gelten, muss die<br />
eben angegebene Zahl 680, iim mit der entsprechenden fiir Åland verglichen<br />
werden zu können, aiif ca. 700 erhöht werden. Die anf diese Weise vorgenommene<br />
Begrenzung der urspriinglichen Arten ist jedoch kaum so streng wie die<br />
von mir durchgefiihrte.<br />
Das Areal Gotlands beträgt 31,58 neiie Quadratmeilen (a. a. O., S. 57) =<br />
3,158 km^; es ist also mehr als doppelt so gross wie dasjenige Ålands. Seine<br />
Lage ist eine viel siidlichere, sein Kiima ein wesentlich milderes. Gotland<br />
weist der Hauptsache nach sämtliche auf Åland vertretenen Standortstypen<br />
auf (doch kein Urgebirge und Teiche und Seen in geringerer Menge),<br />
Hinzu kommen auf Gotland die pflanzenreichen Kalkbriiche und die<br />
in ihrer Flora so benierkenswerten Kalkfelsböden (Alvarböden). Es erscbeint<br />
daher iiberaiis hemcrkenswert, dass Åland die so grosse Zahl von 650 urspriinglichen<br />
Arten gegen ca. 700 auf Gotland zählt. Der Unterschied ist ja auffallend<br />
unbedeutend, — etwa funfzig Arten. Auf Åland gibt es nicht weniger<br />
als etwa 100 Arten, die auf Gotland fehlen.<br />
Aufgrund der hier angestellten Vergleiche diirfte konstatiert werden können,<br />
dass Åland eine fur sein Areal und seine geographische Ivage recht artenreiche<br />
Flora besitzt. Ålands Flora ist in niancher Hinsicht benierkenswert.<br />
Die bedeutende Anzahl siidlicher Ivlemente liat unteranderemschon lange die<br />
Aufnierksamkeit der Botaniker auf sich gelenkt. Die hohe Artenzahl stellt<br />
jedoch ohne Zweifel einen der hervorstechendsten Ziige in dem pflanzengeographischen<br />
Char akter Ålands dar.<br />
Worin findet diese bemerkenswert hohe Artenzahl ihre liCrklärung? Diese<br />
Frage stellt sich ungesucht zur Beantwortung auf.<br />
Man hat die bedeutende Artenzahl von Åland im allgemeinen mit dem<br />
niilden insularen Klima nebst dem viclerorts herrschenden fruchtbaren kalkhaltigen<br />
Boden und den wechselvollen Strandortsverhältnissen in Zusammenhang<br />
gebracht.^) Hier gibt es reichlich Mischlaubwälder (Laubwiesen),<br />
Xadelwälder, Felsen, Moore, Meeresufer, Salz- und Siisswasser. — Offenbar<br />
haben auch alle diese Umstände, nicht zuletzt der kalkhaltige Boden, sowie<br />
das gûnstige Klima niächtig eingewirkt. Ausser ihnen habcn jedoch<br />
zweifelsohne auch andere Faktoren beigetragen, die wçniger handgreiflich<br />
Siehe z. B. J. P. X^ORRLIX: »X'^aturen och växtligheten» im »Atlas öfver<br />
Finland», 1910, Kartenblatt Xr. 20. Floran och vegetationen, S. 21.
56 A. ^Palmgren, Die Artenzahl als pflanzengeographischer Charaktcr<br />
sind unci daher nicht die nötige Beaclitung gefunden haben. Einige werdeii<br />
im folgenden betrachtet werden. Wenigstens teilweise diirften sie von allgemeinerem<br />
pflanzengeographischen Intéressé sein und Tragweite iiber Aland<br />
hinaus besitzen.<br />
Die betreffenden Umstände sind: eine giinstige geographische Lage, dies<br />
sowohl in bezug aiif den Abstand an sich von Gebieten mit einer artenreichen<br />
Flora als anch in bezug auf die Exposition fur die Besäung; die seit Jahrtausenden<br />
vor sich gehende såkulare Landhebung; der S chär enar chip elchar akter der<br />
Landschaft; der mosaikartig zerspiitterte Landschaftscharakter.<br />
Es ist natiirlich nicht leicht, den relativen Einfluss, den jeder der obigen<br />
Faktoren ausgeiibt hat, zu wägen oder ihren relativen Anteil im Vergleich mit<br />
anderen auf die åländische Pflanzenwelt einwirkenden Umständen, vor allem<br />
dem insularen Klinia und dem Kalkgehalt des Bodens, festzustellen (siehe<br />
das Vorwort). Diese letztervvähnten Faktoren hoffe ich ein andermal eingehender<br />
behandehi zu können.<br />
Was im folgenden als Ursache der hohen Artenzahl von Åland angefiihrt<br />
wird, gilt ohne Zweifel in weitem Umfang (und teilweise in ncch höherem<br />
Grade als fiir Åland) von dem uppländischen S chär en archipel und seiner<br />
ausserordentlich artenreichen Pflanzenwelt. Die auf Åland herrschenden<br />
geographischen und klimatischen Veihältnisse haben in mehreren bedeutungsvollen<br />
Beziehungen ein Gegenstiick in diesem Teil von Schweden. In<br />
den edaphischen und Vegetationsverhältnissen herrscht grosse Ubereinstimmung;<br />
so ist kalkhaltiger Boden in beträchtlicher Menge vorhanden, eine<br />
lyaubwiesenvegetation ist reichlich vertreten. Das Gebiet ist wie Aland in<br />
eine Unzahl grösserer und kleinerer Inseln und Schären zersplittert. Es herrscht<br />
eine Jahrtausende fortdauernde säkulare Landhebung. Der Landschaftscharakter<br />
ist stark gesplittert. •— Ober die Flora des uppländischen Schärenarchipels<br />
gewinnt man eine detaillierte Vorstellung aus dem Werke »Stockholmstraktens<br />
växter», 1914. Wie das Gebfet »Stockholmstrakten» begrenzt<br />
worden ist; umfasst es 462,233 ha = 4622,33 km^ (a. a. O. S. IX, XXXII). Es ist<br />
also ca. 3 mal grosser als Aland und bedeutend grosser als Gotland. Die Gesamtzahl<br />
der Gefässpflanzen beträgt 1,156, worunter 348 »als durch den Menschen<br />
eingefiihrtgelten diirfen» (a. a. O. S. XIvVI). Die Abgrenzung des Begriffs »eingefiihrt»<br />
ist jedoch nicht nach deniselben strengen Grundsatz wie fiir Aland vorgenomnien.<br />
Es ist fiir den Verf., der sich nur auf eine relativ oberflächliche Bekanntschaft<br />
mit dem Schärenarchipel von Stockholm stiitzen kann, schwer,<br />
unter den 808 als nicht eingefiihrt angegebenen Arten diejenigen zu eliminieren,<br />
die nicht in dem Sinn urspriinglich sind, der fiir Aland normgebend
ACTA BOTANICA FENNICA 1, N:o 1 57<br />
geworden ist. Jedenfalls kann aber festgestellt werden, dass das Gebiet<br />
»Stockholmstrakten» mindestens etwa 100 urspriingliche Arten me hr als<br />
Åland und mithin seltsameiweise audi beträchtlich mehr als Gotland zahlt.<br />
Ein Vergleich sei aiich mit dem östl:chsten der sechs Hauptgebiete, in die<br />
»Stockholmstrakten» eingeteilt ist, d. h. mit dem sog. »Schärenarclrpelgebiet»<br />
angestellt. Dessen Areal ist kleiner als das von Åland, aber das Gebiet<br />
ist im N und S stark ausgezogen (ca. 120 km). Die Zalil der urspriingl'dien<br />
Arten iibersteigt die entsprechende Zahl von Åland um mindestens etwa 60;<br />
dieses Schärengebiet ist also ebemo artenreich wie Gotland. — In bezug auf<br />
die Bedingungen fiir die Bewachsung ist die Lage des uppländischen Schärenarchipels<br />
zweifelsohne giinstiger als diejenige Ålands. Es sei hier hervoigehoben,<br />
dass Åland nur etwa zehn urspriingliche Arten zählen diirfte, die nicht<br />
in »Stockholmstrakten» angetroffen worden sind.<br />
2. Die Entfernung und die Exposition fiir die Bewachsung als pflanzen geo-^<br />
graphische<br />
Faktorcn.<br />
Åland liegt sichtlich sehr offen fiir eine siidwestliche, d. h. von Slid- und<br />
Mittelschweden ausgehende liinwanderung einer Flora von siidländischereni<br />
Gepräge und einem grösseren Artenreichtum als die sowohl in Finnland wie<br />
die in Skandinavien unter entsprechenden Breitengraden im allgemeinen<br />
herrschende. In sehr höhem Grade hat Åland denn auch Elemente aus d-'eser<br />
Flora aufgenommen. So ist die fiir die Landschaft bei einem Vergleich<br />
mit dem iibrigen Finnland so kennzeichnende und artenreiche Laubwiesenvegetation<br />
ohne Zweifel ihren Hauptziigen nach aus Schweden eingewandert<br />
(vgl. 1921, S. 46—49).2) In beachtenswert höhem Grad sind dabei<br />
»Es ist jedoch nicht notwendig erschienen, Arten, die wie Unkräuter.<br />
Futterpflanzen, Pflanzen der Kulturgrenze seit langtni Fuss gefasst liaben,<br />
tnögen sie auch urspriinglich vem Menschen eingeflilirt sein, besonders zu bezeichnen,<br />
zumal es in vielen Fällen grosse Schwicrigkeiten bereitet, in dieser<br />
Hinsicht sicheren Aufschluss zu geben» (a. a. o. S. XV; Original schwedisch).<br />
In der angefiilirten Studie werden einige augensclieinliche Btweise fiir<br />
diese Beliauptung vorgebracht. Es könnten ncch andere erwähnt werden, doch<br />
lasse ich sie bis zu einer kiinftigen näheren Erörterung der Frage iiber die Einwanderung<br />
der Arten nach Åland beiseite. Hier sei die Aufmerksamkeit nur<br />
auf den Umstand gelenkt, dass zu der Zeit, wo die erste Einwanderung der åländischen<br />
Vegetation stattfand, nur Teile von Fasta Åland liber das Meer hinausgehoben<br />
waren. Das damalige Åland war also weiter von dem Iibrigen Finnland<br />
geschieden als das heutige. Die Aussichtcn fiir eine Einwanderung aus<br />
Scluveden waren mitliin in vergangener Zeit sichtlich relativ noch bessere als<br />
gegenwärtig im Vergleich mit den entsprechenden Aussichten fiir eine Einwanderung<br />
aus Finnland.
58 A. Palmgren, Die Artenzalil als pflaiizengeograpliischer Charakter<br />
audi spärlich vorkoinniende lUemente niitgefolgt. Als Beispiele seieii genannt:<br />
Rubiis pntinosus, Rosa tomentosa, Aira praecox, Brachypodium silvatimm,<br />
Carex ornithopus, C. molilalia, Allium tirsinum, Cypripedium calceolus, Ophrys<br />
mitscifera, Orchis mascula, Herminitim monorchis, Cephalanthera longifolia,<br />
Epipactis palustris, Sedum sexangulare, S. rupesire, Agrimonia odorata, Vicia<br />
lathyroides, Lathyrus niger, Geranium columhinum, Hypericum hirstUum, Viola<br />
stagnina, Athamanta Libanotis, Lathraea squamaria. Campanula latifolia,<br />
Arctium nemorosum, Crepis praemorsa. Ahnlich diirfte es sich im grossen<br />
ganzen mit der Vegetation der Moore, Gewässer und Ufer verhalten. Von<br />
bemerkenswerten Arten seien angefiihrt: Scirpus compressas, Carex paradoxa,<br />
C. vulpina, C. nemorosa, C. arenaria, C. remota, C. extensa, C. lepidocarpa,<br />
C. distans, C. pseudocyperus, C. riparia, Zostera marina, Potamogeton<br />
polygonifolius, P. crispus, P. mucronatus, Ruppia spiralis, R. rostellata.<br />
Najas marina, Spirodela polyrrhiza, Lemna gibha, Rimiex hydrolapatlmyn.<br />
Salsola Kali, Sagina maritima, Thalictrum simplex, Cochlearia danica,<br />
Trifolium fragifenim, Viola uliginosa, Mentha litoralis, Valerianella olitoria,<br />
Eupatorium cannabinum.<br />
Wenn ich audi in nieiner obenerwähnten Studie mit einer hauptsädilichen<br />
Ivinwanderung nach Åland von Sdiweden her geredniet habe, setze ich doch<br />
(a. a. O,, S. 49) fiir eine Anzahl Arten die Möglidikeit einer Einwanderung<br />
von Osten, von Finnland her, fiir einige Arten die Möglichkeit einer Einwanderung<br />
sowohl von Osten als von Westen voraus. Besonders fiir Kökar<br />
scheint es nicht ausgeschlossen, dass eine Rekrutierung bis zu einem gewissen<br />
Grade voni Baltikum mid dem Schärenardiipel von Korpo im Eigentlichen<br />
Finnland erfolgt ist. Das letztere ist ohne Zweifel u. a. mit der Strandpflanze<br />
Crambe maritima der Fall, die vielerorts im östlidien Schärenardiipel<br />
des Kirchspiels auf Sandbänken auftritt; in Korpo besitzt die Art eine weite<br />
Verbreitimg. \'on Kökar (wahrscheinlicli) ist sie nach einer vereinzelteii Lokalität<br />
in Föglö (nur ein einziges ludividuuni auf Klåfskär: Sandklobb) und in Sottunga<br />
(Sandskär, jetzt, wahrscheinlicli durch weidende Schafe, verschwunden)<br />
gelangt; sonst ist sie ans Åland unbekaiint. Audi in dem am weitesten nach<br />
Osten gelegenen Brändö ist augenscheinlich eine Einwanderung von dem Eigentlichen<br />
Finnland her zu verspiiren, eine wie starke, kann ich jedoch bisher<br />
nicht feststeilen. In einem späteren Aufsatz gedenke ich die Frage nach der<br />
pflanzengeographisdien Ostgrenze Ålands in Angriff zu nehmen, wobei ich<br />
mich fiir Brändö und die iibrigen östUchen Grenzkirchspiele Ålands sowie<br />
auch fiir die angrenzenden Teile des Eigentlichen Finnland interessieren werde.<br />
Vielleicht wird es sich am aiigeinessensten zeigen, die pflanzengeographische<br />
Grenze der åländischen Inselwelt da zu ziehen, wo eine beträchtliche Einwanderung<br />
von Osten der von Westen und Siidwesten kommenden begegnet.<br />
Wendet man einen solchen Gesichtspunkt an, so wird es sich möglicherweise<br />
alsmotivierterweisen, mit Åland gewisse der nächstgelegenen Inselgruppen östlich<br />
der Verwaltungsgrenze (also im Bereich von Iniö, Houtskär, Korpo) zu ei-
ACTA IU)TANICA FENNICA I, N:o 1 59<br />
neni Schärenarchipelgehiet von Siidûiesifinnland zii vcreinigen, Wenii icli hier<br />
aiif eine Eimvandening von Osten her nach dcm Schärenarchipel von Siidwestfinnland<br />
deute, so sind damit nicht nur Arten offenbar östlicher Kinwanderiuig<br />
nach Finnland genieint. Einige Arten westhchen Ursprungs im sûdwestUchen<br />
'ieil des kontinentalen Finnlands sind ganz siclier direkt von J^chweden, also<br />
nicht iiber Åland eingewandert, und zwar z. T. zu einer Zeit, wo sich Åland nocli<br />
nicht nennenswert iiber das Meer erhoben hatte. (Wahrscheinlich ist das beispielsweise<br />
mit Avena pratensis, Carex caryophyllea, Euphrasia gracilis der Fall<br />
gewesen.) In dem Masse, wie sich das Eigenthche Finnland gehoben und die<br />
Kiiste nach Westen und Siidwesten verschoben hat und der heutige Schärenarchipel<br />
von Åbo aus dem Ulcere aufgestiegen ist, hat fiir n:ehi ere dieser Arten<br />
offenbar eine Rilckwanderung gegen Westen nach den neuen Landgebieten stattgefunden.<br />
(Vielleicht hat diese Wanderung in einem oder dem anderen Fall<br />
Åland erreicht.) Die letzteren haben indcvssen audi einer Eimvanderung von<br />
Westen her (in grössereni oder kleinerem Umfang iiber Åland) offengestanden.<br />
Ba die meisten Arten des Ivigentlichen Finnland auch auf Åland und in den<br />
nächstgelegenen Teilen von Schweden zu finden sind, ist es natiirhch in den<br />
meisten Fallen sehr schwierig, fvir den Schärenarchipel von Åbo zu entscheiden,<br />
\v() eine Art westlichen, \vo östlichen Ursprungs und wo sie möglicherweise<br />
von beiden vSeiten her eingewandert ist. Man wird ganz gewiss darauf hingewiesen<br />
sein, sein Urteil iiber die Einwanderungswege der \'egctation zu einer gewissen<br />
Inselgrup])e auf den grösseren oder kleineren Anteil an der Vegetation von Arten<br />
ganz deutlicher östlicher oder westhcher Einwanderung zu basieren.<br />
Oben wird, zunächst fiir das am weitesten ini vSE gelegene Kökar, die Möglichkeit<br />
einer gewissen Einwandenmg auch aus dem Baltikum nach Åland vorausgesetzt.<br />
Zieht man die bedeutenden Almhchkeiten zwisclien der Flora von<br />
Åland luid Estland und die nicht allzu grosse Entfernung dieser Länder in Betracht,<br />
so kann die Wahrscheinlichkeit einer solchen Einwanderung zunächst<br />
recht bedeuteiid erscheinen. Indessen scheinen viele Umstände darauf zu<br />
deuten, dass eine solche Einwanderiiug nicht in erwähnenswerterem Grade stattgefunden<br />
hat. So treten a\if Åland mehr oder weniger häufig eine ganze Anzahl<br />
Arten auf, die in Estland gar nicht oder nur spärlich, aber in den nächstgelegenen<br />
Teilen von Schweden allgemein vorkommen. (Wie auf S. 57 hervorgehoben,<br />
diirften bloss etwa zehn der åländischen Arten in »Stockholmstrakten» fehlen.)<br />
Audererseits zählt Estland eine lîemerkenswert grosse Anzahl mehr oder weniger<br />
allgemein vorkommender Arten, die auf Åland vermisst werden. Das Fehlen<br />
aller dieser Arten ware kaum erklärlich, wenn eine Einwanderung in grösserem<br />
^lassstab von Estland nach Åland erfolgt wärc.<br />
In bezug auf die Frage nach den Panwanderungswegen der Arten nach Finnhmd<br />
sei verwiesen auf A. K. CAJANDER: »Zur Kenntnis der Einwanderungswege<br />
der Pflanzenarten nach Finland», 1921, eine Schrift, die die Hauptpunkte der<br />
finnisch abgefassten Studie desselben \'erfassers: »Kasvien vaellusteistä Suomeen»,<br />
1914, wiedergibt. Die Frage der pflanzengeographischen Ostgrenze von<br />
Åland wird von BERGROTH (1894) erörtert, der sie jedoch offen gelassen hat.<br />
BERGROTH vereinigt mit Brändö (Åland) die Dörfer Åselholm, Äppelö und<br />
»niöglicherweise» Nåtö der Kirchspiele Iniö imd Houtskär im Ivigentlichen Finnland<br />
(Regio aboënsis).
60 A. Palmgren, Die Arteiizahl als pflaiizcngeograpliisclier Charakter<br />
Bevor ich weiter gehe, diirfte ts angebracht sein, hier die n ehr hervortretenden<br />
von den Arten îiiifzuzâhlen, die der åländischen I'lora ihr hervorstechendes<br />
siidliches Gepräge verleihen:<br />
Taxus baccaia<br />
Quercns robur<br />
Ulmus scabra<br />
Cotoneaster iniegerrinia<br />
Pyriis Mains<br />
Sorbus suecica<br />
Phlenm Boehmeri<br />
Aira praecox<br />
Avena pratensis<br />
Sesleria coerttlea<br />
Brachypodixim silvaticiim<br />
Scirpiis compressus<br />
' Carex pnlicaris<br />
Potamogeton polygonijoliiis<br />
P. crispus<br />
P. mucronaius<br />
Lenina gibba<br />
Allium Scorodoprasiim<br />
A. ttrsinum<br />
Fritillaria Meleagris<br />
Polygonatnni multiflormn<br />
Ophrys miiscifera<br />
Orchis masciila<br />
O. sambncina<br />
O. incarnata<br />
Herminium nionorchis<br />
Platanthera moniana<br />
Cephalanthera longifolia<br />
Epipactis palnsiris<br />
Neottia nidus avis<br />
Rumex hydrolapa-thum<br />
Suaeda maritima<br />
Salsola Kali<br />
Cerasiium glutinosum<br />
C. semidecandruvi<br />
Sagina maritima<br />
Melandrium viscosxim<br />
Ranunciiliis bulbosns<br />
R. circinnatus<br />
Corydalis intermedia<br />
Sorbus fennica<br />
Mespilus monogyna<br />
M. curvisepala<br />
Rubus pruinosus<br />
R. caesius<br />
Carex viilpina<br />
C. nemorosa<br />
C. arenaria<br />
C. remoia<br />
C. caryophyllea<br />
C. montana<br />
C. glauca<br />
Lepidittm latifoliuni<br />
Cochlearia danica<br />
Alliaria officinalis<br />
Cakile maritima<br />
Isatis tinctoria<br />
Crambe maritima<br />
Cardamine flexuosa<br />
C. hirsuta<br />
Dentaria bulbifera<br />
Draba muralis<br />
Arabis hirsuta<br />
Sedum album<br />
S. sexangulare<br />
S. rupestre<br />
Rosa canina<br />
R. tonientosa<br />
Prunus spinosa<br />
Rhamnus cathartica<br />
Fraxinus exelsior<br />
Carex extensa<br />
C. lepidocarpa<br />
C. Hornschuchiana<br />
C. distans<br />
C. riparia<br />
C. hirtä<br />
Lxizula campes/ris<br />
Saxifraga tridactylites<br />
S. granulata<br />
Fragaria viridis<br />
Potentilla minor<br />
P. reptans<br />
Filipendula hexapetala<br />
Agrimonia odorata<br />
Trifolium fragiferum<br />
Anthyllis Vulneraria*eiivulneraria<br />
Vicia I a thy roi de s<br />
Lathyrus niger<br />
Geranium sanguineum<br />
G. molle<br />
Geranium disseciuvn<br />
G. colunibinum<br />
G. lucidum<br />
Polygala vulgaris<br />
Merculialis perennis<br />
Hypericum hirsutuni<br />
Helianthemnm Chamaecistus<br />
Viola iiliginosa<br />
V. stagnina<br />
Sanicula eitropaea<br />
Torilis Anthriscus<br />
Oenanthe aqtialica<br />
Athamanta Libanotis<br />
Laserpitium latifoliuni<br />
Primula farinosa<br />
Samolus Valerandi<br />
Gentiana uliginosa<br />
Cynanch u m Vi n c e to xi eu m<br />
Calystegia sepiiim<br />
Mentha litoralis<br />
Veronica spicata<br />
V. Beccabiinga<br />
Melampyrum cristatum<br />
M. nemorosum<br />
Euphrasia gracilis<br />
Lathraea Squamaria<br />
Aspernla odorata
ACTA BOTAXICA FICNXICA 1, X:o 1 61<br />
Galium A purine Jasione niontana Arctium nemorosum<br />
Valerianella olitoria Etipaioriiim cannabiniim Crepis praemorsa<br />
Campanula latifolia<br />
Mehrere dieser Arten, die heiite melir oder weiiiger liäufig (teilweise als<br />
Charakterpflanzen) oder spärlich auf Åland zu finden sind und der Vegetation<br />
iind Flora desselben einen iiberraschend siidländischen Zug verleilien,<br />
fehlen in Finnland sonst oder sind nur spärlich in dessen siidwestlichen und<br />
siidlidien Teilen anzutreffen (vor allem in der Provinz Regio aboënsis). Ganz<br />
sicher wären jedoch fiir eine ganze Anzalil auch hier, wie auf Åland,<br />
vielerorts gute Bedingungen zum Gedeihen vorhanden gewesen. Dass<br />
sie keinen Siedelplatz gefunden haben oder nur spärlich vorkommen,<br />
diirfte fiir manche am ehesten in dem bedeutcnden Abstand bis zu den<br />
nächsten Verbreitungsherden in Schweden zu suchen sein. Ihre Einwanderung<br />
wäre also an der hedeiitenden Entfernmig als pflanzengeographischem<br />
Faktor gescheitcrt. — Andere Arten haben die geeigneten Böden vorher in<br />
B2sitz genomraen (vgl. 1917, S. 628—629 = 1922 B, S. 130—131).<br />
Dass dies wirklich der Fall ist, dass der Grund also nicht in erster Ivinie,<br />
jedenfalls nicht allein, beispielsweise in klimatischen und Standortsverhältnissen<br />
Hegt, geht aus vielen Umständen her vor.<br />
vSo gibt es Unter den vielen sùdlichen Klementen Ålands mehrere, deren<br />
Verbreitungsgebiet —• mit mehr oder minder zerstreuten lyokalitäten — sich<br />
tief nach Finnland hinein erstreckt: so wird Lathyrus niger an einer Anzahl<br />
Ivokalitäten in Asikkala und bei Heinola in Tavastland angetroffen; Gcranitm<br />
sanguineum hat an der Siidkiiste zerstreute lyokalitäten bis nach Borgå: Pörtö,<br />
2^2 Meilen östlichxvon Helsingfors (Kinwanderungaus Estland?), Helianthemiim<br />
Chamaecistus ist seit langem von einer Lokalität in Janakkala (Tavastland)<br />
bekannt; Viola idiginosa kommt an einigen I^okalitäten in Vihtis<br />
(Regio aboënsis), in Nurmijärvi (Nylandia) und in Karkku (Satakunta) vor;<br />
Viola stagnina hat einzelne Fundorte (wahrscheinlich durch Kinwanderung<br />
von Westen) in Ivojo (Regio aboënsis), Karkku (»Satakunta) und Pälkäne (Tavastia<br />
australis); Melarnpyrum cristatum kommt in Kalvola und Sääksmäki in<br />
Tavastland vor. Noch mehrere andere Beispiele könnten erwähnt vverden. —<br />
Der Vegetationstypus, die Laubwiesenvegetation, wo mehrere der in Rede<br />
«tehenden Elemente zuhause sind, bricht — wenn auch in mehr oder minder<br />
abgeschwächter Gestalt — weit nach Finnland ein. Ich habe beispielsweise<br />
Gelegenheit gehabt, ihn noch in Sibbo östlich von Helsingfors zu studieren.<br />
An geeigneten Ståndorten fehlt es durchaus nicht, wenn ihre Zahl auch im<br />
grossen ganzen abnimmt. ^lan hat den Eindruck, dass in sehr höhem Grad<br />
nur ein gliicklicher Zufall den ausschlaggebenden begiinstigenden Faktor
62 A. Palmgren, Die Arteiizalil als pflaiizengeograpliischer Charakter<br />
dargestellt hat, wenn es an einem gevvissen Platz gerade einer gewissen siidlicheren<br />
Art gelungen ist, das liiirgerreclit zu gewinneii. I^s verdient vielleicht<br />
audi hervorgeliobeii zu werden, dass jedenfalls eine ganze Reilie<br />
hierhergehörige Arten auf diesen ihren Vorposten in vollständiger »ökologischer<br />
Harmonie» (vgl. VSCHKÖTER 1913, vS. 933) mit der Umgebung<br />
zu stehen scheinen. vSie treten also an den fiir die Art kennzeichnenden<br />
Ståndorten auf; die Individuen sind gut entwickelt, bliihen und<br />
setzen Friiclite an. Kin Anlass, Relikte aus einer giinstigeren kliniatischen<br />
Zeitperiode in ilinen zu vermuten, bestelit jedenfalls fiir einen grossen Teil<br />
von ilinen niclit (vgl. die fesselnde Darstellung iiber Relikte bei SHKÖTEK<br />
1913, S. 924—929).<br />
Fiir die Riclitigkeit dieser Hypotliese iiber die lùitfernung als den wirksamen<br />
Faktor finden wir eine Stiitze, wenn wir die Verteilung der Arten auf<br />
Åland durchmustern. Die ganze Art des \'orkommens daselbst zeigt in vielen<br />
Fjällen eine sukzessive Abnahme, je weiter nacli Osten man fortschreitet,<br />
eine Abnalime, die in manchen Fällen alle Aussichten zu ha ben scheint, in<br />
einem vollständigen oder fast vollständigen Aufhören zu resultieren, bevor<br />
das kontinentale Finnland erreicht wird.<br />
Dies habe ich in nieiner Studie »Die Faitfernung als pflanzengeographischer<br />
F^aktor», 1921, näher dargelegt. Ein kurzes Resumee enthält die vorliegende<br />
Arbeit S. 97. Die angefiihrte Studie we ist zunächst nach und baut auf der<br />
Tatsache, dass die Artenzahl in der Laubwiesenvegetation — offenbar infolge<br />
des wachsenden Abstands von Schweden — sukzessi\' naeh Osten hin auf<br />
Åland abnimmt, und zwar auch da, wo die Standortsverhältnisse und I^ebensbedingungen<br />
im iibrigen keine Veranlassung dazu zu geben scheinen. (Vgl.<br />
Kap. III der genannten Studie.)<br />
Ks braucht kauni hervorgehoben zu werden, dass sich die Entfernung als<br />
pflanzengeographischer F'aktor nicht direkt mit dem Ivängenmass messen<br />
lässt. Sie ist ein Faktor von sehr relativer Art. Ihre Rangstufe beruht auf<br />
der Beschaffenheit des Terrains, iiber das eine Ausbreitung stattfinden soil,<br />
und wirkt daher mit wechselnder Starke. F^in Abstand iiber ein Gebiet mit<br />
fiir eine gewisse Art oder Vegetation geeigneten lyokalitäten, sozusagen ein<br />
Gebiet mit geeigneten Ausbreitungsetappen.stellt begreiflicherweise ein Hindernis<br />
von anderer Rangstufe dar als ein ähnlicher Abstand iiber ein Terrain,<br />
wo keine Möglichkeiten zum F^ussfassen vorhanden sind (z. B. Wasser fiir<br />
Ivandpflanzen), oder ein Terrain, wo sich dem Vorwärtskonimen der Ausbreitungsmittel<br />
direkte Hemmnisse entgegenstellen. Die Entfernung als pflanzengeographischer<br />
Faktor wirkt fiir eine Art im engsten Ziisammenhang mit
ACTA BOTANICA FIvXXICA 1. X:o I 03<br />
den sonstigen in höherem oder niederem Grade giinstigen Bedingungen fiir<br />
die Aushreitungsmittel, einen gegebenen Platz iiber die trennenden Fläcken {Gewässer,<br />
Land, Standorte mit oder ohne Möglichkeiten, als vermittelnde Siedelstätten<br />
zu dienen) hinweg zu erreichen nnd daselbst der Entwickliing giinstige<br />
Standorte zu finden.<br />
Diese letzterwähnten Bedingungen fiir die Bewachsiing schaffen zusammen<br />
das, was ich die Exposition des Ortes fiir die Bewaclming nennen möchte.<br />
In diesem Begriff ist hier also nicht der Abstandan sich bis zu deni Ort eingeschlossen.<br />
Die Entfernung und die Ivxposition fiir die Bewaclisung als pflanzengeograi)hische<br />
Kaktoren sind selbstverständlich in vielen I'allen schwer auseinanderzuhalten.<br />
Die Entfernung als Faktor tritt natiirlich am schärfsten bei<br />
sonst gleichen Bedingungen der Ausbreitung, d. li. bei derselben Exposition<br />
liir die Bewachsung liervor. Bei einem solchen Verhalten wird fiir eine Art<br />
eine gewisse grössere Entfernung natiirlich zu eineni grösseren Ausbreitungshindernis<br />
als eine kleinere. Ebenso tritt die Bedeutung der E.xposition ganz<br />
natiirlich am schärfsten bei gleicher lùitfernung liervor. Bei Ausbreitung<br />
iiber eine gewisse Strecke werden die Voraussetzungen fiir die Bewachsung<br />
selbbtverständlich in jdemselben Älasse bessere, wie die sonstigen Bedingungen<br />
der Ausbreitung vorteilhaftere werden.<br />
Es ist offenbar, dass die Voraussetzungen fiir eine Flora, von einem<br />
gewissen Platz aus einen gewissen anderen in Besitz zu nehmen, nicht nur<br />
auf der absoluten Grosse der Entfernung und der grösseren oder geringeren<br />
Vorteilhaftigkeit der Exposition beruhen, sondern dass diese Voraussetzungen<br />
wesentlich auch durch die grössere oder geringere Eignung des<br />
hetreffenden Gebietes, konkurrierende Arten von anderen Seiten anfzunehmen,<br />
heeinfliisst werden. Die Entfernung als Faktor ist auch im Hinblick hierauf<br />
von sehr relativer Natur. Dass Åland, trotz der r'echt bedeutenden Entfernung,<br />
seine Flora zu einem so wesentlichen Teil von Schweden erhalten<br />
und von dort eine so beträchtliche Zabi von Arten aufgenommen hat, hängt<br />
offenbar damit zusammen, dass die Landschajt, die eine Inselgruppe darstellt,<br />
in beziig auf die Besänng von anderer Seite her nicht vorteilhafter liegt.<br />
Ein Vergleich zwischen Aland und der nyländischen Kliste des F^innischen<br />
Busens mit Riicksicht auf die Bedingungen zur Entwicklung der beiderseitigen<br />
Flora liegt nahe. Während Åland von Schweden einen bedeutenden siidlichen<br />
Einschlag in seiner Flora empfangen hat, ist dies in bemerkenswert<br />
unerheblichem Grade mit Nyland der Fall gewesen, welches doch fiir eine Besäung<br />
von dem artenreichen Silurgebiet Estlands her ebenso giinstig liegt.<br />
2ieht man auch in Betracht, dass kalkhaltiger Boden in Nyland weniger als
68 A. Palmgren, Die Arteiizahl als pflaiizcngeograpliisclier Charakter<br />
auf Åland zur Verfiigung stelit uiid dass audi Differenzen im Klima lierrschen,<br />
so ersclieint es docli bemerkenswert, dass keine grössere Einwanderung<br />
der siidlichen Kleniente Kstlands stattgefunden hat. Ohne Zweifel ist unter den<br />
dieses \'erlialten erklärenden Momenten der zu beachten, dass das nyländische<br />
Kilstenland, jenachdem es sich aus dem Meere erhohen, angenscheinlich<br />
die grössten Aussichten besessen hat, in erster Linie Arten aus dem nächstgelegenen<br />
Binnenland aujzunehmen. Die Konkurrenz hat sich also fiir die<br />
estländischen Kleniente in Nyland schwieriger gestellt als fiir die schwedischen<br />
auf Åland. Wo eine oder die andere dieser Arten eingedrungen ist (z.<br />
B. Ononis arvensis), ist ihr Vorkoniinen auch spärlich geblieben.<br />
Auf die Exposition fur die Bewachsung als pflanzengeographischen Faktor<br />
werde ich weiter unten in dieser Studie bei der Durchmusterung der Verteilung<br />
der Arten auf Åland zuriickkommen. Hier beschränke ich mich darauf<br />
festzustellen, dass die Eage Ålands sowohl in bezug auf den Abstand<br />
an sich bis zu einer artenreichen Vegetation in Schweden wie betreffs der<br />
Exposition fiir die Bewachsung offenbar giinstig ist. Ganz sicher Jiahen diese<br />
vofteilhafte Exposition fiir die Bewachsung imd die vergleichsweise mässige<br />
Entfernung wirksam zu der hohen Artenzahl von Åland beigetragen.'^)<br />
Wie schon friiher hervorgehoben wurde (1921, S. 50), hat die Entfernung<br />
als pflanzengeographischer Faktor (abgesehen von den sehr grossen Strecken<br />
iiber Weltnieere, Wiisten, Steppen---) in der pflanzengeographischen Literatur<br />
kaum die nötige Beachtung gefunden. Dies ist auch durchaus erklärlich.<br />
Nur selten lässt sich ihre Wirkung offensichthcher ablesen und mit Elimination<br />
sonstiger Faktoren messen. Selten steht man auch in eineni pflanzen-<br />
Es sei in dieseni Zusaniuienliang beinerkt, dass die Vegetation in deni<br />
relativ spat vein Eis befreiten und aus dem Meer aufgestiegenen Fennoscandia<br />
ihr Gepräge offenbar in sehr hohem Grade sowolil in bezug auf die<br />
Zahl der Arten als auf deren qualitative Natur dadurcli erhållen hit, dass<br />
der Abstand bis zu den nächslen Ausbreitungsherden in Mittel- und Osteuropa<br />
verhältnisniässig bedeutend gewe.sen ist. Die kliniatischen Bedingungen hatten<br />
augenscheinlich eine Einwanderung nach FennoscancHa seitens einer viel<br />
grösseren Zahl von den Arten IMittel- und Osteuropas gestattet und fiir viele<br />
der jetzt vorliandenen eine grössere Verbreitung erniöglicht. — In den hier<br />
hervorgehobenen Umständen (dem relativ geringen Alter der Vegetation und<br />
der bedeutenden Entfernung von den Ausbreitungsherden) im Verein mit<br />
dem stark zerstiickelten und heterogenen Terrain hat man ohne Zweifel einen<br />
Grund zu der stark ausgeprägten Regellosigkeit zu suchen, die in der Vegetation<br />
in umfangreiclien Teilen von Fennoscandia wiederkehrt. Es ware von<br />
Intéressé, mit den oben hervorgehobenen Gesichtspunkten vor Augen einen<br />
A'ergleich zwischen Fennoscandia und ISIitteleuropa anzustellen.
ACTA BOTAXICA FICNXICA 1, X:o 1 05<br />
geographisclien Gebiet vor einer ganzen Formation oder einer grössereii Gruppe<br />
vou Arten, die i m grossen ganzen nur von einer Seite eingewandert ist und<br />
deren weitere Ansbreitung innerlialb eines Gebietes erfolgt, wo auf die zu<br />
imtersuchenden Areale andere Faktoren mit ziemlich gleichartiger Stärke<br />
einwirken.<br />
Dass die Exposition fiir die Bewachsung, wie sie hier fixiert worden ist,<br />
ein pflanzengeographisches Moment von ganz kardinaler Bedeutung darstellt,<br />
ist ja ohne weiteres klar. Hire Tragweite und ihr Einfluss blicken natiirlich<br />
auch an vielen Stellen in der pflanzengeographischen lyiteratnr durcli.<br />
In der klassischen lyiteratnr findet man Hinweise darauf beispielsweise melirfacli<br />
bei GRISEBACH: Die Vegetation der Erde. Vor allem hat sie jedqch Beachtnng<br />
gefunden, wo sie sich in ihrer am meisten'hervortretenden negativen<br />
Gestalt änssert, also wo sie sich in Form bedeutender natiirlicher Hindernisse<br />
der Pflanzenausbreitung, wie Weltmeere, Gebirgsketten, Wiisten u. ä., zu<br />
erkennen gibt. In ihren weniger extremen Äusserungen, wo es sich um Gradunterschiede<br />
beziiglich der grösseren oder geringeren Vorteile der geographischen<br />
Lage handelt, hat sie bei der Besprechung der pflanzengeographischen<br />
Problème weniger Beachtung gefunden. Wie betreffs der Kntfernung, abei<br />
in noch höherem Grad, ist dies durchaus erklärlich. Die Exposition fiir die<br />
Bewachsung ist ein Faktor, der offenbar imnier sehr schwer quantitativ zu<br />
messen, in den meisten Fallen schon sehr schwer in bezug auf seine Wirkungeu<br />
zu isolieren und abzulesen ist. Wo man vor die Aufgabe gestellt ist, die Vegetation<br />
eines gewissen Gebietes in bezug auf ihre Ursachen aufzuhellen, zumal<br />
wenn es sich um geographische Gebiete von untergeordneter Rangstufe<br />
handelt, diirfte jedoch die Exposition fiir die Bewachsung als wirksamer Faktor<br />
nicht ausser acht gelassen werden. Es erscheint also als eine kiinftige Aufgabe,<br />
diesen Faktor zu untersuchen, wo die Möglichkeit vorhanden ist,<br />
seine Wirkung zu isolieren und seine Stärke abzulesen und zu messen. Die<br />
tiber die Bedeutung der geographischen Lage sei hier folgender Ausspruch<br />
aus ENGLER: Pflanzengeograpliie (1912) unter der Ûbersclirift »Lage<br />
und Beschaffenheit des Wohngebietes» (S. 244) zitiert:<br />
»Dass die geographische Lage eines Gebietes den grössten Einfluss auf die<br />
Zusammensetzung seiner Flora xuid den Vegetationscharakter haben niuss, ist<br />
selbstverstäiidlich. Mehr aber noch als die geographische Breite ist von Wichtigkeit,<br />
ob das Gebiet im Meer isohert, einem Meer benachbart oder mitten in eineni<br />
Kontinent liegt. Bei alien Waldgebieten ist von grosser Bedeutung, ob<br />
ihnen Steppengebiete benachbart sind, von denen aus bei Schädigiuig einzelner<br />
Teile des Waldes Steppenpflanzen eindringen können. Es sind auch wichtig<br />
die grossen Flussläufe, deren Täler vielfach bequeme Eingangspforten flir die<br />
Einwanderung der Pflanzen aus anderen Gebieten darstellen. »
GG A. Palmgren, Die Artenzalil als pflanzeiigeographischer Cliaraktcr<br />
besten Voraussetzungen in dieser Hinsicht bietet offenbar ein Detailstudium<br />
kleinerer Gebiete. — In Finnland möchte ich als Untersuchungsobjekt^ unter<br />
anderem das österbottnische Kiistengebiet empfelilen.<br />
Die Kntfernung und die Exposition fiir die Bewachsiing werden in Kap.<br />
IV Gegenstand weiterer Beaclitung werden.<br />
3. Die säkulare Landhebung als pflanzengeographischer Faktor.<br />
Auf Åland macht sich eine beträclitliche Ivandliebung geltend. Sie beläuft<br />
sich nach einer Mitteilung von Prof. R. WITTING (siehe auch WITTING<br />
1918, S. 274 und 1922, vS. 485) gegenwärtig in den siidlichen Teilen der Landschaft<br />
auf etwa 0,5 m in 100 Jahren und zeigt einen gleichmässigen Anstieg<br />
nach Norden, um in den nördlichen Teilen der I^andschaft ca. 0,6 m auf 100<br />
Jahre zu erreiclien. Sie hat allem Anschein nach mit »einer Geschwindigkeit<br />
von derselben Grössenordnung» »vvährend der letztverflossenen 4,000, ja vielleicht<br />
G,000 Jahre» (siehe das untenstehende Zitat), also jedenfalls während der<br />
ganzen Zeit, \vo die lyandschaft eine Ivaubvviesenvegetation getragen hat, sich<br />
geltend gemacht. Das Eindringen dieser Vegetation habe ich (1915, S. 23)<br />
in die Zeit nach 2,000 v. Chr. verlegt.<br />
Die seit lange erörterte Frage nach der fennoskandischen Landhebung ist<br />
bekanntlich einer erneuten Priifung unterzogen worden von WITTING<br />
in seiner Arbeit »Hafsytan, geoidjtan och landhöjningen utmed Baltiska<br />
hafvet och vid Nordsjön, Referat: Die jVIeeresoberfläche, die Geoidfläche<br />
und die Landhebung dem Baltischen i\Ieere entlang und an der Nordsee»,<br />
1918, später in »I^e soulèvement récent de la Fennoscandie», 1922. Einige<br />
Zitate mögen hier diese lyandhebung charakterisieren, soweit es durch die<br />
vorliegende Studie geboten ist:<br />
»Wir fassen zusammen: Die 'Landhebung' ist cine ungleichfönnig ver sich<br />
gehende Erscheinung, bei der Hebimg und Senkung an den einzelnen Orten<br />
nach Monaten oder nach Jahren wechseln; in ihrer allgenieinen Gestaltung<br />
können zu gewissen, lun ein oder einige Jahre voneinander entfernten Zeitpunkten<br />
Veränderungen eintreten, aber sie bewahrt innerhalb eines bestimmten<br />
Gebietes eine ausgeprägte Tendeiiz, die uns erlaubt, sie als die fennoskandische<br />
Landhebiuig zu bezeichnen» (S. 287).<br />
»Es kanu dies ailes mit der Auffassung vereint werden, welche in der jetzigen<br />
fennoskandischen Landhebung eine Jahrtausende dauenide Erscheinung<br />
1) Die Angabe 0,26 m auf 100 Jahre (TANNER 1908, S. 278) in des Verfassers<br />
Studie von 1915 (S. 17) beruht auf den damals zugänglichen, aber als fehlerhaft<br />
erwiesenen Angaben.<br />
Original schwedisch.
ACTA B OTAN ICA FICNNICA 1, X:o I 67<br />
sielit. Im kleinen zeigt (lie rezente Hebuiig Schvvankuiigeii, welche Bruclitcile<br />
eines Jahres oder einige Jahre dauern, indein sogar Ilebiuig und Seiikung wechseln,<br />
lind wobei auf eine etwas grössere Unrulie in den Randgebieten als ini<br />
Zentruni zu schliessen ist; im grossen verläuft sie mit einer glcichniässigen Geschwindigkeit,<br />
welche in der historisclien Zeit von derselben Grosse gewesen<br />
zusein scheint. Wenn man aber weiterin die Zeit zuriickgreift, gibt es Anzeichen,<br />
dass ini Norden eine Hebung derselben Grössenordnnng vielleicht von der Eiszeit<br />
an bestanden liabe, im Siiden ist es schwer zwischen der Annahme einer<br />
gleicliartigen Hebung während der arcliäologisclien Zeit tuid der einer am Ende<br />
der Eronzezeit eingetretenen Abnahme siclier zu entsclieiden; nocli friilier ist<br />
ja im Siiden wenigstens die Litorinasenkmig festgestellt worden, Es scheint<br />
jedoch Nachpriifung dieser Fragen unter der Annahme einer in der Hauptsaclie<br />
kontinuierlichen Landhebimg seit der Eiszeit im Norden des Gebiets<br />
und stattgefimdener Aufstauimgen und Abzapfungen angezeigt» (S. 345).<br />
»— — — —. Doch diirfte auf sie gestiitzt ausgesprochen werden können,<br />
dass wir während der letztverflossenen 4,000, ja vielleicht 6,000 Jahre in der<br />
Landliebung in Finnland eine Erscheinung gehabt haben, deren resultierender<br />
Verlauf während der ganzen Zeit eine Geschwindigkeit von derselben Grössenordninig<br />
aufgewiesen hat» (S. 316—317).<br />
Mit besonderer Riicksicht auf Åland schreibt WITTING (S. 316):<br />
»Fiir Åland beträgt das Alter der steinzeitlichen Besiedlung nach der Zeitbestimmung<br />
CEDERIIVARFS 4,000 — 5,000 Jahre, während das Einwanderungsniveau<br />
ca. 36 m betragen hat und die Besiedlungszone ca. 30 m entspricht (II.<br />
HAUSEN: De gamla strandbildningarna på Åland och deras förhållande till<br />
stenåldersboplatserna. F"'ennia 28, N:o 3. Helsingfors 1910). Wir erhalten hieraus<br />
einen mittleren Hebungswert von 0,7 cm pro Jahr, während die lieutigen<br />
Zahlen 0,6 ausmachen. Die Angaben aus der Bronze- und der Wikingerzeit<br />
sind bisher schwankend und kömien sowohl fiir die Annahme einer annähernd<br />
gleichmässigen resultierenden Hebung als fiir einen langsameren Verlauf seit<br />
der Bronzezeit gedeutet werden.<br />
Diese Auffassung iiber einen langsameren Verlauf nach der Bronzezeit als<br />
vorlier ist die, welche aus archäologischen Griinden in bezug auf Svea- und Götaland<br />
und fiir Slidnorwegen herrschend ist.» ^)<br />
Betreffs der lyage der Meeresoberfläche auf Åland in vergangenen Zeiten<br />
und der damals herrschenden Klima- und Siedlungsverhältnisse seien hier<br />
noch einige Umstände berticksichtigt:<br />
Åland ist (HAUSEN 1910 A, S. 41) in spätglazialer Zeit mindestens 124 m<br />
tiefer gesenkt gewesen als heute. Dies besagt, dass das Land als Ganzes, mit<br />
eventueller Ausnahme der höchsten Spitze des 132 m lichen Orrdalsklint i m<br />
nordöstlichen Saltvik, unter dem Meeresspiegel gelegen hat. Bei dem Maximalstadium<br />
der postglazialen Transgression war nach HAUSEN (a. a. O., S.<br />
^) Original schwedisch.
68 A. Palmgren, Die Arteiizahl als pflaiizengeograpliischer Cliarakter<br />
43) nicht viel von dein åländischen Schärenarchipel supramarin (die Grenze<br />
wird von HAUSEN ca. 64—67 m ûber den heiitigen Meeresspiegel verlegt).<br />
»Nur 13 bis 14 felsige Schären erlioben sicli, in zwei Gruppen, eine grössere<br />
nördliche und eine kleinere siidliche geteilt, iiber das Wasser. Von losen Bodenarten<br />
war, mit Ausnahme der Blockfelder aus der spätglazialen Zeit, fast<br />
niclits vorhanden, was der Vegetation als Muttererde liätte dienen können.<br />
Der Waldwuchs diirfte dalier wenn nicht ganz gefehlt, so docli das ärmlichste<br />
Aussenschärengepräge getragen haben.»<br />
Die Besiedlung von Åland geht in die Steinzeit zuriick. Der Anfang der<br />
åländischen Steinzeitkultur wird von CEDERHVARF (1912, S. 14) auf Grund von<br />
Funden an der steinzeitlichen Station in Jättböle an »den Ausgang der Dolmenzeit<br />
(MONTEIVIUS' II. Periode) oder den Anfang der Ganggräberzeit (MONTELIUS'<br />
III. Periode), also in die Mitte des 3. Jahrtausends vor Chr.» ^) verlegt. Uber<br />
den ungefähren Zeitpunkt, wo die Steinzeitkultur in Jättböle aufhörte,<br />
schreibt CEDERHVERF (a. a. O.): »Die Station diirfte also wenigstens am Ende<br />
der Ganggräberzeit, möglicherweise aber noch am Anfang der Steinplattengräberzeit<br />
(MONTELIUS' IV. Periode) nach 2,000 vor Chr. benutzt worden<br />
sein» ^). An den anderen åländischen steinzeitlichen Stationen diirfte es sich<br />
nach CEDERHVARF ebenso verhalten haben (vgl. PALMGREN 1915, S. 20). Die<br />
åländische Steinzeitkultur scheint also in den Anfang der subborealen Periode<br />
der Ivitorinazeit, möglicherweise schon in den Ausgang der atlantischen Periode<br />
gefallen zu sein (vgl. a. a. O.). Die steinzeitlichen Stationen Ålands<br />
liegen nach CEDERHVARF in Niveaus zwischen 28 und 39 m, die meisten in Niveaus<br />
zwischen 30 und 39 m (vgl. HAUSEN, 1910 A, S. 46). HAUSEN betrachtet<br />
(a, a. O.) ungefähr die 36 m-Isohypse als das Einwanderungsniveau. »Die postglaziale<br />
lyandhebung war damals, die Lage der postglazialen Grenze bei 66 m<br />
vorausgesetzt (M.ttelwert fiir Fasta Åland), um ca. 45,5 % ihres ganzen Betrages<br />
fortgeschritten. Die Mitte der eigentlichen Kulturzone Hegt ungefähr<br />
bei 50 % der Höhe der Ivitorinagrenze, und wenn man annimmt, dass die Wasserliriie<br />
diese nach unten begrenzt, beläuft sich die Höhe der unteren Grenze<br />
auf ca. 45,4%» (a. a. O., S. 46). ^) — Die Konturen von Åland, wie es sich ungefähr<br />
darstellte, als der Meeresspiegel etwa bei der 30 m-Isohypse lag, ergeben<br />
sich aus einer Kartenskizze (s.S. 143 vorliegender Studie) in der angefiihrten<br />
Schrift von HAUSEN. Von diesem Åland des Steinzeitvolkes gibt<br />
PLAUSEN (a. a. O., S. 47—48) folgendes Bild.<br />
j>Das Åland der jiingeren Steinzeit zerfiel in vier Inselgruppen: eine iu dem<br />
heutigen Geta, eine in Saltvik, in Jomala und NW-I.emland und schliesslich<br />
eine bei dem jetzigen Marsund weiter im WcvSten.<br />
^) Original schwedisch.
ACTA BOTANICA FIvXXICA 1. X:o I 03<br />
Von diesen Iiiselgruppen bestånd die »Getagruppe» ans etwa 10 Inseln, Die<br />
ausgedelinteste und höchste hatte zwei grössere Berge, von denen sich der cine<br />
ca, 60 ni lioch erhob. Sic wurden durch eine Senkung getrennt, die in ihrem<br />
siidhchen Teil Sandboden besass. An dieseni Punkt hatte das Steinzeitvolk,<br />
wenn nicht gewohnt, so doch sich aufgehalten, weil dort Steinsphtter angetroffen<br />
worden sind. Ini iibrigen waren die »Getainsehi» nackte Schären.<br />
Die»Saltviksgruppe», die einen ganzen Archipel — etwa 50 Insehi —umfasste,<br />
hatte Ipseln von sehr verschiedencr Grosse aufzuwcisen. Die grösstc — Orrdalskhnt-Långberget<br />
— hatte eine zienihch abwechselnde Oberflächenbeschaffenheit.<br />
In ihreni höheren, nördhchen Teil war sie kahl und felsig (höchster<br />
Pimkt ca. 100 in), auf der Siidseite aber fanden sicli lose Bodenarten (Moräne<br />
mid Sand). Eine tiefe Bucht dräng, mit breiten Sandufern gesäunit, von<br />
Siiden eiii (Långbergsöda dal). An denselben hatte sich das Steinzeitvolk niedergelassen.<br />
Die Örtlichkeit war gut gegen alle Winde geschiitzt und stand nur<br />
durch schmale Meeresarnie, einen geradeaus iin Siiden (Syllöda) und einen ini<br />
Siidosten (Tengsöda), mit dem Meere in Verbindung. Kin vSchwarm von niedrigeren<br />
Inseln umgab diese Insel ini Siiden und Siidosten. Nach Westen tat<br />
sich eine grössere Föhrde (fjärd) (Ilagaslätten) auf, die allerseits von teilweise<br />
hohen, felsigen Inseln umkränzt war, Auf der nördhchen Seite der Föhrde fand<br />
sich eine Station (Nääs) auf eineni siidwärts gerichteten Sandabhang. Diese<br />
war eigentHch nur von Norden her geschiitzt.<br />
Die obengenannte Inselgruppe wurde durch einen breiten Meeresarni (die<br />
iCbene von Finström) von der »Joniala-Lemlandsgruppe» geschiedeii, die aus<br />
etwa 17 Insehi zusammengesetzt war, von denen nur zwei einen bedeutenderen<br />
Unifang hatten. Diese — »Ingby-Sviby-» und »Jettbölelandet» — lagen nahe<br />
beieinander, durch einen schmalen Meeresarni (iiber den heutigen See Lillträsk<br />
in Jomala) getrennt (möghcherweise war hier eine Landenge vorhanden; eine<br />
Messung liegt nicht vor). Auf den Inseln erhoben sich niehrere Felsspitzeii. In<br />
die östliche Seite des Meeresarnies schob sich eine kleinere Bucht vor (Jettböle),<br />
teilweise umgeben von Sandufern und zwischen Felsbuckeln (berghympkr) eingeklemmt.<br />
Am inneren Fnde der Bucht, auf der östhchen Seite gleich unterhalb<br />
einer höheren Felswand lag eine Station, die nach den zahlreichen Funden zu<br />
urteileii vor anderen Stationen den bevölkertsten Ort darstellte. Lose Bodenarten<br />
kommen auf diesen Inseln recht viel vor.<br />
Die »Marsundsgruppe» bestand aus (7?) kleineren Inseln, alle wahrscheinhch<br />
nackte und echte Aussenschären. Funde von Steinsplittern auf zweien<br />
dieser »Inseln» beweisen, dass das Steinzeitvolk dort ans Land gestiegen ist<br />
(möghcherweise in einer späteren Zeit, siehe S, 46).<br />
Östlich von diesen Schären erhob sich eine grössere felsige Insel (Kulla västerberg),<br />
und weiter nördhch näher bei der »Getagruppe» befanden sich auch<br />
einige freiliegende höhere Felseninselchen,<br />
Der in Rede stehende Schärenarchipel lag viel isoherter von den umgebenden<br />
Gegenden als heute. Der ganze Inselschwarm zwischen Fasta Åland und<br />
Korpo war damals unter Wasser gesenkt. Die bedeutendsten Anhöhen in Kumlinge<br />
steigen nicht iiber 23 ni, in Brändö nicht iiber 26 m. Erst in Houtskär<br />
(Berghamn), Korpo und Nagu begegnet man höher gelegenen, während der<br />
Steinzeit teilweise supramarinen Gegenden. Die Inseln von Houtskär lagen
70 A. Palmgren, Die Arteiizalil als pflaiizengeograpliischer Charakter<br />
damais Åland auf dcr fiiinischen Sei te ani näclisten. Nacli Scliweden war es<br />
zu jener Zeit walirscheinlicli ein kiirzercr Weg als nach der entgegengesetzten<br />
Seite.»^)<br />
Åland ist also bei seiner ersten Besiedlung (etwa 2,500 Jahre vor Chr.) anscheinend<br />
ans einigen Gruppen felsiger Inseln zusamniengesetzt gewesen, von<br />
denen die nieisten nackte Schären gewesen sein diirften. lyose Bodenarten<br />
(Moräne und Sand) kamen nur spärlicli vor; Tonbildungen gab es nicht. »Der<br />
gegenwärtige obéré Rand des Tones oben auf den Abhängen iibersteigt selten<br />
20 m. Gewöhnlicli hält er sich nach ei ner Anzahl von Beobachtungen in<br />
Saltvik und Geta in 1(3—18 m Höhe (falls der Abliang nicht zu steil ist). Das<br />
höchste Niveau, bis zu dem Ton angetroffen wurde, befindet sich bei iVIöckelb}'<br />
in Jomala 30 m ûber dem Meer» (HAUSEN 1910 B, S. 30). ^)<br />
Auf diesem Åland des Steinzeitvolkes, vor ca. 4,000—5,000 Jahren, dtirfte<br />
kaum oder jedenfalls nicht in erwähnenswertem Grade eine lyaubwiesenvegetation<br />
entwickelt gewesen sein (vgl. 1915, S. 23).<br />
Bei der recht grossen Ausdehnung der tiefliegenden Gelände und der stark<br />
ausgezogenen Strandlinie der Schärenlandschaft bezeichnet eine Landhebung<br />
von 0,6 ni fiir Åland einen recht bedeutenden säkularen Landgewinn. ^) Åland<br />
1) Original schwedisch.<br />
2) Wegen der allgemeinen Naturverhältnisse von Åland sei der interessierte<br />
Leser auf folgende Schriften verwiesen:<br />
Finlands geologiska undersökning. Beschreibung zu dem Kartenblatt N:o<br />
16, Kumlinge (K. AD. MOBERG, 1890), X:o 17, Finströni (BEN'J. FROSTERUS<br />
und J. J. SEDKRIIOI^M, 1890), N:o 21, Mariehamn und N:o 25, Föglö (BEN'J.<br />
FROSTERUS, 1892. 1894).<br />
H. HAUSEX: De gamla strandbildningarna på Åland och deras förhållande<br />
till stenåldersboplatsema (Fennia 28, n:o a, 1910). — Orografiska studier på<br />
Åland med hän.syn till rapaki vi berggrunden och dess förklyftningsförhållanden<br />
(T'ennia 28, n:o 4, 1910. — Åland och Åbo skärgård. I. Geografisk öfversikt<br />
och geoniorfologiska betraktelser (Text zu dem Kartenblatt N:o 10 des<br />
Atlas von Finland, 1910).<br />
REINH. HAUSEN: Kalkutförsel från Åland under äldre tider (Fennia A'T,<br />
n:o 5, 1914).<br />
EJ. CEDERIIVARF: Neolitiska lerfigurer från Åland (Finska Fornuiinnesföreningeiis<br />
Tidskiift XXVI, 1912).<br />
Sammelwerk Suomenmaa. IT. Ahvenanmaan lääni, 1920 (redigiert von<br />
den Professoreii J. E. ROSBERG, KUSTAVI GROTEXFEIVT und KAARIKO HII
ACTA I}()TANICA FKNNICA 1, X:o 1 71<br />
bot also noch in so später Zeit wie der Wikingerperiode (9.—11. Jahrhundert<br />
nach dir.) eiii höchst wesentlicli anderes Bild als heute. Bei einer Ivandliebung<br />
von dem angegebenen Betrag muss die Wasserlinie uni das Jahr 1000 gut<br />
5 m holier als jetzt gelegen haben, was auch sehr wahrscheinlich ersclieint,<br />
da die am niedrigsten gelegenen Grabliiigel aus dieser Zeit 7,28 m iiber dem<br />
gegenwärtigen Meeresniveau zu finden sind (nacli einer Angabe von CEDER-<br />
HVARF in des Verf. Studie von 1915, S. 23). Eine gute Vorstellung von dem<br />
Grade, in dem die åländische Inselwelt durch die säkulare Landhebung ihre<br />
Gestalt verändert hat, gewinnt man aus den Seekarten des Oberseeanits, auf<br />
denen die Tiefe der Gewässer in Äletern verzeichnet und die seichten Gewässer<br />
bis in eine Tiefe von 10 m mit brauner Farbe angegeben sind. Wenn<br />
die Landhebung einmal uni weitere 10 m fortgeschritten ist, was voraussichtlich<br />
in etwa 2,000 Jahren geschehen sein dûrfte, wird die åländische Inselgruppe<br />
ihr Aussehen wesentlicli gewandelt haben.<br />
Aiif Åland bietet sich also und hat sick im Lauf der Jahrhunderte — wenn<br />
auch an jeder einzelnen S telle in recht beschränkter Gestalt — der Vegetation sukzessiv<br />
neues Land in einer Ausdehniing dargeboten, die als Seltenheit zu bezeichnen<br />
ist. Dies kann auf die Gestaltung der Flora nicht ohne Einfluss gewesen<br />
sein. Fiir eine immer weiter vor sich gehende Bewachsung von anderen Gebieten<br />
her hat es hedeutende Aussichten gegeben und gibt es solche immer noch.<br />
Ohne Zweifel wären diese stark reduziert, wenn nicht das nötige neue Land<br />
vorhanden ware, was ja in den meisten anderen Gebieten in der Regel der Fall<br />
ist. Die Flora hätte sich dann offenbar recht bald sozusagen stabilisiert.<br />
Ebenso bietet sich sukzessiv eine Möglichkeit zu neuen Siedelplätzen, ich<br />
möchte sagen Riickziigsplätzen, fiir bedrängte Arten in der I^andschaft<br />
selbst.<br />
Fiir die Wahrheit des zuletzt Gesagten liefert beispielsweise der vSeedorn<br />
{Hippophaes rhamnoides) ein lehrreiches Zeugnis (vgl. die Studie des Verf.<br />
»Hippophaës rhamnoides auf Åland», 1912, z. B. S. 121—122, 139). Nur auf<br />
diesem neugewonnenen, noch nicht mit Bäumen bewachsenen Boden mit seiner<br />
offenen Vegetation kommen die Sanien des Seedorns regelmässig zurEntwicklung.<br />
Hier kommt auch seine vegetative Sprossbildung am leichtesten'zu<br />
ihrem Recht (a. a. O., S. 107, 13G—137). Man darf wohl ohne Ubertreibung<br />
sagen, dass es gerade die Landhebung dieser unseren Gegenden so fremden<br />
Art erniöglicht hat, auf Åland und an den Kiisten des Bottnischen Meerbusens<br />
Fuss zu fassen und sich zu behaupten. Auf höher gelegenem Boden ist<br />
die Art auf Åland ein Relikt, das sich da zwar mit grosser Zähigkeit erhält.aber<br />
kaum Aussicht zu generativer Verjtingerung hat und daher friiher oder spä-
72 A. Palmgren, Die Artenzahl als pflanzengeograpliisdier Cliarakter<br />
ter zuni Untergang verurteilt ist. Es ist audi walirscheinlich, dass das<br />
Fehlen des Seedorns in Scliweden siidlicli der Scliären von vStockliolm mit<br />
dem Fehlen einer Ivandliebung im siidlichen Teil des Ostseegebiets in Ziisammenhang<br />
zu bringen ist; vgl. den Vortrag des Verf. iiber »Hafstornet<br />
(Hippophaes rhamnoides), dess utbredning, biologi ocli uppträdande på Åland»<br />
in der Versammlung der Finnischen Forstgesellschaft am 22. Febr. 1913<br />
(Acta forestalia Fennica, Bd. 7, 1917, S. 78—96). In Dänemark und an der<br />
deutschen Ostseekiiste tritt der Seedorn auf Diinen und an Uferabhängen auf.<br />
Die augenscheinlich sehr grosse pflanzengeograph'sche Bedeutung der<br />
Landhebung habe icli zu verschiedenen Målen hervorgehoben (1912, S. 121,<br />
139; 1915, S. 132—133; 1917, S. G16 = 1922 B, S. 119). Hier sei bei der Besprecliung<br />
der Frage von der Artenzahl Ålands nur präliminär bemerkt, wie<br />
verschiedene von den seltenen Arten der Landschaft bloss oder vorzugsweise<br />
auf relativ niedrigliegendem und mithin verhältnisniässig spät (während<br />
eines oder einiger der letzten Jahrhunderte) gewonnenem Terrain auftreten.<br />
Gleichviel ob sie direkt aus anderen, entlegeneren Gegenden hierhergekommen<br />
oder möglicherweise von höher oben auf demselben Lande gelegenen<br />
Siedelplätzen, wo sie jetzt ausgetilgt, eingewandert sind, bleibt die Tatsache<br />
bestehen, dass sie ohne die Ivandliebung mit grosser Wahrscheinlichkeit<br />
fehlen oder viel seltener sein wiirden, als jetzt der Fall ist. Das Gesagte<br />
diirfte beispielsweise von folgenden Arten gelten:<br />
Ruhus pruinosus Cypripediiim calceolus Agrinwnia odorata<br />
Ophrys nmscijera Geranium columbinum<br />
Carex lepidocarpa Orchis mascula Mercurialis perennis<br />
Junciis balticxis Herminium monorchis Viola stagnina<br />
Cephalayithera longifolia Calystegia sepium<br />
Equisetmn variegatum Epipaciis paliistris Campanula latifolia<br />
Allium ursinum Stellaria Holostea Arctium nemorosum<br />
Fritillaria Meleagris Corydalis intermedia Crépis praemorsa<br />
1) In des Verf. Studie von 1912 (S. 109) wird mehreren Reliktbeständen, die in<br />
höliereu Niveaus als die jiingsten Grabhûgelder Wikingerzeitliegen.schätzungsweise<br />
ein Alter von niindestens 900 Jahren an der Örthchkeit zugeschrieben.<br />
Indessen sind Beställde in viel höheren Niveaus aiizutreffen; die wahrscheinlich<br />
ani höchsteii hegendeii befinden sich in Möckelby dicht an dem Wege<br />
nach Södersunda, vielleicht i/g km von der Kirche in Jomala; das Niveau<br />
diirfte kaum weniger als 30 m betragen. Man darf wohl mithin vermuteii,<br />
dass die fraghchen Bestände schon am Knde der Steinzeit, vor ca, 4,000 Jahren<br />
an dem Platz gewachsen sind.<br />
2) Es ist zu erwälinen, dass diese Art an ihrem einzigen niir bekannten Siedelplatz<br />
auf Åland (Saltvik: Saggö) auf einer iippigen Strandwiese, nicht wie<br />
allgemein im Lande auf Diinen nnd offenen Sandufern auftritt. .
ACTA BOTANICA FIvNNICA 1, N:o 1 73<br />
»<br />
ICin Pflanzeiiverzeiclinis w;e das obige gewährt jedoch nur ein scliwaclies<br />
und unvollständiges Bild von dem augenscheinliclien Einfluss der Landhebung<br />
aiif den Pflanzenwuclis. Man muss beachten, dass diese Ivandhebung<br />
der I^andschaft siikzessiv niclit nur neues offenes Terrain zufiilirt,<br />
sondern aiich ein Terrain, das in vielen Fallen (zunächst an windgeschiitzten,<br />
niclit von den \\''ellen bearbeiteten Stellen) offenbar (u. a. durch aufgeworfene<br />
Muschel- und Schneckenschalen) vom Meere befruchtet worden<br />
und das jedenfalls nocli nicht in nennenswertem Grade ausgewaschen<br />
und ausgelaugt ist und mithin wenigstcns eine Zeitlang fiir eine anspruclisvollere<br />
Vegetation geeignet sein wird (iibtr diese Prozesse siehe die S. 75<br />
zitieite Darstellung von CAJANDER). ES sind ja aucli vor allem diese<br />
niedriger liegenden Bodenstrecken, auf denen die artenreiche Ivaubwiescnvegetation<br />
entwickelt ist (vgl. Kap. IV, 5 (S. 113—117). Auf etwas höherem<br />
Terrain beginnt im allgemeinen Nadelwald. Augenscheinlich ist der<br />
Krdboden hier im Lauf der Zeit an vielen Stellen magerer worden und fiir<br />
die anspruchsvollere lyaubwiesenvegetation daher weniger geeignet. ^) Die<br />
Landhebung hat also der åländischen Vegciaiion in höhem Grad fruchthare<br />
Standorte gesichert. Damit haben sich auch die Voraiissetzungen einer artenreichcn<br />
Flora mit hoher Frequenz fitr die einzehien Arien gesieigeri.<br />
Dass man bei der pflanzengeographischen Erörterung nicht versäumen<br />
darf, mit der Möglichkeit einer sukzessiven Verarmung des Bodens zu rechnen,<br />
das habe ich schon in meiner Studie »Hippophaës rhamnoides auf<br />
Åland», 1912, beachtet. Ich hebe dort hervor, wie beispielsweise in der<br />
Gegend von Gamla Karleb}^ am Bottnischen Meerbusen der anspruchsvolle<br />
Seedorn vorzugsweise auf niedrigem Gelände auftiitt. Die Vegetation<br />
1) Wie in meinen friiheren Schriften in verscliiedenem Zusanunenhang hervorgehoben,<br />
ist eine Laubwiese, die innner wieder als Viehweide benutzt wird,<br />
dazu verurteilt, mit der Zeit in Fichtenwald iiberzugehen (1915, S. 136—î'39;<br />
1922 A, S. 26, 42 — 45). In dieser Beweidung hegt oftnials. aber ersiclitlich<br />
clurchaus nicht immer, die Erklärung dazu, dass die Eaubwaldvegetation auf<br />
Åland auf höher gelegeneni Terrain so liäufig dem Nadelwald weicht.<br />
Mag nun die Ursache zu dem Eindringen des Fichtenwaldes auf der Laubwiese<br />
die eine oder die andere der beiden erwähnten oder beide zusammen gewesen<br />
sein, so sei hier noch einnial das Verhalten betont, dass ein hedeiitender<br />
Teil des Nadelwalds mit artenreicherer Untervegetaiion aiif Åland aus<br />
Lanbwiesen hervorgegangen zs^-das bezeugt die Untervegetation. Eine Vorstellung<br />
von dem Verlauf dieser Entwicklung erhält man beispielsweise an vielen<br />
Orten zwischen Mariehanui und Dalkarby, wo es verschiedene Entwicklungsstufen<br />
gibt. Die hierhergehörigen Aufzeiclmungen werden später in anderem<br />
Zusammenhang in Ergänzung der Studie des Verf. von 1922 iiber die Nadelwälder<br />
mitgeteilt werden.
74 A. Palmgren, Die Arteiizahl als pflaiizcngeograpliisclier Charakter<br />
ist auf solchem in der Regel auffallend artenreicher und iippiger als auf höherem;<br />
die Krle, niclit die Kiefer oder Ficlite, gibt dort der Vegetation ilir Gepräge.<br />
Die Ursache dieser reiclieren Vegetation sclirieb ich deni geringen Alter<br />
des Terrains zu. Dasselbe ist noch nicht nennenswert verarmt, was sich<br />
fiir die holier gelegenen Ivandstrecken offenbar geltend gemaclit hat (vgl. die<br />
Darstellung a. a. O., S. 117—119).<br />
Ähnliche Verhältnisse, wie sie hier aus Österbotten angefiihrt worden<br />
sind, kann man auf Åland leiclit studieren. Besonders im Schärenarchipel,<br />
wo sich die Verhältnisse besser iiberblicken lassen, fällt es oft in die Augen,<br />
wie die niedrigeren Teile der Inseln von einer tippigen Ivaubwiesenvegetation<br />
eingenommen sind, während diese an den Anhöhen hinauf — audi wo das<br />
Krdreich noch tief ist — i miner schwächer wird. Vielerorts haben Reiser<br />
{Vaccinnmi Myrtillus) sich in wechselnder IVIenge eingenistet und den Kräuter-<br />
und Gräserwuchs beeinträchtigt. Bisweilen sind die friiher herrschenden<br />
Ivaubhölzer durch die Fi elite ersetzt. Im Schärenarchipel mit seinen<br />
verschieden hoch ûber das IMeer hinausragenden Inseln lässt sich diese Entwicklung<br />
der Vegetation leicht verfolgen und fiir die einzehien Fälle rekonstruieren.<br />
Die Schären, die sich eben ûber das Meer erhoben haben, weisen<br />
in der Regel, sofern es die Beschaffenheit des Bodens erlaubt, eine artenreiche<br />
I'lora auf. Kine ähnliche liat offenbar einmal auch manche der höheren Teile<br />
und Gipfel der höheren Inseln eingenommen, als diese sich ûber das Meer<br />
erhoben und dem Pflanzenwuchs dieselben Bedingungen wie die heutigen<br />
pflanzenreichen Schären boten. Sie ist jetzt oft ganz ausgetilgt, aber sogar<br />
wo mit den Jahren Nadelwald herrschend geworden ist und die Schären ZLI<br />
grösseren Inseln verwachsen sind, kann man bisweilen auf kleineren 1'lecken<br />
Arten antreffen, die sich gegenûber der Umgebung ganz frenid ausnehmen<br />
und als Relikte aus einer vergangenen Zeit zu betrachten sind, wo ihr<br />
Siedelplatz eine unbedeiitende Schäre oder eiiivStrand war. Die Schwarzerlen,<br />
denen mau oft an etwas sumpfigen Stellen in Fichtenwald hoch oben auf<br />
Land begegnet, sind ganz sicher Abköninilinge von denen, die einmal die<br />
Ufer der Schären gesäumt oder Bestandteile ihrer Laubholzvegetation gebildet<br />
haben. Dies ist wohl oft der Fall mit den Gruppen von Filipendula<br />
Ulmaria, die man nicht selten in einer Vertiefung im Fichtenwald findet,<br />
und mit vielen anderen Arten.<br />
1) In diesem Zusanmienhang sci das folgende \'erhalten bcachtet. In Nadelwald,<br />
besonders auf fruclitbarerem Boden, sielit man auf Åland allgemein, wie<br />
auf lyiclitungen, wo B ämne gehauen oder umgeweht worden sind, Gruppen von<br />
Arten auftreten (z. B. Melica nutans, Poa nemoralis, Car ex pallescens, Ranunculus<br />
acris, Lathyrus pratensis, Geranium silvaticum. Prunella vulgaris, Galium
ACTA I}()TANICA FKNNICA 1, X:o 1 75<br />
Ks scheint, als habe man bei der pflanzengeograpliischen Krörterung vcrhältnismässig<br />
wenig mit einer im Lauf der Zeit vor sich gehendeii Verarmung<br />
des Bodens gerechnet — aiisser in einigen Fallen, wo diese Auslaugung<br />
selir deutlich und schnell gewesen ist. (Siehe in dieseni Zusammenhang<br />
DRUDE 1913, S. 200. )<br />
Auslaugung als Ursaclie einer Vegetationsveränderung setzen beispielsweise<br />
WARMING und GRAEBNER in folgendem Fall voraus (1918, S. 922):<br />
»lu einer Reihe von Jahrluinderten ist die Calliina-H^xåe in Däneniark und<br />
Norddentschland auf Kosten der Wälder vorgedrungen. Jiitland war friiher<br />
von Eichenwäldern bedeckt, kaum jedoch ein zusaninienliängender Wald, die<br />
Liineburger Ileide trug Kielien-, Buclien- iind Älischwälder; jetzt sind die Eichengestriippe<br />
der Heiden fast die einzigen Erinnerungszeichen des Waldes, Die<br />
Auslaugung der oberen Schichten des Bodens durch die Niederschläge muss<br />
zuerst einen ziemlich liohen Grad erreiclit haben, wenn die Ivrneuerung des Waldes<br />
verhindert wird und die C alinna-llciåe an seine Stelle tritt. (Graebner 1895,<br />
1896, 1901; vergl. auch Kap. 86). Dann wirken andere Faktoren oft plötzlich<br />
der Heide den Sieg verschaffend ein. — — »<br />
Aucli CAJANDER lenkt in verschiedenen vScliriften die Aufmerksamkeit<br />
auf eine allmählich vor sich gehende Verarmung des Bodens. So sagt er in<br />
einem Vortrag (»F\)rstlich-geographische Ubersicht Finnlands», 1923 S. 5):<br />
»]SIit dem Sehneeschmelz- und dem Regenwasser, das iiberall von den höher<br />
gelegenen Partien in die tiefer gelegenen abrinnt und schliesslich zum grossen<br />
Teil in die Fliisse gelangt, folgen Mengen sowohl gelöster Stoffe als fein suspendierter<br />
Bodenpartikelchen. Durch diesen Prozess, welcher Jahrtausende hindurch<br />
vor sich gegangen ist, hat nicht nur eine allgemeine, wahrscheinHch nicht<br />
weniger bedeutende W^rarnumg der Böden als durch die sog. Auswaschung<br />
stattgefuuden, sondern es ist dadurch auch eine Differenzierung der Böden in<br />
der liinsicht hervorgerufen worden, dass die Wasserscheidegegenden verarmt,<br />
die Flusstäler angereichert worden sind. Wo die Verhältnisse sonst gleich sind,<br />
sind die Flusstäler im allgemeinen fruchtbarer als die Wasserscheiden. »<br />
boreale u. a.), die nicht dem umgebenden Wald angehören, sondern eigentlich<br />
in I^aubwäldern oder auf Wiesen zuhause sind. Ich hatte mir friiher gedacht,<br />
dass diese Arten Pioniere einer äusserst schnell eindringenden Vegetation seien,<br />
fiir die die neugeschaffcuen Siedelplätze geeignet sind. Jetzt diuikt es mich jedoch<br />
wahrscheinlicher, dass man im Gegenteil in den meisten Fallen vor Resten<br />
einer friiher herrschenden Laubwald- eder I/aubwiesenvegetation steht, die<br />
durch den Nadelwald im grossen mid ganzen erstickt worden ist, von der sich<br />
aber Spuren durch ihre unterirdischen Organe mit Zähigkeit behauptet haben<br />
mid denen bei Aushieben neue Aussichten zur F^ntwicklung geboten worden<br />
sind. Dieses Verhalten scheint eines Studiums wert zu sein, um den Zeitraum<br />
festzustellen, während dessen verschiedene Arten mit wesentlich unterirdischem<br />
Le ben auszuhalten vermögen.
7(3 A. Palmgren, Die Arteiizahl als pflanzeiige ographisclier Charaktcf<br />
In eineni anderen, ungefähr gleichzeitig gehaltenen Vortrag »Uber die<br />
Verteilung des fruclitbaren Bodens in Finnland und iiber den Einfluss<br />
dieser Verteilung auf die wirtscliaftliclien Verliältnisse ini Ivande» (1923,<br />
S. 13) kommt CAJANDER auf die Frage zuriick. Sie ist von ihm schon friiher<br />
beriicksichligt worden in »Metsänhoidon perusteet. I. Kasvibiologian ja<br />
kasvimaantieteen pääpiirteet» (Handbucli des \\'aldbaues. I. Grundzuge der<br />
Pflanzenbiologie und Pflanzengeographie), 1916, S. 147, 488. — In einer vor<br />
einigen Jahren erschienenen Arbeit hat AIJEK (Moorforschungen in den<br />
Vaaragebieten von Kuusamo und Kuolajärvi, 1922, S. 363), auf Grund von<br />
Torfmooruntersuchungen fiir Kuusamo und Kuolajärvi-Iyappland eine<br />
bedeutende Verschlechterung der Bonitätsverhältn:'sse in postglazialer Zeit<br />
konstatiert.<br />
Icli sehe niich nieht in der Lage, hier näher fausser beiläufig in Kap. IV,<br />
5, S. 113) auf die Frage der gegend- oder stellenweise erfolgenden Verarmung<br />
des Bodens einzugehen. Diese Frage besitzt besonders in Gebieten mit<br />
wenig verwitternden Felsarten offenbarein erhebliches pflanzengeographisehes<br />
Interesse.<br />
Bei der Krwägung der pflanzengeographischen Bedeutung der säkularen<br />
Landhebung ist auch nicht zu vergessen, dass diese Landhebung einen recht<br />
bedeutenden Einfluss auf den Ivandschaftscharakter und daher auch indirekt<br />
auf die Vegetation gewonnen hat. So ist das stark gebrochene Relief der åländisehen<br />
Landschaft durch das langsame Emporsteigen der Landoberfläche<br />
aus dem IVIecre, nicht in dem Grade, wie es sonst der Fall gewesen wäre, durch<br />
marine und fluviatile Einwirkung eingeebnet vvorden (siehe S. 9 des kurzen<br />
illustrativen Textes von H. HAUSEN ZU dem Kartenblatt Nio 10 im Atlas<br />
von Finnland, 1910, Ålands och Åbo skärgård. 1. Geografisk översikt och<br />
geomorfologiska betraktelser). Mit der sukzessiven Landhebung steht offen<br />
bar bis zu einem gewissen Grad auch der Umstand in Zusammenhang, dass<br />
in Åland fast vollständig Uferabstiirze von dem Typus fehlen, die beispielsweise<br />
an den sudlichen Kusten der Ostsee mancherorts so stark hervortreten<br />
und durch ihre offene Vegetation niancher seltenen Art eine Freistätte schenken.<br />
Wenn ich hier geltend gemacht habe, dass die seit Jahrtausenden vor<br />
sich gehende Landhebung von bedeutendem Einfluss auf die Gestaltung der<br />
Flora und nicht am wenigstens auf ihren Artenreichtum und die Verteilung<br />
ihrer Arten gewesen ist, so sei, um Missverständnissen vorzubeugen, ausdriicklich<br />
betont, dass ich hierbei nicht den selbstverständlichen Einfluss gemeint<br />
habe, den der Zuwachs des Landareals ausgeiibt hat; dass dieser Zuwachs<br />
an sich erhöhte Möglichkeiten fiir eine artenreiche Flora mit sich ge-
ACTA I}()TANICA FKNNICA 1, X:o 1 77<br />
bracht hat, liegt ja durchaiis in der Natur der Sache. Idi meine also vor alleni<br />
die Bediiigiingeii fur die Entwicklung der Flora, die mit der sukzessiven Entstehung<br />
des Ivandgewinns einhergegangen sind. Hätte Aland innerhalb einer<br />
relativ kurzen Zeit zu Anfang der lyandhebung die ganze Oberfläche,<br />
woriiber die Ivandschaft heute verfiigt, zur Besäung dargeboten, so hätte seine<br />
Flora sicher einen wesentlich anderen Charakter gehabt als jetzt. Das tragende<br />
IMoment ist gerade das Sukzessive dieser Entstehung von neuem Land,<br />
das ständige Vorhandensein fiir die Besäung freien Bodens gewesen.<br />
Das ständige Hinzukommen neuen Isandes hat fiir Åland, wie fiir Fennoscandia<br />
iiberhaupt, einen um so grösseren Einfluss gewonnen, als das Klinia<br />
während der Zeit, wo sich das Ivand aus deni Meere erhob, von erheblichen<br />
Veränderungen betroffen worden ist. So hat Åland fiir die Einwanderung<br />
von Pflanzen neuen Boden zur Verfûgung gehabt während der atlantischen<br />
Période mit ihrem insularen, wärmeren Kiima, während der subborealen<br />
Période mit ihrem kontinentalen Kiima bei trockenen und warmen Sommern,<br />
während der subatlantischen mit ihrem feuchteren und kiihleren Kiima<br />
sowie während des darauf wieder folgenden und noch herrschenden gùnstigeren<br />
Klimas. — Noch ein Umstand ist zu beachten, Jeder Teil des åländischen<br />
Ivandareals hat wälirend einer gewissen Zeit eine Strandpartie dargestellt.<br />
Es sind also fiir alle Arten, deren Ausbreitung durch Vermittlung des Wassers<br />
oder durch dessen Nälie begiinstigt worden ist, die Voraussetzungen, jeden<br />
Teil der Landschaft zu erreichen, vorhanden gewesen. Verbreitungskarten<br />
fiir die selteneren Arten scheinen auch anzudeuten, dass diese Möglichkeit<br />
ausgenutzt worden ist. Fast jeder Teil von Fasta Åland zählt so einen oder<br />
den anderen Repräsentanten dieser Gruppe.<br />
Die Frage des neuen lyandes und seiner sukzessiven Bewachsung ist bei<br />
den Pflanzengeographen immer auf Intéressé gestossen. t)ber sie kann man<br />
sich daher leicht aus den fiihrenden Handbiichern orientieren. Sehen wir<br />
z. B. nach, was das neueste von diesen (Eug. Warmings Lehrbuch der ökologischen<br />
Pflanzeiigeographie, Dritte umgearbeitete Auflage von EUG. WARMING<br />
und P. GRAEBNER, 1914—1918) bei der Behandlung der Frage einleitungsweise<br />
sagt. Im fiinften Abschnitt (Der Kampf zwischen den 1'flanzenvereinen)<br />
wird das Kapitel »Geogene Veränderungen; neuer Boden» mit folgenden<br />
Worten eingeleitet (S. 898):<br />
»Wenn irgendwo ein neuer Boden auftritt, so wird er bald von Pflanzen erobcrt.<br />
Es ist selir auzieliend, die weitere Entwicklung der Vegetation in allén<br />
ihren Pliasen zu verfolgen. Man wird Zeuge einer langen Reihe von Kampfen<br />
zwischen den nacheinänder einwandeniden Arten; diese Kämpfe werden bisweilen<br />
erst in vielen Jahrzelinten einen relativen Abschluss erreichcn.
GG A. Palmgren, Die Artenzalil als pflanzeiigeographischer Cliaraktcr<br />
Neuer Boden wird nameiitlich an folgenden vStellen gebiidet: an den<br />
Kiisten, wo das Meer neiies Material herbeifiihrt, an den Flitssmiindnngen, in<br />
den Flussbetten selbst und in den Gewässcrn, wo lierabgescliweninite Massen<br />
oder die Reste der Pflanzen abgelagert werden, dnrcli die Tätigkeit der Gletscher,<br />
durch herabstixrzende Gesteinsmassen, durch vulkanische Ausbriiche,<br />
durch Feuer, das die alte Vegetation verzehrt, ferner durch verscliiedene Bingriffe<br />
des Menschen, besonders da, wo bebautes I,and sich selbst iiberlassen<br />
wird usw. In den letzten Fallen ist der Boden nicht in demselben Masse neu<br />
wie in den ersten; er ist nicht steril, sondern schliesst mehr oder weniger Samen,<br />
Rhizome und andere Pflanzenteile ein,<br />
Geogene Ändenmgen können im iibrigen sowohl sehr plötzliche, als sehr<br />
langsame, vielleicht säkulare sein; im letzten Falle sind sie oft schwer zu beobachten,<br />
und die eingreifenden Faktoren treten weniger deutlich hervor. Es<br />
niögen Beispiele beider hier angefiihrt werden.»<br />
Neues lyund wird in vielen Formen zu neuer Bewaclisung dargeboten.<br />
WARMING wie andere Autoren beleuchten die verschiedenen Fälle durch<br />
Beispiele und Iviteratiirhinweise. Die gegenwärtig vielerorts stattfindende säkulare<br />
lyandliebung wird dabei nicht beruhrt. Ihre Ivangsamkeit bewirkt, dass<br />
ihr Einfluss schwer zu iiberblicken und daher iibersehen worden ist.<br />
Ks ist, wie kauni zu leiignen sein wird, recht be me rke ns we rt, dass die vor<br />
sich gehende säkulare Landhebung in der Pflanzengeographie keine nennenswerte<br />
Beachtung gefunden hat:<br />
Es ist hierbei audi zu beachten, dass das neue Land, welches durch die<br />
säkulare Landhebung aus dem Meere aufsteigt, nur teilweise mit dem neugewonnenen<br />
offenen Gelände vergleiclibar ist, das gewöhnlich in der pflanzengeographischen<br />
Diskussion mit Neiiland gemeint ist. Nur bei sehr weithinaus<br />
seichten Ufern und ganz besonders, wo sehr flache Inseln aus dem Meer emportauchen,<br />
kommt wirklich offenes Gelände in bedeutendereru Areal zum<br />
Vorschein. In den meisten P^ällen wird das aus dem Meere gehobene Land sukzessiv<br />
von der auswärts nach dem Landgewinn hindrängenden friiheren Vegetation<br />
eingenommen mid tritt also in geringem Älasse als wirkliches offenes Land<br />
auf. Wo hinwieder an sehr weithinaus flachen Ufern nennenswerte Flächen<br />
offenen Geländes entstehen, .sind sie ja bloss fiir eine geringe Anzahl von Uferpflanzen<br />
disponibel. Man darf aber nicht iibersehen, dass das Land, das heute<br />
dièse (vielleicht geschlo.ssene) Ufervegetation trägt, mit der fortdauernden<br />
Landhebung immer weniger geeignet fiir dieselbe wird, dagegen aber geeigiaet<br />
fiir Arten, die höher gelegenen Ståndorten angehören. Das neue Land wird mithin<br />
recht bald (bei der auf Åland herrschenden Landhebung und bei dem<br />
dortigen Salzgehalt (fiVoo—5,5"/oo) des Meeres schon nach kaum hundert Jahren)<br />
einer grösseren Anzahl von den Arten der Gegend geeignete Standorte bieten,<br />
wo sich keinesfalls eine schwerere Konkurrenz seitens der friiheren Vegetation<br />
geltend macht. Das neue Land bietet also audi in dieser Ilinsicht ähnliche<br />
Bedingungen wie ein offenes Gelände.
ACTA BOTAXICA FIvNNICA 1, N:o I 79<br />
Im grossen ganzen gibt es ja nur da, wo sich neiies lyand entblösst, eine<br />
Mögliclikeit zu Verscliiebungen i ni Areal der Arten, also auch bessere Voraussetziingen,<br />
beispielsweise die Ausbreitungsbedingungen der Arten zu studieren.<br />
Im grossen ganzen trägt ja die Vegetation auf der Krde gegenwärtig<br />
den Charakter eines gewissen Gleichgewichts. Die vor sich gehende säkulare<br />
Landhebung hietet ein timfangreiches Arheitsfeld f Ur Studien iiber die Wanderung<br />
der Arten und die sukzessive Entwicklnng der Pjlanzendecke.<br />
Dass die säkulare Landliebung als pflanzengeographisches Arbeitsfeld der<br />
Aufmerksamkeit fast ganz entgangen ist, ist auch im Hinblick darauf bemerkenswert,<br />
dass sie von beträchtlicliem Effekt und von augenscheinlichem<br />
Kinfluss auf die Flora in bedeutenden Teilen Fennoscandias ist, wo sich ja<br />
schon lange ein lebhaftes Intéressé fur pflanzengeographische Fragen gel-<br />
Einige Zitate scheinen die Sache zu beleuchten:<br />
A. De CANDOI.uî schreibt 1855, S, 802 imter der Rubrik »De l'ensemble des<br />
faits de naturalisation»: »Ainsi, plus on remonte la chaîne des temps, plus les<br />
naturalisations devaient être rares. Avant l'apparition de l'espèce humaine dans<br />
un pays, elles étaient excessivement rares. Les différentes Flores ont eu alors une<br />
époque de vie locale, presque sans mélange d'un continent à l'autre et d'une île<br />
à une terre voisine. Cependant, à une époque beaucoup plus reculée, les conditions<br />
physiques et géographiques étant différentes, certaines causes de transport<br />
auraient eu plus d'importance, et des causes maintenant insignifiantes<br />
ont pu jouer un grand rôle.»<br />
DRUDE (1890, vS. 100) imter »Ausbreitungstrieb, Wanderungsvermögen,<br />
Schrauken der Wanderung»: »So hat der Ausbreitungstrieb in der sich selbst<br />
iiberla.ssenen und gleichbleibenden Natur selten Gelegenheit, im grossen JMassstabe<br />
wirksame Ausbreitung zu erzielen, da sich unter gleichbleibenden äusseren<br />
Verhältnissen die Arten mit ihrem gegenseitigen Kampfe in eine Art von<br />
Gleichgewicht eingestellt haben, welches den Eindnick einer wirkhchen stationären<br />
Ruhe hervorruft, während thatsäclilich sich ein steter Wechsel der Anordnung<br />
im kleinsteu Masse offenbart und dadurch Zeugnis von dem Vorhandensein<br />
eines stillen Kampfes um den vStandort gibt.»<br />
ENGI.ER (1913, S. 221): »Aus diesem Grunde sehen wir gegenwärtig freiwillige<br />
An.siedlung von Pflanzen fast nur da, wo entweder ein offenes noch nicht<br />
besiedeltes Gelände (vSanddiinen, Sandbänke, sandige Flussufer, Flussgeröll.<br />
Geröllhalden im Gebirge, Morönenschutt, Lava, Vulkanasche, umgepfliigtes<br />
Land) sich darbietet, oder wo durch Anderung von Grundwasserverhältnissen,<br />
durch Aussaugung des Bodens, iiberhaupt durch allmähhche Änderung der<br />
physikahschen Bodenverhältnisse die Entwicklung der eingesessenen Bewohner<br />
eines Geländes allmähhch geschwächt worden ist.» — — — — »Wenn wir<br />
von den Pflanzen der offenen Formationen ab.sehen, so nimmt unter gewöhnlichen<br />
Verhältnissen das Areal einer Sippe selten zu; aber in der Vergangenheit<br />
sind mehrfach Änderungen eingetreten, welche neues Land fiir Besiedelung<br />
schufen.»
80 A. Palmgren, Die Arteiizahl als pflaiizcngeograpliisclier Charakter<br />
tend gemacht hat. Die Entwicklung der Vegetation iind die Wanderung der<br />
Arien hat hier im Lauf der Zeit nicht ohne Einfluss seitens dieses ständigen<br />
Vorrats an neuem Land vor sich gehen können.<br />
Dass die säkulare Ivandhebung von der Pflanzengeograph-'e vernachlässigt<br />
vvorden ist, ist jedoch vielleicht am auffälligsten im Hinblick daratif, dass<br />
die pflanzengeographisclie Diskussion in vielen bedeutungsvollen Punkten,<br />
in bezug auf die Entwicklung der Flora in vielen Gegenden der Erde, mit eineni<br />
während friiherer Zeitperioden erfolgten Wechsel zwischen Meer und<br />
Ivand als einwirkendem j\Ioment gerechnet hat. Alle disse Erörterungen<br />
und Hypothesen miissen ja an Klarheit gewinnen, wenn man auf Beobachtungen<br />
und Erfahrungen aus einer in diesem AugetibUck vor sich gehenden Strandverschiebung<br />
hinweisen kann. In dieser Hinsicht bietet Åland, wie auch<br />
die Kusten des Bottnischen Meerbusens, ein reiches Arbeitsfekl. Der<br />
Umstand, dass es im Gebiet von Åland einen Schärenarchipel gibt, macht<br />
das Arbeitsfeld um so ergiebiger. Das Alter der einzelnen Inseln kann recht<br />
genau bestimmt werden. Neue Inseln steigen nach wie vor aus dem Meere<br />
auf. Es ist hier also Gelegenheit, alle Stufen des Werdegangs einer Vegetation<br />
zu verfolgen, um festzustellen, wieviel Zeit fiir die Entstehung einer gewissen<br />
Vegetation erforderlich ist, u. ä.<br />
\Vir wollen diesem zuletzt angedeuteten Umstand eine etwas eingehendere<br />
prälitninäre Aufmerksamkeit widmen.<br />
Oben wurde beriicksichtigt, dass man in manchen Fällen in der sukzessiven<br />
Entstehung neuen Landes mit einem Faktor gerechnet hat, der mächtig<br />
auf die Gestaltung der Vegetation und Flora eingewirkt hat innerhalb Gebiete,<br />
wo eine solche negative Strandverschiebung vor sich gegangen ist. Auf dem<br />
neuen Land haben fiir neu entstandene Formen vielfach unter andereni<br />
Bedingungen dazu vorgelegen, sich ohne Konkurrenz mit den älteren verwandten<br />
Formen einen Siedelplatz zu erkämpfen und sich weiter zu entwickeln<br />
und zu differenzieren. In seinen einfûhrenden »Leitenden Ideen>> zu dem »"Ver-<br />
1) ScilRÖTER gibt (1913, S. 907) folgende Zusammenfassiuig der »Geogenen<br />
Faktoren» (unter »die florengescliichtlichen Bedingungen»):<br />
»1) Geogene Faktoren: Veränderungen in der festen und fliissigen Erdrinde:<br />
Hebung und Senkung des Landes, Entstehen mid Vergehen von Landbriicken<br />
und Inseln, Transgressionen des Meeres, Austrocknen von Binnenscen, Vorstoss<br />
oder Riickzug von Eisbedeckungen, Ilebmig und Abtragung von Gebirgen, die<br />
Erscheinungen des Erosionszyklus, das Sinken oder Steigen des Grundwasserspiegels,<br />
Entstehung von besiedelbarein Neuland, lange dauernde Isolierung<br />
eines Gebietes.»
ACTA BOTAXICA FICNXICA 1, X:o 1 8 7<br />
such einer Entwicklungsgescliichte der Pflanzenwelt, insbesondere der Florengebiete<br />
seit der Tertiärzeit» schreibt diesbeziiglicli KNGLER (I Theil, 1879,<br />
S. IX):<br />
A<br />
»6. Xamentlich ist es von Wichtigkeit, weiin durcli Riickgang des Wassers<br />
Oder von Gletschern oder audi durch Ilebung eines Landes neues Terrain eröffnet<br />
wird, auf deni sich die Formen der benachbarten Gebiete ansiedeln können<br />
nnd ihre neugebildeten Varietäten Platz zur Kntvvickking vorfinden.»<br />
In der hierauf folgenden Darstellung weist dann ENGLER an mehreren<br />
Stellen auf eine in ferner Zeit erfolgte Landhebung als bedeutungsvoll einwirkendes<br />
Moment bei der Ivntwicklung der Vegetation bin. Als sehr<br />
lehrreiches Beispiel kann die westaustralische Flora erwähnt werden. Folgendes<br />
Zitat erscheint repräsentativ (II. Theil, 1882, S. 131):<br />
»Wie die Veronicen auf dem von Eis frei gegebenen Terrain Neu-Seelands<br />
cin freies Feld fur Fortpflanzung von Varietäten und Artenbildung vorfanden,<br />
wie das auf vulkanischem Wege gebildete neue Land der Sandwich-Inseln der<br />
zahlreichen X'achkommenscliaft von fremden Ankömnilingen ein Asyl darbot,<br />
so war den genannten Typen in Australien inimer nielir Terrain durch das Zuriickweichen<br />
des Meeres eröffuet, von dem sie um so ungestörter Besitz ergreifen<br />
konnten, als die klimatischen Verhältnisse sie von den ein feuchteres Khma<br />
liebenden Mitbewerbern isolirten. Die geologischen Thatsachen, welche beweisen,<br />
dass Westaustralien einst eine Insel war und sich später durch Zuriickweichen<br />
des Wassers vergrösserte, namentlich aber ein trockneres, viele Pflanzengruppen<br />
ausschliessendes, demzufolge andere begiinstigendes Klima bekam,<br />
werde ich im nächsten Kapitel im Zusammenhang mit andern jieologischen<br />
Fragen besprechen.»<br />
tjber die Sandvvichinseln schreibt derselbe Forscher (a. a. O., S. 127):<br />
»Die wesentlichste Bedingung fiir die Weiterentwicklmig eines Theiles der<br />
durch Orkane herangewehten oder durch Vögel herbeigetragenen Samen war<br />
auf den Sandwich-Inselu vorhanden, nämlich offenes Terrain: .»<br />
In gewisser Hinsicht analög hat zur Entwicklung der Hochgebirgsflora<br />
der Umstand beigetragen, dass sich bei der Bildung der Gebirge der Vegetation<br />
beständig neues offenes Land dargeboten hat. In dem »Versuch einer<br />
Entwicklungsgeschichte der Pflanzenwelt» (I. Theil, vS. 89) finden wir den<br />
folgenden beleuchtenden Ausspruch:<br />
»Wenn 2 von einander entfernte Gebirgssysteme wie etwa die Alpen und<br />
82 A. Palmgren, Die Artenzalil als pflauzengeograpliisclier Charakter<br />
die Hebung des Landes ist aber audi iiielir Fläche geschaffeii, das urspriingliche<br />
Gleichgewicht, welches unter den Pflanzen des iiiclit geliobeiien Terrains hestand,<br />
wird in älniliclier Weise gestört, als wenn ein Land durcli Anstrocknen<br />
einer grossen Meeresbuclit vergrössert wird, Wälirend vor der Hebung von den<br />
entstehenden Varietäten nur wenige zur Entwicklung gelangten inid die absterbenden<br />
Exemplare durch solche ersetzt waren, welche in gleicher Weise den örtlichen<br />
Verhältnissen angepasst waren, war jetzt in dein gehobenen Lande audi<br />
nodi Platz fiir andere Varietäten. Bei der Mannigfaltigkeit der ICxistenzbedingungen,<br />
die nun in deni gehobenen Gebirge schon durch die Verschiedenlieit<br />
der Exposition und die verschiedene Feuchtigkeit gegebeii waren, konnten<br />
von den -in Gesellschaft der Stanimarten entstandeneii Varietäten iiielir als<br />
fruher zur lintwicklung gelangen. So niussteii also an den Grenzen, welche<br />
den eiiizelnen Arten in ihrer Verbreitung nach oben gezogen waren, neue, später<br />
zu Arten werdende Varietäten entstehen, die. befähigt waren, in noch<br />
höheren Regionen zu existireii, oder solche, die bei der alhiiähhg fortschreitenden<br />
Hebung des Gebirges wenigstens nicht herabzusteigen brauchten. Das<br />
Resultat dieser theoretischen Betrachtung ist, dass in dcii ersten Gebirgen die<br />
Pflanzen der höheren Regionen in verwandtschaftlicher Beziehuiig zu denen<br />
der niedern Regionen stehen niussten.»<br />
Ziir weiteren Beleuchtung der Rolle, die ENGLER deni neuen Land fiir die<br />
Entwicklung der Vegetation beiinisst, sei hier noch folgende Äusserung iiber<br />
Ceylon, Japan und Neuseeland wiedergegeben, iiber Gebiete also, wo neues<br />
Land nicht in grösserem Umfang entstanden ist (IT, S. 134; die vSperrung<br />
ist von mir):<br />
»Ceylon und Japan sind Gebiete, welche entschieden den Charakter ihrer<br />
Flora seit der Entwicklung der Angiospernien nur wenig geändert haben, sie<br />
sind beide deni Festlaiid verhältnissniässig nahe gelegen; es konnten daher viel<br />
ofter Keinie continentaler Pflanzen dahin gelangen; kliniatische Aeiiderungen<br />
waren hier geringer, als auf deni Festland, die älteren Tyjien konnten sidi<br />
bier leiditer erhalten, als ihre den kliniatischen Aenderungen auf deni Continent<br />
ausgesetzten Verwandten. Da auf diesen Inseln unbesiedeltes Land in geringerem<br />
Maasse vorhanden war und Neuland sick nur wenig bildete, so konnien<br />
aiich nur wenige Typen zu reicherer \Veiterentwicklung gelangen.<br />
Neu-Seeland ist offenbar ein altes Land, die Möglidikeit eines eheniahgen<br />
Zusanimenhanges mit den antarktischen lyändern oder ini Norden mit Ostaustralien<br />
will ich hier nicht discutiren. Veränderungen haben hier entschieden<br />
stattgefunden, denn die einstige grössere Ausdehnuiig der Gletscher ist nicht<br />
wegzuleugnen. Die Folge davon war, dass einzelne die Gebirge bewohnende<br />
Gattungeii, wie Veronica, Ranunculus, Cehnisia, Olearia, Coprosma, eine grössere<br />
Anzahl von Arten entwickelten; von den endeinischen Gattungen jedoch<br />
sind audi hier nur wenige zu einer grösseren Anzahl von Arten gelangt, wie<br />
in Japan und Ceylon. Die geologischen Verhältnisse zeigen, dass hier ausser<br />
dem vulkanischen Terrain nur wenig neues Land gebildet wurde, das tertiäre<br />
Gebiet ist nur auf der Siidinsel etwas stärker vertreten.»
ACTA liOTAXICA FICXXICA I, X:o I 'Jl<br />
Kin Analogon — wenn audi in anspruchsloser Form — zu den hier vorausgesetzten<br />
Verhältnissen, die in vergangener Zeit einen weitreichenden Kinfluss<br />
auf die Kntwicklung der Vegetation ausgeiibt haben miissen, scheint<br />
man heitte in weiten Teilen Fennoscandias in der säkularen lyandhebung zu<br />
haben. Auch hier hat sich entblösst und entblösst sich immer noch neues<br />
Land, das anfangs fiir die Arten der Meeresufer und später, jenachdem sich<br />
das Ivand gehoben hat, auch fiir die Arten anderer Standortstypen geeignet<br />
ist. Ber Umstand, dass es hier stellenweise einen Schärenarchipel gibt und dass<br />
das heutige Festland in friiheren Zeitperioden das Stadium eines Schärenarchipels<br />
durchgemacht hat, bringt es ausserdem mit sich und hat es auch friiher<br />
mit sich gebracht, dass sich die Vegetation in ausgedehntem Masse in<br />
voneinander in gewissem Sinn isolierten Gebieten weiterentwickelt hat. In<br />
Pennoscandia miissen also infolge der Landhebmig gute Bedingungen fiir die<br />
Ausbildung neucr Formen innerhalh entwickhmgskräftiger Gattungen vorhanden<br />
gewesen sein. Fine solche I'ormenbildung ist ja auch vor sich gegangen, so<br />
nanientlich in den Gattungen Hieracium, Taraxacum imd Rosa. Ks scheint<br />
offenbar zu sein, dass sie jedenfalls von der in Fennoscandia während<br />
Jahrtausenden erfolgten Landhebung begiinstigt worden ist, ähnlich wie sie<br />
in den mitteleuropäischen Alpen in den dort herrschenden Verhältnissen<br />
gunstige Bedingungen gefunden hat.<br />
In bezug auf die Gattung Hieracium sei hier bemerkt, wie beispielsweise<br />
Finnland, dessen erste Bewachsung nach der Fiszeit kaum mehr als G—7<br />
Tausend Jahre vor Ch. zuriickgeht, eine sehr formenreiche Hicracium-V\ox^<br />
niit niehreren progressiven endemischen Arten von sehr beschränkter Verbreitung,<br />
einige mit Vorkommen an einer einzigen Ivokalität, aufweist. Man<br />
hat hier Gelegenheit, das Resultat einer Artenbildung in einer späten Zeitperiode<br />
zu studieren, in einer Periode, die recht genaue Zeitbestimmimgen<br />
hinsichtlich des Alters des Geländes und damit in vielen Fällcn auch in betreff<br />
der Entstehung der neugebildeten Formen ermöglicht. Aber hier muss sich daneben<br />
fiir einen Systematiker eine gute Gelegenheit zum Studium der noch heutigentages<br />
offenbar andauernd vor sich gehenden Differenzieriing bieten. Hieriiber<br />
seien an dieser Stelle nur einige andeutende Worte gesagt.<br />
Macht man sich auf Åland an ein eingehendes Studium mancher Piloselloi-<br />
^^«-Formen sowie auch Formen von Rigida und Oreadeae, so findet man, dass<br />
innerhalb einer und derselben Art oft auf verschiedenen Inseln und in verschiedenen<br />
Teilen der Landschaft beträchtliche Variationen herrschen. Eine<br />
Formensystematisierung der Rangstufe, mit der der Systematiker i m allgenieinen<br />
operiert, ist hier in vielen Fallen ganz unmöglich. Die Differenzen<br />
sind zu gering und unsicher, aber der Spezialist kann nicht umhin, sie zu
8 t A, Palmgren, Die Artenzalil als ])flanzenge(>graphisclier Cliarakter<br />
beachten. Es ist nicht unwahrscheinlicli, dass man hier vor Ansätzen einer<br />
ktinftigen Differenzieruiig steht. — Das hier vorgebrachte Problem wird in<br />
einer späteren Studie zu erneuter Behandlung aiifgenommen werden.<br />
Auf die Frage der Landhebung werde ich i m folgenden Kapitel zuriickkommen.<br />
Mehr auf Kinzelheiten wird bei einer späteren Gelegenheit eingegangen<br />
werden.<br />
Nur ein Umstand sei hier aber doch noch beriicksichtigt. Ich meine den<br />
augenscheinlich sehr bedeutenden Einfluss der Landhebung auf die Gestaltung<br />
der Ufervegelation.<br />
Da hier von der Neubildung systeniatischer Formen in der Gattuug Hieracium<br />
vuid von den Bedingiuigen dazu die Rede gewesen ist, scheint es am<br />
Platze, die Aufmerksamkeit daravif zu lenken, dass diese Formenbildimg in<br />
Filmland stark audi durch die friiher im Lande herrschenden Bodenkulturverhältnisse<br />
begiinstigt worden ist.<br />
Die Hauptsiedelplätze eines grossen Teils der Piloselloidea-Vonimn sind die<br />
sog. naturlichen Wiesen gewesen. Diese sind durch Kntwässerung annioorigen<br />
Geländes oder durch Abholzuug der Baumbestände entstanden. Sie umfassten<br />
friiher bedeutende Areale. An diesen ununterbrochen ncu gewonnenen Stand<br />
orten haben die Piloselloidea-Vonwan, die wahrscheinlich vor der Gewinnnng dieser<br />
Wiesen verhältnismässig wenig zahlreich waren und ein recht spärliches<br />
\'orkommen hatten (wie es immer noch in Gegenden der Fall ist, die weniger<br />
von der Kultur beriihrt sind), einen sehr geeigneten Siedelplatz und gunstige<br />
Vorbedingnngen zur Differenzierung gefunden; vgl. J. P. NORRIJN: Suomen<br />
keltanot (Ilieracia florae feunicae, ex A. J. MEI^A, Suomen Kasvio edit. V, quam<br />
cura vit A. K. CAJANDER, 190G, S. 616). Sowohl der Formen als der Individuenreichtum<br />
ist hier sehr gross.<br />
Während der letzten Jahrzelmte hat die Bodenkultur in einem grossen Teil<br />
des Landes einen bedeutenden Aufschwung genomnicn. Die »naturlichen Wiesen»<br />
sind unter den Pflug gekommen. Damit lebt auch ihre Hïeracium-Ycgetation<br />
ini grossen ganzen nur noch in der ICrinnerung fort. Viele von den Ar<br />
ten, die auf diesen natUrlichen Wiesen gewachsen sind, sind sehrselten, auf ein<br />
gewisses uatiirliches pflanzengeographisches Gebiet des Landes oder auf ein<br />
einzehies Kirchspiel oder nur auf eine einzelne Lokalität beschränkt gewesen.<br />
Fs ist daher höchst wahrscheinlich, dass manche von ihnen jetzt eingegangen<br />
sind. Fiir diese Aunahme sprechen sehr wahrscheiuliche Griinde. Unter den<br />
Gegenden, in denen NORRUN seine bedeutungsvollsten hieraciologischen Untersuchungen<br />
ausgefiihrt hat, befinden sich die Unigebungen des siidlichen<br />
Päijänne und des Vesijärvi (Kirchspiele Hollola und Asikkala) sowie das Kirchspiel<br />
Korpilahti einige Meilen siidhch von der Stadt Jyväskylä. Nach den Anweisungen<br />
NORRI^INS habe ich in den Sonimern 1915 und 1916 hier verge bens<br />
nach mehreren der von ihm uuterschiedenen Formen gesucht. Ihre alten Siedelplätze<br />
sind zum beträchthchen Teil kultivierte Äcker und Wiesen, Von dem<br />
einst herrschenden Individuenreichtum waren vielerorts höchstens noch Spuren<br />
zu konstatieren.
ACTA IU)TANICA FENNICA I, N:o 1 85<br />
Bei der auf Åland herrschenden I^andhebung vvird es kauni melir als eiii<br />
Jahrhundert daiiern, bis eine gevvisse Uferpartie, die heute die ersten Möglichkeiten<br />
fiir eine Bewachsimg bietet, sich schon in deni Grad liber den Wasserspiegel<br />
erhoben hat, dass sie die erste geschlossene Baunivegetation {Alnns<br />
glutmosa) aufnehnien kann. 1st das Ufer auf weite Strecken sanftansteigend,<br />
was auf Åland wie an den Kiisten Finnlands iiberhaupt oft der Fall ist, so<br />
werden diese hundert Jahre an dem betreffenden Platz einen Weclisel von vielen<br />
verschiedenen Gesellschaften sehen (auf Scliwemmboden meistens zuerst<br />
mit dominerender Triglochin maritimum, dann mit tonangebender Scirpus unigiumis,<br />
darauf Jtmciis Gerardi, nach diesem Festnca rubra und schliesslich oft<br />
Sesleria coentlea; wo der Meeresboden steinig ist, verscliiedene andere Assoziationen).<br />
Da die ökologischen Bedingungen an dem Ufer sich also sukzessiv<br />
verändern und das Alter dei eigentlichen Ufervegetation (siehe S. 78) an<br />
einem gegebenen Platz kauni nennenswert ein Jahrhundert iibersteigen<br />
wird, diirfte das Ufer der im allgcmeinen mit den Jahren erfolgenden Stahilisicnmg<br />
der P/lanzendecke keine grösseren Anssichte'n hieten. Diese wird<br />
daller auch an den verschiedenen Ufern — sowolil in bezug auf die Arten als<br />
audi auf deren Zahl — auffallende Unterschiede zeigen. Diese Unterschiede<br />
können schon in ganz beschränkten Gebieten, nicht selten schon auf derselben<br />
Insel frappant werden und erscheinen in einem Gebiete von der Ausdehnung<br />
wie Åland höchst bedeutend. Ich verweise auf eine in x\usarbeitung befindliche<br />
Studie iiber die Ufervegetation.<br />
4- Die Schärcnlandschaftsnatur eines Gcbietes als pflanzcngeographischer<br />
Faktor.<br />
Da Åland ein auf allén Seiten vom Meer umgebenes, dazu tief eingeschnittenes<br />
I^and mit einem umgebenden, an Inseln und Schären reichen Archipel<br />
darstellt, ergibt sich eine erheblich grössere Länge der Uferkonturen,<br />
als sie im allgemeinen entsprechende Areale von Kiistengelände aufweisen.<br />
Die Bedingungen, nicht nur fiir alle eigentlichen Strandgewächse, sondern<br />
auch fiir alle aus einer oder der anderen Veranlassung an die Nähe des Meeres<br />
gebundenen Arten (vgl. S. 114), Fuss zu fassen und sich auszubreiten, sind<br />
also auf Åland verhältnismässig sehr vorteilhaft. Dies muss selbstverständhch<br />
in der augenfälligsten Weise alle Arten mit beschränkterer Ausbreitungskapazität,<br />
d. h. iiberhaupt alle seltenen Arten begiinstigen. Die Schärenlandschaftsnatur<br />
Ålands erhält ganz natiirlich um so mehr Bedeutung, als sich<br />
•nnerhalb der Landschaft eine beträchtliche Landhebung geltend macht. Diese<br />
besagt ja in einer Schärenlandschaft einen um so beträchtlicheren Ivandgewinn.
8() /i. Palmgren, Die Artenzalil als pflaiizengeographischcr Cliarakter<br />
Kine so stark zerschnittene Schärenlandschaft wie Åland, dazu mit einer<br />
bedeutenden Landhebung, stellt in der Tat eine recht vereinzelt dastehende<br />
Erscheinung dar. Sie zeigt der Pflanzengeographie einen selten wiederkehrenden<br />
Fall von sukzessi ver und regelniässiger, sehr unifangreicher Entblössung<br />
neuen Ivandes (s. vorherg. Kapitel).<br />
Es ist kauni zu bezweifeln, dass die Scliärenlandschaftsnatur Ålands aut<br />
dessen Artenreichtum sowie auf die Frequenz vieler einzelnen Arten eingewirkt<br />
hat. Wiirde die gesamte Kiistenkontur einigemale reduziert und sich<br />
dadurch der bei entsprechenden Kiistenarealen gewöhnlichen an I^änge nähern,<br />
so wären daniit offenbar manche seltenen Arten, die jetzt auf die Kiiste<br />
beschränkt sind, nicht vorhanden oder wenigstens äusserst selten. Wir können<br />
folgende spärlich vorkommenden Arten nennen:<br />
Scirpus rtifus Orchis mascida Lepidium latifoliiim<br />
Carex atenaria Herminium monorchis Corydalis intermedia<br />
C. norvegica Cephalanihera longifolia Agrimonia odorata<br />
C. oryiiihopus Snaeda maritima Geranium columbimim<br />
C. extensa Salsola Kali Mercurialis perennis<br />
C. distans Sagina maritima Samolus Valerandi<br />
Juncns balticus Honkenya peploides Calysiegia sepium<br />
Melandrium viscosurn Campanula latifolia<br />
Allium ursiniim Cakile maritima Eupatorium cannabinum<br />
Der Einfluss, den die Schärenlandschaftsnatur Ålands auf dessen Vegetation<br />
und Flora ausgeiibt hat, lässt sich jedoch in keiner Weise mit Hilfe von<br />
irgendwelchen Pflanzcnverzeichnissen messen. Es wird weiter unten (S. 113)<br />
gezeigt werden, wie auf Åland innerhalb der Ivaubwiesenvegetation eine bedeutende<br />
Anzahl von Arten vorzugsweise oder nur im Schärenarchipel oder<br />
an der Kiiste, aus einer oder der anderen Ursache also an die Kiiste gebunden,<br />
auftritt. Bedeutend kleiner ist die Zahl der Arten, die vor allem oder ausschliesslich<br />
den inneren Teilen des Landes angehören. Die Artenzahl — auch<br />
ahgesehen von den reinen Sirandpflanzen— ist auf Åland in der Regel am grössten<br />
an der Kiiste. Dies ist ein hemerkenswertes Verhalten, das Beachtung verdient.<br />
Es scheint auch ausser/ialb Ålands ausgedehnte Giiltigkeit zu besitzen. Dass<br />
gerade das Kiistenareal auf Åland so aussergewöhnlich aiisgedehnt ist, hat also<br />
1) Eine fesselnde Schilderung des Schärenarchipels von Åland und Åbo,<br />
von dessen Tektonik und den geologischen Grundlagen seiner Entstehung liefert<br />
Ii, HAUSEN in dem Text zu dem Kartenblatt N:o 10 des Atlas von Finnland,<br />
1910, »Ålands och Åbo skärgård. 1. Geografisk öfversikt och geoniorphologiska<br />
betraktelser» (S. 1—9).<br />
2) Wegen der eventuellen Ursacheu dazu s. S. 115—116.
ACTA BOTAXICA FICNXICA 1, X:o 1 8 7<br />
notwendigenveise f order nd au f die Frequenz recht zahlreicher Arten einwirkcn<br />
milssen und hat infolgedessen audi dazu heigetragen, der Vegetation auch in<br />
den einzelnen Teilen der Landschaft ihren artenreichen Charakter zu gehen. In<br />
(1er Tat ist es auffällig, wie auf Åland eine ganze Reihe in entsprechenden<br />
kliniatischen Gebieten tiberliaiipt seltene und spärlich auftretende Klemente<br />
mit iiberraschend hoher Frequenz anzutreffen sind.<br />
Auch in der Hinsicht kann die Schärenlandschaftsnatur Ålands einen Kinfluss<br />
ausgeiibt haben, dass die trennenden Gewässer — während des Winters<br />
eisbedeckte Flächen — die Ausbreitung mancher Arten begiinstigt haben<br />
mögen.<br />
Wenn man erwägt, welchen Kinfluss die Schärenlandschaftsnatur Ålands<br />
auf die Gestaltung seiner Vegetation ausiibt und in friiherer 2^it ausgeiibt<br />
hat, darf man schliesslich nicht iibersehen, dass die Kiistenkonturen der Ivandschaft<br />
(wie auch weiter Teile von Fennoscandia) während der vor sich<br />
gehenden Landhebung bedeutende Veränderungen erlitten haben. Bei der<br />
Kupiertheit und iiber weite Strecken tiefen I^age der I^andschaft braucht man<br />
sich das Wasserniveau nicht mehr als einige wenige Aleter iiber dem gegenwärtigen<br />
zu denken, und die Kiistenkontur der I^andschaft wird bedeutende<br />
Veränderungen zeigen. So ist es beispielsweise nicht viele Jahrhunderte her,<br />
dass eine Wasserstrasse (jetzt niedrige Wiesen, Laubwiesen und Bodenkulturen)<br />
zwischen der Postad-Föhrde (Postad-fjärd) und der Gegend uin<br />
Kungsö in Jomala Fasta Åland in zwei Teile teilte. Auch die am weitesten<br />
vom Aleeresufer entlegenen Teile der Landschaft haben vor gar nicht so vielen<br />
Jahrhunderten Strandpartien mit Salzwasser gehabt. Allés dies ist nicht<br />
zuletzt bei der Erörterung der Bedingungen fur die Ausbreitung der Pflanzen<br />
zu beachten. (Siehe in diesem Zusanimenhang die Darstellung S. 16.)<br />
Ich habe friiher in dieser Schrift (S. 15—IG) und vorher in meinen Studien<br />
liber die I^aubwiesen (1915—1917, S. 480—481, G15 = 1922 B, S. 4—5, 118<br />
—119) und iiber die Entfernung als pflanzengeographischen Faktor (1921, S.<br />
21—24) die Aufmerksamkeit auf die in vieler Hinsicht einzigartigen, aber<br />
im grossen ganzen vernachlässigten Voraussetzungen gelenkt, die eine Schärenlandschaft<br />
der pflanzengeographischen Forschung bietet. ^) Die beiden genann-<br />
1) 111 den Laubwaesenstudien des Verf. wird 1917, S. 615 = 1922 B. S. 118,<br />
hcrvorgehoben:<br />
»Fiir ein solches exaktes Studium der Frequenz der einzelnen Arten und der<br />
wirklichen Artkoiubination unter gewissen vorliandenen Bedingungen könnte<br />
es kaum cinen geeigneteren Ausgaiigspunkt geben als eine Schärenarchipellandscliaft<br />
wie Åland. Wohl abgegreiizte, zu Ausgangspunkten gceignete Gcbiete<br />
finden sich nänilich hier in grosser Meiige, und, wie S. 4( = 481) liervorge-
88 A. Palmgren, Die Arteiizalil als pflaiizengeograpliischer Charakter<br />
ten Studien wie auch die vorliegende haben dieses Arbeitsfeld audi einigermassen<br />
auszunutzen versucht. Es bleibt noch viel zu tun, und es ist meine<br />
Hoffnung, in absehbarer Zukunft neue Resultate vorlegen zu können. Dabei<br />
werde ich versuchen, auch aus anderen Gesichtspunkten als den bisher beachteten<br />
von dem Zeugnis des Schärenarcliipels zu lernen.<br />
Die åländische Schärenlandschaft, wie der Schärenarchipel Fennoscandias<br />
iiberhaupt, liegt so nalie bei deni näclisten Festland, dass sicli ihre Vegetation<br />
und Flora offenbar ini grossen ganzen nach denselben Gesetzen wie<br />
dort entwickelt liaben. Dass sich zugunsten dieses Schärenarcliipels infolge<br />
der säkularen lyandhebung sukzessiv neues Terrain entblösst hat, muss jedoch<br />
wohl dem Ganzen ein gewisses spezifisches Gepräge verliehen haben.<br />
Ebenso bewirkt der Umstand, dass man in dem Schärenarchipel mit der Zusammensetzung<br />
der Flora und Vegetation auf relativ klcinen und dazu wohlnmgrenzten<br />
Gebieten operieren kann, dass die Forschung sich hier Vorzùge<br />
ähnlich denen zunutze machen wird, welche dazu beigetragen haben, die<br />
Erforschung der Pflanzenwelt der ozcanischen Inseln so verlockend zu machen.<br />
Ich denke beispielsweise an das begrenzte Areal dieser ozeanischen<br />
Inseln, an ihr beziiglich der Zahl der Formen in der Regel stark beschränktes<br />
und daher leichter iibersehbares Artenmaterial. Ich habe weiter die Zeugnisse<br />
i m Auge, die sie ûber die Wanderungen und die Wanderungskapazität<br />
der Arten liefern, ailes Dinge, die zwar auf den Kontinenten niehr oder weniger<br />
Entsprechendes haben, aber dort schwieriger zu beobachten sind, weil<br />
es da solche scharfen Begrenzungen der Gebiete wie bei den Inseln nicht gibt.<br />
Offenbar wird auch das Studium eines Schärenarchipels wie des åländischen<br />
dazu beitragen, auch iiber die Entstehung und Art der Flora der ozeanischen<br />
Inseln lyicht zu verbreiten. Entsprechende Erscheinungen — wenn auch in<br />
gewisser Hinsicht im Kleinen und in gewisser Beziehung nur im Werden —<br />
zeigen sich auf den grösseren und kleineren Inseln des Schärenarchipels in<br />
grosser Ausdehnung. Ich werde in einer späteren Studie auf diesen Gegenstand<br />
zuriickkommen.<br />
lioben wurde, sind die Gebiete von sehr wechselndeni Umfang, abcr nicht so<br />
bedeutend, dass nicht eine exakte Erforschimg derselben möglich wäre. Sowohl<br />
in der hier beriihrten Hinsicht wie ganz sicher fiir die Lösung manchet<br />
anderen pflanzengeographischen Frage, beispielsweise von Fragen nach der<br />
Wanderung der Arten, bietet unser Land mit seinem einzig dastehenden Schärenarchipel<br />
spezifische Ausgangspunkte, die von uns nicht mibeachtet gelassen<br />
werden diirfen. Die Landhebiinq, die diesem Schärenarchipel andauernd<br />
neiies Land znfiihrt, trågt weiter dazu bei, ihre Voranssetzung in der bezeichneten<br />
Hinsicht zu erhöhenA
ACTA HOTANieA FIvXXICA 1, N:o 1<br />
5. Der mosaikarlig zersplltterte Landschaftscharakter als wirksamer Faktor.<br />
Nocli sei aiif einen Umstand aufmerksain gemaclit, der ganz gewiss bei<br />
der Kntwicklung der Flora Ålands eine bedeutende Rolle gespielt hat, der<br />
aber sicher schwer durch exakte Beispiele zu beleitchten ist. Da mein Material<br />
auch vorläufig noch unvollständig ist, will die folgende Darstelhing niir eine<br />
kurze Andeutung geben und dadiirch zu einer näheren Untersuchung der<br />
Frage auffordern.<br />
Die Bedeuttmg des hinreicheiiden Vorhandenseins geeigneter Standortc.<br />
Vergleiclit man die Frequenz der Arten in zwei Gebieten, wo sich giinstige<br />
Standorte in verschiedenem Grade darbieten, so findet man fur mehrere Arten,<br />
zunächst fur die selteneren, dass die Zahl der Fundorte in den beiden Gebieten<br />
nxht in derselben Proportion zu der Zahl der geeigneten Standorte<br />
steht. Vielmelir nimmt sie in stärkerer Progression als die Zahl dieser ab.<br />
Das Gesagte erscheint ganz natiirlich: Je geringer die Zahl geeigneter Standorte<br />
fiir eine Art ist, desto kleiner werden selbstverständlich fiir die Art die<br />
Aussichten, durch ihre Ausbreitungsmittel einen Siedelplatz zu finden. Die<br />
reduzierte Anzahl der Siedelplätze ist hinwieder ganz gewiss gleichbedeutend<br />
niit einer reduzierten Anzahl von Ausgangspunkten fiir ein andauerndes Vorriicken<br />
nach neuen Siedelplätzen und also mit ständig reduzierten Aussichten<br />
bei einem neuen Vorstoss. Eine gewisse Mindesizahl geeigneter Standorte<br />
dUrfte also in der Regel eine Vorausseizung fiir das Vorkommen einer Art in<br />
einem gewissen Gehiete hiiden.<br />
Zu dem Gesagten stimmt es, dass isolierte Siedelplätze in der Regel keine<br />
artenreiche Flora bieten. Ks ist ja auch ein von altersher beachtetes Verhalten,<br />
dass beispielsweise die Flora auf isolierten Bergen artenärmer ist als auf<br />
vergleichbaren Arealen innerhalb von Gebirgsketten. Die Flora der ozeanischen<br />
Inseln ist arm an Arten. Dasselbe gilt augenscheinlich von alleinliegenden<br />
Seen und alien anderen Standortstypen. F^s gilt nicht nur von Plätzen,<br />
die durch grosse Entfernungen isoliert sind; es gilt auch innerhalb stark begrenzter<br />
Gebiete.^) (Hier sei auf die Flora der Felsbuckel hingewiesen; s. S. 112.)<br />
Die wirkliche Artenarnuit hat man sich jedoch oft nicht klargemacht, da man<br />
Zur lîrhârtiuig des zuletzt Gesagten will ich präliminär auf die Flora der<br />
Moore in den åländischen vSchärenkirclispielen hinweisen. Die ]Moore sind hier<br />
gering an Zalil und ganz natiirlich i nbedeutend von Areal. Ihre W'getation<br />
1st auch durch eine ausserordentliclie Artenarnmt gekennzeiclmet im \x'rgleich<br />
zu dem an Mooren reichen Fasta Åland. ICinzelne Arton dominieren viel liäufiger<br />
in der Pflanzcndecke.
GG A. Palmgren, Die Artenzalil als pflanzeiigeographischer Cliaraktcr<br />
im allgenieinen mehr die positiven Vorkoinninisse, besonders ungewöhnliche,<br />
aninerkt als das, was fehlt, ziinial wo es sich uni häufige Arten handelt. Das<br />
fiir die Behandlung der Frage verfiigbare Material ist daher unbedeutend.<br />
Zu der Jiohcn Artenzahl Ålands hat ganz gewiss heigetragen, dass es fiir die<br />
Mehrzahl der Arten einen giUcn ttnd teilweise recht gleichmässigen Vorratangeeigneten<br />
Siedelplätzen gibt.<br />
Die Bedctitung wechsehider Standortsverhältnisse fiir eine artenreiche Flora.<br />
Was oben iiber die Bedeiitung eines geniigenden Vorrats an geeigneten<br />
Siedelplätzen fiir die Ausbreitiing einer Art gesagt worden ist, leitet ungesiicht<br />
zii eineni anderen hiermit zusatnmenhängendenlJmstand iiber. Ichmeine<br />
die Bedeutung wechselnder Standortsverhältnisse fiir eine artenreiche Flora.<br />
Plierbei ist selbstredend nicht an das blosse Vorkommen von geeigneten<br />
Ståndorten fiir diejenigen Arten gedacht, welche Voraiissetzungen ziiui Sesshaftwerden<br />
innerhalb des Gebiets besitzen können. Das scheint eine ganz<br />
selbstverständliche Voraiissetzung zu sein.^) Ich ziele darauf, dass sich die<br />
Voraussetzungen fiir eine artenreiche Flora in dem Grade vermehren, wie das<br />
fiir eine Art geeignete Areal innerhalb des Gebietes in kleinere Flecken zersplittert,<br />
also nicht zusammenhängend ist, mit anderen Worten, wie die<br />
Natur abvvechslungsreich ist.<br />
Die Richtigkeit des Gesagten tritt auf Åland vielerorts hervor. \Vo die<br />
verschiedenen Standortstypen innerhalb eines Gebietes grössere zusammenliängende<br />
Areale einnehmen, wo es also eine kleinere Zahl vvenn auch in bezug<br />
auf die Grosse bedeutenderer Standorte desselben Typus gibt, da ist der<br />
Artenreichtum geringer als innerhalb eines gleich grossen und im iibrigen<br />
entsprechenden Gebietes, wo sich eine grössere Zersplitterung der verschiedenen<br />
Standortsareale geltend macht. Es ist begreiflicherweise nicht leicht,<br />
In niehreren Scliriften liat JACCARD die Beziehung zwischen der Artenzahl<br />
und den ökologischen Bedingungen erörtert, so z. B. 1900 (S. 130):<br />
»T,a richesse en espèces, et surtout la proportion des espèces spéciales à un seul<br />
des territoires comparés, est sensiblement proportionnée à la variété des conditions<br />
biologiques.»<br />
In der Schrift von 1902 (A) lesen wir (S. 77): »C'est presque un lieu commun<br />
d'avancer que la flore d'une région accidentée à substratum complexe est plus<br />
riche que celle d'un territoire uniforme, mais je n'aurais jamais supposé a priori<br />
qu'il existât, entre la richesse florale et la diversité biologique d'une contrée, une<br />
relation étroite, presque mathématique, ainsi que j'ai réussi à l'établir par l'étude<br />
phytostatique de quelques régions des Alpes.», sowie S. 75: »La richesse florale<br />
d'une contrée est directement proportionnelle à la diversité de ses conditions<br />
oecologiques.» (l'ngefâhr mit denselben Worten S. 79 u. 122; s. auch S. 82 u. 85).
ACTA liOTAXICA FICXXICA I, X:o I 'Jl<br />
ein Verhalten von der relativen Natur wie das hier dargelegte durch Tatsachen<br />
zu erhärten, und ich beschränkte mich darauf, diesmal nur die Aufmerksaiiikeit<br />
auf den Tatbestand zu lenken.^)<br />
Ich denke mir die Sache folgendermassen.<br />
Wo das fiir eine Art geeignete Areal in viele kleinere Stiicke zersphttert<br />
ist, da hat diese vergleichsweise gute Aussichten, einen der Plätze zu<br />
erreichen, bevor sie ganz von anderen Arten besetzt worden sind. Ein<br />
gliicklicher Zufall hat hier einen bedeutenden Spielraum. Wo hinwieder<br />
das Areal auf eine kleinere Anzahl Flächen verteilt ist, da haben die auf<br />
einer Fläche zuerst angesiedelten Arten gute Aussichten, durch vegetative<br />
Oder generative Vermehrung das ganze geeignete Terrain in Besitz zu<br />
nehnien, bevor die iibrigen Aspiranten von ihren mehr oder weniger entfernten<br />
Siedelplätzen zu dieser Fläche gelangt sind. Ich weise darauf hin,<br />
wie sich die Vegetation iiber solche weiten gleichartigen Flächen hin<br />
oft sehr einheitlich und artenarni gestaltet, trotzdem das Terrain fiir viele<br />
andere Arten, die dazu vielleicht in der Nachbarschaft andere ähnliche<br />
Flächen einnehnien, geeignet ist. — Auch insofern ist die grössere Zersplitterung<br />
der verschiedenen Standortstypen bedeutungsvoll geworden, als<br />
in grösserer Anzahl allerhand Zwischenformen zwischen diesen Typen entstanden<br />
sind, mit anderen Worten eine grössere Mannigfaltigkeit von Kombinationen<br />
mit verschiedenen Lebensbedingungen geschaffen worden ist.<br />
Ein Land mit stärker wechselnden, ich rnöchte sagen mehr mosaikartig wechselnden<br />
Naturverhälinissen als Åland giht es kaiim. Auch in dieser Hinsicht<br />
sind die Voraitssetzungen fiir eine artenreiche Flora giinstige gewesen.<br />
Den schärfsten Gegensatz zu Åland bietet in der hier berûhrten Hinsicht<br />
z. B. das österbottnische Kustengebiet. Vielleicht haben wir hier eins von<br />
den Momenten, welche die artenarme Flora des letzteren erklären. Dass die<br />
von einer artenreichen Flora entfernte Lage offenbar auch von ICinfluss gewesen<br />
ist, ist 1917, S. 629 ( = 1922 B, S. 131) hervorgehoben worden.<br />
Ks ist benierkenswert, dass die zentralereu Teile des Kirclispiels Jomala<br />
trotz des Vorliandenseins geeigneter I^okalitâten reellt viele Arten vermissen<br />
lassen, die in den uniliegenden Teilen der Landschaft melir oder minder reichlich<br />
vorkommen und auch in den Kustengegenden des Kirclispiels anzutreffen<br />
sind. Vielleicht liegt die Ursacheliierzuteilweiseiii dem Umstaiid, dass das Kirchspiel<br />
Jomala beträelitliclien Teilen nacli fiir åländische Verliältnisse relativ wenig<br />
hiigelig ist. Mögliclierweise hat auch die Tatsaclie eiiigewirkt, dass das Meer<br />
verhältnisiiiässig wenig in das fragliche Kirclispiel einschneidet und dass dies —<br />
lin Ilinblick auf das weniger bewegte Terrain — auch in vergangeiieii Zeiteii wenig<br />
der Fall gewesen ist. Fiir manche Arten sind also die Einwanderungsmöglichkeiten<br />
vielleicht imgunstigere gewesen als in angrenzcnden Teilen der Landschaft.
IV.<br />
Einige Zuge der Verteilung der Arten auf Aland und die<br />
wahrscheinlichen Ursachen dazu.<br />
Eine eingehende Kenntnis der Frequenz der Arten und der Weise ihrer Verteilung<br />
innerhalb eines bestimmten Gebietes muss in vieler Hinsicht von Interesse<br />
sein. Schon die Tatsaclie an sich fesselt den Botaniker. Die Verbreitungsverhältnisse<br />
einer Art stellen einen der Ausdriicke ilires Wesens dar.<br />
Die Feststellung dieser Verhältnisse ist fiir den Botaniker, was die Aufzeiclinung<br />
der gescliichtlichen Tatsachen fur den Historiker ist. Sie bedeutet fiir<br />
die Zukunft die Festhaltung eines Florenbildes, das sich mit der Zeit verändert.<br />
Aber das Material hat audi ein tieferes Interesse. Es fixiert in gewisseni<br />
Umfang, in welchem relativen Grad die einzelnen Arten von den herrschenden<br />
klimatischen und edaphischen Verhältnissen begiinstigt werden. Es<br />
veranschaulicht gewissermassen ihre relative Ausbreitungskapazität; also<br />
ihre relativen Stärkenverhältnisse im Kampf um den Rauni. Es muss<br />
also auch einen wertvollen Ausgangspunkt fiir die Priifung der Ausbreitungsweise,<br />
der Ausbreitungswege der einzelnen Arten, ilirer eventuellen<br />
Aussichten zu fortgesetzter Ausbreitung liefern. Wo sich eine Art an einer<br />
ihren Grenzlinien befindet, muss dies einen I^eitfaden zur Beurteilung der Ursachen<br />
ihres Aufhörens daselbst geben (siehe S. 102).<br />
Um dem oben hervorgehobenen Zweck dienen zu können, muss das Material<br />
sehr gross, planmässig gesammelt und gleichförmig sein. Wo eine Ungleichrnässigkeit<br />
in der Verbreitung notiert wird, muss sicher festgestellt sein,<br />
dass eine solche wirklich vorl:'egt, nicht bloss ein Versehen bei der Einsammlung<br />
des Materials, wie es so oft der Fall ist. Ein IMaterial, das in dieser Hinsicht<br />
recht grossen Anforderungen geniigt, besitze ich fiir die åländische Eaubwiesenvegetation<br />
und Strandvegetation. Die Zahl der aufgezeichneten Fundorte<br />
iibersteigt fiir eine beträchtliche Menge Arten 200. Auch fiir die Nadel-<br />
1) Siehe meine Studien von 1915, S. 41; 1917, S. 484-48G = 1922 B, S. 7-9;<br />
1921, S. 32.
ACTA ROTANICA FIvXXICA 1, X;o I 93<br />
waldvegetatioii liegt (1922) ein recht vollst audi ges Material vor, wiewohl<br />
nicht von deniselben Umfaiig wie fiir die viel abweclislungsreicheren<br />
I/aubwiesen. Fiir andere Formationen sind noch Ergänzungen erforderlich.<br />
Die Grundziige der \^erbreitung der Arten gehen jedocli schon aus nieinen<br />
Aufzeichniingen liervor.<br />
Unten folgt eine Durcliniusterung der Verbreitungsverliältnisse der Arten<br />
auf Åland, wobei vor allem die I^aubwiesenvegetation eingehender betrachtet<br />
werden soil.<br />
I. Glelchmässig verbreitete Arten.<br />
a. Die Lauhwiesenvegetatioii.<br />
Von den 324 Arten der Ivaubwiesenvegetation sind 142 = 43,8 % ini ganzen<br />
gleichniässig imd melir oder weniger allgemein iiber die ganze I^andschaft<br />
verbreitet. Jede dieser Arten ist ans sämtliclien Kirchspielen aufgezeichnet<br />
2) und zwar in eineni (kad, der zu der Zahl geeigneter Standorte<br />
in gleichein Verliältnis stelit. Diese Arten sind also von den in dem Gebiet<br />
herrsehenden Klima- und Standortsverhältnissen begiinstigt. Ihre Ausbreitungskapazität<br />
ist offenbar stark. Die Arten sind:<br />
Bei den Studien iiber die Laubwiesenvegetation (1915—1917) sind die<br />
Karchspiele Kunilinge und Brändö nicht beriicksichtigt worden (vgl. 1915, S. 1).<br />
^) Wie aus nieiner Studie »Die Entferuung als pflanzengeographischer Faktor»<br />
(S. 56, 71) liervorgelit, ist die Einteilung Ålands in Kirchspiele ini grossen<br />
ganzen anch geograpliisch wohl niotiviert.<br />
Es ist zu ervvälmen, da.ss es ansser den initenstehenden Arten verschiedene<br />
andere gibt, die auf Åland häufig sind und seine Vegetation charakterisieren;<br />
sie sind nicht in das Verzeichnis aufgenoninien, weil ihre Frequenz in einem<br />
oder dem anderen Gebiet geringer als in den iibrigen ist. Es sei bemerkt, dass schon<br />
meine Studie »Die Entfernung als pflanzengeographischer Faktor» (1921, S. 75)<br />
18G Arten mit Vorkommen in sämthchen Kirchspielen aufzählt. — Unter den<br />
untenstehenden Arten gibt es selbstverständhch viele verschiedene Frequenzgrade.<br />
Indes gehört es nicht zum Programni dieser Studie, hierauf einzugehen.<br />
Ich werde in einer späteren komplettierenden Beliandlung der Vegetation der<br />
Uaubwiesen zu der L'orage zuriickkehren. Eine Einteilung nach der Frequenz<br />
wird schon in meinen Uaubwiesenstudien (1915 — 1917, S 510 — 517 = 1922 B,<br />
S. 29 — 34) gegeben; sie bezieht sich jedoch nur auf die Sch aren kirchspiele Kökar,<br />
Föglö, Lemland und den Nordwestlichen Schärenarchipel und bedarf fiir<br />
die I/andschaft als Ganzes der Vervollständigimg.
11 f) A. Palmgren, Die Arteiizahl als pflanzengeograpliischer Cliarakter<br />
Arten mit gleicJmiässiger<br />
Verbreitung.<br />
J uni pe y us communis<br />
Populiis tremula<br />
Salix peniandra<br />
S. caprea<br />
S. cinerea<br />
S. aurita<br />
S. nigricans<br />
A nthoxanthum odoraiiim<br />
Milium effusum<br />
Agrostis vulgaris<br />
Aira caespitosa<br />
A. flexuosa<br />
Avena pubescens<br />
Triodia decumhens<br />
Melica nutans<br />
Briza media<br />
Cystopteris fragilis<br />
Dryopteris Filix mas<br />
Dr. spinulosa<br />
Athyrium Filix femina<br />
Polypodium vulgäre<br />
Ophioglossiim vulgatiim<br />
Botrychiiim Lunaria<br />
Allium oleracetnn<br />
Majanthemum bifolium<br />
Polygonatum odoratum<br />
Convallaria majalis<br />
Paris quadrifolia<br />
Orchis maculata<br />
Platanthera bifolia<br />
Listera ovala<br />
Rumex Acetosa<br />
R. Acetosella<br />
Stellaria graminea<br />
Corylus avellana<br />
Almis rotundifolia<br />
Ribes alpinum<br />
Sorbus Atccuparia<br />
Rubus idaeus<br />
Rosa glauca<br />
Dactylis glomerata<br />
Poa irivialis<br />
P. pratensis<br />
P. nernoralis<br />
Festuca rubra<br />
F. ovina<br />
Bromus mollis<br />
Nardus stricta<br />
Scirpus panciflorus<br />
Cerastium vulgäre<br />
C. semidecandrum<br />
Moehringia trinervia<br />
Arenaria serpyllifolia<br />
Viscaria vulgaris<br />
Site ne mit an s<br />
Dian/hus deltoides<br />
Ranunculus auricomus<br />
R. acris<br />
R. polyanthemns<br />
R. bulbosus<br />
Draba verna<br />
Stenophragma thalianum<br />
Arabis hirsuta<br />
Sedum maximum<br />
S. album<br />
S. acre<br />
Rubus saxatilis<br />
Rosa canina<br />
R. coriifolia /j<br />
R. mollis V<br />
Prunus Pa dll s<br />
Rhammis cathartica<br />
Fraxinus excelsior<br />
Carex muricata (coll.;<br />
C. leporina<br />
C. Goodenowii<br />
C. pilulifera<br />
C. pallescens<br />
C. panicea<br />
Luzula pilosa<br />
L. campestris<br />
L. multiflora<br />
Fragaria vesca<br />
Potentilla argentea<br />
P. verna<br />
P. erecta<br />
Geum urbanum<br />
G. rivale<br />
Filipendula Uimaria<br />
F. hexapetala<br />
Agrimonia Eupatoria<br />
Tri f oli uni repens<br />
Tr. arven se<br />
Tr. pratense<br />
Tr. medium<br />
Vicia (etrasperma<br />
V. Cracca<br />
Lathyrus pratensis<br />
Geranium sangriineum<br />
G. silvaticuni<br />
1) In cleni uiiteiisteheiulen Verzeichiiis sincl aucli eiiiige Arten entlialten,<br />
die im Schärenarchipel etwas häufiger sind als auf Fasta Aland. Davon abgesehen<br />
ist ilire Verbreitung gleichmässig. — Zieht man aneli die Kirelispiele Kunilinge<br />
und Brändö in Betracht, so fallen die vmten genannten Arten weg:<br />
Salix pentandra<br />
S. cinerea<br />
S. nigricans<br />
Rosa glauca?<br />
Athyrium Filix femina<br />
Listera ovata<br />
Sedum album<br />
Trifolium arvense<br />
Vicia tetrasperyna<br />
Polygala vulgaris<br />
Primula farinosa
ACTA BOTANICA FIvXXICA 1, X:o I 95<br />
Linum cathariicum<br />
Poly gala vulgaris<br />
Hypericum quadrangiil.<br />
Viola Riviniana<br />
V. canina<br />
Chamaenerium angustifol.<br />
Anthrisciis silvestvis<br />
Carum Carvi<br />
Pimpinella Saxifraga<br />
A ngelica silvestris<br />
Heracleum sibiricum<br />
Callima vulgaris<br />
Primula veris<br />
P. farinosa<br />
Lysimachia vulgaris<br />
Trientalis europaea<br />
Myosotis arvensis<br />
M. collina<br />
M. micranlha<br />
Prunella vulgaris<br />
Veronica serpyllifolia<br />
V. arvensis<br />
V. veryia<br />
V. Chamaedrys<br />
V. officinalis<br />
Melampyrum pratense<br />
M. silvaiicum<br />
Euphrasia officinalis<br />
Rliinanthus minor<br />
Planlago lanceolata<br />
Galium uliginosum<br />
G. boreale<br />
G. verum<br />
Campanula rotundifolia<br />
C. persicifolia<br />
Erigeron acris<br />
Antennaria dioica<br />
Achillea Millefolium<br />
Chrysanthemum Leucanth,<br />
Tanacetum vulgäre<br />
Centaurea Jacea<br />
Hieraciitm Pilosella<br />
Unter den obigen Arten kommen Bäume, Sträucher, Gräser unci Kräuter<br />
vor. Ks finden sich darunter Arten mit den verschiedensten Ausbreitungsweisen.<br />
Eine fesselnde Aufgabe wäre es, die Biologie dieser Arten näher zu<br />
erforsclien, um herauszufinden, weshalb gerade sie eine so grosse und so gleichniässige<br />
Verbreitung haben. Das Verhalten ist naturgemäss sehr kompliziert.<br />
Ganz sicher wird man fiir manche Arten eine sehr schnelle Ausbreitung als<br />
Ursache feststellen, also gute Aussichten, friihzeitig an einen disponiblen Siedelplatz<br />
zu gelangen, in anderen Fällen vielleicht eine geringere Schnelligkeit,<br />
aber grosse Möglichkeiten, in Konkurrenz mit anderen Arten Fuss zu<br />
fassen und sich zu behaupten. Dieses Problem muss ich fiir einen späteren<br />
Aufsatz ruhen lassen. Es sind die ungleichmässig verbreiteten Arten, die<br />
uns diesmal zunächst interessieren. Diese sind es, die Exponenten fiir das<br />
Wirken der pflanzengeographischen Faktoren darstellen.<br />
Von den oben aufgefiihrten Arten sind die meisten solche, die iiberhaupt<br />
in nahe gelegenen Gebieten mit den auf Åland herrschenden klimatischen<br />
Verhältnissen mehr oder weniger allgemein verbreitet sind. Sie ziehen begreiflicherweise<br />
weniger das Intéressé auf sich. Desto benierkenswerter ist<br />
es dagegen, dass Aland unter seinen am meisten und gleichmässigsten verbreiteten<br />
Arten mehrere zählt, die sich nur mit geringer Frequenz bis zum<br />
Festland erstrecken. Solche Arten sind: Rosa canina, Rkanmus cathartica,<br />
Fraxinus excelsior, Filipendtila hexapetala, Cerastium semidecandrum. Ranunculus<br />
bulhosus, Arabis hirsuta, Sediim album, Agrinionia Eupatoria, Geranium<br />
sanguineum, Polygala vulgaris. Primula farinosa.<br />
Um Missverständnissen vorzubeugen, muss hier noch ausdriicklich betont<br />
werden, dass hier oben nur Arten aufgezählt worden, die in dem ganzen Gebiet<br />
gleichniässig verbreitet sind. Zu den verbreiteteren Arten Ålands gehören
100 A. Palmgren, Die Arteiizalil als pflanzengeograplii.scher Char akter<br />
feriier eine bedeiitende Anzalil siidliche I'Ueniente. Sie sind iiidit in das<br />
Verzeichnis S. 94 aufgenommen, weil ilire Verbreitnng nicht in alien Teilen der<br />
Landschaft völlig gleichniässig ist (vgl. Fussnote S. 93). Solche Arten sind:<br />
Sorbiis jennica, Ruhus caesins, Sesleria coerulea, Carex pidicaris, Orchis<br />
sambucinns, Platanthera montana, Cardamine hirsuta, Saxifraga graniilata,<br />
Patentilla reptans, Helianthermim Chamaecistus, Cynanchum vincetoxicum,<br />
Clinopodinm vulgäre. Origanum vulgäre, Melampyriim cristatiirn. — Auch<br />
seien beispielsweise folgende Arten angemerkt, die zwar an melireren Stellen<br />
in Siidfinnland angetroffen werden, aber doch nicht annähernd mit derselben<br />
Frequenz und Dichtigkeit \vie auf Åland: Rosa glauca, R. coriifolia, R.<br />
mollis, Briza medta, Bromus mollis, Luziila campestris. Allium oleraceum,<br />
Trifolium arvense, Primula veris, Myosotis collina, Plantago lanceolata.<br />
b. Der Nadelwald.<br />
]vs ist nicht möglich, fiir die Nadelwälder Zahlen mitzuteilen, die den fur<br />
die lyaubwlesenvegetation gegebenen völlig entsprechen. Nadelwald fehlt<br />
in Kökar und ist in Sottunga und Föglö wesentlich auf mehr oder weniger<br />
felsige Böden beschränkt. Das Nadelwaldareal ist auch in den beiden letztgenannten<br />
Kirchspielen erheblich kleiner als in den iibrigen. Die Zalil der<br />
gleichmässig verbreiteten Arten (von Kökar abgesehen) ist daher gleichfalls<br />
geringer, als es augenscheinlich der Fall wäre, wenn sich Sottunga und Föglö<br />
in jeder Hinsicht mit den iibrigen Kirchspielen vergleichen liessen.<br />
In sämtHchen Kirchspielen (mit Ausnahme von Kökar) kommen recht<br />
gleichmässig verteilt folgende 19 von den auf 58 fixierten Arten des Nadelwalds<br />
vor (die mit eineni Sternchen versehenen sind schon als gleichmässig<br />
verbreitet in der Ivaubwiesenvegetation beriicksichtigt):<br />
Pinus silvestris *Aira flexuosa Listera cordata<br />
Picea Abies *Luznla pilosa *Rumex Acetosella<br />
*Jiiniperus communis * Viola Riviniana<br />
Dryopteris Phegopleris Pyrola unifiera<br />
Evipetrum nigrum Dr. Linneana *Trientalis europaea<br />
Vaccinium vitis idaea Pteridium aquiliniim Linnaea borealis<br />
V. Myrtillus *Majanthemum bifoliuni<br />
*Cailuna vulgaris<br />
1) Bei den Studien iiber die Vegetation der Nadelwälder sind (1922 A) Kunilinge<br />
und Brandö nicht beriicksichtigt worden. In Brandö komnit Nadelwald<br />
iiur auf einigen Inseln im nördlichsten Teil des Kirchspiels vor; in Kumlinge<br />
ist er (in Form von Kiefernwald) wesentlich auf felsiges Gelände beschränkt.
ACTA BOTAXICA FIvNNICiV 1, X:o I 97<br />
Von den obigen Arten kommen alle ausser Pyrola uniflora unci Liniiaea<br />
borealis auch in dem lyaubwiesengebiet Kökar vor.<br />
1st es schon schwierig, fiir die I^lora der Nadelwälder nacli denselben Grundsätzen<br />
wie fiir die Laubwiesenvegetation ein Verzeichnis iiber die wirklich<br />
gleichmässig verbreiteten Arten aufzustellen, so ist dies ähnlich mit der Flora<br />
der Ufer, IMoore und Seen der Fall. Das Vorkommen geeigneter Standorte<br />
ist nämlich fiir manche hierhergeliörigen Arten erheblich ungleichmässiger<br />
als fiir die Laubwiesenvegetation. Ich sehe daher auch von einem diesbeziiglichen<br />
Versuch ab.<br />
2. Nach Osten zu abnehmendc Frequenz; die Entfernung als wirksamcr Faktor.<br />
Wie oben ersichtlich geworden ist, zeigt annähernd die Hälfte von den<br />
Arten der Laubwiesenvegetation auf Åland eine gleichmässige und allgemeine<br />
Verbreitung. Fiir die iibrigen ist in einer oder der anderen Hinsicht eine<br />
Ungleichniässigkeit zu notieren.<br />
Bei einer beträchtlichen Anzahl von diesen, zunächst solchen von mehr<br />
siidländischem Gepräge, ergibt sich als gemeinsanier und bemerkenswerter<br />
Zug eine von Westen nach Osten abnehmende Frequenz, ein Verhalten, das<br />
fiir manche in einem vollständigen Aufhören schon eine kiirzere oder längere<br />
Strecke vor der Ostgrenze der Landschaft resultiert. T)ie.ser schon friiher (S.<br />
28 und 57) beriihrte Umstand ist Gegenstand und Ausgangspunkt meiner<br />
Studie »Die Entfernung als pflanzengeograph'scher Faktor-), 1921 gewesen,<br />
auf welche ich hier verweise. Der Sachverhalt sei an dieser Stelle nur mit<br />
einigen Worten beriicksichtigt.<br />
Diese nach Osten abnehmendc Frequenz kann kaum mit veränderten<br />
klimatischen Verhältnissen und auch nicht in erwähnenswertem Grad<br />
mit veränderten Standortsverhältnissen in Verbindung gebracht werden.<br />
Von den östlichen Kirchspielen weisen Föglö, Sottunga, Kökar und ganz besonders<br />
Kumliîige und Brandö eine sehr reich entwickelte Ivaubwiesenvegetation<br />
mit, wie es scheint, allén ]\Iöglichkeiten einer artcnreichen Flora auf.<br />
Sie bieten in dieser Hinsicht ebenso giinstige, teilweise giinstigere Bedingungen<br />
als im Durchschnitt die westlichen Kirchspiele. Die östlichen Kirch-<br />
Ivs sei hier bemerkt, dass das Areal der lyaubwiesenvegetation in den geiiannten<br />
Kirchspielen auf alle Fälle bcdeutender ist als in dem Kirchspiel I^emlaud,<br />
welches nebst Jomala die grösste Artenzahl aufweist. lyaubwiesenvegetation<br />
ist in Lemland vor allom in dem westlichen Schärenarchipel zu finden; nur<br />
dieser Archipel nebst der Westkiiste ist vom Verf. unter der Rubrik I^emland<br />
beriicksichtigt worden. Wie ans des Verf, Studie von 1921 (S. 41) hervorgeht,<br />
•sind die Kirchspiele Saltvik und Sund infolge ihrer starken Bodenkultur nicht<br />
ganz mit den iibrigen Kirchspielen vergleichbar.
98 A. Palmgren, Die Arteiizalil als pflaiizengeograpliischer Charakter<br />
spiele zeigeii auch eine ganze Reihe Repräsentanten der sûdlicheren Arten<br />
Ålands sowie von Arten mit Anspriichen an kalkhaltigen Boden, die auf Aland<br />
ein so hervorstechendes Element bilden, ohne dass irgendetwas in ihrem Auftreten<br />
darauf deutet, dass sie hier nicht vollständig zuhause wären. Vielnielir<br />
scheint die ostvvärts abnehniende Frequenz mit der ständig zunehmenden<br />
Kntfernung von eineni westlichen Aiisbreitnngszentrum in Zusamnienhang<br />
gebracht werden zu niiissen. Die westlichen Kirchspiele haben zweifelsohne<br />
die grössten Aussichten, die von Westen kommenden Arten aufzunehmen.<br />
Dagegen scheinen die Möglichkeiien, weiter ostwärts durch den<br />
Schärenarchipel und iiher Fasta Åland zu wandern, mit der gesteigerten Ent~<br />
fernung uncrwartet schnell abztinehmen, ohwohl sich giinstige Siedelplätze bieten.<br />
Die Entfernung äussert sich also hier als stark wirksamer pflanzengeographischer<br />
Faktor.<br />
Ihre Starke tritt unter anderem darin scharf hervor, dass man in ihren<br />
Wirkungen (einer ostwärts abnehmenden Artenzahl) eine Basis fiir eine pflanzengeographische<br />
Einteihing Ålands findet (vgl. 1921, Kap. IV, u. a. S. 70<br />
-71).<br />
Die ostwärts abnehmende Frequenz erhält einen sehr anschaulichen Ausdruck<br />
in der Artenzahl der Kirchspiele, die sich fiir diese sukzessiv nach Osten<br />
zu verniindert. Ich bin denn auch in nieiner vorerwähnten Studie gerade von<br />
diesen Zahlen ausgegangen. Diese Zahlen spiegeln jedoch natiirlicherweise<br />
in keiner Weise die wirkliche Abnahme der Frequenz wieder, da ja eine Art<br />
fiir ein Kirchspiel ohne Riicksicht darauf aufgenommen worden ist, ob sie<br />
an einer oder an einer Unmenge von Ivokalitäten auftritt (vgl. 1921, S. 89).<br />
Ein wirkliches Bild von der abnehmenden Frequenz gewinnt man erst bei<br />
der Durchnmsterung von \''erbreitungskarten der einzelnen Arten. Eine<br />
solche Betrachtung lehrt, dass in der IMehrzahl der Fälle die ganze 1'requenz,<br />
die Zahl der Fundorte mit anderen Worten, man könnte sägen die<br />
Gesamtzahl der Individuen, sukzessiv nach Osten hin abnimnit. (Ich verweise<br />
auf die Darstellung 1921, S. 89—94; hier wird die Verbreitung zahlreicher<br />
Arten auf Åland durchgemustert.) Der Sachverhalt, dass sich die Frequenz<br />
wirklich nach Osten verniindert, wird also durchaus nicht erschixttert, wenn<br />
durch fortgesetzte Untersuchungen infolge einzelner neuer Fundorte eine<br />
oder die andere Art zu der Artensumme eines Kirchspiels hinzukonimen und<br />
somit die Differenzen in den Zahlen fiir die einzelnen Kirchspiele sich reduzieren<br />
sollten (siehe Fussnote S. 29).<br />
Meine Untersuchung »Die Entfernung als pflanzengeographischer Faktor»<br />
baute auf Studien in dem åländischen Schärenarchipel, doch mit Ausnahme<br />
der zwei östlichsten Kirchspiele Kumlinge und Brändö. Fiir diese
ACTA BOTAXICA FlvXNICA I, X:c) I 99<br />
konnte ich niicli niir auf eine Studie von BERGROTH aus dem Jahre 1894 stiitzen.<br />
Ini Sommer 1923 war es mir indes möglich, die Untersuchiingen auch<br />
aiif die genannten Kirchspiele auszudehnen. Sie bestätigen vollauf itnd mit<br />
Nachdriick die Richtigkeit der Schliisse iiber die Kntfernung als pflanzengeographischen<br />
Faktor, zu denen ich gekommen war. Die Artenzahl, die<br />
sukzessiv ostwärts auf Åland abgenommen hat, zeigt eine weitere Verminderung<br />
fiir das jenseits des Delet gelegene Kunilinge sowie noch mehr fiir das<br />
nordöstlich davon, jenseits des Lappvesi gelegene Brändö (vgl. S. 29). Und<br />
diese Verminderung macht sich geltend, trotzdem beide Kirchspiele in reichlicher<br />
Menge und in iippiger Gestalt Ivaubwiesenvegetation aufweisen. Ganz<br />
besonders gilt dies von Brändö, das das laubwiesenreichste von alien åländischen<br />
Kirchspielen ist. Beide Kirchspiele nelinien ferner ein sehr ausgedehntes<br />
Areal ein. Die Vorbedingungen einer artenreichen Flora ersclieinen mithin<br />
fiir sie in mehreren Hinsichten sehr gross, jedenfalls ebenso gross wie fur<br />
die westlichen Kirchspiele. Nur die geographische Lage ist unvorteilhaft.<br />
Die Entferniing als pjlanzengeographischer Faktor hat der Flora von Kumlinge<br />
und Brändö ungeahnt stark ihren Siempel aufgedrilckt.<br />
Fiir die unten genannten Arten der Laubwiesenvegetation ist eine ostwärts<br />
abnehmende Frequenz zu verzeichnen:<br />
Taxus baccata<br />
Almis incana<br />
Qtiercns robiir<br />
Ulmns scabra<br />
Cotoneaster integerrima<br />
Pyr us M alus<br />
Sorbus fenfiica<br />
S. suecica<br />
Mespilus monogyna<br />
M. cîirvisepala<br />
Riibus caesius<br />
Rosa tomentosa<br />
Prunus spinosa<br />
Acer platanoides<br />
Lonicera Xylosteum<br />
Phleuni Boehmeri<br />
A vena pratensis<br />
Sesleria coerulea<br />
Malinia coerulea<br />
Poa compressa<br />
Brachypodiuni pinnatuni<br />
Brachypodium<br />
Carex dioica<br />
C. pulicaris<br />
C. ornithopus<br />
C. digit at a<br />
C. caryophyllea<br />
silvaticum<br />
Carex glauca<br />
C. jlava<br />
C. Hornschuchiana<br />
C. capillaris<br />
C. hirla<br />
Selaginella ciliata<br />
Gagea hiiea<br />
G. minima<br />
Fritillaria Meleagris<br />
Polygonum multiflorum<br />
Cypripedium calceolus<br />
Ophrys muscifera<br />
Orchis rnascula<br />
Herminium monorchis<br />
Coeloglossum viride<br />
Gymnadenia coriopsea<br />
Orchis incarnata<br />
Cephalanthera longifolia<br />
Epipactis pahistris<br />
E. latifolia<br />
Neottia nidus avis<br />
Corallorrhiza Neottia<br />
Polygonum viviparum<br />
Stellaria Holostea<br />
Cerastium glutinosum<br />
Actaea spicata<br />
Anemone nemorosa<br />
Anemone ranunculoides<br />
Raminculus Ficaria<br />
Dentaria bulbifera<br />
Draba muralis<br />
Dr. incana<br />
Seditm sexangulare<br />
S. rupestre<br />
Saxifraga tridactylites<br />
S. granulata<br />
Fragria viridis<br />
Patentilla minor
100 A. Palmgren, Die Arteiizahl als pflaiizcngeograpliisclier Charakter<br />
Patentilla reptans<br />
Alcheynilla pubescens<br />
A . plicata<br />
A. pastoralis<br />
A griynonia odorata<br />
Medicago hip ulina<br />
Tri f oli urn montaniim<br />
A nthyllis Viilneraria<br />
Lotus corniculatus<br />
Vicia lathyroides<br />
V. silvatica<br />
V. sepimn<br />
Lathyrus palustris<br />
L. vermis<br />
Geranium molle<br />
G. disse etuni<br />
G. coliimbinum<br />
G. liicidmn<br />
OXalis Acetosella<br />
Poly gai a amarella<br />
Mercxirialis perennis<br />
Helianthemiim Chamaecistus<br />
Viola mirabilis<br />
V. rupestris<br />
V. stagnina<br />
Epilobium montanum<br />
Sanicula curopaea<br />
Athamanta Libanotis<br />
L a ser piti u m la ti folium<br />
A ndrosace septenlrionalis<br />
Gentiana *siiecica<br />
G. ttliginosa<br />
G. * lingul ala<br />
Glechoma hederacea<br />
Stachys silvatica<br />
Calaminiha Acinos<br />
Linaria vulgaris<br />
Veronica spicata<br />
Melampyrum nemorosiim<br />
I^athraea Squamaria<br />
Pinguicula vulgaris<br />
Asperiila odorata<br />
Galium Aparine<br />
Adoxa Moschatellina<br />
Knautia arvensis<br />
Campamila Trachelium<br />
C. latifolia<br />
Solidago virgaiirea<br />
Carlina vulgaris<br />
Cirsium heterophylltim<br />
Centaiirea Scabiosa<br />
Hypochaeris maculata<br />
Crépis praemorsa<br />
Cr. paludosa<br />
Ivs ist von Interesse, auf \'erbreitungskarten nachzusehen, in weldieni<br />
Grade die einzelnen Arten nach Osten zu an Freqiienz abnehmen. Ich kann<br />
jedoch hier nicht auf Details eingehen, sondern darf fur einzelne Arten auf<br />
die Darstellung S. 74—94 in meiner Studie »Die Entfernung als pflanzengeographischer<br />
Faktor>> hinweisen. Die östlichen Orenzlinien sind hier fiir eine<br />
ganze Anzahl der Arten ersichtlich; fiir verschiedene wird auch die ungefähre<br />
Frequenz in verschiedenen Teilen der Landschaft angegeben.<br />
Wie fiir die Laubwiesenvegetation ist auch fiir die Nadelwaldvegetation<br />
eine Abnahnie der Frequenz nach Osten hin bei mehreren Arten zu notieren.<br />
Der Grund ist offenbar derselbe (vgl. Verf., Zur Kenntnis des Florencharakters<br />
des Nadelwaldes, 1922). Ks seien folgende Arten genannt (diejenigen<br />
Arten des Nadelwalds, die auch der Laubwiesenvegetation angehören<br />
und in dieser Hinsicht schon besprochen worden sind, bleiben hier unberiicksichtigt):<br />
Daphne Mczereiim, Blcchnum Spicant, Equisetiim hiemale und<br />
C h imaphila unihellata.<br />
Auch unter den Arten der Ufervegetation ist eine Abnahme der Frequenz<br />
nach Osten hin zu bemerken. Dies ist der Fall mit: Scirpiis rufus, Carexarenaria,<br />
C. extensa, C. distans, Salsola Kali, Cochlearia danica. Erysimum hieractifolitm,<br />
Trijolium fragifenim, Selinum carvifolia, Samolus Valerandi, Mentha<br />
litoralis, ValerianeUa olitoria.
ACTA BOTAXICA FENNICA I, N:o I KM<br />
Alls der obigen Darstelliing ist liervorgegaiigen, (lass verschiedene Arten<br />
aiif Åland eine kiirzere oder längere Strecke vor der Ostgrenze der Landschaft<br />
aiifhören, ohne dass dies seinen Grund in Aiisbreitungsschranken dieser oder<br />
jener Art hat. Ks ist einem Detailstiidiiini der Flora gelungen, die Natur<br />
dieser lyinien als durch die Entfcrnnng bestimnit festzustellen und daniit<br />
die meist sehr schw.'erige Frage nach deni Orund des Aufhörens einer Art<br />
zu lösen. Wir können hier einen wertvollen Exponenten fur die Bedeutung<br />
einer extremen Detailforschung bezuglich des Vorkommens der Arten verzeichnen;<br />
ohne ein solches Studium hätten dièse Grenzen nicht ihre Krklärung<br />
gefunden.^)<br />
Eine Grenze von der in Rede stehenden Natur wollen wir vorschlagsweise<br />
Iintfernuni^sgyenze nennen.<br />
Man darf selbstverständlich die Möglichkeit nicht ausser acht lassen, dass<br />
sich eine oder mehrere dieser östlichen Grenzlinien in der Zukunft einmal<br />
weiter nach Osten verschoben zeigen werden. Vielmehr scheint dies in Anbetracht<br />
des recht geringen geologischen Alters des åländischen Schärenarchipels<br />
und des sukzessiven Gewinns von neuem Land (durch die säkulare<br />
Landhebung) durchaus wahrscheinlich, wenn man damit audi nicht wie mit<br />
etwas Sicherem rechnen kann. Diese »Ent/ernungsgrenzemy wiirden diesfalls<br />
audi den Charakter von temporären Altersgrenzen besitzen. Mit Altersgrenze<br />
bezeichne ich dabei eine Grenze, welche dadurch bedingt ist, dass fiir die<br />
Art noch nicht die nötige Zeit zur Verfûgung gestanden hat, um iiber die<br />
vorhandene Grenzhnie vorzudringen. Dies ist ja andererseits oft gerade eine<br />
Folge davon, dass die Entfernung zu gross gewesen ist, als dass sie in der<br />
vorhandenen Zeit hätte iiberschritten werden können. Mit anderen Worten:<br />
die Begriffe »Entfernungsgrenze» und »Altersgrenze» werden sich in manchen<br />
Fallen decken.<br />
Ivs sdieint niir nicht unangebracht, zur weilertn Sliitze fiir das Gesagte<br />
hier auf eine Äusseruiig von DRUDE hinzuweisen, welche, wenn sie auch ans<br />
dem Jahre 1890 (S. 104) staniint, dcch noch ihre Giiltigkeit haben diirfte.<br />
»Es ist kaum niögUch, hier im einzelnen zu verfolgen, welcher einzelne Zug<br />
oder welche mit einander in \'erbindung tretenden Ziige von Wirkungen der<br />
Beleuclitung, der Wärme, der Boden- und Luftfeuclitigkeit nnter steter Beriicksichtigung<br />
der physischen Eigenschaften des Substrates und der besonderen<br />
Standortsverliältnisse Vegetationslinien veranlassen können; bei der Möglichkeit<br />
unglaublich zahlreicher Abänderungen in den Ursaclien mussen wir be<br />
kennen, dass es meistens recht schwierig ist, den wahren Grund einer thatsächlich<br />
beobachteten reinen Vegetationshnie zu ermittehi. ICs ist dies zwar eine<br />
hohe Aufgabe der wissenschaftlichen Floristik, aber wenig Arbeiten zu ihrer<br />
Lösung sind audi noch in den am besten untersuchten mitteleuropäischen Floren<br />
unternommen, wenige Untersuchungen von Pflanzengeographen angestellt.»
102 A. Palmgren, Die Arteiizahl als pflaiizcngeograpliisclier Charakter<br />
Arien an ihren<br />
Grenzlinien.<br />
Ks wurde envähnt (S. 98), dass die Arten, die an Frequenz nach deni östlichen<br />
Åland hin abnehnien oder dort ganz aiifhören, an ihren östliclien Siedelplätzen<br />
in einer Weise anftreten, die in keiner Hinsicht darauf dentet,<br />
dass sie daselbst nicht völlig zuliause wären. Zur Ergänzung des Gesagten<br />
sei betont, dass diese Standorte auch in keiner Hinsicht von besonders auffälHger<br />
oder giinstiger Natur sind. Die Pflanzen erscheinen hier unter anscheinend<br />
ganz ähnlichen Verliältnissen wie im westlichen Åland. Dieses Verhalten<br />
spricht fiir nieine Auffassung, dass die abnelimende Frequenz nicht<br />
auf weniger gunstigen Ivcbensbedingungen beruht. \Vo eine Art aufgrund<br />
ungiinstiger Kliniaverhältnisse aufhört, pflegt sie ja nach ihrer Grenzlinie<br />
hin in bezug auf den Ståndort sehr wählerisch zu sein. Bel GRAEBNER finden<br />
wir dieses Verhalten prägnant fornuiliert mit den Worten (lyehrbuch der<br />
allgemeinen Pflanzengeographie nach entwickelungsgeschichtlichen und ph}'-<br />
siologisch-ökologischen Gesichtspunkten, 1910, S. 67):<br />
»Bei den weitverbreiteten bezw. in eineni Telle liäufigen Pflanzen der Kbene<br />
kaiui man hier wie natiirlich auch iiberall anderswo auf der Erde unter gleicheii<br />
Verhältuissen die Beobachtung machen, dass sich meist sehr deutlich ein Ge<br />
biet der kompakten Verbreitiing, in dem die Pflanze anscheinend ihre giuistigsten<br />
klimatischen Bedingungen findet, von einem mehr oder weniger breiten unigebenden<br />
»Streifen nnterscheiden lässt, in dem die Pflanze zwar vorkommt oder<br />
nur an sehr zerstreuten Ståndorten zu finden ist. Im Gebiete der kompakteii<br />
Verbreitung sieht man die betr. Art an recht verschiedenartigen Lokalitäten,<br />
an Ståndorten verschiedenen Feuchtigkeits-, Belichtimgsgrades usw. auftreten,<br />
während sie je mehr man sich von der Grenze der kompakten Verbreitung der<br />
absohiten Verhreitungsgrenze nähert, immer mehr an ganz bestimmte vStaudorte<br />
mit ilir ganz besonders zusagenden Vegetationsbedingungen gebundeti<br />
erscheint.»<br />
Was hier angefiihrt worden ist, diirfte uns ermöglichen, in der x\rt des<br />
Auftretens einer Art an ihrer Grenze einen Iveitfaden fiir die Rntscheidung<br />
der Frage nach der Natur der Grenze zu finden:<br />
1. Wo eine Art in ihrem Vordringen von ungiinstigen klimatischen<br />
Verhältnissen gehemmt wird, wird sie in ihrem Auftreten immer spärlicher<br />
und in der Wahl der Lokalität immer anspruchsvoller; nur die giinstigsten<br />
Standorte können der Art Fortdauer gewährleisten. — Von ungefähr<br />
derselben Natur ist offenbar eine Grenze, die durch verschlechterte klimatisclie<br />
Verhältnisse zuriickgedriickt wird. Die immer dunner gesäten Siedelplätze<br />
sind im ersteren Fall Vorposten, im letzteren Reliktlokali-
ACTA BOTAXICA FICXXICA I. Xio I 103<br />
täten. Im letzteren Fall liat man an der einzelnen lyokalität vielleicht<br />
aiich andere Relikte derselben Formation zn ervvarten. Im ersteren Fall<br />
erscheint ein isoliertes Auftreten natiirlich.<br />
2. Wo eine Grenze durch die wachsende Entfernung von einem Ausbrei-<br />
Utiigszenlmm hedingt ist, werdcn die Fundplätzc ehenfalls immer spärlicher,<br />
aber sie sind — nach den Verhältnissen auf Åland zn nrteilen — nicht von<br />
hemerkenswertey Natur. Derart ist die Grenze, wo die Art in fortgesetztem<br />
\''orriicken begriffen ist. Derart ist sie offenbar aiich, wo das Vordringen zeitweilig<br />
aufgehört hat. Allerdings ist die Möglichkeit nicht aiisgeschlossen,<br />
dass sich die Zahl der Fundorte an der gegenwärtigen Grenze in der Zukunft<br />
vermehrt; in diesem Fall wird die Grenze jedoch offenbar gleichzeitig durch<br />
wiederum zerstreute Vorposten vorwärts verschoben, so dass ihr Charakter<br />
also unverändert bleibt. Wenn die Vegetation innerhalb eines Gebietes ein gewisses<br />
Gleichgewicht erreicht hat und sich kein neuer Boden darbietet, ist<br />
dies jedoch offenbar meistens nicht der Fall. Ein undichtes Auftreten nach<br />
der Grenzlinie hin ist augenscheinlich die natiirliche Form des Vorkoramens<br />
fiir eine vordringende Art und bleibt es, wenn die vorriickende Front erstarrt<br />
ist.<br />
3. Nur wo eine Art eine Grenze in einem wirklich schroffen geographischen<br />
Hindernis (Bergketten, Wiisten, Meere, ) gefunden hat, diirfte zu<br />
erwarten sein, dass sie an der Grenze mit derselben Starke wie in dem sonstigen<br />
Verbreitungsgebiet auftritt. DRUDE sagt (1890, S. 102): »Die geographischen<br />
Schranken begriinden sich auf die Unbewohnbarkeit bestimmter Teile<br />
der Erde fiir ganze Vegetationsklassen; die Ivebensbedingungsschranken begriinden<br />
sich auf die Modifikationen im Zusammenwirken von Klima, Boden<br />
und Konkurrenz der Organismen, welche einen allmählichen Wechsel der Arten<br />
herbeifiihren; erstere bewirken daher gewöhnlich scharfe Grenzlinien,<br />
letztere lassen die Iviicken im Wohngebiet einer Art grosser und grosser werden<br />
bis zum völligen Verschwinden.»<br />
Ich werde weiter unten bei der Besprechung der seltenen Arten noch einmal<br />
vor die Frage nach den Arten an ihren Grenzen gestellt sein und verweise<br />
auf die Darstellung daselbst (S. 123).<br />
DIEIVS sclireibt (I'Jiy, S. 15): »Zahlreiche Pflanzen zeigcn gegen die Grenzen<br />
des absolnten Areales eine unverkennbare Auflockerung ihres Bestandes.<br />
In noch fortgeschritteneren Fallen ist die eigentliche Arealgrenze .sogar gesäumt<br />
von weit entlegenen Vorposten oder Exklaven. Solche beruhen entweder auf<br />
sprunghafter Vorschiebung des Areales, oder sie bezeichnen als letzte Uberbleibsel,<br />
Relikte, den Riickzug der Hauptmacht der Art. — — — — —»
104 A. Palmgren, Die Arteiizalil als pflanzengeograplii.scher Char akter<br />
In einer 1922 erschienenen Schrift (La chorologie sélective et sa signification<br />
pour la sociologie végétale) maclit JACCARD (S. 99—101) geltend,<br />
class die Abnahnie der Artenzahl ostwärts auf Åland, die in meiner<br />
oben berûhrten Studie von 1921 »Die Kntfernung als pflanzengeographischer<br />
l'aktor» hervorgehoben und auch in der vorliegenden Sclirift beachtet worden<br />
ist, durchaus nicht, wie ich auseinandergesetzt habe, mit dem von einem angenommenen<br />
Ausbreitungszentnim in Schweden nacli Osten zu anwachsenden<br />
Abstand in Zusammenhang gebracht werden könne, vielmehr sei dieselbe<br />
»déterminée directement par l'amoindrissement qui se manifeste de l'Ouest<br />
à riîst dans la diversité des conditions écologiques, cette diversité moindre<br />
étant la conséquence du morcellement plus considérable de la surface utile<br />
offerte à la végétation, ce qui réduit son étendue et accentue son isolements<br />
— Jaccard setzt hinzu:<br />
»Si la position respective des îles d'Aland, par rapport à la côte suédoise,<br />
était l'inverse de ce qu'elle est, la partie occidentale, plus massive, étant à<br />
l'Est, et la portion plus morcelée à l'Ouest, au voisinage de la côte suédoise,<br />
toutes les autres conditions restant semblables, je suis persuadé que la diminution<br />
de la richesse florale s'observerait de l'Est à l'Ouest, et non de l'Ouest à l'Est.»<br />
Der Einwand wird von Jaccard mit ûberraschender Siclierheit gemacht,<br />
aber seine Argunientierung scheint mir nicht genûgend begriindet zu sein.<br />
Ivs seien folgende Umstände hervorgehoben.<br />
Jaccard hat erstens nicht beachtet, dass meine Studie von 1921, wie in<br />
derselben ausdrûcklich bemerkt wird, sich nicht auf sänitliche Arten Ålands,<br />
sondem nur auf die der sog. Laubwiesengebiete, also nur auf etwa die Hälfte<br />
(324) der ungefähr 650 urspriinglichen Arten Ålands stiitzt. Infolgedessen<br />
wird u. a. folgende Bemerkung (1922, S. 99) hinfällig:<br />
»Un coup d'oeil jeté sur la carte jointe au mémoire de P., montre que les<br />
portions sud-ouest de l'archipel sont beaucoup plus »massives», moins déchiquetées,<br />
et qu'elles possèdent, au point de vue de la végétation, une surface<br />
utile plus considérable que les portions orientales; par rapport à ces dernières,<br />
elles sont plus »continentales», si j'ose dire, moins »isolées», et les conditions<br />
qu'elles offrent à la végétation sont plus variées.»<br />
Ein Blick auf die Karte verrat nichts iiber die Lage und Grosse der Laubwiesengebiete,<br />
denn sie sind daselbst nicht angegeben. Wären sie aber eingetragen,<br />
so fände man, dass sie in den östlichen iCirchspielen im allgemeinen ein<br />
ebenso grosses, teilweise ein grösseres Areal als in den westlichen einnehnien;<br />
sie sind hier femer wesentlich in gleich grosser Zahl vorhanden und sind nicht<br />
in höherem Grade voneinander isoliert (s. beispielsweiseS. 29, 97 der vorliegenden<br />
Studie). Das westliche Åland weist zwar grössere Landmassen als die
ACTA BOTANICA FICNXICA 1, X:o I 105<br />
östliclieii Schärenkirchspiele auf, aber iiii Bereich dieser Landmassen-liegen<br />
die Laubwiesengebiete zerstreut, durch Nadelwald voiieinaiider geschieden,<br />
vvie sie in den Schärenkirchspielen durch Wasser getrennt sind. Ganz besonders<br />
ist zu beachten, dass das artenreiche »Ivemland>> (es handelt sich (1921,<br />
vS. 41) nur um dessen westlichen Schärenarchipel und westliche Kiiste) ini<br />
westlichen Åland der Laubwiesenvegetation ein absolut betrachtet geringeres<br />
Areal bietet als die östlichen Kirchspiele und dass es in keiner Beziehung<br />
»kontinentaler» als beispielsweise Kunilinge und Brandö ist. Die Vorbedingungen<br />
(»conditions»), die es der Laubwiesenvegetation bietet, sind durchaus<br />
nicht »plus variées».<br />
Jaccard glaubt eine Stiitze fiir seine Verniutung liber die grössere ]\Iannigfaltigkeit<br />
der Lebensbedingungen, welche das westliche Åland schenken<br />
wiirde, in folgendeni Verhalten finden zu können (S. 100):<br />
»Cette inégalité dans la diversité des conditions écologiques se traduit par<br />
les coefficients génériques qui, de Tycniland à Brandö, soit de l'Ouest à l'iîst,<br />
vont en augmentant, passant de 56,2 ®/o à G6,6 »/q ce qui, conformément à ma I^oi<br />
de l'étendue et à celle de l'isolement, correspond à une diminution de la diversité<br />
des conditions écologiques, autrement dit à inie plus grande uniformité. —<br />
Le coefficient générique pour la flore totale de l'archipel d'Aland étant 55 °/o<br />
(178 genres pour 324 espèces), on constate, en allant de l'Oue.st à l'Est, que<br />
celui de Jomala est de 55,5 »/o, Lemland 56,2 "/o. Saltvik 57,6 «/o, Eckerö 58,2''/o.<br />
Vardö 60,2 ®/o. Sotunga 60,7 «/o. Kökar 63,6 "/o. Brandö 66,6 "/o.»<br />
Ini Anschluss an die vorstehende Äussemng-sei beiläufig zuerst erwähnt,<br />
dass Jaccard Eckerö aus Versehen als Nr. 4 untergebracht hat, während<br />
es in Wirklichkeit ani weitesten im Westen auf Åland liegt; dies nift eine gewisse<br />
Störung in der Serie Jaccards hervor. Berechnet man die entspreclienden<br />
Prozentsätze fiir sänitliche Kirchspiele, so wird sie in noch höhereni Grade<br />
gestört. Indessen scheinen mir diese Zahlen Jaccards nicht zu besagen, was<br />
er iiber den relativen Grad der Ubereinstimmung eder Verschiedenheit der<br />
Lebensbedingungen in den aländischen Kirchspielen annininit; diese Zahlen<br />
(le coefficient générique) scheinen mir dagegen ani ehesten in direktem Verhältnis<br />
zu den absoluten Artenzahlen zu stehen. — Ich berechne den fraglichen<br />
Koeffizienten fiir einige Inseln in Lemland und erhalte fiir Nåtö (256<br />
Arten) 59,4 % und fiir Slätholni, Idholni und Granholm mit ihren 203, bzw.<br />
202 und 202 Arten die Koeffizienten 63,i %, 03,4 % und 63,8 % sowie fur<br />
Rödgmnd (153 Arten) 69,2 %.<br />
Also, fiir die eine Insel Nåtö in Lemland mit 256 Arten erhält man den<br />
Koeffizienten 59,4 %, während dieser Koeffizient fiir das Kirchspiel Föglö<br />
(262 Arten) 58,0 %, fiir Sund (261 Arten) 60,5 %, fiir Sottunga (234 Arten)<br />
60,7 % und fiir Brandö (200 Arten) 66,0 % ist. Fiir die unbedeutenden Inseln
106 A. Palmgren, Die Artenzahl als pflanzengeograpliisdier Cliarakter<br />
Slätholm, Idholin und Granholm (203, 202 und 202 Arten) schwankt der Koeffizient<br />
zwischen 63,i % und 03,8 %. Er ist also niedriger als der Koeffizient<br />
fiir das ganze Kirchspiel Brandö (66,0 %).<br />
Man will doch wohl nicht glauben, dass die ökologischen Bedingungen auf<br />
diesen unbedeutenden Inseln stärker variierten als in dem letztgenannten<br />
Kirchspiel als Ganzes oder dass diese Bedingungen auf der Insel Xåtö grössere<br />
Abwechslung aufwiesen als beispielsweise in dem ganzen Kirchspiel Sund.<br />
Der Grund zu der Verschiedenheit des generischen Koeffizienten scheint,<br />
wie sich unten zeigen wird, ein anderer zu sein.<br />
Jaccard schreibt (S. 101):<br />
»— comme notis l'avons relevé {Lois de distribution, loc. cit., p. 92 à luO),<br />
la flore des îles est, à étendue égale, non seulement plus pauvre qiie celle d'mie<br />
partie comparable du continent a voisinant, quant au nombre de ses espèces,<br />
mais le Coefficient générique y est plus élevé, ce qui provient de ce que la diversité<br />
spécifique de chaque genre est plus faible. Sur 178 ^) genres de la flore<br />
d'Aland, 119 genres n'y sont représentés que par une espèce. — Cette prédominance<br />
des genres monotypes, qui est un caractère général des flores insulaires,<br />
résulte certainement des conditions particulières dans lesquelles s'exerce la<br />
concurrence entre les espèces. Il semble que la végétation des îles, plus ou moins<br />
soustraite, par suite de son isolement, à l'apport continuel d'éléments étrangers<br />
réalise im état d'équilibre plus stable que la flore des territoires continentaux<br />
en lutte plus directe avec l'immigration ininterrompue de transfuges venant des<br />
régions immédiatement voisines. Cette plus grande stabilité s'accompagne d'une<br />
moindre diversité spécifique: la plupart des genres ne sont représentés, dans la<br />
lutte pour la conquête du terrain, que par une seule ou un petit nombre d'espèces.»<br />
Könnte der Grund dazu, dass der generische Koeffizient auf isolierten<br />
Inseln höher als auf dem Kontinent ist, nicht ganz einfach in folgendem Umstand<br />
liegen? Das begrenzte Areal erlaubt nur einer beschränkten Anzahl von<br />
Arten Fuss zu fassen; je grosser der Abstand bis zu den nächsten Ausgangspunkten<br />
der Verbreitung ist, um so kleiner sind fiir eine grössere Anzahl Arten<br />
die Aussichten, dorthin zu gelangen, bevor die zuerst angekonimenen das<br />
ganze verfiigbare Terrain in Besitz genommen haben. IVIit der grösseren Isolierung<br />
sinkt also die Artenzahl. Die Flora der Inseln rekrutiert sich ans Gebieten<br />
von grösserem Areal, als sie selbst haben, und von einer grösseren Anzahl<br />
Arten, nieist wahrscheinlich aus mehreren verschiedenen Richtungen,<br />
während Kontinenten angehörende Gebiete natiirlichenveise die meisten<br />
Aussichten haben, den iibervviegenden Teil ihrer Flora aus ani nächsten geleh<br />
Lies: 17 7.
ACTA ]U)TAXICA FHXNICA 1, N:o I 107<br />
genen Gegenden zu erhalten. Die Arten wandern selbstverständlich<br />
nicht sozusagen in Gattungen ein. Je kleiner die Zahl ist, die aiif einer Insel<br />
Iniss fasst, desto grosser sind (unter der Voraussetzung ini grossen ganzen<br />
ähnlicher Verhältnisse) die Aiissicliten, dass sich die Arten auf eine relativ<br />
grosse Anzalil von Gattungen verteilen. Je zahlreicher hinwieder die eingewanderten<br />
Arten sind, desto gunstiger werden die Aussichten, dass die<br />
Ciattungen durcli zwei oder mehrere Arten repräsentiert werden. — Das<br />
Gesagte besitzt offenbar eine gewisse Allgenieingiiltigkeit, und zwar einigerniassen<br />
unabhangig von der fiir jeden einzelnen Fall vorliegenden Ursaclie<br />
(beispielsweise begrenztes Areal oder liochgradige Isolierung) zu der mehr<br />
oder weniger beschränkten Artenzahl.<br />
In de^n Obigen — nicht in weniger variierenden I,ebensbedingungen —<br />
liegt ganz gewiss der Grund dazu, dass der generische Koeffizient in den<br />
åländisclien Kirchspielen und im Bereich der åländischen Inseln in dem<br />
Grade ansteigt, w^e sich die Artenzahl vermindert.<br />
Xoch eine Äussenmg von JACCARD sei hier berûhrt (S. 100):<br />
»L'examen des listes floristiqucs montre d'ailleurs que tous les éléments de<br />
la tlorule d'Aland appartiennent à la flore triviale de TRurope centrale, répandue<br />
aussi bien en Finlande qu'en Suède, et qu'il ne s'y trouve aucim endémisme<br />
particulier. Dans ces conditions, la proximité plus ou moins grande d'un centre<br />
de propagation ne saurait avoir la même importance que dans la question de<br />
l'irradiation des espèces méditerranéeimes vers des stations plus septentrionales,<br />
où régnent des conditions topographiques et des différences climatiques notables.»<br />
Die obige Äusserung Jaccards ist fiir I-'innland nicht stichhaltig. Unter<br />
den Arten Ålands, nicht am wenigsten in dessen Tyaubwiesenvegetation, gibt<br />
es eine bedeutende Anzahl solcher, die auf dem finnischen Festland vollständig<br />
fehlen oder dort nur cäusserst spärlich in den siidwestlichen Teilen vorkommen.<br />
Zur Beleuchtung des Obigen sei folgendes hinzugefiigt:<br />
Denke ich mir eiu zu einem Kontinent gehörendes Gebiet entblösst, so hat<br />
dasselbe offenbar die grössten Voraussetzimgen dazu, seine Flora von den ihm<br />
am nächsten gelegeuen Gegenden aufzunehmen. Steigt dagegen eine Insel in<br />
beträchtlicher Entfernung von der nächsten Kiiste ans dem Meere auf, so wird<br />
sie ungefähr ebenso grosse Aussichten haben. Arten von einem weit ausgedehnteren<br />
Gebiet aufzimehmen, da fiir den Abstand bis zu der Insel eine gewisso<br />
Strecke mehr oder weniger keine nennenswerte Rolle spielt.
GG A. Palmgren, Die Artenzalil als pflanzeiigeographischer Cliaraktcr<br />
3. Unglelchmässiges VorUommen infolge verschicdcn gunstiger Exposition<br />
fur die<br />
Bewachsung.<br />
Fiireine Anzahl Arten zeigt sich eine Ungleichmässigkeit der Verbreitung,<br />
deren nächste Ursache in einer verscliieden giinstigen Exposition fiir die Bewachsung<br />
gesucht werden zu niiissen scheint (vgl. S. 63).<br />
iCin Vergleicli zwischen der Flora in Iveniland und ini Nordwestlichen<br />
Schärenarchipel ist in dieser Hinsicht lehrreich. Die Laubwiesenvegetation<br />
im vSchärenarchipel von Ivemland zählt 41 Arten (unten aufgefiihrt), die gar<br />
niclit oder tiur viel spärlicher im Nordwestlichen Schärenarchipel vorkominen.<br />
Der letztere zählt nur 13 Arten, die Ivemland fremd sind oder dort mit<br />
schwächerer Prequenz vorkommen.<br />
Vor allem oder ausschliesslich in Ivemland, spärlich oder gar nicht i m<br />
Nordwestlichen Schärenarchipel:<br />
Taxas<br />
Prunus<br />
baccata<br />
spinosa<br />
Avenu pratensis<br />
Arrhenatherum elalius<br />
Drachypodium pinnatum<br />
Triticum canimim<br />
Carex piilicaris<br />
C. orniihopus<br />
C. Hornschiichiana<br />
C. hirtä<br />
Polygon a tn m m ui ti f loruni<br />
Orchis mascula<br />
Moehringia trinervia<br />
Melandriiim silvestre<br />
A nemone raniinculoides<br />
Ranunculus cassubicus<br />
R. Ficaria<br />
Draba muralis<br />
Sedum sexangulare<br />
S. annuuni<br />
Fragaria viridis<br />
Patentilla minor<br />
Alchemilla subcrenata<br />
Agrimonia odorata<br />
Lotus corniculatus<br />
Vicia lathyroides<br />
Geranium molle<br />
Hypericum kir su tum<br />
Mercurialis perennis<br />
Epilobium montanum<br />
Viola stagnina<br />
V. mirabilis<br />
Melampyruni nemorosum<br />
Lathraea Squamaria<br />
Galium Aparine<br />
Adoxa Moschatellina<br />
Campanula latifolia<br />
Arctium nemorosum<br />
Cirsium palustre<br />
Crépis praeniorsa<br />
Cr. paludosa<br />
Ausschliesslich im Nordwestlichen Schärenarchipel oder dort reichlicher<br />
als in I/emland:<br />
Alnus incana<br />
Quercus Robur<br />
Cotoneaster integerrinia<br />
Sorbus suecica<br />
Rosa tomentosa<br />
Phleuni Boehmeri<br />
Selaginella ciliata<br />
Gymnadenia conopsea<br />
Geranium columbinum<br />
Lathyrïis<br />
Polygala<br />
Asperula<br />
Solidago<br />
vernus<br />
amarella<br />
odorata<br />
virgaurea<br />
Die beiden fraglichen Schärenarchipelkomplexe bieten den Arten der<br />
lyaubwiesenvegetation in bezug auf die Standortsverhältnisse ähnliche und<br />
ausserordentHch giinstige Bedingungen. Die Standortsverhältnisse als pflan-<br />
Wegen der Begrenzung des Begriffs »Xordwestliclier Schärenarchipel»<br />
siehe des Verf. Studie von 1915, S. 175- 176.
ACTA liOTAXICA FICXXICA I, X:o I<br />
'Jl<br />
zengeographischer Faktor wirken also offenbar in recht gleicher Weise. Audi<br />
von der reinen Kntferming als Faktor diirfte in diesem Fall abgesehen warden<br />
können. Den Verschiedenheiten hinsichts des Abstands iiber das offene<br />
Meer diirfte hier kaiim entscheidende Bedeiitiing beizumessen sein. Dagegen<br />
ist es offenbar, dass der Scliärenarchipel von Iveniland fiir die Aufnahnie von<br />
Elementen aus der reiclieren Flora Siid- nnd Mittelschwedens offener daliegt<br />
als der Nordwestliche Schärenarchipel. Das iiberwiegend nadelwaldbekleidete<br />
Eckerö liegt h'er einigerinassen sperrend im Wege. Das Gesagte gilt<br />
nicht nur von dem Schärenarchipelkoniplex als Ganzem. Es gilt aiich von<br />
den einzelnen Inseln. Die Laubwiesengebiete von I^emland liegen in der<br />
Regel offener.<br />
Offenbar ist man berechtigt, hier eine Einwirkung der Exposition fiir die<br />
Bewachsnng (vgl. S. 63) als wirksanien pflanzengeographischen Faktor zu<br />
y<br />
sehen.<br />
Wird es fiir die Lanbwiesenvegetation mit ihrer Mannigfaltigkeit von<br />
Arten und Ausbreitnngsweisen in vielen Fällen schwierig zu entscheiden, ob<br />
die Entfernung oder die Exposition fiir die Bevvachsung der ausschlaggebende<br />
Faktor gewesen ist, so diirfte sich das Verhalten in bezug auf die Ufervegetation<br />
weniger kompliziert gestalten. Fiir deren Arten wird wohl in der Mehrzahl<br />
der Fälle eine gegen ein Verbreitungszentrum offene Kiiste einen siclitlichen<br />
Vorteil darstellen (dies fiir den Fall, dass herrschende Wind- und Strönuingsverliältnisse<br />
nicht in entgegengesetzter Riclitung wirken). Fiir den<br />
Abstand iiber das Alandsmeer diirfte hinwieder — bei sonst gleicher Exposition<br />
— kaum ein Unterscliied von einigen Kilometern eine erwälinen.swerte<br />
Wränderung in dem Wert der Entfernung bedingen können. Eine Beriicksichtigung<br />
des floristischen Charakters der Ufervegetation ist also hier am<br />
Platze.<br />
Bemerkenswert gestaltet sich in bezug auf diese aucli das Verhältnis fiir<br />
den Siidwestlichen (Eemland, Jomala, das siidliche Eckerö) und den Nordwestlichen<br />
Schärenarchipel. Beide vSchärenarchipele bieten betreffs der Standortsverhältnisse<br />
giinstige Bedingungen, der Siidwestliche jedoch vielleicht<br />
in etwas höherem Grade. Der erstere liegt mehr gegen Siidwesten offen als der<br />
letztere.<br />
Der Nordwestliche Schärenarchipel zälilt nur drei dem Siidwestlichen<br />
frenide, bzw. in diesem spärlicher vorkommende Arten: Samolus Valerandi,<br />
Mentha liioralis und Eupatorium cannabimim; der Siidwestliche dagegen 18<br />
dem Nordwestlicheh Schärenarchipel fremde, bzw. spärliclie Arten (wovon<br />
jedoch Ahpecurus ventricosus, Car ex glareosa und Salicornia herbacea nicht<br />
siidwestlichen Ursprungs zu sein scheinen), nämlich:
110 A. Palmgren, Die Arteiizahl als pflaiizcngeograpliisclier Charakter<br />
Alopecurus veniricosits Salicornia herbacea Cochlearia danica<br />
Scirpus maritinius Salsola Kali Cakile maritima<br />
Sc. rufus Sagina maritima Isatis tinctoria<br />
Car ex arenaria Honkenya peploides Barbarea stricta<br />
C. glareosa Silene maritima Scutellaria hastifolia<br />
C. norvegica Melandrium viscosum Odontites simplex<br />
Die obigen Zahlenverhältnisse zeugen von der Eedeutung der Ivxpositioii.<br />
Seheii wir uns noch das Vorkomnien der Uferpflanzen aitf Åland melir i m<br />
Grossen an. Wir werden hier eine weitere Stiitze fiir iinsere Aiiffassung gewinnen.<br />
Die unten aufgezählten Arten zeigen ein extremes oder hauptsachliches<br />
Vorkommen in den westlichen und siidwestlichen Teilen der Landschaft:<br />
Carex arenaria Salsola Kal Selinnm carvifoiia<br />
C. extensa Sagina maritima Samolus Valerandi<br />
C. distans Erysimum hieracUjoliiim Valerianella olitoria<br />
Kin extremes oder auffallend östliches (siidöstliches) ^'orkonlmen weisen<br />
andererseits nur Suaeda maritima und Crambe maritima auf. \'on diesen ist<br />
Crambe maritima ohne Zweifel von Osten aus Korpo in der Regio aboënsis<br />
(vielleicht z. T. audi aus Kstland) eingewandert, wo die Art eine viel ausgedehntere<br />
Verbreitung hat als auf Åland; Suaeda maritima hinwieder ist<br />
offenbar baltischen Ursprungs. — Es ist zu eiwähnen, dass die Standortsverhältnisse<br />
in den östlichen Kirchspielen Föglö, Sottunga und Kökar sich fiir<br />
die Uferflora sehr giinstig stellen.<br />
Der fiir die Ufervegetation fraglos am wenigsten giinstig exponierte Teil<br />
von Åland ist der Nordöstliche Schärenarchipel (die Archipele von Saltvik<br />
und Sund) sowie Vårdö. Die Uferflora ist denn audi hier ûberrasdiend artenarni.<br />
Wägt man die Griinde hierfiir ab, so ist jedodi zu beachten, dass die<br />
Standortsverhältnisse durdischnittlich weniger giinstig sind. Zweifelsohne<br />
hat dieser Umstand wesentlich eingewirkt. Aber wenn man ihn auch voll in<br />
Betracht zieht, scheint er doch — nach den Verhältnissen auf Åland iiberhaupt<br />
zu iirteilen — nicht allein eine Krklärung fiir die relative Arniut der<br />
Uferflora liefern zu können. Ganz sicher hat auch die weniger vorteilhafte<br />
Exposition ihren Anteil. — Auffallend ist unter andereni, wie die folgenden<br />
Arten ini Nordöstlichen Schärenarchipel spärlich auftreten, bzw. fehlen:<br />
Alopecurus ventricosus, Scirpus maritimus, So. rufus, Carex glareosa, C.<br />
norvegica, Salicornia herhacea, Erysimum hieraciifolium, Odontites simplex.<br />
Die Exposition fiir die Bewachsung, in einigen Fällen vielleicht ebenso<br />
gut die Entfernung, erscheint als der ausschlaggebende Faktor auch bei den<br />
Verbreitungsverhältnissen, die unten behandelt werden.
ACTA liOTAXICA FICXXICA I, X:o I<br />
'Jl<br />
4. Gruppenwciscs Vorkommcn; dle}|Exposition fur die Bewachsung und die<br />
Entfernung als<br />
Faktoren.<br />
Fur manche Arten ergibt sich eine auffallende Ivokalisation in Gruppen<br />
von nahe.beieinander liegenden I/okalitäten. Die Verbreitung kann so beispielsweise<br />
in einer Gruppe einander benachbarter Inseln in lyemland, in<br />
1'öglö, ini Nordwestlichen Schärenarcliipel, vielleiclit in Gruppen von<br />
Lokalitäten in weniger oder niehr Teilen der Ivandschaft lokalisiert sein. Folgende<br />
Fälle in der Laubwiesenvegetation mögen als Beispiele dienen:<br />
Taxus baccaia. \^orkomnien ini grossen ganzen auf einer Anzahl Inseln des<br />
ScliärenarchipeLs von Lemland und des Xordwestliclien Schärenarchipels sowie<br />
an eiuigen Lokalitäten in Hammarland, Eckerö und Föglö.<br />
Quercus robur. Wichtigstes Vorkommen auf den Vargskären (Ulfversö,<br />
Öfverö, Bänö, Jyddö) in Föglö sowie im X^ordwestlichen Schärenarchipel.<br />
Sorbus suecica. Hauptvorkonimen im Nordwestlichen Schärenarchipcl sowie<br />
im vSchärenarchipel von Lemland.<br />
Mespilus monogyna. Vorkommen wie vorherg.<br />
Primus spinosa. Wichtigstes \"orkommen in Grupi^en von Lokahtäten auf<br />
den Vargskären in Föglö, im Nordwestlichen Schärenarchipel und in Lemland.<br />
Arena praiensis. Vorkommen wesenthch im vSchärenarchipel von Lemland,<br />
in Nord west-Åland und Nord-Kökar lokaUsiert.<br />
Carex Hornschuchiana. Vorkommen wesentlich in Eckerö, Siid-Hamniarland<br />
und Siidwcst-Jomala lokalisiert.<br />
Allium Scorodoprasum. Wichtigstes Vorkommen im Schärenarchipel von<br />
Lemland, im X'ordwestlichen Schärenarchipel sowie auf Gruppen von Inseln<br />
in Föglö und Kökar.<br />
Polygonatum miiltiflornm. Wichtigstes Vorkonunen im Schärenarchipel von<br />
I.emland sowie auf Gruppen von Inseln im Nordwesthchen Schärenarchipel,<br />
Sottunga und Kökar.<br />
Orchis masciila. Ausser an je einer einzelnen Lokahtät im Nordwestlichen<br />
Schärenarchipel, Jomala und Kökar in einer Gruppe nahe beieinander gelegener<br />
Inseln in Lemland lokalisiert.<br />
Herminiiini monorchis. N'ur an einer Anzahl Lokahtäten in Eckerö.<br />
Gymnadenia conopsea. lîauptvorkomnien im X^ordvvesthchen Schärenarchipel,<br />
im Schärenarchipel von Lemland und in Kökar sowie in Nord-Vårdö.<br />
Cephalanthera longifolia. X^ordwesthcher Schärenarchipel und Lemland<br />
sowie je eine einzelne Lokahtät in Vårdö und Kökar.<br />
Anemone ranunculoides. X^ur in einer Gruppe von Lokahtäten im Schärenarchipel<br />
von Lemland sowie nördlich davon iiber Jomala nach der Gegend des<br />
Färjsund.<br />
Poientilla minor. Ungefähr wie die vorherg.<br />
Agrimonia odorata. Hauptvorkonnnen im Schärenarchipel von Lemland.<br />
Trifolium montanum. Hauptvorkonimen in Saltvik und angrenzenden Teilen<br />
von Sund.<br />
Lathyrus montanns. Hauptvorkonnnen in Ost-Saltvikmid angrenzenden Teilen<br />
von Sund.
112 A. Palmgren, Die Arteiizalil als pflaiizengeograpliischer Charakter<br />
Lathyrus niger. Ausser an eiiier einzelnen Lokalität in Jomala und an zwei<br />
nalie bcieinander liegcnden in Föglö in einer Gruppe von Lokalitäten im östliclien<br />
Fasta Åland.<br />
Geranium hicidnni. Hanptvorkommen in Grnppen von Lokalitäten im Nord--<br />
westlichen Scliärenarcliipel, Lemland, Föglö mid Kökar.<br />
Hypericum hirsutiim. Grnppen von Lokalitäten im Scliärenarcliipel von<br />
I^emland, in Kökar sowie einzelne Lokalitäten in Föglö nnd Sottunga.<br />
Campanula glomerata. Hauptvorkommen in vSaltvik.<br />
Artemisia campestris. Hauptvorkommen ini Xordwestlichen vSchäreiiarcliipel,<br />
Scliärenarcliipel von Lemland, Föglö und Kökar.<br />
Filt dieses gruppeiiweise \''orkominen scheint sich uiigesuclit folgende<br />
Erklänmg zii ergeben: Eine Art hat durch Zufall einen Siedelplatz an einem<br />
Ståndort innerhalb der Gruppe eder der Gruppen von Fundorten gefunden.<br />
\'on hier ist eine weitere Ausbreitung ausgegangen, wobei ganz natiirlich die<br />
nächstgelegenen und auch sonst der Besäung am meisten offenstehenden<br />
Landstrecken die grössten Aussichten gehabt haben, besät zu werden. Erheblich<br />
weiter hat die Ausbreitung wenigstens vorderhand nicht um sich zu<br />
greifen vermocht.<br />
Die Bedeutung der Exposition fiir die Bewachsung und der Entfernung<br />
als pflanzengeographische Faktoren tritt hier sichtbar hervor.<br />
In diesem Zusammenhang sei noch eine Art des Vorkommens angeinerkt,<br />
die, wie es scheint, die Rolle der Exposition und der Entfernung in markanter<br />
Weise hervortreten lässt. Ich meine die Vegetation auf den Felsbuckeln<br />
(bergknallar), die nanientlich in den Kiisten und Schärengegenden<br />
von Åland einen recht hervorstechenden Zug des Landschaftscharakters<br />
bilden. Die Flora dieser Felsbuckel innerhalb der Laubwiesen- und der<br />
Nadelwaldvegetation ist, auch wo der Felsuntergrund und der entstandene<br />
Verwitterungsboden von derselben oder ähnlicher Beschaffenheit zu sein<br />
scheinen, ganz verschieden. In Laubwiesengegenden ist die Flora der<br />
1'elsbuckel artenreich (vgl. des Verf. Studie von 1915, S. 78—82), in Kadelwaldgegenden<br />
dagegen äusserst ann. Wie ich in meiner Studie von 1922<br />
(S. 41) hervorgehoben habe, diirfte die Ursache dieses scharfen Unterschieds<br />
öfters weniger in Verschiedenheiten des Standortes als in den Voraussetzungen<br />
fiir die Besäung zu suchen sein. Die Felsbuckel der Laubwiesengebiete<br />
sind von einer artenreichen Vegetation umgeben, von deren Elementen ein<br />
beträchtlicher Teil auch auf den Buckeln giinstige Bedingungen findet. In<br />
der Mehrzahl der Nadelwaldgebiete finden sie hinwieder in ihrer nächsten<br />
Umgebung nur eine äusserst geringe ^lenge fiir eine Besäung geeigneter<br />
Arten ver.
ACTA IU)TANICA FENNICA I, N:o 1 113<br />
5. Unterschiede zwischen der Flora In den Kusten- und Scharengegenden<br />
Ålands und in dessen zentraleren Teilen.<br />
Kustenflora und Binnenlandsflora.<br />
Die Betrachtung der Verbreitungsverhältnisse innerhalb der lyaiibwiesenvegetatioii<br />
lässt fiir eine recht bedeutende Anzahl Arten eine Verschiedenheit<br />
des Vorkommens ini Schärenarchipel und in den zentraleren Teilen von<br />
Fasta Aland erkennen. Zum Schärenarchipel vverden hierbei audi die peripheren<br />
Kiistenpartien von Fasta Aland gerechnet; die Abgrenzung fällt ganz<br />
natiirlich etwas willkiirlich aus. (Durch die unten folgenden Zeilen wird<br />
meine Darstellung 1917, vS. 531—533 = 1922 B, S. 46—47 ergänzt.)<br />
Die untenstehenden Arten treten allein oder vorzugsweise auf Fasta<br />
Åland auf:<br />
Car ex pidicaris<br />
C. caryophyllea<br />
C. flava<br />
C. Hornschuchiana<br />
C. hirta<br />
Ophrys<br />
Fragaria<br />
Medicago<br />
Trifolium<br />
muscifera<br />
viridis<br />
lupulina<br />
niontannni<br />
A nthyllis Viilneraria<br />
Lotus corniculatus<br />
Lathyrus silvestris<br />
L. pahistris<br />
L. montanus<br />
Oxalis Acetosella<br />
Atharnanta LibanoHs<br />
A ndrosace septenirionalis<br />
Gentiana *suecica<br />
Plantago media<br />
Adoxa Moschatellina<br />
Knaiitia arvensis<br />
Campanula glomerata<br />
Solidago virgaurea<br />
Carlina vulgaris<br />
Cirsium heterophyllum<br />
Centaurea Scabiosa<br />
Hypochaeris maculata<br />
Unter den aufgezählten Arten fallen zunächst die folgenden häufiger vorkomnienden<br />
ins Auge: Carex pulicaris, C. caryophyllea, C. flava, Oxalis Acetosella,<br />
Gentiana *suecica, Solidago virgaurea, Cirsium heterophyllum, Hypochaeris<br />
maculata.<br />
Fiir die folgenden bezieht sich das Vorkommen allein oder vorzugsweise<br />
auf den Schärenarchipel:<br />
Taxus baccata<br />
Alnus incana<br />
Quercus robur<br />
Ribes nigrum<br />
Cotoneaster integerrima<br />
Pyr us M alus<br />
Sorbtis suecica<br />
Mespilus monogyna<br />
M. curvisepala<br />
Rubiis caesius<br />
R. pruinosus<br />
Rosa cinnamomea<br />
Prunus spinosa<br />
Acer platanoides<br />
Viburnum<br />
Lonicera<br />
Opulus<br />
Xylosteum<br />
Milium effusum<br />
Calamagrostis epigejos<br />
Arrhenatherum elatius<br />
Poa trivialis<br />
P. nemoralis<br />
P. compressa<br />
Brachypodiumsilvaticum<br />
Triticum caninum<br />
Carex ornithopus<br />
C. digitala<br />
Woodsia ilvensis<br />
Asplenium Trichomaties<br />
A. septentrionale<br />
Selaginella ciliata<br />
Allium Scorodoprasum<br />
"" A. Schoenoprasum<br />
A. ursinunfi<br />
Polygonatum multiflorum<br />
Cypripedium calceolus<br />
Orchis mascula<br />
Gymnadenia conopsea<br />
Platanthera montana<br />
Cephalanthera longifolia<br />
Neottia nidus avis
GG A. Palmgren, Die Artenzalil als pflanzeiigeographischer Cliaraktcr<br />
Stellaria llolostea<br />
Cerastium gliitinosum<br />
Moehringia trinervia<br />
Silene nutans<br />
Melandriitm silvestve<br />
Corydalis intermedia<br />
Cardamine hivsuta<br />
Dentaria bulbifera<br />
Draba muralis<br />
Dr. incana<br />
Turntis glabra<br />
Sediim riipestre<br />
Saxifraga tridactyliles<br />
Potentilla minor<br />
A Ichemilla filicatdis<br />
Agrimonia odorata<br />
Vicia tetrasperma<br />
V. silvatica<br />
V. sepium<br />
Geranium coliimbinum<br />
G. lucidum<br />
G. Roberiianum<br />
Mercttrialis perennis<br />
Hypericum hirsutum<br />
II. perforatum<br />
Viola tricolor<br />
Epilobium tnontanuni<br />
E, coUiniini<br />
Sanicula europaea<br />
Cynanchum Vincetoxicum<br />
Stachys<br />
silvatica<br />
Calamintha Acinos<br />
Clinopodium vulgäre<br />
Origanum vulgäre<br />
Linaria vulgaris<br />
Scrophularia nodosa<br />
Veronica longifolia<br />
V. spicata<br />
M elampyrum cri stat uni<br />
Euphrasia tenuis<br />
Galium A pariiie<br />
Valeriana officinalis<br />
Campanula latifolia<br />
Inula saliciyia<br />
Artemisia campestris<br />
Arctium nernorosum<br />
Erigeron acris<br />
Wie aus diesein Verzeichiiis erhellt, zeigt die lyaubwiesenvegetatioii im<br />
Scliärenarchipel als Ganzeiii einen grösseren Artenreichtum als im Innerii<br />
Ålands. Dieser wird aiich bei der Durchmustemiig von Artenlisten fur einzelne<br />
vergleiclibare (in derselben Oegend liegende) kleinere Gebiete ersichtlich.<br />
Wir werden die oben mitgeteilten Artenlisten etwas genauer betrachten.<br />
Zur Bekräftiguug des Gesagten sei beispielsweise folgeudes uùtgeteilt: In<br />
der hocli (ca. 20 m ii. M. unci melir) gelegenen Gegcnd der Kirclie von Jomala ist<br />
fUr die uocli vorhandenen Laubvvieseufragmente zunächst uni das Dorf Dalkarby,<br />
das jenseits des Pfarrhofteiclies gelegene Löfdal und die mehr als 1 km<br />
nördlicher liegenden Laubwiesen zwisclien Kårböle und Möckelby (fiir die<br />
Laubwiesenvegetation) eine Artenzalil von 171 aufgezeichnet wordeu, W'erdeu<br />
ferner die etwa 1 km östlich von Dalkarby gelegenen Laubwiesen iu Jattböle<br />
mitgerechnet, so steigt die Sunnne auf 183, wird weiter das/Laubwieseugebiet<br />
bei dem Anwesen Andersböle (ca. 4 km nördlich von Dalkarby) in<br />
Betracht gezogen, so beträgt die Sumnie 190. Im vSchäreuarchipel von Leiuland,<br />
der 8 km siidlich von Dalkarby beginnt, zählen, wie S. 29 angefiilirt, sclion<br />
unbedeutende Inseln — mit einer grössten Krstreckung von nur 0.5 km oder<br />
etwas mehr — 200 Arten in der Laubwiesen vegetation. Ks ist also bemerkenswert,<br />
dass ein viel grösseres Areal in der Gegend der Kirclie von Jomala, welches<br />
ausserdein aus mehreren in bedeuteiidem Abstaiid voneinaiider gelegenen Gebieten<br />
zusammeiigesetzt ist, nicht zu derselben Artensmnme hinaufreicht wie diese<br />
einzelneii Inseln in Lemland.<br />
Dieser geringere Artenreichtum der Flora in zentralereii und höher<br />
gelegenen Teilen der Landscliaft tritt fiir das an die Vegetation Ålands<br />
gewöhnte Auge schon in dem allgemeineii Cliarakter der Pflanzendecke,<br />
in deren geringerer Buntheit und Farbenpracht hervor. Ich weise den<br />
Exkursanten z. B. auf die hoch gelegenen Partien um Låugbergsöda uud<br />
Tengsöda im Kirchspiel Saltvik liin.
ACTA BOTAXICA FIvNNICA 1, N:o I 115<br />
Unter den Arten des Verzeichnisses gibt es einige solche, die ini Schärenarchipel<br />
zahlreichere geeignete Standorte vorfinden und daher ganz naturlich<br />
vor alleni dort anzutreffen sind. An erster Stelle stehen in dieser Hinsiclit<br />
niehrere Arten mit hauptsächlicheni \^orkonimen auf Hûgel- und Felsbuckeln<br />
(back- o. bergknallar), nackten Klippen und Felsenabsatzen. Hier seien<br />
genannt:<br />
l^oa compressa Saxifraga ividaciyliies Epilobium monianum<br />
Woodsia ilvensis Vicia tetrasperma Cynunchunt Vincetoxi-<br />
Asplenium Trichomanes Geranium cohimbinwn cum<br />
A. septentrionale G. luciduni Veronica longifolia<br />
Allium Schoenoprasum G. Robertianum V. spicata<br />
Cardamine hirsuta Hypericum perforatum Arteynisia campestris<br />
Sedtini rupestre Viola tricolor<br />
Aber auch fiir manche extreme Hainpflanzen, wie Miliuni cfjusum und<br />
SaniciUa europaea, gibt es in der Regel im Schärenarchipel reichlicher geeignete<br />
Ivokalitäten als in den zentraleren Teilen von Fasta Aland, wo die Bodenkultur<br />
weiter fortgeschritten ist.<br />
Weshalb die iibrigen Arten des obigen Verzeichnisses (die durcli die Standortsverliältnisse<br />
nicht direkt begûnstigten) vor alleni im Schärenarchipel zu<br />
finden sind, dariiber diirfte man sich fiir die einzelnen Fälle schwer mit Bestinimtheit<br />
aussprechen können. Wahrscheinlicli haben mehrere Unistände<br />
zusaniniengewirkt:<br />
i<br />
Zum Teil kann die Ursache gewiss darin gesucht werden, dass der Schärenarchipel<br />
durch die lyandhebung und das relativ ausgedehnte Kiistenareal<br />
grössere IMöglichkeiten zum Sesshaftwerden und zu sukzessiver Fjnwanderung<br />
geboten hat als Fasta Aland, wo die lyandhebung eine viel geringere Rolle<br />
spielt und wo ein Kinwanderer sich daher in der ISIehrzahl der Fälle einen<br />
Wohnplatz auf schon bewachsenem Boden erkämpfen muss (vgl. S. 85).<br />
Auch insofern hat die Landliebung wahrscheinlich einen vorteilhaften Einfluss<br />
ausgeiibt, als sie der Kûstengegend sukzessiv neues Land zugefiihrt hat,<br />
das noch nicht ausgelaugt worden ist und sich daruni fiir eine reiche Flora<br />
eignet. Dies ist ja auî Fasta Aland in viel geringerem ]\rasse der Fall (vgl. S.<br />
73).<br />
Ganz sicher hat man auch — unter sonst gleichen Verhältnissen (auch in<br />
bezugauf die geographische Lage) — fiir den Schärenarchipel und die Kustengegenden<br />
mit einer giinstigeren Exposition fiir die Bewachsung zu rechnen<br />
als bei den zentraleren Teilen.<br />
In einein gewissen, aber doch kaum ausgedehnteren Masse hat zweifelsohne<br />
auch eingewirkt, dass die Bodenkultur auf Fasta Aland älteren Datums
11 f) A. Palmgren, Die Arteiizahl als pflanzengeograpliischer Cliarakter<br />
mid grösseren Umfangs ist als iin Schärenarchipel; sie hat also offenbar in<br />
höhereni Grade als im Schärenarchipel Arten der urspriinglichen Vegetation<br />
ausgenierzt.<br />
Schliesslich ist noch ein Unistand zu beachten, der sichtlich nicht ohne<br />
Kinflussgewesen ist: Die heute in den zentraleren Teilen von Åland herrschende<br />
\'egetation ist ganz gewiss äiteren Datums als die in den peripheren Teilen,<br />
die sich sj^äter ans dem Meere erhoben baben, und ist vielleicht nicht in höhereni<br />
Grad durch neue Arten bereichert worden, seitdem sie zuerst das Ivand<br />
in Besitz genommen hat (vgl. S. 71). Als dies geschah und wesentliche Teile<br />
der jetzigen Kiistenpartien und der umgebenden Schärenkomplexe unter<br />
Wasser lagen, war die fiir die Besäung disponible lyandfläche bedeutend kleiner<br />
als heutzutage und ausserdem, was vielleicht vor allem von Bedeutiing<br />
gewesen ist, i m N und S weniger ausgezogen; sie bot daher ganz natiirlich<br />
geringere Voraussetzungen zu einer Ansammlung von Samen und anderen<br />
Ausbreitungsmitteln. Hand in Hand hiermit hat sichtlich auch der Umstand<br />
gewirkt, dass zu der Zeit, wo sich nur die zentralen Teile von Fasta Aland<br />
iiber das Meer erhoben hatten, auch bedeutende Teile der nächstgelegenen<br />
Schärenarchipele und Kiistengegenden von Schweden unter Wasser lagen.<br />
Der Abstand zu den nächsten Ausbreitungsherden war also grosser als gegenwärtig.<br />
Wie es sich aber auch mit der Krklärung verhalten mag, so bleibt die Tatsache<br />
bestehen, dass die Flora in den Kiistengegenden und im Schärenarchipel<br />
artenreicher ist als auf ähnlichen Boden im Innern Ålands. Dies ist ein<br />
bemerkenswertes Verhalten, das eine nähere Untersuchung verdient. Es<br />
scheint auch anderswo ein Gegenstiick zu haben und fliesst mithin wenigstens<br />
teilweise aus Ursachen von iimjassender Gilltigkeit her. Offenbar sind die<br />
Grilnde wenigstens zum Teil dieselben wie die, auf welchen die fiir die Schärenlandschaft<br />
Åland als Ganzes so auffallend hohe Artenzahl beruht.<br />
Wie soil man aber das Vorkommen der Arten erklären, die in Aland allein<br />
oder vorzugsweise auf der Hauptinsel auftreten? Die unbedeutenden Klimaunterschiede<br />
können kaum einen entscheidenden Einfluss ausgeiibt haben.<br />
Hierfiir spricht auch der Umstand, dass manche diesêr Arten auch in dem<br />
dicht bei Fasta Åland liegenden Schärenarchipel von Ivcmland auftreten, wo<br />
das Kiima ja doch ein ^leeresklima ist. Auch diirfte nicht in erwähnenswertem<br />
1) Vielleicht könnte man auch einigennassen damit rechneii, dass die Artenzahl<br />
infolge der Konkurrenz unter den Arten ini Laufe der Zeit abgenommen hat.<br />
Eine solche Entwicklung wird ja mehrfach in der Literatur vorausgesetzt (beispielsweise<br />
von SCIIAUFETTER: Uber die Artenannut der ostalpinen Ausläufer<br />
der Zentralalpen, 1909, S. 3).
ACTA I}()TANICA FKNNICA 1, X:o 1 117<br />
Grade aiif geeignetere Standortsverhältnisse hingewiesen werdeii köniien. Eine<br />
Aiisnahme wäre jedoch vielleiclit denkbar fiir Carexflava, C. Hornschuchiana,<br />
Ophrys muscifera und Lathyrns -palustris wie aiich fiir die folgenden, die vielleiclit<br />
in einigeni Masse durch die aiif Fasta Åland ältere Kultur begiinstigt<br />
worden sind: Carex hirta, Medicago luptilina, Trifolium montanum, Campanula<br />
glomerata, Carlina vulgaris, Centaurea Scahiosa und Hypochaeris maculata.<br />
Im Hinblick auf das Gesagte liegt vielleicht die lîrklarung am nächsten,<br />
dass die in Rede stehenden Arten wälirend einer friiheren Zeitperiode eingewandert<br />
sind, wo sich. der Schärenarchipel und die lieutigen Kiistenpartien<br />
noch nicht iiber das Wasser erlioben hatten. Diese H^-pothese setzt voraus,<br />
dass fur die fraglichen Arten in späterer Zeit keine erwälinenswerte Wanderung<br />
nach neuen lyokalitäten stattgefunden hat. Wo eine solche erfolgt<br />
ist, da ist zunächst der dicht bei Fasta Aland liegende vSchärenarchipel von<br />
Iveniland derselben teilhaftig geworden. Auf die Frage der Kinwanderung<br />
der Arten nach Åland werde ich in andereni Zusammenhang zuriickkommen.<br />
Zu einer vergleichenden Untersuchung des Charakters der Vegetation<br />
und Flora in eineni Kiisten- und in eineni Binnenlandsgebiet gewährt Åland<br />
mit seineni stark zersclmittenen, unbedeutenden Ivandareal begreiflicherweise<br />
keine gunstigen Voraussetzungen. Die Frage miisste fiir ein anderes Gebiet,<br />
z. B. fiir Nyland, das Eigentliche Finnland oder Österbotten, in Angriff<br />
genommen werden. Sie besitzt ganz gewiss ein bedeutendes pflanzengeographisches<br />
Intéressé.<br />
6. Scitcnc Arten.<br />
Die obige Durchmusterung der Verbreitung der Arten auf Åland sei mit<br />
einer Krwähnung der bedeutenden Anzahl seltener Elemente abgeschlossen.<br />
Wegen dieser verweise ich im iibrigen auf meine vStudie iiber die Ivaubwiesen,<br />
1917 (=1922 B), Kap. X. Die grosse Anzahl seltener Elemente stcllt cinen der<br />
Zuge dar, welche den Char akter der åländischen Flora schaffen.<br />
Von Botaniken! in Finnland ist oft darauf hingewiesen worden, dass<br />
Åland nie floristisch geniigend erforscht zu werden scheine, trotzdem die<br />
lyandschaft fleissiger von Botanikern besucht worden ist als irgendein anderer<br />
Teil des Reiches. Immer wieder konimt ein bemerkenswerter Fund hinzu.<br />
Dieses beim ersten Blick so seltsame Verhalten erscheint durchaus erklärlich,<br />
wenn man den bedeutenden Kontingent von Arten mit eineni Vorkommen<br />
an nur einer oder der anderen Stelle beachtet.<br />
In meinen Laubwiesenstudien habe ich unter den 324 Arten der Laub-
118 A. Palmgren, Die Arteiizahl als pflaiizcngeograpliisclier Charakter<br />
wiesen 42 als selteii bezeichnet (1915, S. M—48), wovon nach erneuten Untersuchungeii<br />
35 iibrigbleiben. Zieht man die àlânclische urspriingliche<br />
Flora in ihreni ganzen Umfang in Betracht, so kommen zn diesen 35 Arten<br />
weitere 87 hinzu. Die Totalsiimme der seltenen Arten beträgt also 122 tinter<br />
650, mit anderen Worten 18,8%. Wie leicht hatten sich nicht einige dieser<br />
seltenen Arten der Kntdeckiing entziehen können? Und andererseits — wie<br />
Wcihrscheinlich ist es, dass es noch eine oder die andere Art gibt, deren einzelne<br />
Siedelplätze bis auf weiteres der Aufmerksamkeit entgangen sind. —<br />
Die seltenen Arten sind unten aufgezählt:<br />
Seltene<br />
Arten<br />
Salix de pressai<br />
Alnns incana<br />
Rubiis pruinosus<br />
Rosa tornentosa<br />
Tilia cordata<br />
C ar ex vid pi nul<br />
C. neniorosal<br />
C. chordorrhiza<br />
C. arenaria<br />
C. brimnescens<br />
C. loliacea?<br />
C. remota<br />
C. aqiiatilis<br />
C. ornithopiis^<br />
C, moniana<br />
C. livida<br />
C. vaginata<br />
C. lepidocarpa<br />
C. riparia<br />
Juncus haïtiens<br />
Phleum Boehmeri<br />
Alopecurits aristnlatusl<br />
Calamagrostis arnndinacea<br />
Aira praecox<br />
Poa palusiris?<br />
Brachypodinm silvaticum<br />
Eriophorum gracile<br />
Scirpiis caespitosus v.<br />
anstriacus<br />
Siriiihiopteris germanical<br />
Asplenium Ruta muraria<br />
Rlechnum Spicant<br />
Crypiogramma crispa<br />
Botrychium boreale<br />
B. ramosum<br />
B. lanceolatiim<br />
B. simplex<br />
B. matricariae<br />
Equisetiim hiemalel<br />
E. variegatum<br />
E. scirpoides<br />
Lycopodium complanatutn<br />
Fur keine von diesen iiberstieg die Zahl der Fimdorte 10 (erneute Studien<br />
haben diese Zahl jedoch fiir eiuige der Arten {Brachypodinm pinnatnm, Epipactis<br />
pahistris, Cerastinm glutinosnm, Lathyrns montanns, Hypericum hirsiitum,<br />
Athamanta Libanotis, Lathraea Sqiiamaria) iiber die angefiihrte erhöht), fiirniehrere<br />
wird nur einer oder der andere Siedelplatz angegebèn, und doch handelt<br />
es sich hier um ein ausserordentlich genau imtersuchtes Land, Fiir mehrere<br />
Dutzend Arten können mehr als 200 angemerkte I^okalitâten aufgezählt werden.<br />
Die Beschränkmig des Begriffs »seltene» Arten auf solche, die an höchstens<br />
10 Lokahtäten auftreteu, ist natiirhcherweise sehr willkiirhch. In bezug<br />
auf die P'requenz gibt es stete Ubergäuge von seltenen zu häufigen. Diese Zahl<br />
kaim auch nicht ohne weiteres bei einem Vergleich mit einem auderen Gebiet<br />
zum Ausgangspunkt genomnien werden. 10 Fundorte auf Åland bezeichnen ja,<br />
objektiv betrachtet, ein häufigeres Vorkonmien als dieselbe Anzahl Fundorte<br />
beispielsweise auf dem viel grösseren Gotland. Die Vergleichszahlen niiissen<br />
also mit Rucksicht auf die Grosse der Gebiete gewählt werden.
ACTA BOTANICA FIÎXXICA I, X:() 1 119<br />
Lycopodium inimdatum Salsola Kali<br />
Isoè'tes laciistris<br />
Stellaria nemorxim<br />
Sparganium glonieratum ^ St. Holosiea<br />
Potamogeton Zizii<br />
St. longifoHa<br />
P. polygonifolins<br />
Honkenya peploides<br />
P. crispîis<br />
Ntiphar piunilum<br />
P. miicronatusl<br />
Aquilegia vulgaris<br />
P. panormilanns}<br />
Ranunculus circinnatus<br />
P. obtusifolius?<br />
Thalictrum simplex<br />
Ruppia spiralis'^<br />
Corydalis intermedia<br />
R. r ostellut a}<br />
Lepidium laiifolium<br />
Hydrocharis morstis ranae<br />
Alliaria officinalis<br />
Cakile maritima<br />
Spirodela polyrrhiza Crambe maritimal<br />
Lemna gibha<br />
Cardamine silvatica<br />
Allium iirsimitn<br />
Sedum rupestre<br />
Fritillaria Meleagris Potentilla miyior}<br />
Cypripedium calceolus Alchemilla obtusa<br />
Ophrys muscifera<br />
Agrimonia odoratal<br />
Orchis masciila<br />
Vicia lathyroides<br />
O. Traiinsteineri<br />
Lathyrus silvestris<br />
Herminiiim monorchis L. niger<br />
Cephalanthera longifoHa Geranium pratense<br />
Epipactis latifolia<br />
G. dissectum<br />
Microstylis monophylla G. columbinum<br />
Hwniihis Lupiilus<br />
Mercurialis perennis<br />
Rumex hydrolapatlmm Callitriche polymorpha<br />
Suaeda maritima ^^ C. autiminalis<br />
Viola uliginosa<br />
V. riipestris}<br />
V. stagnina<br />
Myriophyllum verticillatum?<br />
Torilis A nthriscus<br />
Oenanthe aquatica<br />
Chimaphila titnbellata<br />
Pyrola media<br />
Androsace septentrion ali s<br />
Samolus Valeran di<br />
Calystegia sepiuin<br />
Ajuga pyramidalis<br />
^ Stachys palustris}<br />
^ Thymus Serpyliiim<br />
Mentha litoralis<br />
Litorella uniflora<br />
A-rperula odorata<br />
Galium trifidutn?<br />
^ Succisa pratensis<br />
Campanula latifolia<br />
Jasione montana<br />
Lobelia dortmanna<br />
Eupatorium cannabi'<br />
num?<br />
liidens cernua<br />
^Artemisia vulgaris<br />
Crépis praemorsa<br />
Ausscr den vorstehend aiigefuhrten Arten gibt es noch einige, fiir vvelclie die<br />
Zahl der unfgezeichneten Fundorten nicht 10 iibersteigt, die aber docli ganz sicher<br />
an weiteren Lokalitäten avifgespiirt werden diirften und dalier nicht initer die<br />
seltenen aufgenomnien sind. Ich meine: Calamagrostis lanceolata, Scirpus parvulus,<br />
Luzula pallescens, Sparganium affine, Sp. simplex, Potamogeton alpinus,<br />
Zanichellia repens, Z. pedunculata, Sagina maritima, Ceratophyllum demersum,<br />
Nymphaea alba, Ranunculus lingua, Bulliarda aquatica, Vaccinium niicrocarpum,<br />
Limosella aquatica, Utricularia minor, Euphrasia gracilis. — Auch unter den<br />
in das Verzeiclinis anfgenomnienen gibt es einige, die bei erneuten Exkursionen<br />
voraussiclitlich aus der Zahl der seltenen ausscheiden werden: Salix depressa?,<br />
Alopecurus aristulatus, Carex vulpina, C. nemorosa, C. loliacea, Struthiopteris<br />
germanica, Equisetum hiemale, Potamogeton mucronatus, P. panormitanus, P.<br />
obtusifolius, Ruppia spiralis, R. Rostellata, Crambe maritima, Potentilla minor,<br />
Agrimonia odorata, Viola rupestris, Myriophyllum verticillatum, Stachys<br />
palustris, Galium trifidum, Eupatorium cayinabiynim.<br />
Worin findet diese hedciitende Anzahl seltener Arten ilire Erklärung?
120 .-î. Palmgren, Die Artenzahl als pflanzengeographischer Charakter<br />
Die Beantwortung dieser Frage setzt eine Kenntnis der Ursachen<br />
voraiis, durch welche das spärliclie Vorkommen der fraglichen Arten bedingt<br />
ist.<br />
Wenigstens die Mehrzahl dieser seltenen lileniente scheint an den 1'lätzen,<br />
wo sie lieute auftreten, gut zu gedeihen. I'Hir zwei von ilmen [Cephalanthera<br />
longifolia und Campanula latijolia) habe ich eine Ausbreitung während<br />
zweier Jahrzehnte konstatieren können. Ks ist also kein Anlass vorhanden,<br />
in ihnen Relikte ans einer vergangenen, kliniatisch giinstigeren Zeit zu sehen,<br />
ein Gedanke, der fur mehrere sclion auch daduroh widerlegt wird, dass sie<br />
auf einem Terrain auftreten, das sich während einer niclit sehr fernen Zeit aus<br />
dem r^Ieer erhoben hat (vgl. die ausfiihrlichere Darlegung 1917, S. G08—<br />
C)09 — 1922 B, S. 112—114), fiir andere dadurch, dass sie in nahegelegenen<br />
Teilen von Fennoscandia nicht selten sind. Die Ursache des spärlichen<br />
V'orkoinniens nuiss also in anderen Uinständen gesucht werden.<br />
Fiir manche Arteu ist sie wohl in einer vergleichsweise schwachen Ausbreitungskapazität<br />
zu finden. Fiir andere diirfte sie in einem spärlichen \'orkommen<br />
in den Gegenden zu suchen sein, woher sich die åländische Flora<br />
zunächst rekrutiert haben mag. Eine bedeutende Anzahl anderer Arten hat<br />
also unter beiden Voraussetzungen alle Aussichten gehabt, friiher einen verfiigbaren<br />
Platz in Besitz zu nehmen.<br />
Ein bedeutender Teil der seltenen Arten Ålands ist nicht dar urn selten, weil<br />
sie sich nicht fiir die herrschenden klimatischen und Standortsverhältnisse eigneten,<br />
sondern dantm, weil sie in der Konhurrenz urn den Ranm, genatier<br />
ausgedriickt in den Voraussetzungen, schnell einen Siedelplatz zu gewinnen,<br />
unterliegen. Dieser Kampf gestaltat sich auf Åland fiir nordische Verhältnisse<br />
zweifelsohne ungemein schwer. Teils ist das Areal, auf dem der<br />
Kampf ausgekämpft wird, unbedeutend, teils bringen es ungewöhnlich gùnstige<br />
Kiima- und Strandortsverhältnisse im Verein mit einer fiir die Besäung<br />
geeigneten Lage (sowohl in bezug auf die Exposition fiir die Bewachsung als<br />
auf den Abstand von einem artenreichen Verbreitungsherd) mit sich, dass<br />
die Zahl der Konkurrenten sehr gross wird.<br />
Es muss im Hinbhck auf das Gesagte wohl am ehesten ein gliicklicher<br />
Zufall sein, der einer Art der hier in Betracht kommenden Kategorie erlaubt,<br />
trotz der schweren Konkurrenz Fuss zu fassen. Solchen Zufällen bietet Aland<br />
ganz sicher einen bedeutenden Spielraum. Der ständige und beträchtliche<br />
Oewinn neuen Terrains in dieser Schärenlandschaft gewälirt hierbei manchen<br />
Arten gûnstige Voraussetzungen. Das eine Mal begûnstigt der Zufall die eine<br />
Art, das andere Mal eine andere. Auch die Lage Ålands erweitert den Spielraum<br />
des Zufalls. Die Entfernung von den Gegenden, von denen die Rekru-
ACTA BOTAXICA FIvNNICA 1, N:o I 121<br />
tieriing der siiclländisclieii Arten stattgefiinden hat, ist zwar recht betraclitlidi,<br />
aber doch viel geringer als beispielsweise die entsprechende Entferiiung<br />
bis zu deni iibrigen Finnland. Ebenso ist die Exposition fiir die Bewachsiing<br />
recht giinstig. Ein Ziifall kann eine Art selbstverständlicli leichter hierherbringen<br />
als beispielsweise nach dem kontinentalen Finnland. Aland gewährt<br />
dem Zufall in verscJiiedenen Hinsichten einen guten Spielraum.um auch Arten<br />
mit geringer en Aussichten zur Ausbreitung förderlich zu sein.<br />
Hierin liegt wohl ein wesentlicher Grund zii der grossen Zahl seltener Eleniente<br />
und mithin auch zu der hohen Artenzahl iiberhaupt.<br />
Das Problem der seltenen Arten wird in »luig. Warmings Lehrbuch der<br />
ökologischen Pflanzengeographie» (Fiinfte Eieferung, 1918) behandelt. Im<br />
120. Kapitel (Allgemeine Sätze iiber Besiedlung von Neuland. Waffen der<br />
Arten in ihren Kampfen. Seltene Arten) fesseln die folgenden Ausfiihrungen<br />
(S. 940):<br />
»Seltene Arten. Der Kanipf der Ptlanzen untereinander erhält einen floristisclien<br />
Ausdruck auch in den seltenen Arten, die bei vielen botanischen vSanimlern<br />
bekanntHch die Hauptrolle spielen-.<br />
Eine Art kann in eineni Gebiete aus verschiedenen Griuiden selten sein:<br />
1. weil passende Standorte fehlen, z. B. Felsenboden ini Flachlande,<br />
2. weil sie ein Ansiedler ist imd auf ihrer Wanderung eben erst in das betreffende<br />
Gebiet gekomnien ist, aber vielleicht Jahr fiir Jahr häufiger werden<br />
wird {Helodea Canadensis in Europa, Senecio vernalis usw.),<br />
3. weil sie eine »Reliktenpflanze» d, h. ein Rest einer friiheren,<br />
nun verdrängten Vcgetatio:i ist,<br />
4. weil sie eine nen entstandene Art ist (eine endeniisclie Pflanze).»<br />
Die Ursachen dazu, dass Arten in einem Gebiet selten sind, lassen sich<br />
nicht alle in dem vorstehend abgedruckten Schema unterbringen.<br />
So ist die grosse Zahl seltener Elemente auf Åland keine Folge eines<br />
Mangels an gunstigen Ståndorten; geeignete Standortsverhältnisse stehen<br />
vielmehr in ungewöhnlicher ^fenge zur Verfiigung. Die seltenen Arten sind<br />
ferner weder Relikte noch endemisch, — Eine oder die andere der Arten ist<br />
allerdings ganz sicher in sehr später Zeit in Åland eingewandert und hat vielleicht<br />
Aussicht, sich weiter auszubreiten, wie es auch wahrscheinlich scheint,<br />
dass sich die Flora Ålands noch uni eine oder die andere der siidlicheren<br />
Arten bereichem wird, die gegenwärtig in Uppland anzutreffen sind, aber<br />
Åland nicht erreicht haben (siehe 1917, S. 611 = 1922 B, S. 114—115). In<br />
Anbetracht des Zeitraums (einige tausend Jahre), während dessen Åland<br />
seine Flora empfangen hat und die \''erhältnisse fiir die sudlichen Elemente<br />
giinstige gewesen sind (vgl. 1915, S. 22), kann dessen Kontingent an seltenen<br />
Arten jedoch nicht unter der Kategorie »Ansiedler»untergebracht werden.
11 f) A. Palmgren, Die Arteiizahl als pflanzengeograpliischer Cliarakter<br />
Die seltenen Arten Ålands fallen niithin ini grossen ganzen nicht innerhalb<br />
des Warmingschen Schemas. Diese Artcn sind selten nicht ivegen<br />
ungeeigneter Verhältnisse {klimatischer oder edaphischer), Relikten- oder<br />
endemischer Natur oder ivegen spelter Einwanderung, sondern darum, weil sie<br />
in der Konkiirrenz urn den Raum den iibrigen Arten nnterliegen. Ihre Ausbreitimgskapazität<br />
ist unter den bestehenden Verhältnissen zii schwach (vgl.<br />
oben). Sie scheinen dagegen alle \''oraussetzungen dazu zu haben, ihre<br />
einnial gevvonnenen Siedelplätze zu behaupten.<br />
Was hier von Åland gesagt worden ist, hat offenbar seine Giiltigkeit<br />
auch fiir anderer Gebiete, in uni so höherem Grade, je artenreicher die Flora<br />
ini Verhältnis zuni Areal des Gebietes ist.<br />
Kinige Zitate aus A. DE CANDOLLR, Kap. VI (Répartition des individus<br />
dans l'habitation de l'espèce) scheinen zu beleuchten, was oben iiber die seltenen<br />
Arten auf Åland ausgefùhrt worden ist. S. 462 heisst es:<br />
»Plus il y a dans un pays d'espèces différentes qui peuvent se disputer la<br />
place sur chaque station, moins il y aura d'espèces agglomérées. Ainsi, on doit<br />
tronver généralement moins d'espèces sociales dans les pays équatorianx, où la<br />
végétation est riche en espèces, que dans nos régions boréales. M. de Humboldt<br />
l'a vérifié directement {Prolegomena, IV, p. 21) pour l'Amérique du sud. Les<br />
plaines de cette partie du monde lui ont offert peu d'espèces sociales; mais il en<br />
a remarqué plusieurs dans les parties élevées de la chaîne des Andes, conséquence<br />
naturelle de circonstances moins favorables. Gardner (a) ne pouvait citer dans<br />
l'intérieur du Brésil qu'un seul arbre dicotylédone qui fût social, comme nos<br />
sapins, nos chênes, etc., c'est le Moghania glabrata, Saint-IIil. On en trouverait<br />
davantage à la Nouvelle-Hollande, et surtout dans les petites îles de l'Océan<br />
Pacifique, parce que les espèces y sont moins nombreuses pour chaque station.<br />
Le Cap semble avoir moins d'espèces sociales que nos régions tempérées de l'Europe<br />
(b). On s'en étonnera peut-être à cause de la sécheresse de plusieurs districts<br />
de cette vaste région; mais le nombre considérable des espèces étant un<br />
des traits caractéristiques de ce singulier pays, chacime doit avoir peu place<br />
dans chaque localité.»<br />
Unter der tJberschrift »De la vulgarité ou diffusion, et de la rareté, dans<br />
un pays étendu et dans l'habitation de l'espèce en général» lesen wir u. a.<br />
(S. 463):<br />
»Pour chaque espèce en particulier, la proximité de sa limite d'habitation<br />
est ime cause qui la rend plus rare. Il est évident que. si une plante ne peut pas<br />
dépasser une certaine ligne, par exemple, à cause de la température, elle ne trouvera<br />
en deçà de la ligne et dans son voisinage qu'un petit nombre de localités<br />
assez chaudes ou assez fraîches pour elle. De même, si la limite est déterminée<br />
par la fréquence ou la distribution des phxies, il y aura plusieurs endroits trop<br />
humides. L'observation montre que les espèces sont toujours rares près de<br />
leur limite, et que, graduellement, les locahtés deviennent plus nombreuses.»
ACTA 1U)TANICA FIvNNICA 1, X:o 1 123<br />
Wie in dem letzteii der Zitate betont wird, treten die Arten an ihren Grenz<br />
linien in der Regel spärlich auf. Wo diese lyinien durch iingiinstige I^ebensverhältnisse<br />
bedingt sind, wie in der obigen Äusserung vorausgesetzt wird,<br />
scheint das Gesagte aiicli dtircliaus erklärlicli. Daraus folgt jedoch nicht,<br />
dass jedes spärliche Auftreten an einer Grenzlinie ungiinstige Verliältnisse<br />
widerspiegle. Das ist beispielsweise nicht der Fall mit den Arten auf Åland,<br />
die ich in diesem Kapitel behandelt habe. Kin spärliches Auftreten an einer<br />
Grenzlinie kann sich ganz natiirlich auch daraus erklären, dass die vorhandenen<br />
Fundorte die äussersten Vorposten darstellen, bis wohin die Art von ihreni<br />
eigentlichen Verbreitungsgebiet zu gelangen vermocht hat (vgl. S. 103).
V.<br />
Der Zufall als pflanzengeographischer Faktor.<br />
Pjlanzen geograf h ische F akt or en.<br />
Ich liabe in dieser Studie auf einige Umstände aufmerksain niachen wolleii,<br />
die einen offensichtlichen Kinfliiss auf die Gestaltung der åländischen<br />
Flora ausgeiibt haben und die auch ein allgemeiîieres pflanzengeographisches<br />
Interesse zu besitzen scheinen.<br />
Die Behandlung ist nur präliminär^ gewesen. Die besprochenen Faktoren<br />
sind zum Teil von einer Natur, dass sie sich schwer durch handgreifliclie Tatsachen<br />
beleuchten lassen. Ich denke beispielsweise an die Exposition fur die<br />
Bewachsung, an den Schärenlandschaftscharakter Ålands. Sie sind dazu teilweise<br />
von der Art, dass sie einen gleichartigen Einfluss auf die Vegetation<br />
ausiiben diirften. Es ist infolgedessen auch in vielen Fallen schwer, sie in<br />
ihren Wirkungen auseinanderzuhalten. Dies ist auch fiir die Disposition der<br />
vorhergehenden Darlegung ausschlaggebend gewesen.<br />
So wirken die I^andhcbung und die Schärenarchipelnatur des Gebietes<br />
in vielen Hinsichten Hand in Hand; sie unterstiitzen sich gegenseitig. Die<br />
Ivandhebung ware als Faktor viel weniger effektiv, ihre Einwirkung viel<br />
schwerer nachweisbar, wenn die Länge der Strandlinie geringer ware. Die<br />
Schärenarchipelnatur Ålands gewinnt andererseits einen grösseren Einfluss,<br />
weil die Landhebung hinzukommt.<br />
Ebenso findet man in der Entfernung und der Exposition fiir die Bewachsung<br />
zwei Faktoren, die sich in vielen Fallen nur schwer getrennt halten<br />
lassen. Ein geringerer Abstand bedeutet schon an sich Voraussetzungen<br />
zu einer giinstigeren Exposition fiir die Bewachsung als ein grösserer. Es<br />
ist schwierig, zuni Vergleich zwei Gebiete zu finden, die sich bei im iibrigen<br />
gleichen Voraussetzungen offensichtlich in einer der beiden Hinsichten unterscheiden.<br />
Man muss sich ganz sicher oft mit einem Hinweis auf beide zusammen<br />
begniigen.<br />
Ich habe hervorgehoben, wie es durchaus nicht gleichgiiltig ist, ob die
ACTA BOTANICA FENNICA 1. N.o 1 125<br />
der Vegetation zu Gebote stehenden Standortsareale in einem Gebiet zusainmenhängender<br />
oder in zahlreichere, aber kleinere Flecken zersplittert<br />
sind. Das tatsächliche Verhalten in dieser Beziehung stellt mit anderen Worten<br />
ein bedeutsames pflanzengeographisches Moment dar; wir haben damit<br />
wie mit einem Faktor — in Wirklichkeit einem Komplex von Faktoren — zu<br />
rechnen. Dass dieser Umstand einwirkt, ist theoretisch sehr natiirlich, aber<br />
schwer nachzuweisen. Es ist auch in diesem Fall nicht leicht, zwei sonst<br />
gleichgestellte Gebiete zu finden, die in den beriihrten Hinsichten deutliche<br />
Differenzen aufweisen.<br />
Was oben hervorgehoben worden ist, gibt uns Veranlassung, den Begriff<br />
pflanzengeographischer Faktor etwas naher zu betrachten.<br />
Es ist meist eine schwierige Aufgabe, die Wirkung eines pflanzengeographischen<br />
Faktors durch Beispiele oder exakte Tatsachen zu beleuchten. Nur<br />
bis zu einem gewissen Grad und nur fiir gewisse Faktoren kann dies experimentell<br />
geschehen. Sehr oft ist man darauf angewiesen, lediglich in der Natur<br />
mit ihrer Fiille von Erscheinungen die nötigen Tatsachen aufzuspiiren<br />
und zu isolieren. In dem einen wie dem anderen Fall gilt es ganz natiirlich,<br />
wenn man die Wirkung eines gewissen Faktors ermitteln will, die Nebeneinflùsse<br />
anderer Faktoren nach Möglichkeit zu eliminieren. Dies ist eine schwierige<br />
Aufgabe. Man darf nicht ausser acht lassen, dass kein Zug in den Erscheinungsverhältnissen<br />
das Resultat nur einer, ja einiger weniger wirksamer<br />
Kräfte ist, wenn auch einer der in Betracht konnnenden Faktoren als der<br />
i m vorliegenden Fall ausschlaggebende erscheinen kann. Es kann also kein<br />
Faktor ganz freistehend studiert werden. Daher fällt es auch sehr schwer zu<br />
entscheiden, in welchem Mass die Einwirkung anderer Faktoren ruhig eliminiert<br />
werden kann, ohne dass dies etwa zu irrigen Resultaten iiber die wirkliche<br />
pflanzengeographische Bedeutung desjenigen Faktors fiihrt, den man<br />
untersuchen will.<br />
Wir können also davon ausgehen, dass jedes Verbreitungsverhältnis das<br />
Resultat eines Zusammcnspieh oder Komplexes von wirksamen Kräften ist.<br />
Diese Kräfte liegen teils in der eigenen Natur der Pflanze (die endogenen<br />
Faktoren), teils in der Aussenwelt (die exogenen; vgl. ENGLER 1912, S. 222).<br />
Sie sind also von sehr verschiedenartigem Charakter. Was im allgemeinen<br />
unter dem Namen pflanzengeographische Faktoren gegangen ist, ist ja iibrigens<br />
auch recht heterogener Art. ]\ranche von ihnen sind offenbar komplexer<br />
Natur, andere sind wahrscheinlich mehr oder weniger einfache Kräfte.<br />
Eine voile Konformität der Begriffe kann kaum bestimmt gefordert werden,<br />
solange die Spezialforschung nicht die wirkenden Umstände i m nötigen Grad<br />
festgestellt und analysiert hat; kollektive Begriffe miissen wie u. a. in der
126 A. Painijoen, Die Arteiizalil als i^flaiizengeographi.scher Cliarakter<br />
Systematik neben einfaclieii Platz finden. In den wirksamen Faktorenkoniplexen<br />
iibt jeder Faktor fiir sich seinen Einfluss ans, aber nur in einern hcstimmten<br />
Zusammenwirken unter ihnen alien findet man die nötige Voraussetzung zu<br />
einem gewissen besteJienden Verhalten.<br />
iCs stellte sich der Pflanzeiigeograpliie schoii bei ihrein ersten Beginii als<br />
eine naturliclie und griiiidlegende Aufgabe, den Einflitss der verschiedeiien<br />
pflanzengeographischen Faktoren je fiir sich auf^uklären. Aber die Pflanzengeographie<br />
kaiin sich iiicht hiennit begniigen. Der Umstand, dass die<br />
Faktoren iinnier koniplexartig wirken, erfordert aitsserdem unabweislich ein<br />
möglichst vielseitiges Studium der verschiedeiien Arten ihres Zusammenwirkens,<br />
mit anderen W^orten der Faktoren, wie sie in gesammelter Starke<br />
in der Natur wirken. Diese Aufgabe ist ganz natiirlich noch schwieriger als<br />
die vorhergehende und fällt ihrer ganzen Aufstellung nach sehr relativ aus.<br />
Die verschiedeiien pflanzengeographischen Faktoren koniien begreiflicherweise<br />
in der Natur auf sehr verschiedene Weise, in verschiedener Kombination<br />
und vor allem in sehr verschiedener relativer Stärke zusammenwirken.<br />
Insbesondere ist dies natiirlich der Fall bei dem Zusammenwirken zwischen<br />
den endogenen und den exogenen I'aktoren. Viele Faktoren greifen ganz<br />
natiirlich intim und regelmässig ineinander ein, manche können kaum<br />
umhin, es zu tun, andere beriihren sich nur unter gewissen Verhältnissen.<br />
Wo wir vor einem bestimmten Ersclieinungsverhältnis stehen, können wir<br />
oft einzelne Faktoren aufzeigen, die deutlich absolute Voraussetzungen<br />
des bestehenden Verhältnisses gebildet haben. Ks wird wahrscheinlich<br />
nie niöglich werden, sie alle mit Sicherheit zu nennen. Wo ein bestimniter<br />
Modus des \'orkomniens unter, wie es uns scheint, ständig gleichartigen<br />
Verhältnissen wiederkehrt, da scheinen wir berechtigt, die Erscheinung<br />
als gesetzmässig zu betrachten. Wo wir notieren, dass eine Art an einem<br />
gewissen Platz nicht vorkommt, ist es ebenso in vielen Fällen möglich<br />
nachzuweisen, dass dieses Fehlen darin einen natiirlichen Grund hat, dass<br />
diese oder jene unabweisliche Bedingung nicht vorhanden war; das Fehlen<br />
der Art ist also leicht erklärbar. Wir hatten mit anderen Worten schon i m<br />
voraus bei der Kenntnis der Natur der Art und der herrschenden Bedingungen<br />
das notierte Verhalten voraussehen können. In anderen Fällen<br />
scheinen hinwieder alle einzelnen Bedingungen fiir das Vorkommen einer<br />
gewissen Art vorhanden gewesen zu sein; wir können nicht finden, dass<br />
die Voraussetzungen geringere gewesen wären als an einer gleichartigen<br />
lyokalität, wo sie vorkommt. Das Fehlen diinkt uns hier rätselhaft und,<br />
gegen den Hintergrund des iibrigen Vorkoniniens gestellt, ztifällig. Wir<br />
miissen hier vielleicht damit rechnen, dass die einzelnen \'oraussetzungen
ACTA 1U)TANICA FIvNNICA 1, X:o 1 127<br />
des \'()rkoiiiniens zwar je jiir sich bestanden liaben, dass aber die erforderliche<br />
Kombination der Bedingungen in einem oder deni anderen bedeutungsvollen<br />
Moment nicht vorhanden gewesen ist. Bei der Verschiedenheit<br />
der einzelnen Bedingungen eines Vorkommens liegt diese Möglichkeit<br />
offenbar jederzeit nalie. Darin liegt wohl zuni wesentliclien Teil<br />
der Grund zu dem Gepräge des Zufälligen, der in so vielen Hinsichten die<br />
Verliältnisse des Vorkommens kennzeichnet und der auch in dieser Studie<br />
des öfteren hervorgehoben worden ist. Je mehr man sich in die Einzelheiten<br />
der Vegetation vertiejt, desto mehr treten Fälle hervor, die uns den Stempel<br />
dieses rein Zufälligen zti tragen scheinen. Und diese Fälle sind so zahlreich,<br />
dass man, wenigstens vorläiijig, herechtigt nnd gezwungen zu sein scheint, mit dem<br />
Zufall als einem wirklichen Faktor hei der pflanzengeographischen Erörterung<br />
zu rechnen.<br />
Was oben hervorgehoben worden ist, gibt mir Anlass, den Begriff des Zufalls<br />
als pflanzengeographisches Problem etwas näher zu besprechen. Ich<br />
bin hierbei gezwungen, in einigen Punkten zu wiederholen, was auf den nächst<br />
vorhergehenden Seiten ausgefiihrt worden ist.<br />
Der Zufall als pflanzengeographischer<br />
Faktor.<br />
In dieser vStudie ist in verschiedenem Zusammenhang (z. B. S. 31, 41, 61,<br />
91, 1'12, 120 — 121) auf den Zufall als bei manchem Krscheinungsverhältnis<br />
einwirkenden Umstand hingewiesen worden, Seinen unzweifelhaften, aber<br />
iibersehenen Einfluss liabe ich friiher in meiner Studie iiber die Laubwiesenvegetation,<br />
später in meiner Studie »Die Entfernung als pflanzengeographischer<br />
Faktor» (siehe 1917, z. B. S. 592, 596, 619 = 1922 B, S. 98, 101, 122; 1921,<br />
S. 54) geltend geniacht. Die Frage verdient, näher entwickelt zu werden.<br />
Kann man vom Zufall als pflanzengeographischem Faktor sprechen?<br />
Das Vorkommen und die Verbreitung einer Art beruhen teils auf deren<br />
eigenem Wesen: deren Anspriichen an Wärme, Wasser, Nahrung u. a., deren<br />
Voraussetzungen zu mehr oder weniger schneller, mehr oder weniger effektiver<br />
Ausbreitung, teils auf den herrscheriden oder friiher lierrschend gewesenen<br />
geographischen, topographischen und meteorologischen Bedingungen.<br />
Die einzelnen Faktoren wirken innerhalb gewisser Grenzen, greifen<br />
auf verschiedene Weise ineinander ein. Sie geben der \^erbreitung gewisse<br />
Möglichkeiten, setzen der Wanderung gewisse natûrliche Grenzen. Innerhalb<br />
dieser Grenzen machen sich die grösseren oder geringeren Ausbreitungsbedingungen<br />
der einzelnen Art geltend. Hierbei tritt offenbar der Zufall<br />
als in ausgedehntem Masse einwirkender Umstand auf, bald begiinsti-
11 f) A. Palmgren, Die Arteiizahl als pflanzengeograpliischer Cliarakter<br />
gend, bald henimend. Ganz besonders muss er beim Studium der Verbreitung<br />
im Detail zu Gesicht kommen.<br />
Da ich also den »Zufall» unter die pflanzengeographischen Faktoren aufnehmen<br />
will, habe ich. hier zu präzisieren, weldie Bedeutung ich in diesen<br />
Begriff hineinlege.<br />
Die unreflektierte Weltanschauung bezeichnet mit »Zufall» gewöhnlich<br />
nui den reinen Gegensatz zur Gesetzmässigkeit: »whatever (it is supposed)<br />
cannot be ascribed to any law is attributed to chance» (vgl. J. ST. MILL: A<br />
System of Logic Ratiocinative and Inductive. The Silver Library Ed., 1906,<br />
Book III, Ch. XVII, § 2 (S. 345)). Die Wissenschaft hat keine Veranlassung,<br />
den Begriff Zufall in diesem negativen Sinn anzuwenden. Die Wissenschaft<br />
nimnit an, dass alle Erscheinungen, mit denen sie sich befasst, unausweichlich<br />
aus vorhergehenden Ursachen entspringen. Aber wir sind berechtigt,<br />
den Begriff Zufall in relativem Sinn zu gebrauchen. In dieser Bedeutung wird<br />
er angewendet (RUDOLF EISLER: Wörterbucli der philosophischen Begriffe,<br />
1910, Dritte Auflage, Bd. Ill, S. 1903), uni zu bezeichnen: »1) das Eintreffen<br />
unbeabsichtigter, unvorhergesehener, aber kausal bestimmter Ereignisse, 2)<br />
das Zusammentreffen zweier, in keinem (direkten) Kausalzusammenhang<br />
stehender Ereignisreihen, das einer Berechnung nicht zuganglich ist, so aber,<br />
dass sowohl jeder der Vorgänge Wirkung einer Kausalreihe, als auch das<br />
Zusammentreffen beider Kausalreihen i m Weltzusammenhang begrùndet<br />
sein muss. Das Z u f ä 11 i g e (s. Accidens, Kontingenz) in dieseni Sinne ist<br />
das (fiir uns) nicht gesetzlich Bestimmbare, nicht zur Allgemeinheit und Notwendigkeit<br />
des Gesetzes Erhebbare. Eine grosse Rolle spielt der »Zufall»,<br />
bedingt durch das Zusammentreffen von verschiedenen Kausalreihen sowie<br />
durch die Individualitäten, in der Geschichte (s. Soziologie).»<br />
Namentlich im letzteren Sinn kommt dem Begriff Zufall in unserer praktischen<br />
Weltanschauung eine grosse und tiefgreifende Bedeutung zu. Wir<br />
stellen ihn unter die pflanzengeographischen Problème ein:<br />
Untersucht man den Begriff »Ursache» in seiner Anwendung auf das Vorkonunen<br />
einer Pflanze, so findet man, dass er sich in eine grosse Anzahl einzelner<br />
Umstände oder Faktoren auflöst. Jeder von diesen iibt oder hat einen<br />
gewissen Einfluss ausgeiibt, aber nur zusammen konstituieren sie die nötige<br />
V'oraussetzung zu dem bestehenden Erscheinungsverhältnis. Nur einen gewissen<br />
Umstand als Ursache anzugeben, ist also nicht korrekt; es bedeutet<br />
eine Unvollständigkeit. Es miissen sämtliche unerlässlichen Bedingungen<br />
während einer gewissen, oft recht beschränkten Zeitperiode vorhanden gewesen<br />
sein. — Die einzelnen pflanzengeographischen Faktoren sind teilweise<br />
von ganz verschiedener Natur (die endogenen und die exogenen Faktoren)
ACTA BOTAXICA FIvNNICA 1, N:o I 129<br />
uiid steheii demgemäss oftmals in keinem orgaiiischen Zusammenhang. Sie<br />
könneii offeiibar auf sehr verschiedene Weise und mit sehr wechselnder relative!<br />
Stärke ineinander eingreifen. Wie dies ira einzelnen Fall geschieht, lässt<br />
sich aiigenscheinlicli oft iiberhaupt nicht voraussehen. Es ist also niclits in<br />
jedem seiner Details »gesetzlich Bestimnibares». Das Resultat des Kingreifens<br />
der Faktoren stellt mitliin in dein vorausgesetzten Fall auch niciits in jedem<br />
Detail »zur Allgemeinheit und Notwendigkeit des Gesetzes Erhebbares» dar.<br />
Das Zufällige Uegt also hier bloss in der Art hzw. dem Zeitpunkt des Ziisammenspiels<br />
der Kombination der wirksamen Faktoren, nicht in dem Wirken der<br />
Faktoren an sich.<br />
Wir schhessen also hei der pflanzengeographischen Erörterung in den Begriff<br />
Zufall einen Ursachenkomplex ein, welcher so znsammengesetzt ist, dass<br />
die wissmschaftliche Forschung sich wemgstens zurzeit nicht einmal die Atifgabe<br />
stellen känn, seine éventuelle innere Gesetzmässigkeit ins reine zu bringen.<br />
Der Znfall stelU sich also wenigstens scheinhar als eine Einheit dar und<br />
diirfte kaum änders wie als solche hehandelt werden können. Einen solchen Ursachenkomplex<br />
scheinen wir herechtigt und gezwungen zu sein, in der Pflanzengeographie<br />
wei^igstens vorlätifig als ein wirksames Moment unter anderen zu<br />
betrachten. Noch steht die Pflanzengeographie nicht vor der Möglichkeit, jedes<br />
Erscheinungsverhältnis in eineni oder dem anderen positiven Gesetz<br />
begrundet zu finden. Es diirfte fiir die Pflanzengeographie von Bedeutung<br />
sein, dies festzustellen.<br />
Es scheint angebracht, hier zur Beleuchtung des Gesagten noch einige<br />
konkrete Beispiele anzuflihren, die uns Exponenten fiir das Spiel des Zufalls<br />
zu bilden scheinen:<br />
Eine seltene Art kommt an einer gewissen I^okalität vor, fehlt aber an<br />
ganz ähnlichen in der Umgebung. Dazu, dass die Art gewisse Voraussetzungen<br />
gehabt hat, in der Gegend Fuss zu fassen, haben verschiedene begiinstigenden<br />
Umstände beigetragen. Dass es ihr aber tatsächlich gelungen ist, diesen<br />
einzelnen Platz zu erobern, wozu die Aussichten offenbar nicht gross gewesen<br />
sind, da die Zahl der Fundplätze nicht grosser geworden ist, dabei<br />
hat ganz sicher ein gliicklicher Zufall niitgewirkt. Ein Zufall ist es ohne Zweifel<br />
auch, dass der Siedelplatz gerade der betreffende und nicht ein anderer,<br />
ähnlicher der Gegend geworden ist. In dieseni Fall scheint man berechtigt,<br />
auf den Zufall als den letzten Endes wirksamen pflanzengeograph-schen<br />
Faktor hinzuweisen.<br />
Werfen wir zum Bew^is fiir das Gesagte einen Blick auf das Vorkommen<br />
der seltenen Arten in der Ivaubwiesenvegetation. Die Fundorte liegen iiber<br />
ganz Åland zerstreut, am dichtesten jedoch ganz natiirlich in den westlichen
130 A. Palmgren, Die Artenzalil als pflanzengeographischer Cliarakter<br />
Teilen, wo die Artenzahl am grössten i st. Im ûbrigen macht sich eine vollkommene<br />
Planlosigkeit geltend. Von den Arten der I^aub-wiesenvegetation<br />
haben bsispielsweise Alniis incana und Geranium columbinum je einen einzelnen<br />
Fundort im nördlichen Åland, die untengenannten hinwieder einzelne<br />
oder wenige Fiindorte in den siidlichen Teilen der Ivandschaft: Rubus pruinosus,<br />
Carex ornithopus, Stcllaria Holostea, Corydalis intermedia, Sedum rupestre,<br />
Potentilla minor, Mcrcurialis perennis, Hypericum hirsuium, Campanula latifolia.<br />
Die folgenden treten zerstreiit in verschiedenen Teilen der Ivandschaft<br />
auf, fiir jede wird die Zahl der Fundorte und in Klammern die Zahl der<br />
Kirchspiele, auf die sich die Fundorte verteilen, angegeben: Rosa tomentosa<br />
4 (4), Tiliä cor data 2 (2), Phleum Boehmeri 9 (6), Br achy podium silvaticum<br />
8 (5), Allium ursinum 4 (3), Fritillaria Meleagris 4 (3), Cypripedium<br />
calceolus 2 (2), Ophrys muscifera 1 (4), Orchis mascula 10 (3), Herminium<br />
monorchis 3 (1), Cephalanthera longifolia 9 (4), Epipactis latifolia 6 (4), Vicia<br />
lathyroides 4 (2), Lathyrus silvestris 6 (4), L. niger 7 (4), Geranium dissectum 8<br />
(5), Viola stagnina 3 (2), Ajuga pyramidalis 3 (3), Asperula odorata 9 (5), Crépis<br />
praemorsa 8 (4).<br />
Ein anderes Beispiel.<br />
Ich beriihre in einer friiheren Studie (1921) das Verhalten, dass die Laubwiesenvegetation,<br />
die schon ostwärts auf Åland immer artenärmer wird, auf<br />
dem finnländischen Kontinent immer mehr an Arten verliert. Die Ursache<br />
hierzu habe ich in gewissem Masse der zunehmenden Entfernung von einem<br />
westlichen Ausbreitungszentrum zugeschrieben. Von den Arten der åländischen<br />
Ivaubwiese gehen einige weiter,anderewenigerweitnach Osten. Manche Arten<br />
weisen isolierte Siedelplätze niehr oder weniger weit nach Osten auf (vgl. S. 61<br />
der vorliegenden Studie). Es ist oft die Frage aufgeworfen worden, wie diese<br />
isolierten Vorkommnisse zu erklären sind. Weshalb komnit gerade diese siidliche<br />
Art an diesem entlegenen isolierten Platz vor? Das Verhalten scheint<br />
sich in manchen Fallen aufzuklären, wenn man nicht die fraglichen Arten an<br />
sich betrachtet, sondern sie als Elemente einer Vegetation sieht, deren Artenzahl<br />
während des Vordringens hierher stark reduziert worden ist. Die Reduktion<br />
ist offenbar in bezug auf ihre qualitative Natur in höhem Grade durch den blossen<br />
Zufall bestimmt worden. Das eine Mal hat der Zufall die eine Art, das<br />
andere ^lal die andere begiinstigt. — Auf Åland gestalten sich die Artenverluste<br />
in der Ivaubwiesenvegetation fiir die mehr nach Osten gelegenen<br />
Kirchspiele Föglö, Saltvik und Sund ungefähr gleich gross. Die verloren gegangenen<br />
Arten sind dagegen nur zum Teil Föglö (siidlich von der Ivumpar-<br />
Föhrde) sowie Saltvik und Sund (nördlich von der genannten Föhrde [=fjärd])<br />
gemeinsam. Der Zufall tritt hier deutlich hervor, —
ACTA BOTAXICA FIvNNICA 1, N:o I 131<br />
Wie hat sich die Pflanzengeograpliie gegeniiber dem Ziifall als wirksaniem<br />
Moment verhalten?<br />
In den einleitenden Worten seines Ilandbuchs der Pflanzengeographie<br />
1890 definiert DRUDR die Aufgabe der Pflanzengeographie folgendermassen:<br />
»Unter Pflanzengeographie verstehen wir die wissenschaftliche Betrachtungsweise<br />
der Flora im lyichte der physikalischen Geographic: ihre Aufgabe<br />
bestelit in der Erforschung der Gesetzmässigkeit der verschiedenartlgen Verhreitung<br />
von den Elementen dieser Flora iiber die Erdoberfläche, und in der<br />
Erforschung der Wechselbeziehungen zvvischen der Erscheinnngsweise des<br />
Pflanzenlebens und seinen mit der geographischen Lage sich verändernden<br />
äusseren Bedingungen.»<br />
Die Pflanzengeographie sucht die Gesetze fiir die Verbreitung der Pflanzen<br />
auf. Je mehr die Porschung fortgeschritten ist, desto niehr haben Verhältnisse,<br />
die friiher rätselhaft erschienen vvaren, ihre natiirliche Erklärung gefunden. Man<br />
hat in manchem Fall Gesetzmässigkeit gefunden, wo friiher Verwirrung zu<br />
herrschen schien. Man hat sich dabei vielleicht verlocken lassen, einen positiven<br />
Erklärungsgrund fiir beinahe jede Verbreitungsform zu erwarten. Hierin<br />
ist man jedoch offenbar zu weit gegangen. In manchem Fall verbirgt sich<br />
ganz sicher der Zufall als nächstliegender Erklärungsgrund. Andeutungen<br />
hieriiber fehlen auch nicht in der Iviteratur. Aher die Pflan-<br />
1) Einige Beispiele hierfiir ans der klassischcn Literatur scheinen ani Platze<br />
zu sein.<br />
Ini Zusamnienhang mit der Flora der Galapagos-Inseln schreibt Engi^ER<br />
(1882, S. 182):<br />
»Da von den 374 Arten der Galapagos-Inseln 181, also etwa 50 % endemisch<br />
sind, ein grosser Theil der nicht endeniischen Formen aber erst in neuercr Zeit<br />
dahin gelangt sind, so sehen wir, dass auch hier die Einwanderung iiber das<br />
Meer hinweg beschränkt ist. Nur besondere Zufälle begiinstigten das Einwandern<br />
der einen oder andern Art, die Einwanderung war keine stetige, wie auf<br />
dem Continent, es trat also auch Isolirung der Nachkommen ein imd die Entwicklung<br />
von neuentstandenen Eigenthiimlichkeiten war nicht durch Vermischinig<br />
mit Nachkommen des alten Typus beeinträchtigt. Dass eben nur<br />
gewisse Zufälle bei dem Transport der Samen nach den Galapagos-Inseln wirkten,<br />
das sehen wir auch daran, dass jede der Insehi eine erhebliche Anzahl endeniischer<br />
Formen besitzt, so Charles 42, Chatham 28, James 24, Albemarle 19,<br />
Indefatigable 10.»<br />
In dem Kapitel »Flora der Insehi» von DRUDES llandbuch der Pflanzengeographie,<br />
1890, fesseln in der Besprechung folgende Worte (S. 135):<br />
»— — — — Der Möglichkeiten sind zu viele, imd das Schicksal der Arten<br />
in ihrer Verbreitung ist gewiss oft wechselvoll gewesen. — — — — »<br />
Bei W a r m i n g-G r a e b n e r: Eng. Warmings Lehrbuch der ökologischen<br />
Pflanzengeographie (1914 — 1918) stossen wir auf folgende Sätze:
132 A. Palmgren, Die Artenzalil als pflanzengeographischer Cliarakter<br />
zengeographie hat zweifelsohne darin ein Vcrsäumnis anziimerken, dass<br />
sie nicht mit diesem Zufall als einem wirklichen, in weitem Umfang<br />
wirksamen Faktor gerechnet hat, der gleich anderen F aktören eine Untersîichung<br />
erfordert hätte. Hiervon zeiigen schon die zusainmenfassenden<br />
Handbiiclier der Pflanzengeographie. Unter den darin beliandelten Faktoren<br />
siicht man vergebens nach deni Zufall. — Dass der Zufall<br />
tatsächlicli einer Unmenge von Erscheinungsverhaltnissen zugrunde liegen<br />
muss, ist jedoch. durchaus natiirlich.. Es ist ebenso selbstverständlich,<br />
vvie dass dem Zufall bei der Ausgestaltung der geschiclitliclien Entwicklung<br />
der Menscliheit eine bestimmende Rolle zugekommen ist, und dass man<br />
in bezug auf die kiinftige Entwicklung nach wie vor mit diesem Zufall als<br />
einem sehr bedeutungsvollen Faktor zu rechnen hat.<br />
Dass der Zufall als wirklicher pflanzengeographisclier Faktor so sehr<br />
der Aufmerksamkeit entgangen ist, erklärt sich am ehesten aus zwei<br />
Umständen. Teils ist sein Einfluss zweifelsohne immer schwer quantitativ<br />
» Welche Art mit der grössten Anzalil von Exemplaren auftritt,<br />
wird gewiss oft von zufälligen Verhältnissen abhängen, ein kleines Mchr oder<br />
Weniger wird siclier oft eine grosse Rolle spielen, ebenso oft die Zufälligkeit,<br />
welche Art sich zuerst anfand; aber im iibrigen scheint es, dass morphologische<br />
und biologiselle Verhältnisse (z. B, Entwicklung zu verschiedener Zeit) die<br />
Natur des Wettbewerbes ändern können» (S. 303).<br />
»Noch ein Umstand sei hervorgehoben, der fiir die Verbreitung der Arten<br />
von Bedeutung ist, nänilich: welche Art zufällig zuerst anlangte. Sind die Verhältnisse<br />
derart, dass sie flir mehrere Arten gleich gut passen, so wird<br />
der Ausfall des Kampfes da von abhängen, welcher Art es gelingt, das<br />
Gelände zuerst zu besetzen: ^heati possidentes» werden dann den Besitz<br />
niöghcherweise behaupten können. Hierdurch ist venuutlich die Verteilung<br />
der Phragmiteta, der Scirpeta imd anderer Bestäude in unseren Rohrsiunpfeu<br />
oder die Verteilung verschiedener Zwergsträucher auf den Zwergstrauchheideu<br />
zu erklären» (S. 938).<br />
^) Selbstverständhch konimt dem Zufall bei der Gestaltung der historischen<br />
Entwicklung der ^lenschheit eine noch grössere Rolle zu als bei der Entwicklung<br />
der Vegetation auf der Erde, Hier gesellt sich ja als äusserst bedeutungsvolles<br />
Moment die Selbsttätigkeit des Menschen hinzu, die die einzelnen Inchviduen in<br />
manchem Fall gegeniiber ähnlichen Situationen auf verschiedene Weise reagieren<br />
lässt.<br />
Es kann vielleicht geltend geniacht werden, dass ich mit der Erörterung<br />
des Zufalls als pflanzengeograpliischer Faktor einen Begriff einfiihreu wolle, der<br />
leicht zu einer Ablagerstätte gemacht werden kann, an die jedes schwer erklär^<br />
hche Verhalten bequeni verwiesen wird. Ilierzu ist nur zu bemerken, dass ein<br />
Hinweis auf den Zufall als Erklänmgsgrund natiirhch eine ebenso sorgfältige<br />
Priifung erfordert wie ein Hinweis auf jeden anderen Faktor.
ACTA BOTANICA FIvNNICA 1. N:o 1 133<br />
zu iiiessen, in vielen Fällen schwer iiberhaupt zu isolieren. Teils erfordert<br />
die Enthullung des Zufalls als Faktor von grösserer und allgenieinerer<br />
Tragweite — ganz wie es beispielsweise mit der Entferniing als Faktor der<br />
Fall ist — ein sehr grosses und detailliertes Material. Die Beschaffung eines<br />
solchen Detailmaterials hat ja bislier im allgemeinen niclit zuni Programni<br />
der Pflanzengeographie gehört (vgl. die Darstellung 1921, S. 51).<br />
Offenbar hat der Zufall in höherem oder niederem Grad bei der Hntstehimg<br />
der meisten Verbreitungsverhältnisse niitgewirkt. Seine Einwirkitng,<br />
vielleicht richtiger der Grad seiner Einwirkung, lässt sich jedoch, wie oben<br />
angedeutet wurde, begreiflicherweise nicht immer leicht ablesen. Hier sei<br />
zur Bestätigung des zuletzt Gesagten auf eine frûher von mir nachgewiesene<br />
Eigentiimlichkeit in der Verbreitung der Pflanzen auf Åland hingewiesen,<br />
ein Verhalten, das ein beredtes Zeugnis fur die ausserordentlich weitgreifende<br />
Rolle des Zufalls abgibt, welches aber erst zum Vorschein konimt und<br />
kommen kann bei einem sehr eingehenden Detailstudium des Vorkommens<br />
der Arten.<br />
Meine I/aubwiesenstudien zeigen (vgl. S. 31, 35—36 vorliegender Studie),<br />
wie sich auf Åland innerhalb desselben pflanzengeographischen Distrikts<br />
die Artenzahl (ohne Rucksicht darauf, wieviele der vorkommenden Arten<br />
dieselben sind) fiir in den Ståndorts- und Vegetationsverhältnissen ähnliche<br />
Gebiete gleicher Grosse (Inseln, Landzungen o. dgl) ungefähr gleich stellt.<br />
Mit vermehrteni oder vermindertem Areal vermehrt oder vermindert sich die<br />
Artenzahl. Fiir die Entwicklung wesentlich aller Arten eines Formationstypus<br />
ist mit Notwendigkeit ein Gebiet von einer gewissen Mindestgrösse erforderlich<br />
(S. 38). Die einzelnen lyaubwiesengebiete weisen also je nach ihrem Areal stets<br />
nur einen mehr oder weniger bedeutenden Teil der Arten auf, die in dem Distrikt<br />
vorkommen und also theoretisch Aussicht zur Einwanderung gehabt zu<br />
habenscheinen. Jedem Gebiet fehlt m. a. W. eine grössereoder kleinere Zahl von<br />
den Arten des Distrikts, danmter meist auchallgemeiner verbreitete. — Dieser<br />
Sachverhalt, an dem man infolge der bedeutenden, in der Erinnerung schwer<br />
ûbersehbaren Zahl der Arten leicht vorbeigeht, tritt mitunter beim Vergleich<br />
nahegelegener Gebiete von derselben Natur grell hervor. Neben einem iiberwiegenden<br />
Kontingent gemeinsamer Arten gibt es in der Regel eine Anzahl<br />
bemerkenswerter Differenzen, die man kaum erwartet hat. ^) Die Ursache dieser<br />
1) Der Interessierte sei auf die Laubwiesenstudien des Verf. hingewiesen,<br />
Kap. VII (Vergleicliende Durchmusterung der Flora der verschiedenen<br />
Spezialgebietc), wo S. 577 — 580 {= 1922 B. S. 86 — 89) ein Vergleich in dieser<br />
Hinsicht zwisclien einer Anzahl von Gebieten angestellt wird (siehe auch<br />
S. 479 = 1922 B, S. 3).
134 A. Painijoen, Die Arteiizalil als i^flaiizengeographi.scher Cliarakter<br />
Differenzen diirfte wohl in der Regel in Zufälligkeiten zu jinden sein. Die fraglichen<br />
Gehiete vermögen nur eine gewisse Anzalilder fiir die Einwanderuiig disponihlen<br />
Arten aiifzunehmen. Die spelter anlangendcn hegegnen einer geschlossenen<br />
Vegetation. Es ist in hohem Grade der Zufall, welcher entscheidet, oh es einer Art<br />
gelingt, Fuss zu fassen, hevor sich die Vegetation geschlossen hat tind damit der<br />
Einivanderung neuer Elemente ein mehr oder weniger effektives Hindernis<br />
errichtet wird. Selbstverständlicli werden vor allein Arten mit geringerer<br />
Ausbreitungskapazität von dieseni Spiel des Zufalls berûhrt, niitunter trifft<br />
es aber auch häufige Arten. (S. die Darstellung S. 41 sowie 1915—1917, S.<br />
618—620 = 1922 B, wS. 121—123.) In diesem Zusanimenhang sind auch<br />
die Darstellung der seltenen Arten S. 117—123 dieser Studie und Kap. X in<br />
des Verf. Studie von 1917 (= 1922 B) sowie die in letzterer Studie (S. 630 —<br />
632 = 1922 B, S. 131—134) iiber die gotländische Flora vorgebrachten Gesichtspunkte<br />
zu beachten. Ferner sei auf meine Ivaubwiesenstudien S.<br />
580—585 (= 1922 B. S. 89—93) verwiesen, wo eine Anzahl auf Åland sehr<br />
häufig vorkommender Arten aufgezählt wird, die ohne jede sichtbare Ursache<br />
in eineni oder dem anderen der in dieser Studie behandelten 30 Spezialgebiete<br />
fehlen.<br />
Schliesslich seien hier als Beispiele fiir das avigenscheinliche Spiel des<br />
Zufalls einige auffällige Eigentiimlichkeiten in der Verbreitung mehrerer<br />
Arten der lyaubwiesenvegetation angemerkt.<br />
Hier bel scheint folgende Äusserung von A. DE CANDOI^I^E von Interesse<br />
zu sein (1855, S. 1057):<br />
»Certaines espèces existent dans une région, et manquent à telle autre région<br />
où elles pourraient parfaitement vivre, sous l'empire des conditions actuelles.<br />
Je veux dire que si on les y transporte, elles y réussissent, non seulement dans<br />
les jardins, mais même en rase campagne, où elles deviennent spontanées (cliap.<br />
VIII, p. 607). Il paraît que beaucoup de plantes seraient dans ce cas, et se naturaliseraient<br />
aisément si les espèces préexistantes dans chaque pays n'opposaient<br />
un obstacle très grand à la diffusion d'espèces nouvelles, par leurs racines,<br />
leur ombre et la multitude de leurs graines qui se trouvent en réserve dans<br />
le terrain (p. 623, 798). Sans doute, la séparation actuelle des continents et<br />
l'absence de moyens de transport, ont empêché souvent l'extension; mais il est<br />
clair aussi que la position primitive, du moins la position ancienne des espèces,<br />
est une condition dominante, étrangère aux conditions actuelles de climat et de<br />
séparation ou de contiguité des continents. En d'autres termes, la seule cause<br />
apparente de l'absence d'une espèce dans un pays, est quelquefois qu'elle ne<br />
s'y trouvait pas à une époque, si ce n'est primitive, du moins antérieure à la<br />
nôtre.»
ACTA 1U)TANICA FIvNNICA 1, X:o 1 135<br />
/<br />
Avena pratensis. Die Art, die miter anderem an inelirereii Orten in Lemland<br />
und Kökar auftritt, ist in dem dazwischenliegenden Föglö und in Sottunga an<br />
nur je einer Lokalität aufgezeichnet.<br />
Poa compressa, in den meisten Teilen der Landscliaft allgeniein verbreitet<br />
(jedoch nicht aus Kuniliiige und Brandö bekannt), ist in Kökar nur an zwei<br />
Lokalitäten aufgezeichnet.<br />
Carex flava konmit an einer grösseren Anzahl Lokalitäten, u. a. in Sottunga,<br />
vor, ist aber in Föglö und Kökar nur an einer Lokalität aufgezeichnet.<br />
Polygonum miiUifloriim, unter anderem im Schärenarcliipel von Lemland<br />
allgemein verbreitet und mit mehreren Siedelplätzen in Sottunga und Kökar,<br />
felilt in dem dazwischenliegenden Föglö.<br />
Orchis incarnata fehlt im Schärenarcliipel von Lemland, komint aber in aiigrenzenden<br />
Teilen der Landscliaft vor.<br />
Gymnadenia conopsea, mit Vorkommen u. a. in Lemland, Sottunga, Kökar<br />
und Kuiiilinge, fehlt in Föglö.<br />
Polygonum viviparum, sonst liber ganz Åland verbreitet, fehlt in Kökar,<br />
Anemone Hepatica, sonst in ganz Åland häufig (jedoch nicht in Brandö),<br />
ist in Sottimga an nur einer Lokalität aufgezeichnet.<br />
Anemone nemorosa, sonst in ganz Åland häufig (jedoch nicht in Kumlinge),<br />
äusserst selten in Sottunga (im Schärenarchipel des Kirchespiels iiberhaupt<br />
nicht notiert) und Kökar; fehlt in Brandö.<br />
Draba incana, im Schärenarcliipel im allgemeinen mehr oder weniger verbreitet,<br />
kommt nur spärlich in Föglö vor,<br />
Sediim annuiim, mehr oder weniger verbreitet (jedoch nicht in Kumlinge<br />
und Brändö aufgezeichnet), aber bemerkenswert spärhch im NW Schärenarcliipel,<br />
Saxifraga tridactylites, in Föglö bedeutend spärlicher als in den benachbarten<br />
Gegenden.<br />
5. granulata, sonst iiber ganz Åland verbreitet (jedoch nicht aus Brandö<br />
bekannt und in Kumlinge selten), in Kökar nur auf Kyrkogårdsö (zu Sottimga<br />
gerechnet) aufgezeichnet.<br />
Alchemilla pubescens, sonst allgemein verbreitet, spärlich in Sottunga und<br />
Brandö, wird in Kökar (und Kumlinge?) vermisst.<br />
A. pastoralis, wie die vorherg. (jedoch spärlich audi in Kumlinge).<br />
Vicia sepium, sonst iiber die ganze Landscliaft verbreitet, felilt in vSottimga.<br />
Lathyrus vermis, in Lemland bemerkenswert spärlicher als in den angrenzenden<br />
Gebieten.<br />
Oxalis Acetosella, sonst recht verbreitet (jedoch in Kumlinge und Brändö<br />
selten), fehlt in Sottunga,<br />
Auch bei der Durchmusterung der Flora der einzelnen Kirchspiele treten<br />
bald versckiedene Kigentiimlichkeiten hervor, die kaiini einer anderen Ursache<br />
als dem Zufall zuzuschreiben sein diirften. Einige Beispiele:<br />
In Sottunga fehlen in der Laubwiesenvegetation bemerkenswerterweise<br />
z. B. folgende Arten mit Vorkommen in den naheliegenden Gebieten: Cotoneaster<br />
integerrima, Sorbus fennica, Acer platanoides, Carex dioica, C. digitala,
136 A. Palmgren, Die Artenzalil als pflanzengeographischer Cliarakter<br />
Actaea spicata, Dentaria htlbifera, Vicia sepitim, Geranium molle, Oxalis<br />
Acetosella. Bemerkenswert selten sind hier Mes-pihis curvisepala, Rubus<br />
caesius, Anemone Hepatica, A. nemorosa, Alchemilla pastoralis, Polygala<br />
amarella, Hel^inthemiim Chamaecisius, Gentiana *stiecica. Höchst iiberraschend<br />
ist das Vorkonimen von Carex Hornschuchiana (näcliste I,okalität im Schärenarchipel<br />
von I/emland) und Afuga Pyramidalis (sonst an je einer lyokalität<br />
in Jomala und Kckerö).<br />
In Föglö fällt beispielsweise das Felilen von Polygonahmi muUiflorum,<br />
Gymnadenia conopsea und Veronica spicata auf. Bemerkenswert selten sind z. B.<br />
Avena pratensis, Carex flava, Draba incana, Saxifraga tridaciylites, Polygala<br />
amarella, Gentiana *suecica. Zu beachten ist das Vorkommen u. a. von Rtihiis<br />
pruinosiis, Brachypodiiim silvaticum, Corydalis intermedia, Lathyrus niger,<br />
Asperîila odorata.<br />
Oben (S. 133) wurde hervorgehoben, wie die Artzusammensetzung in einzelnen<br />
Gebieten (Inseln, Landzungen o. dgl.) Verschiedenheiten zeigt, zu<br />
denen der Zufall in hohem Grade beigetragen haben muss. Schreitet man<br />
dann zu einer vergleichenden Musterung der Frequenzverhältnisse in diesen<br />
einzelnen Gebieten, so findet man, dass eine und dieselbe Art in den verschiedenen<br />
Gebieten oft mit sehr verschiedenem Frequenzgrad auftritt, und zwar<br />
audi, wo die Standortsverhältnisse ähnliche sind. Ebenso findet man die einzelne<br />
Art oft in den einzelnen Partien eines und desselben Gebietes sehr<br />
ungleichmässig verteilt, und dies audi da, wo die Naturverhältnisse gleichartige<br />
sind. Auf diesen Tatbestand habe ich in meinen Laubwiesenstudien<br />
(1917, S. 594 = 1922 B, S. 100) aufmerksam gemacht. Audi hier beobachtet<br />
man das Spiel des Zu falls. — Nidit selten findet man in einem Gebiet eine<br />
Art mit ganz unerwartet holier Frequenz und Dichtigkeit; sie ist hier ganz<br />
sicher durch einen besonders giinstigen Zufall begiinstigt worden.<br />
Die Ungleidiförmigkeit, die sich in der Artzusammensetzung zwischen<br />
den verschiedenen Laubwiesengebieten, wie audi zwischen deren einzelnen<br />
Teilen, geltend macht, findet ein Gegenstiick in den einzelnen Ståndorten<br />
desselben Typus. Auch die Pflanzenbedeckung dieser letzteren zeigt<br />
in der Artzusammensetzung oft bedeutende Differenzen, und zwar auch<br />
dort, wo die Voraussetzungen ganz gleiche zu sein scheinen. Das Gesagte<br />
gilt audi von Ståndorten in unmittelbarer Nähe voneinander. Der<br />
Grund hierzu ist selbstverständlich derselbe wie fiir die einzelnen Gebiete (vgl.<br />
die Darstellung S. 41,133-134 und 1915, S. 39—40; 1917, S. 594—597 = 1922<br />
B, S. 100—102). Also: die einzelnen Standorte sind selten so gross, dass die<br />
Arten sämtlicher Standortstypen daselbst Platz finden. Zwischen den fiir die<br />
Einwanderung verfiigbaren Arten wird mithin eine Konkurrenz unvermeidlich.
ACTA BOTANICA FENNICA 1. N.o 1 137<br />
Die grösste Aussicht haben bei dieser naturlich die Arten, welche die grösste<br />
Ausbreitungskapazität besitzen. Sobald sich die Pflanzendecke geschlossen<br />
hat, werden die Aussichten, Fuss zu fassen, sehr gering (s. die Darstellung<br />
a. a. O., S. 593 = 1922 B, S. 98—99). Viele Arten werden also nur darum<br />
ausgeschlossen, weil sie »zu spät gekonirnen» sind (vgl. S. 38 vorliegender<br />
Studie; 1917, S. 619 = 1922 B, S. 121). Bei dem Wettbewerb, der hier<br />
skizziert worden ist, wird ganz natiirlich der Zufall eine grosse Rolle spielen,<br />
eine um so grössere, je grosser die Zahl der Konkurrenten und je kleiner das<br />
zu Gebote stehende Areal ist.<br />
\Vo die einzelnen homogenen Siedelplätze wie auf Åland klein, aber die<br />
Artenzahl bedeutend ist, wird also die Pflanzendecke stark das Gepräge des<br />
reinen Zufalls trägen. Die Pflanzendecke eines sog. Ståndorts wiirde in solchen<br />
Fällen nur zeigen, »wie sich die Zusammensetzung der Pflanzendecke<br />
unter gewissen gegebenen Verhältnissen (teils an dem betreffenden Platz,<br />
teils in der Umgebung) gestalten känn» (a. a. O., S. 620 = 1922 B, S. 123; wird<br />
auch 1915, S. 39 hervorgehoben); »in einem durchaus gleichartigen Gebiet<br />
einige Schritte weiter kann sie sich in einer oder der anderen Hinsicht<br />
auf ganz andere Weise entwickelt haben; ein Gegenstiick zu ihr ist iiberhaupt<br />
nicht zu finden» (a. a. O. S. 596 = 1922 B, S. 102).<br />
Der Zufall spielt, wie aus der obigen Darstellung hervorgegangen<br />
ist, bei der Entwicklung der verschiedenen Pflanzengesellschaften, bei der Bewachsung<br />
der einzelnen Standorte ebenso wie bei der Entwicklung der Vegetation<br />
und Flora iiber grössere Gebiete eine bedeuteude Rolle. Wie gross sein<br />
Einfluss ist, lässtsich im einzelnen Fall naturlich schwer entscheiden. Wirkt<br />
doch auf die Beschaffenheit der Pflanzendecke eine Fulle von Umständen<br />
ein. Es ist schwierig, den Einfluss jedes einzelnen zu isolieren, zu uberblicken<br />
und zu messen. Hier spricht die Entfernung mit, iiber die die Ausbreitung<br />
erfolgen soil, hier wirkt die Exposition fiir die Bewachsung ein. Hier spielen<br />
die Grosse und der Charaktcr des betreffenden Areals herein. Hier kommt<br />
schliesslich in entscheidender Weise in Betracht, welche — und wie zahlreich<br />
— die disponiblen Arten gewesen sind (s. 1917, S. 592, 619—620 = 1922 B, S.<br />
98,122). Ihre relative Ausbreitungskapazität unter den bestehenden geographischenundtopographischen<br />
Verhältnissen ist begreiflicherweise der Umstand,<br />
der zunächst Aussicht hat, den Ausschlag zu geben fiir die Artzusammensetzung<br />
eines Gebietes, das der Aussaat offensteht (siehe 1917, z. B. S.<br />
592 = 1922 B, S. 98).<br />
Offenhar lässt dieses Spiel des Zufalls, so stark es auch der qiialitativen<br />
Natur der Pflanzendecke seinen Stetnpel aufdriickt, die Artenzahl selhst in
11 f) A. Palmgren, Die Arteiizahl als pflanzengeograpliischer Cliarakter<br />
recht hohem Grade iinheriihrt. Hierin liegt augenscheinlich der Grund z. B.<br />
dazu, dass sich das Artenmaterial innerhalh derselben Pflanzengesellschaften<br />
so hemerkenswert konstant auf die verschiedenen Freqiienzgrade verteilt (vgl.<br />
1917, S. G23 = 1922 B, S. 125), trotzdem die Arten, welche auf die betreffenden<br />
Frequenzkategorien entfallen, wesentlich wechseln können. Hieraus erklärt<br />
es sich auch, dass sicli die Zahl der gemeinsamen Arten bei der Gegeniiberstellung<br />
verschiedener vergleichbarer Gebiete mit gleichartiger Bewachsung<br />
so hemerkenswert ähnlich darstellt, obwohl die gemeinsamen<br />
Arten von Fall zu Fall wechseln.<br />
Gegeniiber dem oben Ausgefiihrten gewinnt die Artenzahl als pflanzengeograpliischer<br />
Faktor an Bedeutung.<br />
JACCARD schreibt (1902 in Flora S. 375):<br />
»Nmi ist aber fiir die Vertheilung dor Arten auf der alpinen Weide, die Wirkung<br />
der in den Pflanzen selbst liegenden Ursachen auf ein jMininuun reducirt.<br />
Wenigstens kötuien wir nicht nacliwcisen, dass die eine oder andere Art dem<br />
betrachteten Fomiationstypus besser oder weniger gut angepasst sei; denn fiir<br />
sich allein scheint jede auf der Weide gleich gut gedeiheii zu können. Die miendliche<br />
Mannigfaltigkeit in der Gruppirmig der Arten an verscliiedenen Ivocalitäten<br />
muss also vor Alleni zuriickgefuhrt werden auf cinssere Factoren, d. h. auf<br />
secmidäre Unterscliiede in den ökologischen Factoren oder ihrer Gruppirung.<br />
Selbstverständlich mussen minime Differenzen in den Anspruchen der Arten<br />
ebenfalls vorhanden sein. Aber die secmidären Factoren scliliessen keine der<br />
concurrirenden Arten absolut aus; da sie aber bestinnnte Artcn begiinstigen,<br />
wird durch sie an jedem Pmikt der alpinen Weide aus der Zahl der concurrirenden<br />
niöglichen Arten eine bestimnite Gruppe ausgewählt.»<br />
Wie schon S. 41 hervorgehoben wurde, hat JACCARD kaum recht in bezug<br />
auf die Rolle, die er in dem obigen Zitat den sekundären ökologischen<br />
F aktoren zuschreibt. Die Gesetzmässigkeit, auf die oben aufmerksam gemacht<br />
worden ist, könnte kaum daraus hervorgegangen sein. Im wesentlichen<br />
scheint der Zufall den Platz einzimehmen, den Jaccard den »sekundären»<br />
ökologischen Faktoren zugeteilt hat.<br />
Auf die pflanzengeographischen Konsequenzen meiner Auffassung von<br />
der Rolle des Zufalls werde ich zurlickkommen.
ZITirCRTK<br />
LITKRATUR.<br />
ARRIIENIUS, O., 1920, Öcologisclie Studien in dcn Stockliolnier Schären, Stockholm.<br />
AUER, V., 1923, Suotutkimuksia Kuusamon ja Kuolajärven vaara-alueilta.<br />
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BRAUN, J., 1913, Die Vegetationsverhältnisse der Sclmeestufe in den Rätiscli-<br />
Ivcpontischen Alpen. lîin Bild des Pflanzenlebeîis an seinen äussersten<br />
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Nouveaux Mémoires de la Société Helvétique des Sciences Naturelles.<br />
XLVIII).<br />
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—»— 1921, Zur Kenntnis der lîinwandenmgswege der Pflanzenarten nach Finnland<br />
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—»— 1923, Forstlich-geographische Ubersicht Finnlands (Ibid., 25).<br />
—»— 1923, Uber die Verteilung des fruchtbaren Bodens in Finnland und ixber<br />
den Finfluss dieser Verteilung auf die wirtschaftlichen Verhältnisse iin<br />
I.ande (Ibid., 25).<br />
CEDERIIVARF, BJ., 1912, Neohtiska lerfigurer på Åland (Finska Fornminnesföreningens<br />
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DE CANDOI^IVE, AI^PII., Geographie botanique raisonnée ou exposition des faits<br />
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de l'époque actuelle. I —II. Paris.<br />
Dipxs, L., 1918, Pflanzengeographie (Sammlung Göschen).<br />
DRUDE, O., 1890, Handbuch der Pflanzengeographie (Bibliothek Geographischer<br />
Handbiicher herausgegebcn von Prof. Dr. Friedri-ch Ratzel). Stuttgart.<br />
—»— 1913, Die Ökologie der Pflanzen (Die Wissenschaft. Sammlung von Finzeldarstellungen<br />
aus den Gebieten der Naturwissenschaft und derTechnik.<br />
Bd. 50).<br />
DU RIETZ, G. F.. FRIES, Tn. C. E. und TENGWAI,!., T. Å., 1918, Vorschlag zur<br />
Nomenklatur der soziologischen Pflanzengeographie (Svensk Botanisk Tidskrift,<br />
Bd. 12, h. 2).
11 f) A. Palmgren, Die Arteiizahl als pflanzengeograpliischer Cliarakter<br />
Du RIETZ, G. I?., 1921, Zur luethodologischen Grimdlage der modemen Pflanzensoziologie.<br />
Upsala.<br />
—i>— 1924, Zur Klärung eiuiger historiscli-pflanzensoziologischen Streitfragen<br />
(Botaniska Notiser 1924).<br />
EislKR, RUD., 1910, Wörterbucli der philosopliisclien Begriffe. Dritte Auflage.<br />
Bd. III. Berlin.<br />
ENGI.ER, Ad., 1879, 1882, Versuch einer Kntwicklimgsgescliichte der Pflanzenwelt,<br />
insbesondere der Florengebiete .seit der Tertiärperiode. I, II. I^eipzig.<br />
—»— 1914, Pflanzengeographie (Die Kultur der Gegenwart, dritter Teil, vierte<br />
Abt., Bd. IV, 1914).<br />
GRAEBNER, P., 1910, Lehrbucli der allgenieinen Pflanzengeographie nach entwickeliuigsgoscliiclitlichen<br />
imd physiologisch-ökologisclien Gesichtspunkten<br />
mit Beiträgen von Paul Ascherson. I^eipzig.<br />
GRISEBACII, A., 1884, Die Vegetation der lîrde nach ihrer khniatisclien Anordniuig.<br />
Ein Abriss der vergleichenden Geographie der Pflanzen. Zweite verniehrte<br />
mul berichtigte Auflage. Bd. I —II. Leipzig 1884.<br />
IIAUSEN, H., 1910 (A), De gamla strandbildningarna på Åland och deras förhållande<br />
till stenåldersboplatserna (Fennia, 28, N:o 3).<br />
— »— 1910 (B), Orogratiska studier på Åland med särskild häns>^l till rapakiviberggrmiden<br />
och dess förklyftningsförhållanden (Fennia, 28, N:o 4).<br />
— »— 1910, Ålands och Åbo skärgård. 1. Geografisk öfversikt och geomorfologiska<br />
betraktelser (Atlas öfver Finland 1910. — Kartbladet n:o 10). —<br />
L'archipel d'Åland et d'Åbo. 1. Aperçu géographique et considérations<br />
géoniorphologiques (Atlas de Finlande 1910. — Carte N:o 10).<br />
HAUSEN, REINII,, 1914, Kalkutförsel från Åland under äldre tider (Fennia,<br />
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HEIKINHEIMO, O., 1915, Kaskiviljelyksen vaikutus Suomen metsiin. Referat:<br />
Der Einfluss der Brandwirtschaft auf die Wälder Finnlands (Acta Forestalia<br />
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JACCARD, P., 1900, Contribution au problème de l'immigration post-glaciaire de<br />
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du haut ba.ssin du Trient et de la haute vallée de Bagnes. (Bulletin de la<br />
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— »— 1901 (A), Distribution de la flore alpine dans le Bassin des Dranseset dans<br />
quelques régions voisines (Ibid. Vol. XXXVII, N:o 140).<br />
—»— 1901 (B), Étude comparative de la distribution florale dans une portion des<br />
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—»— 1902 (A). Lois de distribution florale dans la zone alpine (Ibid. Vol,<br />
XXXVIII, N:o 144).<br />
— 1902, Vergleichende Untersuchungen iiber die Verbreitmig der alpinen<br />
Flora in einigen Regionen der westhchen vmd östHchen Alpen (Jahresbericht<br />
der Naturforschenden Gesellschaft Graubundens, Bd. XLV).<br />
—»— 1902, Gesetze der Pflanzenvertheilung in der alpinen Region. Auf Grimd<br />
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Zeitung. Bd. 90).<br />
—»— 1908, Nouvelles recherches sur la distribution florale (Bull. Soc. Vaud.<br />
Se. Nat. Vol. XLIV, N:o 163).
ACTA BOTANICA FENNICA 1. N.o 1 141<br />
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JOHANSSON, K., 1897, Ilufvuddragen af Gotlands växttopografi och växtgeografi<br />
grinidade på en kritisk behandling af dess kärlväxtflora (Kongl. -Svenska<br />
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LINDMAN, C. A. M., 1918, Svensk fanerogamflora. vStockhohn 1918.<br />
T,INKOI,A, K., 191 G, 1921, Studien iiber den Einfluss der Kultur auf die Flora in<br />
den Gegenden nördlich voni Ladogasee. I. Allgenieiner Teil u. II. Spezieller<br />
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Mirx, J. ST., 1906, A System of I^gic Ratiocinative and Inductive. The Silver<br />
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NORRIVIN, J. P., 190 6, Suomen Keltanot. Ilieracia florae fennicae (FX A. J. Mela,<br />
Suomen kasvio edit. V, quam cura vit A. K. Cajander).<br />
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Carte N:o 20).<br />
PAIVMGREN, A., 1903, Carex-gruppen Fulvellae (Meddelanden af Societas pro<br />
Fauna et Flora Fennica, H. 35).<br />
—»— 1910, Bidrag till kännedouien om Ålands vegetation och flora. I. Taraxaca<br />
u. II. Taraxacmn-former (Acta Soc. pro F. et Fl. Fenn., 34, N:o 1 u. 5).<br />
— »— 1912, Hippophaës rhamnoides auf Åland (Ibid., 36, N:o 3).<br />
—»— 1915 — 1917, Studier öfver löfängsområdena på Åland. Ett bidrag till<br />
kännedomen om vegetationen och floraii på torr och på frisk kalkhaltig<br />
grund. I. Vegetationen; II. Floran; III. Statistisk imdersökning af floran<br />
(Ibid., 42).<br />
—»— 1917, Hafstornet (Ilippophaës rhanmoides), dess utbredning, biologi och<br />
uppträdande på Åland (\'ortrag in der Versamnihmg der Finnisclien Forstgesellschaft<br />
am 22. Febr. 1913). (Acta Forestaha Fennica, 7).<br />
—»— 1919, Om Convolvulus sepimu L. och Fritillaria Meleagris L. i Finland<br />
(Meddelanden af Societas pro F'auna et Flora Fennica, II. 45).<br />
—»— 1921, Die Fntfernung als pflanzengeographischer Faktor (Acta Soc. pro<br />
F. et Fl. Fenn., 49, N:o 1, 1921).<br />
—»— 1922 (A), Zur Kenntnis des Florencharakters des Nadelwaldes (Acta Forestalia<br />
Fennica, 22),<br />
—»— 1922 (B), Uber Artenzahl imd Areal sowie iiber die Konstitution der<br />
Vegetation. Fine vegetationsstatistisclie Untersuchmig (Ûbersetzmig von<br />
des Verfassers: Studier öfver löfängsområdena ])å Åland. III. Statistisk<br />
undersökning at floran, 1917) (Acta Forestaha Fennica, 22, 1922).<br />
SCIIARFETTKR, R., 1909, Uber die Artenannut der ostalpinen Ausläufer der Zentralalpen<br />
(Österreichi.sche botanische Zeitschrift, Jahrg. 1909, Nr. 6).<br />
SciiiMPER, A. F. W. 1898, Pflanzengeographie auf physiologischer Grundlage.<br />
Jena.<br />
SciiRÖTER, C., 1913, Geograpliie der Pflanzen c) Genetische Pilanzengeograpliie<br />
(Handwörterbuch der Naturwissenschaften, Bd. IVj.<br />
TANNER, V., 1908, Femio-Skandian maankohoamisesta (Oma maa. Bd. III).<br />
WARMING, FUG. xmd GRAEBNER, P., 1918, Fug. Warming's Lehrbuchder ökologischen<br />
Pflanzengeographie, dritte inugearbeitete Auflage. Berhn.
142 A. Palmgren, Die Artenzalil als pflanzengeographischer Cliarakter<br />
WITTING, R., 1918, Hafsjiian. geoidytan och landhöjningen utmed Baltiska<br />
hafvet och vid Nordsjön. Referat: Die Meeresoberfläche, die Geoidfläche<br />
und die I^andhebung dem Baltischen Meere entlang und an der Nordsee<br />
(Fennia 39. N:o 5).<br />
WITTING, R., 1922, Le soulèvement récent de la Fennoscaîidie (Geografiska<br />
annaler 1922, II. 3-4).<br />
Finlands geolog^iska undersökning. Beskrifning till kartbladen N:o 16. Kumlinge<br />
(K. Ad. Moberg. 1890), N:o 17. Finström.(Benj. Frosterus o. J. J. Sederholm,<br />
1890), N:o 21. Mariehamn (Benj. Frosterus, 1892), N:o 25. Föglö<br />
(Benj. Frosterus. 1894).<br />
Förteckning öfver Skandinaviens växter utgifven af Lunds botaniska förening.<br />
• I. Kärlväxter. Lmid 1907. — Andra upplagan 1917.<br />
Stockliolmstraktens växter. Förteckning över fanerogamer och kärlkryptoganier<br />
med fyndorter och frekvensuppgifter utgiven af Botaniska sällskapet i<br />
Stockliolm genom Gunnar Andersson, Joh. Berggren, J. V. Ilamner, Govert<br />
Indebetou och Nils Sylvén. Stockliolm. 1914.<br />
Suomenmaa. Maantieteellis-taloudeUinen ja historiallinen tietokirja. II. Ahvenanmaan<br />
lääni. 1920. Helsinki.<br />
Geärucki Dexember 1994 — S. Mai rgaj.
Aland.<br />
Masästab 1:500,000<br />
Die Landverteilung (nach H. HAUSENS Karte, Fennia 28, N:o 3 während<br />
der jiingeren Steinzeit (schraffiert) sowie zur Zeit der grössten Ausdehnung<br />
des postglazialen Meeres (schwarz).<br />
Isobasen (67 m, 64 m) der postglazialen Landheburg.
Acta Botanica Fennica, 1, N:o 1, 1925. — A. Palmgren<br />
ISgS:<br />
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PUanzengeographische<br />
Grenzen<br />
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SOCIETAS PRO FAUNA ET FLORA FENNICA<br />
ACTA<br />
BOTANICA FENNICA<br />
HELSINGFORSIAE: 1927<br />
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ACTA BOTANICA FKNNICA 2<br />
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SOCIKTAS PRO FAUNA ET FLORA<br />
FENNICA<br />
DIE EINVVANDERUNGSWEGE DEU FLORA<br />
NACH DEN ÅLANDSINSELN<br />
ALVAR<br />
PALMGNEN<br />
MIT 57 KARTEN<br />
VORGEI.EGT AM 3. FEBRUAR 1927<br />
HKLSINGFORSIAE 1927
HEI^SINGFORS<br />
1 9 2 7<br />
DRUCK VON A.-B. F. TILGMANN
Inhaltsiibersicht.<br />
Vovwort<br />
^<br />
I. Einleitung '<br />
II. Fragestellung ^^<br />
III. Die urspriinglichen Gefåsspflamenarten Ålands 21<br />
IV, Vergleich zwischen der Flora aitf Åland imd in den am nåchsien gele<br />
genen Gebieten 28<br />
V. Die geographische Verieilung der Arten aiif Aland 41<br />
1. Arten mit gleichmässiger Verbreitung 42<br />
2. Arten mit migleichmässiger Verbreitung, die jedocli keinen Hinweis<br />
auf den wahrscheinlichen lîinwanderungsweg gibt .... 45<br />
3. Arten mit westliclier Verbreitung oder mit nach Osten hin abnehmender<br />
Frequenz 49<br />
4. Arten mit östlicher Verbreitung 52<br />
5. Arten mit zwei Verbreitungsgebieten, einem westliclien und<br />
einem östlichen oder siidöstlichen 54<br />
6. Arten mit in einer oder der anderen Hinsicht eigenartiger Verbreitung<br />
59<br />
VI. Die wahrscheinlichen Einwanderiingswege der Flora nach Aland .. 68<br />
1. Westliclie PUnwanderer 68<br />
2. Ostbaltische lîinwanderer<br />
3. I^inwanderer aus Finnland 71<br />
't. Negative Resultate uber die Kinwanderungswege 72<br />
A. Arten, fur die eine Einwanderung von der »Stockholmer<br />
Gegend» und Uppland ausgeschlossén scheint 72<br />
B. Arten fixr die eine Einwanderung vom Ostbaltikum ausgeschlossen<br />
oder weniger wahrscheinlich sein diirfte .... 72<br />
C. Arten flir die eine Einwanderung von Finnland ausgeschlossen<br />
oder weniger wahrscheinlich sein diirfte .... 74<br />
D. Arten, fiir die das vorliegende Material keine direkte<br />
Andeutung iiber den Einwanderungsweg zu geben scheint 7(><br />
5. Zusammenfassung 79<br />
VII. Sonderbehandlung einzelner Arten 81<br />
Alliaria officinalis Andrz<br />
Crambe maritima<br />
^^<br />
Asplenium Ruta muraria<br />
^^<br />
Avena pratensis<br />
^^<br />
Brachypodium pinnatmn (L.) PB<br />
^^<br />
Carex distans L<br />
^^<br />
Allium ursinum 92<br />
Polygonatuni multiflorum I^ 93<br />
Orchis niascula L<br />
^^<br />
Gymnadenia conopsea (L.) R. Br<br />
^^7<br />
S'.'itf?
Seite<br />
Cephalanthera longifolia (Huds.; L.) Fritsch 100<br />
Polygonum dunietorum L 102<br />
Cakile maritima Scop 104<br />
Draba incana h 105<br />
Crataegus moiiogyna Jacq. .. 107<br />
Polygala amarella Cr 108<br />
Daphne Mezereum L<br />
Hl<br />
Calystegia sepium (L.) R. Br 112<br />
Stachys silvatica ly 115<br />
Veronica spicata Iv 117<br />
Succisa pratensis Moencli 118<br />
Knautia arvensis (ly.) Coult 120<br />
Artemisia campestris L 122<br />
Cirsium lieterophyllum (L.) Ali 124<br />
Selaginella ciliata (Lam.) Opiz 126<br />
Alopecurus ventricosus Pers 127<br />
Arrhenatherum elatius (L.) M. et K 131<br />
Scirpus rufus (Huds.) Schrad 133<br />
Scirpus compressus (L.) Pers 135<br />
Carex glareosa Wg 137<br />
C. flavaL 139<br />
C. Horuschucliiana Hoppe 141<br />
Atriplex hastatum L.; Wg 144<br />
Salicornia europaea L<br />
Honkenya peploides (L.) Ehrh 147<br />
Scleranthus annuus L 149<br />
Silene veno.sa (Gilib.) Aschers 151<br />
Melandrium viscosum (L.) Celak 153<br />
Ranunculus ca.ssubicus L 156<br />
R. Ficaria 158<br />
Isatis tinctoria 160<br />
Barbarea stricta Andrz 163<br />
Sedum annuum 166<br />
Lathy rus montanus Bernh 168<br />
Hypericum hirsutum L 169<br />
Viola mirabilis L 171<br />
Gentiana *suecica (Froel.) Murb 173<br />
Scutellaria hastifolia L 175<br />
:\Ielampyrum cristatum I/ 176<br />
Odontites simplex (Hn.) Krok 179<br />
Solidago virgaurea L<br />
Artemisia vulgaris L. var. coarctata (J. H. af I'ors.) 183<br />
Ilypochaeris maculata h 185<br />
Nachtyäge 18 7<br />
Erklärung and Verzeichnis der Verbreitungskarteti 189<br />
Liieraiurverzeichtiis 191<br />
Abkiirzungen iind Berichligiingen 199<br />
Karten (1—57).
Vorwort.<br />
Indem ich diese Studie vorlege, gestatte ich mir, der Finnischen Wissenschaftssozietät<br />
nieinen Dank fur ein Forschungsstipendium aus deni Solilbergschen<br />
Donationsfonds auszusprechen, das mir die Ausarbeitung derselben<br />
in wesentlicheni Grade ermöglicht hat. Desgleichen möchte ich der Geographischen<br />
Gesellschaft Finnlands fiir eine Unterstiitzung danken, die mich<br />
in die Lage versetzt hat, im Sommer 1926 vergleichende pflanzengeogiaphische<br />
Studien in Estland und Lettland zu treiben.<br />
Bei diesen letzterwähnten Studien in Lettland habe ich mich der iiberaus<br />
wertvollen Fiihrung des hervorragendsten Kenners der Flora des Ostbaltikums,<br />
Herrn Professors am Herder-Institut zu Riga Dr. K. R. KUPFFER,<br />
sowie des Herrn Dozenten an der Universität in Riga Dr. N. MALTA ZU erfreuen<br />
gehabt. Auf Ösel haben mir Herr Dr. med. Tn. LACKSCHEWITZ und Herr<br />
W. V. LOEVIS OF MENAR, Lehrer an der deutschen Schule in Arensburg, sowie<br />
in Reval Herr Apotheker RUD. LEHBERT in vielen Hinsichten auf das liebenswiirdigste<br />
beigestanden.<br />
Mit ausserordentlicher Zuvorkommenheit haben mir Herr Professor<br />
KUPFFER und Herr mag. phil. ERIK ALMQUIST zahlreiche wichtige Angaben<br />
iiber die Flora im Ostbaltikum bzw. in der »Stockholmer Gegend» und Uppland<br />
mitgeteilt.<br />
Herm mag. phil. OLE EKLUND bin ich fiir zahlreiche Mitteilungen iiber die<br />
Verbreitimg der Arten ini Kirchspiel Korpo, das im Siidosten an Aland angrenzt,<br />
zu Danke verpflichtet. Auch hat mir Herr Eklund Angaben iiber die<br />
Flora auf den Inseln Wormsö und Dago (Estland) mitgeteilt, wo er im Sonmier<br />
1926 Studien geniacht hat.<br />
Ferner hat mir der Kustos der Sammlungen des Botanischen Museums,<br />
Herr Dr. HARALD LINDBERG mit grosser Liebenswiirdigkeit auf mancherlei<br />
Weise beigestanden.<br />
Mehrere in meiner Schrift beriihrte Fragen habe ich mit den Herren Generaldirektor<br />
Prof. Dr. A. K. CAJANDER und Prof. Dr. ALEX. LUTHER besprechen<br />
können.<br />
Die Ùbersetzung des schwedischen Manuskripts in das Deutsche ist mit<br />
dem grössten Entgegenkommen von Herrn Prof. Dr. GUSTAV SCHMIDT, Lektor<br />
der deutschen Sprache an der Universität Helsingfors, ausgefiihrt worden.<br />
Schliesslicli will ich dankbar erwähnen, dass mir beim Einsamnieln des<br />
Materials, das dieser Untersuchung zugrunde liegt, und auch bei seiner Zusammenstellung<br />
wie friiher meine P'rau die grösste Hilfe geleistet hat.
i o A. Palmgren,<br />
Die Einwandeningswege der Flora nacli den Âlandsinseln<br />
tiber die Art der Darstellung mögen folgende Bemerkungen gemacht<br />
werden.<br />
In Kap. VII werden 53 Arten beziiglich ihrer Verbreitung auf Åland und<br />
ihrer wahrscheinlichen Einwanderungswege dorthin eingehend durchgemiistert.<br />
Das Vorkommen auf Åland wird mit dem Vorkonmien in den nächstgelegenen<br />
Gebieten: Schweden, zunächst der »Stockholmer Gegend», Uppland<br />
und Gotland; dem Ostbaltikum, zunächst dem Silurgebiet Estlands;<br />
sowie Finnland, zunächst der Regio Aboënsis, als Hintergrund betrachtet.<br />
Da die literarischen Quellen fiir das Vorkommen der einzelnen Arten in<br />
bezug auf Vollständigkeit, Detailreichtum und Exaktheit höchst verschieden<br />
sind, ist es ausserordentlich schwierig und in manchen Fällen unmöglich, in<br />
einem kurzen Resiiniee das Vorkommen in den naheliegenden Gebieten, dem<br />
das åländische pflanzengeographisch gegeniibergestellt werden soil, richtig zu<br />
skizzieren. Man findet auch recht oft, dass derartige Versuche irrefuhrend<br />
ausgefallen und mit ihren irrigen Angaben in der Literatur weitergewandert<br />
sind. Es ist mir daher am richtigsten erschienen, diesen pflanzengeographischen<br />
Hintergrund in Form von direkten Zitaten zu geben. Die nötigen und<br />
in der lyiteratur zerstreuten Tatsachen können auf diese Weise auch gesammelt<br />
vorgelegt werden. Dies ermöglicht einen Uberblick, der schwerlich zu<br />
gewinnen ist, wenn das Auge genötigt ist, zwischen ein paar Dutzend verschiedenen<br />
Schriften hinundher zu gehen.<br />
Diese Form der Darstellung lässt die Arbeit einigermassen anschwellen,<br />
aber sie bietet unstreitig eine Gewähr fiir grössere Zuverlässigkeit.<br />
Es ist ferner iiblich geworden, bei Zitaten nicht den Titel der Arbeit, sondern<br />
nur den Namen des Verfassers und das Jahr des Erscheinens anzufuhren,<br />
wobei der Titel aus dem Literaturverzeichnis zu ersehen ist. Hierdurch wird<br />
Raum erspart. In Kap. VII ist dieses Verfahren nicht beobachtet worden.<br />
Wer möglicherweise das Kapitel als Ganzes im Zusammenhang durchliest,<br />
wird sich von den oft wiederkehrenden Titeln belästigt fiihlen; sie prägen<br />
sich allmählich dem Gedächtnis ein. Indes wird eine Darstellung wie die<br />
vorliegende selten Seite fiir Seite durchgenommen. Man schlägt eine gewisse<br />
Art nach, tiber die man Angaben zu erhalten wtinscht. Es wird hierbei<br />
lästig und setzt die Ubersichtlichkeit aufs Spiel, wenn man aus dem Literaturverzeichnis<br />
fur eine bedeutende Anzahl von Zitaten Aufschluss daruber<br />
suchen muss, auf welche Gegend sich die Zitate beziehen. Wäre der Titel der<br />
Arbeit fur die einzelnen Zitate in Kap. VII nicht angegeben, so wären dafur<br />
notwendigerweise Angaben tiber das Gebiet erforderlich, auf welches das<br />
Zitat abzielt. Dies geschieht jedoch in den meisten Fällen ebenso kurz durch<br />
den Titel der Schrift wie durch eine Umschreibung, aber der Wert und die Geltung<br />
des Zitates treten dazu einigermassen aus dem Titel hervor, der oft eine<br />
gewisse Vorstellung von der Tiefe und Art der Untersuchung gibt.
Einleitung.<br />
Die vorliegende Studie schliesst sich an die friiheren Arbeiten des Verfassers<br />
iiber die Vegetation und Flora von Åland an. Der interessierte Leser<br />
findet diese Schriften in dem Literaturverzeichnis erwähnt.<br />
Schon lange ist es nieine Absicht gewesen, eine Untersuchung iiber die<br />
wahrscheinlichen Einwanderungswege der Arten nach den Alandsinseln vorzunehmen.<br />
Dieses Programm wurde u, a. bereits in meiner Arbeit von 1915—<br />
1917: Studier öfver löfängsområdena på Åland, I—III, S. 607—608 (= 1922<br />
A, S. 112) aufgestellt.<br />
In den allgemeinen Ziigen ist dié Frage später beriihrt worden in.ineiner<br />
Studie von 1921, Die Entfernung als pflanzengeographischer Faktor (S. 25,<br />
46—49, 52), ferner 1922 in meiner Schrift Zur Kenntnis des Florencharakters<br />
des Nadelwaldes (S. 59—69) und 1925 in Die Artenzahl als pflanzengeographischer<br />
Charakter sowie der Zufall und die säkulare Landhebung als pflanzengeographische<br />
Faktoren (S. 57—66, 97—101).<br />
In bezug auf einige spezielle Arten ist die Frage der Einwanderung schliesslich<br />
von mir beriicksichtigt worden in einigen kleineren Beiträgen von 1925<br />
wie auch in mehreren Aufsätzen, die 1924 und 1925 fiir die Memoranda<br />
Societatis pro Fauna et Flora I-'ennica I angemeldet wurden, deren Drucklegung<br />
sich aber bis zu diesem Jahre verzögert hat.<br />
Aus dem Jahre 1925:<br />
Ny fyndort för Suaeda maritima (L.) Dum.;<br />
Lepidium latifoliuni L. ny för Åland;<br />
Eine neue Lokalität fiir Viola uliginosa Bess.;<br />
Carex diandra Schrank x paradoxa Willd. fiir Finnland neu;<br />
Carex remota Iv. in Finnland;<br />
Orchis Traunsteineri Saut., fiir Åland neu;<br />
Stellaria uemorum ly., fiir Åland neu.<br />
Aus dem Jahre 1927:<br />
Torilis Anthriscus (L.) Gmel. auf Åland}<br />
Carex brtinnescens (Pers.) Poir., neu fiir Åland;<br />
Juncus balticus Willd. auf Åland;<br />
Suaeda maritima (ly.) Dum. auf Åland;
i o A. Palmgren,<br />
Die Einwandeningswege der Flora nacli den Âlandsinseln<br />
Salix repens *rosmarinifolia L., ein östlicher Einwanderer auf Aland;<br />
Geranium pratense L., neu fiir Aland;<br />
Thymus chamaedrys Fr., neu fiir Aland;<br />
Pyrola media Sw. auf Aland;<br />
Potamogeton polygonifolius Pourr. in Finnland;<br />
Calamagrostis anindinacea (L.) Roth, auf Aland;<br />
Neuer Fundort von Carex arenaria I/, auf Aland;<br />
Neue Lokalitäten fiir Fritillaria Meleagris auf Aland;<br />
Neue Lokalität fiir Lepidiuni campestre L. (R. Br.) auf Aland;<br />
Ajuga pyramidalis L. auf Aland;<br />
Thymus Serpyllum L., ein ostbaltischer Kinwanderer auf Aland;<br />
Botrychium multifidum (Gmel.) Rupr. (= Matricariae (Schrank) Spreng.><br />
auf Aland;<br />
Bemerkenswerte Lokalität fiir Lycopodium clavatum L. auf Aland;<br />
Ruppia spiralis (L.) Dum. auf Aland;<br />
Neue Lokalitäten fiir Aquilegia vulgaris L. auf Aland;<br />
Litorella uniflora (L.) Aschers., neu fiir Aland.<br />
Auch sei auf meine Schrift von 1910 Bidrag till kännedomen cm Ålands<br />
vegetation och flora, I, Taraxaca (S. 7), hingewiesen.<br />
Was hier vorgelegt wird, soli in vielen Punkten zunächst als Orientierung<br />
dienen. Eine Einzelerörterung der Verbreitungsverhältnisse jeder Art lässt<br />
sich zur Zeit aus pekuniären Griinden nicht durchfiihren. Dieselbe wird jedoch<br />
als Programni fiir die Zukunft bestehen bleiben. Hier sollen nur gewisse<br />
bemerkenswerte Verbreitungsverhältnisse eingehender beleuchtet werden.<br />
Es wäre von Interesse, im Zusammenhang mit der Frage von den Einwandeningswegen<br />
der Arten die Frage nach dem wahrscheinlichen Zeitpunkt<br />
ihrer Einwandenmg zur Besprechung vorzunehmen. Auf diese letztere Frage<br />
werde ich bei anderer Gelegenheit zuriickkommen.<br />
Die Darlegungen dieser Studie griinden sich auf ein selir umfassendes<br />
Material von Aufzeichnungen iiber das Vorkomnien der einzelnen Arten auf<br />
Aland. Dasselbe ist in grösseren oder kleineren Teilen der meisten Sommer<br />
von 1897—1926 eingesammelt, Leider ist es pekuniär nicht möglich, es änders<br />
als flir einige wenige Arten mit besonders bemerkenswertem Vorkommen mitzuteilen.<br />
Wegen der iibrigen muss ich mich mit Hinweisen begniigen teils<br />
auf meine friiheren Schriften Studier öfver löfängsområdena på Aland, 1915—<br />
1917 und Zur Kenntnis des Florencharakters des Nadelwaldes, 1922, teils<br />
auf die Studien iiber die Vegetation der Meeresufer, Seen und Moorböden, die<br />
ich in absehbarer Zukunft vorlegen zu können hoffe. In bezug auf die artenreiche<br />
Flora der Laubwiesen ist jedoch zu bemerken, dass sich mein Material<br />
an Lokalangaben seit dem Erscheinen meiner Laubwiesenstudien mehr als<br />
verdoppelt hat.
ACTA BOTANICA FENNICA 1. N.o 1 9<br />
Arbeitsmethode.<br />
Da die Zuverlässigkeit der Arbeitsergebnisse, die hier niitgeteilt werden,<br />
in direktem Verliältnis zuni Grade der Exaktheit des Materials iiber die Verbreitiing<br />
der Arten steht, worauf die Untersuchiing fusst, seien hier iinter<br />
dem Hinweis auf meine Studie von 1915—1917 (S. 484—486; = 1922 A,<br />
S. 7—9) einige Worte iiber die Methode gesagt, die bei seiner Einsammlung<br />
befolgt worden ist.<br />
Fiir die Zusamnienbringung des Materials in der Natur sind fiir die verschiedenen<br />
Formationstypen (die L,aubwiesenvegetation, die Kadelwaldvegetation,<br />
die Meeresufervegetation, die Formationen der Seen imd der<br />
feuchten und nassen Böden sowie der Kulturböden) gedruckte Artenlisten<br />
zur Anwendung gekommen, die die Namen der Arten in systematischer Reihenfolge<br />
enthalten. Diese Listen sind fiir die verschiedenen Formationen zu<br />
Heften von geeignetem Exkursionsformat zusammengefiigt. Fiir jede einzelne<br />
Lokalität oder jeden Ståndort konimt eine besondere Liste zur Anwendung.<br />
In bezug auf die Frequenz, den Dichtigkeitsgrad und andere Umstände<br />
werden hier in der Natur die nötigen Aufzeichnungen gemacht. Diese Aufzeichnungen<br />
werden zur weiteren Bearbeitung Lokalität fiir Lokalität in<br />
ähnliche, aber in Konzeptbogenformat aufgestellte Listen eingetragen. Wenn<br />
mehrere Aufzeichnungen aus verschiedener Zeit fiir dieselbe Lokalität vorliegen,<br />
erfolgt die Eintragung in diese letzteren Listen mit Tinte von verschiedener<br />
Farbe fiir jede einzelne Untersuchung, wodurch nicht fiir jede einzelne<br />
Art eine Notiz iiber das Datum erforderlich wird. Fiir jede einzelne<br />
Lokalität wird also allés Material an ein imd derselben Stelle gesamnielt. Das<br />
auf diese Weise gesammelte Material zeigt nicht nur, was an einer Lokalität<br />
zîi finden ist. Es zeigt vielmehr audi — und dasist von grösster Wichtigkeit,<br />
was fehlt, was möglicherweise der Aufmerksamkeit entgangen und daher<br />
aufzuspiiren ist.<br />
Auf Grund dieses Materials iiber die Artzusammensetzung der cinzelnen<br />
Lokalitäten werden fiir die einzelnen Arten Lokalverzeichnisse angefeitigt.<br />
Diese Lokalitäten sind auf Karten vernierkt. Solche Karten liegen jetzt fiir<br />
die meisten urspriinglichen Arten der Landschaft vor.<br />
Mein Material an Aufzeichnimgen erstreckt sich auf alle Teile der åländischen<br />
Inselwelt. Es kann natiirlich fiir ein Gebiet von der Grosse und vor<br />
allem von der ausserordentlichen Abwechslung wie Åland nicht jede Insel<br />
und jede unbedeutende Schäre umfassen, aber es lässt keinen erheblichen Teil<br />
der Inselwelt ununtersucht.<br />
Bisher sind die Untersuchungen sj'stematisch vor allem in bezug auf die<br />
Arten der Laubwiesen (im weiteren Sinn des Wortes; siehe 1915, S. 31 und
i o A. Palmgren, Die Einwandeningswege der Flora nacli den Âlandsinseln<br />
1921, S. 27), der Kadelwälder imd der Meeresiifer betrieben worden. Hinsicht-<br />
Hch dieser durfte das Material mit Riicksicht auf Genaiiigkeit iind Umfang<br />
recht hohen Anforderungen entsprechen. Fiir die Flora der Seen, des Salzwassers<br />
und der zahlreiclien Moore sind noch Ergänzungen von nöten. Doch<br />
gibt das vorliegende Material der Hauptsache nach ein befriedigendes Bild<br />
auch von dem Vorkommen der hierhergehörigen Arten.<br />
Ausser auf eigene Aiifzeichmingen habe ich mich vor allem stiitzen können<br />
auf BERGROTHS Sclirift Anteckningar om vegetationen i gränstrakterna mellan<br />
Åland och Åbo-området, 1894, auf die Sammlungen des einheimischen Herbariums<br />
der Universität (Herbarium Musei Fennici) sowie auf das umfassende<br />
Material bei HJ. HJELT: Conspectus Florae Fennicae I—VII (1888—1926).<br />
Fiir die Feststellung der wahrscheinlichen Einwanderungswege nach Åland<br />
ist natiirlich eine möglichst eingehende Kenntnis iiber das Vorkommen der<br />
Arten in den zunächst gelegenen Gebieten erforderlich. Hieriiber gibt die<br />
Literatur sehr ungleichmässige Anleitung.<br />
Fiir Schweden gewährt eine äusserst wertvolle Hilfe die Schrift Stockholmstraktens<br />
växter, 1914. Ferner seien genannt:<br />
K. FR. TIIEDENIUS: Flora Öfver Uplands och Södermanlands fanerogamer<br />
och bräkenartade växter, 1871;<br />
K. JOHANSSON: Hufvuddragen af Gotlands växttopografi och växtgeografi<br />
grundade på en kritisk behandling af dess kärlväxtflora, 1897;<br />
GUNNAR ANDERSSON och SELIM BIRGER: Den norrländska florans geografiska<br />
fördelning och invandringshistoria med särskild hänsyn till dess sydskandinaviska<br />
arter, 1912.<br />
STEN SELANDER:<br />
flora, 1914;<br />
Sydliga och sydostliga element i Stockholmstraktens<br />
RIKARD STERNER: The continental element in the flora of South Sweden,<br />
1922;<br />
F. HÅRD AF SEGERSTAD: Sydsvenska florans växtgeografiska huvudgrupper,<br />
1924.<br />
Hierzu die allgenieinen Floren: C. J. HARTMANS Handbok i Skandinaviens<br />
flora. Elfte upplagan (F^örra delen: Faneroganier och ormbunkar), 1879; das<br />
1922 erschienene erste Heft von Hartmans handbok i Skandinaviens flora<br />
redigerad av OTTO R. HOLMBERG und das zweite Heft derselben Arbeit, 1926<br />
erschienen unter dem Titel Skandinaviens flora utgiven av OTTO R. HOLM-<br />
BERG; sowie C. A. M. LINDMAN: Svensk fanerogamflora, 1918 (nebst der<br />
zweiten Auflage, 1926, erschienen, nachdem der grössere Teil der vorliegenden<br />
Schrift bereits ausgearbeitet war).<br />
Ferner sind u. a. niehrere der wertvollen kleineren Pflanzenverzeichni&se<br />
in Svensk Botanisk Tidskrift zu beachten.
ACTA BOÏANICA FENNICA 2 11<br />
Fiir Siidwestfinnland sei vor alleni erwähnt O. BERGROTUS sclion oben<br />
genannte Schrift Anteckningar om vegetationen i gränstrakterna mellan<br />
Åland och Åbo-området, 1894, die — ausser fiir die åländischen Kirclispiele<br />
Knmlinge und Brandö — wertvolle Aufschliisse iiber die zunäclist bei Åland<br />
liegenden Schärenkirchspiele Gustafs, Iniö und Töfsala im Eigentlichen Finnland<br />
(Regio Ahocnsis) Ii ef ert.<br />
Ferner:<br />
A. J. ZETTERMAN och A.E. BRÄNDER: Bidrag till sydvestra Finlands flora,<br />
1867;<br />
A. K. CAJANDER: Kasvistollisia tutkimuksia Mj-nämäen, Mietoisten ja<br />
Karjalan kunnissa. 1902, eine Arbeit, die in sehr eingehender Weise die Vegetation<br />
und Flora einiger Kiistenkirchspiele ca. 30 km nördlich von Åbo behandelt;<br />
fiir die einzelnen Arten HJELTS monumentaler Conspectus Florae Fennicae,<br />
I—VII, und das sehr reichhaltige einheimische Herbarium der Universität;<br />
verschiedene kleinere Schriften (im Literaturverzeichnis angefiihrt) und<br />
zahlreiche briefliche Mitteilungen von OLE EKLUND.<br />
Leider sind bisher nur zerstreute Angaben iiber die Vegetation und Flora<br />
der meisten siidwestfinnischen Kiisten- und Schärenarchipelgebiete veröffenthcht.<br />
Fiir das Kirchspiel Korpo hat man jedoch in naher Zukunfteiner<br />
lyokalflora von cand. phil. OLE EKLUND entgegenzusehen, der mit grossem<br />
Fleiss und scharfsichtigem Verständnis seit 1916 der Pflanzenwelt seines<br />
Heimatkirchspiels ein hingebungsvolles Studium gewidmet hat. ÅhnUche<br />
Untersuchungen iiber Houtskär, Rimito, Nagu, Pargas, Kimito, Hiitis und<br />
die Kiistenkirchspiele wären sehr wiinschenswert.<br />
iiber zwei etwas entferntere Kusten- und Schärenarchipelgebiete findet<br />
man eine wertvolle Darstellung bei:<br />
E. HÄYRÉN: Björneborgstraktens vegetation och kärlväxtflora, 1909;<br />
W. BRENNER: Växtgeografiska studier i Barösunds skärgård, I, 1921.<br />
In Arbeit ist eine Untersuchung von mag. phil. CARL CEDERCREUTZ:<br />
Studien iiber Laubwiesen in den Kirchspielen Kyrkslätt und Esbo in Siid-<br />
Finnland. Mit besonderer Beriicksichtigung der Verbreitung und Einwanderung<br />
der Laubwiesenarten.<br />
Fiir das Ostbaltikum sind mehrere fiir ihre Zeit sehr verdienstvolle<br />
ältere Arbeiten zugänglich:<br />
FRIEDRICH SCHMIDT: Flora der Insel Moon, nebst orographisch-geognostischer<br />
Darstellung ihres Bodens, 1854;<br />
—»—, Flora des silurischen Bodens von Ehstland, Nord-Livland und<br />
Oesel, 1855;
12 A. Palmgren, Die Eimvanderungswege der Flora iiacli den Alandsinselu<br />
ARTHUR VON SASS: Die Phanerogamen-Flora Oesels und der benaclibarten<br />
Eilande iind Beitrag zur Flora der Insel Runoe, 1860;<br />
P. VON GLEHN: Flora der Umgebung Dorpats, 1860;<br />
EDMUND RUSSOW: Flora der Umgebung Revals, 1862;<br />
—»—, Ueber die Boden- und Vegetationsverhältnisse zweier Ortschaften<br />
an der Nordkûste Estlands, 1889;<br />
LEOPOLD GRUNER: Schilderung der Vegetationsverhältnisse des östlichen<br />
Allentacken, als Bericht iiber die Ergebnisse einer auf Kosten der Dorpater<br />
Naturforschergesellschaft unternommenen botanischen Reise, 1862;<br />
—»—, Versuch einer Flora Allentackens und des im Siiden angrenzenden<br />
Theiles von Nord-Livland, 1864;<br />
C. WINKLER: Literatur und Pflanzenverzeichnis der Flora Baltica, 1877;<br />
GERHARD PAHNSCH: Beitrag zur Flora Ehstlands, 1881.<br />
EDUARD LEHMANN: Flora von Polnisch-Livland mit besonderer Beriicksichtigimg<br />
der Florengebiete Nordwestrusslands, des Ostbalticunis, der Gouvernements<br />
Pskow und St. Petersburg sowie der Verbreitung der Pflanzen<br />
durch Eisenbahnen, 1895, sowie Nachtrag (I) von 1886 zu derselben Arbeit.<br />
Ein sehr wertvolles modernes Werk ist K. R. KUPFFERS mit ausserordentlicher<br />
Sachkenntnis und Kritik geschriebene Arbeit: Grundzuge der Pflanzengeographie<br />
des ostbaltischen Gebietes, 1925. — Leider ist der spezielle, die<br />
Artenverzeichnisse umfassende Teil noch nicht erschienen.<br />
Ferner sei auf KUPFFERS friihere Schriften hingewiesen:<br />
Beitrag zur Flora der Insel Runö, 1896;<br />
Saussurea alpina DC. subsp. esthonica (Baer ex Rupr. pr. sp.) Kupffer,<br />
1902;<br />
Bemerkenswerte Vegetationsgrenzen im Ost-Balticum, 1904;<br />
Kleine Notizen von Dozent K. R. Kupffer in Riga (K) und Dr. med,<br />
P. Lackschewitz in Libau (L), 1904;<br />
Kleine Notizen, 1905 u. 1907;<br />
Vorläufige Mitteilung iiber die ostbaltischen Taraxaca, 1907;<br />
Literaturiibersicht der ostbaltischen Flora, 1907;<br />
Kurze Vegetationsskizze des ostbaltischen Gebietes, 1912;<br />
Natiirliche Zugehörigkeit und Grenzen des ostbaltischen Gebiets, 1919;<br />
Der Einfluss des Weltkrieges auf die Pflanzenwelt bei Riga, 1922.<br />
Weiter seien genannt:<br />
J. KLINGE: Flora von Est-, Liv- und Curland, 1882;<br />
—»—, Bericht iiber im Jahre 1890 fiir das Ost-Balticum neu gesichtete<br />
Pflanzenarten, 1891;<br />
RUD. LEHBERT: Floristische Ergebnisse des Sommers 1903, 1904;<br />
—»—, Beitrag zur Kenntnis der Gattung Calamagrostis Adans. im ostbaltischen<br />
Gebiet, 1905;
ACTA BOTANICA FENNICA 1. N.o 1 13<br />
RUD. LEHBERT: II. Beitrag zur Kenntnis der Gattung Calamagrostis Adans.<br />
i m ostbaltischen Gebiet, 1906;<br />
—»—, Neue Ergebnisse der Calamagrostis-Forschung, 1924;<br />
—»—, Art-Grenzen im genus Calamagrostis, demonstriert an Calamagrostis<br />
purpurea Trin,, 1925;<br />
LEHBERT U. KUPFFER: Verzeichnis der auf den Inseln Hoften beobachteten<br />
Pflanzen, 1904;<br />
N. MALTA: Floristische Notizen aus Siidostlivland, 1915;<br />
E. MARKUS: Die Transgression des Moores iiber den Sandwall bei Laiva,<br />
1925;<br />
—»—, Das Komplexenprofil von Jätasoo, 1925;<br />
MAX VON ZUR MUHLEN: Die Potamogetonen des Ostbalticums nebst Bemerkungen<br />
iiber den Wechsel der Arten und Formen in ein und demselben<br />
Gewässer. Mit Zusätzen von K. R. Kupffer (Riga), 1906;<br />
E. NICI^ASEN: Floristisches aus Lodensee in Estland, 1904;<br />
W. ROTHERT: Floristische Beobachtungen, 1907;<br />
C. SKOTTSBEKG U. T. VESTERGREN: Zur Kenntnis der Vegetation der Insel<br />
Oesel. 1901;<br />
EDM. SPOHR: tiber das Vorkornnien von Sium erectum Huds. imd Lemna<br />
gibba L. in Estland und iiber deren nordöstliche Verbreitungsgrenzen in<br />
Europa, 1926;<br />
PAUL THOMSON: Notizen zur Kenntnis der Flora und Vegetation Eestis,<br />
1922;<br />
—»—, Zur Frage der regionalen Verbreitung und Entstehung der Gehölzwiesen<br />
und Alvartriften in Nord-Estland, 1924;<br />
—»—, Vorläufige Mitteilung iiber neue Fundorte und Verbreitungsgebiete<br />
einiger Moorpflanzen in Estland, 1924;<br />
G. WILBERG: Einige Bemerkungen iiber neue Pflanzenarten in der Flora<br />
Eestis, 1924.<br />
Uni mir eine persönliche Auffassung von den Vegetationsverhältnissen in<br />
den Ländern, woher die Arten Ålands wahrscheinlicli eingewandert sind, zu<br />
bilden, habe ich verschiedene Teile von Schweden, u. a. den Stockholmer<br />
Schärenarchipel (Juli 1908) und Gotland (Juni 1910) sowie Öland besucht (ein<br />
kurzer Abstecher im Juni 1910 und mit der 4. internationalen pflanzengeographischen<br />
Exkursion am 5.-6. Juli 1925, vvo, am 12.—13. Juli, audi der<br />
Stockholmer Schärenarchipel besucht wurde).<br />
Zu demselben Zweck wurden im Juni 1926 die ostbaltischen Länder Estland<br />
und Lettland besucht. Unter der Leitung von Professor K. R. KUPFFER<br />
sowie teilweise auch von Dozent N, MAI.TA war ich in der Lage, am 14.—21.<br />
Juni Exkursionen in der Umgebung von Riga, u. a. am Strande und in dem
i o A. Palmgren,<br />
Die Einwandeningswege der Flora nacli den Âlandsinseln<br />
iniposanten Dunengebiet gleich nördlich von der Miindung der Diina sowie<br />
nach verschiedenen anderen pflanzengeographisch benierkenswerten Plätzen<br />
in Lettland zu unternehmen. So wurde das wegen seiner iippigen Vegetation<br />
und seiner artenreichen Flora beriihmte Gebiet bei Kemmern, siidwestlich<br />
von Riga besucht. P'erner die ausserordentlich naturschönen, mit iippigem<br />
Mischlaubwald bewachsenen Gegenden iim Seegewold in der sog. livländischen<br />
Schweiz, wo die Aa in den leicht verwitterten Sandsteingrund ein niäclitiges<br />
Erosionstal eingeschnitten hat, und schliesslich die Dolomitenlandschaften<br />
uni die Diina in der Gegend von Kokenhnsen, beriihmt durch ihre iippige<br />
Vegetation und ihre artenreiche Flora, in der viele siidöstliche Einwanderer<br />
auftreten.<br />
Am 22.—28. Juni wurden Exkursionen auf Ösel geniacht. Hierbei wurden<br />
u. a. die iippigen Laubwälder und die Alvarböden bei Lode, gleich siidlich von<br />
Arensburg, wie auch bei Kellamäggi und Pargel westlich von der Stadt besucht.<br />
Ferner die durch ihre mächtigen Mischlaubwälder und ihre iippige Untervegetation<br />
beriihmte Insel Abro, wo auch die Strandvegetation zu einer sehr<br />
schönen Entwicklung gekommen ist, und der beriihmte Osriicken Widoberg<br />
sowie die unterhalb (westlich) desselben gelegenen
ACTA BOTANICA FENNICA 1. N.o 1 15<br />
Folgende Arten und Formen sind nach C. A. M. LINDMAN: Svensk<br />
fanerogamflora, 2. Auflage, 1926, angegeben:<br />
Potamogeton Zizii ( = P. gramineus x lucens, S. 52), Zannichellia repens unå<br />
Z. pediinculata, Poa angiistifolia, Puccinellia retroflexa (in des Verf. Arbeit von<br />
1925 unter dem Namen Atropis retr.), Carex contigua und C. Pairaei (1925 als<br />
Unterarten von C. inuricata), Carex nemorosa, Çarex *oedocarpa und C. *pulchella<br />
(die letztere ist von LINDMAN als Art angefiilirt), A triplex patiiluni var.<br />
oblongifolium, Crataegus monogyna und Cr. curvisepala (in des Verf, Arbeit von<br />
1925 unter dem Namen Mespilus; die zuletzt genannte 1915—17 und 1921<br />
unter dem Namen Mespilus calycina), Alcheniilla ohtusa, Myosotis baltica (1925<br />
unter dem Namen M. laxa).<br />
Dryopteris dilatata ist in der ersten Auflage des oben zitierten »Förteckning<br />
öfver Skandinaviens växter als Unterart von Dr. spinulosa, in der zweiten<br />
Auflage, 1917, als Art angefiihrt. — Vacciniuni microcarpum erscheint in<br />
demselben Förteckning (1907 und 1917) als Unterart von V. Oxycoccus. Icli<br />
gebe sie nach LINDMAN, 1926, als Art.<br />
Alchemilla acutidens wird nach HARAI
i o A. Palmgren,<br />
Die Einwandeningswege der Flora nacli den Âlandsinseln<br />
recht bedeutende Anzahl, wenn man bedenkt, dass die Gesamtzahl der urspriinglichen<br />
Arten der Laubwiesenvegetation 324 beträgt,<br />
2. Es ist bemerkenswert, dass die Hieracinm-Vlora. der åländischen Laubwiesenvegetation<br />
einen sehr engen Anschluss an die mittelschwedische zeigt.<br />
Manche ihrer bemerkenswertesten Arten haben in Mittelschweden eine mehr<br />
oder weniger aiisgedehnte Verbreitung, fehlen aber sonst in Finnland oder<br />
sind dort selten und aiisgeprägt westlichen Ursprungs. Als Beispiele wurden<br />
genannt Hieracinm glomerattim (= glometatuhim), H. nigrans, H.polymnoon,<br />
H. holmiense unter den Piloselloidea sowie H. ciliahim, H. canipes, H. meticeps,<br />
H. serratijro7is, H. siihcrassnm, H. patale, H. integratum, H. orbicans,<br />
H. expalHdijorme, H. panaeolum, H. psepharjtm, H. lacerijolnim unter den<br />
Archieracia. Andererseits fehlen auf Åland eine ganze Anzahl fiir das kontentinale<br />
Finnland spezifische Arten und Artengruppen wie H. pratense sowie<br />
H. septentrionale und andere zu der Gruppe »florentimim» gehörige Arten.<br />
Ferner beispielsweise H. detonsiim, H. neglecium unter den Piloselloidea und<br />
H. laterijlomm, H. distractiim, H. lyratum, H. Hjeltii, H. hololoma, H. mtdtifrons,<br />
H. Silent, H. inctirrens unter åen Archieracia.<br />
Von Åland sind nicht ganz wenige endemische Hieracinm-Arton beschrieben.<br />
Diese gehören im grossen ganzen systematischen Gruppen westlicher<br />
Verbreitung an. Solche Arten sind u. a. H. suhfuscatum, H. nuhiceps, H.<br />
atrohulbosiim, H. atricolor, H. conistum, H. alandicimi, H. lenifolinm, H. perveniens,<br />
H. rangsbyense, H. snbspeireitm, H. pseudospeireum. (Die Namen<br />
nach NORRLIN: Hieracia florae fennicae (Suomen keltanot), 1906, sowie Nya<br />
nordiska Hieracia, II, 1912.)<br />
3. Auch die TaraxacMm-V\ox2i legt — obwohl in recht höhem Grad von<br />
adventiver Natur und daher in pflanzengeographischer Hinsicht weniger<br />
beweiskräftig — Zeugnis fiir eine Einwanderung von Westen her ab. Insbesondere<br />
gilt dies von den in Laubwiesen und an Ufern urspriinglichen<br />
Arten T. maadigernm, T. praestans, T. litorale, T. laetum, T. nibicundum,<br />
T. halticiim und T. palmtre, die z. T. auf dem Festland fehlen {T. mhcidigerum,<br />
T. nibictmdtim und T. palustre), z. T. daselbst spärlich und nur in den<br />
siidwestlichen oder westlichen Teilen auftreten, aber in Schweden alle eine<br />
weitere Verbreitung haben (siehe PALMGREN 1910 A, u. a. S. 6—7).<br />
Wenn ich also auch als festgestellt ansah, dass die Laiibwiesenvegetation im<br />
grossen ganzen nach Åland von Westen eingewandert sei, rechnete ich doch<br />
(1. c., S. 49)1) fiir einzelne Arten mit Ausnahmen. So schien eine Einwanderung<br />
von Osten wahrscheinlich oder sehr annehmbar u. a. fiir Alntis incana, Alchemilla<br />
obtusa und Succisa pratensis. Fiir einige andere Arten kam mir eine<br />
Einwanderung sowohl von Westen als Osten denkbar vor. Ich nannte Picea<br />
J) Sielie auch die ergänzende Darstellung 1925, S. 58—59.
ACTA BOTANICA FENNICA 2 17<br />
Abies, Tilia cordata, Gymnadenia conopsea, Lathynis silvesiris und Ajuga<br />
Pyramidalis.<br />
Meine Anffassung iiber die Einwanderungswege der Vegetation griindete<br />
sich auf eine Musterung der Flora in grossen iitigen. Als ein kunftiges Arbeitsprogramni<br />
wurde (1. c., S. 49) ein detailliertes Studium der Frage nach der<br />
Einwanderung der Eaubwiesenvegetation aufgestellt.<br />
Es ist dieses Studium, erweitert auf sämtliche urspriingliche Gefässpflanzen<br />
der Eandschaft, zu dem ich jetzt schreite.<br />
Woher hat Aland seine Arten empfangen?<br />
Es liegt am nächsten, mit einer Einwanderung von folgenden Seiten her<br />
zu rechnen: von Ostschweden, zunächst Uppland und Nordsödermanland,<br />
ans dem Ostbaltikum, zunächst Estland, und von Finnland, zunächst dem<br />
siidwestlichsten Teil des Landes, dem Eigentlichen Finnland (= Regio Abotnsis).<br />
Selbstverständlich ist es denkbar, dass eine oder die andere Art ganz oder<br />
teilweise direkt aus einem ferner gelegenen Gebiet als den genannten eingewandert<br />
ist. Das ist beispielsweise offenbar der Fall mit Cryptogramma<br />
crispa, die aus den erwähnten Gebieten gar nicht bekannt ist. In welchem<br />
Grade eine solche Einwanderung aus weiter Ferne auch etwa fiir andere Arten<br />
stattgefunden hat, dariiber ist es natiirlich schwer, sich eine sichere Vorstellung<br />
zu bilden.<br />
Sämtliche obengenannten Gebiete liegen recht nahe bei Åland.<br />
Von Åland bis Schweden beträgt der kiirzeste Abstand ca. 30 km, von Åland<br />
bis Estland ca. 120 km. Mit der Regio Aboënsis ist Åland durch eine fast sukzessive<br />
Brûcke von Inseln verbunden. Die Meerenge Skiftet, die die Grenze<br />
biidet, ist an der schmälsten Stelle nur 3, an der breitesten ca. 25 km<br />
breiti).<br />
Zieht man nur die Hauptinsel (das sog. Fasta Åland) und das festländische<br />
Eckerö in Betracht, wo sämtliche Standortstypen Ålands zahlreich vertreten<br />
sind, SO werden die Abstände folgende: bisSchweden ca. 45, bisEstland ca. 170,<br />
bis zur Regio Aboënsis ca. 50 km (sielit man auch von dem Schärenarchipel<br />
dieser ab, so wird der Abstand ca. 80 km).<br />
Åland liegt also in heziig auf den Abstand fiir eine Einwanderung von Schweden<br />
her giinstiger als fiir eine Einwanderung aus dem Ostbaltikum.<br />
Am nächsten liegt die Regio Aboënsis. — Sieht man jedoch von deren ausgedehntem<br />
Schärenarchipel ab, so wird auch hier der Abstand recht beträcht-<br />
1) Es sei hier bemerkt, dass die pflanzengeographische Grenze zwischen<br />
Åland und der Regio Aboënsis, die nocli mit der administrativen zusammenfällt,<br />
besonders in ihren nördliclien Teilen einer Prufung bedarf. Ich verweise<br />
auf meine Darstellung 1925, S. 58—59.<br />
2
18 A. Palmgren, Die Einwanderungswege der Flora nacli den Alandsmseln<br />
lich. Und zieht man bloss die gegenwärtige Hauptinsel Åland in Betracht,<br />
die ihrem Areal nach den weitaus grössten Teil der Landschaft repräsentiert,<br />
die sich dazii zuerst ans dem Meere erhoben hat nnd eine recht bedeutende<br />
Zeit allein die Landschaft bildete, so liegt Åland näher bei Schweden.<br />
In vergangener Zeit war also nur in hezug au f den A hstand eine Einwanderung<br />
aus Schweden wahrscheinlicher als ans Finnland (1925, S. 57). Noch heutzutage<br />
scheint eine solche Einwanderung nach der Hauptinsel Åland wahrscheinlicher<br />
als eine Einwanderung aus Finnland.<br />
Es ist auch zu bemerken, dass Åland — auch wenn man von dem Abstand<br />
als wirksaniem Moment absieht — in bezug auf die Voraussetzungen, Arten<br />
entgegenzunehmen (also darauf, was ich 1925, S. 63, die Exposition jiir die<br />
Bewachsîing als Faktor genannt habe), besser gegen Schweden als gegen das<br />
Ostbaltikum und Finnland exponiert liegt. Nach Schweden hin ist die ganze<br />
Hauptinsel Åland mit ihreni westlichen Schärenarchipel, dazu Lemland und<br />
Föglö gerichtet. Nach dem Ostbaltikum hin kehrt sich am nächsten nur der<br />
im Verhältnis zu dem ubrigen Åland recht unbedeutende Schärenarchipel<br />
von Kökar. Gegen Finnland wenden sich ebenso nur einige Schärenkirchspiele,<br />
die dazu den Susswasser- und Moorpflanzen eine relativ geringere<br />
Anzahl geeigneter Standorte als die Hauptinsel Åland darbieten.<br />
Ausser dem Abstand und der Exposition, und vielleicht mehr als diesen,<br />
haben wir den Nattirvcrhältnissen der am nächsten gelegenen Länder Beachtung<br />
zu schenken.<br />
Die grössten Vbereinstimnnmgen in den Natttrverhältnissen findet man<br />
unstreitig im Schärenarchipel von jjppiand. Die Natur erinnert hier sowohl in<br />
ihren grossen Grundziigen als auch im Einzelnen iiberaus stark an diejenige<br />
Ålands. Das ist in geringerem Masse mit Finnland der Fall. Wie in friiheren<br />
Schriften hervorgehoben ist, herrscht vielerorts auf Åland eine recht ausgeprägte<br />
und artenreiche Flora kalkholder Pflanzen. Deren Aufenthalt bilden<br />
vor allem die Laubwiesen, ferner Ufer und Moore, besonders die sog. Wiesenbzw.<br />
Braunmoore (gimgfly). Durch eine ganz entsprechende Flora und<br />
ähnliche Pflanzenvereine ist der Schärenarchipel von Uppland ausgezeichnet.<br />
In der Regio Aboënsis findet man eine solche Vegetation viel spärlicher<br />
und in bedeutend artenärmerer Gestalt. Man känn also kauni annehmen, dass<br />
die åländische Kalkflora dorther stamme. Wohl aber herrscht in sehr grosser<br />
Ausdehnung und iippiger Gestalt eine sehr gleichartige Vegetation und Flora<br />
in dem Silurgebiet Estlands, besonders auf den Inseln im Westen und Nordwesten<br />
so wie in der westlichen und nord westlichen Kiistengegend (Wiek).<br />
Aus Schweden oder Estland oder heiden Ländern muss also die åländische<br />
Kalkflora in der Hauptsache herstammen.<br />
Was hinwieder die trivialeren Arten Ålands, die der sterilen Böden, der<br />
Nadelwälder und Moore betrifft, sind diese im allgemeinen in sämtlichen um-
ACTA BOTANICA FENNICA 1. N.o 1 19<br />
liegenden Gebieten zu finden. Fiir sie kann man a priori erwarten, dass<br />
es sich schwierig gestalten wird, eine bestimnite Auffassung uber die Einwanderungswege<br />
zu gewinnen.<br />
Im Folgenden gehe ich daran, jede der urspriinglichen Arten Ålands in<br />
bezug auf ihre wahrscheinlichen Einwanderungswege zu betrachten, Hierbei<br />
werde icli zunächst teils von dem Aiiftreten der Arten in den am nächsien<br />
hei Åland liegenden Gebieten und den Voraussetzungen fiir eine Ausbreitung<br />
nach Aland, die dort zu bestehen oder bestanden zu haben scheinen, teils<br />
von den Zeugnissen attsgehen, die das Aujtreten der Art in der Landschajt selbst<br />
möglicherweise liefert. Das Vorkommen der Art auf Åland wird hierdurch<br />
fixiert,<br />
Bevor icli zu dieser Musterung schreite, scheinen den Zeugnissen, die<br />
das Auftreten einer Art auf Åland etwa iiber deren wahrscheinliche Einwanderung<br />
darbietet, einige Worte zu widmen zu sein,<br />
Kommt eine gewisse Art bloss in den westlichen Teilen von Åland vor, so<br />
scheint ja die Annahme am nächsten zu liegen, dass sie von Westen ber, aus<br />
Schweden, eingewandert sei, falls die Art dort verbreitet ist. Kommt sie<br />
indessen auch in Estland oder Finnland vor, so ist ja docli die Möglichkeit<br />
nicht ausgesclilossen, dass die Einwanderung teilweise (oder ganz) dorther<br />
stattgefunden hat. Dies ist jedoch offenbar weniger wahrscheinlich. Zeigt<br />
die betreffende Art eine sukzessive Abnahme von Westen nach Osten, so<br />
erscheinen die Wahrscheinlichkeiten fiir eine Einwanderung von Osten her<br />
ja auf alle Fälle recht klein. Ebenso: wenn eine Art auf die sudöstlichen<br />
oder östlichen Teile von Åland (Kökar, Sottunga, Kumlinge, Brändö) beschränkt<br />
ist, so scheint es am nächstliegenden, dass sie aus Estland oder Finnland<br />
eingewandert ist, falls sie dort verbreitet ist, Indessen ist natiirlich die<br />
Möglichkeit nicht ausgeschlossen, dass die Art aus Schweden (falls sie dort<br />
vorkommt) direkt nach den östlichen Teilen von Åland gekonimen ist, Insbesondere<br />
diirfte man mit der Möglichkeit einer Einwanderung ans Schweden<br />
direkt nach Kökar rechnen miissen (vgl. 1921, S, 52, 1925. S. 58).<br />
Wenn es sich nur uni eine vereinzelte Lokalität handelt, muss man natiirlich<br />
immer mit der Möglichkeit rechnen, dass die Einwanderung von einem<br />
entfernteren Punkt als dem nächstniöglichen erfolgt ist. Wenn es sich um<br />
ein ausgedehnteres Vorkommen handelt, scheint die Art des Vorkommens<br />
selbst oft geeignet, Hinweise zur Beantwortung der Frage zu geben.<br />
Hier sei ein benierkenswerter Umstand hervorgehoben:<br />
Wie ich in zwei fruheren Schriften (1921 u. 1925) betont habe, zeigt eine<br />
recht bedeutende Anzahl von Arten auf Åland eine sukzessive Abnahme der<br />
Frequenz nach Osten zu. Ich habe dieselbe mit einer Einwanderung von<br />
Westen in Zusammenhang gebracht; mit der stetig wachsenden Entfernung
i o A. Palmgren,<br />
Die Einwandeningswege der Flora nacli den Âlandsinseln<br />
gegen Osten wird das Vorkommen imnier spärlicher. Einige von den Arten,<br />
die niclit niehr im östlichen Aland angetroffen warden, sind jedoch in den<br />
siidwestlichen Teilen des kontinentalen Finnlands zii finden. Wie soil man<br />
dieses Verhalten erklären? Fiir eine und die andere der fraglichen Arten ist<br />
das Vorkommen in Siidwestfinnland möglicherweise mit einem Vorkommen<br />
siidlicli vom Finnischen Meerbusen in Zusammenhang zii bringen, fiir andere<br />
mit einer Einwanderung von Osten ber. Andere wiedenim sind ojfenhar nach<br />
iem kontinentalen Finnland von Schweden direkt mit Vberspringting von Åland<br />
als Etappenstation eingewandert?) Eine und die andere von diesen sind dann<br />
von Sudwestf inniand of f enbär nach Westen in den Schärenarchipel von Abo<br />
zuriickgewandert, je nachdem dieser aus dem Meer aufgestiegen ist, einige<br />
haben vielleicht sogar Aland erreicht (siehe 1925, S. 59). Diese Möglichkeit<br />
darf bei dem Versuch, die Einwanderungswege der Arten nach Aland festzustellen,<br />
nicht unbeachtet gelassen werden.<br />
Eine solche Einwanderung nach Finnland mit V ber springing von Åland ist<br />
ganz gewiss in manchen Fållen sehr alten Datums. Wir werden hier aitf die<br />
Frage der Landhebung als pflanzengeographisch wirksamer Faktor gefiihrt.<br />
Nocli einige ergänzende Worte zu dem, was oben auseinandergesetzt worden<br />
ist:<br />
Aland ist in bezug auf sein Areal so unbedeutend, dass man wohl a priori<br />
kaum mit ausgeprägteren Verbreitungsgrenzen innerhalb der Landschaft<br />
gerechnet hätte. Es hat sich jedoch gezeigt, dass es solche in grosser Anzahl<br />
gibt. Es ist möglich gewesen, sie infolge der Grosse nnd Exaktheit des Materials<br />
nachzuweisen, was bewirkt, dass die Liicken auf den Verbreitungskarten<br />
mit einem recht hohen Grad von Sicherheit als wirklich, nicht nur als Exponenten<br />
mangelhaften Studiums zu betrachten sein dûrften. Das hegrenzte<br />
Areal des Gebietes, das ein sehr eingehendes Detailstudiiini ermöglicht hat, hat<br />
sich hierbei vorteilhaft geltend gemacht (siehe 1925, S. 9—15).<br />
Wenn ich den Versuch unternehme, die Einwanderungswege der einzelnen<br />
Arten nach einem Gebiet von der Lage Ålands festzustellen, setze ich selbstverständlich<br />
die Möglichkeit von F'ehlern in einzelnen Details voraus. Der<br />
Umstand, dass die meisten Vorkommnisse doch nicht ganz allein dastehen,<br />
sondern sich mit anderen verkniipfen lassen, bringt es aber mit sich, dass die<br />
1) In des Verf. Schrift von 1925 werden S. 59 als wahrscheinliche Eeispiele<br />
fiir eine solche Einwanderung nach dem kontinentalen Finnland mit<br />
Uberspringung von Åland Avenu pratensis, Carex caryophyllea und Euphrasia<br />
gracilis genannt (siehe audi 1921, S. 90). Ferner diirften erwähnt werden<br />
können: Poa compressa, Gagea lutea, Qucrcus robur, Ulmtis scabra, Anemone<br />
ranunculoides, Sedum album, Saxifraga granulata, Cotoneasier integerrima.<br />
Pyrus'^ M alus, Agrimonia Eupatoria, Tri folium monianum, Tr. arvense. Lotus<br />
corniculatus, Vida silvatica, Lathyrus mont anus, Acer platanoides.
ACTA BOTANICA FENNICA 1. N.o 1 21<br />
gewonnenen Schlussfolgerungen als recht wohlbegriindet anzusehen sein<br />
diirften, da sie auf ein grösseres Tatsachenmaterial gegriindet sind, als fiir<br />
die einzelne Art direkt hervortritt. Aber nnabhängig von deni Grad der<br />
Sicherheit jeder einzelnen Schlussfolgerung glaube ich, dass es fiir die kiinftige<br />
Forschung leichter sein wird, zu einer richtigen Kenntnis und einem richtigen<br />
Verständnis der Einwanderungsgeschichte und des Charakters der åländischen<br />
Vegetation auf der Basis der Zusammenstellungen, die hier vorgelegt werden,<br />
zu gelangen, als oline dieselben.<br />
ill.<br />
Die ursprunglichen Gefässpflanzenarten Ålands.<br />
In meiner 1925 erschienenen Schrift Die Artenzalil als pflanzengeographischer<br />
Charakter sowie der Zufall und die säkulare Landhebung als pflanzengeographische<br />
Faktoren habe ich (S. 46—51) als fiir Åland ursprunglich 650<br />
Gefässpflanzenarten bezeichnet. Sie werden unten angefiihrt.<br />
Als ursprunglich wird bloss eine Art bezeichnet, die in der Landschaft völlig<br />
unabhängig vom Menschen und den von ihm geschaffenen Ståndorten auftritt<br />
(siehe 1925, S. 44).<br />
Von Hieracia werden nur die scharf begrenzten H. Pilosella (coll.) und<br />
H. umbellaium aufgenomnien. Sämtliche Taraxacum-Vorm^n hinwieder werden<br />
unter dem kollektiven T. officinale einbegriffen. — Wegen der reichen<br />
Hieracitim- und Taraxacum-Vloxn der Landschaft wird der interessierte Leser<br />
auf des Verf. Schriften von 1910, 1915 (S. 54) und 1925 (S. 44—45) verwiesen.<br />
Von Unterarten und Varietäten werden unten nur einige niehr hervortretende<br />
angefiihrt (betreffs dieser siehe die Darstellung 1925, S. 45—46).<br />
Diese einberechnet, steigt die Zahl der im Folgenden behandelten Formen auf<br />
656. Die fraglichen Unterarten sind: Carex Oederi*puidulla uvA *oedocarpa.<br />
Orchis incarnata *cyuenta, Salix repens *rosmannifolia. Gentiana Amarella<br />
ist in die Unterarten lingiilata und axillaris geteilt. Carex contigna u. C.<br />
Pairaei wurden 1925 als Unterarten unter C. muricata aufgenommen.<br />
Woodsia ilvensis (ly.) R, Br.<br />
Cystopteris fragilis (ly.) Bernh.<br />
Struthiopteris germanica Willd.<br />
Dryopteris Thelypteris (L.) A. Gray<br />
Dr. Filix mas (L.) Scliott<br />
Dr. cristata (L.) A. Gray<br />
Dr. spinulosa (Miill.) O. Kuntze<br />
Dr. dilatata (Hoffm.) A. Gray<br />
Dr. Phegopteris (L.) C. Christens.<br />
Dr. Linneana C. Christens.<br />
Athyrium Filix femina (L.) Roth<br />
Aspleninni Trichomancs L.<br />
A. Ruta muraria L.<br />
A. septentrionale (L.) Hoffm.<br />
Blechnum Spicant (L.) With.<br />
Cryptogramma crispa (L.) R. Br.<br />
Pteridium aqiiilinum (L.) Kuhn<br />
Polypodium vulgäre t,.<br />
Ophioglossum vulgatiim L.<br />
Botrychium I.unaria ly.
i o A. Palmgren,<br />
Die Einwandeningswege der Flora nacli den Âlandsinseln<br />
Botrychiuni boreale (Fr.) Milde<br />
B. ramosum (Roth) Aschers,<br />
B. lanceolatum (Gmel.) Angstr.<br />
B. simplex Hitchc.<br />
B. Mairicariae (Schrank) Spreng.<br />
Equisetum arvense I/.<br />
E. pratense Ehrli.<br />
E. silvaticum L.<br />
E. palustre L.<br />
E. fluviatile L.<br />
E. hiemale L.<br />
E. variegation Schleich.<br />
E. scirpoides ^liclix.<br />
Lycopodiuni Selago L.<br />
L. annotinum L.<br />
L. clavatimi L.<br />
L. inundatum L.<br />
L. complanatum h.<br />
Selaginella ciliata (Lam.) Opiz<br />
Isoëtes lacustre L.<br />
Taxus haccata L.<br />
Pinus silvestris L.<br />
Picea Abies (L,.) Karst.<br />
Juniperus conitnunis L.<br />
Typha latifolia L.<br />
T. angustifolia L.<br />
Sparganium minimum Fr.<br />
Sp. afjiyie Schriitzl,<br />
Sp. simplex Huds.<br />
Sp. glomeratum (I^uest.) Neum.<br />
Sp. ramosum Huds.; Beeby var. microcar<br />
pum Neum.<br />
Zostera marina Ij.<br />
Potamogetoyi filiformis Pers.<br />
P. pectinatus L.<br />
P. natans L.<br />
P. gramineus L.<br />
P. Zizii M. et K.<br />
P. alpinus Balbis<br />
P. polygonifolius Pourr.<br />
P. perfoliatus L.<br />
P. praelongiis Wulfeti<br />
P. crispus ly.<br />
P. mucronatus Schrad.<br />
P. panormitanus Biv.<br />
P. obtusifalius M. et K.<br />
P. pusillus h.<br />
Ruppia spiralis (ly.) Dum.<br />
R. rostellata Koch<br />
Zannichellia repens Boenn.<br />
Z. pedunculata Rchb.<br />
Najas marina I/.<br />
Triglochin maritimum L.<br />
Tr. palustre h.<br />
Scheuchzeria palustris L.<br />
Alisma Plantago-aquatica t,.<br />
Hydrocharis Morsus ranae ly.<br />
Phalaris ariindinacea L.<br />
Anthoxanthum odoratum ly.<br />
Hierochloë odorata (ly.) Wg.<br />
Milium effusum L.<br />
Phleuni Boehmeri Wib.<br />
Alopecurus ventricosiis Pers.<br />
A. geniculatus L.<br />
A. aristulatus Michx.<br />
Agrostis stolonifera L.<br />
A. vulgaris With.<br />
A. canina L.<br />
Calamagrostis ariindinacea (ly.) Roth<br />
C. neglecta (Ehrh.) PB.<br />
C. lanceolata Roth<br />
C. purpurea Trin.<br />
C. epigejos (L.) Roth<br />
Aira praecox h.<br />
A. bottnica Wg.<br />
A. caespitosa L.<br />
A. flexuosa ly.<br />
Avena pratensis ly.<br />
A. pubescens Huds.<br />
Arrhenatherum elatius (ly.) M. et K.<br />
Sesleria coerulea (L.) Ard.<br />
Artindo Phragmites L.<br />
Triodia decumbens (ly.) PB.<br />
Molinia coerulea (ly.) Moench<br />
Melica nutans ly.<br />
Briza media ly.<br />
Dactylis glomerata ly.<br />
Poa trivialis L.<br />
P. pratensis ly.<br />
P. angustifolia L.<br />
P. irrigata lyindm.<br />
P. nemoralis L.<br />
P. palustris L.<br />
P. compressa L.<br />
Glyceria fluitans (ly.) R. Br.<br />
Puccineilla retroflexa O. R. Holmb.<br />
Fcstuca arundinacea Schreb.<br />
F. rubra ly.
ACTA BOTANICA FENNICA 1. N.o 1 23<br />
1-esfnca ovina L.<br />
Bromus mollis ly.<br />
Brachypodium pinnatum (L.) PB.<br />
Br. silvaticimi (Iluds.) R. et S.<br />
Nardus strida L.<br />
Triticum caninum h.<br />
Tr. repens L.<br />
Elymus arenarius L.<br />
EriopJiorimi polystachyum L.<br />
E. latifolium Hoppe<br />
E. gracile Koch<br />
E. vaginatum 'L,.<br />
E. alpinum L.<br />
Scirpus silvaticus L.<br />
Sc. maritimus Iv.<br />
Sc. rufus (Hucls.) Sclirad.<br />
Sc. compressus (I
24 A. Palmgren, Die Kinwanderungswege der Flora nach den Âlandsinseln<br />
Gagea lutea (ly.) Ker-Gawler<br />
G. minima (L.) Ker-Gawler<br />
Allium Scorodoprasum L.<br />
A. oleraceum L.<br />
A. Schoenoprasum h.<br />
A. ursinum L.<br />
Fritillaria Meleagris L.<br />
Majanthemum bifolium (L.) F. W.<br />
Schm.<br />
Polygonatiim odoratiim (Mill.)<br />
P. multifloriim ly.<br />
Convallaria majalis I/.<br />
Paris quadrifolia<br />
Iris pseudacorus I/.<br />
Cypripedium calceolus L.<br />
Ophrys muscifera Huds.<br />
Orchis mascula L,.<br />
O. sambucina L.<br />
O. incarnata L.<br />
O. *cruenta O. F. Miill.<br />
0. Traiinsteineri Saut.<br />
O. maculai a Iv,<br />
Herminitim Monorchis (Iv.) R. Br.<br />
Coeloglossum viride (Iv.) Hn.<br />
Gymnadenia conopsea (L.) R. Br.<br />
Platanthera bifolia (Iv.) Rclib.<br />
P/. montana (F. W. Schm.) Rclib. f.<br />
Cephalanthera longifolia (Huds.; L.)<br />
Fritscli<br />
Epipactis palustris (Iv.) Crantz<br />
E. latifolia (Iv.) All.<br />
Listera ovata (L.) R. Br.<br />
L. cordata (L.) R. Br.<br />
Neottia nidus avis (L.) Rich.<br />
Goodyera repens (Iv.) R. Br.<br />
Corallorrhiza Neottia Scop.<br />
Malaxis paludosa (I/.) Sw.<br />
Microstylis monophylla (L.) Ivindl.<br />
Populus tremula Iv.<br />
Salix pentandra Iv.<br />
S. caprea Iv.<br />
S. ci ner e a L.<br />
S. aurita 1,.<br />
S. depressa h.<br />
S. nigricans Sni.<br />
S. phylicifolia L.<br />
S. repens I,.<br />
S. *rosmarinifolia Iv.<br />
Myrica Gale L.<br />
Coryhis avellana h.<br />
Betula verrucosa Ehrh.<br />
B. pubescens Elirh.<br />
Alnus rotundifolia Mill.<br />
A. incana (L.) Willd.<br />
Quercus robur Iv.<br />
Ulmiis scabra Mill.<br />
Humulus Lupulus L.<br />
Urtica dioica L.<br />
Riimex Hydrolapathum Huds.<br />
R. crispus Iv.<br />
R. Acetosa L.<br />
R. Acetosella L.<br />
Polygonum viviparum Iv.<br />
P. amphibium Iv.<br />
P. tomentosum Schrank<br />
P. minus Huds.<br />
P. Hydropiper I/.<br />
P. aviculare L.<br />
P. dumetoYum Iv.<br />
Atriplex hastatum Iv.; Wg.<br />
A. patulurn var. oblongifolium (W. K.)<br />
Westerli.<br />
Salicornia europaea L.<br />
Suaeda maritima (L.) Dum.<br />
Salsola Kali L.<br />
Montia fontana *lamprosperma Cham.<br />
Stellaria nemoriim h.<br />
St. media (L.) Cyrill.<br />
St. Holostea L.<br />
St. uliginosa Murr.<br />
St. palustris (Murr.) Retz.<br />
St. graminea L.<br />
St. longifolia Miihlenb,<br />
Cerastium vulgäre C. Hn.<br />
C. glutinosum Fr.<br />
C. semidecandrum Iv.<br />
Sagina nodosa (Iv.) Fenzl.<br />
S. procumbens Iv.<br />
S. maritima G. Don<br />
Honkenya peploides (Iv.) Ehrh.<br />
Moehringia trinervia (Iv.) Clairv.<br />
Arenaria serpyllifolia L.<br />
Spergula vernalis Willd.<br />
Sp. salina Presl<br />
Scleranthus artnuus L.<br />
Viscaria vulgaris Roehl.<br />
Silene venosa (Gilib.) Aschers.<br />
S. nutans Iv.
ACTA BOTANIC A FENNICA 2 25<br />
Lychnis flos cuculi L,.<br />
Melandrium viscosum (L.) Celak.<br />
AI. silvestre (Schkuhr) Roehl.<br />
Dianihiis deltoides L.<br />
Nyrnphaea alba L.<br />
N. Candida Presl.<br />
Ntiphar liiteuni (L.) Sm.<br />
N. pumilum (Timm) DC.<br />
Ceratophyllum deniersiim Iv.<br />
Caltha palusiris h.<br />
Actaea spicata L.<br />
Aquilegia vulgaris L.<br />
Anemone Hepatica L.<br />
A. nemorosa L.<br />
A. ranunctiloides L.<br />
Myosiirus minimus ly.<br />
Ranunculus Lingua ly.<br />
R. Flammula L.<br />
R. sceleratus L/.<br />
R. auricomiis Ty.<br />
R. cassubicus L.<br />
R. acris h.<br />
R. repens L.<br />
R. polyanthemiis ly.<br />
R. bxilbosus L.<br />
R. Ficaria ly.<br />
R. fhiitans Lam. f. mariniis (Fr.)<br />
R. paiicistamineus Tausch<br />
R. circinnatus Sibtli.<br />
Thalictrum simplex ly.<br />
Th. flaviim L.<br />
Chelidonium majus L.<br />
Corydalis intermedia (ly.) P. M. E.<br />
C. lax a Fr.<br />
Lepidium latifolium 1,.<br />
Cochlearia danica ly.<br />
Alliaria officinalis Andrz.<br />
Cakile maritima Scop.<br />
Isatis iinctoria ly.<br />
Cramhe maritima ly.<br />
Barbarea stricta Andrz.<br />
Nastiirtium palustre (Leyss.) DC.<br />
Cardamine pratensis ly.<br />
C. flexuosa Witli.<br />
C. hirsiita ly.<br />
Deniaria hulbifera L.<br />
Draba verna L.<br />
Dr. muralis ly.<br />
Dr. incana L.<br />
Stenophragma thalianum (ly.) Cel.<br />
Turritis glabra ly.<br />
Arabis hirsuta (L.) Scop.<br />
Erysimum hieraciifolium ly.<br />
Drosera rotundifolia ly.<br />
Dr. longifoHa ly.<br />
Dr. intermedia H ay ne<br />
Sedum maximum (ly.) Suter<br />
S. anniium ly.<br />
S. album I/.<br />
5. acre ly.<br />
S. sexangulare ly.<br />
S. rupestre ly.<br />
Bulliarda aquatica (L.) DC.<br />
Saxifraga tridactylites L.<br />
S. granulata Ty.<br />
Parnassia palusiris ly.<br />
Ribes nigrum L.<br />
Ribes rubrum L. var. pubescens Sw,<br />
R. alpinum ly.<br />
Cotoneaster integerrima Äledik.<br />
Pyr us Malus L.<br />
Sorbus suecica (L.) Krok<br />
S. fennica (ly.) Fr.<br />
S. Aucuparia ly.<br />
Crataegus monogy na J acq.<br />
Cr. curvisepala lyiiidm.<br />
Rubus idaeiis L.<br />
R. pritinosus Arrh.<br />
R. caesius ly.<br />
R. saxatilis L.<br />
R. chamaemorus ly.<br />
Fragaria vesca L.<br />
Fr. viridis Duch.<br />
Potentilla argentea ly.<br />
P. minor Gilib.<br />
P. verna L.<br />
P. erecta (L.) Hampe<br />
P. reptans L.<br />
P. anserina ly.<br />
Comarum palustre L.<br />
Geum urbanum ly.<br />
G. rivale ly.<br />
Filipendula Uimaria (L.) Maxim.<br />
F. hexapetala Gilib.<br />
Alchemilla pubescens Lam.<br />
A. plicata Bus.<br />
A. pastoralis Bus.<br />
A. filicaulis Bus.
26 A. Palmgren, Die Kinwanderungswege der Flora nacli den Âlandsinseln<br />
Alchemilla acutangula Bus.<br />
A. micans Bus.<br />
A. suhcrenata Bus.<br />
A. alpestris Schm.<br />
A. obtiisa Bus.<br />
A. aciitidens Bus.<br />
Agrimonia Eiipatoria L.<br />
A. odorata Mill.<br />
Rosa canin a h.<br />
R. glauca Vill.<br />
R. coriifolia P'r.<br />
R. tomentosa Sm.<br />
R. mollis Sin.<br />
R. cinnamomea L.<br />
Prunus spinosa L.<br />
Pr. Padiis I,.<br />
Medicago htpulina L.<br />
Trifolium jragiferum L.<br />
Tr. repens L.<br />
Tr. niontanum L.<br />
Tr. arvense L.<br />
Tr. pratense I/.<br />
Tr. medium L,.<br />
Anthyllis Vidneraria<br />
Loius corniculatus L,.<br />
Vicia ietrasperma (L.) Sclireb.<br />
T'. silvatica L.<br />
l'. Cracca h.<br />
]'. setpium L.<br />
V. lathyroides L.<br />
Laihyrus silvestris L.<br />
L. palustris L.<br />
L. pratensis L.<br />
L. montaniis Bernli.<br />
L. niger (L.) Bernh.<br />
L. vermis (L.) Bernh.<br />
Geranium sangiiineum h.<br />
G. silvaticiim I/.<br />
G. pratense L.<br />
G. molle !..<br />
G. dissecium L.<br />
G. columhinttm L.<br />
G. liicidum L.<br />
G, Robertianum h.<br />
Oxalis Acetosella L.<br />
Linum catharlicnm L.<br />
Polygala vulgaris L.<br />
P. amarella Cr.<br />
Merctirialis perennis h.<br />
C alli triche verna Kiitz.<br />
C. polymorpha Lönnr.<br />
C. autumnalis L.<br />
Empetrum nigrum L.<br />
Acer platanoides I/.<br />
Rhamnns cathartica ly.<br />
Rh. Frungula L.<br />
Tiliä cordata IVIill.<br />
Hypericum hirsutum L.<br />
H. qiiadrangulum L.<br />
H. perforatum L.<br />
Helianthemum Charnaecistus Mill.<br />
Viola uliginosa Bess.<br />
V. palustris ly.<br />
V. mirabilis ly.<br />
V. Riviniana Rchb.<br />
V. rupestris Schmidt<br />
V. canina (L.) Rchb.<br />
V. montana L<br />
V. stagnina Kit.<br />
V. tricolor ly.<br />
Daphne Mezereum L.*<br />
Hippophaës rhamnoides L.<br />
Peplis Portula ly.<br />
Lythrum Salicaria ly.<br />
Epilohium montunum ly.<br />
E. collinum Gmel.<br />
E. palustre L.<br />
Chamaenerium angustifolium (ly.) Scop.<br />
Circaea alpina L.<br />
Myriophyllum verticillatum L.<br />
M. spicaium ly.<br />
Hippuris vulgaris L.<br />
H. tetraphylla L. f.<br />
Sanicula europaea L.<br />
Anthriscus silvestris (ly.) Iloffxn.<br />
Torilis Anthriscus (L.) C. C. Gniel.<br />
Cicuta virosa L.<br />
Cariim carvi ly.<br />
Pimpinella Saxifraga L.<br />
A egopodium podagraria h.<br />
Oenanthe aquatica (L.) Poir.<br />
Athamanta Libanotis ly.<br />
Selinum carvifolia ly.<br />
Angelica silvestris L.<br />
A. litoralis Fr.<br />
Peucedanum palustre (ly.) Moench<br />
Heracleum sibiricum L.<br />
Laserpitium latifolium L.
ACTA BOTANIC A FENNICA 2 27<br />
Cornus suecica I/.<br />
Chimaphila umbellata (ly.) Nutt.<br />
Pyrola clilorantha Sw.<br />
P. rotundifolia h.<br />
P. media Sw,<br />
P. minor L.<br />
P. secunda L.<br />
P. uni f I or a L.<br />
Monotropa Hypopitys L.<br />
Ledum palustre L.<br />
Andromeda polifolia L.<br />
Arctostaphylos uva ursi (Iv.) Spreng.<br />
Vaccinium vitis idaea L.<br />
F. Oxycoccus L.<br />
F. microcarpiim (Tvircz.) J. D. Hook,<br />
V. uliginosum L.<br />
V. Myrtillus L.<br />
Callima vulgaris (ly.) Hull<br />
Primula veris I,.<br />
Pr. farinosa L,<br />
Androsace septentrionalis ly.<br />
Samolus Valerandi L.<br />
Lysimachia vulgaris L.<br />
Naumhurgia thyrsijlora (ly.) Rchb.<br />
Trientalis europaea h.<br />
Glaux maritima T/.<br />
Fraxinus excelsior L.<br />
Centaiirion Erythraca Rafn<br />
C. pulchellum (Sw.) Druce<br />
Gentiana campestris *suecica (Froel.)<br />
Mxirb.<br />
G. uliginosa Willd,<br />
G. Amarella *lingulata (C. A. Ag.)<br />
F. Arescli.<br />
G. *axillaris (Schmirlt) Murb,<br />
Menyanthes trifoliata Lt.<br />
Cynanchum Vincetoxicum (ly.) R. Br.<br />
Calystegia sepium (L.) R. Br,<br />
Myosotis scorpioides (L.) Hill<br />
M, caespitosa C, F. Schultz<br />
M. baltica Sam.<br />
M. arvensis (L.) Hill<br />
M. collina Hoffm.<br />
M. micrantha Pall.<br />
Ajuga pyramidalis L.<br />
Scutellaria galericulata h.<br />
Sc. hastifolia T,.<br />
Glechoma hederacea H,.<br />
Prunella vulgaris ly.<br />
Galeopsis bifida Boenn.<br />
Stachys silvatica h.<br />
St. paliistris Jy.<br />
Calamintha Acinos (ly.) Clairv.<br />
Clinopodium vulgäre ly.<br />
Origanum vulgäre ly.<br />
Thymus Serpyllum L.<br />
Lycopus europaeus ly.<br />
Mentha litoralis Hn.<br />
M. arvensis L. (coll.)<br />
Solanum Dulcamara T/.<br />
Verbascum Thapsus ly.<br />
Linaria vulgaris Mill.<br />
Scrophularia nodosa L.<br />
Limosella aquatica ly.<br />
Veronica longifolia L.<br />
V. spicata L.<br />
V. serpyllifolia L.<br />
V. arvensis L.<br />
V. verna ly.<br />
V. scutellata L.<br />
V. Beccabunga L.<br />
V. Chamaedrys ly.<br />
V. officinalis ly.<br />
Melampyrum cristatum ly.<br />
M. nemorosum ly.<br />
M. pratense L.<br />
M. silvaticum ly,<br />
Euphrasia brevipila Burn, et Gremli<br />
E. tenuis (Brenn.) Wettst.<br />
E. c urta Fr.<br />
E. gracilis Fr.<br />
Odontites simplex (Hn.) Krok<br />
Rhinanthus major Elirh.<br />
Rh. minor Klirli.<br />
Pedicularis palustris ly.<br />
Lathraea Squamaria ly.<br />
Pinguicula vulgaris L.<br />
Utricularia vulgaris I,.<br />
U'. intermedia Hayne<br />
U. minor ly.<br />
Plantago major ly.<br />
PI. media ly.<br />
PI. lanceolata ly,<br />
PL maritima ly,<br />
Litorella uniflora (Xy.) Aschers.<br />
Asperula odor at a L.<br />
Galium Aparine L,<br />
G. uliginosum Xy,
28 A. Palmgren, Die Einwanderungswege der Flora uach den Âlandsinseln<br />
Galium palustre L,.<br />
G. trifidiim L.<br />
G. hor cale L.<br />
G. verum ly.<br />
Viburnum Opuhts ly. .<br />
Linnaea borealis L.<br />
Lonicera Xylosteum L.<br />
Adoxa Moschatellina h.<br />
Valerianella olitoria (L.) Poll.<br />
Valeriana officinalis L.<br />
Siiccisa pratensis Moench<br />
Knauiia arvensis (L.) Coult.<br />
Campanula glomerata L.<br />
C. Trachelimn L/.<br />
C, latifolia I/.<br />
C. rotundifolia L.<br />
C, persicifolia L.<br />
Jasione montana L.<br />
Lobelia Dortmanna L.<br />
Eupaioriiim cannabiniim L.<br />
Solidago virgaurea L.<br />
Aster Tripolium L,.<br />
Erigeron acris I-.<br />
Filago arvensis 1,.<br />
Antennaria dioica (L.) Gaertn.<br />
Inula salicina L.<br />
Bidens tripartita h.<br />
B. cernua ly.<br />
Achillea Millefolium L.<br />
Matricaria inodora L. *maritima<br />
Chrysanthemum Leucanthemum L.<br />
Tanacetum vulgäre L.<br />
Artemisia canipestris ly.<br />
A. vulgaris ly. var. coarctata (J. H.<br />
af Fors.)<br />
Tussilago Farfara L.<br />
Senecio silvaticus L.<br />
Carlina vulgaris L.<br />
Arctium nemorosum Lej.<br />
Circium lanceolatum L. scop.<br />
C. palustre (L.) Scop.<br />
C. heterophyllum (ly.) All.<br />
C. arvense (L.) Scop.<br />
Centaurea Scabiosa L.<br />
C. Jacea L.<br />
Hypochaeris maculata L.<br />
Leontodon autumnalis L.<br />
Taraxacum officinale (Web.) (coll.)<br />
Sonchus arvensis L.<br />
Lactuca muralis (ly.) Gaertn.<br />
Crepis tectorum L.<br />
Cr. praemorsa (L.) Tauscli<br />
Cr. paludosa (ly.) Moench<br />
Hieracium Pilosella L. (coll.)<br />
H. umbellatum L.<br />
IV.<br />
Vcrgleich zwischen der Flora auf Åland und in den am<br />
nachsten gelegenen Gebieten.<br />
Was sagt das Vorkommen der åländischen Arten in den am nächsten<br />
gelegenen Gebieten iiber ilire relativen Voraussetzungen fiir eine Einwanderung<br />
in die Landschaft aus?<br />
Wir stellen znerst einen Vergleich mit den nächstgelegenen Teilen von<br />
Schweden an und gehen dabei von dem Gebiet ans, das in dem Werke »Stockholmstraktens<br />
växter», 1914, ziim Gegenstand eines ausfiihrlichen Studiums<br />
gemacht ist. Dieses Gebiet zählt 70 Kirchspiele und umfasst ein Areal von<br />
4622,33 km-. Es ist in 6 Distrikte eingeteilt: Mellersta Södermanlands-,<br />
Södertörns-, Stockholms-, Mälare-, Skärgårds- und Roslagscmrådet. (Siehe<br />
1. c., Karte und S. IX—XI, XXXII.)
ACTA BOTANIC A FKNNICA 2 29<br />
Von den Arten Ålands werden fiir die »Stockholmer Gegend» alle ausser<br />
den untenstehenden angegeben (die mit eineni Stern bezeichneten sind später<br />
in dem Gebiet angetroffen worden):<br />
Blechnum Spicant * Puccinellia retroflexa^) Alnus incana^)<br />
Cryptogramnm crispa Scirpus austriacus^) Siiacda maritima<br />
* Botrychium horeale^) * Carex glareosa*) Nuphar pumilum<br />
B. lanceolatum C. brunnescens Lcpidium latifoliiim<br />
B. simplex * C. ornithopiis^) Geranium pratense^)<br />
* Equisetum scirpoides'') * C. vaginata^) Viola uliginosa<br />
* Sparganium glomera- Salix phylicifolia Hippuris tetraphylla^)<br />
tum^) S. *rosmarinifolia<br />
Zu den obenstehenden durfte noch Potamogeton polygonifolias hinzuzuftigen<br />
sein. Die Art, die S. 151 in Stockholmstraktens växter angefiihrt ist,<br />
wird nämlicli fiir dieses Gebiet nicht bei HOLMEERG, 1922 (Hartmans handbok<br />
i Skandinaviens flora) erwähnt, weshalb wahrscheinlich eine Fehlbestimmung<br />
vorgelegen hat. Die Art kommt ausserhalb des Gebietes in Uppland vor.<br />
Weiter ist zu bemerken, dass »Stockholmstraktens växter» nicht die Arten<br />
innerhalb der Gattung Rosa aufnimmt. — Carex muricata ist kollektiv angefiihrt<br />
(also nicht in die Arten contigua und Pairaei geteilt), ebenso Carex<br />
1) Siehe OTTO R. HOI^MBERG, 1922.<br />
2) Siehe KRIK AI^MQVIST, 1919 und OTTO R. HOI^MBERG, 1926.<br />
3) Stockholmstraktens växter nennt fiir Scirpus caespitosus zwei Lokalitäten<br />
(S. 176), fiigt aber hinzu: »Ingendera lokalen anförd i Tlied. fl. 1871; troligen<br />
avse uppgifterna, om de äro riktiga, S. austriacus (Palla); jfr Bot. Not. 1912 s.<br />
86.» — Bel ERIK AI.MQVIST (Viktigare tillägg och rättelser till Upplands flora,<br />
1919, S. 325) findet man: »Sc. caespitosus [austriacus). Ny för n. Uppl. Älvkarleby<br />
Glamsen, Storön, Bölsjön; H å 11 n ä s Fräkensjön, Hjälmunge<br />
träsk. — Förut känd från v. Uppland, där den isynnerhet är allmän i högsta<br />
delarna av V i 11 i u g e och J ä r 1 å s a m. fl. snr.» — Fiir Carex vaginata werden<br />
(Stockholmstraktens växter, S. 46) 5 I,okalitäten angefiihrt, doch mit dem<br />
Zusatz: »S. Almquist anser osäkert, om C. vaginata Tausch verkligen föreligger.»<br />
ERIK AI.MQVIST gibt jedoch (1919, S. 327) an: »Liksom i n. Uppl. (Thed. Fl.)!<br />
är arten t. allmän, i nästan hela v. Uppl. i synnerhet dess högre delar; sällsynt<br />
i c. Uppl.; sydligare känner jag blott: Enköping (VD) samt Stockholm<br />
Kaknäs.» — Fiir Alnus incana werden (Stockholmstraktens växter, S. 9) zwei<br />
Lokalitäten angegeben, doch wird hinzugefugt: »Näppeligen verkligt vild; bör<br />
ytterligare undersökas!» — Fiir Geranium pratense werden (S. 86) mehrere<br />
Lokalitäten genannt, doch mit dem Zusatz verwildert.<br />
Siehe die Darstellung S. 138.<br />
Siehe ERIK ALMQVIST, 1919.<br />
«) Diese Art wird von STEN SEI.AXDER: Några tillägg till »Stockliolmstraktens<br />
växter», 1915, S. 125 aus Österåker, Lervik angegeben. LINDMAN 1926<br />
fiihrt sie jedoch nicht fiir vSchweden an; S. 419 wird folgende Verbreitung erwähnt:<br />
»Åbo skärg. etc. havsstr., sälls.»<br />
') Siehe S, QVARFORT, 192 7 (Zusatz während des Druckes).
i o A. Palmgren,<br />
Die Einwandeningswege der Flora nacli den Âlandsinseln<br />
Oederi (C. *oedocarpa iind C. *pîilchella sind nicht genannt). Auch sind Poa<br />
angiistifolia, Viola montana und Myosotis haltica nicht genannt, welch letztere<br />
erst später fiir Fennoskandien unterschieden worden ist (fruher mit M. caespitosa<br />
vervvechselt). Alle diese Arten und Unterarten sind gegenwärtig fiir<br />
das Gebiet aufgezeiclinet (laiit Mitteilung von ERIK AI.MQUIST).<br />
Von den Arten Ålands scheinen also nur die folgenden 16 in der »Stockholmer<br />
Gegend» zu fehlen:<br />
+ Blechnum Spicant + Scirpus austriacus Nuphar piimiliim<br />
Cryptogramma crispa + Carex brunnescens Lepidium latifolium<br />
Botrychiiim lanceolat. + Salix phylicifolia Geranium pratense<br />
B. simplex -f- S. *rosmarinifolia + Viola uliginosa<br />
+ Potamogeton polygoni- H- Alnus incana Hippuris tetrapTiylla<br />
folius Sitaeda maritima<br />
Von diesen kommen die mit + bezeichneten im iibrigen Uppland vor<br />
(siehe TIIEDENIUS 1871 n. LINDMAN, 1926). Von den Arten Ålands scheinen<br />
also nur die folgenden in Uppland und den zu Södermanland gehörenden Teilen<br />
der »Stockholnier Gegend» zu fehlen:<br />
Cryptogramma crispa Suaeda maritima Geranium prateyise (als<br />
Botrychium lanceolatum Nuphar pumiliim^) ursprunglicli)<br />
B. simplex Lepidium latifolium Hippuris tetraphylla<br />
Es sei schliesslich erwähnt, dass Stockholmstraktens växter (S. 93) eine<br />
grosse Anzahl Lokalitäten fiir Humulus Ltipulus angibt, aber hinzufiigt,<br />
dass eine Untersuchung, ob die Art wirklich wild vorkommt, wiinschenswert<br />
sei. — Ob Aquilegia vulgaris in dem fraglichen Gebiet völlig einheimisch ist,<br />
kann ich nicht entscheiden (siehe die Darstellung: Neue Lokalitäten fur<br />
Aquilegia vulgaris L. auf Åland, 1927).<br />
Noch diirfte zu bemerken sein, dass eine Anzahl Arten in der »Stockholnier<br />
Gegend» mit niedrigerer Frequenz aufzutreten scheinen als ini Gebiet von<br />
Åland. Dies scheint der Fall zu sein mit:<br />
Selaginella ciliata Ophrys muscifera} Hippophaës rhamnoides<br />
Sparganium affine Salicornia europaea Ettpatorium cannabinum?<br />
Alopecurus ventricosus} Ranunculus cassubicusl Arctium nemorosum<br />
Calamagrostis purpurea Sorbus fennica<br />
Carex distans Alchemilla obtusa<br />
Die Zahl ist nicht gross. Vielmehr scheint eine bedeutende Anzahl Arten<br />
in der »Stockholnier Gegend» mit höherem F^requenzgrad aufzutreten als auf<br />
Åland.<br />
1) ERIK AI^MQUIST teilt mit: »Gefunden bei Sala auf der Landschaftsgrenze<br />
(ini Fluss Sagån); sonst nicht in Uppland.»
ACTA BOTANICA FENNICA 1. N.o 1 31<br />
Ein Vergleich mit dem Sihirgehiet Estlavds^) gibt folgendes Resultat;<br />
Von den Arten Ålands fehlen in dem Silurgebiet Estlands die folgenden:")<br />
j X Woodsia ilvensis<br />
1 Aspleniiini septentrionale<br />
Blechnum Spicant}<br />
Cryptogranima crispa<br />
BotrycJmmi boreale<br />
B. lanceolatum<br />
B. simplex<br />
Eqiiisetum scirpoides<br />
Isoetes lacustre!<br />
Sparganiuni affine}<br />
Potamogeton polygonifolius<br />
P. ohtiisifolius}<br />
Aira praecox<br />
A. bottnica<br />
Carex aquatilis<br />
C. livida<br />
Fritillaria Meleagris}<br />
Nuphar pumilum<br />
Corydalis laxa<br />
Cardamine flexiiosa<br />
Sedum annimni ^^<br />
5. sexangulare<br />
S. riipestre<br />
Sorbus fennica<br />
Rubus pruinosus<br />
Alcheniilla alpestris}<br />
A. acutidens<br />
Agrimonia odorata<br />
Rosa tomentosal<br />
Geranium dissection<br />
Hippophaës rhamnoides<br />
Hippiiris tetraphylla<br />
Gentiana *siiecica<br />
Myosotis baltica crlo<br />
Litorella uni flor a<br />
A rctium nemorosurn<br />
Zielit man nur die am nächsten gegen Åland gerichtete westliche und nordwestliche<br />
Kiistenstrecke mit den davorliegenden Inseln Ösel, Dagö, Moon,<br />
Wormsö u. a. (KUPFFERS Siildistnctus insularis» und Russows »Umgebiing<br />
Revals))^) — im Folgenden unter dem Namen NW-Estland zusammengefasst-^),<br />
in Betracht, so sind zu dem obigen Verzeichnis folgende Arten hinzuzufiigen:<br />
1) Wo in dieser Studie die Flora Estlands beriilirt wird, ist unter diesem, \vo<br />
nichts anderes benierkt ist, nur der nördliche Teil der Republik Estland gemeint,<br />
der Teil der in FR. SCHMIDTS Flora des silurischen Bodens von Ehstland, Nord-<br />
Ivivland und Oesel, 1855 behandelt ist (wegen der nälieren Begrenzung sei auf<br />
S. 152 bei SCILMIDT verwiesen).<br />
2) tiber folgende Arten, zu denen Angaben fiir das Silurgebiet von Estland<br />
in der Literatur zu fehlen sclieinen bzw. unsicher sind habe ich Mitteilungen<br />
von Dr. HARALD LINDBERG und mag. phil. OI.E EKI^UND erlialten:<br />
LINDBERG hat Spergula vernalis 1912 »loco arenoso pinifero inter Nomme et<br />
Reval» eingesamnielt (Exemplare in LINDBERGS Sammlungen).<br />
EKIVUND hat im Sommer 192G Potamogeton panormitanus u. Scirpus niamillatus<br />
auf der Insel Wormsö, Sagina maritima auf der Insel Dagö angetroffen.<br />
Eriophorum gracile, Polygonum minus und Limosella aquatica, iiber die<br />
ich keine Angaben fiir die »Regio insularis» gefunden habe, sind daselbst (auf<br />
Wormsö) von EKI^UND angetroffen worden. — LINDBERG hat Stellaria longifolia<br />
bei Hapsal eingesamnielt.<br />
In bezug auf die in dieser Fussnote erwähnten und einige andere Arten sei<br />
ferner auf die Nachträge am Schluss dieser Studie hingewiesen. Dort vverden<br />
mehrere wichtige Angaben mitgeteilt, die ich während des Druckes von Herrn<br />
Prof. K. R. KUPFFER erhalten habe.<br />
3) KUPFFER 1925, S. 105, und Russovv 1860, S. 4.<br />
*) Ich ware bei der Erörterung der eventuellen Einwanderung der Arten<br />
nach Åland von Estland am liebsten von KUPFFERS »Regio insvilaris» ausgegangen,<br />
woher eine Einwanderung am nächsten zu erwarten sein diirfte. Da jedoch<br />
Teile dieses Gebietes, beispielsweise die am nächsten gegen Åland hin ge-
i o A. Palmgren,<br />
Die Einwandeningswege der Flora nacli den Âlandsinseln<br />
S par g a ni u ni glomevai u m<br />
Poiamogeton praelongus<br />
Melandrium viscostim Mentha litoralis<br />
Wird auch die »Umgebung Revals» ausgeschlossen, so dass nur Kupffers<br />
»Subdistrictus insularis» beriicksichtigt wird, so kommen noch die folgenden<br />
liinzu:<br />
Botrychmm ramosum<br />
Lycopodium complanat.<br />
Potamogeton Zizii<br />
P. crispus<br />
P. nmcronatus<br />
A lopecurus aristiilatiis<br />
Carex norvegica<br />
Polygonum dumetorum<br />
Spergula vernalis<br />
Stellaria uliginosa<br />
Ceratophylhim demersum<br />
Ranunculus circinnatus<br />
Corydalis<br />
Bulliarda<br />
Callitriche<br />
Oenanthe<br />
Galium<br />
intermedia<br />
aquatica<br />
autumnalis<br />
aquatica<br />
trifidum^)<br />
Zu beachten ist ferner, dass eine ganze Anzahl auf Åland haufi^er als in<br />
Estland aufzutreten scheinen. Dies scheint mit den folgenden der Fall zu sein:<br />
Dryopteris Phegopteris<br />
Asplenimn Trichomanes<br />
Polypodium vulgäre<br />
Ophioglossum vulgatum ?<br />
Doirychium Lunaria<br />
Eqinsetum hiemale<br />
Lycopodium Selago<br />
L. complanatuml<br />
Selaginella ciliata<br />
Typha latifolia<br />
T. angustifolia<br />
Sparganium ramosum<br />
var. microcarpum'><br />
Sp. minimum<br />
Potamogeton panormitanus<br />
Milium effusuml<br />
Calamagrostis purpurea<br />
Scirpus silvaticus}<br />
Carex pauciflora?<br />
C. leporina?<br />
C. glareosa?<br />
Carex norvegica<br />
C. loliacea<br />
C. canescens}<br />
C. stellulata}<br />
C. caespitosa}<br />
C. magellanica<br />
C. lint OS a}<br />
C. extensa<br />
C. pseudocyperus?<br />
Jxmcus f Hi f or mis?<br />
J. alpinus}<br />
A Ilium Scorodoprasum ?<br />
A. oleraceum<br />
Orchis sambucina<br />
Coeloglossum viride<br />
Listera cordata<br />
Goodyera repens<br />
Malaxis paludosa}<br />
Polygonum viviparum<br />
P. amphibium'^<br />
P. minus<br />
P. dumetorum<br />
Montia *lamprosperma<br />
Stellaria uliginosa<br />
St. palustris?<br />
St. longifolia<br />
Spergtda vernalis<br />
Scleranthus annuusl<br />
Silene venosal<br />
Melandrium viscosum<br />
M. silvestre}<br />
Ceratophyllum demersum<br />
Ranunculus Lingual<br />
R. fluitans £. marinus}<br />
Cochlearia danica<br />
Barharea strictal<br />
Dr oser a rotundifolia?<br />
Dr. longi folia}<br />
Dr. intermedia<br />
Sedum maximum<br />
S. album}<br />
Bulliarda aquatica}<br />
Parnassia palustris<br />
Crataegus monogyna<br />
wandten Kiistenpartien und Dago, kaum in demselben Grade wie Åland untersucht<br />
sind und ganz sicher manche noch nicht entdeckte Arten aufzuweisen<br />
haben, ist es mir angebracht erschienen, in dieser Schrift unter dem Namen<br />
NW-Estland auch die nahebei gelegene gut untersuchte »Umgebung Revals»<br />
einzubegreifen, deren Flora sich eng an die in der Regio insularis anschliesst.<br />
Von den Arten, die fiir die Gegend von Reval, aber nicht fiir die Regio insularis<br />
aufgezeichnet worden sind, hat man ganz sicher noch manchen fiir das letzterwähnte<br />
Gebiet entgegenzusehen.<br />
KUPFFER teilt mit: »Auf den Inseln, wahrscheinlich auch in ganz Estland<br />
fehlend.»
ACTA BOTANICA FENNICA 1. N.o 1 33<br />
Crataegus ciirvisepala<br />
Alchemilla plicata}<br />
A. filicaiilis<br />
Rubus chamaemorus}<br />
Prunus spinosa<br />
Tri folium fragiferuml<br />
Vicia silvatical<br />
Lathyrus montamis<br />
Geranium molle}<br />
G. lu ci dum<br />
Polygala vulgaris<br />
Viola tricolor<br />
Peplis Port ula}<br />
Epilobium collimim}<br />
Cicuta virosa}<br />
Oenanthe aquatica<br />
Selinum carvifolia}<br />
Cornus suecica<br />
Pyrola minor}<br />
Samolus Valerandi}<br />
Gentiana *lingulata}<br />
Cynanchiim Vincetoxic.<br />
A fuga pyramidalis<br />
Scutellaria hastifolia}<br />
Mentha lit oralis<br />
Limosella aquatica}<br />
Veronica longifolia}<br />
Galium trifidum<br />
Linnaea borealis}<br />
Adoxa Moschatellina}<br />
Valerianella olitoria ?<br />
Senecio silvaticus<br />
An die oben genannten scliliessen sicli liöclist wahrsdieinlich Rasa canina,<br />
R. glanca, R. coriifolia und R. mollis an.<br />
Von den Arten Ålands felilen die untenstelienden in der Regio Abocnsis<br />
und in Nylundia öder in einer dieser beiden Provinzen (ein beigefiigtes Ab<br />
oder N gibt Vorkomnien in der Provinz Regio Aboënsis bzw. Nylandia an):<br />
Asplenium Ruta muraria<br />
Ab.<br />
Blechnum Spicant N<br />
Cryptogramma crispa<br />
Botrychium simplex Ab<br />
Equisetum variegatum<br />
E. scirpoides Ab<br />
Selaginella ciliata<br />
Taxiis baccata<br />
Potamogeton Zizii<br />
P. polygoni f olius<br />
P. crispus<br />
P. mucronatus Ab<br />
Phleum Boehmeri<br />
Aira praecox<br />
A. hottnica Ab<br />
A vena pratensis Ab<br />
Arrhenather. elatiiis Ab<br />
Sesleria coerulea<br />
Br achy podium silvaticum<br />
Scirpus compressus<br />
Carex pulicaris Ab<br />
C. paradoxa<br />
C. vulpina Ab<br />
C. nemorosa<br />
C. ar en aria N<br />
C. remota<br />
C. ornithopus<br />
C. caryophyllea Ab<br />
Carex montana<br />
C. glauca<br />
C. extensa<br />
C. lepidocarpa<br />
C. Hornschuchiana<br />
C. distans<br />
C. capillaris<br />
Spirodela polyrrhiza Ab<br />
Lemna gibba<br />
Juncus balticus N<br />
Allium ursinum N<br />
Fritillaria Meleagris<br />
Cypripedium calceolus<br />
Ophrys muscifera<br />
Orchis mascula<br />
Herminium Monorchis<br />
Coeloglossîim viride Ab<br />
Cephalanthera longifolia<br />
Epipacfis palustris N<br />
Salix repens Ab<br />
Rumex Hydrolapathum N<br />
Salicornia europaea Ab<br />
Suaeda maritima<br />
Cerastium glutinosum Ab<br />
Sagina maritima Ab<br />
Nuphar pumilum N<br />
Ranunculus circinnatus<br />
N<br />
Thalictrum simplex Ab<br />
Corydalis intermedia<br />
C. I axa<br />
Lepidium latifolium Ab<br />
Alliaria officinalis<br />
Cardamine flexuosa<br />
Draba muralis Ab<br />
Sedum sexangulare<br />
S. rupestre<br />
Sorbus suecica Ab<br />
S. fennica Ab<br />
Crataegus monogyna Ab<br />
Cr. ctirvisepala Ab<br />
Rubus pruinosus<br />
R. caesius<br />
Fragaria viridis Ab<br />
Potentilla minor<br />
P. reptans Ab<br />
Rosa tomentosa<br />
Prunus spinosa Ab<br />
Trifolium fragiferum<br />
A nthyllis Vulneraria<br />
Vicia lathyroides<br />
Lathyrus niger<br />
Geranium molle Ab<br />
G. dissectum<br />
G. columbinum<br />
G. lucidum Ab<br />
Polygala vulgaris Ab<br />
Rhamnus cathartica Ab
i o A. Palmgren,<br />
Die Einwandeningswege der Flora nacli den Âlandsinseln<br />
Hypericum hirsutum Ab<br />
Helianthemum Chamaecistus<br />
Ab<br />
Viola stagnina Ab<br />
Hippophaës rhamn. Ab.<br />
Sanicula europaea<br />
Torilis Anthriscus<br />
Athamanta Libanotis Ab<br />
Oenanthe aquatica<br />
Laserpitium latifolium Ab<br />
Primula farinosa Ab<br />
A ndrosace septenirionalis<br />
N<br />
Samolus Valerandi N<br />
Gentiana xdiginosa Ab<br />
Mentha litoralis<br />
Veronica spicata AIJ<br />
V. Beccabunga N<br />
Melampynim cristatiim Ab<br />
Euphrasia gracilis Ab<br />
Pingiiicula vttlgaris<br />
Valerianella olitoria N<br />
Campanula latifolia<br />
Eupatorium cannabinum<br />
N<br />
Arctium nemorosum Ab<br />
Crepis fraemorsa<br />
Es sei noch bemerkt, dass einè recht bedeutende Anzalil der fur Åland<br />
und die Regio Abotnsis gemeinsamen Arten in der letzteren Landsdiaft beträchtlich<br />
seltener sind. So diirfte es sich jedenfalls mit den folgenden verhalten:<br />
Dryopteris thelypteris<br />
Dr. cristata}<br />
Ophioglossum vulgatum<br />
Equisetum palustre<br />
Sparganium affine<br />
Potamogeton praelongus<br />
Alopecurus ventricostts?<br />
A vena pratensis<br />
Arrhenatheriim elatius<br />
Driza media<br />
Festuca arundinacea ?<br />
Bromus mollis<br />
Brachypodium pinnaium<br />
Triticum caninum?<br />
Scifptis rufus<br />
Rhynchospora alba}<br />
Rh. fusca<br />
Carex vulpina<br />
C. disticha}<br />
C. elata<br />
C. caryophyllea<br />
C. polygama<br />
C. flava<br />
C. pseudocyperus<br />
C. hirta<br />
Allium Scorodoprasum<br />
A. oleraceum<br />
Polygonatum multifloriim<br />
Orchis sambucina<br />
O. incarnata<br />
Coeloglossum viride<br />
Gymnadenia conopsea<br />
Platanthera montana<br />
Neottia nidus avis<br />
Salix repens<br />
Myrica Gale<br />
Corylus avellana}<br />
A triplex hastatuml<br />
A. patulum var, oblongifoliuml<br />
Salicornia europaea<br />
Stellaria iiliginosa<br />
Cerastium semidecandr.<br />
C. glutino%um<br />
Silene venosal<br />
Ceratophylhmi demersum ?<br />
A nemone ranunculoides<br />
Ranunculus cassiihictis<br />
R. bulbosus<br />
R. Ficaria<br />
R. paucistamineus<br />
Thalictrum simplex<br />
Cochlearia danica}<br />
Isatis tinctoria<br />
Cardamine hirsuta<br />
Dentaria bulbifera<br />
Draba muralis<br />
Dr. incana<br />
Arabis hirsuta<br />
Erysimum hieraciifolium<br />
Sedum annuum<br />
S. album<br />
Saxifraga tridactylites<br />
Parnassia palustris<br />
Cotoneaster integerrima<br />
Pyrus Malus<br />
Sorbus suecica<br />
S. fennica<br />
Crataegus monogyna<br />
Cr. curvisepala<br />
Fragaria viridis<br />
Patentilla reptans<br />
Agrimonia Eupatoria<br />
A. odorata<br />
Rosa canina<br />
R. glauca}<br />
R. coriifolia}<br />
R. mollis<br />
Prunus spinosa<br />
Medicago lupulina<br />
Trifolium montanum<br />
Tr. arvense<br />
Lotus corniculatiis<br />
Vicia tetrasperma}<br />
Lathyrus palustris<br />
Geranium sanguineum<br />
G. molle<br />
G. lucidum<br />
Polygala vulgaris<br />
P. amarella<br />
A cer platanoides<br />
Rharnnus cathartica<br />
Helianthemum Chamaecistus<br />
Viola mirabilis<br />
Hippophaës rhamnoides<br />
Myriophyllum verticillat.<br />
Athamanta Libanotis<br />
Angelica litoralis}<br />
Heracleum sibiricum}<br />
Laserpitium latifolium<br />
Primula farinosa<br />
Fraxinus excelsior<br />
Gentiana *suecica<br />
G. uliginosa
ACTA BOTANICA FENNICA 1. N.o 1 35<br />
Cynanchum Vincetoxicutn<br />
Myosotis haltica<br />
M. collina<br />
Scutellaria hastifolia<br />
Glechoma hederacea<br />
Calaniintha Acinos<br />
Clinopodium vulgäre<br />
Origanum vulgäre<br />
Veronica spicata<br />
Veronica Beccabunga<br />
Melampyrum cristatuni<br />
M. nemorosuni}<br />
Odontites simplex<br />
Lathraea Squamaria<br />
Plantago media<br />
PI. lanceolata<br />
A speriila odorata<br />
Galium Aparine<br />
Viburnum Opuliis'i<br />
Campanula Trachelium<br />
Inula salicina<br />
A rtemisia campestris<br />
Carlina vulgaris<br />
Arctium nemorosum<br />
Centaurea S c abi osa<br />
Lactuca muralis<br />
Crépis paludosa<br />
Die obige Vergleichung bedarf als Komplement einer Kenntnis der Arten,<br />
die in den nahegelegenen Gehieten, aher nicht auf Åland vorkommen. Ein solches<br />
Komplement diirfte geeignet sein, Zeugnis iiber die relative Starke der<br />
Einwanderungen ans den betreffenden Gebieten abzulegen.<br />
Es ist indessen scliwierig, hierbei völlig exakte Angaben zu machen.<br />
Oline eigene Detailstudien ist es schon nicht möglich, in jedem Fall zu entscheiden,<br />
welche von den Arten der Nachbarländer in dem Sinn urspriinglich<br />
sind, wie dieser Begriff vom Verf. fiir Åland präzisiert worden ist. Bei der<br />
Beurteilung der Frage bin ich, ausser von den Angaben in der Literatur, teils<br />
von eigenen Beobachtungen in den betreffenden Gegenden, teils von Angaben,<br />
die mir von verschiedenen, mit den Verhältnissen vertrauten Botanikern mitgeteilt<br />
worden sind, ausgegangen. Fiir den Zweck, auf den es hier ankonimt,<br />
geben die untenstehenden Verzeichnisse jedenfalls völlig hinreichenden Aufschluss.<br />
In der »Stockliolmer Gegend» aber nicht auf Åland: i)<br />
Cystopteris fragilis vat,<br />
Baenitzii<br />
Woodsia alpina<br />
Isoëtes echinosporum<br />
Sparganium natans<br />
Poiamogeton vaginatus<br />
P. lucens<br />
P. Zosteraefolius<br />
P. acutifolius<br />
Ruppia brachypus<br />
Zannichellia major<br />
Alisma gramineus<br />
*W ahlenbergii<br />
Sagittaria sagittifolia<br />
Butomus umbellatus<br />
Stratiotes aloides<br />
Catabrosa aqiiatica<br />
Melica unijlora<br />
M. ciliata<br />
Poa remota<br />
Poa bullosa<br />
P. alpina<br />
Festuca silvatica<br />
F. gigantea<br />
Bromus Benekeni<br />
Br. ramosus<br />
Br. hordeaceus<br />
Triticum junceum<br />
Hordeum europaeum<br />
Scirpus lacustris<br />
1) Die Arten werden in der Hauptsaclie nach »Stockholms traktens växter^»<br />
angefiilirt. Mit grösstem Entgegenkommen hat ERIK AIVMQUIST bedeutungsvolle<br />
Aiifschliisse ii. a. in der Frage betreffs der Urspriinglichkeit violer<br />
Arten sowie auch betreffs verschiedener kritischeren Arten gegeben. Das<br />
vorliegende Verzeichnis sowie auch dasjenige auf S. 37 sind von AI,MQUIST<br />
nachgeprtift worden.<br />
Crataegus calycina ist auf Åland nachzuforschen.
'i8 A. Palmgren, Die Einwanderungswege der Flora iiacli den Alandsiuseln<br />
Scirpus acicularis<br />
Schoeniis ferrugineus<br />
Cladiiim Marisens<br />
Carex paniculata<br />
C. divulsa^)<br />
C. ericetornni<br />
C. silvatica<br />
C. acutiformis^)<br />
A Ilium vineale^)<br />
Orchis ushdata}*)<br />
Cephalanthera rubra<br />
Epipoghmi aphyllum<br />
Sturmia Loeselii<br />
Betula nana<br />
Viscum album<br />
Rumex aquaticus<br />
R. obttisifoliiis^)<br />
It. maritimiis^)<br />
Polygonum Raji<br />
A triplex prostratum<br />
A. litorale<br />
Stellaria aquatica<br />
St. *neglecta}*)<br />
Cerastium brachypetalum<br />
C. glomeratum<br />
Scleranthus perennis<br />
Silene rxipestris<br />
Trollius europaeus<br />
Anetnone Pulsatilla<br />
A. praiensis<br />
Raniincuhis pelialus<br />
Corydalis pitmila<br />
Siibxtlaria aquatica<br />
Nasturtium amphibium<br />
N. silvestre<br />
Cardamine aniara<br />
C. impatiens<br />
Hutchinsia petraea<br />
Draba nemorosa<br />
Arabis arenosa<br />
Chrysosplenium alternif.<br />
Cotoneaster * nigra<br />
Sorbus Aria<br />
Crataegus oxyacantha<br />
Cr. Palmstruchii<br />
Cr. calycina<br />
Rubus sulcatus<br />
R. thyrsanthus {— thyrsoides)<br />
R. Wahlbergii<br />
R. nemorosus<br />
R. arcticus<br />
Alchemilla vestita<br />
A. subglobosa<br />
A. glomeriilans^)<br />
Rosa dumetorum<br />
R. rubiginosa<br />
Tri folium agrariumV)<br />
Tr. procumbensV)<br />
A slragalus glycyphyllus<br />
Vicia dumetorum<br />
V. cassubica<br />
Lathyrus maritimus<br />
Geranium bohemicum<br />
Poly gal a coma s a<br />
Callitriche stagnalis<br />
Calliiriche hamulata<br />
Impatiens noli tangere<br />
Hypericum montamim<br />
Elatine hydropiper<br />
E. triandra<br />
Viola hirta<br />
V. epipsila<br />
V. silvestris<br />
Epilobium parviflorum^)<br />
Myriophyllum alternifl.<br />
Hedera Helix<br />
Sium latifolium<br />
Cnidium venosum<br />
Hottonia palustris<br />
Statice Armeria<br />
Gentiana *germanica<br />
Pulmonaria officinalis<br />
Myosotis versicolor<br />
Lithospermum officinale<br />
Stachys officinalis^)<br />
Mentha aquatica<br />
Veronica anagallis^^)<br />
Euphrasia stricta<br />
E. Rostkoviana<br />
Pedicularis sceptrum carolinum<br />
Utricularia neglecta<br />
Asperula tinctoria<br />
Valeriana excelsa<br />
Scabiosa Columbaria<br />
Campanula Cervicaria<br />
Serratula tinctoria^'^)<br />
Scorzonera humilis<br />
1) »Kommt wenigstens auf der Seita von Södermanland vor» (EKIK<br />
ALVMQUIST),<br />
»Wenigstens sudlich von Stockholm; in Uppland unsicher» (ERIK<br />
AI,MQUIST).<br />
3) Ursprunglich nacli ERIK ALMQUIST. Auf Åland nicht urspriinglich.<br />
»Höchst unsiclier» (ERIK AI^MQUIST).<br />
»Um Stockholm herum ± zufällig als anthropochor; virspriinglicli an<br />
Binnenseen in Roslagen» (ERIK AIVMQUIST).<br />
®) »Vor allem ini mittleren Uppland, auch in Norrtälje etc.» (ERIK AI.MQUIST).<br />
»Möglicherweise ursprunglich» (ERIK AI.MQUIST).<br />
ERIK ALMQUIST: »Wenigstens im nördlichen Uppland sicher ursprunglich<br />
(bei Quellen etc.).»<br />
®) »1 Lokalität unweit Stockholm; wahrscheinlich urspriinglich» (ERIK<br />
ALMQUIST) .<br />
10) »Wahrscheinlich ursprunglich» (ERIK ALMQUIST),
ACTA BOTANICA FENNICA 1. N.o 1 2<br />
Zieht man Uppland als Ganzes in Betracht, so kommen zii den oben erwähnten<br />
nodi etwa 22 hinzn. Nacli THEDENIUS 1871, LINE'MAN 1926,<br />
HOLMBERG J 922 tmd 1926 sowie laut schriftlicher Mitteiking von ERIK<br />
AL:MQUIST fiihre ich die im untenstelienden Verzeichnis erwälinten an. Docli<br />
kann ich niclit durchaus fiir die Vollständigkeit des Verzeichnisses einstehen.<br />
Vielleicht ist eine oder die andere Art als vermeintlich mit der Kultur eingedrungen<br />
weggeblieben. Auch sind einige in den letzten Jahren unterschiedene<br />
Oder neu aufgestellte Arten ausgeschlossen worden, die vielleicht auch auf<br />
Aland vorkonunen.<br />
Polysiichiim Lonchitis^)<br />
Botrychium virginiamim<br />
Potamogeton rutilns<br />
Najas flexilis^)<br />
Scirpus radicans^)<br />
Carex heleonasies<br />
C. disperma<br />
C. globiilaris<br />
Juncus stygius<br />
Ltizula campesiris *sudeiica<br />
Salix tri an dra<br />
S. depressa var. cinerascens<br />
S. hastata^)<br />
S. lapponum<br />
In Estland, aber nicht auf<br />
Polygonum foliosum<br />
Anemone vernalis<br />
Saxifraga Hirculus^)<br />
S. adscendens<br />
Pimpinella major*)<br />
Euphrasia hebecalyx^)<br />
Arnica moniana<br />
Leontodon hispidus^)<br />
Aland:<br />
Dryopteris Robertiana Koeleria glaiica Bromus Benekeni<br />
Sparganium natans Catahrosa aquaiica Scirpus radicans<br />
Potamogeton lucens Cynosurus cristatus'') Sc. lacustris<br />
P. zosteraefolius<br />
Poa remota<br />
Sc. acicularis<br />
P. rutilus<br />
* P. alpina<br />
\-Schoenus nigricans<br />
Zannichellia major * Scolochloa ariindinacea Sch. ferrugineus<br />
Sagittaria sagitiifolia * Glyceria aquaiica<br />
Cladium Mariscus<br />
Butomus umhellaius Gl. plicata<br />
Carex Davalliana<br />
Stratiotes aloides<br />
Puccinellia maritima C. paniciilata<br />
Hierochloë australis Festuca, silvatica<br />
* C. heleonasies<br />
-Ammophila arenaria F. gigantea<br />
* C. dispernia<br />
Holcits lanatus<br />
F. sabitlosa<br />
C. globularis<br />
Ml.<br />
Corynephortis canescens Brotnus erectiis<br />
+ C. tomeniosa<br />
1) Nur 1 Lokalität (uach ERIK ALMQUIST).<br />
2) Nach LINDMAN 192G seit 1874 nicht wiedergefunden.<br />
3) Ganz ini Westen (nach ERIK ALMQUIST).<br />
ERIK ALMQUIST: «Scheint an ein paar Stellen im nördlichen Uppland<br />
ursprunglich zu sein; sonst in Parks etc.»<br />
5) »1 Lokalität (Björkö in Roslagen gegenuber Åland); sonst in Rasengelände<br />
eingeschleppt» (ERIK ALMQUISÏ).<br />
®) Die mit einem Stern bezeiclmeten kommen nicht in Kui'FFERS Subdist<br />
rictus insularis vor. Die mit + bezeichneten sind auf dieses Gebiet beschränkt.<br />
(Nach Mitteilung von Prof. KUI'FFICR, der dieses Verzeichnis freundlichst nachgeprûft<br />
und diesbeziigliche Aufschlusse gegeben hat, doch ohne Verantwortung<br />
fur die Vollständigkeit des Verzeichnisses.)<br />
7) Auf Aland nicht urspriinglich. KUPFFER teilt mir mit: »Bel uns wohl<br />
urspriinglich.»
38 ^. Palmgren, Die Einwanderungswege der Flora nacli deii Alaiidsiiiseln<br />
Carex ericetoruni<br />
C. silvatica<br />
C. acutiformis<br />
-f Juncus obtusifloriis<br />
J. fuscoater<br />
* J. squarrosus<br />
J. stygius<br />
Tofieldia calycidata<br />
Allium vineale<br />
H A sparagtts officinalis<br />
Iris sibxrica<br />
* Gladiolus imhricatus<br />
Orchis militaris<br />
O. ustulata<br />
\-0. Morio<br />
O. latifolia<br />
t- A nacamptis pyramidalis<br />
* Gymnadenia odoratissima<br />
Cephalanthera rubra<br />
Epipogiiim aphylluni<br />
Epipactis airorubens<br />
Sturmia Loeselii<br />
* Salix triandra<br />
* S. daphnoides^)<br />
* S. viminalis<br />
S. myrtilloides<br />
S. lapponiim<br />
* Betula yiana<br />
* B. hit milis<br />
* Ulmus laevis<br />
* Thesium ebracteatum<br />
* Asarum europaeum<br />
* Rumex aquaticus<br />
R. obtusifolius<br />
R. maritimus<br />
R. thyrsiflorus<br />
* Polygonum Bistorta<br />
P. persicaria<br />
Chenopodium rubrutn^)<br />
A triplex litorale<br />
+A triplex pedunculatum<br />
* Stellaria aquatica<br />
St. crassifolia<br />
* Cerastium alpinum<br />
Spergula rubra*)<br />
' Herniaria glabra<br />
Scleranthiis perennis<br />
* Si lene chlorantha<br />
Melandrium album<br />
* Gypsophila fastigiata<br />
* G. muralis<br />
Dianthus arenarius<br />
D. superbus<br />
Trollius europaeus<br />
Anemone silvestris<br />
* A. patens<br />
A. pratensis<br />
+ Ranunculus peltatns<br />
Berberis vulgaris^)<br />
* Thalictrum aquilaegifolium<br />
* Th. angustifolium<br />
* Nasturtium amphibium<br />
Cardamint atnara<br />
C. impatiens<br />
* Lunaria rediviva<br />
-\-Hutchiyisia petraea<br />
* Draba nemorosa<br />
Arabis Ger ar di<br />
A. arenosa<br />
-{-Alyssum montanum<br />
Braya supina<br />
* Sempervivum soboliferum<br />
Saxifraga Hirculus<br />
* S. adscendens<br />
* Chrysosplenium alternifolium<br />
* Patentilla fruticosa<br />
P. norvegica<br />
* Agritnonia pilosa<br />
* Sanguisorba officinalis<br />
-\-Rosa diimetorum<br />
R. rubiginosa<br />
+ R. pomifera<br />
Ononis repens^)<br />
O. arvensis<br />
+ Melilotus dentatus^)<br />
* Trifolium spadiceum<br />
Tr agrarium<br />
Tr. alpestre<br />
+ Tetragonolobus siliquosus<br />
Astragalus glycyphyllus<br />
A. danicus<br />
Oxytropis pilosa<br />
* Vicia pisiformis<br />
V. cassubica<br />
Geranium palustre<br />
G. pusillum*)<br />
Polygala comosa<br />
Euphorbia palustris<br />
Callitriche stagnalis<br />
* Impatiens noli tangere<br />
[-Hypericum niontanuni<br />
Elatine Hydropiper<br />
* Viola collina<br />
V. hirta<br />
V. epipsila<br />
-1- V. pumila<br />
V. elatior<br />
Epilobium hirsutum<br />
E. parviflorum^)<br />
E. roseum<br />
E. adnatum<br />
Heder a Helix<br />
Hydrocotyle vulgaris<br />
-\-Eryngiuni maritimum<br />
* Chaerophyllum aromaticum<br />
k-Ch. temulum<br />
* Pimpinella major<br />
Sium latifolium<br />
S. angustifolium<br />
Ursprunglicli?<br />
') Ursprunglich?,—auf Åland nicht ur.spriinglicli.<br />
Auf Åland wahrsclieinlicli nicht urspriinglich.<br />
*) KUPFFER schreibt mir: »Meiner Ansicht nach hier urwiiclisig.» Auf Åland<br />
walirscheinlich nicht urspriinglich.<br />
5) KUPFFER bemerkt hier: »Meiner Ansicht nach hier urwiichsig.»
ACTA BOTANIC A FENNICA 2 39<br />
Cnidium venosum<br />
* Coyiioselinum tataricuni<br />
* Angelica Archangelica<br />
Ostericum palustre<br />
. Cornus sangiiinea<br />
* Lyonia calyciilata<br />
* Hottonia palustris<br />
Lysimachia Niimmiilaria<br />
* Statice Avmeria<br />
Centaurion unibellatum<br />
* Geniianapneiimonanthe<br />
G. crucial a<br />
Cuscuta europaea^)<br />
* Polemonium coernleurn<br />
Asperugo procumbens^)<br />
Pulmonaria officinalis<br />
Lithospermum officinale<br />
* Ajuga reptans<br />
+ Teucrium Scordiimi<br />
* Dracocephaluni Ruyschiana<br />
Galeopsis Ladanuni^)<br />
* Lamium Galeohdolon * Phyteuma spicatum<br />
* L. maculatum<br />
Filago montana<br />
* Stachys officinalis<br />
Gnaphalium silvaticum<br />
* Thymus chamaedrys'^)<br />
Mentha aquatica<br />
Gn. uliginosum<br />
Verbascum ' nigrum *) Helichrysum arenarinm<br />
Veronica Anagallis^) * Inula britannica<br />
V. aquatica<br />
Achillea Ptarmica^)<br />
V. latifolia<br />
* A. *salicifolia<br />
Euphrasia strida + A rteniisia rupcstris<br />
E. suecica<br />
+A. maritima<br />
't Senecio E. integrifoliiis montana<br />
Pedicularis sceptrum * S. paludosus<br />
carolinum<br />
Carlina longifolia<br />
Orobanche major<br />
* Saussurea alpina<br />
O. Libanotidis<br />
Cirsium acaule<br />
A sperula tinctoria<br />
C. oleraceum<br />
Galium Mollugo'')<br />
Serratula tinctoria<br />
* Lonicera coeritlea * Centaurea phrygia<br />
-{-Scabiosa Columbaria Leontodon hispidus<br />
Campanula Cervicaria Scorzonera humilis<br />
C. rapunculoides<br />
* Picris hieracioides<br />
In der Regio Aboënsis. aber nicht auf Åland:<br />
Isoëtes echinosporiim<br />
Sparganium natans<br />
Potamogeton lucens<br />
Ruppia brachypus<br />
Zannichellia major<br />
Najas tenuissima<br />
Sagittaria sagittifolia<br />
Butomus umbellatus<br />
Hierochloë australis<br />
Catabrosa aquatica<br />
Poa remota<br />
Scolochloa arundinacea<br />
^ Glyceria aquatica<br />
• Scirpus lacustris<br />
Sc. aciciilaris<br />
* Carex heleonastes<br />
C. disperma<br />
^ C. globularis<br />
C. ericetorum<br />
Juncus fuscoater<br />
J. stygius<br />
Cephalanthera rubra<br />
Epipogium aphyllum<br />
Salix myrtilloides<br />
S. depressa var. cinerascens<br />
S. lapponum<br />
Betula nana<br />
Ulmus laevis<br />
Rumex aquaticus<br />
Polygonum Raji<br />
A triplex litorale<br />
Stellaria aquatica<br />
* St. crassifolia<br />
Viscaria alpina<br />
^ Silene rupestris<br />
Dianthus arenarius<br />
Nymphaea tetragona<br />
Trollius europaeus<br />
? Corydalis solida<br />
Subularia aquatica<br />
Cardamine amara<br />
C. parviflora<br />
Arabis arenosa * suecica<br />
Saxifraga adscendens<br />
Unsicher, ob auf Aland iirsprunglicli.<br />
2) Auf Aland wahrscheinlich nicht urspriinglich.<br />
Urspriinglich?,—auf Aland nicht urspriinglich.<br />
Auf Aland nicht urspriinglich.<br />
KUPFFER teilt mir mit: »Ohne Zweifel bet uns wohl urwiichsig.o Auf<br />
Aland nicht urspiinglich,<br />
8) Friiher auf Aland angetroffen, abei nicht vviedergefunden (siehe Conspectus<br />
Florae Fennicae VII, S. 169—170).
'»o J. Palmgren,<br />
Die Einvvaiiderungswege der Flora uacli den Alandsiuselii<br />
C h rysosple n i u m altern i -<br />
f oli tl yn<br />
Riibus aycticiis<br />
* Alcheniilla vestita<br />
A. glomerulans<br />
Lathyrns maritimus<br />
Impatiens noli tangere<br />
Hypericum montanum<br />
Elatine Alsinastmm<br />
Elatine triandra<br />
E. Hydropiper<br />
* Viola umbrosa<br />
V. epipsila<br />
* Epilobiiim obscurum<br />
Myriophyllum alternijl.<br />
* Centiinculus minimus<br />
Statice Armeriä<br />
Geniiana *germanica<br />
Pulmonaria officinalis<br />
Pedicularis sceptrum<br />
carolinum<br />
Galium triflorum<br />
* G. saxatile<br />
Campanula Cervicaria<br />
Bidens radiata<br />
Centaurea phrygia<br />
Scorzonera hnmilis<br />
Von den obigen finden sich alle bis auf die mit einem Stern bezeichneten<br />
audi in Nyland. In dieser Landschaft, aber nicht auf Åland, kommen ausserdem<br />
vor:<br />
A lisma *Wahlenbergii<br />
Phleum alpinum<br />
Cinna pendula<br />
A mmophila arenaria<br />
Festuca sabulosa<br />
Carex praecox<br />
C. laevirostris<br />
C. acutiformis<br />
Carex aristata<br />
Polygonum foliosum<br />
Atriplex Babingtonii<br />
Anemone vernalis<br />
Draha nemorosa<br />
Saxifraga groenlandica<br />
Cotoneaster integerrima<br />
* ni gra<br />
Rosa acicularis<br />
Ononis arvensis<br />
Astragalus alpinus<br />
EiipJiorbia palustris<br />
Sium latifolium<br />
Lyonia calyculata<br />
Leontodon hispidus<br />
Die obigen Vergleiche zvvischen den Floren Ålands und der nächstgelegenen<br />
Gebietelassen dasfolgende relative Vervvandtschaftsverliältnis zwischen<br />
den betreffenden Floren erkennen:<br />
Die Flora Ålands zeigt eine sehr nahe Verwandtschaft mit derjenigen der<br />
^Stockholmer Gegend».<br />
Sämtliche Arten Ålands bis auf 16 sind dort wiederzufinden; von diesen<br />
16 werden nicht weniger als 8 in dem iibrigen Uppland wiedergefunden. Eine<br />
Rekrutierung der åländischen Flora aus Sclivveden scheint mithin sehr wahrscheinlich<br />
zu sein. Hierfûr spricht auch der Umstand, dass nur ganz wenig<br />
Arten auf Aland mit höherer Frequenz als in der »Stockholmer Gegend» aufzutreten<br />
scheinen. Von den Arten des letzteren Gebietes fehlen auf Aland 125.<br />
Rerucksichtigt man auch das iibrige Uppland, so beträgt die Anzahl 147.<br />
Geringer ist die Verwandtschaft zwischen Åland und Estland-<br />
Aland weist nicht weniger als 36 Arten auf, die nicht in Estland zu finden<br />
sind, 40, die in »NW-Estland» fehlen, sowie 57, die man im Subdistrictus insularis<br />
vermisst; die entsprechende Zahl beini Vergleich mit der »Stockholmer<br />
Gegend» und Uppland ist 8 und mit der »Stockholmer Gegend» allein 16. Hierzu<br />
kommt, dass eine recht bedeutende Anzahl Arten auf Aland mit höherer<br />
Frequenz als in Estland auftreten. — Andererseits weist Estland nicht weniger<br />
als 221 und der Subdistrictus insularis 153 auf (gegen 147 in der »Stockholmer<br />
Gegend» und dem iibrigen Uppland sowie 125 in der »Stockholmer<br />
Gegend» allein), die auf Aland nicht vorkommen. Der direkte Aiistaiisch von
ACTA BOTANICA FENNICA 1. N.o 1 2<br />
Arten zwischen Åland und Estland scheint also kaum sehr hedeutend gewesen zu<br />
sein, jedenfalls geringer als der Austansch zwischen der »Stockhohner Gegend»<br />
und Åland.<br />
Geringer als mit der »Stockhohner Gegend^y ist anch die Verwandtschajt mit<br />
der Regio Aboënsis:<br />
Åland zählt nicht weniger als G7 Arten, die in der Regio Aboënsis<br />
vennisst werden imd dalier kaum von dort eingewandert sind. Und liieizu<br />
komnit weiter, dass eine selir bedeutende Anzalil (ca. 130) von den den beiden<br />
Gegenden gemeinsanien Arten auf Åland mit erheblicli höherer Frequenz als<br />
in der Regio Aboënsis auftreten. — Die Anzahl Arten, die im letztgenannten<br />
Gebiet, aber nicht auf Åland vorkommen, ist allerdings bedeutend kleiner als<br />
die entsprechende Zalil beim Vergleich mit der »Stockhohner Gegend» (69 gegen<br />
125). Aber dieses Verhalten beruht kaum auf einer stärkeren Verbreitung von<br />
der Regio Aboënsis nach Åland, sondern diirfte sich vielmehr daraus erklären,<br />
dass das fragliche Gebiet offenbar wie Åland seine Arten in recht grossem<br />
Unifang von Westen her, teils wahrscheinHch direkt aus Schweden ohne Åland<br />
als Etappenstation, teils iiber Åland rekrutiert hat. Das letztere gilt offenbar<br />
in besonders höhem Grad von den Schärenkirchspielen. Sieht man von diesen<br />
Kirchspielen, zunächst von dem artenreichen Korpo ab, so steigt die Anzahl<br />
der auf Åland, aber nicht in der Regio Abocnsis vorkommenden Arten<br />
recht erheblicli.<br />
V.<br />
Die geographische Verteilung der Arten auf Åland.<br />
Wie sind die S. 21—28 aufgezählten Arten auf Åland verteilt?<br />
Ini Hinblick auf die Frage nach der wahrscheinlichen Einwanderung nach<br />
der Inselgruppe scheint am geeignetsten folgende Gruppierung vorgenommen<br />
zu werden:<br />
I. Eine recht bedeutende Anzahl Arten zeigen eine gleichmässige^)<br />
Verbreitung iiber die Landschaft hin. Ihre Verteilung gewährt also keinen<br />
Fingerzeig hinsichtlich der Frage der Einwanderungswege.<br />
1) Mit gleichmässig ist hier eine Verbreitung gexneint, bei der eine Art mit<br />
ungefälir derselben Frequenz iii sämilichen Teilen des Gebietes vorkommt,<br />
also nicht durch auffallend liohe Frequenz in einem oder dem anderen Teil der<br />
lyandschaft auf eine Einwanderung aus irgendeiner besonderen Richtung<br />
deutet. Dagegen wird nicht vorausgesetzt, dass die Frequenz in diesen verschiedenen<br />
Teilen völlig gleichförmig, also beispielsweise dieselbe in nahe beieinander<br />
gelegenen Teilen der Hauptinsel Åland und deren Schärenarchipel<br />
sein soli. Dies ist besonders hervorzuheben, weil nieine Schrift von 1925, S. 94.<br />
fur die Laubwiesenvegetation ein Verzeichnis iiber »gleichmässig verbreitete
M A. Palmgren, Die Eimvanderimgsvvege (1er Flora nacli den Âlandsinseln<br />
II. An die gleiclimässig verbreiteten schliessen sich eine Anzahl Arten<br />
an, deren Vorkomnien wohl nicht gleichmässig, aber docli derartig ist, dass<br />
es kaum eine bestimmte Andeutung ûber die Einwanderung gibt.<br />
III, Eine bedeutende Anzahl Arten weisen ein wesiliches Vorkommen oder<br />
eine gegen Osten ahnehmende Freqnenz auf. Das Vorkommen deutet auf eine<br />
westliche Einwanderung ans Schweden. Eine Einwanderung aus Finnland<br />
scheint ausgeschlossen. Fiir manche dieser Arten scheint jedoch eine Einwanderung<br />
auch aus dem Ostbaltikum nicht undenkbar, fiir einige sogar<br />
wahrscheinlich.<br />
IV. Eine geringere Anzahl Arten zeigen ein ausgeprägt östliches Vorkommen.<br />
Fiir diese scheint eine Einwanderung von Osten her, aus Finnland,<br />
oder von Sirdosten her, aus dem Ostbaltikum, wahrscheinlich.<br />
V. Eine Anzahl Arten lassen eine bemerkenswerte Verteilung auf zwei<br />
voneinander isolierte Verhreihtngsgehiete, ein westliches und ein östliches (oder<br />
siidöstliches), erkennen. Hier erscheinen zwei Einwanderungswege wahrscheinlich<br />
oder möglich, — einer von Schweden und einer von l'innland oder<br />
vom Ostbaltikum her.<br />
VI. Schliesslich gibt es eine Anzahl Arten, deren Vorkommen in einer<br />
oder der anderen Hinsicht von so bemerkenswerter Natur ist, dass es zum<br />
Gegenstand näherer Erörterung gemacht werden diirfte.<br />
I. Arten mit gleichmåssiger Vcrbreîtung.»)<br />
Woodsia ilvensis Asplenium septeyitrio- Botrychium Lunaria<br />
Cystopteris fragilis nale Eqiiisetum arvense<br />
Dryopteris Filix mas Pteridiiim aquilinum E. fluviatile<br />
Dr. spintdosa Polypodhim vulgäre Jtmiperus communis<br />
Dr. Linneana * Ophioglossum vulgatum Triglochin maritimum<br />
Arten» gibt. Dieses Verzeichnis ist indessen fur andere Problème aufgestellt.<br />
Es uuifasst Arten, die nicht nur in sämtlichen Kirchspielen, sondern dazu auch<br />
mit einer Frequenz vorkommen, die ùberall in derselben Proportion zur Anzahl<br />
der geeigneten Standorte steht (1. c. S. 93). Sie begreift beispielsweise also nicht<br />
Arten ein, die mit verschiedener Frequenz auf der Hauptinsel Aland und in<br />
nahegelegenen Teilen von deren Schärenarchipel auftreten (zu dem Schärenarchipel<br />
werden ausser den Inseln auch Kiisten, ganz besonders lu das Meer<br />
hinausragende L,andzungen der Hauptinsel Åland gezählt).<br />
Unter den Arten dieses Verzeichnisses gibt es einige, die vielleicht mit<br />
grösserem Recht zu Gruppe III (mit mehr westlicher Verbreitung) liätten gestellt<br />
werden könuen. Dass sie hier aufgenommen worden sind, beruht darauf,<br />
dass der westliche Zug in ilirem Vorkommen nicht so deutlich erschienen ist,<br />
dass ich geglaubt habe, sie ohne weiteres nur auf Grund ihrer Verbreitung auf<br />
Åland als westliche Einwanderer betrachten zu können. Solche sind: Scirpus<br />
pauciflorus, Carex pilulifera. Paris quadrifolia, Cerastium semidecandrum, Rosa<br />
canina, Ii. glauca, R. coriifolia, R. mollis, Gentiana *lingulaia.
ACTA BOTANIC A FENNICA 2<br />
194<br />
Alisnia Plantago-aqna- Carex *oedocarpa Draba verna<br />
Hca C. *pulchella Stenophragma thalia-<br />
Phalaris arundinacea C. vesicaria num<br />
Anthoxanthum odora- Juncus lamprocarpus Turritis glabra<br />
tum J. alpinus * Arabis hirsuta<br />
Hierochloc odorata J. *Gerardi Seduni maximum<br />
Milium effusiim Luzula pilosa S. acre<br />
Agrostis stolonifera L. campestris Ribes alpinum<br />
A. vulgaris L. miiltiflora Sorbus A ucuparia<br />
Calamagrostis epigejos * Allium oleraceum Rubus idaeus<br />
Aira hoitnica A. Schoenoprasum R. saxatilis<br />
A. caespitosa Majanthemum bifolium Fragaria vesca<br />
A. flexuosa Polygoftatum odoratum Potentilla argentea<br />
Avena pubescens Convallaria majalis P. verna<br />
Ariindo Phragniites Paris quadrifolia P. erecta<br />
Triodia deciimbens * Orchis sanibucina P. anserina<br />
Melica nutans 0. maculata Comarum palustre<br />
' Briza media Platanthera bifolia Geum urbanum<br />
Dactylis glomerata Populus tremula G. rivale<br />
Poa trivialis Salix caprea Filipendula Uimaria<br />
P. pratensis S. aurita F, hexapetala<br />
P. irrigata * Corylus avellana Alchemilla filicaulis<br />
P. nemoralis Betula pubescens * Agrimonia Eupatoria<br />
Glyceria fluitans Alnus rotundifolia * Rosa caniyxa<br />
Puccinellia retro f lex a Rumex crispus * R. glauca<br />
Festiica arundinacea R. A ce to sa * R. coriifolia<br />
F. rubra R. Acetosella * R. mollis<br />
F. ovina Polygonum aviculare R. cinnamomea<br />
Bromus mollis St ell aria graminea Prunus Padus<br />
Nardus stricta Cerastium vulgäre Trifolium repens<br />
Triticum repens * C. semidecandrum Tr. pratense<br />
FJymus arenarius Sagina nodosa Tr. medium<br />
Eriophorum polysta- S. procumbens Vicia Cracca<br />
chyum Moehringia trinervia Lathyrus pratensis<br />
E. vaginatum Arenaria serpyllifolia * Geranium sanguineum<br />
ScirpHS Tabernaemon- Viscaria vulgaris G. silvaticum<br />
tani Silene nutans G. Robertianum<br />
Sc. paucifloriis Dianthus deltoides Linum catharticum<br />
Sc. palustris Caltha palustris Empetrum nigrum<br />
Sc. uniglumis Myosurus minimus * Rhamnus cathartica<br />
Carex contigua Ranunculus Flammula Rh. Frangnla<br />
C. Pairaei R. auricomus Hypericum quadran-<br />
C. leporina R. acris gulum<br />
C. canescens R. repens H. perforatum<br />
C. stellulata R, polyanthemus Viola palustris<br />
C. Goodenowii * R. bulbosus V. Riviniana<br />
C. pilulifera Thalictrum flavum V. canina<br />
C. pallescens * Corydalis laxa V. tricolor<br />
C. panicea Cardamine pratensis Lythrum Salicaria
44 A. Palmgren, Die Einwaiideruiigswege der L'lora nach den Âlandsinseln<br />
Myosotis micrayitha<br />
Prunella vulgaris<br />
* Clinopodium vulgäre<br />
* Origanum vulgäre<br />
Lycopus europaeus<br />
Mentha arvensis<br />
Linaria vulgaris<br />
Scrophularia nodosa<br />
Veronica longifolia<br />
V. serpyllifolia<br />
V. arvensis<br />
V. verna<br />
V. scutellata<br />
V. Chamaedrys<br />
V. officinalis<br />
Melampyritm pratense<br />
Euphrasia tenuis<br />
Ithinanthus major<br />
Rh. minor<br />
Pedicularis palustris<br />
Plantago major<br />
* PI. lanceolata<br />
Epilobimn collimim<br />
Chamaenerkim angnstifolium<br />
Anthriscus silvestris<br />
Carum Carvi<br />
Pimpinella Saxijraga<br />
A ngelica silvestris<br />
Heracleum sibiricum<br />
Vacciniuni vitis idaea<br />
V. MyrtiUus<br />
Callima vulgaris<br />
Primula veris<br />
Lysiniachia vulgaris<br />
Trientalis eiiropaea<br />
Glaiix mariiirna<br />
Fraxinus excelsior<br />
Centaurion Erythraea<br />
C. pulchellum<br />
Gentiana *lingulata<br />
Cynanchttm Vincetox.<br />
Myosotis arvensis<br />
M. collina<br />
Plantago maritima<br />
Galium uliginosum<br />
G. palustre<br />
G. boreale<br />
G. verum<br />
Viburnum Opulus<br />
Valeriana officitialis<br />
Campanula rotimdifolia<br />
C. persicifolia<br />
Aster Tripolium<br />
Erigeron acris<br />
Antennaria dioica<br />
Achillea Millefolium<br />
Matricaria * maritima<br />
Chrysanthemum Leucanthemum<br />
Tanacetum vulgäre<br />
Centaurea Jacea<br />
Leontodon autumnalis<br />
Sonchus arvensis<br />
Hieracium Pilosella<br />
Gibt das Vorkonimen der obenstehenden Arteii in den Aland am nächsten<br />
liegenden Teilen von Schweden, Finnland und Estland eine Andeutung tiber<br />
ihre wahrscheinlichen Einwanderungswege nach Aland?<br />
Die meisten zeigen in sämtlichen in Betracht konimenden Gebieten ein<br />
niehr oder weniger häufiges Vorkonimen, Fiir sie besteht also kaum eine<br />
Möglidikeit, wenigstens direkt, Klarlieit iiber ihre Einwanderimg zugewinnen.<br />
Es gibt aber auch eine Anzalil, fiir die das Vorkommen in den nahe gelegenen<br />
Ländern liierbei einen Anlialtspunkt zu geben scheint:<br />
1. Eine nicht unbedentende Anzahl Arten (oben mit Stern bezeichnet)<br />
• kommen so mehr oder weniger häufig in der »Stockholmer Gegend» sowie in<br />
Estland, dagegen nur verhältnismässig spärlicli in den westlichen und siidlichen<br />
Teilen von Finnland vor^). Fiir diese durfte also eine Einwanderimg ans<br />
Finnland als ausgeschlossen oder weniger wahrscheinlich betrachtet werden<br />
können. Man darf mit einer Einwanderimg ans Schweden, fiir manche vielleicht<br />
aiich ans Estland rechnen. Die betreffenden Arten sind:<br />
Ophioglossutn vulgatum Corylus avellana?<br />
Briza media<br />
Cerastium semidecandrum<br />
Festuca arundinaceal<br />
Bromus mollis<br />
Ranunculus bulbosus<br />
A lli u m oleraceum<br />
Corydalis laxa<br />
Orchis sambucina<br />
Arabis hirsuta<br />
Agrimonia Eupatoria<br />
Rosa canina<br />
R. glauca}<br />
R. coriifolial<br />
R. mollis<br />
Geranium sanguineum<br />
Corydalis laxa gar nicht in Estland und Fimiland.
ACTA BOTANICA FENNICA 1. N.o 1 2<br />
Rhamnus cathartica Cynanchiim Vincetoxicnm Origayium vulgäre<br />
Heracleum sihiricum} Myosotis collina Plantago lanceolata<br />
Fraxiniis excelsior Clinopodiiim vulgäre<br />
Von den oben aufgezählten Arten scheinen die folgenden in Estland seltener<br />
zu sein als aiif Aland: Ophtoglosstim vidgatum, Allium oleraceum, Orchis<br />
samhucina, Cynanchum Vincetoxicnm und die i?osa-Arten. Keine von diesen<br />
scheint auf Aland häufiger zti sein als in der »Stockholnier Gegend».<br />
2. Die folgenden fehlen in Estland und sind daher off enbär nicht von dort<br />
eingewandert:<br />
Woodsia ilvensis Aira bottnica Corydalis laxa<br />
Asplenium septentrionale<br />
Das gilt nielir oder weniger walirscheinlicli auch fiir die folgenden, die<br />
m Estland seltener zu sein scheinen als auf Aland:<br />
Polypodiiim vulgäre Carex canesce^isl Epilobium collinuni}<br />
Ophioglossum vulgaiiim? Juncus alpinusl Gentiana *lingulatal<br />
Botrychiuni Lunaria Allium oleraceum Cynanchum Vinceioxic.<br />
Milium effusum? Orchis samhucina Veronica longifolia}<br />
Carex leporina? Sedum maximum<br />
C. stellulata} Viola tricolor<br />
Es ist zu erwähnen, dass sämtliche Arten des Verzeichnisses S. 42—44 in<br />
der »Stockholmer Gegend» vorkommen. Auch diirfte die Frequenz fur keine<br />
von ihnen dort niedriger sein als auf Aland. Fiir alle erscheint also eine<br />
Einwanderung aus Schweden möglich.<br />
2. Arten mit ungleichmåssiger Verbreitung, die Jcdoch keincn Hinweis<br />
auf den wahrscheinlichen Einwanderungsweg zu geben scheint.<br />
Im Anschluss an die oben angefiihrten gleichmässig verteilten Arten sind<br />
hier die unten genannten zu beachten, die wohl keine gleichniässige Verteilung<br />
zeigen, deren Vorkommen aber doch keine sichrere Andeutung iiber die Einwanderung<br />
zu geben scheint— Inir einige (im untenstehenden Verzeichnis<br />
') Vielleicht könnten von den Arten doch die folgenden mit Fug zu der<br />
nächstfolgenden Gruppe (mit nach Osten liin abnehmender Frequenz) gezählt<br />
werden: Dryopteris Phegopteris} (ist in Kumlinge und Brändö zu studieren),<br />
Lycopodium annotinuml (bedarf der Nachprufung in Sottunga, Kumlinge und<br />
Brandö), Eriophorum alpinum, Rhynchospora alba, Rh. fusca?, Carex disticha,<br />
C. elata, C. gracilis}, C. pseudocyperus}, C. lasiocarpa. Iris pseitdacorus, Platanthera<br />
montana. Listera cordata}, Corallorrhiza Neottia, Salix pentandra, S. cinerea,<br />
S. repens}, Myrica Gale, Stellaria itliginosa, Thalictruni simplex, Peplis Portula,<br />
Angelica litoralis, Pyrola chlorantha, Litorella uniflora.<br />
Folgende Arten bediirfen in bezug auf die Verbreitung eines weiteren Studiums:<br />
Athyriiim Filix femina (fur Kumlinge und Brändö), Equisetum pratense,<br />
Potamogeion miicronatus, P. panormitanus, P. obtusifolius, Ruppia spiralis,
46 A. Palnigreti, Die Einwanderurigswege der Flora iiach den Ålandsinseln<br />
mit + markiert) scheint jedoch das Vorkomnien aiif Åland von der Natur<br />
zu sein, dass es die Wahrscheinlichkeit einer Einwanderung ans dem Ostbaltikmn<br />
aiisschliesst (siehe S. 48).<br />
Dryopteris dilatata<br />
Dr. Phegopteris<br />
Athyriv.m Filix femina<br />
-f * Botrychium boreale<br />
+ B. ramosum<br />
B. lanceolatiim<br />
+ B. Matricariae<br />
4-? Eqnisetiim pratense<br />
+ } E. silvaticum<br />
Lycopodium Selago<br />
L. annotiniim<br />
L. clavatum<br />
-f? L. complanatum<br />
-f-* Isoëtes lacustre<br />
-f Finns silvestris<br />
+ Picea A bies<br />
Typha latifolia<br />
Sparganium minimum<br />
* Sp. affine<br />
Potamogeton filiformis<br />
F. pectinatus<br />
F, natans<br />
P. graminetts<br />
4- P. alpinus<br />
P. perfoliatns<br />
+ P. mucronahts<br />
+ ? P. panormitanus<br />
-f * P. ohtusifolius<br />
P. pnsilhts<br />
Jhippia spiralis<br />
R. rostellata<br />
Zannichellia repens<br />
Z. pednnciilata<br />
Triglochin palustre<br />
A lopecttrits geniculatiis<br />
-f-<br />
+<br />
+<br />
+<br />
Alopecurus aristulatns<br />
Agrostis canina<br />
Calamagrostis lanceolata<br />
C. purpurea<br />
Poa angustifolia<br />
P. palusiris<br />
Eriophoriim alpinum<br />
Scirpus silvaticus<br />
Se. parvulus<br />
Se. mamillatus<br />
Rhynchospora alba<br />
Rh. f usea<br />
Carex pauciflora<br />
C. diandra<br />
C. disticha<br />
C. elongata<br />
C. elata<br />
C. gracilis<br />
C. niagellanica<br />
C. limosa<br />
C. Oederi<br />
C. pseudocyperus<br />
C. rostrata<br />
C. lasiocarpa<br />
Calla palusiris<br />
Spirodela polyrrhiza<br />
Lenina minor<br />
Juncus effusus<br />
J. conglonieratus<br />
J. filiformis<br />
J. supinus<br />
J. bufonius<br />
Luzula pallescens<br />
Iris pseudacorus<br />
Flatanthera montana<br />
R. rostellata, Zannichellia repens, Z. pedunculata, Alopecurus geniculatus, A<br />
aristulatus, Calamagrostis lanceolata, C. purpurea, Foa angustifolia, F. palusiris<br />
Scirpus parvulus, Carex Oederi (die Hauptform), Juncus effusus, J. conglomeratus<br />
J. bufonius, Luzula pallescens, Salix pentandra ii. 5, cinerea (fur Brandö)<br />
S. phylicifolia u. 5. repens (fur Kunilinge u. Brandö), Nymphaea alba, N. can<br />
dida, Bulliarda aquatica, Viola montana, Hippuris tetraphylla. Myosotis caespi<br />
tosa, M. baltica, Stachys palusiris, Melampyrum silvaticum (fur Brandö), Limo<br />
sella aquatica, Euphrasia brevipila, E. curta, Utricularia intermedia, U. minor<br />
Senecio silvaticus, Hieracium iimbellatum.
ACTA BOTANICA FENNICA 2 47<br />
Listera cordata<br />
Corallorrhiza Neottia<br />
Salix pentandra<br />
S. cinerea<br />
S. phylicijolia<br />
S. repens<br />
Myrica Gale<br />
Betula verrucosa<br />
Urtica dioica<br />
Polygonum amphibium<br />
P. tomeniosmn<br />
P. minus<br />
A triplex var. oblongifolium<br />
Montia *lamprosperma<br />
Stellaria media<br />
-f- St. uliginosa<br />
+ St. longifolia<br />
Spergula salina<br />
Melandrium silvestre<br />
Nymphaea alba<br />
N. Candida<br />
Ranuncuhts fhiitans f. marinus<br />
li. paucistamineus<br />
Thalictrum simplex<br />
+ Chelidonium majus<br />
Nas'urtium palustre<br />
D osera rotut difolia<br />
Dr. longifolia<br />
Bulliarda aqiintica<br />
+ Rihes rubruni var. pubescens<br />
-f- * Ruhus priiinosus<br />
R. chamaemorus<br />
Lathyriis niger<br />
Callitriche verna<br />
Tilia cordata<br />
Viola montana<br />
+ P e pli s Portilla<br />
Epilobium palustre<br />
Circaea alpina<br />
Hippuris vulgaris<br />
* Hippuris tetraphylla<br />
+ Cicuta virosa<br />
A ngelica litoralis<br />
Peucedanum palustre<br />
Cornus suecica<br />
+ ? Pyrola chlorantha<br />
Ledum palustre<br />
+ ? Arctostaphylos uva iirsi<br />
Vaccinium oxycoccus<br />
V. iuicrocarpnm<br />
V. uliginosum<br />
Nauniburgia thyrsiflora<br />
Menyanthes trifoliata<br />
Myosotis caespitosa<br />
* M. baltica<br />
Scutellaria galericulata<br />
Galeopsis bifida<br />
Stachys palustris<br />
Solanum Dulcamara<br />
+ Verbascum Thapsus<br />
Limosella aquatica<br />
Melampyrum silvaticum<br />
Euphrasia brevipila<br />
E. curta<br />
E. gracilis<br />
Utricularia vulgaris<br />
U. intermedia<br />
U. minor<br />
+ * Litorella uniflora<br />
+ Lobelia Dortmanna<br />
Bidens tripartita<br />
B. cernua<br />
Tussilago Farfara<br />
Senecio silvaticus<br />
Cirsium lanceolatuni<br />
C. arvense<br />
Taraxacum officinale<br />
Crépis tectorum<br />
Hieracium umbellatum<br />
Mustern wir das Vorkommen der oben aufgezählten Arten aiisserhalb<br />
Ålands durch, so finden wir folgendes:<br />
1. Alle ausser Botrychium lanceolatum, Salix phylicifolia und Hippuris<br />
tetraphylla sowie niöglichervveise Calamagrostis purpurea und Sparganium<br />
affine zeigen in den zunächst liegenden Teilen von Schweden eine solche<br />
Verbreitung, dass eine Einwanderung von dort wohl denkbar ist. Die Art<br />
des Vorkoniniens auf Åland spricht auch in keiner Weise dagegen.
'i8 A. Palmgren, Die Einwanderungswege der Flora iiacli den Alandsiuseln<br />
2. Fiir die Mehrzahl ersclieint auch eine Einwanderimg aus Estland möglich.<br />
Aiisnalimen bilden die mit einem Stern oder -f bezeichneten und unten<br />
getrennt aiifgezählten. Die mit einem Stern markierten fehlen in NW-<br />
Estland. Die mit + versehenen zeigen wiederum auf Åland eine Verbreitung,<br />
die eine Einwandernng aus Estland weniger wahrscheinlich zu machen<br />
scheint; sie fehlen oder treten nur bemerkenswert spärlich auf in dem am<br />
nächsten gegen Estland exponierten Kökar.<br />
Einwandernng aus Estland ausgeschlossen oder weniger wahrscheinlich:<br />
Botrychium boreale<br />
"T B. ramosttm<br />
-f * B. lartceolatum<br />
-f<br />
B. Matricariae<br />
+ ?<br />
+ ?<br />
-I-?<br />
+<br />
+<br />
4-<br />
+<br />
-i- ?<br />
4 . *<br />
+<br />
-I-<br />
Equisetiini pratense<br />
E. silvaticum<br />
Lycopodimn complanatum<br />
Isoëtcs lacustre<br />
Pimis silvestris<br />
Picea Abies<br />
Sparganhim ajfine<br />
Poiamogeion alpinns<br />
P. miiCYonatus<br />
P. panormitanns<br />
P. obtusifolius<br />
Scirpus silvaticus<br />
Rhynchospora alba<br />
Carex gracilis<br />
-r Juncus effusiis<br />
+ J- congloyneratus<br />
+ Stellaria uliginosa<br />
4- St. longifolia<br />
+ Chelidonium majus<br />
+ Ribes rubrum var. pubescens<br />
+ * Riibiis pruinosiis<br />
+ Peplis Portilla<br />
* Hippuris tetraphyllal<br />
+ Ciciita virosa<br />
+ ? Pyrola chlorantha<br />
+ ? Avctostaphylos iiva ttrsi<br />
* Myosotis baltica<br />
-{- Verbascum Thapsus<br />
-f * Litorella unifiera<br />
+ Lobelia Dortmanva<br />
-f Bidens cernua<br />
Es sei ferner bemerkt, dass von den Arten des Verzeichnisses S. 46—47 folgende<br />
(einige von ihnen schon in dem obenstehenden Verzeichnis angefiihrfl<br />
in Estland spärlicher als auf Åland aufzutreten scheinen, weshalb auch fiir sie<br />
eine Einw^anderung aus Estland weniger wahrscheinlich erscheinen kann:<br />
Dryopteris Phegopteris<br />
Lycopodium Selago<br />
L. complanatum}<br />
Typha latifolia<br />
Sparganium minimum<br />
Calamagrostis purpurea<br />
Scirpus silvaticus}<br />
Carex paucifloral<br />
C. magellanica<br />
C. limosal<br />
Carex pseudocyperusl<br />
Juncus f Hi f or mis}<br />
Listera cordata<br />
Polygonum amphibinml<br />
P. minus<br />
Montia *lamprosperma<br />
Stellaria uliginosa<br />
Melandrium silvestre}<br />
Ranunculus fluitans f.<br />
marinusl<br />
Dr oser a rotimdifolia}<br />
Dr. longi folia}<br />
Bulliarda aquatica}<br />
Rubus chamaemorus}<br />
Peplis Portilla}<br />
Cicuta virosa}<br />
Cornus suecica<br />
Liynosella aquatica}<br />
Senecio silvaticus<br />
3. Fiir die Mehrzahl der Arten auf S. 46—47 ist auch eine Einwandernng<br />
aus Finnland denkbar. Ausnahmen bilden die folgenden, die mehr oder weniger
ACTA BOTANIC A FENNICA 2 49<br />
reichlich in Scliweden, teilweise aiich in Estland, aber gar niclit {Rubns pniinosiis,<br />
Lathyrus niger) oder nur spärlich in den am nächsten bei Åland<br />
liegenden Teilen der Regio Aboënsis vorkommen:<br />
Sparganiimi affine Carex elata Riibiis pruinosus<br />
Potamogeton mucrona- C. pseudocyperus Lathyrus niger<br />
tus} Platanthera montana Angelica litoralisl<br />
Rhynchospora alba Myrica Gale Litorella imiflora<br />
Rh. fiisca Ranunculus paucistami-<br />
Carex disticha}<br />
ne us<br />
Fur alle obenstelienden erscheint eine Einwanderung aus Scliweden sovvolil<br />
im Hinblick auf das Vorkommen daselbst wie auf Åland sehr wahrscheinlich.<br />
Fiir die meisten scheint man dagegen niclit mit einer Einwanderung aus<br />
Estland rechnen zu miissen. So fehlen dort Spargannim affine, Rubns<br />
prninosiis und Litorella nniflora. Carex pseudocyperus scheint wiederum in<br />
Estland spärlicher als auf Åland aufzutreten. Rhynchospora alba zeigt liinwieder<br />
auf Åland ein Vorkommen, das eine Einwanderung aus Estland<br />
weniger wahrscheinlich macht.<br />
3. flrten mit westlicher Verbreitung odcr mit nach Osten hin abnehmender<br />
Frequenz.<br />
Die unten genannten Arten zeigen ein westliches Vorkommen oder eine<br />
nach Osten hin abnehmende Frequenz. Eine Einwanderung von Westen, aus<br />
Schweden, scheint also wahrscheinlich, zumal da alle in Uppland vorkommen i).<br />
Fiir einen beträchtlichen Teil der Arten scheint eine Einwanderung in<br />
grösserem oder geringerem Masse auch aus Estland nicht ausgeschlossen. Ausnahmen<br />
bilden die mit einem Stern und mit + bezeichneten. Die mit einem<br />
Stern versehenen kommen iiberhaupt nicht in KW-Estland vor (siehe S. 31—<br />
32); fiir die mit + markierten scheint hinwieder das Vorkommen auf Åland<br />
gegen eine Einwanderung von dort zu sprechen.<br />
Nur fiir zwei Arten erscheint es schwierig, sich bestimmt iiber den wahrscheinlichen<br />
Ein wan der ungs weg zu äussern:<br />
Fur Alniis incana scheint nach TIIEDKNIUS 18 71, S. 446, das nächste Vorkommnis<br />
schwedischerseits im nördlichen Uppland zu liegen (»I Elfkarleby socken<br />
ytterst allmän »). In Finnland hat die Art eine ausgedehnte Verbreitung.<br />
Alcheniilla obiusa andererseits ist erst in letzter Zeit in Schweden gefunden worden<br />
(nach LIXDMAX 192G nur in Roslagen in Uppland). Nach LINDBERG 1909,<br />
S. 126, fällt die Verbreitung der Art in Nordeuropa auf Finnland sowie auf Estland<br />
und Lettland. In Finnland ist ihre Frequenz am grössten in Nylandia, danach<br />
in Tavastia australis und in der Regio Aboënsis. Geringer ist sie auf Aland.<br />
Aus Savonia australis ist eine Lokalität bekannt. Von den Fundorten in Estland<br />
kommen 3 auf Dagö. Laut Mitteilung von EKI^UND ist die Art auf<br />
Wormsö nicht selten.
'i8 A. Palmgren, Die Einwanderungswege der Flora iiacli den Alandsiuseln<br />
Weiter sei bemerkt, dass mehrere der unten angefûlirten Arten in Estland<br />
mit niedrigerer Frequenz als auf Åland auftreten, weshalb auch fiir manche<br />
von ihnen eine Einwanderung aus Estland weniger wahrscheinlich erscheint.<br />
Die Arten sind S. 52 aufgezählt.<br />
Westliche Verbreitung^).<br />
+ Striithiopteris germanica Carex paradoxa<br />
-f Dryopteris Thelypteris + C. vulpina<br />
Dr.^ cristata + C. nemorosa<br />
Asplenium Trichomanes c. chordorrhiza<br />
*-f- Blechhum Spicant + c. arenaria<br />
* Botrychium simplex c. norvegica<br />
Equisctum palustre + c. loliacea<br />
+ E. hiemale H- C. re mot a<br />
+ Lycopodiutn inundatum + C. caespitosa<br />
+ Taxus baccata c. aquatilis<br />
Typha anguslijolia + c. ornithopus<br />
Sparganinm simplex + c. digitala<br />
Sp. ramosum var. microcarpiitn + c. caryophyllea<br />
Zosiera marina + c. montana<br />
+ Fotamogeton /Azii c. glauca<br />
P. polygonifoliiis * c. livida<br />
*+ P. praelongus + c. vaginat a<br />
4- P- crispus + c. poly gam a<br />
+ Najas mar iva + c. extensa<br />
-f Scheuchzeria paliistris + c. lepidocarpa<br />
+ Hydrocharis M or sus ranae c. capillaris<br />
-j- Phleum Boehmeri + c. riparia<br />
+ Calamagrostis arundinacea + c. hirta<br />
*+ Aira praecox<br />
Sesleria coernlea<br />
M Olivia coerulea<br />
Poa compressa<br />
-f- Brachypodium silvaticum<br />
Triticxim caninum<br />
-f Eriophorum latifoliitm<br />
+ E. gracile<br />
+ Scirpus maritimus<br />
+ Sc. austriacus<br />
Carex dioica<br />
C. pulicaris<br />
-}- Lem na ttisulca<br />
-f Gagea liitea<br />
+ G. mivima<br />
A Ilium Scorodopras um<br />
Fritillaria Meleagris<br />
+ Cypripedium calceolus<br />
-1- Ophrys muscifera<br />
+ Orchis incarnata<br />
+ O. *cruenta<br />
-f O. Traunsteifieri<br />
+ Herminium Monorchis<br />
4- Coeloglossum viride<br />
Von den unten folgenden Arten miissen Salix depressa, Alchemilla micans^<br />
A. ohtusa, Callitriche aiitumnalis und Viola riipestris in bezug auf ihr Vorkoninien<br />
noch näher studiert werden. Wegen Carex glauca sei auf S, 57 verwiesen,<br />
Lonicera Xylosteum und Cirsium palustre könnten vielleicht mit grövsserer Berechtigung<br />
zu der vorhergehenden Gruppe gestellt werden.
ACTA BOTANIC A FENNICA 2 51<br />
+<br />
* +<br />
+<br />
+<br />
+<br />
+<br />
+<br />
* +<br />
+<br />
+<br />
Epipactis paliistris<br />
E. latifolia<br />
Listera ovata<br />
Neottia nidus avis<br />
Goodyera repens<br />
Malaxis paludosa<br />
Microstylis monophylla<br />
Salix depressa<br />
S. nigricans<br />
Alnus incana<br />
Ouercus robur<br />
Ulmiis scabra<br />
Rumex Hydrolapathiini<br />
Polygonum viviparnm<br />
Salsola Kali<br />
Stellaria nemorum<br />
St. Holostea<br />
St. palustris<br />
Cerastiiim glittinosntn<br />
Sagina maritima<br />
Spergula vernalis<br />
Lychnis flos cuctdi<br />
Nuphar luteum<br />
N. pumilum<br />
Ceratophyllum demersum<br />
Actaea spicata<br />
Aquilegia vulgaris<br />
Anemone Hepatica<br />
A. nemorosa<br />
A. ranunculoides<br />
Raminculus Lingua<br />
R. sceleratus<br />
R. circinnatus<br />
Corydalis intermedia<br />
Cardamine flexuosa<br />
C. hirsuta<br />
Dentaria bulbifera<br />
Draba muralis<br />
Drosera intermedia "<br />
Sedum album<br />
S. sex angular e<br />
S. riipestre<br />
Saxifraga graniilata<br />
Parnassia palustris<br />
Ribes nigrum<br />
Cotoneaster integerrima<br />
Pyrus M alus<br />
Sorbus suecica<br />
S. fennica<br />
Crataegus curvisepala<br />
Rubus caesiîts<br />
+ Fragaria viridis<br />
+ Patentilla minor<br />
P. reptans<br />
+ Alchemilla pubescens<br />
A. plicata<br />
+ A. pastoralis<br />
A, acutangula<br />
A. micans<br />
A. subcrenata<br />
* A. alpestris<br />
A. obtusa<br />
* A. acutidens<br />
* Agrimonia odorata<br />
* + Rosa tomentosa<br />
Primus spinosa<br />
+ Medicago lupulina<br />
Trifolium fragiferum<br />
Tr. arvense<br />
+ A nthyllis Vulneraria<br />
Lotus corniculatus<br />
Vicia tetrasperma<br />
V. silvatica<br />
V. sepium<br />
+ V. lathyroides<br />
Lathyrus palustris<br />
L. vermis<br />
Geranium molle<br />
*+ G. dissectum<br />
-f- G. columbinunt<br />
G. liiciduni<br />
Oxalis Acetosella<br />
Polygala vulgaris<br />
+ Mercuvialis perennis<br />
-f- Callitriche autumnalis<br />
Acer platanoides<br />
Helianthemum Chamaecistus<br />
+ Viola rupestris<br />
+ V. stagnina<br />
*+ Hippophaës rhamnoides<br />
Epilobium montanum<br />
+ Myriophyllum verticillatum<br />
M. spicatum<br />
Sanicula europaea<br />
+ Torilis Anthriscus<br />
Aegopodium podagraria<br />
+ Oenanthe aquatica<br />
+ Athamanta Libanoti&
'i8 A. Palmgren, Die Einwanderungswege der Flora iiacli den Alandsiuseln<br />
+ Selimim carvifolia<br />
Laserpitium latifolium<br />
+ Chimaphila umbellata<br />
Pyrola rotundifolia<br />
P. minor<br />
P. secunda<br />
P. uniflora<br />
+ Monotropa Hypopitys<br />
A ndromeda polifolia<br />
Primula farinosa<br />
-)- Androsace septentrionalis<br />
Samoliis Valerandi<br />
Geniiana uliginosa<br />
-i- G. * axillaris<br />
-}- Myosotis scorpioides<br />
-f Glechoma hederacea<br />
+ Calamintha Acinos<br />
Mentha litoralis<br />
+ Veronica Beccabunga<br />
+ Melampyrum nemorosuni<br />
Lathraea Squamaria<br />
Pinguiciila vulgaris<br />
Plantago media<br />
-{- Asperula odorata<br />
+ Galium trifidmn<br />
Linnaea borealis<br />
Lonicera Xylosteumi<br />
+ Adoxa Moschatellina<br />
Valerianella olitoria<br />
Campanula Trachelium<br />
+ C. latifolia<br />
+ Jasione montana '<br />
Eupatorium cannabinum<br />
Filago arvensis<br />
Inula salicina<br />
Carlina vulgaris<br />
A rctium nemorosum<br />
Cirsium palustre}<br />
+ Centaurea Scabiosa<br />
+ Lactuca muralis<br />
+ Crépis praemorsa<br />
+ Cr. paludosa<br />
Die folgenden scheinen in Estland spärlicher aufzutreten als auf Åland:<br />
Aspleniurn Trichomanes<br />
Equisetum hiemale<br />
Typha angustifolia<br />
Sparganium ramosum<br />
var. microcarpimil<br />
Car ex norvegica<br />
C. cae spit osa}<br />
C. extensa<br />
Allium Scorodoprasum}<br />
Coeloglossum viride<br />
Goodyera repens<br />
Malaxis paludosa}<br />
Polygonum vivipariim<br />
Stellaria paliistris}<br />
Spergula vernalis<br />
Ceratophyllum demersum<br />
Ranunculus Lingua}<br />
Drosera intermedia<br />
Sedum album}<br />
Parnassia palustris<br />
Crataegus curvisepala<br />
Alchemilla plicata}<br />
Prunus spinosa<br />
Trifolium fragiferum}<br />
Vicia silvatica}<br />
Geranium molle}<br />
G. lucidum<br />
Polygala vulgaris<br />
Selinum carvifolia}<br />
Pyrola minor}<br />
Samolus Valerandi}<br />
Galium trifidum<br />
Linnaea borealis}<br />
Adoxa Moschatellina}<br />
Valerianella olitoria}<br />
4. Arten mit östlicher Verbreitung.<br />
Die unten genannten Arten zeigen auf Åland eine mehr oder weniger<br />
ausgeprägt östliche (oder siidöstliche) Verbreitung, die wenigstens fiir die meisten<br />
am ehesten auf eine Einwanderung von Osten, aus Finnland, oder vcn<br />
Siidosten, aus dem Ostbaltikum, zu deuten sclieint;<br />
Sparganium glomeratum<br />
Carex brunnescens<br />
Lemna gibba<br />
Juncus balticus<br />
Salix *rosmarinifolia<br />
Humulus Lupulus<br />
Polygonum Hydropiper<br />
Suaeda maritima<br />
Lepidium latifolium<br />
Alliaria officinalis<br />
Crambe<br />
Geranium<br />
Callitriche<br />
Thymus<br />
maritima<br />
pratense<br />
polymorpha<br />
serpyllum
ACTA BOTANIC A FENNICA 2 53<br />
Diese Gmppe unifasst, wie man sieht, im Vergleich mit der vorhergehenden<br />
sehr wenig Arten. Da also eine Einwanderung von Osten her, wie weiter<br />
unten näher ausgefiihrt wird, am ehesten ein Ausnahmeverhältnis auf Åland<br />
darzustellen scheint, werden zwei von den oben genannten Arten {Alliaria officinalis<br />
und Cranibe maritima) hier etwas eingehender behandelt (S. 81—84).<br />
Wegen Carex hnmnescens, Juncus haïtiens, Salix *rosmarinifolia, Suaeda maritima,<br />
Lepidiîtm latifolinm, Ceranium pratense und Thymus serpylhmi sei auf<br />
des Verf. friihere Schriften von 1925 und 1927 (siehe S. 7 — 8) hingewiesen.<br />
Auf die iibrigen werde ich bei anderer Gelegenheit zuriickkommen.<br />
Von den aufgezählten Arten sind offenbar Suaeda maritima, Lepidium<br />
latifolium, Alliaria officinalis, Crambe maritima. Geranium pratense und am<br />
ehesten auch Thymus serpyllum aus Estland eingewandert, — Crambe maritima<br />
vielleicht iiber Korpo in der Regio Aboënsis,<br />
Crambe maritima ist auf eine Anzahl Lokalitäten im Stidosten, die meisten<br />
im östlichen Kökar, beschränkt. In Kökar liegt auch das vornehmlichste<br />
Vorkommnis fiir Suaeda maritima-, von hier erstrecken sich Aussenposten iiber<br />
Sottunga bis nach Vårdö sowie dem siidlichen Kumlinge und Brändö. —<br />
Thymtis serpyllum erinnert in bezug auf das Vorkommen an die vorhergehende<br />
Art; die meisten Fundorte kommen auf Kökar, wozu sich zwei im<br />
siidhchen KumHnge gesellen. Lepidium latifolium ist auf eine lyokalität im<br />
siidösthchen Föglö beschränkt. Alliaria officinalis kommt als urspriinglich an<br />
einzelnen Lokalitäten wenigstens in Kumlinge und Brändö, vielleicht auch<br />
in Föglö und Kökar vor.<br />
Aus Finnland sind höchst wahrscheinlich Carex brunnescens (1 Lokalität<br />
im nordöstlichen Brändö) und Juncus balticus (zwei Lokalitäten im nördhchsten<br />
Saltvik) eingewandert.<br />
Fiir Salix *rosmarinifolia scheint eine Einwanderung sowohl aus Finnland<br />
als aus dem Ostbaltikum möglich. Am ehesten durfte sie jedoch von<br />
Finnland her stattgefunden haben. Mit Sicherheit von 2 Lokalitäten in Brändö,<br />
1 in Sottunga, 1 in Jomala und 1 in Lemland bekannt.<br />
Fiir Humiihis Lupulus diirfte man sowohl mit Finnland als mit Estland<br />
als Ausgangsort rechnen können. Das wichtigste Vorkommen fällt auf Kum-<br />
X linge und Brändö.<br />
Fiir Lemna gibba (nur ein paar Schären im siidlichsten Kökar) scheint eine<br />
Einwanderung denkbar sowohl aus Estland, wo die Art in Reval, in Maholm,<br />
bei Dorpat und auf Ösel angetroffen ist (SPOHR 1926, S. 15), als aus Schweden;<br />
die nächsten Fundorte diirften in Uppland liegen, wo die Art u. a. in dem<br />
am nächsten Åland zugekehrten »Skärgårdsområdet» der Stockholmer Gegend<br />
vorkommt. — Die Fundorte auf Åland sind die einzigen in Finnland.<br />
Sparganium glomeratum ist äusserst selten in Estland. Das östliche Vorkommen<br />
auf Åland (Kökar: Karlbylandet) spricht daher vielleicht am
54 A. Palmgren, Die Einwaiideruiigswege der L'lora nach den Âlandsinseln<br />
ehesten fiir eine Einwandenmg aus Finnland. Doch besteht auch die Möglichkeit<br />
einer Einwanderung aus Schweden.<br />
Fiir Callitriche polymorpha muss man mit der Möglichkeit rechnen, dass<br />
der Art nicht in nötigem Grad nachgeforsclit ist. Der einzige Fundort (Lappo)<br />
in dem am weitesten im Osten gelegenen Kirchspiel Brändö scheint daher<br />
keinen Anhalt zu Spekulationen iiber die Einwanderung der Art zu liefern.<br />
Auch ftir Polygonum hydropiper ist die Verbreitung vielleicht nicht hinreichend<br />
bekannt.<br />
Wir haben also gefunden:<br />
1. Aus dem Ostbaltikum scheinen eingewandert zu sein:<br />
Suaeda maritima Alliaria officinalis Geranium pratense<br />
Lepidium latifolium Crambe maritima Thymus serpyllum .<br />
2. Aus Finnland:<br />
Carex brunnescens Juncus balticus Salix *rosmarinifolia<br />
3. Fiir Lemna gibba hat man zu rechnen mit einer Einwanderung aus dem<br />
Ostbaltikum oder Schweden; fiir Hmmdtis Lupnhis mit einer Einwanderung<br />
aus dem Ostbaltikum oder Finnland; fiir Sparganimn glomeratum mit einer<br />
Einwanderung aus Finnland oder Schweden.<br />
4. Fiir Polygonum hydropiper und Callitriche polymorpha liefert das bekannte<br />
Vorkonmien keine geniigende Grundlage zu Vermutungen.<br />
5. F^'iir die folgenden scheint eine Einwandenmg aus Schweden ausgeschlossen:<br />
Carex brunnescens Suaeda maritima Crambe maritima<br />
Juncus balticus Lepidium latifolium Geranium pratense<br />
Salix *rosmarinifolia Alliaria officinalis Thymus serpyllum<br />
6. Einwanderung aus dem Ostbaltikum ausgeschlossen:<br />
Sparganium glomeratum Carex brunnescens Juncus balticus<br />
«<br />
7. Einwanderung aus Finnland ausgeschlossen:<br />
Lemna gibba Alliaria officinalis Geranium pratense<br />
Suaeda maritima Crambe maritima (vgl. S. Thymus serpyllum?<br />
Lepidium latifolium 53.)<br />
5. Arten mit zwei Verbreitungsgebleten, einem westlichen und einem<br />
ostlichen oder<br />
sudöstlichen.<br />
Die unten genannten Arten zeigen eine Verteilung auf zwei voneinander isolierte<br />
Verbreitungsgebiete, ein westhches und einöstliches (oder siidöstliches).<br />
Fiir diese Arten erscheint es wahrscheinlich oder möglich, dass eine Einwan-
ACTA BOTANIC A FENNICA 2 55<br />
derung sowohl von Westen, aus Schweden, als von Osten (öder Siidosten),<br />
also aus Finnland oder Estland stattgefunden hat. Wo die östliclie Verbreitung<br />
allein oder vorzugsweise auf das im Sudosten gelegene Kökar fällt,<br />
diirfte man jedoch auch mit der Möglichkeit einer Einwanderung aus<br />
Schweden rechnen können, und zwar direkt aus Schweden, also unabhängig<br />
von der Einwanderung nach dem westlichen Verbreitungsgebiet.<br />
Aspleniiim Ruta muraria Cephalanthera longifolia Calystegia sepiuni<br />
Avena pratensis Polygonum dumetorum _ Ajuga pyramidalis<br />
Brachypodium pinnatum Cakile maritima Stachys silvatica<br />
Carex distans Draba incana Veronica spicata<br />
A Ilium ursimtm Crataegus monogyna Succisa pratensis<br />
Polygonatum multiflorum Polygala amarella Knautia arvensis<br />
Orchis mascula Viola idiginosa Artemisia campestris<br />
Gymnadenia conopsea Daphne Mezereum Cirsium heterophylhim<br />
Diese wahrscheinliche Einwanderung sowohl von Westen als von Osten<br />
ist so bemerkenswert, dass die einzelnen Arten etwas ausfiihrlicher behandelt<br />
werden zu miissen scheinen. Wegen Viola tdiginosa und Ajuga pyramidalis<br />
sei auf des Verf. friihere Beiträge »Eine neue Lokalität fur Viola uliginosa<br />
Bess.» (1925) und »Ajuga pyramidalis L. auf Åland» (1927) verwiesen.<br />
Unter dem Hinweis auf die Spezialbehandlung S. 84—125 sei hier folgendes<br />
Resûmee ihrer Schlussfolgerungen gegeben:<br />
Eine sehr bemerkenswerte und recht scharf umzeichnete Verbreitung<br />
bietet Gymnadenia conopsea. Die Art konimt iiber einen grossen Teil der<br />
Landschaft, teilweise nicht selten vor, weshalb man ohne ein genaues Detailstudium<br />
leicht die Auffassung erhalten könnte, dass das Vorkommen iiber<br />
die ganze Inselgruppe verteilt sei. Indessen zeigt die Verbreitungskarte, dass<br />
die Art in einem von SE nach NW gehenden Giirtel von 20—40 km Breite,<br />
der Föglö, Lumparland, das festländische Lemland, Sund und Saltvik umfasst,<br />
ganz und gar fehlt. Die Ostgren-ze des westlichen Vorkommens geht in<br />
gerader Linie von dem Dorfe Östergeta nach Lemland: Jersö. Die Westgrenze<br />
des östlichen Vorkommens hinwieder in einer Linie von Hanmö im<br />
nordwestlichsten Vårdö nach Kökar: Idö. Diese hemerkenswerte Liicke<br />
•.in dem Vorkommen scheint sich kaum anders zu er klär en als durch eine Einwanderung<br />
teils aus Schweden, teils von Osten {in diesem Fall Siidosten), aus<br />
Estland. Es ist zu beachten, dass die Art sowohl in dem westlichen als dem<br />
östlichen Verbreitungsgebiet ein recht ausgedehntes Vorkommen hat, welches<br />
die Lûcke in dem Vorkommen uni so bemerkenswerter macht.<br />
Gymnadenia conopsea erhält pjlanzengeographisch darum ein grosses Interesse,<br />
weil die Art zeigt wie eine offensichtliche Einwandertmg teils von Siidwesten<br />
und Westen teils von Siidosten sich in einem Fall gestaltet hat, wo die<br />
Verbreitung noch nicht so weit gediehen war, dass die heiden Einwanderungs-
'i8 A. Palmgren, Die Einwanderungswege der Flora iiacli den Alandsiuseln<br />
wege zusamniengetrojfen war en, was fiir manche Arten ganz sicher geschehen ist,<br />
und so die Zengnisse iiher die verschiedenen Einwandenmgswege ausgelöscht hat.<br />
Eine solche Entwicklung diirfte man audi fiir die in Rede stehende Art zu<br />
erwarten haben, uni so niehr als die Einwanderung jimgen Datttms zu sein<br />
scheint, da fast sämtliche Lokalitäten auf Inseln oder Landzungen in niedrigem<br />
Niveau liegen.<br />
An Gymnadenia conopsea schliessen sicli eine Anzahl andere Arten an, fiir<br />
die jedoch die Verteilung auf ein westliches und ein östliches Verbreitungsgebiet<br />
weniger augenscheinlich ist. Teils ist die im Norden und Siiden hingehende<br />
Iviicke in dem Vorkommen schmäler oder weniger scharf, teils ist das<br />
östliche Vorkommen so schwach (in einigen Fallen nur auf einzelne Lokalitäten<br />
in Kökar beschränkt), dass man vielleicht mit der Möglichkeit einer<br />
zufälligeren Verbreitung nach dort von den iibrigen åländischen Vorkommnissen<br />
her oder aus Sclivveden zu rechnen hat. Der Umstand, dass diese zuletzt<br />
gemeinten Vorkommnisse untereinander so bedeutende Ankniipfungspunkte<br />
zeigen und dass sie sich so stark an Gymnadenia anzuschliessen scheinen,<br />
diirfte jedoch gewichtige Grunde fiir die Annahme einer Einwanderimg<br />
sowolil von Westen als von Siidosten liefern.<br />
Am nächsten gesellen sich zu Gymnadenia conopsea die drei Arten Polygonatmn<br />
midtiflornm, Dr aba incana und Artemisia campestris. Die Liicke in<br />
der Verbreitung ist nur weniger scharf. (Wegen der sonstigen Verschiedenheiten<br />
sei auf die Spezialbehandlung hingewiesen.) Die beiden letztgenannten<br />
zeigen untereinander eine auffallende Ähnlichkeit im Vorkommen.<br />
An Polygonatum mnUiflortmi erinnert recht stark Crataegus monogyna, die<br />
jedoch viel seltener ist, besonders im östlichenTeildes Verbreitungsgebiets.<br />
Weiter sei Polygala amarella genannt. Die Zwischenzone ist fiir diese Ait<br />
noch schmäler, aber recht scharf.<br />
An die vorhergehenden Arten schliesst sich höchst wahrscheinlich ferner<br />
Avena pratensis an. Die bemerkenswerte Liicke in fast ganz Föglö (nur 1 Lokalität<br />
im nordöstlichen Teil des Kirchspiels) fällt scharf ins Auge. Das<br />
östliche Vorkommen erinnert stark an das von Polygala amarella. Besonders<br />
in dem westHchen Vorkommen zeigt die Art auch starke Beriihrungspunkte<br />
mit Polygonatum midtiflorum.<br />
An Polygonatiim multifloruni und Crataegus monogyna schliesst sich in<br />
bezug auf das westliche Vorkommen recht eng Carex distans an. Das östliche<br />
ist auf nur zwei nahe beieinander liegende Lokalitäten im nordöstlichen Kökar<br />
beschränkt.<br />
1) Ûber das Vorkommen der Art im Ostbaltikum ist mir nur bekannt, was<br />
S. 108 angegeben wird. Die ältere Literatur fasst die Crataegus-A.rtQ.n bekanntlich<br />
mefir kollektiv auf, als man gegenwärtig tut.
ACTA BOTANIC A FENNICA 2 57<br />
An die obeii genannten sclieinen sicli weiter Allium ursinum, Orchis mascula,<br />
Cephalanthera longijolia}) unci Snccisa pratensis anzuscliliessen. Fiir<br />
alle vierist jedoch das östliche Vorkommen auf nur eine bis zwei Lokalitäten<br />
in Kökar beschränkt. (Die drei zuerst genannten auf Idö, die erste dazu auf<br />
deni dicht dabeiliegenden Brändholm. Snccisa ist von zwei Lokalitäten im<br />
nördlichen festländischen Kökar bekannt.)<br />
Zu den im vorhergehenden Absatz erwähnten Arten gesellt sich Brachypodium<br />
pinnatum mit (im östl. Åland) einer Lokalität in Kökar (Idö) und<br />
dazu einer in Kumlinge, sowie Viola uliginosa mit einer Lokalität bei der<br />
Kirche von Hammarland im westlichen Åland sowie einer in Kökar.<br />
Ferner diirften, w^enn auch mit Bedenken, Stachys silvaiica, Veronica spicata<br />
und Knautia arvensis zu nennen sein. Das östliche Vorkommen ist fiir<br />
die erste auf je eine Lokahtät in Kökar und Föglö, fiir die zweite auf zwei in<br />
Kökar, fur die dritte auf je eine in Kökar und Sottunga beschränkt.<br />
Zuletzt — und ebenfalls mit Vorbehalt — seien erwähnt Calystegia sepium<br />
mit zwei Fundorten im Schärenarchipel von Lemland und je einem in Kökai<br />
und Sottunga, und Cakile maritima mit einem westlichen Fundoit (sudliches<br />
Eckerö) und zwei siidöstlichen (Sottunga und Kökar).<br />
Zu den oben behandelten Arten könnte vielleicht auch Carex glauca gestelit<br />
werden (S. 50 angefiihrt).<br />
In eine andere Kategorie als die vorhergehenden fallen die unten genannten,<br />
deren Vorkommen sich auch in ein westliches und ein östliches Verbreitungsgebiet<br />
spaltet, fiir welche aber das östliche Vorkommen ans Finnland,<br />
nicht aus Estland reknitiert zti sein scheint.<br />
Polygonum diimetonim. Das Hauptvorkonmien ist östlich, im Osten einer<br />
Linie Kalskär im nordösthchsten Schärenarchipel von S a 11 v i k—V å r d ö:<br />
Vargata — Kökar: Idö. Weiter kommt die Art im westhchen Schärenarchipel<br />
von Lemland vor. Der Umstand, dass die Art in Estland im Subdistrictus<br />
insularis fehlt (siehe S. 32), bewirkt, dass man fiir das östliche Vorkommen<br />
mit einer Einwanderung aus Finnland zu rechnen haben diirfte.<br />
Daphne Mezeretwi. Fiir diese Art sind 19 Fundorte im westhchen Scliärenarchipel<br />
von Lemland, in Eckerö und den westlichen Festlandskirchspielen<br />
Jomala, Hammarland und Finström notiert. Hierzu gesellt sich eine Lokalität<br />
im westhchsten Teil von Sund. Nach einer Liicke von 35 km Breite<br />
1) Nach den zugänglichen Angaben ist Cephalanthera longifolia in Estland<br />
(abgesehen von Ösel) so selten, dass man vielleicht die Wahrscheinlichkeit einer<br />
Einwanderung von dort in Zweifel zielien kann, Docli ist Estland bisher<br />
nicht in dem Grade durchforscht, dass man voraussetzen kann, dass das Vorkommen<br />
der Art dort ziir Geniige bekannt ist.
58 A. Palnigreti, Die Einwanderurigswege der Flora iiach den Ålandsinseln<br />
tritt die Art wieder in Kumlinge und Brändö, aber niclit in den siidöstlichen<br />
Kirclispielen Sottunga und Kökar auf.<br />
Ajuga Pyramidalis ist nur von zwei Fundorten im westliclien Åland sowie<br />
cinem in Sottunga bekannt. Am wahrscheinlichsten ist wohl das letzte dieser<br />
Vorkommnisse aus Finnland rekrutiert (die Art ist in Estland nur von der<br />
Siidspitze von Ösel angegeben), wenn auch eine Einwanderung nach hier aus<br />
Schweden oder von den westlichen åländischen F'undorten möglich erscheinen<br />
kann, Nach Finnland ist die Art zweifelsohhe aus Schweden gekommen.<br />
Cirsitini heterophyllum ist in den westlichen Kirchspielen der Hauptinsel<br />
Aland recht verbreitet, woran sich ein Vorkcmmen in Eckerö und in den<br />
zunächst liegenden Teilen des westlichen Schärenarchipels von I,eniland<br />
anschliesst. Hierzu kommt ein einzelner Fundort im nordöstlichen Saltvik.<br />
Dann folgt eine breite Lucke im Vorkommen bis zuni östlichsten Brändö dicht<br />
bei der Grenze der Regio Aboënsis.<br />
Ferner ist A&plenium Riita muraria zu nennen. Die Art ist von einer Lokalität<br />
ganz draussen im westhchen Aland (Inselgruppe der Signilskär) und von<br />
einer in der nordöstlichsten Ecke der Landschaft bekannt. Im Hinblick auf<br />
die grossen Verbreitungsmöglichkeiten der Farnkräuter diirfte es am vorsichtigsten<br />
sein, wegen des östlichen Vorkommens nur auf die Angaben S. 85<br />
liber die nächsten Vorkommnisse der Art hinzuweisen. Das westliche Vor-<br />
• kommnis ist offenbar westlicher Herkunft,<br />
Wir haben also gefunden:<br />
1. Fiir sämtliche S. 55 aufgezählten Arten, bis auf Cakile maritima und<br />
Calystegia sepitim, hat man ohne Zweifel mit einer Einwanderung zum grösseren<br />
oder geringeren Teil von Westen, aus Schweden, zu rechnen. Auch fiir<br />
die genannten Cakile und Calystegia scheint es höchst wahrscheinlich, dass die<br />
Einwanderung zum Teil von dort her stattgefunden hat; die Vorkommnisse<br />
sind indessen an Zahl zu gering und zu zerstreut, um eine bestimmte Auffassung<br />
zu ermöglichen.<br />
2. F'olgende Arten sind höchst wahrscheinlich auch aus dem Ostbaltikuni<br />
eingewandert:<br />
Polygonatum multiflorum Draba ijicana Viola uliginosa<br />
Gymnadenia conopsea Polygala amarella Artemisia campestris<br />
3. Ferner ist eine Einwanderung aus dem Ostbaltikum wahrscheinlich<br />
oder möglich (die mit einem Fragezeichen versehenen) fiir folgende:<br />
Avena pratensis Cephalanthera longifolia Veronica spicatal<br />
Brachypodiiim pinnaittni Cakile maritima} Succisa pratensis<br />
Carex distans Crataegus monogyna Knautia arvensisl<br />
Allium ursinum Calystegia sepiuml<br />
Orchis mascula Stachys silvatica}
ACTA BOTANIC A FENNICA 2 59<br />
4, Aus Finnland scheinen die folgenden zura Teil eingewandert zu sein:<br />
Polygonum dumetorum Ajuga pyramidalis} Cirsium heterophyllum<br />
Daphne Mezereum<br />
5. Fiir die folgenden sclieint eine Einwanderung aus dem Ostbaltikum<br />
ausgeschlossen:<br />
Polygonum<br />
Daphne<br />
dumetorum<br />
Mezereum<br />
Ajuga<br />
pyramidalis<br />
Cirsium<br />
heterophyllum<br />
6. Einwanderung aus Finnland ausgeschlossen:<br />
A vena pratensis Gymnadenia conopsea?<br />
Brachypodium pinnatum Cephalanthera longifolia<br />
Carex distans Draba incana<br />
Allium tirsinum Crataegus monogyna<br />
Polygonatum multiflorum Polygala amarella<br />
Orchis mascula<br />
Viola uliginosa<br />
Calystegia sepium<br />
Stachys silvatica}<br />
Veronica spicata<br />
Artemisia campestris<br />
6. Arten mit in eincr odcr der anderen Hinsicht eigenartiger Verbreitung.<br />
Die unten genannten Arten zeigen auf Åland in einer oder der anderen<br />
Hinsicht eine eigenartige Verbreitung, Wenn auch einige von ihnen in bezug<br />
auf das Vorkommen gewisse auffallende Ubereinstimmungen aufweisen, können<br />
sie doch im grossen ganzen nicht auf natiirliche Gruppen verteilt werden.<br />
Sie scheinen also je fiir sich einer besonderen Behandlung zu bediirfen. Diese<br />
wird fiir die meisten S. 126—187 gegeben, Wegen Pyrola media verweise ich<br />
auf meine Mitteilung »Pyrola media Sw. auf Åland», 1927. Die folgenden<br />
werden kiinftighin Gegenstand besonderer Behandlung werden: Cryptogramma<br />
crispa, Equisetum variegatum, E. scirpoides, Calamagrostis neglecta, Cochlearia<br />
danica, Erysimum hieraciifolitim, Saxijraga tridaciylites, Trifolium monianum,<br />
Lathy rus silvestris, Galium Aparine, Campanula glomerata.<br />
Cryptogramma crispa<br />
Equisetum variegatum<br />
E. scirpoides<br />
Selaginella ciliata<br />
Alopecurus ventricosus<br />
Calamagrostis neglecta<br />
Arrhenatheriim elatius<br />
Scirpus rufus<br />
Sc. compressus<br />
Carex glareosa<br />
C. jlava<br />
C. Hornschuchiana<br />
A triplex hastatum<br />
Salicornia europaea<br />
Honkenya peploides<br />
Scleranthus annuus<br />
Silene v eno sa<br />
Melandrimn viscosum<br />
Ranunculus cassubicus<br />
R. Ficaria<br />
Cochlearia danica<br />
Isatis tinctoria<br />
Barbarea stricta<br />
Erysimum hieraciifolium<br />
Sedum annuum<br />
Saxifraga tridactylites<br />
Trifolium montanum<br />
Lathyrus silvestris<br />
Lathyrus montanus<br />
Hypericum hirsutum<br />
Viola mirabilis<br />
Pyrola media<br />
Gentiana *suecica<br />
Scutellaria hastifolia<br />
Melampyrum cristatum<br />
Odontites simplex<br />
Galium Aparine<br />
Campanula glomerata<br />
Solidago virgaurea<br />
Artemisia vulgaris var,<br />
coarctata<br />
Hypochaeris<br />
maculata
60 A. Palmgren, Die Einwaiideruiigswege der L'lora nach den Âlandsinseln<br />
Aus der Spezialbehandlimg S. 126—187 geht in der Hauptsache folgendes<br />
hervor:<br />
Unter den oben anfgezählten Arten gibt es eine Gruppe von Uferpflanzen,<br />
bei denen es mehr oder weniger aiiffällig ist, dass ihre wesenilichste Verhfeitung<br />
auf den siidöstlichen Schärenarchipel sowie grössere oder kleinere Telle der nächstgelegenen<br />
Ahschnitte der Landschaft fällt. Eine Lichtung macht sich dann in<br />
höherem oder geringerem Grade nach Nordwesten, nach Norden und Nordosten<br />
hin geltend. Es ist niir vorgekonimen, als ob diese sehr eigenartige Verbreitung<br />
haiiptsächlich auf eine Einwanderimg am Estland deuten miisse.<br />
Hierbei ist jedoch zu beachten, dass ein relativ spärliches Auftreten im nordwestlichen<br />
Schärenarchipel aiich manche Arten auszeichnet, fiir die man kaum<br />
mit einer Einwanderung von Siidosten, sondern von Siidwesten, aus Schweden,<br />
zu rechnen haben diirfte, dies ii. a. in Anbetracht des totalen Fehlens oder<br />
spärHchen Vorkonimens in Kökar. Eine solche Abnahme in der Frequenz im<br />
nordwestlichen Schärenarchipel scheint in diesem Fall mit der weniger giinstigen<br />
Exposition dieses Archipels in bezug auf die Bewachsung in Zusammen •<br />
hang zu bringen zu sein (siehe PALMGREN, 1925, S. 63, 108—110).<br />
Als typischer Exponent fiir Arten mit siidöstlicher Einwanderung sei vor<br />
allem genannt Snaeda maritima (schon S. 53 unter den Arten mit östlicher<br />
Verbreitung behandelt) mit Vorkommen besonders in Kökar und mit abnehmender<br />
Frequenz inSottunga, Vårdö, Kumlinge und Brandö. Dienächste<br />
Verbreitung der Art ausserhalb Ålands ist derart, dass man nur mit einer<br />
Einwanderung aus Estland zu rechnen haben diirfte. Sie scheint mithin einen<br />
guten Ausgangspunkt bei der Priifung anderer wahrscheinlicher Einwanderungen<br />
von Siidosten zu bieten. —An Snaeda schliesst sich eng Crambe maritima<br />
(ebenfalls schon S. 53 behandelt) an, die jedoch seltener ist, mit einer<br />
Anzahl Lokalitäten in Kökar und einer einzelnen im siidöstlichen Föglö und<br />
in Sottunga. Auch fiir Cramhe scheint, und zwar aus denselben Griinden wie<br />
fiir Snaeda, eine Einwanderung aus Estland (vielleicht iiber Korpo in der<br />
Regio Aboënsis) unstreitig.<br />
Zu den oben genannten zwei Arten gesellen sich folgende, fiir die sich das<br />
Vorkommen von der siidöstlichen Ecke der Landschaft (Kökar, Föglö, Sottunga)<br />
mehr oder weniger weit nach NW, N und NO erstreckt hat: Alopeciirns<br />
ventricosus, A triplex hastatnm, Salicornia eiiropaea, Silene venosa, Isatis tinetoria,<br />
Scutellaria hastifolia und Artemisia vulgaris. — Sehr lehrreich ist namentlich<br />
Alopecnrus ventricosus. Es ist bemerkenswert, wie diese im siidHchen und<br />
siidöstlichen und noch im siidwestlichen Schärenarchipel (Lemland) so häufige<br />
Art mit einemmal an der Siidkiiste von Jomala fast verschwindet und in<br />
dem sonst so artenreichen und iippigen und an geeigneten Ståndorten reichen<br />
nordwestlichen Schärenarchipel selten bleibt. Wie im Nordwesten nimmt<br />
die Frequenz gegen Norden und auch — obgleich weniger stark — gegen
ACTA BOTANIC A FENNICA 2 61<br />
Nordosten bedeutend ab. Die Art biidet ein lehrreiches Beispiel fiir die<br />
Bedeutung genatier Lokalangaben. Als icli zuerst meine Verbreitungskarten<br />
entwarf, war ich geneigt zii glauben, dass die Liicken im NW und N au f Versehen<br />
beriihten. Ein soldies fast vollständiges Verschwinden einer Ait mit<br />
der hohen Frequenz in den siidlichen Teilen von Åland, wie sie aufweist,<br />
schien kaum denkbar. Emeute Untersudmngen haben gezeigt, dass kein<br />
Versehen vorgelegen hat.<br />
Es sei zur Stûtze des Gedankens an eine gleichartige Einwanderungsgeschichte<br />
nocli erwälint, dass sämtliche oben erwähnten Arten in ihrer ganzen<br />
Verbreitung eine auffällige und sonst scliwer erklärliche tibereinstimniung an<br />
den Tag legen. — Fiir keine von ihnen kann die Ausbreitung als abgeschlossen<br />
angesehen werden. Ganz sicher haben sie sämtlich Vorausseizungen, tmier den<br />
jetzt herrschenden Verhältnissen eine gleichförmige VerbreiUing iiber den ganzen<br />
åländischen Schärenarchipel zti gewinnen und dadurch in dieselbe Kategorie wie<br />
die meisten Uferpflanzen zn komanen.<br />
Sclieint also eine Einwanderung aus Estland fur die oben genannten Arten<br />
höchst wahrscheinlich^), so dûrfte man andererseits fiir keine von ilinen die<br />
Möglidikeit — vielleidit nidit einmal die Wahrsdieinlidikeit — einer Einwanderung<br />
lescfiders nach den siidwestlichen und westlichen Teilen auch aus<br />
Schweden ausser Redinung stellen können. Dies gilt besonders von<br />
hastatum, die auf der ganzen Strecke von Eckerö bis Kökar eine redit gleichmässige<br />
Frequenz zeigt, sowie von Scutellaria hastifolia, die ihren liödisten<br />
Frequenzgrad im westlidien Sdiärenardiipel von Lemland zu erreidien und<br />
im grossen ganzen im siidlichen Föglö zu fehlen scheint.<br />
Fiir die oben genannten Arten scheint die hauptsächliche Einwanderung<br />
am ehesten von Siidosten, aus Estland, erfolgt zu sein. Unten werden eine<br />
Anzahl Uferpflanzen erwähnt, deren hauptsächliche Verbreitung auf den siidwestlichen<br />
und siidlichen Schärenarchipel (westlicher Schärenarchipel von<br />
Lemland mit nahegelegenen Teilen von Jomala und Föglö) fällt. Von hier<br />
ninimt die Frequenz in höherem oder geringerem Grad gegen NW, N, NO und<br />
SO ab. — Das spärlichere Vorkomnien oder vollständige Fehlen in Kökar<br />
scheint gegen eine Einwanderung von Siidosten zu sprechen, so dass diese<br />
anscheinend von SW her stattgefunden hat. Der bemerkenswerte Niedergang<br />
der Frequenz im NW Schärenarchipel scheint unter diesen Umständen<br />
der weniger giinstigen Exposition fiir die Bewachsung zugeschrieben weiden<br />
1) Es ist zu benierken, dass die Literatur ûber Estland ini allgemeinen keineu<br />
Unterschied zwischen der Raderat- und Strandform von Silene venosa maclit und<br />
audi keine Angabe iiber Artemisia vulgaris als spontane Meeresuferpflanze<br />
mitteilt. Es 1st daher nicht möglich, sich eine sichere Auffassung iiber die Voraussetzungen<br />
dieser Arten zu einer Ausbreitung von Estland nach Aland zu<br />
bilden.
62 ^. Palmgren, Die Einwanderungswege der Flora nacli deii Alaiidsiiiseln<br />
zu miissen. Die betreffenden Arten sind Scirpus ruftts, Cochlearia danica,<br />
Barbarea strida'^), Odontites simplex. — In bezug aiif die letztgenannte Art<br />
sei hervorgehoben, dass ilire Frequenz in der Richtimg Föglö—Sottiinga—<br />
Kumlinge—Brändö unverändert zu sein scheint.<br />
An die zuletzt genannten diirfte sich Car ex glareosa anschliessen. Die<br />
Frequenz scheint im siidliclien Jomala, im westlichen Schärenarchipel von<br />
Lemland, Föglö, Vårdö, Kumlinge und Brändö dieselbe zu sein. Dieser Umstand<br />
im Verein mit der Tatsache, dass die Art in Uppland nur ein spärliches<br />
Vorkommen zu haben scheint, bewirkt, dass man sich wohl fragen kann, ob<br />
die Verbreitung vielleicht wesentlich von Nordosten, von Finnland her, stattgefunden<br />
hat, wo die Art sowohl am Bottnischen als am Finnischen Meerbusen<br />
weit verbreitet ist. Da die Art leicht der Aufmerksamkeit entgeht,<br />
muss man jedoch auch mit der Möglichkeit rechnen, dass sie in Kökar vorhanden<br />
und vielleicht aus Estland herûbergekommen ist. Auch scheint die<br />
Möglichkeit nicht ausgeschlossen, dass die Art aus dem Schärenarchipel von<br />
Uppland eingewandert ist, wo sie vielleicht häufiger ist, als man sich gedacht<br />
hat.<br />
An Scirpus rufîis u. a. schliesst sich in gewissem Grade Erysimum hieraciifolium<br />
an, die indessen insofem bemerkenswert ist, als ihr Vorkommen reichlich,<br />
imd zwar, wie sich zeigt, am reichlichsten ini nordwestlichen Schärenarchipel<br />
ist (hierin erinnert die Art an Selaginella ciliata, Car ex distans, Coioneasier<br />
integerrima, Sorhus suecica, Calaminiha Acinos und andere). Zu beachten itt<br />
auch, dass die Frequenz schon in Föglö abnimmt, während sie andererseits im<br />
nördlichen Schärenarchipel von Vårdö und in dem ganz im Nordosten gelegenen<br />
Brandö recht bedeutend und im letztgenannten Kirchspiel höher als<br />
in Kumlinge zu sein scheint. Die Einwanderung ist of f enbär von Westfu cdtr<br />
Nordwesten (nicht von Sudwesten) her erfolgt. Dies wiirde auch das veihältnismässig<br />
reichliche Vorkommen im nördlichen Schärenarchipel von Våidö<br />
und in Brändö erklären; diese Vorkonmmisse wurden sichtlich mit dem im<br />
nordwestlichen Schärenarchipel in Zusammenhang stehen.<br />
Selaginella ciliata tritt wie die vorhergehende am reichlichsten im nordwestlichen<br />
Åland, vor allem in dessen Schärenarchipel auf. Von hier nimmt<br />
die Frequenz gegen Siiden hin ab. Die sudlichsten Lokalitäten liegen im<br />
siidlichen Jomala, wozu noch ein paar isolierte Vorkommnisse in Föglö kommen.<br />
V^on diesen lezteren abgesehen, geht die Ostgrenze von der Kirche von<br />
Geta nach Styrsö gerade sudlich von Mariehamn. Die Einwanderung ist<br />
offenbar von NW, von den nördlichen Teilen Upplands erfolgt, wo die Art<br />
eine ausgedehnte Verbreitung hat.<br />
1) Fiir Cochlearia und Barbarea ist das Vorkommen in Kökar noch näher zii<br />
untersuchen.
ACTA BOTANIC A FENNICA 2 63<br />
Ein sehr eigenartiges Vorkomnien zeigt Carex Hornschuchiana. Dasselbe<br />
ist recht reiclilich, aber ini grossen ganzen aiif Eckerö und den Westen der<br />
Hauptinsel Åland beschränkt. Die Einwanderung ist ohne Zweifel von Scliweden<br />
her erfolgt. Nur fiir ein isoliertes Vorkommnis in Sottunga könnte vielleicht<br />
audi eine Rekrutieiimg aus Estland denkbar sein. Am ehesten<br />
steht jedoch audi dieses Vorkommnis mit dem ûbrigen åländischen Vorkommen<br />
in Verbindung.<br />
An Alopecurus und die ûbrigen S. 60 genannten Uferarten sdiliesst sich<br />
Arrhenatherum elaiius an, die im allgemeinen besonders in Ufergebiisdien oder<br />
in der Nähe des Ufers zu finden ist. Die Ausbreitung ist jedodi weiter vorgesdiritten,<br />
so dass die Ungleidimässigkeit der Frequenz weniger auffällig ist.<br />
Es ist jedodi bemerkenswert, dass das Vorkommen im nordwestlidien<br />
Schärenardiipel (wie audi in Brandö ganz im Nordosten) trotz giinstiger<br />
Standortsverhältnisse auffällig spärlidi ist. Hödist wahrsdieinlich ist die<br />
Einwanderung liauptsädilidi von Estland, dazu aber in höherem oder geringerem<br />
Grad audi von Sdiweden her erfolgt.<br />
Eine bemerkenswerte Ähnlichkeit mit Arrhenatherum elatius zeigen Scle'yanthiis<br />
annims und Sedum anmmm, indem audi ihr Vorkommen im nordwestlidien<br />
Schärenardiipel bemerkenswert spärlidi ist. Es fällt hierzu ins<br />
Auge, dass das Vorkommen in den mittleren und östlichen Teilen der Hauptinsel<br />
Åland beträclitlich häufiger ist als in den westlichen'Teilen und auf<br />
Eckerö. Fiir Sclerantkus nimmt die Frequenz auch stark gegen Nordosten<br />
in Kumlinge und Brändö ab; Sedum amnium ist dort uberhaupt nicht angetroffen.<br />
Fiir Sedum annuum ist die Frequenz in Kökar am eliesten geringer<br />
als in Föglö. Da die Art in Estland fehlt, scheint man nur mit einer Einwanderung<br />
von Sudwesten zu rechnen zu haben. Fiir Scleranthus annuus<br />
hinwieder, die in Kökar weit verbreitet ist, liegt augenscheinlich audi die<br />
Möglichkeit einer Einwanderung aus Estland vor. Doch scheint die staik<br />
abnehniende Frequenz in Kumlinge nahezulegen, dass die wesentliche Einwanderung<br />
von Sudwesten her stattgefunden hat. Dass sie dabei die östhchen<br />
Teile der Hauptinsel Åland so stark und die westlichsten sowie den nordwestHchen<br />
Schärenarchipel so wenig betroffen hat, ist bemeikensweil.<br />
An die vorstehend besprochenen zwei Arten erinnert in bezug auf die Verbreitung<br />
Galium Aparine. Auch fiir diese ist eine bemerkenswert abnehmende<br />
Frequenz im nordwestlichen Schärenarchipel deutlich wahrzunehmen. Da<br />
die Frequenz in Sottunga und Kökar erheblich schwächer als in Föglö zu<br />
sein scheint, wird man wohl doch mit einer Einwanderung aus Sdiweden zu<br />
rechnen haben,<br />
Sehr bemerkenswert ist auch Calamagrostis neglecia, indem die Art, die<br />
sonst in allén Kirchspielen häufig vorkommt, von nur einer Lokalität in<br />
Kökar aufgezeichnet ist. Eine Einwanderung aus Schweden scheint am wahr-
64 A. Palmgren, Die Einwaiideruiigswege der L'lora nach den Âlandsinseln<br />
scheinlichsten. Doch ist es aiich denkbar, dass sie zum grösseren oder klei<br />
neren Teil von Finnland her stattgefunden hat,<br />
Melandrium viscosum tritt am reichlichsten im Siidosten, in Föglö und<br />
Kökar auf. Dazu kommen einzelne oder wenige Fundorte in den östlichen<br />
Kirchspielen Sottunga, Vårdö, Kumlinge und Brändö wie auch im westlichen<br />
Åland, im Schärenarchipel von Lemland, an der Westseite des Lumparn sowie<br />
in Eckerö. In Estland ist die Art nur von der kleinen Insel Höften in der<br />
Kundabucht östlich von Reval bekannt, während sie im nördlichen Teil<br />
des FinnJschen Meerbusens ein recht ausgedehntes Vorkommen hat. Eine<br />
Einwanderung aus Estland ist mithin ausgeschlossen, so dass man zunächst<br />
mit einer Einwanderimg aus Finnland rechnen zu miissen scheint. (Hierher<br />
ist sie jedoch offenbar aus Schweden gekommen.) Nach den westlichen<br />
Teilen von Åland ist ganz gewiss eine Einwanderung aus Uppland möglich,<br />
vielleicht wahrscheinlich. Ich will jedoch auf das hinw-eisen, was S. 154 ûber<br />
das Vorkommen der Art in Uppland ausgefiihrt wird.<br />
Unter den Meeresuferpflanzen ist noch zu beachten Honkenya peploides<br />
mit einzelnen Fundorten in Kökar, Föglö, Lemland, Eckerö und dem nördlichen<br />
Saltvik. Die Anzahl der fiir diese Art geeigneten Standorte ist auf Åland<br />
nicht gross. Mehrere von diesen scheinen auch bereits besetzt^u sein. Ûber<br />
die Einwanderung scheint es im Hinblick auf das Gesagte schwierig, sich<br />
eine Vorstellung zu bilden. Am ehesten ist sie wohl von Estland, vielleicht<br />
zum Teil auch von Uppland her erfolgt.<br />
Fiir Scirptis compressus ist das Vorkommen fast allein auf die Hauptinsel<br />
Åland und das festländische Eckerö verlegt, was um so bemerkenswerter<br />
ist, da die Art in Uppland auch im Schärenarchipel verbreitet ist. Auf den<br />
Schärenarchipel kommt innerhalb Ålands nur eine Lokalität im nördlichen<br />
Saltvik und bemerkenswerterweise eine auf Kökar: Idö. Nach der<br />
Hauptinsel Åland ist die Art zweifelsohne aus Schweden gekommen. Ob<br />
dies auch fur das Vorkommen in Kökar gilt oder ob sich dieses aus Estland<br />
oder dem iibrigen Åland rekrutiert hat, diirfte schwer auszumachen sein.<br />
Es ist jedoch bemerkenswert, dass dieses einzige isolieite Vorkommen gerade<br />
auf Kökar fällt, das sich schon im Vorhergehenden (S. 57) als besonders reich<br />
an solchen Vorkommnissen erwiesen hat.<br />
. Eine sehr bemerkenswerte Verbreitung zeigen Trijolium moniamim, Laihyrus<br />
silvesins, L. montanus und Campanula glomerata. Der Kern derselben<br />
fällt fur sie alle auf die zentral oder etwas östlich gelegenen Teile der Hauptinsel<br />
Åland (das westliche Saltvik und Sund); von hier hat sich wohl am ehesten<br />
ein Teil der periphereren Vorkommnisse rekrutiert. Alleni Anschein nach<br />
ist eine friihe Einwanderung vorauszusetzen. Woher dieselbe erfolgt ist,<br />
scheint schwer mit Sicherheit zu entscheiden. Sowohl Uppland als Estland<br />
(dieses jedoch nicht fiir Lathynis montanus) wie auch Finnland (doch nicht fur
ACTA BOTANIC A FENNICA 2 65<br />
Trijolium montanum) sind als Ausgangspunkte denkbar. Es verdient hierbei<br />
vielleicht Beachtimg, dass sowohl Trifolium montanum als Campanula glomerata<br />
ini Schärenarchipel je zwei isolierte Vorkomninisse ini östliclien Föglö<br />
aiifweisen. Vielleicht kann dies als eine Stiitze fiir die Mögliclikeit einer Einwandenmg<br />
aiis Estland gedeiitet werden. Lathyrus montamis ist in Estland<br />
äiisserst selten, weshalb man fiir diese Art niir mit einer Einwanderung aus<br />
Uppland oder Finnland zu reclmen liaben dtirfte.<br />
Sehr nahe Beriihrungspunkte mit den obigen vier Arten zeigen folgende<br />
drei, die jedoch in Moment 3, S. 50—51, und (die letztgenannte) in Moment<br />
2, S. 47, angefiihrt worden sind: Fragaria viridis, AnihylUs Vulneraria und<br />
Lathyrus niger. Die beiden ersteren erinnern besonders stark an Trijolium<br />
montanum. Es ist benierkenswert, dass die beiden letztgenannten je zwei<br />
Wuchsplätze im östlichen Föglö ganz \vie Trijolium montanum und Campanula<br />
glomerata aufweisen {Lathyrus niger ist ausserdem aus Sottunga (Hauptinsel)<br />
aufgezeichnet). Fragaria viridis und Anthyllis Vulneraria sind ohne<br />
Zweifel westlichen Ursprungs. Fiir Lathyrus niger ist audi eine Einwanderung<br />
aus Estland denkbar,<br />
Saxijraga tridactylites zeigt eine Verbreitung, welclie bewirkt, dass man die<br />
Art vielleicht mit grösserem Redit zu der vorhergehenden Gruppe (5) hätte<br />
stellen können. Eine Einwanderung sow^ohl aus Schweden wie aus Estland<br />
scheint also wahrscheinlich. Insbesondere fällt das fast totale Fehlen in Föglö<br />
(nur eine Lokalität nahe der Grenze gegen Sottunga und Kökar) ins Auge.<br />
Audi Viola mirabilis hätte vielleicht mit Fug in der vorhergehenden Gruppe<br />
(5) untergebracht werden können. Das östliche Vorkonimen ist indessen auf<br />
nur eine Lokalität in Kökar beschränkt, weshalb vielleicht ebenso gut eine<br />
zufällige Verbreitung von einer der iibrigen åländischen Lokalitäten oder aus<br />
Schweden vorausgesetzt werden könnte. Im iibrigen sei benierkt, dass<br />
die Verbreitung der Art (von 2 Lok. in Eckerö abgesehen) nur einen recht<br />
schmalen Giirtel von bloss 10 km Breite vom westhchen Schärenarchipel von<br />
Lemland gerade nordwärts durch die ganze Hauptinsel Aland umfasst.<br />
Eine sehr eigentiimliche Verbreitung zeigt Gentiana *su€cica. Die Ait<br />
ist recht häufig auf der ganzen Hauptinsel Åland und im festländischen Eckerö,<br />
wo sie ohne Zweifel aus Schweden eingewandert ist, zeigt aber im iibrigen ein<br />
häufigeres Vorkonimen nur in Kökar. Dieses letztere ist sehr bemerkenswert,<br />
da insgesamt nur 4 Lokalitäten in Lemland, Föglö und Sottunga notiert<br />
sind. Das Vorkonimen in Kökar könnte leicht als aus Estland rekrutiert<br />
gedeutet werden. Die Art fehlt jedoch dort, weshalb offenbar eine Einwanderung<br />
nach Kökar direkt aus Schweden oder dem iibrigen Åland mit fast vollständigem<br />
Uberspringen von Föglö stattgefundén hat. — Dieses Vorkommen<br />
warnt wie manche anderen vor iibereilten Schlussfolgerungen auf Grund der<br />
blossen Verteilung auf Åland.
66 A. Palmgren, Die Einwanderungswege der Flora iiach den Alandsiiiselii<br />
Eine in niancher Hinsiclit eigentiiniliche Verbreitung weisen Carex flava,<br />
Ranunculus cassuhicus, R. Ficaria, Melampyrum cristatum, Solidago virgaurea<br />
iind Hypochaeris maculata auf. — Indem ich wegen der Einzelheiten des Vorkomniens<br />
auf die Spezialbehandlung verweise, will ich in bezug auf die wahrscheinliche<br />
Einvvanderungsrichtung nur folgendes bemerken:<br />
Bei Ranunculus cassubtcus spricht die Verbreitung auf Åland zunäclist<br />
fur eine Einwanderung aus Uppland. Zielit man nur das Vorkonimen ausserhalb<br />
Ålands inBetracht, so läge es am nächsten, mit einer Einwanderimg aus<br />
Estland zu rechnen. — Aus Schweden sind offenbar Carex flava, Ranunculus<br />
Ficaria, Solidago virgaurea und Hypochaeris maculata wenigstens zimi liauptsächliclien<br />
Teil gekommen. Benierkenswert und rätselliaften Ursprungs sind<br />
fur sie aile einige isolierte östliche Vorkommnisse. Solidago virgaurea und<br />
Hypochaeris maculata zeigen in ilirer Verbreitung eine bemerkenswerte Ubiereinstimniung.<br />
Fiir beide ist das Vorkommen, von einigen wenigen Schärenlokalitäten<br />
abgesehen, auf die Hauptinsel Åland und Eckerö konzentriert.<br />
Melampyrum cristatum ist jedenfalls zum Teil aus Schweden eingewandert;<br />
vielleicht hat man dabei mit einer besonderen Einwanderung nach dem sudlichen<br />
Teil der Landschaft und deren nördlichem Abschnitt zu rechnen. Das<br />
vollständige Fehlen im westlichen und grösseren Teil von Föglö gibt vielleicht<br />
Anlass, fiir das ausgedehnte östliche Vorkommen mit einer Einwanderung aus<br />
Estland zu rechnen.<br />
Fiir Hypericum hirsutiim liegen die Lokalitäten in einer recht zusammenhängenden<br />
Reihe von Lemland bis nach Kökar, Eine Einwanderung scheint<br />
mithin sowohl aus Uppland als aus Estland denkbar. Bemerkenswert ist<br />
die verhältnismässig hohe Frequenz in Korpo (Regio Aboensis), die vielleicht<br />
den Schwerpunkt im Auftreten der Art in Finnland gerade in dieses Kirchspiel<br />
verlegt.<br />
Equisetum variegatum ist nur an einer Lokalität im westlichsten Eckerö<br />
(Storby) angetroffen. Equisetum scirpoides hinwieder an verschiedenen Stellen<br />
in Eckerö Storby und dazu im Sonuiier 1926 von meinem Sohn stud, phil.<br />
PONTUS PALMGREN- an mehreren Stellen auf der Hauptinsel Åland, Fiir<br />
beide Arten liegen die nächsten Fundorte in Uppland. Die åländischen Fundplätze<br />
liegen auch so, dass eine Einwanderung von dort als die wahrscheinlichste<br />
angesehen werden muss.<br />
Fiir Cryptogramma crispa diirften die nächsten Fundplätze in Dalarna,<br />
Jämtland und Härjedalen in Schweden liegen.<br />
Fiir Pyrola media kenne ich nur zwei sichere Lokalitäten, die eine in Kökar<br />
und die andere in Jomala. Bemerkenswert ist, dass der Ståndort in beiden<br />
Fallen Moorboden ist. Woher sich diese Vorkommnisse rekrutiert habtn,<br />
diirfte schwer zu entscheiden sein.<br />
Wir haben folgendes gefunden:<br />
•
ACTA BOTANIC A FENNICA 2<br />
218<br />
1. Ans Scliwedeii sclieinen zuni grösseren oder kleinereii Teil eiiigewandert<br />
zu sein:<br />
liqnisetum variegaium<br />
E. scirpoides<br />
Selaginella ciliata<br />
Arrhenatheriirn elatius<br />
Scirpus ritfzts<br />
Sc. compressus<br />
Car ex f lav a<br />
C. Hornschiichiana<br />
A triplex hastatum<br />
Scleranthus annims<br />
Silene venosa<br />
Ranunculus Ficaria<br />
Cochlearia danica<br />
Isatis tinctoria}<br />
Barbarea stricta<br />
Erysimum hieraciijolium<br />
Sedum annuum<br />
Saxifraga tridactylites<br />
Lathyrus montaniis<br />
Hypericum hirsutum<br />
Viola mirabilis<br />
Gentiana *succica<br />
Scutellaria hastifolia<br />
Melampyrum crisiaium<br />
Odontites simplex<br />
Galium Aparine<br />
Solidago virgaiirea<br />
Hypochaeris maculata<br />
(2.) und vielleicht audi:<br />
Cryptogranima crispa<br />
Alopecurus ventricosus<br />
Calamagrostis neglecta<br />
Salicornia europaea<br />
Honkenya<br />
Melandrium<br />
Ranunculus<br />
Trifoliiim<br />
peploides<br />
viscosiim<br />
cassubicns?<br />
niontanum<br />
Lathyrus silvestrisl<br />
Campanula glomerata<br />
Artemisia vulgaris var.<br />
coarctata<br />
3. Aus deni Ostbaltikuni scheiren zuni grösseren oder kleineren Teil eingewandert<br />
zu sein:<br />
Alopecurus ventricosus<br />
Arrhenatherum elatius<br />
Atriplex hastatum<br />
Salicornia europaea<br />
Silene venosa}<br />
Isatis tinctoria<br />
Scutellaria hastifolia<br />
Artemisia vulgaris var.<br />
coarctata}<br />
(4.) und vielleicht aucli:<br />
Honkenya<br />
Scleranthus<br />
peploides<br />
anninisl<br />
Saxifraga<br />
Trifolium<br />
tridactylites<br />
montanum<br />
Hypericum<br />
Melampyrum<br />
hirsutum<br />
cristatum<br />
5. Mit êiner Kinwanderung aus Finnland ist vielleicht fiir Melandrium<br />
viscosum und Car ex glareosa zu rechnen.<br />
6. Von der »Stockholmer Gegend» und Uppland her scheint eine Kinwanderung<br />
nur fiir Cryopiogranwta crispa ausgeschlossen.<br />
7. Vom Ostbaltikum her scheint eine Kinwanderung ausgeschlossen fiir:<br />
Cryptogranima crispa<br />
Equisetum variegatum<br />
E. scirpoides<br />
Selaginella ciliata<br />
Calamagrostis neglecta<br />
Scirpus rufus<br />
Melandrium viscosum .<br />
Ranunculus Ficaria<br />
Cochlearia danica}<br />
Barbarea stricta}<br />
Erysimum hieraciifolium<br />
Sedum annuum<br />
Lathyrus montanus<br />
Gentiana *suecica<br />
Odontites simplex<br />
Solidago virgaurea<br />
Hypochaeris maculata<br />
8. Von Finnland her scheint eine Kinwanderung ausgeschlossen oder<br />
weniger wahrscheinlich fiir:<br />
Cryptogranima crispa<br />
Equisetum variegatum<br />
Equisetum<br />
Selaginella<br />
scirpoides<br />
ciliata<br />
Alopecurus ventricosus<br />
Arrhenatherum elatius
68 A. Palmgren, Die lîiiiwandeningswege der Flora nacli den Âlaiidsinselii<br />
Scirpus rufiis<br />
Se. compressus<br />
Carex Hornschuchiana<br />
A triplex hastatimi}<br />
Salicornia eiiropaea<br />
Scleranthus annuus?<br />
Cochlearia danica<br />
Isatis tinctoria<br />
Erysimum hieraciifoliiim<br />
Sedum annutim<br />
Saxifraga tridactylites<br />
Trifolium montaniim<br />
Hypericum hirsutum<br />
Viola mirabilis<br />
Gentiana *suecica<br />
Scutellaria hastifolia<br />
Melampyrum cristatum<br />
Odontites simplex!<br />
Galium Aparine<br />
Solidago virgaurea<br />
Fur Pyrola media scheint es schwierig eine Aiiffassung iiber den<br />
wahrscheinlichen Kinwanderungsweg zii gewinnen.<br />
VI.<br />
Die wahrscheinlichen Einwanderungswege der Flora nach Åland.<br />
Wie ans dem Obigen hervorgelit iind ini Hinblick auf die geographische<br />
I^age Ålands aiich zu ervvarten war, scheint es fur eine bedeutende Anzalil<br />
Arten schwierig, eine Vorstellung iiber die wahrscheinlichen Einwanderungswege<br />
nach der Inselgruppe zu gewinnen. Aber es gibt auch eine beträchtliche<br />
Anzahl, fiir die man diesen Weg mit einem recht hohen Grad von Wahrscheinlichkeit<br />
aufzeigen zu können scheint.<br />
So haben wir folgendes gefunden:<br />
I. Westliche Eînvuanderer.<br />
Aus Schweden scheinen folgende Arten eingewandert zu sein^):<br />
a) Die im vorhergehenden Kapitel Moment 3, S. 50—52 aufgezählten<br />
(mit Ausnahme von Alnus incana und AJchemilla obiusa);<br />
b) die im vorherg. Kapitel Element 1, S. 44—45 aufgezählten;<br />
c) die im vorherg. Kapitel Moment 2, S. 49 aufgezählten;<br />
d) die im vorherg. Kapitel Moment 5, S. 55 aufgezählten ^);<br />
e) die im vorherg. Kapitel Moment 6, S. 67 (Punkt 1) aufgezählten.<br />
* Struthiopteris germa- Ophioglossum viilgatum<br />
mca<br />
* Boirychium simplex<br />
Dryopteris Thelypteris Equisetum palustre<br />
Dr. cristata<br />
* E. hiemale<br />
Asplenium Trichomanes<br />
* E. variegation<br />
* E. scirpoides<br />
A. liuta muraria<br />
* Lycopodinm inundatum<br />
Blechnmn Spicant * Selaginella ciliata<br />
* Taxus haccata<br />
Typha angustifolia<br />
* Sparganiimi affine<br />
Sp. simplex<br />
* Sp. ramosum var. microcarpum<br />
Zostera marina<br />
* Potamogeton Zizii<br />
1) Man beaclite aucli die S. 07, Punkt 2 genannten, die unten nicht aufgenoniineii<br />
sind.<br />
-) Cakile maritima ixnd Calystegia sepiitm jedoch mit Vorbehalt aufgenonimen.<br />
vSiehe S. 58 (Punkt 1).
ACTA BOTANIC A FENNICA 2<br />
220<br />
* Potamogeton polygonifolius<br />
* P. praelongus<br />
* P. crispiiss<br />
* P. mucronatusl<br />
* Najas marina<br />
* Scheuchzeria palustris<br />
* Hydrocharis M or sus<br />
ranae<br />
* Phleum Boehmeri<br />
* Calamagrostis arundinacea<br />
* Aira praecox<br />
Avena pratensis<br />
Arrhenatheriwi elatins<br />
Sesleria coerulea<br />
Molinia coerulea<br />
Briza media<br />
Poa compressa<br />
Festuca arimdinaceal<br />
Bromus mollis<br />
Brachypodium pinnatum<br />
* Br. silvaticum<br />
Triticum caninum<br />
* Eriophorum latifolium<br />
* E. gracile<br />
* Scirpus maritimus<br />
* Sc. rufus<br />
Sc. compressas<br />
* Sc. aiistriacus<br />
* Rhynchospora alba<br />
'Rh. fusca<br />
Carex dioica<br />
C. pulicaris<br />
* C. paradoxa<br />
* C. vulpina<br />
* C, nemorosa<br />
C. chordorrhiza<br />
C. distich a?<br />
* C. arenaria<br />
C. norvegica<br />
* C. loliacea<br />
* C. remota<br />
C. elata<br />
* C. caespitosa<br />
* C. aquatilis<br />
* C. ornithopus<br />
* C. digiiata<br />
* Carex caryophyllea<br />
* C. montana<br />
C. glauca<br />
* C. livida<br />
* C. vaginata<br />
* C. polygatna<br />
* C. extensa<br />
* C. lepidocarpa<br />
C. flava<br />
C. Hornschitchiana<br />
C. distans<br />
C. capillar i s<br />
C. pseudocyperus<br />
* C. rip aria<br />
* C. hiria<br />
* Lemna trisulca<br />
* Gagea lutea<br />
* G. minima<br />
Allium Scorodoprasum<br />
A. oleraceum<br />
A. ursiniim<br />
* Fritillaria Meleagris<br />
Polygonatiim multiflorum<br />
* Cypripedium calceolus<br />
* Ophrys miiscifera<br />
Orchis mascula<br />
* O. sambucina<br />
* O. incarnata<br />
* O. *crue»ta<br />
* O. Traunsieineri<br />
* H er minium Monorchis<br />
* Coeloglossnm viride<br />
Gymnadenia conopsea<br />
Plaianthera montana<br />
Cephalanthera longifolia<br />
* Epipactis palustris<br />
* E. latifolia<br />
Listera ovata<br />
* Neottia nidus avis<br />
Goodyera repens<br />
* Malaxis paludosa<br />
* Microstylis monophylla<br />
* Salix depressa<br />
S. nigricans<br />
Alyrica Gale<br />
Corylus avellana?<br />
* Quercus robur<br />
* Ulmus scabra<br />
* Runiex Hydrolapathum<br />
* Polygonum viviparum<br />
P. diimetorum<br />
Atriplex hastatum<br />
* Salsola Kali<br />
* Stellaria nemoruw<br />
* St. Holostea<br />
St. palustris<br />
Cerastium glutinosum<br />
C. semidecandrum<br />
* Sagina maritima<br />
* Spergula vernalis<br />
Scleranthus annuus<br />
Silene venosa<br />
Lychnis flos cuculi<br />
* Nuphar luteum<br />
* N. pumilum<br />
* Ceratophylliim demersum<br />
Actaea spicata<br />
* Aquilegia vulgaris<br />
Anemone Hepatica<br />
A. nemorosa<br />
* A. ranunculoides<br />
* Ranunculus Lingua<br />
R. sceleratus<br />
R. bulbosus<br />
* R. Ft caria<br />
R. paucistamiueus<br />
* R. circinnatus<br />
* Corydalis intermedia<br />
* C. I axa<br />
* Cochlearia danica<br />
Cakile maritima?<br />
Isatis tinctoria}<br />
* Barbarea stricta<br />
* Cardamine flexuosa<br />
C. hirsut a<br />
Dentaria bulbifera<br />
Draba muralis<br />
Dr. incana<br />
Arabis hirsuta<br />
* Erysimum hieraciifol.<br />
Drosera intermedia<br />
* S e dum annttum<br />
S. album<br />
* S. sexangulare<br />
* S. rupestre
70 A. Palmgren, Die Eiuwanderuiigswege der Flora nach den Âlandsinselii<br />
Saxifraga tridactylites<br />
* 5. granulata<br />
Parnassia palustris<br />
Ribes nigrum<br />
Cotoneaster integerrima<br />
Pyrus Mains<br />
* Sorbus sttecica<br />
* S. fennica<br />
Crataegus motiogyim<br />
Cr. curviscpala<br />
* Rtihus pruinosus<br />
R. caesius .<br />
* Fragaria viridis<br />
* Potentilla minor<br />
P. reptans<br />
* Alchcmilla ptibescens<br />
A. plicaia<br />
* A. pastoralis<br />
A. acntangiila<br />
A. micans<br />
A. subcrenata<br />
* A, alpestris<br />
* A, acutidens<br />
Agrimonia Eiipatoria<br />
* A . odorata<br />
Rosa canina<br />
R. glanca}<br />
R. coriifolia}<br />
* R. tornentosa<br />
R. mollis<br />
Prttniis spinosa<br />
* Medicago lupiilina<br />
Trifolium fragiferum<br />
Tr. arvense<br />
* Anthyllis Viilneraria<br />
Lotus corniculatus<br />
Vicia tetraspcrma<br />
V. silvatica<br />
V. sepittm<br />
* V. lathyroides<br />
Lathyriis palustris<br />
'•t* L. montanus<br />
L. niger<br />
L. vermis<br />
Geranium sanguineum<br />
G. molle<br />
* G. dis sec tum<br />
* G. columbinum<br />
* Geranium lucidiim<br />
Oxalis Acetosella<br />
Poly gala vulgaris<br />
P. amarella<br />
* Mercurialis perennis<br />
* Callitriche autumnalis<br />
Acer platanoides<br />
Rhamnus cathartica<br />
Hypericum hirsutum<br />
Helianthemum Chamaecistus<br />
Viola itliginosa<br />
V. mirabilis<br />
* V. rupestris<br />
* V. stagnina<br />
Daphne Mezereum<br />
* Hippophaës rhamnoides<br />
Epilobium montanum<br />
* Myriophylhiyn verticillatum<br />
M. spicatum<br />
Sanicula europaea<br />
* Torilis Anthriscus<br />
Aegopodiitm podagraria<br />
* Oenanthe aquatica<br />
* Athamanta Libanotis<br />
* Selinnm carvifolia<br />
Angelica litoralisl<br />
Heracleum sibiriciiml<br />
Laserpitiiim latifolitmi<br />
* Chimaphila umbellata<br />
Pyrola rotundifolia<br />
P. minor<br />
P. secimda<br />
P. uniflora<br />
* Monotropa Hypopitys<br />
Andromeda polifolia<br />
Primula farinosa<br />
* Androsace septentrionalis<br />
* Samolus Valerandi<br />
Fraxinus excelsior<br />
* Gentiana *suecica<br />
* G. uliginosa<br />
* G. *axillaris<br />
Cynanchum Vincetoxicum<br />
Calystegia sepiuml<br />
* Myosotis scorpioides<br />
M. col H n a<br />
Ajtiga pyramidalis<br />
Scutellaria, hastifolia<br />
* Glechoma hederacea<br />
Stachys silvatica<br />
* Calamintha Acinos<br />
Clinopodium vulgäre<br />
Origanum vulgäre<br />
* Mentha litoralis<br />
Veronica spicata<br />
* V. Beccabunga<br />
Melampyrum cristatum<br />
* M. nemorosxim<br />
* Odontites simplex<br />
* Lathraea Squamaria<br />
Pinguicitla vulgaris<br />
Plantago media<br />
PL lanceolata<br />
* Litorella uniflora<br />
* Asperula odorata<br />
Galium Aparine<br />
* G. trifidum<br />
Linnaea borealis<br />
Lonicera Xylosteuml<br />
* Adoxa Moschatellina<br />
Valerianella olitoria<br />
Succisa pratensis<br />
Knaiitia arvensis<br />
Campanula Trachelium<br />
* C. latifolia<br />
* Jasione montana<br />
Eupatorium cannabinuni<br />
Solidago virgaurea<br />
Filago arvensis<br />
Inula salicina<br />
Artemisia campestris<br />
Carlina vulgaris<br />
* Arctium nemorosum<br />
Cirsium palustre}<br />
C. heterophyllum<br />
Centaurea Scabiosa<br />
Hypochaeris maculata<br />
* Lactnca muralis<br />
Crépis praetnorsa<br />
Cr. paludosa
ACTA BOTANIC A FENNICA 2 71<br />
Von den obigen Arten sclieinen die mit einem Stem bezeicbneten ausschliesslich<br />
westlicbe Eimvanderer zu sein. Fiir die meisten anderen diirfte<br />
man auch mit der Möglicbkeit einer Einwanderung aus dem Ostbaltikum;<br />
fiir einige audi mit einer Einwanderung aus Finnland zu recbnen haben.<br />
2. Ostbaltische Einwandercr.<br />
Aus Estland scheinen die im vorbergehenden Kapitel Moment 4, S. 54<br />
(Punkt 1); Moment 5, S. 58 (Punkt 2 u. 3)i) und Moment 6, S. 67 (Punkt 3<br />
- u, 4) aufgezäblten Arten eingewandert zu sein, d. b. die folgenden:<br />
Alopecurus ventricosus<br />
Avena pratcnsis}<br />
Arrhenatheruni elatuis<br />
Drachypodium pinnat.}<br />
C ar ex distans}<br />
Allium iirsimim}<br />
Polygonatuni tmiUiflormn<br />
Orchis mascula}<br />
Gymnadenia conopsea<br />
Cephalanthera longifolia}<br />
Atriplex hastatiim<br />
Salicornia eiiropaea<br />
Siiaeda maritima v<br />
Honkenya peploides}<br />
Scleranthus ayinuiis}<br />
Silene venosa}<br />
Lepidium latijoliuni<br />
Alliaria officinalis<br />
Cakile maritima}<br />
Isatis tinctoria<br />
Crambe maritima<br />
Dr aha incana<br />
Saxifraga tridactylites}<br />
Crataegus monogyna}<br />
Tri folium montamim}<br />
Geranium pratense<br />
Polygala amarella<br />
Hypericum hirsutum}<br />
Viola uliginosa<br />
Calystcgia sepium}<br />
Scutellaria hastifolia<br />
Stachys silvatica}<br />
^^'-^-Thymus serpylluni<br />
Veronica spicata}<br />
Melampyriim cristatmn}<br />
(-'••> Succisa praiensis}<br />
Knautia arvensis}<br />
Artemisia campestris<br />
A. vulgaris var. coarct.}<br />
Die Zabi der Arten, fiir die man eine Einwanderung aus dem Ostbaltikum<br />
feststellen zu können scbeint, ist also nicbt gross. Oben sind nur 39<br />
angefiilirt, wovon jedocb nur 18 als redit sicber betracbtet werden diirften.<br />
Von den aufgezäblten Arten sind
72 A. Palmgren, Die Einwaiideruiigswege der L'lora nach den Âlandsinseln<br />
4. Negative Resultate uber die Einwanderungswege.<br />
Zur V'ervollstândigmig des Biides, das die obenstehenden Artenverzeidinisse<br />
von der Einwanderimg der Flora nacli Åland geben, sind folgende negative<br />
Angaben erforderlich:<br />
A. Von der »Stockhohner Gegenä» und Uppland her scheint eine Einwanderung<br />
nur fiir folgende Arten aiisgeschlossen:<br />
a) die S. 30 aufgezählten, die in dieseni Gebiet fehlen;<br />
b) die im vorliergehenden Kapitel Moment 4, S. 54 (Punkt 5) aufgezählten,<br />
deren Vorkonmaen auf Åland fiir eine östliche Einwanderung spridit;<br />
c) Cryptogramma crispa (Moment 6, S. G7, Punkt 6).<br />
Cryptogranima crispa<br />
Botrychhim lanceolatnm<br />
B. simplex<br />
Carex brnnyiescens<br />
f uncus haïtiens<br />
Salix<br />
Suaeda<br />
Niiphar<br />
Lepidium<br />
Alliaria<br />
*rosmarinifolia<br />
maritima<br />
pumilum<br />
latifoliiirn<br />
officinalis<br />
Cramhe<br />
Geranium<br />
Hippnris<br />
Thymus<br />
maritima<br />
pratense<br />
tetraphylla<br />
serpyllum<br />
Von den obigen Arten sdieinen die meisten aus F'innland oder Estland<br />
eingewandert zu sein. Fiir Cryptogramma crispa diirfte es am nächsten<br />
liegen, mit einer Einwanderung aus entfernteren Teilen von Sdnveden zu<br />
rechnen, ebenso fiir Niipliar pumilum und BotrycMum simplex. Fiir die letztgenannte,<br />
die leiclit der Aufmerksamkeit entgeht, diirfte iibrigens ein Vorkonimen<br />
in Uppland nidit ausgesdilossen sein.<br />
B. Vem Ostbaliiktim her scheint eine Einwanderung fiir folgende Arten<br />
ausgeschlossen oder weniger wahrscheihlich:<br />
a) die vS. 31—32 aufgezählten, die in NW-Estland fehlen;<br />
b) die im vorliergehenden Kapitel Moment 2, S. 48 mit i bezeidineten;<br />
c) die im vorherg. Kapitel Moment 3, S. 50—52 mit bezeichneten;<br />
d) die im vorherg. Kapitel Moment 4, S. 54 (Punkt 6) angefiihrten;<br />
e) die im vorherg. Kapitel Moment 5, S. 59 (Punkt 5) angefiihrten;<br />
f) die im vorherg. Kapitel Moment G, S. G7 (Punkt 7) angefiihrten.<br />
Woodsia ilvensis<br />
Striithiopteris germanica<br />
Dryopteris Thelypteris<br />
Asplenium septentrionale<br />
Blechnum Spicant<br />
Cryptogramma crispa<br />
Botrychium boreale<br />
B. ramosum<br />
B. lanceolatum<br />
B. simplex<br />
Botrychium Matricariae<br />
Equisetum pratense}<br />
E. silvaticnm}<br />
E. hie m al e<br />
E. variegatum<br />
E. scirpoides<br />
Lycopodium inundatiim<br />
L. complanatum?<br />
Selaginella ciliata<br />
Isoëtes lacustre<br />
Taxus baccata<br />
Piniis silvestris<br />
Picea Abies<br />
Sparganium affine<br />
Sp. ramosum var. microcarpum<br />
Sp. glomeratum<br />
Potamogeton Zizii<br />
P. alpin us<br />
P. polygonifolius
ACTA BOTANICA FIvNNiCA 2<br />
Gagea minima<br />
Fritillaria Meleagris<br />
Cypripedimn calceolus<br />
Ophrys muscifera<br />
Orchis iyicarnata<br />
O. *criienta<br />
O. Traunsteineri<br />
Herminiiim Monorchis<br />
Coeloglossiim viride<br />
Epipactis palustris<br />
E. latifolia<br />
Neottia nidus avis<br />
Malaxis paludosa<br />
Microstylis monophylla<br />
Salix depressa<br />
AI mis incana<br />
Quercus robiir<br />
Ulmus scabra<br />
Rumex Hydrolapathmn<br />
Polygonum viviparum<br />
P. durnetorum<br />
Salsola Kali<br />
Stellaria nemoriim<br />
St. Holostea<br />
St. palustris<br />
St. uliginosa<br />
St. I ongi f oli a<br />
Sagina maritima<br />
Melandrium viscosum<br />
Nuphar lutcum<br />
N. pumiltim<br />
Ceratophyllum demersum<br />
Aquilegia vulgaris<br />
A nemone raniinculoides<br />
Ranunculus Lingua<br />
R. Ficaria<br />
R. circinnatiis<br />
Chelidonium majus<br />
Corydalis intermedia<br />
C. laxa<br />
Cochlearia danical<br />
Barbarea stricta}<br />
Cardamine flexuosa<br />
Er y si tn n m h ieraciifoli mn<br />
Sediim annuurn<br />
S. sexangulare<br />
S. rupestre<br />
Saxifraga granulata<br />
Ribes rubruni var. pubesc.<br />
Potaniogeton praelongns<br />
P. crispus<br />
P. mucronatus<br />
P. panormitanusl<br />
P. obtusifolius<br />
Najas marina<br />
Scheuchzeria palustris<br />
Hydrocharis M or su s ranae<br />
Phlenm Boehmevi<br />
Calamagrostis avundinacea<br />
C. neglecta<br />
Aira praecox<br />
A. bottnica<br />
Brachypodium silvaticuni<br />
Eriophormn latifoliiini<br />
E. gracile<br />
Scirpus silvaticus<br />
Sc. niaritimus<br />
Sc. rufus<br />
Sc. austriacus<br />
Rhynchospora alba<br />
Carex paradoxa<br />
C. vulpiyia<br />
C. ncmorosa<br />
C. arenaria<br />
C. loliacea<br />
C. brunnescens<br />
C. remota<br />
C. caespitosa<br />
C. gracilis<br />
C. aquatilis<br />
C. ornithopus<br />
C. digitala<br />
C. caryophyllea<br />
C. monlana<br />
C. livida<br />
C. vagin ala<br />
C. poly garna<br />
C. extensa<br />
C. lepidocarpa<br />
C. riparia<br />
C. hirla<br />
Lemna irisulca<br />
Junciis effusiis<br />
J. conglomeratus<br />
J. balticus<br />
Gagea lut e a<br />
Sorbus suecica<br />
S. fennica<br />
Rubus pruinosus<br />
Fragaria viridis<br />
Potentilla minor<br />
Alchemilla pubescens<br />
A. pastoralis<br />
A. alpestris<br />
A. acutidens<br />
Agrimonia odorata<br />
Rosa tonientosa<br />
Medica go lupulina<br />
Anthyllis Vulneraria<br />
Vida lathyroides<br />
Lathyrus montanus<br />
Geranium dissectuui<br />
G. columbinum<br />
Merciirialis perennis<br />
Callitriche autinnnalis<br />
Viola rupestris<br />
V. stagnina<br />
Daplmc Mezereum<br />
H ippophaës rham uoides<br />
Peplis Portilla<br />
Myriophylliim verticillatum<br />
Hippuris tetraphylla<br />
Torilis A nthriscus<br />
Cicuta virosa<br />
Oenanthe aquatica<br />
Athamanta Libanotis<br />
Seliniim carvifolia<br />
Chimaphila umbellata<br />
Pyrola chlorantha}<br />
Monotropa Hypopitys<br />
Arctostaphylos uva ursi}<br />
A ndrosace septentrionalis<br />
Samolus Valerandi<br />
Gentiana *suecica<br />
G. *axillaris<br />
Myosotis scorpioidcs<br />
M. baltica<br />
A jiiga pyramidalis<br />
Glechoma hederacea<br />
Calamintha Acinos<br />
Mentha litoralis<br />
Verbasciim Thapsus<br />
Veronica Beccabtinga<br />
Melampyrnm nemorosum
'i8 A. Palmgren,<br />
Die Einwanderungswege der Flora iiacli den Alandsiuseln<br />
Odontites<br />
Lathraea<br />
Litorella<br />
Asperula<br />
Galium<br />
Adoxa<br />
simplex<br />
Squamaria<br />
nniflora<br />
odorata<br />
trifidum<br />
Moschatellina<br />
Campanula latifolia<br />
Jasione montana<br />
Lobelia Dortmanna<br />
S olid a go virgaurea<br />
Bidens cernua<br />
Arctium nemorosum<br />
Cirsium heterophyllum<br />
Centanrea Scabiosa<br />
Hypochaeris macxilata<br />
Lactiica muralis<br />
Crépis praemorsa<br />
Cr. paludosa<br />
Zu den oben aiifgezälilton Arten diirften nocli eine ganze Anzahl solclie<br />
zu stellen sein, die in Estland so spärlicli vorkonimen, dass eine Einwandening<br />
von dort als ausgesclilossen gelten muss. Ich will nur Orchis samhiicina (bless 1<br />
I,okalität auf Ösel und in der letzten Zeit nicht angetroffen) und Spergtda<br />
vernalis (bloss 1 Lokalität bei Reval; siehe Fussnote S. 31) nennen.<br />
C. Von Finnland her scheint eine Einwanderung jiir folgende Arten aiisgeschlossen<br />
oder weniger wahrscheinHch:<br />
a) die S. 33 aufgezählten, die in der Regio Aboënsis fehlen (doch niclit<br />
j uncus haïtiens', siehe S. 53);<br />
b) die ini vorhergehenden Kapitel Moment I, S. 44—45 aufgezählten;<br />
c) die im vorherg. Kapitel Moment II, S. 49 aufgezählten;<br />
d) die im vorherg. Kapitel Moment III, S. 50—52 aufgezählten, mit<br />
Ausnahme von Almts incana u. Alchemilla obtusa]<br />
e) die im vorherg. Kapitel Moment IV, S. 54 (Punkt 7) aufgezählten;<br />
f) die im vorherg. Kapitel Moment V, S. 59 (Punkt 6) aufgezählten;<br />
g) die im vorherg. Kapitel Moment VI, S. 67 (Punkt 8) aufgezählten.<br />
Strnthiopteris<br />
Dryopteris<br />
Dr. cristata<br />
germanica<br />
Thelypteris<br />
Aspleniiim Trichomanes<br />
Blechnum Spicayit<br />
Cryptogramma crispa<br />
Ophioglossum vulgatum<br />
Botrychium simplex<br />
Equisetiim palustre<br />
E. hiemale<br />
E. variegatîim<br />
E. scirpoides<br />
Lycopodium imindatum<br />
Selaginella ciliata<br />
Taxus baccata<br />
Typha angustifolia<br />
Sparganium affine<br />
Sp. simplex<br />
Sp. ramosum var. microcarpum<br />
Zostera marina<br />
Potamogeton Zizii Bromxts mollis<br />
P. polygonifolins Brachypodium pinnatum<br />
P. praelongus Br. silvaticxwi<br />
P. crispus Triticxim caninitm<br />
P. miicronatiis} Eriophorxim latifolium<br />
Najas marina E. gracile<br />
Schextchzeria palustris Scirpus maritimus<br />
Hydrocharis Morsits ra Sc. rufus<br />
nae Sc. compressxts<br />
Phlenm Boehmeri Sc. austriacus<br />
Alopecunts veniricosus} Rhynchospora alba<br />
Calamagrostis arnndina- Rh. f usea<br />
cea Carex dioica<br />
Aira praecox C. pulicaris<br />
Avena pratensis C. paradoxa<br />
Arrhenatheriim elatixis? C. vxdpina<br />
Sesleria coeriilea C. ne mor osa<br />
Molinia coeriilea C. chordorrhiza<br />
Briza media C. disticha}<br />
Poa compressa C. arenaria<br />
Festuca arundinacea} C. norvegica
ACTA BOTANIC A FENNICA 2 75<br />
Carex loliacea<br />
C. reniota<br />
C. elaia<br />
C. caespitosa<br />
C. aqiiatilis<br />
C. ornithopus<br />
C. digitala<br />
C. caryophyllea<br />
C. montana<br />
C. glauca<br />
C. livida<br />
C. vaginata<br />
C. poly garna<br />
C. extensa<br />
C. lepidocarpa<br />
C. Hornschiichiana<br />
C. distans<br />
C. capillaris<br />
C. pseudocyperiis<br />
C. riparia<br />
C. hirta<br />
Lemyxa trisnlca<br />
L. gibba<br />
Gagea lutea<br />
G minima<br />
Allittm Scorodoprasum<br />
A. oleraceum<br />
A. xirsiniim<br />
Fritillaria Meleagris<br />
Polygonatiim multiflorum<br />
Cypripedium calceolus<br />
Ophrys mxiscifera<br />
Orchis masciila<br />
O. sambucina<br />
O. incarnata<br />
O. *cruenta<br />
O. Traimsteineri<br />
Herminium Monorchis<br />
Coeloglossiim viride<br />
Gymnadenia conopsea}<br />
Platanthera montana<br />
Cephalanthera longifolia<br />
Epipactis paliistris<br />
E. latifolia<br />
Listera ovat a<br />
Neottia nidus avis<br />
Goody er a repens<br />
Malaxis paludosa<br />
Microstylis monophylla<br />
Salix depressa<br />
S. nigricans<br />
Myrica Gale<br />
Corylus avellanal<br />
Quercus robur<br />
Ulmus scabra<br />
Rumex Hydrolapathum<br />
Polygonum viviparum<br />
Atriplex hastatum<br />
Salicor7tia europaea<br />
Suaeda maritima<br />
Salsola Kali<br />
Stellaria nemoriim<br />
St. Holostea<br />
St. palustris<br />
Cerastium glutinosum<br />
C. semidecayidrum<br />
Sagina maritima<br />
Spergula vernalis<br />
Scleranthus annims<br />
Lychnis flos cuculi<br />
Nuphar luteum<br />
N. pumilum<br />
Ceratophyllum demersum<br />
A ctaea spicata<br />
Aqiiilegia vulgaris<br />
Anemone Hepatica<br />
A. nemorosa<br />
A. ranunculoides<br />
Ranunculus Lingua<br />
R. sceleratus<br />
R. bulbosus<br />
R. paucistamineus<br />
R. circinnatus<br />
Corydalis intermedia<br />
C. laxa<br />
Lepidium latifolium<br />
Cochlearia danica<br />
Alliaria officinalis<br />
Isatis tinctoria<br />
Crambe maritima?<br />
Cardamine flexuosa<br />
C. hirsuta<br />
Dentaria bnlbifera<br />
Draba muralis<br />
Dr. incana<br />
Arabis hirsuta<br />
Erysimum hieraciifolium<br />
Drosera intermedia<br />
S e dum annuttm<br />
S. album<br />
S. sexangulare<br />
S. rupestre<br />
Saxifraga tridactylites<br />
S. granulata<br />
Parnassia palustris<br />
Ribes nigrum<br />
Cotoneaster intcgerrima<br />
Pyrus Malus<br />
Sorbus suecica<br />
S. fennica<br />
Crataegus monogyna<br />
Cr. curvisepala<br />
Rubus pruinosus<br />
R. caesius<br />
Fragaria viridis<br />
Potentilla minor<br />
P. reptans<br />
Alchemilla pubescens<br />
A. plicata<br />
A. pastoralis<br />
A. acutangula<br />
A. micans<br />
A. subcrenata ,<br />
A. alpestris<br />
A. acutidens<br />
Agrimonia Eupatoria<br />
A. odorata<br />
Rosa canina<br />
R. glauca?<br />
R. coriifolia}<br />
R. tomentosa<br />
R. mollis<br />
Prunus spinosa<br />
Medicago lupulina<br />
Tri folium fragiferum<br />
Tr. montanum<br />
Tr. arvense<br />
Anthyllis Vulneraria<br />
Lotus corniculatus<br />
Vicia tetrasperma<br />
V. silvatica<br />
V. sepium<br />
V. lathyroides<br />
Lathyrus palustris<br />
L. niger<br />
L. vernui,<br />
Geranium<br />
sanguineum
76 A. Palmgren, Die lîiiiwandeningswege der Flora nacli den Âlaiidsinselii<br />
Geranium pratense<br />
G. molle<br />
G. dissectiim<br />
G. columbinum<br />
G. lucidum<br />
Oxalis Acetosella<br />
Polygala vulgaris<br />
P. amarella<br />
Merciirialis perennis<br />
Callitriche autiimnalis<br />
Acer platanoides<br />
Rhamnus caihartica<br />
Hypericum hirsuium<br />
Helianthemiim Chamaecistus<br />
Viola uliginosa<br />
V. mirabilis<br />
V. riipestris<br />
V. stagnina<br />
Hippophaës rhamnoides<br />
Epilohium montanum<br />
Myriophyllum verticillatum<br />
M. spicatum<br />
Sanicula eiiropaea<br />
Torilis Anthriscus<br />
Aegopodiiim podagraria<br />
Athamayita Libanotis<br />
Oenanthe aqiiatica<br />
Selinimi carvifolia<br />
Angelica litoralis?<br />
Heracleum sibirictim}<br />
Laserpilium latifoliinn<br />
Chimaphila iimbellata<br />
Pyrola rotundifolia<br />
P. mifior<br />
P. secunda<br />
P. uniflora<br />
Monotropa Hypopitys<br />
A ndromeda poli folia<br />
Primula farinosa<br />
A ndrosace septentrionalis<br />
S amollis V alerandi<br />
Fraxinus excelsior<br />
Gentiana *stiecica<br />
G. uliginosa<br />
G. * axillaris<br />
Cynanchum Vincetoxiciim<br />
Calystegia sepium}<br />
Myosotis scorpioides<br />
M. collina<br />
Scutellaria hastifolia<br />
Glechoma hederacea<br />
St achy s silvatica<br />
Calamintha Acinos<br />
Clinopodiuni vulgäre<br />
Origanum vulgäre<br />
Thymus serpylluml<br />
Mentha litoralis<br />
Veronica spicata<br />
V. Beccabunga<br />
Melampyrum cristatum<br />
M. nemorosiim<br />
Odontites simplex<br />
Lathraea Sqiiamaria<br />
Pinguiciila vulgaris<br />
Plantago media<br />
PI. lanceolata<br />
Litorella uniflora<br />
Asperula odorata<br />
Galium Aparine<br />
G. trifidum<br />
Linnaea borealis<br />
Lonicera Xylosteum}<br />
Adoxa Moschatellina<br />
Valerianella olitoria<br />
Campanula Tracheliiini<br />
C. latifolia<br />
Jasione montana<br />
Eupatorium cannabinum<br />
Solidago virgaiirea<br />
Filago arvensis<br />
Inula salicina<br />
Artemisia campestris<br />
Carlina vulgaris<br />
Arctium nemorosum<br />
Cirsium palustre'^<br />
Centaurea Scabiosa<br />
Lactuca muralis<br />
Crépis praemorsa<br />
Cr. pahidosa<br />
D. Schliesslich seien auch die Arten angejiihrt, fiir die wiser Material<br />
keinen direkten Fingerzeig iiber die Einwaiuierung giht. Hine solche Ziisammenstellung<br />
ist als Hintergnind fiir die hier mitgeteilten positiven Schlussfolgerungen<br />
erforderlich.<br />
Das untenstehende Verzeichnis nennt also keine Arten, deren Kinwanderungsweg<br />
oder -wege ich feststellen zu können geglaubt habe, und<br />
audi keine Arten, fiir die ein wesentlicher Einwanderungsweg sich hat<br />
feststellen lassen, wiewohl die Möglichkeit einer Einwanderung aiich aus<br />
anderer Richtung nicht ausgeschlossen ist.<br />
Woodsia ilvensis<br />
Cystopteris fragilis<br />
Dryopteris Filix mas<br />
Dr. spinulosa<br />
Dryopteris dilatata<br />
Dr. Phegopteris<br />
Dr. Linneana<br />
Athyrium Filix femina<br />
Asplenium<br />
Cryptogramma<br />
Pteridium<br />
Polypodium<br />
septentrionale<br />
crispa<br />
aquilinum<br />
vulgäre
ACTA BOTANIC A FENNICA 2 77<br />
Botrychium Lunaria<br />
B. boreale<br />
13. ramosum<br />
B. lanceolatum<br />
B. Matricariae<br />
Eqiiisetum arvenst<br />
E. pratense<br />
E. silvaticimi<br />
E. flitviatih<br />
Lycopodium Selago<br />
L. annotinuni<br />
L. clavatmn<br />
L. complanatum<br />
Isoëtes lacustre<br />
Pi mis silvestris<br />
Picea Abies<br />
Jimiperns communis<br />
Typha latifolia<br />
Sparganiiim minimum<br />
Sp. glotneratiim<br />
Potamogeton filiformis<br />
P. pectinatus<br />
P. nutans<br />
P. gramineus<br />
P. alpiniis<br />
P. perfoliatiis<br />
P. panormitanus<br />
P. obtusifolius<br />
P. pusillus<br />
Ruppia spiralis<br />
R. rostellata<br />
Zannichellia repens<br />
Z. pedimculata<br />
Triglochin maritimiim<br />
Tr, palustre<br />
Alisma Plantago-aquatica<br />
Phalaris arundinacea<br />
Anthoxanthum odoratum<br />
Hierochloë odorata<br />
Milium effusiim<br />
Alopecurus geniculatus<br />
A. aristulatus<br />
Agrostis stolonifera<br />
A. vulgaris<br />
A. canina<br />
Calamagrostis neglecta<br />
C. lanceolata<br />
C. purpurea<br />
C. epigejos '<br />
A ira bottnica<br />
A . caespitosa<br />
A. flexuosa<br />
Avena pubescens<br />
Armido Phragmites<br />
Triodia decumbens<br />
Melica nutans<br />
Dactylis glomeratn<br />
Poa trivialis<br />
P. pratensis<br />
P. angustifolia<br />
P. irrigata<br />
P. nemoralis<br />
P. palustris<br />
Glyceria fluitans<br />
Puccinellia retrojlexa<br />
Festuca rubra<br />
F. ovina<br />
Nardus stricta<br />
Triticum repens<br />
Elymus arenarius<br />
Eriophoriim polystachyum<br />
E. vaginatum<br />
E. alpinum<br />
Scirpus silvaticus<br />
Sc. Tabernaemontani<br />
Sc parvulus<br />
Sc. pauciflorus<br />
Sc. palustris<br />
Sc. mamillatus<br />
Sc. uniglumis<br />
Carex pauciflora<br />
C. diandra<br />
C. contigua<br />
C. Pairaei<br />
C. leporina<br />
C. glareosa<br />
C. canescens<br />
C. elongata<br />
C. stellulata<br />
C. gracilis<br />
C. Goodenowii<br />
C. pilulifera<br />
C. pallescens<br />
C. panicea<br />
C. magellanica<br />
C. limosa<br />
C. O eder i<br />
Carex *ocdocarpa<br />
C. *pulchella<br />
C. rostrata<br />
C. vesicaria<br />
C. lasiocarpa<br />
Calla palustris<br />
Spirodela polyrrhiza<br />
Lemna mirtor<br />
L. gibba<br />
Juncus effusus<br />
f. conglomeratus<br />
J: filiformis<br />
J. lamprocarpus<br />
J. al pin US<br />
}. supinus<br />
J. * Ger ardi<br />
J. bufonius<br />
Luzula pilosa<br />
L. campestris<br />
L: multiflora<br />
L. pallescens<br />
Allium Schoenoprasum<br />
M ajanthemum bi folium<br />
Polygonatum odoratum<br />
Convallaria majalis<br />
Paris quadrifolia<br />
Iris pseudacorus<br />
Orchis maculata<br />
Platanthera bifolia<br />
Listera cordata<br />
Corallorrhiza Neottia<br />
Populus tremula<br />
Salix pentandra<br />
S. caprea<br />
S. cinerea<br />
S. aurita<br />
S. phylicifolia<br />
S. repens<br />
Betula verrucosa<br />
B. pubescens<br />
Alnus rotmidifolia<br />
A. incnna<br />
Humulus Lupulus<br />
Urtica dioica<br />
Rumex crispus<br />
R. Acetosa<br />
R. Acetosella<br />
Polygonum amphibium<br />
P. tomentosum
'i8 A. Palmgren, Die Einwanderungswege der Flora iiacli den Alandsiuseln<br />
Polygonum minus<br />
P. Hydropiper<br />
P. aviciilare<br />
A triplex paiiilum var. oblongifolium<br />
Montia *lamprosperma<br />
Stellaria media<br />
St. uliginosa<br />
St. graminea<br />
St. longifolia<br />
Cerastium vulgäre<br />
Sagina nodosa<br />
S. procumbens<br />
Moehringia trifiervia<br />
A renaria serpyllifolia<br />
Spergula salina<br />
Viscaria vulgaris<br />
Silene nutans<br />
Melandrium silvestre<br />
Dianthus deltoïdes<br />
Nymphaea alba<br />
N. Candida<br />
Caltha palustris<br />
Myosurus minimus<br />
Ranunculus Flatnmula<br />
R. auriconitis<br />
R. cassubicus<br />
R, acris<br />
R. repens<br />
R. polyanthemus<br />
R. fluitans f. marinus<br />
Thalictrum simplex<br />
Th. flavum<br />
Chelidonium majus<br />
Nasturtium palustre<br />
Cardamine pratensis<br />
Draba verna<br />
Stenophragma thalianum<br />
Turritis glabra<br />
Dr oser a rotundifolia<br />
Dr. longifolia<br />
Sedum maximum<br />
S. acre<br />
Bulliar da aquatica<br />
Ribes rubrum var. pubescens<br />
R. alpinum<br />
Sorbus A ucuparia<br />
Rtibus idaeiis<br />
Rubus saxatilis<br />
R. chamaemorus<br />
Fragaria vesca<br />
Patentilla argentea<br />
P. verna<br />
P. erecta<br />
P. anserina<br />
Comarum palustre<br />
Geum urbanum<br />
G. rivale<br />
Filipendula Uimaria<br />
F. hexapetala<br />
A Ichemilla filicaulis<br />
A . obtusa<br />
Rosa cinnamomea<br />
Prunus Padus<br />
Trifolium repens<br />
Tr. pratense<br />
Tr. medium<br />
Vicia Cracca<br />
Lathyrus silvestris<br />
L. pratensis<br />
Geranium silvaticum<br />
H. perforatum<br />
Viola palustris<br />
V. Riviniana<br />
V. canina<br />
V. montana<br />
V. tricolor<br />
Peplis Portula<br />
Lythrum Salicaria<br />
Epilobium collinum<br />
E. palustre<br />
G. Robertianum<br />
Linum catharticuiu<br />
Callitriche verna<br />
C. polymoYpha<br />
Empetriim nigrum<br />
Rhamnus Frangula<br />
Tilia cordata<br />
Hypericum quadrangulum<br />
Chamaenerium angustifolium<br />
Circaea alpina<br />
Hippuris vulgaris<br />
H. tetraphylla<br />
Anthriscus silvestris<br />
Cicuta virosa<br />
Carum carvi<br />
Pimpinella Saxifraga<br />
A ngelica silvestris<br />
Peucedanum palustre<br />
Cornus suecica<br />
Pyrola chlorantha<br />
P. media<br />
Ledum palustre<br />
Arctostaphylos uva ursi<br />
Vaccinium vitis idaea<br />
V. Oxycoccus<br />
V. microcarpum<br />
V. uliginosum<br />
V. Myrtillus<br />
Calhma vulgaris<br />
Primula veris<br />
Lysimachia vulgaris<br />
Naiimburgia thyrsiflora<br />
Trientalis europaea<br />
Glaux maritima<br />
Centaurion Erythraea<br />
C. pulchellum<br />
Gentiana *lingulata<br />
Menyanthes trifoliata<br />
Myosotis caespitosa<br />
M. baltica<br />
M. arvensis<br />
M. micrantha<br />
Scutellaria galericulata<br />
Prunella vulgaris<br />
Galeopsis bifida<br />
Stachys palustris<br />
Lycopus europaeus<br />
Mentha arvensis (coll.)<br />
Solanum Dulcamara<br />
Verbascum Thapsus<br />
Linaria vulgaris<br />
Scrophularia nodosa<br />
Limosella aquatica<br />
Veronica longifolia<br />
V. serpyllifolia<br />
V. arvensis<br />
V. verna<br />
V, scutellata<br />
V. Chamaedrys<br />
V. officinalis<br />
Melampyrum pratense<br />
M. silvaticum<br />
Euphrasia brevipila
ACTA BOTANIC A FENNICA 2<br />
230<br />
Euphrasia tenuis<br />
E. curia<br />
E. gracilis<br />
Rhinanthus major<br />
Rh. minor<br />
Pedicularis palustris<br />
Utricularia vulgaris<br />
U. intermedia<br />
U. minor<br />
Plantago major<br />
PL maritima<br />
Galium uliginosum<br />
G. palustre<br />
G. bore ale<br />
G. verum<br />
Viburnum Opuliis<br />
Valeriana officinalis<br />
Campanula glomerata<br />
C. rotundifolia<br />
C. persicifolia<br />
Lobelia Dortmanna<br />
Aster Tripolium<br />
Erigeron acris<br />
A ntennaria dioica<br />
Bidens tripartita<br />
B. cernua<br />
Achillea Millefolium<br />
Matricaria inodora *maritima<br />
Chrysanth. Leucanthem.<br />
Tanacetum vulgäre<br />
Artemisia vulgaris var,<br />
coarctata}<br />
Tussilago Farfara<br />
Senecio silvaticus<br />
Cirsium lanceolatum<br />
C. arvense<br />
Centaurea Jacea<br />
Leontodon autumnalii<br />
Taraxacum officinale<br />
(coll.)<br />
Sonchus arvensis<br />
Crepis tectorum<br />
Hieracium Pilosella<br />
H. umbellatum<br />
5. Zusammenfassung.<br />
Aus den in diesem Kapitel gemacliten Zusanimenstellungen geht in bezug<br />
auf die wahrscheinliche Einwanderung der åländischen Gefässpflanzenflora<br />
folgendes liervor:<br />
Von Schweden scheint eine Einwanderung fiir nur 11 Arten ausgesclilossen.<br />
— Ganz augenscheinlicli ergibt sich eine solche fiir 299 Arten (von<br />
diesen wohl 149 nur aus Schweden).<br />
Vom Ostbaltikum scheint eine Einwanderung fiir 193 Arten ausgeschlossen<br />
oder weniger wahrscheinlich. Eine offenbare oder wahrscheinliche Einwanderung<br />
von dorther diirfte nur fiir 18 (39) Arten festgestellt werden<br />
können (davcn 6 nur aus dem Ostbaltikum).<br />
Von Finnland scheint eine Einwanderung fiir 296 Arten ausgeschlossen<br />
oder weniger wahrscheinlich. Eine offenbare eder wahrscheinliche Einwanderung<br />
dorther diiifte nur fiir 9 Arten festzustellen sein (davon 3 nur aus<br />
Finnland).<br />
Fiir 343 Arten erscheint es zurzeit nicht möglich, den wahrscheinlichen<br />
Einwanderungsweg direkt festzustellen.<br />
Die obigen Zalilen lassen ohne Zweifel crkennen, dass sich die åländische<br />
Flora zu einem ganz iiberwiegcnden Teil aus Schweden rekniiiert hat. Von Finnland<br />
her ist die Einwanderung augenscheinlich sehr schwach gewesen.^ Siärke>,<br />
aber doch haiim hedeitiend, isi sie vow. Oithaltikmn htr gewesen.<br />
Die Anzahl der Arten, fiir die der Einwanderungsweg oder die Einwanderungswege<br />
nicht direkt festgestellt werden konnten, ist zwar bedeutend (343),<br />
aber doch kaum so beträchtlich, wie man im Hinblick auf die Lage Ålands<br />
zu erwarten berechtigt gewesen ist. Die positiven wie auch die negativen<br />
Ziffern, die sich aus unsereni Studium ergeben haben, scheinen jedoch von
'i8 A. Palmgren, Die Einwanderungswege der Flora iiacli den Alandsiuseln<br />
einem so dominierenden Ei7iU'andeningsstrom von Westen zii zeugen, dass<br />
man zii der Annalime bereclitigt sclieint, dass auch die Mehrzahl der<br />
betrefjenden Arten wenigstens haiiptsächlich ans Schuiden eingewandert sind.<br />
Wie dieser doniinierende Einwanderungsstroni aus Scliweden zu erklären<br />
ist wird im zweiten Teil dieser Studie zur Besprechung kommen. Vorlier<br />
sei jedocli auf eine Äusserung von KUPFFER hingewiesen, die der oben dargelegten<br />
Auffassung, dass die åländisclie Flora sich kaum in bedeutenderem<br />
Grade aus dem Ostbaltikum rekrutiert hat, eine Stiitze verleilit.<br />
KUPFFER vergleiclit (Grundziige der Pflanzengeographie des Ostbaltischen<br />
Gebietes, 1925) die Flora ini Ostbaltikum und in Siidfinnland niiteinander.<br />
Hierbei wird S. 90—92 hervorgehoben:<br />
»Ferner nniss hier erwähnt werden, dass die floristische Ubereinstimmung<br />
zwischen Finnland und dem Ostbaltischen Gebiete noch bedeutend geringer<br />
wäre, wenn man die Alandinseln und die äusserste Siidvvestecke des finnischen<br />
I'estlandes unberiicksichtigt lassen wollte. Denn in diesen Landschaften allein<br />
kommen folgende, im iibrigen Finnland fehlende M Pflanzenarten voi:<br />
Benierkenswerterweise gehören alle diese Gewächse mit alleiniger Ausnahme<br />
des eingeklammerten Potamogeton crispus zu den Cliarakterpflanzen luiserer<br />
ostbaltischen Inselflora (siehe weiterhin), die mit einem »!» versehenen kommen<br />
bei uns iiberhau])t nur im Bereiche der Inselflora vor. Diese Ubereinstimmung<br />
muss als eine ganz ausserordentliche bezeiclmet werden, wenn man einerseits<br />
den immittelbaren räumlichen Zusammenhang jenes Teilgebietes mit dem<br />
iibrigen I'"'innland, anderseits seine grössere Entfernung von unserer Inselwelt in<br />
Betraclit zieht, und wenn man gleichzeitig die verschiedene mineralische Beschaffenheit<br />
des Untergrundes — dort Granit, hier Kalkstein — beriicksichtigt.<br />
Der Sachverhalt erklärt sich ohne Zweifel aus der grossen Ubereinstimmung des<br />
Klimas und aus einer gewissen physikalischen, stellenweise auch chemischen<br />
Ähnlichkeit des Bodens — nackter oder nur mit diinner Schicht lockerer Krume<br />
bedeckter F'els, kiesige und steinige Stränder. Sehr beachtenswert ist ferner,<br />
dass alle angefiihrten Gewächse zugleich im benachbarten Teile Schwedens vorkommen.<br />
Diese Taisachen herechtigen wohl dazii, das bezeichnete Teilgehiet vom<br />
iibrigen Finnland pjlanzengeographisch abzulrentten und als Dindeglied zwischen<br />
i:nserer ostbaltischen Inselflora {s. weiterhin) und Schn;edeyi zu betrachten. Sie<br />
deiiten zugleich die Wege an, auf denen ein Teil der Char akter f lanzen unserer<br />
Ostseeinseln hergelangt sein mag.» (Von mir kursiviert.)<br />
Meinesteils kann ich allerdings kaum glauben, dass das Ostbaltikum in<br />
erwähnenswertem Grade Arten iiber Åland aus Schweden aufgenommen hat.<br />
Das ist wohl eher direkt geschelien. Das Bedeutungsvolle in dem obigen Zitat<br />
(das Kursivierte) ist fiir mich, dass sich die Ansicht KXJPFFERS jedenfalls<br />
gegen die Wahrscheinlichkeit einer bedeutenderen Einwanderung aus dem<br />
Ostbaltikum nach Åland erhebt.<br />
Im Teil II werden fiir jede Art in Kiirze die hier gewonnenen Resultate<br />
zusammengefasst.
VII.<br />
Sonderbehandlung cinzelner Arten.<br />
Alliaria officinalis Andrz.<br />
Karte 1.<br />
Fiir diese Art gibt BERGROTH: Anteckningar om vegetationen i gränstrakterna<br />
mellan Åland och Åbo-området, 1894, S. 65, Vorkoninmisse an zwei<br />
Lokalitäten an, nämlich K u m 1 i n g e: Ingersliolni und Espskär, letzteres<br />
zum Dorfe Björkö gehörig. Geographisch gehört die letztere Lokalität zii<br />
Brändö und wird von Bergroth auch dazu gerechnet. Beide Angaben stiitzen<br />
sich auf eine Mitteilung von Dr. W. LAURÉN. — Ausser den genannten<br />
Lokalitäten gibt HJELT, 1906, S. 352 an: »st r [Föglö] Gripö (!), [Kökar] Idö:<br />
Bergstr. Beskr.; Föglö Gripö: Elfving in herb, Hjelt; — — —.»<br />
Im Herbarium Musei Fennici liegen Exemplare vor aus K u m 1 i n g e:<br />
Ingersholm, Juli 1886, Walter Laurén.<br />
Ich selbst habe die Art nur in wenigen Exemplaren im Garten von Bolstahohn<br />
in G e t a angetroffen. Hier ist sie offenbar als mit der Kultur eingefiihrt<br />
zu betrachten.<br />
Von den im Conspectus angefûhrten Fundorten habe ich zu mehreren<br />
Målen und in verschiedenen Jahreszeiten Föglö: Gripö und Kökar: Idö<br />
besucht, ohne Spuren von der Art zu finden. Ebenso wenig habe ich sie gelegentlich<br />
zweier Besuche auf K u m 1 i n g e: Ingersholm (28. 6. 1923 und<br />
17. 7. 1924) entdecken köntien.<br />
Idö und Ingersholm sind unbewohnt und auch sonst recht wenig von der<br />
Kultur beriihrt. Dies ist auch bis zu den letzten Jahren mit Gripö der Fall<br />
gewesen.^) Man scheint daher kaum zu der Annahme berechtigt zu sein, dass<br />
das Vorkommen hier nicht urspriinglich wäre, zumal da die Art in Nordestland<br />
der urspriinglichen Vegetation angehört und daselbst an mehreren Stellen zu<br />
finden ist. Fiir eine Eimvanderung ans Estland scheint auch das ohen ange-<br />
1) Björkö: Espskär liabe ich nicht besucht. Auch dieses Inselchen ist unbewohnt.
82 A. Palmgren, Die Einwaiideruiigswege der L'lora nach den Âlandsinseln<br />
gebene V or kommen in den östlichen und siidlichen Teilen von Åland ziinächst<br />
zn sprechen. Aus Finnland diirfte die Einwandening jedenfalls ausgeschlossen<br />
sein (siehe unten).<br />
Es sei hervorgehoben, dass die obenerwälinten Inseln Idö, Gripö und Ingersholm<br />
der Art in ilirer iippigen I^aubwiesen- und Hainvegetation geeignete<br />
Standorte darbieten.<br />
Beziiglich des Vorkomniens der Art in den am nächsten bei Åland gelegenen<br />
Gebieten sei folgendes mitgeteilt:<br />
LINDMAN: Svensk faneroganiflora, 1918, S. 279: »L,und., ekbackar, Sk. —<br />
Uppl., Öl., Gtl., mindre allm.» — Stockholmstraktens växter, 1915, gibt S. 8<br />
ein reellt bedeutendes Vorkommen, u. a. in dem Åland zugekelirten »Scliärenarcliipelgebiet»<br />
an. — TIIEDENIUS: Flora öfver Uplands och Södermanlands<br />
fanerogamer och bräkenartade växter, 1871, S. 296: »På skuggrika ställen, t. ex.<br />
i lundar och parker, vid bergväggar och på stränder, teml. allmän.» — JOHANS-<br />
SON: Hufvixddragen af Gotlands växttopografi och växtgeografi, 1897, S. 175:<br />
»Troligen flerst. Måttl. Slite (Ö); Visby inom staden och i stenbrott norrut!;<br />
Östergarn (L) vid Hallgårds (Wö!) och Katthammarsvik!; Klinte vid Klintebys<br />
och Bönders!; L. Karlsö! (N); Alfva vid Koparfve (Sätv.); Eke vid Hervede!;<br />
Öja.» — F. HÄRD AV SEGERSTAD: Sydsvenska florans växtgeografiska huvudgrupper,<br />
1924, gibt S. 69 an: »Bokskogar, åkerdungar, lundar, vid gårdar.»<br />
SciiMiDT: Flora des silurischen Bodens von Ehstland, Nord-Livland und<br />
Oesel, 1855, S. 197 (s. n Sisymbrium AlUaria Scop.): »Unter dem Glint bei<br />
S i 11 a m ä g g i (Seidlitz!), R e v a 1 (Wied.i), F ä h n a (Törmer), Fall (Dietrich).<br />
Auf P u c h t! und A b r o! (Duhmberg!).» — RUSSOW: Flora der Umgebung<br />
Revalà, 1862, S. 61 (s. n. Sisymbr. Alliaria) : »An bescliatteten Abhängen<br />
des GHnts in C a t h a r. (Wied.)!, W i e m s, T i s c h e r (Sengbusch) !. In Gebiisch<br />
auf der B o r c h h a r dtschen Wiesei.» — GRUNER: Versuch einer Flora<br />
Allentackens, 1864, S. 468 (s. n. Sisymbr. Alliaria): »Selten. Sillamäggi<br />
(Seidlitz).» — SKOTTSBERG U. VESTERGREN: Zur Kenntnis der Vegetation der<br />
Insel Oesel, 1901, S. 39: »Selten: Ins. Abro! (Schmidt u. Duhmberg in Smt. FL).»<br />
— LKIIMANN: Flora von Polnisch-Livland, 1895, S. 312: »Liv. (Fischer), Sezzen<br />
bei Stockmannshof (Ils.!), Abro; Est.; Cur. (Heug., Lind.), Libau (Reckert!),<br />
Hssern (Fis.), Zierau (Joh. Miiller); Lith. (Eicluv. häufig), Kow. —Nowo-Alexandrowsk<br />
(Drym. 22); Wil. (Jundz., Lind., Sel. — Herb. Mus.), Troki (Lap. 90);<br />
Grod. (Gil., Lind.), Bial W. (Drym.); Minsk (Lind., Pasch.); Moh. (Lind.). — Die<br />
Gobische Vegetationslinie (38) muss geändert werden, da Psk. und Wit. diese<br />
Pflanze nicht besitzen», sowie Nachtrag, 1896, S. 518: -»Est. Chudleigh (Smt. 218,<br />
die iibrigen Angaben fiir Est. 137); Lith. Grod. — die Angabe von Drym. fiir<br />
Bial. W. z. s., es handelte sich um Campanula Trachelium (Pcz. 208. Zal. 235).»<br />
OiWormsö: Insel Tjucka, reichlich, spontan.»<br />
MEINSIIAUSEN: Flora Ingrica, 1878, nennt die Art nicht.<br />
Fiir Finnland gibt HjEi.T, (1906, S. 352) an: »Vix spontanea nisi in Alandia,<br />
ubi t aro obvia est; in reliqua Fennia inprimis australi rarissime disseminatur,<br />
sed per multos annos persistit.» — In der nachfolgenden Detailbehandlung<br />
schreibt HJEI^T S. 353: »Aus den meisten Angaben (ausser der von Blom) geht<br />
deutlich hervor, dass die Art im kontinentalen Finnland nur zufällig und verwildert<br />
ist; — .» (Orig. schwed.)
ACTA BOTANIC A FENNICA 2 83<br />
Es sei besonders bemerkt, dass die Art nicht von CAJANDER: Kasvistollisia<br />
tutkimuksia Mynämäen, Mietoisten ja Karjalan kunnissa, 1902, und nicht von<br />
BERGROTH, 1894, fiir den zu dem Âboer Gebiet geliörigen Teil seines Untersuchungsgebietes<br />
angefiilirt wird.<br />
Nacli Mitteilung von O1.E EKI^UND fehlt die Art in K orpo.<br />
Crambe maritima L.<br />
Karte 1.<br />
Kommt anf kiesigen Schären und Sandbänken vor.<br />
Diese Art hat aiif Åland ein sehr bemerkenswertes Vorkommen, indem alle<br />
bekannten Lokal i täten auf den sudöstlichen Schärenarchipel fallen, und zwar<br />
drei auf Kökar (Öland, Storrefvet und Partufvorna)^) und eine auf Föglö<br />
(Sandklubb, bei der Insel Stora Sandören im nördlichen Schärenarchipel von<br />
Klåfskär; hier wuchs am 6. 8. 1923 ein einziges iippiges Exemplar). Friiher<br />
ist die Art »reichlich» auf Sandskär in vS o 11 u n g a vorgekommen (siehe<br />
BERGROTH, 1894, S. 66; im Herbarium Musei Fennici liegen Exemplare vor<br />
mit der Notiz »Sandskär in litore marine sat cop. A. WAHLBERG 1896»). Hier<br />
ist sie jedoch durch Schafweide vollständig ausgerottet, wovon ich mich bei<br />
einem Besuch der Schäre am 10. 8. 1924 iiberzeugen konnte.<br />
Es tmterliegt kaum einem Zweifel, dass das Vorkommen im sudöstlichen<br />
Åland mit dem reichlichen Aujtreten in Korpo {Regio Aboënsis) zusammenhängt.<br />
Beide Vorkommnisse dilrjten ohne Zweifel mit dem Vorkommen im Ostbaltikum<br />
in Verbindung zu bringen sein.<br />
Die Art ist offenbar in der Ausbreitung<br />
begrijfen.<br />
Vorkommen in den am nächsten bei Åland liegenden Länder n:<br />
IVINDMAN: Svensk fanerogamflora, 1918, S. 284: »Havsstr., Sk. — Boh.,<br />
Öl., Gtl. sälls; Uppl. (Sandhamn).» — Stockholmstraktens växter, 1914, S. 59:<br />
»Skärgdrdsomr.: Djurö Sandhamn 1875 (A. G. Natliorst i Bot. Not. 1876) —<br />
1912; Möja Pråstkobb {Sv. Bot. Tidskr. 1910).» — Die letzterwähnten Angaben<br />
werden von LARVS-GUNNAR RoMEr
84 A. Palmgren, Die Einwaiideruiigswege der L'lora nach den Âlandsinseln<br />
SciiMiDT: Flora des silurischen Bodens von Ehstland, Nord-Livland uiid<br />
Oesel, 1855, S. 198: »In Bhstl.: W e r d e r (Bunge), D a g o an der Westspitze<br />
(Eichwald). Auf der Insel P û h h a d e-K a r r e im Kleinen Sunde!. Auf Oesel:<br />
Kibbasaar!, Sandel (Sass!), S w o r b e (Dr. Millier), Ab ro (Bunge.<br />
Werner, Bruttan), \V a i g a t-Insel (Sass!), K a r r a 1!.» — Desselben Verf.<br />
Flora der Insel Moon, 1854, fiilirt die Art niclit an. Ebenso findet sie sich niclit<br />
bei Russovv: Flora der Uragebung Revals, 1862 u. GRUNER: Versucli einer Flora<br />
Allentackens, 1864. — SKOTTSBERG U. VESTERGREN: Zur Kenntnis der Vegetation<br />
der Insel Oesel, 1901, S. 40: »Am felsigen Strande, besonders im Westen:<br />
Ins. F i 1 s a n d! (Smt. in L.FL. Suppl.), Kibbasaar (Snit. Fl.), W a i g a t-<br />
insel (Sass in Smt. FL), K a r r a 1 (Smt. FL; Conwentz), Sandel (Sass in Smt.<br />
FL), auf S w o r b e (Miiller in Smt. FL); — A b r o (Bunge, Werner, Bruttan in<br />
Smt. FL).» — LEHMANN: Flora von Polniscli-Livland, 1895, S. 318: »Liv. Oes.<br />
(Smt. 137); Cur. Windau (Fis., Lind.), Polangen (Jundz. — felilt bei Lap., vielleiclit<br />
verschwunden?).» sowie Nachtrag, 1896, s. 521: »Liv. Oes. Soëgininna bei<br />
Karral (Conwentz 188, Smt. 218), Filsand (Smt. 218).»<br />
Nach KUPFFER: Grundzuge der Pflanzengeographie des ostbaltischen Gebietes,<br />
1925, S. 112, ist die Art im Ostbaltikum auf seinen »Subdistrictus insularis»<br />
beschränkt, wo sie sowolil auf den Inseln Ösel, Moon, Dagö, Wormsö als auf<br />
dem Festland in der Wiek (Estonia maritima) vorkommt.<br />
Im Juni 1926 benierkte ich einige Exemplare auf der grusigen Siidspitze der<br />
Insel Abro {Ösel).<br />
MEINSHAUSEN: Flora Ingrica, 1'878, nennt die Art niclit.<br />
Ftir Finnland bemerkt Hj. HJEI,T. 1906, S. 395: »In maritimis extremis<br />
Fenniae maxime australis raro invenitur.» — In der naclifolgenden Detailbeliandlung<br />
werden ausser fiir Åland Vorkommnisse in den Provinzen Regio Aboënsis<br />
und Nylundia angegeben.<br />
OUÎ EKI^UND teilt mir fiir Korpo mit: »Häufig im sudöstlichsten Schärenarchipel,<br />
oft sehr kopiös.»<br />
Asplenium Ruta muraria L.<br />
Karte 2.<br />
Fiir diese Art sind aiif Åland zwei Lokalitäten bekannt. Die eine ist ein<br />
»kalkhaltiger Felsen» nahe der höchsten Spitze von Signilskär im Schärenarchipel<br />
von Signilskär in E c k e r ö (3L 8. 1892 u. 19. 7. 1019 HARALD LINIJ-<br />
BERG)^), die andere Brändö: Harholm (zum Dorfe Jurmo gehörig; 25. 8.1891<br />
I. O. BERGROTH)!). T)ber die letztere finden wir bei BERGROTH: Anteckningar<br />
om vegetationen i gränstrakterna mellan Åland och Åbo-området, 189^t,<br />
S. 52, bemerkt: »Bdö: Harholm (J.) ziemlich reichl. auf Kalkfelsen.»<br />
Also zwei isolierte Vorkommnisse, das eine im allerwestlichsten Åland,<br />
das andere im nordöstlichsten Teil der Landschaft.<br />
Of f enbär ist das westliche Vorkommnis schwedischen Ursprungs. Das östliche<br />
liegt sehr weit von den nächsten Fundplätzen entfernt. Woher sich<br />
das Vorkommen rekrutiert hat, diirfte schwer auszumachen sein.<br />
1) Exemplare im Herbarium Musei Fennici,
ACTA BOTANIC A FENNICA 2 85<br />
Vorkommen in den am nächsten hei Åland liegenden Ländern:<br />
O. R. HOLMBKRG: Hartmans handbok i Skandinaviens flora, 1922, S. 22:<br />
»öl. o. GU. a.; annars sälls.-<br />
.» — Uber die am nächsten bei Aland liegenden<br />
Gebiete heisst es: )>Srm. (Södermanland) St. Malm; östra del. spr.; Upl.<br />
skärg. till Singö; Stockholm; Harbonäs (åtm. ford.); .» Stockholmstraktens<br />
växter, 1914, zählt S. 19 eine grosse Anzahl Lokalitäten, die meisten in dem<br />
sudlichst gelegenen »Gebiet von IVIittel-Södermanland» (Mellersta Södermanlandsområdet)<br />
auf. tiber das Aland zugekehrte »Schärenarchipelgebiet» ist bemerkt:<br />
»Djixrö Runmarö vid Lerkila o. Nore; Nämdö fl. på norra Nämdö o. på<br />
skären; Ornö Mörby sjövretar; Utö Kroka.» — JOHANSSON: Hufvuddragen af<br />
Gotlands växttopografi och växtgeografi, 1897, S. 261: »Allm. på hällområdena.<br />
Måttl. EXV. .»<br />
SCHMIDT: Flora des silurischen Bodens von Ehstland, Nord-Livland und<br />
Oesel, 1855, S. 259: »An den Kalkfelsen bei Pullapä unweit Hapsal! (Jiirgens!).<br />
Auf M o o n!, auf der W a i g a t-Insel westlich von Filsand (Sass!).» —<br />
Desselben Verf. Flora der Insel Moon, 1854, S. 62: »Beide in Kluften der Kalkfelsen.»<br />
— SKOTTSBERG U. VESTERGREN: Zur Kenntnis der Vegetation der Insel<br />
Oesel, 1901, S. 90: »Selten: W a i g a tinseln (Sass in Smt. Fl.).» — LEHMANN:<br />
Flora von Polnisch-Livland, 1895, S. 128: »Liv. Stockmannshof gegeniiber Trentelberg<br />
Kalkfelsen!! (Ils.!), zwischen Stockmannshof und Kokenhusen (Kupf.),<br />
Kokenhusen (Heug.), Moon (Smt.); Est. Hapsal (Jiirgens), Waigatinsel (Sass);<br />
I\sk. (Bat.), Isborsk (Kge.); Cur. Bauske, Bornesmunde, Jungfernhof, Selburg<br />
[Bt. (13)], Illuxt (Dr. Fedorowicz — Mus. Herb, in Wilna nach Sel.); Lith. (Gil.?<br />
d. V.).» — Die Art ist nicht erwähnt bei Russow: Flora der Umgebung Revals.<br />
1862, GRUNER: Versuch einer Flora Allentackens, 1864, u. GLEHN: Flora der<br />
Umgebung Dorpats, 1860.<br />
MEINSHAUSEN: Flora Ingriça, 1878, nennt die Art nicht,<br />
Fiir Finnland gibt HJEI.T, 1888, S. 42 an: »In Fennia praecipue magis orientali<br />
raro (— rarissime) crescit et lat 66; 15' septentrionem versus attingit.» —<br />
In der nachfolgenden Detailbehandlung werden Vorkomnmisse in der Regio<br />
Aboënsis, Karelia Ladogensis, Karelia Onegensis, Kuusamo namhaft gemacht.<br />
Fiir die Regio Aboënsis erwähnt HjEi
86 A. Palmgren, Die lîiiiwandeningswege der Flora nacli den Âlaiidsinselii<br />
Avena pratensis L.<br />
Karte 3.<br />
Kommt an offenen Stellen in Laubwiesen sowie ganz besonders auf Hiigelwiesen<br />
vor. Siehe näher 1915, S. 205.<br />
Das reichlichste Vorkommen fällt auf den Schärenarchipel von Lemland.<br />
Ferner tritt die Art mit mehreren Lokalitäten auf der Hauptinsel von Åland<br />
(jedoch niclit in Hammarland angetroffen) und Eckerö sowie im nordwestlichen<br />
Schärenarchipel auf, Gegen Osten hin nimnit die Frequenz ah. So gibt<br />
es östlich von der Linie Saltvik: Strömma — L e m 1 a n d: Björkö nur<br />
einige vereinzelte Lokalitäten (eine auf der Hauptinsel Lemland und je eine in<br />
den Kirchspielen Vårdö, Saltvik, Sund, Föglö (nordöstlicher Teil), Sottunga<br />
und Kumlinge), wenn man von Kökar absieht, wo hinwieder nicht weniger<br />
als 5 Lokalitäten vermerkt sind. Anch f ur diese Art erscheint, wie fiir so<br />
viele andere. Kökar als ein begiinstigtes Gehiet. Sehr bemerkenswert ist das<br />
fast vollständige Fehlen in dem zwischen Kökar und Lemland gelegenen Föglö.<br />
Das Vorkommen auf Aland isi zweifelsohne hauptsächlich schwedischen<br />
Ursprungs. Mit dem zunehmenden Abstand sinkt die Frequenz nach Osten,<br />
Das auffallend reichliche und recht isoUerte Vorkommen auf Kökar scheint jedoch<br />
auf eine hesondere Einwanderung dorthin und von da wahrscheinlich nach<br />
Sottunga, NO-Föglö und Kumlinge zu deuten. Es liegt nahe, sich zu denken.<br />
dass dieselbe von Siidosten, aus dem Ostbaltikum stattgefunden hat.<br />
In ihrer Verbreitung scheint sich diese Art an Gymnadenia conopsea,<br />
Polygonatum midtiflorum, Dr ala incana, Artemisia campestris, Crataegus<br />
monogyna und Poly gala amarella anzuschliessen (s. S, 55—56), Besonders<br />
zeigt sie fiir den westlichen Teil ihres Vorkommens starke Ankniipfungspunkte<br />
an Polygonatum midtiflorum; wegen des östlichen erinnert sie stark an Polygala<br />
amarella.<br />
Vorkommen auf Åland:<br />
Kökar: Smedö, Hellsö, Österbygge-Näsudden—Dorf, Hamnö; Sottunga:<br />
Finnö; F ö g 1 ö: Nötö; L e m 1 a n d: Norrby—Söderby, Björkö, Jersö, Granö,<br />
Idliolm, Nåtö, Rödgrund, Inre Kalfskäret, Slätholm, Granholm, Skobbholm,<br />
Askö, Slätskär, Eskskär; Jomala: Ytternäs, Saltholm (Br. Fl.), Klinten (Br.<br />
FL), Sviby (H. M. F.), Möckelö, Ramsholm, Kungsö, Möckelby, bei der Kirche<br />
(H. M, F\), Dorf Jomala, Ytterby; Eckerö: Björnhufvud, Dorf vStorby, Storby-Öra,<br />
Holmskatan NO von Torp (H. M. F.), Fin bo, nach H. J.indberg: Böle<br />
hagar, Skeppsvik; Geta: Dörfer Vester- u. östergeta, Höckböle hohne, Isaksö,<br />
Äppelö-Granskär?, Snäckö (einz.); F i n s t r ö m: Bastö, bei der Kirche, Tjudö;<br />
Saltvik: Insel im Toböle träsk, Dorf Näs, Haga—Bergö, Kvarnbo (Consp. u.<br />
Collander), Rangsby—Ryssböle; Sund: Bomarsund (Pesola); V å r d ö: Ängö;<br />
Kumlinge: Seglinge.
ACTA BOTANIC A FENNICA 2 87<br />
Verbreitung in den Ländern znnächst hei Åland:<br />
LINDMAN: Svensk fanerogamflora, 1918, S. 84: »Backängar, Sk. — s. Nrl.,<br />
ÖL, Gtl., t. allm.» — Stockholmstraktens växter, 1914, gibt S 21 ein ausgedehntes<br />
Vorkonnnen an; fur mehrere Kirclispiele lieisst es liäufig oder zienil. häufig.<br />
— TIIKDENIUS: Flora öfver Uplands och Södermanlands fanerogamer och bräkenartade<br />
växter, 1871, S. 48: »På torr ängsmark och backar, teml. allmän.» —<br />
JOHANSSON: Hufvuddragen af Gotlands växttopografi och växtgeografi, 1897,<br />
S. 254: »Allm. Talr. — mängdv. .»<br />
SciiMiDT: Flora des silurischen Bodens von Khstland, Nord-Livland und<br />
Oesel, 1855, S. 256: »In Khstl.: an der Narowa (Ruprecht), bei K u s a 1,<br />
N e u e n h o f in Harrien, M ii n t e n h o f in Jerwen (Wied.). Auf Moon und<br />
Oesel liäufig.» — Desselben Verf. Flora der Insel Moon, 1854, S. 61: »Mit der<br />
Vorigen, seltener; bei P e d d a s t.» — Russow: Flora der Umgebung Revals,<br />
1862, S. 106: »Zerstreut und vereinzelt.» — GRUNER: Versuch einer Flora<br />
Allentackens. 1864, S. 523: »Durch das ganze Gebiet; jedoch von N nach S an<br />
Häufigkeit abnehmend. In Allant.: an der N a r o v a (Ruprecht) bei<br />
N_a rva!, C h u d 1 e i g h, T ù r p s a 1, W a r j e 1, Alt- und N e u-I s e n-<br />
h o f, S i r t s i, R u 11 i k, Geröllhiigel östl. von M e h n t a c k, Klein-<br />
P u n g e r n, I s a c kscher Höhenzug, P e r m e s k ù 11!; in Livl. in der Grantgrube<br />
bei C o n d o!.» — GLKIIN: Flora der Umgebung Dorpats, 1860, erwähnt<br />
die Art S. 571 ohne Angabe von Lokalitäten. — SKOTTSBERG U. VESTERGREN:<br />
Zur Kenntnis der Vegetation der Insel Oesel, 1901, S. 86: »Häufig.» — LEII-<br />
MANN: Flora von Polnisch-Livland, 1895, S. 145: »Trockene Wiesen, Hûgel,<br />
KBböschungen. Gemein. — Merkwùrdiger Weise fehlen fur Psk. u. Wil. Angaben.»<br />
sowie Nachtrag, 1896, S. 469: »A.. pratensis L. u. A. strigosa Schreb. sind<br />
fur Psk. — Ostrovv von Prg. u. Andr. (212) constatiert worden.»<br />
Im Juni 1926 notierte ich die Art auf Ösel (Arensburg, Siidspitze von Abro<br />
(IV), Pargel bei Arensburg (I) und westlich von Hapsal (I).<br />
MEINSHAUSEN: Flora Ingrica, 1878, S. 448: »Auf sonnigen Wiesen auf den<br />
Kalkstein-Hûgeln in der Umgegend von Narva sehr häufig.»<br />
Fur Finnland gibt HjEi^T, 1895, S. 395, an: »In Fennia maxime austrooccidentali<br />
vix supra 60 ' 30' lat. occurrit; qvamqvam distributio nondum satis<br />
explorata est, tamen rara esse videtur.»<br />
In Finnland ist die Art niir auf Åland und in der Regio Aboënsis angeiroffen.<br />
Die Darstellung bei HjEr,T (1. c.) lautet fiir die letzterwähnte Provinz folgendermassen:<br />
ȁbo: Nikl.!, cfr Zett. & Br. et Rupr. Diatr. p. 24; Pojo Aminne<br />
(Christiernin): His.; [Pojo] (»fq») A. Nyl., cfr Led. IV p. 414 et Rupr. Diatr. p.<br />
24, vide de his infra.»<br />
Ks ist zu beachten, dass die Art nicht bei BERGROTH: Anteckningar om vegetationen<br />
i gränstrakterna mellan Aland och Abo-området, 1894, angefiihrt ist.<br />
— Bei CAJANDER: Kasvistollisia tutkimuksia Mynämäen, Mietoisten ja Karjalan<br />
kunnissa, 1902, liest man dagegen (S. 85; Original finnisch): »Mt. (Mietoinen)<br />
und Pt. (das siidlichste Mynämäki) fq., am liebsten auf etwas offenerem<br />
Gelände als die vorige und oft an trockneren Stellen. Fehlt in den ubrigen Teilen<br />
des Gebietes.», also ein Vorkommnis im siidlichsten Teil des Untersuchungsgebietes.<br />
— O. EKI^UND: Sällsynta växtfynd i Ab Korpo, 1923, gibt S. 70 ein<br />
reichliches Vorkommen »auf den Calluna-Juniperus communis v. «ana-Heiden<br />
von Jurmo» an. Schriftlich -teilt mir EKI^UND fiir Korpo mit: »Rr Heiden von<br />
Jurmo, zieml. häufig und zieml. reichlich.»
88 A. Palmgren, Die lîiiiwandeningswege der Flora nacli den Âlaiidsinselii<br />
KUPFFER: Griindzùge der Pflanzengeograpliie des ostbaltisclien Gebietes,<br />
1925, erwähnt die Art S. 178 unter denen, fiir welclie eine Einwanderung während<br />
der subborealen Zeit wahrscheinlicli sclieint. Er fiihrt aus (S. 177—178): »Uni<br />
dieselbe Zeit des trockeneren Klinias mögen audi folgende Pflanzen aus deni<br />
Sudosten zu uns eingewandert sein, von denen einige noch heute weitverbreitet<br />
sind, da sie sicli den weiteren klimatisclien Änderungen anzupassen vermochten,<br />
während andere auf die Umgebung ilirer mutniasslichen Einwanderungsstrassen,<br />
die grossen Flussläufe (vgl. oben S. 145 u. 147), beschränkt sind: Ajuga<br />
genevensis, Allium oleraceum, Alopeciirns ventricosus, Artemisia campestris und<br />
vulgaris, Avena pratensis und pubescens, Cichorimn intyhus, Filipendiila hexapetala,<br />
Hieracium echiotdes und setigeriim, Ononis arvensis, Potentilla arenaria,<br />
Viola arenaria u. a. ni.»<br />
Brachypodium pinnatum (Iv.) PB.<br />
Karte 4.<br />
Kommt auf Hiigelwiesen in Laubwiesengebieten, oft zwischen Biischen vor.<br />
Siehe näher 1915, S. 221.<br />
Diese Art hat auf Åland eine sehr zerstreute Verbreitung. Die meisten<br />
Lokalitäten entfallen jedoch atif die westlichstcn Teile der Landschaft: je zwei<br />
in den Kirchspielen Lemland, Jomala imd Eckerö und je eine in den Kirchspielen<br />
Hammarland, Geta und Sund. Dazu kommt im Osten eine Lokalität<br />
in Kökar und ebenso eine in Kumlinge. Also eine lyiicke in Vårdö, Lumparland,<br />
Föglö und Sottunga.<br />
Ohne Zweifel sind die westlichen Vorkommnisse schwedischen Ursprungs.<br />
Fiir die beiden östlichen (Kökar: Idö imd Kumlinge: Ingersholm)<br />
kann man vielleicht mit grösserem Recht an eine Rekrntierung aus dem Ostbaltikum<br />
denken.<br />
In bezug auf die Verbreiturig scheint sich die Art am nächsten an Allium<br />
ursinum, Orchis mascula, Cephalanthera longifolia und Succisa pratensis anzuschliessen<br />
(sielie näher S. 57).<br />
Vorkommen auf<br />
Aland:^<br />
Kökar: Idö; L e m 1 a n d: Idholni, Idskär; J o ni a 1 a: Ytternäs, Möckelö;<br />
Hammarland: Frebbenby (Hult nach Cons]).); Eckerö: Olafsveden—<br />
öra. Öra und gleich Ö von Skeppsvik (H. Lindberg 1892 i H. M. F.); Geta:<br />
Bolstaholni (E. Sandell 1886 in H. M. F.; hier audi von E. Reuter (nach Consp.)<br />
u. Collander beobachtet); Sund: Brändbolstad; Kumlinge: Ingersholm<br />
(Bergroth, S. 59).<br />
Verbreitung in den Ländern zunächst hei Åland:<br />
LIXDMAN: Svensk fanerogamflora, 1918, S. 104: »Torra ängar, backar, de<br />
flesta sydl. landskap till Uppl. o. Vrml., t. sälls.; Öl., Gtl., allni.» — Stockholmstraktens<br />
växter, 1914, bietet mehrere Lokalitäten, audi in dem nach Åland hin
ACTA BOTANIC A FENNICA 2 89<br />
gekehrten »Scliärenarcliipelgebiet»; docli sclieint die Art dort niclit liäufiger zii<br />
sein als auf Aland. — TIIKDENIUS: Flora öfver Uplands och Södermanlands<br />
fanerogamer och bräkenartade växter, 1871, S. 31: »På ängsbackar och torra<br />
betesmarker; i Upland mångenstädes, isynnerhet allmän i Ilagunda och Lagunda<br />
härader äfvensom i Elfkarleby socken i norra Upland; i Södermanland<br />
sällsynt; Huddinge socken, mellan Agesta och Balingsta; Vårdinge socken,<br />
Sjuunda äng.» — JOHANSSON: Hiifvuddragen af Gotlands växttopografi och<br />
växtgeografi, 1897, s 250: »Allm. Talr. — mängdv. ,»<br />
SCIIMIDT: Flora des silurischen Bodens von Ehstland, Nord-Livland und<br />
Oesel, 1855, S. 258: »In Wierland: B o r k h o 1 m!. In Harrien: W a 11 k ii 11,<br />
H a g g e r s (Wied.), J elgimeggi (Glehn), M u n n a 1 a s (Weber), F ä h n a<br />
(Törmer). In der W i e k imd auf Oesel geniein.» — Desselben Verf. Flora der<br />
Insel Moon, 1854, S. 61: »Auf trocknen Waldwiesen, häufig.» — Russow: Flora<br />
der Umgebung Revals, 1862, S. 108: »Zerstreut. B o r c h h a r dtsche Wiese<br />
am Abhange des Laaksberges!. J elgimeggi (Glehn). F ä h n a (Törmer).<br />
Hark (Sengb.)! PI û e r!.» — GRUNER: Versuch einer Flora Allentackens,<br />
1864, S. 524: »a) vulgäre Koch. Auf den Hiigeln östlich von M e h n t a c k!,<br />
unter Gebusch bei Bogorodiz und an der B o r o W n a!» — GI,EIIN: Flora<br />
der Umgebung Dorpats, 1860, S. 572: »Zerstreut. Jama!; Annenhof!; Wohl<br />
durch das ganze Gebiet.» — SKOTTSBERG U. VESTERGREN: Zur Kenntnis der<br />
Vegetation der Insel Oesel, 1901, S. 84: »Hier und da durch das ganze Gebiet,<br />
nicht häufig. var. riipestris Host.: Oio! Kasti!» — LEIIMANN: Flora von<br />
Polnisch-Livland, 1895, S. 154: »Anhöhen, lichte Waldabhänge, trockene<br />
Buschwiesen. Zerstreut. —Nummerno bei Ruskulowo (L.); Janopol bei R., Wolkenberg,<br />
Inseln des Escha-Sees (R.); Diinawald bei Indritza, Kreslawka u.<br />
Kreutzburg (D.).»<br />
Im Juni 1926 zeichnete ich die Art auf ösel (Lode und Pargel (I)) sowie westlich<br />
von Hapsal auf.<br />
MEINSHAUSEN: Flora Ingrica, 1878, S. 429: »Avif trocknem Hiigellande, gewöhnlich<br />
in mit Wachholder bewachsenen Gegenden, im Kalksteingebiete häufig.»<br />
Fiir Finnland sagt HJELT, 1895, S. 446: »In Fennia austraH usqve ad 62° ad<br />
septentrionem versus raro obvium; in interiore parte in nonnullis plagis satis<br />
raro — passim occurrit, in Fennia orientali autem nondum visum est.» — In<br />
der nachfolgenden Datailbehandlung (1. c.) heisst es fiir die Regio Aboënsis:<br />
»ad Kathrinedal (C. J. Arrh.): Zett. & Br.; »på skogsbackar i Suikila gärde»:<br />
Leche p. 10 [forsitan incertumj; Vihti r Irjala in prato Kirveskallio: Printz;<br />
Vihti etiam in Olkkala Joensuu: af Hällstr., spec, vidi in herb. Bot. Byt.»<br />
Zu beachten ist, dass BERGROTH: Anteckningar om vegetationen i gränstrakterna<br />
mellan Aland och Abo-området, 1894, S. 59 ein Vorkommen nur auf<br />
K u m 1 i n g e: Ingersholm, also gar nicht in dem zum Aboer Gebiet gehörenden<br />
Teil des Untersuchungsgebietes angibt. — Ebenso findet sich die Art nicht bei<br />
CAJANDER: Kasvistollisia tutkimuksia Mynämäen, Mietoisten ja Karjalan kunnisvsa,<br />
1902. Desgleiclien fehlt sie nach Mitteilung von Oi
90 A. Palmgren, Die Einwaiideruiigswege der L'lora nach den Âlandsinseln<br />
Carex distans L.<br />
Karte 5.<br />
Tritt an Meeresufern, besonders auf kleinsteinigem Boden auf. Die Art<br />
wächst hier im allgemeinen unterhalb der das Ufer säumenden Bestände von<br />
Alnus rotnndifolia (stellenweise von Hippophaës rhamnoides).<br />
Die Verbreitung auf Åland ist recht bemerkenswert. Vor alleni ergibt<br />
sich ein allgemeines Vorkommen im westlichen Schärenarchipel von e m-<br />
1 a n d, woran sich einige Fundplätze in benachbarten Teilen von Jomala<br />
(aiich auf der Lumparschen Seite des Lemström-Kanals) anschliessen,<br />
sowie im nordwestlichen Schärenarchipel. In dem letzteren<br />
erstreckt sich das Vorkommen bis in die innersten Buchten bei Svartsmara<br />
und Bamböle herab. In den zwischenliegenden Gebieten scheint die<br />
Art fast vollständig zu fehlen. Das Vorkommen ist also im grossen ganzeti<br />
westlich, westlich von einer Linie zwischen der Siidspitze von Lemland und<br />
der Nordspitze von Geta lokalisiert. Östlich von dieser Linie gibt es nur einige<br />
isolierte Fundplätze, nämlich zwei im nordöstlichen Kökar, einen im siidlichsten<br />
Teil von V å r d ö, einen im siidwestlichen Sund (Klicksö) unweit<br />
des Eingangs zu der Föhrde Korsnäs fjärd, zwei in Saltvik bei der Bucht<br />
Kuggsund nördlich von Godby und einen im nordöstlichen Geta.<br />
Das westliche Vorkoynmnis ist offenhar westlichen Ursprungs. Dabei ist<br />
bemerkenswert, dass das Vorkommen im nordwestlichen Schärenarchipel ebenso<br />
häufig, ja vielleicht häufiger ist als in Lemland. Fiir mehrere Uferpflanzen ist<br />
ja das Vorkommen in diesem Schärenarchipel bemerkenswert spärlich. Zu<br />
beachten ist auch das Fehlen in dem Gebiet zwischen dem nordwestlichen<br />
Schärenarchipel und Lemland, also an der Westkiiste von Siid-Hammarland<br />
imd Jomala sowie an der Siidkiiste von Jomala. Vielleicht gibt diese Liicke<br />
in der Verbreitung zu erkennen, dass die beiden Hauptvorkommnisse voneinander<br />
unabhängig entstanden sind.<br />
Der I'^ndplatz im nordöstlichen Geta repräsentiert ganz sicher einen<br />
östlichen Vorposten desjenigen im NW Schärenarchipel.<br />
Die beiden Fundplätze in K ö k a r stehen offenbar in keinem Zusammenhang<br />
mit denen in Lemland. Sonst wiirde die Art kaum in Föglö fehlen. Am<br />
nächsten liegt es wohl, eine besondere Einwanderting nach Kökar und zwar<br />
am ehesten ans dem Ostbaltikiim, wo die Art auch vorkommt, anzunehmen.<br />
Bei dem Vorkommen im siidlichen V å r d ö kann man sich denken, dass<br />
es sowohl mit denen in Kökar als, und anscheinend zunächst, mit denen in<br />
Lemland und Jomala zusamnienhängt.<br />
Fiir die zwei Fundorte an der Bucht Kuggsund (Saltvik) ist wohl andererseits<br />
ein Zusammenhang sowohl mit dem Vorkommen in Vårdö wie mit dem<br />
in Lemland und Jomala, vielleicht auch mit dem im nordwestlichen Schären-
ACTA BOTANIC A FENNICA 2 91<br />
archipel denkbar, der Abstand bis zu den nächsten Fundorten daselbst beträgt<br />
niir 7 km. Audi ist zii benierken, dass die heutige Buclit Kuggsund einmal mit<br />
der Föhrde Vandö fjärd, also mit den Gewässern im Westen in Verbindung<br />
gestanden hat. Am nächsten gehören jedoch die Fundorte an jener Bucht<br />
zu einer Verbreitungsstrasse von lyemland her. Eine Station auf dieser Strasse<br />
wäre dann der Fundplatz in Sund, — ein Vorposten hinwieder der Fundort<br />
in Vårdö,<br />
In bezug auf den westlichen Teil ihres Verbreitungsgebietes schliesst sich<br />
die Art recht eng an Polygonaitmi multijlorum und Crataegus monogyna an<br />
(siehe S. 56),<br />
Die Art ist of f enbär in der Ausbreitung begriffen.<br />
Beachtung verdient, dass das Vorkonimen auf Åland reichlicher zu sein<br />
scheint als in der Stockliolnier Gegend (siehe S. 30 und unten).<br />
Verbreitimg in den am nächsten hei Åland liegenden Ländern:<br />
I^INDMAN: Svensk fanerogamflora, 1918, S. 144: »Gräsbevuxna havsstränd.,<br />
Boh. — n. Uppl., Gtl., täml. sälls.» — Stockholmstraktens växter, 1914, S. 38,<br />
gibt nur wenige I,okalitäten im mittleren Södermanland und im »Schärenarchipelgebiet»,<br />
drei im erstereu und sechs im letzteren an. — THEDENIUS: Flora öfver<br />
Uplands och Södermanlands fanerogamer och bräkenartade växter, 1871, S.<br />
427: »Pä gräsbeväxta hafsstränder, sällsynt; Nyköpings län: Betten i Nikolai<br />
sn.; Roslagen: på holmar vid Vettersö och Lagnö i Blidö sn., Kafverö skate på<br />
Söderön i Börstels sn.; Upsala län: Ängsskär i Hållnäs sn.» — Zur Vervollständigung<br />
des Obigen sei noch folgende Äusserung bei ERIK AI^MQUIST: Viktigare<br />
tillägg och rättelser till Upplands flora, 1919, S. 327, zitiert: »Till utbredningen<br />
lik C. extensa men sällsynt; nordligast vid H å 11 n ä s Ängskär (Thed. Fl.)! och<br />
Flottskär. Som övriga nya lokaler kan jag blott anföra: G r ä s ö Kalvhagen<br />
och Getskär; Börs til en holme i Östhammarsfjärden (S!).» — JOHANSVSON:<br />
Hufvuddragen af Gotlands växttopografi och växtgeografi, 1897, S. 244: »H.o.d.<br />
på stränderna. Måttl. — talr. Exv. Fårö .»<br />
SciiMiDT: Flora des silurischen Bodens von Ehstland, Nord-Livland und<br />
Oesel, 1855, S. 253: »In Ehstland, im Westen: Fähna (Törmer), Hapsal<br />
(Jiirgens), Pucht!. Auf Moon!. Auf Oesel: St. J o h a n n i s!, K i b b a-<br />
saar!, Arensburg (Werner!). Bei uns nur auf Wiesen am Meeresstrande.»<br />
— Desselben Verf. Flora der Insel Moon, 1854, S. 59: »Auf feuchten Wiesen am<br />
Meeresstrande, unter dem I g o-P a n k, bei P e d d a s t.» — RUSSOW: Flora<br />
der Umgebung Revals, 1862, S. 104 gibt nur »F ä h n a (Törmer)» an. — SKOTTS-<br />
DERG u. VESTERGREN: Zur Kenntnis der Vegetation der Insel Oesel, 1901, S.<br />
80: »Am Meeresstrande: Lode! Kirasaar! Naswa! Orisaar!<br />
Kasti! St. Johannis, Kibbasaar (Snit. Fl.); — F i 1 s a n d!» —<br />
LEIIMANN: Flora von Polnisch-Livland, 1895, S. 166: »Liv. Lemsal (Rapp),<br />
Moon, Oesel; Est. Wiek (Smt.), Cur. Tuckum (Lhrt.); Lith. (Gil., Jundz., Eichw.),<br />
Grod. Bialystok (Ejsni.), Brest!!; Moh. (Tschol.).» — GRUNER: Versuch einer<br />
Flora Allentackens, 18^4, fixhrt die Art nicht an.<br />
KUPFFER: Grundziige der Pflanzengeographie des ostbaltischen Gebietes,<br />
1925, erwähnt die Art S. 114—115 unter folgender Ûberschrift: »Ferner sind
92 ^. Palmgren, Die Einwanderungswege der Flora nacli deii Alaiidsiiiseln<br />
fiir die ostbaltische Inselflora noch folgende Pflanzen cliarakteristiscli, die aiif<br />
unserem Festlande eine viel geringere Verbreitung aufweisen: .»<br />
Iin Juni 1926 beobaclitete ich die Art auf ösel melirerorts an Meeresufern bei<br />
Arensburg (I—II) iind auf der Insel Abro (westl. Ufer und am nördliclien Teil<br />
der von Sixdvvesten hereinragenden Buclit).<br />
MEINSHAUSEN: Flora Ingrica, 1878, erwähnt die Art nicht.<br />
In Finnland ist die Art nicht aiisserhalb Ålands angetvoffen. So fehlt sie<br />
(nach Mitteilung von OIVE EKI^UND) audi in Korpo.<br />
Allium urslnum L.<br />
Karte 6.<br />
Kommt in Hainen vor, Siehe näher 1915, S. 252.<br />
Von dieser Art sind auf Åland vier I^okalitäten bekannt. Am friihesten<br />
bekannt wurde der Wuchsplatz auf Jomala: Ramsholm, wo die Art reichlich<br />
an mehreren Stellen in Haselnusshainen auftritt. Ferner ist sie aus Jomala:<br />
Dalkarby angegeben. Wahrscheinlich ist sie hierher von Ranisholm verpflanzt.<br />
Weiter ist sie von I^ektor W. SJÖBLOM auf Hammarland:<br />
Skarpnåtö gefunden worden (laut miindlicher Mitteilung).<br />
Zu diesen Fundorten im siidwestlichen und nordwestlichen Aland kommen<br />
zwei ganz siidöstlich in K ö k a r. Der eine ist der sog. Lökliden (ei n ûppiger<br />
Hain mit reiclilichem Vorkommen u. a. von Allium Scorodoprasum) auf Idö,<br />
der andere liegt auf dem mit Idö fast verwachsenen Brändholm. Auf dieser<br />
letzteren Insel tritt die Art in einem sehr schönen Bestand auf; im I,ökliden<br />
ist sie recht spärlich.<br />
Die heiden letztgenannten Lokalitäten liegen 60 km von Ramsholm entfemt.<br />
In den dazwischenliegenden Kirchspielen Lemland und Föglö ist die<br />
Art nicht angetroffen.<br />
Allium ursinum schliesst sich also an die recht vielen Arten an, die ein<br />
bemerkenswertes Vorkommen im siidöstlichsten Åland, in Kökar haben.<br />
Es scheint nicht unwahrscheinlich, dass hier eine Verbreihmg vorn Ostbaltikum<br />
her vor liegt.<br />
Die westlichen Fundorte gehen offenhar auf schwedische Einwanderer zuriick.<br />
In bezug auf ihr Vorkommen scheint sich die Art am nächsten an Orchis<br />
mascula, Cephalanthera longifolia und Succisa pratensis anzuschliessen (siehe<br />
näher S. 57).<br />
Vorkommen in den Ländern am nächsten bei Åland:<br />
LINDMAN: Svensk fanerogainflora, 1918, S. 166: »Lövskog, Sk, — Dis. o<br />
Uppl., Gtl,, sälls. men oftast i massa.» — Stockholmstraktens växter, 1914, erwähnt<br />
S 8 niehrer.' Lokalitälen. die meisten davon in dem gegen Åland gerichte-
ACTA BOTANIC A FENNICA 2 93<br />
ten »Schärenarcliipelgebiet». — THKDKNIUS: Flora öfver Ui)laiids ocli Södermanlands<br />
fanerogamer och bräkenartade växter, 1871, S. 148: »På fuktiga ställen<br />
i lundar, teml. sällsynt.» — JOHANSSON: Hufvuddragen af Gotlands växttopografi<br />
och växtgeografi, 1897 S. 232: »H. o. d. på n. och s. Gotl., däremot sälls.<br />
på ett bredt bälte af mellersta. Talr. — mängdv. Exv. ,»<br />
SciiMiDT: Flora des silurischen Bodens von Ehstland, Nord-Livland und<br />
Oesel, 1855, S. 246: »In Ehstl., am westlichen Glint: W i e m s (Wied.!), Fall<br />
(Törmer), Baltischport (Weber), auf Pu elit!. Auf Oesel: A b r o!,<br />
Kibbasaar (Werner, Bruttan!), K a r r a 1!.» — Russow: Flora der Unigebung<br />
Revals, 1862, S. 98: »Am Glint in Wiems (Wied.)! und C a t h a r<br />
(Pahnsch)!.» — Die Art ist nicht erwähnt bei GRUNKR: Versuch einer Flora Allentackens,<br />
1864, und GLEHN: Flora der Umgebung Dorpats, 1860. — SKOTTS-<br />
BERG u. VESTERGREN: Zur Kenntnis der Vegetation der Insel Oesel, 1901, S.<br />
72: »Selten: Kibbasaar (Werner, Bruttan), K a r r a 1 (Smt.), A b r o (Smt.)<br />
nach Smt. Fl.» — LEIIMANN: Flora von Polnisch-Livland, 1895, S. 182: »Liv.<br />
Pernigel, Kurbisstrand (Rapp), Abro, Oesel (Smt.); Est.; Cur. Dondangen (Fis.,<br />
Bt., Wlk., Kge., Ils.), Moritzholm, Usmaiten-See (Kupf); Lith. fjundz.), Wil.<br />
(Eichw., Mus. Herb.): Grod. (Gil.); Moh. (Tschol.).» sowie Nachtrag, 1896, S.<br />
479: »Liv. Neu-Karrishof (Kies. 48), Köppo, am Hallistfluss; Est. Ontika (Smt.<br />
218).»<br />
Im Juni 1926 beobachtete ich die Art in den dichten Hainen (Laubwäldern)<br />
auf der Insel Abro {Ösel).<br />
MEINSHAUSEN: Flora Ingrica, 1878, nennt die Art nicht.<br />
In Finnland ist die Art ausserhalb Ålands nur an einer Lokalität in Nyland<br />
(Borgå: Pellinge: Waldwiese 6. 7. 1908 VERA VON IIERTZEN; Exemplare im Herbarium<br />
Musei Fennici) angetroffen. Hierher diirfte sie of f enbär aus Estland gekommen<br />
sein (siehe PALMGREN: Juncus balticus Willd., neu fiir Nyland, 1927).<br />
— Insbesondere sei hervorgehoben, dass OLE EKLUND die Art laut Mitteilung<br />
nicht in Korpo gefunden liat.<br />
Polygonatum multiflorum L.<br />
Karte 7.<br />
Tritt an beschatteten Stellen in Laubwiesen und in Hainen auf. Siehe näher<br />
1915, S. 256.<br />
Diese Art ist aus sämtlichen Kirchspielen, abgesehen von Sund, Lumparland<br />
und Föglö, aufgezeichnet. Alle Fiindplätze bis auf zwei im NW Saltvik<br />
liegen auf Inseln eder Landzungen. Die Einwandenmg ist mithin angenscheinlich<br />
verhåltnismässig späten Datums.<br />
Das häufigste Vorkommen fällt auf den Schärenarchipel von Lemland<br />
(15 Lokalitäten). Danach kommt der NW Schärenarchipel (10 Lok.) und das<br />
siidliche Jomala (6 Lok.). Bemerkenswert ist, dass nur drei Lokalitäten aus<br />
Eckerö und nur zwei aus dem kontinentalen Hammarland bekannt sind.<br />
Im östlichsten Åland ist die Art wieder recht verbreitet: Kökar (5 Lok.),<br />
Sottunga (3 Lok.), Kumlinge (1 Lok.) und Brändö (3 I,ok.).
94 A. Palmgren, Die Eimvanderungswege der Flora nach den Alaiidsinseln<br />
In der Verbreitung der Art herrscht also in der Richtung von SO nach NW<br />
eine IJicke, welche Föglö, Lumparland, Sund und fast ganz Saltvik umfasst (die<br />
drei in Saltvik bekannten Lokalitäten liegen ganz im Westen). Dass die Art<br />
niclit aus Sund aufgezeichnet worden, ist weniger merkwiirdig. Das Kirchspiel<br />
ist stark angebaut, weshalb ein friiheres Vorkommen möglicherweise<br />
ausgetilgt worden ist. Ûbrigens ist auch nicht ausgeschlossen, dass sie dort<br />
noch gefunden wird. Sehr bemerkenswert ist dagegen das Fehlen in Föglö,<br />
da dieses Kirchspiel zahlreiche gute Wuchsplätze bietet und die Art dazu<br />
im Westen reichlich in dem Nachbarkirchspiel Lemland und im Osten melirerorts<br />
in den angrenzenden Kirchspielen Sottunga und Kökar vorkommt.<br />
Erinnert in der Verbreitung in gewissem Grad an Gymnadenia conopsea<br />
(siehe S. 59). Der Unterschied ist vor allem der, dass das Vorkommen auf<br />
der Hauptinsel Aland ein unbedeutendes Stiick (ca. 7 km) weiter nach Osten<br />
geht; zwei Lokalitäten im NW Saltvik sowie ein paar am F'ârjsund und eine<br />
an der Siidspitze von Lemland kommen hinzu. Auch ist zu bemerken, dass die<br />
Art ihr reichlichstes Vorkommen in Lemland, Gymnadenia dagegen im NW<br />
Schärenarchipel hat. — l-erner zeigt die Art Beriihrungspunkte mit Draha<br />
incana und Artemisia carnpestris (siehe S. 56).<br />
Wie ist die oben angegebene Verbreitung zu erklären?<br />
Vielleicht kann man sich denken, dass die Verbreitung nach Aland teils<br />
(fiir die Hauptinsel Aland, Lemland und den NW Schärenarchipel) von Uppland,<br />
teils (fiir den östlichen Schärenarchipel, also Kökar, Sottunga, Vårdö,<br />
Kumlinge, Brändö) vom Ostbaltikiim her erfolgt ist. Hierbei verdient vielleicht<br />
Beachtung, dass die Art im östlichen Teil ihres Vorkommens stark an<br />
Suaeda maritima erinnert (vgl. PALMGREN. Ny fyndort för Suaeda maritima<br />
(L.) Dum., 1925 sowie Suaeda maritima (L.) Dum. auf Aland, 1927), die man<br />
unstreitig als einen ostbaltischen Einwanderer betBachten muss.<br />
Vorkommen aiif Åland:<br />
Kökar: Idö, Brunskär, Lindö, Ängholm (Arrh. nach Consp.), IIusö,<br />
Haiunö; Sottunga: Finnö n. öjen, Ärlingklobb, Dragsö; L e ni 1 a n d: Ledsund,<br />
Björkö, Jersö, Granö, Rönnskär, Idliolm, Nåtö, Rödgrund, Inre u.<br />
Yttre Kalfskäret, Slätholm, Granholm, Skobbholni, Askö, Eskskär; Jomala:<br />
Ytternäs—Espholm, Klinten, Öfvernäs (J. ÄI. af Tengström u. Bergstr. nach<br />
Consp.), Mariehamn (auf dem Boden von Öfvernäs aufgefiihrt; Hult nach<br />
Consp.), Möckelö, N. von Möckelö, Ramsholm, Kungsö; Hammarland:<br />
Strömma, Skarpnåtö, Äppelö; Eckerö: Torp (H. M. F.), nach H. Lindberg<br />
westl. von Öra, Långviken; Geta: Dånö, Ramsholm (Ch. E. Boldt nach<br />
Consp.), Bolstaholm (Hult nach Consp.); F inströ m: Skabbö, Bastö, Björkö,<br />
Bergö, Bergö-Husö, Godby (J. M. af Tengström u. Bergstr. nach Consp.),<br />
Emkarby (E. Reuter nach Consp.), Örnäs; Saltvik: Dorf Toböle u. Insel<br />
ini Toböle träsk, Haraldsby holmen (Arrh. u. Kihlm. nach Consp.); Vårdö:<br />
Ijsterbyholmen (Laurén nach Consp.); K u m 1 i n g e: Ingersholm; B r ä n d ö:<br />
Uorf Brändö-Söderholm, Björkö-E.spskär (Bergroth, S. 5'i), vSkinnarskär.
ACTA BOTANIC A FENNICA 2 95<br />
Verbreitung in den Ländern znnächst bet Åland:<br />
IVINDMANN: Svensk fanerogamflora, 1918, S. 169: »Lövskog, skogsbryn,<br />
täml. sails., Sk. — Vrnil. o. Gstr., Äng., Öl., Gtl.» — Stockholmstraktens växter,<br />
1914, gibt mehrere Ivokalitäten an. Die Art ist daselbst jeclocli kaum häufiger<br />
als auf Aland. — THEDENIUS: Flora öfver Uplands och Södermanlands fanerogamer<br />
och bräkenartade växter, 1871, S. 152 (s. n. Convallaria multiflora): »I<br />
lundar, flerstädes, t. ex.<br />
.» — JOHANSSON: Hufvuddragen af Gotlands<br />
växttopografi och växtgeografi, 1897, S. 233: (s. n. Convallaria multiflora):<br />
»Sälls. Måttl. Bunge (S) vid Stux och Utbunge (ES o. a.!); Luramelimda s. om<br />
kkan (hb.!); Torsburg (S); Ardre (Wg).»<br />
SciiMiDT: Flora des silurischen Bodens von Ehstland, Nord-Livland und<br />
Oesel, 1855, S. 245: (s. n. Convallaria mult.): »In Ehstl.: vorzuglich am Glint<br />
vmd in der W i e k. Auf M o o n und Oesel häufig.» — Desselben Verf. Flora<br />
der Insel Moon, 1854, S. 56: »In Wäldern, avif iippigem Boden, häufig.» —<br />
Russow: Flora der Umgebung Revals, 1862, S. 98 (s. n. Convallaria mult.)-.<br />
»In C a t h a r. (Wied.)!, W i e m s. Hark (Sengbusch)!; T i s c h e r, Murrast,<br />
S u r r u p!.» — GRUNER: Versuch einer Flora Allentackens, 1864, S. 51 5<br />
(s. n. Convallaria mult.)-. »In Wäldern, unter Gebusch. Auf der Narovainsel bei<br />
K n ä s s e 1 o, W a i w a r a, A 1 t-I s e n h o f!.» — GLEHN; Flora der Umgebung<br />
Dorpats, 1860, S. 563 {s,. n. Convallaria mult.)\ »Ebenfalls nicht häufig. In Gebiischen<br />
zwischen Jama und Rathshof; Zwischen dem Techelferschen Nadelwalde<br />
imd Pajo!; Im Wäldchen bei Annenhof.» — SKOTTSBERG U. VESTERGREN:<br />
Zur Kenntnis der Vegetation der Insel Oesel, 1901, S. 73 (s. n. Convallaria midt.)\<br />
»Selten: A r e n s b u r g an melireren Stellen! Kasti! N e u 1 ö w e 1!» —<br />
LEIIMANN: Flora von Polnisch-Livland, 1895, S. 184: »Schattige Laub- u. gemischte<br />
Wälder auf Humusboden. Zerstreut. Alt-Rickhof, Lesna (Fri. J. Dahlwitz!),<br />
Presma, Benislawovvo, Insel des E.scha-Sees (R); Ruskulowo, Bolwa (L.);<br />
Kolup, Anspach, Kostyr (D.) u. a. a. O.» — In allén Nachbarfloren. Cur. Schlottenhof,<br />
Sieckeln, Stabben, (Bt.), Griwa (Kupf.), Dondangen (Kge.), Kalkulinen!!<br />
u. a. a. O.» sowie Nachtrag, 1896, S. 480: »Liv. Werro — Roseninsel, Neu-Kaseritz<br />
(Abel); Psk. — Ostrow (Prg. 210).»<br />
Im Sommer 1926 bemerkte ich die Art an melireren Orten auf ösel (Lode (I).<br />
Insel Abro (dichter Plain, III), Pargel (I), am Fusse des Widobergs) sowie<br />
vvestlich von Hapsal.<br />
MEINSHAUSEN: Flora Ingrica, 1878, S. 350 (s. n. Convallaria mult.): »In<br />
Wäldern, au Feldern, oft auf Wiesen an Gebiisch; zerstreut in ganz Ingrien.»<br />
Fiir Finnland gibt HJEI.T, 1892, S. 119, an: »In Alandia satis raro, ceteroqvin<br />
in vicinitate orae maritimae australis raro, in interiore parte Fenniae maxime<br />
australis rarissime invenitur; in septentrionem versus ad 6l°30' fere adnotatum.>;<br />
In der nachfolgenden Detaildarstellung heisst es ûber die Regio Aboënsis<br />
(S. 120): »r: Zett. & Br., spec, e [Reso] lîkstenshohn!; Åbo Kuppis: E. Reuter;<br />
Korpo Kråkskär: A. Liljenstrand in dupl.!; Pargas Smedsholmen [adQvidja]:<br />
[J. M. J. af Tengström]! et Arrh. Ann.; Nystad Birkliolm Käpyli et Puttsaari<br />
Tevaluoto: Hollm.; Halikko Vaisakko: K. E. v. Bonsdorff!; Kimito Jungfrusund:<br />
H. M. Linden in herb. lyc. n.; Pojo: G. H. Grönroos et Ilj. Baer in herb<br />
lyc. n.»<br />
Erwähnenswert ist, dass BERGROTH: Anteckningar om vegetationen i gränstrakterna<br />
mellan Åland och Åbo-området, 1894, S. 54, die Art nicht aus den<br />
Grenzkirchspielen (in der Regio Aboënsis) Iniö, Töfsala, Giistafs, wohl aber von
96 A. Palmgren, Die Einwaiideruiigswege der L'lora nach den Âlandsinseln<br />
Aland: Brandö n. Kumlinge anfûhrt. — CAJANDER: Kasvistollisia tutkimuksia<br />
Mynämäen, Mietqisten ja Karjalan kimnissa, 1902, erwähnt sie nicht.<br />
Fur Korpo teilt mir Oi,E EKIVUND mit: »In den nördlicheren und westlichen<br />
Teilen zerstreut — zienil. selten, sonst nicht gefunden.»<br />
Zur Beleuchtung des Vorkoniniens in der Kiistengegend von Nyland sei folgende<br />
Äusserung von W. BRENNER: Växtgeografiska studier i Barösunds skärgård,<br />
I, 1921, S. 75, zitiert: »S. r. 4. Orslandet, Stor-Ramsö Torsliolm, Langlö,<br />
Lingonsö; mest i örtrika lövskogar. Antagligen liemeradiafor.»<br />
Orchis mascula ly.<br />
Karte 8.<br />
Konimt in Laubwiesen sowohl an offenen wie etwas geschlossenen Stellen<br />
vor. vSiehe näher 1915, S. 2G0.<br />
Das hauptsächliche Vorkommen entfällt auf das westliche Åland, Die<br />
Art ist hier von 7 lyokalitäten (sämtlich eine einzige Gruppe bildend) im Schärenarchipel<br />
von e m 1 a n d, aus Jomala: Ramsholm und von einer Lokalität<br />
im vSchärenarchipel von Geta bekannt. Dieses westliche Vorkommen ist<br />
ofjenhar schwedischen Ursprungs.<br />
Welter aber liegt eine einzelne Lokalität in K ö k a r (der schon fiir Allium<br />
ursinum (S. 92) erwähnte Hain Lökliden auf Idö) vor. Wie bei der erwähnten<br />
Art scheint es audi bei der hier in Rede stehenden wahrscheinlich, dass eine<br />
Einwanderung nach Kökar aus dem Ostbaltikum stattgefunden hat.<br />
In bezug auf die Verbreitung zeigt die Art am nächsten Beriihrungspunkte<br />
mit Allium ursinum, Cephalanthera longifolia und Succisa pratensis<br />
(siehe S. 57).<br />
Verbreitung in den am nächsten bei Åland liegenden Ländern:<br />
LINDMAN: Svensk fanerogamflora, 1918, S. 176: »Ängar, lundängar, Sk.,<br />
Bl., Öl., Gtl., täml. allm.; Sm., Hall., Dis., Uppl. sälls.» — Stockholmstraktens<br />
växter gibt S. 134 11 Lokalitäten an, darunter 9 in dem nach Åland hin liegenden<br />
»Schärenarchipelgebiet». — TIIEDENIUS: Flora öfver Uplands och Södermanlands<br />
fanerogamer och bräkenartade växter, 1871, fiihrt die Art nicht an.<br />
— ERIK AI,MQUIST: Viktigare tillägg och rättelser till Upplands flora, 191,9,<br />
S. 329: »Djurö Munkön (jfr SBT. 1917, sid. 143); B 1 i d ö Rödlöga Storskär<br />
(DR). Norr om St.-tr. känd från: Vä tö Lidö (HN Fl. 1879), Skabbholmen<br />
(HESSELM. 1904); Björkö St. Asken i mängd (Et!); Singö Ramsan (SBT.<br />
1909, sid. 79, där även Vätö-lokalerna nämnas). — Lokalen »nära Norrtälje»<br />
(ibid.; St. V.) bör utgå ss. utan tvivel varande identisk med Lidö. Uttrycket användes<br />
av TIIED. vid första meddelandet av arten såsom up])ländsk (se BN.<br />
1881, sid. 67); men i THED, mscr., vari införts alla för provinsen nya arter, står<br />
endast: Lidö 1876, fimnen av O. STERN'VAI.L. Arten torde blott finnas i skärgården.»<br />
— JOHANSSON: Hufvuddragen af Gotlands växttopografi och växtgeografi,<br />
1897, S. 225: »Mycket allm. Måttl. — talr.»
ACTA BOTANICA FENNICA 2 97<br />
SCHMIDT: Flora des silurisclien Bodens von Ehstland, Nord-Livland und<br />
Oesel, 1855. S. 242: »In Elistl.: F ä h n a (Törnier!), J e 1 g i m e g g i (Glelin!).<br />
Auf Moon! iind Oesel! häufig.» — Desselben Verf. Flora der Insel Moon,<br />
1854, S. 55: »Mit O. militaris, niehr auf trocknem Boden.» — Russow: Flora der<br />
Umgebimg Revals, 1862, fiihrt S. 97 die obenerwähnten Fähna und Jelginieggi<br />
sowie ausserdem Strandhoff an. — GRUNER: Versuch einer Flora Allentackens,<br />
1864, erwälint die Art nicht; ebenso nicht G 1 e h n: Flora der Unigebung Dorpats,<br />
1860. — SKOTTBERG U. VESTERGREN: Zur Kenntnis der Vegetation der Insel<br />
Oesel, 1901, S. 68: »Hier und da: A r e n s b u r g an mehreren Stellen! S e p p a!<br />
Kergel! Kasti! Wedroko!» — LEHMANN: Flora von Polniscli-Livland,<br />
1895, S. 187: »Kin Fundort: Waldwiesen bei Kostyr (D.). Hier die var. c.—<br />
Liv. (Heug.), zwischen Kokenhusen u. Römershof an d. EB!!, Moon, Oes. liäufig<br />
(Smt.); Est; Cur, (Fis., Lind., Lhrt.), Zierau (J. Miiller), Scheden Kabillen, Lauzen<br />
(Kupf.); Lith. (Gil., Jundz., Eichw.); Grod. (Lind.); Wil. (Mus. Herb.);<br />
Minsk (Lind.), Nowogrudek (Dyb.!); Moli. (Lind.), var. b. obtusiflora Koch.<br />
Balticuni (Kge.). — c. acutiflora Koch. Balticum (Kge.).»<br />
KUPFFER: Grundziige der Pflanzengeographie des ostbaltischen Gebietes,<br />
1925, erwähnt S. 115 die Art unter denen, welche fiir die »ostbaltische Inselflora»<br />
charakteristisch sind, während sie auf dem Festland »eine viel geringere<br />
Verbreitung» zeigen.<br />
Im Juni 1926 beobachtete ich die Art auf Ösel: Lode auf trockenem off enen<br />
Gelände und in Pargel (III).<br />
MEINSIIAUSEN: Flora Ingrica, 1878, nennt die Art nicht.<br />
In Finnland ist die Art nur von Åland bekanni. Es sei besonders betont, dass<br />
Oi,E EKI,UND sie nicht in Korpo angetroffen hat (briefliche Mitteilung).<br />
Gymnadenia conopsea (L.) R. Br.<br />
Karte 9.<br />
Kommt an offenen Stellen in Laubwiesen und auf Hugelwiesen vor. Siehe<br />
näher 1915, S. 265.<br />
Die grosse Mekrzahl der Wiichspiätze entfällt auf Inseln und Landznngen.<br />
Ausnahmen machen nur zwei Lokalitäten in der Gegend der Kirche von<br />
Jomala sowie Lokalitäten im Dorfe Östergeta und bei dem Gehöft Bolstaliolm<br />
in Geta wie auch in H a m m a r 1 a n d: Snlis und Bredbolstad.<br />
Die vorliegende Art zeigt eine selir bemerkenswerte Verbreitung (siehe<br />
auch S. 55—56). Dabei handelt es sich im grossen ganzen um ein wesiliches<br />
und ein östliches Verhreitungsgehiet. Das westliche seinerseits zerfällt in ein<br />
nordwestliches und ein stidwestliches.<br />
Am häufigsten ist die Art im nordwestlichen Teil der Landschaft. Sie<br />
kommt hier recht gewöhnlich und mit ziemlich gleichmässiger Frequenz in<br />
Geta (8 Lokalitäten), im nördlichen und mittleren Hammarland bis<br />
nach Kattnäs, etwas slidlich von Frebbenby hinab (10 Lok.) und in E c k e r ö<br />
(10 Lok.) vor. — Mit ungefähr derselben Frequenz wie im NW tritt sie weiter<br />
7
98 A. Palmgren, Die Eimvanderuiigswege der Flora nacli deii Ålandsinseln<br />
im Sudwesten, im westlichen Schärenarchipel von Lemland auf (5 Lok,).<br />
In dem dazwischenliegenden Jomala sind bemerkensvverterweise nur zwei<br />
Ivokalitäten bekannt (beide bei der Kirche von Jomala). Auf der Haiiptinsel<br />
Åland fehlt die Art ganz in Finström, Saltvik und Sund. Ferner fehlt sie auf<br />
der Hauptinsel Lemland, in Lumparland, in Vårdö, abgesehen von dem nördlichsten<br />
Teil des Kirchspiels, und in ganz Föglö.<br />
Die Grenze des westlichen Vorkommens geht also in ziemlich gerader Linie<br />
von Östergeta im Norden ûber die Kirche von Jomala nach Lemland:<br />
Jersö im Siiden. Östlich von dieser Linie und in 20—40 km Abstand von derselben<br />
tritt die Art wieder bei einer ziemlich geraden Linie auf, die von Hamnö<br />
im nordwestlichsten Vårdö nach Kökar: Idö läuft. An dieser Linie erscheinen<br />
drei voneinander isolierte Verbreitungsgruppen, eine im nördlichsten<br />
Vårdö, nördlich von der Föhrde Boxö fjärd (5 Inseln), eine inSottunga<br />
(3 Inseln) und eine in Kökar (4 Inseln). Alle diese I.okalitäten liegen in<br />
einer Breite von höchstens 7 km an einer von SO nach NW gehenden Linie<br />
von 70 km Länge.<br />
Von dem Vorkomnmis in Sottunga geht gegen NO ein Vorkommnis in<br />
K u m 1 i n g e und Brändö aus. (5 Lokalitäten auf der Hauptinsel Kunilinge<br />
und nächstgelegenen Inseln sowie eine auf Kumlinge: Björkö, welche Insel<br />
sich geographisch an das siidlichste Brändö anschliesst. Nach BERGROTH<br />
kommt die Art ausserdem auf Jurmo: Harholm im nördlichsten Brändö vor.)<br />
Das oben angegebene Vorkommen ist recht bemerkenswert. Es legt heredtes<br />
Zeugnis von der Notwendigkeit genauer Detailangahen iiber die Verhreitung<br />
ab. Nur auf Grund solcher kann hier auf die eigenartige Liicke in der<br />
Verbreitung quer durch Åland hingewiesen werden. Es hätte ausserordentlich<br />
nahe gelegen, fiir die Art eine recht gleichmässige Verbreitung anzugeben.<br />
Wie ist diese ungleichmässige Verbreitung zu erklären? In standörtlichen<br />
und kliraatischen Verhältnissen hat sie nicht ihren Grund. Geeignete Lokalitäten<br />
sind in alien Gegenden, wo die Art fehlt, reichlich vorhanden.<br />
Am wahrscheinlichsten diinkt mich folgende Erklärung:<br />
Hinter dem Vorkommen auf Åland liegt keine einheitliche Einwandcrungsgeschichte.<br />
Das westliche Vorkommnis stammt zweijellos aus Schweden. Vielleicht haben<br />
sich dabei das im Schärenarchipel von Lemland und das im nordwestlichen<br />
Åland (Eckerö, Hammarland, Geta) aus verschiedenen Richtungen rekrutiert.<br />
Der Umstand, dass die tiberwiegende Zahl der Lokalitäten im Schärenarchipel,<br />
also in recht niedrigen Niveaus liegt, scheint fiir eine späte Einwanderung zu<br />
sprechen.<br />
Schwerer ist das östliche Vorkommnis zu verstehen. 1st auch dieses schwedischen<br />
Ursprungs (in solchem Fall vielleicht mit dem weståländischen zusamnienhängend)<br />
oder finnländischer oder vielleicht ostbaltischer Herkunft?
ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 99<br />
Die meiste Walirscheinlichkeit scheint mir die letztere Möglichkeit zu<br />
haben. Hierfiir spricht vor allem das eigenartige Vorkoninien längs einer<br />
Linie von SO nach NW. Ware die Verbreitiing von Westen oder von Finnland<br />
aus erfolgt, so hatten sich die Fundorte offenbar melir in der Riclitung<br />
W—O gruppiert.<br />
Man beachte auch, dass das Vorkommen (wenn audi reichlicher) an das<br />
von Stiaeda maritima erinnert, fiir welclie eine Rekrutierung aus dem Ostbaltikum<br />
offenbar zu sein scheint.^) ( Vgl. PAI.MGREN: Ny fyndort för Suaeda<br />
maritima (ly.) Dum., 1925 sowie Suaeda maritima (L.) Dum. auf Åland, 1927.)<br />
Gegen eine Einwanderung aus Innnland spricht u. a., dass die Art von<br />
BERGROTH (1894) nicht in den Grenzkirchspielen Iniö, Gustafs und Töfsala<br />
gefunden worden ist.<br />
Vorkommen atif<br />
Åland:<br />
Kökar: Idö, Ivindö, Husö, Finnö; S o 11 u n g a: Fimiö n. Öjen, Dragsö,<br />
IMossliaga; Lemland: Jersö, Idliolm, Askö, Slätskär, Eskskär; Jomala: bel der<br />
Kirche (Bergstr. in H. M. F.), Kårböle—Möckelby; Hammarland: Kattnäs,<br />
Sålis, Bergliamiislaudet. Bredbolstad, Skarpnåtö, Gumliolm, Skråbjörkö, Skabbskär,<br />
Äppelö, Äi)pelö-Granskär; Eckerö: Kirchdorf, Storby, Storby: Öra<br />
u. Vikarna, Olafsveden—Öra, Böle (Saelan nacli Conjip.), Torp, Skeppsvik<br />
(H. Lindberg), Björkskär, Finbo; Geta: Bolstaholm, Östergeta, Finnö (Bergroth<br />
nach Consp.), Snäckö, Dånö, Isaksö, Andersö, flällö; F i n s t r ö m: »Bergö<br />
Granholm Cop.» (P. E. Ericsson nach Consp.); V å r d ö: nördl. ii. siidl. Teil<br />
von Långgårdsö, Hamnö, Väderskär, Sälö; K u m 1 i n g e: Kyrklandet: Visiugs<br />
u. Kungshaimi—Dorf, Snäckö, Ådö, Ingersholm, Björkö; Brändö: Jurmo:<br />
Harholm (Bergroth).<br />
Die Verbreitiing in den am ncichsten bei Åland liegenden Ländern:<br />
LINDMAN: Svensk fanerogamflora, 1918, S. 179: »Ang., Sk. — Lpl., i de<br />
flesta trakter mindre allmän.» — Stockholmstraktens växter, 1914, gibt mehrere<br />
Lokalitäten an. Besonders häufig ist die Art daselbst jedoch nicht. — TIIRDE-<br />
Nius: Flora öfver Uplands och Södermanlands fanerogamer och bräkenartade<br />
växter, 1871, S. 394: »På ängsmark, mångenstädes.» — JOHANSSON: Hufvuddragen<br />
af Gotlands växttopografi och växtgeografi, 1897, S. 227 (s. n. Habenaria<br />
conopsea): »Mycket allm. Måtll. — Talr. .»<br />
Im Ostbaltikum scheint die Art verbreitet zu ^ein. So hat SCHMIDT: Flora<br />
des silurischen Bodens von Ehstland, Nord-Livland und Oesel, 1855, S. 243, die<br />
Angabe: »Durch das ganze Gebiet. Auf Oesel besonders häufig.» — Desselben<br />
Verf. Flora der Insel Moon, 1854, fiihrt die Art S. 55 ohne Angabe von Lokalitäten<br />
auf. — Ebenso heisst es bei Russow: Flora der Umgebung Revals, 1862,<br />
S. 97: »Durch das Gebiet». — GI^EHN: Flora der Umgebung Dorpats, 18G0, S.<br />
Die genannte Art ist gerade an derselben von SO nach NW gehenden Linie<br />
in Kökar, Sottunga und auch Vårdö (obwohl nicht so nördlich) sowie von Sottunga<br />
nach Nordosten in Kumlinge (Seglinge) und im siidwestlichsten Brändö<br />
^Lappo) angetroffen.
100 A. Palmgren, Die Einwanderiingsvvege der Flora iiach den Âlandsinseln<br />
562: »Zerstreut.» — GRUNER: Versuch einer Flora Allentackens, 1864, S. 514:<br />
»In Allant.: P e r m e s k û 11, R u 11 i k, zwischen K o c h t e 1 und N e u-<br />
I s e n h o f!; in L i v 1.: W o 11 i g f e r! (mit Orchis ustulata).» — SKOTTSBERG<br />
u. VESTKRGREN: Zur Kenntnis der Vegetation der Insel Oesel, 1901, S. 69<br />
(s. n. Habenaria conopsea): »Häufig. /. densiflora (Wg.): K i e 1 k o n d! T a g g a-<br />
m o i s! P i d d u 1! K ö n n o!» — LEIIMANN: Flora von Polnisch-Livland,<br />
1895, S. 190: »Wiesen, Gebiiscli, Torfmoore. Häufig.»<br />
Im Juni 1926 zeiclinete ich die Art auf ösel (I,ode (I), Pargel und am Fuss des<br />
Widobergs) sowie westlich von Hapsal auf.<br />
MEINSHAUSEN: Flora Ingrica, 1878, S. 337: »Auf ziemlicli trocknen Wiesen,<br />
im Gebiiscli od. offen, im ganzen Gebiete häufig.»<br />
Fiir Finnland gibt HjEr,T, 1895, S. 495 an: »In media et australi parte Fenniae<br />
orientalis freqventissime inveniri indicatur, sed et ad austro-occidentem et<br />
imprimis ad septentriones versus freqventia minuitur, ut in regione infra-lapponica<br />
et superiore norrlandica (sensu Wahlenb.) aut rara sit aut non obvia; in<br />
Lapponia tamen ad summum septentrionem progreditur, ubi in var. lapponicam<br />
transit, cfr Wainio Kasv. p. 119.»<br />
Im siidwestlichsten Finnland {Regio Aboënsis) scheint die Art recht selten<br />
zu sein. HJEI,T sagt hieruber (1. c., S. 496): »Lundo (H.M.F.!): Zett. & Br.;<br />
Uskela: E. J. Bonsdorff!; [Pojo] p ex. gr. Siisbacka: A. Nyi.; p: Sel.; Pojo ad<br />
Åminne, Lojo in insula Pensa: His.; Vihti (fq): Printz; p in par. Pojo — Vihti:<br />
Hult. coll.» — Zu beachten ist, dass BERGROÏII: Anteckningar om vegetationen<br />
i gränstrakterna mellan Åland och Åbo-området, 1894, die Art (S. 59) nur ans<br />
Kumlinge und Brandö, aber nicht aus dem zum Åboer Gebiet gehörenden Teil<br />
des Untersuchungsgebietes anfiihrt. — Bei CAJANDER: Kasvistollisia tutkimuksia<br />
Mynämäen, Mietoisten ja Karjalan kunnissa, 1902, finden \vir S. 88 folgende<br />
Notiz: »Pt. (der siidlichste Teil von Mynämäki) r., neben dem Zaun am Ende<br />
des Ackers von Riainen im Dorfe Kallinen. Kr. (Gegend von Karjala) r., auf<br />
einem Ackerhiigel östlich des von Karppinen nach Suojoki gehenden Weges.<br />
An beiden Stellen wuchsen i. J. 1897 etvva 10 Ex.» (Orig. finnisch.)<br />
Von grossera Interesse ist ein Vorkommnis auf Houtskär: Jungfruskät<br />
mitten im Skiftet. Oi,E EKI^UND teilt dariiber (Botaniska notiser från Ab.<br />
Korpo, 1924, S 12—13) mit: »En vacker anblick erbjuder den i ymnighet<br />
växande Gynmadenia conopsea, som ofta uppträder sällskapligt tillsammans med<br />
Orchis maculatus, Platanthera (båda arterna) och mycket frodig och rik Listera<br />
ovata.» — Dieses Vorkommnis schliesst sich offenbar an das in Sottunga auf<br />
Åland an. In Korpo fehlt die Art laut Mitteilung von Oi,E EKI^UND.<br />
Cephalanthera longifolia (Huds. L.) Fritsch.<br />
Karte 10.<br />
Kommt an mehr oder weniger beschatteten Stellen in Laubwiesen ver.<br />
Siehe näher 1915, S. 267.<br />
Diese Art schliesst sich in bezug auf ihre Verbreitung in gewissem Sinn an<br />
Allittm ursimmi, Orchis mascula und Succisa pratensis an (siehe S. 57).<br />
Die Vorkommnisse fallen in den Schärenarchipel von Lemland (3 Lokalitäten),<br />
den NW Schärenarchipel (Hammarland 3 Lok.; Finström 1 Lok.),
ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 101<br />
den nordöstlichen Schärenarchipel (Hamnö im nördliclisten Vårdö) und K ö-<br />
k a r: Idö.<br />
Das westliche Vorkommnis ist wohl îinbedingt schwedischen Ursprungs.<br />
Fiir das isolierte Vorkommen auf Kökar: Idö scheint dagegen eine Rekrutieriing<br />
aus dem Ostbaltikum vielleicht wahrscheinlicher (siehe jedoch die<br />
Fussnote S. 57). Das isolierte Vorkommnis in Vårdö ist schwer zu erklären.<br />
Am nächsten liegen die Fundplätze im nordwestlichen Schärenarchipel.<br />
Vorkommen mif<br />
Åland:<br />
Kökar: Idö (hier schon 1852 von Bergstrand gefunden (S. 4)); Iv e m 1 a n d:<br />
Björkö (1901), Jersö (1901), Nåtö (1914, nur 2 Bxx.); Hammarland:<br />
am Marsund S. von Bergliamnslandet, Berghamnslandet, Äppelö (S. Lagerstam<br />
1900; 1913 vom Verf. in etwa 20 Individuen notiert); F i n s t r ö m: Bergö<br />
Husö (P. E). Ericsson 1864; 1898 vom Verf. in ein paar Dutzend Individuen<br />
notiert); Vårdö: Hamnö (1924).<br />
Verbreitung in den am nächsten hei Åland liegenden Ländern:<br />
LINDMAN: Svensk fanerogamflora, 1918, S. 181: »Sk., BL, Uppl., öl., Gtl.,<br />
sälls., dock på några få orter (t. ex. i Stockh:s skärgård) ymnig.» — Stockholmstraktens<br />
växter, 1914, fiihrt etwa 20 Fundorte an, sämtlich ausser zweien in<br />
dem Aland zugekehrten »Schärenarchipelgebiet». — TIIEDENIUS: Flora öfver<br />
Uplands och Södermanlands fanerogamer och bräkenartade växter, 1871, S. 400:<br />
(s. n. C. Xiphophyllum Reich.): »På skogsängar och i lundar i hafvets granskap,<br />
sällsynt: Stockholmstrakten : Skuru park; Nacka hästhage; Roslagen: Vettersö<br />
i Ljusterö sn.; Gräsön och några andra öar i Östhammars skärgård.» — ERIK<br />
AUIQUIST: Viktigare tillägg och rättelser till Upplands flora, 1919, S. 329:<br />
»Förutom skärgårdslokalerna finnas även några på fastlandet: H ä v e r ö<br />
Vallmar (O); H arg nära Hargshamn (enl. uppgift); Börs til flerst. i<br />
trakten av Kavarö Skate (SG!).» — JOHANSSON: Hufvuddragen af Gotlands<br />
växttopografi och växtgeografi, 1897, S. 228 (s. n. C. grandiflora (L.) Krok.):<br />
»H. o, d. på n. och n. ö. Gotl.; sälls. på s. v.; saknas på ett bredt bälte af<br />
mellersta delen. Måttl. .»<br />
SciiMiDT: Flora des silurischen Bodens von Ehstland, Nord-Livland und<br />
Oesel, 1855, S. 243: (s. n. C. ensifolia Rich.): »Im westlichen O e s e 1, in trocknen,<br />
etwas hugeligen Laubwäldern: Oj o, Taggamois (Kierulff!), L a d-<br />
j a 1 am Wege nach Soëla (Werner und Bruttan!), P i c h t e n d a h 1 (Duhmberg),<br />
am Kandi a-See!, bei Ii a u t z e 11 unweit Karral!.» — Desselben Verf.<br />
Flora der Insel Moon, 1854, erwähnt die Art nicht, ebenso wenig Russow:<br />
Flora der Umgebung Revals, 1862, GIVEIIN: Flora der Umgebung Dorpats, 1860,<br />
und GRUNER: Versuch ciner Flora Allentackens, 1864. — SKOTTSBERG U. VES-<br />
TERGREN: Zur Kenntnis der Vegetation der Insel Oesel. 1901, S, 70 (s. n. C.<br />
grandiflora (L.) Krok.): »Ziemlich selten: O i o! (Smt., Kierulff), Taggamois<br />
(Smt., Kierulff), L a d j a 1 (Werner, Bruttan), P i c h t e n d a h 1 (Duhmberg),<br />
Kandia, Hautzell (Smt.), nach Smt. Fl.» — LEIIMANN: Flora von Polnisch-Livland,<br />
1895, S. 191 (s. n. C. Xiphophyllum Rchb f.): »Liv. Oes. (Smt.<br />
137); Lith. Wil. selten Eichw., Jundz. Mus. Herb.); Grod. (Gil., Schm.); Moh.<br />
(Dow.).» sowie Nachtrag, 1896, S. 482: »Liv. Oesel (Smt.), Tammist bei Pernau
102 A. Palmgren, Die Einwanderiingsvvege der Flora iiach den Âlandsinseln<br />
(Hiir 1880 — 177?); Litli. Minsk — Nowogrudek (Dyb. 190), Mosyr — Sloboda<br />
(Twar. 221).»<br />
Nach KUPFFER: Gnindziige der Pflanzengeographie des ostbaltischen Gebietes,<br />
1925, S. 112, ist die Art aiif Ösel und die Wiek (Estonia maritima) beschränkt.<br />
Im Juni 1926 zeichnete ich die Art in Laubwiesen auf ösel: Pargel auf.<br />
MEINSHAUSP:N: Flora Ingrica, 1878, fiihrt die Art nicht an.<br />
Die Art ist in Finnland auf Åland beschränkt. Besonders liervorzuheben ist,<br />
dass Oi,E EKIYUND sie nicht in Korpo angetroffen liat (briefliclie Mitteilung).<br />
Polygonum dumetorum 1,.<br />
Karte 11.<br />
Kommt auf Plugel- und Felsbuckeln sowie auf Felsabsätzen in Laubwiesengebieten,<br />
besonders zwischen Sträucliern vor.<br />
1st auf Åland reclit selten und oft steril. Die Verbreitung ist bemerkenswert.<br />
Sie ist m der Hauptsache östlich, mit Fundorten in sänitlichen östlichen<br />
Kirchspielen Vårdö, Sottunga, Kökar, Kumlinge tmd Brändö. Die F'requenz<br />
ist in alien diesen ungefähr dieselbe, 2—3 aufgezeichnete Lokalit äten in jedem<br />
Kirchspiel. An das Vorkommnis im nördlichen Schärenarchipel von Vårdö<br />
schliesst sicli eines auf Kalskär ini nordöstlichsten S a 11 v i k an; diese Schäre<br />
gehört auch geographisch näher zu Vårdö als zu Saltvik. Die Westgrenze<br />
dieses östlichen Vorkommens geht also in einer ziemlich geraden Linie von<br />
Kökar (Idö) nach Saltvik: Kalskär.<br />
In Föglö habe ich die Art nicht angetroffen. Weiter im Westen, im Schärenarchipel<br />
von L e m 1 a n d, tritt sie wieder auf. Drei Lokalitäten sind mir bekannt.<br />
An diese schliesst sich geographisch eine im siidlichen Schärenarchipel<br />
von Jomala (Inselchen gleich siidlich von Ramsholm) an.<br />
Die ohen angegebene östliche Verhreitung scheint am ehesten fiir eine Einwanderung<br />
von Osten öder Siidosten, ans Finnland öder dem Ostbaliikum zii<br />
sprechen. Der Umstand, dass die Art in Estland ganz und gar in dem Åland<br />
am nächsten zugekehrten »Subdistrictus insularis» zu fehlen scheint, bewiikt,<br />
dass man am ehesten mit einer Kinwanderung aus Finnland zu rechnen haben<br />
diirfte.<br />
Das westliche Vorkomnien hinwieder diirfte wohl ziinächst mit einer Einwanderung<br />
ans Uppland in Zusammenhang gehracht werden miissen.<br />
Insbesondere hat man Ursache, sich eine Einwanderung nach Åland von<br />
zwei verschiedenen Seiten zu denken, wenn es sich zeigt, dass die Art wirklich<br />
in ganz Föglö fehlt.<br />
Vorkommen auf<br />
Åland:<br />
Kökar: Karlby, Idö (E.Eriksson laiit Consp.); S o 11 u n g a: Finnö s.<br />
Öjen (Felsen), Finnö n. Öjen, Dragsö; L e m 1 a n d: Askö, Jersö (Felsen), Esk-
ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 103<br />
skär; Jomala: Iiiselclien gleich Siidlich von Ramsholm; Saltvik: Kalskär;<br />
V å r d ö: Hemskär, Sälö; Kumi i n g e: Hettona, Seglinge; Brändö: Lappo,<br />
Afva, Härö.<br />
V or kommen in den am nächsten hei Åland liegenden<br />
Ländern:<br />
LINDMAN: Svensk fanerogamflora, 1918, S. 219: »Snår, skogsbryn. Sk. —<br />
Vrml. o. Ång., P. Ipnik, Öl., mindre allm., nornit sälls.» — Stockholmstraktens<br />
växter, 1914, gibt S. 145 ein ausgedehntes Vorkommen, u. a. in dem Åland zugekehrten<br />
»Schärenarchipelgebiet» an. — THEDENIUS: Flora öfver Uplands och<br />
Södermanlands fanerogamer och bräkenartade växter, 1871, S. 178: »På backar<br />
och berg bland taggiga buskar, öfver hvilka den slingrar sig, mångenstädes och<br />
i alla delar af florområdet .» — JOHANSSON: Hufvuddragen af Gotlands växttopografi<br />
och växtgeografi, 1897, fuhrt die Art nicht an.<br />
SCHMIDT: Flora des silurischen Bodens von Ehstland, Nord-Livland und<br />
Oesel, 1855, S. 236: »In Khstl.: Fähna (Törmer). Auf Oesel (Bruttan).»<br />
— Desselben Verf. Flora der Insel Moon, 1854, hat die Art nicht. — Russow:<br />
Flora der Umgebung Revals, 1862, S. 91: »Fähna (Törmer). Unter Gesträvich in<br />
L i k k a t (vSengbusch). Am Laaksberge unter der Bake (Sengbusch).» —<br />
GRUNER: Versuch einer Flora Allentackens, 1864, S. 507: »Selten. May del<br />
(Frese).» — SKOTTSBERG U. VESTERGREN: Zur Kenntnis der Vegetation der Insel<br />
Oesel, 1901, S. 63: »Fiir Oesel (Bruttan in Smt. Fl.) selir zweifelhaft.» — LEH-<br />
MANN: Flora von Polnisch-Livland, 1895, S. 353: »Bisher nur im Garten von<br />
Leschtschinsky (Adolfinowo bei R.) als Unkraut. Im Diinarayon diirfte die<br />
Pflanze vorkommen u. ist wohl nur xibersehen.» — GI,EHN: Flora der Umgebung<br />
Dorpats, 1860, fiihrt die Art nicht an.<br />
KUPFFER: Grundziige der Pflanzengeographie des ostbaltischen Gebietes,<br />
1925, erwähnt die Art S. 118 unter denen, welche bemerkenswerterwcise in dem<br />
»Subdistrictus insularis» fehlen.<br />
MEINSIIAUSEN: Flora Ingrica, 1878, S. 306: »In den sandigen Gegenden des<br />
Litoral-Gebietes hie und da, nicht häufig.»<br />
Fiir Finnland bemerkt HjEi
104 A. Palmgren, Die Eimvanderuiigswege der Flora nacli deii Ålandsinseln<br />
Zur Beleuchtung des Vorkommens in Siidfinnland sei noch folgende Äusserung<br />
bei W. BRENNER: Växtgeografiska studier i Barösunds skärgård, 1921,<br />
S. 81, angefiihrt: »S. st. fq. 23. I såväl inre som yttre skärgården, men vanligare<br />
i den yttre. Mest i snår och lövskogssamliällen å torra ståndorter. Hemerofob.<br />
— F. p.»<br />
Cakile maritima Scop.<br />
Karte 12.<br />
Diese Art gehört zu den grössten Seltenheiten Ålands.<br />
Nur drei Lokalitäten<br />
sind mir bekannt, nämlich je eine in Kökar, Sottunga und<br />
Eckerö.<br />
Aiif der Sandbank Öland in Kökar kommt sie auf grusigem Strand ver.<br />
Die drei zerstreuten Vorkomnmisse können selbstverständlich keinen<br />
sicheren Fingerzeig zur Beantwortung derFrage nach der Einwanderung der Ait<br />
geben, da man ja imnier mit dem Spiel des Zufalls rechnen muss, Doch ist zu<br />
beachten, dass alle F\mdorte in den siidwestlichen, siidlichen und slidöstlichen<br />
Schärenarchipel fallen, wo man ja auch fur manclie Uferarten das reichlichste<br />
Vorkomnien<br />
findet.<br />
Dieses Vorkommen scheint am ehesten auf eine Einwanderung sowohl ans<br />
Schweden als ans dem Ostbaltikum (vielleicht auch aus Finnland; siehe auch<br />
S. 57) zu deuten.<br />
Verbreitung in den am nächsten bei Åland liegenden Ländern:<br />
LINDMAN: Svensk fanerogamflora, 1918, S. 281: »Havsstr., Sk. — Boh. o.<br />
Uppl., Öl., Gtl., täml. allm.; även hamnar, tillfällig.» — Stockholmstraktens<br />
växter, 1914, S. 29: »Södertörnsomr.: Torö fl. Skeppsmor, Västerhamn: Ösmo<br />
fl. Järflotta, Yttre gården, Yxelö; Österhaninge Sandemar. Sthlmsomr. : Stockholm<br />
Beckholmen 1873. Skärgdrdsomr. : Blidö Köpmanholm; Djurö Harö, Runmarö,<br />
Skarp-Runmarö, Sandön; Möja Björkskärs skär g.. Hemlandet; Rådmansö<br />
mellan Gräddö o. Björkös örn.» — THEDENIUS: Flora öfver Uplands och Södermanlands<br />
fanerogamer och bräkenartade växter, 1871, S. 286: »På hafsstränder<br />
och öar i skärgården, sällsynt; .» JOHANSSON: Ilufvuddragen af Gotlands<br />
växttopografi och växtgeografi, 1897, S. 178: »H. o. d. vid stränderna. Måttl.—<br />
spars., något sporadisk. Sandön .»<br />
SCHMIDT: Flora des silurischen Bodens von Ehstland, Nord-Livland imd<br />
Oesel, 1855, S. 196: »Längs der ganzen Kiiste. In Ehstl.: Tiirsel (Seidlitz),<br />
R e v a 1 (Wied.), F ä h n a (Törmer), P u c h t (Dietrich), K e r t e 1 auf Dago<br />
(Eichwald), Moon (Jäsche und Duhmberg, 1841). In Oesel: M e n t o!. Fil-,<br />
sand!, K a r r a 1!, A b r o (Werner, Bruttan).» — Desselben Verf. Flora der<br />
Insel Moon, 1854, fiihrt die Art nicht an. — Russow: Flora der Umgebung Revals,<br />
1862, S. 61: »Zerstreiit am Meeresstrande unter der Zuckerfabrik,<br />
Ziegelskoppel, Kakko m egg i, Tischer! Fähna (Törmer)!.<br />
Häufig in der H a b b i n e e mschen Bucht auf W i e m s!.» — GRUNER: Versuch<br />
einer FMora Allentackens, 1864, S. 470: »Am Meeresstrande bei M e r r e-
ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 105<br />
kiill, W a i w a r a, S i 11 a m ä g g i!, Tûrssel (Seidlitz), O n t i k a,<br />
A 1 t-I s e n h o f!.» — SKOTTSBERG U. VESTERGREN: Zur Kenntnis der Vegetation<br />
der Insel Oesel, 1901, S. 40: »Zerstreut; am Meeresstrande bei A n s e k ii 11!<br />
auf F i 1 s a n d! (Smt. Fl.) Oio! (auf einem Brachfeld) Ment o, Karral (Smt,<br />
Fl.); Ab ro (Werner, Bruttan nach Smt. Fl.).» — LEIIMANN: Flora von Polniscb-<br />
Livland, 1895, S. 318: »Am Ostseestrande d Balt. u. Pet.»<br />
Im Jimi 1926 notierte icli die Art spärlicli (I) an den Meeresufern der Siidspitze<br />
der Insel Abro {ösel) und westlich von Hapsal (I).<br />
MEINSHAUSEN: Flora Ingrica, 1878, S, 40: »Am Meeresstrande in tiefsandigem<br />
Boden liie und da (Strelna, Peterhof, Kronstadt, Narwa, Sestrorezk etc.).»<br />
Fur Finnland gibt HjEi.T, 1906, S. 396, an: »In extremis insulis maritimis<br />
Fenniae rarius occurrit.» — In der nachfolgenden Detaildarstellung werden<br />
(ausser fiir Åland) drei Lokalitäten fiir die Regio Aboënsis (Aspö Vidskär, Korpo<br />
Jurmo und Kimito Dalilsbruk) sowie eine bedeutende Anzahl fiir Nylundia<br />
genannt. Auch im östliclien Teil des Finnischen Meerbusens in Karelia australis<br />
und auf dem Isthmus Kareliciis sclieint die Art melirerorts vorzukommen.<br />
Zu bemerken ist, dass BERGROTH: Anteckningar om vegetationen i gränstrakterna<br />
mellan Åland och Åbo-området, 1894, die Art iiberhaupt nicht anfiihrt,<br />
desgleichen nicht CAJANDER: Kasvistollisia tutkimuksia Mynämäen,<br />
Mietoisten ja Karjalan kimnissa, 1902.<br />
Fiir Korpo gibt Oi
106 A. Palmgren, Die Einwanderiingsvvege der Flora iiach den Âlandsinseln<br />
In bezug auf die Verbreitung schliesst sich diese Art (vgl. S. 56) an Gymnadenia<br />
conopsea, Polygonatum mtiUijlonim, Artemisia campestris u. a. dadurch<br />
an, dass dieselbe deutlich in ein westliches und ein ösiliches VerbreiHmgsgehiet<br />
zerfällt. Besonders gross ist die Ubereinstimmung mit Artemisia campestris.<br />
Zu dem östlichen Verbreitungsgebiet geliören die I^okalitäten in Kökar, Sottunga,<br />
Vårdö, Kumlinge und Brändö.<br />
Das westliche Vorkommen ist ohne Zweijel aus dem Westen, ans Schweden<br />
rekrutiert. Bemerkenswert ist, dass Föglö so wenig betroffen worden ist,<br />
wo es doch in grosser Menge giinstige Lokalitäten gibt, Fiir das östliche V c r-<br />
kommen scheint eine Einwandernng aus Estland nahezuliegen.<br />
Vorkommen au f<br />
Åland:<br />
Kökar: Idö, Husö, Öfverboda, Karlby, Hellsö, Österbygge, Haninö<br />
(Arrli. nach Consp.), Flatskär (Bergstr. nach Consp.), Öland; S o 11 ii n g a:<br />
F'innô s. Öjen, Husö, Mosshaga; Föglö: Björkör; L e m 1 a n d: Björkö, Granö,<br />
Jersö, Rönnskär, Idholm, Nåtö; J o m a 1 a: Grägesö (nach Collander), Lågskär<br />
(E. Fricsson nach Consp.); Hammarland: Berghamnslandet, Bovik-Slätskär,<br />
Skabbskär, Hamnskär, Äppelö, Äppelö-Granskär; K c k e r ö: Storby,<br />
Storby-Öra, Skag, F^'inbo, Finbo-Rönnskär, Signilskär, Hellman, nach H.<br />
Lindberg Flötan u. siidl. von Sandvik; Geta: Dånö, Dänö Gamlan (Br. Fl.), »in<br />
taeniis septentr.-occidentalibus velut Geta Rankoskär, Dånö, Gummholm etc.»<br />
(Hult nach Consp.), Rankoskär, Sandskär, Hällö, Finnö (Ch. K. Boldt nach<br />
Consp.); Saltvik: »Ryssön et in aliis locis» (H.Lindberg nach Consp.);<br />
Vårdö: Hemskär; Kumlinge; Dorf — Westhafen, Ingersholm, Södholm;<br />
Brändö: Lappo-Börsskär.<br />
Verbreitung in den am nächsten hei Åland liegenden Ländern:<br />
LINDMAN: Svensk fanerogamflora, 1918, S. 290: »Back., khppmark, helst<br />
kusttrakt, o. lägre fjälltr., Sm., Vg., Ög., Sveal. — Hrj., Lpl., Öl., Gtl., mindre<br />
allm.» — Stockholmstraktens växter, 1914, gibt S. 64 ein ausgedehntes Vorkommen,<br />
besonders in dem Åland zugewandten »Schärenarchipelgebiet» an. —•<br />
TIIKDENIUS: Flora öfver Uplands och Södermanlands fanerogamer och bräkenartade<br />
växter, 1871, S. 293: »På backar, odUngar och andra, teml. torra ställen<br />
med lös jord, flerstädes: .» JOHANSSON: Hufvuddragen af Gotlands växttopografi<br />
och växtgeografi, 1897, S. 180: »H. o. d., mest på de norra hällområdena.<br />
Måttl. .»<br />
SciiMiDT: Flora des silurischen Bodens von Ehstland, Nord-Livland und<br />
Oesel, 1855, S. 196 (s. n. Dr. contorta (Khrh.) ): »In Fhstl.: am Glint bei R e v a 1!,<br />
F ä h n a (Törmer). Bei H a p s a 1 (Glehn, Jûrgens), W e r d e r (Bge. fl. exs.),<br />
M o o n!. In Oesel: Arensburg (Bruttan!), F i 1 s a n d!, T a g g a m ois! —<br />
In F'inland kommt, nach Ruprecht, die andere Form der Draba incana L. /? hehecarpa<br />
Lindbl. vor, die bei uns fehlt.» — Desselben Verf. Flora der Insel Moon,<br />
1854, S. 32: »Auf Kalkfelsen, hin und wieder.» — Russow: Flora der Umgebung<br />
Revals, 1862, S. 61: »Am Laaksberge (Schmidt, Wied.)!, auf dem Glint<br />
in M u r r a s t! tmd F ä h n a (Törmer). An trockenen Stellen auf den Wiesen<br />
zwischen F i s c h e r m a i und der D o m-V o r s t a d t und in den C h r i s t i-
ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 258<br />
11 e n t li ä 1 e r n!. — Hierlier audi die andere Form der Dr aha incana L*. /? hehecarpa<br />
Lindbl. {D. confusa Khrli. Rclib. ic. bot. f. 1033!). An der L ö w e n r u h-<br />
schen Strasse, am Steiiizauiie des S p o r 1 e d e rsclieii îlôfcliens!» — SKOTTS-<br />
I1IÎRG u. VESTERGRKN: Zur Kenntnis der Vegetation der Insel Oesel, 1901, S. 42:<br />
»Selten: Strandfelsen auf F i 1 s a n d! Unweit II u n d s o r t auf »Alvar»-<br />
boden! Arensburg (Bruttan), aile diese Localitäten audi in Smt. Fl.» —<br />
IVKIIMANN: Flora von Polniscli-Livland, 1895, S. 315: »Liv. Moon!!, Oes. (Suit.);<br />
lîst. Werder, Hapsal, Reval (130, 137); Cur. Gross-Essern (Bt.)? —Var. cf. Kge.<br />
G9.)> sowie Naditrag, 1896, S. 519: »Est Laulasna (Smt. 218).» — GUUXKU:<br />
Versudi einer Flora Allentackens, 1864, und GIJÎHN: Flora der Umgebung Dorpats,<br />
1860, fiiliren die Art niclit an.<br />
Im Juni 1926 notierte icli die Art auf einem trockenen Abliang am Meere<br />
westlich von Hapsal.<br />
MI'INSIIAUSKN: Flora Ingrica, 1878, erwälmt die Art nidit.<br />
Fiir Finnland gibt IIjKiA', 1906, S. 332, an: »In Lapponia septentrionali inprimis<br />
septentr.-orientali frequenter inveniri indicatur, cetenuu ad litora Fenniae,<br />
quamvis rarior, occurrit. His annis etiam in Fennia maxime septentr.-<br />
ocçidentali, ubi certe rarissima, lecta est.» — Die naclifolgende Detailbeliandlung<br />
erwälmt ein Vorkommen an melireren Stellen in der Regio Abuënsis und in Nylandia.<br />
Am weitesten östlidi am Finnisclien Äleerbusen in Karelia australis<br />
sclieint die Art sehr selten zu sein. In sämtlichen genamiten Provinzen<br />
sclieint das Vorkommen auf den Scliärenarcliipel und die Kiisten lokalisiert<br />
zu sein.<br />
Zu beachten ist, da.ss BERGROTH: Anteckningar om vegetationen i gränstrakterna<br />
mellan Aland och Åbo-området, 1894, die Art nur fiir den zu Åland geliörenden<br />
Teil des Untersuchungsgebietes anfiihrt (»h. o. d. på steniga stränder<br />
i vestra och mellersta omr.»). — CAJANDER: Kasvistollisia tutkimuksia Mynämäen,<br />
Mietoisten ja Karjalan kunnissa, 1902, neiint die Art uicht.<br />
Fiir Korpo teilt mir OI,E EKI^UND mit: »Im äusseren Sdiärenarchi])el zerstreut.»<br />
W. BRENNER: Växtgeografiska studier i Barösunds skärgård, 1921, schreibt<br />
S. 87: »S. p. 11. I yttre skärgården och sällsynt i havsbandet (Langlö-Långgrund),<br />
på steniga havsstränder, oftast i den svipralitorala zonens alsnår. Henieradiafor.»<br />
Crataegus monogyna (Jacq.) Willd.<br />
Karte 14.<br />
Kommt in den Laubwiesengebieten vor. Siehe nälier 1915, S. 326.<br />
Das hauptsächliche Vorkommen entfällt auf den NW Schärenardiipel<br />
(darin einberechnet Kiistenpartien von Hammarland, Geta und Finströni)<br />
und den Schärenardiipel von Lemland. Dazu kommen einzelne Lokalitäten<br />
in Eckerö, Jomala, dem M-estlichen Saltvik sowie weiter östlich in Våidö,<br />
Föglö (ganz im Nordosten), Sottunga und Kökar.<br />
Die Verhreitimg dentet im grossen ganzen aiif eine Einwandèrmig ans ScJmeden.<br />
Fur die östlichen Lokalitäten (Kökar, Sottunga und das nordöstliche
108 A. Palmgren, Die Kinwanderungswege der Flora nacli den Alandsiiiseln<br />
Föglö) scheint eine Einwanderung aus dem Ostbaltikum vielleiclit walirscheinlicher.<br />
Hinsichtlich der Verbreitung erinnert die Art recht stark an Polygonatum<br />
muUijlorum (siehe näher S. 56).<br />
V or kommen auf<br />
Åland:<br />
Kökar: Idö; Sottunga: Storsottunga: Kohamn—siidl. Dorf (einz.);<br />
Föglö: Ulfversö; L e m 1 a n d: Björkö (1 Ex.), Jersö (einige Exx.), Idholm,<br />
Nåtö, Slätliolm, Granholm; Jomala: Ytternäs—Espliolm, Ramsholm (H. M.<br />
F.); Hammarland: Skarpnåtö, Äppelö (H. M. F.); B c k e r ö: Björnhufvud<br />
(H. M. F.); Geta: Oisnäs—Greggnäs, Dånö; F i n s t r ö m: Bergö (H. M. F.<br />
u. Herb. Pesola), Bastö (Herb. Linkola), Lindersholm (Br. Fl.), Björkö; Saltvik:<br />
Strömma; V å r d ö: lyånggärdsö.<br />
V.orkommen in den am 7iächsten hei Åland liegenden Ländern:<br />
LINDMAN: Svensk fanerogamflora, 1918, S. 307 (s. n. Crataegus monogyna<br />
Jacq.): »S. Sv., Boli., Öl., Gtl., mindre allm.; Svealand m. sails., men allni.<br />
planter, som häckar (många variet.) o. ngn gng förvild.» — Stockholmstraktens<br />
växter, 1914, gibt S. 122 eine ausgedehnte Verbreitung, u. a. in dem Åland zugekehrten<br />
»Schärenarchipelgebiet» an.<br />
KUPFFER: Grundziige der I flanzengeographie des ostbaltischen Gebietes,<br />
1925, erwähnt die Art (aber mit einem Fragezeichen) S. 171 unter denen, fiir<br />
welche eine Einwanderung während der borealen Zeit wahrscheinlich erscheint.<br />
Im Juni 1926 notierte ich die Art auf ösel: Lode (I) sowie auf der Insel Abro.<br />
Fiir Finnland gibt HjEW, 1919, S. 27 (s. n. Crataegus monogyna Jacq.) an:<br />
»In Alandia, quantum scimus, raro, in reliqua Fennia maxime austro-occidentali<br />
rarissime occurrit. In Fennia australi colitur et rarissime disseminatur.»<br />
Ausser auf Aland findet sich die Art nur in der Regio Aboënsis. Ûber das<br />
Vorkommen daselbst schreibt HJEI.T (1. c.): »Korpo Svartholmen Vandrock<br />
prope fines par. Nagu 1905 nonnulli frutices certe spontanei: A, L. Backman<br />
comm. et Medd. XXXIV p. 124, vide ceterum infra.» Fiir Korpo teilt mir Oi
ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 109<br />
lichen von Lemland eine allgemeine und gleichmässige Verbreitung. Nur aus<br />
Saltvik, östlich von der Bucht Godby—Strömma, sowie in Sund östlich von<br />
Högbolstad ist sie bis auf weiteres nicht bekannt (auch aus Lumparland felilen<br />
Angaben). Nach einer Liicke im Vorkommen, die bei einer Linie von S a 11-<br />
V i k: Toböle bis Sund: Högbolstad und L e m 1 a n d: Hellestorp beginnt,<br />
tritt die Art spärlich auf in V å r d ö (2 Lokalitäten), Föglö (eine Lokalität<br />
ganz im NO), Sottunga (eine Lokalität), felilt aber ganz in Kumlinge und<br />
Brändö. Gegenûber dieser ostwärts abnehmenden Frequenz tritt ein allgemeines<br />
Vorkommen in Kökar (ganz wie bei Gentiana *sitecica) scharf<br />
hervor.<br />
Das ohen angegehene Vorkommen legt ohne Zweijel nahe, dass im grossen ganzen<br />
eine Einwandertmg von Schweden her stattgefnnden hat.<br />
Aber das isolierte Vorkommnis in Kökar? Eine Einwandening aus dem<br />
Ostbaltikum ist vielleicht als das Wahrscheinlichste zu hetrachten. 1st eine solche<br />
Einwanderung einmal erfolgt, so scheint es recht wahrscheinlich, dass sie<br />
auch bis zu den oben angegebenen Fundplätzen in Sottunga, dem nordöstlichen<br />
Föglö und Vårdö gereicht hat. Alle diese Fundorte liegen in einer<br />
Linie von SO—NW.<br />
Unter der Voraussetzung einer solchen Einwanderung nach Åland teils<br />
von Sudwesten, teils von Siidosten wird das obenerwähnte Fehlen in fast ganz<br />
Föglö, in Lumparland sowie in östlichen und grösseren Teilen von Sund und<br />
Saltvik völlig erklärlich.<br />
Die vorliegende Art zeigt in ihrer Verbreitung Beriihrungspunkte mit<br />
Gymnadenia conopsea ti. a. (siehe S. 56). In dem Vorkommen beider fällt eine<br />
von SO nach NW gehende Lucke durch ganz Åland hindurch ins Auge.<br />
Vorkommen auf<br />
Åland:<br />
Kökar: Idö, Lindö, Husö, Karlby, Öfverboda, Finnö, Hellsö, Karlbylandet<br />
(sudl. Teil), Karlby—Öfverboda, Österbygge: Näsudden — Dorf; Sottunga:<br />
Storsottunga: Kohamn — siidl. Dorf; Föglö: Ulfversö; Le m land:<br />
Norrby — Söderby, Hanxnbacka, Björkö, Nåtö, Rödgrund, Slätholm, Granholm,<br />
Skobbholm, Slätskär; Jomala: Ytternäs, Mariehamn, Öfverby, Önningeby,<br />
Öimingeby — Kalmar, Kalmar, Hindersböle, Klinten, Möckelö, Ramsholm,<br />
Kungsö, Kungsö — Brändö, Södersunda — Godtby, Godtby, Norrsunda<br />
— Södersunda, Vargsunda, Sviby, Möckelby, Björsby, Ringsböle, Dorf Jomala,<br />
Jomala öjen; Hammaria n d: im Winkel der Bucht Postadfjärden, Postad,<br />
bei dem Pfarrhofe, Kattby, Bredbolstad, Bovik, Sålis, an dem Marsund S von<br />
Berghamnslandet, Berghanmslandet, Skarpnåtö, Strömma, Björkskär, Bovik-<br />
Slätskär, Skarpnåtö-Espholm, Gumniholm, Skråbjörkö, Skabbskär, Äppelö,<br />
Äppelö-Granskär, Hamnskär; Eckerö: Björnhufvud, Kirchdorf, Storby,<br />
Skag, Finbo, nach H. Lindberg: Skeppsvik, Böle hagar, siidwestl. Teil von Ost-<br />
Eckerö; Geta: Bolstaholm, Oisnäs — Greggnäs, Snäckö, Bro holm, Höckböle<br />
holme, Bankholuien, Finnö, Isaksö, Andersö, Hällö, I.ökö, Dånö; F i n-
110 A. Palmgren, Die Kinwanderungswege der Flora nacli den Alandsiiiseln<br />
strö m: Godby (Uni. Bnddcn), Emnäs, an der Emnäs-Biiclit u. bei dem Wege<br />
nacli Attböle, Bjerströni, Bamböle, Skabbö, Bergö, Hiisö, Rågetsböle, Tjudö-<br />
Rödhälla, Tjudö, ani nördl. Teil von Vandö fjärd, Bartsgårda (Pesola), zvvisclien<br />
der Kirche n. lîmkarby, Emkarby, T.indersholni, Bastö; Saltvik: Ödkarby<br />
(Pesola), Hjortö holmen, Germundö, Bergö, Dorf Näs, Dorf Toböle; S u n d:<br />
Kastelliolni, Högbolstad (H. M. F.), »är sällsyntare än föregående (P. vulgaris),<br />
men har dock anträffats på åtskilliga fuktiga ängar och sjöstränder» (Linden,<br />
S. 65); V år dö: Vibberholm, I.öfö.<br />
Vorkommen in den am nächsten bei Åland liegenden Ländern:<br />
LINDMAN: Svensk fanerogamflora, 1918, S. 401: »Fuktäng., Sk. — JTL. o.<br />
Mpd, Öl., Gtl., mindre allm. men stund, ymnig.» — Stockholmstraktens växter,<br />
1914, gibt S. 143 eine ausgedehnte Verbreitung an. — TIIEDKNIUS: Flora öfver<br />
Ujolands och Södermanlands fanerogamer och bräkenartade växter, 18 71, S. 322:<br />
»På fuktig ängsmark, mångenstädes.» — JOHANSSON: Hufvuddragen af Gotlands<br />
växtto])ografi och växtgeografi, 1897, S. 181: »Allest. Måttl. — talr.»<br />
SCILMLDT: Flora des silurischen Bodens von Ehstland, Nord-Livland und<br />
Oesel, 1855, erwähnt die Art S. 200 ohne Angabe von Lokalitäten, ebenso desselben<br />
Verf. Flora der Insel Moon, 1854, S. 34. Dasselbe ist der Fall bei Russow:<br />
Flora der Umgebung Revals, 1862, S. 64, GRUNKR: Versuch einer Flora Allentackens,<br />
1864, S. 471, und Gr.EHN: Flora der Umgebung Dorpats, 1860, S. 530.<br />
— SKOTTSBERG U. VESTERCREN: Zur Kenntnis der Vegetation der Insel Oesel,<br />
1901, S. 43: »Häufig.» — LEIIMANN: Flora von Polnisch-Livland, 1895, S. 340:<br />
»Wiesen, KBböschungen. Gemein.»<br />
Im Sommer 1926 beobachtete icli die Art an mehreren Stellen auf ösel<br />
(Arensburg, Lode (II), Laubwiese am westlichen Ufer der Insel Abro (I), Pargel<br />
(I), am Fuss des Widobergs) und ebenso mehrerorts westlicli von Hapsal.<br />
MEINSHAUSEN: Flora Ingrica, 1878, S. 48 (s. n. P. amara): »Sie wächst häufig<br />
auf fruchtbaren, sonnigen Wiesen, theils in Wäldern oder auf torfhaltigen<br />
Triften durch das ganze Gebiet, namentlich im Kalkstein-Gebiete sehr gemein<br />
und zahlreich beisammen.»<br />
Fiir Finnland gibt HjEi.T, 1911, S, 149 an: »In Fennia maxime occidentali<br />
60° 30' non superat et excepta Alandia nisi rarissime non occurrit, ad orientem<br />
versus autem longius ad septentriones procedit, ut in Lapponia rossica 66° 35'<br />
attingat et passim — satis frequenter in magna parte Kareliae occurrat.»<br />
In der nachfolgenden Detaildarstellung werden fiir die Jiegio Aboënsis (S. 150)<br />
verschiedene Lokalitäten genannt, sämtlich im Kirchspiel Vichtis. — Besonders<br />
zu beachten ist, dass BERGROTH: Anteckningar om vegetationen i gränstrakterna<br />
mellan Åland och Åbo-området, 1894, und CAJANDER: Kasvistollisia<br />
tutkimuksia Mynämäen, Mietoisten ja Karjalan kunnissa, 1902, die Art nicht<br />
anfiihren.<br />
Or,E EKI.UND teilt mir mit: »Rr in Korpo (Kyrklandet), auf Jungfruskär in<br />
Houtskär cpp.»
ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 111<br />
Daphne Mezereum L.<br />
Karte 16.<br />
Konimt an zerstreuten Stellen unci ininier sehr spärlich sowolil in Nadelwald<br />
auf fruchtbarem Boden wie in Laubwald und Laubwiesen vor. Siehe<br />
näher 1922, S. 14, 79, 100.<br />
Diese Art zeigt ähnlicli wie manche andere åländische Arten in ihrer Verbreitung<br />
eine ausgeprägte Verteilimg auf ein westliches und ein öslUches Verhreittmgsgehiet<br />
(siehe näher S. 57),<br />
Das westliche Vorkomnien fällt mit einzelnen oder zerstreuten I^okalitäten<br />
in den westlichen Schärenarchipel von Lemland, Jomala, Hammarland,<br />
Kckerö, Finström und das westliche Sund. In den zwei nördlichsten Kirchspielen<br />
Geta und Saltvik fehlt die Art.<br />
Das östliche Vorkommen zählt je ein paar Lokalitäten in den Kirchspielen<br />
Kumlinge und Brändö.<br />
In den dazwischenliegenden Kirchspielen Vårdö, Lumparland, Föglö und<br />
Sottunga sowie in Kökar wird die Art vermisst.<br />
In bezug auf die Einwandenmg scheint das oben angegehene Vorkommen<br />
einen Ausgangspunkt sowohl im Sudwesten, in Uppland, als im Osten, in Finnland,<br />
anzudeuten.<br />
Vorkommen in den am nächsten hei Åland liegenden Ländern:<br />
LINDMAN: Svensk faiierogamflora, 1918, S. 417: »Lundäng., Sk.—Ang. o. s,<br />
Lpl., mindre allm.» — Stockholmstraktens växter, 1914, gibt S. G2 ein recht<br />
ausgedehntes Vorkommen, u. a. in dem Åland zugekehrten »Schärenarchipelgebiet»<br />
an. — THEDENIUS: Flora öfver Uplands och Södermanlands fanerogamer<br />
och bräkenartade växter, 1871, S. 168: »På skogsbackar, skogsängar<br />
och i lundar, mångenstädes och i alla delar af florområdet.» — JOHANSSON:<br />
Hufvuddragen af Gotlands växttopografi och växtgeografi, 1897, hat die Art<br />
nicht.<br />
SciiMiDT: Flora des silurischen Bodens von Ehstland, Nord-Livland und<br />
Oesel, 1855, S 236: »Durch das ganze Gebiet.» — Desselben Verf. Flora der<br />
Insel Moon, 1854, S. 52: »In scliattigen Laubwäldern, zerstreut.» — Russow:<br />
Flora der Umgebimg Revals, 1862, S. 91: »Am Abhange des Laaksberges<br />
jenseits der Zuckerfabrik (Wied.), Kaddack (Rein)!, M u r r a s t,<br />
H a r k!.» — GRUNER: Versuch einer Flora Allentackens, 1864, S. 507: »In<br />
feuchten, schattigen Wäldern; meist häufig. In A 11 e n t.: S i r t s i, J e w e,<br />
W a i w a r a, K 1 e i n-P u n g e r n, I s a c k, in den Wäldern an der obeni<br />
N a r o v a!; in Liv 1. allgeniein verbreitet, um W ottigfer! stellweis sehr<br />
häufig.» — GIVEHN: Flora der Umgebung Dorpats, 1860, S. 556: »In Laubwäldern<br />
bei Haselau (Bge. flor. exs. N. 888!); Ruhenthal (Lehmann!); Tiicki!,<br />
Teclielfer!; Am Salla-See!; Annenhof (Bienert).» — SKOTTSBERG U. VESTER-<br />
GREN: Zur Kenntnis der Vegetation der Insel Oesel, 1901, S. 64: »Laubwiesen,<br />
ziemlich selten: Arensburg! Mäpe! Mu stel! Neulöwel! — Ins.
112 A. Palmgren, Die Einwanderiingsvvege der Flora iiach den Âlandsinseln<br />
A b r o!» — LEHMANN: Flora von Polnisch-Livland, 1895, S. 391: »Gemischte,<br />
oft ein wenig feuchte Wälder, Waldschlucliten, Gebiische. Häufig.»<br />
Im Juni 1926 zeichnete icli die Art auf ösel am Fuss des Widobergs auf.<br />
MEIN'SIIAUSEN: Flora Ingrica, 1878, S. 288: »In feuchten, schattigen Laubwäldern<br />
bergiger Gegenden, im ganzen Gebiete mehr oder minder. gemein.»<br />
Fur Finnland gibt HjEi^T, 1911, S. 393, an: »In tota Fennia passim — rarius<br />
interdum etiani satis frequenter invenitur; in Lapponia australi raro vel<br />
rarissime occurrit et usque ad 68" 18' ad septentrionem versus lecta est.» — In<br />
der naclifolgenden Detailbehandlung werden fiir die Regio Aboensis verscliiedene<br />
Lokalitäten genannt, doch nur eine im Schärenarchipel (I n i ö: Storsalmis).<br />
In Nylundia scheint die Art recht verbreitet zu sein.<br />
Es sei bemerkt, dass BERGROTH: Anteckningar om vegetationen i gränstrakterna<br />
mellan Aland och Abo-området, 1894, S. 69 vier Lokalitäten in dem zu<br />
Aland gehörenden Teil des Untersuchungsgebietes (2 in Brandö und 2 in Kunilinge),<br />
aber nur eine (Iniö: Stor-Salmis) in dem zum Åboer Gebiet gehörenden<br />
Teil anfuhrt. — CAJANDER: Kasvistollisia tutkimuksia Mynämäen, Mietoisten ja<br />
Karjalan kunnissa, 1902, sagt S. 115: »Kr. fGegend von Karjala im nördlichen<br />
Teil des Gebiets) r. 6 Biische und eine Anzahl kleinerer Exx. auf der Insel Vehksaari<br />
im Moorgebiet Pahnassuo. — Angepflanzt z. B. im Garten von Ylis-<br />
Sippola in Karjala.» (Orig. finnisch.)<br />
Fiir Korpo teilt mir OI
ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 113<br />
Iv e m 1 a n (1: Eskskär. Vom Verf. imter Ufererlen im Sommer 1919 angetroffen.<br />
Das Vorkommen war selir spärlich, iind die Exemplare waren steril.<br />
Eskskär ist eine felsige Insel im äusseren Schärengiirtel, mit schöner Laubwiesenvegetation<br />
bewachsen (sielie 1915—17, S. 494).<br />
Iv e m 1 a n d: Nåtö. Vom Verf. in eineni einzigen sterilen Exemplar aiif<br />
dem offenen Ufer bei den Bootsschuppen im Dorfe Nåtö im Sommer 1919 angetroffen.<br />
Da Verf. diesen Platz seit 1901 wälirend mehrerer Sommer besuclit<br />
hat und das Exemplar seiner Aufmerksamkeit nicht liat entgehen können,<br />
ist das Vorkommnis offenbar ganz jungen Datums.<br />
Fiir die in Rede stehende Art gibt es also zwei voneinander isolierte Verhreihingsgehiete,<br />
das eine in dem gegen Siidwesten gut exponierten Schärenarchipel<br />
von I,emland, das andere im siidöstlichen Åland. Es scheint höchst<br />
wahrscheinlich, dass das erstere Vorkommen sich aus Schweden rekrniiert. Fur<br />
das andere scheint eine Einwanderung ans dem Ostbaltikum annehmhar (siehe<br />
S. 57 u. 58). Dieses letztere Vorkommen wûrde sich also liinsichtlich seiner<br />
Rekrutierung an ähnliche fiir Suaeda maritima, Lepidium latijolium, Cramhe<br />
maritima u. a. anschliessen. Indessen ist zu beachten, dass die Art auch in<br />
dem siidöstlich von Sottunga gelegenen Schärenarchipel von Korpo vorkommt<br />
(siehe unten). Vielleicht hangen diese Vorkommnisse miteinander zusammen,<br />
sei es, dass sich das eine aus dem anderen oder beide von derselben Seite her<br />
(wahrscheinlich aus dem Ostbaltikum) rekrutiert haben.<br />
Wegen des Vorkommens in den am nächsten bei Åland liegenden Ländern<br />
ist folgendes zu bemerken:<br />
m<br />
IVINDMAN: Svensk fanerogamflora. 1918, S. 457: »Snår, ofta vid strand..<br />
Sk.—Uppl.o. Vnnl., Öl., Gtl., mindre allm.» — Stockholmstraktens växter, 1914.<br />
gibt S. 32 ein ausgedelmtes Vorkommen an. Am grössten scheint die Frequenz<br />
in den beiden siidlichsten Gebieten zu sein. In dem am nächsten gegen Aland<br />
gekehrten »Schärenarchipelgebiet» werden 4 I/okalitäten namhaft gemacht, —<br />
TIIEDKNIUS: Flora öfver Uplands och Södermanlands fanerogamer och bräkenartade<br />
växter, 1871, S. 99: »Bland stenar på stränder och vid stenmurar, flerstädes,<br />
men saknas i norra delen af florområdet. Anmärkta växtställen äro:<br />
». — JOHANSSON: Hufvuddragen af Gotlands växttopografi och växtgeografi,<br />
1897, S. 142 (s. n. Convolvidus sepiimn)\ »Sälls. Spars. Fårö n. om Kalbjerga<br />
på åkerrenar!; Fleringe vid Ars hamn!; Martebomyr (Wö 65!); Visby(Wg)<br />
vid g. hamnen och badhuset!; Gothem i ängar vid Asbro (Mol.); Hörsne myr<br />
(Wö!); Dalhem vid åns utlopp i Hohnmyr!; Östergani (Wn); Burs vid en å (Wö!).»<br />
— F. HÄRD AV SKGKRSTAD: Sydsvenska florans växtgeografiska huvudgrupper,<br />
1924, S. 56: »Då den ofta odlas, är det svårt att avgöra, hur stor del av lokalerna<br />
i det inre, som få betecknas såsom ursprungliga. .»<br />
SciiMiDT: Flora des silurischen Bodens von Ehstland, Nord-Livland und<br />
Oesel, 1855, S. 228 (s. n. Colvolviilus sepium)-. »In Wierland: Tiirsel (Seidlitz!),<br />
ob wild?. In Plarrien: F ä h na, Fall (Törmer). In der Wiek: Walk (Dietrich),<br />
H o h e n h e i m bei Hapsal!, M e t z o b o am T e h h e 1 a-S e e!. Auf
114 A. Palmgren, Die Einwandemngswege der Flora iiacli den Âlandsiiiselii<br />
Oesel: am K a n d 1 a-S e e!, bei K u s n e m (Sass!).» —r- Desselben Verf. Flora<br />
der Insel Moon, 1854, fûhrt die Art niclit an. — Russow: Flora der Umgebung<br />
Revals, 18G2, S. 84 (s. n. Convolv. sepmm): »F ä h n a (Törnier). In Gärten der<br />
V or städ t e!.» — GRUNER: Versuch einer Flora Allentackens, 1864, S. 498<br />
(s. n. Convolv. sepium): »T ii r s s e 1 (Seidlitz; Schmidt bezweifelt jedocli das<br />
spontane Vorkommen, Fl. d. sil. Bod. S. 82), in Gebiischen an der B o r o w n a-<br />
Miindnng! und der Narovabiegung oberlialb Narva (O. Scliniiedeberg).» —<br />
GI,EHN: Flora der Umgebmig Dorpats, 1860, S. 549 (s. n..Convolv. sepium):<br />
»Gebiische am Unken Enibachnfer in der Vorstadt oberlialb der hölzernen<br />
Briicke!; Jama (Ilb. Girgensohn!); Timmofer (Hb. Czekanowsky!); Embach-<br />
Niederung unter Annenhof!, und zwischen der Stadt und Bischofsliof! (Bruttan).»<br />
— SKOTTSBIÎRG tl, VESTERGRKN: Zur Kenntnis der Vegetation der Insel Oesel,<br />
1901, S. 19: »Selten: Kandia, Kusnem (Sass in Smt. Fl.).» — LEIIMANN:<br />
Flora von Polniscli-Livland, 1895, S. 205 (s. n. Convolv. sepium): »Gebiische,<br />
Kecken, Selten. Unweit des Dorfes Kosinzi am Siver-See, Kreslawka, Prelly<br />
(Schroeders) (D.). Auch von Bauern an Häusern angepflanzt. — Liv. Kokenhusen<br />
(Jäsche), Laudohn, lyemsal (Rapp), Kenimern-Kaugern-See!!, Stockmannshof<br />
(Ils.!), Riga (Brandt, Miiller), Dorpat (Glehn), Oes.; Est.; Psk.; Wit.; Cur. (Fis.),<br />
Tuckum (Lhrt.), Sieckeln (Bt.), Tosmar-See an d. Waddax (Berg!), Libau<br />
(Rickert!), Polangen (Lap.), Dondangen, Subbath (Siebert), Kalkuhnen, Lassenbeck<br />
(Kupf.); Lith. (Eichw.), Wil. (S. et J. Jundz., Sel.), Dissna (Sel.), Swenciany<br />
(Twar. 163); Grod. (Gil.), Bialystok (Ejs.); Minsk (Lind.), Pinsk (Twar. 152),<br />
Nowogrudek (Dyb.!); Moh. (Tschol.).» sowie Nachtrag 1896, S. 486: »Pet. Gdow,<br />
am Ufer des Peipus u. des Pskowschen Sees an der Grenze (Regel 213); Psk.<br />
Ostrow (Prg. 210).»<br />
Im Juni 1926 beobachtete ich diese Art in Gebiischen am siidlichen Teil des<br />
Kanjer Sees bei dem Rigaer Meerbusen westlich von Riga. Sie ist hier zweifelsohne<br />
völlig einheimisch. Die I/okalität erinnert an die Wuchsplätze der Art auf Aland.<br />
MEINSHAUSEN: Flora Ingrica, 1878, hat die Art nicht.<br />
Fiir Finland bemerkt "fljEivT, 1919, S. 403: »In Fennia maxime australi raro—<br />
rarissime occurrit. Adventicius usque ad 63° lectus est et in saburra usque ad<br />
65° indicatur.» — In der nachfolgenden Detailbehandlung wird fiir die Regie<br />
Aboënsis eine Lokalität (»Korpo, Brunskär Nästlandet, O. Eklund!») angegeben.<br />
EKI
ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 115<br />
innersta del, där bergen i någon mån träda tillbaka, lämnande plats för en i det<br />
närmaste triangulär, till arealen helt obetydlig flik stenig havsstrand, där vindar<br />
och vågsvall hopat en massa tång, av vilken största delen är stadd i förmultning<br />
och redan klätts av ett frodigt växttäcke, där i synnerhet ståtlig Isatis tinctoria<br />
faller i ögonen. Ett tiotal meter från stranden sammansluta sig bergen, bildande<br />
en kilformig vinkel, vars sidoplan luta rätt brant mot det underliggande strandplanet,<br />
som sålunda mot N, NO, O och NW är väl skyddat mot alla kalla vindar,<br />
men i stället är öppet för den värmande södersolen. Med andra ord, platsen är<br />
synnerligen lämplig för utvecklingen av en rik och frodig växtlighet. På den<br />
ovannämnda tångbanken uppträder Convolvulus scpium tongivande bland<br />
Isatis, uppför vilken den klänger. Något närmare vattenbrynet växa Potentilla<br />
anserina, Festuca rubra var, arenaria, Galium palustre. Myosotis laxa (tämligen<br />
allmänt spridd i Korpo hela yttre skärgård) och, egendomligt nog. Myosotis<br />
arvensis. Mera inåt land övergår tångbädden i fet mylla, där Urtica dioica<br />
(tydligen »vild» på Nästlandet) växer yppigt, intrasslad i Convolvulus sepium,<br />
som här bildar ett virrvarr av på marken utbredda, med varandra sammanflätade<br />
och -tovade stjälkar. Ännu något längre inåt land vidtager vegetation av<br />
Ribes nigrum, och i närheten av bergsidorna, där större stenar och klippstycken<br />
belamra marken, uppträda Rubus idaeus. Juniperus communis var. nana och<br />
grupper av Aspidium filix mas.»<br />
Weiter seien noch folgende Worte EKI^UNDS wiedergegeben (S. 10—11):<br />
»Vid tiden för mitt besök på Nästlandet kunde jag ej upptäcka spår av<br />
blomknoppar (än mindre blommor) hos Convolvulus sepium, vilket förhållande<br />
jag antog bero därpå, att sådana ej än (26/VI) hunnit utvecklas. När jag emellertid<br />
i medlet av augusti 1917, således den tid, då växten plägar blomma som<br />
rikast, besökte platsen, stodo varken blommor eller blomknoppar att upptäcka.<br />
Av allt att döma synes Convolvulus sepium vara steril på Nästlandet trots den i<br />
alla avseenden gynnsamma lokalen. — Utan tvivel är Convoh'uhis sepium ursprunglig<br />
på Nästlandet. Denna holme är obebodd och besökes blott sällan av<br />
människor (och i så fall främst den norra delen). Den bukt, där växten förekommer,<br />
kan trots sitt skyddade läge ej tjäna som tilläggsplats för båtar, ty blindskär<br />
uppgrunda inloppet. Intet tyder sålunda på att växten genom människans<br />
medverkan spritt sig till Nästlandet.»<br />
Später teilt EKI^UND (Märkliga växtfynd i Ab, Korpo, 1921, S. 67) einen<br />
neuen Fundplatz in Korpo: Vidskär mit: »en vacker koloni bland strandalar<br />
vid bottnen av en från W inskjutande grund vik. Växten synes vara steril på<br />
Vidskär.»<br />
Stachys silvatica L.<br />
Karte 18.<br />
Konimt in Ufergebiischen, am Fuss von Felsen, in Hainen sowie an beschatteten<br />
Stellen in Laubwiesen ver. Siehe näher 1915, S. 420.<br />
Reellt selten. Die meisten lyokalitäten fallen in die peripheren Teile der<br />
Hauptinsel Åland und auf die Hauptinsel Eckerö sowie in den westlichen<br />
Schärenarchipel von Lemland, Östlidi von der Linie Saltvik: Toböle —
116 A. Palmgren, Die E)in\vanderungsvvege der Flora nach den Âlandsinseln<br />
Sund: Jussböle — Sûdspitze von Lemland fehlt'die Art fast ganz. Nur<br />
in Kökar und Föglö ist je eine einzelne Lokalität bçkannt.<br />
Das westliche Vorkommnis ist ojjenhar schwedischen Ursprungs. Fiir Kökar<br />
scheint eine Rekrutierung aus dem Ostbaltikum wahrscheinlicher (siehe S. 57).<br />
Vorkommen anf<br />
Åland:<br />
Kökar: Karlbylandet (S voni Dorf); Föglö: Bänö (W. Brenner); L e m-<br />
1 a n d: Björkö, Jersö, Nåtö, Idholm, Rödgrund, Ledsmid; Jomala: Ytternäs,<br />
Mariehamn bel den Friedhof, N von der Buclit Slemmern, Ramsliolm, Dalkarby,<br />
Önningeby; Hammarland: Kattnäs, Bergliamnslandet (östliclier Teil),<br />
Bovik-Slätskär, Skarpnåtö-Espliolm; K c k e r ö: Storby-Öra, Olofsveden —<br />
Öra, Skag, nach H. Lindberg westl. von Öra, nördl. von Storby nalie der<br />
Ktiste; Geta: Bolstaholm (Hult); F i n s t r ö m: Emnäs, Björkö; Saltvik:<br />
Strömma; Sund: Högbolstad (M. Brenner 1802 im H. M. F.), »har<br />
anträffats blott i lunden på andra sidan sundet midt emot prestgården, där<br />
den rikligen förekommer» (Lindén, S. 71).<br />
Vorkommen in den am nächsten hei Åland liegenden Ländern:<br />
LINDMAN: Svensk fanerogamflora, 1918, S. 473: »Lmid, skog, Sk. — n.<br />
Nrl., Öl., Gtl., t. allm.» — Stockholmstraktens växter, 1914, gibt S. 192 eine ausgedehnte<br />
Verbreitung an. — TIIEDENIUS: Flora öfver Uplands och Södermanlands<br />
fanerogamer och bräkenartade växter, 1871, S. 266: »I lundar och på<br />
skuggiga stränder, teml. allmän.» — JOHANSSON: Hufvuddragen af Gotlands<br />
växttopografi och växtgeografi, 1897, S. 147: »Flerst. Måttl. .»<br />
SCHMIDT: Flora des silurischen Bodens von Khstland, Nord-Livland und<br />
Oesel, 1855, S. 232: »Durch das ganze Gebiet.» — Desselben Verf. Flora der Insel<br />
Moon, 1854, S. 47: »Häufig in schattigen Wäldern.» — RUSSOW: Flora der Unigebung<br />
Revals, 1862, S. 88: »In feuchten Laubwäldern und an schattigen Abhängen<br />
des Glints nicht selten.» — GRUNER: Versuch einer Flora Allentackens,<br />
1864, S. 503: »Häufig in feuchten Wäldern.» — GI.EHN: Flora der Umgebung<br />
Dorpats, 1860, S. 553: »In feuchten schattigen Laubwäldern häufig.» —<br />
SKOTTSHERG U. VESTERGREN: Zur Kenntnis der Vegetation der Insel Oesel,<br />
1901, S. 23: »Am meisten ini sudlichen Teil gesehen: Siksaar! Arensbur<br />
g! Kasti! zwischen Neulöwel und Arensburg, 5 W. von A.!<br />
Sail! zwischen K a n g e r n und T ö 11 i s t! Ubrigens: Taggam ois!<br />
K a r r i s!» — LEUMANN: Flora von Polnisch-Livland, 1895, S. 229: »Schattige<br />
Wälder, Waldschluchten. Häufig.»<br />
Im Juni 1926 zeiclmete ich die Art in dichtem Wald (III) auf der Insel Abro<br />
{ösel), westlich von Hapsal und auf dem Abhang des Laksbergs (Reval) auf.<br />
MEINSHAUSEN: Flora Ingrica, 1878, S. 281: »Feuchte Grasplätze und<br />
Schluchten unter Gebiisch od. in Wäldern an Bächen, ziemlich häufig im<br />
Gebiete.»<br />
Fiir Finnland gibt IIJEW, 1923, S. 233 an: »In Fennia australi usque ad c.<br />
63° passim — satis raro occurrit.» In der nachfolgenden Detaildarstellung<br />
ergibt sich fiir die Provinz Regie Aboënsis ein redit ausgedelmtes Vorkommen.<br />
Fiir den Schärenarchipel werden einzelne Lokalitäten in Korpo und Pargas<br />
genannt.
ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 117<br />
Zu beacliten ist, dass BERGROTH: Anteckningar oni vegetationen i gränstrakterna<br />
mellan Åland och Åbo-området, 1894, und CAJANDKR: Kasvistollisia tutkimuksia<br />
Mynämäen, Mietoisten ja Karjalan kunnissa, 1902, die Art nicht anfiihren.<br />
Fiir Korpo teilt niir Oi.E EKI^UND mit: »Sehr selten (2 Lok. gleich NW von<br />
Korpo Kyrkland).»<br />
Vcronica spicata I^.<br />
Karte 19.<br />
Kommt aiif steinigen Hûgelwiesen und ganz besonders auf Hiigel- und<br />
Felsbuckeln in Laubwiesen vor. Siehe näher 1915, S. 425,<br />
Ihre liauptsächliche Verbreitung liat die Art in den Kiistenpartien der<br />
Hauptinsel Aland (und des kontinentalen Eckerö) sowie in den im NW und<br />
SW angrenzenden Schärenarchipelen. Besonders reichlich ist ihr Vorkonimen<br />
im nordwestlichen Schärenarchipel und im Schärenarchipel von Lemland.<br />
Nach Osten zu nimmt die Frequenz ab. Die äussersten Fundorte sind S a 11-<br />
V i k: Saggö und Boxö; Sund: Sibby; L u m p a r 1 a n d: Skag und die vSiidspitze<br />
von L e m 1 an d. Im iibrigen fehlt die Art im ganzen östlichen Schärenarchipel<br />
bis auf K ö k a r, wo zwei Fundorte bekannt sind. Also auch bei dieser<br />
Art ein isoliertes Vorkommnis in Kökar.<br />
Das westliche Vorkommnis ist offenbar schwedischen Ursprungs. Fiir die<br />
isolierten Vorkommnisse in Kökar scheint eine Einwanderung aus dem Ostbaltikum<br />
vielleicht wahrscheinlicher (siehe S. 57).<br />
Vorkommen aiij Åland:<br />
K ö k ar: Karlby, Hamnö; L e m 1 a n d: Ledsund, Idholni, Nåtö, Rödgrund.<br />
Inre Kalfskäret, Yttre Kalfskäret, vSlätliolm, Granholm, Skobbholm,<br />
Askö, Slätskär, Jungfruskär, in der Nähe von Lemströnis kanal (Meurnian);<br />
J o m a 1 a: Ytternäs, Klinten, Sviby (Pesola), Möckelö, Kungsö, Haminarudda,<br />
Bogskär, Jomala öjen, Ytterby, Önningeby (R.Frey), Apelnäs; Hammarland:<br />
Kattnäs, am Marsund S von Berghamnslandet, Berghamnslandet, Bovik,<br />
Strömma, Skarpnåtö-Espholni?, Gumholm, Skråbjörkö, Skabbskär, Appelö,<br />
Äppelö-Granskär; Eckerö: Marby, Kirchdorf, Storby, Öra u. Vikarna,<br />
Skag, Finbo, Finbo: Långör u. Rönnskärs grundet, Signilskär u. Kaparklobben.<br />
nach H. Lindberg: siidw. Teil von Ost-Eckerö, bei der nördlichsten Kötnerei<br />
an der Bucht Skeppsvik, Ilolmskatan bei Torp, östl. von Morsö träsk; Geta:<br />
Bolstaholm, Vester- u. Östergeta (Hult u. Tikkanen), Höckböle holme, Pantsarnäs-Barskär<br />
(Linkola), Snäckö, Bankholm, Sandskär, Hällö, Dånö, »allmän<br />
i Getha» (Hult); PM n s t r ö m: Godby (H. M. F.), Skabbö, Björkö. Bergö-<br />
PIusö, Tjudö; Saltvik: Näs, Saggö, Boxö, Bergö, Kvarnbo, vSonröda, Ofvanåker;<br />
S u n d: Brändbolstad, Strömbolstad — Sibby, bei dem nördlichen Teil<br />
des Björby träsk, »har blifvit tagen såväl nära prästgården som i Söderby,<br />
men annanstädes ej observerad» (Linden, S. 70); L u m p a r 1 a n d: Krokstad<br />
(nicht typisch), Skag.
118 A. Palmgren, Die E)in\vanderungsvvege der Flora nach den Âlandsinseln<br />
Vorkommen in den am nächsten hei Åland liegenden Ländern:<br />
LINDMAN: Svensk fanerogamflora, 1918, S. 488: »Backar t. allm.. Sk. —<br />
Dis. o. Uppl., Jtl., Öl., Gtl., tänil. allm.» — Stockholmstraktens växter, 1914,<br />
fiihrt S. 210 eine bedeutende Anzalil Lokali täten auf, die meisten in dem Åland<br />
zugekelirten »Scliärenarchipelgebiet». — TIIEDENIUS: Flora öfver Uplands och<br />
Södermanlands, fanerogamer och bräkenartade växter, 1871, S. 5: »På backar<br />
och torra betesmarker, teml. allmän i Stockholmstrakten, mindre allmän i Södertörn<br />
och Nyköpings lån; synes saknas i Norra Upland.» — JOHANSSON: Hufvuddragen<br />
af Gotlands växttopografi och växtgeografi, 1897, S. 153: »Allm.<br />
Mâttl. — mängdv. .»<br />
SciiMiDT: Flora des silurischen Bodens von-Ehstland, Nord-Livland und<br />
Oesel, 1855, erwähnt die Art S. 229 ohne Angabe von Lokalitäten, ebenso desselben<br />
Verf. Flora der Insel Moon, 1854, S. 46. — Russow: Flora der Umgebung<br />
Revals 1862, sagt S. 86: »Anf Haiden, Sandplätzen und trockenen Wiesen gemein.»<br />
— GRUNER: Versuch einer Flora Allentackens, 1864, S. 500: »Auf Sandplätzen,<br />
Anhöhen: Chudleigh, Kochtel, Ruttik, auf dem I s a c k'-<br />
schen Höhenzuge, P e r m e s k ii 11!.» — GI^EHN: Flora der Umgebung Dorpats,<br />
1860, S. 550: »Auf sandigen Anhöhen. Nicht häufig. Kabbina!; Hiigel zwischen<br />
Lochkwa und Timmofer!.» — SKOTTSBERG U. VESTERGREN: Zur Kenntnis der<br />
Vegetation der Insel Oesel, 1901, S. 26: »Nicht häufig: Jerwe! Kattfel!<br />
T a g g a m o i s! M u s t e 1! N e u 1 ö w e 1! — Ins. F i 1 s a n d!» — LEIIMANN:<br />
Flora von Polnisch-Livland, 1895, S. 219: »Sandige Wälder, Hiigel, Heiden.<br />
Häufig.»<br />
Im Juni 1926 notierte ich die Art auf ösel: Pargel (I), an ein paar Stellen<br />
westlich von Hapsal und auf dem Laksberg {Reval).<br />
MEINSHAUSEN: Flora Ingrica, 1878, S. 254: »In den Sandgegenden des Siidgebiets,<br />
eine der gemeinsten und fiir diese Gegenden charakteristischen Pflanzenarten.»<br />
Fur Finnland bemerkt HjEW, 1923, S. 'J9: »In Alandia satis frequenter —<br />
frequenter provenit, in reliqua Fennia maxime austro-occidentali rarissime visa<br />
est. Dein etiam in orientali Fennia his annis est lecta.»<br />
In der nachfolgenden Detaildarstellung wird fiir die Regio Aboënsis ein Vorkommnis<br />
in Korpo, auf Kuustö und in Kisko angegeben. Zu bemerken ist, dass<br />
BERGROTH: Antecknmgar om vegetationen i gränstrakterna mellan Åland och<br />
Åbo-området, 1894, und CAJANDER: Kasvistollisia tutkinniksia Mynämäen,<br />
Mietoisten ja Karjalan kunnissa, 1902, die Art nicht anfiihren.<br />
Fiir Korpo teilt mir Oi«E EKI.UND mit: »Nach Conspectus in Korpo, nicht von<br />
mir gesehen.»<br />
Succisa<br />
pratensis Moench.<br />
Karte 20.<br />
Kommt auf Hiigehviesen vor. Siehe näher 1915, S. 447.<br />
Fiir diese Art kenne ich nur 5, wie es scheint, urspriinglidie Vorkommnisse:<br />
je eins in Eckerö, in Hammarland und Jomala und zwei in K ö k a r<br />
Also zwei voneinander isolierte Gebiete.
ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 119<br />
Das westliche Vorkommnis ist offenhar schwedischen Ursprungs. Fiir das in<br />
Kökar stellt sich eine Einwanderung aus dem Ostbaltiknm vielleicht als das<br />
Wahrscheinlichste dar (siehe S. 57).<br />
V or kommen an f<br />
Åland:<br />
Kökar: In wenigen Exemplaren auf einer Hiigelwiese in Smedö (1906),<br />
Öfverboda; Jomala: Norrsunda; Hammarland: Pfarrgutswiese, Torp<br />
(auf Kultixrboden) ; Eckerö: Torp öjen. In H. M. F. finden sich Exemplare aus<br />
»Hammarland», gesammelt von Bergstrand, welcher im ubrigen angibt (Naturliist.<br />
beskr.): »t. r. Hammarland på ängen mellan Frebbenby och prestgården.»<br />
Vorkommen in den am nächsten hei Åland liegenden Ländern:<br />
LINDMAN: Svensk fanerogamflora, 1918, S. 513 (s. n. Succisa praemorsa):<br />
»Lundäng., skogsbryn. Sk. — Jtl. oVb., Öl., Gtl., allm.» — Stockholmstraktens<br />
växter, 1914 gibt S. 195 ein ausgedehntes Vorkommen an; in dem Åland zugekehrten<br />
»Schärenarchipelgebiet» scheint die Frequenz jedoch verhältnismässig<br />
niedrig zu sein. — THKDENIUS: Flora öfver Uplands och Södermanlands fanerogamer<br />
och bräkenartade växter, 1871, S. 66: »På ängsbackar, skogsängar och<br />
betesmarker, allmän.» "— JOHANSSON: Hufvuddragen af Gotlands växttopografi,<br />
1897, S. 138: »Allest. Mängdv.—massv.»<br />
SCHMIDT: Flora des silurischen Bodens von Ehstland, Nord-Livland und<br />
Oesel, 1855, erwähnt die Art S. 217 ohne Angabe von Lokalitäten, ebenso desselben<br />
Verf. Flora der Insel Moon, 1854, S. 40. Dasselbe ist auch bei Russow:<br />
Flora der Umgebung Revals, 1862, S. 76, GRUNER: Versuch einer Flora Allentackens,<br />
1864, S. 489, und GI,KHN: Flora der Umgebung Dorpats, 1860. S.<br />
542, der Fall. — SKOTTSBERG U. VESTERGREN: Zur Kenntnis der Vegetation der<br />
Insel Oesel, 1901, S. 16: »Häufig.» — LEIIMANN: Flora von Polnisch-Livland,<br />
1895, S. 246: »Weisen, Heiden, Wälder, Gebusche, Gemein.»<br />
MEINSIIAUSEN: Flora Ingrica, 1878, S, 151 (s. n. Scabiosa Succisa L.): »Auf<br />
feuchten Wiesen, in Wäldern, namentlich torfhaltiger Orte gemein in ganz<br />
Ingrien.»<br />
Fiir Finnland bemerkt HjEI,T, 1923, S. 432: «Succisa praemorsa Asch.<br />
(S. pratensis Moench auct. fere omnium apud nos.) — Inpriniis in occidentali<br />
parte Fenniae mediae satis frequenter aut frequenter provenit; ad septentrionem<br />
versus usque ad 63° 50' procedit, sed in parte orientali multo prius desinit.<br />
In vicinitate marium saltem plurimis plagis aut raro aut non invenitur.»<br />
In der nachfolgenden Detailbehandlung heisst es fiir die Regio Ahoënsis<br />
(S. 433): »fq: Zett. & Br.; st fq—p: Arrh. Ann.; p: Renv. et A. Nyl.; Uskela st<br />
f q _ f q : Häyr.; fq: Sel. et l'rintz; fq—fqq: Flinck, cfr etiam W . Nyl. p. 204; fq<br />
[»yleinen»] V. E. Broth, et Weeks.; Mietois?, in parte au.strali par. Mynämäki<br />
[»Pt»] st fq, ceterum fq, cp [»yl.»]: Caj. Kasvist.»<br />
Zu beachten ist, dass BERGROTII: Anteckningar om vegetationen i gränstrakterna<br />
mellan Åland och Åbo-området, 1894, die Art nicht aus den Grenzkirchspielen<br />
zwischen Åland und der Regio Aboënsis anfiihrt. — CAJANDER: Kasvistollisia<br />
tutkimuksia Mynämäen, Mietoisten ja Karjalan kunnissa, 1902, sagt<br />
S. 130: »Mt. (Mietoinen)? Pt. (der sudlichste Teil von Mynämäki) fqs., sonst<br />
fq. Häuf. an den Waldrändern feuchter Wiesen, in Weidengestriipp, bisweilen<br />
auch an Ufern.» (Orig. finnisch.)
120 A. Palmgren, Die Einwanderiingsvvege der Flora iiach den Âlandsinseln<br />
Fiir Korpo gibt niir OIVE EKI^UND ein Vorkoramen nur in Galtby an.<br />
Zur Beleuclitung des Aaftretens der Art in der Kiistengegend von Nyland<br />
sei folgende Äusserung von W. BRKNNER: Växtgeografiska studier i Barösunds<br />
skärgård. I, 1921, S. 106, zitiert: »S. st. r. 8. Endast i yttre skärgården (Stor-<br />
Lövö, Bastö, Storö, Skeppö, Langlö, Vargskär, Tiftö, Arvskär, Jakob-Ramsö),<br />
mest i bergskrevor i omedelbar närhet av havsstranden. Apofyt. — F. p.-<br />
st. fq. Saknas nere vid kusten, men uppträder redan i Linkulla-trakten rikligt.<br />
(Ilis. st. fq.)» — S. 116 schreibt BRENNER: »Succisa pratensis förekommer rikligt<br />
i örtängar, snår och lövskogar i fastlandets norra del, men försvinner redan<br />
ett gott stycke från kusten fullständigt. I inre skärgården saknas den likaså<br />
totalt, men uppdyker märkvärdigt nog åter här och där i yttre skärgården, där<br />
den oftast förekommer i bergspringor så nära havsstranden, att dess spridning<br />
genom driften ej synes osannolik.»<br />
Knautia arvensis (I,.) Coult.<br />
Karte 21.<br />
Kommt auf Hiigelwiesen vor. Siehe näher 1915, S. 447.<br />
Diese Art hat ihr hauptsächliches Vorkommen auf der Hauptinsel Åland,<br />
wo sie besonders in Jomala verbreitet ist,sowie auf dem kontinentalen Eckerö.<br />
Ferner ist sie an einer Lokalität im NW Schärenarchipel und ebenso an je<br />
einer lyokalität im Schärenarchipel von Lemland, in Lumparland, in Vårdö<br />
und dazu im Siidosten an je einer Lokalität in Sottunga und Kökar angetroffen.<br />
Sie fehlt also vollständig in Föglö, Kumlinge und Brändö.<br />
Das V or kommen deutet ganz bestimmt atif wesentlich schwedi schen Ursprung<br />
und — in Anbetracht des hauptsächlichen Vorkommens auf der Hauptinsel<br />
Åland — wahrscheinlich auf eine recht jriihe Einwandernng. Nur fitr die Vorkommnisse<br />
in Kökar und Sottunga scheint eine Rekrutierimg aus dem Ostbaltikum<br />
vielleicht wahrscheinlicher (siehe S. 57),<br />
Vorkommefi auf<br />
Åland:<br />
Kökar: Husö; S o 11 u n g a: Hällklubb, L e m 1 a n d: Hanmbacka<br />
(Laubvviese), Norrby — Söderby, Bergö; J o m a 1 a: Kungsö, Kungsö — Brändö,<br />
Godtby, am Degerbergsfjärd, Norrsunda —Södersunda, Vestansimda, Vargsunda,<br />
Möckelby, S vom Dalkarby träsk (Br. Fl.), Dalkarby, Jättböle, Öfverby.Ytterby,<br />
»Lemström» (Meurman), Apelnäs; Hammarland: Torp, Östantråsk, Byttböle,<br />
Bjerström — Byttböle, im Winkel der Bucht Postadfjärden, Mörby, Bredbolstad,<br />
Ijllbol.stad. Bovik, Skarpnåtö; Eckerö: Marby, Storby, Stoiby-<br />
Vikarna, siidwestl. Teil von Ost-Eckerö (H. Lindberg); Finlx); Geta: Bolstaholni,<br />
Vester- u. Östergeta; F i n s t r ö m: Bjerström, vStrömsvik, bei der<br />
Kirche, Bamböle, Bastö, Tjudö; Saltvik: Kvarnbo, Ryssböle; S u n d: bei<br />
der Kirche, eichenbewachsener Iliigel in der Nähe der Kirche, Tranvik, Bomarsund<br />
(H. M. F.), Vård ö: Angö; u m p a r 1 a n d: Norrboda.
ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 121<br />
Verhreitung in den am nächsten hei Åland liegenden Ländern:<br />
Stockhomstraktens växter, lOl-'i, gibt S. 98 ein ausgedehntes Vorkommeii,<br />
u. a. in dem Aland zugekehrten »Scliärenarchipelgebiet» an; fiir melirere Kirclispiele<br />
lautet die Frequenzbezeiclmung mehrerorls oder zieml. liäufig oder vSogar<br />
hänfig. — TIIKDKNIUS: Flora öfver Uplands och Södermanlands fanerogamer<br />
och bräkenartade växter, 1871, S. 67 (s. n. Trichera arvensis): »På åkerrenar,<br />
backar och vid vägkanter, allmän. .» — JOHANSSON: Hufvuddragen<br />
af Gotlands växttopografi och växtgeografi, 1897, S. 137 (s. n. Trichera arv.):<br />
På mellersta delen allm., på nordligaste och södra h. o. d. Måttl. Exv. Sandön<br />
(Wö!); Bunge!;. . . Grötlingbo!»<br />
SciiMiDT: Flora des silurischen Bodens von Ehstland, Kord-Livland und<br />
Oesel, 1855, erwähnt die Art S. 217 ohne Angabe von Lokalitäten, ebenso desselben<br />
Verf. Flora der Insel Moon, 185/i, S. 40. Ebenso verhält es sich bei Russovv:<br />
Flora der Umgebung Revals, 18G2 (S. 76), GRUNER: Versuch einer Flora<br />
Allentackens, 1864, S. 488, und GLEIIX: P'lora der Umgebimg Dorpats, 1860,<br />
S. 542. — SKOTTSKERG U. VESTERGREN: Zur Kenntnis der Vegetation der Insel<br />
Oesel, 1901, S. 16 (s. n. Trichera arv.): »Ziemlich häufig. — Eine Form mit weissen<br />
Bliiten bei N e u 1 ö w e 1!» — LYELLMAXX: Flora von Polnisch-Livland, 'l 895,<br />
vS. 246: »Weg- und Waldränder, Aecker, Wiesen, Anhöhen, EBböschungen. Gemein.»<br />
Im Juni 1926 notierte ich die Art auf ösel (dichter Hain auf der Insel Abro<br />
(I), sowie Pargel (I)), auf trockenem Abhang am Meer westlich von Hapsal<br />
sowie auf dem Laksberg (Reval).<br />
MEINSHAUSEN: Flora Ingrica, 1878, S. 151 (s. n. Scabiosa arvevsis L.): »Auf<br />
trocknen, sonnigen Wiesen, namentlich im Gebiete des Kalksteins, sehr gemein<br />
in ganz Ingrien. Die Form b. ist seltener, aber stellweise namentlich bei Luga<br />
häufig; die Form c. wächst als seltener Gast hie und da in schattigen Wäldern<br />
des Kalkstein-Berglandes.»<br />
Fiir Finnland bemerkt HJEI.T, 1923, S. 425: »In occidentali Fenniae parte<br />
passim, multis auteni plagis raro occurrit, ad orientem versus frequentior fit,<br />
in Karelia orientali est frequentissima. Terminum septentrionalem ad 67° 18'<br />
attingit, ultra 63° 30' plerumque saltem rara aut rarissima est.»<br />
In der nachfolgenden Detailbehandlung (S. 526) ergibt sich ein Vorkommen<br />
mehrerorts in der Regio Aboënsis. Die Art scheint jedoch iiberall selten zu sein.<br />
Zu beachten ist u. a., dass sie nicht bei BERGROTII: Anteckningar om vegetationen<br />
i gränstrakterna mellan Åland och Åbo-området, 1894, zu finden ist. —<br />
Bei CAJANDER: Kasvistollisia tutkimuksia Mynämäen, Mietoisten ja Karjalan<br />
kunnissa, 1902, liest man S. 130: »Pt (der sudlichste Teil von Mynämäki) rr,<br />
1894 2 Ex. im 1'ark von Kallinen unter einer grossen Espe. K1 (Gegend von<br />
Kalela) rs., an Ackerrainen, Landstrassenrändern und auf Hiigeln in der Gegend<br />
von Haka und Haanperä reichlich. — In den Sammlungen meines Vaters<br />
findet sich auch 1 Ex. aus dem Filialkirchspiel Karjala.» (Orig. finnisch.)<br />
— Fiir das an Åland grenzende Kirchspiel Korpo bemerkt HJEI/r nach O.<br />
EKLUND: »Korpo r. Alvsjö, »Korpogård», Skofatt Snickars, Norrskatan Havträsk.»<br />
— Im ûbrigen sei auf HJEL
122 A. Palmgren, Die Einwanderungswcge der Flora nach den Alandsinseln<br />
Artemisia campestris h.<br />
Karte 22.<br />
In Grus und Spalten auf Felsenabsätzen, Hiigel- und Felsbuckeln, bisweilen<br />
auch auf trockenen, besonders grusigen Hugeln. Siehe 1915, S. 457.<br />
Die Verbreitung weist einige bemerkenswerte Ziige auf.<br />
Das hauptsächlichste Vorkommen entfällt auf den NW Schärenarchipel,<br />
den westlichen Schärenarchipel von Lemland, woran sich Lokalitäten in Flaka<br />
u. auf Herrö (siidwestlicher Teil des festländischen Lemland) anschliessen, das<br />
nordöstliche Föglö (daran schliessen sich zwei Lokalitäten in Sottunga) und<br />
Kökar. Hierzu kommen einzelne oder zerstreute Lokalitäten in Eckerö, im<br />
nördlichen Schärenarchipel von Saltvik, in Sund, Vårdö, Kumlinge und<br />
Brändö. In Jomala, und Lumparland ist die Art nicht angetroffen worden.<br />
Bemerkenswert ist, dass das Vorkommen in Föglö annähernd auf den nordöstlichsten<br />
Teil des Kirchspiels beschränkt ist; im ubrigen liegt nur eine<br />
Lokalität ganz siidwestlich mit Anschluss an das Vorkommnis im westlichen<br />
Schärenarchipel von Lemland vor.<br />
Die Fimdplätze liegen sämtlich his auf zwei auf Inseln, und auch diese zwei<br />
sind Landzungen und mithin in Wirklichkeit Schärenlokalitäten.<br />
Wie aus dem Obigen hervorgeht, lassen sich die Vorkommnisse dieser Art<br />
auf eine westliche und eine östliche Verbreitung verteilen. In der Richtung<br />
SO—NW geht durch ganz Åland eine Lucke im Vorkonmien, die im Westen<br />
durch eine Linie Geta: Dånö—Siidspitze von L e m 1 a n d, im Osten durch<br />
eine Linie Saltvik: Boxö — Föglö: Nötö — Kökar: Idö markiert<br />
ist. Hierin erinnert die Art an Gymnadenia conopsea, Polygonatum multiflorum,<br />
Draba incana u. a. Insbesondere zeigt die letztgenannte Art eine auffallende<br />
Ähnlichkeit im Vorkommen (siehe S. 56).<br />
Es îmterliegt kaum einem Zweifel, dass das westliche Vorkommnis schwedischen<br />
Ursprungs ist. Bemerkenswert ist dabei, dass das gegen SW exponierte<br />
Jomala und der grösste Teil von Hammarland nicht von der Einwanderung<br />
erreicht worden sind (die Lokalitäten in Hammarland liegen i m nordwestlichsten,<br />
festländischen Teil dieses Kirchspieles). Ebenso fällt das fast vollständige<br />
Fehlen irn westlichen Föglö ins Auge. — Fur das östliche Vorkommnis scheint<br />
eine Rekrtäierting aus dem Ostbaltikum wahrscheinlich.<br />
Vorkommen auf<br />
Åland:<br />
Kökar: Idö. Finnö, Hellsö, Hamnö, Öland, Österbygge-Horsskär. Storrefvet<br />
u. Partufvorna; Sottunga: Finnö, Finnö norra öjen; Föglö: Bänö,<br />
Jyddö. Nötö. Öfverö, Hesselör, Björkör; Lemland: Herrö, Flaka (Consp.),<br />
Björkö, Jersö, Nåtö, Inre u. Yttre Kalfskäret, Granholm, Slätskär; H a ni m a r-<br />
1 a n d: am Marsund S von Berghamnslandet, Berghamnslandet, Björkskär,<br />
Skråbjörkö. Skabbskär, Äppelö, Äppelö-Granskär; Eckerö: »Skeppsvik:
ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 123<br />
saiidiger trockener Boden am Meer» (H. Lindberg 1892 im H: M. F.), Finbo,<br />
Signilskär, »här och där i skärgården mellan Getha och Eckerö t. ex. Gumholm»<br />
(Hult: Anteckningar); Geta: Dånö, vSandskär, Mattskärs n. gmndet, Rankoskär;<br />
Saltvik: Boxö; Sund: Skarfven (Consp.); V å r d ö: Dorf Vårdö,<br />
Haninö; K u m 1 i n g e: Södholm, Björkö-Ängö; Brändö: Torsholma. —<br />
Nach Bergroth (S. 76) »t. a.» in Kunilinge u. Brändö.<br />
VerhreiUmg in den am nächsten bei Åland liegenden Ländern:<br />
I^INDMAN; Svensk fanerogamflora, 1918, S. 540: »Torra backar, klippor,<br />
murar. Sk. — s. Nrl. o. Dis., mindre allm.» — Stockholmstraktens växter, 1914,<br />
gibt S. 17 ein recht ausgedehntes Vorkommen, besonders in den siidlichen Teilen<br />
des Gebietes an. — THEDENIUS: Flora öfver Uplands och Södermanlands<br />
fanerogamer och bräkenartade växter, 1871, S. 377: »På backar, vägkanter och<br />
murar, mångenstädes.» — JOHANSSON: Hufvuddragen af Gotlands växttopografi<br />
och växtgeografi, 1897, s. 115: »Allm. Talr. .»<br />
SCHMIDT: Flora des silurischen Bodens von Ehstland, Nord-Livland und<br />
Oesel, 1855, S. 218: »Durch das ganze Gebiet. Am Meeresstrande, auf Moon<br />
und A b r o, häufig die var. sericea Fr.» — Desselben Verf. Flora der Insel<br />
Moon, 1854, S. 41, fùhrt die Art ohne Lokalangaben an. Ebenso ist sie von<br />
Russow: Flora der Umgebung Revals, 1862, S. 77, und GRUNER: Versuch einer<br />
Flora Allentackens<br />
, 1864, S. 489, sowie GI,EHN: Flora der Umgebung<br />
Dorpats, 1860, S. 543, erwähnt. — SKOTTSBERG U. VESTERGREN: Zur Kenntnis<br />
der Vegetation der Insel Oesel, 1901, bemerken S. 7: »Ziemlich häufig; A n s e-<br />
kiill! O ris a ar!» — LEHMANN: Flora von Polnisch-Livland, 1895,<br />
S. 258: »Hiigel, Aecker, Wegränder, EB-böschungen. Gemein. — var. a. ivodora<br />
MB. [syn. mit cam^. (Schm.)]. Cur. (Fis., Lind.); Lith. (Wolfgang); Minsk<br />
(Lind.), Pinsk (Eichw.); Moh. (Lind.). — b. sericea Fr. Balt. (Kge.), Oes„ Moon<br />
(Smt.). [A. scoparia W. K. Lith. (Wolfgang). Sehr fraglich (Schm.)].»<br />
KUPFFER: Grundzuge der Pflanzengeographie des ostbaltischen Gebietes,<br />
1925, zählt die Art S. 178 unter denen auf, fiir welche eine Einwanderung während<br />
der subborealen Zeit wahrscheinlich erscheint.<br />
Im Juni 1926 zeichnete ich die Art auf ösel (Lode auf trockenem of f enen<br />
Gelände, Siidspitze der Insel Abro, Pargel (I)), an verschiedenen Stellen westUch<br />
von Hapsal und auf dem Laksberg (Reval) auf,<br />
MEINSHAUSEN: Flora Ingrica, 1878, S. 169: »Auf trocknen, sonnigen Wiesen<br />
und Feldern, an Gräben, Dämmen und Wällen in ganz Ingrien gemein.»<br />
Fiir Finnland gibt HJEIVT, 1926, S. 71 an: »In Fennia austrah usque ad<br />
61° 10' ad septentrionem versus raro aut satis raro occurrit; ulterius in saburra<br />
etc. adventicia legitur.»<br />
Fiir die liegio Aboënsis ergibt sich (1. c. S. 72) ein Vorkonmien an mehreren<br />
Orten, u. a. im Schärenarchipel von Pargas, Nagu und Korpo. Fiir das letzterwähnte<br />
Kirchspiel {Korpo) teilt mir Oi,E EKI^UND mit: »Zieml. häufig im Schärenarchipel,<br />
besonders im siidlichen und westlichen.»
124 A. Palmgren, Die Einwanderiingsvvege der Flora iiach den Âlandsinseln<br />
Cirsium heterophyllum (L.) All.<br />
Karte 23.<br />
Kommt aiif 5es/ma-Wiesen und in Ivaubwiesen, besonders an frischeren<br />
und etwas beschatteten Stellen vor. Siehe näher 1915, S. 459.<br />
Diese Art ist auf Aland recht selten (40 L,okalitäten). Ihr reichlichstes Vorkonimen<br />
fällt in die westlidien und siidwestlichen Teile der Hauptinsel Åland,<br />
wo sie audi in den Schärenarcliipel hinausgeht (Jomala 14, Eckerö 7, Hammarland<br />
10, Finström 4, Geta 2 Lokalitäten). Gegen Osten und Nordosten wird<br />
die Art seltener. Im östlichen Teil der Hauptinsel Åland (östlich von der<br />
Bucht Lumparen—Strömma) ist so nur eine Lokalität (Saltvik: Lângbergsöda)<br />
bekannt, und im ganzen östlichen und siidlichen Schärenarchipel<br />
(Vårdö, Föglö, Sottunga, Kökar, Kumlinge vind Brandö) wissen wir nur von<br />
zwei Lokalitäten ganz östlich in Brändö.<br />
Das ganze westliche Vorkommnis ist of f enbär schwedischen Ursprungs. Aber<br />
das Vorkommen in Brändö? Wegen dieses ist zu benierken, dass BERGROTH<br />
die Art von Söfdö in dem dicht bei Brändö gelegenen Kirchspiel I n i ö {Regio<br />
Aboënsis) anfiihrt. Es scheint mithin recht nahe zu liegen, mit einer Einwanderung<br />
nach Brändö von Osten her, aus Finnland zu rechnen, wo die Art<br />
eine ausgedehnte Verbreitung hat (siehe S. 58).<br />
Vorkommen auf<br />
Åland:<br />
I. e m 1 a n d: Slätholm, Granholm, Skobbholm, Slätskär; Jomala: Ytternäs,<br />
Önningeby — Kalmar, Kalmar, Hindersböle, Klinten, Möckelö, Djurvik,<br />
Vargsunda, Möckelby, Kärböle—Möckelby, Dalkar by, Ringsböle, Jomala Öjen,<br />
Ytterby; H a m m a r 1 a n d: Torp, beim Pfarrhof, Kattnäs, Frebbenby,<br />
Kattby, am Marsund S von Bergliamnslandet, Mörby, Bredbolstad, Bovik-<br />
Slätskär, Äppelö; Eckerö: Öfverby, Olafsveden — Öra, Storby-Vikarna;<br />
nach H. Lindberg: siidwestl. Torp, siidwestl. Teil von Ost-Eckerö, Skeppsvik, Eniskär;<br />
Geta: Snäckö, Isaksö; F i n s t r ö m: Örnäs udde, Bjerström, an der Emnäs-Bucht<br />
ii. am Wege nach Attböle, Emkarby (consp.) Saltvik: Dorf<br />
Langbergsöda by — Bucht Långbergsöda vik; Brändö: Asterholma-Korsö,<br />
Torsholma-Gåsholm.<br />
V or kommen in den am nächsten hei Åland liegenden<br />
Ländern:<br />
LINDMAN: Svensk faneroganiflora, 1918, S. 54U: »Lundäng., ngt fukt. mark,<br />
Sk. — Lpl., ÖL, mindre allm.» — Stockholmstraktens växter, 1914, fiihrt S.<br />
54 niehrere Lokalitäten an. Häufig ist die Art hier jedoch nicht. — THKDKNIUS:<br />
Flora öfver Uplands och Södermanlands fanerogamer och bräkenartade växter,<br />
1871, S. 370: »På fuktiga ängar och stränder äfvensom i diken, allmän i<br />
norra Upland, sällsyntare inom öfriga delar af floronirådet.» — JOHANSSON;<br />
Hufvuddragen af Gotlands växttopografi och växtgeografi, 1897, erwähnt die<br />
Art nicht.<br />
SCHMIDT: Flora des silurischen Bodens von Ehstland, Nord-Livland und<br />
Oesel, 1855, S. 221: »Durch das ganze Gebiet. Felilt um Weissenstein und Tur-
ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 125<br />
gel.» — Desselben Verf. Flora der Insel Moon, 1854, S. 41: »Vereinzelt im Krons-<br />
Kiefernwalde.» — Russow: Flora der Umgebung Revals, 1862, S. 79: »>Zerstreut<br />
durch das Gebiet auf feuchten, bebuschten Wiesen. S p r i n g t h a 1,<br />
I/ ö \v e n r u h, F ä h n a, K a d d a c k, W i e m s, Hark, Huer, Co u r-<br />
nall!.» — GRUNKR: Versucli einer Flora Allentackens, 1864, S. 491: »Auf<br />
Buscli- und Waldwiesen; zerstreut durch das Gebiet und ineist sehr vereinzelt.<br />
In A 11 e n t.: 5 Werst östlich von W a r j el!, am Bache zwischen N e u-I s e n-<br />
h o f und K o c h t e 1!, J e w e!; in L i v 1. um W o 11 i g f e r! (ziemlich häufig).»<br />
— GWÎIIN: Flora der Umgebung Dorpats, 1860, S. 544 (var. Helenioides<br />
Ali.): »Auf feuchten Buschwiesen zerstreut. Jama, Annenhof (Bienert); Rathsliof<br />
(Hb. Czekanowsky!); Pajo!; Kulli!; Wassula (Gruner).» — SKOTTSBERG U. VKS-<br />
TERGRKN: Zur Kenntnis der Vegetation der Insel Oesel, 1901, S. 10: »Hier und<br />
da, in feuchten Wiesen und Laubwiesen: W i d o! W e d r o k o! T a g g a m o i s!<br />
P i d d u 1! M u s t e 1! M e t z e k ii 11! N e u 1 ö \v e 1! zwischen K a n g e r n<br />
imd 'r ö 11 i s t! beini Wege nach Sali!» — LEHMANN: Flora von Polnischlävland,<br />
1895, S. 270: »Wiesen, Gebûsche. Zerstreut.»<br />
KUPFFKR: Grundziige der Pflanzengeographie des ostbaltischen Gebietes,<br />
1925, erwähnt die Art S. 169 unter denen, fiir welche eine F.inwanderung während<br />
der subarktischen Periode wahrscheinlich erscheint.<br />
Im Juni 1926 notierte ich die Art auf der Siidspitze der Insel Abro {ösel) und<br />
westlich von Hapsal.<br />
MEINSIIAUSEN: Flora Ingrica, 1878, S. 178: »Die Formen a. (integrifolius)<br />
und b. (pinnatifidus) wachsen auf + od. — feuchten, fruchtbaren Wiesen, an<br />
Bächen, Waldrändern, od. an kräuterreichen Abhängen, an Dämmen und Gråben<br />
in ganz Ingrien mehr oder minder gemein, stellweise einzeln, gewöhnlich<br />
aber zahlreich ausgestreut. Die Form c. ist ein Bastard von eigenthumlichem<br />
Aeussern, der nur da, wo diese Art mit C. oleracetis auf geeigneten Bodenarten<br />
zusammenwächst, sehr vereinzelt angetroffen wird (Siworiza, Tichwiza etc.).»<br />
Fiir Finnland bemerkt HJEI^T, 1926, S. 170: »Per totam fere Fenniani Lapponiamque<br />
frequenter (—satis frequenter) provenit.- In Fennia maxime austrooccidentali<br />
pluribus saltem plagis non nisi rarius occurrit.»<br />
In der hierauf folgenden Detailbehandlung wird fiir die Regio Abcënsis ein<br />
Vorkommnis an melireren Orten, u. a. im Schärenarchipel von P a r g a s und<br />
K o r p o angegebcn. Fiir Korpo teilt mir Oi
126 A. Palmgren, Die Kinwanderungswege der Flora nacli den Alandsiiiseln<br />
Selaginella ciliata (Lam.) Opiz.<br />
Karte 24.<br />
Kommt an off enen frischeren Stellen in Laubwiesen, aiif Uferwiesen,<br />
5gs/ma-Wiesen und Moorwiesen vor. Siehe näher 1915, S. 192.<br />
Die Verbreitung auf Åland ist sehr eigenartig.<br />
Das reichlichste Vorkommen fällt in den nordwestlichen Schärenarchipel<br />
mit den zugehörigen Kiistengegenden der Kirchspiele Geta und Hammarland.<br />
Ferner kommt die Art mehrerorts in Eckerö, Hammarland iind dem westlichen<br />
Jomala vor; in Finström ist nur eine I.okalität notiert worden. Hierzu kommen<br />
zwei isolierte Lokalitäten in Föglö. Sonst fehlt die Art auf Åland.<br />
Die Verbreikmg ist also, wenn man von den heiden Lokalitäten in Föglö<br />
absieht, rein westlich und nordwestlich. Bemerkenswert ist, dass in dieser westlichen<br />
Verbreitung das weitatis reichlichste Vorkommnis auf das nördliche Åland<br />
fällt. In dieser Hinsiclit haben nur wenige Arten Anknupfungspunkte.<br />
Nach der Verteilung auf Åland zu schliessen, liegt es am nächsten, eine<br />
Einwanderung atis Schweden anzunehmen, aber nicht, wie fur die meisten<br />
Arten, am nächsten von Siidwesten, aus dem mittleren und siidlichen Uppland,<br />
sondern ans nördlicheren Teilen dieser Landschajt (siehe S. 62). Die Art ist<br />
auch dort häufiger als nach Siiden zu, wie aus dem Untenstehenden hervorgeht.<br />
Offenbar stehen die Fundorte im siidwestlichen Åland (Jomala) und in<br />
Föglö mit den nördlicheren in Zusammenhang. Die Frequenz zeigt nänilich<br />
von Norden nach Siiden eine sehr sukzessive Abnahme.<br />
Vorkommen auf<br />
Åland:<br />
Föglö: Nötö, GriiJÖ; Jomala: Styrsö (Uferwiese), Grägesö, »Lagnöskär»<br />
(Laurén nach Consp.), Möckelö (»in prato luuuido», Arrh. et Kihlni. nach Consp.),<br />
WiesenNvon Ramsholmen (1898), Kungsö (1898), Vargsunda; Ha m m a rl a nd:<br />
Bolstad — Vestmyra, am Marsund S von Berghamnslandet, Berghamnslandet,<br />
Skarpnåtö, Äppelö; Eckerö: Storby, Öfverby, Torp — Storby, Torp öjen, S von<br />
Vikarna (Sumpf mit Fichten), Böle (Consp.), Hummelvikeu (»fuktig strand», H.<br />
Lindberg in H. M. F.), Skeppsvik sowie mehrerorts im siidwestl. Teil von Ost-<br />
Eckerö (H. Lindb.), Finbo; Geta: Dånö, Andersö, Isaksö, Hällö, Finnö (Ch. E.<br />
Boldt), im Winkel der Bucht Långviken (Ch. E. Boldt); F i n s t r ö m: Rågetsböle.<br />
Vorkommen in den am nächsten bei Åland liegenden Gehieten:<br />
O. R. Hoi^MBERG: Hartmans handbok i Skandinaviens flora, 1922, S. 49:<br />
»Fukt. skogar o. äng., kärr (isynn. på tuvor), bäckstrand, osv.; uppstig, i fjällreg.<br />
S. TI. o. Nb.—Dlr. (större del.) o. His. a—ta., ävensåi Vrni. n. del (till 60°)<br />
o. ö. del., \Vstni., öGstr. o. nöUpl.\ sälls. i inre Gstr., söDlr. o. sydligare: öVstm.<br />
Sala; Upl. inre del, till Bälinge; skärgården; öSrni. Dalarö (E. B. Almqu.);<br />
Nrk.: mög. Kärna; Slaka; nSm. Ingatorp; Vg. Falköping; Göteve; Gammalsjö<br />
i Kalv; Boh. kusttr.; Gbg. Hönö (T. Lange). (O Dsl.).» — Stockholmstraktens
ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 278<br />
växter, 1914, fiihrtS. 181 eine Anzahl I.okalitäten, sämtlicli im »Scliärenarchipelgebiet»,<br />
auf: »Blidö 5. vid Karlvik 1888 (J. W. Haniner), Oxhalsö 1911<br />
(G. Lundqvist); Djurö Djurö 1885 (T. Krok), Korsö 1876 (A. G. Natliorst),<br />
Runmarö (T. Krok); Gustafsberg Långsunda (N. Schager); Rådmansö In-Fredel<br />
1912 (L. G. Romeli).» — THEDENIUS: Flora öfver Uplands och Södermanlands<br />
fanerogamer och bräkenartade växter, 1871, S. 498: »På fuktiga ängar, i kärr och<br />
på stränder, mångenstädes i norra delen af Upland.»<br />
ERIK AI^MQUIST: Viktigare tillägg och rättelser till Upplands flora, 1919,<br />
S. 319: »Längs hela kusten men söderut allt sällsyntare och inskränkt till skärgården.<br />
— T. allm. från Älvkarleby genom alla kustsocknar (även deras<br />
inre delar) åtm. till södra delen av H a r g (Sandasjön); G r ä s ö »gemein» (LAU-<br />
REIVIV 1904)!; Singö (R!), Väddö (L!) och Björkö ( = Björkö-Arh<br />
o 1 m a sn i Rosl.) (A) flerst.; L ä n n a »allestädes vid stränderna på Svartnön»<br />
(C. HN in litt. ad TIIED.); se vidare St. V. och SBT. 1915, sid. 127. — Inne i<br />
landet: T o 1 f t a flerst.; Valö flerst. (F!); Tegels m ora Tobo (V); B ä-<br />
linge (SBT. 1912,- sid. 181). Finnes otvivelaktigt även i nv. Uppl.»<br />
JOHANSSON: Hufvuddragen af Gotlands växttopografi och växtgeografi,<br />
1897, erwähnt die Art nicht.<br />
Im Ostbaltikum diirfte die Art nur an drei Stellen gefunden sein. KUPFFER<br />
schreibt (Grundzuge der Pflanzengeographie des ostbaltischen Gebietes, 1925,<br />
S. 124): »Selaginella selaginoîdes ist bei uns bisher nur auf zwei nahe benachbarten<br />
Ståndorten, Moorwiesen bei Nurms und Addila im Kreise Harrien in<br />
II gefunden worden» (II = der silurische Unterbezirk.) — Die Art wird von<br />
KUPFFER an den genannten Lokalitäten (1. c. S. 124) als Relikt »aus einer kälteren<br />
klimatischen Periode» betrachtet. S. 168 wird diese Zeit auf den »arktischen<br />
Zeitabschnitt» präzisiert. — S. 123 wird sie unter den Arten angefiihrt,<br />
die im Ostbaltikum auf den »Subdistrictus siluricus» beschränkt sind.<br />
Ole Eklund teilt mir mit: »Wonnsö (Estland) rr.»<br />
MEINSHAUSEN: Flora Ingrica, 1878, erwähnt die Art nicht.<br />
Fiir Finnland bemerkt HjEiyT, 1888, S. 24: »In Lapponia et Fennia boreali<br />
plerumque satis freqventer obviam; in parte maxime occidentali jam supra<br />
67° rarescit, in parte orientali infra 62°. In cetera Fennia raro (—rarissime),<br />
sed adhuc in Alandia lecta.»<br />
Aus der Detaildarstellung bei IIjEi^T und den Sammlungen im Herbarium<br />
Musei Fennici geht hervor, dass die Art im sudlichen Finnland in alien Kiistenprovinzen<br />
(ausser Aland u. Isthmus Karelicus) fehlt. Auch fehlt sie in den<br />
Kiistenprovinzen im sudlichen Teil des Bottnischen Meerbusens (Satakunta<br />
und Ostrobotnia australis). Die am nächsten bei Aland gelegenen Fundorte in<br />
Finnland befinden sich in Tavastia australis.<br />
Besonders ist hervorzuheben, dass die Art nach Mitteilung von Oi.E EKI^UND<br />
in Korpo fehlt.<br />
Aiopecurus ventricosus Pers.<br />
Karte 25.<br />
Diese Art zeigt auf Åland eine sehr bemerkenswerte Verbreitung.<br />
Sie ist eine liäufige Strandpflanze im ganzen siidlichen und siidöstlichen<br />
Schärenarchipel, also in den Kirchspielen Kökar, Sottunga und Föglö (an-
128 A. Palmgren, Die Eimvanderuiigswege der Flora nacli deii Ålandsinseln<br />
sclieiiiend jedoch aiif den am weitesten ini NO gelegenen Vargskären fehlend)<br />
sowie im westlichen Schärenarchipel von Lemland. Von Sottunga geht die<br />
Art mit fortgesétzt häufigem Vorkonmien nordostwäits nach Kiimlinge und<br />
von dort nach Brändö, wo die Freqiienz abnimmt. Im stidlichen Jomala ist<br />
ihr Vorkommen schon sehr spärlich und bemerkenswerteiweise viel bescliränkter<br />
als in dem dicht angrenzenden westlichen Schärenarchipel von Lemland;<br />
die Fundorte in Jomala schliessen sich eng an diejenigen in Lemland an.<br />
Nördlich von dem angegebenen Vorkommen, d. h. nördlich einer Linie<br />
ungefähr von Hammarudda (Siidwestspitze von Jomala) bis zur Nordspitze von<br />
Enklinge und von da weiter nach den nördlicheren Teilen von Brändö, ist die<br />
Art selten, also in Eckerö, den nördlichen Kirchspielen Hammarland, Geta<br />
und Saltvik sowie in Vårdö. In Finström und Sund habe ich sie nicht angetroffen.<br />
Wegen der Einzelheiten der Verbreitung sel auf das beigefûgte Lokalverzeichnis<br />
hingewiesen. Siehe auch die Darstellung S. 60.<br />
Die oben angegebene Verschiedenheit in der Frequenz ist wenigstens im<br />
grossen und ganzen nicht diirch die Verschiedenheit in den Standorisverhältnissen<br />
bedingt. Besonders i m nordwestlichen Schärenarchipel sowie in Brändö<br />
stehen vielmelir zahlreiche geeignete Lokalitäten zur Verfùgung. Nur fur<br />
den Schärenarchipel von Saltvik und möglicherweise einigermassen fiir den<br />
nördlichen Schärenarchipel von Vårdö mit ihren in grosser Ausdehnung felsigen<br />
Kiisten und Inseln hat man weniger giinstige Existenzbedingungen zu<br />
notieren.<br />
Offenhar liegt die Erklänmg zn der tmgleichmässigen Frequenz in einwanderungsgeschichtlichen<br />
Umständen.<br />
Allés scheijit fiir eine wesentliche Einwanderung von Siidosten, ans dem 0sthaltikum<br />
zu sprechen.<br />
Diese Einwanderung hat sich mit hoher Frequenz bis zu der Linie westlicher<br />
Schärenarchipel von Lemland—Brändö erstreckt. Von dort ab lichtet<br />
sich das Vorkommen, so dass nur wenige Lokalitäten auf den nordwesthchen<br />
Schärenarchipel (nördliches Eckerö, Hammarland und Geta) sowie auf Saltvik<br />
und das nördliche Vårdö fallen. Die Tatsache, dass die Art jedoch hier an<br />
verschiedenen Stellen und in schöner Gestalt vorkommt, scheint nahezulegen,<br />
dass es ihr nicht an Existenzmöglichkeiten fehlt. Die Ursache zu ihrem spärlichen<br />
Vorhommen scheint vielmehr darin gesucht werden zu miissen, dass die<br />
Art infolge des vermehrten Ahstandes hier noch nicht hat einwandern können.<br />
Wir stehen also dem Abstand und der Zeit als pflanzengeographischen F aktoren<br />
gegeniiber (siehe PALMGREN, 1921 und 1925, S. 57—66, 97—107, 111—<br />
112). ^<br />
Die hier vorausgesetzte Einwanderung aus dem Ostbaltikum gewinnt an<br />
Wahrscheinlichkeit, wenn man sich näher iiber das Vorkommen der Art in<br />
den am nächsten bei Åland liegenden Gebieten unterrichtet.
ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 129<br />
Sclieint also eine Einwanderung aus dem Ostbaltikum liöchst wahrscheinlich,<br />
so darf man wohl doch die Möglichkeit einer grösseren oder geringeren<br />
Verbreiiimg nach den westlichen Teilen Ålands aiich ans Uppland nicht iibersehen.<br />
In bezug auf die Verbreitung zeigtdiese Art Beriihrungspunkte mit Airiplex<br />
hasiatwn, Salicornia europaea, Silene venosa, Isatis tinctoria, Scutellaria hastifolia<br />
und Artemisia vulgaris (siehe S. 60).<br />
Vorkommen in den am nächsten hei Åland liegenden Gebieten:<br />
Fur Schweden bemerkt H01.MBERG, Hartmans Handbok i Skandinaviens<br />
flora, 1922, S. 136: »mest vid kusten: öSk. Brantevik (Holmb.); Åhus (A. Frisend.).;<br />
Bl. spr.; Kim. Kalmar; Ög. o. Srm. spr.; Upl. ta. (särd. i yttre skärg.)<br />
till Öregrund; Boh. Gåsö vid Skaftö (Erik Almqu.); Bro prästg. (J. E. Palmér);<br />
flerest. enl. Lindeb.; Nb. Haparanda; Öl o. Gtl. spr. Inuti landet: Upl.<br />
flerest. åtm. i Mälar- och Uppsala-tr. samt Torstuna; Vstm:s Mälar-tr.» Als<br />
Wuclisplätze werden genannt: »Ängar, hos oss Imvudsakl. strandängar, havsstr.,<br />
osv.» — Stockholmstraktens växter, 1914 gibt S. 10 etwa 10 Lokalitäten an,<br />
die meisten in dem ani nächsten gegen Åland hin gekehrten »Schärenarchipelgebiet»:<br />
»Södertörnsomr.: Tyresö Ekholmen. Mälareonir.: Tx>fö Högsta.<br />
Skärgårdsomr.: Djurö Kroksö; Ljusterö By holm, Husarö, Idskär, Särsö; Muskö<br />
Björnholmen : Nämdö yttre öarna; Utö. Roslag.somr.: Frötuna Sessö {Bot. Not.<br />
]843).i> — JOHANSSON: Hufvuddragen af Gotlands växttopografi och växtgeografi,<br />
189 7, S. 25 7 (fi.ii.A. *nigricans] : »H. o. d. vid ö. kusten, sälls. på västra.<br />
Talr. .»<br />
Zur Ergänzung der Angaben in Stockholmstraktens växter sei noch folgendes<br />
mitgeteilt: ERIK AI
130 A. Palmgren, Die Kinwanderungswege der Flora nacli den Alandsiiiseln<br />
Russian and Finnish Lappmarks. To this part of the distribution-area also belong<br />
one or two occurrences at Haparanda and Torneå. The southerly area<br />
comprises the coasts of the South Baltic: the south-western coast of Finland from<br />
Satakunta (southern Österbotten: Vasa?) in the north to Fredrikshamn in the<br />
east, the coast of Estland and Lettland (from Kandel on the Gulf of Finland<br />
to Libau in the south, mainly on the islands; Kupffer 1906); the eastern coasts<br />
of South Sweden from öregrund down to the east of Skåne, and the coast of<br />
Germany, where however it is known only from Hither Pomerania behind<br />
Riigen and at Danzig. To these must be added one or two occurrences in Denmark,<br />
one in the south of Zealand and one on Falster. Besides this the species<br />
has been observed on the west coast of Sweden in Bohuslän (two localities), and<br />
at one locality in the south-east of Norway near Larvik. — What I would especially<br />
wish to call attention to in this place is the fairly close accordance which<br />
is to be found between the southerly part of this distribution-area and the distribution<br />
of Silene viscosa on the Baltic (see p. 325). It would seem to be indisputable<br />
that the explanation of this lies in the fact that the dispersal of the<br />
two species in the southern Baltic district goes on in a similar manner. Neither<br />
species may have reached its full distribution in the region; and the fact that<br />
they so nearly agree with one another points to vehicles of dispersal which work<br />
in about the same limited field.» — Uber die allgemeine Verbreitung der Art<br />
berichtet STF.RNER S. 410.<br />
Fiir das Ostbaltikum sei folgendes erwähnt.<br />
SCHMIDT: Flora des silurischen Bodens von Ehstland, Nord-Livland und<br />
Oesel, 1855, S. 254 (s. n. A. ruthenicus Weinm.): »Am Meeresstrande: R e v a 1!,<br />
W e r d e r! (Bunge), Moon!, Oesel!.» —Desselben Verf. Flora der Insel<br />
Moon, 1854, S. 60 (s. n. A. nigricans Hornem.): »Am ganzen Seestrande, hin<br />
und wieder, besonders bei K u i w a s t; .» — Russow: Flora der<br />
Umgebung Revals, 1862, S. 105 (s. n. A. nigricans Ilornem.): »Auf den Wiesen<br />
in der Nähe des Meeres liäufig.» — SKOTTSBERG U. VESTF.RGREN: Zur Kenntnis<br />
der Vegetation der Insel Oesel, 1901, geben S. 88 nur eine Lokalität (K i e 1-<br />
k o n dl) an. — GRUNER: Versuch einer Flora Allentackens, 1864, nennt die<br />
Art nicht. — Bci LEHMANN: Flora von Polnisch Livland, 1895, findet man<br />
S. 141 (s. n. A. arundinaceus Poir) nur benierkt: »Meerstrandwiesen in Liv.<br />
(Moon, Oesel); Est.; Pet.»<br />
KUPFFER: Grundziige der Pflanzengeographie des ostbaltischen Gebietes,<br />
1925, erwähnt die Art S. 178 unter deneu, fiir welche eine Einwanderung während<br />
der subborealen Zeit wahrscheinlich erscheint.<br />
Im Juni 1926 notierte ich die Art auf ösel bei Arensberg (II) und auf der<br />
Insel Abro (an dessen westlichem Ufer (III), am nördlichen Teil der von SW<br />
eindringenden Bucht sowie auf der Siidspitze (V)). Ferner westlich von<br />
Hapsal (III).<br />
Auf Wormsö von Or
ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 131<br />
venit.» Wegen der Einzelheiten der Verbreitung wird auf die Spezialdarstellung<br />
verwiesen. An der Kiiste des Finnisclien Meerbusens sclieint sich die Verbreitung<br />
bis nacli Fredrikshainn liinein zxi erstrecken. Am Bottnischen Meerbusen<br />
geht sie mit Lixcken im Vorkommen bi.s hinauf nach Torneå.<br />
Folgende Spezialangaben seien mitgeteilt:<br />
BERGROTH: Anteckningar om vegetationen i gränstrakterna mellan Aland<br />
och Abo-området, 1894, sagt S. 58 (s. n. A. nigricans Horn.) nur: »li. o. d. på<br />
stränder i Bdö och Klge.» Bergroth hat die Art also nicht in den bei Aland<br />
liegenden Kirchspielen Iniö, Gustafs und Töfsala der Regio Aboënsis angetroffen.<br />
— CAJANDER: Kasvistollisia tutkimuksia Mynämäen, Mietoisten ja Karjalan<br />
kunnissa, 1902, fuhrt die Art niclit an, ebensowenig HÄYRÉN: BjörneborgvStraktens<br />
vegetation och kärlväxtflora, 1909.<br />
Fur Korpo teilt mir Ol,E EKI^UND mit: »Zerstreut bis zieml. häufig in geeigneten<br />
Uferabschnitten.»<br />
W. BRENNER: VäxtgeografLska studier i Barösunds skärgård, I, 1921, S.<br />
65: »S. r. 1. Stor-Ramsö Torsholm på havsstrand; Fagervik, havsstrand vid<br />
ångbåtsbryggan. (Ser ut att vara tvenne skilda former.) Hemeradiafor.» •<br />
Ärrhcnatherum elatius (Iv.) M. et K.<br />
Karte 26.<br />
Kommt ganz besonders in Ufergebiischen, namentlich auf steinigem Boden,<br />
aber auch auf steinigen Hiigelwiesen, oft lioch oben auf dem Land ver. Siehe<br />
näber 1915, S. 207.<br />
Diese Art hat ein recht bemerkenswertes Vorkommen. Sie ist häufig und<br />
gleichmässig verbreitet ini ganzen siidwestlichen, siidlichen und siidöstlichen<br />
Schärenarchipel, also im westlichen Schärenarchipel von Lemland sowie in<br />
den Kirchspielen Föglö, Sottunga und Kökar und ausserdem (wenn auch mit<br />
etwas kleinerer P'requenz) in Kumlinge und Brandö. Auf der Hauptinsel Åland<br />
kenne ich nur einige Lokalitäten (davon bemerkenswert viele im siidwestlichen<br />
Saltvik an den Buchten nördlich von Godby), ebenso bemerkenswert wenige<br />
im NW Schärenarchipel und auf der Hauptinsel Eckerö. In Vårdö sind nur 4<br />
Eokalitäten aufgezeichnet.<br />
Man hat den Eindruck, dass die Art in hreiter Front auf der Strecke Lemland—Kökar<br />
eingewandert ist und sich von da, aber mit abnehmender Frequenz,<br />
nach Norden verbreitet hat. Wir stehen hier offenbar vor einer Äusserung des<br />
Abstands als wirksamer Faktor (rAi^MGREN, 1921 und 1925, S. 57, 97, 111).<br />
Giinstige Bedingungen gibt es fiir die Art nämlich iiber ganz Åland hin; hiervon<br />
biidet der artenreiche nordwestliche Schärenarchipel keine Ausnahme.<br />
Woher hat jedoch die Einwanderung stattgefunden?<br />
Zum Teil ist sie wohl von Schweden aiisgegangen. Das reichliche Vorkommen<br />
im ganzen siidöstlichen Schärenarchipel und noch mehr der Umstand,<br />
dass die Frequenz die auffälligste Abnahme in der Richtung SO—NW zeigt,
132 A. Palmgren, Die Einwanderiingsvvege der Flora iiach den Âlandsinseln<br />
lädt uns indessen dazu ein, vielleicht vor allem mit der Wahrscheinlichkeil<br />
einer Einwanderung ans dem Ostbaltikum zu rechnen. Siehe näher S. 63.<br />
In bezug auf die Yerbreitiing scliliesst sich diese Art an Alopeciiriis ventri-<br />
COSÎIS, Atriplex hastatum, Salicornia eutopaea, Silene venosa, Isatis tinctoria,<br />
Scutellaria hastijolia und Artemisia vidgaris an (siehe S. 60—61). Besonders<br />
sei darauf hingewiesen, was S. 60 iiber die erstgenannte Art gesagt ist.<br />
Vor kommen auf<br />
Åland:<br />
Kökar: Idö, Lindö, Husö, Karlby, Haninö, Österbygge: Näsudden —<br />
Dorf u. Horsskär, Finnö, Öland, »Kökar st fq — p» (Arrli. nacli Consp.); Sottung<br />
a: Storsottunga: Kohamn — siidl. Dorf u. Stackvik, Finnö, Finnö n. u. s.<br />
Öjen, Marsö, Ärlingklobb, Bergskär, Dragsö, Husö, Mosshaga, Kyrklandet<br />
(,,stfq—p", Arrh. nach Consp.); Föglö; Bänö, Jyddö, Ulfversö, Gripö, Finholma.<br />
Sommarö — Hastersboda, Stentorpa: Kötnerei am Näfversfjärd, Björsboda,<br />
Bråttö, Näfversholni, Storklobb, Björkör; L e m 1 a n d: Ledsund, Björkö,<br />
Jersö, Granö, Idholm, Nåtö, Rödgrund, Inre u. Yttre Kalfskäret, Slätholm,<br />
Granholm, Skobbholm, Askö, Idskär, Slätskär, Eskskär; J o m a 1 a: Ytternäs,<br />
Godtby, Dorf Jomala; Hammaria n d: Berghamnslandet, Skabbskär,<br />
V. Torskklobben, Sälskär (R. u. Ch. E. Boldt nach Consp.); Eckerö: Storby:<br />
Öra, Skag, Emskär, Torp öjen, nach H. Ivindberg mehrerorts siidl. von Skeppsvik<br />
und etwas westl. von Långskär; Geta: Dånö, Bolstaholm, unweit Högskär (Hult<br />
u. Tikkanen); Saltvik: »Germundholmarne» (R. u. Ch. E. Boldt nach Consp.),<br />
Hjortö (Pesola), Iljortö holme, Bergö, Kvarnbo; Sund: bei der Kirche; V år dö:<br />
Vibberholm, Långgårdsö (nördl. Teil), Väderskär, Sälö; K u m 1 i n g e: Hettona,<br />
Seglinge, Ädö, Visings, Kimgshamn, Ingersholm; Brändö: Söderholm.<br />
Verhreitung in den am nächsten hei Åland liegenden Ländern.<br />
LINDMAN: Svensk fanerogamflora, 1918, S. 84: »Skogsbryn, ängs- o. åkerkanter,<br />
tomter, trädor, Sk.—s. Nrl., Öl., Gtl., ställvis ymnig, men saknas flerest.»<br />
— Stockholmstraktens växter, 1914, gibt S. 17 ein ausgedehntes Vorkommen,<br />
u. a, in dem Åland zugekehrten »Schärenarchipelgebiet» an; fiir melirere Kirchspiele<br />
heisst es mehrerorts, häufig oder zieml. häufig. — TIIEDENIUS: Flora<br />
öfver Uplands och »Södermanlands fanerogamer och bräkenartade växter, 1871,<br />
S. 4G: »På ängsmark, teml. allmän.» — JOHANSSON: Hufvuddragen af Gotlands<br />
växttopografi och växtgeografi, 1897, S. 254: »Täml. allm. Mängdv., stundom<br />
massv. (på ör). .»<br />
SCIIMIDT: Flora des silurischen Bodens von Ehstland, Nord-Livland und<br />
Oesel, 1855, S. 256 (s. n. Arrh. avenacenm P. d. B.): »In Ehstl.: F ä h n a,<br />
Fall, S II r r u p, R e v a 1 (Törmer), Insel H e s t h o 1 m bei Hapsal (Glehn),<br />
Werder (Bunge 1824). Auf Oesel: bei Arensburg (Werner, Bruttan!),<br />
Kusnem (Sass!).» — Desselben Verf. Flora der Insel Moon, 1854, nennt<br />
die Art nicht. — Russow: Flora der Umgebung Revals, 1862, S. 106 (s. n. Arrh.<br />
avenacenm P, de B.): »Am Ghnt zwischen Zuckerfabrik mid C a t h a r.;<br />
W i e m s, K a d d a c k. Hark!; S u r r u p, F ä h n a (Törmer)!.» — GRUNKR:<br />
Versuch einer Flora Allentackens 1864, fiihrt die Art nicht an. — Bei GI,EHN:<br />
Flora der Umgebung Dorpats, 1860, ist sie S.570 als angepflanzt und verwildett<br />
bezeichnet. — SKOTTSDERG U, VESTERCREN: Zur Kenntnis der Vegetation der
ACTA liOTANlCA FKNNICA 2 133<br />
Insel Oesel, 1901, vS. 86 (s. n. Avena elatior L,.): »Nicht liäufig, aber durch das<br />
ganze Gebiet verbreitet: Arensburg! (Sint. Fl.) Wikki! Kattfel!<br />
zwisclien. T a g g a ni o i s uiid O i o! zwischen M u s t e 1 und Metzekiill!<br />
Kasti! H u n d s o r t! F i 1 s a n d! K u s n e m (Sass in Smt. Fl.).» — LEH-<br />
MANN: Flora von Polnisch-Livland, 1895, S. 144 (s. n. Avena elatior L.): »Lichte<br />
Kieferwaldungen. Selten, Zwisclien Nummerno (Ruskulowo) u. Pureni, hier<br />
wild. An den Böschungen d. R.-D. EB., auf den Wiesen bei Arendol u. Anselmuish<br />
angesät. Liv. Stockmannshof, KBdainm (Ils.) f, I.emsal, angesät (Rapp),<br />
Ronneburg (Buhse), Wenden, Wiese am Teich (Kies.) wohl f, Oesel-Arensburg<br />
Festungswall, wohl auch f; Est.; Pet. nicht häufig (Meinsh.); Wit.; Cur. Liginischek<br />
(Kupf.) t?. Prohden bei Subbath f (Siebert); Lith. (Jundz.), Wil.<br />
beini russischen Kirchhof (Sel.), Troki (Lap. 91), Swenciany (Twar, 153); Grod.<br />
Brest (Eichw.); Moh. (Tschol.). — Auch von dieser Species gilt, was ich von<br />
Alopectirus pratensis sagte.», und Nachtrag, 1896, S. 469: »Liv. Oger—Parkrand<br />
t (Kieseritzky), Dorpat, Techelfer (wohl f Rus. 216); Psk. in der Nähe des<br />
botan. Gartens j? (Andr. 212); Cur. Liginischek (scheint wild zu sein — Kupf.);<br />
Lith. Wilna — Dissna (Missuna 225).»<br />
MEINSIIAUSEN: Flora Ingrica, 1878, S. 449 (s. n. Avena elatior L.): »Auf<br />
Wiesen, nur hie und da auf kleinen Grasjjlätzen nicht häufig.»<br />
Fiir Finnland bemerkt HjEi,T, 1895, S. 398: »In Fennia maxime austrooccident<br />
ali usqve ad 60° 50' ad septentrionem versus rarius occurrit.»<br />
In der nachfolgenden Detailbehandlung wird (S. 399) fiir die liegio Aboènsis<br />
angegeben: ȁbo et Kathrinedal (C. J. Arrh.): Zett. & Br., spec, ex Aboa leg.<br />
Nikl.!; Pargas st r—p ex, gr. Gunnarsnäs: Arrh. Ann.; Nystad Puttsaari: Hollmén!;<br />
Uskela Karlberg: K. E. v. Bonsdorff!; [Pojo] (p): A. Nyi.; r Vihti ad<br />
coenieterium: Printz, spec, ibidem leg. Leopold!, vide etiam supra.»<br />
Zu beachten ist, dass BICRGROTH: Anteckningar om vegetationen i gränstrakterna<br />
mellan Åland och Åbo-området, 1894, S. 58, sagt: »h. o. d. i lundar i<br />
vestra och mellersta omr.» — Bergroth fiihrt die Art also nicht aus dem zum<br />
Åboer Gebiet gehörenden Teil des Untersuchungsgebietes an. Ebenso fehlen<br />
Angaben bei CAJANDER: Kasvistollisia tutkimuksia Mynämäen. Mietoisten ja<br />
Karjalan kunnissa, 1902.<br />
Fiir Karpo teilt mir OI.I
134 A. Palmgren, Die E)in\vanderungsvvege der Flora nach den Âlandsinseln<br />
gung von Sottunga, nacli Kiinilinge; in den beiden letzteien Kirchspielen ist die<br />
Frequenz niedriger als in Föglö. Von Lemland setzt sich das Vorkommen<br />
westwärts nach deni siidlichen Jomala (scheint hier spärlicher als in Lemland<br />
zu sein) und von da, aber mit nocli niedrigerer Frequenz, nordwärts fort.<br />
Einzelne Lokalitäten sind mir in Eckerö, Finströni, Saltvik und auf der Hauptinsel<br />
Vårdö bekannt. Sehr hemerkenswert ist das fast voUständige Fehlen im<br />
ganzen nordwestUchen, nördlichen und nordöstlichen Sch är enar chip el.<br />
Die Ur sache dieser imgleichmässigen Verbreiiung kann nicht in den Standortsverhältnissen<br />
gesucht werden. Durcli diese ist ein solches nicht bedingt.<br />
Offenbar ist sie in einwanderiingsgeschichilichen Verhältnissen zu finden.<br />
Eine Einwanderung von Norden oder von Osten (Finnland) scheint selbstverständlich<br />
ausgeschlossen. Der Umstand, dass das Vorkommen in Kökar<br />
spärlicher als in Föglö und Lemland ist, scheint auch gegen die Wahrscheinlichkeit<br />
einer Einwanderung aus dem Ostbaltikum, es sei denn möglicherweise<br />
rein lokal in Kökar, zu sprechen (siehe S. 61—62). Dagegen scheint eine Einwanderung<br />
von Siidwesten nordostwärts nach Lemland und Föglö sowie von<br />
diesen Kirchspielen weiter nach Norden, Nordosten und Siidosten sehr annehmbar.<br />
Eigentiimlich bleibt hierbei, dass die Einwanderung von Siidwesten niclit<br />
in höherem Grade den westlichen Schärenarchipel (Eckerö) und iiberhaupt<br />
kaum den nordwestlichen betroffen hat (der nördlichste Punkt in Eckerö ist ein<br />
Inselchen bei Emskär in der Höhe der Nordspitze von Eckerö). Weniger bemerkenswert<br />
ist, dass die Einwanderimg nicht den nordöstlichen Schärenarchipel<br />
erreicht hat, da dieser weniger gut jilr die Bewachsung exponiertv&t (siehe 1925,<br />
S. 57, 108, 111) und auch eine geringere Anzahl geeigneter Lokalitäten bietet.<br />
In bezug auf die Verbreitung zeigt diese Art Ähnlichkeit mit Cochlearia<br />
danica, Barharea strida und Odontites simplex. Siehe näher S. 62.<br />
Verbreitung in den am nächsten bei Åland liegenden Ländern:<br />
LINDMAN: Svensk fanerogamflora, 1918, S. 116: »Havsstr., strandängar.<br />
Sk.—Boh. o. Uppl., öl., Gtl., täml. sälls.» — Stockholmstraktens växter, 1914,<br />
gibt S. 177 eine bedeutende Anzahl Lokalitäten, vor allem in dem nach Åland<br />
hin gekehrten »Schärenarchipelgebiet» an.—TIIEDENIUS: Flora öfver Uplands<br />
och Södermanlands fanerogamer och bräkenartade växter, 1871, S. 25: »På<br />
gräsbeväxta hafsstränder, sannolikt efter hela kusten, ehuru endast anmärkt<br />
på några ställen t. ex. Roslagen: Sandön i Vermdö skeppslag; Ängsskär i Hollnäs;<br />
Södertörn: mellan Dalarö och Sandemar; Nottarön; Velinge; Landsort;<br />
Nyköpings län: Örstigsnäs i Nicolai socken; Sjösa i Svärta sn.» — JOHANSSON:<br />
Hufvuddragen af Gotlands växttopografi och växtgeografi, 1897, S. 242: »H. o. d.<br />
på stränderna. Talr. — mängdv. Exv. Fleringe vid Haugröna!; Kappelshamnsviken'CW<br />
ö; Z e 11.); . . . Näs vid St. Dippen!; Sundre!»<br />
SciiMiDT: Flora des silurischen Bodens von Ehstland, Nord-Livland und<br />
Oesel, 1855, S. 249 (s. n. Blysmus rtiftis (Huds.)): »Am Meeresstrande westlich<br />
von R e v a 1 sehr verbreitet. Auch östlich davon zu suchen, da er bei Oranien-
ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 135<br />
baum vorkommt.» — Desselben Verf. Flora der Insel Moon, 1854, S. 57 (s. n. Bl.<br />
rufus Link.) ; »Am Seestrande, besonders am K le i n e n Sunde, unter J uncus<br />
Gerardi.i> — Russow: Flora der Umgebxmg Revals, 1862, S. 101: (s. n. Blysmus)<br />
»In der Umgebung des H af en s (Wied.). Am Strand e bei Catliar.!,<br />
S c h \v a r z e n b e e k, Seewald!. Am Rande der lyelinigruben nalie bei<br />
der D o m-V o r s t a d t!.» — SKOTTSBERG U. VESTERGREN: Zur Kenntnis der<br />
Vegetation der Insel Oesel, 1901, S. 78: »Zienilich selten: Lode! R o o t s i-<br />
k ii 11! O ris a ar! N e u 1 ö w e 1! Kasti! — Fi Is and!» — LEIIMANN:<br />
Plora von Polniscli-Livland, 1895, S. 172: »Meist am Meeresstrande des Balticums;<br />
Pet.; Psk.; Cur. Sclieden (Kupf.); Litli. (Hichw.). d. li. Polangen—Cur.»,<br />
sowie Naclitrag, 1896, S. 4 76: L,iv. Insel Runo (Kupf.); fiir Cur.—Sclieden z. s.»<br />
— GRUNER: Versucli einer Flora Allentackens, 18G4, fiihrt die Art niclit an,<br />
ebensowenig G1.EIIN: Flora der Umgebung Dorpats, 1860.<br />
Im Juni 1926 notierte ich die Art auf Ösel bei Arensburg (III) sowie auf der<br />
Insel Abro (am westlichen Ufer und am nördlichen Teil der von SW eindringenden<br />
Buclit). Ferner westlich von Hapsal (III).<br />
Oi^E EKI,UND teilt mir mit: »Wormsö mehrerorts — allgemein, Dagö selten.»<br />
KUPFFER: Grundzuge der Pflanzengeographie des ostbaltischen Gebietes,<br />
1925, fulirt die Art S. 181 unter denen an, fiir welche eine Einwanderung während<br />
der subatlantischen Zeit walirsclieinlich erscheint.<br />
MEINSÎIAUSEN: Flora Ingrica, 1878, sagt S. 383: »Auf Siimpfen am Strande<br />
von Oranienbaum und Kronstadt bis Narvva hin und wieder.»<br />
Fiir Finnland bemerkt HjEVr, 1892, S. 189: »In ora Fenniae australi rarius<br />
(-passim) crescit, ceteroqvin rare—rarissime, sed usque ad Lapponiam (ad 67° 10'<br />
fere) lectus.» In der nachfolgenden Detailbeliandlung werden Vorkommnisse<br />
ausser auf Aland in den siidliclien Kiistenprovinzen Regio Aboënsis, Nylundia,<br />
Karelia ausiralis und mit Vorbehalt in Ostrobotnia borealis angegeben. Ferner<br />
kommt die Art ausserlialb der politisclien Grenzen des Landes in Karelia Pomorica,<br />
Karelia Keretina und Lapponia Iniandrensis vor.<br />
Zu bemerken ist, dass BERGROTH: Anteckningar om vegetationen i gränstrakterna<br />
mellan Åland och Åbo-området, 1894, die Art (S. 55) nur von einer<br />
I.okalität (in Kumlinge) und diese in dem zu Åland gehörenden Teil des Untersuclmngsgebietes<br />
erwähnt. — CAJANDER: Kasvistollisia tutkimuksia Mynämäen,<br />
Mietoisten ja Karjalan kunnissa, 1902, nennt die Art nicht.<br />
Fiir Korpo teilt mir OWÎ EKI^UND mit: »Selten Killö, Utö, Jurmo.»<br />
Zur Beleuclitung des Vorkommens im westlichen Nyland sei folgende Äusserung<br />
von W. BRENNER: Växtgeografiska studier i Barösunds skärgård, 1921,<br />
S. 70, zitiert: »S. r. 4. I yttre skärgården och havsbandet, Orrholmarna, Langlö<br />
Hamngrund, Långgrund och Tiftö. På havsstränder i suprasalina eller salina<br />
låggräsängar, Hemeradiafor.»<br />
Scirpus compressus (L.) Pers.<br />
Karte 28.<br />
Kommt atif et was feuchten Wiesen, sowohl Uferwiesen als Wiesen i m<br />
Innern des Landes vor. Siehe 1915, S. 224.<br />
Die Verbreitung auf Åland ist selir eigenartig. So ist die Art recht liäufig<br />
in dem Kirchspiel Jomala sowie, wenn auch vielleiclit in geringerem Grad, in
136 A. Palmgren, Die Eimvanderuiigswege der Flora nacli deii Ålandsinseln<br />
Eckerö und dem mittleren Hammarland.<br />
Weiter kommt sie, wiewohl recht<br />
selten, in Geta, Saltvik und Sund sowie auf der Hauptinsel Lemland vor.<br />
nordöstlichsten Lokalitäten liegen an der Bucht Verkviken und auf Boxö<br />
im nordöstlichen »Saltvik.<br />
Die<br />
Abgeselien von der bei der Hauptinsel Åland liegenden<br />
Insel Boxö befinden sidi alle genannten Lokalitäten auf der Hauptinsel<br />
Åland und auf Eckerö. — Hierzu konimt ein isolierter Fundplatz in Kökar.<br />
Das V or kommen auf der Hauptinsel Åland tind Eckerö {sowie Boxö) ist<br />
zweifelsohne ans Uppland rekrutiert. Davon zeugt der Umstand, dass die<br />
Frequenz in dem gegen Siidwesten am meisten exponierten Teil des Verbreitungsgebietes<br />
am höchsten ist. Das vereinzelte Vorkommnis in Kökar ist<br />
schwer zu erklären. Vielleicht hängt es mit dem Vorkommen im Ostbaltikuni<br />
zusanimen.<br />
Mit dem iibrigen åländischen Vorkommen steht es kaum in<br />
Verbindung; das Fehlen in Föglö ware dann schwer zu erklären. Siehe S. 64.<br />
Es ist bemerkenswert, wie das Vorkommen dieser Art fast attsschliesslich<br />
auf die Hauptinsel Åland fällt, Nicht einmal der westliche Schärenarchipel<br />
von Lemland weist eine Lokalität auf, wie es doch mit mehreren anderen der<br />
Arten der Fall ist, die im grossen ganzen an die Hauptinsel Åland gebunden<br />
sind.<br />
Das fast vollständige F^ehlen im Schärenarchipel ist um so bemerkenswerter,<br />
als die Art im Stockholmer Schärenarchipel recht verbreitet zu sein<br />
scheint.<br />
Verhreitung in den am nächsten hei Åland liegenden<br />
Ländern:<br />
LINDMAN: Svensk fanerogamflora, 1918, S. 116: »Svagt fuktiga väg- och<br />
dikeskanter m. ni., Sk. — s. Nrl., öl., Gtl., täml. sälls.» — Stockholmstraktens<br />
växter, 1914, gibt S. 176 ein recht ausgedehntes Vorkommen, u. a. in dem am<br />
nächsten Åland zugekehrten »Schârenarchipelgeb'et» an. — TIIKDENIUS: Flora<br />
öfver Uplands och Södermanlands fanerogamer och bräkenartade växter, 1871,<br />
S. 24: »På något fuktiga, gräsbeväxta ställen, tenil. allmän.» — JOHANSSON:<br />
Hufviiddragen af Gotlands växttopografi och växtgeografi, 1897, S. 242: »Täml.<br />
allm. Talr. Exv. .»<br />
SciiMiDT: Flora des silurischen Bodens von Khstland, Nord-Livland und<br />
Oesel, 1855, S. 249 (s. n. Blysmus compressus (L.)): »In Ehstl.: M o h r e n h o f<br />
in Wierland (Weber u. Wied.), II a p s a 1 (Wied.!), Weissenfeld (Glehn).<br />
Auf Moon: bei Wirakull!. Auf Oesel: bel W i d o!, J e r w e!, Soëla!,<br />
Kergel!.» — Desselben Verf. Flora der Insel Moon, 1854, erwähnt die Art<br />
nicht. — Russovv: Flora der Umgebung Revals, 1862, S. 100 (s. n. Blysmns<br />
compr.y. »Am Laaksberge unweit des Kalkofens (Sengbvisch!).» — GRUNER:<br />
Versuch einer Flora Allentackens, 1864, S. 517 (s. n. Blysmus compr.): »Selten.<br />
Auf einer feuchten Wiese bei P e r m e s k û 11!, M o h r e n h o f (Weber u.<br />
Wiedemaim).» — GIVKIIN: Flora der Umgebung Dorpats, 1860, S. 565 (s. n.<br />
Blysmus compr.): »Embach-Niederungen bei Arro!, Annenhof! und Techelfer<br />
(Bienert).» — SKOTTSKKRG U. VESTERGREN: Zur Kenntnis der Vegetation der<br />
Insel Oesel, 1901, S. 78: »Hier und da: Ansekiill! Siksaar! zwischen<br />
L Û m m a d a und W i d o! (Smt. Fl.) Kielkond! Neulöwel! Jerwe,<br />
Soëla, Kergel (Smt. Fl.). — F i 1 s a n d!» — LEHMANN: Flora von Pol-
ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 137<br />
niscli-Livland, 1895, S. 172: »Feuclite, oft quellige Wiesen, naiiieiitlich ini<br />
Dunarayon verbreitet. Zerstreut. — lyiv.; Est.; Pet.; Psk.; Cur. Bauske, Illuxt<br />
(Bt.), Kabillen (Kupf.), Kalkuhnen!!; Litli. (Eicliw.), Wil. (Sel.), Troki (I^ap, 91);<br />
Grod, Bialystok (Ejsm.), Brest!!; Minsk, Nowogrudek (Dyb.!); Moh. (Tschol.).»<br />
und Nachtrag, 1896, vS. 476: »Liv. Kusthof bei Dorpat (Smt.); Litli. Grod. Bialystok—Petrowka<br />
(Keucli.! 198).»<br />
Im Juni 1926 zeichnete icli die Art auf Ösel: Mustel auf.<br />
MEINSHAUSKN: Flora Ingrica, 1878, S. 384: »Auf moorigen, suinpfigen Wiesen,<br />
an Ouellen im Kalksteingebiete liäufig.»<br />
In Finnland ist die Art aiif Åland beschränkt. Besonders liervorzuheben ist,<br />
da.ss sie von OI,E EKI^UND nicht in Korpo angetroffen worden ist (briefliclie<br />
Mitteilung).<br />
Carex glareosa Wg.<br />
Karte 29.<br />
Komnit auf niedrigen grasbekleideten Ufern vor.<br />
Die Verbreitung ist sehr eigentiimlicli.<br />
Die nieisten Lokalitäten tallen auf<br />
den sudlichen Schärenarchipel von Jomala und den westliclien von Lemland<br />
sowie auf die Kirchspiele Föglö, Vårdö, Kumlinge und Brandö. Dazu kommen<br />
einzelne Fundorte in Eckerö, Hammarland, Geta und Saltvik.<br />
Benierkenswert<br />
ist, dass die Art nicht in Sottunga (zwischen Föglö und Kumlinge gelegen)<br />
und in Kökar angetroffen worden ist.<br />
wie iiberliaupt auf Åland, reichlich geeignete Lokalitäten.<br />
In beiden Kirchspielen gibt es,<br />
der Aufmerksanikeit entgelit, wird sie vielleiclit dort noch gefunden.<br />
Da die Art leicht<br />
Welche Winke gibt dieses Vorkommen möglicherweise iiber die walirscheinliche<br />
Einwanderung?<br />
Die Frequenz scheint, wie aus dem Obigen hervorgeht, auf der Strecke<br />
siidliches Jomala, Lemland, Föglö, Vårdö, Kumlinge und Brändö ungefähr<br />
dieselbe zu sein.<br />
Dieser Umstand, kombiniert damit, dass die Art spärlich<br />
in Uppland vorzukommen scheint, während sie in Finnland sowohl an der<br />
West- als der Siidkiiste weit verbreitet ist, macht eine Verbreitung von Nordosten,<br />
von Finnland her recht wahrscheinlich.<br />
Da sie jedoch auch ganz im<br />
Siidosten in F'öglö vorkommt und vielleicht darum auch nicht in<br />
Kökar<br />
fehlt, diirfte man doch auch nicht die Möglichkeit einer partiellen Einwanderung<br />
aus Estland iibersehen. Bei einer solchen Einwanderung wäre das<br />
jetzt bekannte Vorkommen auf Åland auch wohlerklärlich. Auch scheint eine<br />
Einwanderung von Uppland nach den westlichen Teilen von Åland nicht ganz<br />
ausgeschlossen.<br />
Siehe S. 62 und unten.<br />
Vorkommen in den am nächsten hei Åland liegenden Ländern:<br />
LINDMAN: Svensk Fanerogamflora, 1918, S. 137: »Steniga havsstränd., Ög.,<br />
Uppl.—Vb., sails.» — Stockholmstraktens växter, 1914, filhrt die Art nicht an.
138 A. Palmgren, Die Eimvanderuiigswege der Flora nacli deii Ålandsinseln<br />
— TIIEDENIUS: Flora öfver Uplands och Södermanlands fanerogainer och bräkenartade<br />
växter, 1871, S. 438: »På grusiga hafsstränder, sällsynt; endast funnen<br />
i Roslagen: Hargs bruk; på Storkubben nära Grisslehamn.» — Das Vorstehende<br />
wird ergänzt b'ei CARI, G. AI.M: Några nya sydliga lokaler fiir Carex<br />
glareosa'Wg., 1919; hier werden S. 330—331 folgende damals bekannte Lokalitäten<br />
fiir Uppland aufgezählt: »Älvkarleby, Långsandsörarna (Erik Alraquist,<br />
15/6 1915, H. U.); Vessland (O. Petersson, /6 1892, H. U.); Öster-Lövsta,<br />
Ledskär (Erik Almquist, 8/G 1917, H. S.); Hållnäs, Klubbkasen (Erik Almquist,<br />
15/6 1917, H. vS.); Forsmark, Storskäret (Erik Almquist, 9/6 1917, H. U. och<br />
H. S.); Harg, Hargs bruk (C. H[artma]n j. r., /6 1844, H. U.); Grisslehamn,<br />
Storklubben (Hj. Mosén, 18/7 1867, H. S.); Grisslehamn, vStorklubben (P. Afzelius,<br />
s. a., H.U.); Väddö, Sandviken (E. M. Lenioine, /7 1900, H. U.); Vätö,<br />
Arholma (G. Einar du Rietz, 20/6 1916); Vätö, Gislingö, norra sidan av ön<br />
(G. Einar du Rietz, 23/6 1917); Rådniansö, Kapellskär (H. Hesselman, 1895).» —<br />
ERIK AI.MOUIST: Viktigare tillägg och rättelser till Upplands flora, 1919, S. 326:<br />
»T. allmän vid norra kusten i alla socknar Älvkarleb y—F o r s m a r k;<br />
spridd vid nordöstra kusten: Gräsö Örskär; öregrund (SBT. 1915, sid.<br />
109); Hargs bruk (THED. Fl.) vid Hargsviken!; »Storkubben nära Grisslehanm»<br />
(ibid.); Väddö Eyholma (H), Sandviken (O; L!); Björkö Arholma<br />
(DR); Vätö Gislinge (DR!).» — JOHANSSON: Hufvuddragen af Gotlands växttopografi<br />
och växtgeografi, 1897, erwähnt die Art nicht.<br />
SCHMIDT: Flora des silurischeu Bodens von Ehstland, Nord-Livland und<br />
Oesel, 1855, S. 251: »In Ehstl.: Re v al (Wied.!), Hapsal (Jurgens!). Auf<br />
Moon: am K lei nen Sunde!.» — Desselben Verf. Flora der Insel Moon,<br />
1854, S. 57: »Am K 1 e i n e n S u n d e, an zeitweilig ûberschwemmten Ståndorten,<br />
den daselbst vorkommenden Chenopodeen benachbart, doch nicht mit<br />
ihnen vermengt. Auf Suu r-L aid, A h h e n d a, bei G r o s s e n h o f f.» —<br />
Russow: Flora der Umgebung Revals, 1862, S. 102: »Auf Wiesen am Strande<br />
zwischen Fischermai und Ziegelskoppel (Wied.) ! und S oh w a r-<br />
zenbeek!.» — Die Art findet sich nicht bei GI
ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 139<br />
Vuorenpää och Veliaks spars, på magra strandängar.» Fiir den zu Åland gehörenden<br />
Teil des Gebietes sagt Bergroth (1. c.): »Bdö {= Brandö) h. o. d.<br />
på stränder; Klge (= Kumlinge): Enskär, Visings (ynui.).» —CAJANDER: Kasvistollisia<br />
tutkimuksia Mynämäen, Mietoisten ja Karjalan kunnissa, 1902,<br />
fiihrt die Art nicht an,<br />
Fiir Korpo gibt mir Oi,E EKI^UND an: »Selten im siidlichen und westlichen<br />
Schärenarchipel von Korpo.»<br />
Carex flava h.<br />
Karte 30.<br />
Kommt an offenen oder etwas beschatteten Stellen in Laubwiesen, auf<br />
Wiesen und Moorwiesen vor. Siehe näher 1915, S. 240.<br />
Die Verbreitung weist manche bemerkenswerten Ziige auf.<br />
Das hauptsächlichste Vorkonimen fällt auf Jomala und Eckerö. Dazu<br />
kommen auf der Hauptinsel Åland einige Eokalitäten in Finström und Geta<br />
sowie im westlichen Saltvik, u, Sund, Es ist mithin eine detäliche A bnahme nach<br />
Norden und Osten hin zu konstatieren, Sowohl im Schärenarchipel von Lemland<br />
(hier nur an der Grenze von Jomala) als im NW Schärenarchipel ist das Vorkommen<br />
bemerkenswerterweise sparlich. Auf Lumparland kenne ich nur<br />
eine Lokalität, ebenso nur je eine in Föglö (ganz im NO) und Kökar. In Kumlinge<br />
und Brändö kommt die Art dagegen an einigen Stellen vor. Bemerkenswert<br />
ist eine Gruppe von lyokalitäten in Sottunga (woran sich die erwähnte<br />
Lokalität in Föglö offenbar anschliesst) und im Schärenarchipel des nörd-<br />
Hchsten Vårdö. Auf der Hauptinsel Vårdö sowie im ganzen siidlichen und<br />
mittleren Schärenarchipel von Vårdö ist die Art nicht angetroffen.<br />
Die oben angegebene Verbreitung zeigt, dass die Art den Schärenarchipel<br />
nicht scheut, Unter diesen Umständen erscheint die Liicke in Föglö (nur auf<br />
Bänö im nordöstlichsten Teil des Kirchspiels) und das fast vollständige Fehlen<br />
in Kökar benierkenswert. Atich sonst dur/te die Erklänmg fiir die Ungleichmässigkeit<br />
des Vorkommens nicht in standörtlichen oder klimatischen Verhältnissen<br />
gesticht werden können; höchst wahrscheinlich liegt sie in einwanderungsgeschichtlichen<br />
Umständen.<br />
Der Haiiptsache nach ist die Einwanderung ojfenhar von Siidwesten her,<br />
ans Uppland erjolgt. Sie hat vor allem den Siidwesten der Hauptinsel Åland<br />
und Eckerö betroffen; von hier macht sich mit zunehmendem Ahstand eine<br />
Lichtung im Vorkommen gegen Osten geltend. Rätselhaft ist, weshalb die<br />
Einwanderung nicht in grösserem Umfang den westlichen, gut exponierten<br />
Schärenarchipel von Lemland und den nordwestlichen Schärenarchipel<br />
erreicht oder weshalb keine bedeutendere Verbreitung von der Hauptinsel<br />
Åland nach dessen Schärenarchipelen stattgefunden hat. Eigenartig ist unter<br />
der Voraussetzung einer Einwanderung^von Siidwesten auch das Fehlen in
140 A. Palmgren, Die Kinwanderungswege der Flora nacli den Alandsiiiseln<br />
fast ganz Föglö iind der Unistand, dass sich die Freqiienz, die ostwärts abgenonimen<br />
hat, in Kiimlinge iind Brändö wieder zii erliöhen scheint. Und vor<br />
allem fallen vielleiclit die recht reichlichen und isolierten Vorkonimnisse in<br />
Sottunga (woran sich die Lokalität auf Föglö: Bänö anschliesst) und im<br />
nördlichen Scliärenarchipel von Vårdö ins Auge.<br />
Vielleicht könnte man sich fiir Sottunga — und möglicherweise fiir Kumlinge<br />
und Brändö — eine Einwanderung aus dem Ostbaltikum denken. Gegen<br />
eine solche Annahme scheint jedoch das fast vollständige Fehlen in Kökar zu<br />
sprechen.<br />
Ferner sei hervorgehoben, dass die hier erwähnten isolierten Vorkonimnisse<br />
gute Exponenten dafiir zu bilden scheinen, was ich tigruppenweises Vorkommen»<br />
genannt habe (1925, S. 111). Die Einwanderung wiirde also ganz<br />
zufällig einen öder den anderen Punkt innerhalb dieser isolierten Gebiete<br />
getroffen und von diesen um sich gegriffen haben. — Off enbär findet die Art<br />
iiher die ganze åländische Inselwelt hin giinstige Lebensbedingiingen. — Siehe<br />
weiter S. 66.<br />
Vorkommen aiif<br />
Åland:<br />
Kökar: Idö; S o 11 u n g a: Storsottunga, Finnö, Fiunö n. u. s. Öjen,<br />
Marsö, Ärlingklobb, Bergskär, Dragsö; Föglö: Bäuö; I, e m 1 a n d: Slätholm,<br />
Granholm, Eskskär; J o m a 1 a: Ytternäs, Hindersböle, Kalmar, Klinten, Möckelö,<br />
Wiese W von Ramsholm, Kungsö — Brandö, Kungsö, Godtby, Godtby —<br />
Öjskataii, Djurvik, Hammarudda, Vestansundo, Wiese S vom Degerbergsfjärd,<br />
Vargsunda, Möckelby, Ingby (H. M. F.), O von Ingby, Dalkarby, Ringsböle,<br />
Dorf Jomala, S vom Dorf Jomala, Jomala Öjen, Ytterby, Öfverby, Önningeby;<br />
Hammaria n d: Byttböle, Kattnäs, beim Pfarrhof, am Marsund S von<br />
Berghamnslandet, Mörby, Bovik, Skarpnåtö, Äppelö, Ilamnskär; Eckerö:<br />
Björnhufvud, öfverby, Storby, Torp — Storby, Torp öjen, Olafsveden — Öra,<br />
Storby-Kattvikssjön, S von Vikarna, Böle (Hult u. Tikkanen), Öra (H. M. F.),<br />
Långvik, Skeppsvik; Geta: Dånö, Höckböle, Gröndal (Hult u. Tikkanen),'<br />
F i n s t r ö m: Rägetsböle, bei der Kirche (Braunmoor), Enikarby; Saltvik:<br />
Dorf Toböle u. Insel im Toböle träsk. Strömma (bei den Kötnerhiitten), Boxö,<br />
Sommarö, Ödkarby (Herb. Pesola); Sund: Högbolstad; Vårdö: nördl. u,<br />
siidl. Teil von Långgårdsö, Hamnö, Väderskär, Sälö; L ti m p a r 1 a n d: Skag. —<br />
Wird von Bergroth (S. 5 7) aus K u m 1 i n g e: Ingersholm, Lökvik und Brandö:<br />
Kyrklandet, Lappo, Jurmo, Harholm (zum Dorfe Jurmo geliörig), angefiihrt.<br />
Verbreitung in den am nächsten bei Åland liegenden Ländern:<br />
LINDMAN: Svensk fanerogamflora, 1918, gibt fur die Art (S. 144) dieselbe<br />
Verbreitung wie fiir Carex Oederi, d. h. Vorkommen fast im ganzen Lande, auch<br />
im Fjeldgebiet an. — Stockholmstraktens växter, 1914, erwähnt S. 40 ein ausgedehntes<br />
Vorkommen; fiir mehrere Kirchspiele heisst es mehrerorts oder zienilich<br />
häufig. — TIIEDKNIUS: Flora öfver Uplands och Södermanlands fanerogamer<br />
och bräkenartade växter, 18 71, S. 428: »På fuktiga ängar, i kärr och på<br />
stränder, allmän.» — JOHANSSON: H^ifvuddragen af Gotlands växttopografi och
ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 141<br />
växtgeografi, 1897, fiihrt die Art niclit an. Sie ist jedocli später audi auf Gotland<br />
ange tro f f en worden.<br />
SCHMIDT: Flora des silurischen Bodens von Ehstland, Nord-Livland und<br />
Oesel, 1855, S. 253, nennt die Art ohne I,okalangaben. — Desselben Verf. Flora<br />
142 A. Palmgren, Die Einwanderiingsvvege der Flora iiach den Âlandsinseln<br />
Ålandsmeer), lyemland: Jersö und eine einzelne I^okalität auf Stor-Sottu<br />
n g a (im östlichen Teil der Insel; hier am 28. 6. 1920 vom Verf. angetroffen).<br />
Fiir C. Hornschuchiana ist folgender bemerkenswerte Unistand zu beacliten:<br />
Aiij Åland kommen von der Art zwei Formen vor: die typische Form, welclie<br />
in Europa eine ausgedehnte Verbreitung hat, iind eine abweichende Form,<br />
die von HARALD I^INDEERG und Verf. als Varietät unter dem Namen Œckerôensis»^)<br />
iinterschieden worden ist. Sie differiert von jener durch nur 1—2<br />
weibliche Ähren (bei der Hauptform im allgemeinen 3) und darin, dass die<br />
Fruchtschläuche stark aufgeblasen und die weiblichen Ähren infolgedessen<br />
dicker sind.<br />
Diese Varietät Œckerôensis» ist keine Standortsmodifikation, sondern eine<br />
Form von systematischem Wert. Sie ist auf Åland wesentlich auj das Kirchspiel<br />
Eckerö heschränkt, wo sie eine weite Verbreitung hat und unahhängig vom Ståndort<br />
unter ganz derselhen Gestalt aujtritt. Die Hauptform kommt hier nicht vor. Jenseits<br />
des schmalen Marsund, der Eckerö von der Hauptinsel Åland trennt, findet<br />
sich, gleichfalls unabhängig von der Natur des Standortes, die typische Form.<br />
Die Varietät Eckeröensis kommt auch im Schärenarchipel von Uppland vor,<br />
wo ich sie u. a. auf Rådmansö imd bei Arholma eingesammelt habe. Wie auf<br />
Åland erscheint auch in Uppland die typische Form.<br />
Es imterliegt natiirlich kein'em Zweifel, dass zwischen dem Vorkommen von<br />
C. Hornschuchiana (var, Eckeröensis) auf Eckerö und in Uppland ein Zusammenhang<br />
besteht.<br />
Aher auch das Vorkommen im iibrigen westlichen Åland steht of f enbär mit<br />
dem Vorkommen in Schweden in Verbindung. Nur der isolierte Fundort Sottunga<br />
erscheint rätselhaft. Liegt hier ein östlicher Vorposten des iibrigen<br />
åländischen Vorkommens oder eine selbständige Einwanderung vor? Im<br />
letzteren Fall scheint man ungefähr mit demselben Recht mit einer Rekrutierung<br />
aus Schweden wie aus dem Ostbaltikum rechnen zu diirfen.<br />
Die Art ist auf Åland of f enbär in der Ausbreitung begriffen.<br />
Vorkommen auf Åland. (Die Lokalitäten in Eckerö beziehen sich auf die<br />
Varietät Eckeröensis-, siehe 1915, s. 241—242. Die Exemplare von Lemland:<br />
Jersö und Stor-Sottunga zeigen nahe Beriihrungen mit der var. Eckeröensis.)<br />
S o 11 II n g a: Stor-Sottunga; L e m 1 a n d: Jersö (190 7, zieml. spårl. an ein<br />
paar Stellen in Laubwiesen); Jomala: Godtby, Brändö — Godtby (niehrerorts<br />
sowohl auf Laubweisen als an sumpfigen Ståndorten, 1899), Kungsö (1899,<br />
auf I/aiibwiese), Hammarudda (1899, sowohl in Laubwiesen als an sumpfigen<br />
Ståndorten). Dorf Jomala (1908, Sumpfboden; im II. M. F. finden sich Exemplare,<br />
die schon 1886 von Laurén gesammelt worden sind); Hammarland:<br />
Wiese bei der laubreichen Landzunge zwischen Hammarudda u. Marsund,<br />
1) Meddelanden of Soc. pro F. et Fl. Fenn., 35, 1908—1909, S. 3.
ACTA BOTANICA FENNICA 2<br />
Ki3<br />
nördl. vom Dorfe Torp (1909, an sumpfigen Ståndorten), Drygsböle (Sunipf,<br />
H. Lindberg 1906 im H. M. F.), Kattnäs, Frebbenby, Salis (C. Hornscliucliiana<br />
XOederi), Berghamnslandet, Äppelö; Eckerö: Öfverby, Storby, Wahlbergsudde,<br />
Böle (H. M. F.), Olafsveden — Öra, vSkeppsvik, Vesteröjen, Signilskär, Torpön,<br />
nacli H. Lindberg siidl. der Bootsschuppen von Öfverby, Hnmnielvikarna,<br />
östl. von Torp, Storliagarna. — Auf die Hauptfonu bezielit sicli aller Wahrsclieinliclikeit<br />
nacli die Angabe von A. Arrlienius (nacli Consp.) Jomala: Möckelö.<br />
Verhreihmg in den am nächsten hei Åland liegenden<br />
Ländern.<br />
LINDMAN: Svensk fanerogamflora, 1918, S. 144 (s. n. C. ftdva Good.): »Fuktängar,<br />
Sk.—Nrl., ÖL, Gtl., täml. allm.» — Stockholmstraktens växter, 1914,<br />
S. 41, gibt ein recht ausgedehntes Vorkommen an. — THEDENIUS: Flora öfver<br />
Uplands och Södermanlands fanerogamer och bräkenartade växter, 1871, S.<br />
427: »På fuktiga ängar, mångenstädes; allmän i norra Upland.» — JOHANSSON:<br />
Hufvuddragen af Gotlands växttopografi och växtgeografi, 1897, S. 244: »Mycket<br />
allm. Mängdv., i myrar massv.»<br />
SCHMIDT: Flora des silurischen Bodens von Ehstland, Nord-Livland und<br />
Oesel, 1855, S. 253: »In Wierland: W e s e n b e r g!, R u il (Wied.); in Jerwen:<br />
Ampel, St. Johannis (Wied.); in Harrien: Rev al (Wied.), J e 1 g i-<br />
m e g g i (Glehn), F ä h n a (Törmer); in der W i e k und auf Oesel gemein.<br />
Fehlt in Allentacken.» — Desselben Verf. Flora der Insel Moon, 1854, S. 59:<br />
»Auf Moorwiesen.» — Russow: Flora der Umgebung Revals, 1862, S. 104: »Auf<br />
Buschwiesen häufig. J elgimeggi (Glehn)!; F ä h na (Törmer)!; Cournall,<br />
Hark, Huer, J o h a n n i s h o f f!.» — GRUNER: Versuch einer Flora Allentackens<br />
1864, S. 520: »Auf torfhaltigen Wiesen. In A lie n t.: T ii r p s a 1,<br />
B o g o r o d i z!; in L i V lv. F 1 e m m i n g s h o f, L e d i s!.» — GI
144 A. Palmgren, Die Eimvanderuiigswege der Flora nacli deii Ålandsinseln<br />
Atrîplex hastatum L.; Wg.<br />
Karte 32.<br />
Komnit auf kiesigen iind steinigen Ufern vor.<br />
Wie fiir manche anderen Uferpflanzen ist fur diese ein wesentlicher Teil des<br />
Vorkommens in den siidwestlichen, sudlichen und siidöstlichen Schärenarcliipel<br />
verlegt: also in den westliclien Schärenarchipel von Lemland imd<br />
Kirchspiele Föglö, Sottunga und Kökar.<br />
die<br />
Hierzu komnit ein bemerkenswert<br />
starkes Vorkommnis in Eckerö. Aus dem zwischen Eckerö und Lemland<br />
gelegenen Jomala ist nur eine Lokalität aufgezeiclmet.<br />
Von Föglö und Sottunga<br />
setzt sich das Vorkommen nordöstlich nach Kumlinge und<br />
und nördlicli bis Vårdö fort. Sonst kenne ich<br />
Brändö<br />
nur eine Lokalität im Schärenarchipel<br />
von Hammarland, eine in Finström (auf der zum Dorf Bamböle gehörigen<br />
Insel Äppelholm) und eine im westlichsten Saltvik an der Föhrde<br />
Vandö fjärd, diclit bei der Grenze von Finström. Bemerkenswert ist,<br />
dass die Art im nordwestlichen, nördlichen und nordöstlichen Schärenarchipel<br />
(unter dem letzteren ist hier der Schärenarchipel von Saltvik und der nördliche<br />
von Vårdö gemeint) so gut wie ganz fehlt.<br />
Offenbar hat die Einwanderung<br />
sowohl von Siidosten, ans dem Osthaltiknm,<br />
als ans Schweden stattgefunden. In beiden Fällen ist eine sehr schnelle Lichtung<br />
des Vorkommens in der Richtung der Verbreitung, also von SW nach NO<br />
und von SO nach NW und N erfolgt. Zu beachten ist, dass die Einwanderung<br />
so wenig den nordwestlichen Schärenarchipel betroffen hat.<br />
veniri-<br />
hasiifolia<br />
In bezug auf die Verbreitung schliesst sich die Art an Alopecurus<br />
cosiis, Salicornia europaea, Silene venosa, Isatis tincioria, Scutellaria<br />
und Artemisia vulgaris an. Siehe S. 60—61.<br />
Verbreitung in den am nächsten hei Åland liegenden Ländern:<br />
LINDMAN: Svensk fanerogamflora, 1918, S. 228: »Havsstr., hamnplatser<br />
in. m.. Sk. o. sydl. ländsk, flerest.. Öl.; f. ö. tillfällig till n. Vb.» — Stockholmstraktens<br />
växter, 1914, gibt S. 20 eine bedeutende Anzahl Lokalitäten, u. a. in<br />
dem Åland zugekehrten »Schärenarchipelgebiet» an.—TIIEDKNIUS: Flora öfver<br />
Uplands och Södermanlands fanerogamer och bräkenartade växter, 1871, S.<br />
478: »På stränder och fuktiga ställen, teml. allmän.» — JOHANSSON: Hufvuddragen<br />
af Gotlands växttopografi och växtgeografi, 1897, S. 219: »H. o. d. utefter<br />
stränderna; sälls. inpå ön. Måttl. — talr. Exv. .»<br />
SCHMIDT: Flora des silurischen Bodens von Ehstland, Nord-Livland und<br />
Oesel, 1855, S. 234: »In sehr verschiedenen Formen: ani Meeresstrande der<br />
W i e k und O e s e 1 s die Form A. salina Wallr. sehr verbreitet.» — Desselben<br />
Verf. Flora der Insel Moon, 1854, erwähnt die Art S. 48 (s. n. A. latifolia Wahlb.=<br />
A. hastaia Fzl.) ohne Lokalangaben. — Russow: Flora der Umgebving Revals,<br />
1862, sagt S. 90 (s. n. A. hastatum L. A. latifolia Wahlbg.): »Die Form A. salina<br />
Wallr., am Strande häufig.» — GRUNER: Versuch einer Flora Allentackens,<br />
18G4, S. 506 (s. n. A. hast. L. (A. latifolia Walilenb.)): »An Zäunen', auf Schutt:
ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 145<br />
J e w e, N a r v a!.» — • SKOTTSBERG U. VKSTERGREN: Zur Kenntnis der Vegetation<br />
der Insel Oesel, 1901, S. 65: »O r i s a a r! K i e 1 k o n d! F i 1 s a n d!»<br />
MEINSHAUSEN: Flora Ingrica, 1878, S. 201: »Fin sehr verbreitetes und mannigfaltig<br />
gestaltetes Gewäclis des Seestrandes, aber audi auf Schuttplätzen, an<br />
Zäunen und in den Gassen der dem Meere nalie gelegenen Gegenden Ingriens.»<br />
Fiir Finnland bemerkt HJELT. 1906, S. 135; »Ad oras maritimas Fenniae<br />
austro-occidentalis satis frequenter—passim inveniri indicatur, sed iam ad interiorem<br />
partem Sinus fennici rarius tantum obvium. Ad septentrionem versus<br />
etiam rarescit, sed typicum usque ad 65° lectuni est (forsitan in saburra) et<br />
usque ad 65° 20' inveniri indicatur. .»<br />
CAJANDER: Kasvistollisia tutkimuksia Mynåimäen, Mietoisten ja Karjalan<br />
kunnissa, S. 102: »Mt. (Mietoinen) rs., hier und da an den Ufern der Bucht Saarenlahti<br />
in einzelnen Bx.» (Orig. finniscli.)<br />
Salicornia europaea L.<br />
Karte 33.<br />
Tritt an Meeresufern, vor alleni auf offenem Schwemmlandboden auf.<br />
Krinnert in der Verbreitung an Alopecnnis vcniricosus, ist aber seltener<br />
und in den nördlichsten Teilen der Landschaft gar nicht angetroffen. Weiter<br />
ergeben sich Beriihrungspunkte mit Atriplex hastaium, Silene venosa, Isatis<br />
tincioria, Scutdlaria hastifolia tind Artemisia vulgaris. Siehe S, 60.<br />
Das Hauptvorkomnien fällt auf den siidöstlichen und sudlichen Schärenarchipel<br />
(die Kirchspiele Kökar, Sottunga und Föglö), den westlichen Schärenarchipel<br />
von Lemland und die Siidkiiste von Jomala. Von Sottunga strahlt<br />
ein Vorkommnis nordostwärts bis nach Kumlinge und Brändö aus. Sonst<br />
kenne ich nur einzelne Lokalitäten auf der Hauptinsel Eckerö, an der<br />
Emnäs-Bucht in Jomala und Finström, in Saltvik an der Bucht nördlicli von<br />
Godby, in Lemland bei dem Lumparsund und in Vårdö. Sehr bemerkenswert<br />
ist das vollständige Fehlen in dem weitausgedehnten nordwestlichen Schärenarchipel<br />
sowie in den nördlichen Schärenarchipelen von Saltvik und Vårdö.<br />
Wie bei Alopeciirus ventricosus ti. a. spricht auch bei dieser Art die Verbreitung<br />
auf Åland am ehesten fiir eine Einwanderung von Siidosttn her. Auch im<br />
Hinblick auf das Vorkommen in den am nächsten bei Åland liegenden Ländern<br />
diinkt mich eine solche am wahrscheinlichsten. Die Art scheint nämlich in Uppland<br />
selten zu sein. In Estland dagegen hat sie eine ausgedehnte Verbreitung.<br />
Doch diirfte eine Einwanderung nach den westlichen Teilen der Landschaft<br />
aus Schweden nicht als ausgeschlossen zu betrachten sein. Siehe S. 60—61.<br />
Verbreitung in den am nächsten bei Åland liegenden Gebieten:<br />
LINDMAN: vSvensk fanerogamflora, 1918, S. 230: »Havsstrand., Boli. — Uppl.<br />
samt 11. o. d. vid Bottn. viken, öl., Gtl., mindre allni.» — Stockholmstraktens<br />
växter, 1914, S. 170: »Mell. Söderni.-omr.; Mörkö t>ymnigt vid stränderna^)<br />
(Ekslr. 1828); Hörningsholni (A. Ekström), nära Skansens brygga (J.G.Laurell).<br />
10
146 A. Palmgren, Die Einwanderiingsvvege der Flora iiach den Âlandsinseln<br />
Södertörnsomr.: Österhaninge Savdemar ISOI (J. Berggren).» — Die Art ist<br />
also hier selten, und zwar, wie es scheiiit, viel seltener als auf Åland. Zu beachten<br />
ist aucli ,dass sie niclit ans dem Åland zugekelirten »Scliärenarcliipelgebiet»<br />
angegeben ist. — TIIEDKXIUS: Flora öfver Uplands och Södermanlands<br />
fanerogamer och bräkenartade växter, 1871, S. 2: »På stränder af hafsvikar;<br />
endast anmärkt i Södermanland, vid Himmersjöfjärden, mellan Mörkö och Sorunda.»<br />
— JOHANSSON: Hufviiddragen af Gotlands växttopografi och växtgeografi,<br />
1897, S. 221: »Pa ö. och s. v. kusterna flerst. Mängdv. ,»<br />
SCHMIDT: Flora des silurischen Bodens von Ehstland, Nord-Livland und<br />
Oesel, 1855, S. 235: »In Ehstl.: Reval, Hapsal, Dag o, N u c k ö (Web.<br />
und Wied.), W e r d e r!. Auf Moon und Oesel: K i b b a s a a r!, T ö 1 Ii s t!,<br />
Arensburg (Werner!), Fil s and (Sass!).» — Desselben Verf. Flora der<br />
In.sel Moon, 185'J, S. 52: »Ûberall in Begleitung der Schoberia maritimas —<br />
Russow: Flora der Umgebung Revals, 1862, S. 90: »Zwischen Zie^elskopp<br />
e 1 und Fischermai den Inseln Gross- und K 1 e i n-C a r 1 o s gegenuber<br />
(Wied.)!.» — SKOTTSBERG U. VESTERGREN: Zur Kenntnis der Vegetation<br />
der Insel Oesel, 1901, S. 66: »K i b b a s a a r, T ö 1 Ii s t (Smt.), Arensburg<br />
(Werner); F i 1 s a n d (Sass), nach Smt. Fl.» — LEIIMANN: Flora von Polnisch-<br />
Livland, 1895, S. 354: »Liv. Moon, Oes.; Est. bis Reval (Smt); [Cur. Tuckum<br />
(Heug.) — sehr fragl.].» — GRUNER: Versuch einer Flora Allentackens, 1864,<br />
nennt die Art nicht.<br />
KUPFFIÎR: Grundziige der Pflanzengeographie des ostbaltischen Gebietes, 1925,<br />
erwähnt die Art S. 115 un ter denen, die fiir die ostbaltische Inselflora charakteristisch<br />
sind, während sie auf dem Festland »eine viel geringere Verbreitung» zeigen.<br />
Hier sei noch folgende Ausserung von KUI'FI'ER (S. 175) wiedergegeben:<br />
»Die Steppenpflanzen unserer Flora lassen sich zweckmässig in zwei<br />
Gruppen einteilen. Zur ersten gehören Artemisia maritima (nur in der Landschaft<br />
I), Aster tripolinm, A triplex lUorale, Lepidium latifolium (nur in I), Obione<br />
pedunculata (nur in I), Plantago maritima, Salicornia herbacea (nur I), Salsola<br />
kali, Suaeda maritima (nur I), Trifolitim fragiferum. Dieses sind Halophyten,<br />
deren Ursprung wohl in den Salzsteppen des Aralokaspischen Tieflands zu<br />
suchen ist. die von dort an die Kiisten des Schwarzen Meeres gelangt shid und<br />
— indem sie sich nach und nach dem Seeklima anpassten — längs den Kûsten<br />
ganz Europas, wo sie audi heute noch angetroffen vverden, bis an unsere Gestade<br />
vorgedrungen sein mögen. Sie sind hier ausgesprochene Meerstrandpflanzen.<br />
Manche von ihnen haben auf ihrer langen Wanderung und wohl infolge veränderter<br />
Anpassung ein von der Stammart merklicli abweichendes Aussehen angenommen;<br />
so kommt Artemisia maritima auf Ösel in der Form genitina vor,<br />
während sie in den Salzsteppen Sud- und Sudostrusslands verschiedene andere<br />
Formen aufweist; Salicornia herbacea hat an den baltischen Kiisten nur die Form<br />
pat ula, Suaeda maritima die Form filiformis; die Strandform von Salsola kali,<br />
var. crassifolia, unterscheidet sich von der Sandform derselben Pflanze, v. temiifolia,<br />
die bei uns mitunter als eingeschleppte Schuttpflanze auftritt, durch ihre<br />
Dickblättrigkeit, ein Merkmal, das bekanntlich auch andere Pflanzen auf Salzboden<br />
annehnien, z. B. A triplex hastatum und patiilum, Chenopodium rubrum<br />
und glauciim u. a. m. Da die Verbreitung dieser Pflanzengruppe offenbar vorzugsweise<br />
durch das Vorhandensein von Salzboden bedingt ist und ihre Einwanderung<br />
auf dem angenommenen Wege auch beim gegenwärtigen Klima vor<br />
sich gehen könnte, ist sie zur Beurteilung etwaiger kliniatischer Schwankungen
ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 147<br />
wenig geeignet, Siclier ist indessen, dass diese Pflanzen iiiclit vor dem Litorinastadiiini<br />
unserer Ostsee, das mit der atlantischen und subborealen Periode migefähr<br />
zusamnienfiel (vgl. S. 29 u. 48), einwandern konnteii, weil das vorliergehende<br />
Ancylusstadium einen Siisswassersee darstellte, dessen Kiisten keinen<br />
Salzboden aufwiesen. Zur Yoldiazeit aber ist unser Klima fiir diese Pflanzen<br />
noch zu rauh gewesen, audi wären sie — wenn vor der Ancyluszeit eingedrungen<br />
— während dieser wohl wieder verdrängt worden.»<br />
MEINSIIAUSEN: Flora Ingrica, 1878, erwähnt die Art niclit.<br />
Fiir Finnland bemerkt HjEr.T, 1906, S. 144: »In litoribus maritimis rarior<br />
et in multis plagis noiidum adnotata est.» — In der darauf folgenden Detailbeliandlung<br />
werden Vorkommnisse in den botanischen Provinzen Regio Aboënsis,<br />
Satakunta, Ostrobotnia media und horealis sowie ausserdem am WeiSvSen Meer<br />
angefiihrt. Zu beacliten ist, dass die Art niclit in der Provinz Ostrobotnia, die<br />
zwisclien Satakunta und Ostrobotnia media liegt, und niclit am Finnisclien<br />
Meerbusen angetroffen worden ist.<br />
In den Provinzen Regio Aboënsis und besonders Satakunta ist die Art selten;<br />
dagegen nininit die Frequenz in den österbottnisclien Kùstengegenden zu.<br />
Im Hinblick auf das Vorkommen auf Åland sei besonders bemerkt, dass<br />
BERGROTH: Anteckningar om vegetationen i gränstrakterna mellan Åland och<br />
Åbo-området, 1894 (S. 63), angibt: »t. r, Iniö: Åselholm; Brändö: L,appo, Blomö<br />
(Â), Baggholma (Laur.).», also nur eine Lokalität in dem zu dem Åboer Gebiet<br />
gehörenden Teil des Untersuchungsgebietes. Auch ist zu beachten, dass die Art<br />
nicht bei CAJANDER: Kasvistollisia tutkimuksia Mynämäen, Mietoisten ja Karjalan<br />
kunnissa, 1902, angefiihrt ist.<br />
Die Darstellung fiir die Regio Aboënsis lautet bei HjEivT (1. c.), wie folgt:<br />
»r. cop. in nonnullis pratis uliginosis ad Ekstensholm: Zett. & Br,!; in taeniis<br />
Iniö [»Inijö»] et Töfsala (Ann. ad Tili.): Leche p. 21; Iniö Åselholm: Bergr.;<br />
Runsala: C. J. Arrh.; Nystad [»Uusikaupunki»]: HoUmén in herb. Mela; Hell.<br />
et Wirz. vide supra.»<br />
Oi,E EKI.UND teilt mir mit: »Sehr selten. Maskinnamo im nördlichen Schärenarchipel<br />
von K o r p o. Houtskär: Jungfruskär.»<br />
HÄVRÉN: Björneborgstraktens Vegetation och Kärlväxtflora, 1909, schreibt<br />
S. 215: »R och st pc — cp. Torbonäs två ställen (det ena 4—5 ar, det andra<br />
några m^), Inderö cp nära Kivini. vStarkt lerblandad sand. Lokalerna öfversvämmas<br />
regelbundet af högvatten. Jfr. H ä y r é n anm. växt., sid. 35 B.»<br />
Honkenya peploides (L.) Ehrh.<br />
Karte 34.<br />
Diese Art ist selten auf Åland, wo ^sie wie änderwärts in Finnland auf<br />
Grus- eder Sandufern auftritt. Das sehr spärliche Vorhandensein geeigneter<br />
Lokalitäten auf Åland biidet offenbar die Ursache zu dem sehr spärlichen Vorkommen.<br />
Doch fehlt die Art an den meisten derartigen vorhandenen Lokalitäten.<br />
In bezug auf die Verbreitung schliesst sich die Art an eine Gruppe von<br />
Uferpflanzen mit hauptsächlichem Vorkommen im siidöstlichen, siidlichen<br />
und siidwestlichen Schärenarcliipel an. Ich kenne zwei Lokalitäten in
148 A. Palmgren, Die Eimvanderuiigswege der Flora nacli deii Ålandsinseln<br />
Kökari), eine 'in Föglö, eine in Lemland, eine in Eckerö und ebenso eine im<br />
nördliclien Saltvik.<br />
Woher liaben sich diese Vorkommnisse rekriitiert?<br />
Besonders fiir die Fundorte in Kökar und Föglö scheint eine Rekrutierung<br />
aus dem Ostbaltikum selir wahrscheinlich, Nach Lemland und Eckerö ist<br />
die Art vielleicht eher aus Schweden eingewandert. Wie sie an die Nordkiiste<br />
von Saltvik geraten ist, diirfte unentschieden bleiben. Siehe S. 64.<br />
Verhreiiung in den am nächsten hei Åland liegenden Ländern:<br />
LINDMAN: Svensk fanerogamflora, 1918, S. 244: »Havsstr., Sk.—Boh. o. Vb.,<br />
Öl.. Gtl., täml. allm.» — Stockholmstraktens växter, 1914, S. 92: »Mell. Söderm.-<br />
omr.: Mörkö. Södertönisomr,: Torö, Herrhamra, Skeppsmor, Västerhamn.<br />
Skärgårdsonir.: Djurö Runmarö, Rönnskår, Sandhamn, Skarp-Ritnmarö; Utö<br />
Rånö, Utö barlastholme, Alö.i> — TiiEDENius: Flora öfver Uplands och Södermanlands<br />
fanerogamer och bräkenartade växter, 1871, S. 201 (s. n. Halianthus):<br />
»På sandiga hafsstränder, sällsynt; Nyköpings län: iMörkön; Södertörn: Herrhamra<br />
på Thorön; Alön nära Utön.» — K. JOHAXSSON: Hufvuddragen af Gotlands<br />
växttopografi och växtgeografi, 1897, S. 192 (s. n. Halianthus)-. »Flerst.<br />
utefter stränderna, i synnerhet den västra. Måttl. — talr. .»<br />
SCHMIDT: Flora des silurischen Bodens von Ehstland, Nord-Livland und<br />
Oesel, 1855: S. 201: »Auf Sand am Meeresstrande. In Ehstl. an der Nordkiiste:<br />
T ii r s e 1 (Seidlitz!), T o 1 s b u r g!, R e v a I!, F ä h n a (Törmer). Auf Oesel<br />
an der Siidkiiste, selten: Abro (Werner!), K i b b a s a a r!» — Desselben<br />
Verf. Flora der Insel Moon, 1854, fiihrt die Art nicht an. — Russow: Flora der<br />
Umgebixng Revals, 1862, S. 65: »Auf Sand am Meeresstrande sehr verbreitet,<br />
von Wiems bis F ä h n a!.» — GRUNER: Versuch einer Flora Allentackeno-,<br />
1864, S. 473 (s. n. Halianthus peploides): »Auf vSandfluchen am Meeresstrande:<br />
M e r r e k ii 11, W a i w a r a, S i 11 a m ä g g i!, T ii r s s e 1 (Seidlitz), A 11-<br />
I se n h of!.» — SKOTTSBERG U. VESTERGREN: Zur Kenntnis der Vegetation<br />
der Insel Oesel, 1901, S. 50: »Selten: Felsiger Meeresstrand auf F i 1 s a n d!<br />
Kibbasaar (SMT. FL.); —Abro (Werner in SMT. FL.).» — LEHMANN:<br />
Flora von Polnisch-Livland, 1895, S. 360: »Am Meeresstrande v. Polangen<br />
(Eichw., Jundz., Lap.) bis Pet. — Bait.; Pet.»<br />
KUPFFER: Grundziige der Pflanzengeographie des Ostbaltischen Gebietes,<br />
1925, sagt S. 144: »Unmittelbar an der Strandlinie halten sich Cakile maritima<br />
und Honkenya peploides, immerhin dringt letztere manchmal bis in den sandigen<br />
Strandvvald vor.»<br />
MEINSHAUSEN: Flora Ingrica, 1878, S. 58 (s. n. Halianthus peploides Fries.):<br />
»Im tiefen Sande am Meeresstrande eine sehr häufige Pflanzenart, die oft weite<br />
Strecken dicht durchwuchert.»<br />
Fiir Finnland bietet HjEi,T, 1906, S. 72 (s. n. Ammodenia) die Angabe:<br />
»Ad Oram Maris glacialis et albi frequenter, ad superiorem partem Sinus bottnici<br />
satis frequenter aut passim, ad ceterorum marium oras plus minusve raro in-<br />
1) Wahrscheinlich kommt die Art jedoch auf mehreren der im östlichsten<br />
Teil des Kirchspiels auftretenden Grusbänke vor. Von diesen habe ich nur vier<br />
besucht; auf zweien von ihnen wurde die Art angetroffen.
ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 149<br />
venitur.» — In der nachfolgenden Detailbehandliing lieisst es fur die Regio<br />
Aboëvsis: »Pargas r Sandholm in sinu Örfjärden: Arrli. Ann.!; Nagu in insula in<br />
Örfjärden: 13. Reuter; Hangö Tulludden: Hisinger! et Sand.» — Fiir Nylandia<br />
werden eine bedeutende Anzalil Lokalitäten aufgezälilt.<br />
Zu bemerken ist, dass BERGROTH: Anteckningar om vegetationen i gränstrakterna<br />
mellan Aland och Åbo-området, 189''I, und CAJANDER: Kasvistollisia<br />
tutkimuksia Mynämäen, Mietoisten, ja Karjalan kunnissa, 1902, die Art nicht<br />
erwähnen.<br />
Fiir Korpo teilt mir OI,E EKI^UND mit: »Sudlichster Schärenarchipel von<br />
Korpo auf Grus und Sand.»<br />
Zur Beleuchtung des Vorkommens der Art in den Kiistengegenden von Nyland<br />
seien folgende Angaben bei W. BRENNER: Växtgeografiska studier i Barösunds<br />
skärgård, 1921, S. 8;i (s. n. Alsine peploides) erwähnt: »S. r. 2. Tingsholni,<br />
Rönnörn, Sandstränder, supralitoral. Hemeradiafor.»<br />
Scleranthus annuus L.<br />
Karte 35.<br />
Konimt auf Hiigel- und Felsbuckeln, bisweilen auf steinigen Hugelwiesen<br />
vor. Siehe hieruber 1915, S. 290.<br />
Die Verbreitung weist einige bemerkenswerte Ziige auf.<br />
Die Art ist häufig und gleicliniässig uber den grösseren Teil von Åland<br />
verteilt. Uni so bemerkenswerter ist, dass die Frequenz im Osten, in Kumlinge<br />
stark abnimnit. In Brandö ist mir eine Lokalität bekannt. Ebenso nimmt<br />
die Frequenz in Hammarland? und Eckerö sowie in dem nordwestlichen Schärenarchipel<br />
und i m nördlichen Schärenarchipel von Vårdö ab.<br />
Wie ist diese Verbreitung zu erklären? In standörilichen oder klimatischen<br />
Verhältnissen kann sie nicht hemlien, eker in einwandenmgsgeschichtlichen.<br />
Der Umstand, dass die Art in Kumlinge und Brändö so selten ist, schliesst<br />
ganz gewiss die Wahrscheinlichkeit einer Einwanderung ans Finnland aus.<br />
Dagegen ist dieses Fehlen unter der Voraussetzung einer Einwanderung von<br />
Siidwesten wohl erklärlich. Dasselbe gilt fiir das spärliche Vorkommen im<br />
nördlichen Schärenarchipel von Vårdö. Hat man andererseits mit einer<br />
siidwestlichen Einwanderung zu rechnen, so ist es eigentiiniHch, dass diese<br />
nicht in höherem Grade das westlicli exponierte Eckerö und den nordwestlichen<br />
Schärenarchipel betroffen hat. Nun findet auf der Hauptinsel Åland sowie<br />
in dem umliegenden Schärenarchipel eme Lichtung ganz draussen im Westen<br />
und Nordwesten statt, während die Frequenz im iibrigen hoch ist. Diese<br />
Abnahme der Frequenz wäre am besten mit einer Verbreitungsrichtung<br />
SO—NW, also mit einer Einwanderung aus dem Ostbaltikum vereinbar.<br />
Mit einer solchen Einwanderung wäre auch das F'ehlen in Brandö nicht ganz<br />
unverträglich. Doch wiirde man ein reichlicheres Vorkommen in Kumlinge<br />
erwarten. Siehe hieriiber S. 63.
150 A. Palmgren, Die Einwanderiingsvvege der Flora iiach den Âlandsinseln<br />
In bezug auf die Verbreitung zeigt die Art enge Beriihrungspunkte mit<br />
Sedum anmium.<br />
V or kommen an f<br />
Åland:<br />
Kökar: Karlbylandet S voin Dorf, Karlby, Karlby—Öfverboda, Öfverboda,<br />
Hamuö, Finnö, Sniedö, Hellsö, Österbygge: Näsudden—Dorf; Sottung<br />
a; Stor-Sottunga: Kohanm — siidl. Dorf u. Stackvik sowie Svinö stad,<br />
Finnö, Finnö n. u. s. Öjen, Marsö (am Weg), Hästö, Mosshaga; Föglö: Bänö,<br />
Jyddö, Nötö, Jersö, Öfverö, Sommarö, Sommarö — Hastersboda, Hastersboda,<br />
Brändö, Sonboda, Granboda, Björsboda, Stentorpa, Kjuponliolma u. Sjöholma,<br />
Näfversliolm, Iluniniersö, Kallsö, Bråttö, Flisö; L e m 1 a n d: Dorf Lemböte,<br />
Hamnbacka, Norrby — Söderby, Granboda, Björkö, Jersö, Nåtö, Inre Kalfskäret,<br />
Skobbholm, Idskär; Jomala: Marielianm (Br. Fl.), Kungsö, Björsby,<br />
Dalkarby — Hindersböle, Dalkarby, Jättböle, Kårböle — Möckelby, Andersböle,<br />
Södersunda; Hammarland: Torp, am nordwestl. Teil der Bucht Öjviken,<br />
Älörby, Byttböle, Strömma, Skarpnåtö, Äppelö; Eckerö: Björnhufvud,<br />
Marby, Signilskär; Geta: Vester- u. Östergeta, Snäckö, Isaksö (am Weg), Dånö,<br />
Höckböle; F i n s t r ö m: Emkarby, Godby, Bjerström, Bamböle, Bastö, bei der<br />
Kirolle, Stålsby, Pättböle, Tjudö; Saltvik: Saggö, Boxö, Hjortö, Germundö,<br />
Bergö, Dorf Näs, Dorf Toböle, \''assböle — Asgårda, Syllöda, Sonröda, Tengsöda,<br />
Langnäs bei der Bucht Tengsöda vik, Dorf Långbergsöda — Bucht Långbergsöda<br />
vik; Sund: Kastelholm, bei der Kirche, Kulla — Gesterby, Brändbolstad,<br />
Strömbolstad — Sibby, Tranvik, Bomarsund, Hulta; V å r d ö: Töftö, Dorf<br />
Vargata, Grundsunda, Löfö, Busö, Bergö, Sandö, Vester-Simskäla; Lumparland:<br />
Krokstad, Klemetsby, Norrboda; K u m 1 i n g e: Visings — Dorf,<br />
Dorf — Westhafen, Enklinge; Brandö: Lappo.<br />
Verbreitung in den am nächsten hei Åland liegenden<br />
Ländern:<br />
LINDMAN: Svensk fanerogamflora, 1918, S. 247, gibt allgemeines Vorkommen<br />
auf Hiigel und Felsen an in »Sk. — Vb., Öl., Gtl.» — Stockholmstraktens växter,<br />
1914, bemerkt S. 178: mllmän — flerstädes. Inga uppgifter från: Adelsö, Täby,<br />
Väster-Tälje, Ytter-Enhörna, Öfver-Enhörna. — Säkert förbisedd.» — THEDE-<br />
Nius: Flora öfver Uplands och Södermanlands fanerogamer och bräkenartade<br />
växter, 1871 S. 195: »På backar, torra betesmarker och åkrar, allmän.» —<br />
J0IL\NSS0N: Hufvuddragen af Gotlands växttopografi och växtgeografi, 1897,<br />
S. 216: »Allest. på sandområdena; eljes täml. allm. Måttl. — niassv. Sandön (Wö<br />
59:); Fårö!; . . . Vamlingbo!»<br />
ScII^^DT: Flora des silurischen Bodens von Ehstland, Nord-Livland und<br />
Oesel, 1855, fiihrt die Art S. 212 ohne Angabe von Lokalitäten an, ebensö<br />
desselben Verf. Flora der Insel, Moon, 1854 (S. 38). — Russow: Flora der Umgebung<br />
Revals, 1862, S. 73: »Seltener als vorige (= Sel. perennis). K o s ch.<br />
Hark (Sengbusch), S u r r u p, M u r r a s t!, an der Perna uschen und<br />
R a u d i aschen Strasse!, am Wege nach T i s c h e r bei F i s c h m e i s t e r!<br />
etc.» — GRUNER: Versuch einer Flora Allentackens, 1864, erwähnt die Art S.<br />
484 ohne Lokalangaben. — GI.EHN: Flora der Umgebung Dorpats, 1860, S. 539,<br />
sagt: »Gemein.» — SKOTTSBERG U. VESTERGREN: Zur Kenntnis der Vegetation<br />
der Insel Oesel, 1901, S. 62: »A n s e k û 11! unweit W e d r o k o! M u s t e 1!
ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 151<br />
O r i s a a r'» — LEIIMANN: Flora von Polnisch-Iyivland, 1895, S. 359: »Aecker,<br />
sandige Grasplätze, Wegränder. Gemeiii.»<br />
OI,E EKLUND teilt mir mii: ))Wornisö, spärl. u. selteii.»<br />
MEINSIIAUSEN: Flora Iiigrica, 1878, sagt S. 296: »Auf Häiden und sonnigen<br />
Sandfeldern, selir häufig auf Kornfeldern, nainentlicli im Kalkstein-Gebiete.»<br />
Fiir Finnland bemerkt HJEI.T, 1906, S. 118: »Tn Fennia anstrali usque ad<br />
62° frequenter, interdum frequentissime obvius; deinde ad 63° plerumque passim<br />
invenitur, supra liunc gradum autem plerumque rarus aut adventicius esse<br />
videtur.»<br />
Es ist zu beach ten, dass BERGROTH: Anteckningar om vegetationen i gränstrakterna<br />
mellan Åland och Abo-omrâdet, 189't, S. 63, Vorkommnisse hier und da<br />
im »östlichen Gebiet», d. h. in dem zur Rcgio Aboënsis gehörenden Teil des Untersuchungsgebietes,<br />
sonst aber nur eine Lokalität, nämlich Brandö: Lappo im<br />
östlichsten Teil von Aland verm er kt. — CAJANDER: Kasvistollisia tutkinmksia<br />
Mynämäen, Mietoisten ja Karjalan kunnissa, 1902, bemerkt S. 101: »Mt. (Mietoinen)<br />
und PT. (= der siidlichste Teil von Mynämäki) sfq., sonst fq. Häuf,<br />
auf trockenen Hiigeln, felsigen und namentlich mit Sand unterlagerten Äckern,<br />
bisweilen an Wegen, bei Wolmhäusern usw.» (Orig. finnisch.)<br />
Fiir Korpo teilt mir Or.E EKI.UND mit: »Zieml. gewöhnlich auf Kyrklandet<br />
und in der Näbe grösserer Siedlungszentren, draussen in den Schären sehr selten<br />
oder iiberhaupt nicht gefunden. Ausserordentlich stark von der Kultur begiinstigt,<br />
möglicherweise (?) nirgends in Korpo völlig ursprunglich.»<br />
Zur Beleuchtung des Vorkommens in der Kiistengegend von Nyland seien<br />
folgende Angaben bei W. BRENNER: Växtgeografiska .studier i Barösunds skärgård,<br />
1921, S. 83, zitiert: »S. p. 9. I inre och yttre skärgården ruderat eller som<br />
ogräs, främst i rågåkrarna. Antropochor. — F. fq.»<br />
Sitene venosa (Gilib.) Aschers. (Uferform)<br />
Karte 36.<br />
Konmit im äusseren Schärenarchipel in Felsenspalten sowie auf gnisigen<br />
Bänken vor.<br />
In bezug auf die Verbreitung schliesst sich die Art an Alopecurus veniri-<br />
C0SW5 sowie Atriplex hastatiim, Salicornia enrcpaea, Isatis tinctoria, Scutellaria<br />
hastifolia und Artemisia vulgaris an. Das hauptsächlidiste Vorkommen entfällt<br />
mithin auf den siidlichen und siidöstlichen Schärenarchipel (Kirchspiele<br />
Föglö, Sottunga und Kökar) und den westlichen Schärenarchipel von Lemland.<br />
Hier ist die Art recht häufig. Mit ungefähr derselben Frequenz wie<br />
im Schärenarchipel von Lemland komnit sie vielleicht auch im siidlichen<br />
Schärenarchipel von Jomala vor; ich habe dort jedoch nur 3 LokaUtäten autgezeichnet.<br />
Bemerkenswert ist dagegen, dass die Art in Eckerö souie in dem<br />
umfangreichen nordwestlichen Schärenarchipel selten ist. In dem nördlichen<br />
Schärenarchipel von Vårdö scheint die Frequenz wieder bemerkenswert<br />
hoch zu sein. In Kumlinge habe ich die Art nicht und in Brändö nur spärlich<br />
notiert. BERGROTH fiihrt sie jedoch als »zienihch häufig — häufig» in diesen
152 A. Palmgren, Die Einwanderiingsvvege der Flora iiach den Âlandsinseln<br />
Kirclispielen an (1894, S. 62); das Verhalten muss näher untersucht werden,<br />
u. a. mit Riicksicht auf eine éventuelle Einwanderung von den Kiisten des<br />
Bottnischen Meerbusens.<br />
Die oben angegebene nngleichmässige Verteihing jindet ihre Erklärnng nicht<br />
in den herrschenden standörtlichen und klimatischen, sondern vielmehr in einwandemngsgeschichilichen<br />
Verhältnissen.<br />
Die Verbreitung scheint am ehesten eine Einwanderung von Siidosten<br />
und nach den westlichen Teilen der Landscliaft wahrscheinlich audi von<br />
Sudwesten nahezulegen. Leider ist es j ed och auf Grund der Angaben aus dem<br />
Ostbaltikum nicht möglich, sich eine Auffassung iiber die Voraussetzungen<br />
zu einer Verbreitung von dort zu bilden. Siehe S. 60—61, auch die Fussnote.<br />
Verbreitung in den am nächsten hei Åland liegenden<br />
Ländern:<br />
TIIKDKNIUS: Flora öfver Uplands och Södermanlands fanerogamer och bräkenartade<br />
växter, 18 71, S. 196 (s. n. 5. maritima With.): »På strandklippor och<br />
grusiga stränder i skärgården, flerstädes, t. ex. Nyköpings län: Rundskär och<br />
Hargö i Bälinge sn.; Roslagen: Tjockö; Lidö; Arholma; Svartklubben; Fårön,<br />
Orrön och Örskär i Gräsö sn.» — JOHANSSON: Ilufvuddragen af Gotlands växttopografioch<br />
växtgeografi, 1897, bemerktS. 189 fiir S. inflata (SaUsb.) J.E.Sm.:<br />
»Alhu. Spars. — måttl. », sowie fiir 5. maritima With. /3) petraea Fr.: »H.<br />
o. d. på n. delens hällområden och stränder; mer sälls. på mellersta och s. delania.<br />
Måttl. .»<br />
Stockholm.straktens växter, 1914, macht keinen Unterscliied zwischen Silene<br />
venosa und der Form, die hier behandelt worden ist. Fiir S. venosa ergibt sich<br />
eine ausgedehnte Verbreitung.<br />
Fiir das Ostbaltikum ist es schwieriger, sich eine Vorstellung von dem Vorkommen<br />
der Art zu bilden.<br />
Bei SciiMiDT: Flora des silurischen Bodens von Ehstland, Nord-Livland und<br />
Oesel, 1855, finden wir (S. 201) nur S. inflata Sm., und zwar ohne Angabe von<br />
Lokalitäten. Das ist auch der Fall in desselben Verf. Flora der Insel Moon, 1854,<br />
bei Russow: Flora der Umgebung Revals, 18G2, GRUNER: Versuch einer Flora<br />
Allentackens, 1864, und GLEHN: Flora der Umgebung Dorpats, 1860. — SKOTTS-<br />
BERG u. VESTERGRICN: Zur Kenntnis der Vegetation der Insel Oesel, 1901, geben<br />
S. 48 för 5. inflata (SaUsb.) Sm. an: »Hier und da: S i k s a a r! W i k k i!<br />
Oio! Taggam oi s! Hundsort! Könno! Orisaar! — Ins. Filsand!»<br />
— Bei LEHMANN: Flora von Polnisch-Livland, 1895, Hest man (s. n.<br />
S. venosa Asdis.) S. 367: »Hiigel, Weg- u. Ackerränder, EBdämme, Uferböschungen.<br />
Gemein.» In dieser Angabe ist die hier beabsichtigte Form kaum einbegriffen.<br />
Oi,E EKI^UND teilt mir mit: »Von mir auf Wormsö, Dagö und ösel uberliaupt<br />
nicht gesehen; das Fehlen wahrscheinlich von edaphischer Natur.»<br />
Fiir Finnland findet man bei HjEi.T, 1906, S. 3 (s. n. 5. inflata var. litoralis<br />
Rupr.): »Passim — satis raro in litoribus Claris baltici sinuuniqve eius provenit;<br />
ad septentrionem versus nescio an frequentior sit.» — In der nachfolgenden Detailbehandlung<br />
wird ausser fiir Åland ein Vorkommen in sämtlichen Provinzen<br />
am Finnischeu u. Bottnischen Meerbusen erwähnt.<br />
Fiir die Regie Aboënsis ist zu beachten, dass BERGROTH: Anteckningar om
ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 153<br />
vegetationen i gränstrakterna mellan Åland och Åbo-området, 1894, vS. 62,<br />
(fiir S. inflata var. litoralis Rupr.) angibt: »t. a. — a. på stränder i lö (= Iniö),<br />
Bdö (= Brändö) und Klge (= Kunilinge)», also ein Vorkommen sowohl in dem<br />
zu Åland wie dem ziim Åboer Gebiet geliörenden Teil des Untersuchungsgebietes.<br />
— CAJANDER: Kasvistollisia tutkimuksia Mynämäen, Mietoisten ja Karjalan<br />
kunnissa, 1902, sagt S. 99 (s. n. S. inflata f. litoralis (Rupr.)): »Mt. (Mietoinen)<br />
sr. Am Meeresufer bei Tervoinen sowie bei Pyhäranta in einz. Ex.» (Orig. finnisch.)<br />
Fur Korpo gibt mir Oi.iv EKLUND an: »Sehr häufig und charakteristisch fiir<br />
den Schärenarchipel.»<br />
Zur Beleuchtung des Vorkommens in Satakunta sowie in der Kiistengegend von<br />
Nyland seien noch folgende Äusserungen von HAVREN und \V. BRRNNER angefuhrt:<br />
HÄYRÉN: Björneborgstraktens Vegetation och Kärlväxtflora, 1909 S. 215<br />
(s. n. S. venosa f. litoralis Rupr.): »P och pc — st cp vid hafvet. Bredvik Rantamaa<br />
udde (I.S.), Kumnäs yttersta udden. Uniluoto (K. L,. enl. Fontell),<br />
Styltögrunden, Räfsö (Elna Grönblom enl. Fontell), Räfsö vid Junnela<br />
(A. R o h d e), Räfsö sydvästra stranden (H e r m. A d. P r i n t z). Tahkoluoto.<br />
Stenstränder, bergskrefvor. — PIv. på holmarna. — Luvia Laitakari:<br />
E. II e r m o n e n.»<br />
W. BRKNNER: Växtgeografiska studier i Barösunds skärgård, I, 1921, S. 84<br />
(s. n. S. vulgaris var. litoralis) : »p. 11. Endast i yttre skärgården och havsbandet<br />
å steniga havsstränder. Hemeradiafor.»<br />
Melandrium viscosum (L.) Celak.<br />
Karte 37.<br />
Kommt auf Schären am offenen Mesr, besonders auf grusigen Ståndorten<br />
vor.<br />
Selten auf Åland. Die meisten Fundorte fallen in den siidöstlichen und<br />
siidlichen Schärenarchipel, also auf die Kirchspiele Kökar, Sottunga und<br />
Föglö. Hierzu kommen einige Lokalitäten ini westlichen Schärenarchipel von<br />
Lemland und nahegelegenen Teilen von Jomala sowie auf zwei kleinen Inseln<br />
im siidvvestlichen Teil des Lumparn. Ausserdem ist die Art von zwei Lokalitäten<br />
in Eckerö, einer im siidlichen Vårdö, 3 in Kunilinge und einer in Brandö<br />
aufgezeichnet. Es ist also auffallend, dass die Art in den nördlichen Kirchspielen<br />
Hammarland, Geta und Saltvik wie auch im ganzen nördlichen Schärenarchipel<br />
von Vårdö und in Sund zu fehlen scheint.<br />
Die Verbreitung auf Åland sowie in den nahegelegenen Ländern scheint<br />
die Möglichkeit einer Einwanderung von Norden auszuschliessen. Dagegen<br />
kann man sich denken, dass eine solche sowohl von Schweden als von Osten<br />
her stattgefunden habe.<br />
Zöge man nur die Verbreitung auf Åland in Betracht, so könnte sich eine<br />
Einwanderung aus dem Ostbaltikum als das Wahrscheinlichste darstellen.<br />
Die Art ist hier jedoch nur von einer Insel in der Kunda-Bucht östlich von<br />
Reval bekannt, weshalb man kaum mit einer Einwanderung von dort rechnen
305 A. Palmgren, Die Eimvanderuiigswege der Flora nacli deii Ålandsinseln<br />
kann. Ini Schärenarcliipel von Uppland hat die Art dagegen ein sehr ausgedehntes<br />
Vorkommen, ebenso im siidlichen Finnland, Es scheint wahrsclieinlich,<br />
dass die Einwanderung nach Åland von diesen beiden Seiten stattgefunden<br />
hat. Siehe S. 64.<br />
Fiir die Frage nach der Einwanderung der Arten nach Åland ist diese Art<br />
sehr lehrreich, indem sie zeigt, wie schwierig es ist, nur ans dem Vorkoninien auf<br />
Åland Schltisse zu ziehen. Wäre die Art in Estland nicht so seiten, so hätte<br />
es nahegelegen, sich die Einwanderung zum wesentlichen Teil von dorther<br />
erfolgt zu denken. Doch ist das Vorkommen im siidöstlichsten Åland weniger<br />
dominierend als im allgemeinen fiir Arten, bei denen vorausgesetzt worden<br />
ist, dass die wesenthche Einwandenmg aus dem Ostbaltiknm stattgefunden<br />
habe.<br />
Vorkommen in den am nächsien bei Aland liegenden<br />
Ländern:<br />
IJNDXVIAN: Svensk fanerogamflora, 1918, S. 249 (s. n. Silene viscosa)-. »Havsstrandsklippor,<br />
Bl, — Uppl., Öl., sälls.» — Stockholmstraktens växter, 1914,<br />
gibt S, 118 ein recht ausgedehntes Vorkommen, besonders in dem Åland zugekehrten<br />
»Schärenarchipelgebiet» an, Fiir manches Kirchspiel heisst es mehrerorts<br />
auf den Schären, — THEDENIUS: Flora öfver Uplands och Södermanlands<br />
fanerogamer och bräkenartade växter, 18 71, S. 197 (s. n. Silene viscosa): »På<br />
hafsklipjx>r i yttre skärgården, teml. sålls>Tit;<br />
.» — JOIIAXSSOX: Hufvuddragen<br />
af Gotlands växttopografi och växtgeografi, 1897, S. 189 (s. n. Silene<br />
viscosa): »Anträffad på St, Karlsö af Sern. — Då växten ej förut blifvit sedd på<br />
denna ofta besökta plats, är det uppenbart, att den nyligen ditkommit.»<br />
SciiMiDT: Flora des silurischen Bodens von Ehstland, Nord-Livland und<br />
Oesel, 1855, S, 201: »Auf Oesel angegeben, (Werner in Web, und Wied,) ist noch<br />
zweifelhaft,» — Desselben Verf. Flora der Insel Moon, 1854, fiihrt die Art nicht<br />
an. —LEIIMANN: Flora von Polnisch-Livland, 1895, S. 368: »Liv. Oes. (Werner)?;<br />
Cur, (Lind.), Tuckum (Lhrt.); Lith. Grod. (Gil.); Minsk-Pinsk (Twar. 152, Pasch.);<br />
Moh. (Tschol.).» sowie Nachtrag, 1896, S. 531: »Weder Schm. (217) noch Pcz.<br />
(207) haben die Pflanze aus Lith. gesehen. Fehlt in Preussen, nur auf Riigen u.<br />
in Böhmen. Wohl z. s.» — Die Art ist nicht erwähnt bei Russow: Flora der<br />
Umgebung Revals, 1862, auch nicht bei GRUNER: Versuch einer Flora Allentackens,<br />
1864, und SKOTTSBERG U, VESTERGREN: Zur Kenntnis der Vegetation<br />
der Insel Oesel, 1901.<br />
KUPFFER: Grundzuge der Pflanzengeographie des ostbaltischen Gebietes,<br />
1925, sagt S. 176: %Silene viscosa, sicher nur auf den winzigen Inseln Höften im<br />
Finnischen ileerbusen vor der Kundabucht, 6, und zwar in einer durch ihren<br />
gedrungenen Wuchs von der Stammpflanze halffet der russischen Steppen auffallend<br />
abweichenden Form.» — Die Art ist 1. c. unter einer Gruppe von »Steppenpflanzen»<br />
envähnt, von denen es heisst: »Von diesen Pflanzen hat man — obwohl<br />
einige von ihnen auffallenderweise auch nur in der Nähe unserer Kusten<br />
vorkommen — keinen Grund, anzunehmen, dass sie längs den Gestaden um<br />
ganz Europa herum zu uns eingewandert sind, da sie anderwärts keineswegs als<br />
Strandpflanzen auftreten. In Anbetracht ihrer Anzahl und der weiten Entfernung<br />
zwischen den baltischen Ståndorten und dem Hauptverbreitungsgebiete
ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 155<br />
der nieisten dieser ursprùnglichen Steppengewäcli.se ist die Annalime wahrscheinlicli,<br />
dass ilire baltischen Standorte Relikte eben aus der subborealen Periode<br />
sind, deren Klima dem Steppenklima ähnlicher, also wälirend des Sommers<br />
wärmer und trockener war als gegenwärtig.»<br />
MEINSHAUSEN: Flora Ingrica, 1878, erwähnt die Art nicht.<br />
Fiir Finnland hat HjEi
156 A. Palmgren, Die Einwanderiingsvvege der Flora iiach den Âlandsinseln<br />
tats, the species in them getting rid of the struggle for space with other species.<br />
Another cause of the distribution area might be found in the climatic conditions,<br />
the scanty precipitation (it must, however, be observed that this factor is to a<br />
great extent counterbalanced by the lower saturation deficit in the dampness<br />
of the air) and the high temperature during the latter part of the summer. The<br />
most important factor, however, seems to me to occur in another quarter, viz.<br />
in the mode of dispersal of the species. As Sernander (1901 b, p. 403) has pointed<br />
out, the waves may be an effective vehicle and, perhaps, also the water-currents<br />
are to be counted in. To this, probably, may be added a dispersal of the seeds<br />
by birds; the striking agreement of the distribution area with migratory birdroutes<br />
can hardly be an accident. The frequency of the species in its localities<br />
being very changeable (often the species is a real accident) the dispersal must<br />
be, in any case, a very effective one, but in the same time, strongly restricted<br />
to certain regions.» (S. 324.)<br />
Die allgemeine Verbreitung der Art wird von STERXEK folgendermassen angegeben<br />
(S. 398): »Turkest. S. Russian steppe distr.; in C. Russia rare as an accidental<br />
colonist; in N. to [Kiev? (53)] S. Pod. (53), Kursk (1), Tarnb. (42), Sarat.<br />
(24), Simb., S. Kaz., and S. Perm, in the steppes. [Orel, Tula (16), Ryaz. (14),<br />
Kaluga (14), Moscow (60), Vladim. (13), Niz. Novg. (11, 48), Volodga (21) as a<br />
colonist]. — In C. Europe only one or two occurr. in Bohem., probably as an<br />
accident, Distrib. on the shores of the S. Baltic Sea (see p. 325). — D. T. I.i.»<br />
Ranunculus cassubicus L.<br />
Karte 38.<br />
Kommt an geschlossenen Stellen in Laubwiesen und in Hainen vor. Siehe<br />
näher 1915, S. 301.<br />
Die Verbreitung ist recht benierkenswert.<br />
Die Art ist nirgends häufig. Das reichlichste Vorkomnien fällt auf den<br />
siidwestlichen Teil der Hauptinsel Åland, d. h. Jomala. Im iibrigen finden sich<br />
zerstreute oder vereinzelte Lokalitäten in Lemland, Föglö, Kumlinge, Hammarland.<br />
Finström, Saltvik und Sund. Fiir Eckerö, Geta, Brändö, Sottunga<br />
und Kökar kenne ich kein Vorkonimnis.<br />
Bei der oben angegebenen Verbreitung könnte sich eine Einwanderung von<br />
Siidwesten, aus Schvveden als das Wahrscheinlichste darstellen. Das Felilen in<br />
Brandö und Kökar scheint ja gegen die Wahrscheinlichkeit einer Einwanderung<br />
aus Finnland oder dem Ostbaltikum zu sprechen. 1st jedoch die<br />
Einwanderung von Siidwesten her erfolgt, so ist es benierkenswert, dass sie<br />
Eckerö und den nordwestliclien Schärenarchipel nicht betroffen hat. Vielleicht<br />
könnte sich dies aus der im Vergleich mit Lemland imd Jomala etvidiS weniger<br />
gunstigen Expotiiemng fiir die Bewachsung erklären. (Siehe 1925, S. 57, lÖS,<br />
111.)<br />
Die folgenden Zitate diirften von Intéressé sein:<br />
STEN SEI.ANDER: Sydliga och sydostliga element i Stockholmstraktens flora,<br />
1914, S. 332: ^Ranunculus cassubicus är en östlig invandrare öfver Åland.» —
ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 157<br />
RIKHARD STKRNER: The continental element in the flora of South Sweden, 1922,<br />
S. 368: Ranunculus cassitbicus shows a peculiar distribution of another kind<br />
(Plate 15). From its abundant distribution on tlie other side of the Baltic, the<br />
species has immigrated, evidently from Finland and Aland, to the east of Central<br />
Sweden, chiefly to Uppland. But it is difficult to explain the extremely peculiar<br />
occurrence of the species in one or two neighbouring localities in the north of<br />
Småland. There are several continental species which have probably reached<br />
Sweden from the east by the same route (some such species have been mentioned<br />
above on p. 360; cf. plate 12). Almost without exception, however, these species<br />
have attained a much more extensive distribution in Central Sv/eden: in most<br />
cases, in fact, they have occurrences so far to the west as the south-east of Norway.<br />
One of the reasons why Ranunculus cassubicus forms an exception in this<br />
respect is perhaps to be sought in the fact that it easily forms hybrids with<br />
Ranunculus auricomus. These hybrids are fertile, it is true, but as the latter<br />
species is so much more abundantly represented in the localities and their surroundings,<br />
the result must be that Ranunculus cassubicus disappears sooner or<br />
later (cf. Sterner 1921 b, p. 132). In accordance with this circumstance, there<br />
occur in Uppland, Västmanland and the south-east of Dalarne, outside the<br />
distribution-area proper of Ranunculus cassubicus, a number of occurrences<br />
of transitional forms to Ranunculus auricomus. In fact, that is the state of<br />
things along the whole of the western limit of Ranunculus cassubicus in eastcentral<br />
Europe.»<br />
Vorkommen an f Åland:<br />
Föglö: Bänö, Gripö, Näfversholm, Degerö (Bergstr. S. 4); Lemland:<br />
Flaka (Arrh. u. Kihlm. nach Consp.j, Natö; Jomala: Ytternäs, Mariehamn,<br />
^löckelö, Ramsholm, Kungsö — Brändö, Ringsböle, Jomala Öjen; H a m m a r-<br />
1 a n d: Postad (Arrh. u. Kihlm nach Consp ); F i n s t r ö m: Emkarby; Saltvik:<br />
Näs, Boxö: vSommarö; Sund: »prope templuni» (Hult nach Consp.);<br />
Vårdö: Listerbyliolmen (Laurén nach Consp.); K u m 1 i n g e: Kungshamn<br />
— Dorf, Kungshamn, Ingersholm, Södholm. — Wird von Bergroth, 1894, aus<br />
Kumlinge: Ingersholm (»ymn.»), aber nicht aus Brändö angefiihrt.<br />
Verbreitung in den am nächsten hei Åland liegenden<br />
Ländern:<br />
LINDMAN: Svensk fanerogamflora, 1918, S. 263: »Lundäng., Sm, — Gestr.<br />
o. Dir., täml. sälls.» — Stockholmstraktens växter, 1914, S. 157:- »Mälareomr.:<br />
Lofö Kersö {äldsta uppgiften 1889 J. W. Hamner). Skärgårdsomr.: Rådmansö<br />
Eknösundet, Gräddö, Råfsnäs o. fl. i skärgården. Roslagsomr.: östra Ryd Karlsudd<br />
(S. Selander).» — TIIKDKNIUS: Flora öfver Uplands och Södermanlands<br />
fanerogamer och bräkenartade växter, 1871, S. 247: »På skuggiga och fuktiga<br />
ställen, teml. sällsynt; —.» — JOHANSSON: Hufvuddragen af Gotlands växttopografi<br />
och växtgeografi, 1897, fiihrt die Art nicht an.<br />
SCHMIDT: Flora des silurischen Bodens von Ehstland, Nord-Livland und<br />
Oesel, 1855, fuhrt die Art S. 192 ohne Angabe der Verbreitung au, ebenso desselben<br />
Verf. Flora der Insel Moon, 1854. — Russow: Flora der Umgebung Revals,<br />
1862, S. 58: »An schattigen Orten des Glints gemein; auch in Z i e g e 1 s-<br />
koppel und J elgimegg i!.» — GRUNER: Versuch einer Flora Allentackens,<br />
1864, S. 465: »In schattigen, humusreichen Wäldern. In Allen t.: im<br />
Garten zu S a c k h o f (Frese), im Park zu J e w e, an der B o r o w n a, bei der
158 A. Palmgren, Die Eimvanderuiigswege der Flora nacli deii Ålandsinseln<br />
Station K 1 e i n-P u n g e r n!; in i v 1.: zwischen C o n d o und T o r in a!.» —<br />
GI,EHN: Flora der Umgebung Dorpats, 1860, S. 525: »In feuchten schattigen<br />
Laubwäldern liäufig. Annenliof!; am Salla-See!; Tiicki!; Rathshof; Wahhi-<br />
Peter; Tilga; Ruhenthal (Bienert).» — SKOTTSBERG U. VESTERGREN: Zur<br />
Kenntnis der Vegetation der Insel Oesel, 1901, S. 35: »In feuchten, schattigen<br />
Laubwiesen selten fehlend!» — LEIIMANN: Flora von Polnisch-Livland, 1895,<br />
S. 300: »Schattige Wälder. Häufig.»<br />
Im Juni 1926 notierte ich die Art auf ösel (dichter Hain auf der Insel Abro<br />
(II) und in Laubwiesen bei Lode, Pargel (I) sowie am Fuss des Widobergs) und<br />
bei RevaJ. (Abhang des Laksbergs).<br />
KUPFFER: Grundziige der Pflanzengeographie des ostbaltischen Gebietes<br />
1925, erwähnt die Art S. 172 unter denen, fiir welche eine Einwanderung schon<br />
während der borealen Zeit denkbar ist.<br />
MEINSHAUSEN: Flora Ingrica, 1878, S. 16: »Beide, die Art und Abart {fallax),<br />
wachsen auf wenig feuchterem Boden, theils in liclitem Gehölz, aber auch ganz<br />
of f en auf Wiesen in ganz Ingrien.»<br />
Fiir Finnland bemerkt HJEI^T, 1906, S. 205: »In Fennia maxime austro-orientali<br />
et in Alandia compluribus locis inveniri indicatur, ceterum in Fennia australi<br />
usque ad 62° raro lectus est, sed usque ad 63°, ubi certe rarissimus, inveniri<br />
indicatur.» — In der nachfolgenden Detaildarstellung wird fiir die Provinz<br />
Regio Aboênsis ein Vorkommen in Halikko, Uskela und Vichtis angegeben.<br />
Es ist zu bemerken, dass die Art weder von BERGROTH: Anteckningar om<br />
vegetationen i gränstrakterna mellan Åland och Åbo-området, 1894, noch von<br />
CAJANDER: Kasvistollisia tutkimuksia Mynämäen, Mietoisten ja Karjalan kunnissa,<br />
1902, erwähnt wird.<br />
Fiir Korpo teilt mir O1.E EKI^UND mit: »Rr, westlichstes Korpo (Kråkskär).»<br />
Ranunculus Ficaria L.<br />
Karte 39.<br />
Kommt an beschatteten Stellen in I,aubwiesen sowie in Hainen vor. Siehe<br />
näher 1915, S. 305.<br />
Die Art zeigt eine sehr bemerkenswerte Verbreitung. Das hauptsächlichste<br />
Vorkommen fällt in den westlichen Schärenarchipel von Lemland und die<br />
zunächst angrenzenden Teile von Jomala. Ferner in das zentral gelegene Finström<br />
und die benaclibarten Teile von Saltvik und Sund. An die Lokalitäten in<br />
Finström schliessen sich eine einzelne Lokalität im nordöstlichsten Hammarland<br />
und eine im stidlichen Geta an. Hierzu kommen zvvei isolierte Lokalitäten, die<br />
eine auf der Hauptinsel Vårdö und die andere im östlichsten Föglö. Ein etwas<br />
reichliclieres Vorkommen erscheint wieder in Kumlinge und Brändö, den heiden<br />
Kirchspielen ganz im Osten und Nordosten. In Sottunga und Kökar<br />
scheint die Art zu fehlen.<br />
Das Bemerkenswerteste an dieser Verbreitung ist das vollständige Fehlen<br />
ganz im Westen, im westlichen Jomala, in fast ganz Hammarland und in<br />
Eckerö, und der Umstand, dass das wesentlicliste Vorkommen um eine
ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 159<br />
Linie vom westlichen Schärenarchipel von Lemland iiber Mariehamn nach<br />
Norden konzentriert ist. Anffallend ist ferner, dass die Frequenz, die von der<br />
genannten Linie sehr stark nach Osten hin abnimmt, sich ganz im Osten (Kumlinge<br />
und Brändö) wieder erhöht.<br />
Die ohen angegehene Verbreitung ist nicht dttrch die herrschenden Standortsverhciltnisse<br />
bedingi. Solche von giinstiger Beschaffenheit bieten sich iiber<br />
ganz Åland hin.<br />
Eine Einwanderung aus dem Ostbaltikum scheint wenig wahrscheinlich.<br />
Anders kann das Fehlen in Kökar und Sottunga wohl kauni verstanden<br />
werden. Dagegen hat man wohl sicher mit einer Einwanderung von Siidwesten<br />
und Westen zu rechnen. Weshalb hierbei das westlichste Åland nicht erreicht<br />
worden, ist rätselhaft. Schvver ist audi zu sagen, woher sich die Lokalitäten<br />
in Kumlinge und Brändö rekrutiert haben. Sind sie westlichen Ursprungs,<br />
so ist es benierkenswert, dass die Frecjuenz höher als in Föglö geworden ist.<br />
Andererseits ist wohl eine Einwanderung von Osten her kaum annehmbar,<br />
da die Art nach BERGROTH in den am nächsten bei Åland liegenden Kirchspielen,<br />
Iniö und Töfsala, felilt und in Gustafs nur an einer Lokalität vorkommt.<br />
Siehe S. 66.<br />
Vorkommen auf Åland:<br />
F Ö g 1 ö: Bänö; Lemland: Hellestorp — Söderby, Jersö, Granö, Idliolni,<br />
Nåtö, Rödgrund, Inre Kalfskäret, Slätholm, Granholm, Skobbholm; Jomala:<br />
Ytternäs, Mariehamn, Kalmar, Klinten, Möckelö, Ramsliolm; H a m m a r-<br />
1 a n d: Skarpnåtö; Geta: Bolstaholm; F i n s t r ö m: Emnäs (nach Meurman),<br />
bei der Emnäs-Bucht u. am Weg nach Åttböle, Sundbacka nordöstl.<br />
Strand der Föhrde Vandö fjärd, Lindersholm, Bastö; Saltvik: Hjortö,<br />
Germundö (als Unkraut auf d. Acker), Bergö, Insel im Toböle träsk; Sund: Gut<br />
Kastelliolm, Högbolstad; V å r d ö: Vargata (Wegrand); Kumlinge: Kungshamn,<br />
Ingersholm; Brandö: Skinnarskär, Söderholm. — Bergroth erwähnt<br />
die Art aus Kumlinge: »Ingersholm, sydöstra delen af Klge-landet» und aus<br />
Brandö: Djurholm u. Ängskär (Dorf Åfva).<br />
Vorkommen in den am nächsten hei Åland liegenden Ländern:<br />
LINDMAN: Svensk Fanerogamflora, 1918, S. 264: »Lund., gräsplaner.. Sk. —<br />
His. o. s. Lpl., Öl., Gtl., mindre allm.» — Stockholmstraktens växter, 1914,<br />
S. 158: »a. — //., dock uppgiven s. i Turinge Vibynås 1910. Inga xippgifter frän:<br />
Adelsö, Djurö. Grödinge, Huddinge, Munsö, Riala, Sollentuna, Spånga, Torö,<br />
Trosa, Täby, Ytter-Enhörna, Ytter-Järna, Öfver-Rnhörna. Öfver-Järna.» —<br />
TIIKDENIUS: Flora öfver Uplands och Södermanlands fanerogamer och bräkenartade<br />
växter, 1871, S. 243: (s. n. Ficaria rnnunculoides)'. »I lundar, på stränder<br />
och vid bergsrötter, i skugga, allmän.» — JOHANSSON: Hufvuddragen af Gotlands<br />
växttopografi och växtgeografi, 1897, S. 170 (s. n. Ficaria verna): »Allest.<br />
Talr. — Mängdv.»<br />
SCHMIDT: Flora des silurischen Bodens von Ehstland, Nord-Livland und<br />
Oesel, 1855, erwähnt die Art S. 192 ohne Angabe von Lokalitäten, ebenso dessel-
IGO A. Palmgren, Die Einwanderiingsvvege der Flora iiach den Âlandsinseln<br />
ben Verf. Flora der Insel Moon, 1854, S. 32. — Russow: Flora der Umgebung<br />
Revals, 1862, S.' 58 (s. n. Ficaria ranunculoides)\ »Am Glint in C a t h a r i-<br />
n e n t h a 1, Kaddack und T is c h er!. In Liberté!; am Glacis<br />
zwischen der Cistern- und Dompforte und in den Gärten der Vorstädte!.» —<br />
GRUNER: Versuch einer Flora Allentackens, 1864, S. 465 (s. n. Ficaria tannnc.):<br />
»In A 11 e n t.: bei P e r m e s k ù 11 (O. Schmiedeberg) vmd sehr geniein bei<br />
Maydel, Luggen husen, Haackliof, Sack h of (Frese); in L i v 1.:<br />
am L u i g e-Flusse bei W o 11 i g f e r und S ö e r a!. — Hat ohne Zweifel eine<br />
grössere Verbreitung, welche sicli indessen im Sommer sdiwer nachweisen lässt,<br />
da z\x dieser Jahreszeit selbst an Stellen, wo diese Pflanze massenhaft vorkommt,<br />
kaum Spuren von ihr zu entdecken sind.» — GI
ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 161<br />
Erinnert in ihrer Verbreitung an Alopecuriis ventricosus sowie an AtrifAex<br />
hastatwn, Salicornia enropaea, Silene venosa, Scittellaria hastifolia und Artemisia<br />
vulgaris. Siehe S. 60—61.<br />
Das hauptsächlichste Vorkommen ist in den siidöstlichen und sudliclien<br />
Schärenarchipel (also die Kirchspiele Kökar, Sottunga und Föglö) sowie den<br />
westlichen Archipel von Lemland und den siidlichen Archipel von Jomala verlegt.<br />
Von hier ab wird das Vorkommen nordwärts spärlicher. In Eckerö<br />
kenne ich noch 6 I.okalitäten, dagegen aber nur einzelne in Geta, Sund, Vårdö<br />
und Brändö. BERGROTH gibt fiir Brändö »zieml. häuf.» an, was wohl fur den<br />
äusseren Schärenarchipel gelten kann, den ich nur wenig besucht habe.<br />
Die Ursache zu diesem ungleichmässigen Vorkommen scheint dieselbe<br />
-wiQh&iAlopecunisveyitricosiisT.n sein. vSie ist also nicht in einem verschiedenen<br />
Reichtum an geeigneten Ståndorten in den verschiedenen Teilen des Schärenarchipels,<br />
sondern in einwanderungsgeschichtlichen Vcrhältnissen zu suchen.<br />
Die Art ist offenhar sowohl {und vielleicht vor allem) von Siidosten, aus dem<br />
Ostbaltikum, als auch von Siidwesten {}Vesten), ans Schweden eingewandert;<br />
mit dem wachsenden Ahstand von den Ausgangsorten ist sie inimer seltenet<br />
geworden.<br />
Vorkommen in den am nächsten bei Åland liegenden Gebieten:<br />
LINDMAN: Svensk fanerogamflora, 1918, S. 281: »Klippor vid havet, n.-ö.<br />
Sk. — Gstr., Öl., Gtl., mindre allm.» — Stockholmstraktens växter 1914, erwähnt<br />
S. 96 eine grosse Anzahl Lokalitäten, besonders in dem zunächst gegen<br />
Aland exponierten »Schärenarchipelgebiet». — TIIEDENIUS: Flora öfver Upland<br />
och Södermanlands fanerogamer och bräkenartade växter, 1871, S. 285: »På<br />
hafsstränder och öar i skärgården, mångenstädes.» — JOHANSSON: Hufvuddragen<br />
af Gotlands växttopografi och växtgeografi, 1897, S. 178: »Flerst. Måttl. —<br />
mängdv. —.»<br />
ScH.MiDT: Flora des silurischen Bodens von Ehstland, Nord-Livland und<br />
Oesel, 1855, S. 198: »In Ehstl.: S u r r u p (Törnier), W e r d e r!, M o o n!. Auf<br />
Oesel: Arensburg, Abro (Werner, Bruttan!), K i b b a s a a r!. Filsand!.<br />
R annakull (Sass!). Ûberall auf Grusshugeln am Meeresstrande,<br />
mit Erysimum strictum.i) — Desselben Verf. Flora der Insel Moon, 1854, S. 33:<br />
»Auf einem Grusswall, bei K u i w a s t.» — Russow: Flora der Umgebung Revals,<br />
18G2, S. 62: »Am Meeresstrande in S u r r u p (Törmer) und auf der Westkiiste<br />
der Halbinsel K a k k o m e g g i!.» — • SKOTTSBERO U. VESTERGREN: Zur<br />
Kenntnis der Vegetation der Insel Oesel, 1901, S. 41: »Selten: Felsiger Meeresstrand<br />
auf F il s a n d! (Smt.), Kibbasaar (Smt.), Arensburg, Abro<br />
(Werner, Bruttan), Rannakull (Sass), alle nach Smt. Fl.» — GRUNER:<br />
Versuch einer Flora Allentackens, 1864, fuhrt die Art nicht an. — LEH.MANN:<br />
Flora von Polnisch-Livland, 1895, S. 317: »Liv. Moon, Ges. (Smt. 137); Est;<br />
Cur. zu streichen (137); Lith. (Eichw. hin u. wieder f), W'il. f aus Gärten, \vo<br />
sie von Färbern geziichtet ward). Lida in Wäldem (?) (Jundz. — Herb. Mus.);<br />
Grod. (Gil.: Advena).» und Nachtrag, 1896, S. 520: »var. a. vulgaris Koch (I.<br />
maeotica DC.). Liv. Halmhof, Brachfeldrand — eingeschleppt f (Hur 177);<br />
11
162 A. Palmgren, Die Einwaiiderungswege der Flora nacli den Alandsinseln<br />
Lith. alte Färberpflanze f- — var. b. maritima Rupr. Liv. Moon, Oes.; Est.<br />
(vSmt. 137), Ballischport (Smt. 218), Sanlep (Frau v. Pröbsting nacli Smt. 218).»<br />
Im Jmii 1926 notierte ich die Art auf (35^/; Siidspitze der Insel Abro (III),<br />
sowie westlich von Hapsal (I).<br />
KUI'FFKR: Gnmdzûge der Pflanzengeographie des ostbaltischen Gebietes,<br />
1925, erwähnt die Art S. 115 unter einer Gruppe, von welcher es lieisst: »Ferner<br />
sind fiir die ostbaltisclie Inselflora nocli folgende Pflanzen cliarakteristisch, die<br />
auf unserem Festlande eine viel geringere Verbreitung aufweisen». —S. 176 erscheint<br />
sie in einer Gruppe von »Steppenpflanzen», von denen gesagt wird*<br />
»Von diesen Pflanzen hat man — obwohl einige von ihnen auffallenderweige<br />
auch nur in der Nähe unserer Kusten vorkommen — keinen Grund, anzunehmen,<br />
dass sie längs den Gestaden vini ganz Europa herum zu uns eingewandert sind,<br />
da sie andenvärts keineswegs als Strandpflanzen auftreten. In Anbetracht ilirer<br />
Anzahl und der weiten Entfernung zwischen den baltischen Ståndorten und<br />
dem Hauptverbreitungsgebiete der meisten dieser urspriingliclien vSteppengewächse<br />
ist die Annahme wahrsclieinlich, dass ihre baltischen Standorte Relikte<br />
eben aus der subborealen Periode sind, deren Klima dem Steppenklima ähnlicher,<br />
also während des Sommers warmer und trockener war als gegenwärtig.»<br />
MEINSIIAUSEX: Flora Ingrica, 1878, erwähnt die Art nicht.<br />
Fiir Finnland bemerkt HjEW, 1906, S. 389: »In litore Fenniae australis<br />
f ere ad 62° 20' ad septentrionem versus raro sed interdum copiose occurrit; ad<br />
partem orientalem vSinus fennici non visa est.» — Die hierauf folgende Detaildarstellung<br />
zéigt, dass die Art in Finnland in sämtlichen siidlichen Kiistenprovinzen<br />
ausser der östlichsten, Isthmus Karelicus, sowie am Bottnischen Meerbusen, in<br />
Satakunta und in Ostrobottnia media vorkommt. In den beiden letztgenannten<br />
Provinzen scheint die Art jedoch sehr selten zu sein, wie auch am Finnischen<br />
Meerbusen in dem am östlichsten gelegenen Karelia australis. In der Regio<br />
Aboênsis sowie in Nylundia scheint die Frequenz recht hocli zu sein.<br />
Bezûglich des Vorkommens in der Regio Aboênsis ist die Darstellung bei<br />
BERGROTH: Anteckningar om vegetationen i gränstrakterna mellan Åland och<br />
Abo-området, 1894, S. 66, zu beachten: »Gustafs: Kattkuru; Brandö: t. a. Ej<br />
i Kumlinge (?)». Die Art scheint also in den am nächsten bei Aland liegenden<br />
Kirchspielen Iniö und Töfsala zu fehlen und nur sehr spärlich in Gustafs aufzutreten.<br />
Auch sei bemerkt, dass die Art nicht bei CAJANDER: Kasvistollisia tutkimuksia<br />
Mynämäen, Mietoisten ja Karjalan kunnissa, 1902, angefuhrt ist.<br />
Fiir Korpo teilt mir OR.E EKI,UND mit: »Zieml. häufig — häufig im äusseren<br />
siidlichen und westlichen Schärenarchipel, oft auf den siidlichen Seiten der<br />
Schären.»<br />
Beleuchtend fiir das Vorkommen in Slid- und Westfinnland sind folgende<br />
Äusserungen von HÄYRÉN und W. BRIÎNNER:<br />
HÄVRÉN: Björneborgstraktens Vegetation och Kärlväxtflora, 1909, S. 226:<br />
»P — st f q och st cp — cp, i hafszonen, i synnerhet på utholmarna. Stenstränder,<br />
sandstränder, snår af hafstom.»<br />
W. BRENNER: Växtgeografiska studier i Barösunds skärgård, 1921. S. 86:<br />
»S. st. r. 5. I havsbandet och å S sidan av de yttersta skären, (Smörskär, Rönnöra,<br />
Alör och Notklobb utanför Kälkö, Döman och Smultrongrund utanför<br />
Ormskär, Hummelskär.) Havsstränder i den supralitorala zonen. Hemeradiafor.»<br />
Schliesslich sei hier folgende Äusserung bei RIKARD STERNER: The continental<br />
element in the flora of South Sweden, 1922, zitiert:
ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 163<br />
»Isatis tinctona is at least in some parts an important distinctive plant in the<br />
Stipa steppe. It was formerly grown over great parts of Middle Europe, and it<br />
is impossible to fix its spontaneous distribution outside the steppes. It may be<br />
that it is spontaneous on the Baltic coast of South Sweden and that its occurrence<br />
here is possibly analogous to that of Silene viscosa (see later on chapter<br />
ix).» (S. 282.)<br />
»If the likewise decided steppe plant Isaiis tinctoria is to be looked upon as<br />
spontaneous in South Sweden, its occurrence is to be placed side by side with<br />
that of Silene viscosa, but it occurs chiefly on sandy or gravelly sea-shores. —<br />
Concerning the species now mentioned, their mode of occurrence in South Sweden<br />
coincides rather well %vith their rich distribution on the South European<br />
.steppes (compare above p. 281).» (S. 292.)<br />
»The distribution of Isatis tinctoria on the Baltic shores, where it may be a<br />
real native (cf. Hjelt, »Conspectus» Vol. iii. Pars ii, p. 390), shows a noteworthy<br />
coincidence with that of Silene viscosa; it is rather abundantly spread on the<br />
seashores of South-East Sweden and South-West Finland but has only a few<br />
occurrences in other shores (cf. later on p. 372).» (S. 325.)<br />
tiber die allgemeine Verbreitung der Art sagt STERNER S. 397:<br />
»This species, in former days cultivated in large parts of S. and C. Europe,<br />
is widely spread as a real native in the Pontic and Oriental regions. In certain<br />
sections of the shores of tlie S. part of the Baltic Sea it occurs, as it seems, as a<br />
spontaneus plant (cf. above p. 325). These occur., however, may also be looked<br />
upon as created by a fugitiveness from cultivation. — As evSpecially Hartman<br />
has pointed out (in Skandinaviens Flora, 1879, p. 197), the Isatis-form, »I.<br />
maritima Ruprecht» [in Flora Caucasica, Mem. d. I'Akad. d. scienc. de St. Petersbourg<br />
Ser. vii, T. xv N:o 2, 1869, p. 1869, p. 133] is not distinguishable<br />
from the S. Russian type (cf. Conspectus Fenn. Vol. iii. Pars ii, p. 390).»<br />
Barbarea stricta Andrz.<br />
Karte 41.<br />
Konimt, vor allem in dem äusseren Schärenarchipel, an verschiedenartigen<br />
Ståndorten, besonders auf grusigen Plätzen, Felsenabsätzen u. ä., meist in<br />
unmittelbarer Nähe des Strandes vor. Ini allgenieinen warden niir einzelne<br />
oder spärliche Individuen angetroffen.<br />
Die Verbreitung ist bemerkenswert. Das reichlichste Vorkommen fällt auf<br />
den westlichen Schärenarchipel von Lemland (an den sich ein Vorkonimnis in<br />
benachbarten Teilen des siidlicheu Jomala anschliesst) und auf Föglö. Von<br />
Föglö nimmt das Vorkommen nordostwärts iiber Sottunga und Kumlinge<br />
ab, um in Brändö spärlich zu werden.^) Von der Einie Föglö—Sottunga—<br />
1) Vom Verf. in Brändö nur an einer Lokalität aufgezeichnet. BERGROTH<br />
gibt jedoch (1894, S. 65) fiir Brändö (wie audi fiir Kumlinge) ziemlich häufig<br />
aixf Ufera an, was wohl fiir den äusseren Schärenarchipel gelten kann, der von<br />
mir nur fliichtig besucht worden ist.
IGO A. Palmgren,<br />
Die Einwanderiingsvvege der Flora iiach den Âlandsinseln<br />
Kuinlinge ab sinkt die Frequenz sowolil nord- als siidwärts, in den Kirchspielen<br />
Vårdö und Kökar. Am bemerkenswertesten ist, dass die Art ini ganzen<br />
westliclien und nordwestlichen Schärenarchipel, nördlicli der Siidspitze<br />
von Jomala (Hanimarudda) nur an 6 Lokalitäten (4 auf Eckerö und 2 im<br />
nördlichen Schärenarchipel von Hammarland) angetroffen worden ist.<br />
Dieses nngleichmässige Vorkomnien ist nicht durch die herrschenden Standortsverhältmsse<br />
bedingt. Diese wûrden eine gleichniässigere Verteilung ermöglichen.<br />
Vielniehr scheint die Ursache in einwandeningsgesckichtlichen<br />
Umständen gesucht werden zu miissen.<br />
Wie hat man sich die Einwanderimg zu denken?<br />
Das relativ spärliche Vorkommen in Kökar (siehe Fussnote S. 62) scheint<br />
eine stärkere Einwanderung aus dem Ostbaltikum weniger wahrscheinlich zu<br />
machen. Ebenso durfte eine Einwanderung von Norden oder Osten vielleicht<br />
als weniger annehmbar zu betrachten sein. Sehr wahrscheinlich erscheint<br />
dagegen, dass die Art von Siidwesten nach Lemland und Föglö und iiber das<br />
letztere Kirchspiel weiter nordostivärts nach Ktimlinge und Brändö, nordwesiwärts<br />
nach Vårdö und siidostwärts nach Kökar gewandert ist. Dabei ist bemerkenswert,<br />
dass die Art nur äusserst spärlich den westlichen und nordwestlichen<br />
Schärenarcliipel erreicht hat.<br />
In bezug auf die Verbreitung erinnert die Art an Scirpus rujus, Cochlearia<br />
danica und Odontites simplex. Siehe S. 61—62.<br />
Verbreitung in den am nächsten bei Åland liegenden Länderti:<br />
LINDMAN: Svensk fanerogamflora, 1918, S. 284: »Fukt. äng., diken. Sk.—<br />
Lpl., Gtl.. täml. allm.» — Stockholmstraktens växter, 1914, gibt S. 22 ein ausgedehntes<br />
Vorkonmien, besonders in dem gegen Åland exponierten »Schärenarchipelgebiet»<br />
an. Die Art scheint hier mehrerorts u. a. auf den äusseren Schären<br />
vorzukommen. — TIIHDKNIUS: Flora öfver Uplands och Södermanlands fanerogamer<br />
och bräkenartade växter, 1871, S. 297: »På fuktig ängsmark, i diken och<br />
på stränder, teml. allmän.» — JOHANSSON: Hufvuddragen af Gotlands växttopografi<br />
och växtgeografi, 1897, S. 176: »Sälls. Måttl. Veskinde i Skäggs myr!;<br />
Bro (\Vn); Visby nedom Galgberget!; Akebäcks myr (Wö!); Vänge myr!; Hejde<br />
på sanka åkrar mellan Rågåkra och K vie (An); Etelhem på Akelösa myr, talr.!;<br />
Lye. på en odlad mosse s. om kyrkan!; Burs (Wö 62!); Alfva vid Gudings!»<br />
SCHMIDT: Flora des silurischen Bodens von Ehstland, Nord-Livland und<br />
Oesel, 1855. S. 194: »In Ehstl.: Reva 1, W i e m s, A 11 e n k ii 11 bei Turgel<br />
(Wied.), J e 1 g i m e g g i (Glehn), F ä h n a (Törmer). In Livl.: O b e r p a h-<br />
1 e n!, K a w a!, Kai ui a!. Auf M o o n! und Oesel (Bnittan): Arensburg<br />
im Festungsgraben (Sassl), A b r o!» — Desselben Verf. Flora der Insel Moon,<br />
1854, S. 32: »An einem Gråben bei M a g n u s d a h 1.» — Russow: Flora der Umgebung<br />
Revals, 1862, S. 60: »Zerstreut durch das Gebiet, doch nicht selten. An<br />
Gräben und feuchten Stellen in W lems (Wied.), C a t li a r. (Sengbusch),<br />
Fähna (Törmer), Jelgimeggi (Glehn), L ö w e n r u h, Hark, J o-<br />
hannishoff, Ziegelskoppel, in der Nähe der L i c h t f a b r i k!
ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 165<br />
etc.!» — GRUNER: Versuch einer Flora Allentackens, 1864, S. 467: »Durch das<br />
ganze Gebiet, aber nieist nur vereinzelt vorkonimend. In A 11 e n t.: P e r-<br />
meskûll, Knässelo, Gorö denko, zwischen R ii 11 i k xind K o c h-<br />
t e 1!, M a y d e 1 (Frese), A 11- und N e u-I s e n h o f, zwischen H i r m u s nnd<br />
S i r t s i!; m L i v 1. bei T o r m a h o f!.» — GI.EHN: Flora der Umgebuug Dorpats,<br />
1860, S. 526: »Zerstreut durch das Gebiet.» — SKOTTSBERG U. VESTERGREN:<br />
Zur Kenntnis der Vegetation der Insel Oesel, 1901 S. 40: »Selten: Arensb<br />
u r g auf verschiedenen Stellen ausserhalb der Stadt! und im Festungsgrabenf<br />
(Sass in Srat Fl.) — Ins. Abro (Smt. Fl.).» — LEHMANN: Flora von Poluisch-<br />
Livland, 1895, S. 307: »Wiesen, Gråben-u. Uferränder. Zerstreut. — Liv. Stockmannshof,<br />
Festen (Ils.!), Riga (19), Kemmern!!, Aaufer-Cremon (Gottfried!),<br />
Alt-Kaipen (Buhse!), Lemsal, Laudohn (Rapp), Hinzenberg (Luc.), Werro (Abel),<br />
Dorpat!! (37), Moon, Oes.; Est.; Pet.; Psk.; Wit.; Cur. (Fis., Lhrt., Lind.), Buschhof,<br />
Illuxt (Bt.), Jacobstadt, Griwa (Kupf.), Kalkuhnen!!; Lith. (Jundz.), Wil.,<br />
Dissna (Sel. — Herb. Mus.), Swenciany (Twar. 163), Minsk (Pasch.), Nowogrudek<br />
— Njankovvo (Dyb.!); Moh. (Tschol.).» und Nachtrag, 1896 S. 517: »Lith. Grod.<br />
Bialystok (Keuch.! 198j; Minsk — Mosyr — Sloboda (Twar.! 221).»<br />
Im Juni 1926 zeichnete ich die Art westlicli von Hapsal auf.<br />
MEINSIIAUSEN: Flora Ingrica, 1878, sagt S. 27: »Auf Wiesen, in Gräben und<br />
an Baclmfern in feuchten Bodenarten gemein.»<br />
Fiir Finnland bemerkt HjEi,T, 1906, S. 305: »In maxima parte Fenniae et<br />
Lapponiae passim vel satis frequenter invenitur, sed nonnullis praecipuae interioris<br />
partis plagis rarescit, vide Wainio Kasv. p. 1 \ 4—115.» — Die Detailbehandlung<br />
zeigt Vorkommnisse in sämtlichen Provinzen am Finnischen und Bottnischen<br />
Meerbusen auf.<br />
Von Interesse ist folgende Äusserung bei BERGROTH: Anteckningar om vegetationen<br />
i gränstrakterna mellan Aland och Åbo-området, 1894, S. 65: »t. a.<br />
på stränder; östra omr. (= der zur Regio Aboënsis gehörende Teil) h. o. d.?» —<br />
CAJANDER: Kasvistollisia tutkimuk.sia Mynämäen, Mietoisten ja Karjalan kunnissa,<br />
1902, sagt S. 105: »La. (= Gegend von Laajoki) und Kl. (= Gegend von<br />
Kalela) sr., auf Flussanhöhen am Unterlauf des Laajoki und Mynäjoki, u. a.<br />
sehr reichl. bei dem Gehöft Airikkala im Dorfe Kalela.» (Orig. finnisch.)<br />
Fiir Korpo teilt mir OI^E EKI,UND mit: »Zerstreut an Meeresufem (auf suprasalinen<br />
Tangsträngen).»<br />
Zur Beleuchtung des Vorkommens in Siid- und Westfinnland seien auch folgende<br />
Äusserungen zitiert:<br />
HAVREN: Björneborgstraktens Vegetation och Kärlväxtflora, 1909, S. 223:<br />
»P — st fq och pcc — st pc. Älfbranter, stenstränder, mellan strandalarna. —<br />
Hv. p.»<br />
W. BRENNER: Växtgeografiska studier i Barösunds skärgård, 1921, S. 87:<br />
»S. fq. 33. Från fastlandskusten ända ut i havsbandet; hemma på havsstränder,<br />
mest i den supralitorala zonen, men även spridande sig till kulturlokaler längre<br />
in. Apofyt. — F. p.»
IGO A. Palmgren, Die Einwanderiingsvvege der Flora iiach den Âlandsinseln<br />
Sedum annuum L.<br />
Karte 42.<br />
Koramt aiif Hugel- iind Felsbuckeln, bisweilen auch auf steinigen Hiigelwiesen<br />
vor. Siehe näher 1915, S. 314.<br />
Die Art zeigt eine benierkenswerte Verbreitung. Sie tritt mit recht lioher<br />
Frequenz in den drei sudlichen Kirchspielen Lemland, Föglö und Kökar sowie<br />
im grösseren Teil der Hauptinsel Åland auf. Im westlichen Jomala und in<br />
Hammarland scheint die Frequenz abzunehmen. Auf Eckerö sind nur sechs<br />
lyokalitäten aufgezeichnet, und auf den Inseln des nordwestlichen Schärenarchipels<br />
ist die Art iiberhaupt nicht angetroffen worden. Ebenso scheint die<br />
Frequenz in den östliclien Kirchspielen Vårdö und Sottunga abzunehmen,<br />
und in den beiden östlichsten (Kumlinge und Brändö) kommt die Art gar<br />
nicht vor.<br />
Das Benierkenswerte an der oben angegebenen Verbreitung besteht darin,<br />
dass die Art ganz im Osten (Kumlinge und Brändö) fehlt und dass die Frequenz<br />
ganz im Westen und Nordwesten stark abnimmt. Diese Verbreitung<br />
ist schwer zu verstelien. In standörtlichen und klimatischeu Verhältnissen<br />
findet sie ihre Erklärung nicht, eher in einwandeningsgeschichilichen.<br />
Am nächsten muss man wohl von einer Einwanderung ans Siidwesten<br />
ausgehen, die nordostwärts in Vårdö und Sottunga spärlicher wird und vorläufig<br />
Kumlinge und Brandö nicht erreicht hat. Hierbei ist bemerkenswert,<br />
dass diese Einwanderung nicht in höherem Grad die westlichen und nordwestlichen<br />
Teile der Landschaft betroffen hat. Die Art ist nicht im Ostbaltikum<br />
angetroffen, weshalb eine Einwanderung von dort als ausgeschlossen zu<br />
betrachten ist. Siehe S. 63.<br />
Die Art zeigt in bezug auf die Verbreitung Beruhrungspunkte mit Arrhenathenim<br />
elatins und Scleranihus annntis (siehe S. 63).<br />
Vorkonmien auf<br />
Aland:<br />
Kökar: Karlbylandet S vom Dorf, Karlby, Karlby — öfverboda, Finnô,<br />
Hellsö, österbygge: Näsudden — Dorf, Kyrkogårdsö; Sottunga: Storsottunga:<br />
Kohamn — siidl. Dorf u. Stackvik, Mosshaga, Hästö, »p. in Sottunga»<br />
(Arrh. nach Consp.); Föglö: Bänö, Ulfversö, Jyddö, Gripö, Öfverö, Sommarö,<br />
Sommarö — Hastersboda, Hastersboda, Brandö, Sonboda, Finholma,<br />
Granboda, Degerbylandet, Stentorpa, Degerby — Njuponholma, Njuponholma<br />
u. Sjöholma, Näfvershohu, Flisö, Hummersö, Kallsö, Bråttö, Björsboda (einz.),<br />
Gloskär, Björkör; Lemland: Norrby — Söderby, Hamnbacka. Björkö (Felsen),<br />
Jersö, Granö, Idholni, Nåtö, Inre Kalfskäret, Granholm, Skobbholm,<br />
Slätskär, Lemböte, in rupe riparia (A. Ruoranen nach Consp.), am Lumparsund;<br />
Jomala: Yttemäs—Espholm (einz. Gr.), Önningeby — Kalmar,<br />
Hindersböle, Hindersböle — Dalkarby, Dalkarby, Önningeby, Jättböle, Kårböle—Möckelby,<br />
Södersunda, Brandö, Gölby (nach Warén); H a m m a r-
ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 167<br />
land: Byttböle, Frebbenby, Lillbolstad, Strömma, Skarpiiätö; Eckerö:<br />
Björnhufvud, Kirchdorf, nach H. Ijndberg: Böle — Kirclidorf, am Weg iiach<br />
Käringsund, Torp — Storby und östl. von der Kirclie; Geta: Bolstaliolm,<br />
Dörfer Vester- u. Östergeta; F i n s t r ö m: Bjerström, Bamböle, bei der Kirche,<br />
Rågetsböle, in der Nähe der Volkshochschule, Stålsby, Pättböle, Tjudö, Bastö;<br />
Saltvik: Bergö, Vassböle — Äsgårda, Kvarnbo, L,angnäs an der Bucht<br />
Tengsöda vik; Sund: Kastelholnis gård, bei der Kirche, Kulia — Gesterby,<br />
Bomarsund; »är mycket sällsyntare än föregående (S. album), men förekommer<br />
dock spridt växande här och där, t. ex. på bärget ofvanom Mångsteckta<br />
båthus» (Linden, S. 68); V å r d ö: Listerby holmen. Grundsunda, Sälö; Lumparland:<br />
Krokstad.<br />
V or kommen in den am nächsten bei Åland Uegenden<br />
Ländern:<br />
LINDMAN: Svensk fanerogamflora, 1918, S. 297: »Berghällar, Sk. — Lpl.,<br />
täml. allm.» — Stockholmstraktens växter, 1914, gibt S. 180 ein ausgedehntes<br />
Vorkommen an. — TIIEDENIUS: Flora öfver ITplands och Södermanlands fanerogamer<br />
och bräkenartade växter, 1871, S. 210: »På klippor och berghällar, teml.<br />
allmän.» — JOHANSSON: Hufvuddragen af Gotlands växttopografi och växtgeografi,<br />
1897, fiihrt die Art nicht an.<br />
In Estland sclieint die Art zu fehlen. Sie ist nicht angefiihrt bei SCHMIDT,<br />
1855 und 1854. Ebenso nicht bei Russow, 1862, GI,EIIN, 1860, und SKOTTS-<br />
BERG U. VESTERGREN, 1901.<br />
MEINSIIAUSEN: Flora Ingrica, 1878, hat die Art nicht.<br />
Fiir Finnland gibt HjEi.T, 1911, S. 264, an: »Plerumque rarius (interdum<br />
passim aut satis frequenter, saepius autem raro) in partibus magis occidentalibus<br />
Fenniae australis occurrit; supra 62° nisi rarissime non invenitur, sed etiam in<br />
montibus alpinis Lapponiae lectum est.» — In der nachfolgenden Detailbehandlung<br />
werden einige Lokalitäten fiir die Regie Aboënsis und eine bedeutende Anzahl<br />
fiir Nylundia erwähnt. Wegen der dortigen Verbreitung im Einzelnen wie<br />
auch in bezug auf das Vorkommen in Finnland iiberhaupt wird auf die Darstellung<br />
bei HJEI^T verwiesen.<br />
Es sei jedoch bemerkt, dass BERGROTH: Anteckningar om vegetationen i<br />
gränstrakterna mellan Åland och Åbo-området, 1894, die Art weder fiir Åland<br />
noch fiir die zu seinem Untersuchungsgebiet gehörenden Teile der Regio<br />
Aboënsis anfiihrt — CAJANDER: Kasvistollisia tutkimuksia Mynämäen, Mietoisten<br />
ja Karjalan kunnissa, 1902, sagt (S. 113): »Mt. (= Mietoinen) rr„ in<br />
geringen Mengen bei dem Hiigel Hiippavuori in Felsenspalten.» (Orig. finnisch.)<br />
Fur Karpo teilt mir OLE EKI^UND mit: »Zieml. selten — zerstreut auf Kyrklandet,<br />
rr im westlichen Schärenarchipel, nicht gefunden im Siiden.»<br />
Zur Beleuchtimg des Vorkommens in den Kii.stengegenden von Nyland sei<br />
folgende Angabe bei W. BRENNER: Växtgeografiska studier i Barösunds skärgård,<br />
1921, S. 88, erwähnt. »S. r. 2. Barö vid Röträsk, Notaholm. Örtsamhällen<br />
på berg eller torra backar. AntagUgen apofj^t. — F. r. T. ex. Svartbäck.»
IGO A. Palmgren, Die Einwanderiingsvvege der Flora iiach den Âlandsinseln<br />
Lathyrus montanus Bernh.<br />
Karte 43.<br />
Koninit in Laubwiesen vor. Siehe näher 1915, S. Sö':».<br />
Das haiiptsächlichste Vorkommen fällt auf die Haiiptmsel Åland. Dazu<br />
stellt sich ein unbedeutendes Vorkommnis im Schärenarchipel von Lemland,<br />
Föglö, Kökar und Kumlinge (in jedem dieser Kirchspiele eine Lokalität).<br />
Zuerst einige Worte iiber das Vorkommen auf der Hauptinsel Åland, Die<br />
Art gehört zu den verhältnismässig wenigen Arten, deren haiiptsächlichstes<br />
Vorkommen auf die inneren und höchstgelegenen Teile der Insel fällt. Alle<br />
Lokalitäten bis auf vier kommen so auf Saltvik und Sund (von den ubrigen<br />
eine auf Hammarland, eine auf Geta und zwei auf die Hauptinsel Lemland).<br />
Hierin bestehen Ûbereinstimmungen mit Trijolnim montanum, Lathyrus<br />
silvestris, Campamda glomerata und auch mit Fragaria viridis, Anihyllis vidneraria<br />
und Lathyrus nigcr. Siehe S. 64.<br />
Offenbar spricht dieses Vorkommen im Innern von Saltvik und Sund fiir<br />
eine recht friihe Einwanderimg.<br />
Von vvo ist diese Einvvanderung ausgegangen?<br />
Höchst wahrscheinlich ist das Vorkommen wohl wenigsfens im grossen ganzen<br />
schwedischen Ursprungs.<br />
Das gilt offenbar auch von den Fundorten in Lemland, Föglö, Kökar und<br />
Kumlinge. Mit einer Einwanderung aus dem Ostbaltikum dûrfte man kaum<br />
rechnen können, da die Art dort bemerkenswert selten ist.<br />
Vorkommen auf Åland:<br />
Kökar: Lindö (1907; hier schon 1883 von E. Ericsson beobachtet); L e m-<br />
1 a n d: Hamnbacka (1898), Norrby — Söderby, Eskskär (1907); Ha m in a r-<br />
1 a n d: Bovik (1911); Geta: Bolstaholm; Saltvik: Syllöda, Tengsöda,<br />
I^angnäs bei der Bucht Tengsöda vik, Dorf Långbergsöda — Bucht Långbergsöda<br />
vik, an der Bucht Bertby vik; Sund: Brändbolstad, Sundby (Arrh. u.<br />
Kihlm. 18 78 iin H. M. F.), bei der Kirche und bei Kulla (laut Mitteilung von<br />
A. Arrh.); Kumlinge: Snäckö.<br />
Vorkommen in den am nächsten bei Åland liegenden<br />
Ländern:<br />
LINDMAN: Svensk fanerogamflora, 1918, S. 395: »Äng., lund.. Sk.—Dir.<br />
o. Ang., Öl.. Gtl., allm.» — Stockholmstraktens växter, 1914, fiihrt die Art<br />
S. 101 als häufig an. — THKDENIUS: Flora öfver Uplands och Södermanlands<br />
fanerogamer och bräkenartade växter, 1871, S. 326 (s. n. Orobits tuherosiis L.):<br />
»På backar och betesmarker, äfvensom i lundar, allmän.» — JOHANSSON: Hufvuddragen<br />
af Gotlands växttopografi och växtgeografi, 1897, S. 206 (s. n. Orobus<br />
tiiberosus L.): »På norra hällområdet från Othem till Eskelhem h. o. d.; eljes<br />
sälls. Måttl. — talr. Exv. .»<br />
SciiMiDT: Flora des silurischen Bodens von Ehstland Nord-Livland und<br />
Oesel, 1855, S. 207 (s. n. Orobus tiiberosus L.): »In Ehstl.: bei F ä h n a (Törmer!).
ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 169<br />
— Desselbeii Verf, Flora der Insel Moon, 1854, erwälmt die Art nicht. — Bei<br />
Russow: Flora der Umgebung Revals, 1862, ist S. 69 (s. n. Orobiis tuberosiis L.)<br />
die vorstehende Angabe Fähna (Törmer) wiederzufinden. — GIJÎIIN: Flora der<br />
Umgebung Dorpats, 1860, und GRUNER: Versucli einer Flora AlJentackens,<br />
1864, erwälmen die Art nicht; ebenso wenig SKOTTSBKRG U. VESTERGREN: Zur<br />
Kenntnis der Vegetation der Insel Oesel, 1901. — LEHMANN: Flora von Polniscli-Livland,<br />
1895, S. 429: »Liv. Hinzenberg (Luc.); EvSt. Fähna (Törmer);<br />
Cur. (Heug., Lind.), Tuckum (Lhrt., Siering, Kupf.), Kabillen (Kupf.); Lith.<br />
Kow. Kretingen (Eichw.); Grod. (Gil.); Minsk (Leinhardt), am Swislotsch<br />
(Kichw.); Moh. (Dow.).» und Nachtrag, 1896, S. 550: »Cur. Schleck —<br />
Abaushof (Baumest nach Kupf.); Lith. Minsk—Mosj-r (Fez. 207).»<br />
KUPFFER: Grundziige der Pflanzengeographie des ostbaltischen Gebietes,<br />
1925, fiihrt die Art S. 121 unter denen an, die »sowohl auf dem west- wie audi<br />
auf dem ostbaltischen Festlande vorkommend — auf Gotland vorhanden sind,<br />
auf Ösel aber nicht». Nach KUPFFER ist die Art im Ostbaltikum »sehr selten».<br />
MEINSHAUSEN: Flora Ingrica, 1878, fiihrt die Art nicht an.<br />
Fiir Finnland bemerkt HJEIVT, 1919, S. 192: »In parte maxime austrooccident<br />
ali Fenniae continentis satis frequenter vel passim provenit, ceterum<br />
raro saltem usque ad 61° 10' lat. ad septentrionem et 0° 32' long, ab Helsingfors<br />
ad orientein versus occurrit.»<br />
In der nachfolgenden Detailbehandlung werden fiir die Regio Aboënsis<br />
mehrere I^okalitäten nanihaft gemacht; von diesen entfallen jedoch nur wenige<br />
auf den Scluirenarchipel. Zu erwälmen ist, dass BERGROTH: Anteckningar om<br />
vegetationen i gränstrakterna mellan Åland och Åbo-området, 1894, nur eine<br />
Lokalität, Kaunissalo in dem zum Åboer Gebiet gehörenden Kirchspiel Gustafs,<br />
anfiihrt. — CAJANDER: Kasvistollisia tutkimuksia Mynämäen, Mietoisten<br />
ja Karjalan kunnissa, 1902, sagt S. 118: »Mt. (Mietoinen) und Pt. (= der siidliche<br />
Teil von Mynämäki) fq., sonst sfq. ± häuf, in Hainen, iippigen Laubwäldern<br />
und auf Hugelabhängen (oft ± reichl.), zieml. häuf. in fetten Fichtenbeständen,<br />
auf Heiden u. a.» (Orig. finnisch.)<br />
Fiir Korpo teilt Owv EKI^UKD mit: »Rr Brunskär.»<br />
Zur Beleuchtung des Vorkommens in der Kiistengegend von Nyland sei<br />
folgende Ausserung von W. BRENNER: Växtgeografiska studier i Barösunds<br />
skärgård, I, 1921, S. 93 {s,, n. L. tuherosns), mitgeteilt: »S. r. 3. Orslandet vid<br />
Rövass och Mars, lUgsjö, Nötö; i örtrika lövskogar och örtängar. Antagligen<br />
hemerofob.—F, r. Fagervik, Harholmen (His.).»<br />
Hypericum hirsutum L.<br />
Karte 44.<br />
Konmit auf Hiigelwiesen, auf Hiigel- und Felsbuckeln und auf Felsenabsätzen<br />
vor. Siehe näher 1915, S. 380.<br />
Die Verbreitung ist sehr bemerkenswert. Sie fällt im grossen ganzen auf<br />
die 4 siidlichsten, gegen SW und SO gut exponierten Kirchspiele Lemland<br />
(5 Lokalitäten), Föglö (4 Lok.), Sottunga (1 Lok.) und Kökar (3 Lok.1. Hierzu<br />
kommt eine Lokalität in Kumlinge. '
IGO A. Palmgren,<br />
Die Einwanderiingsvvege der Flora iiach den Âlandsinseln<br />
Es ist bemerkenswert, dass die Art ihr reichlichstes Vorkonimen in<br />
Finnland<br />
in dem Kirclispiel Korpo [Regio Ahoensis) zu liaben scheint, welches im<br />
Westen an Kökar grenzt (laut Mitteilung von OLE EKLUND 15 Lok.),<br />
Zieht<br />
man noch Korpo in Betracht, so kann man also fiir die Art eine ziemlich<br />
gleichmässige Verbreitung in dem ganzen äusseren Schärenarchipel Lemland<br />
—Korpo notieren.<br />
Wie hat sich dieses Vorkommen rekrutiert?<br />
Fiir Lemland liegt es am nächsten, eine Einwandenmg ans Schweden anznnehmen.<br />
Fiir Kökar, Soitunga und Knmlinge hat man vielleicht eher mit einer<br />
Rekrutiening ans dem Ostbaltikum zu rechnen. Hierfiir spridit auch das Vorkommen<br />
in Korpo.<br />
Was Föglö betrifft, schliessen sich zwei der Lokalitäten<br />
reellt eng an die lemländischen, eine an das Vorkommen in Sottimga an, eine<br />
(Godtholm im nördlichsten Teil des Kirchspiels nahe bei Lumparland) liegt<br />
isolierter. Siehe S. 66.<br />
Vorkommen auj<br />
Åland:<br />
Kökar: Idö (hier schon 18 79 von A. Arrhenius eingesammelt). Lindö,<br />
Husö (1914), »Ängliolmen r, Idö in devexo sicco lapidoso litoris occidentalis cp»<br />
so\vie »ins. Lindö sp in lucoso declivi inter saxa» (Arrh. nach Consp.); S o t-<br />
tuuga: Ärlingklobb (reichl.); Föglö: Storklobb (1913), Flatskär (1897; hier<br />
von A. Arrhenius gefunden), Godtholm (Samuelsson), Algerse (1907); Lemland:<br />
Herrö-(= Husö) skatan (1901), Slätholm (1899), Idskär (1908), Slätskär<br />
(1901), Eskskär (1901); K u m 1 i n g e: Ingershohn (Laurén 1886 imH.M. F.).<br />
Verbreitung in den am nächsten hei Åland liegenden<br />
Ländern:<br />
LINDMAN: Svensk fanerogamflora, 1918, S. 409: »Lund., skugg. snår. Sk.—<br />
Uppl., Öl., täml. sälls.» — Stockholmstraktens växter, 1914, nennt nur 15<br />
Lokalitåten, davon 7 in dem Aland zugekehrten »Schärenarchipelgebiet». Die<br />
Art scheint also hier redit selten zu sein. — TIIKDENIUS: Flora öfver Uplands<br />
och Södermanlands fanerogamer och bräkenartade växter, 1871, S. 344: »I<br />
limdar och på buskbeväxta betesmarker, sällsynt: .» — JOHANSSON: Hufvuddragen<br />
af Gotlands växttopografi och växtgeografi, 1897, fuhrt die Art nicht an.<br />
SCHMIDT: Flora des silurischen Bodens von Ehstland, Nord-Livland und<br />
Oesel, 1855, S. 203: »In der Wiek: T a i b e 1 bei Hapsal (Jiirgens!), S a s t a m a!,<br />
Pucht!. Auf Moon!, Fils and!, A bro (Bunge).» — Desselben Verf.<br />
Flora der Insel Moon, 1854, S. 35: »Auf buschreichen Wiesen, in Wäldern, auf<br />
Suu r-L a i d, bei K u i w a s t, M a g n u s d a li 1, T a r g a.» — Die Art ist<br />
nicht erwähnt bei Russow: P'lora der Umgebung Revals. 1862, GRUNER: Versuch<br />
einer Flora Allentackens, 1864, imd GLEHN: Flora der Umgebung Dorpats,<br />
1860. — SKOTTSBERG U. VESTERCREN: Zur Kenntnis der Vegetation der<br />
Insel Oesel, 1901, S. 45: »Selten: Wiesen zwischen den Landstrassen nach<br />
K i e 1 k o n d und nach S w o r b e, unvveit A r e n s b u r g! S i k s a a r! —<br />
Abro! (Bunge, Schmidt in vSmt. Fl.); Filsand (Smt. Fl.).» — LEIIMANN:<br />
Flora von Polnisch-Livland, 1895, S. 337: »Liv. Moon, Oes. (Smt.); Est.; Cur.<br />
Illuxt (Fis., Eichw. 28); Lith. Wil. (S. Jundz. I Aufl. 1791); Grod. (Gil.); Minsk,
ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 171<br />
Moll. (Lind.)» und Nachtrag, 1896, S. 524: »Psk. Ostrow—Schirajewsche Datsche,<br />
35 Werst östlicli von Ostrow (Prg. 1896).»<br />
Im Juni 1926 notierte ich die Art in dichtem Hain (I) auf der Insel Abro<br />
(ösel). OivE EKI^UND teilt niir mit: ))Wormsö 3 I^ok.»<br />
MEINSHAUSEN: Flora Ingrica, 1878, erwähnt die Art nicht.<br />
Fiir Finnland bemerkt HjEi^T, 1911, S. 63: »Tn Fennia maxime austrooccidentali<br />
rarissime occurrit.»<br />
Ausserhalb Ålands ist die Art nur in der Regio Aboënsis angetroffen. Hieriiber<br />
sagt HJEI^T H, c.): »Korpo praedium Korpo Tvegyltan: I. Ringbom!,<br />
cfr Zett. & Br. et Herb. Mus. Fenn. II p. 135, spec, ex eodem loco leg. etiam<br />
E. Kynberg in Häyr. herb.; Korpo Gyltgalten, Tvegyltan (alumn. lyc. Aboënsis<br />
1891), Arrh. ipse 1892: Arrh.» — In den letzten 10 Jahren ist die Art in Korpo<br />
an mehreren neuen Lokalitäten von O. EKI^UND gefunden worden. So erwähnt<br />
dieser (Märkliga växtfynd i Ab, Korpo, 1921, S. 66): »Österskär: Bredskär och<br />
Sundskär, Jurmo: Huvudskär, ymnig å alla tre fyndplatser, i synnerhet å<br />
Sundskär, där arten finnes i otrolig myckenhet å torra, steniga ljung- och enbackar.»<br />
Brieflich teilt mir EKI^UND mit: »Nicht selten im siidlichen und westlichen<br />
Schärenarchipel; bisher 15 Fundplätze.»<br />
Im Hinblick auf das Vorkommen in den am nächsten liegenden Ländern,<br />
das sicli aus den obigen Zitaten ergibt, scheint das Vorkommen auf Aland, wie<br />
besonders in Korpo, bemerkenswert reichlicli zu sein.<br />
Viola mirabilis L.<br />
Karte 45.<br />
Gehört Hainen und beschatteten Stellen in Laubwiesen an. Siehe nälier<br />
1915, S. 384.<br />
Diese Art ist auf Åland selten. Die meisten Lokalitäten fallen auf die<br />
Hauptinsel Åland (Jomala 8, Finström 2, Geta 2, Saltvik 5; aus Hammarland<br />
und Sund ist die Art nicht bekannt), wc sie jedoch im grossen ganzen<br />
an der Kiiste liegen. Hierzu kommen 4 Lokalitäten im Schärenarchipel von<br />
Lemland, zwei auf Eckerö und ein isoliertes Vorkommnis in Kökar (Hellsö).<br />
Die Art ist also nicht aus deniSchärenkirch.spielen Vårdö, Lumparland,<br />
Föglö, Sottunga, Kumlinge und Brändö bekannt. Die vereinzelte Lokalität<br />
in Kökar ist sichtlich schwer zu erklären. Es kann aber die Bemerkung<br />
angebracht sein, dass gerade Kökar viele solche isolierte Vorkommnisse zählt,<br />
jedenfalls mehr als das benachbarte Föglö.<br />
Beachtung verdient, dass das Vorkommen im grossen ganzen auf einen<br />
schmalen, nur 10 km breiten Giirtel vom westlichen Schärenarchipel von Lemland<br />
nordwärts durch die Hauptinsel Åland beschränkt ist. Hierin zeigt die<br />
Art Beriihrungspunkte mit Ranunculus Ficaria.<br />
Das westliche Vorkommen ist offenbar schwedischen Ursprungs; fiir Kökar<br />
ist vielleicht eine Rekrutierung aus dem Ostbaltikum wahrscheinlicher. Siehe<br />
S. 65.
IGO A. Palmgren, Die Einwanderiingsvvege der Flora iiach den Âlandsinseln<br />
Vorkommen auf<br />
Åland:<br />
Kökar: Hellsö; L e m 1 a n d: Idliolni, Nåtö, Granholm, Skobbholni;<br />
Jomala: Ytternäs, »ad septentrioneni versus a Klinten» (Gadolin nacli Consp.),<br />
Ranisliolm, Wiesen von Godtby, Vargsunda (Arrli. u. Kihlm. nacli Consp.), »in<br />
insula Jomala» (Lauren nacli Consp.), Önningeby, Blemholm; Eckerö: am<br />
Weg nach Öra und siidl. von Skeppsvik (H. Lindberg); Geta: in der Nähe<br />
von Långvik (Ch. E. Boldt), Bolstaholm; Fins tr öm: Grelsby, Bastö<br />
(Bergstr. nach Consp.); vS a 11 v i k: Hjortö (Gadolin nach Consp.), Hjortö<br />
holme, Toböle, Insel im Toböle träsk, Syllöda.<br />
Vorkommen in den am nächsten hei Åland liegenden<br />
Ländern:<br />
LINDMAN: Svensk fanerogamflora, 1918, S. 416: »Lixnd., Sk.—Jtl. o. Ang.,<br />
Öl., Gtl., mindre allm.; L. Iprnk.» — Stockholmstraktens växter, 1914, gibt<br />
eine ausgedehnte Verbreitung, u. a. in dem Aland zugekehrten »Schärenarchipelgebiet»<br />
an. — »THEDKNIUS: Flora öfver Uplands och Södermanlands fanerogamer<br />
och bräkenartade växter, 1871, S. 113: »I lundar och parker, mångenstädes.»<br />
— JOHANSSON: Hufvuddragen af Gotlands växttopografi och växtgeografi,<br />
1897, S. 185: »II. o. d. Måttl. Exv. .»<br />
SCHMIDT: Flora des silurisclien Bodens von Ehstland, Nord-Livland und<br />
Oesel, 1855, S. 199: »Durch das ganze Gebiet. Besonders am Glint, in der<br />
Wiek und auf Oesel. Aber auch sonst: bei B o r k h o 1 m!, K ar dis!,<br />
M û n t e n h o f f (Tegeler).» — Desselben Verf. Flora der Insel Moon, 1854, S.<br />
33: »Auf fruchtbarem Boden, im Schatten, häufig.» — Russow: Flora der Umgebung<br />
Revals, 1862, S. 63: »An beschatteten Abhängen des Glints gemein.<br />
Auf Humusboden in Liberté, Cournall! und L ö w e n r u h (Sengbusch).»<br />
— GRUNER: Versuch einer Flora Allentackens, 1864, S. 470: »An belaubten<br />
Abhängen, in schattigen Wäldern; nicht selten.» — GI.EHN: Flora der<br />
Umgebung Dorpats, 1860; S. 529: »Wäldchen bei Annenhof!; TecheLfer!; Forbushof,<br />
Ruhenthal (Bienert).» — SKOTTSBERG U. VESTERGREN: Zur Kenntnis<br />
der Vegetation der Insel Oesel, 1901, S. 46: »Gemein in Laubwäldern: A n s e-<br />
k ii 11 !.. . W i d o! . . . K i e 1 k o n d! . . . T a g g a m o i s! .. . M u s t e 1! . . .<br />
Orisaar!... Sali!... Arensburg! — Abr o!»— LEHMANN: Flora<br />
von Polnisch-Livland, 1895, S. 323: »Wälder, lichte Gebusche. Häufig. Fiir<br />
Cur. neu: Bauske, Selburg, Schlottenhof, {^tabben, Ilgen, Sieckeln (Bt.), Oberbartau!!.<br />
Uebrigens in alien Florengebieten.»<br />
Im Juni 1926 notierte ich die Art auf ösel: in Laubvviesen bei I,ode, Pargel<br />
(I), am Fuss des Widobergs und auf der Insel Abro, hier teils in Laubwiese<br />
(I), teils in dichtem Hain (III), sowie bei Reval: auf dem laubwaldbekleideten<br />
Abhang des Laksbergs.<br />
MEINSHAUSEN: Flora Ingrica, 1878, S. 44: »In den Laubwäldern des Kalksteingebiets<br />
häufig imd gewöhnlich sehr zahlreich, seltener in den Siid-Gebieten,<br />
an der Luga, Pljussa etc., ebenso in denen des Karel. Isthmus; in der nächsten<br />
Umgegend der Haiiptstadt scheint sie gänzlich zu fehlen.»<br />
Fiir Finnland hat HJEI.T, 1911, S. 31 die Angabe: »In Fennia australi satis<br />
raro (aut passim) invenitur et usque ad 63° 16' progreditur, ubi tamen rarissima<br />
est; in Fennia orientali maiore frequentia occurrit.»<br />
In der nachfolgenden Detailbehandlung ergibt sich fiir die Provinz Regio<br />
Aboënsis ein Vorkommen an mehreren Orten; unter den aufgezähltenLokalitäten
ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 173<br />
komint jedoch nur eine avif den Scliärenarchipel (Pargas, Bläsnäs). Zu benierken<br />
ist, dass BKRGROTH: Anteckningar om vegetationen i gränstrakterna mellan<br />
Åland och Abo-området, 1894, die Art uberhaupt nicht nennt. Ebenso fehlt<br />
sie bei CAJANDER: Kasvistollisia tutkimuksia Mynämäen, Mietoisten ja Karjalan<br />
kunnissa, 1902.<br />
Aucli in Korpo felilt die Art nacli Mitteilung von Oi^E KKI^UND,<br />
Gentiana *succîca (Froel.) Murb.<br />
Karte 46.<br />
Kommt an offenen Stellen in Laubwiesen sowie auf Hiigelwiesen vor.<br />
Siehenäher 1915, S. 413.<br />
Diese Art hat eine gleichmässige und redit allgemeine Verhreihmg auf den<br />
Hanptinseln Åland und Eckerö. Im Schärenarchipel ist sie dagegen im allgemeinen<br />
selten. So kenne ich nur zwei Lokalitäten im Schärenarchipel von<br />
Lemland, zwei im westlichen Föglö, eine in Vårdö und eine in Sottunga.<br />
Ebenso ist die Art selten in dem zu Eckerö, Hammarland und Geta gehörenden<br />
Schärenarchipel. In Lumparland und dem am weitesten östlich liegenden<br />
Brändö ist sie nicht angetroffen worden. Gegeniiber diesem spärlichen Vorkommen<br />
im Schärenarchipel ist es redit hemerkenswert, dass die Art in Kökar<br />
recht häufig vorkommt (7 Lokalitäten). Zu beachten ist auch, dass nicht weniger<br />
als 3 Lokalitäten aus Kumlinge bekannt sind.<br />
Das recht häufige Vorkommen in dem weit draussen im Meere gelegenen<br />
Kökar zeigt offenbar, dass das im grossen ganzen spärliche Auftreten im<br />
Schärenarchipel nicht klimatischen Verhältnissen zugeschrieben werden kann.<br />
Wahrscheinlich ist die Art in Åland ein friiher Einwanderer.<br />
Im grossen ganzen hat diese Einwandening ohne Zweifel von Schweden her<br />
stattgej linden.<br />
Wie soil man aber das reiche Vorkommen in Kökar erklären? Die Art<br />
fehlt im Ostbaltikum und kann mithin nicht von dort eingewandert sein,<br />
was sonst am wahrscheinlichsten hätte erscheinen können. Ob das Vorkommen<br />
in Kökar mit dem im iibrigen Åland in Zusanmienhang zu bringen ist<br />
oder sich direkt aus Schweden rekrutiert hat, diirfte unentschieden bleiben.<br />
Siehe S. 65.<br />
Vorkommen auf<br />
Åland:<br />
Kökar: Lindö, Karlby, Karlby Öfverboda, Öfverboda, Hanmö, Smedö,<br />
Hellsö; Sottunga: Ärlingklobb; F ö g 1 ö: Flisö, Jersö (Samuelsson); L e niland:<br />
Björkö, Slätskär; Jomala: Ytternäs, Hindersböle, Hindersböle — Dalkarby,<br />
Dalkarby, Klinten, Möckelö, Ramsholmen, Kungsö, Godtby, Hammarudda,<br />
an der Föhrde Degerbergsfjärd, Norrsunda, Norrsunda —Södersunda, Södersunda,<br />
Vestansunda, Södersunda — Godtby, Vargsunda, Hanimarudda (1898),<br />
Ringsböle, Möckelby, Jomala öjen, Öfverby, Ytterby, Lemström (nach Warén);
IGO A. Palmgren, Die Einwanderiingsvvege der Flora iiach den Âlandsinseln<br />
H a m in a r 1 a n d: Östanträsk, Byttböle, am nordwestl. Teil der Bucht Öjviken,<br />
Postad, im Winkel der Bucht Postadfjärden, Kattby, Kattnäs, Frebbenby,<br />
Lillbolstad, Sålis, Bredbolstad, Bovik, Skarpnåtö, Äppelö; Eckerö: Björnhufvud,<br />
Marby, Öfverby, Kirchdorf, Storby, Olafsveden — Öra, Storby-Vikarna,<br />
Finbo, Signilskär, sowie nach H. Lindberg Skeppsvik, bei der Kirche, und siidwestl.<br />
Teil von Ost-Eckerö; Geta: Bolstaholm, Höckböle holme, Olsnäs — Greggnäs,<br />
Pantsarnäs (nach Linkola), siidl. Spitze von Snäckö, Dånö, »Getha flerstädes»<br />
(Hult u. Tikkanen); F i n s t r ö m: an der Emnäs-Bucht u. am Weg nach<br />
Åttböle, Emkarby, Bjerström, im Winkel der Bucht Postadfjärden, Bamböle,<br />
Skabbö, Björkö, Bergö (H. M. F.), Bergö-Husö, Rågetsböle, Herberge in Vestanträsk;<br />
Saltvik: Toböle, Insel im Toböle träsk, Vassböle — Äsgårda, Ryssböle,<br />
Kvärnbo, an der Landstrasse N von Kvarnbo, Langnäs bei der Bucht Tengsöda<br />
vik, Dorf Långbergsöda by — Bucht Långbergsöda vik, an der Bucht Bertby vik,<br />
Saggö; Sund: Kastelliolm, Högbolstad, Finby, Tranvik, Hulta, Hulta holme;<br />
V å r d ö: Ängö; K u m 1 i n g e: Visings, Kungshamn — Dorf. — Bergroth<br />
erwähnt (S. 74) G. campestris, womit vvahrscheinlich die vorliegende Unterart<br />
gemeint ist, aus K u m 1 i n g e: »Krokarna, sydöstra delen af Klge-landet»,<br />
aber nicht aus Brandö.<br />
Vorkommen in den am nächsten bet Åland liegenden<br />
Ländern:<br />
LINDMAN: Svensk fanerogamflora, 1918, S. 454: »täml. allm.. Sk.—Boh.,<br />
Jtl. o. Vb., Öl.» — Stockholmstraktens växter, 1914, fiihrt S. 84 mehrere Lokalitäten<br />
an. Besonders häufig scheint die Art jedoch nicht zu sein. — JOHANSSON:<br />
Hufvuddragen af Gotlands växttopografi och växtgeografi, 1897, erwähnt die<br />
Art nicht.<br />
Im Ostbaltikum fehlt die Art. Siehe KUPFFER: Grundziige der Pflanzengeographie<br />
des ostbaltischen Gebietes, 1925, S. 89. Man beachte das Fehlen<br />
auch auf Gotland.<br />
MEINSHAUSEN: Flora Ingrica, 1878, erwähnt die Art nicht.<br />
Fiir Finnland bemerkt HJEI,T, 1923, S. 282: »In Fennia occidentali usque<br />
ad 65° 50' plerumque rarius occurrit.»<br />
Im Herbarium Musei Fennici liegen folgende Exemplare aus der Regio<br />
Aboênsis vor: Parainen (= Pargas), Lampis 2 7. 6. 1910 K. Linkola; Korpo<br />
J. Ringbom.<br />
Es ist zu beachten, dass BERGROTH: Anteckningar om vegetationen i gränstrakterna<br />
mellan Åland och Åbo-området, 1894 (S. 74), nur »Gentiana campestris»<br />
aus Kumlinge, also nicht aus dem zum Åboer Gebiet gehörenden Teil des Untersuchungsgebietes<br />
anfuhrt. — Bei CAJANDER: Kasvistollisia tutkimuksia Mynämäen.<br />
Mietoisten ja Karjalan kimnissa, 1902, findet man S. 128 erwähnt: »Pt.<br />
(= der siidlichste Teil von Mynämäki) r., auf dem Hiigel Viinamäki bei Kallinen,<br />
auf dem Rasen in der Nähe des neuen Magazins.» (Orig. finnisch.)<br />
Fiir Korpo teilt mir O1.E EKI^UND mit: »In Korpo nie von mir gesehen. Daselbst<br />
jedoch nach Conspectus.»
ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 175<br />
Scutellaria hastifoiia L.<br />
Karte 47.<br />
Kommt auf grusigen unci steinigen Ufern und auf Hiigel- und Felsbuckeln<br />
in unmittelbarer Nähe von Meeresufern vor. Sielie 1915, S. 418.<br />
Erinnert in der Ausbreitung an Alopeciints ventricosus. So fällt das reichlichste<br />
Vorkommen auf den siidwestlichen, sudlichen und siidöstlichen Schärenarchipel,<br />
also auf den westlichen Schärenarchipel von Lemland sowie die<br />
Kirchspiele Föglö (in diesem bemerkenswert selten in den siidliclien Teilen),<br />
Sottunga und Kökar. Am häufigsten ist die Art in Lemland und Kökar.<br />
Von Sottunga erstreckt sich das Vorkommen nordostwärts nach Kunilinge,<br />
erreicht aber Brändö nicht. Sonst ist ein spärliches Vorkonmien in alien<br />
ubrigen Teilen der Landschaft zu notieren (doch nicht aus Lumparland aufgezeichnet).<br />
Bei dem allgemeinen Vorkonmien in Lemland ist bemerkenswert,<br />
dass nur eine Lokalität in Jomala und diese (Espholm) dicht bei Fundplätzen<br />
in Lemland aufgezeichnet worden ist.<br />
Die ungleichtnässige Frequenz auf Åland jindet ihre Erklärung nicht in den<br />
herrschenden Standortsverhältnissen, sondern höchst wahrscheinlich in einwandenmgsgeschichtlichen<br />
Umstanden.<br />
Die angegebene Verbreitung sclieint die Möglichkeit einer Einwanderung<br />
von Norden oder Osten auszuschliessen. Man hat vielniehr mit einer Einwanderung<br />
von Siidwesten, aus Uppland, oder von Sudosten, aus dem Ostbaltikum,<br />
vielleicht von beiden Seiten zu rechnen. In beiden Fällen hat gegen<br />
Norden eine starke Abnahme stattgefunden. Der Umstand, dass die Frequenz<br />
in Lemland und Kökar am grössten und im dazwischenliegenden Föglö<br />
kleiner ist, scheint eine Einwanderung sowohl von Siidwesten als Siidosten sehr<br />
wahrscheinlich zu machen. Siehe S. 60—61.<br />
Vorkommen iii den am nächsten bei Åland liegenden<br />
Ländern:<br />
LINDMAN: Svensk Fanerogamflora, 1918, S. 468: »Sk.—Uppl., Hall., Öl.,<br />
Gtl., mindre allm.» — Stockholmstraktens växter, 1914, gibt S. 179 eine ausgedehnte<br />
Verbreitung, vielleicht besonders in dem Aland zugekehrten »Schärenarchipelgebiet»<br />
an. — THEDENIUS: Flora öfver Uplands och Södermanlands fanerogamer<br />
och bräkenartade växter, 1871, S. 269: »På stränder bland stenar,<br />
mångenstädes på Södermanlands och södra Roslagens kust äfvensom på Mälarestränderna<br />
: nordligaste kända växtställena äro: Hargs skärgård och Fårö nära<br />
Öregrund.» — JOHANSSON: Hufvuddragen af Gotlands växttopografi och växtgeografi,<br />
1897, S. 146: »H. o. d. Måttl.—talr. Exv. Fårö!; Fleringe!; . . . Hamra!<br />
(Ej antecknad för de n. v. kustsocknama.)»<br />
SciLMlDT: Flora des silurischen Bodens von Ehstland, Nord-Livland und<br />
Oesel, 1855, S. 232: »In Ehstl.: W i e m s (Wied.), W e r d e r (Berkholz), P u c h t<br />
(Duhmberg!). Auf der Insel S u u r 1 a i d im Kleinen Sunde!. Auf Oesel: T a g-<br />
g a m o i s!, Abro (Bunge).» — Desselben Verf. Flora der Insel Moon, 1854,<br />
S. 47: »Unter Weidengebûsch auf vS u u r-L aid, friiher häufiger als jetzt.» —
IGO A. Palmgren, Die Einwanderiingsvvege der Flora iiach den Âlandsinseln<br />
Russow: Flora der Umgebung Revals, 1862, erwähnt S. 88 nur »W i e m s<br />
(Wied.).» — SKOTTSBERG U. VESTERGREN: Zur Keniitnis der Vegetation der<br />
Insel Oesel, 1901,8.22: »Selten: Auf F i 1 s a n d! T a g g a m o i s! (S.MT.FI..);<br />
— Tns. Abro (BuxGE).» — LEHMANN: Flora von Polniscli-Livland,'L 895,<br />
S. 231: »Liv. (Led.), Kokenliusen Persethal (Ils.!), Moon, Oes. (Smt.); Est.;<br />
Pet.; Cur. (Heug.); Litli. (Eichw. sehr selten), Wil. (S. und J. Jundz.); Grod.<br />
(Gil.), Druskeniki (Mas.), Brest!!; Minsk—Nowogrudek (Dyb.!); Moh. (Dow.).» —<br />
Die Art findet sich niclit bei GRUNER: Versuch einer Flora Allentackens, 1864,<br />
und GI,EHN: Flora der Umgebung Dorpats, 1860.<br />
Ini Juni 1926 zeichnete ich die Art (I) am westliclien Ufer der Insel Abro<br />
{ösel) auf.<br />
KUPFFER: Gruiidziige der Pflanzengeographie des Ostbaltischen Gebietes,<br />
1925 fiihrt die Art S. 115 an unter der Rubrik: »Ferner sind fiir die ostbaltische<br />
Inselflora noch folgende Pflanzen charakteristisch, die auf unserem Festlande<br />
eine viel geringere Verbreitung aufweisen». Ergänzung.s\veise sagt KUPFFER<br />
(1. c.): »sonst nur an der Nordkiiste West-Estlands bis Wiems unweit Revals,<br />
jedoch angeblich wieder au der Luga in Ingermanland, MEIXSIIAUSF:X 1878.»<br />
MEINSIIAUSEN: Flora Ingrica, 1878, S. 275: »Sandige, beschattete Uferabfiille<br />
an der Luga bei der Eisenbalmstation Preobrashensk liie und da, sonst<br />
noch nicht gefunden.»<br />
Fiir Finnland bemerkt HJEI.T, 1923, S. 250: »In Alandia passim, in reliqua<br />
Fennia australi raro aut rarissime occurrit.» — Die nachfolgende Spezialbehandlung<br />
gibt ein recht ausgedehntes Vorkommen ausser auf Aland in den Provinzen<br />
Regio Aboénsis ixnd Nylandia an. In den Provinzen Karelia australis imd<br />
Isthmus Karelicus ist die Art selten.<br />
Es ist zu bemerken, dass BERGROTH: Anteckningar om vegetationen i gränstrakterna<br />
mellan Åland och Åbo-området, 1894, die Art nur von Ingersholm<br />
in Kumlinge (Aland), nicht ans dem zum Åboer Gebiet gehörenden Teil des<br />
Untersuchungsgebietes erwähnt. Audi fehlen Angaben bei CAJANDER 1902.<br />
Fiir Korpo teilt mir OI.E EKI^UND mit: »Selten und zerstreut.»<br />
Zur Beleuchtung des Vorkommens der Art in Nyland sei folgende Äusserung<br />
bei W. BRENNER: Växtgeografiska studier i Barösunds skärgård, 1921,<br />
S. 101, mitgeteilt: »S. r, 4. Bastö, Notaholm; örtrika samhällen på bergavsatser<br />
eller torra backar; Elgsjöskatan och Skälö, mer eller mindre tillfällig på havsstränder.<br />
Antagligen hemeradiafor.»<br />
Melampyrum cristatum L.<br />
Karte 48.<br />
Kommt recht häufig an offenen Stellen sowie ganz besonders auf Hligelwesen<br />
in Laubwiesengebieten vor. Siehe näher 1915, S. 429.<br />
Die grosse Mehrzahl der Lokalitäten fällt auf Inseln und Schären, und auch<br />
auf der Hauptinsel Åland sind fast sänitliche Fundplätze Landzungen oder<br />
Stellen in der unmittelbaren Nähe von Salzwasser. Nur zvvei Lokalitäten liegen<br />
etwas landeinwärts (F i n s t r ö m: Grelsby und Tjudö).<br />
Die Art ist mit recht hoher Frequenz iiber einen grossen Teil der Landschaft<br />
verbreitet. Indessen fallen einige bemerkenswerte Liicken auf:
ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 177<br />
So liabe ich die Art nur an zwei Lokalitäten in Jomala (die eine auf der<br />
Siidspitze im Anschluss an Lokalitäten im westlichen Schärenarchipel von<br />
Lemland, die andere ganz im Nordosten) und auf dem festländischen Hammarland<br />
ebenso nur an zwei Stellen, beide Landzungen ganz im Norden, aufgezeichnet.<br />
Desgleichen sind auf der Hauptinsel Eckerö nur drei Lokalitäten<br />
vermerkt (zwei in der nördlichen Hälfte der Insel), In Sund ist die Art sehr<br />
selten. — Auf der Hauptinsel Åland und in Eckerö ist das Vorkommen also ein<br />
aiisgeprägt nördliches.<br />
Bemerkenswert ist auch, dass das Vorkommen in 1'öglö auf den nordöstliclien<br />
Teil des Kirchspiels konzentriert ist; in den gegen Sudwesten und Siiden<br />
mehr exponierten Teilen habe ich die Art — trotz geeigneter Lokalitäten —<br />
nicht gefunden. In Lumparland ist sie nicht angetroffen worden.<br />
Die oben angegebene Verbreitung ist nicht leicht zu verstehen. Sie ist auf<br />
alle Fälle nicht durch Vcrschiedenheiteyx in dcn Kiima- und Standortsvcrhältnissen<br />
bedingt. \'ielleicht findet sie ihre Erklärung in einwanderungsgeschichtlichen<br />
Umständen. Siehe S. 66.<br />
Von Finnland her ist eine Einwanderung offenbar ausgeschlossen. Die<br />
Art ist dort sehr selten und augenscheinlich westlichen Ursprungs (siehe weiter<br />
unten). — Vielmehr hat man mit Ausgangspunkten in Uppland oder im<br />
Ostbaltikum, wo die Art ein ausgedehntes Vorkommen hat, zu rechnen. Eine<br />
Einwanderung aus dem Ostbaltikum scheint auch recht annehmbar. Sie<br />
wiirde dann vor alleni Kökar, Sottunga, Föglö, Kunilinge und Brändö betroffen<br />
haben. Hiermit wäre wohl erklärt, weshalb das Vorkommen in Föglö<br />
in den nordöstlichen Teil lokalisiert ist.<br />
Nach dem westlichen Schärenarchipel von Lemland ist die Einwanderung<br />
wohl am ehesten aus Uppland erfolgt, ebenso nach dem nordwestlichen Schärenarchipel<br />
und wahrscheinlich nach den Lokalitäten auf der Hauptinsel Åland.<br />
Kätselliaft bleibt, weshalb diese Einwanderung nicht das siidwestliche und<br />
westliche Jomala und die siidlichen und mittleren Teile von Hammarland<br />
betroffen hat. Vielleicht haben die Vorkommnisse in den nördlichen Teilen<br />
der Hauptinsel Åland und im N\\' Schärenarchipel sowie das im westlichen<br />
Schärenarchipel von Lemland verschiedene Atisgangspunkte in Schweden,<br />
oder die Ausbreitung hat zufällig einen oder einige Punkte in den beiden erwähnten<br />
Gebieten (aber nicht die zwischenliegenden Gebiete) erreicht und<br />
von da aus um sich gegriffen. Man vergleiche hierzu die Darlegungen des<br />
Verf. iiber gruppenweises Vorkommen, 1925, S. 111.<br />
Vorkommen auf Åland:<br />
Kökar: Idö, Lindö, Husö, Karlbylandet S voin Dorf, Öfverboda, Hellsö,<br />
Österbygge: Nåsudden — Dorf?, Finnö; Sottunga: Storsottunga (f. pallens),<br />
Storsottunga: Stackvik (f. rubra), Finnö n. Öjen (f. rubra) u. s. öjen, Husö<br />
12
IGO A. Palmgren, Die Einwanderiingsvvege der Flora iiach den Âlandsinseln<br />
(f. rubra ii. pallens), Mossliaga (f. pallens)\ Föglö: Bänö, Jyddö, Nötö, Ulfversö<br />
(f. rubra u. pallens), Öfverö (f. rubra u. pallens). Sommarö — Ilastersboda<br />
(f. rubra u. pallens), Finholma (f. rubra)-, Lemland: Björkö, Jersö, Granö,<br />
Idholm, Natö, Granholm, Skobbliolm, Slätskär; J o m a 1 a: Ytternäs, Jomala<br />
öjen; Hammarland: Berghamnslandet, Skarpnåtö, Gumholni (Hult u.<br />
Tikkanen), Skabbskär, Appelö-Granskär; Eckerö: Storby (f. pallens,<br />
Pesola im H. M. F.), Storby-Öra, Finbo, Skag, siidwestl. Landspitze von Tori><br />
(H. Lindberg); Geta: Bolstaliolm (1898), Östergeta (Hult u. Tikkanen), Snäckö,<br />
F i n n ö (Ch. E. Boldt), Isaksö; F i n s t r ö m: Enmäs (nach Meurman), Grelsby,<br />
Bastö, Björkö, Bergö (H. M. F.), Bergö-Husö, Bamböle-Appelholm; Saltvik:<br />
Hjortö, Hjortö holme, Bergö (f. rubra), Näs, Kvarnbo (nach Collander),<br />
Haraldsbyholmen (»v. pallens Hn.; ein einziges Exemplar unter der Hau})tart»,<br />
Wald. Granberg 1884 im H. M. F.), Dorf Långbergsöda —Bucht Långbergsöda<br />
vik; Sun d: Skarpans (Bergstr.. Naturhist, beskr.); V å r d ö: Vibberholm,<br />
nördl. u. sUdl. Teil von Långgårdsö, Hanmö, Sälö; K u m 1 i n g e: Hettona, Seglinge,<br />
Snäckö, Visings, Visings — Dorf, Kungshamn, Kungshamn — Dorf,<br />
Ingersholm, Södholm, Enklinge, Björkö; Brändö: Lap^X), Asterholma-Korsö,<br />
Söderholm, Bjöniholma.<br />
Verhreitung in den am nächsien bei Åland liegenden<br />
Ländern:<br />
LINDMAN: Svensk Fanerogamflora, 1918, S. 491: »Lövbackar, torra äng..<br />
Sk.—Gstr. o. Dir., öl., Gtl., mindre alini.» — Stockholmstraktens växter, 1914,<br />
gibt S. 117 ein ausgedehntes Vorkommen an. — TiiEDENius: Flora öfver Uplands<br />
och Södermanlands fanerogamer och bräkenartade växter, 1871, S. 279: *På<br />
ängsbackar, mångenstädes.» — JOHANSSON: Hufvuddragen af Gotlands växttopografi<br />
och växtgeografi, 1897, S. 156: »H. o, d. Måttl.—talr. Exv. Hall,<br />
Hangvar, Fleringe och Bunge!; . . . Hemse!; Silte (M); Rone!—b) pallens<br />
Flerst. Exv.<br />
SciiMiDT: Flora des silurischen liodens von Ehstland, Kord-Livland und<br />
Oesel, 1855, S. 230: »In Jerwen: M ii n t e n h o f (Wied.); in der Wiek: H e i-<br />
m a r (Dietrich), K i r r i m ä g g i (Glehn), Nuckö, Dago (Web. und Wied.),<br />
Werder!. In Livl.: Sallentack (Bunge und Girgensohn 1852). Auf<br />
Moon! und Oesel! häufig.» — Desselben Verf. Flora der Insel Moon, 1854,<br />
S. 47: »Häufig auf trockenen, buschreichen Heuschlägen.» — GI^KIIN: Flora der<br />
Umgebung Dorpats, 1860, S. 551: »Wiese zwischen Kabbina und Timmofer<br />
(Lehmann! ^lajewsky!).» — SKOTTSBKRG u. VESTERGRHN: Zur Kenntnis der<br />
Vegetation der Insel Oesel, 1
ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 179<br />
eine viel geringere Verbreitung aufweisen.» — S. 130 ist sie unter denen genannt,<br />
welche ihre Ostgrenze in »Estonia superior» erreichen.<br />
Ini Jnni 1926 notierte icli die Art auf öset trockenes offenes Gelände bel<br />
Lode.<br />
MEINSHAUSEN: Flora Ingrica, 1878, S. 260: »Auf feuchten Wiesen, meist<br />
am Gebiisch, an den Ufern des Oredesh, von den Quellen des Elusses bei Donzy<br />
bis zur Luga bei der Station der warschauer Eisenbahn Preobrashensk, stellweise<br />
selir häufig, sonst noch nirgends gefunden.»<br />
Fiir Finnland bemerkt HJELT, 1923, S. 68: »In Alandia permultis locis et<br />
saepe copiose occurrit (forsitan satis frequenter aut interdum niaiore frequentia);<br />
in reliqua Fennia australi raro aut rarissime lectum est; usque ad 61 ° 50' ad<br />
septentrionem versus apud nos progreditur, in occidentali autem Fennia 61° 15'<br />
non transit.» — In der nachfolgenden Detailbeliandlung werden ausser fiir<br />
Aland verschiedene Fundorte in der Regio Aboënsis sowie einige in Tavastia<br />
ausiralis nanihaft gemacht. Ferner werden Vorkommnisse in den ausserlialb<br />
der politisclien Grenzen des Landes liegenden Provinzen Karelia Olonetsensis<br />
und Onegensis erwähnt.<br />
Die Lokalitäten der Regio Aboënsis liegen bei Abo, in Pargas, bei Nådendal,<br />
bei Nystad und in Salo. — Es ist zu bemerken, dass BERGROTH: Anteckningar<br />
om vegetationen i gränstrakterna mellan Aland och Åbo-området, 1894, S,<br />
73, die Art nicht fiir die zuni Âboer Gebiet geliörenden Teile des Untersuchungsgebietes<br />
angibt. Aucli findet sie sicli nicht bei CAJANDER: Kasvistollisia tutkimuksia<br />
Mynämäen, Mietoisten ja Karjalan kunnissa, 1902,<br />
Fiir Karpo teilt mir OI,E EKI.UND mit: »Selten, ausschliesslich im westlichsten<br />
Schärenarchipel. Nur f. rtibra.»<br />
Odontites simplex (Hn.) Krok.<br />
Karte 49.<br />
Kommt auf Uferwiesen, oft sehr reichlich vor.<br />
In wnfangreichen Teilen Ålands allgemein verhreiiet. Dies gilt von dem<br />
westlichen Schärenarchipel von Lemland nnd den Kirchspielen Föglö, Sottunga,<br />
Knmlinge und Brändö. Recht häufig scheint die Art auch im sudlichen<br />
Jomala vorznkommen. Gegen dieses gemeine Vorkommen in fast dem ganzen<br />
sudhchen Schärenarchipel tritt scharf hervor, dass niir eine Lokalität in Kökar<br />
aufgezeichnet worden ist. Ebenso nimmt die Freqnenz stark gegen das nördliche<br />
Åland hin ab. In Eckerö und Finström (an den von Norden her eindringenden<br />
Buchten) sind noch recht viele Lokalitäten notiert, ebenso zwei Lokalitäten<br />
im nördlichen Teil des festländischen Hammarland, sowie einzelne<br />
»<br />
in Saltvik an der 1'öhrde Vandö fjärd und der Bucht Godby—Strömma wie<br />
auch in Sund und Vårdö. In ganz Geta aber fehlt die Art, und in dem umfangreichen<br />
nordöstlichen Schärenarchipel (Saltvik und nördliches Vårdö)<br />
ist sie nur an drei Lokalitäten aufgezeichnet.<br />
Diese Verbreitung scheint eine Einwanderitng voit Siidwesten nach Nordosten<br />
anzngehen. Sie ist iiber Lemland und Föglö erfolgt und von da mit
IGO A. Palmgren, Die Einwanderiingsvvege der Flora iiach den Âlandsinseln<br />
reichlicher Frequenz iiber Sottimga nach Kumlinge und Brändö fortgeschritten.<br />
Von diesem grossen Einwanderiingsweg ist eine Verbreitung siidostwärts<br />
nach Kökar sowie nord- und nordwestwärts aiisgegangen. Diese Ausweichung<br />
nach Siidosten und Norden sowie Nordwesten hat jedoch noch nicht viel<br />
Terrain gewonnen. Man beobachtet eine sukzessive Lichtung in der Verbreitung,<br />
je mehr man sich von der Linie Lemland—Föglö—Brändö entfernt.<br />
Dieses Spärlicherwerden des Vorkommens kann seinen Grund nur in dem<br />
zunehmenden Ahstand und teihveise weniger giinstiger Exposition fiir die Bewachsiing<br />
sowie in ungeniigender Zeit zur Verhreitung haben (siehe 1921 und<br />
1925, S. 57, 97, 108). Sowohl Kökar als der nordvvesthche Schärenarchipel<br />
und auch der Schärenarchipel von Vårdö bieten geeignete Standorte in reicher<br />
ISIenge dar. Dass der Grund tatsächlich im Abstand und in der Zeit liegt, geht<br />
auch daraus hervor, dass es doch ja im nordwestlichen und nördlichen »Schärenarchipel<br />
manche Fundorte gibt. Und sehr bezeichnend ist, dass an, mehreren<br />
dieser Lokalitäten nur ein und das andere Individuum, offenbar einzelne<br />
Pioniere, angetroffen worden sind. Dieses Verhalten im Verein damit, dass<br />
das Vorkommen gegen Norden so allmählich abninimt, lässt offenbar erkennen,<br />
dass die Art im Vorriicken hegriffen ist.<br />
Die Art zeigt in bezug auf die Verbreitung tJbereinstimnumgen mit Scir-<br />
Pus ruftis, Cochlearia danica und Barbaren strida. Siehe S. 61—62.<br />
Verbreittmg in den am nächsten bei Aland liegenden<br />
Ländern:<br />
LIXDMAX; Svensk fanerogamflora, 1918, S. 493 (s. n. O. litoralis Fr.): »Strandängar<br />
vid havet. Sk.—Boh. o. Vb., Öl., Gtl., täml. sälls.» — Stockholmstraktens<br />
växter, 1914, S. 131 gibt eine ausgedehnte Verbreitung, besonders in dem<br />
Aland zugekehrten »Schärenarchipelgebiet» au.<br />
SCHMIDT: Flora de.s silurisehen Bodens von Khstland, Nord-Livland und<br />
Oesel (s. n. O. liitoralis), 1855, S. 230: »häufig am Meeresstrande in der \V i e k<br />
und auf Oesel.» — SKOTTSBERG u. VESTICRGREX: Zur Kenntnis der Vegetation<br />
der Insel Oesel, 1901, S. 27: »Selten am Meeresstrande: O r i s a a r! Ins.<br />
Flisan d!»<br />
Im Juni 1926 zeichnete ich die Art am Meeresiifer westlich von Hapsal (I)<br />
auf.<br />
Fiir Finnland bemerkt HjEivT, 1923, S. 111 (s. n. O. liioralis)-. »Ad litora<br />
niarium usque ad 65° 45' ad septentrionem versus plerumque saltem raro, quantum<br />
scimus, occurrit; uno quoque loco ad fluvium Vuoksi adnotata est. Cum<br />
O. rubra (juoniam coufusa saepe est, distributionen! esse certam vix crediderim;<br />
multae adnotationes forsitan ad O. r u b r a e formas spectent.»<br />
Nach der darauffolgenden Detailbehandlung kommt die Art in alien Provinzen<br />
am Finnischen und Bottnischen Meerbusen vor. Fiir die Regie Aboènsis<br />
heisst es: »Ab. par. Gustafs Kattkuru, Iniö: Bergr.; Korpo Utö rr [»1»]: Ekl. p.<br />
106, cfr 1. c. p. 103; Bromarf Bredvik in insula parva: Sand.; Mietois st. r in<br />
litoribus sinus Saari prope Tervois et hic illic [»paikotellen»] in ripis amnis Mynäjoki<br />
prope ostium: Caj. Kasvist.; in taeniis Nystad Birkholm etc. haud infrequeus:<br />
Hollm.; vide quoque infra.»
ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 181<br />
Nach BERGROTH: Anteckningar oni vegetationen i gränstrakterna mellan<br />
Aland och Abo-området, 1894, S. 73 (s. n. O. litoralis), ist die Art liäufig an<br />
Ufern in Iniö, ebenso anf Aland in Kunilinge iind Brandö. Sonst ist sie nnr von<br />
einer Lokalität in Gustafs (Kattkuru) angefiihrt. — CAJANDER: Kasvistollisia<br />
tutkimuksia Mynämäen, Mietoisten ja Karjalan kunnissa, 1902, sagt vS. 125<br />
(s. n. O. litoralis)-. »Mt. (Mietoinen) rs., an den Ufern der Bucht von Saari in der<br />
Xälie von Tervoinen sowie stellenweise an den Ufern an der Miindung des Mynäjoki<br />
.» (Orig. finnisch.)<br />
Fiir Korpo teilt mir OLE KKI^UND mit: »Sehr selten; siidlicher Scliärenarchipel.»<br />
Zur Beleuchtung des Vorkommens in Westfinnland und in der Kiistengegend<br />
von Nyland seien folgende Angaben mitgeteilt:<br />
E. HÄYRÉN: Björneborgstraktens Vegetation och Kärlväxtflora, 1909,<br />
S. 250 (s. n. O. simplex (Hartm.) Krok.): »R och st cp—cp. Säbbskär 1907 på<br />
strandängar. — Luvia 1906: S. W. och Hj. W. enl. F o n t e 11.»<br />
W. BRENNER: Växtgeografiska studier i Barösunds skärgård, 1921, S.<br />
104: »S. r. 4. Lill- och Stor-Lövö, Gåsö, Tingsholm, Alör utanför Kälkö; på<br />
havsstränder (suprasalin) Hemeradiafor.»<br />
Soiidago virgaurca L.<br />
Karte 50.<br />
Kommt auf steinigen Hiigelwiesen, auf Felsen imd 1'elsbuckeln vor alleni<br />
in Laubwiesengebieten vor. Siehe näher 1915, S. 451, 1922, S, 80, 108, und<br />
in bezug auf die Verbreitung auch 1921, S. 94.<br />
Diese Art hat eine sehr eigenartige Verbreitung. Ihr hauptsächlichstes Vorkommen<br />
fällt aiif die Haupiinsel Åland, wc sie recht gleichmässig (doch etwas<br />
spärlicher im'NW), aber nicht allgemein verbreitet ist. Im Schärenarchipel<br />
ist sie dagegen im allgemeinen sehr selten. So habe ich nur eine I.okalität ini<br />
Schärenarchipel von Lemland, eine in Föglö, eine in Kökar, zwei in Kunilinge,<br />
zwei im Schärenarchipel von Saltvik aufgezeichnet. InVårdö nnd Brändö<br />
habe ich die Art nicht angetroffen. Nur im NW Schärenarchipel tritt sie<br />
etwas häufiger auf (6 Lokalitäten). Auf dem festländischen Eckerö sindmir<br />
5 Lokalitäten bekannt.<br />
Dieses spärliche Vorkommen im Schärenarchipel ist sehr bemerkenswert und<br />
bedarf in bezug auf seine Ursache eines näheren Studiums. Der Umstand,<br />
dass die Art jedoch dort an verschiedenen Stellen und auch ganz am offenen<br />
Meere vorkommt, scheint erkennen zu lassen, dass sie das Meeresklima fiicht<br />
schent. Auch ist zu beachten, dass sie im Stockholmer Schärenarchipel<br />
reichlich aufzutreten scheint,^)<br />
1) Folgende Äusserung von IIjEi^T, 1926 S. 25, diirfte hier von Intéressé<br />
sein: »Bergroth framkastar en förmodan, att Soiidago skulle sky hafvet: Bergr,<br />
p. 50; arten återfinnes i själfva verket icke i hans växtförteckning. Ej heller<br />
Eklund upptar arten i Ekl. Veg. p. 215 [från Ab. Korpo]; senare meddelar han
182 A. Palmgren, Die Einwaiiderungswege der Flora nacli den Alandsinseln<br />
Höchst wahrscheinlich ist die Einwandemng wenigstens im grossen ganzen<br />
von Schweden her erfolgt. Das hauptsächliche Vorkonimen aiif der Hauptinsel<br />
Åland deutet möglicherweise auf eine Einwandemng während einer jriiheren<br />
Zeit.<br />
In bezug auf die Verbreitung ergibt sich eine bemerkenswerte Ubereinstimmung<br />
mit Hypochaeris maatlata. Siehe S. 66.<br />
Vorkommen au f Aland:<br />
Kökar: Idö; F ö g 1 ö: Bånö; L e m 1 a n d: Hamnbacka (Laubwiese mit<br />
Vaccinium niyrt.), Slätholm, Skobbholm?; Jomala: Vesterkalmar, Hindersböle,<br />
Dalkarby — Hindersböle. Dalkarby (Br. FL), bei der Kirche, Kårböle —<br />
Möckelby, ilöckelby, Björsby (Hiigehviese), Ringsböle, Andersböle, Godtby u.<br />
Kungsö Laubw-iesen (mehrerorts), Kungsö — Brandö, Vargsunda, Öfverby,<br />
Jomala öjen; PI a m m a r 1 a n d: Bolstad — Vestmyra, Postad (Einfriedigung),<br />
Kattby, Mörby, Bredbolstad, Kattnäs (Laubwiese), Frebbenby (Laubwiese),<br />
Sålis (Laubwiese mehrerorts), am Marsund S von Berghamns landet (Felsen),<br />
Hamnskär, Vestra Torskklobben; Eckerö: Öfverby (Laubwiese), Storby-Öra,<br />
Olafsveden — Öra (mehrerorts in Laubweise), Storby-Vikarna, Öra-Inderfjärden<br />
(Laubwiese), Skeppsvik (H. Lindberg); Geta: »Geta: Långön» (H. M. F.), in<br />
der Nähe von Långvik (Ch. E. Boldt), Rankoskär, vSandskär, Bankholmen. Hällö;<br />
Finström: an der Enmäs-Bucht u. am \Veg nach Attböle (mehrerorts in Laubwiese),<br />
Grelsby, Bartsgàrda (Laubwiese), Rågetsböle (Laubwiese), Bjerströms<br />
träsk — Koträsk (Nadelwald); Saltvik: Hjortö holmen (Laubwiese, reichl.),<br />
Germundö, Dorf Näs, Toböle, Vassböle — Asgårda, »Syllöda (Hiigelwiese), Tengsöda<br />
(Abhang), Dorf Långbergsöda — Bucht Långbergsöda vik, Saggö grunden<br />
(2 Lok.); Sund: Kastelholni, Hiigelwiese zwischen Tosarby u. Gut Kastelholm,<br />
Högbolstad (Laubwiese), Kulla — Gesterby, Brändbolstad, Insel<br />
Hulta holme: K u m 1 i n g e: Ingersholm (Laubwiese), Snäckö (Hain).<br />
Vorkommen in den am nächsten bei Aland liegenden<br />
Ländern:<br />
LINDMAN: Svensk fanerogamflora, 1918, S. 527: Ȁngsbackar, skogsbryn,<br />
t. allm.» — Stockliolmstraktens växter, 1914, gibt S. 187 »allmän—täml. allmän»<br />
an, — THEDIÎNIUS: Flora öfver Uplands och Södermanlands fanerogamer<br />
och bräkenartade växter, 1871, S. 384: »I lundar, skogsängar, på backar, vägkanter<br />
och andra torra, gräsbeväxta ställen, allmän.» — JOHANSSON: Hufvuddragen<br />
af Gotlands växttopografi och växtgeografi, 1897, S. 119: »H. o. d.<br />
Måttl.—talr. Exv. .t<br />
dock: [Korpoj rr Norrskatan Havträsk: Ekl. coram. Af de nedan lämnade uppgifterna<br />
om afvikande frekvens framgår, att Solidago visserligen ej är så allmän<br />
i hafstrakten som inne i landet (se äfven Palmgr. Stud. p. 451 och särskildt<br />
Palnigr. Entf. p. 94 (se längre fram), men att den dock vanligen anträffas äfven<br />
nära hafvet; så t. ex. W. Brenn. Växtg., där arten upptages från 51 öar [af 58],<br />
Leiv. Veg. p. 205 och uppgiftenia under f. litoralis. För Kp. anger Bergroth:<br />
st fq i skärgåden, t. o. m. på stränder: Bergr. Ant.»
ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 183<br />
SCHMIDT: Flora des silurischen Bodens von Ehstland, Nord-Livland uiid<br />
Oesel, 1855, erwäliiit die Art S. 218 olme Lokalangaben, ebenso desselben Verf.<br />
Flora der Insel Moon, 1854, S. 40. Dasselbe ist der Fall bei GRUNER: Versuch<br />
einer Flora Allentackens, 1864, S. 489, iind GI^KIIN: Flora der Umgebung Dorpats,<br />
1860, S. 542. — Rus.sow: Flora der Umgebung Revals, 1862, sagt S. 77:<br />
»Zerstreut, doch nicht selten.» — SKOTTSBERG U. VKSTERGRKN: Zur Kenntnis<br />
der Vegetation der Insel Oesel, 1901, S. 9: »Durch das ganze Gebiet, redit häufig.»<br />
— LEHMAXN: Flora von Polnisch-Livland, 1895, S. 253: »Trockene Wälder,<br />
Gebiische, Hiigel, EBböschungen, Heiden, Wegränder. Gemein.»<br />
Ini Juni 1926 liabe ich die Art auf Ösel (Pargel und am Fuss des Widobergs),<br />
westlich von Hapsal und bei Reval (I.aksberg) aufgezeichnet.<br />
KUPFFER: Grundziige der Pflanzengeograpliie des ostbaltischen Gebietes,<br />
1925, nennt die Art S. 137 bei der Schilderung der »Hiigellandschaft Sudostlyivlands<br />
(lyivonia clivosa)» als Bestandteil der fiir »sonnige Pliigel» charakteristischen<br />
Vegetation.<br />
MEIXSIIAUSEN: Flora Ingrica, 1878, S. 155: »In den oben beschriebenen Formen<br />
ist die Art in ganz Ingrien verbreitet .»<br />
Fiir Finnland bemerkt HjEivT, 1926, S. 24: »Per totinn fere territorium frequenter<br />
vei freciuentissime i^rovenit.»<br />
In der naclifolgenden Detailbehandlung wird S. 25 eine abweichende Frequenz<br />
u. a. fiir Aland und die Rcgio Abocnsis angegeben. Fiir das letztere Gebiet<br />
heisst es »st fq: Arrli, Ann. och Renv.»<br />
Es ist bemerkenswert, dass BERGROTII, 1894, die Art nicht aus den Grenzgegenden<br />
zwischen Aland und dem Âboer Gebiet anfùhrt. — Bei CAJANDER:<br />
Kasvistollisia tutkimuksia M3'nämäen, Mietoisten ja Karjalan kunnissa, 1902,<br />
heisst es S. 130: »fq. Häuf. auf Flussabhängen und anderen Hiigelböschungen in<br />
Hainen, in Laubwäldern, auf offeneren Stellen in Fichtenbeständen, neben<br />
Zäunen, bisweilen auf Heiden und Felsen. Findet sich auch in Meeresuferhainen<br />
bei Aarlahti.» (Orig, finnisch.)<br />
Fiir Korpo teilt mir OI^E EKI:,UND mit: Ȁusserst selten. Ein Fundplatz im<br />
nördlichen Schärenarchipel.»<br />
Artemisia vulgaris L. var. coarctata (J. H. af Fors.).<br />
Karte 51.<br />
Kommt auf grusigen Schären sowie am Rand von oder in Ufergebiischen<br />
(Schwarzerlengebiischen) vor. 1st hier ohtie Zweijel völlig ur sprii ti glich.<br />
Die Art gehört als urspriingliche zu den grössten Seltenheiten Ålands. Ich<br />
kenne nur je eine I,okalität in den Kirchspielen Lemland, Föglö, »Sottunga<br />
und Kökar. Es ist bemerkenswert, dass alle diese Lokalitäten gerade auf die<br />
Strecke westlicher Schärenarchipel von Lemland — Kökar fallen; auf dieser<br />
Strecke liegen ja fiir mehrere Uferpflanzen die hauptsächlichsten Vorkommnisse.<br />
Die fragliche Art zeigt von hier aus nordwärts keine Verschiebung in<br />
ihrer Verbreitung. Das hat vielleicht seinen Grund in dem spärlichen Vorkommen,<br />
das nicht den nötigen Ausgangspunkt fiir eine weitere Verbreitung<br />
gebildet hat. Der Umstand, dass eine spärlich vorkommende Uferpflanze
184 y8 A. Palmgren, Die Einwanderungswege der Flora nacli deii Alaiidsinsehi<br />
gerade längs dieser Linie auftritt, zeugt unzweifelhaft davon, dass sie Uferpflanzen<br />
giinstige Bedingiingen darbietet.<br />
Von wo ist indessen die Rekrutierung erfolgt?<br />
oder Siidosten oder von beiden Seiten.<br />
denkbar sein.<br />
Offenbar von Siidwesten<br />
Alle drei Möglichkeiten diirften wohl<br />
Am nächsten liegt es jedoch vielleicht, sich die Einwanderung<br />
ganz oder teihveise von Sudosten zii denken. Drei der Fimdplätze<br />
(Kökar:<br />
Storrefvet, F ö g 1 ö: Klåfskärs Sandklobben und S o 11 n n g a: Finnö)<br />
liegen ja im siidöstlichen Åland und verhältnismässig nahe beieinander.<br />
Weiter ab liegt der Fundort Lemland:<br />
Björkö.<br />
Es ist aiich zii beachten, dass die Uferart Stiaeda maritivia, fiir welche<br />
eine Einwanderung aus dem Ostbaltikum als unbestreitbar angesehen werden<br />
muss, ilire Verbreitung gerade in Kökar und von da in einer Linie nacli Nordwesten<br />
und Norden (in Sottunga, Kumlinge und Brändö) hat. In der mir zugänglichen<br />
Literatur iiber das Ostbaltikum finde ich jedoch keinerlei Angaben<br />
iiber die vorliegende F'orm und auch nicht iiber die Art als Meeresuferpflanze<br />
iiberhaupt. Selbst habe ich im Juni 1926 die Art (I) auf der grusigen Siidspitze<br />
der Insel Abro (Ösel) zugleich mit mehreren anderen Strandarten<br />
notiert.<br />
Bekanntlich tritt die vorliegende Art in-grossen Teilen von Finnland mehr<br />
oder weniger häufig auf Kulturboden auf (siehe näher HjELT, 1926, S. 76).<br />
Sie sclieint aber auch völlig spontan an Meeresufern oder auf Schären am<br />
offenen Meer vorzukommen. Es sind wohl Exemplare von solchen Ståndorten,<br />
die in der Literatur unter dem Namen var. coarctata bekannt sind.<br />
Fiir diese Form hat HJELT, 1926, S. 80, die Angabe: »Ad litus maris aeque<br />
longe ac f. typica.» — In der darauffolgenden Detailbehandlung heisst es<br />
fiir die Regio Aho'énsis und Nylandia (fiir Åland werden keine Angaben mitgeteilt;<br />
wegen des sonstigen Vorkommens sei auf HJELT verwiesen):<br />
»Ab. Jurmo Estrevlan pce, ömsarsten cp [»5»]: Eki. Veg. p. 201: Jurmo [in<br />
insula eius nominis] rr, Gnuidvikharu r (r): 1. c. p. 215; Jurmo Bokulla-örn:<br />
Eki. Bot. II p. 16; Korpo (.st fq—p) iu taeniis exterioribus: Eki. comm.; r Pargas<br />
in in.sula inter Stortervo et Lemlaks: Adl.; Pargas (!) Terfsund, Attu, Långholm:<br />
Arrh. Ann.; Bromarf Bredvik in insula: Sand.! — Nyi. verisimiliter liaec<br />
var. r in litoribus Fjälgrund ad Bastö: W. Brenn. Växtg.; in taeniis in litoribus<br />
ex. gr. [Karis] Hummelskäret!: His. p. 57; ad litora maris: W. Nyi.; (st fq)<br />
in maritimis: Sael. Ö.Xyl.—Jk. Koivisto Vasikkasaari: E. Nylander!»<br />
Fiir Korpo teilt mir OI,E EKLUND mit: »Artemisia vulgaris tritt zerstreut —<br />
zieml. gewöhnlich auf Kulturstandorten auf; seltener als f. coarctata im äusseren<br />
Schärenarchipel.»<br />
Fiir Schueden sagt LINDMAN: Svensk Fanerogamflora, 1926. S. 541 beziiglich<br />
der in Rede stehenden Form nur »havsstr., täml. sälls.» — THEDKNIUS:<br />
Flora öfver Uplands och Södermanlands fanerogamer och bräkenartade växter,<br />
1871, S. 377: »Träffas stundom på hafsstränderna.» — Stockholmstraktens växter,<br />
1914, S. 18: »Mell. Söderm.-omr. Hölö Abynäs: Västerljung Röfvaregru»dtt
ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 185<br />
o. Långholmen i Hällsviken. Södertörnsomr.: Torö Herrhamra. Sthms omr.:<br />
Stockholm Norrtull. Skärgårdsomr.: Blidö fl.-, Djurö Sandhamn; Ljusterö<br />
Trekliimsen; Nämndö; Möja Ljusskär, Mordskär o. fl.-, Rådmansö //.»<br />
JOHANSSON: Hufvuddragen af Gotlands växttopografi och växtgeografi,<br />
1897, sagt S. 115: »Anm. §) coarctata (J. II. af Fors.) uppgifves (först af vS)<br />
förekomma på Gotl. Bland de af förf. sedda formerna finnes dock ingen, som<br />
kan jämföras med de fullt utpräglade från t. ex. Öland.» In seinem Verzeichtiis<br />
der »Meeresuferpflanzen» (Hafsstrandväxter) (S. 37) fiihrt JOHANSSON Artemisia<br />
vulgaris gar nicht an.<br />
Hypochaeris maculata Tv.<br />
Karte 52.<br />
Komnitauf HiigelwieseninLaubwiesengebietenvor. Siehe näher 1915, S. 461,<br />
Das liauptsächlichste Vorkommen der Art fällt atif äie Haupiinseln Åland<br />
lind Eckerö; sie ist auf derersteren in den westlichen iind mittleren Teilen recht<br />
gleichmässig verbreitet, wird aber in Saltvik und Sund spärlicher. Mit einzelnen<br />
Fundorten geht sie in den Schärenarchipel von Lemland (i Lokalität),<br />
in den NW Schärenarchipel und nach Vårdö (1 Lok.) hinaus. Dann kommt<br />
in der Verbreitung eine Liicke in Föglö, Sottunga und Kökar, aber in Kumlinge<br />
und Brändö tritt die Art wieder mit je einer Lokalität in den beiden<br />
Kirchspielen auf.<br />
Offenhay ist das westliche Vorkommen sclmedischen Ursprungs. Aber das<br />
Vorkommen in Kumlinge und Brändö? Steht es mit dem iibrigen Vorkommen<br />
auf Åland im Zusammenhang oder ist es östlichen Ursprungs? In dieser Hinsicht<br />
ist zu bemerken, dass BERGROTH die Art nicht aus den Grenzkirchspielen<br />
Iniö, Gustafs, Töfsala {Regio Abo'ènsis) anfùhrt, und dass sie sich (nach Mitteilung<br />
von EKLUND) auch in Korpo nicht findet.<br />
In bezug auf die Verbreitung zeigt diese Art eine benierkenswerte Ubereinstimmung<br />
mit Solidago virgatirea. Siehe S. 66.<br />
Vorkommen auf Åland;<br />
Lemland: Jersö; Jomala: Kmigsö (Br. Fl.), Wiesen von Godtby,<br />
Norrsunda, Norrsunda — Södersunda, Vestansunda, Vargsunda; H a m m a r-<br />
1 a n d: Byttböle, im Winkel der Bucht Postadfjärden, Postad, Kattby, Kattnäs,<br />
Frebbenby, Mörby, Salis, am Marsund S von Berghamnslandet, Bovik, Strömma,<br />
Skråbjörkö, Skabbskär, Äppelö; Eckerö: Björnhufvud, Marby, Öfverby,<br />
Kirchdorf, vStorby, Storby: Öra u. Vikarna sowie Lillflada, Olafsveden — Öra,<br />
Skag, Böle (Pesola), Finbo, nach H. Lindberg Skeppsvik und siidwestl. Teil von<br />
Ost-Eckerö; Geta: Bolstaholm, Oisnäs — Greggnäs, Östergeta, Dörfer Vester-u.<br />
Östergeta, Höckböle holme: Finström: Emnäs (nachMeunnan), Grelsby,<br />
Bjerström, im Winkel der Bucht Postadfjärden, Bamböle, Skabbö, Björkö,<br />
Tjudö, Bastö, N von Sundbacka; Saltvik: Dorf Långbergsöda — Bucht<br />
Längbergsöda vik; Sund: (iut Kastelholm, bei der Kirche; Vård ö: Mickelsö:
186 A. Palmgren, Die Einwaiiderungswege der Flora nacli den Alandsinseln<br />
K u m 1 i n g e: Dorf — Danipferlandungsbrucke (uppig an einer Stelle an der<br />
Landstrasse). — Wîrd von Bergroth, 1894, aus Kumlinge (»h. o. d.») und aus<br />
Brändö: Krokliolni (Dorf Brändö.) angefiihrt.<br />
Vorkommen in den am nächsten hei Åland liegenden<br />
Ländern:<br />
LINDMAN: Svensk fanerogamflora, 1918, S. 553: »Ang., hagar. Sk.—s. Lpl.,<br />
öl., Gtl., allm.» — Stockhohnstraktens växter, 1914, gibt S. 94 an: »allmän —<br />
flerstädes.» — TIIEDENIUS: Flora öfver Uplands och Södermanlands fanerogamer<br />
och bräkenartade växter, 1871, S. 348: »På backar och torra betesmarker,<br />
allmän.» — JOHANSSON: Hufvuddragen af Gotlands växttopografi och växtgeografi,<br />
1897, S. 137: »Allest. Talr. — niängdv.<br />
SCIIMIDT: Flora des silurischen Bodens von Ehstland, Nord-Livland und<br />
Oesel, 1855, S. 221: »Vorziiglich in Nord-Ivhstland, in der Wiek und auf Oesel.<br />
Im Innern des Landes: Te n j al bei Weissenstein, H a gg ers (Wied.).» —<br />
Desselben Verf. Flora der Insel Moon, 1854, nennt die Art nicht, — Russow:<br />
Flora der L'mgebung Revals, 1862, S. 79: »K o s c h, T i s c h e r, Liberté<br />
(Wied.)!; C a t h a r, (Sengbusch). K a d d a c k, Hark, F ä h n a, W i e m s,<br />
C o u rn a 11, J o h a n n i s h o f f, J e 1 g i m e g g i!.» — GRUNER: Versuch<br />
einer Flora Allentackens, 1864, S. 492: »Durch ganz A 11 e n t.; besonders häufig<br />
auf sandigem Boden, seltener auf trockenen Wiesen. In den Nadelwäldern<br />
an der obern Narova von P e r m e s k ii 1 1 bis zur B o r o w n a, bei M e r r e-<br />
k û 11, W a i w a r a, C h u d 1 e i g h!; sodann 5 Werst östlich von W a r j e 1,<br />
bei A 11-1 s e n h o f, H i r m u s und weiter siidwärts, zwischen N e u-I s e n-<br />
h o f und K o c h t e 1, R u 11 i k, auf Anliöhen bei M e h n t a c k, Klein-<br />
P u n g e r n, auf dem Nordende des I s a c k'schen Höhenzuges!.» — GI^EHN:<br />
Flora der Umgebung Dorpats, 1860, S. 546: »Zerstreut durch das Gebiet, Rabbina;<br />
Pajo (Bienert); Hiigel zwischen Lochkwa imd Timmofer!; Zwischen der<br />
Werroschen und Rigaschen Strasse!; Auf dem Wooremäggi bei Päkste! etc.» —<br />
SKOTTSBERG U. VESTERGREN: Zur Kenntnis der \'egetation der Insel Oesel,<br />
1901, S. 16: AÛberall, auf Wiesen.» — LEHMANN: Flora von Polnisch-Livland,<br />
1895, S. 274 (s. n. Achyrophortts tnaculaius Scop.): »Kieferwälder, sandige Hiigel,<br />
Heiden, trockene Wiesen, EB-böschungen. Häufig.»<br />
Im Juni notierte ich die Art auf ösel: Lode (II), Pargel (IV), am Fuss des<br />
Widobergs und auf der Siidspitze der Insel Abro.<br />
MEINSHAUSEN: Flora Ingrica, 1878, S. 185: »In diirren, sonnigen Hugelländereien,<br />
sowohl in dem Kalkstein- wie auch in dem Sandgebiete gemein und<br />
gewöhnlicli recht zahlreich beisammen.»<br />
Fiir Finnland bemerkt HJELT, 1926, S. 245: »In Fennia australi plenimque<br />
passim—satis frequenter occurrit; ad septentrionem versus usque ad c. 63°^0'<br />
progreditur, ubi iam rarissima. Uno loco ad c. 64° 15' indicatur, mea ex sententia<br />
adventicia.»<br />
Aus der nachfolgenden Detailbehandlung ergibt sich fiir die Regio Aboënsis<br />
ein Vorkonmien an mehreren Orten. Fiir den Schärenarchipel heisst es jedoch<br />
nur: »Finby prope templum». Besonders wird nach OLE EKLUND das Fehlen in<br />
den an Aland grenzenden Kirchspielen Korpo und Houtskär hervorgehoben.<br />
Zu beachten ist, dass BERGROTH: Anteckningar om vegetationen i gränstrakterna<br />
mellan Åland och.Abo-området, 1894, die Art (8. 77) nur aus Kumlinge<br />
(»hie und da») und Brändö (Krokholm), gar nicht aus dem zum Aboer
ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 187<br />
Gebiet gehörenden Teil des Untersuchungsgebietes erwähiit. CAJANDER: Kasvistollisia<br />
tutkimuksia Mynämäen, Mietoisten ja Karjalan kunnissa, 1902,<br />
gibt S. 134 an: »Pt. (== der nördlichste Teil von Mynämäki) fqs., sonst fq. Häufig<br />
auf Hiigelabhängen (oftmals reiclilicli, bes. auf steinigen), ausserdem in Hainen,<br />
auf Heiden und in offenen Wäldern. Fehlt um die Kirche von Mynämäki, ganz<br />
wie Cirsium heterophyllunt.» (Orig. finnisch.)<br />
Nachträge.<br />
Zur Ergänzung der Fussnote 2 auf S. 31 seienfolgende Angaben mitgeteilt,<br />
die ich während des Druckes von Herrn Professor K. R. KUPFFER erhalten<br />
habe und die im Text berucksichtigt worden sind:<br />
Potamogeton panormitanus: »Diese Art habe ich in den Jahren 1902—07<br />
mehrfach im Bereiche des Subdistrictus insularis eingesammelt.»<br />
Scirpus mamillatus: »Von mir 1902 bei Arensburg auf d. Insel Ösel aufgefunden.»<br />
Eriophoriim gracile: »Von mir 1902 auf Ösel, 1903 auf Dagö gefunden.»<br />
Polygoniini minus: »Auf Dagö häufig, 1903.»<br />
S teli aria lon gif oli a: »Von mir 1904 bei Hapsal an 2 Stellen eingesammelt,<br />
1903 desgl. auf Dagö an einer Stelle.»<br />
Limosella aquatica: »Ösel mehrfach 1902, Dagö 1903.»<br />
Carlina vulgaris: »Die echte Carlina vulgaris nur selten im Districtus insularis,<br />
daselbst auch C. longifolia, die auf dem Festlande allein yorzukommen<br />
scheint.»<br />
Zu dem in der Fussnote angegebenen Vorkommen von Spergula vernalis<br />
schreibt KUPFFER: »Sehr intéressant. Hierdurch vverden einige alte unsichere<br />
Angaben fiir Sp. pentandra zurechtgestellt.» — In bezug auf Sagina maritima:<br />
»Sehr intéressant! Mir bisher nie begegnet.»<br />
Betreffs der folgenden Arten, iiber die ich in der Literatur fiir Estland<br />
keine Angaben gefunden habe, stiitze ich mich auf Mitteilungen von Professor<br />
KUPFFER:<br />
Poa angustifolia: »In unserer ostbaltischen Flora und auch in NW Estland<br />
nicht selten, hier bisher als Varietät zu Poa pratensis gezogen.»<br />
Carex nemorosa: »1st sowohl im Subdistrictus insularis als auch im Subdistrictus<br />
siluricus nicht selten. Bisher nicht von C. vulpina unterschieden.»<br />
Junctis stipimis: »Auf. Dagö sehr verbreitet und kommt auch sonst im Silurgebiet<br />
vor.»<br />
Xymphaea Candida: »In Estland und auf unseren Ostseeinseln häufiger als<br />
K. alba, mit der man sie bisher verwechselt hat.»<br />
Rosa tomeniosa: »Im vSubdistrictus insularis kommt diese odcr die nächstverwandte<br />
Art R. omissa vor.»<br />
Gentiana uliginosa: »Im Subdistrictus insularis nicht selten, wahrscheinlich<br />
auch im Subdistrictus siluricus.»
188 A. Palmgren, Die Einwaiiderungswege der Flora nacli den Alandsinseln<br />
Mentha litoralis: »Diese Art habe ich einmal an der Aliindung des Kasarjen-<br />
I'lusses in West-Estland eingesaminelt.»<br />
Calliiriche polymorpha: »Im ostbaltischen Gebiet die liäufigste Art dieser<br />
Gattung.»<br />
Bei den in dem Artenverzeichnis auf S. 31 angefiihrten Arten sind folgende<br />
Mitteilungen von KUPFFER ZU beachten:<br />
Dlechnum Spicant: »Fiir diese Art gibt es eine ältere allerdings nicht ganz<br />
zvveifelsfreie Angabe fiir Kasparwiek an der Nordkiiste Estlands. In Kurland<br />
ist sie sicher festgestellt, allerdings vielleicht vvieder verschwunden.»<br />
Fri tillaria Meleagris: »Bei uns inassenhaft auf d. Auwiesen d. Kurischen Aa<br />
bei Mitau in Kurland. Friiher auch auf Wiesen nahe d. Strande bei Libau u. Reval.<br />
Ob urwiichsig oder eingeschleppt?»<br />
Isoêtes lacustre, Sparganium affine und Potamogeton obtusifolixts : »Felilen ini<br />
Subdistrictus insularis, im iibrigen Silurgebiet fraglicli.»<br />
Alchemilla alpestris: »Wahrscheinlich bislier nur iibersehen.»<br />
Von Intéressé sind ferner folgende Mitteilungen Professor KUPFFERS iiber<br />
die Flora ini Ostbaltikum:<br />
Arrhenatheriim elatiiis: »Halte auch ich ini Subdistr. insularis fiir urwiichsig,<br />
sonst in unsreni Gebiete meist nur eingeschleppt.»<br />
Dactylis glomerata: »Auch bei uns wohl sicher urwiichsig.»<br />
Sedum maximum : »Im Subdistrictus insularis mehrfach (ösel 190 7, Nuckö<br />
1904, Körgsaar 1904).»<br />
Rosa canina: »Konimt wohl nur auf Ösel und zwar in nicht ganz reinen<br />
Formen ver.»<br />
Calliiriche autumnalis: »Fehlt im vSubdistrictus insularis, im iibrigen Silurgebiet<br />
fraglich.»<br />
Tanacetiim vulgäre: »Auch bei uns wohl urspriinglich.»<br />
Wegen mehrerer von den S. 32—33 angefiihrten Arten (mit anscheinend<br />
liäufigerem Vorkommen aiif Åland als in Estland) sei auf die Äusserungen<br />
von KUPFFER, die in Teil II (Artenverzeichnis) auf genommen sind, hingewiesen.<br />
In Ergänzung der Fussnote 2 auf S. 31 ist noch zu erwälinen, dass OLE<br />
•EKLUND im Sommer 1926 Selaginella ciliata auf Wormsö und Montia *lamprosperma<br />
auf Dagö angetroffen hat.
ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 189<br />
Erklärung und Verzcichnis der Vcrbreitungskarten.<br />
Die Karten 1—56 geben die åländische Inselwelt wieder. Nur ganz ini<br />
Siidosten iind ini Nordosten wird ein Teil ihres äussersten Schärenarcliipels<br />
abgesclinitten. Östlicli von der Landschaftsgrenze (auf der Karte ganz redits<br />
angegeben) beginnt der zur Regio Aboënsis gehörende Schärenarchipel, von<br />
dem ein kleinerer Teil auf der Karte sichtbar ist.<br />
Die vier iibrigen auf den Karten angegebenen (iin Norden und Siiden verlaufenden)<br />
Grenzen sind pflanzengeographische Grenzen nach des Verfassers<br />
Studie von 1921, Die Entfernung als pflanzengeographischer Faktor (siehe z. B.<br />
Kap. IV, S. 69—70 und die Karte), wie audi nadi der Arbeit von 1925, Die Artenzalil<br />
als pflanzengeographischer Charakter sowie der Zufall und die säkulare<br />
Landhebung als pflanzengeographisdie 1'aktoren (siehe die Karte). Die<br />
schwach hervortretenden Grenzen sind Kirdispielgrenzen.<br />
Ein roter Ptmkt auf den Artenkarten gibt eine Lokalität an, wo die betreffende<br />
Art vom Verf. aufgezeichnet worden ist. Ein rotes Kreuz bezeichnet<br />
eine Lokalität nach Mitteilung eines anderen Gewährsmanns. Auf Karte 1,<br />
wo zwei Arten zusammen veranschaulicht sind, ist fiir die eine als Lokalitätsbezeichnung<br />
ein Dreieck angewandt.<br />
Das betreffende Zeichen gibt Vorkomninisse auf dem Inselchen, der Landzunge,<br />
dem Anwesen öder dem Dorfgebiet an, die von ihm bezeichnet vverden.<br />
Das Areal, auf das sich ein Zeichen bezieht, kann von wechselnder Grosse<br />
sein, ist aber selten bedeutend; es umfasst in der Regel höchstens ein oder<br />
ein paar Quadratkilometer. Verschiedenheiten hinsichts der Reichlichkeit<br />
des Vorkomniens sind durch die Zeichen nicht verdeutlicht.<br />
Karten in grösserem Format hätten eine nodi genauere Angabe der<br />
iHindplätze ermöglicht. Sie hätten jedocli den allgenieinen Uberblick<br />
erschwert und hätten natiirlicherweise viel mehr Kosten verursacht.<br />
Um die Zeugnisse, die die hier niitgeteilten Verbreitungskarten 1—52 in<br />
bezug auf das Vorkonimen der betreffenden Arten liefern, in volleni Umfang<br />
ablesen zu können, ist es selbstverständlich erforderlich, dass man die Voraussetzungen<br />
kennt, die fiir das Vorhandensein der einzelnen Arten in den<br />
Ståndorts- und Lokalverhältnissen Ålands gegeben sind. Hierfiir sei auf die<br />
friiheren Schriften des Verfassers hingewiesen. Ferner ist erforderlich ein Einblick<br />
in den Grad der Genauigkeit und des Umfangs, womit die Untersuchungen<br />
ausgefiihrt worden sind, also auch eine Kenntnis von den Plätzen, an denen<br />
die Aufzeichnungen gemacht wurden, sowie von dem Vorkonimen der<br />
iibrigen Arten.<br />
Es ist pekuniär nicht möglich, jetzt Karten iiber sämtliche Arten Ålands<br />
niitzuteilen; dies hätte meiner Studie allerdings einen tieferen Hintergrund<br />
gegeben. Audi konnten hier r-icht fiir alle Arten Lokalverzeichnisse abge-
IGO A. Palmgren, Die Einwanderiingsvvege der Flora iiach den Âlandsinseln<br />
druckt werden. Ich beschränke mich darauf, vier komplettierende Karten zu<br />
geben, die beim Studium der Karten 1—52 als Hintergrund dienen sollen.<br />
Die Karten 53 und 54 veranschaulichen das Vorkommen (wie es aus nieinen<br />
Studien liervorgeht) fiir zwei häufigere und recht gleichmässig verbreitete<br />
Laubwiesenarten {Filipendula hexapetala und Primula veris), von denen die<br />
eine auf trockenem, die andere vorzugsweise auf etwas frischerem Boden auftritt.<br />
Die Karte 55 gibt das Vorkommen einer repräsentativen allgemeiner<br />
verbreiteten Laubvviesenart beschatteter Lokalitäten {Geranium silvaticiim)<br />
an, Auf der Karte 56 ist das Resultat der Studien des Verfassers in bezug auf<br />
eine häufig vorkomniende Meeresuferart {Scirpus unighimis) zusammengefasst.<br />
Asplenimn Ruta muraria ,. Karte<br />
Selaginella ciliata »<br />
Alopecuriis ventricosiis .... »<br />
Avena pratensis »<br />
Arrhenatherum elatius .... »<br />
Brachypodium pinnatum .. »<br />
Scirpus rufus »<br />
Sc. com pressus »<br />
Sc. uni g lumi s »<br />
Car ex glareosa »<br />
C. f lav a •<br />
C, Hornschuchiana »<br />
C. distans »<br />
Allium ursinum »<br />
Polygonatum ynidtifloriim .. »><br />
Orchis mascula »<br />
Gymnadenia conopsea .... »<br />
Cephalanthera longifolia .. »<br />
Polygonum dumetorum .... »<br />
A triplex hastatum<br />
Salicornia europaea<br />
Honkenya peploides<br />
Scleranthus annuus<br />
Silene venosa<br />
Melandrium viscosum ....<br />
Ranunculus cassubicus ....<br />
R. F i caria<br />
Alliaria officinalis<br />
C ak He maritima<br />
2 Isatis tinctoria<br />
2'» Crambe maritima<br />
25 Barbar ea strie ta<br />
3 Draba incana<br />
2G Sedum annuum<br />
4 Cratcegus monogyna<br />
27 Filipendula hexapetala ....<br />
28 Lathyrus montanus<br />
56 Polygala amarella<br />
29 Geranium silvaticum<br />
30 Hypericum hirsutum ....<br />
31 Viola mirabilis<br />
5 Daphne Mezereum<br />
6 Gentian a *suecica<br />
7 Calystegia sepium<br />
8 Primula veris<br />
Scutellaria hastifolia<br />
J O Stachys silvatica<br />
11 Veronica s pi ca ta<br />
32 Melampyrum cristatum ....<br />
33 Odontites simplex<br />
3'I Succisa pratensis<br />
35 Knautia arvensis<br />
30 Solidago v/rgaurea<br />
37 Artemisia campestris<br />
38 Cirsium heterophylliim ....<br />
39 Hypochaeris maciilata ....<br />
1 Artemisia vulgaris var. coarc-<br />
12 tata<br />
Karte 40<br />
1<br />
» 41<br />
» 13<br />
» 42<br />
» 14<br />
» 53<br />
» 43<br />
» 15<br />
» 55<br />
» 44<br />
» 45<br />
» 16<br />
» 4f.<br />
» 17<br />
54<br />
4 7<br />
18<br />
19<br />
48<br />
49<br />
20<br />
21<br />
50<br />
22<br />
23<br />
52<br />
51
Literaturvcrzeichnis.<br />
AI.M, CARI, G., 1919, Några sydliga lokaler för Carex glareosa Wg. (Svensk Botanisk<br />
Tidskrift, Bd. 13.)<br />
AIVMGREN, K., 1909, Om förekomsten i Sollentuna socken af Betonica officinalis<br />
samt några andra botaniska anteckningar. (Sv. Bot. Tidskr., Bd. 3.)<br />
AUIQVIST, ERIK, 1917, Några växtfynd i Stockholmstrakten. (vSv. Bot. Tidskr.,<br />
Bd. 11.)<br />
—»— 1919, Viktigare tillägg och rättelser till Upplands flora. 1. (Ibid., Bd. 13.)<br />
AI,MQUIST, S., 1909, Mera om förekomsten af Betonica officinalis i Sollentuna.<br />
(Sv. Bot. Tidskr., Bd. 3.)<br />
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fördelning och invandringshistoria med sårskild hänsyn till dess<br />
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V.)<br />
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—»— 1918, Några bidrag till kännedomen om Stockholmstraktens växter.<br />
(Ibid., Bd. 12.)<br />
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(ausser Ostpreussen). BerUn.<br />
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CAJANDER, A. K,, 1902, Kasvistollisia tutkimuksia Mynämäen, Mietoisten ja<br />
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—»— 1916, Metsänhoidon perusteet. I. Kasvibiologian ja Kasvimaantieteen<br />
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—»— 1920, Botaniska anteckningar från Utö i Korpo skärgård. (Ibid., H. 45.)<br />
—»— 1921, Botaniska notiser från Ab, Korpo. (Ibid., H. 46.)<br />
1921, Märkliga växtfynd i Ab, Korpo. (Ibid., H. 47.)<br />
—»— 1921, Carex canescens L. X C. stellulata Good. (Ibid., H. 47.)<br />
—»— 1921, Vegetationen å Vidskär och Jurmo (Ab, Korix»). (Ibid., H. 47.)<br />
—*— 1925, Botaniska notiser från Ab, Korpo. (Ibid., H. 48.)<br />
—»— 1925, Sagina maritima Don. mf. rosulans (Neum.) m. (Ibid., H. 48.)<br />
v^' 1925, Botaniskt från Ab, Korpo, 1922. (Ibid., H. 49.)<br />
—»— 1925, Botaniska anteckningar från Österskär (Ab, Korpo). (Ibid., H. 49.)<br />
—»— 1925, Sagina procunibens m. plena n. moustr. (Ibid., II. 49.)<br />
éM. — 1925^ Anteckningar om växtvärlden i Korpo västra skärgård (Ab). (Ibid.,<br />
H. 49.)<br />
—»— 1925, Sällsynta växtfynd i Ab Korpo 1923. (Ibid., PI. 50.)<br />
—»— 1924, Strandtyper i Skärgårdshavet. Ett bidrag till kännedomen om litoralens<br />
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—»— 1926, Zur Systematik und Verbreitung der Gattung Oxycoccus Hill. in<br />
Fennoscandia orientalis. (Acta Societatis pro Fauna et Flora I'enn., 55.)<br />
—»— 192 7, Botaniskt från Ab Korpo 1924, (Memoranda Societatis pro Fauna<br />
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—»— 1927, Ûber Rumex thyrsiflorus Fingerh. im ostfennoskandischen Florengebiet.<br />
(Ibid., 1.)<br />
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Liv-, Ehst- und Kurlands, Ser. II, Bd. II.)<br />
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Dorpater Naturforschergesellschaft unternommenen botanischeii Reise.<br />
(Archiv fiir die Naturkunde Liv-, Ehst- und Kurlands, Ser. II, Bd. III.)<br />
—»— 1864, Versuch einer Flora Allentackens und des im Siiden angrenzenden<br />
Theiles von Nord-Livland. (Ibid., Ser. II. Bd. VI.)<br />
HARTMAN, C, J., 18 79, Handbok i Skandinaviens flora. Elfte upplagan (Förra<br />
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HOLMBERG, O. R.<br />
HEDBOM, KARL, 1912, Strödda anteckningar om några märkligare element i<br />
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ACTA BOTANICA FENNICA 2 193<br />
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vStudie. (Sonderabdnick aus den Beiliefteii zum botanisclien Ceiitralblatt,<br />
Jahrg. 1904.)<br />
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—»- 1926, Skandinaviens flora, H. 2. vStockholm.<br />
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Tid.skr., Bd. 14.)<br />
(Sv. Bot.<br />
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Malmö.<br />
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JANSSON, ARVID, 1919, Ett litet bidrag till Stockholmstraktens flora. (Sv. Bot.<br />
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—»— 1924, Tillägg till »Stockholmstraktens växter». (Ibid., Bd. 18.)<br />
JOHANSSON, K., 1897, Hufvuddragen af (iotlands växttopografi och växtgeografi<br />
grundade på en kritisk behandling af dess kärlväxtflora. (Kongl.<br />
Sv. Vet. Akad. Handl., Bd. 29.)<br />
KrjNGE, J., 1882, Flora von Est-, Liv- und Curland. Reval.<br />
— 1891. Bericht iiber ini Jahre 1890 fiir das Ost-Balticum neu gesichtete<br />
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Universität Dori)at, Bd. 9.)<br />
KUPEFER, K. R., 1896, Beitrag zur Flora der Insel Runö. (Korresix)ndenzblatt<br />
des Naturforscher-Vereins zu Riga, XXXIX.)<br />
—»— 1902, Saussurea alpina DC. subsp. esthonica (Baer ex Rupr. ])r. sp.) Kupffer.<br />
(Ibid., XLV.)<br />
—— 1904, Bemerkensvverte Vegetationsgrenzen im Ost-Balticum, (Verhandlungen<br />
des Botanischen Vereins der Provinz Brandenburg, XLVI.)<br />
—»— 1904, Kleine Notizen von Dozeiit K. R. Kupffer in Riga (K) und Dr.<br />
med. P. Lackschewitz in Liban (L). (Korrespondenzblatt des Naturfor-<br />
.scher-Vereins zu Riga, XLVII.)<br />
—»— 190 7, Vorläufige Mitteilung iiber die ostbaltischen Taraxaca. (Ibid., L.)<br />
—»— 190 7, Literaturiibersicht der ostbaltischen Flora. (Ibid., L.)<br />
—»— 1912, Kurze Vegetatiousskizze des ostbaltischen Gebietes. (Ibid., LV.)<br />
—»— 1919, Natiirliche Zugehörigkeit und Grenzen des ostbaltischen Gebiets.<br />
(Kalender auf das Jahr nach Christi Geburt 1919, herausgegeben vom<br />
Baltischen deutsch=evang. Notstandskomitee im Verein mit der Buchdruckerei<br />
W. F. Häcker und der Mullerschen Buchdruckerei. Riga.)<br />
—»— 1922, Der Einfluss des Weltkrieges auf die Pflanzenvvelt bei Riga. (Arbeiten<br />
des Naturforscher-Vereins zu Riga, Neue Folge, H. XIV.)<br />
13
19'I A. Palmgren, Die Einwarclenmgswege der Flora nach den Alandsinseln<br />
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LYKIIBERT, RUD., 1904, Floristisclie Ergebnisse des Sommers 1903. (Korrespondenzblatt<br />
des Naturforscher-Vereins zu Riga, XLVIl.)<br />
—»— 1905, Beitrag zur Kenntriis der Gattung Calaniagrostis Adaus. im ostbaltischen<br />
Gebiet. (Ibid., XI.VIII.)<br />
—»— 1906, II. Beitrag zur Kenntiiis der Gattung Calaniagrostis Adans. im<br />
ostbaltischen Gebiet. (Ibid., XIJX.)<br />
—»— 1924, Neue Ergebnisse der Calamagrostis-Forschung. (Beilage der Zeitschrift<br />
»Pharmacia» 1924.)<br />
—»— 1925, Art-Grenzen im genus Calaniagrostis, demonstriert an Calaniagrostis<br />
purpurea Trin. (Beilage der Zeitschrift »Pharmacia» 1925.)<br />
LKIIBERT U. KUPFFER ,1904, Verzeichnis der auf den Inseln Höften beobachteten<br />
Pflanzen. (Korrespondenzblatt des Naturforschervereins zu Riga,<br />
XLVII.)<br />
LEIIMAXX, EDUARD, 1895, Flora von Polnisch-I^ivland mit besonderer Beriicksichtigung<br />
der Florengebiete Nordwestrusslands, des Ostbalticums, der<br />
Ciouvernements Pskow und vSt. Petersburg sowie der Verbreitung der<br />
Pflanzen durch Eisenbahneii. (Archiv fiir die Naturkunde Liv-, Ehstund<br />
Kurlands, Ser. II, Bd. XI.)<br />
—»— 1896, Nachtrag (I) zu derselben Arbeit. (Ibid., Ser. II, Bd. XI.)<br />
LEKSTRÖM, C. A. E., 1917, Tillägg till »Stockholmstraktens Vcäxter». (Sv. Bot.<br />
Tidskr., Bd. 11.)<br />
IJXDBERG, HARAI^D, 1903, tjber Pflanzen östlichen Ursprunges in der Flora<br />
von Fennoscandia orientalis. (Förhandlingar vid nordiska naturforskareoch<br />
läkaremötet i Helsingfors den 7 till 12 juli 1902. Helsingfors.)<br />
—»— 1909, Die nordischen Alchemilla vulgaris-formen und ihre Verbreitung.<br />
Ein Beitrag zur Kenntnis der Einwunderung der Flora Fennoscandias mil<br />
besonderer Riicksicht auf die finländische Flora. (Acta Soc. Scientiarum<br />
Fennicae, XXXVII.)<br />
IJXDÉN, JOHN (J. L.), 188 7, Bidrag till kännedomen om vSunds sockens flora<br />
på Åland. (Strödda uppsatser utgifna af Botanisk-Zoologiska föreningen<br />
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LINDMAN, C. A. M., 1918, Svensk fanerogamflora. Stockholm.<br />
—»— 1925, Svensk fanerogamflora. Andra upplagan. Stockholm.<br />
LINKOLA, K,, 1916, 1921, Studium iiber den Einfluss der Kultur auf die Flora<br />
in den Gegenden nördlich vom Ladogasee. I. Allgemeiner Teil u. IL<br />
Spezieller Teil. (Acta Societatis pro Fauna et Flora Fennica, 45, N:o 1<br />
u. 2.)<br />
—»— 1924, Suomen kasviston historia. (Oma Maa, 2 pain., osa V.)<br />
I.OEwis OF MENAR, W. von, 1926, Die Phanerogamen-Flora der Insel Runö.<br />
Arensburg.<br />
MAUIE, GUST. O., 1910, Epipogum aphyllum funnen i Roslagen. (Sv, Bot. Tidskr..<br />
Bd. 4.)<br />
— 1 9 1 5 , Ett tillägg Ull Stockholmstraktens växter. (Ibid., Bd. 9.)<br />
—»— 1923, Ett litet bidrag till Bo sockens kärlväxtflora. (Ibid., Bd. 17.)<br />
—»— 1925, Ett litet bidrag till Södermanlands flora. (Ibid., Bd. 19.)<br />
MALTA, N., 1915, Floristische Notizen aus Siidostlivland. (Korresixjndenzblatt<br />
des Naturforscher-Vereins zu Riga, LVll.)
ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 195<br />
MARKUS, E., 1925, Die Transgression des Moores iiber den Sandwall bei Laiva.<br />
(Sitzungsberichtete der Natxirforscher-Gesellschaft bei der Universität<br />
Dorpat, XXXII.)<br />
—»— 1925, Das Koinplexenprofil von Jätasoo. (Ibid., XXXII.)<br />
MKIXSIIAUSEN, KARL FR., 1878, Flora ingrica oder Aufzählnng und Beschreibung<br />
der Bliithenpflanzen und Gefäss-Cryptoganien des Gouvernements<br />
St. Petersburg. St. Petersburg.<br />
MONTEIVIV, J., 1903, Om Fritillaria Meleagris och Papaver dubium's förekomst<br />
på Åland. (Meddelanden af Societas pro Fauna et Flora Fennica,<br />
H. 29.)<br />
MUIII.KN, MAX VON ZUR, 1906, Die Potamogetonen des Ostbalticums nebst Benierkungen<br />
iiber den Wechsel der Arten und Formen in ein und demselben<br />
(îewâsser. Mit Zusätzen von K. R. Kupffer (Riga). (Korrespondenzblatt<br />
des Naturforscher-Vereins zu Riga, XlylX.)<br />
NICI.ASEX, K., 1904, Floristisclies ans lyodensee in Estland. (Korrespondenzblatt<br />
des Naturforscher-Vereins zu Riga, XLVII.)<br />
NORRI^IN, J. P., 1906, Hieracia florae fennicae. Suomen keltanot, (Ex A. J.<br />
Mela, Suomen kasvio edit. V, quam curavit A. K. Cajander.)<br />
—»— 1912, Nya nordiska Hieracia beskrifna af J. P. Norrlin. II. (Acta<br />
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PAIINSCH, GKRHARD, 1881, Beitrag zur Flora Ehstlands. (Archiv fiir die Naturkunde<br />
Uv-, Ehst- und Kurlands, vSer. II., Bd. IX.)<br />
PAUIGREN, AIVVAR, 1900, Två anmärkningsvärda växtfynd på Åland. (Meddelanden<br />
af Societas pro Fauna et Flora Fennica, H. 26.)<br />
—»— 1903, Carex-gruppen Fulvellae. (Ibid., H. 35.)<br />
—»— "1910, Bidrag till kännedomen om Ålands vegetation och flora. I. Taraxaca<br />
u. II. Taraxacum-former. (Acta Societatis pro Fauna et Flora Fennica,<br />
34, N:o 1 u. 5.)<br />
— »— 1912, Hippophaës rhamnoides auf Åland. (Ibid., 36.)<br />
— 1915—1917, Studier öfver löfängsområdena på Åland. Ett bidrag til<br />
kännedomen om vegetationen och floran på torr och på frisk kalkhaltig<br />
grund. I. Vegetationen; II. Floran; III. Statistisk undersökning af floran.<br />
(Ibid., 42.)<br />
—»)— 1917, Hafstornet (Hippophaës rhamnoides), dess utbredning, biologi<br />
och uppträdande på Åland (Vortrag in der Versamnilung der Finnischen<br />
Forstgesellschaft am 22. Febr. 1913). (Acta Forestalia Fennica, 7.)<br />
—»— 1919, Om Convolvulus sepium ly. och Fritillaria Meleagris Iv. i Finland.<br />
(Meddelanden af Soc. pro F. et Fl. Fenn., H. 45.)<br />
—»— 1921, Die Entfernung als pflanzengeographischer Faktor. (Acta Soc.<br />
pro F. et Fl. Fenn.. 49.)<br />
—1921, Cerastium glutinosum Fr. och Veronica longifolia h. X V. spicata<br />
I., på Åland. (Meddelanden af Soc. pro F. et Fl. Fenn., H. 46.)<br />
— .>-- 1922 (A), Uber Artenzahl und Areal sowie iiber die Konstitution der Vegetation.<br />
Eine vegetationsstatistische Untersuchung (Ubersetzung von<br />
des Verfassers: Studier öfver löfängsområdena på Åland. III. Statistisk<br />
undersökning af floran, 1917). (Acta Forestalia Fennica, 22.)<br />
—»— 1922 (B), Zur Keinitnis des Florencharakters des Nadelwaldes. Eine<br />
pflanzengcographisclie Studie aus dem Gebiete Ålands. (Ibid., 22.)
196 A. Palmgren, Die Eiiiwaucleruilgswege der Flora nach deu Alandsiiiselu<br />
1'ALMOREN, ALVAR, 1925, Die Artenzahl als pflanzengeograpliisclier Cliarakter<br />
sowie der Zufall und die säkulare Landhebung als pflauzengeographische<br />
Faktoren. Ein pflanzengeograpliisclier Entwurf, basiert anf Material aus<br />
dein ålåndischen Schärenarcliipel. (Acta Botanica Fennica 1. N:o 1<br />
(Edidit Societas pro Fauna et Flora Fennica) sowie Fennia, 46, N:o 2.)<br />
— »— 1925, Eine neue I^okalität fiir Vioîa uliginosa Bess. (Meddelanden af Societas<br />
pro Fauna et Flora Fennica, H. 49.)<br />
—>— 1925, Viola canina L. *montana h. x uliginosa Bess, fiir Finnland neu.<br />
(Ibid., H. 49.)<br />
—»— 1925, Carex diandra Schrank x paradoxa Willd. fiir Finnland neu. (Ibid.,<br />
H. 49.)<br />
—»— 1925, Gentiana amarella L. *axillaris (F. W. Selim). Murb. ny för Aland.<br />
(Ibid., H. 49).<br />
—»— 1925, Carex reniota L. in Finnland. (Ibid., H. 49.)<br />
—»— 1925, Orchis Traunsteineri Saut., fiir Aland neu. (Ibid., H. 49.)<br />
—i)— 1925, »Stellaria neniorum ly., fiir Aland neu. (Ibid., II. 49.)<br />
—»— 1925, Kubus idaeus L. x saxatilis I.. (R. digeneus Lindb. fil.), auf Aland<br />
gefunden. (Ibid., H. 49.)<br />
—»—• 1925, Ny fyndort för Suaeda maritima (L.) Dum. (Ibid., H. 50.)<br />
—»— 1925, Lepidium latifolium L., ny för Aland. (Ibid., H. 50.)<br />
—»— 1925, Botrychium matricariaefolium A. Br. (= ramosum (Roth) Aschers.<br />
på Aland.' (Ibid., H. 50.)<br />
—»—, 192 7, J uncus balticus Willd., neu fiir Nyland. (Memoranda Societatis<br />
pro Fauna et Flora Fennica 1.)<br />
—»— 1927, Torilis Anthriscus (I..) Gniel. auf Aland. (Ibid., 1.)<br />
—»— 192 7, Epilobium rubescens Rydb., im Schärenarcliipel von Aland gefunden.<br />
(Ibid., 1.)<br />
—»— 1927, Carex brunnescens (Pers.) Poir., neu fiir Aland. (Ibid., 1.)<br />
—»— 1927, Juncus balticus Willd. auf Aland. (Ibid., 1.)<br />
— 1 9 2 7, Suaeda maritima (L.) Dum. auf Aland. (Ibid., 1.)<br />
— 192 7, vSalix repens *rosmarinifolia I^., einöstlicher Einvvanderer auf Aland.<br />
(Ibid., 1.)<br />
—»— 192 7, Geranium pratense h., neu fiir Aland. (Ibid., 1.)<br />
—»— 192 7, Thymus chamaedrys Fr., neu fiir Aland. (Ibid., 1.)<br />
— »— 1927, Pyrola media Sw. auf Aland. (Ibid., 1.)<br />
—»— 1927, Potamogeton polygonifolius Pourr. in Finnland. (Ibid., 1.)<br />
—»— 1927, Calamagrostis arundinacea (L.) Roth, auf Aland. (Ibid., 1.)<br />
—»— 192 7, Neuer Fundort von Carex arenaria L. auf Aland. (Ibid., I.)<br />
—»— 1927, Neue Ivokalitäten fiir Fritillaria Meleagris auf Aland. (Ibid., I.)<br />
—»— 192 7, Neue Ix)kalität fiir Lepidium campestre h. (R. Br.) auf Aland.<br />
(Ibid., 1.)<br />
—»- 1927, Ajuga pyramidaUs L. auf Aland. (Ibid., 1.)<br />
—»— 1927, Thymus Serpyllum h., ein ostbaltischer Einwanderer auf Aland.<br />
(Ibid., 1.)<br />
—»— 1927, Botrychium niultifidum (Gmel.) Rupr. (= Matricariae (Schrank)<br />
Spreng.) auf Aland. (Ibid., 1.)<br />
—»— 192 7, Bemerkenswerte I^okalität fiir Lycojxidium clavatum L. auf Aland<br />
(Ibid., 1.)<br />
—»— 1927, Ruppia sjnralis (L.) Dum. auf Aland. (Ibid., I.)
ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 197<br />
PALMGKEN. ALVAR, 192 7, Neue Ivokalitäten fiir Aquilegia vulgaris L., auf<br />
Aland. (Ibid., 1.)<br />
—»- 1927, Ivitorella uiiiflora (L.) Aschers., neu fiir Aland. (Ibid., 1.)<br />
GVARFOKÏ, vS., 192 7, Tillägg till »Stockholmstraktens växter». (vSv. Bot. Tidskr.,<br />
Bd. 21.)<br />
ROÏHIVRT, W., 190 7, Floristische Beobaclitungen. (Korresixindenzblatt des Naturforscher-Vereins<br />
zu Riga, 1.)<br />
ROMKIX, LARS-GUXNAR, 1915, Gränser och zoner i Stockholms yttre skärgård.<br />
(vSv. Bot. Tidskr., Bd. 9.)<br />
— »— 1915, Växtgeografiska notiser från hafsbandet utanför Stockholm, sommaren<br />
1915. (Ibid., Bd. 9.)<br />
— »— 1916, liaganivån och de sydostliga växterna i Stockholms skärgård. (Ibid.,<br />
Bd. 10.)<br />
Russow, EDMUND. 1862, Flora der Umgebung Revals. (Archiv fiir die Naturkunde<br />
Liv-, Ehst- und Kurlands. Ser. II, Bd. VI.)<br />
—»— 1889, Ueber die Boden- und Vegetationsverhältni.sse zweier Ortschaften<br />
an der Nordkiiste Estlands. (Sitzungsberichte der Naturforscher-Gesellschaft<br />
bei der Universität Dorpat, Bd. VIII.)<br />
SAMUKLSSON, GUNNAR, 1917, Några bidrag till floran på Aland. (Sv. Bot. Tidskr.,<br />
Bd. 11.)<br />
—»— 1919, Floristiska fragment. I. (Ibid., Bd. 13.)<br />
—»— 1921, Om några Lepidium-arter. (Ibid.. Bd. 15.)<br />
-»— 1921, Floristiska fragment. II. (Ibid., Bd. 15.)<br />
— » 1922, Floristiska fragment. III. (Ibid., Bd. 16.)<br />
— 1922, Floristiska fragment. IV. (Ibid., Bd. 16.)<br />
VSASS, ARTHUR VON, i860, Die Phanerogamen-Flora OeseLs und der benachbarten<br />
Eilande. (Archiv fiir die Naturkunde Ijv-, Ehst- und Kurlands, Ser.<br />
II, Bd. II.)<br />
—^— 1860, Beitrag zur Flora der Insel Runoe. (Ibid., Ser. II, Bd. II.)<br />
Scii.MIDT, FRIEDRICH, 1854, Flora der Insel Moon, nebst orographisch-geognostischer<br />
Darstellung ihres Bodens. (Archiv fiir die Naturkunde Uv-, Ehstund<br />
Kurlands. vSer. II, Bd. I.)<br />
—1855, Flora des silurischen Bodens von Flhstland, Nord-Livland und<br />
Oesel. (Ibid.. vSer. II, Bd. 1.)<br />
SKOKRSTRÖM. ARVID L., 1922, En botanisk utflykt till Österåker i Uppland 1920.<br />
(Sv. Bot. Tidskr., Bd. 16.)<br />
SELANDER, STEN, I910, Stellaria neglecta (Whe) Murb. i Uppland. (Sv. Bot.<br />
Tidskr., Bd. 4.)<br />
—,>— 1910, Några uppländska växtlokaler. (Ibid., Bd. 4.)<br />
— »— 191S, Betula nana I/. i Uppland. (Ibid., Bd. 7.)<br />
—»— 1914, Sydliga och sydostliga element i vStockholmstraktens flora. (Ibid.,<br />
Bd. 8.)<br />
—»— 1915, Några tillägg till »Stockhohnstraktens växter». (Ibid., Bd. 9.)<br />
1915, Nya tillägg till »Stockholmstraktens växter». (Ibid., Bd. 9.)<br />
—»— 1915, Ytterligare några ord om subboreala växter i Stockholms skärgård.<br />
(Ibid., Bd. 9.)<br />
SELANDER, STEN och BRYAXT-MEISNER, RUDOLF, I909. Några växter fran Möja<br />
församling. Uppland. (Ibid., Bd. 3.)<br />
VSERNANDER. RUTGER, 1905, Växtvärlden [i Ui)plaud]. (Uppland, skildring
1 y8 A. Palmgren, Die Einwanderungswege der Flora nacli deii Alaiidsinsehi<br />
af land och folk, iitgifveii af Kuiigl. Humanistiska Vetenskapssamfundet<br />
i Uppsala genom Axel Erdmann och Karl Hildebrand. Bd. 1,<br />
Uppsala.)<br />
vegetation och utvecklingshis-<br />
SKRXAXDER, RUTGKR, 1910, Sjön Hedervikens<br />
toria. (Sv. Bot. Tidskr., Bd. 4.)<br />
SKOTTSUERG, CARI,, und VESÏERGREN, TYCHO, 1901, Zur Kenntnis der Vegetation<br />
der Insel Oesel. (Bihang till K. Svenska Vet.-Akad. Handl., Bd. 27,<br />
Afd. III.)<br />
SMITH, H., 1916, Tillägg till Stockholmstraktens växter. (Sv. Bot. Tidskr., Bd.<br />
10.)<br />
vSÖRi^ix, A., 1916, Floristiska anteckningar från Östergötland och Upland. (Sv.<br />
Bot. Tidskr., Bd. 10.)<br />
SPOIIR, EDM., 1926, Uber das Vorkonnnen von Sitim erectuni Huds. und Lemna<br />
gibba L. in Estland und iiber deren nordöstliche Verbreitungsgrenzen in<br />
Europa. (Acta et Comnientationes Universitatis Tartuensis (Dorpatensis).<br />
A, X.)<br />
STKRXER, RIKARD, 1922, The continental element in the flora of South Sweden,<br />
(Geografiska annaler 1922, H. 3—4.)<br />
TÄCKIIOIVM, GUNXAR, 1924, Floristiska bidrag från Bo socken.<br />
Bd. 18.)<br />
(Sv. Bot. Tidskr.,<br />
TÄCKHOUI, G, och EKSTRAND, H., 1918, Nya växtlokaler från Stockholmstrakten.<br />
(vSv. Bot. Tidskr., Bd. 12.)<br />
THEDENIUS, K. FR., 18 71, Flora Öfver Uplands och Södermanlands fanerogamer<br />
och bräkenartade växter. Stockholm.<br />
THOMSON, PAUL, 1922, Notizen zur Kenntnis der Flora und Vegetation Eestis.<br />
(Sitzungsberichte der Naturforscher-Gesellschaft bei der Universität Dorpat,<br />
Bd. XXVIII.)<br />
—»— 1924, Zur Frage der regionalen Verbreitung und Entstehung der Gehölzwiesen<br />
und Alvartriften in Nord-Estland. (Ibid., XXX.)<br />
—)»— 1924, Vorläufige Alitteilung iiber neue Fundorte und Verbreitungsgebiete<br />
einiger Moorpflanzen in Estland. (Ibid., XXXI.)<br />
\VILHP:RG, G., 1924, F^inige Bemerkungen liber neue Pflanzenarten in der Flora<br />
Eestis, (Sitzungsberichte der Naturforscher-Gesellschaft bei der Universität<br />
Dorpat, Bd, XXXI.)<br />
—»— 1926, Eestin alvarikasvillisuudesta. (I^uonnon Ystävä, 30:s Vuosikerta.)<br />
WIXKIVER, C., 18 77, Literatur luid Pflanzenverzeichnis der Flora Baltica. (Archiv<br />
fiir die Naturkunde Liv-, Ehst- und Kurlands, Ser. II, Bd. 7.)<br />
ZETTERMAX, A. J, och BRAXDER, A, FC., 186 7, Bidrag till sydvestra Finlands<br />
flora, (Notiser ur Sällskapets pro Fauna et Flora Fennica förhandlingar.<br />
Ny serie. Fjerde häftet.)<br />
Förteckning öfver Skandinaviens växter utgifven af Lunds botaniska förening.<br />
I. Kärlväxter. I,und 190 7. — Andra upplagan. Lund 1917.<br />
Stockholmstraktens växter. Förteckning över fanerogamer och kärlkryptoganier<br />
med fyndorter och frekvensuppgifter utgiven av Botaniska sällskapet<br />
i Stockholm genom Gunnar Andersson, Joh, Berggren, J. V. Hanmer,<br />
(îovert Indebetou och Nils Sylvén. Stockholm, 1914,
Abkurzungen und Berichtigungen.<br />
In den Lokalitätenverzeichnissen in Kap, VII (Sonderbehandlung einzelner<br />
Arten) gibt die eingeklainmerte Abkixrzung (H. M. P.) Exemplare im finnisclien<br />
Herbarium der Universität (Herbarium Musei Fennici) an. Die Abkixrzung (Br.<br />
Fl.) bezeichnet Exemplare im Herbarium des verstorbenen Lektors BRUNO FI.OR-<br />
STRÖM (dasselbe geliört dem Forstinstitut der Universität Helsingfors).<br />
Fiir einzelne Arten, z. B. A vena pratensis (S. 8 7). wird bei der Angabe des<br />
V^orkommens fiir eine oder die andere Lokalität in Parenthese eine römische<br />
Ziffer beigefiigt. Diese bezeichnet fiir die betreffende Lokalität die Frequenz<br />
nacli einer fiinfgradigen Skala mit V als Ausdruck der höclisten Frequenz.<br />
S. 94, erste Zeile von unten, ist unter den Lokalitäten von Polygonatum<br />
multijlofum u. a. Björkö-Kspskär angegeben (nach Bergroth, S. 54). Dafiir ist<br />
Torsholma-Delskär und Asterholma-Korsö zu lesen (nach Bergroth, S. 54).<br />
Der Irrtum ist auf der Verbreitungskarte 1 beachtet und berichtigt. — Ich erwähne<br />
bei dieser Gelegenheit, dass sich ein ähnlicher Irrtum schon in meine<br />
Studier öfver löfängsområdena på Aland, II, 1915, S. 257, eingeschlichen hat.<br />
Hier ist die Angabe fiir Brändö (»Brändö by: Söderholm o. Björkö: Espskär<br />
(Bergroth s. 54)») ganz zu streichen und zu ersetzen durch: »Torsholma-Delskär<br />
och Asterholma-Korsö (Bergroth, S. 54).» Ich habe jedoch später .selbst konstatiert,<br />
dass die Art audi in Brändö Dorf: Söderholm vorkommt.
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ACTA BOTANIC A FENNICA 2<br />
Karte 37—2<br />
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1. AlHaria officinalis Andrz, (A) U. Crambe maritima L. ( + ) — 2. Asplenium<br />
Ruta muraria L.<br />
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Karte 37—3<br />
ACTA BOTANIC A FENNICA 2<br />
3. Avefia pratensis L. — 4. Brachypodium pinnatum (L.) PB.
ACTA BOTANIC A FENNICA 2<br />
Karte 37—5<br />
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ACTA BOTANICA FI^NNICA 2 2<br />
7. Polygonatum muliiflorum L. — 8. Orchis mascula L.
ACTA BOTANIC A FENNICA 2<br />
Karte 37—10<br />
9. Gymnadenia conopsea (L.) R. Br. — 10. Cephalanihera longifoHa (Huds.; I,.)<br />
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Karte 37—11<br />
ACTA BOTANIC A FENNICA 2<br />
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11. Polygonum dumetorum h. ~ 12. Cakile maritima Scop.
ACTA BOTANIC A FENNICA 2<br />
Karte 37—13<br />
13. Draba incana h. — 14. Crataegus monogyna (Jacq.)
Karte 37—15<br />
ACTA BOTANIC A FENNICA 2<br />
15. Polygala amarella Cr. — 16. Daphne Mezereum L.
ACTA BOTANIC A FENNICA 2<br />
Karte 37—18<br />
/<br />
17. Calysiegia sepium (L.) R. Br. — 18. Stachys silvatica L
Karte 37—20<br />
ACTA BOTANIC A FENNICA 2<br />
19. Veronica spicata h. — 20. Succisa pratensis Moench
ACTA BOTANIC A FENNICA 2<br />
Karte 37—22<br />
21. Knautia arvensis (ly.) Coult. — 22. Artemisia campestris h.
Karte 37—24<br />
ACTA BOTANIC A FENNICA 2<br />
23. Cirsium heterophyllum (L,.) All. — 24. Selaginella ciliata (Lam.) Opiz
ACTA BOTANIC A FENNICA 2<br />
Karte 37—26<br />
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25. Alopecurus ventricosus Pers. — 26. Arrhenatherum elatius (L.) M. et K.
Karte 37—27<br />
ACTA BOTANIC A FENNICA 2<br />
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27. Scirpus ru/us (Huds.) Schrad. -- 28. Scirpus compressus (L.) Pers.
ACTA BOTANIC A FENNICA 2<br />
Karte 37—30<br />
29. Carâx glareosa Wg. — 30. Carex flava L.
Karte 37—31<br />
ACTA BOTANIC A FENNICA 2<br />
31. Carex Hornschuchiana Hoppe — 32, A triplex hastatum L.: Wg.
ACTA BOTANIC A FENNICA 2<br />
Karte 37—33<br />
33. Salicornia europaea L. — 34, Honkenya peploides {!,.) Ehrh.
Karte 37—35<br />
ACTA BOTANIC A FENNICA 2<br />
35. Scleranthus annuus L,. — 36. Silene vencsa (Gilib.) Aschers.
ACTA BOTANIC A FENNICA 2<br />
Karte 37—38<br />
Karte 37—40<br />
ACTA BOTANIC A FENNICA 2<br />
39. Ranunculus Ficaria L. — 40. Isatis tinctoria L.
ACTA BOTANIC A FENNICA 2<br />
Karte 37—41<br />
41. Barbarea stricta Andrz. — 42. Sedum annuum I4.
Karte 37—44<br />
ACTA BOTANIC A FENNICA 2<br />
43. Lathyrus montanus Bemh. — 44. Hypericum hirsutum h.
ACTA BOTANIC A FENNICA 2<br />
Karte 37—45<br />
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Åland<br />
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45. Viola mirabilis L. — 46. Gentiana *suecica (Froel.) Murb.
Karte 37—47<br />
ACTA BOTANIC A FENNICA 2<br />
47. Scutellaria hastifolia h. — 48. Melampyrum crisiaium h.
ACTA BOTANIC A FENNICA 2<br />
Karte 37—50<br />
49. Odontites simplex (Hn.) Krok — 50. Solidago virgaurea L.
Karte 37—51<br />
ACTA BOTANIC A FENNICA 2<br />
51. Artefnisia vulgaris t,. var. coarctata (J. H. af Fors.) — 52. Hypochaeris<br />
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ACTA BOTANIC A FENNICA 2<br />
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Karte 37—54<br />
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Åland<br />
53. Filipendula hexapetala Gilib. — 54. Primula veris h.
ACTA BOTANIC A FENNICA 2<br />
Karte 37—55<br />
55. Geranium silvaticum L. — 56 Scirpus uniglumis Link.
ACTA BOTANICA FENNICA 2, 1927. — A. PALMGREN KARTE 57<br />
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