Spezialberichte - Regierungsrat - Kanton Basel-Stadt

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36 Monate zu vollziehen sind. Bei dieser Situation ist die Voraussetzung für den Widerruf

der Niederlassungsbewilligung nach Art. 62 lit. b AuG offensichtlich erfüllt. Ob

auch die ungenügende wirtschaftliche Integration des Rekurrenten in diesem Zusammenhang

von Bedeutung ist beziehungsweise eine mutwillige Nichterfüllung der

öffentlich-rechtlichen oder privatrechtlichen Verpflichtungen gemäss Art. 80 der Verordnung

über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit vorliegt, kann dementsprechend

offen bleiben.

4.

4.1 Wie das Bundesgericht immer wieder betont, rechtfertigt sich ein Widerruf der

Bewilligung nur dann, wenn die in jedem einzelnen Fall vorzunehmende Interessenabwägung

die entsprechende Massnahme auch als verhältnismässig erscheinen

lässt. Dabei sind namentlich die Schwere des Verschuldens, der Grad der Integration

bzw. die Dauer der bisherigen Anwesenheit sowie die dem Betroffenen und seiner

Familie drohenden Nachteile zu berücksichtigen (vgl. BGer 2C_295/2009 vom

25. September 2009 mit weiteren Hinweisen).

4.2 Das Appellationsgericht hat das Verschulden des Rekurrenten bezüglich der

Tat vom 26. Januar 2008 wie bereits die Vorinstanz als sehr schwer beurteilt. Der

damals 30-jährige Rekurrent hat aus nichtigem Grund einen 76-jährigen Rentner zuerst

provoziert und anschliessend gejagt und brutal niedergeschlagen, was u.a. eine

Schädelknochenfraktur mit einer bleibenden Anosmie und einer Persönlichkeitsveränderung

zur Folge hatte. Was das zukünftige Verhalten betrifft, so ist dem Rekurrenten

eine schlechte Prognose gestellt worden, was auch zum Widerruf der Vorstrafe

geführt hat. Der Rekurrent ist als uneinsichtig und ohne Reue beurteilt worden, der

sich weder durch eine einschlägige Vorstrafe noch durch den bisherigen Vollzug der

Strafe hat beeindrucken lassen, hat er doch bereits innerhalb des ersten Jahres einer

ihm auferlegten Probezeit erneut delinquiert und ist er während laufendem Vollzug

gegenüber einem Mitgefangenen gewalttätig geworden. Indem der Angriff vom

26. Januar 2008 im öffentlichen Raum (Zug, Bahnhof) stattgefunden und einen dem

Rekurrenten völlig unbekannten Menschen getroffen hat, ist vorliegend die öffentliche

Sicherheit zudem in ihrem Kernbereich tangiert. Bei diesem auffallend schweren

Verschulden des Rekurrenten und der von ihm auch in Zukunft ausgehenden Gefährdung

der gesamten Bevölkerung müsste der Rekurrent ganz aussergewöhnlichegewöhnliche

Gründe vorbringen können, um sein Interesse an einem weiteren

Verbleib in der Schweiz höher gewichten zu können als dasjenige der Öffentlichkeit

an seiner Wegweisung. Solche kann er nicht nachweisen. Als unverhältnismässig

rügt er eine Rückkehr, obwohl er seit früher Kindheit in der Schweiz lebt. Es trifft zu,

dass je länger ein Ausländer in der Schweiz anwesend war, desto strengere Anforderungen

grundsätzlich an die Wegweisung zu stellen sind. Dabei ist auch das Alter bei

der Einreise zu beachten. Doch selbst bei einem Ausländer, der in der Schweiz geboren

worden ist und sein ganzes bisheriges Leben hier verbracht hat, ist eine Ausweisung

nicht ausgeschlossen (BGE 125 II 523). Der Rekurrent reiste am 15. August

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