Hoy-Teil 2-2012 - SSVB

ssvb.org

Hoy-Teil 2-2012 - SSVB

Grundlagen der Methodik

Grundlagen des Kinder- und

Jugendtraining im Volleyball

Teil 2

Prinzipien, Vermittlungskonzepte, Beispiele

Jens Neudeck

Landestrainer Sachsen

Volleyball weiblich

Methodische Prinzipien

Vom Leichten zum Schweren

(z.B.: Fangen/Werfen zum Volleyballspielen

Vom Einfachen zum Komplexen

(z.B.: Spielen im Stand zu Spielen in der Bewegung)

Vom Bekannten zum Unbekannten

(z.B.: Vom Werfen zum Aufschlag)

Vom Allgemeinen zur Differenzierung und zum

Individuellen

(z.B.: Vom unteren Zuspiel zur Annahme und zur seitlichen

Annahme)

Grundlagen der Methodik

Wichtig:

Wenn Spieler überfordert sind wieder einen Schritt zurück

Methodik

Lernmethoden und Situationen

Teillernmethode

-Bewegungen werden zergliedert und so leichter in Einzelschritten vermittelt

Beispiel: Angriffsschlag

zuerst Armzug an der Wand, dann Anlauf, dann erst verbinden

Ganzlernmethode

-Geschlossene Bewegung wird vermittelt und geübt

-Korrekturverhalten: Einzelaspekte werden betont, aber nicht aus der

Gesamtbewegung gerissen

Beispiel: Angriffsschlag

Gesamter Angriffsschlag wird mit Wiederholungsmethode

ausgeführt. Dabei erst nur Anlauf korrigieren bis er passt, dann

Armzug.

Methodik

Lernmethoden und Situationen

Zwingende Lernsituationen

-eine konkrete Bewegungssituation wird aus dem Gesamtkomplex

herausgenommen

-die Übung ist so zu wählen, dass er zum Erreichen des Ziels unbedingt das

erwünschte Technikdetail anwenden muss

Erfolg und Misserfolg ergeben so eine direkte Rückkopplung

Beispiel:

Armzug beim Schnellangriff kommt zu langsam

Spieler wird auf Kasten gestellt und Trainer wirft Bälle, direkt

in die Hand. Ball muss in aufsteigender Phase getroffen

werden

Aber: Ziel des Trainers sollte sein, dem Sportler durch präzise

Anweisungen, Korrekturen und Hilfestellungen ein genaues Bild

der Technik zu vermitteln.

1


Methodik für Volleyballanfänger

Spiele mit Fangen und Werfen

Methodik und Organisationsformen

für Volleyballanfänger

Beispiel 1:1

1 gegen 1 mit fangen und werfen

-immer nur 1 Ballkontakt erlaubt,

-abwerfen an der Fangstelle

(Ziel: Spielablauf, Regelerfahrungen, Wahrnehmung, Laufmuster,

Grundkoordination)

1 gegen 1 fangen und werfen

-Stemmschritt

Wurf übers Netz mit Springen (höheres Netz)

Methodik für Volleyballanfänger

Mischformen

(fangen/werfen/Volleyballtechnik)

1 gegen 1 mit ankommenden Ball fangen und OZ zum Gegner

Voraussetzung: Grundmethodik OZ,

-Aufschlag ist Schockwurf

1 gegen 1 mit Schockwürfen

-ankommender Ball muss selbst im unteren Zuspiel hochgespielt und

gefangen werden

Voraussetzung: Grundmethodik unteres Zuspiel ist erlernt, Aufschlag ist

Schockwurf

1 gegen 1 mit Aufschlag von unten

-ankommender Ball muss selbst im unteren Zuspiel hochgespielt und

gefangen werden.

-danach den Ball selbst anwerfen und im OZ zum Gegner

Voraussetzung: Grundmethodik untere Aufgabe erlernt

Methodik für Volleyballanfänger

Spiele ohne Fangen und Werfen

1 gegen 1 mit 2 Ballkontakten

-erster Kontakt oberes oder unteres Zuspiel

zweiter muss OZ sein

1 gegen 1 nur OZ

-1 Kontakt erlaubt auf 4,5m langes Feld

Netz mind. 2,45m hoch

1 gegen 1 nur ZU

-1 Kontakt erlaubt auf 6m langes Feld,

Netz mind. 2,45m hoch

Das „Spiel“konzept

Organisationsformen im

Volleyballtraining

„Spielkonzept“

Viele Spielfelder in einer Halle

Spielformen mit viel Bewegung

Übergeordnete Prinzipien

Der Anfänger muss Volleyball von Anfang an

als Spiel erleben.

Das schwierige Zielspiel wird deshalb möglichst stark vereinfacht und

Übungsformen müssen auf ein absolut nötiges Mindestmaß von

methodischen Reihen zum Technikerwerb begrenzt bleiben

2


Das „Spiel“konzept

Vorteile eines kleinen Feldes

Vorteile eines kleinen Feldes (3m x 6m) und der 1 gegen 1 Situation:

-Gerader Ballflug (alle Drehbewegungen entfallen)

-Rückspiel nur senkrecht übers Netz

-kein Mitspieler

-Beobachtung nur 1 Gegenspielers

Organisationsformen mit hoher

Bewegungsintensität

Beispiele im Anfängerbereich mit vielen

Teilnehmern

-viele Wiederholungen

-einfache Regeln

-Überschaubarkeit durch übersichtlichen Organisationsrahm

Längsnetz

Organisationsformen mit hoher

Bewegungsintensität

Organisationsformen mit hoher

Bewegungsintensität

A: Kleinfeldspiel

-1-1 mit normalem Zählen. Beschäftigt 8 x 2 =16 Spieler in einem Hallendrittel, übrige

Spieler machen Techniktraining oder aktive Pause.

-für Gruppen bis ca. 22 Schüler optimal

sehr intensiv

B: King of the court:

-Wer den Punkt erzielt, darf auf dem Spielfeld bleiben, nächster Gegner steht mit Ball

schon bereit.

-bis zu 8 x 3 = 24 Spieler in einem Hallendrittel

-optimal für Gruppen von 22 -30 Schülern

viel Bewegung, hohe Motivation

E: Doppel: (wie Tischtennis)

-Abwechselnde Ausführung der Anforderung innerhalb des Kleinfeldpiels.

-Wer den Ball gespielt hat, muss das Feld verlassen oder eine Zusatzaufgabe

ausführen während der Partner den Ball spielt.

-8x4 = 32 Spieler in einem Hallendrittel

-optimal für Gruppen mit 32 Schülern

viel Bewegung, aber auch Enge.

Übergeordnete Prinzipien

Belohnung und Strafen

-den Sieger belohnen

Spaßaufgabe z.B. Verlierer trägt Sieger 1 Runde durch die Halle.

Übergeordnete Prinzipien

-Verlierer bestrafen

macht Rumpfkraftübungen in der Anzahl der Punktedifferenz.

-Zusatzaufgaben nach jedem fehlerhaften Ballkontakt:

hinsetzen, Sprung, Drehung, Markierung etc berühren, Liegestütz. Sit-up usw.

-Penalty:

bei jedem Ball, der ohne Abwehrversuch zu Boden fällt doppelte Rumpf Kraftzusatzaufgabe.

Wer durch einen rollenden Ball gestört wird, kann die Aktion wiederholen, muss aber nicht.

-Teamstrafen

Für fehlerhafte Handlung müssen alle Strafen machen, außer der Verursacher

(der zählt dafür die Sit-ups mit)

3


Übergeordnete Prinzipien

Sicherheit und Organisation

-vor einer Pause werden Bälle gesammelt

-herumliegende Gegenstände entfernen

Kurbel, Bodendeckel, Abspannseile

-Klare und kurze Ansagen des Trainers zur

Ankündigung der nächsten Übung

4

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine