Reflexe Ausgabe März 2010 - vdms

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Reflexe Ausgabe März 2010 - vdms

Zeitschrift

für physikalische Therapie

vdms Reflexe

v e r b a n d d e r m e d i z i n i s c h e n m a s s e u r e d e r s c h w e i z

V E R B A N D

M ä r z 2 0 1 0

• IMMUNOLOGIE

Geschichte vom Forschen

• IMMUNDEFEKT

Variables Immundefektsyndrom

(CVID)

• AKUPUNKTUR

Immunsystem und

Akupunktur

• STARKES IMMUNSYSTEM

Ernährung, Stress & Co.

• KURSE 2010

Angststörungen,

Panik und Zwänge

• VERBAND

SVMM –

Übertritt zu vdms

Immunsystem

V E R B A N D P R A X I S

T H E M A


R E F L E X E M ? Ä R Z 2 0 1 0 V I E N R H B A A LT N D

2

THEMA PRAXIS VERBAND

4 IMMUNOLOGIE

Die Geschichte vom Forschen

7 IMMUNSYSTEM

Mechanismen des Immunsystems

8 INFEKTIOLOGIE

Infektanfälligkeit

9 HÄMATOLOGIE

Systemerkrankungen

12 IMMUNDEFEKT

Variables Immundefektsyndrom

(CVID)

14 IMMUNSUPPRESSION

Medizinische Konequenzen im

Leben danach

15 LUNGENFIBROSE

…und das Door-Step-Syndrom

16 ERNÄHRUNG

Gesund durch Essen –

Kreuzallergien

Thema:

Immunsystem

19 ASTHMA

Nofallmassnahmen und

Atemübungen

20 AUTOIMMUNERKRANKUNG

Systemischer Lupus erythematosus

22 STARKES IMMUNSYSTEM

Grippe und Erkältungen,

Infektionen, Allergien

24 ENTSCHLACKUNG

Fettverbrennung u. Entschlackung:

Sinn und Unsinn von Diäten und

Light-Produkten

26 ALLERGIEN

Allergieprävention bei Kindern

Interview mit Prof. Dr. med.

Brunello Wüthrich

28 AKUPUNKTUR

Immunsystem und Akupunktur

von Reto Turnell

30 WEITERBILDUNG

Neue Kurse 2. Quartal 2010:

• Angsstörungen, Panik und

Zwänge

• TCM:

• Schröpfen und Gua Sha

31 • Moxibustion (Moxa)

• Ohrakupunktur

• Krafttraining mit dem Thera-Band

• Kopf- und Gesichtsschmerzen

32 vdms RÜCKBLICK

• Reflektorische Atemtherapie

vom 26.-29. Okt. 2009

• Bereich Weiterbildungen 2009

33 GENERALVERSAMMLUNG

• Einladung zur GV: Sa 27. März‘10

• SVMM – Übertritt zum vdms

34 Verbandsnachrichten

• Krankenkasseninformationen

• eduQua-Zertifizierung

• Mind Cards Dr. Schüssler

35 AGENDA

• Fort- & Weiterbildungen 2010

• Links

I M M U N S Y S T E M

A L L E R G I E N

V E R B A N D

MECHANISMEN

DES IMMUNSYSTEMS

ALLERGIEPRÄVENTION

BEI KINDERN

SVMM –

WILLKOMMEN IM VDMS!

Das zentrale Organ des Immunsystems sind

das Knochenmark und die Thymusdrüse, als

periphere das Lymphsystem mit den Lymphbahnen

und –knoten sowie auch Leber und

Milz. Was aber dort genau passiert, wurde

erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts wirklich

Allergien sind bekanntlich zunehmend und

viele Menschen fragen sich weshalb. Bei

diesen Diskussionen haben Umwelt- und

Ernährungsfaktoren, wie Rauchen und

Alkohol in der Schwangerschaft, das Stillen

und Impfungen für das Atopierisiko einen

erforscht. Dies führte zur Entwicklung von hohen Stellenwert. › Mehr ab S. 26

wirkungsvollen Impf- und Serumtherapien.

› Mehr ab S. 7

Titelbild: Alle unsere Sinne reagieren positiv oder negativ auf bestimmte Reize. © crestock.com

Der SVMM und der vdms gehen bereits seit

Mitte 2009 gemeinsame Verbandswege. Da

sich daraus zahlreiche Synergien ergaben,

wurde beschlossen, noch enger zusammen

zu gehen. An der ausserordentlichen Generalversammlung

des SVMM vom 23.1.2010

wurde der Zusammenschluss einstimmig

gutgeheissen. › Mehr ab S. 33

VO R SC H A U J u n i 2010

THEMA: Sport

Reflexe März 2010


Liebe Leserinnen

und Leser

◗ Jo Marty, Präsident,

für den Vorstand und das

Sekretariat des vdms

I M P R E S S U M

Aktuelle Ausgabe: März 2010

Nr. 140, 31. Jahrgang

Auflage: 1500 Exemplare

Erscheinung: 4mal jährlich

Herausgeber

Verband der medizinischen Masseure der

Schweiz vdms

Schachenallee 29

CH-5000 Aarau

Telefon 062 823 02 70

Fax 062 823 06 22

info@vdms.ch; www.vdms.ch

Redaktion

Verena Biedermann (vb), Leitung

Heidi Kirchhofer (hk)

Beatrice Widmer (bw), Inseratewesen

Johannes Weiss (we)

Preise Abonnement

Inland: Fr. 50.– pro Jahr, inkl. Porto

Ausland: auf Anfrage

Insertionspreise 2010

siehe: www.vdms.ch

Insertionsschluss

Ausgabe Juni 2010: 30. April

Gestaltung

grafik & design, Stäfa

Druck

Druckerei Fasler, Aarau

Udo Jürgens und das Immunsystem

Es war 1972 – Die bisherigen Annahmen

der Wissenschaft mussten aufgrund neuer

Erkenntnisse wieder einmal umgeschrieben

werden. Und zwar wurde erkannt,

dass Nerven-Elektro-Impulse innerhalb

der Neuronen stattfinden und dass zwischen

den Nervenverbindungen nicht

elektrische sondern chemische Substanzen,

so genannte Botenstoffe, kommunizieren.

10 Jahre später wurde es unstrittig,

dass die als Neurotransmitter bekannten

Stoffe nicht nur im Nervensystem sondern

auch im Herzmuskel und im Immunsystem

wirken. Weitere 10 Jahre später galt

es als sicher: Alle Zellen arbeiten mit denselben

Neurotransmittern. Heute zweifelt

man in der Neurologie und Immunologie

nicht mehr daran, dass Vorgänge im Gehirn

alle Zellen erreichen und umgekehrt.

Und zwar wird alles was in einer einzelnen

Zelle vor sich geht in den verschiedenen

Regelsystemen (Nerven-, Hormon-,

Immunsystem) registriert. Somit ist nun

wiederum nicht mehr klar, wo der Unterschied

zwischen dem Nerven-, dem Hormon-

und dem Immunsystem liegt, ausser

natürlich Form und Aufbau der Gewebearten.

Das Immunsystem ist als Regel- und

Kommunikationssystem eines Organismus

diffus im Körper verteilt. Alle Anteile des

Immunsystems sind dennoch miteinander

vernetzt, stimmen sich auf komplexe

Weise aufeinander ab und informieren das

Nerven-/Hormonsystem. Das Ziel dieses

hoch synergetischen, kybernetischen Regelmechanismus

ist jedoch immer dasselbe:

Die Gesunderhaltung des Organismus.

lässt jeden Physiker, u.a. bei der NASA,

ins höchste Staunen geraten. Bedenkt

man, dass es bis heute kein Medikament

und keine Therapie schafft, z.B. einen einfachen

Schnupfen zu heilen (höchstens

das Immunsystem zu unterstützen), so

wird die Fähigkeit des Hausarztes «Körper“

noch erstaunlicher. Hinzu kommt,

dass jeder Mensch über ein ganz individuelles,

nur auf ihn spezifisch und einzig

angelegtes, ausgeklügeltes und in Wissenschaft

und Forschung zu ca. 5 % geklärtes

Immunsystem verfügt. Als geklärt gelten

bisweilen einzig einige (eindrückliche)

Zahlen: 10 12 Zellen (eine Billion) und 10 20

(100 Billionen) Antikörper arbeiten im

24-Stunden Modus hoch kommunikativ

mit den 20'000 – 200'000 Bindungsstellen

an der Oberfläche einer Abwehrzelle

zusammen. Diese Arbeit und ihre Ergebnisse

gehen ohne Zeitverzögerung weiter

an die Nerven, das Gehirn, die Hormone

und von dort an Muskeln, Lymphen, Haut,

Bindegewebe, etc. und geben dem Immunsystem

seine Aufträge, Feedbacks und die

Stimulanz.

Wenn sie den letzten Satz nochmals lesen

dann wird offensichtlich: Auch Gedanken,

Emotionen sind Informationsgeber

an alle Stellen des Immunsystems, ebenso

wie Nahrungsmittel (über Peyersche-

Plaques) wie Farben, Klänge, Hautpflege,

etc.

Oder in leichter Abwandlung eines

Liedrefrains von Udo Jürgens formuliert:

Alles was gut tut, tut dem Immunsystem

gut und somit wieder uns und unserer

Umgebung gut. Also: Tun Sie sich viel Gutes!

Allein die chemisch-physikalische,

Das Immunsystem hat bereits diesen

akustisch-elektrische Komplexität, wie Gedanken aufgenommen und zwar noch

das Immunsystem mit Fremdzellen oder bevor das Bewusstsein den Satz aufschlüsseln

mit fremd gewordenen Körperzellen

konnte.

(Krebszellen, etc.) umzugehen vermag,

Jo Marty l

M E D I M Z I M N U & N G S E Y S C T H E IM C H T E E V D E I R TO B A R N I A D L

3

März 2010 Reflexe


I M M U N O LO G I E T H E M A

4

Immunologie: Die Geschichte vo

Der Begriff immun kommt aus dem

Lateinischen und heisst «geschützt»

oder «unempfindlich». Die Immunologie

ist also die Lehre vom Geschützt

sein vor Krankheiten. Und

hier beginnt auch die überlieferte

Geschichte der Immunologie.

◗ Dr. med. Edgar Remmel

Vor 2500 Jahre bei der attischen Seuche

in Griechenland galt als geschützt und geeignet

für die Versorgung von Erkrankten,

nur wer die Krankheit schon durchstanden

hatte. Dies ist eine der ersten Erwähnungen

immunologischer Phänomene im

europäischen Kulturkreis.

Ich beschütze Dich

Die Geschichte der Immunologie ist

auch die Geschichte des Impfens: Vor

Christus erreichten uns in Europa die ersten

Berichte aus China, die von gezielter Übertragung

von Pocken auf Gesunde berichtete.

Über Indien und die Türkei erreichte

die Valiorations-Technik (alte Technik zur

Immunisierung gegen Viruskrankheiten)

schliesslich im 18. Jahrhundert England.

Sie führte zu einer hohen Todesrate unter

den Behandelten, die allerdings niedriger

war als bei nicht Behandelten. Der Sohn

des englischen Botschafters in Konstantinopel

dürfte der erste Nordeuropäer gewesen

sein, der mittels Variolation vor

Pocken geschützt wurde.

Serologische Immunologie

Kreuzreaktion

Der englische Landarzt Edward Jenner

wird namentlich wohl als Begründer einer

wissenschaftlichen Immunologie gesehen.

1796 impfte er als erster mit der Flüssigkeit

einer Pustel aus Kuhpocken den gesunden

Sohn seines Gärtners, um diesen so vor

der Pockenkrankheit zu schützen. Die so

Geimpften hatten mildere Krankheitsverläufe

als die Infizierten der Pockenerkrankungen

und es gab keine Todesfälle unter

den Erkrankten.

Abgeschwächte Viren

Der französische Wissenschaftler Louis

Pasteur impfte 1885 einem an Tollwut

erkrankten Mädchen mit dem von ihm

entwickelten Impfstoff – abgeschwächte

Louis Pasteur (1822 - 1895),

entwickelte einen Impfstoff gegen Tollwut

Viren – gegen Tollwut. Es war dadurch der

erste Mensch, der eine Tollwutinfektion

überlebte. Mit Pasteur beginnt dann auch

die gezielte immunologische Forschung.

Auch Gift kann schützen

Etwa gleichzeitig arbeitet der deutsche

Robert Koch (Nobelpreis 1905) mit

Tuberkelbakterien und entwickelte das

Tuberkulin, aus dem Toxin (Gift), die für

die Tuberkulose verantwortlichen Keime.

Als Therapeutikum, wie von Koch geplant,

konnte es nicht eingesetzt werden, aber

zur Diagnose der Krankheit und des Impfschutzes

mit dem Tuberkulintest.

Blut ist ein besonderer Saft

Emil von Behring zeigte, dass die Serumreaktion

gegen Gifte des Körpers (sog. Toxine)

an Antitoxine gebunden ist. Zusammen

mit dem Japaner Shibasaburo Kitasato

fand er 1890 im Serum erkrankter Tiere das

Antitoxin und konnte durch Übertragung

dieser Seren zeigen, dass auch die Immunität

übertragbar ist. Diese Entdeckung

ermöglichte eine gezielte Herstellung von

Antiseren, wofür Behring 1901 den damals

neu ausgelobten ersten Nobelpreis für Medizin

und Physiologie erhielt. Mit der Herstellung

des Diphterieserum aus Schafen,

gelang eine 75 %ige Heilung der bis dahin

stets tödlichen Kinderkrankheit.

Des Pudels Kern

Die Überzeugung, dass Substanzen

im Blutserum, die Antitoxine oder später

auch Antikörper genannt, die zentrale

Funktion bei der Abwehr von Infektionen

haben, wurde vor allem durch Emil

von Behring und Paul Ehrlich (Nobelpreis

1908) getragen.

Während bis dato nur die Reaktionen

des Körpers und später die Blutserumreaktionen

auf Erkrankungen beobachtet und

Edward Jenner

(1749 - 1823),

Begründer einer

wissenschaftlichen

Immunologie

Robert Koch (1843 -

1910), entwickelte das

Tuberkulin zur Diagnose

der Krankheit

Emil von Behring

(1854 -1917), der

erste Nobelpreisträger

für Medizin und

Physiologie 1901

genutzt wurden, wurden jetzt erstmals

die Strukturen der Moleküle entdeckt, die

diese Reaktionen bewerkstelligten. Die

Seitenkettentheorie (oder Rezeptorentheorie)

von Paul Ehrlich war der erste Schritt

bei der Aufklärung der Struktur von Antikörpern

und Rezeptoren, der Grundlage

unseres heutigen Verständnisses immunologischer

Reaktionen.

Die Bestimmung des Ichs:

Immunität und Identität

1901 entdeckte der Wiener Pathologe

Landsteiner (damals als Assistenzarzt in

Wien/Nobelpreis 1930) das AB0 Blutgruppensystem

(damals noch ABC genannt).

Dabei beobachtete er, dass durch den Kontakt

des Blutes zweier Menschen oftmals

Verklumpungen entstehen. Gleichzeitig

stellte er fest, dass dies durch den Kontakt

von Blut mit Blutserum geschieht. Landsteiner

entdeckte auch, dass Blut gleicher

Eigenschaft sich nicht gegenseitig zerstört.

Auf Grundlage seiner Arbeiten wurde so

1907 in New York die erste erfolgreiche

Bluttransfusion durchgeführt.

Vater unser

1910 erforschten Prof. Freiherr von

Dungen und der Warschauer Prof. Ludwig

Hirszfeld die Vererblichkeit der Blutgruppeneigenschaften.

Damit leisteten sie auch

einen grossen Teil zur Erforschung des

Vaterschaftsnachweises. Von ihnen wird

erstmals der Zusammenhang zwischen

Immunsystem und Vererbung hergestellt,

also zwischen Immunologie und Genetik.

Des Guten zuviel

Den Begriff der «Allergie» (griech.:

Fremdreaktion) führte der Wiener Kinderarzt

und Medizinprofessor Freiherr von

Pirquet 1906 ein, als er entdeckte, dass Antikörper

nicht nur einen Schutz darstellten,

Reflexe März 2010


m Forschen

Paul Ehrlich

(1854 - 1915),

gilt mit seinen

Forschungen als

Begründer der

Clemens Peter (Freiherr

von) Pirquet

(1874 - 1929), Arzt,

führt den Begriff

Charles Robert

Richet (1850 -

1935), Mediziner,

1913 Nobelpreis

Frank Macfarlane

Burnet (1899 - 1985)

1960 Nobelpreis für

Physiologie oder Medizin

mit Peter Brian

Ilja Iljitsch Metschnikow

(1845 - 1916),

entdeckte die Immun-

Jean Lindemann

(*1924, Schweizer),

Rolf Martin Zinkernagel

(*1944 in

Riehen, BS), Mediziner

und experimen-

I M M U N O LO G I E T H E M A

Chemotherapie

«Allergie» ein

für Medizin

Medawar

abwehr-Mechanismen

Entdecker des Interferon

teller Immunologe

sondern auch Ursache von Überempfindlichkeitsreaktionen

sein können: Mit Ekzemen

und Abstossungsreaktionen bis hin

zum Anaphylaktischen Schock. Im französischen

Sprachraum arbeitete der Pariser

Prof. Charles R. Richet (Nobelpreis 1913)

an der Überreaktion des Immunsystems

der Anaphylaxis (griech.: Überschutz).

Aus eins mach zwei, dann vier,

dann acht: Klonung

Nach dem zweiten Weltkrieg führte

die Entdeckung der Klonung von Antikörpern

durch den australischen Mediziner

Frank M. Burnet (Nobelpreis 1960) und

die Entwicklung der Produktion monoklonaler

Antikörper durch den argentinischen

Biologen César Milstein 1975 (Nobelpreis

1984) den Siegeszug der serologischen

oder humoralen Immunologie.

Die industrielle Produktion monoklonaler

Antikörper begann nach 1979 und

ist die Grundlage der modernen Labordiagnostik

mittels Antigen Antikörperreaktionen

auszulösen. Durch Herstellung gezielter

Antikörper gegen zu diagnostizierende

Stoffe wird heute der Grossteil der labordiagnostischen

Verfahren bestimmt. Im Prinzip

werden dabei Zellkulturen oder Tiere

mit dem zu untersuchenden Stoff geimpft

und die so gebildeten Antikörper als Laborreagens

oder als Medikamente genutzt.

Die Herstellung monoklonalen Antikörper

als Medikamente (sog. MABs: Monoclonal

AntiBodies) begann 1986 mit der

Zulassung von Muromonab-CD3

gegen

Transplantatabstossung und in der Krebstherapie

1995 mit Edrecolomab.

Zellularimmunologie

fressen oder gefressen werden

Die Immunantwort als Leistung von

Blutzellen wurde erstmals von Ilja Metschnikow

beschrieben. Er entdeckte die Antwortreaktion

von weissen Blutkörperchen

auf Bakterien. Bei seinen Forschungen

(1882-1887) an Seeanemonen in Messina

entdeckte er die Aufnahme von Farbstoff

durch Zellen, die so genannte Phagozytose.

So müssen auch Krankheitserreger von

Zellen – die er Makrophagen nannte – umschlungen

und vernichtet werden. Durch

Einstechen von Tannennadeln in Seeanemonen

provozierte er die Bildung von

Macrophagen und somit von Eiter. Metschnikow

war der erste, der die Bedeutung der

zellulären (ausgelöst durch weisse Blutkörperchen)

Immunologie erkannte. Zusammen

mit dem Deutschen Paul Ehrlich

erhielt er 1908 den Nobelpreis für Medizin.

Wer bin ich, und wenn ja wie viele?

Die zelluläre im Unterschied zur humoralen

oder serologischen Immunität

setzte sich aber in der Forschung erst in

den letzten 40 Jahren des 20. Jahrhunderts

im Rahmen der Untersuchungen zur

Transplantationsabstossung durch. Für

ihre Entdeckung, der erworbenen immunologischen

Toleranz der T-Lymphozyten,

erhielten der englische Anatom und Zoologieprofessor

Peter B. Medawar und der

australische Mediziner Frank M. Burnet

(Immuntoleranz / Klonung von Antikörpern)

1960 den Nobelpreis.

Grund Nr. 1

Ich mag dich, ich mag mich nicht

Paul Ehrlich postulierte durch die Begriffsbildung

Horror autotoxicus (Furcht

vor Selbstzerstörung oder Selbstvergiftung),

dass ein Angriff des Immunsystems

auf körpereigene Zellen nicht möglich sei.

Er revidierte diese Aussage später. Aber

erst nach 50 Jahre wurde nachgewiesen,

dass gegen den eigenen Körper gerichtete

Immunreaktionen möglich sind und zu

definierten Krankheitsbildern führen können,

den Autoimmunerkrankungen. Die

entscheidende Prägung dafür findet im

Thymus als Ort der Immunselektion der T-

Zellen statt (von dem Australier J.F. Miller

beschrieben).

1976 setzte der aus Basel stammende

Prof. Rolf Zinckernagel, an der Universität

Zürich, mit der Entdeckung, dass Antigene

nur dann vom Immunsystem entdeckt

werden können, wenn spezielle Rezeptoren

an der Oberfläche der T-Zellen ausgebildet

sind (MHC-Ristriktion) nochmals

einen Meilenstein zur Selbstabgrenzung

und Toleranz. Zusammen mit dem australischen

Veterinärmediziner Peter Doherty

erhielt er dafür 1996 den Nobelpreis.

Auch Zellen haben eine Post:

Die Botenstoffe

Das erste Interferon, entdeckt 1957 von

gute Gründe für Sie, die Mitgliedschaft

10 noch heute zu beantragen!

vdms Weiterbildungsprogramm:

l Qualifizierte Dozentinnen und Dozenten

l spannende, weiterführende u. praxisnahe Kursthemen

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5

März 2010 Reflexe


I M M U N O LO G I E T H E M A

6

Christoph Wilhelm Hufeland

(1762 - 1836), (*1931 in Budapest),

Charles Weissmann

Vertreter des Vitalismus, Schweizer Molekularbiologe

Begründer der Makrobiotik

dem Schweizer Jean Lindemann mit dem

Briten Alick Isaacs, konnte durch die Entdeckung

von Ch. Weissmann in seinem Zürcher

Labor durch die Übertragung von Genen auf

Bakterien 1979 erstmals hergestellt werden.

Als erstes Medikament aus der Gruppe der

Cytokine ging es 1983 in Produktion.

Mit Interferonen und Interleukinen

wurden erstmals immunologische neue

Krebstherapeutika angeboten und mit einem

anderen Cytokin, dem Inhibitor des

Tumornekrosefaktors (TNFI), Rheumatherapien

durchgeführt, wo zuvor Cortison

oder Gold appliziert wurde.

Medicus curat natura sanat:

Der Arzt behandelt, die Natur heilt

Die Aussage von Hippokrates kennzeichnet

die Natur als Heilkraft der Krankheiten.

Dieses Prinzip der Lebenskraft wurde

im 18. Jahrhundert vom Leibarzt der königlichen

Familie von Friedrich Wilhelm III

und erstem Direktor der Charite Christof

W. Hufeland (1732-1836) wieder in den

Vordergrund ärztlichen Handelns gestellt.

In seinen Positionen (hoher Vertreter der

universitären Medizin) plädierte er für die

Unterstützung der Selbstheilungskräfte

durch das damals noch nicht bekannte Immunsystem.

So ist er auch heute die Leitfigur

der naturheilkundlichen Ärzte.

Zwei Seelen wohnen,

ach in meiner Brust!

Die immunologischen Erkenntnisse

zum Beginn des 20. Jahrhunderts brachten

der universitären Medizin mit der Entwicklung

von Impf- und Serumtherapien

und deren Entschlüsselung bis dahin ungekannte

Fortschritte.

Grund Nr. 2

Vielleicht ist es eine Ironie der Geschichte,

dass der grosse immunologische

Wissenschaftler Paul Ehrlich, der 1908 zusammen

mit dem russischen Forscher Ilja

I. Metschnikow den Nobelpreis für die Erforschung

der serologischen und zellulären

Immunologie erhielt, gleichzeitig aber

auch der Erfinder des ersten Chemotherapeutikums,

Salvarsan – einer Arsenverbindung

– zur Therapie der Syphilis war.

Dieses Medikament wurde ab 1910 in

den Farbwerken Hoechst (heute Sanofi-

Aventis) produziert. Also bei derselben

Firma, die mit dem Diphtherie Impfstoff

von Emil von Behring zuvor schon das

erste immunologische Medikament industriell

herstellte. Die Pharmaindustrie war

damit geboren.

Alles ist machbar

oder vielleicht auch nicht

Vielleicht ausgehend von Emil von Behrings

industrieller Herstellung des Diphteriimpstoffes

und Paul Ehrlichs Erfindung

der Chemotherapie mit Salvarsan und der

daraus sich entwickelnden Pharmaindustrie

sowie der rasanten technologischen

Entwicklung zu Beginn des 19. Jahrhunderts

setzte eine Industrialisierung der

Hochschulmedizin ein und somit die Trennung

von den Idealen der Hufelandschen

Medizin. Mit ihrer intensiven Nutzung der

Technik und auch den revolutionären klinischen

Erfolgen in den vielen Bereichen

z.B. Antibiotika, Hormonsubstition: Adrenalin,

Cortison, Östrogen, Antibabypille,

Lokalanästhetika, Narkosen mit langen

Operationszeiten,

Operationstechniken,

Endoprothetik, Transplantationsmedizin,

Röntgendiagnostik, Ultraschalldiagnostik

und später Magnetresonanzdiagnostik,

Strahlentherapie, etc. verdrängte dies das

ärztliche Wissen um die Selbstheilungskräfte

aus den Hörsälen und Lehrbüchern.

Hufelands Medizin, mit dem Dogma

der Unterstützung der Selbstheilungskräfte,

fand ihre Heimat bei Naturärzten,

Heilpraktikern und Badeärzten, die

sich seit Mitte des 19. Jahrhunderts im

deutschsprachigen Raum zu organisieren

begannen und in der Nachkriegszeit einen

gute Gründe für Sie, die Mitgliedschaft

10 noch heute zu beantragen!

vdms Reflexe – Zeitschrift für physikalische

Therapie:

l Schwerpunktthemen l Verbands-Neuigkeiten

l Fachbeiträge l News aus Gesundheit und Politik

Freie Antikörper

docken an

Bakterium an

zweiten Weg begingen, der naturheilkundlich,

alternativ, komplementär oder traditionell

genannt wurde, in Unterscheidung

zur technologischen oder auch heroischen

Medizin der Hochschulen.

Ausschau: nicht alternativ

sondern integrativ

Es ist zu erwarten, dass nach drei Jahrzehnten

Forschung, in denen begonnen

wurde, Natursubstanzen zu kopieren oder

imitieren, es das kommende Jahrzehnt sein

kann, in dem sich die Schüler Rudolf Virchows

(1821-1902/Verfechter einer streng

naturwissenschaftlichen Medizin) und die

Jünger Hufelands (das Milieu des Körpers

ist entscheidend) wieder einigen werden.

Über 150 Jahre nach Hufelands Tod

lernt die moderne Forschungsmedizin langsam

zu verstehen, dass nur die «Lebenskraft»

der Patienten die Immunbefehle der

modernen nicht homotoxischen Arzneimittel

zu einer Genesung umsetzen kann und

kehrt zur Ganzheitlichkeit zurück.

In einer integrativen Medizin werden

erfahrungsheilkundliches Wissen mit

modernster immunologischer Detailforschung

im Bereich der Tumorvakzinierung

sich ergänzen und versuchen, die grossen

Gesundheitsprobleme unserer Zeit zu beantworten.

A U T O R

Fc-Rezeptor der Fresszelle

Die Bindung

des mit Antikörpern

beschichteten

Bakteriums an

die Fc-Rezeptoren

akriviert den

Phagozytosevorgang

Fc-Region

des Antikörpers

Die Fc-Regionen

der Antikörper binden

an die Fc-Rezeptoren

der Fresszelle

Fresszelle frisst mit Antikörpern markiertes Antigen.

Dr. med. Edgar Remmel

Praxisklinik für Integrative Onkologie, Immunlabor,

Im Rot-Kreuz-Zentrum Nürnberg,

Sulzbacher Str. 42, DE-90489 Nürnberg

eMail: clinic@immuntherapie.com

www.immuntherapie.com

l

Reflexe März 2010


Mechanismen des Immunsystems

Als zentrale Organe des Immunsystems

verstehen wir das Knochenmark

und die Thymusdrüse, als

periphere das Lymphsystem mit

Lymphbahnen und -knoten und

auch die Leber und Milz. Dort werden

die Zellen des Immunsystems

B-Zelle

humorale

Immunantwort

Antigen

T-Helferzelle

Aktivierung

Fresszelle

Aktivierung

zellvermittelte

Immunantwort

zytotoxische

Zelle

I M M U N S Y S T E M T H E M A

erzeugt, modifiziert und auch wieder

abgebaut.

◗ Dr. med. Edgar Remmel

Zweierlei Kategorien lassen sich bei einer

kurzen Beschreibung des Immunsystems

aufzeigen:

Einerseits der Unterschied zwischen

angeborenem und erworbenem Immunsystem

und von einem anderen Blickwinkel

die Unterscheidung zwischen der

zellulären (an Zellen gebunden) und serologischen

(durch Antikörper vermittelte)

Immunantwort.

Die Zellen des Immunsystems stammen

von so genannten «pluripotenten

(vielkönnenden) Stammzellen» ab. Embrional

werden diese in der Leber gebildet,

in der späten Embrionalzeit und nach der

Geburt im Knochenmark.

Zunächst werden hier zwei Gruppen so

genannter Vorläufer Zellgruppen gebildet,

die lymphatischen Vorläuferzellen und die

myeoloiden progenitorischen Zellen.

Aus der Gruppe der myeloiden Vorläuferzellen

entwickeln sich neben den roten

Blutkörperchen und den Blutplättchen die

unterschiedlichen Fresszellen (Phagocyten),

die überwiegend zum angeborenen

Immunsystem gehören, das für die Sofortreaktion

innerhalb von Stunden verantwortlich

ist.

Das erworbene System braucht beim

Erstkontakt Tage und Wochen, um die erste

Immunantwort zu liefern.

Es entsteht aus den lymphatischen

Vorläuferzellen. Im Knochenmark werden

die Lymphozyten gebildet, die sich dann

in zwei Hauptgruppen entwickeln:

Die T-Lymphozyten (von Thymus),

verantwortlich für die zelluläre Immunreaktion,

unterteilen sich in die beiden

Gedächtniszelle

infizierte Zelle

Antikörper

Die Funktionsweise des Immunsystems. Die humorale (serologische) Antwort durch

Bildung von Antikörpern und die zelluläre Antwort. Die Bildung von Gedächtnisszellen.

Hauptgruppen der so genannten Helfer-

Neben den Zellen und Antikörpern ist

zellen (CD4/Chefzellen des Immunsystems)

und die Supressor- oder Unterdrückerzellen

oder auch zytotoxische T-Zellen

genannt (CD 8). Darüber hinaus sind die

regulatorischen T-Zellen (CD 25) wichtig,

um vor Autoimmunprozessen zu schützen.

Die natürlichen Killerzellen (CD 56)

nehmen eine Zwischenstellung zwischen

erworbenem und angeborenem Immunsystem

ein, und erkennen und töten vor

allem virusinfizierte Zellen.

Gemeinsam ist den T-Lymphozyten die

Selektion und Prägung in der Thymusdrüse.

Die zweite Gruppe die so genannten

B-Lymphozyten (von Bursa fabriciae/oder

heute Bone marrow) werden auch im Knochenmark

gebildet und dort auch determiniert

(bei Vögeln in der Bursa fabriciae).

Sie wandeln sich nach einer Aktivierung

in Plasmazellen um und geben als solche

gelöste Antikörper ins Blutplasma ab. Sie

können aber auch jahre- bis lebenslang

in Knochenmark und Lymphknoten überdauern

und stellen so ein wichtiges Gedächtnis

der erworbenen Immunantwort

dar.

Die von den Plasmazellen gebildeten

Antikörper binden sich an die als Feind erkannten

Strukturen, z.B. Viren, Bakterien,

Zellbestandteile oder Teile davon (Antigene),

und üben so durch Aneinanderketten

oder Markieren ihre serologische Immunwirkung

aus.

eine weitere Gruppe von Eiweisstoffen für

das Immungeschehen wichtig: Die so genannten

Cytokine, von denen wir ca. 160

kennen. Sie sind die Botenstoffe des Immunsystems.

Die von unterschiedlichsten

Zellen gebildeten kleinen Eiweiss-Moleküle

sind die Sprache der Zellen untereinander,

mit deren Hilfe diese sich koordinieren.

Wie Menschen zur Verständigung ein

Medium brauchen, die Luft zum Sprechen

und Bilden von Wörtern oder den Strom

zur elektronischen Kommunikation, benützen

die Zellen und vor allem die Immunzellen,

die so genannten Cytokine

(auch: Chemokine).

Das erste entdeckte Cytokin war das

Interferon, eine Entdeckung des Zürcher

Jean Lindemann, der in London zusammen

mit dem Briten Alick Isaacs eine

Substanz entdeckte die vireninfizierte

Zellen aussenden, um eine Infektion mit

anderen Viren zu vermeiden. Die ersten

Cytokine wurden als Interferone (α,β,δ,γ,

usw.) bezeichnet, später dann Interleukine

(IL-1, IL-2, IL- 3, etc.), Wachstumsfaktoren,

Tumornekrosefaktoren, Chemokine,

usw. Als man immer mehr entdeckte

wurden sie mit dem Oberbegriff Cytokine

(Zellbeweger) belegt.

l

A U T O R

Dr. med. Edgar Remmel

Praxisklinik für Integrative Onkologie, Immunlabor,

Im Rot-Kreuz-Zentrum Nürnberg

7

März 2010 Reflexe


I N F E K T I O LO G I E T H E M A

8

Infektanfälligkeit

Die Auseinandersetzung von Kindern

l Gedeihstörung im Säuglingsalter, mit

und Erwachsenen mit ihrer

und ohne chronische Durchfälle

l Wiederkehrende tiefe Haut- oder Organabszesse

Umwelt schliesst auch die Auseinandersetzung

mit Infektionserregern

l Zwei oder mehr viszerale Infektionen

(Meningitis, Osteomyelitis, septische

ein. Infektionen «trainieren» unser Arthritis, Empyem, Sepsis)

Immunsystem und hinterlassen in

l Persistierende Candida-Infektionen an

Haut oder Schleimhaut jenseits des 1.

vielen Fällen bleibende Immunität. Lebensjahres

l Chronische Graft-vs-Host Reaktion

◗ Prof. Dr. med. Rainer Weber

(z.B. unklare Erytheme bei kleinen

Säuglingen; bei Auftritt im frühen Säuglingsalter

Das Neugeborene kommt nur mit dem so

genannten "Nestschutz" zur Welt. Dies

sind über die Gebärmutter (= diaplazentar)

von der Mutter übertragene Antikörper,

die dem Kind für ein paar Monate

einen gewissen antiinfektiösen Schutz verleihen.

Diese Leihimmunität verschwindet

in den ersten Lebensmonaten. Parallel

zum Verlust mütterlicher Antikörper beginnt

das Kind, sich aktiv mit Infektionser-

unbedingt analysieren lassen)

l (Rezidivierende) systemische Infektionen

mit atypischen Mykobakterien

(wenn Ausweitung von der lokalen

Form zu einer disseminierten Erkrankung,

muss an HIV-Infektion oder an

einen genetischen Defekt im Bereich

des IFN-γ-Rezeptors, des IL-12-Rezeptors

oder der IL-12-Produktion gedacht

werden)

regern aus seiner Umgebung auseinander

zusetzen.

Hinweise auf mögliche angeborene

Immundefekte

(nach Jeffrey-Modell-Foundation

(JMF) und Wahn 1999)

l Positive Familienanamnese für angeborene

Immundefekte

l Acht oder mehr eitrige Mittelohrentzündungen

(Otitiden) pro Jahr

l Zwei oder mehr schwere Nasennebenhöhlenentzündungen

(Sinusitiden)

pro Jahr

l Zwei oder mehr Lungenentzündungen

(Pneumonien) innerhalb eines Jahres

l Antibiotische Therapie über zwei oder

mehr Monate ohne Effekt

l Impfkomplikationen bei Lebendimpfungen

(insbes. BCG und Polio nach

Sabin)

Für eine erhöhte Infektanfälligkeit

beim Erwachsenen spricht, wenn während

2 Jahren pro Jahr mehr als 3 antibiotikapflichtige

Infekte vorkommen,

die über 3 – 4 Wochen andauern.

Diagnostik bei Infektanfälligkeit

Notwendige Anamnese (u.a.):

l Anzahl der jährlichen Infekte

l Häufigkeit der Antibiotikagaben (von

Patient und betreuendem Arzt abhängiges

Kriterium)

l Allergien

l Nikotingewohnheiten und bekannte lokale

Probleme (Nasenatmung, Mittelohrentzündung,

Sinusitis, Voroperationen)

l medikamentöse Therapie

l Familienanamnese

l Alkohol

l Diabetes

Differentialdiagnostisch muss vor einer

z.T. teuren und aufwändigen immunologischen

Labordiagnostik immer an lokale

Störungen gedacht werden. Insbesondere

Infektionen, die immer wieder am gleichen

Ort auftreten, sprechen eher für ein

lokales Problem als für einen angeborenen

Immundefekt. Beispiele hierfür sind:

Infektionsort Mögliche Ursache

Obere Obere Atemwege

Atemwege Nasenfremdkörper

Choanalatresie

Adenoide

Allergische Rhinitis

Chronische Nasennebenhöhlenentzündung

Nasenpolypen

Ohren Adenoide

Untere Zystische Fibrose

Atemwege Ziliendyskinesiesyndrom

Bronchopulmonale Dysplasie

Asthma bronchiale

Ösophagotracheale Fistel

Bronchialfehlbildungen

Fremdkörperaspiration

Haut Ekzem, Verbrennungen

Meningen Neuroporus, Liquorfistel

Harnwege Reflux, Fehlbildungen

Eine Infektanfälligkeit mit häufigen

Infektionen des oberen Atemwegtraktes

können in Verbindung stehen mit einer begleitenden

oder zugrundeliegenden chronischen

Nasennebenhöhlenentzündung

(Rhinosinusitis) oder einer allergischen

Rhinitis. Häufigere oder länger dauernde

Entzündungen der Nasennebenhöhlen

können durch Engstellen im Bereich der

Ausführungsgänge der Nasennebenhöhlen

begünstigt oder verursacht werden.

Besteht der klinische Verdacht, dass

eine Abwehrschwäche vorliegen könnte,

die nicht auf lokale Ursachen zurückzuführen

ist, wird man eine orientierende

Labordiagnostik durchführen. Die Tests

müssen sich nach den Problemen des Patienten

richten, nicht umgekehrt! l

Quelle: www.rainerweber.de

Unterschiede zwischen physiologischer und pathologischer Infektanfälligkeit

Eigenschaft der Infektionen

Physiologische Infektanfälligkeit

Pathologische Infektanfälligkeit

Häufigkeit

Schweregrad

Verlauf

Bleibende Folgen

Rezidiv mit demselben Erreger

Opportunistische Infektion

Max. 8 Minor-Infektionen* pro Jahr bis

zum Kleinkindesalter, danach seltener

leicht, Minor-Infektionen*

akut

nein

nein

Nein

≥ 8 Minor-Infektionen* pro Jahr bis zum

Kleinkindesalter und darüber hinaus

schwer, Major-Infektionen**

chronisch, wiederkehrend

ja

ja

ja

* z.B. grippale Infekte, Mandelentzündung (Tonsillitis), akute Infekte

der oberen Atemwege, Mittelohrentzündung (Otitis media)

** Lungenentzündung (Pneumonie), Sepsis, Hirnhautentzündung (Meningitis), Zellulitis,

Osteomyelitis, septische Arthritis, Empyem, tiefe Viszeralabszesse (nicht zervikale Lymphknoten)

Reflexe März 2010


Hämatologische

Systemerkrankungen

Mit seinen vielfältigen Transport- und

Verknüpfungsfunktionen stellt das

Blut die Funktionalität des menschlichen

Körpergewebes und der Organe

sicher. Daher hat jede Störung

direkte Folgen auf die Gesundheit.

Krankheitsbilder, -verlauf und

Prognose lassen sich nur durch

umfassende diagnostische

Untersuchungen feststellen.

H Ä M ATO LO G I E T H E M A

Alle Blutzellen entwickeln sich unabhängig

von ihrer späteren Funktion aus

gemeinsamen Vorläuferzellen, den so genannten

Stammzellen. Diese reifen im roten

Knochenmark und im lymphatischen

Diese Bezeichnung fasst eine grosse Zahl

durchgeführt werden. Eine stationäre Auf-

9

Gewebe des Körpers (Lymphknoten,

unterschiedlicher Erkrankungen zusam-

nahme in die Klinik wird nur dann not-

Milz, Mandeln, Thymusdrüse und Darm-

men – von aggressiven über niedrig ma-

wendig, wenn der Zustand des Patienten

schleimhaut) zu voller Funktionsfähigkeit

ligne (weniger bösartige) oder indolente

sich rapide verschlechtert oder ein schnel-

aus und werden dann in die Blutbahn ent-

(langsam fortschreitende, nicht akute)

ler Therapiebeginn nötig ist.

lassen. Wenn in diesem komplexen Prozess

Störungen auftreten, kann es zur Entartung

und unkontrollierten Vermehrung

von Zellen im Blut und in den lymphatischen

Organen kommen. Je nach Zelltyp

und Entwicklungsstadium entstehen dann

unterschiedliche Krankheitsbilder und

-verläufe.

Krebszellen im Lymphsystem

Da lymphatisches Gewebe an vielen

Formen. Maligne Lymphome sind relativ

selten: Pro Jahr erkranken in Deutschland

etwa 5’850 Männer und 6’250 Frauen an

den verschiedenen NHL.

Trotz intensiver Forschung sind die

Ursachen der Lymphomentstehung bisher

noch ungeklärt. Auch gibt es keine

spezifischen Krankheitszeichen, so dass

die meisten Lymphome auch nur zufällig

entdeckt werden, z. B. bei einer Routine-

Untersuchung.

Krankengeschichte und körperliche

Untersuchung: Die Anamnese gibt Aufschluss

über die Geschwindigkeit, mit

der sich Lymphknotenvergrösserung und

Beschwerden entwickelt haben. Bei den

körperlichen Untersuchungen wird besonders

auf Lymphknoten und lymphatisches

Gewebe im Nasen-Rachen-Raum geachtet;

meist werden auch Ultraschallaufnahmen

gemacht.

Stellen des Körpers vorkommt, können

auch bösartige Veränderungen in fast jedem

Teil des Körpers ausbrechen. Der

Krebs kann sich in fast jedem Organ oder

Gewebe im Körper ausbreiten, einschliesslich

Leber, Knochenmark, Milz und Nase/

Rachen. Die verschiedenen Lymphomtypen

zeigen wesentliche Unterschiede im

Krankheitsverlauf und benötigen ganz

unterschiedliche Behandlungsstrategien –

vom abwartenden Beobachten ohne Therapie

bis hin zu den stärksten Chemotherapie-Formen.

Non-Hodgkin-Lymphom – Krankheit

mit vielen Ausprägungen

Bei den vielfältigen Formen der Non-

Mögliche Symptome: Anzeichen für ein

Lymphom sind Lymphknotenschwellung

über einen längeren Zeitraum, Leistungsschwäche,

Müdigkeit und Appetitlosigkeit.

Auch unklare Druckschmerzen, Schwellungen

und eine erhöhte Infektanfälligkeit

können Hinweise auf eine Erkrankung

sein. Hinzu kommen häufiges oder anhaltendes

Fieber über 38 Grad, nächtliches

Schwitzen sowie unklarer Gewichtsverlust

von mehr als zehn Prozent des Körpergewichts

in sechs Monaten.

Diagnose des Lymphoms: Wenn Verdacht

auf ein Lymphom besteht, müssen

sich Patienten auf relativ umfangreiche

Untersuchungen einstellen. Diese sind nö-

Blutuntersuchungen: Bei malignen

Lymphomen zeigt sich eine Verschiebung

im Verhältnis von roten und weissen Blutkörperchen

sowie der Blutplättchen; bei

einigen Lymphomtypen finden sich auch

im Blut Lymphomzellen.

Untersuchung der Lymphknoten:

Zum Nachweis von Krebszellen wird ein

Lymphknoten entnommen und in hoch

spezialisierten Labors untersucht. Auch

die Entnahme und Untersuchung von

Knochenmarkproben aus dem Becken (Beckenkammpunktion)

gehört zum Untersuchungsprogramm.

Bei Verdacht auf den

Lymphombefall eines inneren Organs werden

auch hier Gewebeproben entnommen.

Hodgkin-Lymphome (NHL) lassen sich

tig, um die Diagnose zu sichern und um

Lumbalpunktion: Ist das Zentralner-

Krankheitsbilder, -verlauf und Prognose

festzustellen, welche Form der Erkran-

vensystem von Lymphomzellen ange-

nur durch umfassende diagnostische Un-

kung genau vorliegt und wie weit sie sich

griffen, lässt sich dies in einer Probe des

tersuchungen feststellen. Das NHL gehört

im Körper ausgebreitet hat.

Nervenwassers (Liquor) nachweisen, die

zur Gruppe der «malignen Lymphome»

Die meisten Untersuchungen können

mit Hilfe einer Lumbalpunktion (Liquo-

(bösartige

Lymphknotengeschwülste).

ambulant oder in einer Facharztpraxis

rentnahme aus dem Rückenmarkskanal in

März 2010 Reflexe


H Ä M ATO LO G I E T H E M A

10

örtlicher Betäubung) entnommen wird. Ist

das Zentralnervensystem betroffen – was

vor allem bei aggressiven Lymphomen der

Fall sein kann – wird eine spezielle Therapie

eingeleitet.

Beurteilung der Krankheitsausdehnung:

Wenn der Lymphomtyp feststeht,

benötigt der Arzt zur Planung der Behandlung

weitere Diagnostik, um das Ausmass

der Erkrankung einzuschätzen.

l Bildgebende Verfahren

Ultraschall, Computertomographie

oder Kernspintomographie liefern Bilder,

die den Befall der Lymphknoten

genau zeigen und dem Arzt wichtige

Hinweise für das so genannte Staging,

die Beurteilung der Krankheitsausdehnung,

liefern.

Stadieneinteilung und Klassifikation:

Die Ergebnisse der Untersuchungen

liegen meist nach einigen Tagen vor und

bilden die Grundlage des individuellen

Behandlungsplans. Mediziner und Lymphomspezialisten

arbeiten dabei mit einer

international gültigen Klassifikation, die

die Ausbreitung der Erkrankung eindeutig

und für jeden behandelnden Arzt nachvollziehbar

beschreibt.

Chronische lymphatische Leukämie

– wenn sich Lymphzellen

krankhaft vermehren

Die chronische lymphatische Leukämie

(CLL) ist die häufigste Form der Leukämie.

75% der Patienten sind über 60

Jahre alt. Aufgrund der unspezifischen

Krankheitssymptome erfolgt die Diagnose

oft nur zufällig.

65 Jahren, wobei Männer etwa zwei- bis

dreimal häufiger betroffen sind als Frauen.

Da die CLL nur sehr langsam fortschreitet

und zunächst kaum Beschwerden verursacht,

wird sie oft nur zufällig entdeckt.

Die Patienten leben meist mehrere Jahre

mit der Erkrankung, ohne im Alltag sehr

eingeschränkt zu sein.

Bei der chronischen lymphatischen

Leukämie (CLL) handelt es sich um eine

chronisch verlaufende Form der Erkrankung,

bei der die Lymphozyten entarten.

Die CLL wird daher nicht zur Krankheitsgruppe

der Leukämien gezählt, sondern

zu den Lymphomen (Non-Hodgkin-Lymphom).

Symptome: Lymphknotenschwellung

über einen längeren Zeitraum, Milz- und

Lebervergrösserung, Leistungsschwäche,

l Szintigraphie

Das Wort «Leukämie» bedeutet über-

Müdigkeit und Appetitlosigkeit. Auch

Haben Patienten möglicherweise Lym-

setzt «weisses Blut» und verweist auf

Blutarmut, Blässe und Schwindel sowie

phomherde im Skelett, wird eine Ske-

die krankhaft erhöhte Zahl weisser Blut-

eine erhöhte Infektanfälligkeit, unklares

lettszintigraphie mit schwach radioak-

körperchen im Blut der Betroffenen. Das

Fieber und Hautveränderungen können

tiven Substanzen durchgeführt.

mittlere Erkrankungsalter für CLL liegt bei

ebenfalls auf die Krankheit hinweisen.

I N S E R AT E

Reflexe März 2010


H Ä M AT O L O G I E

Die Forschungsbereiche der Hämatologie

(griech. αιμα haima «Blut») sind Krankheiten des

Blutes und der Blut bildenden Organe. Häufige

Blutkrankheiten sind die akute und chronische

Leukämie (Blutkrebs) sowie bösartige Veränderungen

der Lymphknoten (Lymphome).

Lebensqualität lässt sich sicherstellen:

Bei manchen Betroffenen ist die Lebenserwartung

nicht eingeschränkt («ruhende

CLL»). Bei ihnen wird nach dem «watch

krankung. Durch eine gestörte Funktion

der B-Lymphozyten werden anstelle funktionsfähiger

Antikörper so genannte «Myelomproteine»

gebildet, die massenhaft im

Blut und im Urin nachweisbar sind.

Beim MM ist auch die Knochensubstanz

beeinträchtigt. Anders als bei anderen

Non-Hodgkin-Lymphomen finden

sich hier auch Lymphomzellen im Skelett.

Diese können osteoporose-ähnliche

Krankheitsbilder mit Knochenschmerzen

und Knochenbrüchen hervorrufen. Die

Myelomproteine beeinträchtigen auch

einer individuell angepassten Schmerzbehandlung

mit schmerzlindernden Mitteln

werden Bestrahlungen und Medikamente

verabreicht, die den Knochenabbau hemmen.

Ausserdem werden Infektionsanfälligkeit

und Blutarmut behandelt.

Meningeosis lymphomatosa

– Gefährliche Begleiterscheinung

von Lymphomen

Die Meningeosis lymphomatosa tritt

bei ca. 5 % aller NHL-Patienten auf. Die

lymphomatöse Meningitis tritt bei 5-8%

H Ä M ATO LO G I E T H E M A

and wait»-Prinzip ein «sorgfältig kontrol-

gelegentlich die Nierenfunktion, so dass

der Malignompatienten auf, Tendenz stei-

lierendes Abwarten» praktiziert. Erst wenn

häufig Harnwegsinfekte auftreten.

gend. Durch oft schwere neurologische

die Erkrankung zu einer deutlichen Leistungsminderung

führt und Beschwerden

bereitet oder sich das Blutbild deutlich

verschlechtert, beginnt die Therapie.

Therapie: Das wichtigste Therapieziel

ist der Erhalt der Lebensqualität der Patienten

und die Lebensverlängerung. Therapieentscheidungen

werden deshalb nach

individueller Krankheitsausprägung und

Wünschen der Patienten getroffen. Je nach

Schweregrad kommen entweder Chemotherapie-Formen

mit Tabletten oder Infusionen,

Antikörper gegen die Lymphomzellen,

Kombinationen von Chemotherapien

oder hoch dosierte Chemotherapien mit

Stammzell- oder Knochenmarktransplan-

Therapieformen: Im frühen Stadium

gilt «watch and wait» – also abwartendes

Beobachten der Krankheitsentwicklung.

Bisher gab es keinen Beleg dafür, dass beschwerdefreie

Patienten von einer frühen

Behandlung profitieren oder dass sich der

Verlauf der Krankheit durch frühe Behandlung

verbessern lässt.

Bei fortschreitender Krankheit oder

Nierenproblemen durch das verdickte Blut

wird eine Chemotherapie durchgeführt.

Im späteren Stadium wird meist eine

hoch dosierte Chemotherapie mit einer

Stammzelltransplantation kombiniert, wobei

die eigenen Stammzellen des Patienten

genutzt werden (autologe Transplantati-

Symptomatik und Komplikationen wird

die Lebensqualität der Betroffenen stark

eingeschränkt.

Die Meningeosis lymphomatosa ist

eine lebensbedrohliche Komplikation von

Lymphomen, bei der die Krebszellen über

die Rückenmarksflüssigkeit in die Hirnhäute

vordringen.

Insgesamt ist die Meningeosis lymphomatosa

ein relativ seltenes Krankheitsbild.

Sie wird bei etwa 7 - 15 % der Patienten

mit bösartigen Lymphomen – meistens

erst im späten Krankheitsverlauf – diagnostiziert.

Insgesamt tritt die lymphomatöse

Meningitis bei weltweit etwa 10’000

Patienten auf.

11

tationen zum Einsatz.

on). Alternativ zur hoch dosierten Chemo-

Symptome: Die lymphomatöse Menin-

Dabei ist eine gute begleitende Be-

therapie oder Stammzelltransplantation

gitis verläuft anfangs oft ohne Symptome

handlung wichtig, um die Lebensqualität

kann auch eine Therapie mit einer Kombi-

und wird deshalb meist erst spät entdeckt,

der Betroffenen zu verbessern und Neben-

nation aus Zytostatikum und «Kortison» in

wenn plötzlich Übelkeit, Erbrechen, Kopf-

wirkungen zu minimieren. Die meisten

Tablettenform durchgeführt werden.

, Nacken-, Rückenschmerzen, Lähmungen

Beschwerden lassen sich durch Medikamente

lindern und viele Patienten sind

nach der Therapie frei von Nebenwirkungen

oder Spätfolgen.

Nicht alle Myelompatienten sprechen

gleich gut auf eine Therapie an. Langfristig

muss die Mehrzahl der Patienten mit

einem Rückfall rechnen, auch wenn mit

oder sogar Krampfanfälle auftreten. Ein

schneller Therapiebeginn entlastet den Patienten

und verbessert seine Prognose für

die verbleibende Lebenszeit.

Mögliche Spätfolgen:

der ersten Behandlung ein Erfolg bzw. ein

Therapie: Um die erkrankten Gehirn-

l Abgeschlagenheit und Erschöpfung

gutes Ansprechen auf das Medikament zu

regionen zu erreichen, muss das Medi-

(Fatigue)

verzeichnen war.

kament in die Rückenmarksflüssigkeit

l Abbau von Muskelmasse durch Scho-

injiziert werden. Dank einer neuen Depot-

nung und geringe Belastbarkeit

Begleitende Behandlung: Unterstützen-

form ist diese komplizierte Behandlung

l Infektionsanfälligkeit

de Behandlungsmassnahmen sind für Pa-

nur noch alle 2 Wochen nötig.

l

l Einschränkungen der Fruchtbarkeit

tienten mit MM besonders wichtig. Neben

Quelle: www.mundipharma.de

Multiples Myelom – Überproduktion

kranker B-Lymphozyten

Das Multiple Myelom (MM)/Plasmozytom

ist gekennzeichnet durch eine klonale

Infiltration maligner Plasmazellen des

blutbildenden Knochenmarks. Typisch sind

Herde im Knochenmark. Das MM oder Plasmozytom

ist eine sehr häufige Blutkrebser-

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März 2010 Reflexe


I M M U N D E F E K T T H E M A

Variables Immundefektsyndrom

(CVID)

Das variable Immundefektsyndrom (Common Variable

Immunodeficiency = CVID) ist eine chronische Erkrankung,

die auf einer Fehlsteuerung des Abwehrsystems

beruht. Wie der Name sagt, sind die Ursachen und

Auswirkungen der Erkrankung variabel.

12

◗ Prof. Dr. Stephan Ehl

In erster Linie können Antikörper nicht

in ausreichender Menge und Qualität gebildet

werden. Dies führt dazu, dass sich

der Körper gegen Infektionen nicht so gut

wehren kann. Das betrifft vor allem bakterielle

Infektionen der Atemwege (Mittelohrentzündungen,

Nebenhöhlenentzündungen,

Entzündungen der Bronchien

und der Lunge), manchmal aber auch

Infektionen mit Viren (z.B. Herpes) oder

Pilzen (z.B. Mundsoor oder Nagelpilz).

Auch Durchfallerkrankungen sind häufig.

Die Fehlsteuerung kann sich auch dadurch

äussern, dass sich das Abwehrsystem gegen

den eigenen Körper richtet. Es kommt

dann zu Autoimmunerkrankungen, die

vor allem gegen Blutzellen, manchmal

auch gegen Haut, Gelenke, Augen oder

die Schilddrüse gerichtet sind. Bei einigen

Patienten schwellen Lymphdrüsen,

Leber oder Milz an oder es bilden sich in

verschiedenen Organen kleine (gutartige)

Knötchen (Granulome).

Die CVID-Erkrankung ist nicht bei

jedem Patienten gleich. Der Beginn der

Krankheitserscheinungen kann im Kindesalter

oder aber erst im Erwachsenenalter

liegen. Das Ausmass der Infektneigung

oder der Autoimmunerscheinungen kann

sehr unterschiedlich sein. Auch der Verlauf

der Erkrankung ist von Patient zu Patient

sehr verschieden.

Häufigkeit der Erkrankung

CVID ist eine seltene Erkrankung. Sie

tritt in Deutschland ungefähr bei 1 von

100’000 Personen auf.

Die Behandlung

bei der CVID-Erkrankung besteht in erster Linie aus

dem Ersatz der fehlenden Antikörper durch Infusionen.

Ursachen der Erkrankung

Die Ursachen der CVID-Erkrankung

sind noch nicht gut verstanden. Wahrscheinlich

ist die Veranlagung zu der

Erkrankung in den meisten Fällen angeboren.

Bei einigen Patienten liegt eine

eindeutige genetische Erkrankung vor.

Das bedeutet, dass der Bauplan (Gen)

für ein Eiweiss (Protein) einen Fehler hat

und damit das Protein nicht mehr in der

in der richtigen Form oder gar nicht mehr

gebildet werden kann. Bei manchen CVID-

Patienten liegt ein Fehler in einem der

Gene vor, die für die Bildung einer ausreichenden

Menge hochwertiger Antikörper

notwendig ist. Ohne die aus diesen Genen

hervorgehenden Proteine können die Abwehrzellen,

die für die Bildung von Antikörpern

verantwortlich sind (B-Lymphozyten),

nicht richtig arbeiten. Manchmal

fällt der Beginn der Krankheitserscheinungen

bei CVID auch mit einer Infektion oder

mit der Einnahme von bestimmten Medikamenten

zusammen. Wahrscheinlich ist

aber auch in diesen Fällen eine bestimmte

Veranlagung bereits vorher vorhanden.

Mögliche Erbkrankheit

Bisher kann nur in einem Teil der

Fälle eine erbliche Ursache der CVID-Erkrankung

festgestellt werden. Wenn eine

Erbkrankheit vorliegt, bedeutet das, dass

der Patient von Mutter und/oder Vater das

fehlerhafte Gen geerbt hat. Jeder Mensch

besitzt von jedem Gen zwei Stück, eines

vom Vater und eines von der Mutter. Für

die meisten Erbkrankheiten ist es nötig,

dass beide Gene fehlerhaft sind, da ein

gesundes Gen in der Regel ausreicht, genügend

gesunde Proteine herstellen zu

können. Wenn eine erbliche Form der

CVID-Erkrankung festgestellt wird, ist es

möglich, abzuschätzen, wie gross das Risiko

einer Erkrankung für weitere Kinder

oder andere Familienmitglieder sein wird.

In den meisten CVID-Fällen ist hierzu jedoch

keine Aussage möglich.

Feststellung der Erkrankung

Es gibt keinen einfachen Bluttest, um

die CVID-Erkrankung festzustellen. In der

Regel sind mehrere Blutuntersuchungen

notwendig, deren Ergebnisse dann gemeinsam

mit einer sehr sorgfältig erhobenen

Krankengeschichte beurteilt werden

müssen. Manchmal sind auch feingewebliche

Untersuchungen, z.B. an einem

Lymphknoten, erforderlich, gelegentlich

ist es sinnvoll, eine Knochenmarksuntersuchung

durchzuführen. Es ist möglich,

im Blut nachzusehen, ob Antikörper im

Blut in ausreichender Menge vorhanden

Reflexe März 2010


sind. Es muss dann festgestellt werden,

ob der geringe Blutspiegel durch einen

Verlust (über Urin oder Stuhl) oder durch

eine verminderte Bildung verursacht wird.

Es ist auch wichtig, festzustellen, ob der

Patient Antikörper bilden kann, wenn er

sich mit einer Infektion oder einer Impfung

auseinandersetzt. Hierbei kann auch

eine Testimpfung mit anschliessender Erfolgskontrolle

sinnvoll sein. Für die genauere

Einordnung der CVID-Erkrankung

können die Blutzellen, die an der Antikörperbildung

beteiligt sind, im Reagenzglas

untersucht werden. Gentests können helfen,

festzustellen, ob eine erbliche Form

der Erkrankung vorliegt.

Behandlungsmöglichkeiten

Die Behandlung bei der CVID-Erkrankung

besteht in erster Linie aus dem

Ersatz der fehlenden Antikörper durch

Infusionen. Da die Antikörper nach einer

gewissen Zeit im Körper abgebaut

werden, müssen die Infusionen regelmässig

wiederholt werden. Die Infusionen

können entweder über die Vene erfolgen

(alle 4 Wochen) oder mit einer Pumpe unter

die Haut verabreicht werden (2x/Woche).

Die Handhabung der Pumpe kann

für den Heimgebrauch erlernt werden.

Mehr Informationen zur Antikörperersatztherapie

gibt es in einem separaten API-

Merkblatt*). Bei vielen Patienten genügen

die Antikörper-Infusionen, um die Infektneigung

zu kontrollieren. Manchmal ist jedoch

auch eine Dauerbehandlung mit Antibiotika

notwendig. Bei einigen Patienten

mit CVID stehen eher Autoimmunerkrankungen

oder eine Vergrösserung von Milz,

Leber oder Lymphknoten im Vordergrund.

Diese Organvergrösserung kann solche

Ausmasse annehmen, dass man mit Cortison

versuchen muss, die Grösse wieder zu

reduzieren. Manchmal ist eine operative

Milzentfernung notwendig. Auch für die

Behandlung der mit CVID verbundenen

Autoimmunerkrankungen kann Cortison

notwendig sein. Hier kommen auch andere

Medikamente zum Einsatz, die das fehlgesteuerte

Immunsystem unterdrücken.

Lungenerkrankungen auf dem Boden der

wiederholten Infektionen. Es sollten regelmässige

Lungenuntersuchungen durchgeführt

werden. Es besteht bei CVID-

Patienten auch ein erhöhtes Risiko, an

Lymphdrüsenkrebs oder an Magenkrebs

zu erkranken. Entsprechende Vorsorgeuntersuchungen

sind daher notwendig.

Wirkung von Impfungen

Die Wirkung von Impfungen besteht

darin, die Bildung von Antikörpern anzuregen.

Wenn diese Antikörperbildung (wie

bei CVID-Erkrankungen) gestört ist, sind

Impfungen nur von begrenztem Nutzen.

Impfungen mit Lebendimpfstoffen (Masern,

Mumps, Röteln, BCG/Bacillus-Calmette-Guérin)

sollten daher nicht durchgeführt

werden, da sie bei geschwächtem

Abwehrsystem auch schaden können.

Schädliche Wirkungen durch Todimpfstoffe

sind nicht zu befürchten. Manchmal

kann eine Impfung mit einem Todimpfstoff

wichtige Hinweise für die Einschätzung der

CVID-Erkrankung geben. Ob weitere Impfungen

mit Todimpfstoffen sinnvoll sind,

muss im Einzelfall mit dem behandelnden

Arzt besprochen werden. Eine jährliche

Impfung von engen Kontaktpersonen mit

dem Influenza-Impfstoff ist sinnvoll.

Kinder im Kindergarten resp. in

der Schule

Kinder mit CVID-Erkrankung können

Kindergarten und Schule uneingeschränkt

besuchen. Bei ausgeprägter Vergrösserung

der Milz sollten bestimmte Vorsichtsmassnahmen

eingehalten werden, die im Einzelnen

mit dem behandelnden Arzt besprochen

werden sollten.

Heilung der Erkrankung

Die CVID-Erkrankung kann bisher

nicht geheilt werden. Die Erkrankung

ist chronisch, d.h. sie dauert lebenslang.

Durch die Antikörperersatztherapie können

aber die meisten CVID-Patienten als

Erwachsene ein ganz normales Leben führen.

l

A U T O R

Z i e l e d e r A P I

Die Ziele der API sind die Verbesserung der

Früherkennung von immunologischen Erkrankungen,

die Erforschung ihrer Entstehung

sowie die Gewährleistung und Weiterentwicklung

der Therapie. Hierzu gehören neben den

angeborenen oder erworbenen Immundefekten

die Bereiche Immundysregulation

(Autoimmunität, inflammatorische Syndrome,

Allergie), Infektionsimmunität (Immunpathologie

bei Infektionen, immunologischen

Grundlagen von Impfungen) sowie Immuntherapie

(Immunsuppression, Behandlung mit

immunologisch aktiven Zellen/Substanzen).

Hinweis: Der vorliegende Artikel hat der

Verfasser im Auftrag des Zentrums für

Chronische Immundefizienz der Universtätsklinik

Freiburg i. Brsg. verfasst.

*) http://www.uniklinik-freiburg.de/cci/

live/patienten/infoblaetter/CVID.pdf

Wenn die Antikörperbildung

(wie bei CVID-Erkrankungen) gestört

ist, sind Impfungen nur von

begrenztem Nutzen.

Prof. Dr. Stephan Ehl

CCI – Centre of Chronic Immunodeficiency

Universitätsklinikum Freiburg

DE-79106 Freiburg

eMail: stephan.ehl@uniklinik-freiburg.de

I M M U N D E F E K T T H E M A

13

Langfristige Entwicklung und

Prognose

Die Prognose der CVID-Erkrankung

ist durch die Möglichkeit der Antikörperersatztherapie

insgesamt gut. Probleme

bereiten langfristig vor allem chronische

Grund Nr. 4

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März 2010 Reflexe


I M M U N S U P P R E S S I O N T H E M A

14

Immunsuppression: Medizinische

Konsequenzen im Leben danach

Die ersten erfolgreichen Lebendspenden Operationen in der Schweiz

liegen erst rund 50 Jahre zurück. Die grössten Probleme stellte stets das

Immunsystem dar, das mit der Abstossung des neuen Organes oder Gewebes

reagierte. Die Entwicklung hat grosse Fortschritte gemacht, trotzdem

ist und bleibt die Immunsuppression das zentrale Thema.

Um das Abstossungsrisiko bei Transplantationen

zu minimieren, wird ein Spenderorgan

gesucht, das hinsichtlich verschiedener

Merkmale möglichst gut zum

Empfänger oder zur Empfängerin passt.

Eine besonders wichtige Rolle spielen

jedoch die immun-suppressiven Medikamente,

welche absolut zuverlässig eingenommen

werden müssen. Diese Mittel

führen zu einer künstlichen Schwächung

des Immunsystems und verhindern so,

dass transplantierte Organe, Gewebe oder

Zellen vom Abwehrsystem attackiert und

abgestossen werden. Immunsuppressiva

müssen dauerhaft eingenommen werden.

Ein Nachteil der immunsuppressiven

Behandlung besteht darin, dass das Abwehrsystem

Krankheitserreger wie Bakterien

und Viren nicht mehr so gut bekämpfen

kann. Auch abnorme Zellen, die

zu Tumoren führen können, werden nicht

mehr so gut erkannt und beseitigt. Eine

immunsuppressive Therapie muss deshalb

mit grosser Fachkenntnis und viel Fingerspitzengefühl

durchgeführt werden, damit

einerseits die transplantierten Organe, Gewebe

oder Zellen ausreichend geschützt

werden und andererseits das Infektions-

und Tumorrisiko so gering wie möglich

gehalten wird.

Wenn eine immunsuppressive Therapie

nicht wirksam ist oder wenn der Patient

die Medikamente nicht zuverlässig

einnimmt, kommt es zu Abstossungsreaktionen.

Experten unterscheiden 3 Arten von

Abstossungsreaktionen:

Hyperakute Abstossung

Die hyperakute Abstossung tritt noch

während der Transplantationsoperation

oder in den ersten Stunden danach auf. In

den meisten Fällen kann das Organ nicht

erhalten werden. Dank der gezielten Empfängerauswahl

ist eine hyperakute Abstossung

heute extrem selten.

Akute Abstossung

Die akute Abstossung ist eine häufige

Form der Abstossungsreaktion. In den ersten

2 bis 3 Monaten nach der Transplantation

ist das Risiko einer akuten Abstossung

am höchsten. Sie kann aber noch

nach einem Jahr oder später und auch

wiederholt auftreten. Durch die ständige

Einnahme von Immunsuppressiva kommt

es jedoch nur selten zu ausgeprägten Symptomen.

Häufiger sind leichte Verläufe, bei

denen der Patient nur geringe oder gar keine

Symptome bemerkt.

Bei der akuten Abstossung sammeln

sich zur Abwehr befähigte Zellen (Lymphozyten)

im transplantierten Organ, wo

sie Blutgefässe und Gewebe schädigen. Ob

z.B. in einer transplantierten Niere eine

akute Abstossungsreaktion abläuft, kann

nur durch eine Biopsie mit Sicherheit

festgestellt werden. Hierbei entnimmt der

Arzt mit der Biopsienadel eine kleine Gewebeprobe,

die mikroskopisch untersucht

wird. Zum Glück lassen sich akute Abstossungsreaktionen,

die frühzeitig erkannt

wurden, meist erfolgreich behandeln, indem

die Dosis oder die Kombination der

Immunsuppressiva geändert wird.

Chronische Abstossung

Eine chronische Abstossungsreaktion

kann unmittelbar nach der Transplantation

beginnen, aber sie verläuft langsam

und im ersten Jahr ist sie nur selten zu erkennen.

Die Ursache ist unklar. Allerdings

kommt es durch die chronische Abstossung

zu bleibenden Schäden (meist Gefässschäden)

am transplantierten Organ,

die schliesslich einen Funktionsverlust

Die Transplantation von Nieren bei Patienten mit

fehlender eigener Nierenfunktion ist eine standardisierte

Behandlung, welche die Abhängigkeit von

der Dialyse (Blutwäsche) vermeiden kann.

bewirken können. Bisher ist es nicht möglich,

die chronische Abstossung komplett

auszuschalten.

Wie sich eine chronische Abstossungsreaktion

bemerkbar macht, hängt vom

transplantierten Organ ab, obwohl der

zugrunde liegende Mechanismus in den

meisten Fällen eine Gefässschädigung sein

dürfte. Die medikamentöse Behandlung

chronischer Abstossungsreaktionen ist oft

sehr schwierig, weshalb alles unternommen

werden sollte, dass es gar nicht erst

dazu kommt. Bekannt ist, dass das Risiko

niedriger ist, wenn die Patienten alle

ihre Medikamente genau nach Anweisung

nehmen, Infektionen vermeiden und dafür

sorgen, dass sie möglichst gesund und fit

bleiben.

Immunsupressiva und

Nebenwirkungen

Eine erfolgreiche Transplantationsmedizin

ist erst möglich, seit in den 1960er

Jahren Medikamente zur Unterdrückung

der Abstossungsreaktion entwickelt wurden.

Seither wurden diese Medikamente

ständig weiterentwickelt, verbessert und

neue Substanzen in die Therapie eingeführt,

so dass den Ärztinnen und Ärzten

heute gute Möglichkeiten zur Verfügung

stehen, der Organabstossung entgegenzuwirken.

Jedes Medikament zur Immunsuppression

wirkt unterschiedlich und auf

Reflexe März 2010


Die Transplantation erfordert die

Durchführung einer medikamentösen

Immunsuppression, um eine Abstossung

des neuen Organs zu verhindern.

einen anderen Teil des Immunsystems.

Einige Immunsuppressiva verhindern eine

Abstossung, andere werden eingesetzt, um

eine bereits eingetretene Abstossungsreaktion

zu bekämpfen. Die meisten Patientinnen

und Patienten erhalten eine Kombination

verschiedener Immunsuppressiva. Art

und Dosierung der Medikamente können

sich von Zeit zu Zeit ändern.

Immunsuppressiva wirken sich leider

auch auf andere Bereiche des Körpers aus.

Zu den Nebenwirkungen, dieser Medikamente

gehören unter anderem Nieren- und

Lebertoxizität, ein erhöhtes Infektionsund

Tumorrisiko, Abnahme der weissen

Blutkörperchen, erhöhter Blutdruck (Hypertonie)

und erhöhte Blutfettwerte, Gewichtszunahme,

Magen-Darm-Beschwerden,

die Entstehung von Diabetes sowie

Tremor (Zittern bestimmter Körperteile).

Direkt nach der Transplantation erhalten

transplantierte Patienten hohe Dosierungen

immunsuppressiver Medikamente,

was zu ausgeprägten Nebenwirkungen

führen kann. In den folgenden Wochen

und Monaten wird die Dosis der einzelnen

Medikamente meist stark verringert, so

dass manche Nebenwirkungen entweder

verschwinden oder nur noch vermindert

auftreten.

l

Quelle: www.bag.admin.ch

Lungenfibrose und das

Door-Stop-Syndrom

Bekannte Ursachen für eine Lungenfibrose sind Lungenentzündungen,

eingeatmete Gifte und Stäube, die Einnahme bestimmter Medikamente,

Kreislauferkrankungen, Nierenerkrankungen, plötzliches Lungenversagen

und bestimmte Krankheiten, zum Beispiel Sarkoidose oder Rheumatoide

Arthritis. Bei der Hälfte der Betroffenen ist die Ursache der Lungenfibrose

jedoch unbekannt.

◗ Dr. med. Martina Waitz

Welche Beschwerden verursacht

eine Lungenfibrose?

Der fortschreitende Umbau des Lungengewebes

in funktionsloses narbiges

Bindegewebe führt zu Atembeschwerden.

Zunächst kommen die Betroffenen nur unter

Belastung, zum Beispiel beim Treppensteigen,

ausser Atem.

Später bekommen die Patienten auch

in Ruhe immer schlechter Luft und können

zusätzlich unter einem trockenen

Reizhusten leiden. Typisch für die Lungenfibrose

ist das sogenannte «Door-Stop-

Phänomen», bei dem nach tiefem Einatmen

plötzlich die Atmung stoppt.

Bei fortgeschrittener Lungenfibrose

machen sich die Zeichen eines Sauerstoffmangels

bemerkbar. Die Haut und die Lippen

verfärben sich bläulich, die Finger und

die Fingernägel verändern ihre Form. Das

Herz wird durch die Lungenerkrankung

zunehmend belastet und geschwächt.

Wie wird eine Lungenfibrose diagnostiziert?

Die oben geschilderten Beschwerden

lenken den Verdacht auf eine Lungenfibrose.

Der Arzt wird sich zunächst ein

Bild über mögliche Risikofaktoren (zum

Beispiel Rauchen) machen. Anschliessend

führt er eine gründliche körperliche Untersuchung

durch und klopft und horcht

dabei auch die Lungen ab.

L U N G E N F I B R O S E

Als Lungenfibrose bezeichnet man einen

bindegewebignarbigen Umbau des Lungengewebes.

Sie entsteht als Folge immer wiederkehrender

oder lang anhaltender (chronischer)

Entzündungen des Lungengewebes.

Bei einer fortgeschrittenen

Lungenfibrose

zeigen sich typische

Veränderungen in

Form von aufgetriebenen

Fingerspitzen

(so genannte Trommelschlegelfinger)

sowie uhrglasartig verformten

Fingernägel.

Auf einem Röntgenbild oder mit Hilfe

eines Bildes, das mittels der so genannten

Computertomographie Glossar-Symbol

aufgenommen wurde, kann der Arzt die

Schwere und das Ausmass der Erkrankung

erkennen.

Um den Funktionszustand der Atemwege

und der Lungen zu erfassen, führt

man eine Lungenfunktionsprüfung mit

dem so genannten Spirometer durch.

Bei der endoskopischen Untersuchung,

der Bronchoskopie, kann man über einen

Schlauch mit einer Kamera, der durch die

Nase in die Atemwege eingeführt wird,

den Zustand der Lunge beurteilen. Blutuntersuchungen

geben zusätzlich Auskunft

über die Schwere der Lungenfibrose.

Wie wird eine Lungenfibrose

behandelt?

Die Therapie einer Lungenfibrose richtet

sich nach deren Ursache: Es werden

bestimmte Medikamente gegeben, die die

Grunderkrankung behandeln. Auf lungenschädigende

Gifte wie Rauchen sollte der

Patient unbedingt verzichten.

Menschen, bei denen die Lungenfibrose

unaufhaltsam fortschreitet und deren

Lunge durch die bindegewebige Vernarbung

funktionsuntüchtig geworden ist,

kann letztlich nur noch eine Lungentransplantation

helfen.

l

AUTORIN

Dr. med. Martina Waitz

Ärztin und Medizinjournalistin

DE-50667 Köln

L U N G E N F I B R O S E T H E M A

15

März 2010 Reflexe


E R N Ä H R U N G T H E M A

Gesund

durch Essen –

Kreuzallergien

Es ist nicht selten, dass einem Heuschnupfenallergiker,

der auf Beifusspollen reagiert, die Nase tropft und

die Augen tränen, auch wenn er etwas isst. Solche

Reaktionen sollen bei 70%, vielleicht auch bei mehr

Allergikern vorkommen 1) . Es handelt sich um eine

sogenannte Kreuzallergie, eine Art von Kreuzreaktion.

◗ Dr. med. Peter Marko

16

Inhalations-, Nahrungsoder

Kontaktallergen

Birken-, Erlen-, Haselpollen

Platanenpollen

Beifusspollen

Traubenkrautpollen (Ambrosia,

Ragweed)

Gräser-, Roggenpollen

Kräuterpollen

Soja

Lecitin

Lupin

Hausstaubmilben

Latex (Kontakt - Handschuhe,

Präservative, usw.)

Gummibaum (im Raum)

Pollen allgemein

Bienenstich

Vogelfeder, Papageien, Wellensittiche

(Finken)

Schalentiere (Crevetten, Muscheln)

Aspirin

Nickel (Kontaktallergen)

Reflexe März 2010

Die häufigsten Kreuzallergien seien (Tab.1) 2)

Nahrungsmittel (evt. zu meiden)

Wal-. Hasel- und andere Nüsse, Mandeln, Äpfel, Birnen, Kirschen, Aprikosen, Pfirsiche, Nektarinen,

Pflaumen, Kiwis, Karotten, Sellerie, Kartoffeln, Soja, Gewürze; geschältes Obst und gekochte Steinfrüchte

sind weniger wirksam!!!

Pfirsiche, Äpfel, Melonen, Kiwis, Mais, Kichererbsen, Salat, grüne Bohnen, Lupinen, Haselnüsse, Erdnüsse

Sellerie, Karotten, Fenchel, Pastinaken, Anis, Curry, Dill, Paprika, Koriander, Kümmel, Kamille, Sonnenblumenkerne,

Avocados, Pfirsiche, Honig

Bananen, Melonen, Zucchini, Gurken

Tomaten, Kartoffeln, Mangold, Zucker- und andere Melonen, Erdnüsse, Soja, Getreide, Orangen

Gewürze, Sellerie

Erdnüsse, Bohnen, Erbsen

Getreide (speziell Weizen- und Weizenkeime, Quinoa, Reis, Buchweizen, Hafer, Roggen, Gerste, Malz,

Hirse, Mais), Hülsenfrüchte (Bohnen frisch und getrocknet, Erbsen, Linsen, Soja und -produkte,

Erdnüsse), Milch und Milchprodukte (wenn Kühe mit Getreide an Stelle von Gras gefüttert werden),

Muttermilch je nach Nahrung der Mutter! Eier, Kartoffeln, Tomaten, Auberginen, Pfeffer, Tabak (gekaut)

Lupinen, Hülsenfrüchte (Bohnen frisch und getrocknet, Erbsen, Linsen, Soja und -produkte, Erdnüsse),

Johannisbrotbaumschotten (Karob), Johannisbrotbaumkernmehl, Lakritze, Senna

Küchenschaben, Schalentiere, Schnecken, Schweinefleisch

Gummibaum, Ananas, Avocado, Bananen, Edelkastanien, Kiwis, Papayas, Passionsfrüchte, Pfirsiche,

Feigen, Spinat, Kartoffeln, Tomaten, Buchweizen, Anstrengung!!!

dito

Honig

dito

Eier

Schweinefleisch

Kräuter, Gewürze, Stangensellerie; die meisten Obstarten ausser Bananen, geschälten Birnen, Granatäpfeln,

Mangos und Papayas; die meisten Gemüsesorten ausser Kohl, Bohnenkohl, Bohnesprossen,

Sellerie, Lauch, Lattich/Kopfsalat, Erbsen; Gartenkürbis, Essiggurken, Oliven und Endiviensalat sind

besonders reich an Salizylaten, auch die Kartoffelschale; Nüsse; Kaffee, Schwarztee, Coca-Cola, Pfefferminztee,

Fruchtsäfte, alkoholische Getränke (ausser Gin und Wodka); Hefeextrakte, Brühwürfel, Ketchup,

Worcestersauce; Instant-Produkte

Geschirr aus Email, Glas, Glaskeramik, Keramik, Ton, verschiedene zahnärztliche Anwendungen;

Kakao, schwarzer Tee, Nüsse, Vollkornprodukte, Soja


Kreuzreaktionen zwischen verschiedenen Pollen und Nahrungsmitteln (Tab.2) 3)

Pollen

Birke

Gräser

Beifuss

Zypresse

Platane

Ölbaum

Ambrosia (Traubenkraut,

Ragwood)

Pinie

Mit anderen Pollen

Erle, Hasel, Buche, Eiche, Esche

Gräser untereinander, Getreide, Mais

Ambrosia (Traubenkraut, Ragweed), Sonnenblume

Wachholder, Lebensbaum, japanische Zeder

Birke, Erle, Hasel, Eiche, Buche, Kastanie, Gräser

Esche, Flieder, Jasmin, Forsythie, Liguster, Gräser

Beifuss, Löwenzahn, Sonnenblume,

Chrysantheme

Zeder

Mit Nahrungsmitteln

Äpfel, Haselnüsse, Mandeln, Birnen, Kirschen, Kiwis, Pfirsiche

Tomaten, Melonen, Erdnüsse, Lupinen, Sojabohnen

Avocados, Sellerie, Karotten, Curry, Dill, Oregano, Kümmel,

Koriander, Paprika, Petersilie, Basilikum, Pfirsiche

Keine bekannt

Pfirsiche, Äpfel, Kiwis, Wasser- und andere Melonen, Mais,

Kichererbsen, Salat, grüne Bohnen, Haselnüsse, Erdnüsse

Ananas, Ascorbinsäure, Kren (Meerrettich), Oliven

Äpfel, Bananen, Honig, Wasser- und andere Melonen, Gurken,

Zucchini

Pinienkerne

E R N Ä H R U N G T H E M A

Unter Kreuzreaktion versteht man die Tatsache,

dass man nicht nur auf einen Stoff,

ein Allergen aus einer Quelle mit krankhaften

Zeichen reagiert. Der Grund ist,

dass auch in den anderen Quellen dieselben

oder von der Zusammensetzung her

sehr ähnliche Allergene vorkommen. Es

kann dasselbe Organsystem treffen, mit

dem das Allergen in Kontakt kam oder ein

anderes, wie in unserem oberen Beispiel.

Wenn die oben erwähnte Person

gleichzeitig den Beifusspollen ausgesetzt

ist und ein Gulasch mit viel Paprika isst,

reagiert sie umso heftiger (siehe Tab. 1).

Ein Mann, der auf Milch allergisch

reagierte, wenn er sie trank, bekam eines

Tages dieselben Beschwerden, nur weil

zufällig ein paar Tropfen Milch auf seinen

Handrücken gefallen sind. Es ist ein anschauliches

Beispiel dafür, dass Allergien

und Unverträglichkeiten nicht nur über

ein Organsystem (Atmungsorgane, Magen-

Darm-Trakt, Haut, Nerven) hervorgerufen

werden. Es handelt sich um eine «Kreuzreaktion»

zwischen verschiedenen Organen.

Jemand, der auf Mais allergisch ist,

kann im Kino einen Asthmaanfall bekommen,

wenn er dort Popcornstaub einatmet.

Oder bei einem Soja-Allergiker beginnt die

Haut stark zu jucken, wenn er sie mit einer

Crème einreibt, die Erdnussöl enthält

(Erdnüsse und Soja haben manche gemeinsame

Allergene; siehe Tab. 1 und 2).

In Tab. 1 sind nur die Möglichkeiten

aufgeführt. Selbstverständlich müssen

nicht bei allen Nahrungsmitteln Kreuzreaktion

vorkommen. Nicht selten hängt sie

auch von der Menge, der Häufigkeit und

der Kombination der Nahrungsmittel ab.

Wie man aus den Tabellen und der Abbildung

3 (S. 18) sieht, können die Kreuzallergien

sehr kompliziert sein. Es ist

aber zum Glück nicht so, dass immer alle

auch wirksam sind. Es ist von einem Menschen

zum anderen sehr unterschiedlich.

Nicht nur bei der Kontaktallergie,

sondern auch

bei der Nahrungsmittelallergie

reicht es, ein Allergen

zu berühren, um die

Reaktion hervorzurufen.

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• Modul 2 als berufliche Erweiterung:

PsychoDynamik des Meridiansystems

Start 17. September 2010

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Entstehung von Nahrungsmittelallergien

Für die Entstehung der Nahrungsmittelallergien

und -unverträglichkeiten kann

ausser der Einnahme durch Mund, der

Hautkontakt mit dem Stoff, der die Allergie

oder Unverträglichkeit verursacht, entscheidend

sein, was besonders für Säuglinge

und Kleinkinder gilt.

Untersuchungen zeigten, dass Nahrungsmittelallergien

auf Erdnüsse nicht

nur die Säuglinge entwickelten, deren

Mutter ihre Brustwarzen mit Crèmes, die

Erdnussöl enthielten, gepflegt hatten und

sie sie «mitgesaugt» hatten, sondern eher

diejenige, deren Haut mit Erdnusssalbe

eingeschmiert wurde. Sehr empfindlich

dafür ist die entzündlich veränderte Haut

beim Ekzem. Man soll also Crèmes und

Salben mit pflanzlichen Zusätzen wie Erdnüssen,

Mandeln, Avocados und Aloe Vera

vorsichtig anwenden. Ähnliche Kreuzreaktionen

können auch zwischen Lunge und

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E R N Ä H R U N G T H E M A

18

Haut und umgekehrt entstehen. Patienten

mit Allergien auf Fische und Meeresfrüchte

berichten über stärkere Reaktionen bei

Berührung oder Einatmung als bei ihrem

Verzehr.

Nicht nur bei der Kontaktallergie (Nickel,

Leder, Chemikalien, usw.), sondern

auch bei der Nahrungsmittelallergie reicht

es, ein Allergen (Stoff, der zur Allergie

führt) zu berühren, um die Reaktion hervorzurufen.

17% der Allergiker berichten,

dass es sogar dazu kommt, wenn sie in die

Küche eintreten, 13% wenn sie schon neben

jemandem sitzen, der das Nahrungsmittel

vorher gegessen hat.

Dass eine Allergie oder Unverträglichkeit

nicht nur eine Ursache hat, wurde in

einer anderen Untersuchung bestätigt: Bei

Patienten mit Asthma und chronischem

Schnupfen (allergische Rhinitis), die auf

Milben reagierten, brachten Massnahmen,

die die Milben-Belastung verringern, keinen

messbaren Erfolg. In der Diskussion

dazu wenden mehrere Autoren ein, dass

diese Krankheiten mehrere Ursachen haben

und wenn man nur eine davon beseitigt,

kann kein wesentlicher, messbarer

Erfolg verbucht werden.

Asthma

Kochen mit Gas, feuchte Wohnungen

und Schlafen mit Schaumgummikissen

verschlechtern, wogegen Baumwollkissen,

Konsum von Obst mehr als einmal

pro Tag und von rohem Gemüse ein oder

mehrmals pro Woche verbessern Asthma,

berichteten chinesische Wissenschaftler.

Beeinflussen diese Faktoren nur Asthma?

Unserer Erfahrung nach spielen diese und

andere Umweltbedingungen eine entscheidende

Rolle bei vielen Krankheiten, wobei

man verschiedene Kreuzreaktionen nicht

vergessen darf: z.B. nicht nur Schaumgummikissen

und/oder -matratzen, sondern

auch Gummibäume in der Wohnung,

Kauen von Kaugummi und Kontakt mit

Gummi (Radiergummi bei Kindern) können

die Reaktion mit beeinflussen. Auf

welche Bedingungen, Umweltstoffe und

MANCHE Kreuzreaktionen zwischen

Pollen und Nahrungsmitteln (Abb. 3)

Betulacae:

Erle, Hasel

Haselnuss

Sonnenblumenkerne

Compositae:

Absinth (Vermuth),

Arnika, Artischocke,

Kamuth, Löwenzahn,

Sonnenblumen,

u.a.

Nahrungsmittel man reagiert, ist von Person

zu Person sehr unterschiedlich. Wie

kann man es erfahren?

Die Beobachtung ist sehr wichtig. Sie

ist erschwert, weil der Körper, wie die

Tabellen zeigen, auf mehrere Einflüsse

reagieren kann und die Reaktionen nach

verschiedenen Fristen, im Extremfall erst

nach 72 Stunden, erfolgen können. Die

Blutuntersuchungen der Immunoglobuline

Gruppe E und G sind behilflich bei der

Suche nach den Allergenen. Es existieren

dazu auch verschiedene komplementärmedizinische

Methoden. Wir benützen

NAET (Nambudripad's Allergy Elimination

Technique), mit der wir nicht nur Nahrungsmittel,

aber auch Chemikalien und

physikalische Einflüsse fest stellen und

behandeln können. Die NAET-Methode

liefert dadurch ein breiteres Verständnis

der Kreuzreaktionen.

l

Quelle: http://de.wikipedia.org

Tomate (roh)

Kartoffel (roh)

Birke

Umbelliferae

(Aplaceae):

Sellerie (Knolle, roh),

Karotte, Petersilie, Anis,

Fenchel, Kümmel,

Koriander

Beifuss

Sellerie (gekoch),

Sellerie-Stängel

Rosacae:

Apfel, Aprikose, Kirsche,

Erdbeere, Mandelbaum,

u.a.

Mandel, Stein- und

Kernobst (roh)

Gewürze:

Muskatnuss, Weisspfeffer,

Paprika, Ingwer,

Kardamon, Kurkuma

Fussnoten

1) Hoffmann-Sommergruber K et al: Characterization

of api g 1.0201, a new member of the Api

g 1 family of celery allergens. Int Arch Allergy

Immunol 2000;122:115-23.

2) Tabelle ist zusammengesetzt aus:

1. Brostof J., Gamlin L.: Lebensmittelallergie.

Wenn Essen krank macht. Droemersche Verlagsanstalt,

München, 1991.

2. Praktische Allergologie. Heppt W., Bachert C.

(Hrsg), Thieme, Stuttgart, 1998.

3. Nahrungsmittelallergien und -intoleranzen.

Jäger L., Wüthrich B., Fischer G., Ulm, 1998.

4. Schnyder B., Pichler W.J.: Nahrungsmittelintoleranz

und Nahrungsmittelallergie. Schweiz.

Med. Wschr. 1999;129:928-33.

5. Food allergy: Adverse reactions to foods and

food additives. Metcalfe DD, Sampson HA., Simon

RA. (eds), Blackwell, Cambridge (Mass),

1999.

6. Food Hypersensitivity and adverse reactions.

Frieri M., Kettelhut B. (eds), Dekker M., New

York, 1999.

7. Balmer BK.: Hautarzt 2006;57:108-15.

8. Sanchez-Monge R., et al: J. Allergy Clin. Immunol.

2006;118:705-10.

9. Tebbe-Kleine J., Herold DA.: Kreuzreaktive

Allergenkluster bei pollenassozierter Nahrungsmittelallergie.

Hautarzt 2003;

3) nach Dr. P. Schmid-Grendelmeier, Med. Trib.

2005;38(3):24

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Dr. med. Peter Marko

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Reflexe März 2010


Asthma: Notfallmassnahmen

und Atemübungen

Asthma stellt eine häufige Krankheit

dar, die rund 7 % der Bevölkerung

betrifft. Weltweit leiden über

100 Mio. Menschen daran. Die

Häufigkeit dieser Krankheit hat in

den letzten 30 Jahren zugenommen.

Die Ursachen für die weltweite

Zunahme der Asthma-Prävalenz

sind ungeklärt. Zunehmende häusliche

und berufliche Allergenbelastung

sowie Umweltveränderungen

werden beispielsweise diskutiert.

1. Tischposition

Setz dich auf die

vordere Stuhlhälfte.

Deine Füsse

sind flach auf dem

Boden. Nun legst

du die Unterarme

auf den Tisch und

lässt die Schultern

entspannt hängen.

2. Cowboysitz

Dreh den Stuhl

um und setz

dich mit dem

Gesicht gegen die

Lehne. Stütze die

Unterarme auf der

Lehne auf und

halte den Rücken

gerade.

N O T F A L L A R Z T

Telefon Nr. 144

7. Luftballon

Halte die Arme neben dem

Körper. Hebe sie langsam auf

Brusthöhe. Mit dem Einatmen

führst du die Arme weit auseinander

(Bild!). Denke:

«Die Lunge wird gross und

nimmt viel frische Luft auf».

Beim Ausatmen schrumpft dein

Ballon in den Armen wieder.

8. King Kong

Klopfe ganz leicht mit

lockeren Fäusten auf

den unteren Brustkorb.

Summe oder singe

dazu verschiedene

Vokale: «A…O…U»

Lass mit dem Verklingen

des Tones die

Arme wieder hängen.

A S T H M A P R A X I S

19

A S T H M A

Asthma als Begriff stammt aus dem

Griechischen («schweres Atmen») und

bezeichnete ursprünglich den Zustand des

beeinträchtigten Atmens und der Luftnot,

ist weit verbreitet unter Kindern und Erwachsenen.

Es ist die häufigste chronische

Erkrankung im Kindesalter überhaupt.

Asthma

l ist mit erschwerter Ausatmung, bei

der Anfallsweise Atemnot, Husten und

Auswurf auftreten.

l kann allergischen und nicht-allergischen

Ursprungs sein.

l liegt einer erhöhten Empfindlichkeit

der Bronchien zugrunde,

l ist keine Erbkrankheit, aber die Veranlagung

dazu kann an die nächste Generation

weitergegeben werden.

l birgt keine Ansteckungsgefahr.

l ist nicht heilbar, aber gut behandelbar;

allerdings ist die Behandlung meist lebenslang.

l ist eine Krankheit, mit der man alt

werden kann.

Die Redaktion dankt der Lungenliga

Schweiz für das zur Verfügung gestellte

Material. Die Förderung des Asthma-

Selbstmanagements gehört nämlich zu

den Schwerpunkten der Lungenliga. l

3. Kutschersitz

Setz dich auf die vordere

Stuhlhälfte und

winkle die Beine an.

Öffne beengende Kleidungsstücke

und stütze

die Unterarme auf den

Knien auf. Nun streckst

du den Rücken und

ziehst den Nacken lang.

4. Standposition

Lehne dich mit den

Unterarmen an eine

Wand. Lege die

Hände übereinander.

Stütze deine

Stirn auf die Hände

auf und spüre, wie

deine Fersen den

Boden berühren.

5. Schultersitz

Setz dich auf

einen Stuhl

und lehne

dich entspannt

zurück. Das

Gewicht der

Schultern lässt

du los.

6. Lippenbremse

Nimm eine atemerleichternde

Stellung ein. Plustere die Luft in

deinen Backen ein bisschen auf

und lasse sie durch die lockeren

Lippen langsam ausströmen.

Atme langsam durch

die Nase ein und

wiederhole das

leise Ausatmen.

9. Schneidersitz

Lege deine

Hände auf die

Schultern und

drehe den Rumpf

nach rechts,

komme wieder

zur Mitte zurück

und drehe den

Rumpf nach links.

10. Knie-Unterarm-Stütze

Stütze dich auf den Knien ab und lege

die Stirne auf die Hände. Das Gesäss

bleibt dabei noch

hinter den Knien,

damit der

Rücken und

die Organe

entlastet werden.

11. Flugzeug

Leg dich auf den Bauch, spanne die Gesässmuskeln

und hebe gleichzeitig Brust, Kopf,

Arme und Beine vom Boden ab. Nach

der Übung: Kopf zur Seite

und ausruhen,

und ein Bein

am Boden

seitlich hochziehen.

12. Erwachen

Setz dich auf die

vordere Stuhlhälfte.

Deine Füsse

sind flach auf dem

Boden. Nun legst

du die Unterarme

auf den Tisch und

lässt die Schultern

entspannt hängen.

März 2010 Reflexe


AUTOIMMUNERKRANKUNG P R A X I S

20

Systemischer Lupus

erythematosus (SLE)

– eine komplexe rheumatische Krankheit

Der SLE kann die Gelenke genauso treffen wie die Niere oder andere Organe.

Die Schübe sind oft nicht voraussehbar. Systemischer Lupus erythematosus

(SLE) ist deshalb für die Betroffenen eine grosse Herausforderung

◗ Prof. Dr. med. Thomas Stoll

Was ist «Systemischer Lupus

erythematosus»?

Systemischer Lupus erythematosus

(SLE) ist eine entzündliche Erkrankung,

bei der das Immunsystem verrückt spielt:

Es attackiert den eigenen Körper. Der SLE

wird darum systemisch genannt, weil das

ganze Körpersystem von der Krankheit erfasst

werden kann. Dies steht im Gegensatz

zum reinen Hautbefall (reiner kutaner

Lupus), bei welchem ausschliesslich

die Haut erkrankt und auf welchen hier

nicht eingegangen wird. Der Begriff Lupus

bedeutet Wolf und wird im Lateinischen

für Hauterkrankungen verschiedenster

Art verwendet. Das Adjektiv erythematosus

weist auf die Art der Hauterkrankung

hin, nämlich auf Hautrötungen. SLE ist

eine Autoimmunerkrankung, die häufig in

Schüben verläuft und praktisch alle Organe

befallen kann; z.B. die Gelenke, Haut,

Blutgefässe, das Nervensystem, die Nieren

oder weitere innere Organe. Bei einer SLE-

Patientin erkranken zum Beispiel Haut

und Gelenke, bei einer andern Patientin

Gelenke, Blut (Verminderung der Blutplättchen)

und Nieren, selten aber alle Organe.

Diese Beispiele zeigen, dass der SLE

S T E C K B R I E F

«Systemischer Lupus»

l SLE ist eine Autoimmunerkrankung

l Entzündung von Gelenken, Haut und

Organen

l Schwerwiegende Komplikationen

möglich

l ca. 3’000 SLE-Betroffene in der

Schweiz

l Zu 90% sind Frauen betroffen

l Bei 4 von 5 SLE-Patienten Beginn

zwischen 16. und 45. Lebensjahr

l Behandlung mit Medikamenten ist

äusserst wichtig

bei jedem Betroffenen anders ausgeprägt

ist. Prognosen bei SLE sind leider mit Unsicherheit

behaftet.

Was führt zur Erkrankung?

Die eigentliche Ursache dafür, warum

das Abwehrsystem beim SLE aus den Fugen

gerät, ist bis heute unbekannt. Die

Auslöser der Entzündungsvorgänge sind

Abwehrkörper (=Antikörper), welche von

weissen Blutkörperchen gebildet werden.

Antikörper sind Eiweisse, die normalerweise

Eindringlinge in den Körper, z.B.

Bakterien, markieren, die dann vom Abwehrsystem

beseitigt werden. Beim SLE

sind die Antikörper irrtümlich gegen die

eigenen Zellkerne oder Zellbestandteile

gerichtet. Zellkerne besitzen fast alle

Zellen des Körpers, weshalb der SLE alle

Organe des Körpers erfassen kann. Lagern

sich die Antikörper an eigenen Körperbestandteilen

an, entstehen Entzündungsreaktionen

im betroffenen Gewebe und die

typischen SLE-Symptome und -veränderungen.

Wie macht sich der «SLE»

bemerkbar?

Gelenksschmerzen mit Schwellungen

(Arthritis) sind sehr häufig bei Systemischem

Lupus und zu Beginn bei jeder

zweiten Patientin vorhanden: vor allem

an Finger-, Hand- und Kniegelenken sowie

an der Schulter. Muskeln (und Sehnen)

können schmerzhaft sein. Die Muskulatur

ist aber eher selten entzündlich

verändert (Myositis). Im Gegensatz zur

chronischen Polyarthritis (Rheumatoide

Arthritis, RA) werden die Gelenke kaum

zerstört. Eher selten kann es zur Entzündung

und Durchblutungsstörung einzelner

Knochenteile kommen, was zum Absterben

eines Knochenteils führen kann. Beim

Hüftkopf wird ein solcher Krankheitsbefall

Femurkopfnekrose genannt. Die Haut reagiert

besonders an den sonnenexponier-

Ein Hautauschlag findet sich oft bei SLE-Patientinnen

ten Stellen mit einem Ausschlag – im Gesicht,

am Décolleté oder auf den Händen.

Der SLE-typische Ausschlag über Nase

und Wangen, Schmetterlings-Exanthem

genannt, tritt bei jeder dritten Patientin

auf. Wie andere Autoimmunerkrankungen

bewirkt auch der SLE ein generelles

Krankheitsgefühl mit Fieber, Gliederschmerzen

und vermehrter Müdigkeit. Die

Entzündungsvorgänge bewirken eine raschere

Erschöpfung, die beim Bewältigen

des Alltags mehr oder weniger stark stören

kann. Entzündungen im Bereich der

Lunge oder seltener des Herzmuskels oder

der Herzklappen können Brustschmerzen

oder Atemnot bewirken. Auch die Nieren

können beim Lupus angegriffen sein,

was die Patientin unter Umständen aber

nicht spürt. Regelmässige Arztbesuche

beim Spezialisten sind daher wichtig, um

die Zeichen der Nierenveränderungen im

Blut und Urin festzustellen, bevor grosser

Schaden entsteht. Sind die Werte abnorm,

gibt eine Nierenbiopsie Aufschluss über

den Typ der Nierenveränderung, damit

richtig behandelt werden kann.

Greift der Lupus das Nervensystem

an, sind psychische Schwankungen,

Konzentrationsschwäche, epilepsieähnliche

Krampfanfälle und Missempfindungen,

Gefühlsstörungen oder Lähmungen

möglich. Bei einem kleinen Teil der SLE-

Betroffenen können Antikörper-Ablagerungen

im Blut zu Thrombosen oder Lungenembolien

führen. Ein Angriff auf die

Blutzellen kann verschiedene Wirkungen

zeigen: Werden die roten Blutkörperchen

zerstört, fehlt dem Gewebe Sauerstoff und

das verursacht Müdigkeit. Nimmt die Zahl

der Blutplättchen ab, sind punktförmige

Hautblutungen ein Anzeichen. Und wenn

die weissen Blutkörperchen stark abfallen,

kann der Körper Infektionskrankheiten

schlechter bekämpfen. Engmaschige Kontrolle

des Bluts und rasches Handeln des

Arztes sind daher wichtig.

Der

Reflexe März 2010


Gelenkschmerzen und -schwellungen (Arthritis) der Finger kommen beim SLE häufig vor

Keine Ansteckung und kaum

Vererbung

SLE ist nicht ansteckend und kann

daher nicht von einer Patientin auf eine

andere Person übertragen werden. Genetische

Faktoren können eine Rolle spielen,

sind aber nicht allzu wichtig. Söhne eines

SLE-betroffenen Elternteils haben ein Risiko

von 1% bis 2%, Töchter von gut 5%,

ebenfalls an Systemischem Lupus erythematosus

zu erkranken.

Gegenüber der Allgemeinbevölkerung

ist das etwas erhöht, aber immer noch

gering. Bei Neugeborenen von SLE-Patientinnen

können vorübergehend Lupusähnliche

Hautveränderungen auftreten.

Sie werden durch von der Mutter aufs werdende

Kind über die Plazenta übertragene

mütterliche Antikörper ausgelöst, d.h.,

dass das Kind nicht an SLE erkrankt ist.

Diese Hautveränderungen verschwinden

innert weniger Monate nach der Geburt

komplett, sobald die mütterlichen Antikörper

im kindlichen Blut abgebaut sind.

Behandlung bei SLE

Bei Patientinnen mit SLE setzt man

verschiedene Medikamente ein. In einer

optimalen Betreuung wird die Behandlung

laufend feinjustiert, einerseits um

eine optimale Wirkung der Medikamente

zu erhalten und andererseits, um allfällige

Nebenwirkungen zu vermeiden wie

zum Beispiel Osteoporose, Sehstörungen

oder eine erhöhte Infektanfälligkeit. Die

wichtigsten Substanzen zur Therapie von

SLE-Patientinnen sind: Nichtsteroidale

Antirheumatika gegen Schmerzen, Entzündung,

Schwellung und Fieber; COX-2-

Hemmer mit ähnlicher Wirkung wie die

Nichtsteroidalen Antirheumatika, aber

weniger Nebenwirkungen am Magen-

Darmtrakt. Antimalariamittel haben sich

als Basismedikation bei Gelenks-, Hautbefall

und zur Verminderung der Müdigkeit

des SLE sehr bewährt, verringern die

Zahl und Intensität der SLE-Schübe und

erlauben zudem oft, die Cortison-Dosis

zu reduzieren. Cortison und verschiedene

Immunsuppressiva dämpfen das fehlgeleitete

Immunsystem und die Entzündung,

wobei Cyclophosphamid-Infusionen, Mycophenolat

oder Azathioprin in Kombination

mit Cortison sehr gut bei Befall der

inneren Organe wirken. Die letzte Medikamentengruppe

für SLE-Patientinnen sind

die Blutverdünnungs-Mittel, welche beim

Auftreten von Thrombosen oder Embolien

nötig werden.

In ganz speziellen Fällen setzt man

heute neue, so genannte Biologika ein:

Dabei handelt es sich um biotechnologisch

hergestellte Antikörper, die als Infusion

dem Erkrankten zugeführt werden und das

Immunsystem sehr gezielt modulieren.

Wichtig für Patienten

Bei SLE-Patienten ist der Krankheitsverlauf

oft nur schwer vorhersehbar.

Das macht ein vertrauensvolles, stabiles

Verhältnis zum begleitenden Arzt sehr

wichtig. Regelmässige ärztliche Kontrol-

S L E V

Schweizerische Lupus erythematodes

Vereinigung (SLEV)

Betroffene und Angehörige erhalten

Unterstützung und können gegenseitig

Erfahrungen austauschen. Die SLEV

bietet Arztreferate, Schulungen sowie

Informationsmaterial an. Viermal jährlich

erscheint ein Rundbrief. Näheres finden

Sie unter: www.slev.ch

len stellen sicher, dass man Veränderungen

und Schübe rechtzeitig erkennt und

behandelt. Der Patient trägt zu einer erfolgreichen

Behandlung viel bei, wenn er

den Zeitplan für die Medikamente streng

einhält und sie zuverlässig nimmt. Eine

gute Arzt-Patienten-Beziehung hilft auch

beim Finden optimaler Lösungen beim

Auftreten allfälliger Nebenwirkungen der

Medikamente. Für viele Lupus Patienten

sind Physiotherapie, Entspannungsmethoden

und Bewegung zentral, wobei

es oft ein Balance-Akt bleibt, das richtige

Mass an Aktivitäten zu finden, ohne

dass eine zu starke Erschöpfung eintritt.

Bei vermehrter Empfindlichkeit auf Sonnenlicht

ist das Vermeiden der Sonne ein

wichtiger Beitrag (Lichtschutz durch Kleidung,

Verbleiben im Haus und Crèmes

mit hohem Sonnenschutzfaktor). l

A U T O R

B U C H T I P P

Ausführlichere Informationen

zum SLE finden Sie in der

Broschüre «Systemischer

Lupus erythematosus»

der Rheumaliga Schweiz.

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Prof. Dr. med. Thomas Stoll

Chefarzt Rheumatologie und Rehabilitation

Kantonsspital Schaffhausen

AUTOIMMUNERKRANKUNG P R A X I S

21

Hautauschlag im Gesicht erinnert an einen Schmetterling

Grund Nr. 6

gute Gründe für Sie, die Mitgliedschaft

10 noch heute zu beantragen!

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März 2010 Reflexe


I M M U N S Y S T E M S TÄ R K N P R A X I S

22

Grippe, Erkältungen,

Infektionen, Allergien

Das Immunsystem ist nicht wie Herz, Leber oder Niere ein «greifbares» Organ. Das

Immunsystem besteht aus hoch spezialisierten Strukturen, die im Körper verstreut sind:

Haut, Schleimhaut, Darm, Milz, Knochenmark, Lymphknoten, etc.

Mikronährstoffe spielen als Co-Faktoren in

den hochkomplexen biochemischen Stoffwechselvorgängen

des Immunsystems

eine zentrale Rolle. Eine Unterversorgung

führt zu einer Schwächung des Systems.

Ein starkes Immunsystem hält fit

Ernährung

Eine ausgewogene, vitaminreiche und

vollwertige Ernährung mit viel frischem Obst

und Gemüse versorgt den Körper mit allen

wichtigen Nährstoffen. Besser Fisch und

Geflügelfleisch statt rotem Fleisch essen.

Stress

Immer mehr Studien zeigen: Einen

grossen Einfluss auf die Funktionsfähigkeit

des Immunsystems hat die Psyche, sowohl

bei der Bekämpfung von Infekten als

auch bei Krebserkrankungen. Stress muss

aber nicht notwendigerweise zu einem

Problem werden, es hängt grösstenteils

davon ab, wie man damit umgeht. Techniken

zur Stressbewältigung sind beispielsweise

Entspannungstechniken, Autogenes

Training, Meditation, Visualisierungstechniken,

Atemtechniken, aber auch positives

Denken, ein gutes soziales Umfeld und

sportliche Bewegung.

Immunstärkung

Durch verschiedene Mittel (siehe

vorhergehenden Beitrag) und Methoden

können wir unser Immunsystem stärken.

Positive Auswirkungen können vor allem

Hitze, Kälte, Bäder, Höhenklima, Entspannung,

Fasten oder Pflanzenmittel haben.

Besonders heiss-kalte Wechselduschen am

Morgen und Saunabesuche können zur

Abhärtung des Körpers beitragen.

Alternative Heilkunde

Die alternative Heilkunde hat den Ansatz,

das ganze Gesundheitssystem wieder

herstellen zu wollen, anstatt nur konkrete

Mikroorganismen zu beseitigen. Erfolgreiche

alternative Ansätze sollen sanft, effektiv

und ohne mögliche ernste Nebenwirkungen

sein. Dabei sind die Therapien zur

Stärkung des Körpers sehr verschieden.

Dazu gehören die Stimulation der natürlichen

Widerstandskraft des Körpers mit

Kräutern, Behandlungen durch Akupunktur

oder individuell abgestimmte homöopathische

Mittel. Naturheilmittel helfen

das Immunsystem zu stärken, sei es vor

einer Erkrankung oder z.B. während einer

Erkältung.

Tipps für Ihr Immunsystem

l Ausgewogene, gesunde und vollwertige

Ernährung

l Frisches Obst – Vitamine und Mineralien

stärken die Abwehrkraft

l Mässiger Genuss von Alkohol, Tabak,

Mittel

M I T T E L z u r U n t e r s t ü t z u n g d e s I m m u n s y s t e m s

Empfohlene Tagesdosis Kommentare

Zink

Vitamin C

Selen

Vitamin A

Vitamin D3

Multivitamin-Präparat

Roter Sonnenhut

(Echinacea purpurea)

Schüssler-Salze

Prävention: 15-30 mg/Tag

Während des Infektes: bis 100 mg/Tag

(auf mehrere Gaben verteilt)

Prävention: 1 g/Tag

Akute Infekte: höhere Dosierungen

Prävention: 50 – 100 μg/Tag

Während des Infektes: 200 μg/Tag

bis 10'000 I.E./Tag

bis 5'000 I.E./Tag

Gaben/Tag gem. Angaben der Hersteller.

Hinweis: Erfahrungen zeigen, dass

Echinacea nicht während des Infektes

eingenommen werden sollte, da die

Symptome sich verstärken können

Je 6 Tabs No. 2/3/6/7/9 und 23 am

besten in Wasser auflösen und über

den Tag verteilt trinken

Zinkmangel führt zur Erhöhung des Infektrisikos. Zink verkürzt im

Akutfall die Dauer und Heftigkeit von Infektionen

Reduziert das Risiko für Infekte und Erkältungen

Selenmangel erhöht die Virulenz (Aggressivität) eines Bakteriums

oder Virus. Selen vermindert das Komplikationsrisiko bei Infekten

(z.B. Lungenentzündung)

Vitamin A unterstützt speziell die Abwehrfunktion der Schleimhäute

Schützt das Immunsystem (insbesondere im Winter, wenn das

Sonnenlicht fehlt)

Basisversorgung

Stärkung der körpereigenen Abwehrkräfte bei Anfälligkeit gegenüber

Erkältungen sowie bei ersten Erkältungssymptomen

Stärkt das Immunsystem, wirkt vorbeugend:

empfehlenswert als Kur über 1-2 Monate

Reflexe März 2010


Kaffee und vermeiden von Drogenkonsum

l Ausreichend Schlaf – mindestens sieben

Stunden

l Sauna – Wechselduschen zur Immunstärkung

Sport und das

Immunsystem

Zum Gesundbleiben können Sie jeden

Tag etwas beitragen. Schon ein wenig

regelmässige Aktivität und körperliches

Training steigert die Abwehrkräfte und

stärkt Ihr Immunsystem. Regelmässiger

Ausdauersport, am besten an der

frischen Luft ist positiver Stress für den

Körper und wirkt sich damit immunstimulierend

aus. Die Atmung wird intensiviert

und die Sauerstoffaufnahme erhöht.

Wissenschaftliche Untersuchungen haben

ergeben, dass bereits 20 bis 30 Minu-

gagement, beispielsweise Spaziergänge

oder Schwimmen können zur Steigerung

Ihres Wohlbefindens beitragen.

Denken Sie daran: Körperliche Betätigung

ist keine Frage des Alters. Sie müssen

aber nicht gleich sämtliche Trendsportarten

ausüben, um sich fit zu fühlen. Zügeln

Sie Ihren sportlichen Ehrgeiz und vermeiden

Sie Überanstrengung.

Ganz gleich, welchen Sport Sie aus-

I M M U N S Y S T E M S TÄ R K E N P R A X I S

l Stress vermeiden – positiv denken

ten körperliche Belastung die Zahl der Kill-

üben, auf keinen Fall übertreiben! Wer zu

l Aktiver sozialer Freundeskreis

l Regelmässige, aber dosierte sportliche

erzellen deutlich steigert. Auch die Zahl

der B-Lymphozyten, die für die Produk-

viel tut, schadet dem Immunsystem. Empfehlenswert

ist ein 35- bis 40-minütiges

23

Bewegung

tion der Antikörper verantwortlich sind,

Training, zwei- bis dreimal in der Woche. l

l Vermeiden Sie körperfremde Lebens-

wird durch Bewegung erhöht. Doch nicht

Quelle: www.sportprogesundheit.de

mittel-Hilfsstoffe (E-Nummern)

nur die Zahl der Abwehrzellen nimmt zu,

l Belastungssituation mit Schwermetallen

auch ihre Aktivität. Sport in Massen ist

Hinweis der Redaktion: Die gemachten An-

vermeiden, da diese eine massiv immun-

also «Doping» für Ihr Immunsystem.

gaben basieren auf dem aktuellen wissen-

belastende Wirkung haben und zu In-

Dabei müssen Sie aber nicht über

schaftlichen Erkenntnisstand. Sie ersetzen

fektanfälligkeit und anderen immunolo-

Nacht zum Hochleistungssportler werden.

keine ärztliche Behandlung bzw. fachmän-

gischen Erkrankungen führen können l

Gerade mässiges, aber regelmässiges En-

nische, medizinische Betreuung.








I N S E R AT

















März 2010 Reflexe


E N T S C H L A C K U N G P R A X I S

24

Entschlackung und

Fettverbrennung

Der Frühling setzt bereits seine

ersten Zeichen und was ist mit

dem Winterspeck? Er sammelt sich

am liebsten am Bauch, an den

Oberschenkeln oder ganz einfach

am ganzen Körper an. Helfen nun

eine der zahlreichen Diäten oder

ein Training im Fitness-Studio oder

ganz einfach mehr Bewegung oder

für die ganz Bequemen ein Pülverchen

zur Reduktion des Appetits?

Es wäre mehr als nur vermessen, wenn

wir Ihnen einfach ein einzig gültiges Rezept

vorschlagen würden. Jedoch eines ist

sicher: Gewichtsreduktion beginnt im

Kopf!

Diäten

Die meisten kommerziell angebotenen

Diäten beruhen auf einer kurzfristigen

Nahrungsreduktion (Kalorienreduktion)

oder auf der Bevorzugung

bestimmter Nährstoffe aus

einer Gruppe. Alle diese Diäten

bergen das Risiko einer nur kurzfristigen

Gewichtsabnahme, da sie nicht

zu einer grundlegenden Ernährungsumstellung

führen, die dauerhaft beibehalten

werden kann. Wird nach der Diät zu der

gewohnten (falschen) Ernährungsweise

zurückgekehrt, kommt es schnell zu neuen

Fettdepots – dem Jojoeffekt.

Light- oder Low-Fat-Produkte

Diese so genannten kalorienreduzierten

Produkte bringen bezüglich Gewichtsreduktion

und Entschlackung gar nichts.

Im Gegenteil, sie «gaukeln» dem Organismus

Fett und Süss vor. Die Verdauungsdrüsen

stellen sich darauf ein. Da Fett oder

Zucker trotz Geschmacksinformationen

fehlen, entwickelt sich Lust auf diese Produkte.

Und der zweite Effekt: Fett- und Zu-

ckermoleküle werden viel rascher im Gewebe

eingelagert. Dies mit der Folge von

Gewichtszunahme, gerade durch Low-Fatund/oder

Light-Produkte!!

Für die meisten Menschen funktionieren

Diäten nicht dauerhaft!

Gross angelegte Studien zeigen, dass

fast unabhängig von der Diätform nur

eine von 200 Personen nach einer Diät ihr

Gewicht halten konnte. Die wohl umfangreichste

Untersuchung, die in Ernährungsfachkreisen

mittlerweile legendäre Göttinger-Studie

mit beinahe 200 Mio. Daten.

zeigte bereits vor ca. 15 Jahren auf, dass

Keller-Kurse für Berufsmasseure

Hier ein Auszug aus unserem umfassenden Kursangebot

Pain Relief Technique Leukotape K

Therapieprinzip gegen (chronische) Schmerzen

Wellness-Massagen

Abhyanga – Ayurvedische Ganzkörpermassage

Lux Lightness – Wohlfühl-Kerzenwachsmassage

Hinema – Energetische Hot Stone Massage

Express Sportmassage

Die richtige Behandlung vor, während und nach einem

Sportanlass

Sling Training und Therapiekonzept

Praktisches Arbeiten am Rumpf und an den Extremitäten

(in den verschiedenen Rehaphasen: postoperativ bis

Sport)

Klassisch Taping

Funktionelle Verbandstechnik

Diverse Therapiemethoden

EFT – Emotionale Freiheit (Kurs 1-3)

Schröpfen – Altbewährte Therapieform

Psychozon-Massage – Fussreflex-Arbeit

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Filiale Echandens | 021 702 40 00


kaum ein nennenswerter Zusammenhang

zwischen Kalorienmenge und Körpergewicht

auszumachen ist.

Durch Diäten (Kalorienreduktion)

wird Stress ausgelöst. Der Körper schaltet

auf ein archaisches Programm: «Achtung

Hungersnot». Denn, wo immer eine Erfahrung

mit Stress verbunden wird, wird sie

stärker gespeichert, als eine positive Erfahrung.

Also gilt immer:

l Das Essen geniessen und nie als etwas

Negatives betrachten.

l Freundschaft mit dem Körper halten.

l Sich immer der grossen Freiheit bewusst

sein, selbst und jederzeit darüber

zu entscheiden, ob Sie etwas essen wollen

oder nicht – ohne Schuldgefühle!

l Alle Speisen als «Darf-Speisen» ansehen.

l Sich bewusst werden, wann man «unnötig»

isst: Ärger, Ängstlichkeit, Langeweile,

Stress, Kummer, Misserfolg, in Gesellschaft,

im Auto oder als Selbstbelohnung.

Entschlacken und Heilfasten

Den Körper entschlacken bedeutet, die


Stoffwechselproduktion anregen und so

angesammelte Schlacke rascher aus dem

Körper transportieren. Um den Körper von

innen zu entschlacken gibt es verschiedene

ausleitende Verfahren wie: Schwitzkuren,

Rohkost, Abführmittel, Trinkkuren

(z.B. Säfte, Molke) oder auch das Heilfasten.

Ebenso wichtig ist das Ausleiten von

Schlacken über die Haut. Sei dies über

Schröpfen, Wickel oder Schwitzen etc.

Heilfasten ist stets im Rahmen einer

Therapie und dient der Entschlackung,

Entgiftung oder Regeneration von Körper

und Seele. Beim Fasten sinkt der Blutdruck,

der Kreislauf und das Herz werden

entlastet, der Körper wird entwässert und

das Atmen wird leichter. Fasten regt auch

das Immunsystem an. Was bedeutet, dass

Krankheiten, die durch die Ernährung

hervorgerufen werden, positiv beeinflusst

Grund Nr. 7

werden können. Heilfasten sollten jedoch

nur gesunde Menschen.

Der Schüsslersalz-

Entschlackungstipp

Nr. 6 Kalium sulf. D6, Nr. 10 Natrium

sulf. D6, Nr. 22 Calcium carb. D12, Nr. 23

Natrium bicarb. D12

= je vier Tabletten in 300ml heissem Wasser

auflösen, in Flasche füllen und über

den Tag verteilt schluckweise trinken.

Immer wieder ist es ratsam die Vitalität

der Verdauungsorgane (Leber, Darm,

Bauchspeicheldrüse) zu unterstützen.

Hervorragend dazu eigenen sich: Schafgarbentee

oder als Tinktur und eine Kur

mit Löwenzahn als Tinktur.

l

Quelle: Auszugsweise übernommen aus

einem Newsletter der Goloy GmbH, Uster

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25

Optimale Wärmezufuhr und –therapie kombinierbar mit Farblichttherapie

Nutzen Sie ein breites Anwendungsspektrum und zusätzliche Verdienstmöglichkeiten als med. Masseur/in!

Das Prinzip: von der Natur gelernt

In der Natur wird die Wärmestrahlung

der Sonne (= Infrarot) durch die feuchte

Atmosphäre von schädlichen Anteilen

gefiltert. Bei wassergefiltertem

Infrarot-A (wIRA) blendet analog dazu

eine Wasserschicht die hautbelastenden

Anteile eines Infrarotstrahlers aus.

wIRA dringt tiefer in das Gewebe ein.

Bei geringer thermischer Oberflächenbelastung

wird die absorbierte Wärme

durch den Blutstrom rasch verteilt,

ohne das lokalisierte Er- oder Überhitzung

auftreten.

Neues Therapiekonzept mit wIRA

Nur ein geringer Wellenlängenanteil

des Infrarotspektrums kann die Hautoberfläche

durchdringen und ist tiefenwirksam.

Sein therapeutisches Potential

ist allerdings beträchtlich.

Hydrosun stellt diese schonende und

hochwirksame Strahlung mit einem

einzigartigen mobilen Strahler für ein

breites Anwendungsspektrum bereit.

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mit gefiltertem Infrarot-A.

Ein breites Angebot von Forschungsergebnissen

namhafter Forscher liegt

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Effekte und Indikationen, z.B.:

• Schmerzlinderung

• Entzündungshemmung

• gesteigerte Durchblutung und

Entspannung der Muskulatur

• Regeneration, schnellere

Wundheilung

• Arthrosen

• degenerative Erkrankungen

• chronische rezidivierende

Schmerzsyndrome

• Verletzungen (Wunden, Zerrungen)

• Muskelverspannungen

• Bronchitis

uvm.

Wir informieren Sie gerne mit

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26

Allergieprävention

bei Kindern

Angesichts der steigenden Prävalenz

von Allergien bei Kindern

fragen sich viele Eltern, welche

Massnahmen davor schützen

könnten. The Medical Journal (TMJ)

sprach mit Professor Brunello

Wüthrich über den Stellenwert von

Umwelt- und Ernährungsfaktoren,

wie Rauchen und Alkohol in der

Schwangerschaft, das Stillen und

Impfungen für das Atopierisiko.

◗ Interview

mit Prof. Dr. med. Brunello Wüthrich

TMJ: Gibt es bereits Einflüsse in

der Schwangerschaft, die für eine

Allergie des Neugeborenen prädisponieren

können?

Prof. Dr. med. Wüthrich: Es geht ja

hier um die primäre Prävention bei Risikokindern,

d.h., wenn familiär eine Atopiebelastung

vorliegt und insbesondere falls

bereits Geschwister von einer Allergie betroffen

sind. Ausser einem entsprechend

adäquaten Verhalten ohne irgendwelche

Exzesse – was für jede Schwangerschaft

eine Voraussetzung sein sollte – geht es,

bezüglich Allergieprävention für den Neugeborenen,

vor allem um die totale Rauchabstinenz

der Mutter. Der Fötus raucht ja

mit! Es wurde mehrmals nachgewiesen,

dass Neugeborene rauchender Mütter einen

erhöhten Nabelschnur-IgE-Spiegel

aufweisen und diese Kinder später häufiger

an Allergien, wie z.B. Neurodermitis

und Asthma, leiden als Säuglinge nicht

rauchender Mütter. Auch die passive Zigarettenrauchexposition

soll eine Schwangere

unbedingt vermeiden. Passivrauchen ist

ein wichtiger Risikofaktor für ein vermindertes

Lungenwachstum. Säuglinge, deren

Eltern sich in einer Raucherumgebung

aufhalten, haben ein erhöhtes Risiko für

Infektionen der unteren Atemwege und

für Mittelohrentzündungen. Passivrauchen

ist zudem ein wichtiger Risikofaktor

für den plötzlichen Kindstod. Hier wird

vermutet, dass die Reaktion des Säuglings

auf Sauerstoffmangel vermindert und die

Aufwachneigung verzögert wird.

Wie kann man das Allergierisiko

eines Kindes messen?

Eine individuelle Prognose ist immer

schwierig. Früher wurde die Bestimmung

des Nabelschnur-IgE-Spiegels empfohlen,

der ab einem bestimmten Wert mit

dem Auftreten einer späteren allergischen

Manifestation korreliert. Diese Untersuchung

wird aus verschiedenen Gründen

kaum mehr praktiziert. In der Praxis hält

man sich am besten an die Angaben der

Familienanamnese: Bei zwei erstgradigen

Verwandten mit einer atopischen Erkrankung

oder einem erstgradigen Verwandten

mit einer starken atopischen Erkrankung

beträgt das Risiko, eine atopische Krankheit

zu entwickeln, für jedes Kind aus dieser

Ehe etwa 70%. Leidet einer der Eltern

an einer Atopie, beträgt das Risiko etwa

30% und etwa 40%, wenn die Mutter

selbst an einer starken Neurodermitis leidet.

Allerdings muss man berücksichtigen,

dass das Risiko für einen Säugling, ein

atopisches Ekzem zu entwickeln, immer

noch 10-15% beträgt, selbst wenn kein Elternteil

von einer Atopie befallen ist!

Sollte eine stillende Mutter generell

auf bestimmte Lebensmittel

verzichten?

Es können tatsächlich Spuren von aggressiven

allergenen Nahrungsmitteln wie

Kuhmilch, Hühnerei oder Getreide in die

Muttermilch übergehen, wobei ein präventiver

Verzicht auf diese Nahrungsmittel

durch die stillende Mutter von der Gruppe

der pädiatrischen Immunologen und Allergologen

der Schweiz nicht empfohlen

wird. Ich persönlich empfehle der atopischen

Mutter, nicht exzessiv Eier zu konsumieren

und vom Genuss von Erdnüssen

abzusehen. Weitere eingehende diätetische

Einschränkungen sollten allenfalls

bei schweren allergischen Erkrankungen

von Familienmitgliedern individuell mit

dem spezialisierten Pädiater oder Allergologen

diskutiert werden. Erwähnt werden

muss hier auch, dass auch Umgebungsgifte,

wie polychlorierte Biphenyle, die so

genannten PCB, Dioxine, Moschusverbindungen,

Flammschutzmittel und Schwermetalle

in die Muttermilch in relativ geringer

Menge aufgenommen werden können.

Schäden dadurch konnten aber bis anhin

nicht eindeutig nachgewiesen werden.

Wenn nicht gestillt werden kann,

welche Nahrung ist dann für das

Kind am besten?

Falls Stillen in den ersten Stunden oder

Tagen nicht möglich ist, soll der Säugling

trotzdem regelmässig anlegt werden, denn

im Kolostrum, der so genannten Vormilch,

liegt eine hohe Konzentration von Antikörpern

vor. Für die ersten Stunden kann

Tee mit 10-25% Maltodextrinen gefüttert

werden, am idealsten wäre pasteurisierte

Frauenmilch. Keineswegs sollten Vollmilchpräparate

gegeben werden, da diese

erste Milchflasche, die vielleicht von der

Nachthebamme oder Krankenschwester

ohne Kenntnis der Mutter verabreicht wurde,

die ganze Atopieprophylaxe durch eine

frühzeitige Milchsensibilisierung infrage

stellen kann! Muss die Muttermilch beim

Neugeborenen bei medizinischer Indikation

in der ersten Lebenswoche für wenige

Tage ergänzt werden, so soll für diese

kurze Zeit eine hydrolysierte Säuglingsernährung

verwendet werden, desgleichen

wenn die Mutter aus verschiedenen

Gründen definitiv nicht stillen kann. Bei

Neugeborenen und Säuglingen mit erhöh-

Reflexe März 2010


tem Atopierisiko, welche nicht oder nur

teilweise gestillt werden, empfehlen skandinavische

Autoren stark hydrolysierte

Säuglingsnahrungen. Von der Verwendung

der Milch anderer Säugetiere wie Ziege,

Schaf oder Pferd und von Sojapräparaten

ist abzuraten, da kein wissenschaftlicher

Hinweis für eine primäre Präventionswirkung

besteht und der nutritive Wert

als ungenügend betrachtet werden muss.

Diese Milchsorten und Sojapräparate sind

ebenfalls allergen.

Manche sagen, dass Probiotika bei

Kindern die Entwicklung von Allergien

verhindern könnten. Ist das so

und welche Probiotika wären das?

Laktobazillus- und Bifidusbakterien

sind die bekanntesten Vertreter dieser Probiotika.

Sie sollen durch eine Optimierung

der Magen-Darm-Flora das menschliche

Immunsystem günstig beeinflussen. Probiotika

sind auch für Säuglinge und Kleinkinder

problemlos zu verabreichen und sicher.

Als Nebenwirkung werden lediglich

die Stühle etwas weicher. Der Einsatz von

Probiotika zur Atopieprävention beruht

auf skandinavischen Studien. Sie zeigten,

dass Kinder, welche zu einem späteren

Zeitpunkt eine atopische Dermatitis entwickeln,

in den ersten Lebenswochen weniger

dieser Laktobazillus- und Bifidusbakterien

im Magen-Darm-Kanal aufweisen

als Kinder ohne spätere Hautprobleme.

In einer finnischen Studie wurde gezeigt,

dass die Gabe von probiotischen

Bakterien bei Neugeborenen das Auftreten

von Neurodermitis um die Hälfte reduzieren

kann. Dabei erhielten sowohl die Mütter

vor der Geburt als auch die Neugeborenen

bis sechs Monate nach der Geburt den

probiotischen Bakterienstamm Lactobacillus

GG. In einem späteren Follow-up der

Studienteilnehmer zeigte sich ein Fortbestehen

dieser Schutzwirkung.

In einer weiteren finnischen Studie

ergaben sich Hinweise darauf, dass Kinder,

deren Mütter kurz vor der Geburt und

während der Stillzeit Nahrungsmittel mit

Laktobazillen einnahmen, weniger häufig

eine atopische Dermatitis entwickelten

als Kinder einer Vergleichsgruppe, welche

ohne diese Zusätze ernährt wurden. Allerdings

wurde diese Studie aus verschiedenen

Gründen stark kritisiert. Damit gibt es

bisher noch keine Beweise für einen allergiepräventiven

Effekt der Probiotika.

In einer finnischen Studie wurde gezeigt, dass die Gabe

von probiotischen Bakterien bei Neugeborenen das Auftreten

von Neurodermitis um die Hälfte reduzieren kann.

Ist Impfen ein Risikofaktor für die

Entwicklung von Allergien?

In Finnland wurden aufgrund von Einträgen

im Krankheitsregister die Krankheitsgeschichten

von über 500’000 jungen

Menschen untersucht. 20’690 hatten in

der Kindheit Masern durchgemacht, weil

sie nicht geimpft worden waren. Nun untersuchte

man, ob die jungen Erwachsenen

vermehrt an Allergien litten. Die nicht

gegen Masern Geimpften hatten als junge

Erwachsene häufiger Neurodermitis, häufiger

Heuschnupfen und häufiger Asthma.

Bei einer im Februar 2007 erschienenen

Studie aus den Niederlanden wurden bei

über 2’800 Kindern ab Geburt bis zum Alter

von sieben Jahren die gleiche Frage gestellt.

Die meisten davon waren, dem holländischen

Impfplan entsprechend, im Alter von

zwei, drei und vier Monaten gegen Diphtherie,

Tetanus, Pertussis, Poliomyelitis

und Hirnhautentzündung geimpft worden.

Briefbogen

Karteikarten

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mogelsberg

Auch bei diesen Kindern aus Holland zeigte

sich überhaupt kein nachteiliger Effekt des

Impfens auf die Entstehung von Allergien.

In einer Studie aus Deutschland, bei

der über 1’300 Kinder mit Geburtsjahr

1990 nachkontrolliert wurden, zeigte sich

sogar ein Trend, wonach diejenigen Kinder,

die besonders komplett geimpft worden

waren, etwas weniger häufig an Asthma

und Neurodermitis litten.

Die Argumente der Impfgegner, dem

Kind die vom BAG empfohlenen Impfungen

wegen des möglichen Risikos einer

späteren Allergie vorzuenthalten, können

nicht wissenschaftlich untermauert werden.

Es handelt sich vielmehr um persönliche

Weltanschauungen.

l

Quelle: Das Interview wurde geführt von Frau

Dr. Renate Bonifer im Auftrag des The Medical

Journal (TMJ); Erstpublikation 2/2009. Das

Interview ist in gekürzter Form wiedergegeben.

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A L L E R G I E P R ÄV E N T I O N P R A X I S

27

I N S E R AT

März 2010 Reflexe


A K U P U N K T U R P R A X I S

Immunsystem

und Akupunktur

Obwohl die Akupunktur, als Bestandteil der Traditionellen

Chinesischen Medizin (TCM), bereits über 2000

Jahre alt ist, ist der Begriff Immunsystem in der TCM

nicht unbekannt. Zwar wird dieser Begriff in alten

Schriften nie verwendet, doch es finden sich andere Bezeichnungen,

welche sich auf das Immunsystem beziehen.

Vor allem der Begriff ZHENG QI bezieht sich darauf.

◗ Reto Turnell

Ernährung auch auf Bewegungsformen

Immunsystem und erkranken sehr oft an

achten, in denen eine kontrollierte At-

Infekten, vor allem der Atemwege. Hier

28

Im Klassiker SU WEN liest man folgenden

Satz:

mung vorkommt, wie beim TAI JI oder QI

GONG. Diese prophylaktischen Aspekte

zeigt sich der Zusammenhang von Abwehrkraft

(WEI-QI) und der Funktion der

«Wenn das ZHENG-QI stark ist,

kann das XIE-QI nicht in den Körper

eindringen.»

sind sehr wichtig in der TCM. Noch heutzutage

wird in China sehr darauf geachtet.

Man kleidet sich nach den Witterungsumständen,

isst saisonal und weiss, welche

Lunge. Erfolgt nach solchen Infekten keine

vollständige Genesung, wobei der pathogene

Faktor (XIE QI) im Körper verbleibt,

leiden die Patienten oft an Formen des

Kräuter eine gute Gesundheit fördern.

chronischen Müdigkeitssyndromen (CFS).

Als ZHENG-QI bezeichnet man alle

Körperfunktionen und Abwehrstoffe,

welche das Eindringen von äusseren pathogenen

Stoffen (XIE QI) verhindern.

Akupunkturpunkte und das Immunsystem

Wenn aber trotz aller Prophylaxe und

Doch nicht nur eine Schädigung der

Lunge bewirkt ein schwaches Immunsystem.

Auch die Fehlfunktion anderer Organe

kann dazu führen. Schlussendlich kann

Als äussere pathogene Faktoren werden

Vorkehrung das WEI-QI schwach ist, da-

sich das Ganze auch auf den Geist (SHEN)

traditionell äussere Einflüsse wie Wind,

durch pathogene Faktoren eindringen

ausweiten und der Patient bekommt Sym-

Nässe, Kälte oder Hitze bezeichnet. Heut-

können und der Mensch krank wird, hat

ptome wie: Kränklichkeit, Müdigkeit,

zutage werden aber auch Viren oder Bak-

die TCM ein ganzes Repertoire von Metho-

Schwermut, Schlafstörungen, Verdauungs-

terien zu diesen gezählt.

Ein weiterer

den zur Unterstützung der Genesung. Die

probleme, intermittierendes Fieber…

Begriff, welches mit Strukturen des Immunsystems

gleichgesetzt werden kann,

ist das WEI-QI. WEI-QI, als Bestandteil

im Westen wohl bekannteste ist die Akupunktur.

Durch das Nadeln an bestimmten

Akupunkturpunkten wird einerseits

Fall 1 – Frau M.C., 26 Jahre

Frau M.C. leidet seit vier Jahren an

des ZHNEG-QI, bezieht sich auf die äu-

versucht, die schädlichen Einflüsse wieder

Erkältungsanfälligkeit. Ein Auslöser dafür

ssere Abwehrschranke des Körpers. Das

aus dem Körper zu schaffen, andererseits

war nicht bekannt. Jedes Jahr fing sie sich

WEI-QI reguliert die Schweissregulation

wird versucht das ZHENG-QI zu stärken,

im Winter 3-4 Erkältungen ein, die jeweils

über die Haut in dem es die Poren öffnet

damit der Körper den Kampf gegen den

nach dem gleichen Schema abliefen. Wur-

und schliesst, es erwärmt die Haut, sowie

Eindringling gewinnen kann. Mit den

den die Tage kürzer und die Temperaturen

die oberflächlichen Muskeln. Die Grund-

Akupunkturnadeln werden verschiedene

fielen, genügte es, dass die Patientin bei

lage für ein starkes WEI- und ZHENG-QI

Reaktionen im Körper ausgelöst. Durch

Regen joggen ging und sich dabei unter-

ist neben der täglichen Nahrung auch eine

den Einstich werden im Gehirn verschie-

kühlte. Kurz nach dem Joggen litt sie unter

solide Lebensführung mit ausreichendem

dene Neurotransmitter und Hormone

Kälteschauer, verspannten Nackenmus-

Schlaf und genügender Bewegung. Darü-

ausgeschüttet. Zu dem bewirkt die Aku-

keln, welche zu Kopfschmerz führten und

ber hinaus sind gemäss TCM eine starke

punktur eine Erhöhung von Leukozyten

leicht erhöhter Temperatur. Am nächsten

Nierenenergie, als Grundlage von YIN/

im Blut, wodurch die Nadeln positiv auf

Tag fühlte sie sich geschwächt und ver-

YANG und der Grundkonstitution, auch

die Homöostase des Körpers wirken und

spürte Gliederschmerzen. Das Frösteln

eine gute Funktion von Milz und Magen

die Selbstheilungskräfte angeregt werden.

und das leichte Fieber (38.5°) hielten an.

erforderlich, welche die wichtigsten Orga-

Neben der Akupunktur können je nach Si-

Die Kälte schlug ihr auf die Blase und sie

ne für die Verdauung sind. Schlussendlich

tuation auch andere Methoden kombiniert

musste öfter Wasser lösen. Zusätzlich be-

gehört auch eine einwandfreie Lungen-

eingesetzt werden, wie z.B. die Moxibus-

kam sie Schluckprobleme und ein wenig

funktion dazu, da die Lungen die Haut

tion oder das Schröpfen. In schlimmeren

Husten. Trotz dem Frösteln schwitzte sie

und das WEI-QI kontrollieren. Betrachtet

Fällen muss zusätzlich der Einsatz von

wenig. Dieser Zustand hielt normaler-

man diese Zusammenhänge, wird es klar,

chinesischen Kräutern erfolgen. Viele Pa-

weise eine Woche lang an. Auch stieg die

dass die Chinesen neben einer gesunden

tienten leiden unter chronisch schwachem

Temperatur nie über den angegeben Wert.

Reflexe März 2010


Die Grundlage für ein starkes WEI- und ZHENG-QI ist neben

der täglichen Nahrung auch eine solide Lebensführung

mit ausreichendem Schlaf und genügender Bewegung.

Die Patientin suchte mich im Januar

2008 auf. Es war der dritte Tag im Stadium

eines akuten Infektes. Ihr Puls war oberflächlich

und die Zunge blass mit wenig

weissem Belag. Meine Diagnose war folgende:

Wind/Kälte-Invasion auf Grund einer

Leere des WEI-QI. Die Patientin erhielt

eine Akupunkturbehandlung mit folgenden

Akupunkturpunkten: LIE QUE (Lu7),

DA ZHUI (DU14), WAI GUAN (3E5) und

ZU SAN LI (Ma36). Zusätzlich wurde auf

den Punkten FENG MEN (Bl12) und FEI

SHU (Bl13) trocken geschröpft. Die Patientin

bekam noch eine Portion der Kräuterrezeptur

GUI ZHI TANG (Cassia-Zimt-

Dekokt) für Zuhause.

Bereits am nächsten Tag rief mich die

Patientin an und teilte mir mit, dass die

meisten Symptome verschwunden waren.

Wir vereinbarten einen Termin in einer

Woche. Nach einer Woche kam die Patientin

genesen von ihrer Erkältung zurück.

Sie hatte immer noch schnell kalt und

fühlte sich müde. In den nächsten vier

Wochen behandelte ich sie zweimal wöchentlich

mit Akupunktur, um ihr WEI-QI

zu stärken und allfälliges XIE QI der letzten

Erkältung auszuleiten. Folgende Punkte

wurden verwendet: TAI YUAN (Lu9),

FEI SHU (Bl13), PI SHU (Bl20), ZU SAN LI

(Ma36) und SHAN ZHONG (Ren17). Zusätzlich

verschrieb ich der Patientin noch

eine modifizierte Version der Kräuterrezeptur

YU PING FENG SAN für die letzten

zwei Wochen der Behandlung. Seit dem

Abschluss der Behandlung hatte Frau M.C

keine Erkältungen mehr.

Fall 2 – Frau K.B., 32 Jahre

Im Frühling 2009 suchte mich Frau

K.B. mit der Diagnose wiederkehrende

Blasenentzündungen auf. Sie litt seit Ende

der Pubertät an dieser Erkrankung. In zwei

Fällen kam es sogar zu einer Nierenbeckenentzündung,

welche aber erfolgreich

mit Antibiotika behandelt wurden. In der

Anamnese stellte sich heraus, dass sie

in der Pubertät sehr oft bauchfreie Mode

trug. Obwohl die Blasenentzündungen

durchschnittlich zweimal jährlich auftraten,

hatte sie oft Reizgefühle an der Blase

und beim Wasserlassen. Diese Symptome

wurden schulmedizinisch abgeklärt und

als Reizblase tituliert. Ihr Allgemeinzustand

bezeichnete die Patientin mit befriedigend.

Sie leidet stets unter allgemeinem

Kältegefühl und dies besonders intensiv

im Unterleib. Teilweise strahlt diese grosse

Kälte bis in die Beine und in den unteren

Rücken aus. Sie trinkt eigentlich nicht besonders

viel, weil sie anschliessend sofort

die Toilette aufsuchen muss. Vor allem

kalte Getränke schlagen ihr unmittelbar

auf die Blase, was ein Ziehen im Unterleib

bewirkt. Aus diesem Grund trinkt sie

heutzutage nur noch warme Getränke.

Ihre Menstruation bezeichnet sie als mühsam.

Vor allem während der Monatsblutung

hat sie tief sitzenden Schmerz in der

Gebärmutter und in der Lendengegend.

Diese Schmerzen lassen nur nach dem

Auflegen einer warmen Bettflasche nach.

Zudem bekommt sie während dieser Zeit

geschwollene Beine.

Die Zunge zeigte einen blassen, geschwollenen

und feuchten Körper. Der Belag

war weiss und wenig schmierig. Der

Puls zeigte sich tief versteckt, schwach,

wenig schlüpfrig und langsam. Die Diagnose

lautete: Leere des Nierenfeuers

(MING MEN) mit Nässeansammlung im

unteren Erwärmer. Da die Frau erstaunlicherweise

keine Verdauungsprobleme

aufwies, wie es bei diesen Mustern oft der

Fall ist, musste auch keine Umstellung der

Ernährung vorgenommen werden. Intuitiv

hatte sie ihre Ess- und Trinkgewohnheiten

in den letzten Jahren zu Gunsten von Nahrungsmittel

mit warmer Thermik umgestellt.

Das Therapieprinzip hiess deshalb,

die Nieren und die Blase zu stärken und

den unteren Erwärmer wieder durchgängig

zu machen. In den ersten Behandlungen

musste gänzlich auf die Akupunktur

verzichtet werden, da die Patientin unter

Grund Nr. 9

Das Beitrittsformular

finden Sie unter

www.vdms.ch

Wir freuen uns auf Sie!

Nadelängstlichkeit litt. Es wurde deswegen

vor allem mit der Moxibustion (Abbrennen

von Beifusskraut) über Akupunkturpunkten

begonnen. Zusätzlich wurde

mit TUI NA (chin. Heilmassage) am Unterbauch

und im Lendenbereich massiert.

Die Moxazigarren bekam die Patientin mit

nach Hause, um sich selbst die Akupunkturpunkte

zu behandeln. Nach der vierten

Behandlung mit Moxa und TUI NA liess

sich die Patientin auch akupunktieren. Die

Anzahl der Nadeln wurde auf einem Minimum

gehalten. Da das Nieren-YANG gut

auf die Moxatherapie ansprach wurden

nur Punkte zur Unterstützung der Menstruation

genommen. Ich wählte nur SAN

YIN JIAO (Mi6) und DI JI (Mi8) dafür. Für

die Stagnation der Blase waren spezielle

TUI NA-Techniken auf der REN-MAI-Leitbahn

nötig. Zur Unterstützung der Nieren-

Leere bekam die Patientin für 6 Wochen

noch das Dekokt JIN GUI SHEN QI WAN

(Dekokt das die Nieren stärkt) verabreicht.

12 Wochen nach dem Beginn der Behandlung

war die Patientin beschwerdefrei. l

A U T O R

Reto Turnell

MCM, M. Ac., kant. approb. Heilpraktiker,

Master in Chinese Medicine and Acupuncture,

Praxis für Chinesische und Alternative

Medizin, 7000 Chur

info@chinamedizin.net

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gültig ab 1.1.2010:

Med. Masseur/in FA: Fr. 290.00 inkl. Jahresabo Reflexe

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mit Ausbildung/en in ein- oder mehreren anerkannten Therapiemethoden)

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A K U P U N K T U R P R A X I S

29

März 2010 Reflexe


W E I T E R B I L D U N G 2 010 V E R B A N D

30

Neue Kurse im 2. Quartal 2010

■ Freitag – Samstag, 23. – 24. April und Samstag, 29. Mai 2010

Angststörungen, Panik, Zwänge

Angst tritt im Leben immer wieder auf

und gehört zur normalen Entwicklung

(vgl. etwa das «Fremdeln» im Kleinkindesalter).

Wir alle kennen Angst etwa

vor Krankheit, Trennung oder Einsamkeit.

Furcht vor bestimmten Gefahren kann ein

nützliches Warnsystem sein. – Wann müssen

wir Ängste dagegen als Störung oder

Krankheit betrachten? Wenn Angst nicht

bei bestimmten Anlässen auftritt, sondern

uns dauernd begleitet; wenn störende

körperliche Symptome dazukommen;

und wenn die Betroffenen gehindert werden,

ihre Aufgaben zu erfüllen und/oder

ihre Beziehungen zu pflegen.

Der Bereich der Angststörungen umfasst

Ängste, Phobien, Panik und Zwänge.

Man geht davon aus, dass 15 bis 20% der

Menschen irgendwann in ihrem Leben unter

einer Angststörung leiden. In der Hausarztpraxis

sind ca. 10% betroffen. Epidemiologisch

gesehen ist die Angststörung

als Krankheitsfaktor also relevant, da sie

relativ häufig ist.

Weniger als 50% aller Fälle werden diagnostiziert;

nur ein kleiner Teil wird behandelt,

obschon es sehr gute Behandlungsmöglichkeiten

gibt. Wie kommt das?

● Über Ängste zu sprechen löst oft

Schamgefühle aus, begleitet von der

Befürchtung, als psychiatrisch krank

zu gelten.

● Oft führt das Hervorheben von körperlichen

Beschwerden beim Hausarzt

zu einer einseitig somatischen

Abklärung, während der psychische

Leidensdruck, weil nicht geäussert,

vernachlässigt wird.

● Oft wird die Angststörung übergangen,

wenn sie das normale Funktionieren

im Alltag nicht allzu sehr einschränkt.

Bei spezifischen Phobien (Liftangst,

Angst vor S-Bahn usw.) werden unangenehme

Situationen häufig einfach gemieden,

und dies ohne grössere Einschränkung.

Bei der weit verbreiteten sozialen Phobie

jedoch ist Vermeidung oft nur teilweise

möglich. Irgendwann im Laufe des Lebens

sollte man z.B. einen Vortrag halten oder

eine Sitzung leiten. Das Ereignis kann

schon Wochen oder Tage vorher folgende

Symptome auslösen:

● im somatischen Bereich: Schwindel,

Kopfschmerzen, Herzklopfen, Durchfall,

Harndrang, Zittern, weiche Knie,

Schreckhaftigkeit, Erröten, Erblassen,

Kurzatmigkeit u.a.

● im psychischen Bereich: Angst davor,

die Kontrolle zu verlieren, durchzudrehen,

ohnmächtig zu werden oder

zu sterben; Entfremdungsgefühle,

Konzentrationsschwierigkeiten, Überempfindlichkeit,

Schlafstörungen;

Phantasien von Vermeidung, die je

nach Intensität der Angst in die Tat

umgesetzt werden.

Im Seminar soll das ganze Spektrum

der Angststörungen durchgearbeitet werden.

Ziel ist ein Überblick über diverse

Ängste und Phobien, über Panik, Panikattacken

und Zwänge. Ergänzend sind Fallbeispiele

vorgesehen, ebenso Überlegungen

zum Umgang mit Angststörungen sowie zu

deren Behandlung.

l

Dozentin: Dr.phil. Brigitta Durst Rohrer

Grund Nr. 10

■ Donnerstag, 6. Mai 2010

TCM – Schröpfen

und Gua Sha

Schröpfen und Gua Sha (Schaben) sind

zwei Methoden der Traditionellen Chinesischen

Medizin (TCM). Beide werden bei

Störungen im Bewegungsapparat sowie

bei Erkrankungen der inneren Organe

eingesetzt.

Die Anwendung von Schröpfen und

Gua Sha bewirkt das Auflösen von QI- und

Blutstagnationen sowie eine Entlastung

des Körpers nach äusseren Infekten. Die

Krankheit erzeugenden Stoffe im Körper

werden, aufgrund der Haut öffnenden Wirkung

dieser Techniken, wieder ausgeleitet.

Das Schröpfen besitzt auch in unserer

Kultur in der Heilkunde eine grosse Tradition.

Beim Gua Sha hingegen handelt es sich

um eine rein chinesische Methode. Hier erzielt

man mit einem so genannten Gua-Sha-

Werkzeug, meist aus Büffelhorn, die gleiche

Wirkung wie beim trockenen Schröpfen.

In diesem Kurs wird neben dem trockenen,

unblutigen Schröpfen auch auf das

blutige Schröpfen, sowie auf die Schröpfkopfmassage

eingegangen. Vorkenntnisse

sind nicht nötig und das Gelernte kann

sogleich in die tägliche Praxisarbeit eingebunden

werden.

l

Dozent: Reto Turnell

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vdms Mitgliedernähe:

Sie sind uns wichtig, Ihre Meinung wird ernst

genommen, Ihre Fragen kompetent beantwortet.

Reflexe März 2010


■ Fr, 7. Mai 2010 TCM – Moxibustion (Moxa)

Die Wärmetherapie der Chinesen blickt

auf eine lange Tradition im kühlen Norden

Chinas zurück. Die Schweiz, mit einem

ähnlichen Klima, ist prädestiniert für

diese Methode. Auch in unseren Breitengraden

kommen die so genannten Kälte-

Bi-Syndrome (Rheumatische Erkrankungen)

oft vor.

Diese zeigen sich in Schmerzen, welche

chronisch sind und sich im Herbst und

Winter verschlimmern. Doch nicht nur

diese Erkrankung ist mit dem Moxakraut

erfolgreich zu therapieren, es gehört noch

eine ganze Palette weiterer Krankheiten

dazu. Vor allem bei chronischen Mangelsyndromen,

wie chronischem Durchfall,

Menstruationsschmerzen oder Infektanfälligkeit,

eignet sich diese Methode sehr gut.

■ Mo – Di, 14. – 15. Juni 2010

TCM –

Ohrakupunktur

Die chinesische Ohrakupunktur ist ein

Sondergebiet der chinesischen Akupunktur.

Obwohl erst in den letzten Jahrzehnten

gründlich erforscht, gehen die Ursprünge

bis 2000 Jahre zurück. Genau so

wie die Körperakupunktur, ist die Ohrakupunktur

ein eigenständiges System.

Darum kann es nebst den Theorien der

Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM)

auch losgelöst von der TCM als Diagnoseverfahren

eingesetzt und therapeutisch

angewendet werden. Die Ohrakupunktur

lässt sich sehr gut mit anderen Heilmethoden

kombinieren. Ein weiterer Vorteil dieser

Methode ist seine Einfachheit und dass

der Einsatz nur am Ohr selbst erfolgt.

Die Indikation der Ohrakupunktur umfasst

alle Bereiche. Sie kann in akuten und

chronischen Fällen eingesetzt werden. Behandelt

werden sehr oft und erfolgreich Störungen

wie z.B. die akute allergische Rhinitis,

Verdauungsstörungen, Menstruationsschmerzen

sowie Störungen im Bewegungsapparat.

Obwohl dieser Kurs Ohrakupunktur

heisst, wird auch auf den Einsatz ohne

Nadeln, die Ohrmassage sowie den Gebrauch

von Ohrsamen und Ohrmagneten

eingegangen. Nach diesem Kurs sind die

Teilnehmenden in der Lage, das Erlernte

in der täglichen Praxis, mit oder ohne Nadeln,

anzuwenden. Dozent: Reto Turnelll

Die Behandlung mit Moxibustion ist einfach

zu erlernen.

Neben dem Einsatz der bekannten Moxazigarre

(Bild rechts), steht dem Therapeuten

mit dem Moxakistchen, Moxakegel

sowie verschiedenen Moxaunterlagen ein

breites Sortiment zur Verfügung. Bei der

Anwendung der Moxatherapie ist es wichtig

zu beachten, ob es sich um einen Hitze-

oder Kälte-, Fülle- oder Leere-Zustand

handelt. Dies wird mit dem System der

«8 Leitkriterien» (Ba Gang) diagnostiziert.

Dadurch wird eine individuell auf den Patienten

abgestimmte Therapie gewährleistet,

was zu sehr guten Ergebnissen führt.

Für diesen Kurs sind keine Kenntnisse

der Traditionellen Chinesischen Medizin

erforderlich. Dozent: Reto Turnell l

■ Mo – Di, 10. – 11. Mai 2010

Krafttraining mit

dem Thera-Band

Der Kurs Muskeltraining mit dem Thera-

Band vermittelt einen Einblick in die Trainingslehre

und die Sportwissenschaft.

Es können danach massgeschneiderte

Übungsprogramme für Patienten und

Sportler zusammengestellt werden, die

entweder diagnosespezifisch oder sportrelevant

sind.

Die verschiedenen Aspekte von Trainings

und Trainingsmethoden werden beleuchtet

und der Teilnehmer kann sie am

eigenen Leib erfahren. Der Kurs fördert die

Kompetenz zum Erstellen und Instruieren

von Trainingsprogrammen für alle möglichen

Indikationen und Zielsetzungen mit

einem einfachen Mittel, dem Thera-Band.

Die Teilnehmenden lernen, sowohl isolierte

Muskeln als auch ganze Muskelketten

und Bewegungsmuster zu trainieren. l

Dozent: Caius Schmid

■ Freitag, 28. Mai 2010

Kopf- und

Gesichtsschmerzen

Kopfschmerzen gehören, neben den Rückenschmerzen,

zu den häufigsten gesundheitlichen

Beeinträchtigungen. In

Zahlen ausgedrückt: 70% der Schweizer

Bevölkerung leidet anfallsweise an Kopfschmerzen.

Meistens lassen sich die Kopfschmerzen

unserer Patienten in Migräne und/

oder Spannungskopfschmerzen einteilen.

Aus diesem Grund werden diese zwei

Kopfschmerzformen ausführlich besprochen

und konkrete manuelle Behandlungsansätze

gezeigt und geübt.

Kopfschmerzen können auch noch viele

andere Quellen besitzen, wie mir ein Patientenbeispiel

von vorletzter Woche gezeigt hat:

Patientin, 43 jährig, beklagt sich über

sehr starke Nacken- und Kopfschmerzen.

Das MRI und die Röntgenbilder zeigen

eine aktivierte Spondylarthrose der Segmente

C2/3-6/7. Anhand dieses Befundes

hat der Arzt die Diagnose eines Cervico-

Cephales Schmerzsyndrom (Cervicogener

Kopfschmerz) gestellt. Zudem leidet die

Patientin an Müdigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten,

welche sie auf den

schlechten Schlaf wegen ihren Schmerzen

zurückführt. Im Verlauf der Anamnese erwähnte

sie, dass sie in letzter Zeit jeweils

starke Mensblutungen hat.

An welche Krankheiten müssen wir denken?

Ja genau Anämie. Welche Symptome

kann eine Anämie zeigen? Müdigkeit, Leistungsabfall,

Kopfschmerzen, Sehstörungen...

Die Blutentnahme beim Arzt bestätigte

den Verdacht. Da ihre Symptome sehr

stark sind, hat sie sich für eine Eiseninfusion

entschlossen. Jetzt bin ich mal gespannt

was die Kopfschmerzen, Müdigkeit

und Sehstörungen machen.

So werden Sie an diesem Fortbildungstag

lernen, dass neben der Migräne und

Spannungskopfschmerzen noch viele andere

Ursachen für Kopfschmerzen verantwortlich

sein können.

l

Dozent: Toni Schraner

W E I T E R B I L D U N G 2 010 V E R B A N D

31

März 2010 Reflexe


R Ü C K B L I C K V E R B A N D

32

Reflektorische Atemtherapie nach Schmitt-Brüne

■ Kursbericht vom 26. – 29. Okt. 2009

«...weite durch den Atem...»; «...vom

Wandlungspunkt ...“; «...so vorne wie hinten,

oben wie unten, links wie rechts...»

Als Novum aus dem mannigfaltigen

Kursangebot des vdms gab es im Herbst

2009 den ersten Grundkurs in reflektorischer

Atemtherapie. Elf Pioniere absolvierten

diesen ersten Kurs, der uns weitere

Therapiemöglichkeiten öffnete.

In der Reflektorischen Atemtherapie

wird der Behandlungsweg über die Atmung

Rückblick Weiterbildungen

2009

hk. Sehr erfreulich: 2009 konnten wir erneut

die gebuchten Kurstage und somit

auch die Teilnehmerzahlen steigern!

So konnten 124,5 Kurstage – von den

insgesamt 141 geplanten – durchgeführt

werden. Dies sind 19,5 Tage mehr als im

Vorjahr. Dies entspricht total 1'599 gebuchten

Kurstagen, wovon 635 (39,71%) auf

Mitglieder und 964 (60,29%) auf Nicht-

Mitglieder entfallen. Durchschnittlich verzeichneten

wir somit pro Kurstag 12,84

(Vorjahr 13,68) Teilnehmende.

Wichtig ist für uns immer die Zufriedenheit

der Kursbesucher. Am Ende eines

Kurses haben die Teilnehmer die Möglichkeit

uns ein Feedback zum Unterricht und

allgemeinen Punkten zu geben. Dies ist für

uns ein sehr wichtiges Arbeitsinstrument,

um allfällige Schwachstellen zu erkennen.

Gerne möchten wir Ihnen einen Zusammenzug

der «Kursbewertungen» über das

ganze Jahr 2009 präsentieren.

Die nebenstehende Auswertung darf

als sehr repräsentativ bezeichnet werden,

da der Rücklauf der Kursbewertungen bei

78%! lag. Bei über 57% der Teilnehmenden

erhielten wir bei den 13 Beurteilungskriterien

ein sehr gut und knapp 37% gaben

ein gut ab. An dieser Stelle bedanken

wir uns für Ihr Mitmachen, Ihre Ideen und

Anregungen. Gerne setzen wir die zahlreichen

Inputs um.

Ebenfalls bedanken wir uns herzlich

für Ihr Interesse an unseren Kursen, Ihre

Treue zum vdms und wir freuen uns auf

des Patienten (in Frequenz, Volumen und

Rhythmus) aufgezeigt. Der Therapeut wird

Beobachter der Atemreaktion bei seinem

Patienten und modelliert dem Behandlungssziel

entsprechend seinen Körper.

Das Therapieziel ist stets die Atemdurchgängigkeit...

so vorne wie hinten,

oben wie unten, links wie rechts.

Als Wandlungspunkt bezeichnete Dr.

Schmitt (Begründer der Therapie) die Stelle

TH 12/L 1. Hier sollte der Atemtransport

von der costo-abdominalen Atembewegung

in die costo-sternale Entfaltung übergehen.

ein Wiedersehen. Ebenfalls schätzen wir

die angenehme Zusammenarbeit mit unseren

Dozenten und bedanken uns für die

fachkompetente Stoffvermittlung. l

1. Entsprach der Kurs Ihren

Erwartungen?

2. Wie war die Qualität der

Seminarunterlagen?

3. Wie war das Verhältnis

Theorie – Praxis?

4. Wie war die Aufteilung

Unterricht – Pausen?

5. Ist das Gelernte für Sie in

der Praxis anwendbar?

6. Wie beurteilen Sie die

Fachkompetenz des

Dozenten?

7. Wie wurde das Stoffgebiet

vermittelt (Klarheit, Verständlichkeit,

Gliederung,..)

8. Wie wurde auf Fragen

und Probleme eingegangen?

9. War das Lerntempo

angemessen?

10. Wie beurteilen Sie die

Ausstattung im Unterrichtsraum?

11. Wie beurteilen Sie die

Ausstattung im Pausenraum?

12. Wie beurteilen Sie die

Kursorganisation?

13. Wie beurteilen Sie die

Begleitung des Kurses

durch das Team vom

Sekretariat?

Danke für

das Interesse

an unseren

Kursen!

Das Ganzheitliche dieser Therapie begeisterte

die Kursbesucher. Die Reflektorische

Atemtherapie bringt nicht nur dem

Zielpublikum Hilfe, sondern wird für jeden

Kursteilnehmenden durch das Erleben

der gezielten Griffe am eigenen Körper

zum wahren Jungbrunnen.

Wir hatten das Glück als Lehrtherapeutin

Bettina Bickel aus München zu erleben.

Sie ist verantwortliche Mitautorin

von der Neuauflage eines entsprechenden

Lehrbuches (siehe REFLEXE Dezember

2009, S. 32). Meisterhaft und mit viel Feingefühl

weihte sie uns in dieses anspruchsvolle

«Kunsthandwerk» ein.

Herzlichen Dank! Ueli Lang

K U R S 2 0 1 0

Weiterer Grundkurs Reflektorische

Atemtherapie nach Schmitt-Brüne:

19. – 22. April 2010

l

Reflexe März 2010


SVMM –

Einstimmig für

Übertritt zu vdms

Am Samstag, 23. Januar 2010, fand die

ausserordentliche Generalversammlung

des SVMM – Schweizerischer Verband

Medizinischer Masseure, in den Räumlichkeiten

des Partnerverbandes vdms,

statt. Der SVMM und der vdms gehen

bereits seit Mitte 2009 gemeinsame Verbandswege.

Da die Zusammenarbeit sehr

gut harmonierte, sich viele Synergien

zeigten, hat man beschlossen noch enger

zusammen zu gehen. Deshalb wurde

eine ausserordentliche Generalversammlung

einberufen.

Alle Traktanden wurden von den anwesenden

SVMM Mitglieder einstimmig

gutgeheissen.

Nach einigen, sachlich fundierten Diskussionen

wurde der Antrag des Präsidenten,

Herr Klaus Wagner, einstimmig bestätigt,

dass nun die Kräfte gebündelt werden

können und somit der SVMM in den vdms

übergehe.

Alle Mitglieder des SVMM werden

herzlich zur offiziellen Generalversammlung

des vdms, am Samstag, 27. März 2010

eingeladen.

Wir freuen uns auf eine gemeinsame

Zukunft.

l

Einladung Generalversammlung:

Sa, 27. März 2010

Wir laden Sie ganz herzlich zu der Generalversammlung

2010 ein. Neben all den

Verbandsgeschäften stehen «Wahlen» auf

der Traktandenliste sowie die Information

über das Zusammengehen mit dem Partnerverband

SVMM.

Ganz im Thema Zeit, erwartet uns einleitend

ein spannender Fachvortrag. Herr

Dr. med. Simon Feldhaus hält einen Vortrag

zum Thema:

«Der Mensch, die Zeit und die

Geschwindigkeit»

Unsere moderne Gesellschaft ist geprägt

durch Hektik, Stress und Zeitnot.

Wir leben schnell und flexibel und sind

gar nicht mehr bereit auf Dinge zu warten.

Computer müssen jedes Jahr ausgetauscht

werden, da sie sonst zu langsam

sind und den Anforderungen nicht mehr

entsprechen. Autos müssen immer mehr

PS unter der Haube haben und möglichst

hohe Geschwindigkeiten erreichen können,

egal ob dies bei dem zunehmenden

Verkehr überhaupt nutzbar ist. Aber auch

im familiären Alltag sind diese Phänomene

feststellbar: Das Pausenbrot für die

Kinder richten, schnell noch absprechen,

wann der Mann heute Abend am Bahnhof

abgeholt werden muss und nebenbei

laufen noch die Nachrichten im Radio. So

sieht ein ganz normales Frühstück bei vielen

Familien aus.

Zwei, drei Dinge laufen fast immer

gleichzeitig ab. Anstelle von Briefen

schreiben wir Mails und können kaum

fünf Minuten warten ob eine Antwort

kommt.

Geht all das spurlos an uns vorüber?

Ist es nützlich oder gar schädlich? Müssen

wir all dies einfach so hinnehmen oder

wäre es an der Zeit, Dinge zu überdenken

und zu ändern? Zivilisationskrankheiten

spiegeln dieses Tempo wieder (immer

mehr Hitze = Entzündungen...), aber

auch die Natur zeigt es uns (Stürme, Überschwemmungen,

Klimaerwärmung, etc.).

Ziel des Vortrages ist es, die Gefahren

der Geschwindigkeit für die Gesundheit

darzustellen, Folgekrankheiten zu

beschreiben und vor allem Lösungswege

anzubieten. Entdecken wir die Langsamkeit,

wie sie in vielen Kulturen des Ostens

gelebt wird und verbinden wir diese mit

den Anforderungen des modernen Lebens.

Der Vorstand freut sich auf eine interessante

Generalversammlung, spannende

Begegnungen und angeregte Diskussionen

am Samstag, 27. März 2010.

P R O G R A M M G V

Wir

freuen

uns auf

Sie!

ab 10.00 Uhr Begrüssungskaffee für

Mitglieder und Gäste

ab 10.30 Uhr Referat Dr. med. Simon

Feldhaus

(Gäste sind herzlich willkommen)

ab 12.00 Uhr Apéro und anschliesssende

Verabschiedung der Gäste

ab 12.45 Uhr Generalversammlung für Mitglieder

und die, die es werden wollen

Im Anschluss an die GV trifft man sich

zu einem lockeren Smalltalk bei

Kaffee und Kuchen.

Ihre Anmeldung erreicht uns

per E-Mail: info@vdms.ch

oder per Fax 062 823 06 22 l

E I N L A D U N G G V V E R B A N D

33

März 2010 Reflexe


N A C H R I C H T E N V E R B A N D

34

■ Beruftspolitik: Versicherungen

ASSURE4YOU – Krankenkasseninformationen

für die Praxis

Aufrechterhaltung der

eduQua-Zertifizierung

Die vom vdms eingereichten Unterlagen

zur Selbstevaluation entsprechen formal

und inhaltlich den Forderungen der edu-

Qua. Damit bleibt das eduQua Zertifikat

um ein weiteres Jahr gültig.

Einige Kommentarauszüge von Ruedi

Happle, Leitender Auditor:

● Die beschriebenen Änderungen für

Struktur und Angebot zeigen auf, dass

der vdms bemüht ist, für seine Mitglieder

und Kunden das Angebot stetig zu

optimieren und die Dienstleistungen

auszubauen und effizienter zu gestalten.

● Ein Zeit- und Ablaufplan listet die geplanten

Entwicklungsschritte auf und

zeigt auch den Erledigungsgrad. Tolles

Werkzeug.

● Pädagogische Leitziele wurden formuliert,

beziehungsweise überarbeitet.

mindCards

Schüssler-Salze

Unser Präsident Jo Marty hat zusammen

mit Margrit Müller-Frahling «Mindmaps»

über die Schüsslersalze angefertigt. Die

Übersichtstabellen in Jasskarten-Grösse

enthalten in gut verständlicher Form die

wichtigsten Aspekte der Schüssler-Salze.

Auf der Rückseite sind viele wertvolle

Tipps zur praktischen Anwendung. Insgesamt

fliessen über 30 Jahre Erfahrung der

beiden Autoren in die übersichtlich gestal-

Schon seit längerem berät der vdms seine

Mitglieder in Versicherungsfragen. Seit

dem 1. Januar 2010 bietet der vdms eine

sehr praktische aktuelle Tabelle, die auf

einem Blick folgende Fragen beantworten

kann:

● Welche Krankenkasse anerkennt welche

Methoden der medizinischen Massage

(inkl. Methodennummer)?

● Welche Leistungen (Deckung, Selbstbehalt,

Prävention) werden von welcher

Krankenkassen bei welchem Versicherungsprodukt

bezahlt?

Wer vdms Mitglied ist, kann auch zusätzliche

Informationen im geschützten

Bereich der Internetseite www.vdms.ch

(Leitfaden, Fragebogen) herunterladen.

vdms Mitglieder bekommen die Liste kostenlos,

Nicht-Mitglieder können die Liste

(A4-Format) für Fr. 20.00 bestellen (Tel.

062 823 02 70 oder info@vdms.ch) l

● Ein Evaluationskonzept wurde ausgearbeitet.

● Neue Lehrpersonen wurden verpflichtet,

welche ihre fachliche und pädagogische

Qualifikation dokumentieren.

Herr Happle begrüsst die unternommenen

Schritte und wünscht dem vdms

weiterhin viel Erfolg.

l

EMR

Bitte beachten Sie, dass die Registrierungsgesuchsformulare,

Reglemente, Richtlinien

und die Methodenliste längstens bis

am 31. Dezember des jeweiligen Jahres

gültig sind. Die aktuellen Daten können Sie

jederzeit unter www.emr.ch nachlesen.

Neu ab 1.1.2010: Das EMR stellt das

Registrierungsgesuchsformular auch auf

Italienisch zu Verfügung.

l

teten Karten. Die Karten sind für vdms

Mitglieder für Fr. 16.00 und für Nicht-

Mitglieder für Fr. 20.00 über den vdms zu

beziehen.

l

■ Projekt KK-Infoblatt

Jasmine Hügli

23 Jahre alt. Jusstudentin

im 6. Semester

an der Universität

Luzern, wohnhaft in

Luzern.

Ich hatte die Gelegenheit, zusammen mit

Frau Paola Giannini Sidler, für den vdms

ein Informationsblatt zusammenzustellen,

welches die komplementärmedizinischen

Leistungen der grössten Krankenkassen

auflistet. Es war spannend zu

sehen, was es für erhebliche Leistungsunterschiede

zwischen den Krankenkassen

gibt. Mein juristischer Hintergrund erleichterte

es mir, mich im Normen-Dschungel

der Krankenkassen zurechtzufinden. Für

diese Arbeit konnte ich von zu Hause aus

arbeiten und somit nebenbei noch die

Vorlesungen an der Uni besuchen. Die Arbeit

für den vdms hat mein Wissen über

Krankenkassen erweitert. Dank der hohen

Flexibilität der Arbeitseinteilung und der

Nähe zur Rechtswissenschaft, der perfekte

Studentenjob für mich!

l

■ Ein Jahr beim vdms

Julia Nick

Jusstudentin im 3.

Semester, wohnhaft

in Ennetbürgen NW

Hobbys: Geräteturnen,

Lesen, Training geben

Mein Traum: Möglichst viel zu reisen

und so andere Länder und Kulturen

kennen lernen

Schon bald arbeite ich seit einem Jahr

beim vdms. Zu diesem Anlass wurde ich gebeten,

einen kurzen Rückblick zu verfassen.

Meine Hauptaufgabe beim Verband

besteht darin, Informationsblätter zu erstellen,

welche die Voraussetzungen zur

selbständigen Tätigkeit der medizinischen

Masseure in den verschiedenen Kantonen

aufzeigen. Als Jusstudentin interessiert

mich, wie ein Regelungsgegenstand von

den Kantonen ganz unterschiedlich ausgestaltet

wird. Das Spektrum reicht von gar

keiner Regelung bis zu mehreren Gesetzesartikeln,

die speziell für die medizinischen

Masseure zugeschnitten sind.

Mich wundert es, wie sich die Normen

in der Zukunft entwickeln werden und ob

eine Vereinheitlichung aufgrund der neuen

Berufspolitik erfolgen wird. l

Reflexe März 2010


Fort- & Weiterbildungen vdms 2. Quartal 2010

■ 12. - 15. März

Integrative Craniosacraltherapie

(Teil 1B)

■ 18. März

Dermatologie für Masseure

■ 19. - 20. März

Triggerpunkt-Therapie (TP), Teil 1

(Grundkurs)

■ 20. März

Augentraining

■ 22. - 23. März

Touch for Health (TfH 1) – Kinesiologie

(Grundkurs)

■ 25. -26. März

Schädelakupunktur nach Yamamoto

(Grundkurs)

■ 28. - 29. März

Wirbelsäulentherapie nach Dorn und

Breuss-Massage (Grundkurs)

■ 31. März - 1. April

Beckenboden – Stabilität aus der Mitte,

Teil 2

■ 9. - 10. April

Stickmassage mit dem Deuserstäbchen

■ 12. - 13. April

Biomechanik und Behandlung der

unteren Extremität

■ 16. - 17. April

Triggerpunkt-Therapie (TP), Teil 3

■ 17. April

Mit Mentaltraining zum persönlichen

Erfolg (Basis 1)

■ 19. - 22. April

Reflektorische Atemtherapie (RAT ® )

nach Schmitt-Brüne (Grundkurs)

■ 23. - 25. April

Integrative Craniosacral Therapie

(Grundkurs)

■ 23. -24. April

Angststörungen - Panik - Zwänge

■ 26. April

TCM – Einführungs- u. Grundlagenkurs

■ 27. April

Tui Na – Grundgriffe und Grundtechniken

■ 29. - 30. April

Differenzierungen im Beweglichkeitstraining

Dezember 2009 Reflexe

■ 3. Mai

Gemmotherapie Einführung

■ 6. Mai

TCM – Schröpfen und Gua Sha

■ 7. Mai

TCM - Moxibustion

LINKS

Immunologie

www.immuntherapie.com

www.klinikum-karlsruhe.com

www.uniklinik-freiburg.de

www.bag.admin.ch/transplantation

Autoimmunerkrankung

Schweizerische Lupus erythematodes

Vereinigung, www.slev.ch

www.rheumaliga.ch

Schweiz. Neurodermitis Stiftung:

www.sns.ch

Asthma: Prävention und

Behandlung

www.lungenliga.ch

Kreuzallergien

www.gesund-durch-essen.ch

www.dr-walser.ch

www.sportprogesundheit.de

Lebendtransplantation

www.swisstransplant.org

Weitere Kurse unter

www.vdms.ch

■ 10. - 11. Mai

Krafttraining mit dem Thera-Band

■ 14. - 15. Mai

Dynamische Wirbelsäulentherapie nach

Popp (DWP) – Intensivkurs

■ 19. Mai

Spiraldynamik® Achterbewegungen

■ 19. Mai

Beckenboden Stabilität aus der Mitte,

Teil 3 (Praxistag)

WICHTIGE INFOS

Anmeldeschluss für sämtliche Kurse:

4 Wochen vor Kursbeginn. Die Anmeldungen

werden nach Anmeldeeingang berücksichtigt.

Die Detailbeschreibung ist in der Weiterbildungsbroschüre

2010 und auf der vdms-

Website www.vdms.ch ersichtlich.

Ich wünsche: Kostenlose Probenummer Reflexe Jahres-Abo Reflexe (Fr. 50.–)

Fort- und Weiterbildungsbroschüre 2010; Anzahl Expl. ____

Ich bin: Med. Masseur FA Physiotherapeut

Andere, nämlich _________________________________________________

Mitglied von _____________________________________________________

Ich wünsche die Insertionsbedingungen

Zusatzkurse

Wir können Ihnen folgende Zusatzdaten

mit Topreferenten anbieten:

■ Mo, 26. April 2010

TCM Einführung- und Grundlagenkurs

mit Reto Turnell

■ Di, 27. April 2010

Tui Na – Grundgriffe und Grundtechniken

mit Reto Turnell

■ Mo-Di, 23. – 24. August 2010

Tui Na – Behandlung Rücken und

Becken mit Reto Turnell

■ So, 26. September 2010

Refresher Anatomie des Bewegungsapparates

Wirbelsäule

mit Thomas Braatz

■ So, 14. November 2010

Dysfunktion des zervikothorakalen

Übergangs mit Birgitt Wilhelm

■ Di, 23. November 2010

Biomechanik ISG Vertiefungstag

mit Caius Schmid

■ So-Mo, 31. Oktober – 1. November 2010

Koordinationstraining – vom Geheimtipp

zum Renner! mit Derk Welmers

■ Mi- Do, 3. – 4. November 2010

Biomechanik und Behandlung ISG

mit Caius Schmid

Ich bin an einer Mitgliedschaft interessiert. Bitte senden Sie mir Ihre Unterlagen:

Firma: _____________________________ Name, Vorname: _______________________________

Strasse: ____________________________ PLZ, Ort: ______________________________________

Telefon: ____________________________ Fax: ___________________________________________

E-Mail: ____________________________________________________________________________

Ort, Datum: __________________________________ Unterschrift: __________________________

Einsenden an: vdms, Schachenallee 29, 5000 Aarau; Faxen an: 062 823 06 22

A G E N DA 2 010 V E R B A N D

35


T A L O N


Global Diagnostics

Eine Messung mit

dauert keine 10 Minuten – die Ergebnisse

könnten so interessant sein, dass Sie

darüber die Zeit vergessen.

Weniger als 10 Min. braucht

das neue Global Diagnostics

für die präzise Messung und

Auswertung von über 550

verschiedenen Messobjekten

des Körpers.

Die Vorteile einer gründlichen

energetischen Messung stehen

Ihnen nun innerhalb kürzester Zeit

zur Verfügung. Sie erhalten eine

solide Grundlage für Ihre weitere

therapeutische Vorgehensweise.

Alle Messergebnisse (Systeme,

Funktionen, Organe usw.) werden

sofort bildlich auf dem Computer

dargestellt.

Der Messvorgang ist einfach durchzuführen

– er kann auch Ihrem

Praxispersonal übertragen werden.

Die Messung mit Global Diagnostics

erfolgt auf exakter wissenschaftlicher

Grundlage. Nach automatischer

E-Smog-Messung, um äußere Störeinflüsse

auszuschliessen, folgen

mehr als 100 Mio. Einzelmessungen

des Körpers – anschliessend werden

alle Messungen wiederholt, um die

Ergebnisse zu verifizieren.

Zusätzlich kann die energetische

Reaktion auf digitalisierte Substanzspektren

(Allergene, Nosoden,

Allopathika usw.) erfasst und dokumentiert

werden.

Das Global Diagnostics ist gemäss

dem Medizinproduktegesetz für

die Anwendung am Patienten

zugelassen (CE-zertifiziert).

Die Zeit ist reif für einen neuen

Weg in Diagnose und Therapie.

Bei Patienten macht sich eine gewisse

„Pharmamüdigkeit“ bemerkbar

– viele beginnen sich eigenverantwortlich

nach neuen Therapien

umzusehen.

Zusammen mit der Kostenexplosion

im allgemeinen Gesundheitswesen

ergeben sich daraus vermehrte

Chancen für die ganzheitliche Medizin.

Das Global Diagnostics ist die

Antwort auf diese Entwicklung.

Die Zeit ist reif für einen neuen Weg

bei der Unterstützung von Diagnose

und Therapie durch jederzeit reproduzierbare

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Therapeuten unbeeinflusste energetische

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