Magazin 198404

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Magazin 198404

Blick in die Geschichte

Historische Katastrophen im Spiegel der Zeit

1125 Tote durch

Kohlenstaubexplosion

Heute : Das Grubenunglück von Courriere am 10. März 1906

"Einer der gefährlichsten Berufe Ist der des

Bergmanns" - so schreibt Dr Albert Herrmann

In seinem Buch" Katastrophen, Naturgewalten

und Menschenschicksale "

Viele Grubenunglucke haben zahlreiche

Menschenopfer gefordert. GesteInsdruck.

Wasserandrang. Luftverschlechterung und

ExplosIonsgefahren haben oft Hunderte

von Bergarbeitern In den Tod gerissen.

Eine besonders schlimme Katastrophe ereignete

sich Im Marz 1906. als 1800 franzoslsche

Bergleute In die KohlenmInen

von Cournere bel Lens einfuhren. Es war

der 10 Marz In wenigen Stunden sollten

sie bis auf etwa 600 Uberlebende einer

schrecklichen Bergwerkskatastrophe zum

Opler fallen. Dr Herrmann schreibt

STELLENAUSSCHREIBUNG

" Die Leitung hatte sie hineinfahren lassen.

obwohl sie wußte. daß seit drei Tagen ein

abgelegener Stollen brannte. Von hier aus

hatte sich das Feuer einen Ausweg verschafft,

die Holzverschalungen gaben

nach, auf Hunderten von Metern waren die

unterrrdischen Gange elngesturzt und die

Arbeiter nunmehr von der Außenwelt abgeschnrtten

Infolge einer Kohlenstaubexplosion wurden

zahlreiche Manner erstickt, wahrend

andere dem Hungertode preisgegeben

waren. Zwei Tage arbeiteten die franzosi·

schen Rettungsmannschaften, aber sie

konnten kaum etwas auslichten. da sie

mangels genugender SChutzvornchtungen

nicht In die von giftigen Gasen erfullten

An der Katastrophenschutzschule Rhelnland-Pfalz/Saarland In Burg/Mosel

ist demnächst die Stelle der/des

zu besetzen.

Schulleiterin/Schulleiters

(Vergütungsgruppe lIa/lb BAT)

An der Katastrophenschutzschule werden Aus- und Fortbildungslehrgänge

fur Helfer. Unterführer und Fuhrer des Katastrophenschutzes durchgeführt.

Bewerberinnen/ Bewerber sollen

• eine abgeschlossene wissenschaftliche Hochschulbildung In der Fachrichtung

Chemie, Physik, Bauingenleurwesen, Maschinenbau oder Nach­

IIchtentechnik

• pädagogische Eignung für die Erwachsenenbildung

• praktische Erfahrungen Im Katastrophenschutz und FührungswIssen

haben.

Bewerbungen mit den üblichen Unterlagen sind unter Angabe von Referenzen

bis spätestens 30. Juni 1984 zu richten an

Ministerium des Innern und für Sport

Schillerplalz 3- 5, 6500 Mainz

Persönliche Vorstellung nur nach Aufforderung.

Schachte elndllngen konnten. Da traf am

12. Marz eine deutsche Rettungsmannschaft

ein, die mit Schutzhelmen und

Sauerstoffapparaten ausgerustet war. Sie

konnte In die verschutteten Schachte tiefer

eindringen und in unermudhcher Arbeit

mehrere Leichen bergen.

Obgleich ein französischer Spezialist für

Grubenfragen erklärte, daß sicherlich noch

viele verschüttete Arbeiter am Leben selen

und darum von den Ingenieuren welt energischere

Betreibung der Rettungsarbeiten

forderte, glaubten Ihm diese nicht und beschränkten

sich darauf, das Feuer zu bekämpfen

und Leichen zu bergen. Unter

diesen Umstanden reisten die deutschen

Bergleute am 28. Marz wieder ab, Indem

sie Ihre Schullapparate Ihren franzoslschen

Kollegen überließen. Da wurden am

nächsten Tag in einer verschutteten Gale­

IIe eines Schachts vierzehn Bergleute aufgefunden,

die ihre Rettung einer ganzen

Kette von glücklichen Zufallen zu verdanken

hatten.

Nun lichtete sich die ganze Wut gegen die

Ingenieure, die durch richtige Maßnahmen

weit mehr am Leben erhalten hätten. Der

Streik der Arbeller der benachbarten

Werke, der schon vor acht Tagen begonnen

hatte, gllff weller um Sich; mehr als

100000 feierten. Truppen mußten Ins Kohlengebiet

entsandt werden , der Minister

Clemenceau reiste dre mal Ins StreIkgebiet.

wo er durch verschiedene Zugestandnisse

die Gemuter endlich beruhigte.

InZWischen nahmen die RettungsarbelIen

nur langsam Ihren Fortgang, vier Wochen

nach der Kohlenstaubexplosion waren nur

300 Tote geborgen. Im ganzen waren es

1125Tote."

Zu den Grubenkatastrophen erläutert der

Autor weiter

"Die großten Bergwerksunglucke hat In

älterer Zelt das kohlenreiche England zu

verzeichnen. Wir zahlen nur die größten

Unglucksfalle auf.

Im Jahre 1857 wurden In einer Kohlengrube

zu Lundhlll 180 Arbeiter getotet,

1866 zahlte man sogar 361 Tote In einer

Kohlengrube zu Oaks Colliern. Das erste

größere deutsche Bergwerksunglück war

Im Plauenschen Grunde bel Dresden Im

Jahre 1869, hierbei fanden 297 Arbeiter

den Tod Im Jahre 1885 forderten schlagende

Wetter zu Karwln und In den Camphausen-Schachten

nnerhalb 14 Tage nahezu

300 Menschenleben. Es war dies die

größte Grubenkatastrophe In Deutschland.

Im Jahre 1886 kamen durch Einsturz einer

Schwefelmine auf SIZIlien 150 Arbeiter

ums Leben . Nahezu dieselbe Anzahl von

Toten gab es Im Jahre darauf In folge einer

ExplOSion In der belglschen Kohlengrube

von Ouaregnon. '