Die Hölle ist ein Eismeer - RhB

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Die Hölle ist ein Eismeer - RhB

Die Hölle ist ein Eismeer

Origen spielt Dantes „Inferno“ auf den Gleisen der Rhätischen Bahn

Die Rhätische Bahn fährt zur Hölle: das Kulturfestival Origen unter der Leitung von Giovanni

Netzer bringt Dantes „Inferno“ auf die Schiene. Die literarische Klanginstallation

von Lorenz Dangel spielt auf der weltberühmten Albulastrecke der Unesco-Kandidatin

und entführt den Zuschauer in skurrile Jenseitsvorstellungen. Am 2. Juli ist Uraufführung,

die Höllenfahrt startet in Tiefencastel.

Das Origen Festival Cultural 2008 beschäftigt sich mit „Endzeitmythen“. Auf Burg Riom wird die

elektronische Oper „Messias“ gespielt, das szenische Oratorium „Apocalypse“ gastiert in Zürich,

Luzern und ganz Graubünden, die Commedia dell’arte Truppe gibt die Posse „Luciferino“ und kontrastiert

den heiligen Ernst der apokalyptischen Themen mit Witz und Ironie. Und auf den Gleisen

der Rhätischen Bahn wird die literarische Klanginstallation „Inferno“ nach Texten von Dante Alighieri

gegeben - eine abgründige Reise in mittelalterliche Jenseitsvorstellungen.

Dantes Inferno

Dante Alighieri, der berühmteste italienische Dichter, beschreibt in seiner „Divina Commedia“ drei

Jenseitsreiche: das Inferno (die Hölle), das Purgatorio (das Fegefeuer) und das Paradiso (das Paradies),

die er als lebendiger Mensch erwandert. Begleitet wird er vom römischen Dichter Vergil, der

ihn durch die komplexe Unterweltsgeographie führt. Denn getreu mittelalterlichen Vorbildern ist die

Hölle nicht einfach nur ein grosser, übermässig erhitzter Suppentopf mit Menschenfleisch, sondern

ein riesiger Trichter unter der Erdoberfläche, der in neun Kreise unterteilt ist. Dort wohnen und

leiden die Seelen der Verstorbenen und büssen für ihre Vergehen. Die Wollüstigen und Ehebrecher

– von Dante verhältnismässig gering bestraft – werden von unterirdischen Stürmen durch die Luft

gepeitscht, weil sie ihren Leidenschaften zügellos frönten. Die Ketzer liegen gestapelt in den

brennenden Gräben der Höllenstadt Dis. Im untersten Höllenkreis, dem Kokytos, erwartet Lucifer,

der gefallene Engelsfürst, die Verräter, und schliesst sie in ewiges Eis ein. Denn am Höllengrund

herrschen Minustemperaturen: Dante verbindet den Tod der Seele mit Eis, mit erstarrtem Leben,

mit kristalliner Durchsicht durch weisse Menschenkörper.

Weltliteratur auf Gleisen

Das Origen Festival Cultural bringt Dante auf die Schiene. Ein nächtlicher Sonderzug der Rhätischen

Bahn übernimmt das Reisemotiv in Dantes „Divinia Commedia“ und entführt den Zuschauer durch

die surrealen, sich steigernden Jenseitsvorstellungen. Dazu braucht es einen neuen, „dramatischen“

Fahrplan, auf dem kein einziger Bahnhof, dafür aber Brücken, Viadukte und natürlich Tunnels

figurieren, die in ihrer räumlichen Kraft einen starken Hintergrund für die Erzählungen des Höllendichters

abgeben. Dabei verdichten sich nächtliche Landschaft und literarische Installation zu einer

originären Kunstfahrt, die mit der Vorstellungskraft der Zuschauer rechnet. Giovanni Netzer hat

das Drehbuch geschrieben: „Wir sind selber sehr gespannt, ob und wie die Höllenfahrt funktioniert.

Es ist ein Experiment in bester Origen-Tradition.“


Lorenz Dangel komponiert

Der junge Komponist Lorenz Dangel hat schon vielfach für Origen gearbeitet: im vergangen Jahr

wurde auf Riom seine erste Oper „David“ uraufgeführt. Für die Aufführung des „Inferno“ hat er eine

Toninstallation erarbeitet, die unterschiedlichste musikalische Mittel verwendet und den Text kommentiert,

komprimiert, manchmal verfremdet. „Es war kein einfaches Unterfangen, eine Musik zu

schaffen, die die Geräusche der Natur aufnimmt, mit dem Motorenlärm der Bahn arbeitet und darüber

hinaus neue akustische Zeichen setzt, die die Erzählung trägt und intensiviert. Eine wirkliche

Herausforderung auf allen Ebenen, die es aber anzunehmen galt. Oder wer darf schon die Überfahrt

über den Acheron auf dem Landwasserviadukt inszenieren?“

Und für die Eisenbahnliebhaber

Der Sonderzug fährt bis Mitte August, jeweils Mittwochabends (um 21 Uhr), vom Bahnhof Tiefencastel

nach Bergün und zurück. Die Zugkomposition besteht aus einer G 6/6, dem legendären

„Krokodil“ der Rhätischen Bahn, und vier offenen Aussichtswagen, die ein unmittelbares Erleben der

Landschaft ermöglichen. Es empfiehlt sich daher, warme und wasserresistene Kleidung mitzunehmen.

Denn die Fahrt ins „Inferno“ soll auch bei weniger gutem Wetter stattfinden können: schliesslich

ist die Hölle keine Postkartenlandschaft, und Nebelfetzen in schwarzen Baumkronen kommen

auch bei Dante vor.

Aufführungsdaten

02.07. Bahnhof Tiefencastel um 21 Uhr Uhraufführung

09.07. Bahnhof Tiefencastel um 21 Uhr

16.07. Bahnhof Tiefencastel um 21 Uhr

23.07. Bahnhof Tiefencastel um 21 Uhr

30.07. Bahnhof Tiefencastel um 21 Uhr

06.08. Bahnhof Tiefencastel um 21 Uhr

13.08. Bahnhof Tiefencastel um 21 Uhr

Billettreservation

Rhätische Bahn Tel. +41 (0)81 288 43 40

Rail Service Mail railservice@rhb.ch

CH-7130 Ilanz

Chur Tourismus Tel. +41 (0)81 254 50 60

Bahnhof Chur Mail info@churtourismus.ch

CH-7001 Chur Internet www.churtourismsu.ch

Lenzerheide Tourismus Tel. +41 (0)81 385 11 20

Voa principala 68 Fax +41 (0(81 385 11 21

CH-7078 Lenzerheide Internet www.lenzerheide.com


Savognin Tourismus Tel. +41 (0)81 659 16 16

Stradung Fax +41 (0)81 659 16 17

CH-7460 Savognin Internet www.savognin.ch

Origen Festival Cultural Tel. +41 (0)81 637 16 81

c/o Hotel Pianta Fax +41 (0)81 637 16 83

Caum Postal Mail info@origen.ch

CH-7460 Savognin Internet www.origen.ch

Reservation umbedingt nötig, da beschränkte Platzzahl.

Eintrittspreis

Einheitspreis: 48.- Fr.

Kontakt

Teater Origen

Elena Luzio

Produktion

Postfach

CH-7460 Savognin

Tel.: +41 (0)81 637 16 81

e.luzio@origen.ch

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