Ausgabe 3/13 (pdf) - Cyty-Braunschweig

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Ausgabe 3/13 (pdf) - Cyty-Braunschweig

Der Seniorenrat

Braunschweig

BRAUNSCHWEIGER

JOURNAL

29. Jahrg./Heft 3

Juni/Juli

2013

Offizielles Journal

des

Braunschweiger

Seniorenrates


Braunschweiger Journal 1

Ausgabe 3/2013

Aus dem Inhalt:

Editorial 1

Jürgen Buchheister

verabschiedet 2

Tag der Senioren 2013 3

Ein Stadtteilrundgang 4

Herzog Carl I – Förderer

von Kultur und Wirtschaft 5

Ein neues

Braunschweig-Buch/

Ein Herz für Blinde 6

Ein vernünftiges Dach

über dem Kopf 7

Maschinen, Fußbälle und

Konserven/

„Hier lebt es sich prima!“ 8

Krötenfreie Kellertreppe 9

Baum des Jahres 2013 11

Lukullische

Heimatgefühle/

„Trinken wir noch ein

Tröpfchen“ 12

Der Wettlauf um die

Atombome 13

Hiroschima und

Nagasaki 14

Auf Umwegen von

Wismar nach Rostock 15

Bilderseiten 16/17

An der Saale hellem

Strande... 19

Liebe Leserin und

lieber Leser,

Ostern und Pfingsten liegen

hinter uns, und nun meinen

Sie vielleicht, kann es wieder

Weihnachten werden, dann

sind die Fest- und Feiertage

für 2013 weitgehend erledigt.

Das stimmt nicht ganz, denn

Sie haben die Aktions- und

EDITORIAL

Gedenktage nicht berücksichtigt.

Inzwischen gibt es nämlich

an jedem Tag des Jahres

etwas zu feiern oder zu gedenken.

Mit entsprechender Anhängerschaft,

kann jeder unabhängig

von der UNO, die im

Wesentlichen für internationale

Gedenktage zuständig ist,

einen Aktionstag ausrufen. Ob

wir wirklich einen Weltvegetariertag

oder einen internationalen

Tag der Schwertschlucker

brauchen, sei einmal

dahingestellt.

Die Sinnhaftigkeit eines Tages

der Senioren erschließt sich

uns hingegen sofort. Informationen

für viele Lebensbereiche

der älteren Generation,

umrankt von einem attraktiven

Unterhaltungsprogramm,

sind wichtig und nützlich.

Also kommen Sie am 14. Juni

zum Tag der Senioren und lassen

Sie sich informieren und

Frühling

Junge Lämmer tummeln sich auf grünen Matten,

fröhlich tschilpt im Nest das Vogelkind,

und das Rehkitz spielt im Wald mit Schatten,

kleine Blumen wiegen sich im Wind.

Elizabeth Barrett Browning

inspirieren. Wohin und wann

können Sie auf Seite 3 nachlesen.

Das Braunschweiger

Journal wird auch vertreten

sein, wir freuen uns auf Ihren

Besuch.

Dem Geschehen und Gedenken

in unserer Stadt widmen

wir in dieser Ausgabe unsere

besondere Aufmerksamkeit.

So erinnern wir an Herzog

Carl I, den Förderer von Kultur

und Wissenschaft, machen

einen Stadtteilrundgang und

stellen ein neues Buch über

das östliche Ringgebiet vor.

Lukullische Heimatgefühle

lassen sich mit Rezepten eines

speziellen Kochbuchs auslösen.

Doch ab und zu muss man

auch einmal raus und den geografischen

Horizont erweitern.

Sie können zum Beispiel

eine Radtour von Wismar

nach Rostock nachvollziehen

oder an der Saale die Dornburger

Schlösser bewundern.

Das Braunschweiger Journal

wünscht Ihnen dabei viel

Lesefreude und einen wunderschönen

Sommer.

Ihre Christel Mertens

Kunst trotz(t) Demenz/

Kindermund/

Wortschatztruhe 20

Rudi Schurickes

Sonnenuntergang bei

Capri 21

Botschaften unter der

Schulbank/

Besenbinder 23

Arp Schnitger und

seine Orgeln 24

150 Jahre Rotes Kreuz 25

Gleichgewichtstraining 27

Der Traum vom Fliegen/

Das Komplott 28

Wie kam es zum heutigen

Tolleranz-Begriff? 29

Veranstaltungen 31

Bericht aus dem

Hundehimmel/

Mein Lieblingsgedicht 32

Titelbild:

Ein Frühlingstag auf dem

Kohlmarkt in Braunschweig.

Foto: Eveline Qweitzsch


Braunschweiger Journal 2

Ausgabe 3/2013

Jürgen Buchheister

verabschiedet

Foto: Archiv Braunschweiger Journal

Der langjährige Vorsitzende

des Braunschweiger Seniorenrats,

Jürgen Buchheister,

wurde mit Ablauf der Wahlperiode

im März 2013 aus seinem

Amt verabschiedet. Mit

Dank blicken wir auf sieben

Jahre vertrauensvoller Zusammenarbeit

mit ihm als Ansprechpartner

des Herausgebers

des Braunschweiger

Journals zurück. Jürgen Buchheister

war stets ein verständnisvoller

Gesprächspartner

und unseren journalistischen

Belangen gegenüber aufgeschlossen.

Wir bedanken uns

für seine Wertschätzung und

wünschen ihm viele glückliche

und erfüllte weitere Jahre

im Kreise seiner Familie.

Die Redaktion des Braunschweiger

Journals

Auf der Seniorenringsitzung am 22. März 2013 stellte sich der

langjährige Seniorenratsvorsitzende Jürgen Buchheister aus

gesundheitlichen Gründen nicht zur Wiederwahl. Er wurde mit

vielen Dankesworten und Geschenken verabschiedet und

anschließend durch die Delegiertenversammlung zum Ehrenmitglied

ernannt.

Von links: Dr. Günter Weinhausen (neuer 1. Vorsitzender), Barbara

Weinert (Kassiererin), Jürgen Buchheister (Ehrenmitglied),

Dieter Wichmann (Stellvertretender Vorsitzender).

Foto: G. Hühne

Seniorenrat Braunschweig

Kleine Burg 14

(gegenüber den Stiftsherrenhäusern)

38100 Braunschweig

Tel. 470-8215 oder 866 95 86

Information und Beratung

jeden Freitag von 10 bis 12 Uhr

Keine Rechtsberatung


Braunschweiger Journal 3

Ausgabe 3/2013

Tag der Senioren 2013

Liebe Leserinnen und Leser!

Der diesjährige Tag der Senioren findet am Freitag, 14. Juni, wieder auf dem Platz der Deutschen

Einheit und dem Domplatz vor der Burg statt. Mitglieder des Seniorenrates werden

mit gelber Warnweste den Fußgängern einen sicheren Übergang über die Münzstraße

ermöglichen. Die Teilnehmer und deren Standorte entnehmen Sie bitte der nachfolgenden

Aufstellung. Den Stand des Braunschweiger Journals haben wir auf dem Lageplan gekennzeichnet.

Die Zeichnung des Lageplans stellte uns freundlicherweise das Seniorenbüro der Stadt

Braunschweig zur Verfügung.

1 Seniorenzentrum Am Herrenhaus

Sickte

2 Lagune Pflegedienst

GmbH

3 Pflege-/Therapiezentrum

Wendhausen

4 Lange Aktiv Bleiben

5 Stiftung St. Thomaehof

6 Deutscher Schwerhörigenverband

e. V.

7 Malteser Hilfsdienst

gGmbH

8 Friedwald

9 Liberale Senioren Braunschweig

10 Pflegedienst Hummel

junior

11 Hörgeräte Böckhoff

12 Seniorenbüro

13 A-Plus Service GmbH

14 Seniorenwohnanlage Wiesenstraße

15 Internet Café

16 Hörgeräte Müller

17 Reisebüro Schmidt

18 Nibelungen Wohnbau

19 Diakoniestation Braunschweig

20 AWO Bezirksverband

21 Hagenmarkt Apotheke

22 Arbeiter-Samariter-Bund

23 Baugenossenschaft Wiederaufbau

eG

24 Altenheim Rudolfstift

25 Sozialverband Braunschweig

26 Neuroth Hörcenter GmbH

27 CDU Senioren-Union

28 Gulaschkanone

29 Hospizarbeit Braunschweig

e. V.

30 Institut für Persönliche

Hilfen e. V.

31 SPD AG 60 Plus

32 radhaus velocity

33 Kolleg ´88

34 AntiRost Braunschweig

35 Seniorentheater „Wundertüte“

36 „Radio Okerwelle“

37 Hobby- und Wissensbörse

38 SiS Schul-Meditationsgruppe

39 Seniorenkreise Informationsstand

40 Allg. Gehörlosenverein

von 1886 zu BS

41 Begegnungszentrum

Gliesmarode Begegnungsstätte

Stadtpark

42 Seniorenbildungsträger

43 Braunschweiger Journal

44 Seniorenrat

46 Partner im Alter: Wohnpark

am Wall, Paritäti

scher Braunschweig,

ambet e.V.,

ProSENIS, Blindenu.

Senioreneinrichtungen

47 ambet e. V. / Braunschweiger

Alzheimer

Gesellschaft

48 Fuhrmann-Mundstock-

Reisen

49 Nachbarschaftshilfen

50 Pflegewohnstift Am Ringgleis

51 Collegium Augustinum

gGmbH

52 Die Johanniter

53 Johanniterhaus Braunschweig

54 Residenz am Lindenberg/Brunswik

55 Caritasverband Braunschweig

e. V.

56 Seniorenzentrum Grintzalis

GmbH

57 Mütterzentrum Braunschweig

e. V.

58 BBG Senioren-Residenzen

59 Deutsches Rotes Kreuz

60 Verkehrswacht

61 Kirchengemeinde St.

Johannis

62 Tanzschule Haeusler-

Kwiatkowski

63 Wohnstift Kralenriede

64 Bratwurststand

Aktionen auf der Bühne

Moderation Andreas Schattka

11 Uhr Begrüßung

Grußworte:

Christian Blümel

Sprecher Arbeitsgemeinschaft

der Braunschweiger Wohlfahrtsverbände,

Dr. Günter Weinhausen

Seniorenrat Braunschweig.

Musikalische Begleitung:

Rentnerband Waggum

12 Uhr Tanzkreis Mascherode

12.30 Uhr Stargast: Tina York

Schlager der 60er und 70er

Jahre

13 Uhr Club Agilando

Tanzschule Haeusler-Kwiatkowski

13.30 Uhr SenKi Chor

Senioren- und Kinderchor

St. Andreas

14 Uhr Line-Dance

SV Olympia 1992

14.30 Uhr Stargast: Tina York

Schlager der 60er und 70er

Jahre

15 Uhr Braunschweiger

Volkstanz und

Trachtengilde e. V.

15.30 Uhr Braunschweiger

Seniorenrockchor

mit Peter Stoppok

16 Uhr Ende


Braunschweiger Journal 4

Ausgabe 3/2013

Ein Stadtteilrundgang

Text und Foto: Gerhard Hühne

In Kooperation mit den

Braunschweiger Stadtteilheimatpflegern,

der Stadt Braunschweig

und der Braunschweig

Stadtmarketing

GmbH bietet die Bürgerstiftung

Braunschweig in diesem

Jahr 12 Rundgänge durch die

Stadt an. Wir entschlossen uns

für einen Rundgang von St.

Johannis über die Schillgedenkstätte

zur Leonhardkapelle,

geführt vom Stadtteilheimatpfleger

Karl-Heinz Löffelsend.

St. Johannis in der Leonhardstraße,

geweiht 1905, ist die

erste nach der Reformation in

Braunschweig erbaute evangelische

Kirche. Von Ludwig

Winter entworfen, mit einem

seitlich an das Kirchenschiff

versetzten Turm. Er sollte eine

Ecke des geplanten großen

Platzes davor, auf den mehrere

Straßen münden, optisch

markieren. Durch Bombenschäden

hat die Kirche den

ursprünglich spitzen Turm

und durch Regenwasserschäden

die Innenbemalungen verloren.

Innen fällt dem Besucher

ein ungewöhnliches

Altarbild, ein schönes Taufbecken

mit Deckel und der

Orgelprospekt auf. Die Orgel

wird gerne bei Konzerten

genutzt und soll erweitert werden.

Das Schilldenkmal an der

Schillstraße steht auf einem

kleinen Hügel. Er war zunächst

nur Begräbnisstätte für

14 Freikorpskämpfer, die hier

1809 als Deserteure erschossen

wurden. Ihr Major, Ferdinand

von Schill, fiel in Stralsund.

Sein Körper wurde dort

begraben, seinen Kopf aber

übergab man König Jérôme

als Siegestrophäe. Er wurde in

Leyden aufbewahrt und fand

erst 1837 unter einer Grabplatte

am Denkmal seine letzte

Ruhe. Von dem Hügel blickt

man heute auf die Gedenkstätte

für die ehemalige KZ-

Außenanlage Hamburg-Neuengamme

auf dem benachbarten

Gelände und auf das sogenannte

Invalidenhäuschen, in

dem der Arbeitskreis Andere

Geschichte das „Offene

Archiv“ betreut. Seit 1955 ist

das Schilldenkmal auch eine

Gedenkstätte für die Gefallenen

des zweiten Weltkrieges.

Die Gedenkveranstaltungen

zum Volkstrauertag finden

jedoch seit einigen Jahren auf

dem Hauptfriedhof statt.

Die Leonhardkapelle, von der

Leonhardstraße durch Bäume

und Büsche oft verdeckt,

wurde schon zu Lebzeiten von

Heinrich dem Löwen im

Bereich des Siechenhospitals

erbaut und ist nach dem Dom

die älteste ursprünglich erhaltene

Kirche Braunschweigs.

Sie wurde bei Belagerungen

mehrfach beschädigt, aber

immer wieder repariert, erweitert

und renoviert. Bis zur

Reformation betreuten sie

Benediktiner des St. Ägidien-

Klosters, und anschließend

war sie Gemeindekirche zu St.

Leonhard bis 1856. In der Folgezeit

diente das Gebäude als

Lagerraum für landwirtschaftliche

Zwecke. Ab 1946 mietete

die Gemeinde der Christengemeinschaft

das Gebäude

und kaufte es 1960. Seit der

neuen Weihe 1947 dient die

Kapelle wieder gottesdienstlichen

Zwecken und wird von

der Gemeinde erhalten.

Aussätzige, also Leprakranke,

durften die Kapelle wegen

ihrer ansteckenden Krankheit

nie betreten. An der Westseite

(siehe Foto) erkennt man noch

Balkenrahmen als Reste

großer Klappen, damit die

Kranken von Außen dem

Gottesdienst folgen konnten.

Nutzen Sie die Angebote für

Stadtteilrundgänge mit den

Heimatpflegern, man kann

noch vieles lernen. Das Interesse

ist so groß, dass die

Führungen im nächsten Jahr

wiederholt werden sollen.

Liebe Leserin,

lieber Leser,

bitte berücksichtigen

Sie bei Ihren

Kaufentscheidungen

unsere Inserenten!


Braunschweiger Journal 5

Ausgabe 3/2013

Herzog Carl I – Förderer von Kultur

und Wirtschaft

Text: W. Ihlenburg-Dreessen • Abb. aus Wikipedia

Vor 300 Jahren wurde Herzog

Carl I von Braunschweig-

Wolfenbüttel (1713 – 1780)

geboren. Seine Herrschaft

begann 1735, und die lange

Regierungszeit von 45 Jahren

prägte das Braunschweiger

Land bis heute. Aufgewachsen

in der Tradition barocker

Hofhaltung und Staatsführung,

war er doch aufgeschlossen

für die Ideen der

Aufklärung und des Merkantilismus,

nach dessen Lehre

sich der Staat als Unternehmer

begreift. Seine Politik war

geleitet von dem Bestreben,

Kultur und Wirtschaft zu fördern

und Verwaltung und Bildung

zu verbessern.

Carl gründete das Fürstliche

Leihhaus (heute Norddeutsche

Landesbank / Braunschweigische

Landessparkasse),

die Brandversicherungsanstalt

(heute Öffentliche Versicherung)

und das Collegium

Carolinum (heute TU Braunschweig).

Aus dem von Carl

eingerichteten Herzoglichen

Kunst- und Naturalienkabinett

gingen das Staatliche Naturhistorische

Museum und das

Herzog Anton Ulrich-Museum

hervor. Die Porzellanmanufaktur

Fürstenberg und die

Lackwarenfabrik Stobwasser

verdanken ihre Entstehung der

Förderung, die der Herzog

dem Manufakturwesen angedeihen

ließ.

1753 verlegte Carl I die Residenz

von Wolfenbüttel nach

Braunschweig und ließ dort

u.a. am Altstadtmarkt viele

neue Gebäude errichten. Ende

des 18. Jahrhunderts galt das

Herzogtum als Musterstaat:

Braunschweigs Hof wurde als

prächtig, die Verwaltung als

eine der besten, die Einwohner

wurden als wohlhabend

gerühmt - trotz der hohen Verschuldung

des Landes. Carl I

zählte zu den beliebtesten

Porträt von Karl I. von Braunschweig-Wolfenbüttel. Gemälde

von Johann Conrad Eichler (1688 - 1748)

Herrschern seiner Zeit. Maßgeblichen

Anteil daran hatten

sein Sohn Ferdinand, der

schon früh zum Mitregenten

berufen wurde, sowie eine

Reihe kluger Köpfe, die Herzog

und Erbprinz an ihren Hof

beriefen (darunter Lessing

und Abt Jerusalem). Die starke

Verbindung nach Preußen

zeigte sich familiär dadurch,

dass Friedrich der Große mit

Carls Schwester Elisabeth

Christine und Carl mit Friedrichs

Schwester Philippine

Charlotte von Preußen verheiratet

waren. Außerdem heiratete

Carls Tochter Elisabeth

Christine Friedrich Wilhelm

II, König von Preußen. Eine

andere Tochter war Anna

Amalie, Herzogin von Sachsen-Weimar-Eisenach,

die zu

Goethes Zeit in Weimar eine

große Rolle spielte.

Aus Anlass des 300. Geburtstages

von Carl I werden

2013 folgende Ausstellungen

gezeigt:

23. März bis 6. Oktober:

Museum im Schloss Fürstenberg:

„Carl I und die Wirtschaftspolitik

im 18. Jahrhundert“

25. April bis 21. Juli: Kemenate

in der Burg Dankwarderode,

Braunschweig:

„Souverän in Marmor. Carl I

- Geschichten eines Bildnisses“

15. Juni bis 6. Oktober:

Weserrenaissance-Schloss

Bevern:

„Carl 300 heute - Spurensuche

in der Kulturlandschaft“

20. Juni bis 6. Oktober: Städtisches

Museum Braunschweig

:

„Glückwunsch, Carl! Luxus

aus Braunschweig

Außerdem gibt es Vorträge,

Führungen und Exkursionen.

Alle Veranstaltungen und

Projektpartner finden Sie

unter www.carl300.de, über

info@carl300.de oder unter

Telefon 0531 / 470-3899

Die Informationen zu diesem

Artikel sind größtenteils dem

Faltblatt von der Stiftung

Residenzschloss Braunschweig

/ Anne-Kristin Rullmann

entnommen, die die

Gesamtkoordination für

„Carl 300“ übernommen hat.


Braunschweiger Journal 6

Ausgabe 3/2013

Ein neues Braunschweig-Buch

Vorgestellt von Christel Mertens

Brauchen wir das denn? Es

gibt doch schon genug

Bücher, die Braunschweig

beschreiben, wie es ist oder

war! Das mögen zunächst die

Gedanken beim Anblick des

neuen Buches von Wilfried

Stütze „Man hat hier eine

Nachbarschaft“ sein. Bei

näherer Betrachtung stellt der

Leser jedoch fest, dass es sich

sehr wohl um ein besonderes

Konzept handelt. Der Autor

nennt es eine „Liebeserklärung

an ein Wohnquartier

im östlichen Ringgebiet.“ Und

in der Tat: Im Wesentlichen

sind es zwei benachbarte Häuser,

deren Schicksal und auch

das ihrer Bewohner sehr liebevoll

nachgezeichnet wird.

Eingebettet ist der kleine Kosmos

in die große Politik vom

Kaiserreich über die Weimarer

Republik, das Dritte Reich,

bis hin zum zweiten Weltkrieg

mit seinen vielfältigen, zum

Teil noch heute spürbaren Folgen.

Die Auswirkungen der

historischen Geschehnisse auf

Braunschweig und letztlich

auf das östliche Ringgebiet

sind dabei von zentraler Bedeutung

und vom Autor sorgfältig

recherchiert.

Geschichten und Anekdoten

aus dem Alltagsleben der Bewohner

der altehrwürdigen

Häuser lesen sich vergnüglich

und verdeutlichen die Absicht

Stützes, das östliche Ringgebiet

als ein lebens- und liebenswertes

Wohngebiet mit

intakter Infrastruktur vorzustellen.

Die klare Strukturierung

macht das Buch übersichtlich

und gut lesbar. Darüber hinaus

Ein Herz für Blinde

Von Christel Mertens

Es sollte einmal gesagt werden:

Das Braunschweiger

Journal ist weit und breit die

einzige Zeitschrift im hiesigen

Raum, die regelmäßig alle

Texte ihrer Ausgaben für blinde

und sehbehinderte Menschen

hörbar macht. Und

damit nicht genug, auch die

Bilder werden versprachlicht;

denn damit wird das Vorstellungsvermögen

der Hörerinnen

und Hörer angeregt und

unterstützt. So wird also nicht

nur sechsmal im Jahr ein

gedrucktes Journal erstellt,

sondern auch jeweils eine CD,

die dem Blindenverein und

anderen interessierten Gruppen

oder auch Einzelpersonen

zugeschickt wird.

Unser Redaktionsmitglied

Friedrich Schaper kam 2007

auf die Idee, mit Hörtexten

blinden und sehbehinderten

Menschen eine Freude zu

machen. Dazu benutzte er ein

Computerprogramm zum Einlesen

der in der Redaktion vorliegenden

Textdateien, beschrieb

selber die Bilder und

setzte alles auf einer speziellen

CD zusammen. Es gab eine

Probe-CD, dann aber starteten

wir Mitte 2007 mit der ersten

Ausgabe, und die Sehbehinderten

waren sehr zufrieden.

Inzwischen hat Friedrich

Schaper Unterstützung erhalten,

Kolleginnen und Kollegen

der Redaktion spielen die

Texte ein, versprachlichen die

Einzelbilder und die Bilderseiten,

kümmern sich um den

Versand.

Friedrich Schaper indessen ist

nicht untätig geblieben, neben

seinen Textbeiträgen für das

Journal hat er eine neue CD

mit Märchen und Texten aus

dem Musikbereich zusammengestellt.

Auch dafür wünschen

wir den Zuhörern viel

Freude und bedanken uns sehr

herzlich bei unserem Redaktionsmitglied.

sind Schriftgröße und blendfreies

Papier äußerst angenehm.

Ebenfalls interessant

sind die Bilder und historischen

Dokumente, die den

jeweils geschilderten Sachverhalt

veranschaulichen.

Das Buch ist im Handel zum

Preis von 14.99 € erhältlich.

ISBN 9 78925 268472.

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Braunschweiger Journal 7

Ausgabe 3/2013

Ein vernünftiges Dach über dem Kopf

Text und Foto: Dieter Seppelt

Von 1947 bis 1954 wohnten wir,

d.h. meine Eltern, meine beiden

Schwestern und ich, auf der

Karl-Marx-Straße 31, zweiter

Stock links. Eine sehr schöne

Wohnung in einem gut erhaltenen

Altbau, ca. 80 qm groß, vier

Zimmer, ein großes Wohnzimmer,

ein Schlafzimmer, eine

kleine Stube und eine Kammer.

Nur einen Haken hatte diese

herrliche Wohnung: Unsere

fünfköpfige Familie wohnte

hier nur zur Untermiete und

lebte in der kleinen Stube und

der Kammer, beides zusammen

ca. 25 qm, während der Hauptmieter,

ein Ehepaar, damals um

die 70, sich selbstverständlich

die größeren Räume vorbehielt.

Um des Flüchtlingsstroms Herr

zu werden, waren auch sie, wie

viele Wohnungsbesitzer in

Braunschweig, die Wohnraum

zur Verfügung hatten, verpflichtet

worden, an Flüchtlinge

unterzuvermieten.

Die Küche durfte mitbenutzt

werden. Das Gas zum Kochen

bekam man nach Einwurf einer

Münze. Um für mich, als Jüngsten

in der Familie, mal schnell

Milch warm zu machen, hatte

meine Mutter einen Spirituskocher.

Für uns Kinder stand im

sog. Wohnzimmer hinter einem

Vorhang ein Eimer, weil die einzige

Toilette (für die sieben Personen

dieser Wohnung) im

Hausflur eine halbe Treppe tiefer

war. An ein Badezimmer mit

Dusche oder Wanne dachte

damals niemand. Ich zum Beispiel

wurde in einer Zinkbadewanne

abgewaschen. Auch

meine Geschwister und Eltern

wuschen sich mit Hilfe dieser

Wanne. Geheizt wurde im Winter

mit Briketts in einem kleinen

Kanonenofen.

So war für uns die Wohnraumsituation

nach dem Krieg im

östlichen Ringgebiet. Wir

waren hier nicht hergezogen,

weil „man hier chic wohnte“,

sondern weil wir Flüchtlinge,

wie man uns damals nannte,

Die Karl-Marx-Straße heute, von der Kastanienalle aus gesehen.

froh waren, überhaupt ein vernünftiges

Dach über dem Kopf

zu haben.

Trotz alledem war hier für mich

zu dieser Zeit der Mittelpunkt

der Welt.

An der Ecke Karl-Marx-

Straße/Kastanienallee befand

sich ein Lebensmittelgeschäft,

das unter anderem von Bierkutschern

beliefert wurde, deren

hochbeladene Wagen von kräftigen

Brauereipferden gezogen

wurden. Autos gab es noch sehr

sehr wenig. Im Nachbarhaus

wohnte eine Familie, die den

einzigen VW-Käfer der Straße

besaß. Gegenüber dem oben

erwähnten Lebensmittelgeschäft,

oder, wie meine Eltern

es nannten, dem „Kolonialwarenladen“,

war ein Tabakwarengeschäft,

in dem mein Spielkamerad

für seine Mutter die Zigaretten

stückweise kaufte, da sie

sich eine ganze Schachtel nicht

leisten konnte. Dabei waren

diese Zigaretten gar nicht mal

alle für seine Mutter, sondern ab

und zu waren bei ihm zu Hause

„Onkels“ zu Besuch, die sich

um ihn und um seine Mutter

„kümmerten“, da sein Vater

noch immer in Kriegsgefangenschaft

war.

Nicht nur Autos waren in

Braunschweig noch selten, sondern

auch Trecker für die Bauern

der Umgebung. Auf dem

Weg zur Konservenfabrik fuhren

zur Erntezeit Pferdefuhrwerke

vollbeladen mit Erbsenschoten

an unserem Haus vorbei.

Auf diese kletterten wir

Kinder während der Fahrt von

hinten drauf und stibitzten uns

einige Schoten. Das hatten die

Kutscher, also die Bauern, meistens

gar nicht bemerkt, aber ab

und zu gab es auch einige, die

mit der Peitsche drohten oder

sogar versuchten, uns damit zu

schlagen. Aber im Nachhinein

glaube ich, haben sie es nicht

wirklich ernst gemeint. Wir

waren vier oder fünf Jahre alt,

und der Verlust von drei oder

vier Erbsenschoten hätte den

Bauern wirklich nicht arm gemacht.

Zumal auch sie wussten,

dass es in der Stadt viele hungrige

Kinder gab.

Mit der positiven wirtschaftlichen

Entwicklung der Bundesrepublik

im Laufe der Jahre entspannte

sich auch in Braunschweig

die Lage auf dem Wohnungsmarkt,

und wir waren

glücklich, als wir 1954 endlich

unsere zwei Zimmer im östlichen

Ringgebiet mit einer 3-

Zimmer-Neubauwohnung mit

Küche, Bad und

Balkon im Norden Braunschweigs

tauschen konnten.


Braunschweiger Journal 8

Ausgabe 3/2013

Maschinen, Fußbälle

und Konserven

Von Fritz Opitz

In der Reihe „Braunschweiger

Stadtgeschichte“ stellt der

Heimatpfleger des westlichen

Ringgebietes, Klaus Hoffmann,

47 Industriebetriebe

vor, die ehemals diesem Stadtteil

das Gepräge gaben.

Feuchte Augen bekommt so

mancher alte Braunschweiger

bei der Lektüre dieses Buches

und der Betrachtung der Bilder.

Es war einmal ... Namen

wie Hugo-Lutter-Werke,

Buchler & Co., Wilke-Werke,

Karges-Hammer und andere

sind noch in Erinnerung, aber

wer kennt denn noch z. B. die

Sauerkrautfabrik Paulsen

WWe. am Westbahnhof? Oder

die Sportgerätefabrik Dolffs &

Helle? Klaus Hoffmann lädt

ein zu einem Spaziergang, der

vom Eichtal im Norden, beginnend

mit der Zuckerfabrik

Eichtal AG und MIAG, bis zur

Teerproduktefabrik Artmann

und der Zahnrad- und Getriebefirma

Edler & Sohn in der

Nähe des Messegeländes im

Süden führt. Dabei wird der

Umfang und die Vielseitigkeit

der Produktion ersichtlich, die

hier einmal vorhanden waren.

Sie reichten von Maschinen

und Möbeln, Bürsten und

Chemikalien bis hin zu Klavieren

und zur Lebensmittelindustrie.

Eine Übersichtskarte

mit den Standorten der Firmen

am Beginn des Buches

erleichtert die Übersicht und

macht die gewaltige Veränderung

dieses Stadtteils deutlich.

Klaus Hoffmann, Maschinen,

Fußbälle und Konserven, das

Westliche Ringgebiet - ein

ehemaliges Industrieviertel.

Das Buch ist erhältlich im

Quartiersmanagement, Hugo-

Lutter-Straße 60a, und bei

AntiRost, Kramerstraße 9a,

Preis 5 Euro.

Jahrhundertwende-Häuser mit ihren unterschiedlichen Aussenfassaden

machen den Reiz des östlichen Ringgebietes aus.

„Hier lebt es sich prima!“

Text und Foto: Dieter Seppelt

Das östliche Ringgebiet

Braunschweigs erstreckt sich

von der Stadthalle den Ring

entlang bis zur Gliesmaroder

Straße und nach Osten hin bis

zum Nussberg. Es hat sich im

Laufe der Jahre für viele

Braunschweiger als ein beliebtes

Wohngebiet herangebildet.

Dieses Gebiet war im

Zweiten Weltkrieg nicht allzu

sehr zerstört worden, so dass

man hier noch viele Häuser

aus der Jahrhundertwende mit

hohen Räumen, mit Holzfußboden

und mit Stuck an den

Decken vorfindet. Ich muss

gestehen, dass das Gründe

waren, die uns, d.h. meine

Frau und mich, veranlassten,

uns in meinem ehemaligen

Wohngebiet eine Eigentumswohnung

zu kaufen: drei Zimmer,

86 qm, plus Dachter-

Braunschweiger

Rollstuhl-Shuttle

Rollstuhlbeförderung ohne umzusteigen

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Krankentransporte

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Braunschweiger Journal 9

Ausgabe 3/2013

rasse und natürlich Bad und

Zentralheizung. Wir fühlten

uns sogleich wohl hier, und

schnell wurde das östliche

Ringgebiet zu unserem neuen

Lebensmittelpunkt.

Hier gibt es idyllische Hinterhöfe

und gemütliche Eckkneipen.

Damit ergibt sich aber

auch, dass es in warmen Sommernächten

in den Straßen

relativ lebhaft zugeht. So

haben wir einmal nachts aus

unserem Schlafzimmerfenster

heraus eine Schlägerei beobachtet,

die in der Eckkneipe

„Husareneck“ ihren Ursprung

und sich auf die Straße verlagert

hatte, wo dann auch die

Polizei mit zwei Streifenwagen-Besatzungen

eingriff. Ein

andermal wurden wir durch

Blaulicht, das von der Straße

her in unser Wohnzimmer

drang, neugierig gemacht.

Diesmal war es die Feuerwehr,

die mit aufgeblasenem

Sprungkissen vor einem Haus

Rosenstraße, Ecke Husarenstraße

stand, weil ein junger

Mann, ca. 25 Jahre, in der

zweiten Etage auf einem Vorsprung

an der Hauswand stand

und wohl zu springen beabsichtigte.

Die Feuerwehr

konnte das dann aber noch

verhindern, und die Straße beruhigte

sich nach einiger Zeit

wieder.

Unsere Dachterrasse erlaubte

interessante Einblicke in die

oben erwähnten idyllischen

Hinterhöfe. Eines sonnigen

Sonntagsmorgens schaute ich

von dort oben auf die kleinen

Gärten der Hinterhäuser hinunter

und genoss die frühe

Sonne. Eine junge Frau von

gegenüber hatte die gleiche

Idee wie ich und begab sich

auf ihren Balkon. Als sie

gewahr wurde, dass da noch

andere Nachbarn, z. B. ich, auf

dem Balkon gegenüber standen,

zog sie sich fluchtartig

zurück: Sie war nämlich splitterfasernackt

auf ihren Balkon

gegangen.

Überhaupt kann man intensiv

am Privatleben der Nachbarn

teilhaben, da die Häuser alle

dicht aneinander stehen und

sehr viele Leute gar keine

Gardinen vor ihren Fenstern

haben.

Ja, es wäre noch schöner, hier

im östlichen Ringgebiet zu

wohnen, wenn – ja, wenn es

genügend Parkplätze gäbe.

Jeden Tag nach Feierabend die

„Runde um die Häuser“ auf

der Suche nach der freien Stelle

für Papas Liebling. Morgens

dann beim Zähneputzen

der Versuch der Erinnerung:

„Wo hatte ich ihn gestern

eigentlich abgestellt?“ Und

wenn unser Sohn in den Semesterferien

zu Besuch war und

sich den Wagen geliehen hatte,

weil er abends etwas vorhatte,

half mir ein kleiner Zettel auf

der Flurgarderobe mit einer

Straßen-Skizze beim schnelleren

Auffinden meines Autos

am nächsten Morgen.

Aber trotz der massiven Parkplatzprobleme:

fragen Sie

doch mal die Anwohner des

östlichen Ringgebietes, wie

sie ihr Wohnquartier beurteilen.

Sie werden immer die

gleiche Antwort hören: „Hier

lebt es sich prima!“

Kurzgeschichte

Krötenfreie Kellertreppe

Text und Foto: Dirk Israel

Die Natur hat in diesem Jahr

lange gewartet, bis sie ihre

Tore geöffnet hat für Nachwuchs,

die neuen Generationen

und was unser Auge so

erfreut - Blumen, Blüten, frisches

Grün! Auch die Vermehrungsversuche

der Kröten

mussten auf wärmere

Temperaturen warten. Mitte

April war es dann so weit.

„Tatort“ war unser Kellereingang.

Sechs Krötenpaare hatten

sich trotz abgesperrter

Kellertreppe durch einen

schmalen Spalt gezwängt und

sich die Treppe hinunter

gewagt. Den Weg nach oben

hatten sie aber nicht mehr

geschafft. Wie sollten sie

auch bei 18 cm Stufenhöhe.

So wäre denn die Kellertreppe

zur Falle geworden, wenn

wir nicht als naturverbundene

Gärtner diese Ereignisse gekannt

und beobachtet und so

mit einer hölzernen Kehrrichtschaufel

und ohne körperliche

Berührung einen

„Fahrstuhl“ zur Erdoberfläche

eingerichtet und die

Krötenschar in Etappen auf

den direkten Weg zum nahe

gelegenen Gartenteich gebracht

hätten. Die Natur

konnte nun ihren Lauf nehmen

und hat uns wieder viele

„Pakete“ Krötenlaich beschert.

Bleibt noch zu erwähnen,

dass es im Teich dann

doppelt so viele Kröten

waren. Fürs erste war unsere

Kellertreppe aber wieder krötenfrei.

Der Nachwuchs wartet

nun auf wärmeres Wasser

im Teich


Bestnoten bei der Pflege-Qualitätsprüfung

BETREUTES WOHNEN

– DAS ORIGINAL –

In den vergangenen Jahren ist seniorengerechtes Wohnen unter dem Schlagwort „Betreutes Wohnen”

immer populärer geworden. Viele Mitbürger erwarten von diesen Wohnanlagen eine umfassende Versorgung

und bei entsprechendem Bedarf auch die Durchführung von Pflegemaßnahmen in der Wohnung.

Schließlich soll ein nochmaliger Umzug in ein Pflegeheim möglichst vermieden werden.

Dazu sollten Sie wissen:

„Betreutes Wohnen” ist kein gesetzlich definierter Begriff! Jede Wohnanlage bietet daher teilweise

erhebliche Unterschiede in ihrem Leistungsangebot, die sich auf die Verbleibemöglichkeit in der

Wohnung deutlich auswirken können. Sie sollten daher genau bei dem jeweiligen Anbieter erfragen,

mit welchen Hilfen Sie rechnen können. Hier ist insbesondere die Antwort auf die Frage wichtig,

inwieweit eine umfassende hauswirtschaftliche Versorgung mit Essen, Wäschewaschen und Wohnungsreinigung

sowie die Pflege auch bei Schwerstpflegebedürftigkeit gegeben sind.

Ist beispielsweise examiniertes Personal rund um die Uhr im Haus abrufbereit?

Was passiert bei einem Verlust der eigenen Kommunikationsfähigkeit, beispielsweise nach einem

Schlaganfall?

Gibt es eine Auffangmöglichkeit durch ein integriertes Pflegeheim?

Wir bieten:

Komfortwohnungen mit Parkettfußböden und Küchenzeile,

24-Stunden-Anwesenheit von examinierten Pflegekräften,

Hausinterner Notruf,

Rauchmelder in jeder Wohnung,

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Großzügige Begegnungsplätze im Haus,

Alle Mahlzeiten aus der hausinternen Küche,

Wäsche- und Wohnungsreinigungsdienst,

Persönliche Hilfen durch den sozialen Dienst der „COMITAS”,

Umfassende Freizeitangebote,

Einkaufsservice,

Frisör (Ruf 2853-3011),

Physiotherapeutische Praxis (Ruf 2853-1015),

Pflegeheim der „COMITAS”,

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Lernen Sie unverbindlich unser „rundes” Konzept kennen!

Seniorenresidenz Brockenblick

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Pflegedienst COMITAS

RUF 0531-284 100


Braunschweiger Journal 11

Ausgabe 3/2013

Baum des Jahres 2013

Text: Wibke Ihlenburg-Dreessen

Der Holzapfel ist Baum des

Jahres 2013. Er wird auch als

„Europäischer Wildapfel“ bezeichnet,

lateinisch: malus sylvestris.

Außerdem gibt es den

„Asiatischen Wildapfel“ und

den „Kaukasus-Apfel“, aus

deren Kreuzung (und nicht aus

dem Holzapfel) wohl unsere

Kulturäpfel hervorgegangen

Aus: Otto Wilhelm Thomé, Flora von

Deutschland, Österreich und der

Schweiz, Gera 1885

sind, die seit der Römerzeit

überall in Europa verbreitet

wurden. Die Menschen der

Stein- und der Bronzezeit (bis

ca. 850 v. Chr.) nutzten noch

Holzäpfel, z.B. die Bewohner

der Pfahlbauten am Bodensee.

Die Früchte schmecken herbsauer

bis bitter wegen des

hohen Gehaltes an Gerbsäure,

und sie sind holzig, aber

gedörrt oder gekocht genießbar.

Seitdem es Kulturäpfel

gibt, hat der Holzapfel allerdings

keinerlei wirtschaftliche

Bedeutung mehr.

Die kugeligen Früchte sind

gelbgrün, nur 2 bis 4 cm im

Durchmesser. Auch die Blüten

sind deutlich kleiner als die

der Kulturäpfel. Die Wuchshöhe

kann 10 m erreichen,

meist findet man den Holzapfel

aber als großen Strauch

von 3 bis 5 m Höhe. Nur

schwer davon zu unterscheiden

sind verwilderte Formen

der Kulturäpfel. Als Standort

bevorzugt der Holzapfel

Flussauen und Gebiete in der

Nässegrenze von Wäldern.

Diese Bereiche sind durch

menschliche Eingriffe

stark betroffen,

daher ist der

Holzapfel heute in

seinem Bestand bedroht.

Der Erhalt des

Europäischen

Wildapfels ist das

Ziel eines Projektes,

das die

GRÜNE LIGA

Osterzgebirge gestartet

hat. Die in

der Gegend vorhandenen

Bäume

wurden kartiert

und auf ihre genetische

Echtheit

untersucht. Dann

wurden Sämlinge

angezogen und auf

Plantagen angepflanzt.

Mit der

Öffentlichkeitsarbeit,

unter anderem auf der

Grünen Woche in Berlin, ist es

gelungen, das Image des Holzapfels

zu verbessern. Außerdem

erkundete man Einsatzmöglichkeiten.

So lassen sich

aus den Früchten nicht nur

Tee, sondern auch Eis, Gelee

und Holzapfelbranntwein zubereiten.

Künstler zeigten,

dass sich aus dem Holz interessante

Gegenstände herstellen

lassen. So wurde eine

regionale Gesellschaft gegründet,

um die Produkte zu

vermarkten. Mit diesen Aktivitäten

ist es gelungen, Menschen

für den Erhalt des Holzapfels

zu gewinnen und somit

einen Beitrag zur biologischen

Vielfalt in der Landschaft zu

leisten.


Braunschweiger Journal 12

Ausgabe 3/2013

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100 Jahre Arbeiter-Samariter-Bund

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Seit 1913 vor Ort und immer für Sie da. Der Arbeiter-Samariter-Bund

Braunschweiger Land bietet seit 100 Jahren Dienste

an, die sich gezielt an die Menschen der Region Braunschweig,

Wolfenbüttel und Salzgitter richten. Der ASB ermöglicht Ihnen

in allen Bereichen des Lebens ein größtmögliches Maß Ihrer

Selbstständigkeit zu wahren. Das bestätigen auch unsere

1.200 zufriedenen Hausnotruf-Kunden. Denn mit dem bewährten

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mit der Hausnotruf-Zentrale in Braunschweig verbunden.

Von jeder Stelle Ihrer Wohnung und auch aus dem Garten. Das

System ist mit unseren „intelligenten“ Rauchmeldern kombinierbar.

Erreicht der Rauch den Warnmelder, ertönt ein eindringlicher

Alarm. Neben dem akustischen Signal wird eine

Verbindung mit unserer Zentrale in der Sudetenstraße aufgebaut,

die schnell und ohne Umwege Einsatzkräfte zu Ihrer

Wohnung schickt. Alles aus einer Hand schafft Vertrauen.

Das Dienstleistungs-Angebot des ASB passt zur Vielfalt des

Lebens: Als Ersthelfer sind Sie auf alles vorbereitet. Wir bilden

jährlich rund 2.100 qualifizierte Ersthelfer in unseren Kursen

aus. Ob für den Führer- oder Trainerschein, aus Interesse, persönlichem

Engagement oder für den Beruf. Für jeden ist etwas

dabei. Auch bei unserem leckeren und abwechslungsreichen

Menüservice. Täglich frisch oder direkt für die ganze Woche.

Sie haben die Wahl.

Haben wir Ihr Interesse geweckt? Dann informieren Sie sich:

Per Telefon unter der 0531-19212, im Internet auf

www.asb-braunschweig.org oder liken Sie uns auf Facebook.

Wir freuen uns auch über einen persönlichen Besuch in unserer

Geschäftsstelle oder auf einer unserer vielzähligen Präsenzen

bei regionalen Veranstaltungen.

Lukullische

Heimatgefühle

Buchbesprechung von Brigitte Klesczewski

Kochsendungen sind im Fernsehen

beliebt. Zur 50-Jahrfeier

des ZDFs machten sich die

Teilnehmer sogar lustig darüber.

Nicht nur Kochbücher

der Gourmetköche liegen in

Buchhandlungen aus, sondern

ebenfalls Mutters oder

Großmutters Rezeptsammlungen.

Nach letzteren wird sogar

häufig gegriffen, um einerseits

Zungenglück zu erleben und

andererseits Geschmackserinnerungen

zu bekräftigen.

Das plattdeutsche Kochbuch

„Lukullische Heimatgefühle“

will jedoch etwas mehr bei

den Lesern erreichen. Hier

geht es der Braunschweigischen

Landschaft e. V., die

zuvor einen Kochwettbewerb

ausgeschrieben hatte, um

Gaumenfreuden aus regionaltypischen

Produkten, geschrieben

in plattdeutscher

Sprache. Damit dieses Kochbuch

auch Nichtkennern der

plattdeutschen Sprache verständlich

ist, wurden sämtliche

Rezepte ins Hochdeutsche

übersetzt. Außerdem ergänzen

professionelle Fotos von den

regionalen Produkten, Gebäuden

und Gegenden der Braunschweig

umgebenden Landschaft

die Gerichte.

„Güt tä wäten“, im Anhang

gibt es ein plattdeutsches

Küchenlexikon. Wer weiß

denn schon, dass eine „Zipolle“

eine Zwiebel ist. Auch

die Köchinnen und Köche,

die Sieger im Wettbewerb,

werden hier noch einmal genannt.

Was hat nun die Braunschweigische

Region an Gerichten zu

bieten? Es beginnt mit Salaten,

und dabei fehlt der Spargelsalat

nicht. Es folgen

Hauptgerichte wie Sauerkraut

mit Klump und Karpfen. Auch

an Nachtisch ist mit Welfenspeise

gedacht worden. Für

Gebäcke steht die Ostfalentorte.

Das Kochbuch „Lukullische

Heimatgefühle“ gehört in die

Reihe zur Geschichte unserer

Region und ist dort der Band

8. Er kostet 12,95 €

Herausgeber Braunschweigische

Landschaft e. V. und die

Braunschweiger Zeitung

ISBN: 978-3-8375-0596-2.

Gesundheitstip:

„Trinken wir noch ein

Tröpfchen“

Von Dorothea Körting

… und weiter heißt es in diesem

Lied: „Trinken wir noch

ein Tröpfchen aus dem kleinen

Henkeltöpfchen“ - natürlich

keinen Alkohol!

Die Mengenangabe und das

Gefäß sind auch nicht wörtlich

zu verstehen. Besonders Senioren

sollten im Sommer daran

denken:trinken - trinken - trinken

und ausreichend Flüssigkeit

zu sich nehmen.

Vorschlag: Morgens eine

große Kanne Tee zubereiten,

diese an einer Stelle der Wohnung

deponieren, an der man

häufig vorbeigeht, und im

Laufe des Tages immer wieder

trinken. Eine Flasche Mineralwasser

erfüllt natürlich den

gleichen Zweck. So kann ein

Austrocknen des Körpers vermieden

werden.


Braunschweiger Journal 13

Ausgabe 3/2013

Der Wettlauf um die Atombombe

Text: Wibke Ihlenburg-Dreessen • Abbildung: Briefmarke

Nach der Entdeckung der

Kernspaltung durch Otto

Hahn (1879-1968) im Dezember

1938 (also vor 75 Jahren)

in Berlin war mit den entsprechenden

Veröffentlichungen

bei den Wissenschaftlern der

Welt ab Frühjahr 1939 bekannt,

dass die Spaltung des

Urankerns eine relativ große

Energie freisetzt, die, verbunden

mit einer Kettenreaktion,

eine technische Nutzung als

Energiequelle und auch als

Waffe erlaubt. In der Folge

wurde mit dem Bau der Waffe

begonnen.

USA

Der aus Nazi-Deutschland in

die USA emigrierte Physiker

Albert Einstein entschloss sich

im August 1939 mit zwei

anderen Wissenschaftlern, den

damaligen US-Präsidenten

Franklin D. Roosevelt mit

einem Brief vor der Möglichkeit

des Baus einer Atombombe

durch Deutschland zu warnen

und ihn zu der möglichst

schnellen Entwicklung einer

eigenen Atombombe anzuregen.

Aber erst nachdem Enrico

Fermi 1942 in Chicago den

ersten funktionsfähigen Atomreaktor

konstruiert hatte,

wurde der Bau einer Bombe

so wahrscheinlich, dass die

USA-Regierung begann, sehr

viel Geld in die weitere Entwicklung

zu investieren. So

arbeiteten im Rahmen des

„Manhattan-Projekts“ ab 1943

in Los Alamos (New Mexico)

unter der Leitung von Robert

Oppenheimer mehrere tausend

Menschen am Bau der

Atombombe, die am 16. Juli

1945 in der Wüste von New

Mexico gezündet werden

konnte. Schon kurz danach

folgte am 6. und 9. August

über Hiroschima und Nagasaki

der Einsatz in Japan.

Deutschland

Im nationalsozialistischen

Deutschland übernahm bei

Kriegsbeginn das Heereswaffenamt

die Führung in der Forschung

zur Kernspaltung und

damit zum Bau einer Atombombe.

Es zitierte die

wichtigsten deutschen Kernphysiker

nach Berlin, die

dafür vom Kriegsdienst befreit

wurden. Werner Heisenberg

(1901-1976) erhielt eine

führende Stellung beim

„Uranprojekt“.

Für den Betrieb eines Uran-

Reaktors war sowohl hochreines

Uran als auch sehr reines

schweres Wasser nötig. Beide

Materialien waren zum damaligen

Zeitpunkt nur schwer zu

beschaffen. Das Uran kam

zunächst aus dem annektierten

Sudetenland, nach der Besetzung

Belgiens aus Belgisch-

Kongo. Schweres Wasser

stellte nur eine Kunstdüngerfabrik

in Norwegen als

Nebenprodukt her, die im

April 1940 mit der Besetzung

Norwegens in deutsche Hände

fiel. Aber durch britisches

Bombardement und norwegische

Widerstandskämpfer fiel

diese Quelle 1943 wieder aus.

Auch die Uran-Produktionsanlagen

in Deutschland wurden

durch britische Bomben

zerstört. So blieben die verschiedenen

Versuche, eine

Kettenreaktion zu erzeugen,

erfolglos.

Als schließlich die Rote

Armee am 30. Januar 1945 die

Oder überquert hatte, wurden

die noch vorhandenen Materialien

von Berlin nach Süddeutschland

transportiert. In

einem Felsenkeller in Haigerloch

bei Tübingen unternahm

Werner Heisenberg Ende

Februar 1945 den letzten Versuch.

Die Reaktorgröße reichte

aber nicht aus, um eine Kettenreaktion

zu erreichen. (Dieser

Felsenkeller mit interessanten

Ausstellungsstücken

kann seit 1980 als „Atom-Keller-Museum“

besichtigt werden.)

Nach dem Krieg

Eine Spezialeinheit der Amerikaner

erreichte am 22. April

1945 Haigerloch, demontierte

die Apparaturen im Felsenkeller

und stellte erst jetzt fest,

dass die deutschen Forschungen

mehr als zwei Jahre hinter

den amerikanischen zurücklagen.

Die zehn führenden

Köpfe des deutschen „Uranprojekts“

(Darunter Hahn,

Heisenberg und von Weizsäcker)

wurden bis Januar

1946 im britischen Landsitz

Farm Hall interniert. Danach

konnten fast alle wieder angesehene

Positionen im Wissenschaftsbetrieb

der Bundesrepublik

einnehmen.

Die erste sowjetische Atombombe

wurde am 29. August

1949 gezündet. Das so genannte

„Gleichgewicht des

Schreckens“ im „Kalten

Krieg“ war hergestellt.

Ein „friedlicher“ Reaktor erzeugte

Ende 1951 in den USA

den ersten Strom. 1957 ging in

München ein deutscher Forschungsreaktor

in Betrieb. Im

gleichen Jahr sprachen sich

die meisten Mitglieder des

ehemaligen „Uranprojekts“

zusammen mit anderen

führenden deutschen Kernphysikern

im „Göttinger

Manifest“ gegen eine militärische

Nutzung der Kernenergie

in Deutschland aus.

Wie gefährlich und umstritten

auch die zivile Nutzung der

Atomkraft sein kann, drang

erst später ins öffentliche Bewusstsein.


Braunschweiger Journal 14

Ausgabe 3/2013

Hiroschima und

Nagasaki

Text: Wibke Ihlenburg-Dreessen • Foto: Klaus Ihlenburg

Zum Gedenken an die Opfer

der Atombombenabwürfe

von 1945 auf Hiroschima (6.

August) und Nagasaki (9.

August) organisiert das Friedenszentrum

Braunschweig

in jedem Jahr Anfang August

in Richtung Theaterwerkstatt

hinunter zum Okerufer bewegt.

Hier wird ein Holzfloß

in Gestalt des Atomkraft-Zeichens

ins Wasser gelassen,

das 100 große weiße und rote

Kerzen trägt. Diese Lichter

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Lichterfloß auf der Oker zum Gedenken an die Atombombenopfer

von Hiroschima und Nagasaki.

eine Veranstaltung. In diesem

Jahr findet das Treffen, das

auf der Okerbrücke hinter

dem Theater beginnt, am

Freitag, 9. August, ab 20

Uhr statt.

An die Teilnehmer werden

kleine Gläser mit Teelichtern

verteilt, und so bilden sie

gemeinsam eine Lichterprozession,

die sich auf dem Weg

sollen Symbol sein für die

zahllosen Todesopfer der

Bomben und für die vielen

Überlebenden, die im kühlen

Wasser der Flüsse in Hiroschima

und Nagasaki Rettung

suchten, aber bis in die folgende

Generation von der

Strahlenkrankheit heimgesucht

wurden.

Zur Feierstunde im Jahr 2012

trug Brigitte Constein-Gülde

die Gedichte „Erinnerungen

1955“ und „Die nukleare

Wüste 1946“ von Chie Segotuchi

sowie das Gedicht „Das

kleine tote Mädchen“ von

Nazim Hikmet vor. Außerdem

las sie aus dem Buch

„Die atomare Wüste“ von

Sumako Fukuda. Der Schauspieler

Andreas Jäger trug

einen Abschnitt aus dem

Buch „Der Tag, an dem Hiroschima

verschwand“ vor, das

von dem japanischen Militärarzt

Dr. Shuntaro Hida, der

Augenzeuge in Hiroschima

war, verfasst wurde.

Die Mitglieder des Friedenszentrums

schlagen vor, das

Ufer der Oker in dem

Bereich, wo diese Feier schon

seit einigen Jahren stattfindet,

offiziell „Hiroschima-Ufer“

zu nennen, da es bisher sonst

keine Straße dieses Namens

in Braunschweig gibt. Außerdem

rufen sie zusammen mit

verschiedenen internationalen

Organisationen zur Ächtung

und Abschaffung aller

Atomwaffen auf.


Braunschweiger Journal 15

Ausgabe 3/2013

Auf Umwegen

von Wismar nach

Rostock Teil 2

Text und Foto: Brigitte Klesczewski

Die in Parks gelegenen ehemaligen

Herrenhäuser von

Blengow, Kägsdorf, Hohen

Niendorf und Wichmannsdorf

zwischen Rerik und Kühlungsborn

werden heute als

Ferienwohnungsparadiese genutzt.

Im Park von Blengow

imponierte uns eine Plastik

von Bruno Blank mit dem

Titel: „Mecklenburg ist nicht

zu fassen“. Am Herrenhaus

von Hohen Niendorf kann ein

Großsteingrab aus der Jungsteinzeit

(3000-2500 v. Chr.)

bewundert werden. Bis zur

Enteignung im Jahr 1945 residierte

hier die Grafenfamilie

von Wilamovitz-Möllendorf.

Kühlungsborn hat sich nach

der Wende zu einem beliebten

Ostseebad für Feriengäste aus

ganz Deutschland entwickelt..

Das liegt einmal an der Flaniermeile

an der Ostsee entlang,

dem großen Yachthafen,

der 240 m langen Seebrücke

und den zahlreichen Villen mit

ihren individuellen Fassaden,

zum anderen an dem „Molli“,

der die Badegäste bei schlechtem

Wetter nach Heiligendamm,

dem ältesten Seebad

Deutschlands, und Bad Doberan

entführt.

Auf Kühlungsborn folgte Bad

Doberan. Hier steht die Perle

der norddeutschen Backsteingotik,

das Münster. Schwan

und Hirschgeweih erinnern im

Münster an die Klosterlegende:

Im Jahr 1186 suchte Fürst

Der Pfeilstorch im Institut für Biowissenschaften der Universität

Rostock.

Nikolaus einen Ort, um dort

ein Kloster für die Zisterzienser

Mönche zu bauen. Das

Kloster sollte dort entstehen,

wo er während einer Jagd

einen Hirsch erlegt hatte.

Obgleich die Mönche den

Platz zu sumpfig fanden,

wurde es dort errichtet, da ein

Schwan herbeigeflogen kam,

„dobry, dobry“,krächzte, was

auf Deutsch gut heißt.

Wer nun den Ostseeradweg

bei Bad Nienhagen durch den

Geisterwald mit seinen schiefen,

zum Teil blattlosen

Buchen wählt und weiter darauf

hoch auf dem Steilufer bis

Warnemünde radelt, wird

durch atemberaubende Ausblicke

auf die Ostsee belohnt.

Kurz vor Warnemünde bemerkten

wir einen Wegweiser,

der jedoch den Standpunkt auf

der Erdkugel anzeigte mit dem

Meridian 12 Grad östlicher

Länge und dem Breitenkreis

54 Grad, 10 Minuten und 25

Sekunden.. Zum Nullmeridian

Greenwich waren es von hier

867 km, zum Nordpol 3983

km und zum Südpol 16017

km.

Am Warnemünder Leuchtturm

fotografierten sich Pärchen

vor dem pommerschen

Greifenwappen. Dieses Wappen

weist darauf hin, dass der

Leuchtturm dem Schifffahrtsamt

Stralsund untersteht.

Rostock empfing uns mit

Regen. Uns führte der Regen

ins Institut für Biowissenschaften

der Universität

Rostock. In der Zoologischen

Sammlung entdeckten wir den

Pfeilstorch aus dem Jahr 1822.

Er ist der älteste Nachweis für

den Fernzug von Vögeln. Dieser

Storch war in Zentralafrika

durch einen Pfeil angeschossen

worden, und mit ihm im

Frühjahr bis nach Bothmer im

Klützer Winkel geflogen. Hier

wurde er abgeschossen und

in der Präparationswerkstatt

Ludwigslust für die Nachwelt

dauerhaft erhalten.

Im Marientreff an der Marienkirche

fühlten wir uns in der

gemütlichen Kaffeestube

gleich wie zu Hause. Doch erst

in Braunschweig sollten wir

erfahren, dass dieses Kirchenkaffee

1998 von der Ehefrau

des heutigen Bundespräsidenten

mit einer Freundin eröffnet

worden war und von ihr und

einigen Helferinnen ehrenamtlich

betrieben wird.


Braunschweiger Journal 16

Ausgabe 3/2013

Rätsellösung:

Alte Liberei in der Kröppelstrasse, der einzige mittelalterliche Ziegelbau

in Braunschweig.

Foto: E. Qweitzsch

Fotorätsel:

Was ist das denn? Abgesägte Bäume? Riesenspargel oder Kunst?

Und vor allem: Wo ist das?

Foto: E. Qweitzsch

Grobaustellen in Braunschweig

Siemens Hauptbahnhof Toblerone Ringcenter Hochhäuser Kurt-Schumacher-Straße

Ein Blick vom Parkhaus auf die Großbaustelle „Brawo-Center“

Foto: Gerhard Hühne

Auf dem ehemaligen Gelände des Freizeit- und Bildungszentrums,

neben dem Stadtbad, soll bis Herbst 2013 das einzige Fünf-Sterne-Hotel

Braunschweigs fertiggestellt sein. Foto: E. Qweitzsch

Auf einem längere Zeit brachliegendem Gelände an der Luisenstrasse

entsteht das neue „Braunschweiger Kontorhaus“ mit

Büroräumen und Wohnungen.

Foto: E. Qweitzsch


Braunschweiger Journal 17

Ausgabe 3/2013

Seit zehn Jahren sorgen Ehrenamtliche für die Öffnung der

Ausstellungen im Altstadtrathaus. Am 3. April wurden sie in der

Dornse geehrt.

Foto: W. Ihlenburg-Dreessen

Die Ausstellung von Werken des Bildhauers Emil Cimiotti ist im

Städtischen Museum noch bis zum 9. Juni 2013 zu sehen.

Cimiotti, er gestaltete auch den Brunnen vor dem Braunschweiger

Staatstheater, war seit 1963 Professor und Mitbegründer der Staatlichen

Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig.

Foto: Jakob Adolphi

Frhlingsgefhle

Ein Ausflug in den Harz, hier nach Thale, ist besonders reizvoll bei

schönem Frühlingswetter und wochentags, wenn viel Platz zum

Wandern ist.

Foto: E. Qweitzsch

Auf dem Weg in den Südharz immer wieder ein herrlicher Anblick:

Die riesigen Felder blühenden Rapses!

Foto: E. Qweitzsch

In einem seiner Lieder behauptet Reinhard Mey, es gäbe keine

Maikäfer mehr. Unser Redaktionsmitglied Gerhard Hühne beweist

das Gegenteil: Sie sind wieder da! Foto: Gerhard Hühne

Die „Wild“gänse im Schulgarten haben auch schon Frühlingsgefühle

und schauen sich nach einem Partner um.

Foto: E. Qweitzsch


Braunschweiger Journal 18

Ausgabe 3/2013


Braunschweiger Journal 19

Ausgabe 3/2013

An der Saale hellem

Strande…

Text und Foto: Christel Mertens

Das Dornburger

Schloss im Stil

des Rokoko

Das Ende der Reise durch

Thüringen war gekommen.

Weimar, Jena und andere geschichtsträchtige

Orte hatten

großartige Eindrücke hinterlassen.

Nun noch ein, wie zu

erwarten stand, kurzer Abstecher

zu den Dornburger

Schlössern, dann sollte es

genug sein mit dem Dichterfürsten,

dem Herrn Geheimrat

Johann Wolfgang von Goethe.

Doch welch eine Überraschung!

Auf dem Weg durch

das malerische Saaletal erheben

sich wenige Kilometer

nördlich von Jena, in der Nähe

des Städtchens Dornburg, auf

einem Felsmassiv hoch über

dem Fluss drei Schlösser. Aufgereiht

wie Perlen an der

Schnur. Bei Annäherung wird

klar: Dieser Ort atmet Geschichte

und sicher auch den

Geist seines berühmten Bewohners

Goethe, der ab 1776

oft und gern dort weilte. Noch

als 80-Jähriger verbrachte er

zwei Sommermonate intensiven

Schaffens im Dornburger

Renaissanceschloss. Es gilt

also, den Einzelheiten nachzuspüren

und den Zeitfaktor zu

vergessen.

Da ist zunächst das Alte

Schloss. Schon 965 hielt Kaiser

Otto der Große, nach Ausbau

einer bereits bestehenden

Burg zur Kaiserpfalz, hier

einen Reichstag ab. Nach

wechselvoller Geschichte bietet

der mächtige Bau im Stil

des 16. Jahrhunderts heute

der Friedrich-Schiller Universität

Jena Begegnungs- und

Tagungsmöglichkeiten.

Von Ost nach West verbindet

eine zauberhafte Gartenanlage

das Alte Schloss mit dem

Renaissance- oder Goetheschloss.

Hier lassen wir den

Dichter selber zu Wort kommen.

Im Juli 1828 schreibt er

an seinen Freund Zelter: „Die

Aussicht ist herrlich und fröhlich,

die Blumen blühen in den

wohlunterhaltenen Gärten, die

Traubengeländer sind reichlich

behangen … Von den anderen

Seiten sind die Rosenlauben

bis zum Feenhaften geschmückt

… mir erscheint das

alles in erhöhteren Farben wie

der Regenbogen auf schwarzgrauem

Grunde.“

Diesen Blick über die kunstvoll

angelegten Gärten hinunter

ins Saaletal kann auch der

heutige Besucher genießen,

genau wie das Interieur des

Renaissancebaus, das noch

viel Originales aus der

Goethezeit bewahrt hat.

Zwischen den beiden hier

beschriebenen großen Schlössern

liegt inmitten der Gärten

das dritte Schloss: Ein harmonischer

Pavillon im Stil des

Rokoko, der als sommerliches

Lustschloss höfischer Repräsentation

diente. Inneneinrichtung

sowie Dekoration der

Wände und Decken im Stil

seiner Zeit sind exquisit.

Außergewöhnlich charmant

und stimmungsvoll auch das

Speisezimmer mit chinesischem

und niederländischem

Porzellan in den Farben blau

und weiß. Ein wahres Juwel,

dieses Lustschlösschen, welches

Goethe bei seinen Reisen

nach Jena ebenfalls oft Quartier

geboten hat.

Mit seinem berühmten Gedicht

„Dornburg, September

1828“ im Sinn, verlassen wir

den magischen Ort, um

unsere Reise endgültig abzuschließen.

Früh, wenn Tal, Gebirg und Garten

Nebelschleiern sich enthüllen

Und dem sehnlichen Erwarten

Blumenkelche bunt sich füllen,

Wenn der Äther, Wolken tragend,

Mit dem klaren Tage streitet

Und ein Ostwind, sie verjagend,

Blaue Sonnenbahn bereitet.

Dankst du dann, am Blick dich weidend,

Reiner Brust der Großen, Holden,

Wird die Sonne rötlich scheidend,

Rings den Horizont vergolden.


Braunschweiger Journal 20

Ausgabe 3/2013

Kunst trotz(t) Demenz

Von Dorothea Körting

Unter diesem Motto zeigt der

Braunschweiger Caritasverband

noch bis zum 20. Juni im

Louise-Schroeder-Haus in

einer Ausstellung Bilder, die

demenziell erkrankte Menschen

gemalt haben. Es sind

keine gegenständlichen Motive,

aber sie fesseln durch ihre

Farbigkeit.

Demenz - schon das Wort verursacht

bei Senioren Beklemmungen.

Man akzeptiert zwar

notgedrungen, dass mit fortschreitendem

Alter die Funktionen

von Augen, Ohren,

Gelenken, Herz oder anderen

Organen nachlassen. Diese

Beschwerden können durch

Medikamente oder Hilfsmittel

jedoch meist gelindert werden.

Kindermund

Von Anne-Margret Rietz

Aber Demenz! - Das ist keine

flüchtige Vergesslichkeit, sondern

der Abschied von Erinnerungen

und bedeutet eine Minderung

der Lebensqualität.

Mehrere soziale Einrichtungen

bieten in diesem Falle den

Betroffenen und ihren Angehörigen

Unterstützung und

Entlastung an. Der Braunschweiger

Caritasverband gehört

ebenfalls dazu. Bei Gruppentreffen

in den Begegnungsstätten

stehen Gedächtnistraining,

gemeinsames

Kochen sowie kreative Aktivitäten

auf dem Programm,

z.B. Singen oder Malen.

Dadurch kann das Selbstwertgefühl

der Erkrankten gestärkt

werden.

Nach mehr als zwei Jahren Umbau öffnete das Wohn- und Pflegeheim

am Heidberg - AWO - für geladene Gäste und Repräsentanten

der Politik am 25. April 2013 seine Türen. Der AWO-

Bezirksverbands-Vorsitzende Rifat Fersahoglu-Weber empfing

mit der Einrichtungsleiterin Anja Leistner die zahlreich

erschienenen Besucher.

Ich war begeistert von der Großzügigkeit der Anlage: hell und

farbenfroh gestaltet. Durch die freundliche Mitarbeiterin Elzbieta

Tobor, seit über 20 Jahren im Pflegedienst tätig, konnte

ich mir einen Überblick verschaffen, ohne die „Klienten“, so

werden hier die Patienten genannt, zu stören. Deshalb begnügte

ich mich mit wenigen Fotos, da auch die Tafel „Damals und

Heute“ im Eingangsbereich sehr informativ ist.

Text und Foto: Eveline Qweitzsch

Der kleine Marten war mit seinen

Eltern zu Freunden in

deren großen Garten eingeladen,

in dem sich auch der

unvermeidliche Fischteich befand.

An seinem Rand ein

lebensecht aussehender Reiher

aus Metall. Den hätte Marten

gern verscheucht, nur so,

um sich als der Überlegene zu

fühlen, vor dem andere

Reißaus nehmen. Aber am

Teich angekommen, stutzte er

doch und rannte aufgeregt

zurück zu seinem Vater:

„Papa, Papa, komm mal, in

dem Wasser schwimmen lauter

Mohrrüben, nur ohne was

Grünes dran!“ Hatte der Reiher

das wohl gewusst?

Erinnern Sie sich noch an

Sonnenschirm?

Von Fritz Opitz

Fast gänzlich aus der Mode gekommen ist der Sonnenschirm,

der früher zusätzlich zum breitkrempigen Sommerhut

den vornehmen weißen Teint der Dame vor Sonnenstrahlen

schützte, damit sie sich von den braungebrannten

Bauernmädchen abheben konnte. Ein Gestänge

aus Draht, Holz oder Fischbein, mit Baumwolle, Seide

oder Tüll überzogen, getönt in hellen Farben, bestickt

oder bedruckt mit Blumenmustern oder Ornamenten, mit

herabhängenden Fransen oder gerafften Blenden, verbarg

auch die Gesichter vor den Blicken der Männerwelt.

Erfahrene Damen kokettierten über den Schirmrand und

signalisierten in der „Schirmsprache”, ob weitergehende

Interessen vorhanden.


Braunschweiger Journal 21

Ausgabe 3/2013

Rudi Schurickes

Sonnenuntergang bei Capri

Seine Stimmlage war einmalig,

sein schmalzig klingender

Tenor einfühlsam und sein

Liedgut hörenswert. Durch seinen

beachtlichen Beliebtheitsgrad

sind seine Tonaufnahmen

noch heute erhältlich. Seine im

Meer versinkende Caprisonne

verabschiedet sich immer noch

malerisch, und sein Name blieb

unvergessen: Rudi Schuricke.

Erhard Rudolf Hans Schuricke

wurde vor einhundert Jahren

am 16. März in Brandenburg

geboren, ging in Königsberg

zur Schule, absolvierte eine

Drogistenlehre, arbeitete

nebenbei als Zeitungsverkäufer

und Chauffeur. Zusätzlich

studierte er noch Gesang und

Von Helmut Wenzel

Deutsche Grammophon Gesellschaft mbh; Hamburg

nahm Schauspielunterricht.

Mit dreiundzwanzig Jahren

gründete Rudi 1936 eine eigene

Gesangsgruppe, das Schuricke-Terzett

und sang darüber

hinaus auch allein bei zahlreichen

Orchesterveranstaltungen.

Das von Gerhard Winkler

komponierte Tangolied der

Capri-Fischer verhalf Rudi

Schuricke 1949 zu beträchtlichen

Erfolgen, die mit der Goldenen

Schallplatte belohnt

wurden. Unvergessen sind

auch seine Lieder „O mia bella

Napoli“, „Frauen und Wein“,

„Florentinische Nächte“ und

„Frühling in Sorrent“. Mit seinem

selbst komponierten Lied

„Tarantella“ erreichte Rudi

Schuricke noch in den 50er

Jahren Spitzenplätze in der

Hitparade.

Andere Rhythmen, neuzeitliche

Musikklänge verdrängten

den Sänger von den Bühnen.

Schuricke wechselte ins Hotelfach.

In München eröffnete er

nebenbei noch einen Waschsalon.

Mit der Melodie von

James Last „So eine Liebe gibt

es nur einmal“ erklomm er

1970 noch einmal die Hitparade.

Drei Jahre später starb er

im Alter von sechzig Jahren

und wurde auf dem Friedhof in

Herrsching am Ammersee beigesetzt.

Der Sonnenuntergang

auf Capri und überall auch

dort, wo er sich rot ausmalt, das

Meer glitzern lässt und die

Fischer ihre Netze auswerfen,

kann, besungen von dieser

unvergessenen Stimme, eine

Traumwelt erwecken.


Braunschweiger Journal 22

Ausgabe 3/2013

– Anzeige –

Mehr Post vom Finanzamt für Rentner

Derzeit erhalten bundesweit viele Rentner einen Brief ihres Finanzamtes mit der Aufforderung, innerhalb von vier Wochen

eine Steuererklärung für die Vergangenen Jahre einzureichen. Die Finanzverwaltung schreibt diejenigen Rentner an, bei

denen sie eine Steuernachzahlung erwartet. Welcher Handlungsbedarf besteht und was Sie als Rentner beachten müssen

erläutert C. Cziesla, Beratungsstellenleiter der Vereinigten Lohnsteuerhilfe e.V.

Nachdem bereits seit langem die Rententräger der Finanzverwaltung die Daten elektronisch übermitteln müssen, werden

jetzt erstmals bundesweit die für das Kalenderjahr 2010 gemeldeten Beträge ausgewertet. Wenn sich auf Grund der Rentenhöhe

und eventueller weiterer, dem Finanzamt bekannten Einkünfte eine Steuernachzahlung ergeben könnte, erfolgte

eine kurzfristige Aufforderung. Um das Steuergeheimnis zu wahren erhalten Ehegatten zwei einzelne Schreiben,

Wenn Sie eine Aufforderung vom Finanzamt erhalten, sind Sie zur Steuererklärung verpflichtet. Die Frist sollten Sie unbedingt

beachten, da anderenfalls die Finanzämter aufgrund geschätzter Angaben einen Steuerbescheid versenden und Verspätungszuschläge

fällig werden. Bei Hinderungsgründen können Sie jedoch nur eine Fristverlängerung beim Finanzamt beantragen,

mit der Hoffnung, dass diese anerkannt werden.

Die Aufforderung vom Finanzamt bedeutet nicht, dass Sie letztlich auch Steuern nachzahlen müssen. In vielen Fällen helfen

absetzbare Versicherungsbeiträge, Spenden, Krankheitskosten, behindertenabhängige Steuervergünstigungen oder Handwerker-

und andere Dienstleistungen im Haushalt die Steuer zu verringern oder ganz zu vermeiden. Manchmal reichen auch

bereits die gesetzlichen Sozialversicherungsbeiträge aus. Das führt C. Cziesla als Beratungsstellenleiter darauf zurück, das

er durch seine Arbeit festgestellt hat, dass die Kalkulation der Finanzverwaltung zur voraussichtlichen Steuernachzahlung

oft ungenau ist. In diesen Fällen kann es bei der einmaligen Steuererklärung für das Jahr 2010 bleiben. Sie als Rentner sollten

dann beim Finanzamt beantragen, dass Sie für die Folgejahre von der Abgabepflicht befreit werden, wenn sich die persönlichen

Verhältnisse nicht ändern.

Ergibt sich jedoch eine Steuernachzahlung, besteht weiterer Handlungsbedarf.

– Das Finanzamt fordert Sie dann auch auf, rückwirkend die Jahre bis 2005 zu prüfen, ob eine Steuererklärung abzugeben

ist. Das liegt in diesen Fällen zwar nahe, muss aber nicht zwangsläufig sein. So können sich die persönlichen und damit

auch die steuerlichen Verhältnisse geändert haben, beispielsweise nach dem Tod eines Ehepartners.

– Die nächste Steuererklärung für das Jahr 2011 wird bereits fällig. Der Abgabetermin war der 31. Mai 2012 und ist damit

auch bereits überschritten.

Da Sie als Rentner weitere fällige Steuererklärungen nicht erst einreichen müssen, wenn das Finanzamt sie erneut auffordert,

empfiehlt sich eine steuerliche Beratung, beispielsweise bei einem Lohnsteuerhilfeverein. Die Mitarbeiter in den Beratungsstellen

berechnen anhand der Unterlagen im Voraus, ob eine Steuernachzahlung zu erwarten ist. Sie können deshalb

genau abschätzen, ob Sie weitere Steuererklärungen einreichen müssen oder eine Befreiung beim Finanzamt erreicht werden

kann. Die Lohnsteuerhilfevereine erstellen die Steuererklärungen und erledigen den Schriftwechsel mit dem Finanzamt.

Auch die Steuerbescheide werden auf Richtigkeit geprüft und bei Fehlern Einspruch eingelegt. Deshalb ist zumindest zur

erstmaligen Klärung zur Finanzamtspost eine professionelle Hilfe zu empfehlen.

Die Aufforderung des Finanzamtes kann auch eine positive Überraschung bringen. Viele Rentner wissen gar nicht, dass die

Bank von den Zinsen auf ihr Erspartes Abgeltungssteuer einbehalten hat. Die Anrechnung im Steuerbescheid und ein zusätzlicher

Freibetrag, Altersentlastungsbetrag, bringt in diesen Fällen nicht selten eine Steuererstattung.

Wenn Sie selbst einschätzen wollen, ob eine Steuererklärung einzureichen ist, können Sie sich an einer Checkliste orientieren,

die der VLH bereitstellt. Wenn Sie als Rentner, ausschließlich Bezüge aus der gesetzlichen Rentenversicherung erhalten,

also Alters-, Hinterbliebenen-, oder Erwerbsminderungsrenten, können Sie ihre Steuerpflicht an folgender Tabelle ablesen.

Wer die aufgeführten Beträge nicht überschreitet, bleibt mit seinem Einkommen im steuerfreien Grundfreibetrag.

Die Berechnung unterstellt gesetzliche Sozialversicherungsbeiträge und gilt nur, wenn keine weiteren Einkünfte vorliegen,

auch nicht beim Ehegatten. Rentnerehepaare können die doppelten Rentenbeträge steuerfrei beziehen.

Rentenbeginn Jahresrente 2011

(Bruttorente)

Bis 2005 19.100 €

2006 18.300 €

2007 17.700 €

2008 17.400 €

2009 16.900 €

2010 16.300 €

2011 15.700 €

Voraussetzung: Keine weiteren Einkünfte

Weitere Informationen und Hilfe zur Einkommenssteuererklärung

können Rentner in örtlichen Beratungsstellen der

Lohnsteuerhilfevereine erhalten, zum Beispiel bei Beratungsstellenleiter

Christian Cziesla, Tel.: 0531/ 6 14 90 45

Leipziger Straße 220, 38124 Braunschweig

Arbeitnehmer und Rentner

betreuen wir von A-Z im

Rahmen einer Mitgliedschaft

bei der

Einkommensteuererklärung

wenn sie Einkünfte ausschließlich

aus nichtselbständiger Tätigkeit sowie Rentenbezüge

haben und die Nebeneinnamen aus Überschusseinkünften

(z.B. Vermietung) die Einnahmegrenze

von insgesamt 13.000 bzw. 26.000 € nicht übersteigen.

Beratungsstelle: Christian Cziesla, Tel.: 0531/6149045

Leipziger Straße 220 • 38124 Braunschweig-Stöckheim

Termine nach tel. Vereinbarung. Bei Bedarf Hausbesuche

www.vlh.de • e-mail: c.cziesla@t-online.de


Braunschweiger Journal 23

Ausgabe 3/2013

Botschaften unter der

Schulbank

... zeigt die neue Ausstellung

im Schulmuseum Steinhorst in

der Südheide. Schule ist

immer ein heißes Thema, an

dem sich nicht selten die Geister

scheiden. Mitreden können

wir alle; denn schließlich

haben wir ausnahmslos die

Schulbank gedrückt. Egal, ob

Grund- und Hauptschule, G8

oder G9, manchmal auch G10

oder 11. Erinnerungen an

diese Zeit werden in geselliger

Runde des Öfteren beschworen,

und es wird liebevoll,

dankbar, manchmal auch

wütend zurückgeblickt.

Zur aktuellen Schulzeit wurden

keine Erinnerungen, sondern

Botschaften ausgetauscht.

Manchmal auf der

Schulbank, mit Messer eingeritzt,

sehr dauerhaft, oder mit

Bildquelle:

Schulmuseum

Nürnberg

Vergessene

Berufe:

Vereinzelt findet man sie noch,

auf dem Lande, meist nebenberuflich,

die Besenbinder. Sie

stellen aus Birkenreisig oder

Besenginster die Reinigungsgeräte

her, die früher aus keinem

bäuerlichen oder Eigenheimbesitzerhaushalt

wegzudenken

waren. Ein Besenbinder

saß rittlings auf dem

Ende einer Besenbinderbank,

nahm eine Handvoll Reiser,

die er neben sich gestapelt

hatte, umwand ihre Enden mit

Bast und spannte sie mit einer

schweren runden Klammer

fest zwischen die Backen eines

Blocks, die er mit den Füssen

zusammenpressen konnte.

Daran fügte er weitere Reisigbündel,

bis die gewünschte

Schreibwerkzeug weniger

durabel niedergelegt. Zum

Beispiel der für die Kultusbürokratie

niederschmetternde

und für mich unvergessliche

Hilferuf: Hier verblödet

ein Genie.

Aber es gab auch höchst interessante

Botschaften, die

zwecks Wahrung des Datenschutzes

unter der Schulbank

weitergegeben werden mussten.

Eine wahre Blütenlese

schülerhafter Kreativität auf

diesem Gebiet zeigt das

Schulmuseum Steinhorst in

der Zeit vom 20. April bis 18.

August unter dem Titel

„Willst Du mit mir gehen“?

Marktstraße 20, 29367 Steinhorst

Mi. bis Sa. 14-16 Uhr,

So.- und Feiertag 11-17 Uhr.

Besenbinder Von Fritz Opitz

Dicke erreicht war. Das Ende

des Besens umwickelte er

dann mit Weiden- oder Haselruten

oder mit einem weichen

Draht und schnitt oder sägte es

gerade. In das Ende des fertigen

Reisigbündels wurde dann

ein vorbereiteter Stiel aus

Hartholz gerammt, der das

Reisigbündel fest gegen die

Umwicklung presste. Damit

war der Besen fertig und

wurde mit dem Stiel nach

unten aufbewahrt, um die Reiser

zu schonen. Ein geübter

Besenbinder brauche für die

Herstellung eines Besens etwa

zehn Minuten, erzählte mir vor

vielen Jahren ein Dorfkrämer

in der Heide, der Besen für

zehn D-Mark verkaufte.

– Anzeige –

Mord und

Totschlag in

Braunschweig

Regionalkrimis erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Sie

machen Grusel und Gänsehaut zum nachbarschaftlichen

Gefühl. Auch vor Braunschweig machen Mord und Totschlag

– gottseidank nur literarisch – nicht Halt. Drei neue

Bücher tauchen unsere Stadt in schauriges Licht.

Altmeister des Braunschweig-Krimis ist unbestritten Dirk

Rühmann, der in seinem soeben erschienen Roman die

aktuelle Auseinandersetzung um den Atommüll in der Asse

zum Gegenstand seiner spannenden Handlung macht. Eine

Tote, die einer Gruppe Atomkraftgegner angehörte, und ein

Verdächtiger, der Prokurist einer Firma, die den Asse-Atommüll

aufbereiten will, ist, sind die Dreh- und Angelpunkte

einer Geschichte, die immer weitere Kreise zieht. (Dirk

Rühmann, Jenseits der Asse, 12,80 €)

Mara Laue, in Braunschweig aufgewachsen, legt nach

„Schwarze Dame Tod“ (2011) ihren zweiten Braunschweig-Krimi

vor. Er beginnt mit einer Leiche, die im Geitelder

Holz gefunden wird. Es sieht nach Tod am Marterpfahl

aus, doch wurde dem Opfer auch eine Rune in die Stirn

geritzt. Indianische Kultur und heidnisches Brauchtum

durchweben eine Kriminalstory, in der der Tote im Geitelder

Holz nicht das einzige Opfer bleibt. (Mara Laue, Runenmal,

12,50 €)

Eingehend mit der Psychologie seiner Protagonisten

beschäftigt sich Klaus Nührig. Der Braunschweiger Autor

und Pädagoge beschäftigte sich bereits in „Penny Lane“

(2009) mit der Dynamik des Hasses, und in seinem neuen

Krimi ist Rassismus das Thema. (Klaus Nührig, Das Haus

an der Paulikirche, 9,95 €)

Diese und weitere regionale und natürlich auch

überregionale Krimis erhalten Sie bei

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Braunschweiger Journal 24

Ausgabe 3/2013

Arp Schnitger und

seine Orgeln

Text und Foto: Friedrich Schaper

Am Ende des 30-jährigen

Krieges (1648), wird in der alteingesessenen

Handwerkerfamilie

Schnitger im heutigen

Brake an der Unterweser Sohn

Arp geboren. Er soll ebenfalls

wieder Tischler werden. Aber

es interessiert ihn viel mehr,

wenn der Vater einmal wieder

eine Orgel repariert, wie der

Orgelklang zustande kommt.

Als er die Schule verlässt, geht

er zu seinem Vetter Berend

Hus, einem Orgelbauer, in die

Lehre. Alles deutet darauf hin,

dass hier ein tüchtiger Handwerker

heranwächst.

Vetter Hus hat den Bau einer

großen Orgel in der Kirche St.

Cosmae in Stade übernommen,

kann aber diesen Auftrag

nicht zu Ende führen, weil er

erkrankt und schließlich stirbt.

Da baut der junge Arp Schnitger

die Orgel nach seinen

Klangvorstellungen zu Ende

und erschafft ein Instrument

mit einem volltönigen, gravitätischen

Klang, das bis

heute seinesgleichen sucht.

Arp Schnitger baut weiter

Orgeln, hat schließlich eine

Werkstatt in Oldenburg, eine

weitere in Hamburg und eine

in Groningen (Holland). Sein

Name ist bekannt, seine

Orgeln haben weltweit einen

guten Ruf. Später sagt er, er

habe immer nur das beste

Arp Schnitger-Orgel der Martinikerk in Groningen

Material genommen und viel

Sorgfalt auf eine gute Arbeit

verwendet. Und, wenn die

kleineren Gemeinden nicht

viel Geld gehabt haben, hätte

er quasi nur den Selbstkostenpreis

genommen. Aber es war

immer sein Ehrgeiz, eine gute

Arbeit abzuliefern. Gute über

die Seehäfen hereinkommende

Hölzer und ostindisches

Zinn sorgten für langjährige

Beständigkeit und führten

dazu, dass in der Küstenregion

der Nordsee in Deutschland

noch 16 originale Arp Schnitger-Orgeln

erhalten sind und

12 in den Niederlanden.

Wie würden Kenner den

Klang der Orgeln von Arp

Schnitger beschreiben?

Sie würden zunächst erklären,

dass die Arp Schnitger-Orgeln

nicht ganz den hellen, silbernen

Klang der sächsischen Silbermann-Orgeln

(um 1700)

erreichen und auch nicht die

wuchtigen Klangkaskaden der

größten deutschen, fast 100

Jahre später erbauten Barockorgel

(66 Register) in

der fränkischen Abteikirche

Amorbach hervorbringen.

Die jedes Jahr aus aller Welt

zum alljährlichen Arp Schnitger-Festival

kommenden

Liebhaber würden von dem

melodischen Klang „ihrer“

Orgeln schwärmen, von den

erhabenen Bässen, die klanglich

nicht bedrängen. Sie würden

die weich klingenden

Zungenregister loben, vom

ausgewogenen Gesamtklang

schwärmen und auf den lieblichen,

weich tönenden Klang

der einzelnen Register hinweisen.

Allerdings: Auch sie würden

den Klang dieser Orgeln

nicht zureichend beschreiben

können; es tut schon Not, sie

zu hören.

Dazu gäbe es reichlich Gelegenheit.

Etwa mit der vom

Landschaftsverband Stade

herausgegebenen Doppel-CD

„Arp Schnitger in Niedersachsen“

oder mit der in den Niederlanden

herausgebrachten

„Arp Schnitger in Nederland“.

Auf dieser würden auch die

mächtigen Groninger Orgeln

der Aa-Kerk und die der Martinikerk

zu hören sein.

In Norddeutschland gibt es

größere, hörenswerte Instrumente

in Weener an der Ems, in

Norden (Ostfriesland) oder in

der Dorfkirche zu Cappel südlich

von Cuxhaven und schließlich

in Hamburg. Die Orgeln

hatten zu ihrer Zeit bereits

einen besonderen Ruf, so dass

auch Buxtehude, Händel und

Bach nach Hamburg reisten,

um einmal auf einer Arp

Schnitger-Orgel zu spielen.

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Braunschweiger Journal 25

Ausgabe 3/2013

150 Jahre Rotes Kreuz

Text: Wibke Ihlenburg-Dreessen • Foto: Henry Mühlpfordt (wikipedia)

Foto: Time Life Pictures

Henry Dunant 1901, also in

dem Jahr, als er den erstmalig

verliehenen Friedensnobelpreis

bekam

Der Sitz des Internationalen Komitets vom Roten Kreuz in

Genf

Der Schweizer Geschäftsmann

Henry Dunant (1828 bis

1910) war 1859 auf einer

Reise südlich vom Gardasee,

als er zufällig Zeuge der blutigen

Schlacht von Solferino

wurde. Hier kämpften Italiener

mit verbündeten Franzosen

gegen die österreichische

Besatzungsmacht. Als Dunant

feststellte, dass tausende verwundete

Soldaten ohne jegliche

Versorgung auf dem

Schlachtfeld zurückgelassen

wurden, organisierte er im

Rahmen des Möglichen eine

Hilfsaktion. Dabei beschloss

er, eine internationale Organisation

zur effektiven Hilfe für

Verwundete ins Leben zu

rufen.

Mit seinem Buch „Eine Erinnerung

an Solferino“ erreichte

er so viel Unterstützung, dass

1863, also vor 150 Jahren, das

Internationale Komitee vom

Roten Kreuz in Genf gegründet

werden konnte. Kurz

danach unterschrieben 12

Staaten das 1. Genfer Abkommen

zum Schutz der Verwundeten

im Felde. Diese sogenannte

1. Genfer Konvention

legt fest, dass Personal und

Einrichtungen des Roten

Kreuzes als neutral anerkannt

und geschützt werden müssen

und Verwundete ohne Unterschied

der Nationalität und

Partei gepflegt werden dürfen.

(Später folgten die 2., 3. und 4.

Konvention zum Schutz von

Verwundeten und Schiffbrüchigen

auf See, zum

Schutz von Kriegsgefangenen

und zum Schutz von Zivilpersonen

in Kriegszeiten.) Kennzeichen

wurde das rote Kreuz

auf weißem Grund (die Umkehrung

der schweizerischen

Bundesfarben). 1876 kam der

rote Halbmond als Zeichen in

den islamischen Ländern hinzu.

1901 erhielt Henry Dunant

den erstmalig vergebenen

Friedensnobelpreis. Danach

wurde dieser Preis dreimal

dem Internationalen Komitee

vom Roten Kreuz zuerkannt:

In den Jahren 1917 und 1944

in Würdigung seiner

humanitären Tätigkeit

während der beiden

Weltkriege, im Jahr

1963 aus Anlass des

hundertjährigen Bestehens,

diesmal gemeinsam

mit der 1919

gegründeten Internationalen

Föderation der

Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften.

Diese Föderation koordiniert

die nationalen

Institutionen und organisiert

internationale

Hilfsmissionen nach

nicht kriegsbedingten Notsituationen

wie Naturkatastrophen

und Epidemien.

Für die Nationalen Rotkreuzund

Rothalbmond-Gesellschaften

sind die Katastrophenhilfe

und die Verbreitung

des Wissens über die Genfer

Konventionen die wichtigsten

Aufgaben. Darüber hinaus

können sie weitere humanitäre

Bereiche übernehmen, wie

Blutspendewesen und Rettungsdienst

sowie Altenpflege

und andere Teile der Sozialarbeit.

In den verschiedenen deutschen

Ländern entwickelten

sich im 19. Jahrhundert Rotkreuzgemeinschaften,

die vor

allem von Frauen getragen

wurden (z.B. der Vaterländische

Frauenverein in

Preußen). Das 1871 gegründete

Deutsche Reich trat 1906

den Genfer Konventionen

bei.

1918 musste das Deutsche

Rote Kreuz (DRK), das bis

dahin durch die Vorbereitung

auf den Kriegssanitätsdienst

bestimmt war, auf Veranlassung

der Siegermächte neu

organisiert werden. So war die

Satzung von 1921 in der Weimarer

Republik vorwiegend

international und an Friedensaufgaben

orientiert. Diese

Linie hatte unter dem Nationalsozialismus

natürlich keinen

Bestand. Nach dem 2.

Weltkrieg lösten die Besatzungsmächte

das DRK weitgehend

auf. Erst 1952 wurde

es wieder in die Liga der Rotkreuzgesellschaften

aufgenommen.

Besondere Bedeutung

hatte in der Nachkriegszeit

der 1945 in München

gegründete Suchdienst.

Das DRK ist heute ein nach

Bundesländern untergliederter

eingetragener Verein. Die ca. 4

Millionen Mitglieder sind auf

der Ebene von Orts- bzw.

Kreisverbänden organisiert.

Den Tag des Roten Kreuzes

feiert man am 8. Mai, dem

Geburtstag von Henry Dunant.

Einen Artikel über dessen

Leben finden Sie in Heft

4/2009 des Braunschweiger

Journals.


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Braunschweiger Journal 27

Ausgabe 3/2013

Wer rastet, der rostet:

Gleichgewichtstraining II *

Von Brigitta Heydecke

Als Fortsetzung zu Gleichgewichtstraining

I (im folgenden

GT genannt) stellen wir

Ihnen heute einige weitere

Übungen vor, die Ihnen dabei

helfen sollen, Ihr Gleichgewichtsgefühl

zu trainieren

und Sie damit sicherer für die

Bewältigung der alltäglichen

Aufgaben zu machen.

1. Beginnen Sie zwecks Aufwärmung

wie in GT I, d.h.

gehen Sie 50-100 Schritte auf

der Stelle. Varianten: a) mit

Festhalten (z.B. an einer

Stuhllehne); b) freihändig

(dabei sollten die Arme

gegengleich mitschwingen);

c) mit geschlossenen Augen.

2. Gehen Sie mit kleinen

Schritten geradeaus, versuchen

Sie, dabei einen Fuß

direkt vor den anderen zu setzen,

bzw. auf einer gedachten

Linie zu „balancieren“.

Varianten: a) die Arme hängen

seitlich herunter; b) die

Arme sind zur Seite ausgebreitet;

c) der Blick ist geradeaus

gerichtet, und die Augen versuchen,

einen Punkt an der

gegenüberliegenden Wand zu

fixieren; d) die Übung wird

mit geschlossenen Augen

durchgeführt (Achtung:

schwierig!).

3. Nehmen Sie die Standposition

ein, Fußstellung leicht

geöffnet; stützen Sie die

Hände in der Taille ab, und

führen Sie mit der Hüfte

Kreisbewegungen aus (Hula-

Hoop-Bewegung).

Varianten: a) beginnen Sie

zunächst mit kleinen Kreisen;

b) lassen Sie die Kreise allmählich

größer werden; c)

wechseln Sie nach jeweils

10x Kreisen die Richtung.

4. Standposition wie in 3; drehen

Sie den OK, von der Taille

aus beginnend, abwechselnd

nach rechts und links,

lassen Sie die Füße dabei fest

stehen, und schauen Sie über

die Schulter nach hinten.

Varianten: a) unterstützen Sie

die Drehung durch Mitschwingen

der Arme; c) steigern

Sie allmählich das

Tempo.

5. Stellen Sie sich seitlich

neben eine Stuhllehne oder

Wand, stützen Sie sich

mit einer Hand an der

Lehne/Wand ab; versuchen

Sie jetzt, ein Knie so weit

anzuheben, bis der Oberschenkel

sich parallel zum

Fußboden befindet und der

Unterschenkel mit dem Oberschenkel

einen rechten Winkel

bildet, schauen Sie dabei

geradeaus, und versuchen

Sie, einen Punkt an der

gegenüberliegenden Wand zu

fixieren; nach 5-8 Sek. Seitenwechsel.

Varianten: a)

freihändig; b) mit geschlossenen

Augen.

6. Wiederholen Sie zum

Abschluss Übung I (evtl. mit

gesteigertem Tempo) und

schütteln danach die Beine

aus.

Allgemeines: Trainieren Sie 2

- 3x pro Woche etwa 20 Min

lang; bestimmen Sie selbst,

wie oft und wie lange Sie die

einzelnen Übungen durchführen,

steigern Sie sich langsam

vom Leichten zum

Schweren. An den übungsfreien

Tagen empfiehlt sich

ein leichtes Krafttraining oder

eine Walkingrunde.

* Quellen: 1. Fortbildung

„GT für Seniorengruppenleiter“

Klaus Gebauer; 2. GT für

Senioren „Proaktivo“

Arbeitnehmer und Rentner

betreuen wir von A-Z im

Rahmen einer Mitgliedschaft

bei der

Einkommensteuererklärung

wenn sie Einkünfte ausschließlich

aus nichtselbständiger Tätigkeit sowie Rentenbezüge

haben und die Nebeneinnamen aus Überschusseinkünften

(z.B. Vermietung) die Einnahmegrenze

von insgesamt 13.000 bzw. 26.000 € nicht übersteigen.

Beratungsstelle: Christian Cziesla, Tel.: 0531/6149045

Leipziger Straße 220 • 38124 Braunschweig-Stöckheim

Termine nach tel. Vereinbarung. Bei Bedarf Hausbesuche

www.vlh.de • e-mail: c.cziesla@t-online.de


Braunschweiger Journal 28

Ausgabe 3/2013

Der Traum vom Fliegen

Text und Foto: Gerhard Hühne

Der Athener Daedalus, der auf

die Insel Kreta verbannt war,

so berichtet der Dichter Ovid

(*43 v.Chr.), glaubte an götterähnliche

Kräfte im Menschen.

Deshalb könnten

Meere und Länder den Menschen

einsperren, der Himmel

aber sei ihm offen. Er verklebte

Vogelfedern mit Wachs zu

Flügeln für sich und seinen

Sohn Icarus, und beide flogen

vogelgleich der Freiheit entgegen.

Sein Sohn missachtete

jedoch die väterliche Warnung,

weder den Wellen noch

dem Feuer zu nahe zu kommen

und flog zur Sonne. Das

Wachs schmolz, und Icarus

ertrank im Meer.

1250 beschäftigte sich ein

englischer Mönch, Roger

Bacon, mit Ballonen, die

leichter als Luft waren. Er

wollte eine leichte Hülle mit

ätherischer Luft füllen und

wie ein Schiff auf dem Wasser

in der Luft gleiten.

Leonardo da Vinci entwarf um

1500 einen Flugapparat, der

über Seile und Hebel den Einsatz

menschlicher Kraft ermöglichte.

Was ein kleiner

Vogel kann, sollte doch auch

ein großer Mensch können.

Im 16. und 17. Jahrhundert

wurden viele Theorien in wissenschaftlichen

Zentren, oft

von Mönchen und Priestern,

entwickelt. Aber lange Zeit

konnte man sich nicht einigen,

ob Schwebekörper oder

schwingende Flügel den

Traum vom Fliegen erfüllen

konnten.

Albrecht Ludwig Berblinger,

von Beruf Schneider, aber

auch Erfinder und Mechaniker,

baute einen Gleitflugapparat,

mit dem er 1811 das

andere Donauufer erreichen

wollte. Aber dem „Schneider

von Ulm“ fehlte der Auftrieb,

er fiel in die Donau.

1709 startete der Priester de

Gusmao in Portugal in einem

Hörsaal einen Ballon der

durch offenes Feuer erhitzter

Luft gefüllt war. Er hob sich

sofort, schwebte aber gegen

einen Vorhang und entfachte

ein Großfeuer.

Die Gebrüder Montgolfier

entwickelten 1783 den ersten

brauchbaren Heißluftballon.

Die Bewohner von Paris

konnten einen zweistündigen

Flug beobachten. Aber nur der

Wind bestimmte die Flugrichtung.

Diesen Nachteil versuchten

die Erfinder mit handund

später mit motorgetriebenen

Luftschrauben aufzuheben.

Der amerikanische Bürgerkrieg

(1860) und der

deutsch-französische Krieg

(1870), in dem die Ballons als

Beobachtungsposten eingesetzt

wurden, beschleunigten

die Weiterentwicklung.

Das von Kavallerieoffizier

Graf von Zeppelin selbst

finanzierte Luftschiff LZ1

wurde 1900 in Dienst gestellt

und LZ2 durch die Kriegserfahrungen

verbessert.

Ferdinand Graf Zeppelin

wurde am 8.7.1838 (also vor

175 Jahren) in Konstanz geboren.

Nach Kriegsschule und

Universität machte er Karriere

bis zum Generalleutnant und

wurde württembergischer Gesandter

beim Bundesrat in

Berlin.

Mit einem kritischen Memorandum

zum preußischen

Kriegsministerium verärgerte

er Kaiser Wilhelm II und

wurde aus dem Dienst verabschiedet.

Das machte ihn frei,

seine Ideen zur Luftschifffahrt

intensiv weiter zu verfolgen.

1895 erhielt er das Patent für

ein Luftschiff mit innerem

Aluminiumgerippe, einzelnen

Gastanks, Verbindungsgängen

zu den Gondeln und Antriebsund

Steuerungsmotoren.

Daraufhin gründete er die

Gesellschaft zur Förderung

der Luftschifffahrt und baute

in Manzell am Bodensee die

erste Montagehalle. Nach vielen

Rückschlägen entstand

LZ3 und damit das Interesse

von Wilhelm II, das Luftschiff

für seine militärischen Ziele

zu nutzen. Weitere Luftschiffe

folgten, die alle mit laufenden

Nummern bezeichnet

wurden.

Graf Zeppelin starb 1917, und

seine Idee wurde von seinem

Chefpiloten Hugo Eckener

weitergeführt. Nach vielen

militärischen und zivilen

Einsätzen ging die Ära 1937

zu Ende, nachdem in Lake

Hurst LZ129, das Luftschiff

„Hindenburg“, bei der Landung

Feuer fing.

Das Komplott

Liebe Freundin,

ich muss dir unbedingt schreiben,

denn ein Komplott bedroht

uns, und es geschieht

mitten unter uns!

Hast du bemerkt, dass die

Treppen jeden Tag steiler werden,

Lebensmittel immer

schwerer und Entfernungen

immer weiter? Gestern ging

ich aus dem Haus und war verblüfft,

wie lang unsere Straße

geworden ist.

Die Gravitation hat auch stark

zugenommen in den letzten

Jahren. Ich spüre es besonders

beim Aufstehen von meinem

Sofa. Und die Leute sind heutzutage

weniger rücksichtsvoll,

besonders die jungen. Sie flüstern

die ganze Zeit! Wenn du

sie bittest, lauter zu sprechen,

wiederholen sie die stille

Nachricht mit der Lippensprache.

Was denken die sich, bin

ich vielleicht ein Lippenleser?

Sie scheinen übrigens wesentlich

jünger zu sein als ich

damals in dem Alter.


Braunschweiger Journal 29

Ausgabe 3/2013

Andererseits, Leute in meinem

Alter sehen älter aus als

ich. Unlängst traf ich eine Bekannte,

sie war so unglaublich

alt geworden, dass ich sie auf

Anhieb gar nicht wiedererkannte.

Dabei stelle ich bei

meinem Spiegelbild fest, dass

ich mich kaum verändert

habe.

Die Hersteller von Bekleidung

scheinen an allen Ecken und

Enden Material sparen zu wollen

und verkaufen uns für

dumm. Was früher höchstens

als Größe 38 durchgegangen

wäre, ist heute glatt 42. Gespart

wird auch bei den Telefonbüchern,

damit die vielen

Namen überhaupt hineinpassen.

Sie machen die Schrift so

klitzeklein, dass man unmöglich

eine Nummer finden

kann. Wo soll das bloß hinführen?

Hast du eine Idee, wie wir dieses

Komplott stoppen können?

PS: ICH SCHICKE DIESE

NACHRICHT IN GROSS-

BUCHSTABEN, WEIL MIT

MEINEM COMPUTER

AUCH ETWAS PASSIERT

IST. DIE SCHRIFT IST VIEL

ZU KLEIN.

(Verfasserin unbekannt)

Wie kam es zum heutigen

Toleranz-Begriff?

Text: Wibke Ihlenburg-Dreessen • Abb.:Briefmarke

Innerhalb der Dekade zum

500-jährigen Jubiläum der

Reformation 2017 hat die

Lutherische Kirche das Jahr

2013 dem Thema „Reformation

und Toleranz“ gewidmet.

Ein Anlass für den Versuch,

die Entwicklung des Toleranz-

Begriffs nachzuzeichnen:

Zu Beginn des 19. Jh. stand im

Brockhaus: „Toleranz – Duldung

– heißt die Zulassung

einzelner Personen, oder auch

ganzer Gesellschaften, welche

in Bezug auf die Religion

anders denken als die zur herrschenden

Religion sich bekennenden

Bewohner eines Ortes

oder Landes.“

Im Zeitalter der Reformation

war eine solche Duldung noch

nicht gegeben. Das gilt auch

für den Augsburger Religionsfrieden

von 1555, der festlegte,

dass der Landesherr die Religion

seiner Untertanen

bestimmte (cuius regio, eius

religio). Innerhalb eines Landes

existierte dabei kein

friedliches Nebeneinander

unterschiedlicher Religionen.

Außerdem gab es keine Zuflucht

für die sog. Täufer, von

denen daraufhin viele ausgewandert

sind (z.B. die Mennoniten).

Juden wurden über Jahrhunderte

benachteiligt und immer

wieder verfolgt. Moslems

wurden in den Kreuzzügen

und auch im Kampf gegen die

Türken vor Wien 1529 und

1683 bekämpft.

Erst das Zeitalter der Aufklärung

(18. Jh.) betonte den

Toleranzbegriff und setzte sich

für die Duldung nicht nur aller

Konfessionen, sondern aller

anders Denkenden und Handelnden

ein. So forderte Voltaire

1763 mit seiner Schrift

„Abhandlungen über den Toleranzgedanken“

eine uneingeschränkte

Glaubens- und

Gewissensfreiheit.

Lessing veranschaulichte

diese Idee 1779 in seinem

Drama Nathan der Weise mit

der „Ringparabel“, bezogen

auf die drei großen monotheistischen

Religionen.

1787 wurden Religions-, Meinungs-,

Presse- und Versammlungsfreiheit

sowie die Trennung

von Staat und Kirche

Bestandteil der amerikanischen

Verfassung und 1789

auch Teil der Menschen- und

Bürgerrechte in der französischen

Revolution.

Nach dem 1. Weltkrieg erkämpften

sich die Frauen das

Wahlrecht, und nach dem 2.

Weltkrieg wurde das Ende der

Rassentrennung in den USA

erreicht.

Die christlichen Kirchen

gehörten nicht zu den Vorkämpfern

für Toleranz. Aber es

gilt der Leitsatz „ecclesia semper

reformanda“ d.h. „die Kirche

ist immer zu reformieren“,

der von Jodocus van Lodenstein

(1620 – 1677), einem

reformierten Geistlichen aus

den Niederlanden, geprägt

wurde. In diesem Sinne fand

die Forderung nach Toleranz

schließlich auch Eingang in

das kirchliche Denken. Ein

Zeichen der Modernisierung in

neuerer Zeit ist die Ordination

von Pfarrerinnen in der Lutherischen

Kirche (seit 1958).

Im Gegensatz zu früher versteht

man unter Toleranz heute

nicht nur „Duldung“ im Wortsinne.

„... Toleranz ist nicht

gleichbedeutend mit Nachgeben,

Herablassung oder Nachsicht.

Toleranz ist vor allem

eine aktive Einstellung, die

sich stützt auf die Anerkennung

der allgemeingültigen

Menschenrechte und Grundfreiheiten

anderer. … Toleranz

ist der Schlussstein, der die

Menschenrechte, den Pluralismus,

die Demokratie und den

Rechtsstaat zusammenhält.

Sie schließt die Zurückweisung

jeglichen Dogmatismus

und Absolutismus ein und

bekräftigt die in den internationalen

Menschenrechtsdokumenten

formulierten Normen.

...“ So heißt es in einer

Erklärung der UNESCO, die

am 16.11.1995 verabschiedet

wurde. Seitdem ist der 16.

November „Tag der Toleranz“.

Hier ist auch angesprochen,

dass Toleranz ihre Grenzen

dort hat, wo das Denken und

Handeln von Menschen das

Leben und die Würde anderer

gefährden und bedrohen.

Damit ist Widerstand gegen

jede Art von Intoleranz gefordert.


Braunschweiger Journal 31

Ausgabe 3/2013

Veranstaltungen

Rauf auf’s Radl

Das Seniorenbüro führt zusammen mit der Polizei und der Verkehrswacht

im Juni wieder eine Aktion durch, die den Senioren mehr

Sicherheit im Straßenverkehr vermitteln soll.

Die Veranstaltungsreihe umfasst Theorie und Praxis und ist

kostenlos. Voraussetzung sind Radfahrpraxis und ein verkehrssicheres

Fahrrad.

Beginn ist Montag, 3. Juni, 14 Uhr; Louise-Schroeder-Haus.

Weitere Termine sind 10., 17. und 24. Juni 2013.

Anmeldung und Rückfragen:

Ulrich Knospe, Seniorenbüro, Tel. 470-3341

Michael Schlutow, Polizeiinspektion, Tel.: 476-3056

Wandergruppe Fidelio

Gruppentreffen

Louise-Schroeder-Haus

Hohetorwall 10

Di., 18. Juni und

Di., 16 Juli, jeweils 15 Uhr

Wanderungen werden bei den

Treffen besprochen.

Braunschweigisches

Landesmuseum

Haus Burgplatz

Präsentation der neuen

Ausstellung

„1913 - Herrlich moderne Zeiten“

Aus dem

Veranstaltungsprogramm:

So., 23. Juni 11.30 Uhr

1913 - Kleine Matrosen - Kindheit

und Jugend im Kaiserreich -

Themenführung: Meike Buck

Di., 2. Juli, 18.00 Uhr

1913 - „Volk in Waffen - Wehrpflicht

im Kaiserreich“

Themenfürung: Ole Zimmermann

Haus Hinter Aegidien

So., 23. Juni, 15.00 Uhr

„Hornburger Synagoge - Ausdruck

gelebter Frömmigkeit“

Führung: Dr. Hans-Jürgen Derda

Radio von Senioren

Montags bis donnerstags

von 11.05 Uhr bis 12 Uhr:

Das 11-Uhr-Magazin

für Senioren

Quartierszentrum

Hugo-Luther-Str. 60A

Erzählcafé

mit Stadtteilheimatpfleger

Klaus Hoffmann

Do., 20. Juni, 16 Uhr

„Der Stadtteil Belfort - Gestern

und heute -“

mit Film über die Jahnstraße

aus dem Jahre 1993

Institut für

Braunschweigische

Regionalgeschichte

Fallersleber-Tor-Wall 23

Aus dem Veranstaltungsprogramm:

Do., 27. Juni, 19.00 Uhr

„Podiumsdiskussion Zeitzeugengespräch“

- Unsere Region mit Zeitzeugen

betrachtet

Natur Erfahren

Akkordeon-Orchester

Braunschweig

Jahreskonzert

„Musik von Bach bis Beethoven“

So., 2. Juni, 17 Uhr

Jakobikirche

Eintrittspreis: 10 €, Karten in den

bekannten Vorverkaufsstellen

Gerd Lippel, Kreiswanderwart, TK Braunschweig, lädt ein zur

Radwanderung Tankumsee

Sa., 1. Juni

(leichte Radtour, ca. 60 km, Rucksackverpflegung)

Treffpunkt: 9.30 Uhr, Gliesmaroder Thurm

Information und Anmeldung bis 30. Mai, Tel. 0531-320959

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ganz flexibel ab. Die Details bestimmen Sie selbst:

Je nach Ihrem persönlichen Bedarf können Sie für alle Pflegestufen

ein individuelles monatliches Pflegegeld wählen.

Wir beraten Sie gerne zu Ihrer individuellen

Pflegeab sicherung.

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an Regionalliteratur

Kleine Burg 10 • 38100 Braunschweig

Tel. 0531/45303 • Fax 0531/43784

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Fax: 0531 8861989, reiner.sasin@axa.de

Braunschweiger

Journal

Ausgabestellen:

Einzelabgabe

In allen Senioren-Begegnungstätten,

in der Bürgerberatung

(Rathaus), in der

Stadtbibliothek (Schloss),

in den Braunschweiger

Museen, außerdem in Apotheken

und Arztpraxen.

Seniorenkreise

Begegnungsstätte

Ottenroder Straße

(Siegfriedviertel,

Tram-Linie 2)

Abholtermin für Heft

4/2013 nur noch

Mittwoch, 31. Juli 2013

von 10 bis 12 Uhr

Seniorenbüro,

Kleine Burg 14

nur

– vorgemerkte Gruppen –

Abholung Montag bis Freitag

zu den üblichen Öffnungszeiten


Braunschweiger Journal 32

Ausgabe 3/2013

Impressum

Redaktion:

Redaktion BS 94

Hohetorwall 10

38118 Braunschweig

Tel.: 0531/4737147

Fax: 0531/4737146

BSJournal@web.de

V.i.S.d.P.

Christel Mertens

Bildbearbeitung:

Dieter Seppelt

Textverarbeitung:

Dirk Israel

Lektorat:

Anne-Margret Rietz

Vertrieb:

Gerd Lippel

Eingesandte Text- und

Bildbeiträge werden nicht

bestätigt und

zurückgesandt.

Alle Rechte gehen an die

Redaktion über.

Die Redaktion behält sich

Textkürzungen und

Bildgrößenänderungen vor.

Namentlich gezeichnete

Artikel geben nicht die

Meinung der

Redaktion wieder.

Zitate werden nur bei

Nennung der

Quelle übernommen.

Nachdruck nur mit

Quellenangabe und

Übersendung

eines Belegexemplares.

Nächste Ausgabe:

August 2013

Redaktionsschluss:

18. Juni 2013

Anzeigenakquise und

Technische Herstellung:

MC WERBUNG

Wichernstraße 22

38300 Wolfenbüttel

Tel.: 0 53 31/6 80 13

und 0 53 31/8816 90

mc_werbung@arcor.de

Das

Braunschweiger Journal

erscheint alle

zwei Monate in einer

Auflage von

6000 Exemplaren.

www.braunschweiger-journal.de

Herausgeber:

Der Seniorenrat

Braunschweig

Bericht aus

dem

Hundehimmel

Wenn es darauf ankam, konnte

ich sogar gehorchen. Weglaufen

oder nicht auf ein Rufen

reagieren bewirkten ein sofortiges

Anleinen. Exzellente

Abenteuer bedeuteten für

mich lange Spaziergänge,

wenn möglich zusammen mit

vielen weiteren Wanderern

durch Waldgebiete. Dass ich

die Wege nicht verlassen durfte,

war mir konsequent beigebracht

worden. Rechts und

links gab es reichlich zu

schnuppern. Außerdem musste

ich ja auch noch alle Mitmenschen

begrüßen und kurz mit

der Nase anstupsen.

Während eines Herbstausflugs

hatte ich sofort einige Fährten

von Rehen und Wildschweinen

aufgenommen, die mich

total faszinierten. Dennoch

hielt ich mich dicht an meine

Wandergruppe, die nach einer

Weile von einer anderen überholt

wurde. Der Weg teilte

sich. Links duftete es mehr

nach Waldtieren als rechts, und

so begrüßte ich es auch sehr,

dass mir die fröhliche Gesellschaft

folgte. Meistens lief ich

vorneweg, um als Hund auch

einmal eine führende Aufgabe

übernehmen zu können.

Nach ca. einer Viertelstunde

tauchte plötzlich ganz außer

Atem mein Herrchen auf. An

ihn hatte ich gar nicht mehr

gedacht. Mir war die falsche

Wandergruppe gefolgt, und die

meines Herrchens hatte mich

nicht beachtet und war vorher

rechts abgebogen. Der Arme

musste bis zur Kreuzung

zurückeilen und einen weiteren

Waldlauf starten, um mich

einzuholen. Ich begrüßte ihn

quietschvergnügt, da ich mir

keiner Schuld bewusst war

und brav den Waldweg nicht

verlassen hatte.

Es gab keine Schimpfe. Mein

Herrchen und ich legten den

Rückwärtsgang ein und wurden

kurze Zeit später von den

auf uns wartenden Wanderfreunden

lachend begrüßt.

„Man kann sich auch ’mal

irren“, sagte der Igel und stieg

von der Kleiderbürste.

Mein Lieblingsgedicht

Von Helmut Wenzel

Nach Kriegende war für die

Westberliner Bevölkerung ab

Juni 1948 die zehnmonatige

Blockade eine weitere harte

Herausforderung. Zwischen

den Ruinen hatten sich Familien

wieder zusammengefunden

und notdürftig eingerichtet.

Die Versorgung der Stadt

war kläglich. Sie wurde durch

Hamsterkäufe erträglicher

und durch den Schwarzmarkthandel

ergänzt.

Meine Eltern und ich wohnten

in der Einflugschneise des

Tempelhofer Flughafens.

Während der Luftbrücke, die

die Versorgung West-Berlins

sicherte, donnerten tagsüber

fast im Dreiminutentakt die so

genannten „Rosinenbomber“

über unsere Siedlung.

Als Kind war ich natürlich

auch den üblichen Entbehrungen

und Ängsten ausgesetzt.

Ich besaß keine richtigen

Schuhe und trug eine Zeit lang

Holzpantinen. Mein Schulranzen

war ein Pappkarton,

und ich hatte oft Hunger.

Wir Schüler mussten damals

noch viele Gedichte auswendig

lernen. Ein Gedicht ließ

mich aufhorchen und innehalten.

Es weist auf Laufkäfer

hin, die ungestört durch das

Gesträuch hasten, und lässt

Bienen summen und Vögel

schwirren. Die Stille wird nur

vom Schlag der Dorfuhr

unterbrochen. Ansonsten

drang in diese Einsamkeit

kein Klang der aufgeregten

Zeit.

Das Gedicht von Theodor

Storm ebnete mir wieder das

Empfinden für eine friedliche

Zukunft.

Abseits

Es ist so still, die Heide liegt im warmen Mittagssonnenstrahle,

ein rosenroter Schimmer fliegt um ihre alten Gräbermale:

die Kräuter blühn; der Heideduft steigt in die blaue Sommerluft.

Laufkäfer hasten durchs Gesträuch in ihren goldnen Panzerröckchen,

die Bienen hängen Zweig um Zweig sich an der Edelheide Glöckchen,

die Vögel schwirren aus dem Kraut - Die Luft ist voller Lerchenlaut.

Ein halbverfallen niedrig Haus steht einsam hier und sonnbeschienen;

Der Kätner lehnt zur Tür hinaus, behaglich blinzelnd nach den Bienen;

Sein Junge auf dem Stein davor schnitzt Pfeifen sich aus Kälberrohr.

Kaum zittert durch die Mittagsruh ein Schlag der Dorfuhr, der entfernten;

Dem Alten fällt die Wimper zu, er träumt von seinen Honigernten.

Kein Klang der aufgeregten Zeit drang noch in diese Einsamkeit.


U lli- R eisen

B raunschweig

9-tägige Flusskreuzfahrt mit der „MS Serenity“

auf der schönen, blauen Donau

Passau – Grein – Melk – Wien – Budapest – Bratislava – Dürnstein – Passau

Termin: 27.04.2014 – 05.05.2014

Kommen Sie zu unserem 50-jährigen

Jubiläum mit auf Kreuzfahrt.

Erleben Sie vier Länder und drei

europäische Hauptstädte bei einer

ganz speziellen Donau-Kreuzfahrt

auf dem 4-Sterne Schiff "MS Serenity".

Diese Reise wird durch eine

Ulli-Reisen Reisebegleitung geführt.

Lassen Sie sich unter anderem

von der Wachau mit den

Weinbergen und den Bergen des

Dunkelsteiner Waldes verzaubern.

Feiern Sie an Bord "Tanz in den

Mai". Alle Stadtführungen und

Ausflüge sind für Sie Inklusivleistungen.

Leistungen:

Taxigutschein ab/bis zu Ihrer Haustür (bis zu 40 km)

Busanreise und Abreise in unserem modernen

Fernreisebus

Ulli-Reisen Reisebegleitung während der gesamten Reise

Frühstück und Mittagessen auf der Hinfahrt

1x Hotelübernachtung/HP im Raum Passau

9-tägige Flußkreuzfahrt laut Programm

7x Übernachtung in der gebuchten Außenkabine

7x Vollpension, beginnt mit Mittagessen und endet

mit Frühstück

Stadtführung: Passau, Wien, Budapest, Bratislava

Eintritt Stift Melk

Mittagessen auf der Rückfahrt

uvm., fordern Sie unser ausführliches Programm an!

Route:

1. Tag: Bus-Anreise zur ZÜ Raum Passau

2. Tag: Bus-Weiterreise nach Passau,

Einschiffung 13.00 Uhr – Grein

3. Tag: Grein – Melk – Wachau – Wien

4. Tag: Wien – Nachtfahrt nach Budapest

5. Tag: Budapest

6. Tag: Budapest – Bratislava

7. Tag: Bratislava – Dürnstein

8. Tag: Dürnstein – Nachtfahrt nach Passau

9. Tag: Ankunft Passau, Ausschiffung 9.00 Uhr

– Rückfahrt mit dem Bus

(Programmänderungen vorbehalten!)

Reisepreis pro Person:

Hauptdeck Doppelkabine: 1.185,- €

Hauptdeck Einzelkabine: 1.560,- €

Mitteldeck Doppelkabine: 1.325,- €

Panorama Doppelkabine: 1.435,- €

Frühbucherrabatt 100,- € pro Person bis 31.07.2013!

Auskunft, Beratung & Buchung: Ulli-Reisen, Nibelungenplatz 10, 38106 Braunschweig, Tel. (0531) 321368

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