Erziehung zur Gleichstellung

gendertor.ch

Erziehung zur Gleichstellung

Bundesministerium für

Bildung, Wissenschaft

und Kultur

Unterrichtsprinzip

Erziehung zur

Gleichstellung

von Frauen

und Männern

Informationen und Anregungen

zur Umsetzung in der Berufsschule


Impressum:

Medieninhaber, Herausgeber und Vervielfältiger: Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und

Kultur, Abteilung für geschlechtsspezifische Bildungsfragen (V/3), A-1014 Wien, Minoritenplatz 5

Manuskripterstellung: BL Mag. Edith Pospichal

Redaktionelle Bearbeitung: MR Mag. Renate Saipt

Wien 2003

ISBN 3-85031-024-8


INHALTSVERZEICHNIS

1. Theoretischer Bezugsrahmen ........................................................................... 2

1.1. Gender-Mainstreaming / ein kurzer Exkurs.................................................. 2

1.2. Begründungszusammenhang .................................................................... 3

1.3. Die Entwicklung zum Unterrichtsprinzip................................................... 3

2. Einführung des Unterrichtsprinzips an den österreichischen Schulen .............. 5

2.1. Allgemein ..................................................................................................... 5

2.2. Berufsschule .............................................................................................. 5

2.3. Interpretationserlass................................................................................. 8

3. Empirische Studie der Bundes-ExpertInnengruppe der Berufsschulen............. 10

3.1. Ausgangslage und Untersuchungsdesign.................................................... 10

3.2. Ergebnisse................................................................................................. 11

3.3. Interpretation............................................................................................ 13

4. Praxisteil ........................................................................................................... 15

4.1. Das Vorstellungsgespräch ........................................................................... 15

4.2. Erkennen von Stereotypen und Vorurteilen ............................................... 18

4.3. Darstellung von Mann und Frau in den Medien ....................................... 23

4.4. Weibliches und männliches Sprachverhalten......................................... 37

4.5. Frauen und Männer im Gespräch ........................................................ 43

4.6. Powerfrau........................................................................................... 61

4.7. „In diesem Raum bekommt man die Frauen nicht aus dem Kopf“ ... 64

Literaturliste

Anhang


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1. Theoretischer Bezugsrahmen

1.1. Gender-Mainstreaming – ein kurzer Exkurs.

Die Tätigkeit der 1999 gegründeten Berufsschularbeitsgemeinschaft steht durchaus in

der Tradition eines deutlich erkennbaren Paradigmenwechsels vom ausschliesslichen

Focus auf eine vermutete weibliche Defizitperspektive (Stichwort „Frauenförderung“) hin

auf die Einbeziehung der Gesamtheit von Geschlechterrelationen wie sie in der „Top

down“ Strategie des Gender Mainstreaming (GM) deutlich zum Ausdruck kommt.

Beispielhaft heisst es dazu in einem Rundschreiben des bm:bwk (Nr.22/2002) u.a.: „GM

ist eine Top-Down-Strategie. Die Verantwortung der Leitungsebene liegt nicht nur darin,

sich dezidiert für die Umsetzung von GM auszusprechen, sondern besteht im Besonderen

darin, die entsprechenden Rahmenbedingungen zu schaffen. GM fordert eine

geschlechterbezogene Sichtweise auf allen politischen Ebenen, in allen Konzepten,

Entscheidungen und Massnahmen mit dem Ziel, die Chancengleichheit von Frauen und

Männern aktiv zu fördern“.

Das Besondere am Konzept des GM ist die Erkenntnis, dass durch Gleichbehandlung

allein Chancengleichheit nicht erreicht werden kann, sondern dass gerade die Betonung

und Berücksichtigung geschlechtsspezifischer Differenzen eine Strategie auf dem Weg

zur Gleichstellung darstellt. Letztendlich zielt GM auf bewusstseinsmässige und strukturelle

Veränderungen. „GM ist darauf ausgerichtet, Organisationen, Institutionen und

Lebensbereiche so zu gestalten, dass Frauen und Männer, Mädchen und Jungen

gleichberechtigt partizipieren können ohne gleich sein zu müssen“ 1 . In diesem Zusammenhang

stellt sich natürlich auch die Frage der Konkretisierung dieser generellen

Grundsätze. Wie sind sie in konkretes Handeln umzusetzen? Was folgt daraus z.B. für

das Bildungssystem? Was für eine einzelne Schule?

Einige mögliche Antworten könnten sein:

1. Es gibt keine eindeutigen personellen Zuordnungen mehr. Das alleinige Festmachen

von Verantwortlichkeiten bei bestimmten (meist) Kolleginnen erscheint obsolet. An ihre

Stelle tritt die Zuständigkeit eines gesamten Kollegiums, des Lehrkörpers oder einer

Hierarchiestufe.

2. Männliche Personen sind verstärkt in die Konzeptstrategie miteinzubinden.

3. Widerstände und Abwehrhaltungen sind zu thematisieren und anzusprechen.

4. Der Unterricht und seine methodische Ausrichtung soll sich an der Lebenssituation,

den Vorkenntnissen, Erfahrungen und den Bedürfnissen der Schüler und Schülerinnen

im Sinne eines sozialen Lernprozesses orientieren.

5. Durch die Vermeidung von Rollenklischees sind die Lebens- und Berufsperspektiven

der Geschlechter zu erweitern und aktiv zu fördern.

1 „Gender Meanstreaming“ – Leitfaden für Projekt- und Programmverantwortliche, bm:bwk, Abt. für

geschlechtsspezifische Bildungsfragen, o.J.


- 3 -

6. Zwecks Schaffung neuer Identifikationsmöglichkeiten und der Erweiterung subjektiver

Handlungsspielräume ist es hilfreich geschlechtsuntypische Tätigkeiten und Situationen

darzustellen, um weitere Interessen und Fähigkeiten zu erwerben.

7. Insbesondere im Bereich der Neuen Informations- und Kommunikationstechnologien

soll dem traditionellen Bild dies „sei ausschliesslich Männersache" entgegengewirkt

werden. 2

1.2. Begründungszusammenhang

Das Unterrichtsprinzip „Erziehung zur Gleichstellung von Frauen und Männern“ ist sowohl

in den Lehrplänen der allgemein- sowie berufsbildenden Schulen verankert. Jedoch

nur im Berufsschulbereich wurde eine bundesweite Arbeitsgemeinschaft mit dem

Ziel gegründet, die Burschen- und Mädchenbildung im Sinne des Grundsatzes der

gleichrangigen Partnerschaft von Frauen und Männern, zu fördern.

Ausgangspunkt der Überlegungen war, die Schüler und Schülerinnen in ihrer persönlichen

Entwicklung zu einem toleranten, demokratischen und sozialkooperativen Verhalten

zu fördern, sowie sie zu einem respektvollen Umgang miteinander zu erziehen und

sie für die Notwendigkeit einer Gleichstellung der Geschlechter in allen Lebensbereichen

zu sensibilisieren.

Mit besonderem Nachdruck wird darauf hingewiesen, dass die Abteilung für Berufsschulen

bereits seit Jahren im Sinne des Gender-Mainstreaming tätig ist. Diese Broschüre

soll für andere Multiplikatoren und Multiplikatorinnen als Anregung dienen und

die Informationen, Kontaktadressen und Literaturhinweise sollen anregen bzw. helfen,

sich eingehender mit dem Thema zu befassen und selber aktiv zu werden. 3

1.3. Die Entwicklung zum Unterrichtsprinzip

Eine Analyse aus dem Jahr 1979/80 des Lehrstoffes aus dem Unterrichtsgegenstand

„Politische Bildung“ ergibt u.a. folgendes Bild:

„Der Lehrling in der Gesellschaft:

Einzelinteressen und Gemeinschaftserfordernisse, Voraussetzung, Formen und Probleme

des Zusammenlebens in der Gemeinschaft (Familie, Freundeskreis, Berufsschule,

Lehrplatz, Jugendvereinigung), Jugendschutz. Gesunde Lebensführung als

individuelle und soziale Verpflichtung.“ 4

Vergleicht man Stundenbilder von fortschrittlichen LehrerInnen aus dieser Zeit so lässt

sich aus heutiger Sicht sagen, dass diese damaligen Ansätze und Überlegungen etwa

zum Thema „Formen und Probleme des Zusammenlebens in der Gemeinschaft“ bereits

die kommende Entwicklung eines Unterrichtsprinzips vorweggenommen hatten, (vgl.

BUNDESKANZLERAMT, Projekt „Rollenbilder – Partnerschaft“. Wien, o.J.).

2 PASEKA, A., Von Mädchen-/Bubenschulen zu Koedukation und Mädchen-/Bubenarbeit. In: PASEKA,

A./ANZENGRUBER, G., Geschlechtergrenzen überschreiten? Schulheft Nr. 104/2001, S. 9-32.

3 Wir wären auch für Rückmeldungen bzw. konstruktive Kritik sehr dankbar. Diese wären an die e-mail Adresse

renate.saipt@bmbwk.gv.at zu richten.

4 BGBl. Nr. 430/1976


- 4 -

Die Einführung des Unterrichtsprinzips „Erziehung zur Gleichstellung von Frauen und

Männern“ im Jahre 1995 wurde ursprünglich als vorübergehende Sondermaßnahme im

Sinne von Artikel 4 der „Konvention der Vereinten Nationen zur Beseitigung jeder Form

von Diskriminierung der Frau“ (BGBl.443/1982), die Österreich 1982 ratifiziert hatte,

interpretiert.

Damit hatte sich Österreich verpflichtet, durch gesetzgeberische und sonstige Maßnahmen

für die tatsächliche Verwirklichung des Grundsatzes der Gleichberechtigung zu

sorgen und mit allen geeigneten Mitteln unverzüglich eine Politik der Beseitigung der

Diskriminierung der Frau zu verfolgen (Artikel 2).

Für den Bildungsbereich sind vor allem die Artikel 5 (bewusstseinsbildende Maßnahmen

zur Beseitigung von Vorurteilen und zur Förderung partnerschaftlichen Verhaltens

von Frauen und Männern) und Artikel 10 (Maßnahmen zur Beseitigung von Diskriminierungen

im Bildungsbereich) von Bedeutung.

Das UP entspricht auch zwei Entschließungen des Nationalrates aus den Jahren 1985

und 1988:

Mit Entschließung des Nationalrates vom 8. Mai 1985 (624 der Beilagen) wurde der

Bundesminister für Unterricht, Kunst und Sport ersucht, „zur Unterstützung der Unterrichts-

und Erziehungsarbeit ... dafür Sorge zu tragen, dass ... die Erziehung zur Partnerschaft

als fächerübergreifendes Prinzip verstärkt in allen schulischen Bereichen

verankert wird“.

Mit Entschließung des Nationalrates vom 28. September 1988 (719 der Beilagen)

wurde die Bundesregierung ersucht, „Sorge zu tragen, dass die Benachteiligung der

Mädchen in allen gesellschaftlichen Bereichen durch gesetzliche und politische Maßnahmen

abgebaut wird“.

Weiters ist das Bundesgesetz über Berichte der Bundesregierung betreffend den Abbau

von Benachteiligungen von Frauen in diesem Zusammenhang zu nennen. Damit bekennt

sich der Bund „zum schrittweisen Abbau von bestehenden gesellschaftlichen,

familiären und wirtschaftlichen Benachteiligungen von Frauen“ (BGBl. Nr. 837/1992).

Auf Grund des Beitritts zur Europäischen Union ist Österreich nun auch an die EU-

Richtlinien gebunden, die die Gleichbehandlung von Männern und Frauen zum Inhalt

haben, wie z.B. die Richtlinie des Rates vom 9. Februar 1976 zur Verwirklichung des

Grundsatzes der Gleichbehandlung von Männern und Frauen hinsichtlich des Zugangs

zur Beschäftigung, zur Berufsbildung und zum beruflichen Aufstieg sowie in bezug auf

Arbeitsbedingungen (76/207/EWG). Andere EU-Dokumente sind für den Bildungsbereich

gleichfalls von Bedeutung, wie die Entscheidung des Rates vom 3. Juni 1985 zur

Förderung der Chancengleicheit für Mädchen und Jungen im Bildungswesen (85/C

166/01) oder die Empfehlung des Rates vom

13. Dezember 1984 zur Förderung positiver Maßnahmen für Frauen (84/635/EWG).


- 5 -

2. Einführung des UP an den österreichischen Schulen

2.1. Allgemein

Das Bildungsministerium hat das Unterrichtsprinzip „Erziehung zur Gleichstellung von

Frauen und Männern“ in folgenden Schularten verankert:

1995

Grundsatzerlass zum Unterrichtsprinzip (Erlass von Bundesministerin Elisabeth Gehrer,

Zl. 15.510/60-Präs.3/95, vom 15. November 1995).

1995

Aufnahme in die Lehrpläne der

- Handelsakademien und Handelsschulen

- Kollegs für Kindergartenpädagogik

- Hauptschulen

- Allgemeinbildende höhere Schulen

1996

Aufnahme in den Lehrplan des

- Kollegs für Sozialpädagogik

1997

Aufnahme in die Lehrpläne der

- Höheren technischen und gewerblichen Lehranstalten

- Polytechnischen Schule

1999

Aufnahme in die Lehrpläne der

- Volksschulen

- Sonderschulen

2.2. Berufsschule

Als Reaktion auf die gesellschaftlichen Tendenzen beschloss im Jahr 1999 die Abteilung

für Berufsschulen im Bildungsministerium, das Unterrichtsprinzip (UP) „Erziehung

zur Gleichstellung von Frauen und Männern“ im Lehrplan der Berufsschulen zu verankern.

Begleitend dazu wurde eine Arbeitsgruppe (Bundes-ExpertInnengruppe „Burschen

und Mädchenbildung“) mit dem Ziel gebildet jene Agenden festzuhalten, die

notwendig erschienen, um die Zielsetzungen des UP zu erreichen.

Im November des genannten Jahres fand die konstituierende Sitzung der Arbeitsgruppe

statt. Diese setzte sich vorerst aus neun Mitgliedern zusammen, pro Bundesland gab es

eine Vertreterin. Durch die vehemente Forderung der Arbeitsgruppe an die Landesschulinspektoren

zumindest einen männlichen Vertreter zu ernennen, kamen von den

Bundesländern Steiermark und Salzburg jeweils einer hinzu.


- 6 -

Das Ziel dieser ersten Sitzung war, einen Erlass für die Berufsschule vorzubereiten und

die Aufgaben festzuhalten, die notwendig sind, um die Ziele des UP zu erreichen. 5

Es war allen klar, dass die Einstellungen und Lebensweisen von Frauen und Männern

sich in den letzten Jahrzehnten in vielerlei Hinsicht verändert und somit auch die Rolle

der Frau und des Mannes verändert haben.

Auch musste das Phänomen in die Überlegungen mit einbezogen werden, dass es

beim Thema Gleichstellung immer wieder zu Missverständnissen, Vorurteilen und Klischees

bei Frauen und Männern kommt. Die Frage war, welche Wert- und Normvorstellungen,

Stereotypien, Interpretationen, kurz welche Bilder über das jeweils andere

Geschlecht tragen wir mit uns herum?

Auch war der Gruppe bewusst, dass es für eine Veränderung der gesellschaftlichen Bedingungen

nicht genügen kann, dass bloß die Frauen sich verändern, sondern eine Veränderung

kann nur unter Teilnahme aller – aller Geschlechter und Gruppen in der Gesellschaft

– geschehen. 6

In der Arbeit musste ebenfalls berücksichtigt werden, dass sich Frauen und Männer in

sozialen Verhaltensmustern voneinander unterscheiden und diese Unterschiede nach

der Devise „nicht gleich, aber gleichwertig“ erkannt und akzeptiert werden sollten. Diesen

komplexen Zusammenhängen versuchte die Arbeitsgruppe ebenfalls nachzugehen.

Dabei war es allen Mitgliedern durchaus bewusst, wie marginal aber gleichzeitig sehr

bedeutend der Beitrag der Gruppe zu wünschenswerten Veränderungen sein kann. Als

erstes Teilziel wurde erreicht, dass das Unterrichtsprinzip im Jahr 2001 im Berufsschullehrplan

verordnet wurde:

BGBl. II – Ausgegeben am 25. Mai 2001 – Nr. 194

16. In der Anlage A lautet im Abschnitt I (Allgemeine Bestimmungen, Allgemeines Bildungsziel,

Allgemeine Didaktische Grundsätze und Unterrichtsprinzipien) der Unterabschnitt

D:

„D. Unterrichtsprinzipien:

Im Sinne einer ganzheitlichen Bildung sind der Berufsschule auch Aufgaben gestellt, die

nicht einem Unterrichtsgegenstand oder wenigen Unterrichtsgegenständen zugeordnet

werden können, sondern auch fächerübergreifend im Zusammenwirken mehrerer oder

aller Unterrichtsgegenstände zu bewältigen sind. Kennzeichnend für diese Bildungsaufgaben

ist, dass sie in besonderer Weise die Grundsätze der Lebensnähe und Handlungsbezogenheit

des Unterrichts berücksichtigen; kennzeichnend für sie ist ferner,

dass sie nicht durch Lehrstoffangaben allein beschrieben werden können, sondern als

Kombination stofflicher, methodischer und erzieherischer Anforderungen zu verstehen

sind und schließlich, dass sie unter Wahrung ihres fächerübergreifenden Charakters

jeweils in bestimmten Unterrichtsgegenständen oder Teilen von Unterrichtsgegenständen

einen stofflichen Schwerpunkt haben.

5 siehe Seite 8

6 SCHROFFENEGGER, G. et al., Bubenarbeit in Österreich I., Seite 17. BM f. Soziale Sicherheit und Generation

(Hrsg.) Wien 2000


- 7 -

Solche Bildungsaufgaben (Unterrichtsprinzipien) sind:

Erziehung der Gleichstellung von Frauen und Männern

Gesundheitserziehung

Lese- und Sprecherziehung

Medienerziehung

Politische Bildung

Sexualerziehung

Umwelterziehung

Verkehrserziehung

Die Umsetzung der Unterrichtsprinzipien im Schulalltag erfordert eine wirksame Koordination

der Unterrichtsgegenstände unter Ausnützung ihrer Querverbindungen, den Einsatz

geeigneter zusätzlicher Unterrichtsmittel und allenfalls die gelegentlicher Heranziehung

außerschulischer Fachleute. Für diese Umsetzung bieten sich vor allem projektorientierter

Unterricht und Projekte an. Die Unterrichtsprinzipien sollen jedoch nicht eine

Vermehrung des Lehrstoffes bewirken, sondern zu einer besseren Durchdringung und

überlegteren Auswahl des im Lehrplan beschriebenen Lehrstoffes beitragen. Unterrichtsprinzipien

sind auch dann zu beachten, wenn zur selben Thematik eigene Unterrichtsgegenstände

oder Lehrstoffinhalte vorgesehen sind. Für die Umsetzung der Unterrichtsprinzipien

sind die einschlägige Grundsatzerlässe des zuständigen Bundesministeriums

zu beachten.“

Abschliessend wurde seitens der ARGE ein Aufgaben- und Zielekatalog formuliert:

‣ Sensibilisierung für gesellschaftliche, familiäre und wirtschaftliche

Benachteiligungen

‣ Abbau gesellschaftlicher Vorurteile und Klischees

‣ Förderung der Bereitschaft für partnerschaftliches Verhalten in alltäglichen Lebenslagen

‣ Umsetzung der Gleichstellung von Frauen und Männern (Burschen und Mädchen)

in allen Lebensbereichen.

Zur Realisierung des Unterrichtsprinzips „Erziehung zur Gleichstellung von Frauen und

Männern“ sind insbesondere auch das LehrerInnenverhalten und seine Vorbildwirkung

in Schulen und Unterricht von entscheidender Bedeutung.


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Exemplarisch für diese Position könnte gelten:

‣ Auf aktuelle Anlassfälle reagieren und dadurch die Bewusstseinsbildung und

Persönlichkeitsentwicklung fördern.

‣ Ursachen und Auswirkungen tradierter geschlechtsspezifischer Benachteiligungen

zu reflektieren und aus der gewonnen Erkenntnis ein Verhalten zu entwickeln,

mit dem ein Beitrag zur Gleichstellung von Frauen und Männern geleistet

werden kann.

‣ Respektvollen Umgang miteinander vorleben.

‣ Aktuelle Situationen in Form von Rollenspielen und –tausch üben.

‣ Kritische Betrachtung der Stellung der Geschlechter in anderen Kulturen. Aufzeigen

multikultureller Problembereiche.

‣ Strategien zur Konfliktregelung erarbeiten.

Gleichzeitig wurde ein Interpretationserlass erstellt, der im Juni 2001 mit GZ-Nr.

25.075/23-II/1/01 an die Landesschulräte, den Stadtschulrat und die Landesschulinspektoren

weiter geleitet wurde.

2.3. Interpretationserlass

Interpretationserlass zum Unterrichtsprinzip

Erziehung zur Gleichstellung von Frauen und Männern“

Grundsätzliches

Die Verwirklichung jener Bildungs- und Erziehungsaufgaben, die nicht einzelnen Unterrichtsgegenständen

zugeordnet werden können, sondern die fächerübergreifend im

Miteinander mehrerer Unterrichtsgegenstände wirksam werden, erfordert im Schulalltag

eine Koordination der einzelnen Unterrichtsinhalte unter Nutzung aller Querverbindungen.

Die Orientierung in Fragen der Erziehung zur Gleichstellung von Frauen und Männern

erfordert in besonderem Maße diese interdisziplinäre Vermittlung, die als eine Kombination

inhaltlicher, methodischer und erzieherischer Anforderungen im Zusammenwirken

von verschiedenen Unterrichtsgegenständen erfolgt.

Das Unterrichtsprinzip „Erziehung zur Gleichstellung von Frauen und Männern“ soll

dazu beitragen, alle im Bildungsbereich tätigen Personen zu motivieren, Fragen der

Gleichstellung der Geschlechter verstärkt in den Lehrinhalten der Lehrpläne, im Unterricht,

in den Schulbüchern und sonstigen in Verwendung stehenden Unterrichtsmitteln

zu berücksichtigen sowie die Diskussion an den Schulen über diese Themen zu intensivieren.


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Ziele

Das Unterrichtsprinzip soll zu einem Verhalten im täglichen Umgang mit den Mitmenschen,

das vom Grundsatz der gleichrangigen Partnerschaft von Frauen und Männern

getragen ist, erziehen. Weiters sollen die Schülerinnen und Schüler zur Bereitschaft

hingeführt werden, Ursachen und Auswirkungen tradierter geschlechtsspezifischer Benachteiligungen

zu reflektieren um aus der gewonnenen Erkenntnis ein Verhalten

entwickeln, mit dem ein Beitrag zur Gleichstellung von Frauen und Männern geleistet

werden kann.

Umsetzung

Ausgangspunkt für die Umsetzung des Unterrichtsprinzips „Erziehung zur Gleichstellung

von Frauen und Männern“ sollen Alltagserfahrungen der Schülerinnen und Schüler

sein, wobei dem Zusammenwirken und dem Erfahrungsaustausch mit den Lehrkräften,

Erzieherinnen und Erzieher, sowie Erziehungsberechtigten - gegebenenfalls auch mit

Expertinnen und Experten zu bestimmten Themenbereichen - eine besondere Bedeutung

zukommt.

Eine weitere wichtige Voraussetzung zur Umsetzung des Unterrichtsprinzips ist die fächerübergreifende

Behandlung der Thematik sowie die Verbindung mit allen anderen

Unterrichtsprinzipien.

Zur Entwicklung einer zielgerichteten Methodik und Didaktik des Unterrichtsprinzips, zur

Information, sowie für den Austausch von Anregungen und Erfahrungen in Anbetracht

der gesellschaftlichen Realität werden die Landesschulräte und der Stadtschulrat für

Wien ersucht, im Rahmen der Pädagogischen Institute einschlägige Fortbildungsveranstaltungen

für Lehrkräfte anzubieten sowie die Bildung von Arbeitsgemeinschaften zu

ermöglichen.

Um den Lehrkräften die inhaltliche Umsetzung dieses Erlasses im Unterricht zu erleichtern

und Anregungen zu bieten, können im

Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur

Abteilung für Berufsschulen

Tel.Nr.01/53120/4593

Fax 01/53120/4130

e-mail: renate.saipt@bmbwk.gv.at

zu verschiedenen Themen einschlägige Informationsmaterialien, Umsetzungsvorschläge,

Projektarbeiten usw. angefordert werden.

Wien, 20. Dezember 2001

Für die Bundesministerin:

Heuritsch


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3. Empirische Studie der Bundes-ExpertInnengruppe

der Berufsschulen

3. 1. Ausgangslage und Untersuchungsdesign

Die Bundes-ExpertInnengruppe „Burschen und Mädchenbildung“ hat im Jahr 2002 zum

Thema „Gender“ eine Erhebung durchgeführt, deren Ziel die Erfassung der Meinungen

und Einstellungen von Berufsschülerinnen und Berufsschülern zu relevanten Problembereichen

war. Insbesondere interessierten Eckdaten zu Rollenbildern, Berufsorientierungen

und geschlechtsspezifischen-schulischen Wahrnehmungsprozessen. Eine spezielle

Frage war dem Thema Gewalt gewidmet.

Da den Mitgliedern der Arbeitsgruppe keine wie immer gearteten finanziellen und materiellen

Ressourcen zur Verfügung standen, gelang es nur durch persönliches Engagement

und unermüdlichen Einsatz, aber doch eine durchaus relevante Gruppe von fast

800 Mädchen und Burschen zu befragen, wobei es möglich war im Burgenland sogar

eine Totalerhebung durchzuführen. Aufgrund der statistisch nicht signifikanten Stichprobe

(so wurden z. B. in einen Bundesland nur weibliche Lehrlinge befragt) kann die

Untersuchung keine repräsentativen Aussagen treffen, wohl aber ein gewisses Stimmungsbild

abgeben und bestehende Trends abbilden.

Insgesamt wurden 786 Personen mittels schriftlichen Fragebogens (Fragebogen und

Detailergebnisse siehe ANHANG) erhoben. Davon waren 419 Mädchen und 353 Burschen.

Im Burgenland konnten 14 Fragebögen dem Geschlecht nicht zugeordnet

werden.

Die einzelnen Bundesländer sind wie folgt vertreten:

insgesamt Schülerinnen Schüler Lehrberufe der Bereiche

Burgenland *) 327/313 88 225 alle im Burgenland

vertretenen Lehrberufe

Kärnten 33 28 5 Einzelhandel

Niederösterreich 84 48 36 Handel und Chemie

Oberösterreich 27 15 12 Gastgewerbe

Salzburg 56 50 6 Handel

Steiermark 53 9 44 Bau- u. Baunebengewerbe

Tirol 70 70 - Schönheitspflege

Vorarlberg 67 45 22 Schönheitspflege, Elektro und

Gastgewerbe

Wien 69 66 3 Schönheitspflege

Summe *) 786/772 419 353

*) 14 Fragebögen ohne Angabe des Geschlechts


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3.2. Ergebnisse

Rollenbild

Während die 13. Shell Jugendstudie „Jugend 2000“ 7 einen deutlichen Anpassungsprozess

zwischen Mädchen und Burschen in Bezug auf Wertvorstellungen konstatiert und

damit eine tendenzielle Orientierungsgleichheit in wichtigen Fragen meint, weist die

Erhebung der Arbeitsgruppe gegenteilige Ergebnisse nach. Insbesondere im geschlechtsspezifischen

Vergleich wichtiger Parameter sehen wir deutliche Unterschiede,

die auf ein wertkonservatives Grundmuster bei männlichen Berufsschülern hinweisen.

Auch zeigen sich im Bundesländervergleich interessante Differenzierungen.

So fällt auf, dass in Vorarlberg jeder zweite Jugendliche der Meinung ist, dass die Mädchen

zu Hause bleiben sollten, sobald sie Mütter werden. Betrachtet man die Ergebnisse

in Bezug auf das Geschlecht, so ergibt sich folgende Aussage: während die Mädchen

zu einem hohen Prozent-Satz, der sich zwischen 70 und 80% bewegt, der Fragestellung

nicht anschließen, vertreten eine Mehrzahl der männlichen Jugendlichen (zum

Beispiel Oberösterreich mit 58 % der Burschen) durchaus die Auffassung, dass Mädchen

zu Hause bleiben sollten.

Es muss auch angemerkt werden, dass die Aussage in Bezug auf den Austausch der

Rollen (berufstätige Tochter heiratet Hausmann) die geringste Zustimmungsrate aufweist.

Allerdings zeigt der Geschlechtsvergleich einen deutlichen Unterschied zwischen

Burschen und Mädchen. Wesentlich mehr Mädchen können sich eher ein nicht traditionelles

Ehebild vorstellen als Burschen.

Der Aussage „Frauen haben in technischen Berufen nichts verloren“, stimmt die Mehrzahl

der Jugendlichen zu. Betrachtet man diese Zahl jedoch geschlechtsdifferenziert, so

ergeben sich deutlich Unterschiede zwischen Burschen und Mädchen. Generell doppelt

so viele Burschen als Mädchen, schätzen die Frauen als technisch nicht begabt ein.

Der Aussage „Frauen sind eher fürsorglicher und gefühlsbetonter als Männer“ stimmen

¾ aller Jugendlichen zu, wobei Oberösterreich mit 80 % Zustimmung besonders hervorsticht.

Im geschlechtsspezifischen Vergleich ergibt sich das interessante Phänomen,

dass die Selbsteinschätzung der Mädchen fürsorglicher und gefühlsbetonter zu sein

dominiert, mit Ausnahme des Burgenlandes, wo die Fremdeinschätzung im Vordergrund

steht. D.h. während 80% der Burschen im Burgenland die Mädchen fürsorglicher

und gefühlsbetonter einschätzen, gesteht sich dies nur 67 % der Mädchen zu . Im Vergleich

zu Oberösterreich: 75 % zu 100%.

Berufsorientierung

Die Generalaussage geht in die Richtung, dass die Jugendlichen eine sehr fortschrittliche

Position einnehmen, wenn es um die Berufswahl ihrer zukünftigen Kinder geht.

Zwischen 70 und 90 % der Schülerinnen und Schüler stimmen zu, dass sie einverstanden

wären, wenn ihre Tochter Automechanikerin werden möchte, wobei auffällig ist,

dass in der Regel die Mädchen einen höheren Zustimmungsgrad als die Burschen

aufweisen, was ein Hinweis auf eine emanzipatorische Grundhaltung der Mädchen sein

dürfte.

7 Jugend 2000, Fischer A., Fritzsche Y., Fuchs-Heinritz W., Münchmeier R., Deutsche Shell (Hrsg.), Opladen 2000


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Zum Beispiel Niederösterreich: 93 % der Mädchen und 72% der Burschen. Auffällig am

Ergebnis im Bundesländer-Vergleich ist Oberösterreich, denn hier stimmen die Mädchen

in einem geringeren Ausmaß als die Burschen dieser Aussage zu (73 % zu 92 %).

Im Hinblick auf die Frage „Wären Sie einverstanden, wenn ihr Sohn Kindergärtner werden

möchte?“, war österreichweit die Mehrheit der Jugendlichen damit einverstanden

(z.B. Kärnten 88 %, Wien 87 %, Niederösterreich 86 %, Salzburg 84 %). Im geschlechtsspezifischen

Vergleich ergibt sich folgendes Bild: mehr Mädchen als Burschen

(z. B. Niederösterreich 93 % Mädchen und 79 % der Burschen, Steiermark 100 % Mädchen

und 68 % Burschen) bejahen diese Frage, mit Ausnahme des Bundeslandes

Oberösterreich, denn hier können sich mehr Burschen als Mädchen vorstellen ihren

Sohn einen nicht traditionellen Beruf erlernen zu lassen.

Gewalt

Mit Blick auf die Aussage „Männer sind gewalttätiger als Frauen“ ergibt sich generell

eine hohe Zustimmungsrate (Oberösterreich 86 %, Kärnten 73 %, Niederösterreich und

Tirol jeweils 70 %), wobei die genauere Analyse zeigt, dass deutlich mehr Mädchen die

Burschen gewalttätiger einschätzen als die Burschen sich selber. (Beispiel: Burgenland

86 % der Mädchen, aber nur 66 % der Burschen, Niederösterreich 77 % der Mädchen

gegenüber 64 % der Burschen).

Schulische Wahrnehmungsprozesse

Mehr als die Hälfte der Jugendlichen verhält sich zur Frage „Haben Sie beobachtet,

dass Mädchen, die einen typischen „Männerberuf“ erlernen, von den Lehrkräften weniger

ernst genommen werden als Burschen?“ indifferent. D.h. es werden keine offensichtlichen

Diskriminierungen wahrgenommen.

Relativ hoch ist aber auch die Zahl der Jugendlichen die diese Frage bejahen. Als Beispiele

seien genannt: Oberösterreich 47 %, Kärnten 42 %, Niederösterreich 39 %.

Im geschlechtsspezifischen Vergleich ergibt sich folgendes Bild: Mehr Mädchen als

Burschen bejahen diese Aussage. Beispiele: In Niederösterreich fast 48 % der Mädchen

aber nur 31 % der Burschen, in Oberösterreich fast 47 % der Mädchen und 36 %

der Burschen.

Der korrespondierenden Frage „Empfinden Sie, dass in einer gemischten Klasse die

Burschen von den Lehrkräften bevorzugt werden?“, wird von der Gesamtgruppe aller

Lehrlinge großteils widersprochen. Zirka 1/3 der Jugendlichen allerdings stimmt dieser

Aussage zu, wobei 48 % der Jugendlichen in Wien der Meinung sind, dass so etwas

„schon“ manchmal vorkommt.

Im geschlechtsspezifischen Vergleich ergibt sich folgendes Bild: die Mehrzahl der Mädchen

bestätigen diese Aussage: z.B. in Niederösterreich fast 60 %, im Burgenland

41 %.

3.3. Interpretation


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Alle diese Ergebnisse lassen sich vielleicht auf den folgenden Nenner bringen:

Unterschiede zwischen Mädchen und Burschen gibt es nach wie vor. Häufig sind es

gerade die traditionellen (immer schon gewussten) Orientierungen die einer Angleichung

der Geschlechter entgegenstehen. Rollenbilder, Berufsorientierungen, Gewaltzuschreibungen

und schulische Wahrnehmungsprozesse deuten im einzelnen darauf hin,

dass es mit der Emanzipation der Frau eben doch nicht so weit her ist. Versuche der

Veränderung traditioneller Klischeevorstellungen durch schulische und ausserschulische

Konzepte (z. B. „Töchter können mehr“ und ähnliches) scheinen doch nicht so

erfolgreich gewesen zu sein wie allgemein erwartet.

Wie das Datenmaterial (bei aller Einschränkung) aus dem Berufsschulbereich zeigt, ist

der tatsächliche Umsetzungsgrad von Gender Mainstreaming noch von einem grossen

Nachholbedarf gekennzeichnet.

‣ Ist dies jetzt ein spezifisches Problem dualer Ausbildung?

‣ Ist die Situation in anderen Schultypen um vieles besser?

Die österreichweite Untersuchung von Hahn/Paseka 8 aus dem Jahr 1999 lässt einige

Zweifel an einer schulartspezifischen Interpretation aufkommen. So listen die Autorinnen

folgende kritische Punkte auf, die wohl allgemein gelten dürften:

Verantwortungsproblematik: Wer ist eigentlich zuständig für die schulische Umsetzung

von GM? Hier wäre eine klärende Definition dringend angeraten.

Ressourcenproblematik: GM darf nicht zum „Privatvergnügen“ von engagierten Lehrkräften

verkommen. Die Leitungsebene (gemeint ist das bm:bwk) muss dementsprechende

Mittel zur Verfügung stellen.

Betroffenheitsproblematik: Gesamtösterreichisch betrachtet ergibt sich ein eher geringer

Betroffenheitsgrad in Bezug auf GM-Probleme.

Reichweitenproblematik: Hat das GM-Konzepzt über die Schule hinaus gesellschaftspolitische

Relevanz, z.B. auf den Arbeitsmarkt gewonnen?

Es stellt sich somit insgesamt die Frage, ob angesichts ökonomischer Probleme,

schlechter werdender wirtschaftspolitischer Entwicklungen, unübersehbarer budgetärer

Engpässe und familienpolitischer Massnahmen pädagogische Konzepte erfolgreich

gegenteilig wirken können.

Dazu kommt noch, dass sich, wie Meuser 9 zeigen konnte, eine an Burschen adressierte

geschlechterbewusste Bildung einem strukturellen Dilemma gegenüber sieht. Im Sinne

einer soziologischen Exchange-Theorie ist nämlich nach den Gewinnern und Verlierern

eines GM-Konzeptes zu fragen.

8 HAHN, Chr./PASEKA, A., Traum und Realität. zit. in : PASEKA/ANZENGRUBER, a.a.O., S. 25

9 MEUSER, M., Drohende Verluste und fragliche Gewinne. Strukturprobleme einer an Männer adressierten

geschlechterbewussten Bildung. (Erratum zu Schulheft 104/2001, S. 12) in :PASEKA/ANZENGRUBER, a.a.O.,

S. 40. ff.


- 14 -

Ist GM erfolgreich, so heisst es für die Burschen von einer privilegierten sozialen Position

Abschied zu nehmen. Dem stehen aber äusserst fragliche Gewinnaussichten gegenüber.

“Die Konturen eines alternativen, nicht auf Hegemonie orientierten Leitbildes von Männlichkeit

sind kaum zu erkennen, erst recht nicht eines solchen, dem gesellschaftliche

Anerkennung zuteil werden würde“. (Meuser, S. 13)

D.h. Solange in der Berufswelt ein traditionelles konkurrenzorientiertes Dominanzstreben

die besten Erfolgsaussichten garantiert, werden alternative Lebensentwürfe für

Burschen keine „Rendite“ abwerfen. Dies mag bedauerlich erscheinen, ist aber eine

verständliche Rollenfixierung in einer Ungewissheit und Unsicherheit versprechenden

Zukunft. Pädagogische Arbeit der es nicht gelingt dieser Sichtweise positive Anreize

gegenüberzustellen, ist zum Scheitern verurteilt. Sie bekäme es nur mit Abwehrhaltungen

und Blockaden zu tun.

„Es ist jedoch zu hoffen, dass durch den Grundsatz des GM der Blick auf das System

wieder geöffnet und damit die Reichweite pädagogischer Massnahmen erhöht wird“ 10

Dem Engagement bewusster und fortschrittlicher Lehrer und Lehrerinnen sollte daher

im Rahmen schulischer Begleitmaßnahmen breiterer Raum als bisher gewährt werden.

Dies könnte in weiterer Folge ein künftiger Beitrag einer Bundes- bzw. Landes-Arbeitsgruppe

für Burschen und Mädchenbildung sein.

10 PASEKA, A., siehe Zitat 2, S. 29


- 15 -

4. Praxisteil

4.1

Lernziele:

Das Vorstellungsgespräch *)

geeignet für den Unterricht in „Wirtschaftskunde mit Schriftverkehr“

Die Schüler bzw. die Schülerin sollen die Vorbereitungen für ein erfolgreiches Vorstellungsgespräch

aufzählen und begründen, sich in Gruppenarbeit überlegen, welche

Vorstellungen der Chef und welche Vorstellungen der Bewerber bzw. die Bewerberin

hat und sich anschließend einen möglichen Fragenkatalog zusammenstellen, auf die

Problematik: Männerberufe – Frauenberufe aufmerksam gemacht werden, ein erfolgreiches

Vorstellungsgespräch im Rollenspiel präsentieren.

Vorschlag für den Ablauf: ca. 3 – 4 Unterrrichtseinheiten

1. Wir schauen in Sequenzen den Film an bis zum Ende des Vorstellungsgespräches

der Karin Bach. Zwischendurch wird der Film immer wieder gestoppt und wir besprechen

wichtige Punkte.

2. Die Schüler/innen bekommen ein Arbeitsblatt zum Ausfüllen (alleine oder in GA)

3. Gemeinsamer Vergleich der einzelnen Punkte – (Ende der 1. UE)

4. Es wird speziell auf die Problematik „typische Frauenberufe – typische Männerberufe“

eingegangen. Erfahrungen (eigene oder aus dem Bekanntenkreis) werden ausgetauscht

und auf die derzeitige Situation hingewiesen.

5. Die Klasse wird in 2 Gruppen geteilt. 1. Gruppe ist der/die Chef/in, 2. Gruppe ist

der/die Bewerber/in. Diese Gruppen erarbeiten nun gemeinsam einen möglichen Fragenkatalog,

den sie sich vor dem Bewerbungsgespräch vorbereiten würden.

Was will ich vom Chef bzw. Chefin/Was erwartet sich der Bewerber bzw. die Bewerberin

von seinem neuen Arbeitsplatz? (Ende der 2. UE)

6. Nun wird die Situation eines Vorstellungsgespräches in Form eines Rollenspieles geübt.

Ein/e Chef/in und ein/e Bewerber/in praktizieren eine persönliche Vorstellung. Vorgabe:

Die Lehrzeit ist beendet, Sie wollen sich verändern.

Anmerkung: Das Vorstellungsgespräch beginnt damit, dass der Bewerber bzw. die

Bewerberin vor die Türe geht und anklopfen muss, um in den Raum zu gelangen.

Zweck: Der erste Eindruck ist der Wichtigste! – Höflichkeitsnormen!

7. Evaluation: Die zuerst am Beurteilungsbogen und dann mit Hilfe des/der Lehrers/in.

Was würde ich besser machen?

Ratgeber Video „Das erfolgreiche Vorstellungsgespräch“, Verlag des ÖGB;

Lizenzausgabe: Falken Verlag GmbH, D-6272 Niederhausen. ISBN 3-7035-0436-6

*) Die Unterrichtsskizze stammt von BOL Hilde Wunderlich, Berufsschule III, Salzburg


- 16 -

1. In wieviele Phasen teilt man das Vorstellungsgespräch ein?

Antwort: In ......... Phasen.

2. Warum ist die Auswahl des richtigen Mitarbeiters bzw. Mitarbeiterin so wichtig?

a)

b)

3. Wie gewinnt man den sog. „äußeren Eindruck“?

4. Was wird bezüglich des Lichtbildes/Passfoto empfohlen?

5. Was macht den ersten Eindruck des Vorstellungsgespräches aus?

6. Was ist im Vorfeld eines Vorstellungsgespräches zu tun?

7. Was sagen Sie zum Bewerber Nr. 1 Frank Hellmann? (Stichpunkte)


- 17 -

8. Bitte skizzieren Sie das Einstellungsgespräch:

Arbeitgeber

Lehrling

9. Vorstellungsgespräch Nr. 2 Karin Bach

Arbeitgeber

Lehrling

10. Wie steht der Arbeitgeber zu einem weiblichen Lehrling?

11. Was hätte der Ausbildner besser machen können?

12. Bitte fassen Sie nochmals die wichtigsten Punkte für ein Vorstellungsgespräch zusammen:


- 18 -

4.2

Erkennen von Stereotypen

und Vorurteilen *)

geeignet für den Unterricht in „Deutsch und Kommunikation“ und „Politische Bildung“

Lernziele

Zusammenhanglos Synonyme zum Wort „GEHEN“ aufzählen können.

Passende Synonyme zum Wort „SAGEN“ (im Kontext „GESAGT“) in Alleinarbeit finden

können und diese notieren.

Die durch diese Übung erreichte Wortschatzerweiterung im täglichen Sprachgebrauch

anwenden.

Das Ziel ist erreicht, wenn die SchülerInnen erkennen, dass ...

a) unsere Sprache einen reichen Wortschatz besitzt

b) sprachliche Monotonie vermieden werden kann, wenn man von diesem Wortschatz

gezielt Gebrauch macht

c) Verständigungsschwierigkeiten und Mißverständnissen durch gezielten Einsatz

eines erweiterten Wortschatzes vorgebeugt werden kann

d) durch genaues Lesen eines Textes Absichten, Ansichten, Stereotype, Klischees

und Vorurteile erkannt und durch aufmerksames Zuhören frauen- und menschenverachtende

Aussagen entdeckt werden können, die man nicht „überlesen

oder überhören“ und schon gar nicht diskussionslos übernehmen sollte.

*) Die Unterrichtsvorbereitung stammt von BOL Gertrud Rauscher, TFBS für Schönheitsberufe, Innsbruck


- 19 -

1. ALLGEMEINE EINLEITUNG

Begrüßung der SchülerInnen und Vorlage des folgenden Zitats nach Konrad

LORENZ auf OH-Folie:

Gesagt ist nicht gehört.

Gehört ist nicht verstanden.

Verstanden ist nicht einverstanden.

Einverstanden ist nicht behalten.

Behalten ist nicht angewandt.

Angewandt ist nicht beibehalten...

Hinweis auf Unterrichtssituation

2. AKTIVIERENDER EINSTIEG

Schwerpunkt dieser Einheit ist es, SYNONYME für das Wort „GESAGT“ zu finden.

3. VORINFORMATION

Frage an die SchülerInnen, ob sie Wissen, was ein SYNONYM ist.

Das Wort „GEHEN“ wird als Beispiel an die Tafel geschrieben, dann folgen vier

SYNONYME zu diesem Wort, die von den SchülerInnen gefunden werden sollen.

4. ERKLÄRUNG der AUFGABENSTELLUNG Arb.Blatt

An die SchülerInnen wird eine Kopie mit 15 Aussagen verteilt, die alle mit dem Wort

„gesagt“ enden.

Aufgabe der Schüler bzw. der Schülerin ist es nun, in Alleinarbeit anstelle dieses

Wortes andere, zum Text passende Ausdrücke zu finden und diese zu notieren.

Es ist darauf zu achten, daß jedes Wort nur EIN MAL vorkommt.

Das Lehrziel ist erreicht, wenn jeder Schüler bzw. jede Schülerin wenigstens 10

passende Ausdrücke gefunden hat.


- 20 -

5. AUSWERTUNG

Die SchülerInnen sollen nun das Schreibzeug aus der Hand legen und vorläufig

nichts mehr notieren.

Eine Folie des Arbeitsblattes wird aufgelegt und durch die, von den SchülerInnen

gefundenen Ausdrücke ergänzt.

6. UMSETZUNG des STUNDENTHEMAS

„Gesagtes hören“ indem man „zwischen den Zeilen liest“.

Frage an die SchülerInnen, worum es eigentlich bei den 15 Textbeispielen gegangen

ist?

Ein weiters Lehrziel ist erreicht, wenn als Antwort auf diese Frage VORURTEILE,

STEREOTYPEN/KLISCHEES und RASSISMUS genannt werden.

DIDAKTISCHE RESERVE an diesem Punkt.

Frage an die SchülerInnen, wodurch man Vorurteile bzw. Klischees und rassistisches

Denken bei sich selbst minimieren kann?

7. ZUSAMMENFASSUNG

Den SchülerInnen wird zum Abschluß eine Sammlung von Synonymen zum Wort

„SAGEN“ ausgeteilt, die jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, sondern

lediglich zeigt, wie vielfältig unser Wortschatz ist.


- 21 -

ARBEITSBLATT

HAT ER BZW. SIE GESAGT - SYNONYME

„Wenn Du mit einem unehelichen Balg nach Hause kommst, bring ich

dich um“, hat der Vater gesagt. (...........)

„Das ist kein Beruf für ein Mädchen“, haben die Eltern gesagt. (...........)

„Das ist kein Beruf für einen Buben“, haben die Eltern gesagt. (...........)

„Mädchen gehören hinter den Herd“, hat der Großvater gesagt. (...........)

„Mädchen spielen doch nicht mit Eisenbahnen“, hat die Patentante gesagt. (...........)

„Buben spielen doch nicht mit Puppen“, hat der Patenonkel gesagt. (...........)

„Du mußt Dich mehr für den Haushalt interessieren, sonst kriegst Du nie

einen Mann“, hat die ledige Großtante gesagt. (...........)

„Faules Pack“, hat die Lehrerin bzw. der Lehrer gesagt. (...........)

„Du mußt Dich anpassen“, hat die Klassenbeste bzw. der Klassenbeste

gesagt. (...........)

„35 und noch immer keinen Mann. Ob das mit rechten Dingen zu geht?“,

haben die Reporter gesagt. (...........)

„Ein Mädchen braucht nicht zu studieren sie heiratet ohnehin“, hat mein

Zwillingsbruder gesagt. (...........)

„Die Buben sind zwar schlimmer, aber aus ihnen wird mehr“, hat eine

gestresste Mutter von vier Kinder gesagt. (...........)

„Die Männer lügen. Alle Männer sind verlogen“, hat meine große

Schwester gesagt.

(…........)

„Geschirr abtrocknen ist Weiberarbeit“, hat mein kleiner Sohn gesagt. (...........)

„Frau am Steuer, Ungeheuer“, hat der Autofahrer gesagt. (...........)

„Die Arbeitslosen sind alle arbeitsscheu“, hat die Nachbarin gesagt. (...........)

Name: .......................


- 22 -

ARBEITSBLATT

HAT - ER - HAT - SIE - GESAGT . . .

A

anmerken

angeben

aufheulen

artikulieren

ausführen

ankündigen

aufbegehren

anprangen

anvertrauen

äußern

ausposaunen

B

bitten/betteln

bemerken

befehlen

betonen

brüllen

berichten

behaupten

begehren

beipflichten

brabbeln

brummen

D

drohen

daherreden

„laut“ denken

E

erwidern

erzählen

erwähnen

einwerfen

einwenden

erläutern

erklären

empfehlen

F

flüstern

faseln

feststellen

formulieren

fluchen

flennen

G

geifern

glauben machen

grölen

gestehen

H

hervorsprudeln

herausplärren

heulen

hinzufügen

hauchen

herausplatzen

J

jammern

jaulen

K

kritisieren

kreischen

kundtun

keifen

L

lallen

lügen

lispeln

lästern

M

meinen

mitteilen

murmeln

maulen

murren

munkeln

N

näseln

nörgeln

nuscheln

nachäffen

P

plaudern

pointieren

philosophieren

plärren

predigen

QU

quasseln

quatschen

R

rufen

raten

(herum) reden

(herum) reden

S

säuseln

seufzen

scherzen

schreien

schimpfen

schwören

sprechen

spotten

T

trimuphieren

tratschen

tuscheln

toben

U

überzeugen

übertreiben

V

verlauten lassen

verraten

verbreiten

vermuten

verkünden

vorbeten

versprechen

von sich geben

verneinen

verlautbaren

verhöhnen

W

witzeln

warnen

wiedergeben

wünschen

weinen

wiederholen

Z

zischen

zum Ausdruck bringen

zu Wort melden

zusammenfassen


- 23 -

4.3

Darstellung von Mann und

Frau in den Medien *)

Geeignet für den Wirtschaftsunterricht zum Thema „Werbung“, für den Unterricht in Politischer

Bildung Thema „Medien“ und für den Werbetechnikunterricht in Berufsschulen.

FRAU und MANN in den MEDIEN

Lernziele:

Die Schüler und Schülerinnen sollen sich mit der Darstellung von Frau

und Mann in den Medien (Zeitungen, Rundfunk) kritisch auseinandersetzen;

- erkennen, dass Frauen fast ausschließlich im Zusammenhang mit Themen,

Bereichen und Aufgaben die mit ihrem herkömmlichen Rollenbild in

Einklang stehen, aufscheinen (Familie, Kinder, Haushalt, Schönheit, ...);

- erkennen, dass die Medien einen wesentlichen Bestandteil der Sozialisation

im Hinblick auf geschlechtsspezifische Rollenklischees ausmachen

und dadurch Veränderungen hemmend entgegenwirken;

- sensibel werden für die Diskriminierung der Frau und von Menschen

überhaupt;

- das in den Medien vermittelte Bild der Frau mit der Realität vergleichen.

Vorschlag 1:

ZEITUNGEN

Unterrichtsmittel: Zeitungen, Packpapier, Scheren, Klebstoff, Stifte, Infoblatt für Schüler,

Text: „Die Würde des Menschen“

Vorbemerkung: Für die Durchführung dieser Unterrichtseinheit sind 2 x 50 Minuten notwendig.

Unterrichtsskizze:

Schülerinnen/Schüler bzw. Lehrerinnen/Lehrer nehmen verschiedenen Tageszeitungen

(z.B. Kurier, Krone, Presse, ...) mit.

Schülerinnen und Schüler bearbeiten in Gruppen verschiedene Zeitungen. Jede Gruppe

erhält mehrere (mind. 4) Zeitungen (dieselbe Zeitung von verschiedenen Tagen).

Jede Gruppe erhält einen Bereich (z.B. Politik, Chronik, Wirtschaft, Sport, Witze) und die

Schülerinnen und Schüler schneiden alles, was Frauen und Männer betrifft heraus (Bilder,

Artikel, Anzeigen, Serien, ...) und fertigen eine Collage an. Die Schülerinnen und Schüler

sollen eventuell Schlagwörter für die Rollen finden und dazuschreiben.

*) Die Unterrichtsvorbereitung stammt von Gerda Schönbauer und Renate Saipt (vgl. Literaturliste).


- 24 -

Danach präsentiert jede Gruppe ihr Plakat und schildert die Eindrücke, Meinung über die

Darstellung von Frau und Mann in der von ihnen behandelten Zeitung.

Zur Festigung kann ein Infoblatt an die Schülerinnen und Schüler verteilt werden, wobei

die Schülerinnen und Schüler in ein bis zwei Sätzen das Ergebnis ihrer Arbeit zusammenfassen:

z.B.:

‣ Männer werden als Macher, Kämpfer und als Persönlichkeit dargestellt; Frauen dagegen

als Ware oder Aufputz für die Männer.

‣ diese diskriminierende Darstellung der Frau bewirkt, dass sie Vorstellungen von einer

„normalen“ Frau auf vier bis fünf typischen Frauenklischees festlegt (z.B. Hausfrau,

elegante Dame, Sexgespielin, ...) was durchaus nicht der Realität entspricht.

Als Abschluss kann mit verteilten Rollen „Die Würde des Menschen“ gelesen werden.

Vorschlag 2:

WERBESPOTS

Unterrichtsmittel: Kassettenrecorder, Kassette mit Werbespots, Arbeitsblätter = Folien für

Schülerinnen und Schüler, OH-Projektor, Folienstifte, Infoblatt für Schülerinnen und

Schüler.

Unterrichtsskizze:

Es werden 6 Gruppen gebildet. Jede Gruppe erhält ein Arbeitsblatt = Folie mit Beobachtungs-aufgaben.

Die Lehrerin bzw. der Lehrer spielt Werbespots hintereinander vor und die Schülerinnen

und Schüler tragen entsprechend ihrer Aufgabenstellung in das Arbeitsblatt = Folie ein.

Danach werden die Folien von den Gruppensprecherinnen und -sprecher präsentiert und

mit den Schülerinnen und Schülern diskutiert.

Überleitung: Vergleich mit Realität – austeilen des Infoblattes (siehe Vorschlag 1) und

besprechen.

Vorschlag 3:

ILLUSTRIERTENWERBUNG

Unterrichtsmittel: verschiedene Illustrierte, Arbeitsblatt, Infoblatt für Schülerinnen und

Schüler

Text: „Die Würde des Menschen“

Unterrichtsskizze:

Die Schülerinnen und Schüler arbeiten in Gruppen und verwenden verschiedene Illustrierte

oder Zeitschriften.

Die Schülerinnen und Schüler sollen die Bilder und Texte in ein Arbeitsblatt nach untenstehendem

Muster einordnen, dass Ergebnis kurz zusammenfassen und ein Beispiel

heraussuchen, dass typisch für das erarbeitete Ergebnis ist.

Überleitung: Vergleich mit Realität – Infoblatt.

Mit verteilten Rollen wird der Text: „Die Würde des Menschen“ gelesen.


- 25 -

Beispiel für ein Arbeitsblatt zur Werbung in Illustrierten und Zeitschriften:

Frauen

Männer

Die abgebildeten Personen befinden sich

am Arbeitsplatz

bei der Hausarbeit

in der Freizeit

Sie haben offensichtlich/wahrscheinlich folgende

Stellung:

Hausfrau/-mann

untergeordnete Hilfskräfte

Angestellte

höhere Positionen

Die abgebildeten Männer und Frauen

gehen partnerschaftlich miteinander um

Frauen stehen im Abhängigkeitsverhältnis zu

den Männern

Männer stehen im Abhängigkeitsverhältnis zu

den Frauen

aus: Frauenfeindliche Werbung

von Christiane Schmerl


- 26 -

Arbeitsblatt: Darstellung von Frau und Mann in den Medien im Vergleich zur gesellschaftlichen Realität

MÄNNER in den MEDIEN FRAUEN in den MEDIEN ... und der ALLTAG?

Männer scheinen in den Medien auf als:

Berater

Bosse (Wirtschaft, Politik, Sport)

Experten

Frauen dagegen werden sehr häufig diskriminierend

und realitätsfremd dargestellt:

Frauen kommen fast nie in der Arbeitswelt

vor

Man findet in den Medien sehr oft 3 Frauentypen:

55 % der Frauen sind berufstätig, davon verdient

mehr als 1/3 den Lebensunterhalt für

sich und ihre Familie allein!

1/3 aller Frauen ist alleinstehend

Sie werden eher als Persönlichkeit dargestellt:

als Kämpfer

erfolgreiche Konkurrenten

sie schaffen etwas und

sie schaffen an

sie sind sachlich und

zeigen keine Gefühle

die bedürfnislose, gütige Mutter, die glücklich

und zufriedene Hausfrau, die strahlend und

so nebenbei alle Arbeiten locker erledigt.

das dümmliche, lieb-naive Sexualobjekt, dass

nur im erotischen Bereich raffiniert sein darf

das unerreichbare Luxusgeschöpf und

Schönheitsideal, dass zur Dekoration von

Waren oder Männern dient.

Heute maturieren bereits mehr Mädchen als

Burschen (1982/83: 51 % aller Maturanten

sind Mädchen, 49 % Burschen)

Die Mode- und Kosemtikindustrie nimmt zuerst

den Frauen das Selbstbewußtsein, um

es ihnen später wieder teuer zu verkaufen.

Überlegen Sie bitte, ob diese Bilder, die von Männern und Frauen gebracht werden, tatsächlich mit Ihrem Alltag übereinstimmen,

ob hier nicht wenige fragwürdige Muster als „Vorbild“ gezeigt werden. Fassen Sie bitte Ihre Überlegungen hier mit zwei Sätzen zusammen:


- 27 -

DIE WÜRDE DES MENSCHEN

Sohn:

Vater:

Sohn:

Vater:

Sohn:

Vater:

Sohn:

Vater:

Sohn:

Vater:

Sohn:

Vater:

Sohn:

Vater:

Sohn:

Vater:

Sohn:

Vater:

Sohn:

Vater:

Sohn:

Vater:

Sohn:

Vater:

Sohn:

Vater:

Sohn:

Vater:

Papa, Charly hat gesagt, sein Vater hat gesagt, die Abbildung von nackten

Frauen, die überall in den Zeitungsständen ausgestellt sind, sind eine Schweinerei!

Also, Ausdrücke lernst du von Charlys Vater! Mäßige dich mal, ja?

Hat er aber gesagt! Und mit Kunst hätte das gar nichts zu tun!

In der Kunst werden doch schon von jeher nackte Menschen dargestellt.

Charly hat aber gesagt, sein Vater hätte gesagt: Kunst, das wäre die Venus von

Mirow, und die sähe ganz anders aus! Und das stimmt! Das habe ich selbst

gesehen!

Also, Moment mal. Erstens heißt es nicht „Venus von Mirow“, sondern die „Venus

von Milo“!

Ja, richtig! Milo! Hat er auch gesagt.

Und außerdem: Woher kennst du eigentlich die Venus von Milo?

Och, du hast so ein Buch im Schrank, da hab ich neulich mal drin geblättert. Und

da war auch die Venus von Mirow ... von Milo drin.

Soso, du blätterst also in Büchern aus meinem Schrank. Hast du auch noch in

anderen Büchern aus meinem Schrank geblättert?

Nö, nur in dem einen, wo die Venus von ... Milo drin ist. Und die sah ganz anders

aus.

Wieso sah die anders aus?

Die hat doch keine Arme!

Ach so, deshalb! Na ja, die hat natürlich mal Arme gehabt. Es ist das Standbild

der Göttin Aphrodite, das wahrscheinlich vor etwa 2000 Jahren in Griechenland

geschaffen wurde. Als man es vor 150 Jahren in der Stadt Melos in Griechenland,

die heute Milo heißt, aus den Trümmern ausgrub, waren die Arme abgebrochen.

Aber dass es sich um ein großes Kunstwerk handelt bei der Venus von

Milo, sieht man natürlich heute noch, obwohl sie keine Arme mehr hat.

So alt ist die also ... Woher weißt du das alles?

Man ist schließlich ein gebildeter Mensch!

Dann ist Charlys Vater also auch ein gebildeter Mensch?

Natürlich ist er das – wenn er die Venus von Milo kennt!

Charly hat gesagt, sein Vater hätte gesagt, die Bilder von nackten Frauen in den

Zeitungsständen hätten mit der Venus von Milo überhaupt nichts zu tun. Das

seien alles Kari ... Kariku ...

Karikaturen ... willst du wohl sagen.

Ja, Kariku ... Was ist das eigentlich?

Karikaturen? Das sind Darstellungen von Dingen oder Menschen, die die Wesenszüge

des Dargestellten so verzerrt oder übertrieben wiedergeben, dass das

Ganze komisch und lächerlich wirkt.

Warum macht man denn solche Bilder als Karikaturen?

Das ist doch ganz einfach! Damit die Leute hingucken sollen.

... Du, Papa! Als wir vorigen Sommer am FKK-Strand waren, da waren wir doch

auch alle nackt, und niemand hat geguckt.

Das ist doch ganz natürlich. Jeder weiß doch, wie Menschen aussehen.

Die gucken also nur nach Karikaturen?

Ja! Schließlich sind wir ja wohl keine Karikaturen. Und deshalb hat eben keiner

geguckt.


- 28 -

Sohn: Aber wenn das alles ganz natürlich ist und jeder weiß, wie Menschen aussehen,

warum werden dann Abbildungen von nackten Frauen in den Zeitungsständen

gezeigt?

Vater: Also, ich weiß es nicht. Es interessiert mich auch gar nicht. Und nun laß mich

endlich in Ruhe. Ich hab zu tun, das siehst du doch.

Sohn: Charly hat aber gesagt, sein Vater hat gesagt, ältere Männer interessieren sich

besonders dafür.

Vater: Also, nun hör mal gefälligst auf! Erstens bin ich kein älterer Mann, und außerdem

kann mich dieser Vater von Charly ... äh ... kann mir Charlys Vater gestohlen

bleiben. Was gehen mich denn solche Bilder an?

Sohn: Ich möchte jedenfalls nicht, dass so ein nacktes Bild von Mutti ausgestellt würde,

und jeder könnte es angaffen! Möchtest du das etwa?

Vater: Nein, selbstverständlich nicht. Und dann sprich bitte mit etwas mehr Respekt von

deiner Mutter.

Sohn: Tu ich ja gerade!

Vater: Hast du eigentlich schon deine Mathematikaufgaben gemacht?

Sohn: Nö ...

Vater: Na also, dann beschäftige dich mal mit etwas Vernünftigem!

Sohn: Jaja ... jaja ... a-quadrat plus b-quadrat gleich ...du Papa, Papa!

Vater: Was ist denn nun schon wieder? Du kannst einem heute mal wieder den Nerv töten!

Sohn: Weißt du, was Charlys Vater noch gesagt hat?

Vater: Schon wieder dieser Vater von Charly ... Was soll Charlys Vater schon noch gesagt

haben?

Sohn: Er hat gesagt, das verstößt überhaupt gegen das Grundgesetz.

Vater: Was verstößt gegen das Grundgesetz?

Sohn: Na, das Ausstellen von Karikaturen, oder wie das heißt von nackten Frauen in

Zeitungsständen!

Vater:

Sohn:

Vater:

Sohn:

Vater:

Sohn:

Vater:

Sohn:

Vater:

Sohn:

Wieso denn das?

Charlys Vater hat gesagt: Im Grundgesetz Artikel I heißt es: Die Würde des Menschen

ist unantastbar, und der Staat ist verpflichtet, sie zu schützen ... oder so

ähnlich, glaube ich.

Richtig! Sieh mal an! Da hat Charlys Vater ja mal etwas gesagt, was tatsächlich

stimmt. Und nun meint er, die Abbildungen nackter Frauen verstießen nach Artikel

I des Grundgesetzes gegen die Würde des Menschen!

Nö, das nicht. Nur, wie die abgebildet sind, und dass man sie an jeder Ecke in

den Zeitungsständen ausstellt, hat er gesagt.

Dieser großartige Vater von Charly scheint in seinen Ansichten ziemlich pingelig

zu sein.

Weiß ich nicht. Du Papa, warum stellt man eigentlich immer nur Bilder von nackten

Frauen aus und nicht von nackten Männern?

Das würde doch keinen Menschen interessieren.

Aber wenn man die nackten Männer nun auch so verzerrt und übertreiben abbilden

würde, dass sie komisch wirken, so als ... Karikaturen? Dann gucken die

Leute doch hin, Papa?

Das fehlte uns gerade! Wir ... als Karikaturen! Du hast doch selbst gesagt: Charlys

Vater hat gesagt, nach dem Grundgesetz Artikel I ist die Würde des Menschen

unantastbar.

Okay, Papa! ... Aber ... sind den Frauen keine Menschen?

Aus: „Papa, Charly hat gesagt ...“

Reinbek 1979


- 29 -

GRUPPE:

FÜR WELCHES PRODUKT WIRBT IN DEN FOLGENDEN WERBESPOTS DIE FRAU,

FÜR WELCHES DER MANN, FÜR WELCHES BEIDE?

Tragen Sie die Produkte in die Tabelle ein:

FRAUEN MÄNNER BEIDE


- 30 -

1. GRUPPE

TRAGEN SIE IN DIE TABELLE DIE OFFENSICHTLICHE ODER WAHRSCHEINLICHE

STELLUNG DER IN DEN WERBESPOTS VORKOMMENDEN PERSONEN EIN (z.B.

Hausfrau/-mann, untergeordnete Hilfskräfte, technische Fachleute, höhere Position, ...)

FRAUEN

MÄNNER


- 31 -

2. GRUPPE

ACHTEN SIE BEI DEN FOLGENDEN WERBESPOTS AUF DIE STIMMEN DER

PERSONEN UND TRAGEN SIE IN DIE TABELLE EIN, WER DEN SPOT

KOMMENTIERT, ALS AUTORITÄT ETWAS INTERPRETIERT ODER BERÄT (z.B.

junge Frauen-/Männerstimme, ältere Frauen-/Männerstimme).

STIMME – FUNKTION (ROLLE)


- 32 -

3. GRUPPE

WELCHE BEDÜRFNISSE (INTERESSEN, VORLIEBEN, WÜNSCHE, SEHNSÜCHTE

wie z.B. Schönheit, gute Köchin, basteln, ...) WERDEN IN DEN WERBESPOTS BEI

FRAUEN UND MÄNNERN ANGESPROCHEN?

FRAUEN

MÄNNER


- 33 -

4. GRUPPE

WELCHE AUSSAGE UND ANGABEN MACHEN IN DEN FOLGENDEN

WERBESPOTS MÄNNER

(z.B. Mann kriegt schlechtes Gewissen, weil er nicht das Mittel X verwendet;

Mann macht Vorwürfe, weil nicht richtig geputzt, gespült ist;

Mann ist uninformiert, fragend;

Mann ist überlegen, erteilt Rat, löst technische Probleme;

usw.).

MÄNNER


- 34 -

5. GRUPPE

WELCHE AUSSAGEN UND ANGABEN MACHEN IN DEN FOLGENDEN

WERBESPOTS FRAUEN

(z.B.: Frau kriegt schlechtes Gewissen, weil sie nicht das Mittel X verwendet;

Frau macht Vorwürfe, weil nicht richtig geputzt, gespült ist;

Frau ist uninformiert, fragend;

Frau ist überlegen, erteilt Rat, löst technische Probleme;

usw.).

FRAUEN


- 35 -

Frauen und Männer in der Werbung

Wie zeichnet Werbung die Frauen und das Bild des Weiblichen, wie die Männer und

das Bild der Männlichkeit?

Urs Jaeggi hat die „schiefen Bilder“ von der Frau in der Werbung zu charakterisieren

versucht:

DIE BRAVEN HAUSFRAUEN UND DIE LIEBEN MÜTTER

Lebensaufgabe und Lebenserfüllung wird durch die Verwendung der richtigen Waschund

Pflegemittel definiert, Schuld- und Minderwertigkeitsgefühle beeinflussen die Hausfrauen.

Die Mütter samt ihren Kindern werden in der Werbung als reine Harmonieverkörperungen

dargestellt: die Fernsehmutter liebt ihre Kinder heiß und innig und hat sogar

noch zärtliche Gefühle, wenn sie heimkommen wie die Ferkel, denn sie hat ja Mittel

„X“ dagegen.

Die Reduktion der Frauen auf Dienerinnen und Serviererinnen für ihre Familie ist oft

nahezu widerwärtig: der „Dank“ der Familie als fast zwanghaft zu erjagendes Lebenselexier

entschädigt für alle Unbill. Was in den (Werbe-) Frauen selber vorgeht, schimmert

an keiner Ecke durch, sie werden als einheitlich reagierende emotionale Ungeheuer

hingestellt.

DIE VELO- UND FRISCHWÄRTS-MÄDCHEN

Das sind die meist recht jungen, sehr dynamischen Mädchen, die – auf ihren Fahrrädern

oder so – inmitten zauberhafter Atmosphäre mit ungehemmter Lebenslust und

Sinnenfreude das entsprechende Produkt an den Mann bzw. an die Frau bringen sollen.

Weiblichkeit wird hier reduziert aufs Hervorkitzeln von prickelnder Quasi-Erotik. Bei

anderen Werbe „aussagen“, die noch mehr auf den Anreiz durch weibliche Geschlechtsmerkmale

spekulieren, kann diese Tendenz ins Extrem gesteigert sein: Busen,

Beine, und Po´ („Die Beine ihres Autos“), weibliche Haut in Nahaufnahme, Zunge, die

über feuchte Lippen leckt ...

DIE UNGESCHICKTEN UND DIE SUPERKLUGEN

Die beiden Untertypen sind ein häufiges, allzuhäufiges Thema der Werbung. Entweder

schauen die Frauen in dümmlich-treuherziger Manier zu dem auf, der sie über irgendein

Produkt aufklärt und die Erleuchtung bringt, oder sie reden selber ... sehr viel und äußerst

trocken und wie auswendig gelernt. Wenn wir uns vergegenwärtigen, was alles

von den Werbefrauen „nicht kapiert wird“ (bis sie in die rechte Richtung gestubst werden),

erkennen wir das gängige düstere Bild vom weiblichen Intelligenzniveau, womit in

der Werbung gearbeitet wird.

DAS LUXUSGESCHÖPF ODER DIE KONSUMHYÄNE

Sie sind nicht mehr ganz so jung, immer aber damenhaft und anspruchsvoll, mit einem

Mann in vermutlich hoher Position im Hintergrund. Sie kaufen immer das Kostspieligste

und Beste („lassen nur eine bestimmte Seife an ihre Haut“). Dieser Typ ist wählerisch

und erhaben über alles Rohe – erhaben über den Alltag, ein Ausbund an Unwirklichkeit

... was aber nicht ausschließt, dass ein solches Bild sich unbewußt in den Köpfen

festsetzt!


- 36 -

Auch eine im Grunde reduzierte, frauenfeindliche Vorstellung vom weiblichen Wesen?

Diese Geschöpfe dienen letztlich als Zierde des Mannes, der sie „sein eigen“ nennt!

Kommt nun der Mann besser weg in der Werbung? Ist das Bild der Männlichkeit nur

das Gegenteil des Frauenbildes, die Umkehrung des Negativen ins Positive? Oder ist

es viel differenzierter und enthält eigene, ähnliche rigide und überzeichnete Forderungen?

DER MANN IN DER WERBUNG

Er ist stark und überlegen, gibt nicht auf, ist erfolgreich im Beruf (die Frau dagegen ist

oft berufslos) und bei der Durchsetzung im Leben. Er entscheidet, und die ist immer

richtig. Er ist selbstsicher, weiß alles und belehrt andere. Er ist Experte (z.B. für Kaffee,

Zahnputzmittel) oder Wissenschafter, meistens kompetent. Er ist einsam, aber hart und

hat eine nie ermüdende körperliche Kondition.

An seinen Fehlern (er ist z.B. gereizt, weil das Hemd kratzt, hat beruflichen Mißerfolg,

weil er nicht das Richtige anhat) ist dann die Frau schuld. Es ist aber die Frage, wie der

reale Mann mit dem Bild, was ihm von der Werbung vorgeführt wird, fertig wird. Bekommt

er Angst, wenn er sich mit dem überlegenen, starken Werbe-Mann insgeheim

vergleicht?

Berlin, 1981

Aus: Schmerl, Christiane

Frauenfeindliche Werbung,

Elefanten Press,


- 37 -

4.4

Weibliches und männliches

Sprachverhalten *)

geeignet für den Unterricht in Deutsch und Kommunikation

Einstieg:

Brainstorming: Was sieht die Gesellschaft als

(ein Plakat mit der Überschrift) „TYPISCH WEIBLICH“?

(ein Plakat mit der Überschrift) „TYPISCH MÄNNLICH“?

Schüler/innen gestalten diese Plakate!

Diskussion

Schüler/innen sollen die Plakatnotizen als Anregung zur gemeinsamen Diskussion

nehmen.

Lehrer/in soll Schüler/innen darauf hinweisen:

Was sind Klischees, an die sich die Gesellschaft „gewöhnt“ hat, was ist die Realität?

Alte Rollenbilder sind in unserer Gesellschaft noch immer stark vertreten! Es gibt solche,

die betrübliche Folgen haben, aber auch welche, über die wir lachen.

Zum Nachdenken: Wie sind diese Klischees entstanden, warum pflegen wir sie und geben

sie weiter, auch wenn wir dadurch verletzend wirken können.

Überleitung

Gibt es Unterschiede zwischen weiblichem und männlichem Sprachverhalten?

Partnerarbeit: Schüler/innen sollen mögliche Unterschiede diskutieren und notieren!

Um Schülerinnen und Schüler für diese Aspekte zu sensibilisieren, kann eine Videoaufzeichnung

einer Fernsehdiskussion angesehen und analysiert werden:

Wer benutzt welche Sprache?

Wer bringt welche Beispiele/Vorschläge?

Wer fragt häufiger nach?

Wer unterbricht wie oft und wen?

Wer nimmt anderen das Wort weg?

Wer versucht sein/ihr Thema durchzusetzen?

Welche Körperhaltungen werden eingenommen?

Wer benötigt viel Raum, wer wenig?

*) Die Unterrichtsskizze stammt von BOL Christa Teix, Landesberufsschule St. Pölten


- 38 -

ODER:

Eine andere Möglichkeit wäre die Imitation einer Fernsehdiskussion. Einige Freiwillige

ziehen Zettel, auf denen ihre Rolle kurz beschrieben ist und aus denen klar hervorgeht,

ob sie eine Frau oder einen Mann spielen. Zu einem bestimmten Thema wird diskutiert

– die nicht Mitspielenden beobachten und geben nach Ende des Spiels ihre Meinung

ab, wer eine Frau und wer ein Mann war. Nun kann darüber geredet werden, welches

Verhalten zu welcher Aussage geführt hat. Dabei sollte problematisiert werden, dass

beim Spiel Klischees, wie Frauen/Männer reden sich bewegen, .... voraussichtlich

übertrieben dargestellt (und damit reproduziert und noch nicht hinterfragt) wurden, um

ein Erkennen zu erleichtern.

Sinnvoll wäre es auch, über die Bewertungen (z.B. Zusammenhang von Kompetenzvermittlung

und gefühlvolles bzw. abstraktes Reden) und Doppelstandards von Eigenschaften,

Verhaltensweisen (z.B. breitbeiniges Dasitzen oder Beine-Übereinanderschlagen

bei Frauen, bei Männern) und über die Abhängigkeit bestimmtes Verhaltensweisen

von Erziehung, Kultur, Gesellschaft zu reden.

Feedback der Schüler/innen

Zusammenfassend soll folgendes festgestellt werden:

Es gibt eine bedeutende Zahl an Forschungsergebnissen, die Unterschiede zwischen

männlichem und weiblichem Sprachverhalten dokumentieren. Interaktionen lassen sich

natürlich nicht nur auf das Geschlecht reduzieren, sondern eine Vielzahl an Faktoren

spielen dabei zusammen: z.B. Hierarchie und Status der Personen, Intention des Gesprächs,

Erziehung, ...

Es kann daher nicht von einer fixen Rollenzuschreibung des Sprachverhaltens gesprochen

werden, sondern nur von beobachtbaren Tendenzen! (Siehe Frauensprache –

Männersprache“)

Schüler/innen sollen für diese Unterrichtseinheit(en) ihre Lernziele selbst definieren:

+ Was habe ich in dieser Stunde gelernt?

+ Welche Erkenntnisse habe ich gehabt?

Allgemeine Informationen für den Lehrer bzw. für die Lehrerin:

¦ Bei der Untersuchung von Paargesprächen (jeweils eine Frau mit einem Mann)

stellte sich heraus, dass in bezug auf diese interaktionelle Arbeit eine (meist) unbewußte

Arbeitsteilung erfolgt:


- 39 -

¦ Frauen bringen mehr Themen in die Konversation ein als Männer, im Gespräch setzen

sich dann aber die Themen der Männer durch, weil die Frauen mehr konversationelle

Arbeit leisten, um diesen Themen zum Erfolg zu verhelfen. Sie machen z.B.

eigene Beiträge zu den von den Männern eingebrachten Themen oder fragen auch, und

so entwickelt sich ein längeres Gespräch. Männer hingegen reagieren bei den Themen

der Frauen oft nur minimal und zeigen wenig Aufmerksamkeit.

Frauen stellen in ihren Redebeiträgen mehr Fragen als Männer. Diese Fragen können

als Strategie der Frauen interpretiert werden, um Aufmerksamkeit und Reaktionen auf

ihre Äußerungen zu erhalten, als Aufforderung für Gesprächsbeiträge, um die Konversation

in Gang zu halten.

Reine Frauen- und Männergruppen unterscheiden sich voneinander in Diskussionsinhalten

und Interaktionsmustern, auch wenn sie dieselbe Intention haben (z.B. sich gegenseitig

besser kennenlernen).

In den männlichen Gruppen sprachen die Männer wenig über sich selbst, ihre Gefühle,

ihre Familien oder ihre Beziehungen mit wichtigen anderen Personen, während

diese Themen zentrale Themen in den weiblichen Gruppen waren. [...]

Die Themen Leistung, Wettstreit und Aggression waren in den männlichen Gruppen

auch zentraler als in den weiblichen Gruppen. In den männlichen Gruppen drückten die

Mitglieder ihr Interesse darüber aus, in welcher Relation sie zueinander standen. Dies

nahm oft die Form an, einander auszufragen, einander in der Gruppe in kompetitiver

Weise einzuschätzen, indem herausgefunden wurde, wer am belesensten ist, wer am

weitesten gereift ist und wer am besten informiert ist. Es gab häufigen Bezug auf

Scherze und Hereinlegen von anderen, darauf, jemanden auszutricksen, jemanden

etwas anzutun oder einfach besser zu sein als ein anderer. 45

Eigenschaften eines „weiblichen Stils“ lassen sich folgendermaßen charakterisieren:

Frauen sprechen eher [...] über persönliche Themen wie Familie, Beziehungen, Verwandtschaft,

über Ereignisse innerhalb des Lebens- und Familienzyklus, über Menschen

in ihrer Umgebung und deren Verhalten, über Krisen, Schwierigkeiten und Probleme.

In diesen Gesprächen scheint es weniger wichtig zu sein, verschiedenen Definitionen

der Ereignisse, der Beziehungen und der Personen gegeneinander auszuspielen,

bis eine gewinnt, sondern eher zu einer gemeinsamen Definition von Ereignissen, gemeinsamen

Einschätzungen und Bewertungen zu kommen [...]. 46

In gemischten Diskussionnen treffen nun diese unterschiedlichen Sprachstile, Verhaltensweisen

und Strategien aufeinander. Analysen von gemischtgeschlechtlichen

Diskussionen (z.B. im Fernsehen) zeigen:

Frauen ergreifen weniger oft das Wort und liefern kürzere Redebeiträge. Männer unterbrechen

Frauen systematisch. Frauen unterbrechen Männer kaum. Frauen müssen um

ihr Rederecht kämpfen und darum, es zu behalten. Frauen stellen mehr Fragen, auch

Fragen, mit denen sie ihr Rederecht erzwingen. Männer bestimmen die Themen und

kontrollieren den Gesprächsverlauf. Frauen leiten die dafür nötige unterstützende Gesprächsarbeit

(z.B. durch „hm“, „ja“ oder andere Bekräftigungen).


- 40 -

Frauen unterstützen eher Männer als andere Frauen. Frauen beziehen sich häufiger auf

vorhergegangene Redebeiträge, sind persönlicher und entschuldigen sich mehr. Frauen

reden andere Diskussionsteilnehmer häufiger mit deren Namen an und sprechen kaum

zur Gruppe als Ganzes. 47

Frauen befinden sich in einer „double.bind-situation“, sie verlieren auf jeden Fall: als

„Dame“ kommen sie nicht zu Wort, als Frau mit männlichem Sprachverhalten werden

sie als uncharmant empfunden und als „männlich“ abqualifiziert.

45) Aries 1987, S. 117

46) Trömel-Plötz 1984, S. 362 f

47) Vgl. Dutter-Jonas, Seifried 1988, S. 114, Trömel-Plötz 1987, S. 288ff.

48) Trömel-Plötz 1984, S.384


- 41 -

Kleiner Unterschied - ganz groß

FRAUENKLISCHEE

Beraten

Kassieren

Verkaufen

Dienen

Pflegen

Helfen

Erziehen

Vermitteln Werte

Geben Schwächen zu

Hören auf Körpersignale

Zeigen Gefühle

Haben mehr Identität

Motivieren besser

Nützen Synergien

Geben Fehler zu

Sind Offen

Sind kompromißbereit

Verdienen weniger

Sterben später

MÄNNERKLISCHEE

Steuern

Planen

Konstruieren

Führen

Sichern

Befehlen

Sind

arbeitssüchtig

Leben vom Erfolg

Hassen Schwächen

Kontrollieren

Haben Angst vor anderen

Männern

Weinen nicht

Müssen stark sein

Achten nicht auf Körpersignale

Überspielen Trauer

Verdienen mehr

Sterben acht

Jahre früher

MWenn eine Frau so lang und so oft redet wie ein Mann, wird sie

als geschwätzig, vielredend, dominant gehört.

MWenn eine Frau sich selbst in ihrer Autorität und Leistung so

darstellt wie ein Mann, gilt sie als unbescheiden und arrogant.

MWenn eine Frau hart auf ihrem Standpunkt besteht oder sogar

ironisch, sarkastisch, aggressiv ist, gilt sie als unfeminin, wenn

nicht kastrierend.

MWenn eine Frau starke Sprache benützt und damit ihren Unmut,

ihren Ärger, ihre Wut ausdrückt, gilt sie als unfein, wenn nicht vulgär.

48


- 42 -

Frauensprache

Männersprache

Typisch „weibliche“

Kommunikation

Typisch „männliche“

Kommunikation

· Vorrangig ist ein

angenehmes

Gesprächsklima, das alle

Details mit einbezieht =

ganzheitlich

· Vorrangig sind Zahlen,

Fakten, Resultate = linear

· Partnerschaftlich,

gleichberechtigt

· Abgrenzend, hierarchisch

orientiert

· Alle gewinnen · „Gewinnen oder Verlieren“

· Aktives Zuhören =

unterbrechen seltener

· Wer spricht, der führt =

häufige Unterbrechungen

· (Sich selbst hinter-)

Fragende

· Selbstbewusster,

behauptender

Buchempfehlungen: Katrin Oppermann, Erika Weber: „Frauensprache – Männersprache

/ Orell Füssli Verlag Zürich 1995 Friedemann Schulz von Thun: Miteinander Reden,

1, 2, 3. Rowohlt Taschenbuch Verlag GmbH 1999


- 43 -

4.5

Frauen und Männer im

Gespräch *)

Informationen.

1. Unterrichtsablauf inkl. Arbeitsblätter

2. Unterrichtsmittel

3. Lernziele

4. Begründungen – Wunsch der SchülerInnen. Lehrplan. Unterrichtsprinzipien.

5. Hinweise auf weitere Informationen. Stundenbilder.

Unterrichtsablauf

Nach Jochen und Monika Grell

Phase 0 Vorbereitung. 2 Min. L – S

Vorbereitung der Arbeitsunterlagen. Auch zu Phase 2.

Phase 1 Positive Einstimmung. 3 Min. L-Gespräch

Dank an die SchülerInnen für Mitarbeit während des Lehrganges

und heute. Vor allem für ihre Themenwahl (siehe

top 4. Begründung).

Sprache der Blumen: Stiefmütterchen als Symbol für

GEDANKEN.

Phase 2 Unterrichtseinstieg. 5 Min. L-S-Gespräch

Gruppenarbeit

Hinweis auf die bisherigen Gedanken & Arbeiten der SchülerInnen

zu „Frauen und Männer“ „Berufstätigkeit der

Frauen“ „Männer und Hausarbeit“ sowie deren Präsentation.

Heute Gedanken über Kommunikation zwischen

Frauen und Männern: Thema „Frauen und Männer im Gespräch“.

Ausgehend von den Briefen der SchülerInnen an ihre

NachfolgerInnen einige Bereiche des großen Themas

„Frauen und Männer im Gespräch“ ausgewählt.

Gruppenarbeit als beliebteste Form, daher heute für jede

Gruppe 1 Kuvert – Puzzleteil. Zusammensetzen und sodann

von allen Gruppen auf den zentralen Tisch legen =

Randstücke eines größeren Puzzles (120 Teile)

*) Das Stundenbild stammt von BOL Christine Heindl, LBS Eisenstadt


- 44 -

Phase 3 Informationsinput. 5 Min. L-S-Gespräch

Erläuterung der mit dem Puzzlerand entstandenen Arbeitsbereiche.

Bedeutung für „Frauen und Männer im Gespräch“

hervorheben und Verbindung zu „geschlechtsbezogene

Kommunikationsblockaden“ aufzeigen (Tafelbild – Blatt).

Ziel der Unterrichtseinheit: Abbau der eigenen Blockaden

und Störungen und jener, die ich bei anderen verursache –

als Frau, als Mann – damit wir Gespräche gleichberechtigt

führen können. Kommunikationstipps der SchülerInnen

zitieren.

Phase 4 Anbieten von Lernaufgaben. 2 Min. L-Gespräch

Jede Gruppe erhält zu ihrem Arbeitsbereich eine Aufgabe,

um diese gemeinsam zu lösen und anschließend – in unterschiedlicher

Form – zu präsentieren. Der dazugehörende

„Tipp“ für die NachfolgerInnen soll auf die restlichen Puzzleteile

geschrieben werden.

Phase 5 Selbständige Arbeit. Lernerfahrung. 13 Min. Gruppenarbeit

Die SchülerInnen arbeiten mit Hilfe der übergebenen Arbeitsunterlagen

in den jeweiligen Gruppen (Musik im Hintergrund)

und bereiten die Präsentation vor.

Gruppe A Wie soll ich Frauen/Männer ansprechen?

Gruppe B Wie setze ich als Frau/Mann meine Körpersprache

ein?

Gruppe C Wie kann ich Aufmerksamkeit erhalten, wie

schenken?

Gruppe D Wie wehre ich mich gegen Unterbrechungen?

Gruppe E Wie schaffe ich es, meine Ideen nicht zu verlieren?

Phase 6 „Auslöschung“ 2 Min. L-S-Gespräch

Lehrerin gibt ein Rätsel auf (siehe Arbeitsblatt). Alternative

ist die Übung aus der ersten gemeinsam Stunde „Gegenüber“.


- 45 -

Phase 7 Weiterverarbeitung. 15 Min. S-S-Gespräch

Präsentation

Reihenfolge nach den Wünschen der SchülerInnen. Notiz

und jeweils Einbau der Puzzleteile in das gemeinsame

Gesamtpuzzle.

Gruppe A Wort, die Frauen, die Männer direkt

ansprechen.

Gruppe B Raum für Frauen. Raum für Männer.

Gruppe C Schwache oder starke Sprache?

Gruppe D Jetzt rede ich!

Gruppe E Verkehrsregeln – Gesprächsregeln.

Phase 8 Gesamtevaluation. 3 Min. L-S-Gespräch

Gesamtpuzzle vortragen und anschließend wählt jede/r

SchülerIn seine/n „1. Schritt zur Veränderung“. Dank für die

Mitarbeit, die „lächelnden“ Tischkarten und das Geschenk

an die nächste Klasse. Mein Dank für den gesamten Lehrgang:

die Blumensprache, ein Gedicht und

„Ein Lächeln ist die kürzeste Entfernung zwischen zwei

Menschen.“


- 46 -

Arbeitsblatt

Männer und Frauen im Gespräch

Wie soll ich Frauen/Männer

Ansprechen?

A

Worte, die Frauen, die Männer

direkt ansprechen.

Wie setze ich als Frau/Mann

meine Körpersprache ein?

B

Raum für Frauen.

Raum für Männer.

Wie kann ich Aufmerksamkeit erhalten

wie schenken?

C

Schwache oder

starke Sprache

Wie wehre ich mich gegen Unterbrechungen?

D

Jetzt rede

ICH!

Wie schaffe ich es,

meine Ideen nicht zu verlieren?

E

Verkehrsregeln

Gesprächsregeln

Ein Vater und ein Sohn machen zusammen eine Tour

im neuen Sportwagen des Vaters. Während er zu schnell

um die Kurve fährt, verliert der Vater die Kontrolle

über das Auto und die beiden verunglücken.

Der Vater stirbt sofort bei dem Zusammenstoß,

der Sohn wird zum nächsten Krankenhaus gebracht,

wo die diensthabenden Notärzte auf ihn warten.

Einer von ihnen eilt zu der Tragbahre, auf der der Bub liegt,

zieht die Decke zurück, schreit auf und ruft aus:

„Mein Gott, ich kann nicht operieren, das ist mein Sohn!“

WER sagt das? Rätsel.


- 47 -

Arbeitsblatt

Frauen und Männer im Gespräch

Wie soll ich Frauen/Männer ansprechen?

Worte, die Frauen, die Männer direkt ansprechen.

Namen – Gruppe A

______________________________________________

Der indische Vogel

Idries Shah

Ein Kaufmann hielt seinen Vogel in einem Käfig. Er wollte nach Indien reisen, dem Land,

aus dem der Vogel stammte, und fragt ihn, ob er ihm irgendetwas mitbringen könne.

Der Vogel bat um seine Freiheit, aber das wurde ihm abgeschlagen.

Da bat er den Kaufmann, er möge in Indien einen Dschungel aufsuchen

und dort den freien Vögeln von seiner Gefangenschaft berichten.

Der Kaufmann führte das auch aus, und kaum hatte er zu Ende gesprochen,

als ein wilder Vogel, von derselben Art wie sein eigener,

wie tot aus dem Baume auf die Erde fiel.

Der Kaufmann nahm an, dieser müsse ein Verwandter seines eigenen Vogels sein,

und es tat ihm Leid, vielleicht schuld an seinem Tode zu sein.

Als er nach Hause kam, fragte der Vogel ihn,

ob er gute Nachrichten aus Indien bringe.

„Nein“, sagte der Kaufmann, „ich fürchte, ich habe schlechte Nachrichten.

Einer deiner Verwandten brach tot zusammen und fiel mir vor die Füße,

als ich von deiner Gefangenschaft erzählte.“

Kaum waren diese Worte ausgesprochen,

als der Vogel des Kaufmanns zusammenbrach und auf den Boden des Käfigs fiel.

„Die Nachricht vom Tod seines Verwandten hat auch ihn getötet“, dachte der Kaufmann.

Betrübt nahm er den Vogel und legte ihn auf die Fensterbank.

Sogleich wurde der Vogel wieder lebendig und flog auf einen nahen Baum.

„Nun verstehst du wohl“, sagte der Vogel, „dass du für ein Unglück hieltest,

was in Wirklichkeit eine gute Nachricht für mich war.

Und dass die Botschaft, der Rat, wie ich mich verhalten müsse,

um mich befreien zu können,

mir von dir selber, der du mich in Gefangenschaft hieltest, überbracht wurde.“

Und endlich befreit, flog er davon.


- 48 -

Arbeitsblatt

Frauen und Männer im Gespräch

Wie soll ich Frauen/Männer ansprechen?

Worte, die Frauen, die Männer direkt ansprechen.

Namen – Gruppe A

______________________________________________

Information

Männer sind in der Sprache die Regel und Frauen die Ausnahme. Es ist, als bestünde die

Welt nur aus Männern. Man spricht vom Geschäftsmann, vom Kunden, vom Wähler, vom

Zuschauer, vom Schüler. 100 Schüler können auch 99 Schülerinnen und 1 Schüler sein.

In unserer Sprache ist ständig von potentiellen Männern die Rede, da die Sprache auf der

Seite der Mächtigen ist.

Das ist unser Lösungsvorschlag

• damit ich mich als Frau, ich mich als Mann direkt angesprochen fühle

• damit ich Frauen und Männer in Zukunft direkt anspreche

______________________________________________

Wir präsentieren unseren KollegInnen

unseren Vorschlag, in dem wir zuerst den Text „Der indische Vogel“ (edition buchklub. lebenskreise.

Seite 44.) in rein weiblicher Form vorlesen und dann – ohne Ankündigung –

die gedruckte männliche Form verwenden. Wer reagiert?

Das ist unser Tipp an die nächsten SchülerInnen (Puzzle)

______________________________________________


- 49 -

Arbeitsblatt

Frauen und Männer im Gespräch

Wie soll ich Frauen/Männer ansprechen?

Worte, die Frauen, die Männer direkt ansprechen.

Namen – Gruppe A

______________________________________________

Information

Das ist unser Lösungsvorschlag

Wir präsentieren unseren KollegInnen

Das ist unser Tipp an die nächsten SchülerInnen (Puzzle)

______________________________________________


- 50 -

Frauen und Männer im Gespräch

Wie setze ich als Frau/Mann meine Körpersprache ein?

Raum für Frauen. Raum für Männer.

Namen – Gruppe B

______________________________________________

Information

Eng aneinander gehaltene Beine, gerade oder nach innen gestellte Füße, eng am Körper

angehaltene Arme, dh die Frau macht sich vor allem kleiner, unscheinbarer, schmäler, sie

nimmt wenig Raum in Anspruch.

Breite Beinhaltung, nach außen gestellte Füße, die Arme im Abstand zum Körper gehalten,

dh der Mann macht sich breit und nimmt mehr Raum in Anspruch.

Sie wird angegriffen, ihre Intimsphäre wird verletzt.

Er ist derjenige, der anfasst – er bestimmt über „ihren Raum“

Wie sitzt du selbst, wie bewegst du dich, wieviel Raum beanspruchst du?

Wer verletzt „deinen Raum“?

Das ist unser Lösungsvorschlag

• damit ich mehr Raum für mich zur Verfügung habe

• damit ich den Raum anderer nicht verletze

Wir präsentieren unseren KollegInnen

unseren Vorschlag, indem wir ein Plakat gestalten: 1 Person hat Raum, die andere Person

nicht. Für unsere KollegInnen stellen wir diese Personen dar, ohne (viel) dabei erklären zu

müssen.

Das ist unser Tipp an die nächsten SchülerInnen (Puzzle)

______________________________________________


- 51 -

Frauen und Männer im Gespräch

Wie setze ich als Frau/Mann meine Körpersprache ein?

Raum für Frauen. Raum für Männer.

Namen – Gruppe B

______________________________________________

Information

Das ist unser Lösungsvorschlag

Wir präsentieren unseren KollegInnen

Das ist unser Tipp an die nächsten SchülerInnen (Puzzle)

______________________________________________


- 52 -

Frauen und Männer im Gespräch

Wie kann ich Aufmerksamkeit erhalten, wie schenken?

Schwache oder starke Sprache.

Namen – Gruppe C

___________________________________________________

Information

Es scheint, dass … scheinbar … vielleicht … Ich würde sagen … …, glaube ich … Ist es

nicht so, dass …? …, oder nicht? …, nicht wahr? …, gell. Meinst du nicht auch, dass …?

Das ist nur so eine Idee von mir. Ich weiß nicht, ob Sie damit etwas anfangen können. Ich

bin eben nur eine Hausfrau. Es fiel mir eben so ein. Solltest du das nicht vielleicht ändern?

Willst du nicht hierbleiben? Ist das nicht eine Unverschämtheit? Redet er nicht einen

Haufen Unsinn? Man könnte sagen, dass … Man verhält sich dann eben zurückhaltend.

Wer kennt bei sich oder anderen derartige Formulierungen?

Welche Wirkungen haben diese auf die GesprächspartnerInnen?

Sich selbst einschränken,

in Frage stellen,

Selbstabwertung,

indirekt,

ohne ICH!

Das ist unser Lösungsvorschlag

• damit meine eigene Sprache STARK wird (bleibt)

• damit ich anderen meine Aufmerksamkeit schenken kann

Wir präsentieren unseren KollegInnen

unseren Vorschlag, indem wir ein kurzes Gespräch mit ca. 5 Sätzen vorspielen. Zuerst in

schwacher Sprache und dann das gleiche Gespräch in starker Sprache.

Als Thema wählen wir uns:

________________________________________________________

Das ist unser Tipp an die nächsten SchülerInnen (Puzzle)

______________________________________________


- 53 -

Frauen und Männer im Gespräch

Wie kann ich Aufmerksamkeit erhalten, wie schenken?

Schwache oder starke Sprache.

Namen – Gruppe C

__________________________________________________

Information

Das ist unser Lösungsvorschlag

Wir präsentieren unseren KollegInnen

Das ist unser Tipp an die nächsten SchülerInnen (Puzzle)

______________________________________________


- 54 -

Frauen und Männer im Gespräch

Information

Wie wehre ich mich gegen Unterbrechungen?

Jetzt rede ICH.

Namen – Gruppe D

___________________________________________________

Frauen unterbrechen Männer kaum, Männer unterbrechen Frauen systematisch. Es wird

unterstellt, dass das was Frauen sagen, ohne Bedeutung sei: was Frauen sagen wird daher

unterbrochen, falsch verstanden, überhört, abgetan, nicht ernst genommen und negativ

bewertet.

Frauen reden schneller, um überhaupt Aussagen machen zu können, Frauen müssen um

ihr Rederecht kämpfen und müssen kämpfen, es zu behalten. Männer werden um Stellungnahmen

gebeten.

Wenn Männer und Frauen das Gleiche tun und sagen, ist es noch lange nicht dasselbe.

Im Berufsleben: Männer sind ehrgeizig, Frauen aggressiv (Erfolg haben Männer).

Bei Beschwerden: Männer sind wütend, Frauen vulgär (Erfolg haben Männer).

Frauen müssen sich höflicher, netter, gepflegter geben als Männer, wenn sie akzeptiert

werden wollen.

In welcher Situation hast du Ähnliches schon erlebt?

Wie hast du dich dabei gefühlt?

Hast du dagegen angekämpft?

Das ist unser Lösungsvorschlag

• damit ich nicht ständig unterbrochen, abgewertet werde

• damit ich andere nicht unterbreche, nicht abwerte

______________________________________________

Wir präsentieren unseren KollegInnen

unseren Vorschlag, indem wir ein kurzes Gespräch führen. 1 Personist der ständige „UnterbrecherIn“,

wer unterbrochen wird, muss aus dem Kreis gehen (er wurde sprachlich

„getötet“) und ein Anderer beginnt das Gespräch – jedoch wieder von vorne!

Als Thema wählen wir uns: ________________________________________________

Das ist unser Tipp an die nächsten SchülerInnen (Puzzle)

______________________________________________


- 55 -

Frauen und Männer im Gespräch

Wie wehre ich mich gegen Unterbrechungen?

Jetzt rede ICH.

Namen – Gruppe D

______________________________________________

Information

Das ist unser Lösungsvorschlag

Wir präsentieren unseren KollegInnen

Das ist unser Tipp an die nächsten SchülerInnen (Puzzle)

______________________________________________


- 56 -

Frauen und Männer im Gespräch

Information

Wie schaffe ich es, meine Ideen nicht zu verlieren?

Verkehrsregeln - Gesprächsregeln

Namen – Gruppe E

___________________________________________________

Frauen beginnen häufiger Unterhaltungen, diese scheitern aber oft an der Reaktion der

Männer. Männer dagegen führen ihre Themen meist zu Ende. Frauen führen in Diskussionen

mehr Themen ein, doch Männer bestimmen und kontrollieren den Gesprächsverlauf.

Frauen leisten die Gesprächsarbeit für die Themen der Männer.

Frauen verhalten sich nicht als gleichwertige Gesprächspartner, sie bestehen nicht darauf,

dass ihr Thema diskutiert wird; sie lassen ihr Thema fallen, um irgendwelche drohenden

Konflikte zu vermeiden.

Welches Thema war dir in den letzten 10 Wochen sehr wichtig?

Erinnere dich an die prägendste Gesprächssituation.

Konntest du dein Thema wirklich mit den anderen ausdiskutieren oder ist es verloren gegangen?

Wie ist das passiert?

Das ist unser Lösungsvorschlag

• damit ich meine Themen in einer Diskussion nicht „verliere“

• damit ich die Themen anderer nicht „wegwerfe“

______________________________________________

Wir präsentieren unseren KollegInnen

unseren Vorschlag, indem wir Verkehrszeichen für die Bearbeitung von Themen/Ideen

entwerfen und auf einem Plakat festhalten.

Das ist unser Tipp an die nächsten SchülerInnen (Puzzle)

______________________________________________


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Frauen und Männer im Gespräch

Wie schaffe ich es, meine Ideen nicht zu verlieren?

Verkehrsregeln - Gesprächsregeln

Namen – Gruppe E

___________________________________________________

Information

Das ist unser Lösungsvorschlag

Wir präsentieren unseren KollegInnen

Das ist unser Tipp an die nächsten SchülerInnen (Puzzle)

______________________________________________


- 58 -

2. Unterrichtsmittel

Tischkarten. Tafel und Kreide. Papier, Kugelschreiber und Filzstifte.

Puzzle – in Spielwaren- bzw. Papiergeschäften zu kaufen. Nummerierung auf Rückseite

als Hilfe!

Kuverts, Karten – Arbeitsaufträge. Arbeitsunterlagen. Arbeitsblatt.

Kassette und Recorder bzw. CD-Player.

Blume – Stiefmütterchen – und Übersicht „Sprache der Blumen“. Gedichte.

SchülerInnen-Mappen. „Briefe an NachfolgerInnen“ und Kommunikations-Tipps der

SchülerInnen.

3. Lernziele

Die Schülerinnen und Schüler sollen

... durch die ernsthafte Behandlung ihrer Anregungen (Briefe, Tipps) aus den Vorstunden

sowie ihrer Auswahl des Themas, eine positive Einstellung für diese Unterrichtseinheit/en

entwickeln

... durch die Bearbeitung von Gesprächssituationen aus der eigenen Erfahrung, zu verantwortungs-bewusstem

Denken und Handeln angeregt werden.

... die Meinung der anderen DiskussionsteilnehmerInnen respektieren

... imstande sein, seine Argumente zu formulieren und zu vertreten

... erkennen, dass es in unserer Gesellschaft notwendig ist, eine partnerschaftliche

Diskussionskultur zu entwickeln

... ihre eigene Art des Kommunizierens kritisch betrachten – vor allem unter dem

Blickwinkel der Barrieren typisch männlicher, typisch weiblicher Verhaltensweisen

• damit sich Frauen und Männer sprachlich besser verstehen

• als Mann sollte er lernen, Frauen anders zuzuhören, und nicht nur sich selbst

darzustellen

• als Frau sollte sie darauf achten, wie sie angesprochen wird, was während eines

Gespräches mit ihrem Thema passiert

... für sich selbst entscheiden, ob und welche Veränderungen ihres/seines Gesprächsverhaltens

mit Frauen/Männern sie/er anstrebt und welchen 1. Schritt sie/er konkret

in Angriff nehmen wird.


- 59 -

4. Begründung

a) Wunsch der SchülerInnen

Im Kommunikationsbereich Frau – Mann zu arbeiten. Sowohl beim „brainstorming“ als

auch bei den „Übungen zur Gesprächsführung“ wurde diese Thematik (unter anderen)

positiv aufgenommen. Einige SchülerInnen haben von sich aus bei der Bearbeitung des

Bereiches Wirtschaftspolitik – im Gegenstand Wirtschaftskunde mit Schriftverkehr – die

„Stellung der Frauen“ in ihrer Arbeit umgesetzt.

b) Lehrplan für Deutsch und Kommunikation

- Bildungs- und Lehraufgabe

„Der Schüler soll Situationen des beruflichen und privaten Alltags sprachlich bewältigen

können und mit Vorgesetzten und Kollegen entsprechend kommunizieren können

Er soll durch aktive Erprobung von schriftlichen und vor allem mündlichen Kommunikationsformen

Erfahrungen über seine Sprech- und Verhaltensweisen sammeln, seinen

Kommunikationsstil verbessern und seine Rechtschreibekenntnisse festigen und erweitern.

Der Schüler soll dadurch seine Ausdrucks- und Handlungsfähigkeit verbessern, seinen

Wortschatz erweitern und seine Interessen sprachlich angemessen vertreten können.“

- Lehrstoff

Hier ist dieser Themenbereich unter „Behebung von Kommunikationsstörungen“ im

Block „Kommunikation – verbale und nonverbale, Störungen – Ursachen, Behebung“ zu

bearbeiten. Selbstverständlich integriert auch in „Gespräche mit Vorgesetzten und Kollegen“

sowie „mündliche Kommunikation – Präsentieren“.

- Didaktische Grundsätze

„Hauptkriterium für die Lehrstoffauswahl ist der Beitrag zur Verbesserung der mündlichen

Kommunikationsfähigkeit des Schülers. .... Texte, Medienbeispiele und Problemstellungen

sollen sich vor allem an der beruflichen und privaten Erfahrungswelt orientieren

...

Im Bereich der mündlichen Kommunikation sind Übungen individueller Aufgabenstellung

bzw. Übungen in Kleingruppen empfehlenswert. Situationsgerechte Gesprächsund

Sozialformen motivieren den Schüler zu akiver Mitarbeit, wodurch eine Vielzahl

kommunikativer Selbst- und Fremderfahrungen ermöglicht und ein wichtiger Beitrag zur

Persönlichkeitsbildung geleistet werden kann. ... Es empfehlen sich Methoden, die die

Sprechfertigkeit und die Mitteilungsleistung der Schüler fördern (zB Rollenspiele, Dialoge)

...“


- 60 -

c) Unterrichtsprinzipien

- Politische Bildung

... ist Vermittlung von Wissen und Kenntnissen

... ist Entwicklung von Fähigkeiten und Einsichten: ... zum Erkennen von politischen,

kulturellen und wirtschaftlichen Zusammenhängen und zu kritischem Urteil gewinnen.

Die Einsicht ... soll die Grundlage zu einer eigenen Meinungsbildung sein, um die persönliche

Aufgabe bei der Gestaltung unserer Gesellschaft wahrnehmen zu können.

... ist Weckung von Bereitschaft zu verantwortungsbewusstem Handeln

... soll die Schüler befähigen, gesellschaftliche Strukturen in ihrer Art und ihrer Bedingtheit

zu erkennen (Interessen, Normen, Wertvorstellungen; Herrschaft, Macht, Machtverteilung;

politische Institutionen).

... soll die Fähigkeiten und Bereitschaft fördern, für unantastbare Grundwerte, wie Freiheit

und Menschenwürde, einzutreten, Vorurteile abzubauen und sich auch für die Belange

Benachteiligter einzusetzen ...

- Erziehung zur Gleichstellung von Frauen und Männern

... soll dazu beitragen, alle im Bildungsbereich tätigen Personen zu motivieren, Fragen

der Gleichstellung der Geschlechter verstärkt in den Lehrinhalten der Lehrpläne, im

Unterricht, in den Schulbüchern und sonstigen in Verwendung stehenden Unterrichtsmitteln

zu berücksichtigen sowie die Diskussion an den Schulen über diese Themen zu

intensivieren.

... soll zu einem Verhalten im täglichen Umgang mit den Mitmenschen, das vom Grundsatz

der gleichrangigen Partnerschaft von Frauen und Männern getragen ist, erziehen.

... soll die Schülerinnen und Schüler ... reflektieren und aus der gewonnenen Erkenntnis

ein Verhalten zu entwickeln, mit dem ein Beitrag zur Gleichstellung von Frauen und

Männern geleistet werden kann.

Bewusstmachung von geschlechtsspezifischer Sozialisation ... sowie von Auswirkungen

dieser Sozialisation auf ... das eigene Denken und Verhalten (wie Körpersprache,

Kommunikation, Rollenvorstellungen usw.) ...

Förderung der Bereitschaft zum Abbau von geschlechtsspezifischen Vorurteilen und

Benachteiligungen, Förderung bzw. Ausgleich von Defiziten in Bezug auf sozialkooperative

Verhaltensweisen und Selbstvertrauen sowie Förderung des partnerschaftlichen

Verhaltens von Buben und Mädchen (Frauen und Männern).


- 61 -

4.6

POWERFRAU *)

geeignet für den Unterricht in „Deutsch und Kommunikation“

Fernsehfilm „Märchen von der Powerfrau“ von Elfriede Hammerl

Für den Kauf dieser Video-Kassette, wenden Sie sich bitte an Amedia, 1141 Wien,

Sturzgasse 1a, Tel. 01/9821322/310, Fax 01/9821322/311, e-mail: amedia@cso.co.at

ABLAUF:

1. Aufgabe an die Burschen: Mit welcher dieser Frauen können Sie sich am ehesten

identifizieren und warum?“

2. Aufgabe an die Mädchen: Schreiben Sie die Aussagen der Männer auf!

3. Aufgabe an alle: Schreiben Sie alle Wörter auf, deren Bedeutung Sie nicht kennen!

4. Die Burschen präsentieren in Einzelarbeit ihre Ergebnisse.

5. Die Aussagen der Männer im Film werden auf Plakate geschrieben, in

Gruppenarbeit werden die Plakate mit Kommentaren vervollständigt, präsentiert

und im Klassenzimmer aufgehängt.

6. Die unbekannten Wörter werden an der Tafel gesammelt.

7. In Partnerarbeit werden diese Wörter nun alphabetisch geordnet und mittels

Wörterbüchern erklärt.

8. Die Wörter werden dann mittels Overhead Transparent ausgewertet.

*) Die Unterrichtsskizze stammt von BOL Helga Lang, BS Altmünster


- 62 -

FREMDWÖRTER ZUM VIDEO

aggressiv

arrogant

Chance

depressiv

despotisch

diffus

dominant

dominierend

Emanzipation

erotisch

Existenz

Feedback

flexibel

Germanistin

Hierarchie

individuell

Infrastruktur

klassisch

Klientel

Klischee

Kommission

Kompetenz

kompromissbereit

Konflikt

konkret

Lektorat

Mobilität

Organisation

Output

Privileg

Quote

radikal

Selbstreflexion

Situation

Tabu

Technologie

Tele-Arbeit

traditionell

Zeitgeist

Zynismus

angriffslustig

Anmaßend, dünkelhaft

Gelegenheit

niedergeschlagen

herrisch

unklar

unterdrückend

vorherrschend

Gleichberechtigung

sinnlich

Dasein

Rückmeldung

biegsam

befasst sich wissenschaftlich mit Deutsch

Rangordnung

vereinzelt

organisatorischer Unterbau einer Gesellschaft

herkömmlich, trefflich

Kundschaft

Abklatsch

Ausschuss von Beauftragten

Zuständigkeit

vergleichsbereit

Widerstreit

anschaulich

literarische Beratung

Beweglichkeit

zweckbedingter Zusammenschluss

Ergebnis

Vorrecht

Anteil

rücksichtslos

Selbstbetrachtung

Lage

Unantastbarkeit

Lehre von der Verarbeitung der Rohstoffe

Heimarbeit am Computer

herkömmlich

Denkweise

Spottsucht


- 63 -

AUSSAGEN DER MÄNNER

„Das Wesentliche kommt von den Männern, Frauen sollten nur verwalten.“

„Das System hat sich seit 2000 Jahren bewährt, warum sollt man etwas ändern?“

„Die Frau gehört hinter den Ofen.“

„Wenn sie zu mir kommen, dürfen sie genug verdienen.“

„Wenn sie tüchtig sind, sollten sie genauso behandelt werden, wie die Männer.“

„In der Bibel steht, die Frau soll folgsam sein.“

„Bei Führungspositionen sollte man nicht nach dem Geschlecht unterscheiden.“

„Frauenpower ist schlecht – Unterdrückung des Mannes!“

„Frauenpower besser als Frauenschwäche!“


- 64 -

4.7

„In diesem Raum bekommt man die

Frauen nicht aus dem Kopf“

Ein Projekt der Landesberufsschule Eisenstadt

von Christine Heindl.

(siehe: „Medienimpulse“, Nr. 41/2002, S. 31 ff)


Literaturliste

‣ bm:bwk (Hrsg.), „Gender Mainstreaming“ – Leitfaden für Projekt- und Programmverantwortliche,

Wien o.J.

‣ BMUK (Hrsg.), Unterrichtsprinzip „Erziehung zur Gleichstellung von Frauen und

Männern“. Informationen und Anregungen zur Umsetzung. Wien 1996 (2. Aufl.)

‣ BMUK (Hrsg.); Brave Mädchen – Schlimme Buben. Bubenarbeit in der Schule.

Wien 1996

‣ HAHN, Chr./PASEKA, A., Traum und Realität. zit. in: PASEKA/ANZENGRUBER,

S. 25

‣ HEINDL, C., „In diesem Raum bekommt man die Frauen nicht aus dem Kopf“.

In: „Medienimpulse“, Heft Nr. 41 – September 2002

‣ JUGEND 2000, Fischer A., Fritzsche Y., Fuchs-Heinritz W., Münchmeier R.,

Deutsche Shell (Hrsg.), Opladen 2000

‣ KUHLMANN, C., „Doing gender“ – Konsequenzen der neueren Geschlechterforschung

für die parteiliche Mädchenarbeit. In: Neue Praxis, Heft 3/2000, S. 226-

240

‣ MEUSER, M., Drohende Verluste und fragliche Gewinne. Strukturprobleme einer

an Männer adressierten geschlechterbewussten Bildung. (Erratum zu Schulheft

104/2001, S. 12) in: PASEKA/ANZENGRUBER, S. 40. ff.

‣ ÖZB Heft 3-1992/93 Schwerpunktthema „Frauen in Schule und Beruf“.

‣ PASEKA, A., Von Mädchen-/Bubenschulen zu Koedukation und

Mädchen-/Bubenarbeit. In: PASEKA, A./ANZENGRUBER, G., Geschlechtergrenzen

überschreiten? Schulheft Nr. 104/2001, S. 9-32.

‣ ROSE, L., Mädchenarbeit und Jungenarbeit in der Risikogesellschaft. In: Neue

Praxis, Heft 3/2000, S. 240-254

‣ SAIPT, R., Gender Mainstreaming. In: „ÖZB“, Nr. 3-01/02, S. 25 f.

‣ SAIPT, R., Vom Rollenbild zum Gender Mainstreaming. In: „Medienimpulse“,

Heft Nr. 41 – September 2002

‣ SAIPT, R./SCHÖNBAUER, G., Darstellung von Mann und Frau in den Medien.

In: BUNDESKANZLERAMT/Staatssekretariat für allgemeine Frauenfragen

(Hrsg.); Projekt „Rollenbilder – Partnerschaft“. Unterrichtsmaterialien. Wien, o.J.

‣ SCHROFFENBERGER, G., et al., Bubenarbeit in Österreich I., Seite 17. BM f.

Soziale Sicherheit und Generation (Hrsg.) Wien 2000


Publikationen zu frauen- und geschlechtsspezifischen

Themen

Herausgegeben vom Bundesministerium für

Bildung, Wissenschaft und Kultur

Abteilung für geschlechtsspezifische Bildungsfragen

Minoritenplatz 5, 1014 Wien

Das Verzeichnis der Publikationen und die Bestellmöglichkeit

per E-Mail finden Sie auch auf der Homepage des BMBWK

http://www.bmbwk.gv.at

Bestelladresse:

AMEDIA Servicebüro

Sturzgasse 1A, 1140 Wien

Tel.: (01) 982 13 22-365

Fax: (01) 982 13 22-311

e-mail: amedia@cso.co.at

Versandspesen:

pro Versendung Manipulationsgebühr € 2,18/ATS 30,-- +

Porto

CHANCENGLEICHHEIT / GLEICHSTELLUNG / GENDER MAINSTREAMING:

“SCHUG - Schulbildung und Gleichstellung”. Informationsblatt des BMBWK zu Fragen

der Gleichstellung sowie zu geschlechtsspezifischen Themen im Schul- und Bildungsbereich.

(Wird einmal jährlich an alle Schuldirektionen ausgesandt: 2001 keine

Nummer), Versandspesen

Unterrichtsprinzip “ERZIEHUNG ZUR GLEICHSTELLUNG VON FRAUEN UND

MÄNNERN”. Informationen und Anregungen zur Umsetzung in der Volksschule (Hrsg.

vom BMBWK, 2001)

Unterrichtsprinzip “ERZIEHUNG ZUR GLEICHSTELLUNG VON FRAUEN UND

MÄNNERN”. Informationen und Anregungen zur Umsetzung ab der 5. Schulstufe.

Themen: Koedukation, Interaktions- und Kommunikationsstrukturen, Sprache, Schulbücher,

Gewalt, Mädchen- und Bubenarbeit, Berufsorientierung, Neue Medien, Literatur,

Kontaktadressen. (Hrsg. vom BMUK, 2003, 2. Auflage A 4, 134 Seiten, Versandspesen)

Folder „LEITFADEN zur Darstellung von Frauen und Männern in Unterrichtsmitteln“.

(Hrsg. vom BMUK, 1999, A 5, 8 Seiten, Versandspesen)

Folder „GENDER MAINSTREAMING“ - Leitfaden für Projekt- & Programmverantwortliche.

(Hrsg.: BMWK, gemeinsam mit Partnern aus Luxemburg und Belgien im

Rahmen des LEONARDO-Projektes @fem-training-net@, 2001, Versandspesen).

Folder „GESCHLECHTERGERECHTES FORMULIEREN“. Die Grundprinzipien

sprachlicher Gleich-behandlung und die gängisten Strategien geschlechtergerechten

Formulierens. (Hrsg. vom BMBWK 2002, A 5, 8 Seiten, Versandspesen)

BERUFSORIENTIERUNG/TECHNIK und NATURWISSENSCHAFTEN:

Folder zur „Berufsorientierung für Mädchen und junge Frauen“. Anregungen und

praktische Hinweise. (Hrsg. vom BMSG, BMBWK, BMWA und AMS, 2002, Versandspesen)

„Mädchen können mehr“. Schritt für Schritt – Tipps für eine gelungene Berufswahl.

(Hrsg. vom BMSG, BMBWK, BMWA und AMS, 2002, 76 Seiten, Versandspesen)


Methoden- und Materialienmappe “SPRÜNGE IN DIE ZUKUNFT”. Anregungen für

den Unterricht zur Berufsorientierung von Mädchen in der 7. und 8. Schulstufe. (Hrsg.

vom BMUK, 1997, A 4, 163 Seiten, Versandspesen)

TIMSS und COMPED. Studien zur mathematisch-naturwissenschaftlichen und computerbezogenen

Bildung. Konsequenzen in geschlechtsspezifischer Hinsicht. Auswertung

der Studien nach Geschlecht und Vorschläge für die Unterrichtspraxis. (Hrsg. vom

BMUK, 1998, Broschüre A5, 59 Seiten, Versandspesen)

KOEDUKATION / GESCHLECHTSSENSIBLE PÄDAGOGIK:

“AUS DER ROLLE FALLEN”. Praxishilfen für eine geschlechtsspezifische Pädagogik

in der Schule.(Hrsg. vom BMUK, 1995, A 4, 114 Seiten, Versandspesen)

“BUBEN SIND SO - SIND SIE SO?” Informationen und Materialien zur schulischen

und außerschulischen Bubenarbeit. (Hrsg. vom BMUK, 1998, A 4, 118 Seiten, Versandspesen)

„STARK! Aber wie?“ Methodensammlung und Arbeitsunterlagen zur Jungenarbeit mit

dem Schwerpunkt Gewaltprävention. (Hrsg. vom BMBWK, 2002, A 4, 63 Seiten, Versandspesen)

„GESCHLECHTSSENSIBLE PÄDAGOGIK IN KINDERGARTEN & VORSCHULE“.

Konzepte & Erfahrungen - Herausforderungen & Perspektiven im Rahmen des EU-

Projekts „Gleichheit teilen - Partageons l‘Égalité“. (Hrsg. vom BMUK, 1999, A 4, 85

Seiten, Versandspesen)

Reihe “SCHULQUALITÄT UND GESCHLECHTSSENSIBLE LERNKULTUR. Projektberichte

zur Reflexion und Weiterentwicklung der Koedukation”:

? Geschlechtsdifferenzierender Unterricht und Koedukation. Gymnasium Rahlgasse/Wien

VI. (Hrsg. vom, BMUK, 1997, A 4, 242 Seiten, Versandspesen)

? Geschlechtshomogen geteilter Unterricht, Teil 1. Realgymnasium Schopenhauerstr./Wien

XVIII. (Hrsg. vom BMUK, 1997, A 4, 106 Seiten, Versandspesen)

? Geschlechtshomogen geteilter Unterricht, Teil 2. Realgymnasium Schopenhauerstr./Wien

XVIII. (Hrsg. vom BMUK, 1997, A 4, 216 Seiten, Versandspesen)

? Geschlechtssensible Koedukation, Teil I und II. Schulverbund Mittelschule Anton

Kriegergasse/Wien XXIII. (Hrsg. vom BMUK, 1997 und 1999, A 4, 273 Seiten, Versandspesen)

• Die Mädchen-KoKoKo-Stunden. Kommunikation, Kooperation, Konfliktlösung. Bundesgymnasium

und Bundesrealgymnasium Schulschiff Bertha von

Suttner/Wien XXI (Hrsg. vom BMUK 1999, A 4, 105 Seiten, Versandspesen)

• PAIS - Partnerschaftliches Arbeiten in der Institution Schule, Teil I und II. Hauptschule

mit musisch-kreativem Schwerpunkt, Johann-Hoffmann-Platz/Wien XII

(Hrsg. vom BMBWK 2002, A4, 194 Seiten, Versandspesen)


HISTORISCHES:

“IM BANNE VON KLISCHEES”. Die Entwicklung der höheren allgemein bildenden und

höheren berufsbildenden Mädchenschulen in Österreich von 1918 bis 1945. Reihe

FRAUENFORSCHUNG, Bd.4. (Hrsg. vom BMUK, 1996, A 4, 112 Seiten, Versandspesen)

“SOZIALHISTORISCHE TEXTE ZUR FRAUENARBEIT”. Kommentierter Quellenband

mit didaktischen Anleitungen. Reihe FRAUENGESCHICHTE. (Hrsg. vom BMUK, 1995,

A 4, 214 Seiten, Versandspesen)


Bundesgesetzblätter

430/1976

443/1982

837/1992

194/2001

EU-Richtlinien

76/207/EWG vom 9. Februar 1976

85/C166/01 vom 3. Jänner 1985

84/635/EWG vom 13. Dezember 1984

Erlässe und Verordnungen

‣ Grundsatzerlass zum UP, Zl. 15.510/60-Präs. 3/95 vom 15. November 1995

‣ Interpretationserlass zum UP, GZ 25.075/23-II/1/01 vom Juni 2001

Internetadressen


http://www.bildung.at

Österreichweites Bildungsportal

http://www.pisa-austria.at Die PISA-Homepage (Ergebnisse internat. Vergleichsstudien über Leistungen von 15-

16jährigen in den Bereichen Lesen/Leseverständnis, Mathematik und Naturwissenschaften)

http://www.cittadellascienza.it/weest/main.htm

http://www.bmbwk.gv.at/womenscience

http://www.learn4life.at

http://materialien.learn4life.at/go/materialien.pl?page=

uebersicht&code=u05&screen=800

http://www.pib-wien.ac.at/content/organ/bw/gender/

index.htm

http://www.thp.univie.ac.at/~lise/index1.html

http://www.schule.at/neu/

http://www.onb.ac.at/ariadne/

http://www.ceiberweiber.at/home.htm

http://gem.or.at/de/index.htm

http://www.pfiffika.at/

http://www.jobs4girls.at

Wanderausstellung „Frauen in der Wissenschaft“ (the other half of science)

Frauenspezifische Hochschulforschung und Gender Studies – Forschungsschwerpunkte des

BMBWK

Plattform zur Berufsorientierung – Materialien zur Berufsorientierung

Mappe Nr. 5 – Lebensläufe haben kein Geschlecht

Website der Bundesarbeitsgemeinschaft für Mädchen- und Burschen (Berufsschulen)

Website für Lehrer/innen, die am Thema Mädchen, Frauen und Physik und Technik

interessiert sind

Schule.at Neu – Österreichisches Schulportal

Serviceeinrichtung der Österr. Nationalbibliothek zur Sammlung und Aufbereitung von Frauenund

Geschlechterförderung, Dokumentation

Homepage der Ceiberweiber

Gender Mainstreaming-Koordinationsstelle (ESF)

Aktion „Frauen in technische Zukunftsberufe“ Vorarlberg

Internet-Projekt für Mädchen vor der Berufswahl Wien

http://www.gendermainstreaming.at/

http://www.gem.or.at/de/index.htm


FRAGEBOGEN

Eine ExpertInnengruppe des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur

führt eine kleine Erhebung zu unterschiedlichen Einstellungen von Burschen und Mädchen

durch. In diesem Zusammenhang interessieren besonders die Meinungen und

Einstellungen weiblicher und männlicher BerufsschülerInnen/Lehrlinge.

Selbstverständlich sind Ihre Antworten völlig anonym und dienen nur der statistischen

Auswertung. Bitte keinen Namen darauf schreiben.

1. Die Erziehung von Kindern ist sicher eine schöne, aber auch schwierige Aufgabe.

Eltern haben es da nicht immer leicht. Glauben Sie, dass bei der Erziehung der

Vater oder die Mutter die wichtigere Rolle spielt?

Vater ist wichtiger ?

Mutter ist wichtiger ?

Beide gleich ?

2. Sollten Burschen eigentlich auch kochen können?

Ja ?

Nein ?

Egal ?

3. Haben Sie beobachtet, dass Mädchen, die einen typischen „Männerberuf“ erlernen,

von den Lehrkräften weniger ernst genommen werden als Burschen.

Ja, das stimmt ?

Nein, stimmt nicht ?

Kann ich nicht sagen ?


4. In der Öffentlichkeit werden über Männer und Frauen oft bestimmte Meinungen

geäußert. Wie sehr stimmen Sie den folgenden Behauptungen zu bzw. lehnen diese

ab?

Gehen Sie jede Aussage einzeln durch und kreuzen Sie bei jeder Aussage das für

Sie zutreffende Kästchen an.

stimme stimme stimme stimme

voll zu eher zu kaum zu gar nicht zu

Mädchen sollten sobald sie Mütter ? ? ? ?

werden, zu Hause bleiben

Frauen haben in technischen ? ? ? ?

Berufen nichts verloren

Frauen sind eher fürsorglicher ? ? ? ?

und gefühlsbetonter als Männer

Männer sind gewalttätiger ? ? ? ?

als Frauen

5. Empfinden Sie, dass in einer gemischten Klasse die Burschen von den Lehrkräften

bevorzugt werden?

Ja, Lehrer bevorzugen Burschen ?

Ja, Lehrerinnen bevorzugen Burschen ?

Ja, kommt manchmal vor ?

Kommt bei uns nicht vor ?

6. Nehmen wir an, Sie haben eine Tochter. Sie möchte gerne Automechanikerin werden.

Würden Sie damit einverstanden sein?

Ja ?

Nein ?

Ich weiß es nicht ?


7. Wären Sie einverstanden, wenn Ihre Tochter einen Mann heiraten würde, der den

Haushalt führt und nur Ihre Tochter berufstätig wäre?

Ja ?

Nein ?

Ich weiß es nicht ?

8. Nehmen wir an, Sie haben einen Sohn. Er möchte gerne Kindergärtner werden.

Würden Sie damit einverstanden sein?

Ja ?

Nein ?

Ich weiß es nicht ?

Daten:

Geburtsort: .....................................................................

Alter: ..................................

Lehrberuf: .....................................................................

Lehrjahr: ..................................

Geschlecht: männlich ?

weiblich ?


Auswertung Fragebogen

B K NÖ OÖ S STMK T V W

Frage 1:

a) Vater 15% 15% 11% 20% 3,5% 7% 28% 10% 15%

b) Mutter 10% 21% 20% - 18% 21% 13% 15% 12%

c) beide 75% 64% 69% 80% 77,5% 72% 59% 75% 73%

Frage 2:

a) ja 70% 88% 71% 80% 89% 72% 84% 73% 87%

b) nein 6% - 9% - 2% 2% - 5% -

c) egal 24% 12% 20% 20% 9% 26% 16% 22% 13%

Frage 3:

a) ja 33% 42% 39% 47% 25% 23% 30% 14% 38%

b) nein 16% 3% 11% - 5% 26% 6% 32% 11%

c) weiß nicht 51% 55% 50% 53% 70% 51% 64% 54% 51%

Frage 4:

1a) voll 14% 12% 14% - 7% 11% 16% 16% 8%

1b) eher 22% 15% 21% 33% 11% 21% 13% 39% 24%

1c) kaum 35% 21% 25% 27% 36% 32% 34% 26% 17%

1d) gar nicht 29% 52% 40% 40% 46% 36% 37% 18% 51%

2a) voll 6,5% - 5% - - 8% 3% 11% 3%

2b) eher 10,5% - 6% - 9% 9% 7% 7% 5%

2c) eher 26% 21% 20% 33% 11% 17% 15% 28% 17%

2d) gar nicht 57% 79% 69% 67% 80% 66% 75% 54% 75%

3a) voll 30% 42% 24% 53% 21% 28% 28% 23% 26%

3b) eher 44% 27% 48% 27% 54% 32% 43% 46% 45%

3c) kaum 15% 27% 17% 20% 12,5% 21% 20% 19% 20%

3d) gar nicht 11% 4% 11% - 12,5% 19% 9% 12% 9%

4a) voll 27% 21% 18% 33% 16% 23% 24% 12% 31%

4b) eher 38% 52% 52% 53% 48% 39% 46% 40% 45%

4c) kaum 22% 18% 21% 7% 20% 21% 21% 24% 9%

4d) gar nicht 13% 9% 9% 7% 16% 17% 9% 24% 15%


B K NÖ OÖ S STMK T V W

Frage 5:

a) ja, Lehrer 4% 3% 2% - 2% 4% 4% 1,5% 1,5%

b) ja, Lehrerin 5% 3% 4% - 2% - 2% 1,5% 1,5%

c) ja, manchmal 32% 24% 32% 20% 23% 38% 40% 33% 48%

d) nein 59% 70% 62% 80% 73% 58% 54% 64% 49%

Frage 6:

a) ja 72% 85% 83% 73% 84% 87% 86% 77% 85%

b) nein 13% 6% 9% 7% 3,5% 7% 6% 5% 6%

c) weiß nicht 15% 9% 8% 20% 12,5% 6% 8% 18% 9%

Frage 7:

a) ja 45% 70% 57% 67% 71% 60% 66% 67% 51%

b) nein 27% 15% 17% 26% 7% 25% 13% 6% 23%

c) weiß nicht 28% 15% 26% 7% 22% 15% 21% 27% 26%

Frage 8:

a) ja 61% 88% 86% 73% 84% 74% 79% 72% 87%

b) nein 18% 3% 6% 13% 2% 17% 8% 12% 1%

c) weiß nicht 21% 9% 8% 14% 14% 9% 13% 16% 12%

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