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NRW-Forschungsverbund<br />
Rehabilitationswissenschaften<br />
Projekt PW4∗<br />
„Krankheitsverarbeitung und Prädiktoren für<br />
Inanspruchnahme und Wirksamkeit von<br />
zielorientierten Rehabilitationsmaßnahmen bei<br />
kardiologischen Patienten“<br />
im Rahmen des NRW-Forschungsverbundes<br />
Rehabilitationswissenschaften, För<strong>der</strong>phase I<br />
Dipl.-Psych. U. Dörner, Prof. Dr. F. A. <strong>Muthny</strong> (Projektleiter)<br />
Institut für Medizinische Psychologie, Universitätsklinikum Münster (UKM)<br />
Mitantragsteller: Prof. Dr. G. Breithardt 1 , Prof. Dr. D. Gradaus 2<br />
1<br />
Innere Medizin C, Kardiologie, Universitätsklinikum Münster<br />
2<br />
Klinik Kreuzkamp, Bad Waldliesborn<br />
Abschlussbericht PW4 (Dezember 2002)<br />
(Der Bericht enthält Teile <strong>der</strong> Dissertation von U. Dörner)<br />
∗ Projekt PW4 „Krankheitsverarbeitung und Prädiktoren für Inanspruchnahme und Wirksamkeit von<br />
zielorientierten Rehabilitationsmaßnahmen bei kardiologischen Patienten“, bewilligt und geför<strong>der</strong>t<br />
im gemeinsamen För<strong>der</strong>schwerpunkt von BMBF und VDR, durchgeführt im Rahmen des NRW<br />
Forschungsverbunds Rehabilitationswissenschaften
Inhaltsverzeichnis<br />
Zusammenfassung<br />
Teil I:<br />
Teil II:<br />
Teil III:<br />
Teil IV:<br />
Theoretischer Hintergrund<br />
Querschnittstudie<br />
Längsschnittstudien<br />
Umsetzungsempfehlungen für die Praxis<br />
Literatur<br />
Anhang
Inhaltsverzeichnis<br />
Zusammenfassung<br />
Teil I: Theoretischer Hintergrund 1<br />
1. Einführung 1<br />
2. Literaturanalysen 7<br />
2.1 Querschnittstudien zu Korrelaten <strong>der</strong> Kranheitsverarbeitung 7<br />
2.2 Längsschnittstudien zum Einfluss von Coping als Prädiktor<br />
auf den Rehabilitationserfolg 11<br />
2.3 Studien zur Verän<strong>der</strong>ung von Coping mittels psychosozialer<br />
Rehabilitationsprogramme und zum Vergleich verschiedener Treatments 18<br />
2.4 Zusammenfassung und Diskussion <strong>der</strong> Literaturanalyse zur Krankheitsverarbeitung 19<br />
2.5 Die Bedeutung von Hostilität/ Zynismus für kardiologische Erkrankungen 22<br />
2.6 Die Bedeutung <strong>der</strong> sozialen Unterstützung für Entstehung und Verlauf<br />
kardiologischer Erkrankungen 23<br />
2.7 Die Bedeutung von Ängsten und Depressionen für Entstehung und Verlauf<br />
kardiologischer Erkrankungen 25<br />
2.8 Zur Bedeutung <strong>der</strong> Lebensqualität im Rahmen kardiologischer Erkrankungen 27<br />
2.9 Bedeutung und Ziele <strong>der</strong> kardiologischen Rehabilitation 29<br />
3. Abgeleitete Ziele und Fragestellungen 31<br />
Teil II: Querschnittstudie 33<br />
4. Methodik <strong>der</strong> Querschnittstudie 33<br />
4.1 Ziele und Fragestellungen 33<br />
4.2 Untersuchungsdesign und –durchführung 33<br />
4.3 Untersuchungsinstrumentarium 34<br />
4.4 Statistische Auswertungsmethoden für die Querschnittstudie 38<br />
5. Ergebnisse <strong>der</strong> Querschnittstudie (Studie 1) 39<br />
5.1 Soziodemographische und medizinische Charakteristika <strong>der</strong> Stichprobe 39<br />
5.2 Ergebnisse zum Coping (FKV, TSK): Itemanalysen und Skalenanalysen 41<br />
5.3 Kontrollüberzeugungen und Selbstwirksamkeit 45
5.4 Soziale Unterstützung 47<br />
5.5 Zynismus 48<br />
5.6 Angst, Depression und Somatisierung (BSI) 51<br />
5.7 Lebens- und Behandlungszufriedenheit 52<br />
5.8 Subjektive Gesundheit, Lebensqualität und Reha-Status 53<br />
5.9 Summenskalen im Überblick 55<br />
5.10 Korrelation <strong>der</strong> Coping-Skalen untereinan<strong>der</strong> und mit Adaptivitätskriterien 56<br />
5.11 „Prädiktion“ von Zielkriterien <strong>der</strong> Rehabilitation mittels multipler Regression 59<br />
5.12 Auswahl <strong>der</strong> Skalen und Items für den Längsschnitt 62<br />
6. Diskussion 65<br />
Teil III: Längsschnittstudien 67<br />
7. Methodik <strong>der</strong> Rehabilitations-Längsschnittstudie (Studie 2) und<br />
<strong>der</strong> Akut-Längsschnittstudie (Studie 3) 67<br />
7.1 Fragestellungen 67<br />
7.2 Stichprobenbeschreibung 67<br />
7.3 Instrumentarium 68<br />
7.4 Untersuchungsdesign und Untersuchungsdurchführung 72<br />
7.5 Statistische Auswertungsmethoden 74<br />
8. Ergebnisse <strong>der</strong> Reha-Längsschnittstudie (Studie 2) 75<br />
8.1 Deskriptive Ergebnisse 75<br />
8.2 Verän<strong>der</strong>ung von Coping und Lebensqualitätsmaßen über den<br />
Rehabilitationsverlauf 76<br />
8.3 Zusammenhänge zwischen psychosozialen und medizinischen Prädiktoren zu<br />
Reha-Beginn mit Maßen <strong>der</strong> Lebensqualität am Reha-Ende 80<br />
8.4 Zusammenhänge zwischen psychosozialen und medizinischen Prädiktoren zu<br />
Reha-Beginn mit Maßen <strong>der</strong> Lebensqualität zur Katamnese 82<br />
8.5 Vorhersage des Reha-Erfolgs: Regressionsanalytische Ergebnisse 84<br />
8.6 Selbst- versus Fremdeinschätzung des Coping-Verhaltens 90<br />
8.7 Vergleich zwischen Berufsrückkehrern (RTW) und Nicht-Rückkehrern (N-RTW) 101<br />
8.8 Diskussion <strong>der</strong> Ergebnisse <strong>der</strong> „Reha-Längsschnittstudie“ 104
9. Ergebnisse <strong>der</strong> Akut-Längsschnittstudie (Studie 3) 109<br />
9.1 Deskriptive Ergebnisse 109<br />
9.2 Korrelative und interferenzstatistische Ergebnisse 114<br />
9.3 Verän<strong>der</strong>ung von Coping und psychosozialen Zielkriterien über<br />
den Rehabilitationsverlauf 132<br />
9.4 Vergleich zwischen Berufsrückkehrern (RTW) und Nicht-Rückkehrern (N-RTW) 137<br />
9.5 Vergleich von Selbst- und Fremdeinschätzung des Coping-Verhaltens 139<br />
9.6 Zusammenhänge zwischen Fremdeinschätzungen und Ergebniskriterien 149<br />
9.7 Coping-Fremdeinschätzungen als Prädiktoren <strong>der</strong> Ergebniskriterien 154<br />
9.8 Diskussion <strong>der</strong> Ergebnisse <strong>der</strong> „Akut-Längsschnittstudie“ 160<br />
Teil IV: Umsetzungsempfehlungen für die Praxis<br />
10. Umsetzung 175<br />
10.1 Umsetzungsziele und ihre Relevanz 175<br />
10.2 Bezug zu Forschungsprojekten und -ergebnissen 175<br />
10.3 Umsetzungsmöglichkeiten und konkretes Vorgehen 176<br />
10.4 Weiterer Forschungsbedarf 177<br />
Literatur<br />
Anhang
Zusammenfassung<br />
Prozessen <strong>der</strong> Krankheitsverarbeitung wird in vielen Untersuchungen Einfluss auf die<br />
Compliance des Patienten, die Reha-Motivation und den Reha-Erfolg, die Lebensqualität und<br />
sogar auf die Überlebenszeit beigemessen (z.B. Van El<strong>der</strong>en et al, 1999; Murberg, 2001).<br />
Gleichzeitig ist unser Wissen noch recht begrenzt, wie dieser Einfluss zustande kommt bzw.<br />
mo<strong>der</strong>iert wird und wie wir solche Prozesse in <strong>der</strong> Rehabilitation noch günstiger beeinflussen<br />
können.<br />
Die Ziele <strong>der</strong> Studie sind entsprechend, Verarbeitungsprozesse bei kardiologischen<br />
Erkrankungen im Verlauf zu untersuchen und relevante Prädiktoren für den Erfolg <strong>der</strong><br />
kardiologischen Rehabilitation zu ermitteln.<br />
Dazu wurden drei aufeinan<strong>der</strong> aufbauende Teilstudien durchgeführt:<br />
• eine Querschnittstudie (Studie 1) zur Schaffung einer Referenzdatenbasis und zur<br />
Entwicklung eines ökonomisch einsetzbaren Instrumentariums für den Längsschnitt<br />
(angestrebtes N = 200),<br />
• eine Rehabilitations-Längsschnittstudie (Studie 2) zur Untersuchung potentieller<br />
medizinischer und psychosozialer Prädiktoren mit 3 Messzeitpunkten (Reha-Beginn,<br />
Reha-Ende, 6-Monatskatamnese; angestrebtes N = 100) sowie<br />
• eine Akut-Längsschnittstudie (Studie 3) mit 4 Messzeitpunkten (Akut-Ende, Reha-<br />
Beginn, Reha-Ende, 6-Monatskatamnese; angestrebtes N = 50).<br />
Im Rahmen <strong>der</strong> Querschnittstudie wurden 224 kardiologische Patienten (nach Herzinfarkt,<br />
Bypass-OP, Herzklappen-OP, Herzrhythmusstörungen) in drei Rehabilitationskliniken befragt<br />
(Rücklaufquote: 63%). Die Ergebnisse dienten als Grundlage zur Entwicklung eines<br />
Instrumentariums nach Reliabilität, Skalenqualität, Redundanz, Validität und Testökonomie<br />
für den Einsatz im Längsschnitt. Die reduzierten Skalen wiesen dabei gute psychometrische<br />
Eigenschaften auf, ohne dass die Reduktion zu substantiellen inhaltlichen Einbußen führte.<br />
Als Prädiktoren wurden in den Längsschnitt-Studien Variablen aus den folgenden<br />
Inhaltsbereichen bzw. Messinstrumenten eingesetzt: Krankheitsverarbeitung (FKV-LIS in<br />
Selbst- und Fremdeinschätzung, BEFO), subjektive Theorien, Selbstwirksamkeitserwartungen<br />
(GEK), Hostilität/Zynismus (Eigenentwicklung), soziale Unterstützung (F-SOZU-K22),<br />
kardiologische Funktionsparameter und Arzt-Ratings zu Reha-Zielen und –Outcome.<br />
Outcome-Kriterien im Rahmen <strong>der</strong> Untersuchung waren Depression, Angst und<br />
Somatisierung (BSI), allgemeiner Gesundheitszustand (IRES-MIN), Lebens- und<br />
Behandlungszufriedenheit sowie die Wie<strong>der</strong>erlangung <strong>der</strong> Erwerbsfähigkeit.<br />
In Studie 2 antworteten zum ersten Messzeitpunkt T2 (Reha-Beginn) 176 Patienten<br />
(Rücklaufquote: 80%). In Studie 3 nahmen zum ersten Messzeitpunkt T1 (Akut-Ende) 61<br />
Patienten an <strong>der</strong> Befragung teil (Rücklaufquote 61%). Die Ausgangsstichproben bestanden<br />
zum größten Teil aus Männern (89% bzw. 84%), das Alter lag im Mittel bei 53,4 Jahren<br />
(s = 7,1; Bereich 33-69) bzw. 57,5 Jahren (s = 7,4; Bereich 40-70 Jahre). Die häufigsten<br />
Diagnosen waren Herzinfarkt (47% bzw. 30%) und Zustand nach Bypass-Operation<br />
(26% bzw. 33%). Insgesamt konnten in Studie 2 über drei Messzeitpunkte 123 kardiologische<br />
Rehabilitanden befragt werden, in Studie 3 über vier Messzeitpunkte 54 Patienten. An Studie<br />
2 waren zwei Rehabilitationskliniken beteiligt, an Studie 3 fünf Akut-Kliniken und mehrere<br />
verschiedene Rehabilitationseinrichtungen.
In beiden Längsschnittstudien nahm „soziales Coping“ zu, während „aktives Coping“ erst<br />
anstieg und zur Katamnese wie<strong>der</strong> abfiel. Außerdem zeigte im Reha-Längsschnitt<br />
„Ablenkung“ ebenfalls einen ähnlichen Verlauf wie „aktives Coping“, während „Religiosität“<br />
über die drei Messzeitpunkte abnahm.<br />
Vor allem die depressive Verarbeitung hing in beiden Längsschnittstudien bivariat und<br />
multivariat sowohl in <strong>der</strong> Selbsteinschätzung als auch in <strong>der</strong> Fremdeinschätzung mit einer<br />
schlechten Lebensqualität zusammen, während die soziale Unterstützung positiv mit <strong>der</strong><br />
Adaptation korrelierte. Nur wenige Zusammenhänge konnten dagegen zwischen<br />
medizinischen Variablen und dem Reha-Ergebnis festgestellt werden. Während die<br />
Selbstwirksamkeitserwartungen zu Reha-Beginn in Studie 2 kaum eine Rolle spielten, zeigten<br />
sich in Studie 3 vor allem zu diesem Messzeitpunkt signifikante bivariate Beziehungen zu den<br />
Lebensqualitätsmaßen am Reha-Ende und zur Katamnese. Zynismus korrelierte bivariat<br />
beson<strong>der</strong>s zum ersten Messzeitpunkt in <strong>der</strong> Akutbehandlung mit einem schlechten Reha-<br />
Ergebnis, nicht dagegen, wenn er zum Reha-Beginn erhoben wurde.<br />
Die Vorhersage <strong>der</strong> Rückkehr ins Erwerbsleben ergab mittels Prädiktoren zu Reha-Beginn in<br />
Studie 2, dass bei Altersbegrenzung (auf 60 Jahre und jünger) Berufsrückkehrer zu diesem<br />
Messzeitpunkt depressiver verarbeiteten und weniger soziales Coping verwendeten als<br />
Patienten, die sechs Monate nach <strong>der</strong> Reha-Maßnahme nicht mehr erwerbstätig waren. In<br />
Studie 3 leistete von den Prädiktoren zum Ende <strong>der</strong> Akutbehandlung nur das Alter einen<br />
signifikanten Erklärungsbeitrag in dem Sinne, dass jüngere Patienten eher wie<strong>der</strong> berufstätig<br />
wurden. In beiden Längsschnitt-Studien unterschieden sich die beiden Gruppen nicht<br />
bezüglich an<strong>der</strong>er psychosozialer sowie medizinischer Parameter (NYHA-Stadium, Anzahl<br />
betroffener Gefäße, Erkrankungsdauer und maximale Ergometerleistung).<br />
In Übereinstimmung mit <strong>der</strong> Literatur (z.B. Terry, 1992; Van El<strong>der</strong>en et al., 1999) stand in<br />
allen drei Teilstudien beson<strong>der</strong>s eine depressive Verarbeitung mit einem ungünstigen Reha-<br />
Ergebnis im Sinne <strong>der</strong> erreichten Lebensqualität in Beziehung. Es ließen sich nur wenige<br />
signifikante Zusammenhänge zwischen <strong>der</strong> Schwere <strong>der</strong> kardialen Erkrankung<br />
(operationalisiert als Zahl <strong>der</strong> betroffenen Gefäße, NYHA-Stadium und Ergometerleistung)<br />
und dem Anpassungserfolg feststellen (beide Befunde übereinstimmend z.B. mit Rogner et<br />
al., 1994). In Bezug auf die berufliche Wie<strong>der</strong>einglie<strong>der</strong>ung wurde in Studie 2 deutlich, dass<br />
Berufsrückkehrer zu Reha-Beginn weniger soziales und mehr depressives Coping<br />
verwendeten. In Studie 3 dagegen zeigte sich lediglich, dass diese erwartungsgemäß am Ende<br />
<strong>der</strong> Akutbehandlung jünger waren als spätere Nichtrückkehrer. Julkunen und Saarinen (1994)<br />
identifizierten demgegenüber vor allem einen gering depressiv-resignierenden Coping-Stil<br />
und wenig Krankheitsverleugnung als die besten Prädiktoren für eine erfolgreiche berufliche<br />
Wie<strong>der</strong>einglie<strong>der</strong>ung und den selbstberichteten Gesundheitsstatus.<br />
Die hohe Bedeutung von depressiver Verarbeitung für den langfristigen Reha-Erfolg (s. auch<br />
Frasure-Smith et al., 1999) und die wichtige Rolle <strong>der</strong> Arzt-Patient-Beziehung im<br />
Verarbeitungsprozess verdeutlichen die Notwendigkeit <strong>der</strong> Sensibilisierung und Schulung des<br />
medizinischen Personals für die Sichtweise <strong>der</strong> Krankheitsverarbeitung. Weiterhin wird <strong>der</strong><br />
Stellenwert eines systematischen Einsatzes von psychodiagnostischen Screeningverfahren<br />
und klinischer Einschätzung (speziell zur depressiven Verarbeitung bzw. Depression) sowie<br />
einer möglichst früh einsetzenden Intervention für Risiko-Patienten deutlich.
Teil I: Theoretischer Hintergrund<br />
1. Einführung<br />
Das Interesse, Krankheitsverarbeitungsprozesse bei chronischen Erkrankungen zu<br />
untersuchen, hat in den letzten beiden Dekaden stetig zugenommen (vgl. Murberg, Bru und<br />
Stephens, 2002). Man nimmt dabei an, dass sich bestimmte Verarbeitungsstrategien günstig,<br />
an<strong>der</strong>e ungünstig auf den Krankheitsverlauf auswirken können. In psychoonkologischen<br />
Studien gab es früh Hinweise darauf, dass Patienten mit bestimmten Coping-Stilen wie<br />
Kampfgeist o<strong>der</strong> Verleugnung längere Überlebenszeiten aufweisen als Patienten mit Hilfbzw.<br />
Hoffnungslosigkeit (z.B. Greer, Moorey und Watson, 1989). Weiterhin konnten<br />
empirisch Zusammenhänge zwischen Krankheitsverarbeitung und Lebensqualität identifiziert<br />
werden, die eine ungünstige Wirkung depressiver Verarbeitungsprozesse nahelegen. Ein<br />
weiteres Ziel besteht außerdem darin, durch die Erfassung <strong>der</strong> Verarbeitungsprozesse<br />
gezieltere und effektivere Interventionsmöglichkeiten in <strong>der</strong> psychosozialen Beratung und<br />
Therapie von Patienten mit somatischen Erkrankungen zu entwickeln, da für diese<br />
Patientengruppe das "klassische" psychotherapeutische Behandlungsangebot eher<br />
unzureichend erscheint (<strong>Muthny</strong>, 1994).<br />
Kardiologische Erkrankungen können sowohl für die Betroffenen als auch für <strong>der</strong>en<br />
Angehörige mit vielen psychosozialen Belastungen einhergehen (Langosch, 1989). So können<br />
z.B. bei Patienten mit schwerer KHK Depression, Hilflosigkeit, Angst, Ärger sowie<br />
Kontrollverlusterfahrungen, negative Auswirkungen auf das Selbstwertgefühl und<br />
Partnerschaftskonflikte auftreten (Siegrist und Rugulies, 1997). Psychosoziale Faktoren<br />
können sowohl auf die Entstehung als auch auf den weiteren Verlauf <strong>der</strong> Erkrankung Einfluss<br />
nehmen (Littmann, 1993; Siegrist und Siegrist, 1994). Entsprechend aktueller Coping-<br />
Theorien ist dabei für die Reaktion des Patienten oft weniger die objektive Schwere <strong>der</strong><br />
Erkrankung relevant als vielmehr die subjektive Wahrnehmung und Interpretation <strong>der</strong><br />
Betroffenen (vgl. Sykes, 1994). Frasure-Smith et al. (1995) konnten z.B. zeigen, dass <strong>der</strong><br />
Zusammenhang zwischen einer depressiven Symptomatik und <strong>der</strong> Mortalität bei<br />
Koronarpatienten unabhängig von <strong>der</strong> Erkrankungsschwere war. Zur Krankheitsverarbeitung<br />
verwenden Koronarpatienten meist arzt- und compliancebezogene Verarbeitungsstrategien<br />
und bewerten diese hinsichtlich <strong>der</strong> Adaptivität auch als am effektivsten (s. auch <strong>Muthny</strong> et<br />
al., 1992). Als ungünstig werden Depression, Ängste und Indikatoren eines erhöhten<br />
Erregungsniveaus gesehen (Langosch, 1989; Frasure-Smith, 1991; Frasure-Smith et al.,<br />
1999). In <strong>der</strong> klinischen Praxis ist bereits seit längerer Zeit bekannt, dass sich<br />
Krankheitsverleugnung kurzfristig zwar günstig auswirken kann, langfristig jedoch eher die<br />
Anpassung negativ beeinflusst (Siegrist und Siegrist, 1994).<br />
Das Konzept <strong>der</strong> Krankheitsverarbeitung befasst sich dementsprechend mit den<br />
Fragestellungen, wie und mit welchem Erfolg Menschen versuchen, Erkrankungen und die<br />
damit einhergehenden Belastungen zu bewältigen, und welche Verarbeitungsformen eine<br />
dauerhafte und erfolgreiche Anpassung an die Erkrankung bewirken bzw. welche eher<br />
ungünstig sind.<br />
1
Theoretische Konzeptionen zur Krankheitsverarbeitung<br />
Die Forschung zur Krankheitsverarbeitung basiert einerseits auf <strong>der</strong> psychoanalytischen<br />
Abwehrlehre (z.B. Freud, A., 1959) und an<strong>der</strong>erseits auf <strong>der</strong> Copingtheorie, die sich aus<br />
verschiedenen Modellen psychophysiologischer Stresstheorien entwickelt hat und die die<br />
Bewertungs- und Verarbeitungsprozesse <strong>der</strong> betreffenden Person bei <strong>der</strong> Auseinan<strong>der</strong>setzung<br />
mit Belastungen betont (z.B Heim, 1986).<br />
Im Gegensatz zur psychoanalytischen Abwehrlehre werden Coping-Prozesse, also die<br />
Bewältigung belasten<strong>der</strong> Ereignisse, als bewusste bzw. dem Bewusstsein zugängliche<br />
Verarbeitungsprozesse definiert.<br />
Im Transaktionsmodell von Lazarus und Mitarbeitern (Lazarus und Folkman, 1984) wird<br />
Coping nicht mehr als habituelles Persönlichkeitsmerkmal verstanden, son<strong>der</strong>n als Prozess<br />
mit Feedback-Schleifen, bei dem gleichermaßen situative Anfor<strong>der</strong>ungscharakteristika <strong>der</strong><br />
Belastung und die subjektive individuelle Bewertung <strong>der</strong>selben relevant sind (Lazarus und<br />
Folkman, 1984). In einem ersten Bewertungsschritt („primary appraisal“) schätzt die Person<br />
die auslösende Situation (z.B. Mitteilung einer Erkrankung, Rezidive etc.) als positiv,<br />
irrelevant o<strong>der</strong> belastend ein. Beim Vorliegen einer subjektiven Belastung wird die Situation<br />
als Verlust, Bedrohung o<strong>der</strong> Herausfor<strong>der</strong>ung bewertet. In einem zweiten Bewertungsschritt<br />
(„secondary appraisal“) überprüft die Person die eigenen Bewältigungsmöglichkeiten und<br />
kommt daraufhin zu einer Neubewertung <strong>der</strong> belastenden Situation („reappraisal“) über<br />
Feedback-Schleifen. Lazarus und Mitarbeiter unterscheiden zusätzlich zwischen<br />
Problemlöseverhalten (instrumentelles bzw. „problemfokussiertes“ Coping) auf <strong>der</strong> einen<br />
Seite und emotionsregulierendem Verhalten (palliatives bzw. „emotionsfokussiertes“ Coping)<br />
auf <strong>der</strong> an<strong>der</strong>en Seite als zentrale Funktionen von Coping.<br />
Frühere theoretische Konzeptionen zur Krankheitsverarbeitung umfassten in zum Teil recht<br />
unterschiedlichen Ansätzen die folgenden Hauptdimensionen:<br />
• Intrapsychisches Coping – direkte Handlung (Lazarus, 1966)<br />
• Coping – Abwehr – Fragmentation (Haan, 1977)<br />
• Problem-focused coping – emotion-focused coping (Lazarus & Launier, 1978)<br />
• Handlungs-, kognitions- und emotionsbezogen (Heim et al., 1983)<br />
• Approach coping – avoidance coping (Cronkite & Moos, 1984)<br />
Konsens besteht heute weitgehend darüber, dass sich Verarbeitungsprozesse auf <strong>der</strong><br />
kognitiven, emotionalen und Verhaltensebene beschreiben lassen bzw. diese Ebenen<br />
einbeziehen sollten (s. z.B. Heim, 1986). Abbildung 1 stellt ein einfaches Ablaufschema des<br />
Krankheitsverarbeitungsprozesses dar.<br />
Als komplexer Prozess ist Coping charakterisiert durch die Interaktion zwischen personengebundenen<br />
und situations-gebundenen Faktoren und nicht mehr durch eine lineare Ursache-<br />
Wirkung-Beziehung. Verarbeitungsstrategien können dabei sowohl zeitlich stabil als auch in<br />
Abhängigkeit vom Krankheitsverlauf variabel sein (Heim, et al., 1993).<br />
2
Prozess <strong>der</strong> Krankheitsverarbeitung<br />
Belastendes Ereignis<br />
z.B. Herzinfarkt, Angina<br />
pectoris, Herzrhythmusstörung,<br />
Angst vor<br />
Reinfarkt etc.<br />
Krankheitsverarbeitung<br />
• emotional<br />
• kognitiv<br />
• aktional<br />
Soziale<br />
Unterstützung<br />
Ergebnis/ "Erfolg"<br />
Psychosoziale<br />
Rehabilitation/<br />
"Lebensqualität"<br />
Bereiche:<br />
• Beschwerden<br />
• körperl. Funktionen<br />
• berufl.Rehabilitation<br />
• Behandlungszufriedenheit/<br />
Compliance<br />
• emotionales Befinden<br />
• Partnerschaft/<br />
Sexualität/ weitere<br />
Sozialkontakte/<br />
• Familienleben<br />
Abb. 1.1: Einfaches Ablaufschema zum Prozess <strong>der</strong> Krankheitsverarbeitung<br />
(nach <strong>Muthny</strong>, 1994)<br />
In <strong>der</strong> Literatur werden heute als wichtige Determinanten <strong>der</strong> Krankheitsverarbeitung<br />
Personen-, Situations- und Sozialfaktoren diskutiert und untersucht (s.a. <strong>Muthny</strong> und Beutel,<br />
1991; Weis, 1998). Dabei spielt zunehmend die Frage eine Rolle, wie bestimmte situative<br />
Anfor<strong>der</strong>ungen und individuelle Ressourcen zu einer guten o<strong>der</strong> auch problematischen<br />
"Passung" führen. Nach welchen Kriterien ein Beurteiler den Verarbeitungserfolg einschätzt,<br />
ist vor allem von dessen Zielsetzungen abhängig (<strong>Muthny</strong>, 1994). Für einen Patienten ist z.B.<br />
beson<strong>der</strong>s die Wie<strong>der</strong>gewinnung des emotionalen Gleichgewichts o<strong>der</strong> Wohlbefindens<br />
wichtig, während <strong>der</strong> Arzt die Behandlungscompliance o<strong>der</strong> auch das Erreichen des<br />
medizinisch optimalen Ergebnisses betont. Das wohl relevanteste Kriterium des<br />
Verarbeitungserfolgs stellt traditionell die Überlebenszeit dar, wie Heim (1988)<br />
metaanalytisch herausarbeiten konnte. Wichtige adaptive Copingstrategien waren dabei<br />
zupackendes Verhalten, die Suche nach Zuwendung und Problemanalyse, während<br />
fatalistisches Akzeptieren, Passivität, Resignation und Selbstbeschuldigung sich maladaptiv<br />
auswirkten (Heim, 1988).<br />
Funktionale kognitive Anteile von Krankheitsverarbeitungsprozessen stellen subjektive<br />
Theorien dar, die aus <strong>der</strong> sozialpsychologischen Forschung stammen und sich mit kognitiven<br />
Konzepten, Vorstellungen o<strong>der</strong> Annahmen befassen, mit <strong>der</strong>en Hilfe Menschen ihre Umwelt<br />
zu verstehen und zu konstruieren versuchen (Filipp, 1990).<br />
3
Zentrale Konzepte in Bezug auf Krankheitsverarbeitung sind dabei vor allem die<br />
Ursachenattribution und die Kontrollüberzeugungen, die ebenfalls im Bereich <strong>der</strong><br />
Verhaltensmedizin und kognitiven Verhaltenstherapie relevant sind (<strong>Muthny</strong> und Broda,<br />
1999; Kanfer et. al, 1996).<br />
Nach Hei<strong>der</strong> (1958) resultieren Attributionen aus dem menschlichen Bedürfnis heraus,<br />
Bedingungen in <strong>der</strong> Umwelt vorhersagen und auch kontrollieren zu können. Eine zentrale<br />
Annahme ist, dass auf diese Weise ein möglicher Kontrollverlust über zentrale<br />
Lebensbereiche verhin<strong>der</strong>t o<strong>der</strong> ein bereits eingetretener Verlust gedanklich ausgeglichen<br />
werden kann (Taylor, 1990). Ebenso dienen diese Attributionen dazu, den „Glauben an die<br />
gerechte Welt“ o<strong>der</strong> auch die „eigene Unverwundbarkeit“ aufrechtzuerhalten (Bulman und<br />
Wortman, 1977). Als wichtige Dimensionen von Kausalattributionen lassen sich<br />
personeninterne vs. –externe, stabile vs. variable sowie globale vs. spezifische Faktoren<br />
unterscheiden.<br />
Das Konzept <strong>der</strong> Kontrollüberzeugungen stammt aus <strong>der</strong> sozialen Lerntheorie von Rotter<br />
(1966). Kontrollüberzeugungen werden definiert als „generalisierte Erwartungen einer<br />
Person, ob Ereignisse des persönlichen Erfahrungsraums beeinflusst werden können o<strong>der</strong><br />
nicht“ (Krampen, 1989). Kontrollüberzeugungen beziehen sich auf die Erwartungshaltung des<br />
Individuums, ob relevante Ereignisse mit dem eigenen Verhaltens beeinflusst werden können<br />
(internaler locus of control) o<strong>der</strong> aber ob das Individuum keine Möglichkeit zur<br />
Einflussnahme hat (externaler locus of control). Während das eigene Kontrollerlebnis im<br />
Rahmen dieses Modells positive Auswirkungen haben und den Lernprozess <strong>der</strong> Person<br />
för<strong>der</strong>n soll, wird angenommen, dass die Abhängigkeit von äußeren Faktoren, wie Glück,<br />
Schicksal o<strong>der</strong> auch soziale Einflüsse (powerful others), eher negative Konsequenzen für das<br />
Individuum hat.<br />
Das Konstrukt <strong>der</strong> Selbstwirksamkeitserwartungen (Self-efficacy) geht auf Bandura (1977,<br />
1997) zurück. Selbstwirksamkeitserwartungen gehören zu den besten Prädiktoren für<br />
Verhaltensän<strong>der</strong>ungen (Bandura, 1977). Bandura nimmt in seiner Theorie an, dass eine<br />
Person Erwartungen bildet, ob und auf welche Weise sie in einer bestimmten Situation ein<br />
bestimmtes Verhalten zeigen kann (Selbstwirksamkeitserwartung). Anschließend folgt die<br />
Erwartung, ob das gezeigte Verhalten zu einem bestimmten bzw. erwünschten Ergebnis<br />
führen wird (Erwartung <strong>der</strong> Verhaltenseffektivität). Ewart (1995) betont auf <strong>der</strong> Grundlage<br />
eigener Studien, dass die Theorie <strong>der</strong> Selbstwirksamkeitserwartung auch gerade in Bezug auf<br />
koronare Erkrankungen das Verständnis für die psychischen Reaktionen erleichtere. Danach<br />
ließen sich viele <strong>der</strong> negativen Erfahrungen <strong>der</strong> Patienten auf eine unangemessene<br />
Selbstwahrnehmung <strong>der</strong> physischen Fähigkeiten zurückführen.<br />
Sullivan et al. (1998) konnten z.B. in einer prospektiven Längsschnittuntersuchung an 198<br />
Koronarpatienten nach einer Katheteruntersuchung zeigen, dass die beiden Faktoren<br />
Aufrechterhalten des Funktionsniveaus und Kontrolle kardialer Symptome <strong>der</strong> eingesetzten<br />
Selbstwirksamkeitsskala bei guten psychometrischen Eigenschaften das physische und soziale<br />
Funktionsniveau <strong>der</strong> Patienten sechs Monate nach dem Eingriff vorhersagten, wobei Angst<br />
und depressive Symptome, Erkrankungsschwere und demographische Faktoren kontrolliert<br />
wurden.<br />
Bezüglich <strong>der</strong> Funktionalität und Adaptivität subjektiver Theorien sind die empirischen<br />
Ergebnisse heterogen. Im Bereich <strong>der</strong> Psychokardiologie konnte gezeigt werden, dass z.B. <strong>der</strong><br />
externale Attributionsstil „Verhalten an<strong>der</strong>er Personen“ einen starken Prädiktor für das<br />
4
Kriterium „Reinfarkt“ im Bereich eines Zeitraums von acht Jahren darstellte (Affleck et al.,<br />
1987). In psychoonkologischen Studien z.B. sind die Ergebnisse diesbzgl. dagegen eher<br />
uneinheitlich (z.B. Lowery et al., 1993; Riehl-Emde et al., 1989; Taylor et al., 1984).<br />
Obwohl inhaltliche Beziehungen zwischen subjektiven Theorien und Krankheitsverarbeitung<br />
bestehen, so stellen sie doch immer noch einen weitgehend eigenständigen Forschungsbereich<br />
von beträchtlichem Umfang dar.<br />
Im Rahmen <strong>der</strong> nachfolgend dargestellten Literaturanalysen wurden empirische Studien zur<br />
Bedeutung von Krankheitsverarbeitung im Sinne von Coping bei kardiologischen Patienten<br />
analysiert, die in den Jahren 1990 bis 2002 veröffentlicht wurden. Die nachfolgenden<br />
Darstellungen beziehen sich auf ausgewählte Beispiele.<br />
5
2. Literaturanalysen<br />
Thematisch lassen sich die identifizierten Studien in drei Bereiche einteilen:<br />
• Querschnittstudien zu Korrelationen von Coping mit Anpassung, medizinischen<br />
Parametern und Lebensqualität,<br />
• Längsschnittstudien zum Einfluss von Coping als Prädiktor und<br />
• Studien zur Verän<strong>der</strong>ung von Coping mittels psychosozialer Rehabilitationsprogramme.<br />
2.1 Querschnittstudien zu Korrelaten <strong>der</strong> Krankheitsverarbeitung<br />
Im Folgenden werden korrelative Ergebnisse dargestellt, die verdeutlichen, mit welchen<br />
Aspekten erfolgreiche o<strong>der</strong> problematische Krankheitsverarbeitung kardiologischer Patienten<br />
zusammenhängen kann.<br />
Maes und Bruggemans (1990) befragten 174 Koronarpatienten mit Hilfe eines Fragebogens<br />
und eines semistrukturierten Interviews. Konfrontation mit <strong>der</strong> Erkrankung („approach<br />
coping“) stand in positivem Zusammenhang zu Angst, Depression, Ärger, Unzufriedenheit,<br />
Gefühlen <strong>der</strong> Invalidität, sozialen Hemmung, Inanspruchnahme medizinischer Ressourcen<br />
und in negativem Zusammenhang zum Wohlbefinden. Vermeidende Krankheitsverarbeitung<br />
(„avoidance coping“) korrelierte in <strong>der</strong> umgekehrten Weise. Patienten mit stärkeren<br />
Symptomen einer Angina pectoris verwendeten eher „approach-coping“ und weniger<br />
„avoidance-coping“ als Patienten mit wenigen Symptomen.<br />
Ben-Zira und Eliezer (1990) konnten zeigen, dass die Anpassung bei 63 männlichen<br />
Koronarpatienten nach einer Herzattacke beson<strong>der</strong>s mit <strong>der</strong> Unterstützung durch die Gattin,<br />
mit einer offenen Kommunikation zwischen den Partnern sowie mit den individuellen<br />
affektiven (Selbstwertgefühl, Kontrollüberzeugung) und kognitiven (Krankheitsverständnis)<br />
Ressourcen zusammenhing.<br />
Lowery et al. (1992) analysierten Zusammenhänge zwischen Verleugnung (z.B. Vermeidung<br />
von Informationen, keine Zukunftspläne, Nichtkennen <strong>der</strong> Diagnose) und Ursachenattributionen<br />
als Aufmerksamkeitsstrategie einerseits und dem emotionalen Zustand nach<br />
einem Herzinfarkt an<strong>der</strong>erseits. Verleugung korrelierte schwach signifikant mit Angst, aber<br />
nicht mit Depression o<strong>der</strong> Hostilität. Die regressionsanalytische Auswertung ergab, dass<br />
Patienten mit starken Verleugnungstendenzen, die nicht nach <strong>der</strong> Ursache ihrer Erkrankung<br />
suchten, am wenigsten ängstlich waren. Dabei verwendete eine große Anzahl von Patienten<br />
gleichzeitig Verleugnungs- und Aufmerksamkeitsstrategien.<br />
DeJong et al. (1994) untersuchten, ob Zustandsangst, vermeidendes Coping und Abwehr drei<br />
Wochen vor einer Herzkatheter-Untersuchung Angst, Herzrate und Hautleitfähigkeit kurz vor<br />
dem Eingriff vorhersagten. Geschlecht, Alter, medizinische Variablen und Zustandsangst zu<br />
Hause erklärten 62% <strong>der</strong> Varianz <strong>der</strong> Angst im Krankenhaus. Medizinische Variablen,<br />
Abwehr und vermeidendes Coping leisteten keinen signifikanten Beitrag.<br />
In <strong>der</strong> Untersuchung von Landreville et al. (1994) zeigte sich, dass Koronar-Patienten mit<br />
hoher Ausprägung einer depressiven Symptomatik häufiger vermeidende Coping-Strategien<br />
verwendeten.<br />
7
Younger et al. (1995) untersuchten Zusammenhänge zwischen Stress, gesundheitsbezogenen<br />
Kontrollüberzeugungen und Bewältigungsverhalten an insgesamt 110 Koronarpatienten.<br />
Während ein Viertel <strong>der</strong> Patienten ein stationäres und anschließend freiwillig ein ambulantes<br />
Rehabilitationsprogramm absolvierten, hatten die übrigen nur an einem stationären Programm<br />
teilgenommen. Beide Gruppen unterschieden sich nicht bezüglich Stress, Bewältigungsverhalten<br />
und internaler Kontrollüberzeugung. Internale Kontrollüberzeugungen standen mit<br />
Bewältigungsverhalten in bezug auf Schicksal und Lebensereignisse in positiver Beziehung,<br />
was die Autoren als Hinweis interpretieren, dass internal orientierte Personen eher versuchten,<br />
ihre Umwelt zu kontrollieren.<br />
Holahan und Mitarbeiter testeten in verschiedenen Studien ein integratives Modell<br />
psychosozialer Anpassung an eine Herzerkrankung. In einer ersten Studie konnten sie an über<br />
600 Patienten mit Herzerkrankungen in einem Längsschnitt zeigen, dass in <strong>der</strong><br />
querschnittlichen Analyse soziale Unterstützung und adaptive Coping-Strategien wie positive<br />
Neubewertung und Problemlösen mit weniger depressiven Symptomen in Beziehung standen<br />
(Holahan et al, 1995). Auch zu einem späteren Katamnesezeitpunkt nach vier Jahren<br />
korrelierten negative Aspekte sozialer Beziehungen mit weniger adaptiven Coping-Strategien<br />
und einer schlechteren Anpassung, positive Aspekte sozialer Beziehungen dagegen mit einer<br />
besseren Anpassung und adaptiveren Coping-Strategien (Holahan et al., 1997a). Hier zeigte<br />
sich ebenfalls, dass die Beziehungen zwischen positiven und negativen Kontextfaktoren und<br />
depressiven Symptomen über Coping-Verhalten vermittelt wurden. Außerdem leisteten<br />
positive und negative Aspekte sozialer Beziehungen einen Beitrag bei <strong>der</strong> Vorhersage von<br />
Coping-Bemühungen. Schließlich konnten die Autoren in einer weiteren Querschnittstudie<br />
die Gültigkeit ihres Modells belegen (Holahan et al., 1997b). Dabei zeigte sich, dass sowohl<br />
bei Männern als auch bei Frauen „approach coping“ (Problemlösen und positive<br />
Umstrukturierung) und soziale Unterstützung mit weniger depressiven Symptomen in<br />
Beziehung standen.<br />
Chiou et al. (1997) fanden bei 40 taiwanesischen Herzinfarktpatienten mo<strong>der</strong>ate positive<br />
Zusammenhänge zwischen Angst und <strong>der</strong> Verwendung von Coping. Dagegen standen<br />
Depression und Coping nicht miteinan<strong>der</strong> in Beziehung. Am häufigsten setzten die Patienten<br />
optimistisches Coping ein. Negative Beziehungen zeigten sich zwischen <strong>der</strong> Verwendung von<br />
Coping bzw. <strong>der</strong> Coping-Effektiviät und Alter. Korrelationen zwischen einzelnen Strategien<br />
und psychosomatischen Symptomen wurden nicht berichtet.<br />
Craney et al. (1997) befragten 80 Patienten, die seit mindestens zwei Jahren ein ICD-Gerät<br />
implantiert bekommen hatten, zur psychosozialen Anpassung und medizinischen Parametern.<br />
Die meisten Patienten (74%) verwendeten eher einen emotionsorientierten Coping-Stil. In <strong>der</strong><br />
regressionsanalytischen Auswertung zeigte sich, dass ein geringer emotionaler Coping-Stil<br />
ein besseres medizinisches Funktionsniveau vorhersagte und ein ausgeprägtes emotionales<br />
Coping einen signifikanten Erklärungsbeitrag für psychologischen Distress lieferte.<br />
Grady et al. (1998) untersuchten querschnittlich Prädiktoren für angemessenes Verhalten ein<br />
Jahr nach einer Herztransplantation. Diese erklärten in Abhängigkeit von <strong>der</strong> jeweiligen<br />
Therapievorschrift zwischen 13% und 52% <strong>der</strong> Varianz. In Bezug auf Coping-Strategien<br />
sagte ein gering fatalistisches Coping eine bessere Compliance mit dem Aufsuchen <strong>der</strong> Klinik<br />
vorher. Ein gering verleugnen<strong>der</strong> Coping-Stil stand mit einer besseren Compliance mit dem<br />
Bearbeiten <strong>der</strong> klinischen Tests in Beziehung.<br />
8
Ebenso werteten sie in einer neueren Arbeit querschnittlich im Rahmen einer größeren<br />
Längsschnittstudie Beziehungen zwischen Lebensqualitätsparametern einerseits und<br />
psychosozialen und physiologischen Parametern an<strong>der</strong>seits an 232 Herztransplantationspatienten<br />
einer nicht randomisierten Stichprobe ein Jahr nach <strong>der</strong> Operation aus (Grady<br />
et al., 1999). Dabei korrelierte eine größere Lebenszufriedenheit positiv mit allgemeinen<br />
wirksamen Coping-Bemühungen und optimistischem Coping sowie negativ mit einer<br />
geringeren Verwendung von vermeidenden, emotionalen o<strong>der</strong> fatalistischen Coping-Stilen.<br />
Als Prädiktoren einer verbesserten Lebensqualität ein Jahr nach <strong>der</strong> Transplantation erwiesen<br />
sich in einem multivariaten Modell weniger selbstberichteter Stress, hilfreiche Informationen,<br />
eine bessere Gesundheitswahrnehmung und Compliance, effektivere Coping-Strategien,<br />
weniger funktionelle Einschränkungen, weniger Symptomsorgen, ein höheres Alter sowie<br />
weniger Komplikationen. Bereits in einer früheren Untersuchung (Grady et al., 1995) zeigte<br />
sich, dass optimistisches Coping mit höherer Lebensqualität in Beziehung steht.<br />
Hirth und Stewart (1994) untersuchten die Bedeutung von Hoffnung und sozialer<br />
Unterstützung als Coping-Ressource für die Wirksamkeit <strong>der</strong> Coping-Bemühungen von<br />
Patienten, die auf eine Herztransplantation warteten. Dabei zeigten sich positive<br />
Zusammenhänge zwischen <strong>der</strong> Unterstützung durch an<strong>der</strong>e Patienten und durch<br />
medizinisches Personal mit <strong>der</strong> Wirksamkeit <strong>der</strong> Coping-Bemühungen. Auch die beiden<br />
Skalen <strong>der</strong> Hoffnungsskala "Lebenszufriedenheit" und "Zukunftserwartungen" standen mit<br />
<strong>der</strong> Coping-Effektivität in positiver Beziehung. Im regressionsanalytischen Modell leistete<br />
dagegen nur die gesamte Hoffnungsskala einen signifikanten Beitrag zur Varianzaufklärung.<br />
Kinne et al. (1999) fanden, dass Koronar-Patienten mit symptomatischen Beschwerden<br />
erhöhte Neurotizismuswerte aufwiesen, während Patienten mit einer asymptomatischen<br />
Symptomatik häufiger hilfreiche und aktive Coping-Strategien verwendeten.<br />
In <strong>der</strong> Studie von Ben-Zur et al. (2000) standen psychologischer Distress und eine geringe<br />
funktionale Kapazität nach einer Bypass-Operation mit hohen Pessimismuswerten und<br />
Verwendung von emotionsfokussierten Coping-Strategien in Beziehung.<br />
Ladwig et al. (2000) konnten zeigen, dass sechs Monate nach einer Stent-Implantation<br />
Patienten mit einer negativen Gesundheitswahrnehmung höhere Angst-, Depressionswerte,<br />
Schlafstörungen und aufdringliche Gedanken hatten sowie vermehrt Vermeidungsstrategien<br />
zeigten.<br />
Smrekar und Egger (2000) untersuchten Kohärenzerleben und subjektive Krankheitstheorien<br />
bei Patienten mit KHK. Dabei neigten Patienten mit niedrigem Kohärenzerleben zu<br />
depressivem Coping, während Patienten mit hoher Kohärenz häufiger aktives Coping<br />
verwendeten.<br />
Bosworth et al. (2001) untersuchten Zusammenhänge zwischen Persönlichkeitsfaktoren<br />
(gemessen mit dem Neo-Five-Factor Inventory) und Coping-Strategien bei 204 KHK-<br />
Patienten vor einer Herzkatheteruntersuchung. Es zeigte sich, dass Patienten mit nicht<br />
signifikanter KHK mehr soziale Unterstützung suchten als Patienten mit signifikanter KHK.<br />
Coping stand mo<strong>der</strong>at mit den erhobenen Persönlichkeitsfaktoren (Neo Five) in Beziehung.<br />
Multivariat korrelierte Vermeidung positiv mit Neurotizismus und negativ mit Extraversion.<br />
Weiterhin zeigte sich <strong>der</strong> Einfluss von Kovariaten. Unverheiratet sein korrelierte negativ mit<br />
9
<strong>der</strong> Suche nach sozialer Unterstützung, ohne eine vertraute Person sein hing ebenfalls negativ<br />
mit <strong>der</strong> Suche nach sozialer Unterstützung zusammen und positiv mit Vermeidung.<br />
In <strong>der</strong> Studie von Brown und Bedi (2001) hatten kardiologische Rehabilitanden, die geringe<br />
Ergebnis- und Selbstwirksamkeitserwartungen bezgl. ihrer Problemlösestrategien aufwiesen,<br />
dann weniger psychische Beschwerden, wenn sie einen eher nicht auf die Krankheit<br />
gerichteten Coping-Stil einsetzten.<br />
Echteld et al. (2001) konnten im Querschnitt zeigen, dass bei Koronarpatienten, die auf ihre<br />
erste PTCA-Untersuchung warteten, ein mit <strong>der</strong> Krankheit konfrontieren<strong>der</strong> Coping-Stil<br />
(approach coping) mit einer geringeren Lebensqualität in Beziehung stand, während ein<br />
vermeiden<strong>der</strong> Coping-Stil („avoidance coping“) mit hoher Lebensqualität einherging.<br />
Weiterhin korrelierte Optimismus nicht mit „approach coping“. Die Autoren vermuten, dass<br />
es demnach besser sei, Patienten nicht mehr als medizinisch notwendig für ihre Erkrankung<br />
zu sensibilisieren.<br />
Naturgemäß ist das Problem von Querschnittstudien, dass korrelative Zusammenhänge nicht<br />
kausal interpretiert werden dürfen. Kontrollierte Längsschnittstudien haben eine erheblich<br />
bessere Aussagekraft.<br />
2.2 Längsschnittstudien zum Einfluss von Coping als Prädiktor auf den<br />
Rehabilitationserfolg<br />
Die Bedeutung von emotionalem bzw. depressivem und vermeidendem Coping<br />
Terry (1992) befragte in einer Längsschnittuntersuchung 40 männliche und weibliche<br />
Herzinfarktpatienten zum Einfluss von wahrgenommenen Belastungen, Coping-Verhalten<br />
und Coping-Ressourcen auf die psychosoziale Anpassung an die Herzerkrankung. Es zeigte<br />
sich, dass ein emotionsorientiertes Coping die Anpassung an die Herzerkrankung eher<br />
erschwerte, während das problemorientierte Coping wi<strong>der</strong> Erwarten nicht mit <strong>der</strong> Anpassung<br />
in Beziehung stand. Hohe Werte bezüglich <strong>der</strong> eigenen Selbstwirksamkeit gingen zu beiden<br />
Messzeitpunkten mit weniger psychischen Symptomen einher. Insgesamt gelang denjenigen<br />
Patienten die Anpassung an den Infarkt besser, die eine internale Kontrollüberzeugung, ein<br />
hohes Selbstwertgefühl, geringe habituelle Ängstlichkeit und gute familiäre Beziehungen<br />
aufwiesen. Kein Zusammenhang konnte dagegen zwischen <strong>der</strong> Schwere des Infarktes und <strong>der</strong><br />
Anpassung festgestellt werden.<br />
Rogner et al. (1994) befragten 68 Herzinfarktpatienten am Ende einer Rehabilitationsmaßnahme<br />
und vier Jahre später im Hinblick auf die Effektivität von Krankheitsverarbeitung.<br />
Die Ergebnisse deuten an, dass eine depressiv-getönte Krankheitsverarbeitung während <strong>der</strong><br />
AHB unabhängig von <strong>der</strong> Schwere des Herzinfarktes einen Prädiktor für einen kardialen<br />
Befund vier Jahre nach einem Herzinfarkt darstellte. Patienten mit kardialem Befund fühlten<br />
sich im Vergleich zu Patienten ohne Befund stärker durch den Herzinfarkt beeinträchtigt,<br />
waren depressiver und bewältigten die Erkrankung mehr über soziale Unterstützung durch<br />
Mitpatienten, Wut, Selbstbeschuldigung, positive Neubewertung und weniger über<br />
Optimismus.<br />
Garcia et al. (1994) stellten fest, dass psychopathologisch unauffällige Herzinfarktpatienten<br />
eher zu Problemlösestrategien neigten, während die auffälligen Patienten eher Flucht-<br />
10
Vermeidungs-Strategien bevorzugten. Eine Diskriminanzanalyse ergab außerdem, dass<br />
psychiatrische Störungen vor allem vom Auftreten einer Depression in <strong>der</strong> Akutbehandlung<br />
und <strong>der</strong> Nichtverwendung von Problemlösestrategien bestimmt wurden. Die Schwere <strong>der</strong><br />
Psychopathologie hing weiterhin mit <strong>der</strong> Verwendung von Vermeidungsstrategien und frühen<br />
depressiven Reaktionen zusammen.<br />
Crumlish (1994) untersuchte Zusammenhänge zwischen Coping und psychosomatischen<br />
Beschwerden vor und fünf Tage nach einer Bypass-Operation. Während die Suche nach<br />
sozialer Unterstützung, Selbstbeschuldigung, Wunschdenken abnahmen, blieben Vermeidung<br />
und Problemlösung konstant. Die postoperative psychosomatische Symptomatik korrelierte<br />
positiv beson<strong>der</strong>s mit den präoperativen Strategien Selbstbeschuldigung, Wunschdenken und<br />
Vermeidung. Regressionsanalytisch war die präoperative psychosomatische Symptomatik <strong>der</strong><br />
beste Prädiktor für die postoperativen psychosomatischen Beschwerden, gefolgt von<br />
Problemlösen, Vermeidung, Suche nach sozialer Unterstützung und Selbstbeschuldigung.<br />
Davis et al. (1994) gingen <strong>der</strong> Frage nach, welchen Einfluss Coping-Stile und<br />
unterschiedliche Vorbereitungen auf eine bevorstehende Katheteruntersuchnung auf die Angst<br />
und kardiovaskuläre Reaktivität von Patienten während dieser Untersuchung haben. Dazu<br />
wurden die Patienten mittels Coping-Fragebogen in die Gruppen „Informationssuche“ o<strong>der</strong><br />
„Informationsvermeidung“ eingeteilt und randomisiert jeweils 3 verschiedenen Bedingungen<br />
zugewiesen. Die Patienten erhielten entwe<strong>der</strong> eine videounterstützte prozedurale Präsentation,<br />
eine videounterstützte prozedurale und sensorische Präsentation o<strong>der</strong> schriftliches<br />
Informationsmaterial. Der Coping-Stil hatte keinen Einfluss auf die Angst-Messungen.<br />
Patienten in den Video-Bedingungen zeigten eine bessere Anpassung, wobei sich die<br />
prozedurale Präsentation als wirksamer erwies.<br />
Porter et al. (1994) befragten Patienten, die auf eine Herztransplantation warteten, über einen<br />
Zeitraum von zwei Jahren. Dabei zeigte sich, dass Patienten, die von viel Stress berichteten,<br />
vermehrt konfrontative, ausweichende und selbstvertrauende Coping-Strategien verwendeten.<br />
Insgesamt wiesen die Patienten aber eher einen optimistischen Coping-Stil auf.<br />
In einer umfangreichen Studie untersuchten Julkunen und Saarinen (1994) 243<br />
Herzinfarktpatienten in <strong>der</strong> Akutphase <strong>der</strong> Behandlung und nach einem 12-monatigen Followup<br />
in Bezug auf psychologische Risikofaktoren. Die Follow-up-Erhebung ergab, dass die<br />
Coping-Stile „Verleugnung <strong>der</strong> Erkrankung“ und „depressive Resignation“ jeweils einzeln<br />
am besten sowohl die berufliche Wie<strong>der</strong>einglie<strong>der</strong>ung als auch den selbstberichteten<br />
Gesundheitsstatus nach 12 Monaten vorhersagten. Auch ein Risikoindex insgesamt korrelierte<br />
signifikant mit diesen beiden Kriteriumsvariablen in <strong>der</strong> erwarteten Richtung. Keine<br />
signifikanten Zusammenhänge konnten dagegen zwischen dem Index und medizinischen<br />
Risikofaktoren bzw. den demographischen Variablen identifiziert werden.<br />
Titscher et al. (1996) stellten in einer Pilotstudie an 25 Koronarpatienten, bei denen eine<br />
PTCA durchgeführt werden musste, fest, dass beson<strong>der</strong>s diejenigen Patienten ein höheres<br />
Ausmaß an Restenosebildung nach drei Monaten aufwiesen, die mit einer resignativen,<br />
selbstbemitleidenden Streßverarbeitung und einer depressiven Krankheitsverarbeitung<br />
reagierten und die mit ihrem Leben unzufriedener waren. Weiterhin gelang<br />
diskriminanzanalytisch mittels <strong>der</strong> Skalen des SVF, <strong>der</strong> bereits zu einem sehr frühen<br />
Zeitpunkt eingesetzt wurde, eine Gruppenzuordnung in Patienten mit versus ohne<br />
Restenosierung.<br />
11
In <strong>der</strong> Untersuchung von Stewart et al. (1997) verwendeten Patienten mit einer ischämischen<br />
Herzerkrankung, die eine lange Krankheitsgeschichte hatten und erneut in ein Krankenhaus<br />
aufgenommen wurden, seltener den Coping-Modus „Verantwortung übernehmen“, während<br />
Patienten mit einer Ersterkrankung und erneuter Wie<strong>der</strong>aufnahme häufiger soziale<br />
Unterstützung suchten.<br />
Dagegen unterschieden sich in <strong>der</strong> Längsschnittstudie von Bennett et al. (1997) Patienten mit<br />
chronischer Herzinsuffizienz, die in einem 6-monatigen Untersuchungszeitraum<br />
rehospitalisiert wurden, nicht von Herzinsuffizienz-Patienten ohne erneuten<br />
Krankenhausaufenthalt in bezug auf soziale Unterstützung o<strong>der</strong> Coping-Verhalten.<br />
Rehospitalisierte Patienten wiesen zum Erhebungsbeginn neben emotionalen Problemen auch<br />
vermehrt Aufmerksamkeits- und Gedächtnisprobleme auf. Kein Unterschied zeigte sich im<br />
Ausmaß <strong>der</strong> Herzschwäche o<strong>der</strong> in soziodemographischen Variablen.<br />
Grossi et al. (1998) untersuchten Prädiktoren einer schlechten psychosozialen Anpassung<br />
nach einer Bypass-Operation und erhoben dazu psychosoziale und medizinische Daten von 61<br />
Koronarpatienten jeweils vor und ein Jahr nach dem Eingriff. Dabei standen maladaptive<br />
Coping-Strategien mit vermehrten pektanginösen Symptomen sowohl vor als auch nach <strong>der</strong><br />
OP in Zusammenhang. In multiplen Regressionsanalysen mit residualer Angina pectoris bzw.<br />
globalem Gesundheitszustand als abhängiger Variable leisteten maladaptive Coping-<br />
Strategien dagegen keinen Erklärungsbeitrag, während Werte im STAI hier beide Variablen<br />
vorhersagten.<br />
Dew et al. (1996) befassten sich mit den Prädiktoren von compliantem Verhalten ein Jahr<br />
nach einer Herztransplantation und untersuchten dazu eine Stichprobe von 101 Patienten zu<br />
drei Meßzeitpunkten. Es zeigte sich, dass in Bezug auf das Coping-Verhalten Patienten mit<br />
vermeidenden Strategien eher in vielfältigen Bereichen Compliance-Probleme aufwiesen.<br />
Grady et al (1999) befragten ebenfalls Patienten vor und nach einer Herztransplantation. Die<br />
Autoren untersuchten, welchen Einfluss psychosoziale Faktoren vor <strong>der</strong> Herztransplantation<br />
auf die Dauer des Krankenhausaufenthaltes hatten. Die Analyse ergab keine signifikanten<br />
Beziehungen zwischen Coping-Strategien und <strong>der</strong> Dauer des Aufenthaltes. Lediglich die<br />
Fähigkeit zur Selbstversorgung, frühere Non-Compliance und emotionale Probleme erklärten<br />
8% <strong>der</strong> Varianz <strong>der</strong> Dauer des Aufenthaltes.<br />
Schrö<strong>der</strong> et al. (1998) konnten an 174 Bypass-Patienten zeigen, dass bestimmte<br />
Krankheitsverarbeitungsprozesse als Mediatoren zwischen individuellen und sozialen<br />
Ressourcen auf <strong>der</strong> einen Seite und Erholungsprozessen auf <strong>der</strong> an<strong>der</strong>en Seite wirken können.<br />
Dabei korrelierte die Selbstwirksamkeit signifikant positiv mit Verleugnung und sozialem<br />
Coping. Die soziale Unterstützung wies negative Zusammenhänge mit Hinwendung zur<br />
Religion und Rumination auf sowie positive mit sozialem Coping. In weiteren multivariaten<br />
Analysen stand soziales Coping als adaptives Bewältigungsverhalten sowohl mit <strong>der</strong><br />
wahrgenommenen Selbstwirksamkeit als auch mit den berücksichtigten positiven<br />
Erholungsindikatoren „Energie“, „Fithalten“ und „Lesen“ in positivem Zusammenhang,<br />
während Rumination negativ mit den beiden Bewältigungsressourcen und diesen Kriterien<br />
assoziiert war. Für die negativen Outcome-Variablen „Traurigkeit“ und „Sorge“ ergab sich<br />
jeweils <strong>der</strong> entgegengesetzte Zusammenhang. Auch erwies sich das soziale Coping als<br />
12
Hauptmediator, und die Selbstwirksamkeit als wichtigster indirekter Prädiktor für Coping-<br />
Verhalten und Anpassung.<br />
Van El<strong>der</strong>en, Maes und Dusseldorp (1999) untersuchten Zusammenhänge zwischen den<br />
beiden Coping-Modi "Approach" und "Avoidance" auf <strong>der</strong> einen Seite sowie Ängstlichkeit,<br />
Depression und Wohlbefinden als psychosoziale Kriterien des Anpassungsprozesses auf <strong>der</strong><br />
an<strong>der</strong>en Seite. Dazu befragten sie insgesamt 278 Patienten mit koronarer Herzerkrankung<br />
mittels eines speziell auf diese Patientengruppe zugeschnittenen Coping-Inventars (Coping<br />
Questionnaire for Coronary Patients; Meas und Bruggemans, 1988) einen Monat, drei Monate<br />
sowie zwölf Monate nach Eintritt des kardialen Ereignisses. Im jeweiligen Querschnitt<br />
zeigten sich zu allen Messzeitpunkten signifikante negative Beziehungen zwischen<br />
Annäherung und dem Wohlbefinden sowie positive Beziehungen dieses Coping-Modus mit<br />
Ängstlichkeit und Depression. Vermeidung war dagegen zum ersten Messzeitpunkt positiv<br />
mit dem Wohlbefinden assoziiert und negativ mit Ängstlichkeit. In <strong>der</strong> längsschnittlichen<br />
Analyse zeigten sich demgegenüber negative Beziehungen zwischen <strong>der</strong> Annäherung zum<br />
ersten Messzeitpunkt und Ängstlichkeit und Depressionen zu den späteren Messzeitpunkten.<br />
Ebenso stand dieser Coping-Modus gemessen am ersten und zweiten Messzeitpunkt in<br />
positiver Beziehung zum späteren Wohlbefinden. Aufgrund dieser Ergebnisse schlussfolgern<br />
die Autoren, dass trotz anfänglicher ungünstiger Effekte die Bearbeitung des Traumas auf<br />
lange Sicht den emotionalen Distress reduzieren könne. Die Einschätzung <strong>der</strong><br />
psychologischen Konsequenzen einer Herzerkrankung und die Entwicklung von<br />
Interventionen sollten daher auf <strong>der</strong> Grundlage <strong>der</strong> längsschnittlichen Beziehungen erfolgen.<br />
Esteve et al. (1992) fanden ebenfalls, dass Herzinfarktpatienten mit einem verleugnenden<br />
Coping-Stil im Akutkrankenhaus und einen Monat später, weniger ängstlich und depressiv<br />
waren und weniger psychopathologische Symptome aufwiesen als Patienten mit einem<br />
geringen verleugnenden Coping. Bezüglich <strong>der</strong> kardiologischen Symptomatik konnten<br />
zwischen diesen beiden Patientengruppen keine signifikanten Unterschiede festgestellt<br />
werden. Außerdem verwendeten Patienten, die ein schlechtes medizinisches Ergebnis<br />
aufwiesen, mehr die Strategie "Verantwortung <strong>der</strong> Erkrankung übernehmen". Ein Jahr später<br />
unterschieden sich die beiden Gruppen auch nicht mehr in bezug auf die Psychopathologie.<br />
Dunbar et al. (1999) führten eine Längsschnittstudie mit dem Ziel durch, Einflussvariablen<br />
auf den Anpassungsprozess nach Implantation eines Defibrillators (ICD) zu identifizieren. Es<br />
zeigte sich, dass das Coping-Verhalten, die Angaben zu Symptomen, die Krankheitswahrnehmung<br />
zusätzlich neben klinischen und demographischen Variablen zur<br />
Varianzaufklärung des funktionellen Status und emotionaler Probleme beitrugen. Dabei stand<br />
emotionsorientiertes Coping zu allen drei Messzeitpunkten (präoperativ, 1 und 3 Monate<br />
später) mit vermehrten emotionalen Problemen in Beziehung. Keine Zusammenhänge zeigten<br />
sich zum funktionalen Status. Problemorientiertes Coping war zum ersten und zum letzten<br />
Messzeitpunkt mit weniger emotionalen Problemen assoziiert und wies zum zweiten<br />
Messzeitpunkt positive Beziehungen zum funktionalen Status auf.<br />
Lowe et al. (2000) untersuchten Beziehungen zwischen Coping und emotionalem und<br />
körperlichem Befinden bei Patienten nach einem ersten Herzinfarkt über einen Zeitraum von<br />
insgesamt sechs Monaten. Die Befragung mittels Fragebogen erfolgte während des Akut-<br />
Aufenthalts sowie nach zwei und sechs Monaten. Bis auf das problemorientierte Coping<br />
blieben alle an<strong>der</strong>en Strategien über den Zeitverlauf stabil. Am häufigsten wurde von den<br />
Patienten Akzeptieren verwendet, gefolgt von problemorientiertem Coping, sozial/<br />
13
emotionalem Coping und Vermeidung. Zum ersten Messzeitpunkt korrelierten Angst positiv<br />
mit Vermeidung und negativ mit Akzeptieren, positive Stimmung korrelierte positiv mit<br />
Akzeptieren, negative Stimmung positiv mit emotionalem Coping. Zum zweiten<br />
Messzeitpunkt korrelierten emotionales Coping und Vermeidung positiv mit Angst, negativer<br />
Stimmung und Beschwerden. Ein ähnliches Muster ergab die Analyse beim dritten<br />
Messzeitpunkt. Emotionales Coping stand in positiver Beziehung zu Angst, negativer<br />
Stimmung und Beschwerden, in negativer zu positiver Stimmung. Problemorientiertes Coping<br />
und Akzeptieren korrelierten jeweils positiv mit positiver Stimmung. Die in <strong>der</strong> Klinik<br />
gemessenen Coping-Strategien leisteten keinen Beitrag zur Vorhersage des Outcomes zum<br />
zweiten Messzeitpunkt. Das problemorientierte Coping sagt eine Beschwerdenreduktion vom<br />
zweiten zum dritten Messzeitpunkt vorher. Im Gegensatz zu Van El<strong>der</strong>en et al. (1999)<br />
konnten Lowe und Mitarbeiter die adaptive Wirkung von Vermeidung in <strong>der</strong> Akutphase einer<br />
kardialen Erkrankung nicht bestätigen.<br />
Doering et al. (2001) untersuchten die Variabilität von Coping über den Krankheitsverlauf<br />
von 35 Patienten vor und nach einer Bypass-Operation. Dabei zeigte sich eine positive<br />
Passivität über die drei Messzeitpunkte nach <strong>der</strong> Katheteruntersuchung, vor <strong>der</strong> Bypass-OP<br />
und danach. Auch waren emotionsorientierte Strategien stabiler als kognitions- o<strong>der</strong><br />
handlungsbezogene Strategien. Weiterhin stellten die Autoren fest, dass Patienten mit<br />
größerem Belastungserleben mehr Verän<strong>der</strong>ungen in ihrem Coping-Bemühungen zeigten.<br />
In einer Studie wurden Zusammenhänge zwischen Coping-Strategien und Mortalität bei<br />
Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz untersucht. So konnte Murberg (2001) an 119<br />
Patienten zeigen, dass diejenigen Patienten, die mit einem hilflosen Coping-Stil auf krankheitsbedingte<br />
Belastungen und mit fehlen<strong>der</strong> Krankheitsakzeptanz reagierten, während eines<br />
zweijährigen Untersuchungszeitraums ein größeres Sterberisiko aufwiesen. Diese<br />
Beziehungen galten auch bei Kontrolle <strong>der</strong> Krankheitsschwere (gemessen mittels proANP-<br />
Niveau, <strong>der</strong> n-terminalen Fraktion des atrialen natriuretischen Peptides), des Geschlechts und<br />
des Alters.<br />
Weiterhin analysierten Murberg et al. (2002) mit Hilfe dieser Stichprobe Zusammenhänge<br />
zwischen Coping, den Persönlichkeitsfaktoren Neurotizismus und Extraversion sowie<br />
selbstberichteten depressiven Symptomen. Nach Konrolle von NYHA-Stadium, Geschlecht,<br />
Alter und Persönlichkeitsfaktoren korrelierten vor allem die Suche nach emotionaler<br />
Unterstützung sowie psychische und verhaltensbezogene Ungebundenheit mit Depression.<br />
Regressionsanalysen ergaben außerdem, dass die beiden Traits ca. 14% <strong>der</strong> Varianz <strong>der</strong><br />
depressiven Symptomatik erklärten. Coping-Variablen leisteten einen Erklärungsbeitrag von<br />
9%. In Korrelationsanalysen zeigten sich vor allem deutliche positive Zusammenhänge<br />
zwischen Neurotizismus und emotionsorientiertem Coping (emotionalem Coping, psychische<br />
und verhaltensbezogene Ungebundenheit) sowie ein negativer Zusammenhang mit<br />
Akzeptanz. Beziehungen <strong>der</strong> Coping-Stile mit Extraversion waren nur mo<strong>der</strong>at. Über den 2-<br />
Jahreszeitraum waren beson<strong>der</strong>s positive Umstrukturierung und Akzeptanz stabil.<br />
Die Bedeutung von Kontrollüberzeugungen und Ursachenattributionen<br />
Es werden nachfolgend nur Studien berücksichtigt, die sich mit erkrankungsbezogenen<br />
subjektiven Theorien befasst haben.<br />
Moser und Dracup (1995) stellten in einer Längsschnittuntersuchung an 176 Bypass- und<br />
Herzinfarktpatienten fest, dass Patienten mit hohen Kontrollüberzeugungen zur Baselinemessung<br />
weniger ängstlich, depressiv und feindselig waren und am Katamnesezeitpunkt nach<br />
sechs Monaten insgesamt von einer besseren psychosozialen Anpassung berichteten als<br />
14
Patienten mit geringen Kontrollüberzeugungen.<br />
In <strong>der</strong> Untersuchung von Hoffmann et al. (1995) an 222 männlichen Herzinfarktpatienten<br />
zeigte sich, dass ein geringer externer Locus of control, d.h. hier die Unfähigkeit,<br />
krankheitsför<strong>der</strong>liche Faktoren des eigenen Lebensstils o<strong>der</strong> <strong>der</strong> Umgebung zu identifizieren,<br />
neben dem Fehlen einer stabilen Partnerschaft, einer starken Arbeitsbelastung, einem<br />
schlechtem Gesundheitszustand mit vielen subjektiven Beschwerden einen Prädiktor für ein<br />
schlechtes medizinisches Rehabilitationsergebnis nach einem Jahr darstellte.<br />
Strauss et al. (1992) konnten an Bypass-Patienten zeigen, dass Patienten mit hohen Angst-,<br />
Depressions- und Lebensunzufriedenheitswerten im Vergleich zu Patienten mit geringeren<br />
Ausprägungen bereits präoperativ einen fatalistischeren Attributionsstil, Somatisierungstendenzen<br />
sowie eine ängstlichere, depressivere und stärker selbstabwertende Haltung<br />
gegenüber ihrer Gesundheit und ihrem Körper hatten. Während zu zwei postoperativen<br />
Messzeitpunkten keine Unterschiede in den untersuchten Variablen festgestellt werden<br />
konnten, wiesen die Risikopatienten zum Katamnesezeitpunkt eine deutliche Präferenz für<br />
depressive Verarbeitungsstrategien, eine minimal erhöhte kognitive Beeinträchtigung,<br />
stärkere neurologische und psychopathologische Symptome (beson<strong>der</strong>s Selbstaufgabe und<br />
Feindseligkeit), eine schlechtere berufliche Rehabilitation, vermehrt subjektive körperliche<br />
Symptome sowie eine negativere Einstellung zum Operationsergebnis auf.<br />
Helgeson und Fritz (1999) fanden, dass Patienten nach PTCA-Behandlung, die positive<br />
Zukunftserwartungen, Kontrollüberzeugungen und ein positives Selbstwertgefühl aufwiesen,<br />
ein geringeres Risiko hatten, nach <strong>der</strong> PTCA erneute kardiale Probleme zu bekommen. Dabei<br />
eignete sich <strong>der</strong> aus Einzelkomponenten gebildete kognitive Adaptationsindex gut zur<br />
Vorhersage kardialer Ereignisse. Diese Zusammenhänge zeigten sich auch bei einer weiteren<br />
Studie von Helgeson (1999).<br />
Zipfel et al. (1999) untersuchten die Zusammenhänge von Lebensqualität, Depressivität und<br />
erkrankungsbezogenen Kontrollüberzeugungen bei Patienten, die auf eine Herztransplantation<br />
warteten. Sowohl für die Vorhersage <strong>der</strong> Depressivität als auch <strong>der</strong> seelischen Gesundheit<br />
vier Monate nach Beginn <strong>der</strong> Wartezeit konnte die zur Baseline erhobene Depressivität<br />
identifiziert werden, während die Kontrollüberzeugungen keinen signifikanten Beitrag leisten.<br />
Generell weisen die Patienten ein eher externales Attributionsmuster auf.<br />
In <strong>der</strong> Untersuchung von Soejima et al. (1999) an 111 japanischen Männern nach einem<br />
ersten Myokardinfarkt hing eine verzögerte Aufnahme <strong>der</strong> beruflichen Tätigkeit mit großen<br />
Gesundheitssorgen, geringer sozialer Unterstützung und dem Nichterkennen von<br />
Zusammenhängen zwischen Stress, Coping und Krankheit zusammen. Dagegen kehrten<br />
Patienten mit internaler gesundheitsbezogener Kontrollüberzeugung eher wie<strong>der</strong> ins<br />
Erwerbsleben zurück. Prädiktoren <strong>der</strong> Nichterwerbstätigkeit waren dagegen höheres Alter,<br />
Introversion sowie depressive Symptome während des Krankenhausaufenthaltes.<br />
Medizinische Parameter spielten bei <strong>der</strong> Vorhersage <strong>der</strong> Rückkehr in den Beruf keine Rolle.<br />
Billing et al. (1997a) verfolgten den Krankheitsverlauf von 98 männlichen Patienten nach<br />
einem Erstinfarkt und untersuchten dabei <strong>der</strong>en Kausalattributionen und Einstellung zum<br />
eigenen Coping-Verhalten. Es zeigte sich, dass die Einstellung <strong>der</strong> Patienten zu ihrer<br />
Krankheit und ihrem Coping-Verhalten den aussagekräftigsten Faktor darstellte,<br />
Verän<strong>der</strong>ungen in <strong>der</strong> Lebensführung vorzunehmen. Patienten, die sich nicht verantwortlich<br />
15
für den Erkrankungsausgang fühlten, wiesen dabei gravieren<strong>der</strong>e Herzschwächen auf, wurden<br />
eher rehospitalisiert und erlitten häufiger einen Reinfarkt o<strong>der</strong> sogar den Tod. Die Hilfe<br />
an<strong>der</strong>er Personen annehmen zu können, stand dagegen in positiver Beziehung zu einem<br />
günstigen Rehabilitationsergebnis. In einer ähnlich angelegten Studie fanden Billing et al.<br />
(1997b), dass die Kausalattributionen <strong>der</strong> Ehepaare das Niveau <strong>der</strong> Angina pectoris, die<br />
Herzschwäche, einen Reinfarkt und die Rehospitalisierung vorhersagten, während die eher<br />
medizinisch ausgerichteten Kausalattributionen <strong>der</strong> Ärzte von nur geringer Vorhersagekraft<br />
waren.<br />
Petrie und Weinman (1997) untersuchten Kausalattributionen von Patienten eines<br />
Rehabilitationsprogrammes nach einem ersten Herzinfarkt. Dabei stand ein ungesun<strong>der</strong><br />
Lebensstil als wahrgenommene Ursache in signifikanter Beziehung zur Verbesserung <strong>der</strong><br />
Ernährungsweise und einer Steigerung <strong>der</strong> körperlichen Aktivität. Die Faktoren Stress und<br />
Erblichkeit korrelierten dagegen nicht mit Verhaltensän<strong>der</strong>ungen. Auch waren Patienten, die<br />
sich zur Teilnahme an einem Rehabilitationsprogramm entschlossen hatten, eher davon<br />
überzeugt, dass ihre Erkrankung kontrolliert bzw. geheilt werden könnte.<br />
Die Bedeutung von Optimismus, Krankheitsakzeptanz und negativer Affektivität<br />
King et al. (1998) verfolgten den Krankheitsverlauf von 55 Frauen nach einer Bypass-<br />
Operation ein Jahr lang zu insgesamt vier Messzeitpunkten. Es zeigte sich, dass sowohl die<br />
Verwendung bestimmter Coping-Modi als auch die Optimismuswerte über den Zeitverlauf<br />
stabil blieben. Optimismus korrelierte dabei positiv mit guter Stimmung und<br />
Lebenszufriedenheit sowie negativ mit schlechter Stimmung. Keine Beziehungen konnten<br />
allerdings mit dem allgemeinen Funktionsniveau und dem Auftreten von pektanginösen<br />
Beschwerden festgestellt werden. Auch korrelierte habitueller Optimismus nicht mit<br />
problemorientierten Coping-Strategien. Optimistischen Patientinnen, die ihre Krankheit<br />
akzeptierten, nicht nach einem Sinn ihrer Erkrankung suchten sowie keine<br />
Vermeidungsstrategien verwendeten, gelang die Anpassung an ihre Krankheit besser.<br />
Fitzgerald et al. (1993) konnten in einer Studie an Bypass-Patienten zeigen, dass<br />
präoperationaler Optimismus die Lebensqualität acht Monate später vorhersagte, und zwar<br />
unabhängig von den Baselinewerten <strong>der</strong> Lebensqualitätsindikatoren und <strong>der</strong> Krankheitsschwere.<br />
Dieser Zusammenhang ließ sich allerdings nicht mehr feststellen, nachdem<br />
spezifische und allgemeine Kontrollwahrnehmungen in die Vorhersagegleichung mit<br />
aufgenommen wurden. Kontrollüberzeugungen in Bezug auf die Gesundheit waren dabei<br />
we<strong>der</strong> mit <strong>der</strong> Lebensqualität noch mit Optimismus assoziiert.<br />
In <strong>der</strong> Längsschnittuntersuchung von Leedham et al. (1995) an 31 Herztransplantationspatienten<br />
standen präoperative positive Erwartungen mit dem postoperativen<br />
Gesundheitsstatus, guter Stimmung, Anpassung an die Krankheit, mit <strong>der</strong> Lebensqualität<br />
sowie mit dem Befolgen <strong>der</strong> komplexen Behandlungsvorschriften in positiver Beziehung.<br />
In <strong>der</strong> Studie von Elizur und Hirsh (1999) korrelierten zwar die Selbstwirksamkeitserwartungen<br />
eine Woche vor <strong>der</strong> Bypass-OP mit <strong>der</strong> psychosozialen Anpassung acht Wochen<br />
nach <strong>der</strong> OP positiv, diese Beziehung erreichte allerdings nach Kontrolle <strong>der</strong> Baseline-<br />
Messung zur psychosozialen Anpassung keine Signifikanz mehr. Dagegen waren beson<strong>der</strong>s<br />
die Ressourcen aus <strong>der</strong> Ehe ein signifikanter Prädiktor des psychosozialen Gesundheitsstatus.<br />
16
Agren et al. (1993) konnten zeigen, dass Patienten mit einer günstigen Verän<strong>der</strong>ung ihres<br />
Lipoproteinprofils fünf Jahre nach einer Bypass-OP die subjektiv emotionalen Aspekte ihrer<br />
Situation präoperativ akzeptierten, während Patienten ohne Verän<strong>der</strong>ung präoperativ eher<br />
bagatellisierten. Patienten, die ein Jahr nach <strong>der</strong> Operation wie<strong>der</strong> in Vollzeitbeschäftigung<br />
standen, hatten präoperativ ihre Krankheit bagatellisiert. Die Autoren schlussfolgern, dass<br />
"Bagatellisieren" zwar kurzfristig adaptiv sei, langfristig die Akzeptanz <strong>der</strong> Erkrankung aber<br />
bedeutsamer sei. Die Coping-Strategien <strong>der</strong> Patienten verän<strong>der</strong>ten <strong>der</strong>en<br />
Lebensgewohnheiten, was sich auf das Lipoproteinprofil und damit auf atheriosklerotische<br />
Prozesse auswirke.<br />
Freidl, Egger und Schratter (1993) untersuchten Herzinfarktpatienten, die im Rahmen <strong>der</strong><br />
stationären Rehabilitationsbehandlung zu einem Anschlussheilverfahren eingewiesen worden<br />
waren. Dabei stellten die Autoren fest, dass Patienten mit einer guten körperlichen<br />
Krankheitsbewältigung Männer jüngeren bzw. mittleren Alters waren, in dem einjährigen<br />
Beobachtungszeitraum keinen Reinfarkt erlitten und häufiger wie<strong>der</strong> erwerbstätig wurden.<br />
Die psychische Bewältigung stand allerdings nicht mit <strong>der</strong> Erwerbsfähigkeit in<br />
Zusammenhang. Weiterhin wiesen Patienten ohne Krankheitsakzeptanz mehr Beschwerden,<br />
Schmerzen, körperbezogene Besorgnis, Angst in sozialen Situationen und eine geringe<br />
Selbstbehauptung auf im Gegensatz zu Patienten mit Krankheitsakzeptanz, die insgesamt<br />
lebenszufriedener waren. Auch in einer früheren Studie mit Herzinfarktpatienten konnten die<br />
Autoren zeigen, dass Patienten, die sich mit ihrer Erkrankung nicht abgefunden hatten, unter<br />
Todesangst litten, vermehrt Schmerzen verspürten und emotional reaktiver waren (Freidl,<br />
Egger und Schratter, 1992). Psychologische Behandlungsmaßnahmen wurden dabei häufiger<br />
von denjenigen Patienten in Anspruch genommen, die ein hohes Ausmaß an Beschwerden<br />
berichteten, ein Typ-A-Verhaltensmuster sowie berufliche, soziale und familiäre Belastungen<br />
aufwiesen.<br />
Denollet und De-Potter (1992) untersuchten in einem längsschnittlichen Ansatz habituelle<br />
Coping-Subtypen von 166 Koronarpatienten, die an einem ambulanten Rehabilitationsprogramm<br />
teilnahmen, und setzten diese mit dem Wohlbefinden <strong>der</strong> Patienten, ihrem Typ-A-<br />
Verhalten und <strong>der</strong>en Belastungen sowie ihrer kardiorespiratorischen Leistung in Beziehung.<br />
Dabei zeigte sich, dass Patienten mit geringer negativer Affektivität von mo<strong>der</strong>aten<br />
Belastungen und Sorgen berichteten und auch ein nur mo<strong>der</strong>ates Typ-A-Verhaltensmuster<br />
aufwiesen, während Patienten mit hoher negativer Affektivität vermehrt Erschöpfung,<br />
Gefühle <strong>der</strong> Unfähigkeit, chronische Spannung, Ärger und ein reduziertes Wohlbefinden<br />
angaben. Weiterhin hatten letztere auch nach drei und 15 Monaten vermehrt Sorgen und<br />
waren seltener wie<strong>der</strong> arbeitsfähig als Patienten mit geringer negativer Affektivität o<strong>der</strong><br />
repressivem Coping-Stil. Diese Patientengruppe mit ausgeprägter negativer Affektivität hatte<br />
ebenfalls nach 15 Monaten mehr Brustbeschwerden und nahm im Vergleich zu allen an<strong>der</strong>en<br />
Gruppen mehr Tranquillizer und Schlaftabletten. Keine Beziehung konnte dagegen insgesamt<br />
zwischen <strong>der</strong> kardiorespiratorischen Leistung und den Copingstilen registriert werden.<br />
Boudrez und DeBacker (2001) untersuchten in einer prospektiven Längsschnittuntersuchung<br />
die Bedeutung von Coping-Stilen nach einer ersten ACVB-Operation an 330 Koronar-<br />
Patienten und bildeten auf <strong>der</strong> Grundlage des State-Trait Anxiety Inventory (STAI, Van <strong>der</strong><br />
Ploeg, Defares & Spielberger, 1979) und <strong>der</strong> Marlowe Crowne Social Desirability Skala (MC,<br />
Crowne & Marlowe, 1960) drei Coping-Stile: Patienten mit geringer Ängstlichkeit,<br />
Repressors und Sensitizers. Dabei erholten sich die Patienten mit einem auf die Krankheit<br />
ausgerichteten Coping-Stil (Sensitizers) am besten. Keine <strong>der</strong> medizinischen Variablen<br />
17
leistete einen signifikanten Beitrag zur Vorhersage des psychischen Befindens <strong>der</strong> Patienten<br />
zum letzten Messzeitpunkt.<br />
2.3 Studien zur Verän<strong>der</strong>ung von Coping mittels psychosozialer Rehabilitationsprogramme<br />
und zum Vergleich verschiedener Coping-Treatments<br />
In <strong>der</strong> Studie von Rogner et al. (1994b) reduzierte sich bei Herzinfarktpatienten einer<br />
Anschlussheilbehandlung die depressiv getönte Krankheitsverarbeitung mittels einer<br />
15stündigen Gruppentherapie auf indirekt-suggestiver Grundlage, während bei <strong>der</strong><br />
Kontrollgruppe mit Standardbehandlung die Verän<strong>der</strong>ungen geringer ausfielen. Die depressiv<br />
getönte Krankheitsverarbeitung ging zu beiden Messzeitpunkten mit erhöhter Ängstlichkeit,<br />
Depressivität, emotionaler Beziehungsleere, Aggressivität und Distanzierungsunfähigkeit<br />
einher.<br />
Auf dieser Untersuchung aufbauend, führte Lehr (1996) mit zufällig ausgewählten<br />
Herzinfarktpatienten einer Rehabilitationsklinik eine Hypnotherapie bestehend aus 15<br />
Sitzungen à 60 Minuten durch, eine entsprechende Kontrollgruppe erhielt die<br />
Standardbehandlung. Während sich die beiden Patientengruppen zu Beginn <strong>der</strong> Rehabilitation<br />
nicht bezüglich ihrer Krankheitsbewältigung unterschieden, wiesen die Teilnehmer <strong>der</strong><br />
Interventionsgruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe am Ende <strong>der</strong> Anschlussheilbehandlung<br />
eine signifikant reduzierte, depressiv getönte Krankheitsverarbeitung auf. In <strong>der</strong> Kontrollgruppe<br />
blieb sie dagegen stabil.<br />
Oldridge und Rogowski (1990) untersuchten den Einfluss zweier stationärer<br />
Rehabilitationsprogramme auf die Selbstwirksamkeitserwartungen von insgesamt 51<br />
Koronarpatienten über drei Meßzeitpunkte. Die Patienten wurden dabei per Zufall entwe<strong>der</strong><br />
einem körperlichen Rehabilitationsprogramm auf <strong>der</strong> Station <strong>der</strong> Klinik o<strong>der</strong> in einem<br />
speziellen Fitness-Studio zugeteilt. Signifikante Verbesserungen <strong>der</strong> Selbstwirksamkeitswerte<br />
konnten in beiden Gruppen nur zum letzten Meßzeitpunkt bezüglich allgemeiner körperlicher<br />
Routinetätigkeiten und täglicher Aufgaben registriert werden. Keine Verän<strong>der</strong>ungen <strong>der</strong><br />
Selbstwirksamkeitserwartungen traten dagegen in Bezug auf Konzentrations- und Coping-<br />
Fertigkeiten auf. Zu diesem Zeitpunkt wiesen die Patienten <strong>der</strong> Fitness-Studio-Gruppe höhere<br />
wahrgenommene Selbstwirksamkeitswerte für allgemeine Anstrengung und Gehzeit auf.<br />
In einer randomisierten und längsschnittlichen Studie mit drei Meßzeitpunkten verglichen<br />
Toobert et al. (1998) bei älteren Koronarpatientinnen nach <strong>der</strong> Menopause die Effekte eines<br />
psychosozialen Trainingsprogrammes („PrimeTime“-Programm) in Anlehnung an Ornish et<br />
al. (1990) mit denen eines Standardprogrammes zur Verän<strong>der</strong>ung von Risikofaktoren<br />
kardiovaskulärer Erkrankungen. Es zeigte sich, dass das „PrimeTime“-Programm im<br />
Vergleich zu dem Standardprogramm zu signifikanten Verbesserungen bezüglich<br />
Stressverhalten, Diät und körperlicher Aktivität führte. Auch ließ sich bei den Patientinnen<br />
des „PrimeTime“-Programms eine Verbesserung <strong>der</strong> Coping-Fertigkeiten, <strong>der</strong> wahrgenommenen<br />
Selbstwirksamkeit sowie <strong>der</strong> wahrgenommenen sozialen Unterstützung<br />
feststellen.<br />
18
2.4 Zusammenfassung und Diskussion <strong>der</strong> Literaturanalysen zur<br />
Krankheitsverarbeitung<br />
In <strong>der</strong> Literaturanalyse wurden ausgewählte empirische Ergebnisse zu <strong>der</strong> Frage analysiert,<br />
inwieweit Krankheitsverarbeitung eine Prädiktion psychosozialer Anpassung und des Erfolgs<br />
kardiologischer Rehabilitation leistet bzw. mit diesen Kriterien zusammenhängt. Weiterhin<br />
wurde <strong>der</strong> Einfluss psychosozialer Interventionen, u.a. auch spezieller Rehabilitationsprogramme,<br />
auf die Krankheitsverarbeitung selbst untersucht.<br />
Krankheitsverarbeitung wurde im Sinne des von <strong>der</strong> Stresstheorie abgeleiteten Coping-<br />
Konzepts verstanden, das sich auf unmittelbar beobachtbare Prozesse beschränkt. Die in <strong>der</strong><br />
psychoanalytischen Theorie entwickelten Abwehrmechanismen blieben dabei außer Betracht,<br />
da sie als prinzipiell unbewusste Vorgänge <strong>der</strong> Interpretation durch den Experten bedürfen (s.<br />
auch Beutel, 1988; Steffens & Kächele, 1988) und im übrigen nur selten standardisiert und<br />
quantifizierend erfasst werden.<br />
Mit Hilfe <strong>der</strong> Datenbanksystemen MEDLINE, PSYNDEX und PsycINFO bzw. PSYCLIT<br />
wurden Publikationen zur Bedeutung von Krankheitsverarbeitung in <strong>der</strong> Kardiologie nach<br />
folgenden Kriterien ausgewählt:<br />
1. Standardisierte Erfassung von Krankheitsverarbeitungsprozessen im Sinne von Coping<br />
(Fragebogen und Interview-basierte Ratings)<br />
2. Empirische Quer- und/ o<strong>der</strong> Längsschnittstudien<br />
3. Englisch- und deutschsprachige Artikel <strong>der</strong> Publikationsjahre 1990-2002.<br />
Die eingesetzten Verfahren zur Erfassung von Coping-Verhalten weisen eine beträchtliche<br />
Heterogenität auf. Auch wurden nur zum Teil gängige und hinreichend auf ihre Gütekriterien<br />
untersuchte Coping-Inventare verwendet. Die Jalowiec Coping Skala (Jalowiec, 1988) wurde<br />
insgesamt 10mal, verschiedene Formen des Ways-of-Coping Inventars (Folkman & Lazarus,<br />
1988) 9mal verwendet. Der COPE-Fragebogen (Carver et al., 1989) und <strong>der</strong> Freiburger<br />
Fragebogen zur Krankheitsverarbeitung (FKV, <strong>Muthny</strong>, 1989) wurden insgesamt jeweils<br />
viermal, das Coping Response Inventory (Moos, 1993) zweimal eingesetzt (Tab. 2.1). In <strong>der</strong><br />
nachfolgenden Tabelle sind nur diejenigen Verfahren aufgeführt, die häufiger zum Einsatz<br />
kamen o<strong>der</strong> die für den deutschen Sprachraum von Interesse sind.<br />
19
Tab. 2.1: Häufigkeiten von Coping-Instrumenten ausgewählter Studien<br />
Instrument<br />
Anzahl<br />
Jalowiec Coping Scale (Jalowiec, 1988) 10<br />
Formen des Ways-of-Coping (nach Folkman und Lazarus, 1988) 9<br />
COPE (Carver et al., 1989) 4<br />
FKV (<strong>Muthny</strong>, 1989) 4<br />
Coping Response Inventory (Moos, 1993) 2<br />
TSK (Klauer und Filipp, 1993) 1<br />
SVF (Janke et al., 1985) 1<br />
BEFO (Heim et al., 1991) 1<br />
Die Verwendung von weniger bekannten und verbreiteten Inventaren erschwert dabei die<br />
Vergleichbarkeit <strong>der</strong> Ergebnisse zwischen verschiedenen Untersuchungen.<br />
Eine multimethodale Erfassung im Sinne von Selbst- und Fremdeinschätzung von Krankheitsverarbeitung<br />
erfolgte nur insgesamt dreimal (Leedham et al, 1995; King et al., 1998; Toobert<br />
et al., 1998).<br />
Beson<strong>der</strong>s folgende Krankheitsverarbeitungprozesse erwiesen sich in mehreren Studien im<br />
Längsschnitt als Prädiktoren eines ungünstigen Rehabilitations-Outcomes (verschiedene<br />
psychosoziale Variablen: Depression, Angst, Lebenszufriedenheit, Compliance,<br />
Wie<strong>der</strong>erlangung <strong>der</strong> Erwerbsfähigkeit; medizinische Variablen: z.B. kardiale Ereignisse,<br />
Restenosierung, körperliches Funktionsniveau)<br />
• Flucht-/ Vermeidungsstrategien: 9 Studien<br />
• depressive Verarbeitung (bzw. auch Rumination, Selbstbeschuldigung): 5 Studien<br />
• emotionsorientierte Bewältigungsstile: 5 Studien.<br />
Als günstige Coping-Strategien konnten dagegen im Längsschnitt vor allem die folgenden<br />
Strategien identifiziert werden (verschiedene psychosoziale Variablen: z.B. Depression,<br />
Angst, Lebenszufriedenheit, Compliance; medizinische Variablen: wie z.B. kardiale<br />
Ereignisse, körperliches Funktionsniveau):<br />
• internale Kontrollüberzeugungen und hohe Selbstwirksamkeit: 7 Studien<br />
• Krankheitsverständnis bzw. –akzeptanz: 4 Studien<br />
• positive Erwartungen bzw. optimistische Coping-Strategien: 4 Studien<br />
• gesundheitsför<strong>der</strong>liche Kausalattributionen: 3 Studien<br />
• soziales Coping: 3 Studien<br />
• problemorientiertes Coping: 2 Studien<br />
In einer Studie zeigte sich, dass Vermeidung kurzfristig adaptiv und langfristig ungünstig war,<br />
Annäherung dagegen kurzfristig maladaptiv, langfristig aber adaptiv (Van El<strong>der</strong>en et al.,<br />
1999). Aktive Problemlösestrategien standen zumindest im Längsschnitt nur in zwei Studien<br />
20
signifikant mit dem Reha-Erfolg in positiver Beziehung (Dunbar et al., 1999; Lowe et al.,<br />
2000). In einer Studie konnten keine signifikanten Zusammenhänge mit Coping identifiziert<br />
werden (Zipfel et al, 1999).<br />
Alle hier berichteten Ergebnisse beziehen sich auf Angaben in den dargestellten Studien, die<br />
jeweils auf einem Signifikanzniveau von α = .05 bzw. .01 signifikant geworden sind.<br />
Als Korrelate eines guten Reha-Ergebnisses im Querschnitt erwiesen sich jeweils in einzelnen<br />
Studien beson<strong>der</strong>s ein optimistisches, aktives und nicht verleugnendes Coping-Verhalten,<br />
Neubewerten und Problemlösen, Krankheitsverständnis und internale Kontrollüberzeugung.<br />
Mit einem eher ungünstigen Ergebnis standen vor allem Vermeidung und ein<br />
emotionsfokussierter Coping-Stil in Beziehung. In einer Studie konnten querschnittlich<br />
überhaupt keine Zusammenhänge mit Coping identifiziert werden.<br />
In zwei Studien <strong>der</strong> vier analysierten wurde eine positive Verän<strong>der</strong>ung <strong>der</strong> depressiv-getönten<br />
Krankheitsverarbeitung mittels psychosozialer Interventionen erzielt. Selbstwirksamkeitserwartungen<br />
konnten mit Hilfe von Rehabilitationsprogrammen modifiziert werden, ebenso<br />
konnten positive Effekte eines speziellen Verhaltenstrainings in Bezug auf die<br />
Selbstwirksamkeit und das Coping-Verhalten im Umgang mit Belastungssituationen<br />
festgestellt werden. Zu Effektstärken wurden in den betreffenden Studien keine Aussagen<br />
gemacht.<br />
Die Schwere <strong>der</strong> koronaren Erkrankung ist nur begrenzt ein Indikator für einen ungünstigen<br />
psychosozialen Anpassungsprozess. Allerdings wurden nicht in allen analysierten Studien<br />
Angaben zur Beziehung zwischen psychosozialer Anpassung und <strong>der</strong> Erkrankungsschwere<br />
gemacht. Kein Zusammenhang zeigte sich in fünf Studien, in sechs Untersuchungen konnte<br />
dagegen eine Beziehung identifiziert werden.<br />
Mit Bezug auf die Stichprobenzusammensetzung muss eingeschränkt werden, dass die hier<br />
berichteten Ergebnisse hauptsächlich für männliche Patientenkollektive zutreffend sind.<br />
Entwe<strong>der</strong> wurden nur Männer in die Stichproben aufgenommen o<strong>der</strong> aber <strong>der</strong> Anteil <strong>der</strong><br />
untersuchten Frauen war sehr gering. Damit sind auch Geschlechtervergleiche bezüglich<br />
Krankheitsverarbeitungsstrategien oft nur mit Vorsicht zu interpretieren. Allerdings gibt dies<br />
auch die reale Versorgungssituation in den Reha-Kliniken wi<strong>der</strong>. Zwei Untersuchungen haben<br />
dagegen ausschließlich Frauen einbezogen (King et al., 1998; Toobert et al., 1998). Dies<br />
spiegelt in etwa auch die Tatsache wi<strong>der</strong>, dass psychosoziale Faktoren koronarer<br />
Herzerkrankungen bei Frauen bis jetzt weniger untersucht worden sind als bei Männern<br />
(Brezinka und Kittel, 1996). Außerdem schränken generell zu geringe Stichprobenumfänge<br />
und die Selektivität <strong>der</strong> Stichproben die Generalisierbarkeit <strong>der</strong> Befunde ein.<br />
Die Analyse zeigt insgesamt eine begrenzte Prädiktionsleistung von Coping im Hinblick auf<br />
den Rehabilitationserfolg bei Herzerkrankungen, macht aber auch forschungsmethodische<br />
Probleme des Coping-Konzepts deutlich.<br />
Vor allem <strong>der</strong> hohe Zusammenhang von depressiver Verarbeitung und ungünstigem<br />
Anpassungs-/Rehabilitationserfolg lässt eine frühe (und verbesserte) Diagnostik <strong>der</strong><br />
depressiven Verarbeitung (nicht nur <strong>der</strong> manifesten Depression) und eine zielorientierte<br />
Therapieplanung sinnvoll erscheinen.<br />
21
2.5 Die Bedeutung von Hostilität/ Zynismus für kardiologische Erkrankungen<br />
Das sogenannte Typ-A-Verhaltensmuster, das Ende <strong>der</strong> 50er Jahre zuerst von Friedman und<br />
Rosenman (1975) beschrieben wurde und Merkmale wie Feindseligkeit, Ehrgeiz, Ungeduld,<br />
Konkurrenzstreben und berufliche Distanzierungsunfähigkeit beinhaltet, gehörte bis vor<br />
einiger Zeit noch zu den gesichterten kardiovaskulären Risikofaktoren (Kupfer, 1993; Mittag,<br />
1999). So konnte z.B. in zwei prospektiven, epidemiologischen Längsschnittstudien gezeigt<br />
werden, dass Personen mit diesem Verhaltensmuster ein signifikant höheres Risiko hatten,<br />
eine koronare Herzerkrankung (KHK) zu entwickeln (Western Collaborative Group Studie;<br />
WCGS: Rosenman, Brand, Jenkins et al., 1975; Framingham-Studie: Haynes, Feinlieb und<br />
Kannel, 1980). In späteren Arbeiten fand sich dieser Zusammenhang allerdings nur schwach<br />
ausgeprägt o<strong>der</strong> gar nicht mehr (z.B. Shekelle, Hulley, Neaton et al., 1985; vgl. auch Myrtek,<br />
1999). Ragland und Brand (1988) konnten sogar bei einer Untersuchung <strong>der</strong> Überlebensraten<br />
<strong>der</strong> an einer KHK erkrankten Männer aus <strong>der</strong> WCGS zeigen, dass Typ-A-Personen im<br />
Vergleich zu Typ-B-Personen eine bessere Prognose hatten, was eine therapeutische<br />
Intervention zur Verän<strong>der</strong>ung dieses Verhaltensmusters möglicherweise als kontraindiziert<br />
erscheinen ließ (vgl. auch Kupfer, 1993 und Myrtek, 1999). Auch in <strong>der</strong> Metaanalyse von<br />
Booth-Kewley und Friedman (1987), in <strong>der</strong> prospektive Untersuchungen <strong>der</strong> Jahre 1945-1984<br />
mit einbezogen wurden, kann die Effektgröße zur Beziehung zwischen KHK und Typ-A-<br />
Verhalten als eher gering bezeichnet werden. Die Autoren folgern zwar, dass sich das Typ-A-<br />
Konstrukt als Prädiktor bewährt habe, zusätzlich aber weitere Merkmale, wie Depression,<br />
Angst und Feindseligkeit, berücksichtigt werden müssten. In einer neueren Metaanalyse<br />
kommt Myrtek (1995) zum Schluß, dass die Zusammenhänge zwischen Typ-A-Verhalten und<br />
KHK bzw. auch <strong>der</strong> physiologischen Reaktivität nicht substantiell seien und daher für<br />
Diagnostik o<strong>der</strong> auch Therapie keine praktischen Konsequenzen hätten. In bezug auf das Typ-<br />
A-Konstrukt muss allerdings seine methodische Schwäche berücksichtigt werden, da es sich<br />
bei diesem um eine Typologie handelt mit zum Teil sehr unterschiedlichen habituellen<br />
Dimensionen und Verhaltensdispositionen (Kupfer, 1993; Mittag, 1999).<br />
Einige Autoren vermuteten bereits seit einiger Zeit, dass das Merkmal Feindseligkeit bzw.<br />
Zynismus die „toxische“ Komponente des Typ-A-Verhaltensmusters darstellen würde (zum<br />
Überblick vgl. Vögele und Steptoe, 1993). Zynismus wird dabei allgemein verstanden als eine<br />
niedrige Meinung von den Motiven an<strong>der</strong>er Personen, was sich in misstrauischen und<br />
emotional distanzierten sozialen Beziehung manifestiert (Mittag et al., 1997) und allgemein<br />
mit Misanthropie charakterisiert werden kann (Kupfer, 1993). Dabei werden z.B. als<br />
ätiologische Faktoren die Rolle einer autonomen Dysregulation des Herzens im<br />
Zusammenhang mit Hostilität (z.B. Sloan et al., 1999) o<strong>der</strong> auch <strong>der</strong> Einfluss von Hostilität<br />
auf koronarschädigende Verhaltensweisen (z.B. Whiteman et al., 1997) diskutiert. Aber auch<br />
die Feindseligkeit stellt kein eindimensionales Konzept dar. So können z.B. offene<br />
Feindseligkeit/ Ärger, unterdrückte Feindseligkeit/ Ärger und zynische Feindseligkeit<br />
voneinan<strong>der</strong> unterschieden werden (vgl. Myrtek, 2000). In prospektiven Erhebungen wurde<br />
am häufigsten die Komponente <strong>der</strong> zynischen Feindseligkeit mit interpersonellem Mißtrauen<br />
und Verstimmung erfaßt (Myrtek, 2000), wobei die Messung dieser Persönlichkeitsdimension<br />
vor allem mit <strong>der</strong> Cook-Medley Hostility Scale (Ho-Skala; Cook und Medley, 1954), die<br />
Bestandteil des Minnesota Multiphasic Personality Inventory ist, erfolgte (vgl. Mittag, 1999).<br />
In zwei Metaanalysen stellte sich heraus, dass Feindseligkeit ein bedeuten<strong>der</strong> Risikofaktor für<br />
eine KHK zu sein scheint (Booth-Kewley und Friedman, 1987; Matthews, 1988). Myrtek<br />
(1995) fand dagegen in seiner Metaanalyse keine bedeutsamen Zusammenhänge zwischen<br />
Feindseligkeit und KHK. Miller et al. (1996) bezogen in ihre Metaanalyse zur Hostilität 15<br />
22
Studien aus früheren Analysen und 30 bis dahin noch nicht in weiteren Analysen<br />
berücksichtigte Studien ein. Im Gegensatz zu Myrtek (1995) gelangten sie zu dem Ergebnis,<br />
dass Feindseligkeit einen unabhängigen Risikofaktor für die KHK darstellte. Den allgemeinen<br />
Trend, dass in Studien neueren Datums vermehrt keine Korrelationen gefunden wurden,<br />
erklären Miller et al. (1996) u.a. mit <strong>der</strong> Zunahme von sogenannten High-Risk-Studien, die<br />
Probanden mit einem hohen Risiko für eine KHK untersuchten und bei denen daher eine<br />
Range-Restriktion mit daraus resultierenden niedrigen Effektstärken vorlägen. Aufgrund <strong>der</strong><br />
Ergebnisse seiner Metaanlyse zu Risikofaktoren <strong>der</strong> KHK folgert Myrtek (1999), dass das<br />
Ergebnis zum Zusammenhang zwischen Hostilität und KHK zwar signifikant, aber für die<br />
Praxis unbedeutend sei, da feindselige Personen ein Erkrankungsrisiko von 1,08 hätten im<br />
Vergleich zu nicht feindseligen Personen mit 1,00. Auch nach Auswertung seiner neuesten<br />
Metaanalyse zur Rolle des Typ-A-Verhaltensmusters und <strong>der</strong> Hostility, in <strong>der</strong> Daten aus<br />
insgesamt 43 Studien reanalysiert wurden, stellt Myrtek (2000) fest, dass we<strong>der</strong> das Typ-A-<br />
Verhaltensmuster, noch die Hostility einen eigenständigen Risikofaktor für eine KHK<br />
darstelle. Auch wiesen die Befunde <strong>der</strong> Analyse darauf hin, dass Interventionen zur<br />
Verän<strong>der</strong>ung solcher Verhaltensmuster und Einstellungen nicht sinnvoll seien.<br />
Mittag (1999) zieht dagegen nach Durchsicht <strong>der</strong> Literatur in einer Überblicksarbeit den<br />
Schluß, dass Feindseligkeit mit einer erhöhten Morbidität bzw. Mortalität assoziiert sei, auch<br />
wenn die Ergebnisse nicht einheitlich seien, und dass Hostilität auch mit <strong>der</strong> Schwere <strong>der</strong><br />
KHK zusammenhänge. In bezug auf die Forschung zur Feindseligkeit/ Zynismus zeige sich<br />
u.a., dass Schwächen in <strong>der</strong> Operationalisierung dieses Konzeptes und wi<strong>der</strong>sprüchliche<br />
Ergebnisse beson<strong>der</strong>s <strong>der</strong> epidemiologischen Studien weiteren Forschungsbedarf deutlich<br />
machten (Mittag, 1999).<br />
Demnach zeigen die verschiedenen Metaanalysen, dass auch die Ergebnisse zum<br />
Zusammenhang zwischen Feindseligkeit und KHK keineswegs konsistent sind und <strong>der</strong><br />
weiteren Validierung bedürfen. Möglicherweise muss dem Merkmal Zynismus dabei die<br />
größte Aufmerksamkeit geschenkt werden.<br />
2.6 Die Bedeutung <strong>der</strong> sozialen Unterstützung für die Entstehung und den Verlauf<br />
kardiologischer Erkrankungen<br />
Das Konzept <strong>der</strong> Sozialen Unterstützung gewinnt trotz Fehlens einer eindeutigen Definition<br />
und Messmethodik zunehmend an Bedeutung. Erkrankungen und die daraus resultierenden<br />
Belastungen haben nicht nur Auswirkungen auf den Patienten, son<strong>der</strong>n ebenso auf sein nahes<br />
soziales Umfeld. Sowohl die Zugehörigkeit zu einem sozialen Netzwerk als auch die<br />
Zuwendung durch nahe Bezugspersonen wirken sich insgesamt protektiv auf Gesundheit und<br />
Befinden aus (vgl. Leppin und Schwarzer, 1997). Die soziale Unterstützung gehört außerdem<br />
zum Coping-Prozess, wie weiter oben verdeutlicht worden ist.<br />
Bei dem Konzept <strong>der</strong> sozialen Unterstützung lassen sich strukturelle und funktionale Aspekte<br />
unterscheiden (Leppin und Schwarzer, 1997; An<strong>der</strong>son et al., 1996). Die strukturellen<br />
Merkmale beinhalten die soziale Integration sowie die Struktur von sozialen Netzwerken. Die<br />
soziale Integration bezieht sich dabei auf die Existenz bzw. Quantität von sozialen<br />
Beziehungen sowie auch auf die Häufigkeit sozialer Kontakte. Die Struktur ist durch Dichte,<br />
Zusammensetzung, Dauer, Reziprozität und Homogenität des Netzwerks charakterisiert<br />
(Leppin und Schwarzer, 1997). Der funktionale Aspekt ist die subjektiv wahrgenommene<br />
23
soziale Unterstützung. Als wichtig erachtete inhaltliche Aspekte können die emotionale<br />
Unterstützung (wie z.B. Empathie, Nähe, Vertrauen, Sicherheit und Engagement), die<br />
informationelle (wie z.B. Rückmeldung, handlungsrelevante Informationen), die praktische<br />
und materielle Unterstützung unterschieden werden (Leppin und Schwarzer, 1997; Sommer<br />
und Fydrich, 1991).<br />
Im Bereich koronarer Herzerkrankungen soll die soziale Unterstützung sowohl für Ätiologie<br />
als auch Prognose relevant sein. Hemingway und Marmot (1999) schlussfolgern nach<br />
Durchsicht <strong>der</strong> Literatur in ihrem klinischen Überblick, dass sich die soziale Unterstützung<br />
trotz eines möglichen Publikationsbias <strong>der</strong> berücksichtigten Studien protektiv auf die<br />
Entstehung einer KHK und positiv auf den Erkrankungsverlauf auswirke.<br />
An<strong>der</strong>son et al. (1996) fanden ebenfalls nach Durchsicht <strong>der</strong> Literatur zur Bedeutung <strong>der</strong><br />
sozialen Unterstützung bei koronaren Herzerkrankungen, dass Patienten mit stärkerer<br />
Unterstützung weniger von <strong>der</strong> Erkrankung beeinträchtigt wurden und eine längere<br />
Überlebensrate aufwiesen als Patienten mit geringerer Unterstützung. Die soziale<br />
Unterstützung und das Netzwerk wirkten sich beson<strong>der</strong>s auf die Geschwindigkeit und die<br />
Qualität des Erholungsprozesses nach einem Myokardinfarkt aus.<br />
Die soziale Unterstützung ist vor allem bei denjenigen Personen wirkungsvoll, die vulnerabler<br />
sind o<strong>der</strong> denen wenige Coping-Fähigkeiten zur Verfügung stehen. Barefoot et al. (2000)<br />
konnten an fast 600 kardiologischen Patienten zeigen, dass eine depressive Symptomatik bei<br />
einer Follow-up-Messung einen Monat nach einem stationären Krankenhausaufenthalt<br />
signifikant abnahm und dass diese Verbesserungen beson<strong>der</strong>s bei denjenigen Patienten<br />
auftraten, die von vermehrter Unterstützung berichteten. Dieser Effekt <strong>der</strong> sozialen<br />
Unterstützung konnte beson<strong>der</strong>s bei Patienten mit hohen Depressionswerten zur Baseline-<br />
Messung und geringem Einkommen festgestellt werden.<br />
Titscher und Schöppl (2000) untersuchten in ihrer Literaturarbeit die Bedeutung <strong>der</strong><br />
Paarbeziehung für die Genese und den Verlauf einer KHK. Es zeigte sich, dass verheiratete<br />
Männer im Vergleich zu geschiedenen o<strong>der</strong> verwitweten ein geringeres Risiko hatten, an einer<br />
KHK zu erkranken. Mögliche Ursachen könnten dabei das vermehrte Vorhandensein<br />
kardialer Risikofaktoren bei Alleinlebenden sein. Generell hatte die soziale Unterstützung<br />
einen positiven mo<strong>der</strong>ierenden Einfluss auf die Krankheitsbewältigung. Verheiratete<br />
Koronarpatienten lebten insgesamt länger als unverheiratete. Soziale Isolation dagegen<br />
bedeutete einen unabhängigen Risikofaktor bezüglich neuer kardialer Ereignisse,<br />
Mortalitätsrisiko sowie eines schlechteren psychosozialen Outcomes (Titscher und Schöppl,<br />
2000). Allerdings können belastende soziale Beziehungen o<strong>der</strong> ein überfürsorgliches<br />
Verhalten <strong>der</strong> Partnerin den Anpassungsprozess erschweren (Titscher und Schöppl, 2000).<br />
Dracup stellte z.B. fest, dass überfürsorgliches Verhalten eine ungünstige Wirkung auf den<br />
Erholungsprozess bei Herzinfarktpatienten hatte, da die Patienten in ihrer Krankenrolle<br />
verstärkt und in ihrer Selbstwirksamkeit eingeschränkt würden, effektive Coping-Strategien<br />
zu zeigen (Dracup, 1994).<br />
Es lassen sich zwei Erklärungsmodelle für die Wirkungsweise sozialer Unterstützung<br />
anführen (Leppin und Schwarzer, 1997; An<strong>der</strong>son et al., 1996). Das Haupteffektmodell<br />
postuliert, dass das Gefühl, geliebt und akzeptiert zu werden, o<strong>der</strong> auch das Wissen, bei<br />
Bedarf von an<strong>der</strong>en Menschen unterstützt zu werden, positive Auswirkungen auf die<br />
psychische und physische Befindlichkeit von Menschen haben. Das Puffermodells geht<br />
24
dagegen davon aus, dass positive Wirkungen sozialer Unterstützung erst bei<br />
Belastungsbedingungen wirksam werden. Dabei werden die negativen Auswirkungen solcher<br />
Belastungssituationen abgepuffert, indem die Person z.B. erkennt, dass sie bei Bedarf von<br />
wichtigen Bezugspersonen unterstützt wird.<br />
Es wird angenommen, dass als vermittelnde Prozesse physiologische und verhaltensbezogene<br />
Faktoren eine Rolle spielen. Bei den physiologischen Faktoren sind beson<strong>der</strong>s<br />
immunologische und neuroendokrine Mechanismen zu nennen (vgl. A<strong>der</strong>, Felten und Cohen,<br />
1991). Verhaltensbezogene Faktoren wirken sich vor allem auf das Gesundheitsverhalten aus<br />
und beeinflussen auf diese Weise die Entstehung und den Verlauf <strong>der</strong> Erkrankung (Cohen,<br />
1988).<br />
Die psychische und physische Befindlichkeit ist ein wichtiges Kriterium des<br />
Rehabilitationserfolgs und <strong>der</strong> individuell erreichten Lebensqualität. Daher soll nachfolgend<br />
auf die Bedeutung von Ängsten und Depressionen sowie <strong>der</strong> Lebensqualität allgemein bei<br />
kardiologischen Erkrankungen eingegangen werden.<br />
2.7 Bedeutung von Ängsten und Depressionen für Entstehung und Verlauf<br />
kardiologischer Erkrankungen<br />
Ängste und Depressionen können Ergebnisse eines ungünstigen Verarbeitungsprozesses im<br />
Sinne des Coping-Modells darstellen. Derartige Reaktionen auf die Erkrankung können die<br />
Wie<strong>der</strong>herstellung des Gesundheitszustands maßgeblich negativ beeinflussen (Köhle und<br />
Gaus, 1986). Beide haben ebenfalls Auswirkungen auf die Entstehung und auf den weiteren<br />
Verlauf einer KHK. Weiterhin muss berücksichtigt werden, dass zwischen beiden Störungen<br />
eine hohe Komorbidität besteht (vgl. Ehlers und Margraf, 1994). Die Resistenz von Ängsten<br />
und Depressionen bei Herzinfarktpatienten konnte in katamnestischen Untersuchungen belegt<br />
werden (Doehrman, 1977). Bereits Booth-Kewley und Friedman (1987) ermittelten in ihrer<br />
Metaanalyse Ängste und Depressionen als psychosoziale Prädiktoren koronarer<br />
Herzerkrankungen. Ebenso stellen Hemingway und Marmot (1999) in ihrer klinischorientierten<br />
Überblicksarbeit zu psychosozialen Faktoren bei koronaren Herzerkrankungen<br />
fest, dass beide Faktoren in prospektiven Studien mit gesunden Personen an <strong>der</strong> Entstehung<br />
koronarer Herzerkrankungen beteiligt sind. Ebenso beeinflussten beide Faktoren den weiteren<br />
Verlauf <strong>der</strong> Erkrankung in prospektiven Studien an Koronarpatienten (Hemingway und<br />
Marmot, 1999).<br />
In ihrem Literaturüberblick finden Kubzansky et al. (1998) Hinweise aus epidemiologischen<br />
und experimentellen Studien, die die Bedeutung von Ängsten als Risikofaktoren koronarer<br />
Herzerkrankungen hervorheben. Chronische Ängste könnten dabei einerseits das<br />
Gesundheitsverhalten beeinflussen, an<strong>der</strong>erseits außerdem arteriosklerotische Prozesse<br />
unterstützen und auf diese Weise tödliche koronare Ereignisse hervorufen. Kawachi et al.<br />
(1994) untersuchten in einer prospektiven Längsschnittuntersuchung den Zusammenhang<br />
zwischen Angstsymptomen und dem Risiko einer KHK an 402 männlichen Patienten mit<br />
einer KHK und über 1800 Kontrollpersonen ohne eine Herzerkrankung. Die Autoren konnten<br />
zeigen, dass Personen mit mehreren Angstsymptomen im Vergleich zu Personen ohne eine<br />
ängstliche Symptomatik ein höheres Risiko hatten, an einer KHK o<strong>der</strong> aber an einem<br />
plötzlichen Herztod zu sterben. Dagegen bestand kein erhöhtes Risiko, einen nicht tödlichen<br />
Myokardinfarkt o<strong>der</strong> eine Angina pectoris zu erleiden. Ebenso konnten Kawachi et al. (1994)<br />
25
Hinweise zum Zusammenhang <strong>der</strong> KHK-Entstehung und phobischen Angstsymptomen in<br />
einer groß angelegten prospektiven Längsschnittstudie an gesunden, männlichen Medizinern<br />
finden, auch nach Kontrolle eines breiten Bereiches kardiovaskulärer Risikofaktoren. Sie<br />
stellten fest, dass das Risiko eines tödlichen Verlaufes einer KHK mit steigen<strong>der</strong> phobischer<br />
Angst zunahm, wobei diese Beziehung nur für den plötzlichen Herztod galt. Keine<br />
Zusammenhänge ließen sich zwischen phobischer Angst und dem Risiko eines nicht tödlichen<br />
Myokardinfarktes ermitteln.<br />
Moser und Dracup (1996) untersuchten den Zusammenhang zwischen dem Angstniveau von<br />
Patienten nach einem kürzlich eingetretenen Herzinfarkt und späteren Komplikationen in <strong>der</strong><br />
Klinik. Dabei stellten die Autoren fest, dass auch nach <strong>der</strong> Kontrolle klinischer und<br />
soziodemographischer Faktoren Patienten mit den höheren Angstwerten ein höheres Risiko<br />
hatten, im weiteren Verlauf <strong>der</strong> stationären Behandlung kardiale Komplikationen, wie<br />
Reinfarkt, Ischämien, ventrikuläre Fibrillationen und Tachykardien zu bekommen o<strong>der</strong> sogar<br />
zu sterben. Frasure-Smith (1991) befragte Patienten nach einem akuten Herzinfarkt. Dabei<br />
hatten diejenigen Patienten, die 1 bis 2 Tage vor <strong>der</strong> Klinikentlassung von vielen Streß-<br />
Symptomen berichteten und anschließend die übliche Routinebehandlung erhielten, über<br />
einen Zeitraum von fünf Jahren ein höheres Risiko, an einem kardialen Ereignis zu sterben<br />
bzw. einen Reinfarkt zu bekommen.<br />
Weiterhin gibt es Hinweise zum Zusammenhang zwischen Depressionen und koronaren<br />
Herzerkrankungen. Barefoot und Schroll (1996) verfolgten den Verlauf von mehr als 700<br />
Personen einer Kleinstadt über einen Zeitraum von 27 Jahren. Dabei zeigte sich, dass eine<br />
verstärkte depressive Symptomatik in früheren Lebensjahren mit einem erhöhten Risiko für<br />
einen akuten Myokardinfarkt und mit einer kürzeren Lebenserwartung korrelierte. Diese<br />
Zusammenhänge blieben auch nach Kontrolle <strong>der</strong> klassischen Risikofaktoren und von<br />
Erkrankungshinweisen bei <strong>der</strong> Baseline-Messung bestehen. Dabei hatten die<br />
Depressionsscores bei Frauen und Männern die gleiche prädiktive Aussagekraft. Hippisley-<br />
Cox et al. (1998) analysierten allgemeinmedizinische Computerdatenbanken zweier ländlicher<br />
Städte und stellten dabei mittels Fall-Kontroll-Studie fest, dass Depressionen bei Männern,<br />
nicht jedoch bei Frauen, einen Risikofaktor für ischämische Herzerkrankungen auch nach<br />
Kontrolle <strong>der</strong> herkömmlichen Risikofaktoren darstellten. Auch zeigten sich in dieser Studie<br />
keine Beziehungen zwischen Angststörungen und ischämischen Herzerkrankungen. Ford et<br />
al. (1998) verfolgten den Verlauf von 1190 Medizinstudenten über einen Zeitraum von mehr<br />
als 35 Jahren im Rahmen <strong>der</strong> John Hopkins Precursors Studie und fanden ebenfalls, dass<br />
klinische Depressionen einen unabhängigen Risikofaktor für die Enstehung einer KHK bei<br />
Männern darstellte. Das erhöhte Risiko eines Herzinfarkts bestand sogar noch zehn Jahre<br />
nach Beginn <strong>der</strong> ersten depressiven Episode.<br />
Die prädiktive Bedeutung einer depressiven Symptomatik zeigt sich beson<strong>der</strong>s im<br />
Krankheitsverlauf. So fanden Frasure-Smith et al. (1993, 1995) heraus, dass Depression<br />
während des Krankenhausaufenthaltes nach einem Herzinfarkt sowohl innerhalb <strong>der</strong> ersten<br />
sechs als auch nach 18 Monaten einen signifikanten Prädiktor in bezug auf die kardiale<br />
Mortalität darstellte. Auch in einer Sekundäranalyse konnten die Autoren zeigen, dass<br />
Depression in <strong>der</strong> Klinik nach einem Herzinfarkt sowohl bei Männern als auch bei Frauen<br />
signifikant das Sterberisiko ein Jahr nach Entlassung aus <strong>der</strong> Klinik erhöhte, und zwar<br />
unabhängig von an<strong>der</strong>en Risikofaktoren nach einem Herzinfarkt (Frasure-Smith et al., 1999).<br />
Barefoot und Mitarbeiter (1996) verfolgten den Krankheitsverlauf von über 1000 Patienten<br />
mit bestehen<strong>der</strong> KHK über einen Zeitraum von bis zu 20 Jahren und stellten dabei fest, dass<br />
26
hohe Depressionswerte auch nach Kontrolle <strong>der</strong> Erkrankungsschwere das Risiko eines<br />
kardialen Todes o<strong>der</strong> auch <strong>der</strong> Gesamtsterblichkeit erhöhte. Wulsin et al. (1999) untersuchten<br />
in einer Überblicksarbeit den Zusammenhang zwischen Depression und Mortalität. Dabei<br />
zeigte sich ebenfalls ein erhöhtes Mortalitätsrisiko beson<strong>der</strong>s bei Männern mit depressiver<br />
Symptomatik.<br />
Sowohl Angst und Depression sind wichtige Kriterien <strong>der</strong> Lebensqualität, auf die nachfolgend<br />
weiter eingegangen wird.<br />
2.8 Zur Bedeutung <strong>der</strong> Lebensqualität im Rahmen kardiologischer Erkrankungen<br />
Das Konzept <strong>der</strong> Lebensqualität als relevantes Evaluationskriterium in <strong>der</strong> Medizin gewinnt<br />
zunehmend an Bedeutung (Bullinger, 1998). Nach Bullinger (1997) sind die Gründe für die<br />
Einbeziehung dieses Konzeptes im Rahmen klinischer Forschung einerseits in dem<br />
verän<strong>der</strong>ten Gesundheitsbegriff zu sehen, <strong>der</strong> neben <strong>der</strong> körperlichen Dimension auch die<br />
psychische und soziale Ebene berücksichtigt. An<strong>der</strong>erseits ist davon auszugehen, dass <strong>der</strong><br />
Bevölkerungsanteil älterer und potentiell chronisch kranker Menschen in den kommenden<br />
Jahren zunehmen wird. Schließlich ist zu bedenken, dass klassische klinische Parameter wie<br />
Mortalität und Morbidität für die Beurteilung des gesamten Therapieerfolgs nicht ausreichend<br />
sind. Im Rahmen des oben dargestellten Coping-Prozessmodels stellt die erreichte<br />
Lebensqualität einen Indikator für die Verarbeitungsbemühungen des Patienten dar. Neben<br />
Coping sind als weitere Prädiktoren <strong>der</strong> Lebensqualität die soziale Unterstützung und<br />
gesundheitsbezogene Kontrollüberzeugungen zu nennen (Bullinger, 1998).<br />
Nach Bullinger und Pöppel (1988) bezieht sich Lebensqualität auf die emotionalen,<br />
funktionalen, sozialen und physischen Aspekte menschlicher Existenz. Lebensqualität setzt<br />
sich gemäß dieser Definition aus den folgenden Komponten zusammen:<br />
psychisches Befinden des Patienten (z.B. Angst, Depression),<br />
seine Funktions- und Leistungsfähigkeit in verschiedenen Lebensbereichen (z.B.<br />
Beruf, Haushalt, Freizeit),<br />
Anzahl und Güte sozialer Beziehungen (Familie, Ehepartner, Freunde, Kollegen)<br />
sowie<br />
körperliche Verfassung (Gesundheitszustand, Beschwerden).<br />
Während das Konzept <strong>der</strong> Lebensqualität zum <strong>der</strong>zeitigen Zeitpunkt noch keine hinreichend<br />
wissenschaftlich abgesicherte Theorie im engeren Sinne darstellt, son<strong>der</strong>n lediglich als bloße<br />
Modellvorstellung gelten kann (Bullinger, 1997), gibt es aus dem Bereich <strong>der</strong> Erfassung <strong>der</strong><br />
Lebensqualität eine Reihe methodischer Arbeiten (McDowell und Newell, 1987; Westhoff,<br />
1993). Allerdings existiert <strong>der</strong>zeit noch kein einheitliches Modell <strong>der</strong> Lebensqualität, so dass<br />
sich die verwendeten Methoden zum Teil beträchtlich unterscheiden (Bullinger und Pöppel,<br />
1988). Dabei wird zum Beispiel diskutiert, ob Komponenten <strong>der</strong> Lebensqualität eher<br />
krankheitsspezifisch o<strong>der</strong> –übergreifend erfasst werden sollen, wer die Beurteilung<br />
vornehmen soll und welche Bedeutung objektive Parameter und subjektive Faktoren im<br />
Rahmen dieser Konzeption haben (<strong>Muthny</strong> und Beutel, 1991).<br />
Im Bereich <strong>der</strong> kardiovaskulären Erkrankung werden Meßinstrumente zur Lebensqualität<br />
sowohl im Rahmen von Studien zur Untersuchung <strong>der</strong> Wirkung von Medikamenten als auch<br />
zur Beurteilung chirurgischer Interventionen eingesetzt (Bullinger, 1997).<br />
27
Im Folgenden sollen exemplarisch einige Studien dargestellt werden, die sich mit <strong>der</strong><br />
Lebensqualität bei kardiologischen Erkrankungen o<strong>der</strong> den Wirkungen psychosozialer<br />
Rehabilitationsprogramme auf die Lebensqualität dieser Patientengruppe befasst haben.<br />
So konnten Trzcieniecka und Steptoe (1996) im Rahmen einer kontrollierten Studie zeigen,<br />
dass ein zehnwöchiges Stressmanagement-Training im Vergleich zur Standardbehandlung<br />
beson<strong>der</strong>s im Bereich <strong>der</strong> Lebensqualität zu signifikanten Verbesserungen führten.<br />
Arthur et al. (2000) untersuchten die Wirkung einer präoperativen Intervention vor einer<br />
Bypass-Operation im Rahmen einer kontrollierten Studie an insgesamt 249 Patienten, die sich<br />
auf einer Warteliste für eine solche OP befanden. Die Intervention bestand dabei in einem<br />
zweimal pro Woche stattfindenden körperlichen Fitness-Programm, Schulungen,<br />
Verstärkungen und monatlichen Telefonkontakten mit einer Krankenschwester. Es zeigte<br />
sich, dass die Interventionsgruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe weniger Tage im<br />
Krankenhaus und auf <strong>der</strong> Intensivstation verweilte. Außerdem hatte diese Gruppe während<br />
<strong>der</strong> Wartezeit eine bessere gesundheitsbezogene Lebensqualität, die auch noch sechs Monate<br />
nach <strong>der</strong> OP anhielt.<br />
Lavie und Milani (1999) stellten in einer Prä-Post-Befragung an 500 Herzpatienten fest, dass<br />
beson<strong>der</strong>s Patienten mit hohen Hostility-Werten im Vergleich zu Patienten mit geringen<br />
Ausprägungen von einer kardiologischen Rehabilitationsmaßnahme profitierten. Diese<br />
Patientengruppe wies dabei stärkere Verbesserungen in bezug auf die Hostilität,<br />
Ängstlichkeit, Depression, Somatisierung auf und hatte höhere Ausprägungen in<br />
Komponenten zur Lebensqualität.<br />
Lisspers et al. (1999) untersuchten ebenfalls die Wirkungen eines Rehabilitationsprogrammes<br />
zur Verhaltensän<strong>der</strong>ung und zur sekundären Prävention einer koronaren Herzerkrankung.<br />
Dabei stellten die Autoren signifikante Verbesserungen <strong>der</strong> selbstberichteten Lebensqualität<br />
fest. Weitere positive Verän<strong>der</strong>ungen zeigten sich bezüglich medizinischer Parameter wie<br />
Blutfette, Bodymass-Index, körperliche Leistungsfähigkeit sowie bezüglich psychologischer<br />
Faktoren wie Typ-A-Verhalten, Ärger und Hostilität, Stressverhalten, Rauchen, Diätverhalten<br />
und Bewegung.<br />
Ades et al. (2000) verglichen die Effekte eines zu Hause durchgeführten<br />
Rehabilitationsprogramms mit telefonischer Überwachung mit den Effekten eines<br />
Standardrehabilitationsprogrammes im Rahmen einer kontrollierten Studie. Das wichtigste<br />
Evaluationskriterium neben <strong>der</strong> aeroben Kapazität war die Lebensqualität. Es zeigte sich, dass<br />
in beiden Gruppen sowohl bezüglich <strong>der</strong> aeroben Kapazität als auch <strong>der</strong> Lebensqualität<br />
ähnliche Verbesserungen erzielt werden konnten.<br />
Brown et al. (1999) verglichen die Komponenten <strong>der</strong> Lebensqualität, gemessen mit dem<br />
SF-36, bei Koronarpatienten vier Jahre nach einem Herzinfarkt mit einer Normpopulation.<br />
Dabei stellten die Autoren fest, dass beson<strong>der</strong>s diejenigen Patienten von einer geringeren<br />
Lebensqualität berichteten, die aufgrund ihrer Erkrankung unfähig waren zu arbeiten, die<br />
anginöse Beschwerden und Dyspnoe aufwiesen, die zusätzlich eine Lungenerkrankung hatten<br />
o<strong>der</strong> die von Angstsymptomen und Schlafstörungen berichteten.<br />
Engebretson et al. (1999) fanden ebenfalls Beziehungen zwischen Ängstlichkeit und <strong>der</strong><br />
Lebensqualität bei Patienten eines 12-wöchigen kardiologischen Rehabilitationsprogrammes.<br />
Patienten mit hoher Traitangst wiesen eine geringere Lebensqualität auf. Dabei beeinflußte<br />
28
die Traitangst am stärksten die Berichte zur emotionalen Befindlichkeit, mo<strong>der</strong>at den<br />
funktionellen Bereich und am schwächsten die medizinischen Aspekte <strong>der</strong> Lebensqualität.<br />
Oldridge et al. (1998) untersuchten soziodemographische und klinische Prädiktoren <strong>der</strong><br />
gesundheitsbezogenen Lebensqualität im Rahmen eines achtwöchigen kardiologischen<br />
Rehabilitationsprogrammes im Vergleich zur Standardbehandlung bei über 200<br />
Herzinfarktpatienten. Dabei zeigte sich unter an<strong>der</strong>em, dass die größten Verbesserungen in<br />
bezug auf die Lebensqualität mit geringeren kardiovaskulären Risikofaktoren, wie kein<br />
früherer Herzinfarkt o<strong>der</strong> Bypass-OP, keine anginöse Symptomatik, wenig rauchen, und mit<br />
einer besseren Belastungstoleranz in Beziehung standen.<br />
2.9 Bedeutung und Ziele <strong>der</strong> kardiologischen Rehabilitation<br />
Haupt und Delbrück (1998) definieren Rehabilitation folgen<strong>der</strong>maßen:<br />
„Rehabilitation umfasst die Gesamtheit aller Maßnahmen medizinischer, schulischpädagogischer,<br />
beruflicher und sozialer Art, die erfor<strong>der</strong>lich sind, um für den Behin<strong>der</strong>ten die<br />
bestmöglichen körperlichen, seelischen und sozialen Bedingungen zu schaffen. Diese sollen<br />
ihn befähigen, aus eigener Kraft einen möglichst normalen Platz in <strong>der</strong> Gesellschaft zu<br />
behalten o<strong>der</strong> wie<strong>der</strong>zuerlangen.“ Dementsprechend verfolgt die kardiologische<br />
Rehabilitation gemäß des gesetzlichen Auftrags <strong>der</strong> Rentenversicherung das Ziel, eine<br />
erhebliche Gefährdung <strong>der</strong> Erwerbsfähigkeit abzuwenden sowie die Einglie<strong>der</strong>ung des<br />
Patienten in das Erwerbsleben und das soziale Umfeld zu ermöglichen (Franz, 1998).<br />
Rehabilitation geht im Sinne eines bio-psycho-sozialen Krankheitsverständnisses von einer<br />
ganzheitlichen, interdisziplinär angelegten Diagnostik und Therapie aus.<br />
Die multifaktorielle Genese einer KHK erfor<strong>der</strong>t neben <strong>der</strong> Diagnostik und Therapie eines<br />
eingetretenen Schadens auch die Vermittlung eines Krankheitsverständnisses als chronisch<br />
progredienten Prozess und das Aufzeigen von persönlichen Einflussmöglichkeiten (Franz,<br />
1998). Diagnostische Maßnahmen in <strong>der</strong> kardiologischen Rehabilitation haben nach Franz<br />
(1998) das Ziel, die körperliche Belastbarkeit und Prognose, das kardiovaskuläre<br />
Risikofaktorenprofil, Begleiterkrankungen und die Gesamtprognose sowie die psychophysiologische<br />
Belastbarkeit einzuschätzen.<br />
Mit Hilfe <strong>der</strong> individuell auf den Rehabilitanden zugeschnittenen therapeutischen<br />
Maßnahmen sollen vor allem die langfristigen Konsequenzen einer chronischen Erkrankung<br />
behandelt und bewältigt werden. Wichtige Therapiebausteine in <strong>der</strong> kardiologischen<br />
Rehabilitation sind die physikalische Therapie (Bewegungstherapie, Krankengymnastik,<br />
balneophysikalische und Elektrotherapie), Gesundheitstraining und Informationen,<br />
medikamentöse Therapie, berufliche und sozialmedizinische Maßnahmen sowie<br />
psychologische Therapien (Entspannungs-, Stressbewältigungs-, Gewichtsreduktions- und<br />
Nichtrauchertraining).<br />
Eine zukunftsorientierte patientengerechte Rehabilitationspraxis fokussiert beson<strong>der</strong>s auf eine<br />
differenzierte methodische Erfassung <strong>der</strong> individuellen Zielerreichung und zielorientierten<br />
Ergebnismessung im Therapieprozess (vgl. Maurischat et al., 2000). Auf diese Weise lässt<br />
sich die Komplexität und Individualität des Einzelfalls am besten berücksichtigen (Gerdes et<br />
al., 2000) und <strong>der</strong> Rehabilitationserfolg an diesen Zielen messen (Schliehe und Haaf, 1996).<br />
Nach einer Definition von Bührlen et al. (2000) bezieht sich Zielorientierung auf die<br />
Ausrichtung <strong>der</strong> Therapieplanung und –durchführung auf die individuellen Behandlungsziele<br />
<strong>der</strong> Patienten (Bührlen et al., 2000). Ein <strong>der</strong>artiges Vorgehen verspricht vor allem zwei<br />
Vorteile. Erstens kann auf diese Weise die Compliance <strong>der</strong> Patienten positiv beeinflusst<br />
29
werden, da ihren individuellen Bedürfnissen Rechnung getragen werden kann und sie sich<br />
nicht nur als eine „Patientennummer“ erleben. Zweitens können die Patienten aktiv in den<br />
Behandlungsprozess integriert werden.<br />
Welche Bedeutung allerdings den von Patienten genannten Zielen im Hinblick auf die<br />
Wirksamkeit einer Rehabilitationsmaßnahme zukommt, scheint noch nicht eindeutig geklärt<br />
zu sein. Oldridge et al. (1998) untersuchten in einer randomisierten und kontrollierten Studie<br />
die Validität von Zielen als Outcome-Kriterien einer kardiologischen Rehabilitation nach<br />
einem Myokardinfarkt. Dazu baten sie Patienten mit Routinebehandlung und Patienten eines<br />
Rehabilitationsprogramms eine Aktivität anzugeben, die bei Erreichung auf einen<br />
erfolgreichen Erholungsprozess hinwies. Dies wurde dann in Beziehung gesetzt zur<br />
gesundheitsbezogenen Lebensqualität und zur vorhergesagten Belastungstoleranz. Nach acht<br />
Wochen wiesen die Patienten des Rehabilitationsprogramms im Vergleich zur<br />
Routinebehandlung mehr Verbesserungen in bezug auf die Lebensqualitätsparameter und die<br />
Belastungstoleranz auf. Die Zielerreichung beson<strong>der</strong>s bezüglich <strong>der</strong> Ziele, die sich auf die<br />
Wie<strong>der</strong>erlangung physischer Aktivität bezogen, war dagegen größer bei den Patienten <strong>der</strong><br />
Standardbehandlung. Oldridge et al. (1998) weisen daraufhin, dass die Validität <strong>der</strong>artiger<br />
selbstgenannter Rehabilitationsziele als Maß für die Wirksamkeit einer kardiologischen<br />
Rehabilitation fraglich sei und möglicherweise zu irreführenden Ergebnissen führen könne.<br />
Um diese möglichen Verzerrungen zu verhin<strong>der</strong>n, scheint es daher angebracht zu sein, neben<br />
den von Patienten genannten Zielen ebenfalls die von den behandelnden Therapeuten<br />
formulierten Ziele zu berücksichtigen und sie mit den Patientenzielen in Beziehung zu setzen,<br />
um auf diese Weise eine bestmögliche Erfassung <strong>der</strong> Situation des Patienten aus<br />
unterschiedlichen Perspektiven zu erreichen.<br />
30
3. Abgeleitete Ziele und Fragestellungen<br />
Aus den Forschungsdefiziten, die in <strong>der</strong> empirischen Literatur deutlich werden, lassen sich die<br />
folgenden Hauptziele des Projekts PW4 ableiten:<br />
• Untersuchung <strong>der</strong> Verarbeitungsprozesse bei kardiologischen Rehabilitanden,<br />
• Ermittlung relevanter medizinischer und psychosozialer Prädiktoren für den<br />
Rehabilitations-Outcome und<br />
• Empfehlung einer rehabilitationsbezogenen und –optimierten Coping-Eingangsdiagnostik.<br />
Das Projekt PW4 setzt sich dabei aus drei aufeinan<strong>der</strong> aufbauenden Komponenten zusammen:<br />
1. einer Literaturanalyse <strong>der</strong> Forschungsergebnisse zur Bedeutung <strong>der</strong> Krankheitsverarbeitung<br />
in <strong>der</strong> kardiologischen Rehabilitation,<br />
2. einer Querschnittstudie (Studie 1) zur Schaffung einer Referenzdatenbasis und zur<br />
Entwicklung eines ökonomischen Instrumentariums für den Längsschnitt (n = 200) und<br />
3. zwei Längsschnittstudien zur Untersuchung potentieller medizinischer und psychosozialer<br />
Prädiktoren mit 3 (Studie 2) bzw. 4 (Studie 3) Messzeitpunkten (geplanter<br />
Stichprobenumfang n = 100 bzw. n = 50).<br />
Die zentralen Fragestellungen lauten wie folgt:<br />
1. Welche Prozesse <strong>der</strong> Krankheitsverarbeitung werden von Experten und Patienten als<br />
rehabilitationsrelevant eingeschätzt?<br />
2. Welche Beziehungen bestehen zwischen <strong>der</strong> Krankheitsverarbeitung <strong>der</strong> Patienten und <strong>der</strong><br />
Interventionsplanung des Arztes?<br />
3. Welche Beziehungen bestehen zwischen Krankheitsverarbeitung und Compliance?<br />
4. Wie lassen sich Reha-Outcome-Kriterien durch Krankheitsverarbeitung vorhersagen?<br />
5. Welche Bedeutung hat Krankheitsverarbeitung im Zusammenhang mit an<strong>der</strong>en<br />
psychosozialen und medizinischen Parametern in <strong>der</strong> Reha?<br />
6. Ist Krankheitsverarbeitung eher stabil über die Zeit o<strong>der</strong> variabel?<br />
7. Wie verän<strong>der</strong>t sich Krankheitsverarbeitung im Verlauf <strong>der</strong> Reha?<br />
8. Welche Empfehlungen lassen sich bzgl. Krankheitsverarbeitung in <strong>der</strong> Diagnostik und<br />
Interventionsplanung geben?<br />
31
Teil II Querschnittstudie (Studie 1)<br />
4. Methodik <strong>der</strong> Querschnittstudie<br />
4.1 Ziele und Fragestellungen<br />
Im Rahmen <strong>der</strong> Querschnittstudie (Studie 1) wurden folgende Untersuchungsziele<br />
angestrebt:<br />
• Schaffung einer Referenzdatenbasis für die kardiologische Rehabilitation und für die<br />
Längsschnittuntersuchung, speziell zur Erfassung von Coping,<br />
• korrelationsstatistische Prüfung <strong>der</strong> Zusammenhänge zwischen verschiedenen Coping-<br />
Skalen sowie zwischen Coping-Skalen und Zielkriterien <strong>der</strong> Lebensqualität und des Reha-<br />
Erfolgs und<br />
• Entwicklung eines ökonomischen Instrumentariums zur Ermittlung zentraler Aspekte von<br />
Coping, subjektiven Krankheitstheorien und Hostilität/Zynismus nach Validität,<br />
Skalenqualität, Redundanz und Testökonomie.<br />
Die aus diesen Zielen abgeleiteten Fragestellungen <strong>der</strong> Querschnittstudie lauten im einzeln<br />
wie folgt:<br />
• Welche Skalengüte weisen die eingesetzten Inventare auf?<br />
• Welche Beziehungen bestehen zwischen den Prozessen <strong>der</strong> Krankheitsverarbeitung <strong>der</strong><br />
Patienten und den Zielkriterien <strong>der</strong> Lebensqualität?<br />
• Welche Beziehungen bestehen zwischen psychosozialen und medizinischen Parametern<br />
auf <strong>der</strong> einen Seite und den Zielkriterien <strong>der</strong> Lebensqualität auf <strong>der</strong> an<strong>der</strong>en Seite?<br />
• Wie lassen sich die eingesetzten Skalen in ihrer Länge sinnvoll im Hinblick auf<br />
Ökonomie, Reliabilität und Validität reduzieren?<br />
4.2 Untersuchungsdesign und Durchführung<br />
Die Befragung erfolgte auf freiwilliger Basis einmalig und anonym. Die Patienten wurden<br />
dazu von den behandelnden Ärzten gefragt, ob sie an <strong>der</strong> Befragung teilnehmen wollten, und<br />
erhielten anschließend ein Patientenanschreiben zur Erläuterung <strong>der</strong> Ziele <strong>der</strong> Studie (s.<br />
Anhang A). Das Fragebogen-Paket (s. Anhang A) wurde in <strong>der</strong> dritten Woche <strong>der</strong> stationären<br />
Heilbehandlung von den behandelnden Ärzten ausgegeben, die zusätzlich in einem Arzt-<br />
Rating für jeden Patienten kardiologische Basisparameter, Reha-Ziele und Reha–Motivation<br />
(s. Anhang A) erhoben. Die Patientenstichprobe setzte sich zusammen aus Patienten mit einer<br />
koronaren Herzerkrankung (Herzinfarkt, Bypass-Operierte), nach Herzklappenoperation<br />
sowie mit Herzrhythmusstörungen, um ein möglichst breites Spektrum kardiologischer<br />
Krankheitsbil<strong>der</strong> abzudecken. In erster Linie wurden Patienten befragt, die vor <strong>der</strong><br />
Heilbehandlung noch berufstätig waren, da die berufliche Wie<strong>der</strong>einglie<strong>der</strong>ung ein wichtiges<br />
Zielkriterium <strong>der</strong> Rehabilitation darstellt. Angestrebt wurde eine Stichprobengröße von n =<br />
33
200 kardiologischen Rehabilitanden. Ausschlusskriterien waren die Nichtberrschung <strong>der</strong><br />
deutschen Sprache, kognitive Defizite (z.B. durch Apoplex o<strong>der</strong> Demenz) sowie<br />
Multimorbidität.<br />
An <strong>der</strong> Studie haben sich folgende kardiologische Rehabilitationskliniken beteiligt, denen<br />
unser beson<strong>der</strong>er Dank gilt:<br />
• Fachklinik Rhein-Ruhr in Essen-Kettwig (Chefarzt Dr. L. Benesch,<br />
Dipl.-Psych W. Ulmer),<br />
• Klinik Kreuzkamp, Bad Waldliesborn (Chefarzt Prof. Dr. D. Gradaus,<br />
Dr.Dr. W. Schweidtmann),<br />
• Klinik Königsfeld, Ennepetal (Chefarzt PD Dr. M. Karoff).<br />
4.3 Untersuchungsinstrumentarium<br />
Zunächst erfolgte auf <strong>der</strong> Grundlage von Literaturanalysen empirischer Studien die<br />
Zusammenstellung eines Fragebogen-Pakets für den Einsatz in <strong>der</strong> Querschnittstudie. Dabei<br />
wurden im Sinne eines bio-psycho-sozialen Krankheitsverständnisses möglichst viele<br />
relevante psychosoziale Aspekte berücksichtigt, die in <strong>der</strong> empirischen Forschung als<br />
relevante Einflussfaktoren diskutiert werden. Neben dem Hauptschwerpunkt Krankheitsverarbeitung<br />
wurden als weitere wichtige psychosoziale Prädiktoren subjektive Krankheitstheorien,<br />
Selbstwirksamkeitserwartungen, Hostilität/Zynismus, soziale Unterstützung,<br />
soziodemographische Daten sowie allgemeine Anamnesedaten und kardiologische<br />
Funktionsparameter erfasst. Als Outcome-Kriterien <strong>der</strong> Rehabilitation wurden Angst,<br />
Depression, Somatisierung, <strong>der</strong> allgemeine Gesundheitsstatus, Reha-Status, Lebens- und<br />
Behandlungszufriedenheit und die Wie<strong>der</strong>erlangung <strong>der</strong> Erwerbsfähigkeit erhoben<br />
(Tab. 4.3).<br />
34
Tab. 4.3:<br />
Untersuchungsinstrumentarium mit Inhaltsbereichen und Instrumenten<br />
Instrumente<br />
Fragebogen<br />
FKV-LIS- (<strong>Muthny</strong>, 1989)<br />
TSK (Klauer und Filipp, 1993)<br />
SF-12 (Bullinger, 1997)<br />
IRES-MIN (Gerdes und Jäckel, 1995)<br />
BSI (Derogatis und Spencer, 1982)<br />
EKO (<strong>Muthny</strong> et al., 1992)<br />
F-SOZU-K-22<br />
(Sommer und Fydrich, 1989, 1991)<br />
GEK (Schwarzer, 1994)<br />
Zynismus-Skala (Eigenentwicklung)<br />
Lebenszufriedenheits-Skala (<strong>Muthny</strong>, 1991)<br />
Behandlungszufriedenheits-Skala<br />
(<strong>Muthny</strong>, 1990)<br />
Schlaffragebogen (nach Siegrist et al., 1987)<br />
Soziodemographische Daten<br />
Anamnesedaten und Beschwerden<br />
Arzt-Rating<br />
Inhaltsbereiche<br />
Coping<br />
Subjektive Gesundheit, Lebensqualität,<br />
Reha-Status<br />
Angst, Depression, Somatisierung<br />
Erkrankungsbezog. Kontrollüberzeugungen<br />
Soziale Unterstützung<br />
Generalisierte Kompetenzerwartung<br />
Zynismus<br />
Lebenszufriedenheit<br />
Behandlungszufriedenheit<br />
Schlafverhalten und Vigilanz<br />
kardiologische Basisparameter, Reha-<br />
Motivation und Reha-Ziele<br />
Der Schlaffragebogen nach Siegrist et al. (1987) wurde aufgrund verbundinterner<br />
Überlegungen in die Studie mitaufgenommen und soll im Folgenden nur in den korrelativen<br />
Ergebnissen berücksichtigt werden (zu den Dimensionen und Testgütekriterien s.<br />
Abschlussbericht Methodenzentrum).<br />
Kurzbeschreibung <strong>der</strong> verwendeten Fragebogen-Instrumente<br />
Nachfolgend werden die einzelnen Instrumente kurz beschrieben, die im Anhang<br />
wie<strong>der</strong>gegeben sind.<br />
Krankheitsverarbeitung<br />
Im Hinblick auf die Coping-Instrumente wurden die Kurzform des Freiburger Fragebogens<br />
zur Krankheitsverarbeitung (FKV-LIS; <strong>Muthny</strong>, 1989) sowie die Trierer Skalen zur<br />
Krankheitsbewältigung (TSK; Klauer und Filipp, 1993) eingesetzt. Auswahlkriterien waren<br />
dabei zum einen die bekannten Gütekriterien bei<strong>der</strong> Verfahren, zum an<strong>der</strong>en auch ihr<br />
bewährter Einsatz in zahlreichen empirischen deutschsprachigen Studien zum<br />
35
Bewältigungsverhalten bei Patienten mit den unterschiedlichsten Erkrankungen, so dass beide<br />
Instrumente gute Vergleichsmöglichkeiten bieten.<br />
Der FKV-LIS ist eine Kurzform des FKV102 und berücksichtigt in Anlehnung an Theorien<br />
zu Coping-Verhalten emotionale, kognitive und aktionale Krankheitsverarbeitungsstrategien,<br />
wobei 35 Items zur Selbsteinschätzung, wie stark die jeweiligen Aussagen bezogen auf die<br />
Situation <strong>der</strong> letzten sieben Tage (Belastungsfokus) zutreffend sind, auf einer 5-stufigen<br />
Ratingskala den Probanden vorgegeben werden. Außerdem werden die Probanden gebeten,<br />
die Krankheitsverarbeitungsstrategien hinsichtlich ihrer Adaptivität zu bewerten. Neben fünf<br />
faktorenanalytisch ableitbaren Subskalen ("Depressive Verarbeitung", "Aktives<br />
problemorientiertes Coping", "Ablenkung und Selbstaufbau", "Religiösität und Sinnsuche"<br />
sowie "Bagatellisierung und Wunschdenken") kann ein itemstandardisierter Gesamtscore auf<br />
<strong>der</strong> Grundlage aller 35 Items berechnet werden als Maß für die Gesamt-Coping-Bemühungen<br />
<strong>der</strong> Probanden (<strong>der</strong> allerdings den Theorie-Vorgaben unabhängiger Dimensionen<br />
wi<strong>der</strong>spricht). Im folgenden wird <strong>der</strong> FKV-LIS nur FKV genannt.<br />
Die TSK beziehen sich auf verhaltens- und gedankenbezogene Aspekte von Coping und<br />
bestehen aus 37 Items, die sich ebenfalls in fünf faktorenanalytisch begründbare Subskalen<br />
einteilen lassen ("Rumination", "Suche nach sozialer Einbindung", "Bedrohungsabwehr",<br />
"Suche nach Information und Erfahrungsaustausch", "Suche nach Halt in <strong>der</strong> Religion"). Das<br />
Antwortverhalten <strong>der</strong> Probanden wird dabei auf einer 6-stufigen Likert-Skala registriert. Mit<br />
Hilfe einer Addition <strong>der</strong> Rohwerte läßt sich für jede Subskala ein Score bilden und auf <strong>der</strong><br />
Basis von Normwerten interpretieren. Aus Gründen <strong>der</strong> Vergleichbarkeit mit dem FKV<br />
wurden als Belastungsfokus ebenfalls die letzten sieben Tage festgelegt.<br />
Subjektive Theorien<br />
Erkrankungsbezogene Kontrollüberzeugungen<br />
Für eine ökonomische Erfassung erkrankungsbezogener Kontrollüberzeugungen als<br />
Bestandteile subjektiver Krankheitstheorien wurde <strong>der</strong> EKO (Erkrankungsbezogene<br />
Kontrollüberzeugungen; <strong>Muthny</strong> et al., 1992) herangezogen, dessen neun Items jeweils auf<br />
einer 5-stufigen Skala beantwortet werden sollen. Vergleichsdaten mit verschiedenen<br />
Stichproben körperlich kranker Patienten liegen vor, eine Auswertung sollte allerdings nur auf<br />
Basis <strong>der</strong> Einzelitems erfolgen, da sich aufgrund <strong>der</strong> geringen Itemanzahl und fehlen<strong>der</strong><br />
Faktorstruktur keine sinnvollen Summenskalen bilden lassen.<br />
Generalisierte Kompetenzerwartung bzw. Selbstwirksamkeit<br />
Die Messung <strong>der</strong> generalisierten Selbstwirksamkeitserwartung als habituelle Disposition<br />
erfolgte mittels des Fragebogens zur Generalisierten Kompetenzerwartung (GEK), dessen<br />
Gütekriterien als zufriedenstellend bezeichnet werden können und <strong>der</strong> in zahlreichen Län<strong>der</strong>n<br />
bereits zum Einsatz gekommen ist (Schwarzer, 1994). Diese Skala besteht aus insgesamt 10<br />
Items, bei denen die Probanden das Ausmaß ihrer Zustimmung zu den formulierten Aussagen<br />
auf einer 4-stufigen Ratingskala angeben. Inhaltlich beziehen sich die Items auf<br />
Anfor<strong>der</strong>ungen, denen die eigene Handlungsfähigkeit gegenübergestellt wird. Die<br />
Auswertung ist über die Addition <strong>der</strong> Werte zu einem Summenscore möglich.<br />
Angst und Depression<br />
Zur Ermittlung ängstlicher und depressiver Symptome wurde <strong>der</strong> BSI (Brief Symptom<br />
Inventory; Derogatis und Spencer, 1982) eingesetzt, <strong>der</strong> eine Kurzversion <strong>der</strong> SCL-90-R<br />
(Symptom Checklist; Franke, 1995) darstellt. In <strong>der</strong> verwendeten Version besteht <strong>der</strong> BSI aus<br />
den Skalen Angst und Depressivität mit jeweils sechs Items sowie aus <strong>der</strong> Skala<br />
36
Somatisierung mit insgesamt sieben Items. Dabei bilden die letzten sieben Tage den<br />
Bezugszeitraum. Die Beurteilung <strong>der</strong> 19 Items erfolgt auf einer 5-stufigen Antwortskala. Für<br />
jede Skala kann ein Summenscore berechnet werden. Dargestellt werden in <strong>der</strong> vorliegenden<br />
Studie die itemstandardisierten Skalenbildungen.<br />
Soziale Unterstützung<br />
Die Erfassung <strong>der</strong> sozialen Unterstützung erfolgte auf <strong>der</strong> Grundlage <strong>der</strong> aus 22 Items<br />
bestehenden Kurzform des Fragebogens zur Sozialen Unterstützung (F-SOZU-K-22; Sommer<br />
und Fydrich, 1989, 1991), <strong>der</strong>en Gesamtskala gute Reliabilitäts- und Validitätswerte aufweist<br />
(s. auch Franke, 1994) und für die mittlerweile auch repräsentative Daten vorhanden sind<br />
(Bilsky und Hosser, 1998). Der Fragebogen F-SOZU-K-22 deckt mit seinen Skalen<br />
„Emotionale Unterstützung“, „Praktische Unterstützung“ und „Soziale Integration“ zentrale<br />
Aspekte sozialer Unterstützung ab. Die Items des F-SOZU-K-22 sind als Selbstaussagen<br />
formuliert und werden von den Probanden auf einer 5-stufigen Ratingskala nach dem Ausmaß<br />
ihrer Zustimmung beurteilt. Die Auswertung erfolgt dabei über die Bildung eines<br />
Skalensummenscores.<br />
Lebens- und Behandlungszufriedenheit<br />
Die Lebenszufriedenheit wurde mittels einer von <strong>Muthny</strong> (1991) modifizierten Fassung des<br />
Inventars von Fahrenberg et al. (1986) erfasst. Das Lebenszufriedenheitsinventar setzt sich<br />
aus 15 Items zu verschiedenen Teilbereichen des Lebens sowie einer globalen Einschätzung<br />
zur Lebenszufriedenheit insgesamt zusammen, die jeweils auf einer 5-stufigen Antwortskala<br />
eingeschätzt werden. Dabei läßt sich die Gesamt-Zufriedenheit auf <strong>der</strong> Grundlage eines<br />
itemstandardisierten Summenscores beurteilen.<br />
Zur Erfassung <strong>der</strong> Behandlungszufriedenheit wurde eine aus 13 Items zusammengesetzte<br />
Liste von <strong>Muthny</strong> et al. (1990) verwendet, bei <strong>der</strong> die Probanden das Ausmaß ihrer<br />
Zufriedenheit mit <strong>der</strong> medizinischen und psychosozialen Behandlung im Hinblick auf<br />
verschiedene Behandlungsbereiche auf einer 5-stufigen Antwortskala angeben. Auch hier ist<br />
die Bildung eines itemstandardisierten Gesamtsummenwertes als Gesamtmaß für die<br />
Zufriedenheit mit <strong>der</strong> medizinischen Behandlung möglich.<br />
Subjektive Gesundheit und Lebensqualität<br />
Zur Erfassung von Lebensqualität und subjektiver Gesundheit wurden <strong>der</strong> SF-12 (Short Form<br />
12; Bullinger, 1997; Bullinger und Kirchberger, 1998) und <strong>der</strong> IRES-MIN (Indikatoren des<br />
Reha-Status, Minimalversion; Gerdes und Jäckel, 1995) eingesetzt.<br />
Der SF-12 besteht als Kurzversion aus 12 Items <strong>der</strong> Langversion SF-36. Für die Auswertung<br />
werden für die beiden Bereiche körperliche Gesundheit (KS) und psychische Gesundheit (PS)<br />
Summenwerte gebildet.<br />
Der IRES-MIN ist die Kurzversion des IRES-Fragebogens und enthält 17 nach<br />
psychometrischen Kriterien ausgewählte Items <strong>der</strong> Langversion. Es wird nach Item-<br />
Rekodierung aus den Subskalen „Risikofaktoren“, „Schmerzskala“, „Skala Burn-Out“ und<br />
„Skala berufliche Sorgen“ ein Gesamt-Summenscore berechnet.<br />
Schlaffragebogen<br />
Der eingesetzte Schlaffragebogen basiert auf den Arbeiten von Siegrist et al. (1987) und<br />
Fischer et al. (1991) und wurde aufgrund verbundinterner Überlegungen mit in die Studie<br />
37
aufgenommen. Der Fragebogen besteht aus den Skalen Schlafstörungen, Vigilanz und<br />
körperliche Beschwerden.<br />
Zynismus<br />
Die Zynismus-Skala basiert auf <strong>der</strong> deutschsprachigen Version <strong>der</strong> Cook-Medley Hostility<br />
Scale (Ho-Skala) und einer Expertenbefragung (siehe 5.5). Die Endversion <strong>der</strong> Skala besteht<br />
nach <strong>der</strong> Durchführung von Item- und Faktorenanalysen aus 13 Items, die auf einer 5-stufigen<br />
Rating-Skala beantwortet werden. Die nach Varimax-Rotation extrahierten Faktoren wurden<br />
aufgrund inhaltlicher Überlegungen als „Zynismus“ (Items 13-15, 17, 18), „Amoralischer<br />
Opportunismus“ (Items 1-4) und „Zweifel an Altruismus“ (Items 5, 7-9) benannt. Die<br />
Reliabilitäten <strong>der</strong> drei Subskalen können als gut bis zufriedenstellend bezeichnet werden<br />
(Zynismus: α=.83; Zweifel an Altruismus: α=.75; Amoralischer Opportunismus: α=.83). Die<br />
Trennschärfen aller Items liegen über r it-i = .48 und damit in einem guten Bereich.<br />
Soziodemographische Daten<br />
Die Angaben zu soziodemographischen Daten basieren auf den Empfehlungen <strong>der</strong> AG<br />
„Routinedaten“ (Deck und Röckelein, 1999).<br />
Arzt-Fragebogen<br />
Zur Erfassung <strong>der</strong> medizinischen Basisparameter erhielten die behandelnden Ärzte eine<br />
einseitige Arzt-Einschätzung (s. Anhang A) und wurden gebeten, diese jeweils für jeden<br />
Patienten auszufüllen. Weitere Inhaltsbereiche waren Reha-Ziele und Reha-Motivation.<br />
4.4 Statistische Auswertungsmethoden für die Querschnittstudie<br />
Die statistische Auswertung erfolgte mit Hilfe des Statistikprogramms SPSS 10.0 for<br />
Windows. Neben <strong>der</strong> deskriptiven Analyse <strong>der</strong> Daten wurden Zusammenhänge zwischen<br />
verschiedenen Variablen je nach Datenniveau mittels Produkt-Moment-Korrelation nach<br />
Pearson o<strong>der</strong> Rangkorrelationen nach Spearman berechnet. Multivariate Zusammenhänge<br />
zwischen Prädiktoren und den Zielkriterien wurden mittels multiplen Regressionsanalysen<br />
untersucht. Als Maß für die Reliabilität wurde pro Skala die interne Konsistenz mittels<br />
Cronbach´s α bestimmt. Zur Datenreduktion wurden Faktorenanalysen nach <strong>der</strong><br />
Hauptkomponentenmethode und Itemanalysen mittels Bestimmung von Trennschärfekoeffizienten<br />
durchgeführt.<br />
38
5. Ergebnisse <strong>der</strong> Querschnittstudie (Studie 1)<br />
5.1 Soziodemographische und medizinische Charakteristika <strong>der</strong> Stichprobe<br />
Insgesamt konnten in diesem ersten Auswertungsschritt 224 kardiologische Rehabilitanden<br />
befragt werden, so dass bereits zu diesem Zeitpunkt die anfänglich geplante Stichprobengröße<br />
übertroffen wurde. Die Rücklaufquote lag dabei bei 63%. Das Durchschnittsalter <strong>der</strong><br />
Patienten lag bei knapp 61 Jahren (MW = 60,8; s = 10,8; Bereich 30-84 Jahre) (Tab. 5.1.1).<br />
Tab. 5.1.1: Stichprobenzusammensetzung soziodemographischer Daten (n = 224)<br />
Geschlecht Männlich: 82% Weiblich: 14% k.A.: 4%<br />
Alter (Bereich: 30-84 Jahre) MW = 60,8 s = 10,8<br />
Familienstand Verheiratet: 75% Ledig: 5% k.A.: 4%<br />
Geschieden: 6%% Verwitwet: 10%<br />
Wohnsituation Allein lebend: 16% Mit an<strong>der</strong>en: 70% k.A.: 14%<br />
Schulbildung Hauptschule: 50% Realschule: 19%<br />
Abitur: 11%<br />
Beruf Arbeiter: 27% Angestellter: 41%<br />
Selbständiger: 10% Beamter: 7%<br />
Gegenwärtige<br />
Ganztägig: 42% Halbtags: 2%<br />
Erwerbstätigkeit<br />
Arbeitslos: 5% EU- bzw.<br />
(vor Reha-Beginn) BU-Rente: 11%<br />
Aktuelle Krankschreibung ja: 45% Nein: 40% k.A.: 15%<br />
Schwerbehin<strong>der</strong>tenausweis ja: 31% Nein: 64%<br />
Teilnahme an Reha<br />
(in den letzten 5 Jahren)<br />
ja: 17% Nein: 77% k.A.:6%<br />
Die befragten 224 Patienten waren erwartungsgemäß überwiegend männlich (82%),<br />
verheiratet (75) und lebten mit an<strong>der</strong>en Personen zusammen (70%). Im Schulabschluss<br />
überwiegt Volks- bzw. Hauptschule (50%), gefolgt von Realschule (19%) und Abitur (11%).<br />
Entsprechend sind unter den Berufen vorwiegend Angestellte (41%), gefolgt von Arbeitern<br />
(27%), Selbstständigen (10%) und Beamten (7%). 42% <strong>der</strong> Befragten waren vor dem Antritt<br />
<strong>der</strong> Heilbehandlung noch ganztägig berufstätig. Bezüglich des sozialrechtlichen Status hatten<br />
31% einen Schwerbehin<strong>der</strong>tenausweis, 45% waren aktuell krankgeschrieben. 17% hatten<br />
bereits früher an einer Rehabilitationsmaßnahme teilgenommen.<br />
39
Die häufigste Diagnose bei den befragten Rehabilitanden war Herzinfarkt mit 32%, gefolgt<br />
von Zustand nach Bypass-Operation (31%) und dem Vorliegen bei<strong>der</strong> Diagnosen (20%),<br />
Patienten nur mit einer KHK (9%), Zustand nach Klappen-Operation (15%) und<br />
Rhythmusstörungen (2%) (Tab. 5.1.2). Die durchschnittliche Erkrankungsdauer lag bei 33<br />
Monaten mit einem sehr breiten Range von einem bis zu 344 Monaten. 49% <strong>der</strong> Patienten<br />
hatten ein NYHA-Stadium Klasse I, 13% Klasse II und 4% Klasse III. Die durchschnittliche<br />
maximale Ergometerleistung während <strong>der</strong> Rehabilitationsmaßnahme betrug 90 Watt. 23% <strong>der</strong><br />
Befragten wies eine 1-Gefäß-, 17% eine 2-Gefäß- und 34% eine 3-Gefäß-Erkrankung auf.<br />
Tab. 5.1.2: Stichprobenzusammensetzung medizinischer Basisdaten<br />
Diagnose %<br />
Erkrankungsdauer<br />
(1- 344 Monate)<br />
Anzahl<br />
betroffener<br />
Gefäße<br />
%<br />
NYHA-<br />
Stadium<br />
Herzinfarkt 32 1 23 I 49<br />
MW = 33,1<br />
Bypass 31 s = 62 2 17 II 13<br />
Herzinfarkt<br />
u. Bypass<br />
20<br />
%<br />
3 34 III 4<br />
KHK 9 Unbekannt 3 k.A. 35<br />
Klappe 5 k.A. 23<br />
Rhythmusstörung<br />
2<br />
k.A. 1<br />
Max. Ergometer-<br />
Leistung<br />
(25-200 Watt)<br />
MW = 90,4<br />
s = 40,9<br />
Ihren gegenwärtigen Gesundheitszustand bezeichneten 71% <strong>der</strong> Patienten im IRES-Min-<br />
Fragebogen als gut bis zufriedenstellend. 49% gaben an, dass ihr Gesundheitszustand sie nur<br />
„ein wenig“ bei alltäglichen Aufgaben behin<strong>der</strong>n würde. 58% berichteten von fast keinen o<strong>der</strong><br />
nur seltenen Schmerzen. 63% hatten leichte bis störende, aber noch zu ertragende Schmerzen.<br />
Auch fühlten sich fast 70% <strong>der</strong> Patienten nie o<strong>der</strong> nur manchmal völlig erschöpft. Ebenso<br />
waren Unruhe und Abgespanntsein bei den Befragten gering ausgeprägt. Über 60% hatten nie<br />
o<strong>der</strong> nur manchmal <strong>der</strong>artige Gefühle.<br />
In <strong>der</strong> subjektiven Einschätzung <strong>der</strong> eigenen Risikofaktoren gaben die Patienten auf dem<br />
ersten Rangplatz erhöhte Blutfettwerte an (62%), gefolgt von Stress und Hektik (52%),<br />
Bluthochdruck (50%), Übergewicht (41%), Rauchen (34%) und zu wenig Bewegung (31%)<br />
(Tab. 5.1.3).<br />
40
Tab. 5.1.3: Risikofaktoren in <strong>der</strong> Selbstwahrnehmung (n = 224)<br />
Item<br />
Häufigkeit (in %)<br />
(Mehrfachnennungen möglich)<br />
1. Erhöhte Blutfettwerte 62<br />
2. Stress 52<br />
3. Bluthochdruck 50<br />
4. Übergewicht 41<br />
5. Rauchen 34<br />
6. Zu wenig Bewegung 31<br />
7. Diabetes 17<br />
8. Zu viel Alkohol 5<br />
Als die wichtigsten subjektiven Einflussgrößen auf den Rehabilitationserfolg sahen die<br />
Patienten das eigene Verhalten (88%) und die eigene Lebenseinstellung (85%) an, gefolgt von<br />
Unterstützung durch den Partner bzw. die Familie (77%), Können <strong>der</strong> Ärzte (72%),<br />
Fortschritte <strong>der</strong> Medizin (71%) und Engagement <strong>der</strong> Ärzte (69%) (Tab.: 5.1.4).<br />
Tab. 5.1.4: Einflussfaktoren auf den Erkrankungsverlauf aus Patientensicht (n = 224)<br />
Vorgegebene Kategorien Häufigkeit % *<br />
1. Eigenes Verhalten 88<br />
2. Eigene Lebenseinstellung 85<br />
3. Unterstützung durch Partner/ Familie 77<br />
4. Können <strong>der</strong> Ärzte 72<br />
5. Fortschritte <strong>der</strong> Medizin 71<br />
6. Engagement <strong>der</strong> Ärzte 69<br />
7. Unterstützung durch Freunde/ Bekannte 47<br />
8. Vorbestimmtes Schicksal 21<br />
9. Zufall 9<br />
* 5-stufige Rating-Skala; Werte 4 und 5 addiert<br />
5.2 Ergebnisse zum Coping (FKV, TSK): Itemanalysen und Skalenanalysen<br />
In <strong>der</strong> nachfolgenden Tabelle sind die Itemanalysen für den FKV dargestellt. Wie Tab. 5.2.1<br />
zeigt, liegen die Cronbach`s α im Bereich zwischen .66 und .78 für die einzelnen Skalen. Die<br />
Reliabilitäten <strong>der</strong> einzelnen Skalen können damit als zufriedenstellend bis gut bezeichnet<br />
werden. Die jeweiligen Trennschärfen <strong>der</strong> Items liegen zwischen r it-i =.32 und r it-i =.66 und sind<br />
damit überwiegend ausreichend.<br />
41
Tab. 5.2.1: Itemanalysen für den FKV (n = 224)<br />
Scores 2)<br />
FKV1<br />
Items (gekürzt)<br />
Itemkennwerte 1)<br />
MW s r it-i r 2 α id bach´s<br />
Cronα<br />
Gereizt/ ungeduldig auf an<strong>der</strong>e reagieren 1,64 0,99 .43 .20 .68<br />
Sich selbst bemitleiden 1,26 0,63 .53 .28 .65<br />
Ins Grübeln kommen 1,83 1,05 .51 .28 .65<br />
Mit dem Schicksal ha<strong>der</strong>n 1,43 0,78 .45 .22 .67<br />
Von an<strong>der</strong>en Menschen zurückziehen 1,47 0,87 .49 .24 .65 .72<br />
Info über Erkrankung/ Behandlg. suchen 3,61 1,12 .46 .30 .68<br />
FKV2<br />
Anstrengungen zur Problemlösung 3,61 1,18 .58 .39 .63<br />
Plan machen und danach handeln 3,25 1,32 .55 .34 .64<br />
Sich vornehmen, intensiver zu leben 3,47 1,18 .32 .23 .73<br />
Gegen die Krankheit ankämpfen 4,14 0,94 .51 .33 .66 .72<br />
Sich mehr gönnen 2,26 1,19 .42 .18 .78<br />
FKV3<br />
Sich selbst Mut machen 3,64 1,14 .54 .31 .74<br />
Erfolge u. Selbstbestätigung suchen 2,99 1,29 .57 .35 .73<br />
Sich abzulenken versuchen 2,94 1,26 .66 .51 .70<br />
Abstand zu gewinnen versuchen 2,92 1,20 .58 .43 .73 .78<br />
Krankheit als Schicksal annehmen 2,55 1,24 .33 .11 .59<br />
Trost im religiösen Glauben suchen 2,00 1,29 .41 .20 .55<br />
FKV4<br />
In <strong>der</strong> Krankheit einen Sinn sehen 1,96 1,14 .35 .15 .58<br />
Trösten,dass es an<strong>der</strong>en schlechter geht 2,63 1,37 .44 .22 .53<br />
FKV5<br />
An<strong>der</strong>en Gutes tun wollen 2,91 1,18 .34 .14 .58 .62<br />
Geschehenes "nicht wahrhaben-wollen" 1,92 1,16 .53 .29 .47<br />
Herunterspielen <strong>der</strong> Bedeutung 1,95 1,02 .48 .25 .55<br />
Wunschdenken/ Tagträumen nachhängen 1,78 1,00 .40 .17 .64 .66<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Reliabilitätsanalyse“<br />
1) MW = Mittelwert, s = Standardabweichung, r 2 = quadrierte multiple Korrelation,<br />
r it-i = Trennschärfe, α id = Alpha bei gelöschtem Item,<br />
2) FKV 1 = Depressive Verarbeitung, FKV 2 = Aktives problemorientiertes Coping,<br />
FKV 3 = Ablenkung und Selbstaufbau, FKV 4 = Religiosität und Sinnsuche,<br />
FKV 5 = Bagatellisieren und Wunschdenken<br />
42
Bezüglich des Nutzens von Krankheitsverarbeitung schätzten die Patienten<br />
„Vertrauenssetzung in die Ärzte“ (38%) am wirksamsten ein, gefolgt von<br />
„Informationssuche“ (30%), „Problemlöseanstrengungen“ und „Kampfgeist“ (s. Tab. 5.2.2).<br />
Tab. 5.2.2: Hilfreiche Modi <strong>der</strong> Krankheitsverarbeitung aus Patientensicht (n = 224)<br />
Vorgegebene Kategorien (nach Rangreihe) Häufigkeit %<br />
1. Vertrauen in die Ärzte setzen 38<br />
2. Informationen über Erkrankung und Behandlung suchen 30<br />
3. Anstrengungen zur Lösung <strong>der</strong> Probleme unternehmen 29<br />
4. Kampfgeist entwickeln 25<br />
5. Genau den ärztlichen Rat befolgen 23<br />
6. Sich selbst Mut machen 19<br />
Tab. 5.2.3 zeigt die Itemanalysen für den TSK. Die Skalen weisen Konsistenzkoeffizienten<br />
(Cronbach´s α) im Bereich zwischen .74 und .81 auf und haben somit zufriedenstellende bis<br />
gute Reliabilitäten. Die Trennschärfen <strong>der</strong> einzelnen Items liegen mit drei Ausnahmen alle<br />
über r it-i = .30.<br />
Tab. 5.2.3: Itemanalysen für die TSK (n = 224)<br />
Scores 2)<br />
Items (gekürzt)<br />
Itemkennwerte 1)<br />
MW s r it-i r 2 α id bach`s<br />
Cron-<br />
α<br />
Nachdenken über frühere schöne Zeiten 3,91 1,50 .55 .39 .75<br />
Suche nach eigenen Fehlern 3,46 1,47 .48 .42 .76<br />
TSK1<br />
Sich sorgen, ob Ärzte helfen können 2,49 1,49 .51 .38 .75<br />
Über die Ehrlichkeit an<strong>der</strong>er grübeln 2,33 1,43 .49 .38 .76<br />
In Tagträumen versinken 1,78 1,07 .36 .20 .77<br />
An frühere Freunde zurückdenken 3,25 1,44 .42 .23 .77<br />
Allen Problemen aus dem Weg gehen 2,98 1,43 .43 .27 .77<br />
Versuch, Erkrankungsursache zu finden 3,46 1,48 .42 .38 .77<br />
An Menschen ohne Probleme denken 2,89 1,55 .52 .37 .75 .78<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Reliabilitätsanalyse“<br />
1) MW = Mittelwert, s = Standardabweichung, r 2 = quadrierte multiple Korrelation,<br />
r it-i = Trennschärfe, α id = Alpha bei gelöschtem Item,<br />
2) TSK1 = Rumination, TSK2 = Suche nach sozialer Einbindung, TSK3 = Bedrohungsabwehr,<br />
TSK4 = Suche nach Information/ Erfahrungsaustausch, TSK5 = Suche nach Halt in <strong>der</strong> Religion<br />
43
Fortsetzung Tab. 5.2.3: Itemanalysen für die TSK (n = 224)<br />
Itemkennwerte 1)<br />
Scores 2) Items (gekürzt) MW s r it-i r 2 α id<br />
Cronbach`s<br />
α<br />
Es sich gut gehen lassen 4,04 1,25 .35 .21 .72<br />
Beschäftigung mit ausfüllenden Dingen 4,14 1,14 .35 .24 .72<br />
An<strong>der</strong>en Mut machen und aufheitern 3,90 1,25 .44 .34 .71<br />
TSK2<br />
TSK3<br />
Sich an<strong>der</strong>en nützlich machen 3,55 1,22 .50 .38 .70<br />
An<strong>der</strong>e besuchen o<strong>der</strong> einladen 2,72 1,40 .44 .27 .71<br />
Mit Freunden ausgehen 2,80 1,41 .47 .40 .70<br />
Mit an<strong>der</strong>en schöne Stunden verleben 3,54 1,46 .40 .30 .71<br />
In Aktivitäten stürzen 3,19 1,42 .45 .21 .70<br />
Probleme an<strong>der</strong>er feststellen 3,52 1,43 .30 .15 .73 .74<br />
Denken, Zusammenleben ist wie früher 4,23 1,34 .43 .20 .76<br />
Versuch, Zustand zu verbessern 4,91 0,99 .25 .11 .78<br />
Bedenken, dass es vielen schlechter geht 4,36 1,22 .42 .22 .75<br />
Denken, dass es aufwärtsgehen wird 4,61 1,12 .60 .43 .72<br />
Denken, dass Ärzte ihr Bestes tun werden 4,95 0,96 .65 .49 .72<br />
Sich nicht unterkriegen lassen 4,96 1,16 .61 .43 .72<br />
Denken, dass Glück zurückkommt 4,48 1,30 .49 .32 .74<br />
Befolgung aller ärztlichen Ratschläge 5,31 0,69 .37 .20 .76 .77<br />
Austausch über Erkrankungsumgang 3,76 1,24 .63 .52 .75<br />
Suche nach sozialer Unterstützung 4,24 1,37 .18 .08 .81<br />
Personen mit ähnlicher Erfahrung suchen 3,27 1,39 .61 .49 .75<br />
TSK4<br />
Denken über Krankheitsumgang an<strong>der</strong>er 3,38 1,37 .64 .47 .74<br />
Mit an<strong>der</strong>en über Befürchtungen reden 2,76 1,27 .61 .40 .75<br />
TSK5<br />
Erkrankungs-Informationen suchen 3,39 1,53 .37 .21 .79<br />
Sich über Erkrankung informieren 3,36 1,43 .67 .51 .74<br />
Über alternative Methoden informieren 2,79 1,54 .32 .17 .80 .80<br />
Höheren Sinn in <strong>der</strong> Situation sehen 2,20 1,46 .46 .21 .93<br />
Beten und Trost im Glauben suchen 2,64 1,63 .78 .77 .62<br />
Um Kraft zur Lösung <strong>der</strong> Probleme beten 2,70 1,66 .80 .77 .60 .81<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Reliabilitätsanalyse“<br />
1) MW = Mittelwert, s = Standardabweichung, r 2 = quadrierte multiple Korrelation,<br />
r it-i = Trennschärfe, α id = Alpha bei gelöschtem Item, Itemanalyse, Programm SPSS "Reliabilitätsanalyse"<br />
2) TSK1 = Rumination, TSK2 = Suche nach sozialer Einbindung, TSK3 = Bedrohungsabwehr,<br />
TSK4 = Suche nach Information/ Erfahrungsaustausch, TSK5 = Suche nach Halt in <strong>der</strong> Religion<br />
44
5.3 Kontrollüberzeugungen und Selbstwirksamkeit<br />
Die erkrankungsbezogenen Kontrollüberzeugungen haben bezogen auf die Gesamtskala ein<br />
Cronbach´s α von .70, was als zufriedenstellend interpretiert werden kann, obwohl die Inhalte<br />
<strong>der</strong> Items sehr unterschiedlich sind (Tab. 5.3.1). Bis auf zwei Ausnahmen liegen die<br />
ermittelten Trennschärfen alle über r it-i = .30.<br />
Tab. 5.3.1: Itemanalyse für Kontrollüberzeugungen (EKO)<br />
Items 2)<br />
Items<br />
Itemkennwerte 1)<br />
MW s r it-i r 2 α id bach´s<br />
Cron-<br />
α<br />
Zufall 1,88 1,05 .08 .24 .72<br />
Können <strong>der</strong> Ärzte 3,99 1,04 .39 .51 .66<br />
Eigene Lebenseinstellung 4,45 0,78 .32 .58 .67<br />
Eigenes Verhalten 4,49 0,75 .32 .61 .67<br />
EKO<br />
Unterstützung durch Partner/Familie 4,09 0,91 .48 .43 .64<br />
Unterstützung durch Freunde/ Bekannte 3,39 1,08 .43 .38 .65<br />
Engagement <strong>der</strong> Ärzte 3,99 1,00 .54 .61 .62<br />
Vorherbestimmtes Schicksal 2,27 1,37 .25 .30 .69<br />
Fortschritte <strong>der</strong> Medizin 3,97 1,12 .55 .41 .62 .70<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Reliabilitätsanalyse“<br />
1) MW = Mittelwert, s = Standardabweichung, r 2 = quadrierte multiple Korrelation,<br />
r it-i = Trennschärfe, α id = Alpha bei gelöschtem Item<br />
2) EKO = Erkrankungsbezogene Kontrollüberzeugungen<br />
Für die Selbstwirksamkeitserwartungen, die mit dem GEK gemessen wurden, konnte ein<br />
hohes Cronbach´s α von .91 ermittelt werden, was die Homogenität dieser Skala unterstreicht<br />
(Tab. 5.3.2).<br />
45
Tab. 5.3.2: Itemanalyse für Selbstwirksamkeit (GEK)<br />
Score 2)<br />
Items<br />
Die Lösung schwieriger Probleme gelingt<br />
mir immer, wenn ich mich darum bemühe.<br />
Wenn mir jemand Wi<strong>der</strong>stand leistet, finde<br />
ich Mittel und Wege, mich durchzusetzen<br />
Es bereitet mir keine Schwierigkeiten,<br />
meine Absichten und Ziele zu<br />
verwirklichen.<br />
Auch bei überraschenden Ereignissen<br />
glaube ich, dass ich gut damit<br />
zurechtkommen werde.<br />
In unerwarteten Situationen weiß ich<br />
immer, wie ich mich verhalten soll.<br />
Itemkennwerte 1)<br />
MW S r it-i r 2 α id bach´s<br />
Cron-<br />
α<br />
3,28 0,68 .61 .42 .91<br />
2,91 0,74 .60 .42 .91<br />
2,96 0,80 .68 .52 .91<br />
3,15 0,75 .63 .45 .91<br />
2,88 0,75 .68 .56 .91<br />
GEK<br />
Für jedes Problem habe ich eine Lösung. 2,56 0,95 .79 .69 .90<br />
Schwierigkeiten sehe ich gelassen entgegen,<br />
weil ich mich immer auf meine Fähigkeiten<br />
verlassen kann<br />
Wenn ich mit einem Problem konfrontiert<br />
werde, habe ich meist mehrere Ideen, wie<br />
ich damit fertig werde.<br />
Wenn ich mit einer neuen Sache<br />
konfrontiert werde, weiß ich, wie ich damit<br />
fertig werde.<br />
Was auch immer passiert, ich werde schon<br />
klarkommen.<br />
2,85 0,82 .81 .69 .90<br />
2,99 0,84 .70 .56 .91<br />
2,94 0,78 .76 .61 .90<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Reliabilitätsanalyse“<br />
1)<br />
MW = Mittelwert, s = Standardabweichung, r 2 = quadrierte multiple Korrelation,<br />
r it-i = Trennschärfe, α id = Alpha bei gelöschtem Item<br />
2)<br />
GEK = Generalisierte Kompetenzerwartung<br />
3,19 0,73 .60 .40 .91 .91<br />
46
5.4 Soziale Unterstützung<br />
Die Itemanalysen für die Gesamtskala des SOZU-K-22 ergaben ebenfalls eine hohe interne<br />
Konsistenz (Cronbach´s α = .91) (Tab. 5.4).<br />
Tab. 5.4: Itemanalysen für soziale Unterstützung (SOZU-K-22)<br />
Score 2)<br />
SOZU-K-22<br />
Itemkennwerte 1)<br />
Items (gekürzt)<br />
MW S r it-i r 2 α id bach´s<br />
Cron-<br />
α<br />
Menschen für Wohnungspflege haben 4,74 0,85 .47 .48 .89<br />
Angenommen werden 4,67 0,80 .50 .52 .89<br />
Freunden ist meine Meinung wichtig 4,42 1,00 .62 .56 .89<br />
Sich mehr Verständnis wünschen* 4,04 1,32 .16 .23 .90<br />
Hilfe eines vertrauten Menschen haben 4,81 0,72 .49 .46 .89<br />
Dinge ausleihen können 4,54 1,09 .50 .39 .89<br />
Sich aussprechen können 4,67 0,80 .73 .66 .88<br />
Niemandem zum Ausgehen kennen* 4,52 1,13 .20 .22 .90<br />
Von Freunden umarmt werden 4,59 0,92 .63 .54 .89<br />
Freunde für Erledigungen bitten können 4,71 0,85 .71 .64 .88<br />
Zu jemandem gehen können 4,67 0,93 .70 .67 .88<br />
Sich oft als Außenseiter fühlen* 4,52 1,00 .32 .30 .89<br />
Menschen haben, die Leid und Freude teilen 4,65 0,92 .70 .66 .88<br />
Ausgelassensein können 4,58 0,94 .71 .63 .88<br />
Sich bei vertrauter Person wohl fühlen 4,71 0,87 .64 .55 .89<br />
Hilfe bekommen können 4,47 1,04 .63 .66 .89<br />
Menschen haben, die zu mir halten 4,61 0,81 .61 .53 .89<br />
Sich mehr Nähe wünschen* 3,95 1,53 .21 .22 .90<br />
Gutes Verhältnis zu Menschen haben 4,55 0,90 .65 .69 .89<br />
Zugehörigkeitsgefühl zu Gemeinschaft 3,98 1,46 .45 .54 .89<br />
Tips durch Freunde erhalten 4,24 1,14 .44 .45 .89<br />
Seine Gefühle zeigen können 4,34 1,22 .59 .48 .89 .91<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Reliabilitätsanalyse“<br />
1) MW = Mittelwert, s = Standardabweichung, r 2 = quadrierte multiple Korrelation,<br />
r it-i = Trennschärfe, α id = Alpha bei gelöschtem Item<br />
2) SOZU-K-22 = Soziale Unterstützung (trifft nicht zu = 1 bis trifft genau zu = 5: Items 4, 8, 12, 18 sind<br />
invertiert und mit * gekennzeichnet)<br />
47
5.5 Zynismus<br />
Aufgrund einer uneinheitlichen empirischen Befundlage war es ein weiteres Ziel <strong>der</strong><br />
vorliegenden Studie, die prädiktive Bedeutung von Hostilität/Zynismus bei kardiologischen<br />
Erkrankungen für den Rehabilitationsausgang zu untersuchen. Bei <strong>der</strong> Konstruktion <strong>der</strong><br />
Zynismus-Skala wurde versucht, auf einen vorhanden Itempool zurückzugreifen und<br />
zusätzlich zur Verbesserung <strong>der</strong> Validität neue Items zu entwickeln.<br />
Die Grundlage für die Zynismus-Skala bildete die Untersuchung von Mittag et al. (1997), die<br />
die deutschsprachige Version <strong>der</strong> Cook-Medley Hostility Scale (Ho-Skala) an 108 Patienten<br />
und Patientinnen verschiedener Krankheitsbil<strong>der</strong> (KHK, Tumor, Rücken) zweier<br />
Rehabilitationskliniken und an 46 gesunden Kontrollpersonen im Hinblick auf ihre<br />
teststatistischen Gütekriterien überprüften. Dabei konnten die Autoren u.a. mittels<br />
Faktorenanalyse die zwei Subskalen „Zynismus“ und „Paranoide Entfremdung“ bestätigen.<br />
Auch gelang den Autoren eine Gruppendifferenzierung zwischen gesunden Probanden und<br />
Koronarpatienten vor allem mittels <strong>der</strong> Zynismus-Skala (Mittag et al., 1997). In einer eigenen<br />
Vorauswahl wurden zur Ökonomisierung und Verbesserung <strong>der</strong> Aussagekraft diejenigen<br />
Items <strong>der</strong> Ho-Skala selegiert, die in <strong>der</strong> Studie von Mittag et al. (1997) Ladungen von a ij ≥.50<br />
auf dem Zynismus-Faktor o<strong>der</strong> aber Ladungen von a ij ≥.40 und Trennschärfekoeffizienten von<br />
r it-i ≥.40 aufwiesen. Zur Bildung <strong>der</strong> vorläufigen Zynismusskala wurden 11, auf diese Weise<br />
selegierte Items außerdem durch 9 zusätzliche Zynismus-Items ergänzt, die mit Hilfe von<br />
Expertenbefragungen entwickelt wurden und zu einer Verbesserung <strong>der</strong> Validität <strong>der</strong> Skala<br />
beitragen sollten. Zur Vergrößerung <strong>der</strong> Varianz <strong>der</strong> Antworten wurden zusätzlich die in <strong>der</strong><br />
ursprünglichen Fassung als dichotom konstruierten Items mit einer 5-stufigen Ratingskala<br />
versehen, auf <strong>der</strong> die Probanden das Ausmaß ihrer Zustimmung zu den in den Items<br />
formulierten Aussagen angeben sollten.<br />
Faktorenanalysen <strong>der</strong> 20 Items <strong>der</strong> Zynismusskala legten nach Scree-Test und inhaltlicher<br />
Interpretationsfähigkeit eine 3-Faktorenlösung nahe. Berücksichtigt wurden dabei Items, die<br />
auf den jeweiligen Faktoren Ladungen von a ij ≥.50 aufwiesen. In Tabelle 5.5.1 sind die<br />
Faktorladungen für a ij ≥.50 nach Varimax-Rotation dargestellt, wobei die drei extrahierten<br />
Faktoren 50,4 % <strong>der</strong> Gesamtvarianz erklären.<br />
48
Tab. 5.5.1: Faktorenanalyse <strong>der</strong> Zynismus-Items<br />
Items (gekürzt)<br />
(n=224)<br />
Faktorladungen*<br />
(hier: Ladung ≥ .50)<br />
F1 F2 F3 h 2<br />
1. Leute übertreiben Missgeschick .73 .59<br />
2. Leute lügen wegen <strong>der</strong> Vorteile .86 .79<br />
3. Leute sind aus Angst ehrlich .70 .57<br />
4. Leute greifen zu unfairen Mitteln .78 .70<br />
5. Leute haben versteckte Gründe, Gutes zu tun .62 .50<br />
6. Es ist sicherer, niemandem zu trauen .42<br />
7. Leute haben aus Nützlichkeit Freunde .69 .52<br />
8. Leuten wi<strong>der</strong>strebt es innerlich zu helfen .67 .53<br />
9. Vorsichtig sein bei unerwartet freundl. Leuten .62 .48<br />
10. Tüchtige können nicht mehr als man selbst .30<br />
11. Viele haben schlechtes sexuelles Verhalten .37<br />
12. Menschen wollen doch betrogen werden .65 .45<br />
13. Der Ehrliche ist meistens <strong>der</strong> Dumme .74 .58<br />
14. Wer hilft, erwartet eine Gegenleistung .58 .51<br />
15. Hinter Selbstlosigkeit steckt häufig Egoismus .62 .59<br />
16. Politiker interessieren sich nur für Macht .55 .44<br />
17. Hinter Mitleid steckt oft Geringschätzung .55 .55<br />
18. Wenn jemand etwas Nettes sagt, will er etwas .58 .54 .62<br />
19. In <strong>der</strong> Not suchen die meisten Freunde das Weite .51 .36<br />
20. Riskante Fahrer sind beim Unfall selbst Schuld .22<br />
Prozent ausgeschöpfter Varianz 17,97 16,63 15,77<br />
*SPSS-Programm Faktor, Varimax-Rotation. 3 Faktorenlösungen, Varianzaufklärung 50,4 %.<br />
Die Faktoren wurden aufgrund inhaltlicher Überlegungen als „Zynismus“ (Items 13-15, 17,<br />
18), „Amoralischer Opportunismus“ (Items 1-4) und „Zweifel an Altruismus“ (Items 5, 7-9)<br />
benannt. Die Items 12, 16 und 19 wurden aufgrund ihrer Verteilungsschiefe nicht<br />
berücksichtigt.<br />
Wie Tabelle 5.5.2 zeigt, können die Reliabilitäten <strong>der</strong> drei Subskalen als gut bis<br />
zufriedenstellend bezeichnet werden (Zynismus: α=.83; Zweifel an Altruismus: α=.75;<br />
49
Amoralischer Opportunismus: α=.83). Die Trennschärfen aller Items liegen über r it-i = .48 und<br />
damit in einem guten Bereich.<br />
Tab. 5.5.2: Itemanalysen für die Zynismusskalen (n=224)<br />
Scores 2)<br />
Items (gekürzt)<br />
Itemkennwerte 1)<br />
MW s r it-i r 2 α id bach´s<br />
Cron-<br />
α<br />
Der Ehrliche ist meistens <strong>der</strong> Dumme 2,98 1,23 .49 .27 .83<br />
ZYN1<br />
Wer hilft, erwartet Gegenleistung 2,28 1,00 .65 .46 .78<br />
Hinter Selbstlosigkeit steckt häufig Egoismus 2,55 1,09 .69 .50 .76<br />
Hinter Mitleid steckt oft Geringschätzung 2,39 1,02 .63 .44 .78<br />
Wenn jemand etwas Nettes sagt, will er etwas 2,38 1,06 .64 .44 .78 .83<br />
Leute haben versteckte Gründe, Gutes zu tun 2,33 1,07 .53 .28 .70<br />
ZYN2<br />
ZYN3<br />
Leute haben aus Nützlichkeit Freunde 2,46 1,00 .56 .32 .69<br />
Leuten wi<strong>der</strong>strebt es innerlich zu helfen 2,55 0,95 .56 .32 .69<br />
Vorsichtig sein bei unerwartet freundlichen<br />
Leuten<br />
2,65 1,08 .54 .29 .70 .75<br />
Leute übertreiben Missgeschick 2,94 1,02 .59 .39 .82<br />
Leute lügen wegen <strong>der</strong> Vorteile 3,16 1,11 .78 .62 .73<br />
Leute sind aus Angst ehrlich 2,94 1,11 .56 .33 .83<br />
Leute greifen zu unfairen Mitteln 3,01 1,13 .72 .56 .76 .83<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Reliabilitätsanalyse“<br />
1) MW = Mittelwert, s = Standardabweichung, r 2 = quadrierte multiple Korrelation,<br />
r it-i = Trennschärfe, α id = Alpha bei gelöschtem Item<br />
2)<br />
ZYN1 = Zynismus, ZYN2 = Zweifel an Altruismus,<br />
ZYN3 = Amoralischer Opportunismus<br />
Alle drei Zynismusskalen weisen untereinan<strong>der</strong> z.T. beträchtliche Korrelationen auf, am<br />
höchsten zwischen „Zynismus“ und „Zweifel an Altruismus“ (r = .65) (Tab. 5.5.3).<br />
Tab. 5.5.3: Korrelationen <strong>der</strong> Zynismusskalen (n=224)<br />
Zynismus Zweifel an Altruismus<br />
Zweifel an Altruismus .65***<br />
Amoralischer<br />
Opportunismus<br />
.45*** .54***<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur "Korrelation": Pearson r, p ≤.001**<br />
50
5.6 Angst, Depression und Somatisierung (BSI)<br />
Die internen Konsistenzen <strong>der</strong> BSI-Skalen können als gut bis sehr gut bezeichnet werden<br />
(Cronbach´s α für Angstskala .88, für Depressionsskala .87, und für Somatisierungsskala .79)<br />
(Tab. 5.6). Die Trennschärfen <strong>der</strong> Items liegen meist über r it-i = .40 und damit in einem guten<br />
Bereich.<br />
Dargestellt sind hier die itemstandardisierten Skalenbildungen analog zu den an<strong>der</strong>en<br />
Instrumenten (Skalenwerte 1 (überhaupt nicht) bis 5 (sehr stark); Summe durch Anzahl<br />
vorhandener Items dividiert, zulässige Missing Data < 20%; Vorteil geringerer Anfälligkeit<br />
gegenüber Missing Data). Für den Vergleich mit den Normen wird die einfachere<br />
Summenwertbildung dargestellt.<br />
Tab. 5.6: Itemanalysen für die Skalen „Angst“, „Depression“ und „Somatisierung“ (BSI)<br />
(n = 224)<br />
Scores<br />
Angst<br />
Depression<br />
Somatisierung<br />
Items (gekürzt)<br />
Itemkennwerte 1)<br />
MW s r it-i r 2 α id bach´s<br />
Cron-<br />
α<br />
Nervosität o<strong>der</strong> innerem Zittern 1,79 1,04 .69 .52 .86<br />
Plötzliches Erschrecken ohne Grund 1,46 0,80 .71 .56 .85<br />
Furchtsamkeit 1,43 072 .79 .66 .84<br />
Gefühl, Gespannt o<strong>der</strong> aufgeregt sein 2,01 0,99 .69 .49 .85<br />
Schreck- o<strong>der</strong> Panikanfälle 1,27 0,69 .59 .43 .87<br />
Starke Ruhelosigkeit (nicht stillsitzen) 1,67 0,97 .69 .49 .85 .88<br />
Gedanken, sich das Leben zu nehmen 1,07 0,32 .45 .24 .88<br />
Einsamkeitsgefühle 1,48 0,72 .58 .37 .85<br />
Schwermut 1,28 0,65 .76 .60 .82<br />
Dem Gefühl, sich für nichts zu interessieren 1,41 0,75 .74 .57 .82<br />
Hoffnungslosigkeit angesichts <strong>der</strong> Zukunft 1,49 0,91 .78 .70 .82<br />
Dem Gefühl, wertlos zu sein 1,37 0,80 .71 .62 .83 .87<br />
Ohnmachts- o<strong>der</strong> Schwindelanfälle 1,24 0,57 .40 .26 .78<br />
Herz- o<strong>der</strong> Brustschmerzen 1,94 0,91 .50 .28 .76<br />
Übelkeit o<strong>der</strong> Magenverstimmung 1,36 0,68 .44 .25 .77<br />
Schwierigkeiten beim Atmen 1,78 0,95 .57 .39 .75<br />
Hitzewallungen o<strong>der</strong> Kälteschauer 1,40 0,82 .53 .39 .75<br />
Taubheit o<strong>der</strong> Kribbeln in Körperteilen 1,94 1,05 .52 .36 .76<br />
Schwächegefühl in einzelnen Körperteilen 1,80 0,94 .65 .50 .73 .79<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Reliabilitätsanalyse“<br />
1) MW = Mittelwert, s = Standardabweichung, r 2 = quadrierte multiple Korrelation,<br />
r it-i = Trennschärfe, α id = Alpha bei gelöschtem Item<br />
51
5.7 Lebens- und Behandlungszufriedenheit<br />
Die Reliabilitäten <strong>der</strong> LZI-Skala zur Lebenszufriedenheit und <strong>der</strong> BZI-Skala zur<br />
Behandlungszufriedenheit haben ein Cronbach´s α von .91 bzw. 93 und können damit als gut<br />
bezeichnet werden (Tab. 5.7.1 und Tab. 5.7.2). Ebenfalls gut sind die Trennschärfen<br />
(mindestens über r it-i = .41). Bei einigen Items zeigen sich allerdings Deckeneffekte<br />
(„Zufriedenheit mit Familienleben“, „Verhältnis zu den Kin<strong>der</strong>n“, „Medizinische<br />
Behandlung“ und „Können <strong>der</strong> Ärzte“).<br />
Tab. 5.7.1: Itemanalyse für Lebenszufriedenheit (LZI) (n = 224)<br />
Score<br />
Items<br />
Itemkennwerte 1)<br />
MW s r it-i r 2 α id bach´s<br />
Cron-<br />
α<br />
Gesundheit 3,65 0,95 .65 .69 .90<br />
Körperliche Verfassung 3,64 0,93 .69 .72 .90<br />
Geistige Verfassung 3,98 0,94 .76 .71 .90<br />
Stimmung 3,87 0,99 .70 .67 .90<br />
Aussehen 3,72 0,93 .67 .67 .90<br />
Lebenszufriedenheit<br />
Fähigkeiten 3,76 0,83 .65 .66 .90<br />
Charakter 4,01 0,80 .67 .56 .90<br />
Berufliche Situation 3,68 1,21 .56 .53 .91<br />
Finanzielle Lage 3,72 1,16 .49 .44 .91<br />
Ehe/ Partnerschaft 4,50 0,87 .52 .51 .91<br />
Sexualleben 3,48 1,19 .51 .35 .91<br />
Freizeitgestaltung 3,56 0,97 .61 .53 .90<br />
Zufriedenheit mit Familienleben 4,34 0,94 .59 .62 .90<br />
Verhältnis zu den Kin<strong>der</strong>n 4,50 0,80 .39 .40 .91<br />
Leben insgesamt 4,25 0,84 .73 .61 .90 .91<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Reliabilitätsanalyse“<br />
1) MW = Mittelwert, s = Standardabweichung, r 2 = quadrierte multiple Korrelation,<br />
r it-i = Trennschärfe, α id = Alpha bei gelöschtem Item<br />
52
Tab. 5.7.2: Itemanalyse für Behandlungszufriedenheit (BZI) (n = 224)<br />
Score<br />
Item<br />
Itemkennwerte 1)<br />
MW s r it-i r 2 α id bach´s<br />
Cron-<br />
α<br />
Medizinische Behandlung 4,50 0,69 .71 .66 .92<br />
Menschliche Betreuung 4,24 0,86 .75 .64 .92<br />
Organisation <strong>der</strong> Pflege 4,09 0,84 .76 .69 .92<br />
Qualität des Essens 3,95 1,03 .56 .35 .93<br />
Behandlungszufriedenheit<br />
Engagement <strong>der</strong> Ärzte 4,38 0,76 .77 .76 .92<br />
Können <strong>der</strong> Ärzte 4,44 0,72 .69 .76 .93<br />
Engagement des Personals 4,22 0,82 .79 .70 .92<br />
Aufklärung/ Information 4,10 0,89 .65 .49 .93<br />
Stationsatmosphäre 4,02 0,85 .74 .59 .92<br />
Kontakt zu den Mitpatienten 3,98 0,80 .45 .36 .93<br />
Umgangston 4,10 0,80 .67 .64 .93<br />
Gewissenhaftigkeit <strong>der</strong> Arbeit 4,22 0,77 .79 .70 .92<br />
Wirksamkeit <strong>der</strong> Behandlung 4,30 0,76 .68 .60 .93 .93<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Reliabilitätsanalyse“<br />
1) MW = Mittelwert, s = Standardabweichung, r 2 = quadrierte multiple Korrelation, r it-i = Trennschärfe,<br />
α id = Alpha bei gelöschtem Item<br />
5.8 Subjektive Gesundheit, Lebensqualität und Reha-Status<br />
Die nachfolgende Tabelle 5.8.1 enthält die Itemanalysen für den Reha-Status gemessen mit<br />
dem IRES-MIN. Die Variable „Anzahl <strong>der</strong> Risikofaktoren“ wurde gebildet, um ein Maß für<br />
die Gefährdung durch die Risikofaktoren zu erhalten. Die Gesamtsskala besitzt eine gute<br />
Reliabilität (Cronbach´s α = .87). Die Trennschärfen <strong>der</strong> beiden Items „Anzahl <strong>der</strong><br />
Risikofaktoren“ und „Hilfe durch Bezugspersonen“ sind allerdings sehr niedrig.<br />
53
Tab. 5.8.1: Itemanalysen für den Reha-Status (IRES-MIN) (n = 129)<br />
Score<br />
Items (gekürzt)<br />
Itemkennwerte 1)<br />
MW s r it-i r 2 α id bach´s<br />
Cron-<br />
α<br />
Gesundheitszustand 2,98 0,83 .62 .49 .79<br />
Risikofaktoren 2,67 1,26 .26 .14 .88<br />
Häufigkeit von Schmerzen 2,52 1,28 .59 .61 .79<br />
Stärke <strong>der</strong> Schmerzen 2,58 0,97 .57 .58 .79<br />
Reha-Status<br />
Selbsteinschätzung <strong>der</strong> Behin<strong>der</strong>ung 2,15 0,69 .60 .44 .80<br />
Erschöpfung 1,85 0,76 .68 .65 .79<br />
Unruhe/ Abgespanntheit 2,05 0,78 .69 .58 .79<br />
Gefühl einer „leeren Batterie“ 1,86 0,85 .69 .64 .79<br />
Hilfe durch Bezugspersonen 3,58 0,66 .09 .13 .83<br />
Sorgen, weniger zu verdienen 1,71 0,94 .63 .68 .79<br />
Sorgen, arbeitslos zu werden 1,65 0,99 .65 .72 .78<br />
Sorgen, vorzeitig berentet zu werden 1,63 0,88 .64 .68 .79 .87<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Reliabilitätsanalyse“<br />
1) MW = Mittelwert, s = Standardabweichung, r 2 = quadrierte multiple Korrelation, r it-i = Trennschärfe,<br />
α id = Alpha bei gelöschtem Item<br />
Es bestehen außerdem signifikante positive Korrelationen zwischen dem Gesamtskalenwert<br />
des IRES-MIN und den beiden Summenwerten für „Körperliche Gesundheit“ und<br />
„Psychische Gesundheit“ (Tab. 5.8.2). Auch die beiden SF12-Skalen weisen mit r = .51 einen<br />
beträchtlichen Zusammenhang auf.<br />
Tab. 5.8.2: Korrelationen zwischen IRES-MINgesamt und SF12-Skalen (n = 181)<br />
Psychische<br />
Gesundheit (SF-12)<br />
Körperliche<br />
Gesundheit (SF-12)<br />
IRES-MINgesamt<br />
.61***<br />
Psychische<br />
Gesundheit<br />
(SF-12)<br />
.58*** .51***<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Korrelation“: Pearson r, p ≤.001**<br />
54
5.9 Summenskalen im Überblick<br />
Die nachfolgende Tabelle 5.9 stellt eine Liste aller Item-Charakteristiken mit den<br />
entsprechenden Reliabilitäten (Cronbach's α) zu den einzelnen Skalen im Überblick dar.<br />
Tab. 5.9: Liste aller Scores und Charakteristika <strong>der</strong> verwendeten Skalen (n = 224)<br />
Scores<br />
n<br />
items<br />
MW s Min Max<br />
Cronbach's<br />
α<br />
FKV1 (Depressive Verarbeitung) 5 1,56 0,63 1,00 3,75 .72<br />
FKV2 (Aktives problemorientiertes Coping) 5 3,60 0,80 1,40 5,00 .72<br />
FKV3 (Ablenkung u. Selbstaufbau) 5 2,94 0,89 1,00 5,00 .78<br />
FKV4 (Religiosität u. Sinnsuche) 5 2,44 0,80 1,00 4,40 .62<br />
FKV5 (Bagatellisierung u. Wunschdenken) 3 1,88 0,10 1,78 1,95 .66<br />
FKV (gesamt) 35 2,49 0,89 1,14 4,24 .81<br />
TSK1 (Rumination) 9 2,98 0,90 1,00 5,00 .78<br />
TSK2 (Suche nach sozialer Einbindung) 9 3,50 0,77 1,33 5,22 .74<br />
TSK3 (Bedrohungsabwehr) 8 4,73 0,68 1,63 6,00 .77<br />
TSK4 (Suche nach Information) 8 3,38 0,89 1,25 5,25 .80<br />
TSK5 (Suche nach Halt in <strong>der</strong> Religion) 3 2,51 1,36 1,00 6,00 .81<br />
BSI (Angst) 6 1,61 0,69 1,00 4,17 .88<br />
BSI (Depression) 6 1,35 0,55 1,00 4,00 .87<br />
BSI (Somatisierung) 7 1,63 0,56 1,00 4,71 .79<br />
SOZU-K-22 (Soziale Unterstützung) 22 4,47 0,59 1,73 5,00 .91<br />
GEK (Generalisierte Kompetenzerwartung) 10 2,73 0,57 1,00 3,70 .91<br />
EKO (Erkrank. Kontrollüberzeugungen) 9 3,64 0,55 1,78 5,00 .70<br />
Zyn 1 (Zynismus) 5 2,50 0,83 1,00 5,00 .83<br />
Zyn 2 (Zweifel an Altruismus) 4 2,50 0,77 1,00 5,00 .75<br />
Zyn 3 (Amoralischer Opportunismus) 4 3,00 0,89 1,00 4,75 .83<br />
BZI (gesamt) 13 4,25 0,61 1,00 5,00 .93<br />
LZI (gesamt) 15 3,91 0,62 1,13 5,00 .91<br />
IRES-MIN 11 6,85 1,46 2,34 9,50 .88<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Reliabilitätsanalyse“<br />
55
5.10 Korrelationen <strong>der</strong> Coping-Skalen untereinan<strong>der</strong> und mit Adaptivitätskriterien<br />
Zunächst wurden die Skalen <strong>der</strong> beiden Coping-Inventare korreliert, um mögliche<br />
Übereinstimmungen bzw. Redundanzen zwischen FKV und TSK im Hinblick auf die spätere<br />
Variablenreduktion festzustellen (Tab. 5.10.1). Dabei zeigen sich vor allem signifikante<br />
Korrelationen zwischen <strong>der</strong> depressiven Verarbeitung bzw. Bagatellisieren und Rumination<br />
(jeweils r = .45), Ablenkung und Bedrohungsabwehr (r = .40) sowie zwischen den beiden<br />
Religiositäts-bezogenen Coping-Skalen (r = .59).<br />
Tab. 5.10.1: Interkorrelationen zwischen FKV-Skalen und TSK-Skalen (n = 224)<br />
TSK-Skalen<br />
Suche nach<br />
Suche nach<br />
Bedrohungsabwehr<br />
Information<br />
Suche nach<br />
Rumination sozialer<br />
Halt in <strong>der</strong><br />
FKV-Skalen<br />
Einbindung<br />
Religion<br />
Depressive<br />
Verarbeitung<br />
.45*** .25***<br />
Problemorientiertes<br />
Coping<br />
.37*** .30*** .27***<br />
Ablenkung /<br />
Selbstaufbau<br />
.29*** .38*** .40*** .29***<br />
Religiosität .33*** .18* .31*** .21** .59***<br />
Bagatellisieren .45*** .16* .24*** .16*<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Korrelation“; Pearson r *** p ≤.001, ** p ≤.01, p * ≤.05, nur signifikante<br />
Koeffizienten dargestellt<br />
In Bezug auf die Adaptivität von Coping zeigte sich, dass zwischen Depression und<br />
depressiver Verarbeitung bzw. Rumination erwartungsgemäß hohe Interkorrelationen<br />
bestehen, die sich allerdings auf das bekannte Konfundierungsproblem zwischen Kriterium<br />
und Prädiktor zurückführen lassen (Tab. 5.10.2; Tab. 5.10.3). Ebenfalls korrelieren depressive<br />
Verarbeitung, Bagatellisieren und Rumination signifikant negativ mit dem Gesundheitsstatus.<br />
Die körperliche Gesundheit, gemessen mit dem SF-12 als Kriterium, weist dagegen kaum<br />
signifikante Beziehungen zu den Prädiktoren auf (Tab. 5.10.3).<br />
56
Tab. 5.10.2: Korrelative Zusammenhänge von Coping, Hostilität und Selbstwirksamkeit<br />
mit psychosozialen Zielkriterien (n = 224)<br />
Angst<br />
(BSI)<br />
Depression<br />
(BSI)<br />
Zielkriterien<br />
Somatisierung<br />
(BSI)<br />
Behandl.-<br />
zufried.<br />
Lebenszufried.<br />
FKV<br />
1. Depress. Verarbeitung .44*** .57*** .34*** -.25*** -.51***<br />
2. Problemorient. Coping -.20** .22** .27***<br />
3. Ablenkung/Selbstaufbau .16*<br />
4. Religiosität/Sinnsuche .23** .21** .25***<br />
5. Bagatellisieren .32*** .37*** .33*** -.15* -.34***<br />
TSK<br />
1. Rumination .43*** .42*** .34*** -.17* -.29***<br />
2. Suche nach soz. Einbindung .19** .21**<br />
3. Bedrohungsabwehr .42*** .32***<br />
4. Suche nach Information .32*** .26*** .26***<br />
5. Suche nach Halt in <strong>der</strong><br />
.20**<br />
Religion<br />
Hostilität/Zynismus<br />
1. Zynismus .23*** .21** -.17*<br />
2. Zweifel an Altruismus .15*<br />
3. Amoralischer Opportunismus<br />
GEK<br />
-.22** -.31*** .17* .32***<br />
Selbstwirksamkeit<br />
SOZU-K-22<br />
Soziale Unterstützung<br />
-.21** -.33*** .36*** .49***<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Korrelation“: Pearson r (p ≤.05*, p ≤.01**, p ≤.001***); nur signifikante<br />
Koeffizienten dargestellt<br />
57
Tab. 5.10.3: Korrelative Zusammenhänge von Coping, Hostilität und Selbstwirksamkeit<br />
mit dem Reha-Status und psychischen bzw. körperlichen Gesundheit<br />
(n = 224)<br />
Reha-Status<br />
(IRES-MIN)<br />
Körperliche<br />
Gesundheit<br />
(SF-12)<br />
Psychische<br />
Gesundheit<br />
(SF-12)<br />
FKV<br />
1. Depressive Verarbeitung -.47*** -.49***<br />
2. Problemorientiertes Coping .16* .30***<br />
3. Ablenkung/Selbstaufbau<br />
4. Religiosität/Sinnsuche<br />
5. Bagatellisieren -.36*** -.33***<br />
TSK<br />
1. Rumination -.34*** -.40***<br />
2. Suche nach sozialer Einbindung<br />
3. Bedrohungsabwehr<br />
4. Suche nach Information -.24*** -.20**<br />
5. Suche nach Halt in <strong>der</strong> Religion -.17*<br />
Hostilität/Zynismus<br />
1. Zynismus -.27*** -.17* -.18*<br />
2. Zweifel an Altruismus -.17*<br />
3. Amoralischer Opportunismus -.15*<br />
GEK<br />
.28*** .27***<br />
Selbstwirksamkeit<br />
SOZU-K-22<br />
Soziale Unterstützung<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Korrelation“: Pearson r (p ≤.05*, p ≤.01**, p ≤.001***); nur signifikante<br />
Koeffizienten dargestellt<br />
58
5.11 „Prädiktion“ von Zielkriterien <strong>der</strong> Rehabilitation mittels multipler Regression<br />
Zur „Vorhersage“ des Reha-Status (IRES-MIN) leisten im multivariaten Modell depressive<br />
Verarbeitung, Rumination, Zynismus und Selbstwirksamkeit einen signifikanten<br />
Erklärungsbeitrag. Medizinische Basisdaten spielen dagegen keine Rolle (Tab. 5.11.1).<br />
Tab. 5.11.1: Ergebnisse <strong>der</strong> multiplen Regression zum Reha-Status (IRES-MIN) (n = 224)<br />
UV B SE Beta T Signifikanz<br />
1. Depressive Verarbeitung -0,68 0,22 -.29 -3,13 .002<br />
2. Rumination -0,39 0,16 -.22 -2,44 .02<br />
3. Zynismus -0,51 0,20 -.21 -2,62 .01<br />
4. Selbstwirksamkeit 0,50 0,21 .19 2,38 .02<br />
In Bezug auf die psychische Gesundheit (SF-12) leisten nur die depressive Verarbeitung,<br />
Selbstwirksamkeitserwartungen und <strong>der</strong> Zynismus einen signifikanten Erklärungsbeitrag in<br />
<strong>der</strong> erwarteten Richtung (Tab. 5.11.2).<br />
Tab. 5.11.2: Ergebnisse <strong>der</strong> multiplen Regression zur psychischen Gesundheit (SF-12)<br />
(n = 224)<br />
UV B SE Beta T Signifikanz<br />
1. Depressive Verarbeitung -7,21 1,41 -.41 -5,11 .0001<br />
2. Selbstwirksamkeit 5,43 1,54 .27 3,52 .001<br />
Korrelationskoeffizient<br />
Modell<br />
Bestimmtheitsmaß F p<br />
R = .61 R 2 = .37 16,15 .0001<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression, Einstellung 'schrittweise'<br />
Kriterium: Gesamtsumme Reha-Status (IRES-MIN)<br />
Ausgeschlossene Variablen: Alter, Erkrankungsdauer, max. Ergometerleistung, soziale Unterstützung,<br />
problemorientiertes Coping, Bagatellisieren, Suche nach sozialer Einbindung<br />
3. Zynismus -4,32 1,42 -.24 -3,05 .003<br />
Korrelationskoeffizient<br />
Modell<br />
Bestimmtheitsmaß F p<br />
R = .63 R 2 = .39 22,96 .0001<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression, Einstellung 'schrittweise'<br />
Kriterium: Psychische Gesundheit (SF-12)<br />
Ausgeschlossene Variablen: Alter, Erkrankungsdauer, max. Ergometerleistung, soziale Unterstützung,<br />
problemorientiertes Coping, Bagatellisieren, Rumination, Suche nach sozialer Einbindung<br />
Die Skala „Körperliche Gesundheit“ des SF-12 wird lediglich durch die maximale<br />
Ergometerleistung bestimmt (Tab. 5.11.3).<br />
59
Tab. 5.11.3: Ergebnisse <strong>der</strong> multiplen Regression zur körperlichen Gesundheit (SF-12)<br />
(n = 224)<br />
UV B SE Beta T Signifikanz<br />
Max. Ergometerleistung 0,07 0,02 .38 4,36 .0001<br />
Modell<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression, Einstellung 'schrittweise'<br />
Kriterium: Körperliche Gesundheit (SF-12)<br />
Ausgeschlossene Variablen: Alter, Erkrankungsdauer, depressive Verarbeitung, problemorientiertes Coping,<br />
soziale Unterstützung, Bagatellisieren, Rumination, Suche nach sozialer Einbindung, Selbstwirksamkeit,<br />
Zynismus<br />
Multivariat zeigt sich, dass beson<strong>der</strong>s diejenigen Patienten mit ihrem Leben zufrieden sind,<br />
die wenig depressiv verarbeiten, von ihren Kompetenzen überzeugt, weniger zynisch und älter<br />
sind und sich aktiv mit ihrer Erkrankung auseinan<strong>der</strong>setzen (Tab. 5.11.4). Die<br />
Varianzaufklärung beträgt damit insgesamt 51%.<br />
Tab. 5.11.4: Ergebnisse <strong>der</strong> multiplen Regression zur Gesamtlebenszufriedenheit (LZI)<br />
(n = 224)<br />
UV B SE Beta T Signifikanz<br />
1. Depressive Verarbeitung -0,33 0,07 -.34 -4,56 .0001<br />
2. Selbstwirksamkeit 0,26 0,08 .25 3,30 .001<br />
3. Zynismus -0,23 0,07 -.23 -3,22 .002<br />
4. Alter 0,02 0,01 .27 3,69 .0001<br />
Korrelationskoeffizient<br />
Bestimmtheitsmaß F p<br />
R = .37 R 2 = .14 18,97 .0001<br />
5. Aktives Coping 0,13 0,06 .16 2,21 .03<br />
Korrelationskoeffizient<br />
Modell<br />
Bestimmtheitsmaß F p<br />
R = .71 R 2 = .51 22,21 .0001<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression, Einstellung 'schrittweise'<br />
Kriterium: Gesamtlebenszufriedenheit (LZI)<br />
Ausgeschlossene Variablen: Erkrankungsdauer, max. Ergometerleistung, soziale Unterstützung, Bagatellisieren,<br />
Rumination, Suche nach sozialer Einbindung<br />
Zur „Vorhersage“ <strong>der</strong> Angst leisten die Coping-Skalen „Rumination“ und „depressive<br />
Verarbeitung“ signifikante Varianzaufklärung (Tab. 5.11.5).<br />
60
Tab. 5.11.5: Ergebnisse <strong>der</strong> multiplen Regression zur Angst (BSI) (n = 224)<br />
Aktuell depressivere Patienten zeigen eine depressive Verarbeitung, sind zynischer, grübeln<br />
viel, suchen seltener nach sozialer Unterstützung und haben ein höheres Alter (Tab. 5.11.6).<br />
Tab. 5.11.6: Ergebnisse <strong>der</strong> multiplen Regression zur Depression (BSI) (n = 224)<br />
UV B SE Beta T Signifikanz<br />
1. Depressive Verarbeitung 0,32 0,07 .35 4,38 .0001<br />
2. Zynismus 0,19 0,06 .21 2,99 .003<br />
3. Rumination 0,22 0,06 .33 3,94 .0001<br />
4. Suche nach sozialer<br />
Einbindung<br />
-0,18 0,05 -.25 -3,45 .001<br />
5. Alter -0,09 0,01 -.17 -2,43 .02<br />
UV B SE Beta T Signifikanz<br />
1. Rumination 0,29 0,07 .35 3,95 .0001<br />
2. Depressive Verarbeitung 0,35 0,10 .31 3,46 .001<br />
Korrelationskoeffizient<br />
Modell<br />
Bestimmtheitsmaß F p<br />
R = .58 R 2 = .34 29,11 .0001<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression, Einstellung 'schrittweise'<br />
Kriterium: Angst (BSI)<br />
Ausgeschlossene Variablen: Alter, Erkrankungsdauer, max. Ergometerleistung, soziale Unterstützung,<br />
problemorientiertes Coping, Bagatellisieren, Suche nach sozialer Einbindung, Zynismus, Selbstwirksamkeit<br />
Korrelationskoeffizient<br />
Modell<br />
Bestimmtheitsmaß F p<br />
R = .73 R 2 = .54 25,84 .0001<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression, Einstellung 'schrittweise'<br />
Kriterium: Depression (BSI)<br />
Ausgeschlossene Variablen: Erkrankungsdauer, max. Ergometerleistung, soziale Unterstützung,<br />
problemorientiertes Coping, Bagatellisieren<br />
61
Für die „Vorhersage“ <strong>der</strong> Somatisierung leisten Rumination, depressive Verarbeitung und<br />
Zynismus einen signifikanten Erklärungsbeitrag (Tab. 5.11.7).<br />
Tab. 5.11.7: Ergebnisse <strong>der</strong> multiplen Regression zur Somatisierung (BSI) (n = 224)<br />
UV B SE Beta T Signifikanz<br />
1. Rumination 0,24 0,06 .37 4,09 .0001<br />
2. Depressive Verarbeitung 0,21 0,08 .23 2,57 .01<br />
3. Zynismus 0,15 0,07 .17 2,09 .04<br />
Modell<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression, Einstellung 'schrittweise'<br />
Kriterium: Somatisierung (BSI)<br />
Ausgeschlossene Variablen: Alter, Erkrankungsdauer, max. Ergometerleistung, soziale Unterstützung,<br />
problemorientiertes Coping, Bagatellisieren, Suche nach sozialer Einbindung, Selbstwirksamkeit<br />
In Bezug auf die Behandlungszufriedenheit zeigt sich, dass ältere Patienten, die von einer<br />
guten sozialen Unterstützung berichten und sich aktiv mit <strong>der</strong> Erkrankung auseinan<strong>der</strong>setzen,<br />
insgesamt mit <strong>der</strong> Behandlung zufriedener sind (Tab. 5.11.8).<br />
Tab. 5.11.8: Multiple Regression <strong>der</strong> Behandlungszufriedenheit (BZI) (n = 224)<br />
UV B SE Beta T Signifikanz<br />
1. Alter 0,02 0,01 .33 3,89 .0001<br />
2. Soziale Unterstützung 0,37 0,13 .25 2,92 .004<br />
3. Aktives Coping 0,15 0,06 .19 2,28 .02<br />
Korrelationskoeffizient<br />
Bestimmtheitsmaß F p<br />
R = .60 R 2 = .36 21,28 .0001<br />
Korrelationskoeffizient<br />
Modell<br />
Bestimmtheitsmaß F p<br />
R = .47 R 2 = .22 10,80 .0001<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression, Einstellung 'schrittweise'<br />
Kriterium: Behandlungszufriedenheit (BZI)<br />
Ausgeschlossene Variablen: Erkrankungsdauer, max. Ergometerleistung, depressive Verarbeitung,<br />
Bagatellisieren, Rumination, Suche nach sozialer Einbindung, Zynismus, Selbstwirksamkeit<br />
5.12 Auswahl <strong>der</strong> Skalen und Items für den Längsschnitt<br />
Zu Beginn wurden für alle vorgegebenen Skalen itemstandardisierte Summenwerte berechnet.<br />
Anschließend wurden folgende Schritte zur Reduktion des Fragebogen-Pakets unternommen.<br />
Der FKV (35 Items) wurde komplett beibehalten, da er im Längsschnitt als<br />
Fremdeinschätzungsverfahren eingesetzt werden soll und da er Vergleichsmöglichkeiten mit<br />
an<strong>der</strong>en Studien im Forschungsverbund bietet. Als weitere Coping-Skalen wurde nur die TSK-<br />
62
Skala „Suche nach sozialer Einbindung“ (TSK-SS; 9 Items) auf <strong>der</strong> Grundlage von<br />
Interkorrelationsergebnissen des TSK mit dem FKV und inhaltlicher Redundanz mit dem FKV<br />
übernommen.<br />
Die Skala des GEK wurde auf die vier Items reduziert, die Trennschärfekoeffizienten von r it-i ≥.70<br />
aufwiesen. Alle Items des F-SOZU-K-22, <strong>der</strong> Lebens- und <strong>der</strong> Behandlungsufriedenheit wurden<br />
zunächst faktorisiert. Anschließend wurden die Items mit Faktorladungen von a ij ≥.50 auf den<br />
entsprechenden extrahierten Faktoren selegiert und Itemanalysen unterzogen. Die<br />
Faktorenanalyse <strong>der</strong> 22 Items des F-SOZU-K-22 ergab einen ausgeprägten Faktor „Soziale<br />
Unterstützung“ mit 10 Items. Die Korrelation des F-SOZU-K-22 mit <strong>der</strong> auf zehn Items<br />
verkürzten Version beträgt dabei r = .89 (p ≤ .0001, n = 185). Aus <strong>der</strong> Faktorisierung <strong>der</strong><br />
Behandlungszufriedenheitsitems resultierten <strong>der</strong> Faktor „Menschliche Zuwendung“ (6 Items ) und<br />
ein „Arzt- und Medizin-bezogener Faktor“ (4 Items). Für die Lebenszufriedenheit wurden die drei<br />
Skalen „Zufriedenheit mit <strong>der</strong> eigenen Person“ (7 Items), „Zufriedenheit mit dem Sozialleben“ (4<br />
Items) und „Zufriedenheit mit Beruf und Geld“ (2 Items) gebildet.<br />
Unverän<strong>der</strong>t blieben dagegen die Kurzversion des EKO (9 Items), <strong>der</strong> BSI (19 Items) wegen<br />
seiner Vergleichbarkeit und ökonomischen Erfassung von Angst, Depression und Somatisierung<br />
sowie die Anamnesedaten mit Angaben <strong>der</strong> Beschwerden (12 Items) und die<br />
soziodemographischen Daten (18 Items). Dem IRES-MIN (17 Items) wurde aufgrund seines<br />
breiten Einsatzbereiches im deutschen Rehabilitationswesen und <strong>der</strong> dadurch vorhandenen breiten<br />
Vergleichsdatenbasis <strong>der</strong> Vorzug gegenüber dem SF-12 gegeben.<br />
Tabelle 5.12 stellt die abschließende Liste aller Skalen mit den entsprechenden Reliabilitäten<br />
zusammen, die dann im Längsschnitt zum Einsatz kamen.<br />
63
Tab. 5.12: Liste aller Scores und Reliabilitäten <strong>der</strong> verwendeten Skalen für den Einsatz im<br />
Längsschnitt (n = 224)<br />
Scores<br />
n<br />
items<br />
MW s Min Max<br />
Cronbach‘s<br />
α<br />
FKV1 (Depressive Verarbeitung) 5 1,56 0,63 1,00 3,75 .72<br />
FKV2 (Aktives problemorientiertes Coping) 5 3,60 0,80 1,40 5,00 .72<br />
FKV3 (Ablenkung u. Selbstaufbau) 5 2,94 0,89 1,00 5,00 .78<br />
FKV4 (Religiosität u. Sinnsuche) 5 2,44 0,80 1,00 4,40 .62<br />
FKV5 (Bagatellisierung u. Wunschdenken) 3 1,88 0,10 1,78 1,95 .66<br />
TSK2 (Suche nach sozialer Einbindung) 9 3,50 0,77 1,33 5,22 .74<br />
BSI (Angst) 6 1,61 0,69 1,00 4,17 .88<br />
BSI (Depression) 6 1,35 0,55 1,00 4,00 .87<br />
BSI (Somatisierung) 7 1,63 0,56 1,00 4,71 .79<br />
SOZU-K-22 (Soziale Unterstützung) 10 4,58 0,70 1,00 5,00 .91<br />
GEK (Generalisierte Kompetenzerwartung) 4 2,82 0,74 1,00 4,00 .91<br />
EKO (Erkrank. Kontrollüberzeugungen) 9 3,64 0,55 1,78 5,00 .70<br />
Zyn 1 (Zynismus) 5 2,50 0,83 1,00 5,00 .83<br />
Zyn 2 (Zweifel an Altruismus) 4 2,50 0,77 1,00 5,00 .75<br />
Zyn 3 (Amoralischer Opportunismus) 4 3,00 0,89 1,00 4,75 .83<br />
BZI (gesamt) 13 4,25 0,61 1,00 5,00 .93<br />
BZI (Menschliche Zuwendung) 6 4,09 0,71 1,00 5,00 .90<br />
BZI (Arzt- und Medizinbezogener Faktor) 4 4,38 0,65 1,00 5,00 .89<br />
LZI (gesamt) 15 3,91 0,62 1,13 5,00 .91<br />
LZI (Zufriedenheit mit <strong>der</strong> eigenen Person) 7 3,81 0,73 1,00 5,00 .91<br />
LZI (Zufriedenheit mit dem Sozialleben) 4 3,91 0,78 1,00 5,00 .78<br />
LZI (Zufriedenheit mit Beruf und Geld) 2 3,68 1,04 1,00 5,00 .75<br />
IRES-MIN (Gesamt) 17 6,77 1,48 2,34 9,50 .87<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Reliabilitätsanalyse“<br />
64
6. Diskussion<br />
Die durchgeführte Literaturanalyse verdeutlicht Forschungsdefizite im Hinblick auf die<br />
Bedeutung und Erfassung von Krankheitsverarbeitungsprozessen in <strong>der</strong> kardiologischen<br />
Rehabilitation, vor allem bezüglich eines interventions- und rehabilitationszielorientierten<br />
Einsatzes von Coping-Erfassung. Die dargestellten Ergebnisse <strong>der</strong> Querschnittstudie an 224<br />
kardiologischen Rehabilitanden stimmen allerdings mit den empirischen Ergebnissen zum<br />
negativen Einfluss depressiver Krankheitsverarbeitungsprozesse auf Adaptation und den<br />
Rehabilitationserfolg bei kardiologischen Erkrankungen überein (Terry, 1992; Crumlish,<br />
1994; Garcia et al., 1994; Julkunen und Saarinen, 1994; Rogner et al., 1994; Titscher et al.,<br />
1996; Craney et al., 1997; Grossi et al., 1998; Van El<strong>der</strong>en et al.,1999; Ben-Zur et al., 2000;<br />
Murberg, 2001). Es zeigten sich sowohl bivariat als auch multivariat vor allem substantielle<br />
Zusammenhänge zwischen <strong>der</strong> depressiven Verarbeitung des FKV und Rumination <strong>der</strong> TSK<br />
einerseits und einem ungünstigen Reha-Ergebnis an<strong>der</strong>erseits.<br />
Weiterhin bilden die vorliegenden Ergebnisse <strong>der</strong> Querschittstudie eine informative<br />
Ausgangsdatenbasis mit breitem Themenspektrum (Krankheitserleben und -verarbeitung,<br />
Lebensqualität, Persönlichkeitsfaktoren, Behandlungszufriedenheit, Psychopathologie und<br />
soziale Situation) und mit einem breiten diagnostischen Spektrum kardiologischer<br />
Krankheitsbil<strong>der</strong>. Sie stellen damit eine gute Grundlage für die Reduzierung und<br />
Ökonomisierung des Untersuchungsansatzes ohne substantielle inhaltliche Einbußen dar. Im<br />
Rahmen <strong>der</strong> vorliegenden Querschnittstudie leistet das Projekt PW4 somit einen Beitrag für<br />
die Messmethodik. Die Ergebnisse ermöglichen den differenzierten Vergleich verschiedener<br />
Coping-Instrumente bezgl. ihres Nutzens für die Reha-Forschung. Im Hinblick auf<br />
testökonomische Fragestellungen können die Ergebnisse außerdem <strong>der</strong> Auswahl einzelner<br />
Skalen o<strong>der</strong> Items auf empirischer Basis dienen. Als weitere Forschungsdesi<strong>der</strong>ata lassen sich<br />
die Differenzierung zwischen Depression (Zustand) und depressiver Verarbeitung<br />
(funktioneller Aspekt) sowie eine weitere Untersuchung des Zusammenhangs zwischen<br />
Coping, Compliance und speziell Reha-Motivation ableiten. Die Querschnittstudie bildete die<br />
testmethodische Basis für die anschließend in Teil II und Teil III dieses Berichts dargestellten<br />
Längsschnittuntersuchungen mit drei bzw. vier Messzeitpunkten über den Verlauf <strong>der</strong><br />
kardiologischen Rehabilitation. Mittels des hier zusammengestellten Instrumentariums sollten<br />
wichtige psychosoziale und medizinische Prädiktoren für den Rehabilitationserfolg bei<br />
kardiologischen Patienten im Verlauf untersucht und identifiziert werden. Weitere<br />
differenzierte Aussagen über den längerfristigen Krankheits- und Rehabilitationsverlauf und<br />
die prädiktive Potenz von medizinischen und psychosozialen Ausgangsvariablen werden<br />
daher in Teil II und Teil III dieses Berichtes dargestellt.<br />
Die große Bedeutung <strong>der</strong> kardiologischen Rehabilitation und die Heterogenität kardialer<br />
Krankheitsbil<strong>der</strong> in <strong>der</strong> heutigen Rehabilitationslandschaft ließen eine Ausweitung <strong>der</strong><br />
Stichprobe und nach Diagnose und Verlauf differenzierte Untersuchung von Subgruppen (vor<br />
allem Bypass-operierte Patienten, Klappen-Patienten und ICD-Patienten) sinnvoll erscheinen<br />
(Zielgröße: mindestens je 100 Patienten mit auswertbaren Längsschnittdaten). Dies würde<br />
innerhalb einer relativ homogenen Gruppe statistisch gut abgesicherte Prädiktionsaussagen<br />
erlauben und zusätzlich einen Diagnose-Vergleich <strong>der</strong> Verläufe in <strong>der</strong> kardiologischen<br />
Rehabilitation ermöglichen. Eine an<strong>der</strong>e sinnvolle Ergänzung wäre die mit identischer<br />
Methodik durchgeführte Längsschnittstudie im Bereich <strong>der</strong> ambulanten/teilstationären<br />
Rehabilitation.<br />
Die vorliegenden querschnittlichen Ergebnisse und die guten Kooperationsbedingungen mit<br />
den drei beteiligten Reha-Kliniken zeigten einen ausgesprochen fruchtbaren Projektverlauf<br />
und die volle Erfüllung <strong>der</strong> ursprünglichen Projektziele für diesen Teilbereich des Projekts<br />
PW4.<br />
65
Teil III Längsschnittstudien<br />
7. Methodik <strong>der</strong> Rehabilitationslängsschnittstudie (Studie 2) und <strong>der</strong> Akut-<br />
Längsschnittstudie (Studie 3)<br />
7.1 Fragestellungen<br />
Die zentralen Fragestellungen <strong>der</strong> beiden Längsschnittstudien lauten wie folgt:<br />
• Welche Prozesse <strong>der</strong> Krankheitsverarbeitung werden von Experten und Patienten als<br />
rehabilitationsrelevant eingeschätzt?<br />
• Welche Beziehungen bestehen zwischen <strong>der</strong> Krankheitsverarbeitung <strong>der</strong> Patienten und <strong>der</strong><br />
Interventionsplanung des Arztes?<br />
• Welche Beziehungen bestehen zwischen Krankheitsverarbeitung und Compliance?<br />
• Wie lassen sich Reha-Outcome-Kriterien durch Krankheitsverarbeitung vorhersagen?<br />
• Welche Bedeutung hat Krankheitsverarbeitung im Zusammenhang mit an<strong>der</strong>en<br />
psychosozialen und medizinischen Parametern in <strong>der</strong> Reha?<br />
• Ist Krankheitsverarbeitung eher stabil über die Zeit o<strong>der</strong> variabel?<br />
• Wie verän<strong>der</strong>t sich Krankheitsverarbeitung im Verlauf <strong>der</strong> Reha?<br />
• Welche Empfehlungen lassen sich bzgl. Krankheitsverarbeitung in <strong>der</strong> Diagnostik und<br />
Interventionsplanung geben?<br />
7.2 Stichprobenbeschreibung<br />
Im folgenden soll lediglich ein kurzer Überblick über die Stichprobe gegeben werden. Die<br />
vollständige Stichprobenbeschreibung findet sich im Ergebnisteil (Kap. 8).<br />
Als Einschlusskriterien wurden das Vorliegen einer koronaren Herzerkrankung (Herzinfarkt,<br />
Zustand nach Bypass-OP, KHK allgemein) sowie ein Altersbereich zwischen 18 und 70<br />
Jahren gewählt, da versucht wurde, wegen des Kriteriums <strong>der</strong> Berufsrückkehr möglichst noch<br />
im Erwerbsleben stehende Personen zu befragen. Ausschlusskriterien waren das<br />
Nichtbeherrschen <strong>der</strong> deutschen Sprache, kognitive Defizite (z.B. durch Apoplex o<strong>der</strong><br />
Demenz) und eine ausgeprägte Multimorbidität.<br />
Die Ausgangsstichprobe setzte sich aus 176 kardiologischen Rehabilitanden zweier<br />
Rehabilitationskliniken zusammen. 89% <strong>der</strong> Befragten waren Männer. Das Durchschnittsalter<br />
lag bei 53,5 Jahren (s=7,3 Jahre) mit einem Range von 33-69 Jahren. Die häufigsten<br />
Diagnosen waren Herzinfarkt (47%) und Zustand nach Bypass-Operation mit (26%).<br />
Angestrebte und erreichte Stichprobenumfänge<br />
In <strong>der</strong> Rehabilitationslängsschnittstudie (Studie 2) sollten insgesamt 100 Patienten mit einer<br />
KHK und/o<strong>der</strong> nach Bypass-Operation über drei Messzeitpunkte (Reha-Beginn, Reha-Ende,<br />
6-Monatskatamnese) untersucht werden. Im Intensiv-Längsschnitt (Studie 3), <strong>der</strong> bereits in<br />
<strong>der</strong> Akutversorgung begann und sich über den gesamten Rehabilitationsverlauf erstreckte,<br />
sollten insgesamt 50 Patienten nach Herzinfarkt, Bypass- o<strong>der</strong> Klappen-OP sowie<br />
Herzrhythmusstörungen über vier Messzeitpunkte (Akut-Ende, Reha-Beginn, Reha-Ende, 6-<br />
Monatskatamnese) befragt werden.<br />
67
In beiden Längsschnittstudien konnten jeweils die angestrebten Stichprobenumfänge<br />
übertroffen werden.<br />
Tab. 7.2: Geplante und erreichte Stichprobengrößen <strong>der</strong> Längsschnittstudien<br />
Teilstudie geplante Stichprobengröße erreichte Stichprobengröße<br />
Studie 2 (Längsschnitt) n = 100<br />
Studie 3 (Längsschnitt) n = 50<br />
n = 123<br />
(über 3 Messzeitpunkte)<br />
n = 54<br />
(über 4 Messzeitpunkte)<br />
7.3 Instrumentarium Zynismus<br />
Kurzbeschreibung <strong>der</strong> verwendeten Fragebogen-Instrumente<br />
Nachfolgend werden die einzelnen Instrumente kurz beschrieben, die im Anhang B<br />
wie<strong>der</strong>gegeben sind. Das hier eingesetzte Fragebogen-Paket wurde auf Grundlage <strong>der</strong><br />
Querschnittstudie (Studie 1) zusammengestellt und nach Kriterien <strong>der</strong> Validität, Reliabilität,<br />
Ökonomie reduziert (s. Teil II).<br />
Krankheitsverarbeitung<br />
Im Hinblick auf die Coping-Instrumente wurden die Kurzform des Freiburger Fragebogens<br />
zur Krankheitsverarbeitung (FKV-LIS; <strong>Muthny</strong>, 1989) sowie die Skala „Suche nach sozialer<br />
Einbindung“ <strong>der</strong> Trierer Skalen zur Krankheitsbewältigung (TSK-SS; Klauer und Filipp,<br />
1993) eingesetzt. Auswahlkriterien waren dabei zum einen die bekannten Gütekriterien bei<strong>der</strong><br />
Verfahren, zum an<strong>der</strong>en auch ihr bewährter Einsatz in zahlreichen empirischen<br />
deutschsprachigen Studien zu Bewältigungsverhalten bei Patienten mit den<br />
unterschiedlichsten Erkrankungen, so dass beide Instrumente gute Vergleichsmöglichkeiten<br />
bieten.<br />
Der FKV-LIS ist eine Kurzform des FKV102 und berücksichtigt in Anlehnung an Theorien<br />
zu Coping-Verhalten emotionale, kognitive und aktionale Krankheitsverarbeitungsstrategien,<br />
wobei 35 Items zur Selbsteinschätzung, wie stark die jeweiligen Aussagen bezogen auf die<br />
Situation <strong>der</strong> letzten sieben Tage (Belastungsfokus) zutreffend sind, auf einer 5-stufigen<br />
Ratingskala den Probanden vorgegeben werden. Außerdem werden die Probanden gebeten,<br />
die Krankheitsverarbeitungsstrategien hinsichtlich ihrer Adaptivität zu bewerten. Neben fünf<br />
faktorenanalytisch ableitbaren Subskalen („Depressive Verarbeitung“, „Aktives problemorientiertes<br />
Coping“, „Ablenkung und Selbstaufbau“, „Religiösität und Sinnsuche“ sowie<br />
„Bagatellisierung und Wunschdenken“) kann ein itemstandardisierter Gesamtscore auf <strong>der</strong><br />
Grundlage aller 35 Items berechnet werden als Maß für die Gesamt-Coping-Bemühungen <strong>der</strong><br />
Probanden. Im folgenden wird <strong>der</strong> FKV-LIS nur FKV genannt.<br />
Die TSK beziehen sich auf verhaltens- und gedankenbezogene Aspekte von Coping und<br />
bestehen aus 37 Items, die sich ebenfalls in fünf faktorenanalytisch begründbare Subskalen<br />
einteilen lassen („Rumination“, „Suche nach sozialer Einbindung“, „Bedrohungsabwehr“,<br />
„Suche nach Information und Erfahrungsaustausch“, „Suche nach Halt in <strong>der</strong> Religion“). Das<br />
Antwortverhalten <strong>der</strong> Probanden wird dabei auf einer 6-stufigen Likert-Skala registriert. Mit<br />
68
Hilfe einer Addition <strong>der</strong> Rohwerte läßt sich für jede Subskala ein Score bilden und auf <strong>der</strong><br />
Basis von Normwerten interpretieren. Aus Gründen <strong>der</strong> Vergleichbarkeit mit dem FKV<br />
wurden als Belastungsfokus ebenfalls die letzten sieben Tage festgelegt. Zum Einsatz kam<br />
hier die Skala „Suche nach sozialer Einbindung“ (TSK-SS) bestehend aus neun Items.<br />
Subjektive Theorien<br />
Erkrankungsbezogene Kontrollüberzeugungen<br />
Für eine ökonomische Erfassung erkrankungsbezogener Kontrollüberzeugungen als<br />
Bestandteile subjektiver Krankheitstheorien wurde <strong>der</strong> EKO (Erkrankungsbezogene<br />
Kontrollüberzeugungen; <strong>Muthny</strong> et al., 1992) herangezogen, dessen neun Items jeweils auf<br />
einer 5-stufigen Skala beantwortet werden sollen. Vergleichsdaten mit verschiedenen<br />
Stichproben körperlich kranker Patienten liegen vor, eine Auswertung sollte allerdings am<br />
besten nur auf Basis <strong>der</strong> Einzelitems erfolgen.<br />
Generalisierte Kompetenzerwartung bzw. Selbstwirksamkeit<br />
Die Messung <strong>der</strong> generalisierten Selbstwirksamkeitserwartung als habituelle Disposition<br />
erfolgte mittels des Fragebogens zur Generalisierten Kompetenzerwartung (GEK), dessen<br />
Gütekriterien als zufriedenstellend bezeichnet werden können und <strong>der</strong> in zahlreichen Län<strong>der</strong>n<br />
bereits zum Einsatz gekommen ist (Schwarzer, 1994). Diese Skala besteht aus insgesamt 10<br />
Items, bei denen die Probanden das Ausmaß ihrer Zustimmung zu den formulierten Aussagen<br />
auf einer 4-stufigen Ratingskala angeben. Inhaltlich beziehen sich die Items auf<br />
Anfor<strong>der</strong>ungen, denen die eigene Handlungsfähigkeit gegenübergestellt wird. Die<br />
Auswertung ist über die Addition <strong>der</strong> Werte zu einem Summenscore möglich. Im<br />
Längsschnitt wurde auf <strong>der</strong> Grundlage <strong>der</strong> Querschnittstudie (Studie 1) eine auf vier Items<br />
verkürzte Version eingesetzt (s. Teil II: Ergebnisse zur Querschnittstudie).<br />
Angst und Depression<br />
Zur Ermittlung ängstlicher und depressiver Symptome wurde <strong>der</strong> BSI (Brief Symptom<br />
Inventory; Derogatis und Spencer, 1982) eingesetzt, <strong>der</strong> eine Kurzversion <strong>der</strong> SCL-90-R<br />
(Symptom Checklist; Franke, 1995) darstellt. In <strong>der</strong> verwendeten Version besteht <strong>der</strong> BSI aus<br />
den Skalen Angst und Depressivität mit jeweils sechs Items sowie aus <strong>der</strong> Skala<br />
Somatisierung mit insgesamt sieben Items. Dabei bilden die letzten sieben Tage den<br />
Bezugszeitraum. Die Beurteilung <strong>der</strong> 19 Items erfolgt auf einer 5-stufigen Antwortskala. Für<br />
jede Skala kann ein Summenscore berechnet werden. Dargestellt werden in <strong>der</strong> vorliegenden<br />
Studie die itemstandardisierten Skalenbildungen.<br />
Soziale Unterstützung<br />
Die Erfassung <strong>der</strong> sozialen Unterstützung erfolgte auf <strong>der</strong> Grundlage <strong>der</strong> aus 22 Items<br />
bestehenden Kurzform des Fragebogens zur Sozialen Unterstützung (F-SOZU-K-22; Sommer<br />
und Fydrich, 1989, 1991), <strong>der</strong>en Gesamtskala gute Reliabilitäts- und Validitätswerte aufweist<br />
(s. auch Franke, 1994) und für die mittlerweile auch repräsentative Daten vorhanden sind<br />
(Bilsky und Hosser, 1998). Der Fragebogen F-SOZU-K-22 deckt mit seinen Skalen<br />
„Emotionale Unterstützung“, „Praktische Unterstützung“ und „Soziale Integration“ zentrale<br />
Aspekte sozialer Unterstützung ab. Die Items des F-SOZU-K-22 sind als Selbstaussagen<br />
formuliert und werden von den Probanden auf einer 5-stufigen Ratingskala nach dem Ausmaß<br />
ihrer Zustimmung beurteilt. Die Auswertung erfolgt dabei über die Bildung eines<br />
Skalensummenscores. Im Längsschnitt wurde auf <strong>der</strong> Grundlage <strong>der</strong> Querschnittstudie<br />
(Studie 1) eine auf 10 Items verkürzte Version eingesetzt (s. Teil II: Ergebnisse zur<br />
Querschnittstudie).<br />
69
Lebens- und Behandlungszufriedenheit<br />
Die Lebenszufriedenheit wurde mittels einer von <strong>Muthny</strong> (1991) modifizierten Fassung des<br />
Inventars von Fahrenberg et al. (1986) erfasst. Das Lebenszufriedenheitsinventar (LZI) setzt<br />
sich aus 15 Items zu verschiedenen Teilbereichen des Lebens sowie einer globalen<br />
Einschätzung zur Lebenszufriedenheit insgesamt zusammen, die jeweils auf einer 5-stufigen<br />
Antwortskala eingeschätzt werden. Dabei lässt sich die Gesamt-Zufriedenheit auf <strong>der</strong><br />
Grundlage eines itemstandardisierten Summenscores beurteilen. Im Längsschnitt wurde auf<br />
<strong>der</strong> Grundlage <strong>der</strong> Querschnittstudie (Studie 1) eine auf 13 Items verkürzte Version eingesetzt<br />
(s. Teil II: Ergebnisse zur Querschnittstudie).<br />
Zur Erfassung <strong>der</strong> Behandlungszufriedenheit (BZI) wurde eine aus 13 Items<br />
zusammengesetzte Liste von <strong>Muthny</strong> et al. (1990) verwendet, bei <strong>der</strong> die Probanden das<br />
Ausmaß ihrer Zufriedenheit mit <strong>der</strong> medizinischen und psychosozialen Behandlung im<br />
Hinblick auf verschiedene Behandlungsbereiche auf einer 5-stufigen Antwortskala angeben.<br />
Auch hier ist die Bildung eines itemstandardisierten Gesamtsummenwertes als Gesamtmaß<br />
für die Zufriedenheit mit <strong>der</strong> medizinischen Behandlung möglich. Im Längsschnitt wurde auf<br />
<strong>der</strong> Grundlage <strong>der</strong> Querschnittstudie (Studie 1) eine auf 10 Items verkürzte Version eingesetzt<br />
(s. Teil II: Ergebnisse zur Querschnittstudie).<br />
Subjektive Gesundheit und Lebensqualität<br />
Zur Erfassung von Lebensqualität und subjektiver Gesundheit wurde <strong>der</strong> IRES-MIN<br />
(Indikatoren des Reha-Status, Minimalversion; Gerdes und Jäckel, 1995) eingesetzt.<br />
Der IRES-MIN ist die Kurzversion des IRES-Fragebogens und enthält 17 nach<br />
psychometrischen Kriterien ausgewählte Items <strong>der</strong> Langversion. Der IRES-MIN besteht aus<br />
den Skalen „Somatischer Status“, „Funktionaler Status“ und „Psychosozialer Status“. Es lässt<br />
sich ein Gesamtwert des Reha-Status berechnen.<br />
Zynismus<br />
Die Zynismus-Skala basiert auf <strong>der</strong> deutschsprachigen Version <strong>der</strong> Cook-Medley Hostility<br />
Scale (Ho-Skala) und einer Expertenbefragung. Die Endversion <strong>der</strong> Skala besteht nach <strong>der</strong><br />
Durchführung von Item- und Faktorenanalysen aus 13 Items, die auf einer 5-stufigen Rating-<br />
Skala beantwortet werden. Die nach Varimax-Rotation extrahierten Faktoren wurden<br />
aufgrund inhaltlicher Überlegungen als „Zynismus“ (Items 13-15, 17, 18), „Amoralischer<br />
Opportunismus“ (Items 1-4) und „Zweifel an Altruismus“ (Items 5, 7-9) benannt. Die<br />
Reliabilitäten <strong>der</strong> drei Subskalen können als gut bis zufriedenstellend bezeichnet werden<br />
(Zynismus: α=.83; Zweifel an Altruismus: α=.75; Amoralischer Opportunismus: α=.83). Die<br />
Trennschärfen aller Items liegen über r it-i = .48 und damit in einem guten Bereich.<br />
Soziodemographische Daten<br />
Die Angaben zu soziodemographischen Daten basieren auf den Empfehlungen <strong>der</strong> AG<br />
„Routinedaten“ (Deck und Röckelein, 1999).<br />
Rehabilitationsziele und Reha-Motivation<br />
Der verwendetete Rehabilitationszielkatalog basiert auf Angaben in Standardwerken <strong>der</strong><br />
kardiologischen Rehabilitation (Buchwalsky und Blümchen, 1994) und wurde anschließend<br />
auf <strong>der</strong> Grundlage von Patientenangaben und mittels <strong>der</strong> Angaben <strong>der</strong> beteiligten Reha-<br />
Kliniken weiter ausdifferenziert. Die Reha-Ziele beziehen sich dabei auf die Bereiche<br />
Medizin, Risikofaktorenverän<strong>der</strong>ung, psychisches Befinden sowie berufliche Aspekte und<br />
Aspekte des alltäglichen Lebens. Die Erfassung <strong>der</strong> Rehabilitationsziele erfolgte sowohl auf<br />
70
einer 5-stufigen Ratingsskala über die Selbsteinschätzungen <strong>der</strong> Patienten als auch über die<br />
Fremdeinschätzungen <strong>der</strong> behandelnden Ärzte. Zu Beginn <strong>der</strong> Rehabilitation sollte dabei<br />
eingeschätzt werden, wie wichtig das entsprechende Ziel für den Patienten als Ergebnis <strong>der</strong><br />
Rehabilitationsbehandlung ist. Am Ende <strong>der</strong> Maßnahme sollte dann beurteilt werden, in<br />
welchem Ausmaß das jeweilige Ziel erreicht worden ist.<br />
Zur Messung von Erwartungen und Motivationen wurde <strong>der</strong> Fragebogen FREM-17 von Deck<br />
et al. (1998) eingesetzt, <strong>der</strong> auf den Erwartungs-mal-Wert-Theorien <strong>der</strong> Motivation basiert<br />
und eine neutrale Erfassung <strong>der</strong> Motivationslage <strong>der</strong> Patienten erlaubt. Der Fragebogen<br />
besteht aus 17 Items mit einer vierstufigen Antwortskala, die den Dimensionen<br />
Wohlbefinden/Erholung, Gesundheit, Krankheitsbewältigung und Rente/Beruf zugeordnet<br />
werden können. Die Auswertung erfolgt über eine Berechnung von ungewichteten<br />
Skalensummen. Die Erfassung erfolgte im Rahmen des Interviews.<br />
Arzt-Fragebogen<br />
Die behandelnden Ärzte füllten für jeden Patienten am Ende <strong>der</strong> Akutbehandlung bzw. am<br />
Reha-Beginn und am Reha-Ende jeweils ein Arzt-Rating aus. Am Ende <strong>der</strong> Akutbehandlung<br />
bzw. am Reha-Beginn wurden die medizinischen Basisparameter und die Reha-Ziele (s. oben)<br />
für den betreffenden Patienten erfasst. Am Reha-Ende gaben die Ärzte an, in welchem<br />
Ausmaß die betreffenden Reha-Ziele erreicht wurde und wie motiviert <strong>der</strong> Patient für die<br />
Reha-Maßnahme war.<br />
Psychologen-Rating<br />
Die Fremdeinschätzung des Copings <strong>der</strong> Patienten durch einen Psychologen erfolgte mittels<br />
Berner Bewältigungsskalen (BEFO, Heim et al., 1991) und dem FKV in Fremdeinschätzung<br />
in einem Interview, das am Ende <strong>der</strong> Akutbehandlung bzw. am Reha-Beginn stattfand. Die<br />
Berner Bewältigungsformen (BEFO, Heim et al., 1991) sind als halbstrukturiertes Interview<br />
konzipiert. Die darin enthaltenen 30 Items erfassen ebenfalls wie <strong>der</strong> FKV handlungs-,<br />
emotions- und kognitionsbezogene Aspekte von Coping und werden auf einer fünf-stufigen<br />
Ratingsskala vom Interviewer eingeschätzt. Beide Verfahren wurden parallel verwendet, da<br />
sie sowohl übereinstimmende als auch verschiedene Inhaltsbereiche abdecken, so dass eine<br />
vergleichende Analyse und außerdem ein zusätzlicher Informationsgewinn erreicht werden<br />
kann. Im Interview wurden außerdem die Reha-Ziele und die Reha-Motivation in <strong>der</strong><br />
Selbsteinschätzung <strong>der</strong> Patienten erfasst.<br />
71
7.4 Untersuchungsdesign und Untersuchungsdurchführung<br />
Als Prädiktoren wurden auf <strong>der</strong> Grundlage <strong>der</strong> Datenreduktion im Rahmen <strong>der</strong><br />
Querschnittstudie (Studie 1) die Krankheitsverarbeitung in Selbst- (FKV-LIS, TSK) und<br />
Fremdeinschätzung (FKV-LIS, BEFO), subjektive Theorien (EKO), Selbstwirksamkeitserwartungen<br />
(GEK), Hostilität/Zynismus (Eigenentwicklung), die soziale Unterstützung (F-<br />
SOZU-K-22), kardiologische Funktionsparameter und Arzt-Ratings zu Reha-Zielen und<br />
Reha-Motivation erhoben. Outcome-Kriterien <strong>der</strong> Rehabilitation waren Depression, Angst<br />
und Somatisierung (BSI), <strong>der</strong> allgemeine Gesundheitszustand (IRES-MIN), die Lebens- und<br />
Behandlungszufriedenheit (LZI, BZI) sowie die Wie<strong>der</strong>erlangung <strong>der</strong> Erwerbsfähigkeit (s.<br />
Abb. 7.4.1).<br />
Abb. 7.4.1: Prädiktoren- und Outcome-Messung<br />
Prädiktoren<br />
Patienten-Selbsteinschätzung<br />
Coping (FKV, TSK-SS)<br />
Kontrollüberzeugung (EKO)<br />
Selbstwirksamkeit (GEK)<br />
Hostilität/ Zynismus (ZYN)<br />
Soziale Unterstützung (SOZU-K-22)<br />
Med. Basisparameter<br />
Arzt-Ratings zu Reha-Zielen und<br />
Reha-Motivation<br />
Psychologen-Rating zu Coping<br />
(FKV, BEFO)<br />
Outcome-Parameter <strong>der</strong><br />
Rehabilitation<br />
Angst (BSI)<br />
Depression (BSI)<br />
Somatisierung (BSI)<br />
Reha-Status (IRES-MIN)<br />
Lebenszufriedenheit (LZI)<br />
Behandlungszufriedenheit (BZI)<br />
Erwerbsfähigkeit<br />
Die Datenerhebung erfolgte zum Ende des Akut-Aufenthalts (T1) bzw. zu Reha-Beginn (T2)<br />
mittels Interview, Patienten-Fragebogen und Arzteinschätzung sowie am Reha-Ende (T3)<br />
mittels Patienten-Fragebogen und Arzteinschätzung. Zum Katamnesezeitpunkt sechs Monate<br />
nach dem Ende <strong>der</strong> Rehabilitationsmaßnahme erhielten die Patienten einen letzten<br />
Fragebogen zugeschickt (T4). Beteiligte Kliniken im Rahmen des Reha-Längsschnitts (Studie<br />
2) waren die Fachklinik Rhein-Ruhr in Essen und die Klinik Kreuzkamp in Bad<br />
Waldliesborn. Die Datenerhebung konnte im Sommer 2001 mit dem verzögerten Ende <strong>der</strong><br />
Akut-Reha-Längsschnitterhebung (Studie 3) abgeschlossen werden. Das Projekt erhielt eine<br />
kostenneutrale Verlängerung bis zum 30.06.2002.<br />
Zur Sicherung <strong>der</strong> geplanten Patientenzahlen musste für die erweiterte Längsschnittuntersuchung<br />
ein erheblicher Mehraufwand geleistet werden, mit insgesamt fünf (statt geplanter<br />
zwei) Akutkliniken wurden Kooperationsvereinbarungen getroffen: Universitätsklinikum<br />
Münster, Innere Medizin C; St. Franziskushospital Münster, Innere Medizin III;<br />
Raphaelsklinik Münster, Innere Medizin I; Clemenshospital Münster, Innere Medizin I, und<br />
St. Johannes Hospital Dortmund, Medizinische Klinik I. Weiterhin mussten zur<br />
Weiteruntersuchung <strong>der</strong> Patienten verschiedene Reha-Kliniken im gesamten Bundesgebiet,<br />
vor allem aber NRW, aufgesucht und zur Kooperation gewonnen werden. Beson<strong>der</strong>s häufig<br />
72
eteiligt waren die Klinik Kreuzkamp in Bad Waldliesborn, die Gollwitzer-Meier-Klinik in<br />
Bad Oeynhausen sowie die Schüchtermann Klinik in Bad Rothenfelde.<br />
Allen kooperierenden Kliniken und Einzelpersonen gilt unser beson<strong>der</strong>er Dank.<br />
Tab 7.4.2 stellt noch einmal das Studiendesign mit den eingesetzten Inventaren zu den<br />
verschiedenen Messzeitpunkten dar. Weiterhin ist aufgeführt, ob die Daten durch<br />
Selbsteinschätzung des Patienten (S) o<strong>der</strong> Arzt-Rating (A) bzw. Psychologen-Rating (P)<br />
erfasst worden sind.<br />
Tab. 7.4.2: Übersicht über Messzeitpunkte und verwendete Instrumente<br />
Messzeitpunkte<br />
Instrumente<br />
T1<br />
(Akut-Ende)<br />
T2<br />
(Reha-Beginn)<br />
T3<br />
(Reha-Ende)<br />
T4<br />
(Katamnese)<br />
FKV S, P S, P S S<br />
TSK-SS S S S S<br />
BEFO P P<br />
EKO S S S S<br />
GEK S S S S<br />
SOZU-K-22 S S S<br />
Zynismus-Skala S S<br />
BSI S S S S<br />
IRES-MIN S S S S<br />
LZI S S S S<br />
BZI/ Behandlungswirksamkeit S S S S<br />
Soziodem. Daten S S<br />
Reha-Ziele S, A S, A S, A S<br />
Reha-Motivation S, A S, A A<br />
Medizin. Daten A A<br />
Anamnese S S<br />
Arbeitsfähigkeit S S<br />
S = Selbsteinschätzung Patient A = Arzt-Rating P = Psychologen-Rating<br />
Alle an <strong>der</strong> Studie beteiligte Patienten erhielten zu Beginn ausführliche Informationen über<br />
das Untersuchungsziel und die Durchführungsmodalitäten <strong>der</strong> Studie und signalisierten ihre<br />
Bereitschaft zur Teilnahme mit <strong>der</strong> Unterzeichnung einer Einverständniserklärung. Die<br />
Befragung <strong>der</strong> Patienten erfolgte im Rahmen eines längsschnittlichen Untersuchungsdesigns<br />
mit drei bzw. vier Messzeitpunkten (Tab. 7.4.2). Zum ersten Messzeitpunkt T1 am Ende des<br />
73
Akutkrankenhausaufenthalts wurden die Patienten zu möglichen Reha-Zielen und ihrer Reha-<br />
Motivation interviewt. Außerdem schätzte <strong>der</strong> Interviewer die Krankheitsverarbeitung <strong>der</strong><br />
Patienten ein. Am Ende des Interviews erhielten die Patienten den Patienten-Fragebogen mit<br />
<strong>der</strong> Bitte, diesen in den nächsten Tagen auszufüllen und an das auswertende Institut<br />
zurückzusenden. Zusätzlich wurden die behandelnden Ärzte jeweils bezüglich medizinischer<br />
Basisdaten befragt und um ihre Einschätzung sinnvoller Rehabilitationsziele für den<br />
betreffenden Patienten gebeten. Der Ablauf und die Inhaltsbereiche für den zweiten<br />
Messzeitpunkt T2 zu Beginn <strong>der</strong> Rehabilitationsmaßnahme war mit T1 identisch. Am Ende<br />
des Rehabilitationsaufenthalts (T3) erhielten die Patienten nur noch einen Fragebogen. Die<br />
behandelnden Ärzte wurden bezüglich <strong>der</strong> von den Patienten erreichten Reha-Ziele und <strong>der</strong>en<br />
abschließen<strong>der</strong> Reha-Motivation befragt. Zum Katamnesezeitpunkt sechs Monate nach dem<br />
Ende <strong>der</strong> Rehabilitationsmaßnahme erhielten die Patienten den letzten Fragebogen<br />
zugeschickt (T4).<br />
7.5 Statistische Auswertungsmethoden<br />
Die statistische Auswertung erfolgte für den Rehabilitationslängsschnitt mit Hilfe des<br />
Statistikprogramms SPSS 10.0 für Windows. Für die deskriptive Darstellung wurden einfache<br />
beschreibende Methoden verwendet. Zur Bestimmung von linearen Zusammenhängen<br />
zwischen Prädiktoren und psychoszialen Zielkriterien wurden Korrelationen nach Pearson<br />
bzw. Rangkorrelationen nach Spearman berechnet. In multivariaten Regressionsanalysen<br />
wurden Prädiktoren für die verschiedenen Lebensqualitätsmaße bestimmt. Die Analyse <strong>der</strong><br />
Verän<strong>der</strong>ungen über die verschiedenen Messzeitpunkte erfolgte mittels ANOVA für<br />
abhängige Stichproben und paarweiser Mittelwertsvergleiche (T-Test für abhängige<br />
Stichproben bei Bonferroni-Adjustierung). Effektstärken „d“ <strong>der</strong> Verän<strong>der</strong>ungen wurden mit<br />
Hilfe <strong>der</strong> Formel „(Mittelwert minus Mittelwert des Ausgangsmesszeitpunktes) dividiert<br />
durch die Standardabweichung des Ausgangsmesszeitpunktes“ berechnet. Mittelwertsunterschiede<br />
zwischen erwerbstätigen und berenteten Patienten wurden mit Hilfe von T-Tests<br />
für unabhängige Stichproben bestimmt. Mittels logistischer Regression wurden Prädiktoren<br />
für die Erwerbsfähigkeit im multivariaten Modell überprüft. Unterschiede im Psychologen-<br />
Rating und <strong>der</strong> Patienteneinschätzung bezüglich des Coping-Verhaltens wurden mit Hilfe von<br />
T-Tests für abhängige Stichproben (Studie 2) bzw. mittels zweifaktoriellen Varianzanalysen<br />
für abhängige Stichproben (Faktoren „Messzeitpunkt“ und „Rating“) und anschließenden<br />
paarweisen Vergleiche für abhängige Stichproben bei Bonferroni-Adjustierung (Studie 3)<br />
untersucht. Bivariate Korrelationsanalysen und multiple Regressionen wurden berechnet, um<br />
Zusammenhänge zwischen Psychologen-Rating und den von den Patienten berichteten<br />
Lebensqualitätsmaßen zu ermitteln.<br />
74
8. Ergebnisse <strong>der</strong> Reha-Längsschnittstudie (Studie 2)<br />
8.1 Deskriptive Ergebnisse<br />
Zum ersten Messzeitpunkt T2 (Reha-Beginn) <strong>der</strong> Rehabilitations-Längsschnittstudie<br />
(Studie 2) antworteten 176 Patienten. Dies entspricht bei 220 ausgegebenen Fragebogen einer<br />
Rücklaufquote von 80%. Von diesen nahmen zu T3 159, d.h. 90%, an <strong>der</strong> Befragung teil.<br />
Über drei Messzeitpunkte konnten insgesamt 123 kardiologische Rehabilitanden befragt<br />
werden (zusätzlich dazu 56 Patienten aus Studie 3). Damit konnte trotz des umfangreichen<br />
Fragebogeninstrumentariums die im Projektantrag anvisierte Stichprobengröße (geplant 100<br />
Patienten) übertroffen und eine gute Rücklaufquote erzielt werden, was vor allem auf die<br />
guten Kooperationsbedingungen mit den beteiligten Kliniken (und ausgeprägten<br />
Motivierungsanstrengungen) zurückzuführen ist.<br />
Stichprobencharakteristika <strong>der</strong> Ausgangsstichprobe (n = 176)<br />
Die untersuchte Stichprobe bestand erwartungsgemäß zum größten Teil aus Männern (89%)<br />
sowie überwiegend verheirateten Patienten (76%) (Tab. 8.1). Das bewusst niedrig gewählte<br />
Alter lag im Mittel bei 53,4 Jahren (s = 7,1 Jahre) mit einem Bereich von 33-69 Jahren. 43%<br />
<strong>der</strong> befragten Rehabilitanden hatten einen Hauptschulabschluss, gefolgt von Realschule<br />
(20%) und Abitur (13%). Dementsprechend waren die meisten Befragten als Angestellte<br />
(58%) und Arbeiter (16%) tätig, nur 7% arbeiteten als Beamte und 11% als Selbständige. 64%<br />
<strong>der</strong> Befragten waren vor dem Beginn <strong>der</strong> Rehabilitationsmaßnahme ganztägig berufstätig<br />
gewesen. 19% <strong>der</strong> Patienten besaßen einen Schwerbehin<strong>der</strong>tenausweis, 71% waren zum<br />
Befragungszeitpunkt krankgeschrieben. Der Kostenträger <strong>der</strong> aktuellen Maßnahme war am<br />
häufigsten die BfA (59%), gefolgt von <strong>der</strong> LVA (22%).<br />
Tab. 8.1: Stichprobenzusammensetzung soziodemographischer Daten<br />
(Ausgangsstichprobe: n = 176)<br />
Geschlecht Männlich: 89% Weiblich: 11%<br />
Alter (Bereich: 33-69 Jahre) MW = 53,4 s = 7,1<br />
Familienstand Verheiratet: 76% Ledig: 8%<br />
Geschieden: 13% Verwitwet: 2%<br />
Schulbildung Hauptschule: 43% Realschule: 20%<br />
Abitur: 13%<br />
Beruf Angestellter: 58% Selbständiger: 11%<br />
Arbeiter: 16% Beamter: 7%<br />
Gegenwärtige<br />
Ganztägig: 64% Halbtags: 3%<br />
Erwerbstätigkeit<br />
(vor Reha-Beginn) Arbeitslos: 6% EU- bzw. BU-Rente: 9%<br />
Aktuelle Krankschreibung Ja: 71% Nein: 26%<br />
Reha-Teilnahme<br />
(in den letzten 5 Jahren)<br />
Ja: 16% Nein: 84%<br />
Schwerbehin<strong>der</strong>tenausweis Ja: 19% Nein: 81%<br />
Kostenträger BfA: 59% LVA: 22% Nicht rentenvers.: 10%<br />
75
Die häufigste Diagnose bei den befragten Rehabilitanden war Herzinfarkt mit 47%, gefolgt<br />
von Zustand nach Bypass-Operation (26%) und dem Vorliegen bei<strong>der</strong> Diagnosen (12%) (Tab.<br />
8.2). Die durchschnittliche Erkrankungsdauer lag bei 26 Monaten mit einem sehr breiten<br />
Range von einem bis zu 215 Monaten. Bei etwa zwei Drittel <strong>der</strong> Patienten lag ein NYHA-<br />
Stadium <strong>der</strong> Klasse I vor, die durchschnittliche maximale Ergometerleistung während <strong>der</strong><br />
Rehabilitationsmaßnahme betrug 109 Watt. Jeweils ca. ein Drittel <strong>der</strong> Befragten wies eine 1-<br />
Gefäß-, eine 2-Gefäß- o<strong>der</strong> eine 3-Gefäß-Erkrankung auf.<br />
Tab. 8.2: Stichprobenzusammensetzung medizinischer Basisdaten<br />
(Ausgangsstichprobe: n = 176)<br />
Diagnose %<br />
Anzahl<br />
betroffener<br />
Gefäße %<br />
Erkrankungsdauer<br />
NYHA-<br />
Stadium %<br />
Herzinfarkt 47 1 32 I 67<br />
Bypass 26 2 30 II 21<br />
MW = 26 Mon.<br />
Herzinfarkt s = 43<br />
12 3 28 III 3<br />
u. Bypass (1- 215 Monate)<br />
KHK 7 k.A. 10 IV 1<br />
k.A. 8<br />
k.A. 9<br />
Max. Ergometer-<br />
Leistung<br />
MW = 109 W<br />
s = 32,4<br />
(15-200 Watt)<br />
8.2 Verän<strong>der</strong>ung von Coping und Lebensqualitätsmaßen über den<br />
Rehabilitationsverlauf<br />
8.2.1 Verän<strong>der</strong>ung von Coping über den Rehabilitationsverlauf<br />
Wie Abb. 8.2.1 bzw. Tab. 8.2.1a zeigen, steigen „Aktives Coping“ und „Ablenkung“ vom<br />
ersten zum zweiten Messzeitpunkt an, um dann wie<strong>der</strong> abzufallen, während soziales Coping<br />
(„Suche nach sozialer Einbindung“) über die drei Messzeitpunkte leicht zunimmt. Die<br />
Verwendung des Coping-Modus „Religiosität und Sinnsuche“ nimmt über den Verlauf ab,<br />
während Selbstwirksamkeit, depressives Coping und „Bagatellisierung“ im Gegensatz zu den<br />
übrigen Coping-Modi keine signifikanten Verän<strong>der</strong>ungen zeigen (Tab. 8.2.1a). Tabelle 8.2.1b<br />
gibt die dazugehörigen Effektstärken „d“ als Maß für die Größe <strong>der</strong> Verän<strong>der</strong>ungen zwischen<br />
den jeweiligen Messzeitpunkten wie<strong>der</strong>.<br />
76
Tab. 8.2.1a: Verän<strong>der</strong>ung von Coping über den Reha-Verlauf (n = 123)<br />
T2 T3 T4<br />
Skalen MW s MW s MW s F 1) Sign. Diff. 2)<br />
Soziales Coping (TSK) 3,48 0,88 3,70 0,73 3,72 0,80 6,50 T2
Abb. 8.2.1: Verän<strong>der</strong>ung von Coping über den Reha-Verlauf (n = 123)<br />
Skalenmittelwerte<br />
5<br />
4<br />
3<br />
Suche nach sozialer<br />
Einbindung<br />
T2
8<br />
Abb. 8.2.2: Verän<strong>der</strong>ung von Zielkriterien über den Reha-Verlauf<br />
(n = 123)<br />
Skalenmittelwerte<br />
7<br />
6<br />
5<br />
4<br />
3<br />
2<br />
Lebenszufriedenheit<br />
n.s.<br />
Somatisierung<br />
T3
Tab. 8.2.2a: Verän<strong>der</strong>ung von psychosozialen Zielkriterien über den Reha-Verlauf<br />
(n = 123)<br />
T2 T3 T4<br />
Skalen MW s MW s MW s F 1) Sign. Diff. 2)<br />
Lebenzufriedenheit<br />
(LZI)<br />
3,74 0,70 3,85 0,65 3,82 0,64 2,03 n.s.<br />
Behandlungszufriedenheit<br />
(BZI)<br />
4,18 0,65 3,95 0,77 3,93 0,98 7,34 T3,T4
zufriedener mit ihrem Leben (r = .28) und <strong>der</strong> Behandlung (r = .23). Patienten, die nach<br />
sozialer Einbindung suchen, weisen ebenfalls weniger Somatisierungstendenzen (r = -.19) und<br />
eine höhere Lebenszufriedenheit auf (r = .29). Religiosität korreliert positiv mit <strong>der</strong><br />
Lebenszufriedenheit (r = .20).<br />
Die drei Zynismusskalen, aktives Coping und Ablenkung korrelieren nicht signifikant mit den<br />
Zielkriterien.<br />
Tab. 8.3.1: Korrelative Zusammenhänge zwischen psychosozialen Prädiktoren (Reha-<br />
Beginn, T2) und Maßen <strong>der</strong> Lebensqualität (Reha-Ende, T3) (n = 144)<br />
Skala<br />
Angst<br />
(BSI)<br />
Depression<br />
(BSI)<br />
Somatisierung<br />
(BSI)<br />
Lebenszufrieden<br />
heit<br />
(LZI)<br />
Behandlungszufriedenheit<br />
(BZI)<br />
Reha-<br />
Status<br />
(IRES-<br />
MIN)<br />
Depressive<br />
Verarbeitung<br />
.43*** .58*** .32*** -.29*** -.38***<br />
Aktives Coping<br />
Ablenkung<br />
Religiosität<br />
/Sinnsuche<br />
.20*<br />
Bagatellisieren .39*** .36*** .21* -.32***<br />
Suche nach soz.<br />
Einbindung<br />
-.19* .29***<br />
Zynismus<br />
Zweifel an<br />
Altruismus<br />
Amoral. Opportunismus<br />
Soziale<br />
Unterstützung<br />
-.27*** -.38*** -.20* .42*** .16* .29***<br />
Selbstwirksamkeit -.19* .28*** .23** .17*<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Korrelation“: Pearson r (*** ≤.001, ** ≤.01, * ≤ .05)<br />
(FKV) (TSK-SS) Eigenentwicklung (F-SOZU-K-22) (GEK)<br />
Im Gegensatz zu den psychosozialen Variablen weisen die medizinischen Basisdaten nur<br />
wenige signifikante Beziehungen zu Maßen <strong>der</strong> Lebensqualität und des subjektiven Reha-<br />
Status am Reha-Ende auf (Tab. 8.3.2). Beson<strong>der</strong>s die maximale Ergometerleistung korreliert<br />
signifikant mit dem Gesundheitsstatus am Reha-Ende.<br />
81
Tab. 8.3.2: Korrelative Zusammenhänge zwischen medizinischen Prädiktoren (Reha-<br />
Beginn, T2) und Maßen <strong>der</strong> Lebensqualität (Reha-Ende, T3) (n = 144)<br />
Variable<br />
Angst<br />
(BSI)<br />
Depression<br />
(BSI)<br />
Somatisierung<br />
(BSI)<br />
Lebenszufriedenheit<br />
(LZI)<br />
Behandlungszufriedenheit<br />
(BZI)<br />
Reha-<br />
Status<br />
(IRES-<br />
MIN)<br />
Maximale<br />
Ergometerleistung<br />
-.21* .28***<br />
Anzahl betroffener<br />
Gefäße<br />
Erkrankungsdauer<br />
NYHA-Stadium 1) -.19*<br />
Alter .20*<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Korrelation“: Pearson r (*** ≤.001, ** ≤.01, * ≤ .05)<br />
1) Spearman rs<br />
8.4 Zusammenhänge zwischen psychosozialen und medizinischen Prädiktoren zu Reha-<br />
Beginn mit Maßen <strong>der</strong> Lebensqualität zur Katamnese<br />
Die bivariaten Zusammenhänge zwischen den psychosozialen Prädiktoren zum Reha-Beginn<br />
(T2) und Maßen <strong>der</strong> Lebensqualität zum Katamnesezeitpunkt (T4) waren insgesamt geringer<br />
ausgeprägt (Tab. 8.4.1). Es zeigte sich aber wie<strong>der</strong>um, dass Patienten mit depressivem Coping<br />
depressiver (r = .26), weniger mit ihrem Leben zufrieden waren (r = -.26) und einen<br />
schlechteren Gesundheitsstatus (r = -.21) hatten. Eine gute soziale Unterstützung stand<br />
dagegen wie<strong>der</strong> mit geringer Depression (r = -.39), größerer Lebenszufriedenheit ( r = .38)<br />
und einem besseren Reha-Status (r = .27) in Beziehung. Auch hatten Patienten, die zum ersten<br />
Messzeitpunkt in <strong>der</strong> Rehabilitation bagatellisierten, sechs Monate nach dem Reha-Ende<br />
vermehrt depressive Symptome (r = .31) und einen geringeren Reha-Status<br />
(r = -.19). Zweifel an Altruismus korrelierte ebenfalls mit Depression (r = 24). Ein hohes<br />
Ausmaß an Selbstwirksamkeit hing dagegen mit einer größeren Lebens- und<br />
Behandlungszufriedenheit (r = .25 bzw. r = 21) zusammen.<br />
82
Tab. 8.4.1: Korrelative Zusammenhänge zwischen psychosozialen Prädiktoren (Reha-<br />
Beginn, T2) und Maßen <strong>der</strong> Lebensqualität (Katamnese, T4) (n = 123)<br />
Angst<br />
(BSI)<br />
Depression<br />
(BSI)<br />
Somatisierung<br />
(BSI)<br />
Lebenszufriedenheit<br />
(LZI)<br />
Behandlungszufriedenheit<br />
(BZI)<br />
Reha-<br />
Status<br />
(IRES-<br />
MIN)<br />
Skala<br />
Depressive<br />
Verarbeitung<br />
.26** -.26** -.21*<br />
Aktives Coping<br />
Ablenkung<br />
Religiosität<br />
/Sinnsuche<br />
Bagatellisieren .31*** -.19*<br />
Suche nach soz.<br />
Einbindung<br />
Zynismus<br />
Zweifel an<br />
Altruismus<br />
Amoral. Opportunismus<br />
Soziale<br />
Unterstützung<br />
.24**<br />
-.39*** .38*** .22* .27**<br />
Selbstwirksamkeit .25** .21*<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Korrelation“: Pearson r ((*** ≤.001, ** ≤.01, * ≤ .05)<br />
(FKV) (TSK-SS) Eigenentwicklung (F-SOZU-K-22) (GEK)<br />
Zwischen medizinischen Prädiktoren und den verschiedenen Lebensqualitätsmaßen lassen<br />
sich wie<strong>der</strong>um kaum signifikante Korrelationen feststellen (Tab. 8.4.2). Es zeigt sich<br />
lediglich, dass ältere Patienten weniger ängstlich (r = -.26), depressiv (r = -.21) und mit ihrem<br />
Leben und <strong>der</strong> Behandlung zufriedener sind (r = .23 bzw. r = .24).<br />
83
Tab. 8.4.2: Korrelative Zusammenhänge zwischen medizinischen Prädiktoren (Reha-<br />
Beginn, T2) und Maßen <strong>der</strong> Lebensqualität (Katamnese, T4) (n = 123)<br />
Variable<br />
Maximale<br />
Ergometerleistung<br />
Anzahl betroffener<br />
Gefäße<br />
Erkrankungsdauer<br />
NYHA-Stadium 1)<br />
Angst<br />
(BSI)<br />
Depression<br />
(BSI)<br />
Somatisierung<br />
(BSI)<br />
Lebenszufriedenheit<br />
(LZI)<br />
Behandlungszufriedenheit<br />
(BZI)<br />
Reha-<br />
Status<br />
(IRES-<br />
MIN)<br />
-.21* .28***<br />
Alter -.26** -.21* .23* .24**<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Korrelation“: Pearson r (*** ≤.001** ≤.01, * ≤ .05)<br />
1)<br />
Spearman rs<br />
8.5 Vorhersage des Reha-Erfolgs: Regressionsanalytische Ergebnisse<br />
Für die Vorhersage <strong>der</strong> verschiedenen Lebensqualitätsmaße zum Reha-Ende und zum<br />
Katamnesemesszeitpunkt wurden schrittweise multiple Regressionen durchgeführt und<br />
jeweils die zu Reha-Beginn gemessenen Variablen soziale Unterstützung, Suche nach sozialer<br />
Einbindung, depressive Verarbeitung, Religiosität, Ergometerleistung, Alter, NYHA-Stadium,<br />
Bagatellisieren, Selbstwirksamkeit als Prädiktoren eingesetzt.<br />
8.5.1 Vorhersage <strong>der</strong> psychosozialen Zielkriterien am Reha-Ende<br />
Im regressionsanalytischen Modell leisten die soziale Unterstützung, die Suche nach sozialer<br />
Einbindung, die depressive Verarbeitung, Religiosität sowie die Ergometerleistung bei Reha-<br />
Beginn einen signifikanten Beitrag zur Vorhersage <strong>der</strong> Lebensqualität am Reha-Ende<br />
(Tab. 8.5.1.1). Keine Prädiktions-Effekte zeigen Alter, NYHA-Stadium, Bagatellisierung o<strong>der</strong><br />
Selbstwirksamkeit. 32% an <strong>der</strong> Gesamtvarianz <strong>der</strong> Lebenszufriedenheit werden durch diese<br />
fünf Variablen aufgeklärt.<br />
84
Tab. 8.5.1.1: Vorhersage <strong>der</strong> Lebenszufriedenheit am Ende <strong>der</strong> Rehabilitation durch<br />
Prädiktoren am Reha-Beginn (n = 144)<br />
UV B SE Beta T Signifikanz<br />
1. Soziale Unterstützung 0,27 0,07 .31 4,05 .0001<br />
2. Suche nach sozialer<br />
Einbindung<br />
0,12 0,05 .16 2,16 .03<br />
3. Depressive Verarbeitung -0,27 0,08 -.26 -3,43 .001<br />
4. Religiosität / Sinnsuche 0,19 0,07 .22 2,87 .005<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />
Kriterium: Gesamtsumme LZ (Reha-Ende), 9 UVs (Reha-Beginn): soziale Unterstützung, Suche nach sozialer<br />
Einbindung, depressive Verarbeitung, Religiosität, Ergometerleistung, Alter, NYHA-Stadium, Bagatellisieren,<br />
Selbstwirksamkeit<br />
Bei <strong>der</strong> Vorhersage <strong>der</strong> Angst zum Reha-Ende leisten nur die depressive Verarbeitung,<br />
Bagatellisieren und soziale Unterstützung einen signifikanten Erklärungsbeitrag, wobei ein<br />
Varianzanteil von 27% durch diese drei Variablen aufgeklärt wird (Tab. 8.5.1.2).<br />
Tab. 8.5.1.2: Vorhersage <strong>der</strong> Angst am Ende <strong>der</strong> Rehabilitation durch Prädiktoren am<br />
Reha-Beginn (n = 144)<br />
5. Max. Ergometerleistung 0,03 0,01 .15 2,09 .04<br />
Korrelationskoeffizient<br />
Modell<br />
Bestimmtheitsmaß F p<br />
R = .57 R 2 = .32 12,79 .0001<br />
UV B SE Beta T Signifikanz<br />
1. Depressive Verarbeitung 0,29 0,08 .29 3,67 .0001<br />
2. Bagatellisieren 0,18 0,07 .26 3,31 .001<br />
3. Soziale Unterstützung -0,14 0,06 -.16 -2,20 .03<br />
Korrelationskoeffizient<br />
Modell<br />
Bestimmtheitsmaß F p<br />
R = .52 R 2 = .27 17,56 .0001<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />
Kriterium: Angst (Reha-Ende), 9 UVs (Reha-Beginn): soziale Unterstützung, Suche nach sozialer Einbindung,<br />
depressive Verarbeitung, Religiosität, Ergometerleistung, Alter, NYHA-Stadium, Bagatellisieren,<br />
Selbstwirksamkeit<br />
Die Depression am Ende <strong>der</strong> Rehabilitation wird ebenfalls durch die depressive Verarbeitung,<br />
soziale Unterstützung und Bagatellisieren determiniert. Auch hier spielen medizinische<br />
Variablen keine Rolle. Der aufgeklärte Varianzanteil an <strong>der</strong> Gesamtvarianz <strong>der</strong> Depression<br />
beträgt 42% (Tab. 8.5.1.3). Patienten, die depressives Coping zeigen, von wenig sozialer<br />
Unterstützung berichten und ausgeprägt bagatellisieren, haben am Reha-Ende mehr<br />
depressive Symptome.<br />
85
Tab. 8.5.1.3: Vorhersage <strong>der</strong> Depression am Ende <strong>der</strong> Rehabilitation durch Prädiktoren<br />
am Reha-Beginn (n = 144)<br />
UV B SE Beta T Signifikanz<br />
Für die Vorhersage <strong>der</strong> Somatisierung leisten die depressive Verarbeitung, die maximale<br />
Ergometerleistung und die Suche nach sozialer Einbindung einen signifikanten<br />
Erklärungsbeitrag, wobei <strong>der</strong> aufgeklärte Varianzanteil mit 17% relativ niedrig ausfällt (Tab.<br />
8.5.1.4).<br />
Tab. 8.5.1.4: Vorhersage <strong>der</strong> Somatisierung am Ende <strong>der</strong> Rehabilitation durch<br />
Prädiktoren am Reha-Beginn (n = 144)<br />
UV B SE Beta T Signifikanz<br />
1. Depressive Verarbeitung 0,29 0,07 .32 4,19 .0001<br />
1. Depressive Verarbeitung 0,41 0,06 .46 6,58 .0001<br />
2. Soziale Unterstützung -0,18 0,05 -.24 -3,57 .0001<br />
3. Bagatellisieren 0,10 0,05 .15 2,24 .03<br />
Korrelationskoeffizient<br />
Modell<br />
Bestimmtheitsmaß F p<br />
R = .65 R 2 = .42 34,12 .0001<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />
Kriterium: Depression (Reha-Ende), 9 UVs (Reha-Beginn): soziale Unterstützung, Suche nach sozialer<br />
Einbindung, depressive Verarbeitung, Religiosität, Ergometerleistung, Alter, NYHA-Stadium, Bagatellisieren,<br />
Selbstwirksamkeit<br />
2. Max. Ergometerleistung 0,03 0,01 -.18 -2,27 .03<br />
3. Suche nach sozialer<br />
Einbindung<br />
-0,11 0,05 -.16 -2,09 .04<br />
Korrelationskoeffizient<br />
Modell<br />
Bestimmtheitsmaß F p<br />
R = .41 R 2 = .17 9,84 .0001<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />
Kriterium: Somatisierung (Reha-Ende), 9 UVs (Reha-Beginn): soziale Unterstützung, Suche nach sozialer<br />
Einbindung, depressive Verarbeitung, Religiosität, Ergometerleistung, Alter, NYHA-Stadium, Bagatellisieren,<br />
Selbstwirksamkeit<br />
Der Reha-Status wird determiniert durch die depressive Verarbeitung, die maximale<br />
Ergometerleistung, soziale Unterstützung und Bagatellisieren. Der aufgeklärte Varianzanteil<br />
beträgt dabei 28% (Tab.8.5.1.5).<br />
86
Tab. 8.5.1.5: Vorhersage des Reha-Status am Ende <strong>der</strong> Rehabilitation durch Prädiktoren<br />
am Reha-Beginn (n = 144)<br />
UV B SE Beta T Signifikanz<br />
1. Depressive Verarbeitung -0,57 0,17 -.26 -3,29 .001<br />
2. Max. Ergometerleistung 0,01 0,01 .25 3,50 .001<br />
3. Soziale Unterstützung 0,39 0,14 .21 2,77 .006<br />
4. Bagatellisieren -0,26 0,13 -.16 -2,09 .04<br />
Korrelationskoeffizient<br />
Modell<br />
Bestimmtheitsmaß F p<br />
R = .53 R 2 = .28 13,81 .0001<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />
Kriterium: Reha-Status (Reha-Ende), 9 UVs (Reha-Beginn): soziale Unterstützung, Suche nach sozialer<br />
Einbindung, depressive Verarbeitung, Religiosität, Ergometerleistung, Alter, NYHA-Stadium, Bagatellisieren,<br />
Selbstwirksamkeit<br />
Patienten, die zu Reha-Beginn hohe Selbstwirksamkeitserwartungen angeben, sind am Reha-<br />
Ende zufriedener mit ihrer Behandlung. Der aufgeklärte Varianzanteil ist dabei allerdings mit<br />
nur 5% sehr gering (Tab. 8.5.1.6).<br />
Tab. 8.5.1.6: Vorhersage <strong>der</strong> Behandlungszufriedenheit durch Prädiktoren am Reha-<br />
Beginn (n = 144)<br />
UV B SE Beta T Signifikanz<br />
Selbstwirksamkeit 0,30 0,11 .23 2,83 .005<br />
Korrelationskoeffizient<br />
Modell<br />
Bestimmtheitsmaß F p<br />
R = .23 R 2 = .05 8,00 .005<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />
Kriterium: Reha-Status (Reha-Ende), 9 UVs (Reha-Beginn): soziale Unterstützung, Suche nach sozialer<br />
Einbindung, depressive Verarbeitung, Religiosität, Ergometerleistung, Alter, NYHA-Stadium, Bagatellisieren,<br />
Selbstwirksamkeit<br />
8.5.2 Vorhersage <strong>der</strong> psychosozialen Zielkriterien zur Katamnese<br />
Für die Vorhersage <strong>der</strong> verschiedenen Lebensqualitätsmaße zum Katamnesemesszeitpunkt<br />
wurden ebenfalls die oben genannten Prädiktorvariablen eingesetzt.<br />
Bei <strong>der</strong> Vorhersage <strong>der</strong> Lebenszufriedenheit zur Katamnese leisten lediglich die soziale<br />
Unterstützung und die Selbstwirksamkeit <strong>der</strong> Patienten mit einem aufgeklärten Varianzanteil<br />
von 18% einen signifikanten Erklärungsbeitrag (Tab. 8.5.2.1). Patienten, die von einer guten<br />
Unterstützung durch Bezugspersonen berichten und die von den eigenen Bewältigungsmöglichkeiten<br />
überzeugt sind, sind sechs Monate nach dem Reha-Ende zufriedener mit ihrem<br />
Leben.<br />
87
Tab. 8.5.2.1: Vorhersage <strong>der</strong> Lebenszufriedenheit zur Katamnese durch Prädiktoren am<br />
Reha-Beginn (n = 111)<br />
Die Angst zum Katamnesemesszeitpunkt wird durch das Alter und ein bagatellisierendes<br />
Coping-Verhalten determiniert. Der durch diese Variablen aufgeklärte Varianzanteil beträgt<br />
allerdings nur 11%.<br />
Tab. 8.5.2.2: Vorhersage <strong>der</strong> Angst zur Katamnese durch Prädiktoren am Reha-Beginn<br />
(n = 111)<br />
UV B SE Beta T Signifikanz<br />
1. Soziale Unterstützung 0,29 0,07 .35 4,01 .0001<br />
2. Selbstwirksamkeit 0,20 0,09 .20 2,26 .03<br />
Korrelationskoeffizient<br />
Modell<br />
Bestimmtheitsmaß F p<br />
R = .43 R 2 = .18 12,62 .0001<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />
Kriterium: Gesamtsumme LZ (Katamnese), 9 UVs (Reha-Beginn): soziale Unterstützung, Suche nach sozialer<br />
Einbindung, depressive Verarbeitung, Religiosität, Ergometerleistung, Alter, NYHA-Stadium, Bagatellisieren,<br />
Selbstwirksamkeit<br />
UV B SE Beta T Signifikanz<br />
1. Alter -0,02 0,01 -.28 -.31 .003<br />
2. Bagatellisieren 0,14 0,06 .20 2,23 .03<br />
Korrelationskoeffizient<br />
Modell<br />
Bestimmtheitsmaß F p<br />
R = .33 R 2 = .11 6,72 .002<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />
Kriterium: Angst (Katamnese), 9 UVs (Reha-Beginn): soziale Unterstützung, Suche nach sozialer Einbindung,<br />
depressive Verarbeitung, Religiosität, Ergometerleistung, Alter, NYHA-Stadium, Bagatellisieren,<br />
Selbstwirksamkeit<br />
Für die Vorhersage <strong>der</strong> Depression leisten die soziale Unterstützung, Bagatellisieren und das<br />
Alter einen signifikanten Erklärungsbeitrag. Der aufgeklärte Varianzanteil beträgt 25% (Tab.<br />
8.5.2.3). Im Gegensatz zur Vorhersage <strong>der</strong> Depression zum Reha-Ende steht die depressive<br />
Verarbeitung nicht mit <strong>der</strong> Depression zum Katamnesemesszeitpunkt in Zusammenhang.<br />
88
Tab. 8.5.2.3: Vorhersage <strong>der</strong> Depression zur Katamnese durch Prädiktoren am Reha-<br />
Beginn (n = 111)<br />
UV B SE Beta T Signifikanz<br />
1. Soziale Unterstützung -0,23 0,06 -.32 -3,77 .0001<br />
2. Bagatellisieren 0,16 0,05 .28 3,27 .001<br />
3. Alter -0,01 0,01 -.18 -2,16 .03<br />
Korrelationskoeffizient<br />
Modell<br />
Bestimmtheitsmaß F p<br />
R = .50 R 2 = .25 11,89 .0001<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />
Kriterium: Depression (Katamnese), 9 UVs (Reha-Beginn): soziale Unterstützung, Suche nach sozialer<br />
Einbindung, depressive Verarbeitung, Religiosität, Ergometerleistung, Alter, NYHA-Stadium, Bagatellisieren,<br />
Selbstwirksamkeit<br />
Bei <strong>der</strong> Vorhersage <strong>der</strong> Somatisierung zum Katamnesemesszeitpunkt leistete keine <strong>der</strong><br />
Variablen einen signifikanten Erklärungsbeitrag.<br />
Dagegen wird <strong>der</strong> Reha-Status nur durch die wahrgenommene soziale Unterstützung<br />
vorhergesagt. Der aufgeklärte Varianzanteil beträgt allerdings nur 7% (Tab. 8.5.2.5).<br />
Tab. 8.5.2.5: Vorhersage des Reha-Status zur Katamnese durch Prädiktoren am Reha-<br />
Beginn (n = 111)<br />
UV B SE Beta T Signifikanz<br />
Soziale Unterstützung 0,57 0,20 .27 2,93 .004<br />
Korrelationskoeffizient<br />
Modell<br />
Bestimmtheitsmaß F p<br />
R = .27 R 2 = .07 8,61 .004<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />
Kriterium: Reha-Status (Katamnese), 9 UVs (Reha-Beginn): soziale Unterstützung, Suche nach sozialer<br />
Einbindung, depressive Verarbeitung, Religiosität, Ergometerleistung, Alter, NYHA-Stadium, Bagatellisierung,<br />
Selbstwirksamkeit<br />
Weiterhin sind ältere Patienten, die von einer guten sozialen Unterstützung berichten,<br />
zufriedener mit <strong>der</strong> Wirksamkeit <strong>der</strong> Behandlung zum Katamnesemesszeitpunkt (Tab.<br />
8.5.2.6). Auch hier wie<strong>der</strong>um ist <strong>der</strong> aufgeklärte Varianzanteil mit 9% sehr gering.<br />
89
Tab. 8.5.2.6: Vorhersage <strong>der</strong> Behandlungszufriedenheit zur Katamnese durch<br />
Prädiktoren am Reha-Beginn (n = 111)<br />
UV B SE Beta T Signifikanz<br />
1. Alter 0,03 0,01 .21 2,31 .02<br />
2. Soziale Unterstützung 0,25 0,12 .19 2,08 .04<br />
Korrelationskoeffizient<br />
Modell<br />
Bestimmtheitsmaß F p<br />
R = .31 R 2 = .09 5,64 .005<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />
Kriterium: Reha-Status (Katamnese), 9 UVs (Reha-Beginn): soziale Unterstützung, Suche nach sozialer<br />
Einbindung, depressive Verarbeitung, Religiosität, Ergometerleistung, Alter, NYHA-Stadium, Bagatellisierung,<br />
Selbstwirksamkeit<br />
8.6. Selbst- versus Fremdeinschätzung des Coping-Verhaltens<br />
Ein zentrales Ziel <strong>der</strong> vorliegenden Studie besteht darin, das Coping-Verhalten <strong>der</strong> Patienten<br />
sowohl in Selbst- als auch in Fremdeinschätzung zu erfassen.<br />
8.6.1 Vergleich zwischen Fremdeinschätzung und Selbsteinschätzung des Coping-<br />
Verhaltens<br />
Im folgenden wurde mittels T-Test für abhängige Stichproben überprüft, welche Coping-<br />
Skalen des FKV sich in Fremd- und Selbsteinschätzung signifikant voneinan<strong>der</strong><br />
unterscheiden. Wie aus Tabelle 8.6.1.1 ersichtlich ist, unterscheiden sich die Patienten-<br />
Selbsteinschätzungen und die Fremdeinschätzungen des Psychologen bei allen FKV-Skalen<br />
signifikant. Die Patienten verwenden nach eigener Einschätzung im Vergleich zur<br />
Psychologen-Einschätzung hoch signifikant weniger depressive Verarbeitung, Ablenkung,<br />
Religiosität und Bagatellisieren als Verarbeitungsprozesse, während sie in bezug auf das<br />
aktive problemorientierte Coping eine signifikant häufigere Verwendung angeben.<br />
Tab. 8.6.1.1: Vergleich zwischen Coping-Skalen des FKV in Fremdeinschätzung und<br />
Selbsteinschätzung (n = 170)<br />
Patient Psychologe<br />
FKV-Skalen MW s MW s T df p Sign. Diff.<br />
Depressive<br />
Verarbeitung<br />
1,57 0,63 2,53 0,56 -20,43 167 .001*** Pat < Psych<br />
Aktives Coping 3,67 0,82 3,30 0,55 5,69 168 .001*** Pat > Psych<br />
Ablenkung 2,92 0,80 3,27 0,52 -4,79 167 .001*** Pat < Psych<br />
Religiosität/<br />
Sinnsuche<br />
2,40 0,75 3,02 0,57 -11,41 169 .001*** Pat < Psych<br />
Bagatellisieren 1,93 0,87 2,67 0,59 -9,27 159 .001*** Pat < Psych<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Mittelwerte vergleichen“: T-Test für abhängige Stichproben (***≤.001)<br />
**≤.01, *≤.05)<br />
90
Tab. 8.6.1.2: Korrelationen zwischen den Skalen des FKV in Selbst- und<br />
Fremdeinschätzung (n = 170)<br />
Fremdeinschätzung<br />
Depressive<br />
Verarbeitung<br />
Aktives<br />
Coping<br />
Selbsteinschätzung<br />
Ablenkung<br />
Religiosität/<br />
Sinnsuche<br />
Depressive<br />
Verarbeitung<br />
Bagatellisieren<br />
.48*** .32***<br />
Aktives Coping .29*** -.19*<br />
Ablenkung -.21** .04 -.19*<br />
Religiosität<br />
.20** .15* .46***<br />
/Sinnsuche<br />
Bagatellisieren -.22** -.20* .08<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Korrelation“: Pearson r (*** ≤.001, ** ≤.01, * ≤ .05); nur signifikante<br />
Koeffizienten dargestellt.<br />
In Tab. 8.6.1.2 sind die Korrelationen zwischen den FKV-Skalen in Selbst- und<br />
Fremdeinschätzung dargestellt. Dabei interessieren vor allem die Zusammenhänge zwischen<br />
den gleichen Skalen in <strong>der</strong> unterschiedlichen Einschätzung. Auffällig ist, dass depressive<br />
Verarbeitung, Religiosität und aktives Coping hohe substantiell positive Korrelationen<br />
(r = .48, r = .46 bzw. r = .29) aufweisen, während Ablenkung und Bagatellisieren nicht<br />
signifikant miteinan<strong>der</strong> korrelieren. Weiterhin zeigen sich noch acht weitere positive<br />
Korrelationen, von denen <strong>der</strong> Zusammenhang zwischen depressive Verarbeitung in<br />
Fremdeinschätzung und Bagatellisieren in Selbsteinschätzung mit r = .32 relativ hoch ausfällt.<br />
91
Tab. 8.6.1.3: Korrelationen zwischen Skalen des FKV in Fremdeinschätzung und den<br />
BEFO-Items (n = 176)<br />
FKV-Skalen<br />
Depressive<br />
Verarbeitung<br />
Aktives<br />
Coping Ablenkung<br />
Religiosität<br />
/ Sinnsuche<br />
Bagatellisieren<br />
Ablenkendes Anpacken .29*** .61*** -.17*<br />
Altruismus -.18* .23** -.16*<br />
Aktives Vermeiden .32*** -.32*** .43***<br />
Kompensation .25*** .22**<br />
Konstruktive Aktivität -.38*** .44*** .52*** -.29**<br />
Entspannung .29*** .16* -.25***<br />
Rückzug .33***<br />
Solidarisieren -.21** .16*<br />
Zupacken -.43*** .58*** .39*** -,40***<br />
Zuwendung -.45*** .35*** .30*** .18* -.30***<br />
Ablenken -.18* .19* .39***<br />
Aggravieren .48*** -.23** .15*<br />
Stoizismus -.31*** .16* .33***<br />
Dissimulieren -.31*** -.15* .22** .38***<br />
Haltung bewahren -.18* -.16* .22**<br />
Humor, Ironie -.25** .23**<br />
Problemanalyse -.34*** .74*** .34*** -.17* -.37***<br />
Relativieren .48***<br />
Religiösität .74***<br />
Rumifizieren .71*** -.31*** -.43*** .26**<br />
Sinngebung .39***<br />
Valorisieren -.40*** .35*** .47*** -.22**<br />
Selbstbedauern .62*** -.32*** -.39*** .17* .28***<br />
Emotionale Entlastung .42*** -.22**<br />
Isolation -.17* -.16* -.18* .29**<br />
Optimismus -.65*** .28*** .46*** -.26**<br />
Passive Kooperation .33***<br />
Resignation .58*** -.32*** -.41*** .27**<br />
Selbstbeschuldung<br />
Wut .39*** -.16* -.16* .26**<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Korrelation“: Pearson r (*** ≤.001, ** ≤.01, * ≤ .05)<br />
BEFO-Items<br />
Die Korrelationen <strong>der</strong> FKV-Skalen und <strong>der</strong> BEFO-Items in Fremdeinschätzung zeigen ein<br />
konsistentes Bild. Beson<strong>der</strong>s ausgeprägt sind dabei die Beziehungen zwischen <strong>der</strong><br />
depressiven Verarbeitung und „Rumifizieren“ (r = .71) sowie „Problemanalyse“ und „aktivem<br />
Coping“ (r = .74).<br />
92
8.6.2 Bivariate Zusammenhänge zwischen Fremdeinschätzungen von Coping und<br />
Outcome-Kriterien<br />
Im Folgenden sollen die Zusammenhänge zwischen den Fremdeinschätzungen und den<br />
Outcome-Kriterien dargestellt werden. Tabellen 8.6.2.1 und 8.6.2.2 geben einen Überblick<br />
über die Korrelationen zwischen den FKV-Skalen und den Lebensqualitätsmaßen zum Reha-<br />
Ende bzw. zum Katamnesemesszeitpunkt.<br />
Wie Tabelle 8.6.2.1. zeigt, steht beson<strong>der</strong>s die depressive Verarbeitung mit einem<br />
ungünstigen Reha-Ergebnis in Beziehung. Dagegen scheint sich Ablenkung zu diesem<br />
Zeitpunkt positiv auszuwirken. Alle weiteren Coping-Skalen spielen kaum eine Rolle.<br />
Die Zusammenhänge zwischen dem zweiten Messzeitpunkt zum Reha-Beginn und dem<br />
vierten Messzeitpunkt (Katamnese) weisen ein ähnliches Korrelationsmuster auf (Tab.<br />
8.6.2.2). Auch hier wie<strong>der</strong>um lassen sich die höchsten Zusammenhänge zwischen <strong>der</strong><br />
depressiven Verarbeitung und einem ungünstigen Reha-Ergebnis feststellen. Ablenkung<br />
scheint ebenfalls wie<strong>der</strong> mit einem eher günstigen Outcome in Beziehung zu stehen. Die<br />
weiteren Verarbeitungsprozesse spielen hier wie<strong>der</strong>um nur eine untergeordnete Rolle.<br />
Tab. 8.6.2.1: Zusammenhänge zwischen Coping in Fremdeinschätzung (Reha-Beginn,<br />
T2) und Maßen <strong>der</strong> Lebensqualität (Reha-Ende, T3) (n = 159)<br />
Behand-<br />
Reha-<br />
Depressiosierung<br />
frieden-<br />
Somati-<br />
Lebenszu<br />
Angst<br />
lungs-<br />
Status<br />
(BSI)<br />
zufrieden-<br />
heit (BZI) MIN)<br />
(IRES-<br />
(BSI) (BSI) heit (LZI)<br />
FKV-Skalen <br />
Depressive<br />
Verarbeitung<br />
.46*** .40*** .39*** -.34*** -.17* -.35***<br />
Aktives Coping -.17*<br />
Ablenkung -.22** -.26*** -.23** .22** .16* .22**<br />
Religiosität/<br />
Sinnsuche<br />
.19* .21**<br />
Bagatellisieren .25** .16*<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Korrelation“: Pearson r (***≤.001, **≤.01, *≤.05); (FKV-Skalen in<br />
Fremdeinschätzung)<br />
93
Tab. 8.6.2.2: Zusammenhänge zwischen Coping in Fremdeinschätzung (Reha-Beginn,<br />
T2) und Maßen <strong>der</strong> Lebensqualität (Katamnese, T4) (n = 123)<br />
Angst<br />
(BSI)<br />
Depression<br />
(BSI)<br />
Somatisierung<br />
(BSI)<br />
Lebenszu<br />
friedenheit<br />
(LZI)<br />
Behandlungszufriedenheit<br />
(BZI)<br />
Reha-<br />
Status<br />
(IRES-<br />
MIN)<br />
FKV-Skalen <br />
Depressive<br />
Verarbeitung<br />
.33*** .40*** .23* -.36*** -.24** -.34***<br />
Aktives Coping .19* .19*<br />
Ablenkung -.20* -.24** -.26** .25** .20* .25**<br />
Religiosität/<br />
Sinnsuche<br />
Bagatellisieren .19* .22*<br />
.24**<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Korrelation“: Pearson r (***≤.001, **≤.01, *≤.05); (FKV-Skalen in<br />
Fremdeinschätzung); nur signifikante Koeffizienten dargestellt.<br />
Neben den FKV-Skalen wurden auch die BEFOs zur Fremdeinschätzung des Coping-<br />
Verhaltens eingesetzt. Nachfolgend werden nur die signifikanten Korrelationen zwischen<br />
einzelnen BEFO-Items und den Zielkriterien dargestellt. Dabei sollen zur besseren Übersicht<br />
nur diejenigen Items berücksichtigt werden, die mindestens zwei Korrelationen mit den<br />
Lebensqualitätsindikatoren o<strong>der</strong> aber eine Korrelation mit einem Signifikanzniveau von α =<br />
.01 aufweisen (Tab. 8.6.2.3 und 8.6.2.4).<br />
Wie Tabelle 8.6.2.3 verdeutlicht, scheinen beson<strong>der</strong>s Aggravieren, Rumifizieren,<br />
Selbstbedauern, emotionale Entlastung, Resignation und Wut ungünstig für die Lebensqualität<br />
am Reha-Ende zu sein. Dagegen korrelieren konstruktive Aktivität, Zupacken, Zuwendung,<br />
Haltung bewahren und Optimismus positiv mit den verschieden Lebensqualitätsmaßen.<br />
Allerdings sind diese Korrelationen insgesamt geringer ausgeprägt als bei den maladaptiven<br />
Coping-Strategien.<br />
94
Tab. 8.6.2.3: Zusammenhänge zwischen Coping in Fremdeinschätzung (Reha-Beginn,<br />
T2) und Maßen <strong>der</strong> Lebensqualität (Reha-Ende, T3) (n = 159)<br />
Behand-<br />
Reha-<br />
Depressiosierunfriedenheit<br />
Somati-<br />
Lebenszu-<br />
Angst<br />
lungs-<br />
Status<br />
(BSI)<br />
zufrieden-<br />
heit (BZI) MIN)<br />
(IRES-<br />
(BSI) (BSI) (LZI)<br />
BEFO-Items<br />
Konstruktive<br />
Aktivität<br />
-.21** -.18* -.24** .20* .16*<br />
Zupacken -.24** -.18* -.17* .20*<br />
Zuwendung -.17* -.27*** -.24** .28***<br />
Aggravieren .31*** .36*** .18* -.26*** -.24**<br />
Dissimulieren -.19* -.22** .19*<br />
Haltung bewahren .29*** -.28*** -.21** .23**<br />
Religiosität .25**<br />
Rumifizieren .36*** .34*** .20* -.25** -.26***<br />
Valorisieren -.23** .18*<br />
Selbstbedauern .37*** .28*** .24** -.20* -.24**<br />
Emotionale<br />
Entlastung<br />
.30*** .23** .20* -.18* -.16*<br />
Isolation -.22** -.25***<br />
Optimismus -.31*** -.32*** -.22** .27*** .26***<br />
Passive Kooperation -.17* .29***<br />
Resignation .30*** .23** .25** -.26*** -.26***<br />
Selbstbeschuldigung<br />
Wut .35*** .28*** .26*** -.24** -.26***<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Korrelation“: Pearson r (***≤.001, **≤.01, *≤.05); nur signifikante<br />
Korrelationen dargestellt.<br />
Die Zusammenhänge zwischen den BEFO-Items und den Maßen <strong>der</strong> Lebensqualität zum<br />
Katamnesemesszeitpunkt weisen eine ähnliche Korrelationsstruktur auf wie zum Reha-Ende,<br />
allerdings sind die Beziehungen weniger deutlich ausgeprägt (Tab 8.6.2.4). Beson<strong>der</strong>s aber<br />
die adaptiven Coping-Strategien weisen zum Katamnesemesszeitpunkt kaum noch<br />
signifikante Korrelationen mit den Lebensqualitätsindikatoren auf. Beson<strong>der</strong>s Rumifizieren,<br />
Selbstbedauern, Resignation und Aggravieren stehen mit einem ungünstigen Reha-Ergebnis<br />
sechs Monate nach dem Reha-Ende in Beziehung, während sich vor allem Optimismus positiv<br />
auf die Anpassung an die Herzerkrankung auswirkt.<br />
95
Tab. 8.6.2.4: Zusammenhänge zwischen Coping in Fremdeinschätzung (Reha-Beginn,<br />
T2) und Maßen <strong>der</strong> Lebensqualität (Katamnese T4) (n = 123)<br />
Angst<br />
(BSI)<br />
Depression<br />
(BSI)<br />
Somatisierung<br />
(BSI)<br />
Lebenszufriedenheit<br />
(LZI)<br />
Behandlungszufriedenheit<br />
(BZI)<br />
Reha-<br />
Status<br />
(IRES-<br />
MIN)<br />
BEFO-Items<br />
Zuwendung -.24** .21*<br />
Aggravieren .29*** .19* -.23**<br />
Stoizismus -.24** .22* .25**<br />
Religiosität .28**<br />
Rumifizieren .25** .29*** -.29*** -.29**<br />
Valorisieren -.24**<br />
Selbstbedauern .28** .29*** -.18* -.26**<br />
Emotionale<br />
Entlastung<br />
Isolation<br />
.19* -.19* -.26**<br />
Optimismus -.19* -.28** -.20* .31*** .26**<br />
Passive Kooperation .30***<br />
Resignation .27** .32*** .21* -.32*** -.24**<br />
Wut<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Korrelation“: Pearson r (***≤.001, **≤.01, *≤.05); nur signifikante<br />
Korrelationen dargestellt.<br />
8.6.3 Coping-Fremdeinschätzungen als Prädiktoren <strong>der</strong> Ergebniskriterien<br />
Anschließend soll im multivariaten Modell geprüft werden, welche Vorhersageleistung die<br />
Coping-Fremdeinschätzungen bei <strong>der</strong> Vorhersage <strong>der</strong> verschiedenen Lebensqualitätsmaßen zu<br />
den verschiedenen Messzeitpunkten besitzen. Dabei werden nur die FKV-Skalen<br />
berücksichtigt, da diese sowohl in Fremd- als auch in <strong>der</strong> Selbsteinschätzung vorliegen.<br />
8.6.3.1 Prädiktoren <strong>der</strong> Lebenszufriedenheit<br />
Für die Vorhersage <strong>der</strong> Lebenszufriedenheit am Reha-Ende leisten die depressive<br />
Verarbeitung und Religiosität einen signifikanten Erklärungsbeitrag mit einem aufgeklärten<br />
Varianzanteil von 16% an <strong>der</strong> Gesamtvarianz (Tab. 8.6.3.1). Zum Katamnesemesszeitpunkt<br />
steht nur noch dagegen die depressive Verarbeitung mit <strong>der</strong> Lebenszufriedenheit in<br />
Beziehung, wobei nur 13% an <strong>der</strong> Gesamtvarianz aufgeklärt werden (Tab. 8.6.3.2).<br />
96
Tab.8.6.3.1.1: Multiple Regression <strong>der</strong> Lebenszufriedenheit zum Reha-Ende (n = 148)<br />
Tab.8.6.3.1.2: Multiple Regression <strong>der</strong> Lebenszufriedenheit zur Katamnese (n = 120)<br />
8.6.3.2 Prädiktoren <strong>der</strong> Angst<br />
Wie Tab. 8.6.3.2.1 und 8.6.3.2.2 zeigen, gelingt die Prädiktion von Angst zu T3 und T4 nur<br />
mittels <strong>der</strong> depressiven Verarbeitung. Der aufgeklärte Varianzanteil beträgt dabei 21% bzw.<br />
11%.<br />
Tab.8.6.3.2.1: Multiple Regression <strong>der</strong> Angst zum Reha-Ende (n = 155)<br />
UV (T2) B SE Beta T Signifikanz<br />
Depressive Verarbeitung 0,53 0,08 .46 6,37 .0001<br />
UV (T2) B SE Beta T Signifikanz<br />
1. Depressive Verarbeitung -0,42 0,09 -.34 -4,46 .0001<br />
2. Religiosität 0,22 0,09 .19 2,43 .02<br />
Korrelationskoeffizient<br />
Modell<br />
Bestimmtheitsmaß F p<br />
R = .39 R 2 = .16 13,39 .0001<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />
Kriterium: Lebenszufriedenheit (T3)<br />
5 UV's (T2): depressive Verarbeitung, aktives Coping, Ablenkung, Religiosität, Bagatellisieren<br />
UV (T2) B SE Beta T Signifikanz<br />
Depressive Verarbeitung -0,44 0,10 -.37 -4,29 .0001<br />
Korrelationskoeffizient<br />
Modell<br />
Bestimmtheitsmaß F p<br />
R = .37 R 2 = .13 18,37 .0001<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />
Kriterium: Lebenszufriedenheit (T4)<br />
5 UV's (T2): depressive Verarbeitung, aktives Coping, Ablenkung, Religiosität, Bagatellisieren<br />
Korrelationskoeffizient<br />
Modell<br />
Bestimmtheitsmaß F p<br />
R = .46 R 2 = .21 40,62 .0001<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />
Kriterium: Angst (T3)<br />
5 UV's (T2): depressive Verarbeitung, aktives Coping, Ablenkung, Religiosität, Bagatellisieren<br />
97
Tab.8.6.3.2.2: Multiple Regression <strong>der</strong> Angst zur Katamnese (n = 116)<br />
UV (T2) B SE Beta T Signifikanz<br />
Depressive Verarbeitung 0,38 0,10 .33 3,75 .0001<br />
8.6.3.3 Prädiktoren <strong>der</strong> Depression<br />
Wie beim Kriterium Angst leistet auch bei <strong>der</strong> Depression nur die depressive Verarbeitung<br />
einen signifikanten Erklärungsbeitrag. Der aufgeklärte Varianzanteil beträgt dabei für beide<br />
Messzeitpunkte jeweils 16% (Tab. 8.6.3.3.1 und 8.6.3.3.2).<br />
Tab.8.6.3.3.1: Multiple Regression <strong>der</strong> Depression zum Reha-Ende (n = 155)<br />
UV (T2) B SE Beta T Signifikanz<br />
Depressive Verarbeitung 0,42 0,08 .40 5,38 .0001<br />
Tab.8.6.3.3.2: Multiple Regression <strong>der</strong> Depression zur Katamnese (n = 117)<br />
Korrelationskoeffizient<br />
Modell<br />
Bestimmtheitsmaß F p<br />
R = .33 R 2 = .11 14,05 .0001<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />
Kriterium: Angst (T4)<br />
5 UV's (T2): depressive Verarbeitung, aktives Coping, Ablenkung, Religiosität, Bagatellisieren<br />
Korrelationskoeffizient<br />
Modell<br />
Bestimmtheitsmaß F p<br />
R = .40 R 2 = .16 28,91 .0001<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />
Kriterium: Depression (T3)<br />
5 UV's (T2): depressive Verarbeitung, aktives Coping, Ablenkung, Religiosität, Bagatellisieren<br />
UV (T2) B SE Beta T Signifikanz<br />
Depressive Verarbeitung 0,41 0,09 .41 4,76 .0001<br />
Korrelationskoeffizient<br />
Modell<br />
Bestimmtheitsmaß F p<br />
R = .41 R 2 = .16 22,62 .0001<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />
Kriterium: Depression (T4)<br />
5 UV's (T2): depressive Verarbeitung, aktives Coping, Ablenkung, Religiosität, Bagatellisieren<br />
8.6.3.4 Prädiktoren <strong>der</strong> Somatisierung<br />
Das Kriterium Somatisierung zum Reha-Ende wird durch die depressive Verarbeitung<br />
determiniert mit einem aufgeklärten Varainzanteil von 14%. Dagegen steht sie zum<br />
Katamnesemesszeitpunkt nur mit Ablenkung in negativem Zusammenhang (Tab. 8.6.3.4.1 und<br />
8.6.3.4.2).<br />
98
Tab.8.6.3.4.1: Multiple Regression <strong>der</strong> Somatisierung zum Reha-Ende (n = 155)<br />
UV (T2) B SE Beta T Signifikanz<br />
Depressive Verarbeitung 0,39 0,08 .37 4,92 .0001<br />
Tab.8.6.3.4.2: Multiple Regression <strong>der</strong> Somatisierung zur Katamnese (n = 116)<br />
UV (T2) B SE Beta T Signifikanz<br />
8.6.3.5 Prädiktoren des Reha-Status<br />
Auch im Hinblick auf den Reha-Status zeigen sich nur signifikante multivariate<br />
Zusammenhänge mit <strong>der</strong> depressiven Verarbeitung, die jeweils einen Varianzanteil von 12%<br />
zum dritten und vierten Messzeitpunkt an <strong>der</strong> Gesamtvarianz des Reha-Status aufklärt (Tab.<br />
8.6.3.5.1 und 8.6.3.5.2).<br />
Tab.8.6.3.5.1: Multiple Regression des Reha-Status zum Reha-Ende (n = 155)<br />
UV (T2) B SE Beta T Signifikanz<br />
Korrelationskoeffizient<br />
Modell<br />
Bestimmtheitsmaß F p<br />
R = .37 R 2 = .14 24,19 .0001<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />
Kriterium: Somatisierung (T3)<br />
5 UV's (T2): depressive Verarbeitung, aktives Coping, Ablenkung, Religiosität, Bagatellisieren<br />
Ablenkung -0,34 0,11 -.27 -2,96 .004<br />
Korrelationskoeffizient<br />
Modell<br />
Bestimmtheitsmaß F p<br />
R = .27 R 2 = .07 8,78 .004<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />
Kriterium: Somatisierung (T4)<br />
5 UV's (T2): depressive Verarbeitung, aktives Coping, Ablenkung, Religiosität, Bagatellisieren<br />
Depressive Verarbeitung -0,89 0,20 -.34 -4,51 .0001<br />
Korrelationskoeffizient<br />
Modell<br />
Bestimmtheitsmaß F p<br />
R = .34 R 2 = .12 20,32 .0001<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />
Kriterium: Reha-Status (T3)<br />
5 UV's (T2): depressive Verarbeitung, aktives Coping, Ablenkung, Religiosität, Bagatellisieren<br />
99
Tab.8.6.3.5.2: Multiple Regression des Reha-Status zur Katamnese (n = 116)<br />
UV (T2) B SE Beta T Signifikanz<br />
Depressive Verarbeitung -1,00 0,26 -.34 -3,89 .0001<br />
8.6.3.6 Prädiktoren <strong>der</strong> Behandlungszufriedenheit<br />
Bei <strong>der</strong> Vorhersage <strong>der</strong> Behandlungszufriedenheit zum Reha-Ende spielt die depressive<br />
Verarbeitung diesmal keine Rolle. Religiosität und Ablenkung klären hier gemeinsam einen<br />
Varianzanteil von nur 7% auf (Tab. 8.6.3.6.1). Zur Katamnese leisten die depressive<br />
Verarbeitung und Religiosität einen signifikanten Erklärungsbeitrag an <strong>der</strong> Gesamtvarianz <strong>der</strong><br />
Behandlungszufriedenheit (Tab. 8.6.3.6.2).<br />
Tab.8.6.3.6.1: Multiple Regression <strong>der</strong> Behandlungszufriedenheit zum Reha-Ende<br />
(n = 155)<br />
Tab.8.6.3.6.2: Multiple Regression <strong>der</strong> Behandlungszufriedenheit zur Katamnese<br />
(n = 116)<br />
UV (T2) B SE Beta T Signifikanz<br />
1. Depressive Verarbeitung -0,44 0,16 -.24 -2,70 .008<br />
Korrelationskoeffizient<br />
Modell<br />
Bestimmtheitsmaß F p<br />
R = .34 R 2 = .12 15,13 .0001<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />
Kriterium: Reha-Status (T4)<br />
5 UV's (T2): depressive Verarbeitung, aktives Coping, Ablenkung, Religiosität, Bagatellisieren<br />
UV (T2) B SE Beta T Signifikanz<br />
1. Religiosität 0,27 0,11 .20 2,50 .01<br />
2. Ablenkung 0,25 0,12 .16 2,07 .04<br />
Korrelationskoeffizient<br />
Modell<br />
Bestimmtheitsmaß F p<br />
R = .26 R 2 = .07 5,56 .005<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />
Kriterium: Behandlungszufriedenheit (T3)<br />
5 UV's (T2): depressive Verarbeitung, aktives Coping, Ablenkung, Religiosität, Bagatellisieren<br />
2. Religiosität 0,42 0,16 .23 2,67 .009<br />
Korrelationskoeffizient<br />
Modell<br />
Bestimmtheitsmaß F p<br />
R = .34 R 2 = .11 7,35 .001<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />
Kriterium: Behandlungszufriedenheit (T4)<br />
5 UV's (T2): depressive Verarbeitung, aktives Coping, Ablenkung, Religiosität, Bagatellisieren<br />
100
Insgesamt scheint beson<strong>der</strong>s die depressive Verarbeitung den höchsten Prädiktionswert <strong>der</strong><br />
FKV-Skalen in Fremdeinschätzung im Hinblick auf die hier verwendeten Zielkriterien zu<br />
besitzen. Allerdings fallen die aufgeklärten Varianzanteile sehr gering aus.<br />
8.7 Vergleich zwischen Berufsrückkehrer (RTW) und Nicht-Rückkehrer (N-RTW)<br />
Der Vergleich zwischen Patienten, die wie<strong>der</strong> ins Erwerbsleben zurückkehrten, und<br />
berenteten Patienten ergab, dass sich Berufsrückkehrer (RTW) und Nicht-Rückkehrer (N-<br />
RTW) bezogen auf die Gesamtstichprobe zu Reha-Beginn nur bezgl. Alter, depressiver<br />
Verarbeitung und sozialem Coping unterschieden (Tab. 8.7.1). Berufsrückkehrer verwendeten<br />
weniger soziales Coping, mehr depressive Verarbeitung und waren signifikant jünger als die<br />
berenteten Patienten. Keine Unterschiede ergaben sich in bezug auf weitere<br />
Krankheitsverarbeitungsprozesse (aktives problemorientiertes Coping, Ablenkung,<br />
Religiosität/ Sinnsuche und Bagatellisieren), in an<strong>der</strong>en psychosozialen Variablen (soziale<br />
Unterstützung, Selbstwirksamkeit, Zynismus-Skalen) sowie in medizinischen Parametern<br />
(NYHA-Stadium, Anzahl betroffener Gefäße, Erkrankungsdauer, maximale<br />
Ergometerleistung).<br />
101
Tab. 8.7.1: Vergleich medizinischer und psychosozialer Ausgangsvariablen zwischen<br />
Berufs-Rückkehrern und Nicht-Rückkehrern<br />
(Gesamtgruppe mit Alter < 65 Jahre: n = 111)<br />
RTW<br />
(n = 58)<br />
N-RTW<br />
(n = 53)<br />
Variablen MW s MW s T df p Sign. Diff.<br />
depressive<br />
Verarbeitung<br />
1,62 0,68 1,38 0,36 2,32 108 .05* RTW>N-RTW<br />
aktives Coping 3,61 0,83 3,65 0,87 -0,28 107 .78 n.s.<br />
Ablenkung 2,84 0,85 2,93 0,77 -0,57 107 .57 n.s.<br />
Religiosität/<br />
Sinnsuche<br />
2,28 0,73 2,39 0,73 -0,80 108 .43 n.s.<br />
Bagatellisieren 1,83 0,80 1,95 0,92 -0,71 103 .48 n.s.<br />
Suche nach soz.<br />
Einbindung<br />
3,26 0,82 3,60 0,91 -2,09 106 .05* RTW
aufklären. Auch in diesem Modell zeigt sich, dass die Berufsrückkehrer depressiver<br />
verarbeiteten und weniger soziales Coping verwendeten als die Patienten, die sechs Monate<br />
nach <strong>der</strong> Reha-Maßnahme nicht mehr erwerbstätig waren.<br />
Tab. 8.7.2: Prädiktion <strong>der</strong> Rückkehr in das Erwerbsleben (Alter ≤ 60 Jahre; n = 81)<br />
Variable<br />
Regressionskoeffizient<br />
B<br />
SE Wald p OR CI 95%<br />
Depressive Verarbeitung 1,47 0,50 8,76 .003 4,34 1,64-11,49<br />
Suche nach soz. Einbindung -0,46 0,20 5,14 .02 0,63 0,42-0,94<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „binär logistische Regression“, vorwärts schrittweise (Likelihood-Quotient)<br />
5 UVs: Alter, Selbstwirksamkeit, Suche nach sozialer Einbindung, depressive Verarbeitung, maximale<br />
Ergometerleistung<br />
Im Hinblick auf die psychosozialen Zielkriterien unterscheiden sich beide Gruppen nur bei<br />
<strong>der</strong> Behandlungszufriedenheit. Danach sind berentete Patienten zu Beginn <strong>der</strong> Reha-<br />
Maßnahme signifikant zufriedener mit <strong>der</strong> therapeutischen Behandlung (Tab. 8.7.4).<br />
Tab. 8.7.4: Vergleich <strong>der</strong> Zielkriterien zwischen Berufs-Rückkehrern und Nicht-<br />
Rückkehrern<br />
(Gesamtgruppe mit Alter < 65 Jahre: n = 111)<br />
RTW<br />
(n = 58)<br />
N-RTW<br />
(n = 53)<br />
MW s MW s T df p Sign. Diff.<br />
Reha-Status 6,85 1,27 6,72 1,30 0,54 109 .59 n.s.<br />
Lebenszufriedenheit<br />
3,64 0,69 3,87 0,74 -1,68 105 .10 n.s.<br />
Behandlungszufriedenheit<br />
3,40 0,67 4,38 0,59 -3,46 106 .001*** RTW
8.8 Diskussion <strong>der</strong> Ergebnisse <strong>der</strong> Reha-Längsschnittstudie (Studie 2)<br />
8.8.1 Verän<strong>der</strong>ung von Coping-Prozessen über den Verlauf<br />
In Bezug auf den Einsatz <strong>der</strong> verschiedenen Coping-Modi über den Reha-Verlauf zeigt sich,<br />
dass das aktive problemorientierte Coping zum Reha-Ende zwar ansteigt, aber zum<br />
Katamnesezeitpunkt noch unter <strong>der</strong> Baseline zu Beginn liegt. Dieser Verlauf ist sicherlich auf<br />
den Einfluss <strong>der</strong> therapeutischen Maßnahmen in <strong>der</strong> Reha-Klinik zurückzuführen. Die Gefahr<br />
besteht natürlich zum Katamnesezeitpunkt darin, dass die Patienten sich nicht mehr genügend<br />
aktiv mit ihrer Erkrankung auseinan<strong>der</strong>setzen und wie<strong>der</strong> ihr altes Verhaltensmuster zeigen,<br />
so dass die therapeutischen Effekte auf lange Sicht relativ unwirksam bleiben könnten.<br />
Allerdings zeigt <strong>der</strong> Coping-Modus „Ablenkung“ einen ähnlichen Verlauf. Patienten wollen<br />
sich möglicherweise zwar über ihre Krankheit informieren, aber trotzdem auch Abstand<br />
gewinnen während <strong>der</strong> Rehabilitationsmaßnahme, um ihr emotionales Gleichgewicht zu<br />
bewahren. Doering et al. (2001) fanden bei Patienten mit aortokoronarer Bypass-Operation<br />
hauptsächlich ein Bewältigungsmuster, das die Autoren mit „positiver Passivität“<br />
umschreiben. Die Gruppenmittelwerte <strong>der</strong> hier verwendeten BEFO-Skalen blieben dabei<br />
überwiegend stabil, dagegen zeigte sich eine unterschiedliche intraindividuelle Variablität <strong>der</strong><br />
Coping-Muster. In unserer Studie zeigt sich beson<strong>der</strong>s ein Coping-Muster, dass durch aktives<br />
und soziales Coping charakterisiert ist, wobei aber Ablenkung ebenfalls eine wichtige Rolle<br />
im Verarbeitungsprozess spielt. Das soziale Coping wird zum Katamnesezeitpunkt von den<br />
Befragten im Durchschnitt am häufigsten eingesetzt, was wie<strong>der</strong>um den Stellenwert naher<br />
Bezugspersonen für die Bewältigung <strong>der</strong> Erkrankung hervorhebt. Emotionsorientierte<br />
Coping-Modi, wie vor allem die depressive Verarbeitung, werden insgesamt seltener von den<br />
Patienten verwendet. Die Gruppenmittelwerte <strong>der</strong> Coping-Strategien weisen bis auf<br />
„Bagatellisieren“ und „depressive Verarbeitung“ über den Reha-Verlauf alle signifikante<br />
Verän<strong>der</strong>ungen auf. Dies gilt allerdings nur für das Coping, das in <strong>der</strong> Selbsteinschätzung <strong>der</strong><br />
Patienten erfasst worden ist. Die Selbstwirksamkeitserwartungen bleiben über den Reha-<br />
Verlauf unverän<strong>der</strong>t.<br />
8.8.2 Zusammenhänge zwischen psychosozialen bzw. medizinischen Prädiktoren und<br />
dem Reha-Ergebnis<br />
Es zeigt sich im Reha-Längsschnitt, dass beson<strong>der</strong>s eine depressive Verarbeitung mit einem<br />
ungünstigen Reha-Ergebnis im Sinne <strong>der</strong> erreichten Lebensqualität in Beziehung steht. So<br />
weisen Patienten mit dieser Belastungsverarbeitung am Reha-Ende signifikant höhere<br />
Depressions- bzw. Angstwerte sowie eine geringere Lebenszufriedenheit auf. Dieses Ergebnis<br />
stimmt mit den Befunden <strong>der</strong> von uns durchgeführten Literaturanalyse zum Einfluss von<br />
Coping auf den Reha-Erfolg überein. Terry (1992) fand z.B., dass ein emotionsorientierter<br />
Coping-Stil die Anpassung an einen Herzinfarkt erschwerte. Wie in unserer Stichprobe hatte<br />
problemorientiertes Coping keinen Einfluss auf das Reha-Ergebnis.<br />
Es ließen sich auch nur wenige Zusammenhänge zwischen <strong>der</strong> Schwere <strong>der</strong> kardialen<br />
Erkrankung (operationalisiert als Zahl <strong>der</strong> betroffenen Gefäße, NYHA-Stadium und<br />
Ergometerleistung) und dem Anpassungserfolg feststellen. Auch Rogner et al. (1994)<br />
konnten zeigen, dass eine depressive Verarbeitung unabhängig von <strong>der</strong> Erkrankungsschwere<br />
einen Prädiktor für einen späteren kardialen Befund darstellte. Titscher et al. (1996) fanden<br />
104
entsprechend, dass Patienten mit einer depressiven Krankheitsverarbeitung ein höheres<br />
Ausmaß an Restenosebildung drei Monate nach erfolgter PTCA aufwiesen. In <strong>der</strong> Studie von<br />
Van El<strong>der</strong>en et al. (1999) waren Patienten mit „approach-coping“ zum Katamnesezeitpunkt<br />
nach 12 Monaten weniger ängstlich und depressiv, während Vermeidung sich ungünstig<br />
auswirkte. Die Überlebenszeit konnte in unserer Studie (aufgrund <strong>der</strong> vergleichsweise kurzen<br />
Laufzeit) noch nicht als Kriterium herangezogen werden, aber eine aktuelle Studie bei<br />
Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz konnte zeigen, dass Patienten mit einem hilflosen<br />
Coping-Stil unabhängig von <strong>der</strong> Erkrankungsschwere sogar ein größeres Sterberisiko<br />
aufweisen (Murberg, 2001). Eine diesbezüglich durchgeführte Nachuntersuchung <strong>der</strong> an<br />
unserer Studie teilgenommen Patienten könnte beson<strong>der</strong>s im Hinblick auf die prädiktive<br />
Aussagekraft <strong>der</strong> depressiven Verarbeitung weiteren Aufschluss geben.<br />
8.8.3 Vergleich zwischen Selbst- und Fremdeinschätzung des Copings<br />
Der Vergleich zwischen Selbst- und Fremd-Rating erbringt bei allen Coping-Skalen des FKV<br />
signifikante Unterschiede. Patienten beschreiben ihr Verhalten insgesamt als aktiver und<br />
problemorientierter, während die Ausprägungen bei allen an<strong>der</strong>en Skalen im Vergleich zum<br />
Psychologen-Rating geringer ausfallen. Sowohl im bivariaten als auch im multiplen<br />
Regressionsmodell stehen emotionsorientierte Verarbeitungsprozesse des Fremd-Ratings mit<br />
einem schlechten Rehabilitationsergebnis in Zusammenhang. Die größte Bedeutung haben<br />
dabei depressive Verarbeitungsprozesse, was sicherlich auch damit erklärt werden kann, dass<br />
ein <strong>der</strong>artiges Coping-Verhalten in <strong>der</strong> Interview-Situation am besten zu diagnostizieren ist.<br />
Die Einschätzung aktiver und problemorientierter Verarbeitung ist dagegen im vorgegebenen<br />
Rahmen weitaus schwieriger vorzunehmen. Die aufgeklärten Varianzanteile sind allerdings<br />
insgesamt recht gering.<br />
8.8.4 Die Bedeutung von sozialer Unterstützung, Selbstwirksamkeit und Zynismus<br />
Der sozialen Unterstützung wird bei <strong>der</strong> Bewältigung einer Herzerkrankung hohe Bedeutung<br />
beigemessen (vgl. Metaanalyse von Titscher und Schöppel, 2000). Auch in unserer<br />
Untersuchung äußern Patienten, die die Unterstützung ihrer Bezugspersonen als gut<br />
empfinden, am Reha-Ende weniger Ängstlichkeit und depressive Symptome sowie insgesamt<br />
eine höhere Lebenszufriedenheit. Dies spricht für eine gewisse protektive Wirkung zumindest<br />
<strong>der</strong> wahrgenommenen sozialen Unterstützung.<br />
Die in <strong>der</strong> Literatur beschriebenen günstigen Effekte von Selbstwirksamkeitserwartungen<br />
auf das Reha-Ergebnis (z.B. Terry, 1992; Sullivan et al., 1998; Schrö<strong>der</strong> et al., 1998; Elizur<br />
und Hirsh, 1999) können die Ergebnisse <strong>der</strong> vorliegenden Reha-Längsschnittstudie nur zum<br />
Teil bestätigen. Die Selbstwirksamkeit spielt hier nur eine untergeordnete Rolle. Bivariat<br />
zeigen sich vor allem signifikante positive Korrelationen zwischen Selbstwirksamkeitserwartungen<br />
zu T2 und <strong>der</strong> Lebens- und Behandlungszufriedenheit zu T3. Die mit Hilfe<br />
dieser Variablen aufgeklärten Varianzanteile an verschiedenen Lebensqualitätsmaßen fallen<br />
im multivariaten Modell ebenfalls gering aus.<br />
Die eingesetzten Zynismus-Skalen (die ja im Hinblick auf ihre Bedeutung als Quintessenz<br />
einer eventuellen „Typ-A“-Wirkung diskutiert werden) stehen nur begrenzt mit dem Reha-<br />
Erfolg in Beziehung, was unter Umständen auch mit den teils zwar signifikanten, aber<br />
105
dennoch heterogenen Beziehungen zwischen einer KHK und dem Feindseligkeits- bzw.<br />
Zynismuskonstrukt zusammenhängen kann (Myrtek, 2000). Auch ist die Mehr-<br />
Dimensionalität dieses Konstrukts bekannt (Mittag, 1999). Wie die Auswertungen für den<br />
Akut-Reha-Längsschnitt jedoch zeigen, leistet beson<strong>der</strong>s die in <strong>der</strong> Akutversorgung<br />
eingesetzte Skala „Zynismus“ einen bedeutsamen Erklärungsbeitrag zu den<br />
Lebensqualitätsmaßen am Reha-Ende und zur Katamnese.<br />
8.8.5 Verän<strong>der</strong>ung von psychosozialen Zielkriterien <strong>der</strong> Rehabilitation<br />
Angst- und Somatisierungssymptome nehmen im Verlauf des Reha-Aufenthalts signifikant<br />
ab, um anschließend zum letzten Messzeitpunkt wie<strong>der</strong> im Bereich des Ausgangsniveaus zu<br />
liegen. Dies bedeutet, dass die Therapie zwar kurzfristig in <strong>der</strong> Lage ist, die Unsicherheiten<br />
und körperliche Beschwerden zu reduzieren, langfristig aber weiterhin psychosomatische<br />
Beschwerden wie vor <strong>der</strong> Rehabilitation auftreten. Der Verlauf <strong>der</strong> depressiven<br />
Symptomatik steigt leicht signifikant zum Katamnesemesszeitpunkt an. Für alle drei<br />
Variablen ist allerdings bei <strong>der</strong> Interpretation zu berücksichtigen, dass hier itemstandardisierte<br />
Scores verwendet wurden. Keiner <strong>der</strong> Skalen-Mittelwerte liegt über dem Betrag von 1,70 und<br />
auch keine Standardabweichung über 0,64 (bei einer Skala von 1 bis 5). Die hier verwendete<br />
BSI-Skala ist möglicherweise nicht das geeignete Instrument, um die psychosomatischen<br />
Aspekte bei Herzerkrankungen angemessen und differenziert abzubilden. Die Gesamtlebenszufriedenheit<br />
<strong>der</strong> Patienten zeigt über den gesamten Verlauf keine signifikanten<br />
Verän<strong>der</strong>ungen und liegt mit Mittelwerten knapp unter vier über dem Skalenmittelwert von<br />
2,50, so dass die Patienten trotz ihrer Erkrankung als relativ zufrieden mit ihrem Leben<br />
beschrieben werden können. Die Behandlungszufriedenheit nimmt vom ersten Messzeitpunkt<br />
am Reha-Beginn zu den beiden an<strong>der</strong>en Messzeitpunkten ab. Der Reha-Status steigt dagegen<br />
von dem ersten Messzeitpunkt zu den beiden letzten Messzeitpunkten signifikant an.<br />
8.8.6 Vergleich zwischen wie<strong>der</strong> erwerbstätigen und nicht wie<strong>der</strong> erwerbstätigen<br />
Patienten<br />
In bezug auf die berufliche Wie<strong>der</strong>einglie<strong>der</strong>ung zeigt sich, dass Berufsrückkehrer weniger<br />
soziales Coping und vermehrt depressive Verarbeitung verwenden, vor allem aber<br />
(erwartungsgemäß) jünger sind als Nichtrückkehrer. Im logistischen Regressionsmodell<br />
besitzten dagegen nur die depressive Verarbeitung und die Suche nach sozialer Einbindung<br />
eine Prädiktionsleistung, während das Alter hier keine Rolle mehr spielt. In unserer Studie<br />
sind diejenigen Patienten sechs Monate nach <strong>der</strong> Rehabilitationsmaßnahme wie<strong>der</strong><br />
erwerbstätig, die zu Beginn <strong>der</strong> Reha tendentiell mehr depressiv verarbeitet und weniger nach<br />
sozialer Einbindung gesucht haben. Im Gegensatz dazu fanden Julkunen und Saarinen (1994)<br />
vor allem einen geringen depressiv-resignierenden Coping-Stil und Krankheitsverleugnung<br />
als die besten Prädiktoren für eine erfolgreiche berufliche Wie<strong>der</strong>einglie<strong>der</strong>ung und den<br />
selbstberichteten Gesundheitsstatus. In bezug auf die psychosozialen Zielkriterien<br />
unterscheiden sich die Berufsrückkehrer und die berenteten Patienten bis auf die<br />
Behandlungszufriedenheit nicht voneinan<strong>der</strong>. Die wie<strong>der</strong> erwerbstätigen Patienten sind zu<br />
Behandlungsbeginn unzufriedener mit <strong>der</strong> gesamten Behandlung.<br />
106
8.8.7 Fazit<br />
Insgesamt können häufiger signifikante Beziehungen zwischen den Prädiktoren zum Reha-<br />
Beginn und den Outcome-Kriterien zum Reha-Ende identifiziert werden als signifikante<br />
Beziehungen zwischen den Variablen zum Reha-Beginn und zur Katamnese. Es zeigt sich<br />
aber durchgängig, dass die depressive Verarbeitung (trotz <strong>der</strong> Konfundierungsproblematik)<br />
und die soziale Unterstützung die besten Prädiktoren für eine depressive Symptomatik und<br />
geringe Lebenszufriedenheit darstellen. Diesen beiden Variablen ist auch im Hinblick auf eine<br />
Chronifizierung <strong>der</strong> größte Stellenwert beizumessen. Aber auch Bagatellisieren <strong>der</strong><br />
Erkrankung und <strong>der</strong> resultierenden Konsequenzen scheint ungünstig für den Krankheitsverlauf<br />
zu sein.<br />
Auch ist die Befundlage zu den Beziehungen zwischen ungünstigen Coping-Strategien und<br />
dem Reha-Erfolg stringenter als bei den aktiven und problemorientierten Coping-Strategien.<br />
In <strong>der</strong> Literatur werden als günstige Strategien z.B. internale Kontrollüberzeugungen,<br />
Selbstwirksamkeit, Krankheitsakzeptanz, optimistische Coping-Strategien und soziales<br />
Coping genannt. Wir können zum Reha-Ende bis auf das soziale Coping nur wenige positive<br />
Einflüsse aktiver Krankheitsverarbeitung identifizieren. Auch die Selbstwirksamkeitserwartungen<br />
korrelieren nur mäßig mit dem Reha-Outcome. Diese Diskrepanzen sind<br />
möglicherweise auch auf die unterschiedlichen Operationalisierungen <strong>der</strong> Konstrukte und<br />
Skalengüte <strong>der</strong> Instrumente in den Studien zurückzuführen. In <strong>der</strong> multiplen<br />
Regressionsanalyse erweisen sich „soziale Unterstützung“, „soziales Coping“, „depressive<br />
Verarbeitung“, „Religiosität/ Sinnsuche“ sowie maximale Ergometerleistung als Prädiktoren<br />
zur Vorhersage <strong>der</strong> Gesamtlebenszufriedenheit.<br />
Die alleinige Berücksichtigung „harter“ medizinischer Fakten reicht, wie dargelegt, bei <strong>der</strong><br />
Einschätzung <strong>der</strong> Prognose nicht aus. Vielmehr sind die vielfältigen Verarbeitungswege <strong>der</strong><br />
Patienten zu berücksichtigen, die sich auch im Verlauf <strong>der</strong> Erkrankung än<strong>der</strong>n können (s.<br />
Heim et al., 1993). Allerdings zeigt sich in unserer Studie kein Zusammenhang zwischen den<br />
medizinischen Basisparametern und den Coping-Modi zu Beginn <strong>der</strong> Rehabilitation, so dass<br />
<strong>der</strong> zugrundeliegende Wirkungsmechanismus weiterer Untersuchungen bedarf.<br />
107
108
9. Ergebnisse <strong>der</strong> Akut-Längsschnittstudie (Studie 3)<br />
9.1 Deskriptive Ergebnisse<br />
Von 100 befragten Patienten erklärten sich 61% zur Teilnahme an <strong>der</strong> Studie bereit. Von<br />
diesen nahmen zum zweiten Messzeitpunkt T2 60 Personen an <strong>der</strong> Befragung teil (Tab.9.1.1).<br />
Über drei Messzeitpunkte konnten insgesamt 56, über vier Messzeitpunkte 54 kardiologische<br />
Rehabilitanden befragt werden. Dies entspricht einer Rücklaufquote von 89% vom ersten<br />
Messzeitpunkt zum vierten Messzeitpunkt. Patienten, die sich zum ersten Messzeitpunkt<br />
entschlossen hatten, an <strong>der</strong> Befragung teilzunehmen, antworteten in <strong>der</strong> Regel auch zu den<br />
an<strong>der</strong>en Messzeitpunkten. Damit konnte trotz des umfangreichen Fragebogeninstrumentariums<br />
die im Projektantrag anvisierte Stichprobengröße (geplant 50 Patienten)<br />
übertroffen und eine gute Rücklaufquote erzielt werden, was vor allem auf die guten<br />
Kooperationsbedingungen mit den beteiligten Kliniken zurückzuführen ist.<br />
Tab. 9.1.1: Stichprobengrößen über die vier Messzeitpunkte<br />
Messzeitpunkt<br />
Stichprobengröße<br />
T1 Akut-Ende 61<br />
T2 Reha-Beginn 60<br />
T3 Reha-Ende 56<br />
T4 6-Monatskatamnese 54<br />
Stichprobencharakteristik <strong>der</strong> Ausgangsstichprobe<br />
Soziodemographische und medizinische Daten <strong>der</strong> Ausgangsstichprobe<br />
Die untersuchte Stichprobe setzte sich zum ersten Befragungszeitpunkt am Ende des<br />
Akutkrankenhausaufenthaltes erwartungsgemäß überwiegend aus Männern zusammen (84%)<br />
(Tab. 9.1.2). Die befragten Patienten waren meist verheiratet (87%) o<strong>der</strong> lebten mit einem<br />
festen Partner zusammen (71%).<br />
Das Durchschnittsalter lag bei 57,5 Jahren (s = 7,4 Jahre) mit einem Range von 40-70 Jahren.<br />
Die befragten Rehabilitanden hatten meist einen Hauptschulabschluss (47%), gefolgt von<br />
Realschule (20%) und Abitur (17%). Dementsprechend arbeiteten die Befragten überwiegend<br />
als Angestellte (38%) und Beamte (18%), 15% waren als Selbständige und 13% als Arbeiter<br />
tätig. 50% <strong>der</strong> Befragten waren vor dem Beginn <strong>der</strong> Rehabilitationsmaßnahme ganztägig<br />
berufstätig gewesen. 22% waren schon in Rente.<br />
Ein Drittel <strong>der</strong> Patienten besaß einen Schwerbehin<strong>der</strong>tenausweis, 75% waren zum<br />
Befragungszeitpunkt krankgeschrieben. Nur 17% hatten bereits in den letzten fünf Jahren an<br />
einer weiteren Rehabilitationsmaßnahme teilgenommen. Der Kostenträger <strong>der</strong> aktuellen<br />
Maßnahme war am häufigsten die BfA (39%), gefolgt von <strong>der</strong> LVA (25%). Tab. 9.1.2 gibt<br />
noch einmal einen Gesamtüberblick über die soziodemographischen Daten.<br />
109
Tab. 9.1.2: Stichprobenzusammensetzung soziodemographischer Daten<br />
(Ausgangsstichprobe: n = 61)<br />
Geschlecht männlich: 83,6% weiblich: 16,4%<br />
Alter (Bereich: 40-70 Jahre) MW = 57,5 s = 7,36<br />
Familienstand verheiratet: 85% ledig: 5%<br />
geschieden: 8% k.A.: 2%<br />
Schulbildung Hauptschule: 47% Realschule: 20%<br />
Abitur: 17% an<strong>der</strong>e: 14% k.A.: 2%<br />
Beruf Angestellter: 38% Beamter: 18%<br />
Selbständiger: 15% Arbeiter: 13%<br />
Sonstiges: 3% k.A.: 13%<br />
Gegenwärtige<br />
ganztägig: 50% weniger als halbtags: 3%<br />
Erwerbstätigkeit<br />
(vor Reha-Beginn) Rente: 22% EU- bzw. BU-Rente: 3%<br />
Hausfrau/-mann: 8% k.A.: 8%<br />
Halbtags: 3%<br />
aktuelle Krankschreibung ja: 75% nein: 25%<br />
Reha-Teilnahme ja: 17% nein: 83%<br />
Schwerbehin<strong>der</strong>tenausweis ja: 33% nein: 67%<br />
Kostenträger BfA: 39% LVA: 25% Nicht rentenvers.: 20%<br />
In Bezug auf die kooperierenden Akutkliniken zeigte sich, dass die meisten Patienten aus dem<br />
Franziskus Hospital in Münster (57%) kamen, gefolgt vom Johanneshospital Dortmund<br />
(26%), dem Uniklinikum Münster (12%), <strong>der</strong> Raphaelsklinik Münster (3%) und dem<br />
Clemenshospital Münster (2%).<br />
Die häufigste Diagnose bei den befragten Rehabilitanden war Zustand nach Bypass-Operation<br />
(33%), gefolgt von Herzinfarkt mit 30%, koronare Herzerkrankung (20%) sowie<br />
Herzklappen-Operation (15%). Ein Patient <strong>der</strong> Stichprobe erhielt ein ICD-Gerät.<br />
Bei den meisten Patienten lag zu Beginn <strong>der</strong> Behandlung ein NYHA-Stadium <strong>der</strong> Klasse I<br />
(33%) o<strong>der</strong> Klasse II (31%) vor. Ungefähr ein Drittel <strong>der</strong> Befragten wies eine 3-Gefäß-, 26%<br />
eine 2-Gefäß- und 23% eine 1-Gefäß-Erkrankung auf. Erwartungsgemäß hatte aufgrund <strong>der</strong><br />
Stichprobenzusammensetzung ein Teil <strong>der</strong> Patienten keine Gefäßerkrankung (15%).<br />
Tab. 9.1.3 gibt noch einmal einen Überblick über die Stichprobenzusammensetzung <strong>der</strong><br />
medizinischen Basisparamter.<br />
110
Tab. 9.1.3: Stichprobenzusammensetzung medizinischer Basisdaten<br />
(Ausgangsstichprobe: n = 61)<br />
Diagnose %<br />
Erkrankungs-dauer<br />
(Monate)<br />
(3- 378 Monate)<br />
Anzahl<br />
betroffener<br />
Gefäße %<br />
NYHA-<br />
Stadium %<br />
Bypass 33 0 15 I 33<br />
Herzinfarkt 30 1 23 II 31<br />
MW = 50,2<br />
KHK 20 s = 79,1<br />
2 26 III 18<br />
Max. Ergometer-<br />
Leistung (Watt)<br />
(25-200 Watt)<br />
MW = 101,3<br />
s = 37,9<br />
Herzklappe 15 3 33 IV 1<br />
ICD 2<br />
k.A. 3 k.A. 16<br />
Bei 44% <strong>der</strong> Befragten wurde die Herzerkrankung nach einem Besuch beim Hausarzt wegen<br />
Krankheitsgefühlen diagnostiziert, bei 28% nach einem Herzinfarkt, bei 18% zufällig im<br />
Rahmen einer Routineuntersuchung und bei 3% im Rahmen eines Krankenhausaufenthalts<br />
aufgrund einer an<strong>der</strong>en Erkrankung (Tab. 9.1.4).<br />
Tab. 9.1.4: Feststellung <strong>der</strong> Erkrankung (n = 61)<br />
Item Häufigkeit (in %)<br />
Hausarztbesuch wegen Krankheitsgefühl 44<br />
Nach einem Herzinfarkt 28<br />
Nach Routineuntersuchung 18<br />
Im Rahmen eines Krankenhausaufenthalts 3<br />
Sonstiges 7<br />
Die häufigsten Risikofaktoren waren in <strong>der</strong> Selbsteinschätzung <strong>der</strong> Patienten erhöhte<br />
Blutfettwerte (59%), Stress (49%), Übergewicht (44%), Bluthochdruck (38%) und Rauchen<br />
(31%) (Tab. 9.1.5).<br />
Tab. 9.1.5: Risikofaktoren in <strong>der</strong> Selbsteinschätzung (n = 61)<br />
Item<br />
Häufigkeit (in %)<br />
(Mehrfachnennungen möglich)<br />
Erhöhte Blutfettwerte 59<br />
Stress 49<br />
Übergewicht 44<br />
Bluthochdruck 38<br />
Rauchen 31<br />
Zu wenig Bewegung 20<br />
Diabetes 16<br />
Zu viel Alkohol 3<br />
Sonstiges 3<br />
111
Die Symptomatik hatte sich bei den Befragten ungefähr zur Hälfte schrittweise (51%) o<strong>der</strong><br />
plötzlich (44%) entwickelt (Tab. 9.1.6). Die Beschwerdesymptomatik beim Erkrankungsbeginn<br />
war dabei für die Gesamtstichprobe gering bis mittel ausgeprägt. 33% berichteten von<br />
einem starken bis sehr starken Druckgefühl in <strong>der</strong> Brust, 30% von starker bis sehr starker<br />
Atemnot, 28% von anhaltenden Brustbeschweren und 25% von einer starken Beklemmung<br />
hinter dem Brustbein (Tab. 9.1.6).<br />
Tab. 9.1.6: Symptome bei Erkrankungsbeginn (n = 61)<br />
Item Häufigkeit (in %)<br />
Beginn <strong>der</strong> Erkrankung schrittweise: 51 plötzlich: 44 k.A.: 5<br />
Anhaltende Brustschmerzen 28<br />
Druckgefühl in <strong>der</strong> Brust 33<br />
Beklemmung hinter dem Brustbein 25<br />
Todesangst 3<br />
Vernichtungsgefühl 6<br />
Atemnot 30<br />
Schwindel 6<br />
Bluthusten 1<br />
Herzrasen 10<br />
Kurzzeitiger Bewusstseinsverlust 1<br />
Leistungsknick 20<br />
Rasche Ermüdbarkeit 21<br />
Rötliche Wangen 3<br />
Sonstiges 5<br />
Bei Items 1-14: 5-stufige Rating-Skala, Werte 4 und 5 addiert<br />
In bezug auf die aktuelle Symptomatik gaben 69% <strong>der</strong> Patienten an, dass sich ihre<br />
Beschwerden durch die jetzige Behandlung gebessert hätten (Tab. 9.1.7). Insgesamt 49% <strong>der</strong><br />
Befragten stuften ihre Beschwerden als gering ein, während knapp 28% von einer starken bis<br />
sehr starken Beschwerdesymptomatik berichteten. 26% hatten zusätzlich einen stark bis sehr<br />
stark beeinträchtigten Schlaf (9.1.7).<br />
Tab.9.1.7: Aktuelle Beschwerden (n = 61)<br />
Häufigkeiten in %<br />
1. Herzbeschwerden: gebessert: 69 gleich: 10 verschlechtert: 2 k.A.: 20<br />
2. Schweregrad: keine: 23 leicht: 26 mittel: 18 stark: 23 sehr stark: 5 k.A.: 5<br />
3. Schlafprobleme: keine: 23 wenig: 21 mittel: 25 stark: 23 sehr stark: 3 k.A.: 5<br />
Im Hinblick auf den beson<strong>der</strong>s interessierenden Bereich <strong>der</strong> Krankheitsverarbeitung zeigte<br />
sich, dass die Patienten in <strong>der</strong> Selbsteinschätzung vor allem die arztbezogenen<br />
Verarbeitungsmodi „Genau den ärztlichen Rat befolgen“ (75%) und „Vertrauen in die Ärzte<br />
112
setzen“ (74%) am häufigsten verwendeten. Weitere wichtige Strategien waren „Kampfgeist“<br />
(72%), „Selbstermutigung“ (57%), „Problemlöseanstrengungen“ (51%), „Informationssuche“<br />
(47%) und „intensivere Lebensführung“ (43%) (Tab. 9.1.8).<br />
Tab. 9.1.8: Häufigste Modi <strong>der</strong> Krankheitsverarbeitung aus Patientensicht<br />
(n = 61)<br />
Vorgegebene Kategorien (nach Rangreihe) Häufigkeit %<br />
Genau den ärztlichen Rat befolgen 75<br />
Vertrauen in die Ärzte setzen 74<br />
Kampfgeist 72<br />
Selbstermutigung 57<br />
Anstrengungen zur Lösung <strong>der</strong> Probleme unternehmen 51<br />
Informationen über Erkrankung und Behandlung suchen 47<br />
Intensive Lebensführung 43<br />
5-stufige Rating-Skala, Werte 4 und 5 addiert<br />
Als adaptivste Coping-Modi wurden „Vertrauenssetzung in Ärzte“ (18%)<br />
„Informationssuche“ (16%), „Problemlöseanstrengungen“ (10%) und „Kampfgeist“ (8%)<br />
genannt (Tab. 9.1.9).<br />
Tab. 9.1.9: Adaptivität von Krankheitsverarbeitungstrategien aus Patientensicht<br />
(n = 61)<br />
Vorgegebene Kategorien Häufigkeit %<br />
Vertrauen in die Ärzte setzen 18<br />
Informationssuche 16<br />
Aktive Problemlöseanstrengungen 10<br />
Kampfgeist 8<br />
Auf die Frage nach den Einflussfaktoren auf den weiteren Erkrankungsverlauf schätzten die<br />
Befragten überwiegend das eigene Verhalten (95%) und die eigene Lebenseinstellung (94%)<br />
ein. Auf den weiteren Rangplätzen wurden die „Unterstützung durch Familie“ (92%),<br />
„Fortschritte in <strong>der</strong> Medizin“ (80%) sowie das „Können bzw. Engagement <strong>der</strong> Ärzte“ (79%<br />
bzw. 74%) genannt (Tab. 9.1.10).<br />
113
Tab. 9.1.10: Einflussfaktoren auf den Erkrankungsverlauf aus Patientensicht<br />
(n = 61)<br />
Vorgegebene Kategorien Häufigkeit (in %)<br />
Eigenes Verhalten 95<br />
Eigene Lebenseinstellung 94<br />
Unterstützung durch Familie 92<br />
Fortschritte <strong>der</strong> Medizin 80<br />
Können <strong>der</strong> Ärzte 79<br />
Engagement <strong>der</strong> Ärzte 74<br />
Unterstützung durch Freunde/ Bekannte 41<br />
Vorbestimmtes Schicksal 18<br />
Zufall 10<br />
5-stufige Rating-Skala; Werte 4 und 5 addiert<br />
9.2 Korrelative und interferenzstastistische Ergebnisse<br />
Nach <strong>der</strong> Darstellung <strong>der</strong> deskriptiven Ergebnisse werden anschließend die korrelativen und<br />
inferenzstatistischen Ergebnisse dargestellt.<br />
9.2.1 Reliabilitätsprüfung <strong>der</strong> verwendeten Skalen<br />
Die nachfolgende Tabelle stellt die internen Konsistenzen als Maß für die Reliabilität <strong>der</strong><br />
verwendeten Skalen für die Ausgangsstichprobe (n = 61) dar (Tab. 9.2.1).<br />
114
Tab. 9.2.1: Liste aller Scores und Reliabilitäten <strong>der</strong> verwendeten Skalen für die<br />
Ausgangsstichprobe (n = 61)<br />
Scores<br />
Cronbach's<br />
n<br />
MW s Min Max<br />
items<br />
α<br />
FKV1 (Depressive Verarbeitung) 5 1,56 0,76 1,00 5,00 .83<br />
FKV2 (Aktives problemorientiertes Coping) 5 3,27 1,01 1,00 5,00 .76<br />
FKV3 (Ablenkung u. Selbstaufbau) 5 2,60 0,97 1,00 5,00 .77<br />
FKV4 (Religiosität u. Sinnsuche) 5 2,33 0,85 1,00 4,40 .64<br />
FKV5 (Bagatellisierung u. Wunschdenken) 3 1,89 0,93 1,00 5,00 .65<br />
TSK-SS (Suche nach sozialer Einbindung) 9 3,17 1,01 1,00 5,78 .83<br />
SOZU-K-22 (Soziale Unterstützung) 10 4,22 0,87 1,60 5,00 .91<br />
GEK (Generalisierte Kompetenzerwartung) 4 2,75 0,59 1,25 4,00 .72<br />
Zyn 1 (Zynismus) 5 2,45 0,84 1,00 5,00 .85<br />
Zyn 2 (Zweifel an Altruismus) 4 2,46 1,03 1,00 5,00 .75<br />
Zyn 3 (Amoralischer Opportunismus) 4 2,91 0,95 1,00 5,00 .69<br />
BSI (Angst) 6 1,89 0,92 1,00 4,67 .91<br />
BSI (Depression) 6 1,43 0,72 1,00 3,67 .86<br />
BSI (Somatisierung) 7 1,90 0,83 1,00 4,60 .79<br />
BZI (Menschliche Zuwendung) 6 4,30 0,65 2,00 5,00 .89<br />
BZI (Arzt- und Medizinbezogener Faktor) 4 4,68 0,40 3,00 5,00 .72<br />
BZI (Gesamt) 10 4,45 0,51 2,40 5,00 .89<br />
LZI (Zufriedenheit mit <strong>der</strong> eigenen Person) 7 3,43 0,84 1,43 5,00 .90<br />
LZI (Zufriedenheit mit dem Sozialleben) 4 3,58 0,94 1,00 5,00 .80<br />
LZI (Zufriedenheit mit Beruf und Geld) 2 3,75 0,90 1,00 5,00 .82<br />
LZI (Gesamt) 14 3,59 0,71 2,00 5,00 .88<br />
IRES-MIN 11 5,06 1,29 1,80 7,71 .83<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Reliabilitätsanalyse“<br />
Wie aus <strong>der</strong> Tabelle ersichtlich ist, liegen die Cronbach`s α im Bereich von α = .64 und<br />
α = .91 und können damit als sehr gut bis noch ausreichend bezeichnet werden können.<br />
115
9.2.2 Zusammenhänge zwischen psychosozialen und medizinischen Prädiktoren mit<br />
Maßen <strong>der</strong> Lebensqualität<br />
9.2.2.1 Zusammenhänge zwischen psychosozialen Prädiktoren zum Ende des Akut-<br />
Krankenhausaufenthalts mit Maßen <strong>der</strong> Lebensqualität zum Reha-Ende<br />
Im folgenden sollen zuerst die bivariaten Zusammenhänge zwischen psychosozialen<br />
Prädiktoren zum Ende des Akut-Krankenhausaufenthalts mit Maßen <strong>der</strong> Lebensqualität zum<br />
Reha-Ende dargestellt werden.<br />
Es zeigt sich, dass beson<strong>der</strong>s die depressive Verarbeitung signifikant positiv mit Angst<br />
(r = .40), erwartungsgemäß hoch mit Depression (r = .61) sowie negativ mit <strong>der</strong> Lebenszufriedenheit<br />
(r = -.41) korreliert (Tab. 9.2.2).<br />
Tab. 9.2.2: Zusammenhänge zwischen psychosozialen Prädiktoren (Akut-Ende, T1) und<br />
Maßen <strong>der</strong> Lebensqualität (Reha-Ende, T3) (n = 56)<br />
Angst<br />
(BSI)<br />
Depression<br />
(BSI)<br />
Somatisierung<br />
(BSI)<br />
Lebenszufriedenheit<br />
(LZI)<br />
Behandlungszufriedenheit<br />
(BZI)<br />
Reha-<br />
Status<br />
(IRES-<br />
MIN)<br />
Scores<br />
Depressive<br />
Verarbeitung <br />
.40** .61*** -.41** -.49**<br />
Aktives Coping <br />
Ablenkung .27* -.32*<br />
Religiosität/ Sinnsuche <br />
Bagatellisieren .32* .48***<br />
Suche nach soz.<br />
Einbindung<br />
Zynismus .54*** .49*** .35** -.46*** -.29* -.43***<br />
Zweifel an Altruismus -.40** -.37**<br />
Amoralischer<br />
Opportunismus <br />
.38** .31*<br />
Soziale Unterstützung -.33* -.30* .34** .39**<br />
Selbstwirksamkeit <br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Korrelation“: Pearson r (*** ≤.001, ** ≤.01, * ≤ .05); (FKV) (TSK-SS)<br />
(Zyn1) (Zyn2) (Zyn3) (F-SOZU-K-22) (GEK)<br />
Patienten mit ablenkendem Coping-Verhalten sind ebenfalls depressiver (r = .27) und weniger<br />
mit ihrem Leben (r = -.32) zufrieden. Bagatellisieren steht mit vermehrter Angst (r = .32) und<br />
Depression (r = .48) in Zusammenhang. Auch die Zynismus-Skalen weisen signifikante<br />
Zusammenhänge mit den gemessenen Maßen <strong>der</strong> Lebensqualität auf. Patienten mit einer<br />
ausgeprägten zynischen Einstellung am Ende <strong>der</strong> Akutbehandlung sind am Reha-Ende<br />
ängstlicher (r = .54), depressiver (r = .49), haben mehr somatische Symptome (r = .35), eine<br />
geringere Lebens- (r = -.46) und Behandlungszufriedenheit (r = -.29) sowie einen niedrigeren<br />
Reha-Status (r = -.43). „Amoralischer Opportunismus“ steht mit Angst (r = .38) und<br />
Depression (r = .31) in positiver Beziehung, „Zweifel an Altruismus“ negativ mit<br />
Lebenszufriedenheit (r = -.40) und dem Reha-Status (r = -.37). Dagegen sind Patienten, die<br />
sich von ihren Bezugspersonen unterstützt fühlen, weniger depressiv (r = -.33), haben weniger<br />
116
Somatisierungssymptome (r = -.30), sowie eine höhere Lebenszufriedenheit (r = .34) und<br />
einen höheren Reha-Status (r = .39). Aktives Coping, Religiosität, die Suche nach sozialer<br />
Einbindung und die Selbstwirksamkeit stehen zu diesen Zeitpunkten nicht in signifikanter<br />
Beziehung zu Lebensqualitätsmaßen.<br />
9.2.2.2 Zusammenhänge zwischen psychosozialen Prädiktoren zu Reha-Beginn mit<br />
Maßen <strong>der</strong> Lebensqualität am Reha-Ende<br />
Die Zusammenhänge zwischen den psychosozialen Prädiktoren am Beginn <strong>der</strong> Rehabilitation<br />
und den Maßen <strong>der</strong> Lebensqualität an <strong>der</strong>en Ende sind im Vergleich zum Ende <strong>der</strong> Akut-<br />
Behandlung weniger stark ausgeprägt (Tab. 9.2.3). Auch hier wie<strong>der</strong>um zeigen sich bei <strong>der</strong><br />
depressiven Verarbeitung die höchsten Zusammenhänge. Patienten mit diesem Coping-<br />
Verhalten sind ängstlicher (r = .36), depressiver (r = .55), weniger mit ihrem Leben (r = -.48)<br />
sowie <strong>der</strong> Behandlung (r = -.37) zufrieden und weisen einen geringen Reha-Status auf<br />
(r = -.38).<br />
Tab. 9.2.3: Zusammenhänge zwischen psychosozialen Prädiktoren (Reha-Beginn, T2)<br />
und Maßen <strong>der</strong> Lebensqualität (Reha-Ende, T3) (n = 56)<br />
Angst<br />
(BSI)<br />
Depression<br />
(BSI)<br />
Somatisierung<br />
(BSI)<br />
Lebenszufriedenheit<br />
(LZI)<br />
Behandlungszufriedenheit<br />
(BZI)<br />
Reha-<br />
Status<br />
(IRES-<br />
MIN)<br />
Scores<br />
Depressive<br />
Verarbeitung <br />
.36** .55*** -.48*** -.37** -.38**<br />
Aktives Coping <br />
Ablenkung <br />
Religiosität/ Sinnsuche .29*<br />
Bagatellisieren .35**<br />
Suche nach sozialer<br />
Einbindung <br />
Zynismus -.27* -.46***<br />
Zweifel an Altruismus <br />
Amoralischer Opportunismus<br />
<br />
Soziale Unterstützung<br />
<br />
-.51*** -.37** .49*** .58***<br />
Selbstwirksamkeit -.48*** -.34** -.35** .43***<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Korrelation“: Pearson r (*** ≤.001, ** ≤.01, * ≤ .05); (FKV) (TSK-SS)<br />
(Zyn1) (Zyn2) (Zyn3) (F-SOZU-K-22) (GEK)<br />
Im Gegensatz zum ersten Messzeitpunkt zeigt die Selbstwirksamkeitserwartung signifikante<br />
Beziehungen zu Angst (r = -.48), Depression (r = -.34), Somatisierung (r = -.35) und<br />
Lebensqualität (r = .43). Auch weisen Patienten mit hoher wahrgenommener sozialer<br />
Unterstützung weniger depressive und somatische Symptome (r = -.51 bzw. r = -.37) auf und<br />
sind insgesamt zufriedener mit ihrem Leben (r = .49) bei gleichzeitig gutem Reha-Status<br />
(r = .58). Weitere signifikante Zusammenhänge zeigen sich zwischen Bagatellisieren und<br />
117
Depression (r = .35), Religiosität und Depression (r = .29) sowie zwischen Zynismus und<br />
Lebensqualität (r = -.27) bzw. Reha-Status (r = -.46). Die beiden Coping-Scores aktives<br />
Coping und die Suche nach sozialer Unterstützung hängen wie zum ersten Messzeitpunkt<br />
nicht mit den Ergebniskriterien zusammen.<br />
9.2.2.3 Zusammenhänge zwischen psychosozialen Prädiktoren zum Ende des Akut-<br />
Krankenhausaufenthalts mit Maßen <strong>der</strong> Lebensqualität zur Katamnese<br />
Die stärksten Zusammenhänge zwischen Ausgangsvariablen am ersten Messzeitpunkt und<br />
Maßen <strong>der</strong> Lebensqualität zum Katamnesemesszeitpunkt können wie auch zu den an<strong>der</strong>en<br />
Messzeitpunkten bei <strong>der</strong> depressive Verarbeitung festgestellt werden (Tab. 9.2.4).<br />
Tab. 9.2.4: Zusammenhänge zwischen psychosozialen Prädiktoren (Akut-Ende, T1) und<br />
Maßen <strong>der</strong> Lebensqualität (Katamnese, T4) (n = 54)<br />
Angst<br />
(BSI)<br />
Depression<br />
(BSI)<br />
Somatisierung<br />
(BSI)<br />
Lebenszufriedenheit<br />
(LZI)<br />
Behandlungszufriedenheit<br />
(BZI)<br />
Reha-<br />
Status<br />
(IRES-<br />
MIN)<br />
Scores<br />
Depressive<br />
Verarbeitung <br />
.45*** .44*** .47*** -.38** -.56***<br />
Aktives Coping .35*<br />
Ablenkung .33* .28* -.35*<br />
Religiosität/ Sinnsuche .31*<br />
Bagatellisieren .52*** .36* .30* -.30* -.46***<br />
Suche nach sozialer<br />
Einbindung <br />
Zynismus .61*** .40** -.42** -.40**<br />
Zweifel an Altruismus .33* -.38**<br />
Amoralischer Opportunismus<br />
<br />
.33*<br />
Soziale Unterstützung<br />
<br />
-.30* .36** .33*<br />
Selbstwirksamkeit <br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Korrelation“: Pearson r (*** ≤.001, ** ≤.01, * ≤ .05); (FKV) (TSK-SS)<br />
(Zyn1) (Zyn2) (Zyn3) (F-SOZU-K-22) (GEK)<br />
So zeigen sich signifikante Beziehungen zu Angst (r = .45), Depression (r = .44),<br />
Somatisierung (r = .47), Lebenszufriedenheit (r = -.38) und dem Reha-Status (r = -.56). Aber<br />
auch Bagatellisieren korreliert ebenfalls mit diesen Variablen in <strong>der</strong> gleichen Richtung. Es<br />
zeigen sich signifikante Beziehungen zu Angst (r = .52), Depression (r = .36), Somatisierung<br />
(r = .30), Lebenszufriedenheit (r = -.30) und zum Reha-Status (r = -.46). Ablenkung korreliert<br />
mit Angst (r = .33), Depression (r = .28) und Lebenszufriedenheit (r = -.35). Weitere<br />
Zusammenhänge zeigen sich zwischen aktivem Coping bzw. Religiosität und<br />
Behandlungszufriedenheit (r = .35 bzw. r = .31). Patienten mit einer zynischen Einstellung am<br />
Ende <strong>der</strong> Akut-Behandlung sind am Katamnesemesszeitpunkt ängstlicher (r = .61), weniger<br />
mit ihrem Leben zufrieden (r = -.42), haben vermehrt somatische Beschwerden (r = .40) und<br />
118
einen schlechteren Reha-Status (r = -.40). Dagegen sind Patienten mit einer als gut<br />
wahrgenommenen sozialen Unterstützung weniger ängstlich (r = -.30), eher mit ihrem Leben<br />
zufrieden (r = .36) und weisen einen besseren Reha-Status auf (r = .33). Die<br />
Selbstwirksamkeitserwartungen stehen nicht mit den Zielkriterien zu diesem Zeitpunkt in<br />
Beziehung.<br />
9.2.2.4 Zusammenhänge zwischen psychosozialen Prädiktoren zum Reha-Beginn mit<br />
Maßen <strong>der</strong> Lebensqualität zur Katamnese<br />
Bei <strong>der</strong> Untersuchung <strong>der</strong> Zusammenhänge zwischen psychosozialen Variablen zu Reha-<br />
Beginn und Lebensqualitätsvariablen zum Katamnesezeitpunkt zeigen sich wie<strong>der</strong>um starke<br />
Beziehungen mit <strong>der</strong> depressiven Verarbeitung (Tab. 9.2.5).<br />
Tab. 9.2.5: Zusammenhänge zwischen psychosozialen Prädiktoren (Reha-Beginn, T2)<br />
und Maßen <strong>der</strong> Lebensqualität (Katamnese, T4) (n = 54)<br />
Angst<br />
(BSI)<br />
Depression<br />
(BSI)<br />
Somatisierung<br />
(BSI)<br />
Lebenszufriedenheit<br />
(LZI)<br />
Behandlungszufriedenheit<br />
(BZI)<br />
Reha-<br />
Status<br />
(IRES-<br />
MIN)<br />
Scores<br />
Depressive<br />
Verarbeitung <br />
.42** .51*** -.51*** -.43***<br />
Aktives Coping .43**<br />
Ablenkung .41**<br />
Religiosität/ Sinnsuche <br />
Bagatellisieren .35** .40** -.38** -.36**<br />
Suche nach sozialer<br />
Einbindung <br />
.46***<br />
Zynismus .45*** .27* -.44***<br />
Zweifel an Altruismus .33* -.30*<br />
Amoralischer Opportunismus<br />
<br />
-.33*<br />
Soziale Unterstützung<br />
<br />
-.47*** -.56*** -.37** .56*** .30* .46***<br />
Selbstwirksamkeit -.40** -.35**<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Korrelation“: Pearson r (*** ≤.001, ** ≤.01, * ≤ .05); (FKV) (TSK-SS)<br />
(Zyn1) (Zyn2) (Zyn3) (F-SOZU-K-22) (GEK)<br />
Patienten mit diesem Coping-Verhalten zu Reha-Beginn sind sechs Monate später ängstlicher<br />
(r = .42), depressiver (r = .51), weniger mit ihrem Leben zufrieden (r = -.51) und haben einen<br />
geringeren Reha-Status (r = -.43). Bagatellisierende Patienten weisen ein ähnliches Muster<br />
zum Katamnesezeitpunkt auf, allerdings weniger deutlich ausgeprägt<br />
(Angst: r = 35; Depression: r = .40; Lebenszufriedenheit: r = -.38, Reha-Status: -.36). Aktives<br />
Coping und Ablenkung stehen mit <strong>der</strong> Behandlungszufriedenheit in einen signifikanten<br />
Zusammenhang (r = .43 bzw. r = .41). Religiosität weist keine signifikanten Beziehungen auf.<br />
Die wahrgenommene soziale Unterstützung korreliert zu diesem Zeitpunkt stark mit den<br />
Lebensqualitätsmaßen. Patienten, die die Beziehung zu den Bezugspersonen als gut<br />
119
wahrnehmen, sind später weniger ängstlich (r = -.47), depressiv (r = -.56), haben weniger<br />
somatische Beschwerden (r = -.37), einen höheren Reha-Status (r = .46) und sind zufriedener<br />
mit ihrem Leben (r = .56) und <strong>der</strong> Behandlung (r = .30). Patienten mit einer hohen<br />
Selbstwirksamkeit zu T2 haben ebenfalls zu T4 geringere Angst (r = -.40) und<br />
Somatisierungswerte (r = -.35). Weiterhin korrelieren Zynismus mit Angst (r = .45),<br />
Somatisierung (r = .27) und dem Reha-Status (r = -.44), Zweifel an Altruismus mit Angst<br />
(r = .33) und dem Reha-Status (-.30) sowie amoralischer Opportunismus mit <strong>der</strong><br />
Behandlungszufriedenheit (r = .-33).<br />
9.2.2.5 Zusammenhänge zwischen medizinischen Prädiktoren und Maßen <strong>der</strong><br />
Lebensqualität<br />
Aufgrund <strong>der</strong> insgesamt geringen Zusammenhänge zwischen medizinischen Basisdaten<br />
(Anzahl betroffener Gefäße, NYHA-Stadium in <strong>der</strong> Akut-Versorgung, Erkrankungsdauer,<br />
maximale Ergometerleistung in <strong>der</strong> Reha-Klinik, Alter) und psychosozialen Zielkriterien am<br />
Reha-Ende und zum Katamnesezeitpunkt wird auf eine tabellarische Darstellung verzichtet.<br />
Es zeigt sich, dass lediglich die Erkrankungsdauer in positiver Beziehung zu somatischen<br />
Symptomen am Reha-Ende steht. Patienten mit einer längeren Krankengeschichte geben<br />
demnach signifikant häufiger somatische Symptome am Reha-Ende an (r = .38, p ≤ .05).<br />
Ebenfalls haben Patienten, bei denen mehrere Gefäße von <strong>der</strong> Erkrankung betroffen sind,<br />
vermehrt somatische Beschwerden zum Katamnesezeitpunkt (r = .30, p ≤ .05). Ältere<br />
Patienten sind am Reha-Ende zufriedener mit <strong>der</strong> Behandlung (r = .27, p ≤ .05). Patienten mit<br />
einer höheren maximalen Ergometerleistung und einem geringeren NYHA-Stadium haben<br />
einen höheren Reha-Status am Ende <strong>der</strong> Rehabilitationsmaßnahme (r = .28, p ≤ .05 bzw.<br />
rs = -.38, p ≤ .01). Ansonsten lassen sich keine weiteren signifikanten Korrelationen<br />
feststellen.<br />
Die Untersuchung <strong>der</strong> Zusammenhänge zwischen den medizinischen und den psychosozialen<br />
Prädiktoren zum ersten Messzeitpunkt ergab ebenfalls nur wenige signifikante Korrelationen.<br />
Patienten mit aktiven Coping hatten eine höhere maximale Ergometerleistung in <strong>der</strong> Reha-<br />
Klinik (r = .28; p ≤ .05). Außerdem korrelierte die Skala „Amoralischer Opportunismus“<br />
signifikant negativ mit <strong>der</strong> Erkrankungsdauer (r = -.33; p ≤ .05). Weitere signifikante<br />
Zusammenhänge zeigen sich nicht.<br />
9.2.2.6 Zusammenhänge zwischen erkrankungsbezogenen Kontrollüberzeugungen und<br />
Maßen <strong>der</strong> Lebensqualität<br />
Korrelative Beziehungen zwischen den erkrankungsbezogenen Kontrollüberzeugungen zu T1<br />
(gemessen auf Einzelitemebene) und psychosozialen Zielkriterien <strong>der</strong> Rehabilitation zu T3<br />
sind ebenfalls insgesamt gering ausgeprägt, so dass auf eine tabellarische Darstellung<br />
verzichtet wird. Patienten, die das Schicksal für den weiteren Verlauf <strong>der</strong> Erkrankung<br />
verantwortlich machen, haben am Reha-Ende höhere Depressions- und Somatisierungswerte<br />
(r = .42, p ≤ .01 bzw. r = .41, p ≤ .01). Weiterhin korrelieren „Fortschritte <strong>der</strong> Medizin“ mit<br />
Angst (r = .29, p ≤ .05) und „eigene Lebenseinstellung“ bzw. „eigenes Verhalten“ mit dem<br />
Reha-Status (r = .33, p ≤ .05 bzw. r = .41, p ≤ .05).<br />
120
Tab. 9.2.6 zeigt die Zusammenhänge zwischen den erkrankungsbezogenen<br />
Kontrollüberzeugungen zu T1 und den Zielkriterien zu T4. Patienten, die am<br />
Katamnesemesszeitpunkt depressiver sind, sehen zum Akut-Ende das Schicksal und den<br />
Zufall als starke Einflussfaktoren auf die Erkrankung (r = .41, p ≤ .01 bzw. r = .37, p ≤ .01).<br />
Dagegen korreliert Angst signifikant negativ mit „eigenem Verhalten“ (r = -.36, p ≤ .01) und<br />
„Unterstützung durch Freunde/ Bekannte“ (r = -.30, p ≤ .05). Patienten mit vielen<br />
somatischen Beschwerden geben „Zufall“ (r = .31, p ≤ .05), „Unterstützung durch Freunde/<br />
Bekannte“ (r = -.30, p ≤ .05) und „Schicksal“ (r = .43, p ≤ .01) als Einflussfaktoren an.<br />
Beson<strong>der</strong>s <strong>der</strong> Reha-Status zeigt signifikante Korrelationen zu den Variablen „eigene<br />
Lebenseinstellung“ (r = .29, p ≤ .05), „eigenes Verhalten“ (r = .39, p ≤ .01), „Unterstützung<br />
durch Freunde/ Bekannte“ (r = .43, p ≤ .01), „Schicksal“ (r = -.29, p ≤ .05) und „Fortschritte<br />
<strong>der</strong> Medizin“ (r = .32, p ≤ .05). Weiterhin steht die Lebenszufriedenheit zu T4 mit dem<br />
„Schicksal“ zu T1 in negativer Beziehung (r = -.29, p ≤ .05).<br />
Tab. 9.2.6: Zusammenhänge zwischen erkrankungsbezogenen Kontrollüberzeugungen<br />
(T1) und Maßen <strong>der</strong> Lebensqualität (T4) (n = 54)<br />
Angst<br />
(BSI)<br />
Depression<br />
(BSI)<br />
Somatisierung<br />
(BSI)<br />
EKO-Items<br />
Zufall .37** .31*<br />
Können <strong>der</strong> Ärzte<br />
Eigene<br />
Lebenseinstellung<br />
Lebenszufriedenheit<br />
(LZI<br />
Behandlungszufriedenheit<br />
(BZI)<br />
Reha-<br />
Status<br />
(IRES-<br />
MIN)<br />
Eigenes Verhalten -.36** .39**<br />
Unterstützung<br />
durch Familie<br />
-.30* -.30*<br />
Unterstützung<br />
durch Freunde<br />
.43***<br />
Engagement <strong>der</strong><br />
Ärzte<br />
Schicksal .41** .43** -.29* -.29*<br />
Fortschritte <strong>der</strong><br />
Medizin<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Korrelation“: Pearson r (*** ≤.001** ≤.01, * ≤ .05)<br />
.29*<br />
-.32*<br />
Zusammenhänge zwischen erkrankungsbezogenen Kontrollüberzeugungen zu T2 mit Maßen<br />
<strong>der</strong> Lebensqualität zu T3 sind dagegen ausgeprägter. So korreliert „Schicksal“ mit Angst<br />
(r = .39, p ≤ .01), Depression (r = .49, p ≤ .001), Somatisierung (r = .31, p ≤ .05) und<br />
Lebenszufriedenheit (r = -.27, p ≤ .05) am Reha-Ende (Tab. 4.2.7). Patienten mit einer hohen<br />
Lebenszufriedenheit am Reha-Ende betrachten zu Beginn <strong>der</strong> Reha beson<strong>der</strong>s soziale<br />
Faktoren als wichtige Einflussgrößen auf den Erkrankungsverlauf (Unterstützung durch<br />
Familie: r = .44, p ≤ .001; Unterstützung durch Freunde: r = .33, p ≤ .05). Patienten, die den<br />
Einfluss des eigenen Verhaltens für den Erkrankungsverlauf betonen, haben am Reha-Ende<br />
121
ebenfalls eine höhere Lebenszufriedenheit (r = .30, p ≤ .05). Ebenso steht die eigene<br />
Lebenseinstellung in negativer Beziehung zur Depression (r = -.34, p ≤ .05) bzw.<br />
Somatisierung (r = -.31, p ≤ .05) und in positiver zum Reha-Status (r = .36, p ≤ .01).<br />
Patienten, die mit <strong>der</strong> Behandlung zufriedener sind, sehen beson<strong>der</strong>s das Engagement <strong>der</strong><br />
Ärzte als eine zentrale Einflussgröße für die Genesung (r = .40, p ≤ .01).<br />
Tab. 9.2.7: Zusammenhänge zwischen erkrankungsbezogenen Kontrollüberzeugungen<br />
(T2) und Maßen <strong>der</strong> Lebensqualität (T3) (n = 56)<br />
Behand-<br />
Reha-<br />
Depressiosierunfriedenheit<br />
Somati-<br />
Lebenszu-<br />
Angst<br />
lungs-<br />
Status<br />
(BSI)<br />
zufrieden-<br />
heit (BZI) MIN)<br />
(IRES-<br />
(BSI) (BSI) (LZI<br />
EKO-Items<br />
Zufall<br />
Können <strong>der</strong> Ärzte<br />
Eigene<br />
Lebenseinstellung<br />
-.34* -.31* .36**<br />
Eigenes Verhalten .30*<br />
Unterstützung<br />
durch Familie<br />
.44***<br />
Unterstützung<br />
durch Freunde<br />
.33* .40**<br />
Engagement <strong>der</strong><br />
Ärzte<br />
.40**<br />
Schicksal .39** .49*** .31* -.27*<br />
Fortschritte <strong>der</strong><br />
Medizin<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Korrelation“: Pearson r (*** ≤.001, ** ≤.01, * ≤ .05)<br />
Nur wenige Zusammenhänge lassen sich dagegen zwischen den Kontrollüberzeugungen zu<br />
Reha-Beginn und Maßen <strong>der</strong> Lebensqualität zum Katamnesemesszeitpunkt feststellen, so dass<br />
hier ebenfalls auf eine tabellarische Darstellung verzichtet wird. Patienten, die sich zu T4<br />
depressiver darstellen, sehen zu T2 weniger die Unterstützung <strong>der</strong> Familie<br />
(r = -.33, p ≤ .05) o<strong>der</strong> Freunde als Einflussfaktoren (r = -.29, p ≤ .05) auf den<br />
Erkrankungsverlauf, son<strong>der</strong>n beson<strong>der</strong>s das Schicksal (r = .41, p ≤ .01). Außerdem steht die<br />
„Unterstützung durch Freunde“ in positiver Beziehung zur Behandlungszufriedenheit (r = .37,<br />
p ≤ .01) und zum Reha-Status (r = .29, p ≤ .05). Weitere Korrelationen bestehen zwischen<br />
„Fortschritte <strong>der</strong> Medizin“ und Angst (r = .29, p ≤ .05), „eigene Lebenseinstellung“ und Reha-<br />
Status (r = .31, p ≤ .05), „Unterstützung durch Familie“ und Lebenszufriedenheit<br />
(r = .48, p ≤ .001) sowie „Schicksal“ und Somatisierung (r = .35, p ≤ .01).<br />
9.2.2.7 Prädiktoren <strong>der</strong> Lebensqualität<br />
Zur Vorhersage <strong>der</strong> verschiedenen Outcome-Variablen wurden jeweils schrittweise multiple<br />
Regressionen durchgeführt, wobei aufgrund des vorliegenden Stichprobenumfangs von n = 54<br />
122
zu T4 bzw. n = 56 zu T3 jeweils nach einem gängigen Kriterium fünf Prädiktorvariablen in<br />
die Vorhersagegleichung aufgenommen wurden (vgl. Harrell et al., 1996). Aufgrund <strong>der</strong><br />
empirisch belegten hohen Bedeutung <strong>der</strong> depressiven Verarbeitung als Prädiktor des Reha-<br />
Outcomes (siehe Kap. 2) wurde dabei beson<strong>der</strong>s dieser Coping-Modus bei den Berechnungen<br />
berücksichtigt. Daneben wurden außerdem die soziale Unterstützung, die Selbstwirksamkeit,<br />
die Erkrankungsdauer bzw. die maximale Ergometerleistung und das Alter <strong>der</strong> Patienten in<br />
die Vorhersagegleichungen zur Überprüfung ihrer Prädiktionsleistung jeweils für die<br />
verschiedenen Kriteriumsvariablen zu den beiden letzten Messzeitpunkten eingesetzt.<br />
9.2.2.7.1 Prädiktoren <strong>der</strong> Lebenszufriedenheit<br />
Für die Vorhersage <strong>der</strong> Lebenszufriedenheit zu T4 wurden die zu T1 erfassten Variablen<br />
depressive Verarbeitung, soziale Unterstützung, Selbstwirksamkeit, die Erkrankungsdauer<br />
und das Alter <strong>der</strong> Patienten verwendet. Es zeigt sich, dass die depressive Verarbeitung und die<br />
Selbstwirksamkeit am Ende des Akut-Krankenhausaufenthaltes signifikante Prädiktoren zur<br />
Vorhersage <strong>der</strong> Lebenszufriedenheit sechs Monate nach dem Reha-Ende darstellen (Tab.<br />
9.2.8). Damit lassen sich 33% <strong>der</strong> Varianz <strong>der</strong> Gesamtlebenszufriedenheit zur Katamnese mit<br />
Hilfe <strong>der</strong> zu T1 gemessenen Variablen „Depressive Verarbeitung“ und „Selbstwirksamkeit“<br />
vorhersagen.<br />
Tab. 9.2.8: Multiple Regression <strong>der</strong> Lebenszufriedenheit zur Katamnese (n = 54)<br />
T1➜T4<br />
UV (T1) B SE Beta T Signifikanz<br />
Depressive Verarbeitung -0,36 0,09 -.55 -3,83 .001<br />
Selbstwirksamkeit 0,25 0,12 .30 2,06 .05<br />
Korrelationskoeffizient<br />
Modell<br />
Bestimmtheitsmaß F p<br />
R = .57 R 2 = .33 8,24 .001<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />
Kriterium: Gesamtsumme Lebenszufriedenheit (T4)<br />
5 UVs (T1): depressive Verarbeitung, Selbstwirksamkeit, soziale Unterstützung, Krankheitsdauer, Alter.<br />
Anschließend wurde überprüft, ob diese Skalen zu T2 einen signifikanten Erklärungsbeitrag<br />
zur Gesamtlebenszufriedenheit zu T4 leisteten. Die Krankheitsdauer wurde durch die<br />
maximale Ergometerleistung zu Reha-Beginn ersetzt, da in <strong>der</strong> Akutklinik meist keine<br />
Ergometerleistung gemessen wurde.<br />
123
Tab. 9.2.9: Multiple Regression <strong>der</strong> Lebenszufriedenheit zur Katamnese (n = 54)<br />
T2➜T4<br />
UV (T2) B SE Beta T Signifikanz<br />
Soziale Unterstützung 0,33 0,09 .43 3,68 .001<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />
Kriterium: Gesamtsumme Lebenszufriedenheit (T4)<br />
5 UVs (T2): depressive Verarbeitung, Selbstwirksamkeit, soziale Unterstützung, max. Ergometerleistung, Alter.<br />
Wie Tabelle 9.2.9 zeigt, stellen soziale Unterstützung, depressive Verarbeitung und das Alter<br />
<strong>der</strong> Patienten Prädiktoren <strong>der</strong> Gesamtlebenszufriedenheit zu T4 mit einem aufgeklärten<br />
Varianzanteil von 46% dar.<br />
Zusammengefasst sind diejenigen Patienten sechs Monate nach <strong>der</strong> Rehabilitation mit ihrem<br />
Leben zufriedener, die am Ende <strong>der</strong> Akut-Behandlung ihre Erkrankung weniger depressiv<br />
verarbeiten sowie von den eigenen Kompetenzen überzeugt sind und die zu Beginn <strong>der</strong><br />
Rehabilitation von guter sozialer Unterstützung berichten, ebenfalls weniger depressive<br />
Verarbeitung zeigen und älter sind.<br />
Für die Vorhersage <strong>der</strong> Gesamtlebenszufriedenheit zum Reha-Ende (T3) wurden jeweils<br />
dieselben Prädiktoren wie für die Katamnese eingesetzt. Tabelle 9.2.10 stellt die Vorhersage<br />
von T1 auf T3 dar, Tabelle 4.2.11 die Prädiktion von T2 auf T3.<br />
Tab. 9.2.10: Multiple Regression <strong>der</strong> Lebenszufriedenheit zum Reha-Ende (n = 56)<br />
T1➜T3<br />
UV (T1) B SE Beta T Signifikanz<br />
Depressive Verarbeitung -0,34 0,09 -.53 -3,85 .001<br />
Depressive Verarbeitung -0,30 0,10 -.35 -2,97 .01<br />
Alter 0,02 0,10 .22 2,08 .05<br />
Korrelationskoeffizient<br />
Modell<br />
Bestimmtheitsmaß F p<br />
R = .68 R 2 = .46 13,72 .0001<br />
Selbstwirksamkeit 0,36 0,12 .40 2,89 .01<br />
Korrelationskoeffizient<br />
Modell<br />
Bestimmtheitsmaß F p<br />
R = .61 R 2 = .38 10,26 .0001<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />
Kriterium: Gesamtsumme Lebenszufriedenheit (T3)<br />
5 UVs (T1): depressive Verarbeitung, Selbstwirksamkeit, soziale Unterstützung, Krankheitsdauer, Alter.<br />
Demnach korreliert zu T1 eine depressive Verarbeitung signifikant negativ mit <strong>der</strong><br />
Lebenszufriedenheit zum Reha-Ende, während die soziale Unterstützung signifikant positiv<br />
korreliert. Alle weiteren eingesetzten Variablen spielen in <strong>der</strong> Vorhersagegleichung keine<br />
Rolle. Der aufgeklärte Varianzanteil an <strong>der</strong> Gesamtlebenszufriedenheit zum Reha-Ende liegt<br />
bei 38%.<br />
124
Weiterhin steht die Lebenszufriedenheit zu T3 signifikant mit <strong>der</strong> depressiven Verarbeitung,<br />
<strong>der</strong> sozialen Unterstützung und <strong>der</strong> Selbstwirksamkeit in Beziehung (Tab. 9.2.11). Diese drei<br />
Variablen erklären 39% <strong>der</strong> Varianz <strong>der</strong> Gesamtlebenszufriedenheit zum dritten<br />
Messzeitpunkt am Reha-Ende auf.<br />
Tab. 9.2.11: Multiple Regression <strong>der</strong> Lebenszufriedenheit zum Reha-Ende (n = 56)<br />
T2➜T3<br />
UV (T2) B SE Beta T Signifikanz<br />
Depressive Verarbeitung -0,21 0,10 -.27 -2,10 .05<br />
Soziale Unterstützung 0,23 0,08 .33 2,74 .01<br />
Selbstwirksamkeit 0,25 0,10 .30 2,62 .01<br />
Korrelationskoeffizient<br />
Modell<br />
Bestimmtheitsmaß F p<br />
R = .62 R 2 = .39 10,64 .0001<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />
Kriterium: Gesamtsumme Lebenszufriedenheit (T3)<br />
5 UVs (T2): depressive Verarbeitung, Selbstwirksamkeit, soziale Unterstützung, max. Ergometerleistung, Alter.<br />
Zum Reha-Ende haben diejenigen Patienten eine größere Lebenszufriedenheit, die am Ende<br />
<strong>der</strong> Akut-Behandlung weniger depressiv verarbeiten sowie sich ihrer Kompetenzen bewusst<br />
sind und die zu Reha-Beginn weniger depressives Copingverhalten, eine gute Unterstützung<br />
durch Bezugspersonen sowie hohe Selbstwirksamkeitsüberzeugungen angeben.<br />
9.2.2.7.2 Prädiktoren von Depression<br />
Die depressive Verarbeitung stellt in bezug auf die Depression erwartungsgemäß aufgrund<br />
des Konfundierungsproblems den stärksten und alleinigen Prädiktor <strong>der</strong> verwendeten<br />
Vorhersagegleichungen zu allen Messzeitpunkten dar. Lediglich bei <strong>der</strong> Vorhersage vom<br />
Reha-Beginn auf die Katamnese leistet die soziale Unterstützung außerdem einen<br />
signifikanten Beitrag (Tab. 9.2.13).<br />
Wie die nachfolgenden Tabellen 9.2.12 bis 9.2.15 zeigen, sind diejenigen Rehabilitanden am<br />
Ende <strong>der</strong> Reha-Maßnahme und zum Katamnesemesszeitpunkt depressiver, die sowohl zum<br />
Ende des Akutaufenthaltes als auch zum Beginn <strong>der</strong> Reha-Maßnahme eine depressive<br />
Krankheitsverarbeitung aufweisen. Dies gilt beson<strong>der</strong>s bei <strong>der</strong> Vorhersage von T1 auf T3, bei<br />
<strong>der</strong> mit Hilfe <strong>der</strong> depressiven Verarbeitung ein Varianzanteil von 61% an <strong>der</strong> Gesamtvarianz<br />
<strong>der</strong> Depression aufgeklärt wird (Tab. 9.2.12).<br />
125
Tab. 9.2.12: Multiple Regression <strong>der</strong> Depression zur Katamnese (n = 54)<br />
T1➜T4<br />
UV (T1) B SE Beta T Signifikanz<br />
Tab. 9.2.13: Multiple Regression <strong>der</strong> Depression zur Katamnese (n = 54)<br />
T2➜T4<br />
UV (T2) B SE Beta T Signifikanz<br />
Depressive Verarbeitung 0,39 0,14 .37 2,90 .001<br />
Tab. 9.2.14: Multiple Regression <strong>der</strong> Depression zum Reha-Ende (n = 56)<br />
T1➜T3<br />
UV (T1) B SE Beta T Signifikanz<br />
Depressive Verarbeitung 0,54 0,12 .60 4,40 .0001<br />
Korrelationskoeffizient<br />
Modell<br />
Bestimmtheitsmaß F p<br />
R = .60 R 2 = .36 19,32 .0001<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />
Kriterium: Depression (T4)<br />
5 UVs (T1): depressive Verarbeitung, Selbstwirksamkeit, soziale Unterstützung, Krankheitsdauer, Alter.<br />
Soziale Unterstützung -0,30 0,12 -.33 -2,58 .01<br />
Korrelationskoeffizient<br />
Modell<br />
Bestimmtheitsmaß F p<br />
R = .59 R 2 = .34 12,76 .0001<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />
Kriterium: Depression (T4)<br />
5 UVs (T2): depressive Verarbeitung, Selbstwirksamkeit, soziale Unterstützung, max. Ergometerleistung, Alter.<br />
Depressive Verarbeitung 0,54 0,07 .78 7,58 .0001<br />
Korrelationskoeffizient<br />
Modell<br />
Bestimmtheitsmaß F p<br />
R = .78 R 2 = .61 57,49 .0001<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />
Kriterium: Depression (T3)<br />
5 UVs (T1): depressive Verarbeitung, Selbstwirksamkeit, soziale Unterstützung, Krankheitsdauer, Alter.<br />
126
Tab. 9.2.15: Multiple Regression <strong>der</strong> Depression zum Reha-Ende (n = 56)<br />
T2➜T3<br />
UV (T2) B SE Beta T Signifikanz<br />
9.2.2.7.3 Prädiktoren von Angst<br />
Bei <strong>der</strong> Vorhersage <strong>der</strong> Angstsymptomatik zur Katamnese und zum Reha-Ende stellt<br />
ebenfalls die depressive Verarbeitung den besten Prädiktor dar (Tab. 9.2.16 - 9.2.19). Die<br />
aufgeklärten Varianzanteile an <strong>der</strong> Gesamtvarianz reichen von 18% bis 37%. Lediglich bei<br />
<strong>der</strong> Prädiktion von T2 auf T3 zeigt sich, dass die Selbstwirksamkeitserwartung neben <strong>der</strong><br />
depressiven Verarbeitung ebenfalls signifikant mit <strong>der</strong> Angst korreliert.<br />
Tab. 9.2.16: Multiple Regression <strong>der</strong> Angst zur Katamnese (n = 54)<br />
T1➜T4<br />
UV (T1) B SE Beta T Signifikanz<br />
Tab. 9.2.17: Multiple Regression <strong>der</strong> Angst zur Katamnese (n = 54)<br />
T2➜T4<br />
UV (T2) B SE Beta T Signifikanz<br />
Depressive Verarbeitung 0,36 0,08 .55 4,79 .0001<br />
Korrelationskoeffizient<br />
Modell<br />
Bestimmtheitsmaß F p<br />
R = .55 R 2 = .30 22,91 .0001<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />
Kriterium: Depression (T3)<br />
5 UVs (T2): depressive Verarbeitung, Selbstwirksamkeit, soziale Unterstützung, max. Ergometerleistung, Alter.<br />
Depressive Verarbeitung 0,51 0,12 .60 4,40 .0001<br />
Korrelationskoeffizient<br />
Modell<br />
Bestimmtheitsmaß F p<br />
R = .60 R 2 = .37 19,38 .0001<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />
Kriterium: Angst (T4)<br />
5 UVs (T1): depressive Verarbeitung, Selbstwirksamkeit, soziale Unterstützung, Krankheitsdauer, Alter.<br />
Depressive Verarbeitung 0,43 0,13 .42 3,28 .001<br />
Korrelationskoeffizient<br />
Modell<br />
Bestimmtheitsmaß F p<br />
R = .42 R 2 = .18 10,77 .01<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />
Kriterium: Angst (T4)<br />
5 UVs (T2): depressive Verarbeitung, Selbstwirksamkeit, soziale Unterstützung, max. Ergometerleistung, Alter.<br />
127
Tab. 9.2.18: Multiple Regression <strong>der</strong> Angst zum Reha-Ende (n = 56)<br />
T1➜T3<br />
UV (T1) B SE Beta T Signifikanz<br />
Tab. 9.2.19: Multiple Regression <strong>der</strong> Angst zum Reha-Ende (n = 56)<br />
T2➜T3<br />
UV (T2) B SE Beta T Signifikanz<br />
Selbstwirksamkeit -0,32 0,12 -.35 -2,77 .01<br />
Depressive Verarbeitung 0,36 0,10 .52 3,66 .001<br />
Korrelationskoeffizient<br />
Modell<br />
Bestimmtheitsmaß F p<br />
R = .52 R 2 = .27 13,36 .001<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />
Kriterium: Angst (T3)<br />
5 UVs (T1): depressive Verarbeitung, Selbstwirksamkeit, soziale Unterstützung, Krankheitsdauer, Alter.<br />
Depressive Verarbeitung 0,24 0,11 .27 2,15 .05<br />
Korrelationskoeffizient<br />
Modell<br />
Bestimmtheitsmaß F p<br />
R = .49 R 2 = .24 8,29 .001<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />
Kriterium: Angst (T3)<br />
5 UVs (T2): depressive Verarbeitung, Selbstwirksamkeit, soziale Unterstützung, max. Ergometerleistung, Alter.<br />
Insgesamt sind diejenigen Patienten zum Reha-Ende und sechs Monate danach ängstlicher,<br />
die am Ende des Akutaufenthaltes depressiv verarbeiten und am Reha-Beginn zusätzlich zum<br />
depressiven Coping wenig eigene Einflussmöglichkeiten sehen.<br />
9.2.2.7.4 Prädiktoren von Somatisierung<br />
Im Vergleich zu den an<strong>der</strong>en Kriterien stellt die depressive Verarbeitung nur zu T1 einen<br />
Prädiktor für die Somatisierung zum Reha-Ende und zum Katamnesemesszeitpunkt dar.<br />
Patienten mit depressiver Verarbeitung zum Ende des Akutaufenthaltes haben zur Katamnese<br />
signifikant mehr somatische Symptome (Tab. 9.2.20). Ebenso geben Patienten mit diesem<br />
Coping-Verhalten und einer langen Krankheitsdauer zu T1 vermehrt Somatisierungssymptome<br />
am Ende <strong>der</strong> Reha-Maßnahme an (Tab. 9.2.22).<br />
128
Tab. 9.2.20: Multiple Regression <strong>der</strong> Somatisierung zur Katamnese (n = 54)<br />
T1➜T4<br />
UV (T1) B SE Beta T Signifikanz<br />
Tab. 9.2.21: Multiple Regression <strong>der</strong> Somatisierung zur Katamnese (n = 54)<br />
T2➜T4<br />
UV (T2) B SE Beta T Signifikanz<br />
Max. Ergometerleistung 0,03 0,01 -.30 -2,21 .05<br />
Tab. 9.2.22: Multiple Regression <strong>der</strong> Somatisierung zum Reha-Ende (n = 56)<br />
T1➜T3<br />
UV (T1) B SE Beta T Signifikanz<br />
Depressive Verarbeitung 0,39 0,11 .49 3,64 .001<br />
Depressive Verarbeitung 0,37 0,09 .60 4,37 .0001<br />
Korrelationskoeffizient<br />
Modell<br />
Bestimmtheitsmaß F p<br />
R = .60 R 2 = .36 19,12 .0001<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />
Kriterium: Somatisierung (T4)<br />
5 UVs (T1): depressive Verarbeitung, Selbstwirksamkeit, soziale Unterstützung, Krankheitsdauer, Alter.<br />
Korrelationskoeffizient<br />
Modell<br />
Bestimmtheitsmaß F p<br />
R = .30 R 2 = .09 4,88 .05<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />
Kriterium: Somatisierung (T4)<br />
5 UVs (T2): depressive Verarbeitung, Selbstwirksamkeit, soziale Unterstützung, max. Ergometerleistung, Alter.<br />
Krankheitsdauer 0,03 0,01 .33 2,49 .01<br />
Korrelationskoeffizient<br />
Modell<br />
Bestimmtheitsmaß F p<br />
R = .60 R 2 = .35 9,87 .0001<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />
Kriterium: Somatisierung (T3)<br />
5 UVs (T1): depressive Verarbeitung, Selbstwirksamkeit, soziale Unterstützung, Krankheitsdauer, Alter.<br />
Keine psychosoziale Variable zu T2 steht mit <strong>der</strong> Somatisierung in Zusammenhang. Die<br />
maximale Ergometerleistung stellt den einzigen Prädiktor zu T2 dar, <strong>der</strong> mit <strong>der</strong><br />
Somatisierung zu T4 in negativer Beziehung steht (Tab. 9.2.21). Der aufgeklärte<br />
Varianzanteil fällt dabei mit 9% eher gering aus.<br />
Bei <strong>der</strong> Vorhersage <strong>der</strong> Somatisierung von T2 auf T3 leisten keine <strong>der</strong> in <strong>der</strong><br />
Vorhersagegleichung berücksichtigten Variablen einen signifikanten Erklärungsbeitrag.<br />
129
9.2.2.7.5 Prädiktoren des Reha-Status<br />
Wie Tab. 9.2.23 und 9.2.26 zeigen, leistet zu T1 bzw. T2 nur die depressive Verarbeitung<br />
einen signifikanten Erklärungsbeitrag bei <strong>der</strong> Vorhersage des Reha-Status zum<br />
Katamnesemesszeitpunkt. Der aufgeklärte Varianzanteil beträgt dabei 45% bzw. 19%.<br />
Tab. 9.2.23: Multiple Regression des Reha-Status zur Katamnese (n = 54)<br />
T1➜T4<br />
UV (T1) B SE Beta T Signifikanz<br />
Tab. 9.2.24: Multiple Regression des Reha-Status zur Katamnese (n = 54)<br />
T2➜T4<br />
UV (T2) B SE Beta T Signifikanz<br />
Depressive Verarbeitung -1,08 0,20 -.67 -5,30 .0001<br />
Korrelationskoeffizient<br />
Modell<br />
Bestimmtheitsmaß F p<br />
R = .67 R 2 = .45 28,14 .0001<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />
Kriterium: Reha-Status (T4)<br />
5 UVs (T1): depressive Verarbeitung, Selbstwirksamkeit, soziale Unterstützung, Krankheitsdauer, Alter.<br />
Depressive Verarbeitung -0,75 0,22 -.43 -3,40 .001<br />
Korrelationskoeffizient<br />
Modell<br />
Bestimmtheitsmaß F p<br />
R = .43 R 2 = .19 11,58 .001<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />
Kriterium: Somatisierung (T4)<br />
5 UVs (T2): depressive Verarbeitung, Selbstwirksamkeit, soziale Unterstützung, max. Ergometerleistung, Alter.<br />
In bezug auf den Reha-Status am Reha-Ende zeigt sich, dass diejenigen Patienten höhere<br />
Werte aufweisen, die am Ende des Akutaufenthalts weniger depressiv verarbeiten und zum<br />
Reha-Beginn von guter sozialer Unterstützung berichten sowie eine höhere Ergometerleistung<br />
erreichen (Tab. 9.2.25 und 9.2.26).<br />
130
Tab. 9.2.25: Multiple Regression des Reha-Status zum Reha-Ende (n = 56)<br />
T1➜T3<br />
UV (T1) B SE Beta T Signifikanz<br />
Tab. 9.2.26: Multiple Regression des Reha-Status zum Reha-Ende (n = 56)<br />
T2➜T3<br />
UV (T2) B SE Beta T Signifikanz<br />
Soziale Unterstützung 0,48 0,15 .39 3,16 .003<br />
9.2.2.7.6 Prädiktoren <strong>der</strong> Behandlungszufriedenheit<br />
Die Behandlungszufrieden kann lediglich zum Reha-Ende mit den eingesetzten Variablen<br />
zum Reha-Beginn vorhergesagt werden. Dabei zeigt sich, dass Patienten mit einer geringen<br />
depressiven Verarbeitung und höherem Alter eher mit ihrer Behandlung zufrieden sind (Tab.<br />
9.2.27). Weitere Zusammenhänge zwischen dem Kriterium und den verwendeten Prädiktoren<br />
können nicht festgestellt werden.<br />
Tab. 9.2.27: Multiple Regression <strong>der</strong> Behandlungszufriedenheit am Reha-Ende (n = 56)<br />
T2➜T3<br />
UV (T2) B SE Beta T Signifikanz<br />
Depressive Verarbeitung -0,33 0,11 -.38 -3,10 .003<br />
Depressive Verarbeitung -0,82 0,19 -.59 -4,42 .0001<br />
Korrelationskoeffizient<br />
Modell<br />
Bestimmtheitsmaß F p<br />
R = .59 R 2 = .35 19,56 .0001<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />
Kriterium: Reha-Status (T3)<br />
5 UVs (T1): depressive Verarbeitung, Selbstwirksamkeit, soziale Unterstützung, Krankheitsdauer, Alter.<br />
Max. Ergometerleistung 0,07 0,01 .29 2,36 .02<br />
Korrelationskoeffizient<br />
Modell<br />
Bestimmtheitsmaß F p<br />
R = .53 R 2 = .28 9,67 .0001<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />
Kriterium: Reha-Status (T3)<br />
5 UVs (T2): depressive Verarbeitung, Selbstwirksamkeit, soziale Unterstützung, max. Ergometerleistung, Alter.<br />
Alter 0,02 0,01 .26 2,13 .04<br />
Korrelationskoeffizient<br />
Modell<br />
Bestimmtheitsmaß F p<br />
R = .45 R 2 = .21 6,69 .003<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />
Kriterium: Behandlungszufriedenheit (T3)<br />
5 UVs (T2): soziale Unterstützung, depressive Verarbeitung, Selbstwirksamkeit, max. Ergometerleistung, Alter<br />
131
9.3 Verän<strong>der</strong>ung von Coping und psychosozialen Zielkriterien über den<br />
Rehabilitationsverlauf<br />
Mittels einfaktorieller Varianzanalyse mit dem Faktor „Messzeitpunkt“ und anschließenden<br />
T-Tests für abhängige Stichproben wurde jeweils im Hinblick auf das Coping- Verhalten und<br />
die psychosozialen Zielkriterien untersucht, ob über die verschiedenen Messzeitpunkte<br />
signifikante Mittelwertsunterschiede bestehen.<br />
9.3.1 Verän<strong>der</strong>ung von Coping über den Rehabilitationsverlauf<br />
Tab. 9.3.1a und Abb. 9.3.1 stellen die Ergebnisse <strong>der</strong> Varianzanalyse und <strong>der</strong> anschließenden<br />
T-Tests dar, Tab. 9.3.1b die berechneten Effektstärken.<br />
Tab. 9.3.1a: Verän<strong>der</strong>ung von Coping über den Reha-Verlauf (n = 54)<br />
T1 T2 T3 T4<br />
Skalen MW s MW s MW s MW s F 1) Sign. Diff. 2)<br />
Soziales<br />
3,10 0,94 3,26 0,72 3,49 0,71 3,63 0,77 8,19<br />
T1
Tab. 9.3.1b: Effektstärken „d“ <strong>der</strong> Coping-Verän<strong>der</strong>ungen (n = 54)<br />
Skalen Effektstärke (T3-T1)/s1 Effektstärke (T4-T1)/s1<br />
Soziales Coping (TSK) 0,41 0,56<br />
Aktives Coping (FKV) 0,20 0,36<br />
Ablenkung (FKV) 0,24 0,11<br />
Religiosität (FKV) 0,04 0,15<br />
Bagatellisieren (FKV) 0,02 0,20<br />
Depressive Verarbeitung (FKV) 0,00 0,13<br />
Selbstwirksamkeit (GEK) 0,05 0,23<br />
Skalen Effektstärke (T3-T2)/s2 Effektstärke (T4-T2)/s2<br />
Soziales Coping (TSK) 0,32 0,51<br />
Aktives Coping (FKV) 0,14 0,83<br />
Ablenkung (FKV) 0,06 0,21<br />
Religiosität (FKV) 0,17 0,30<br />
Bagatellisieren (FKV) 0,13 0,34<br />
Depressive Verarbeitung (FKV) 0,10 0,01<br />
Selbstwirksamkeit (GEK) 0,08 0,34<br />
Über den Rehabilitationsverlauf lassen sich lediglich beim aktiven problemorientierten<br />
Coping und bei <strong>der</strong> Suche nach sozialer Unterstützung signifikante Verän<strong>der</strong>ungen feststellen<br />
(Tab. 9.3.1a und Abb. 9.3.1). Dabei steigt das aktive Coping vom ersten Messzeitpunkt in <strong>der</strong><br />
Akut-Behandlung zum Reha-Beginn an, bleibt bis zum nächsten Messzeitpunkt am Reha-<br />
Ende ungefähr auf diesem Niveau und sinkt zum Katamnesezeitpunkt ab. Das soziale Coping<br />
(„Suche nach sozialer Einbindung“) nimmt dagegen kontinuierlich über die Messzeitpunkte<br />
zu, wobei nur die Unterschiede zwischen dem Messzeitpunkt in <strong>der</strong> Akut-Klinik bzw. zu<br />
Reha-Beginn und dem Katamnesemesszeitpunkt signifikant werden.<br />
133
4<br />
Suche nach soz.<br />
Einbindung<br />
T1
9.3.2 Verän<strong>der</strong>ungen von Ergebniskriterien <strong>der</strong> Rehabilitation über den Verlauf<br />
Tab. 9.3.2a bzw. Abb. 9.3.2 zeigen die Verän<strong>der</strong>ungen von Angst, Depression,<br />
Somatisierung, Lebens- und Behandlungszufriedenheit und Reha-Status über den<br />
Rehabilitationsverlauf. Der Summenscore <strong>der</strong> BSI-Skalen wird hier zur besseren<br />
Vergleichbarkeit als itemstandardisierter Score dargestellt (Tab. 9.3.2a). Tab. 9.3.2b gibt die<br />
entsprechenden Effektstärken wie<strong>der</strong>.<br />
Tab. 9.3.2a: Verän<strong>der</strong>ung von Zielkriterien über den Reha-Verlauf (n = 54)<br />
T1 T2 T3 T4<br />
Skalen MW s MW s MW s MW s F 1) Sign. Diff. 2)<br />
Angst (BSI) 1,88 0,88 1,66 0,82 1,46 0,61 1,64 0,72 4,70<br />
T3
6<br />
5<br />
Lebenszufriedenheit<br />
T1, T2
Behandlungszufriedenheit nimmt über den Verlauf ab. Der Reha-Status steigt dagegen<br />
signifikant vom zweiten bis zum dritten bzw. vierten Messzeitpunkt an.<br />
9.4 Vergleich zwischen Berufsrückkehrern (RTW) und Nicht-Rückkehrern (N-RTW)<br />
Ein Vergleich relevanter medizinischer und psychosozialer Ausgangsvariablen zwischen vor<br />
<strong>der</strong> Reha-Maßnahme erwerbstätigen Patienten, die sechs Monate nach <strong>der</strong> Reha-Maßnahme<br />
wie<strong>der</strong> erwerbstätig sind, und Patienten, die danach nicht wie<strong>der</strong> ins Berufsleben<br />
zurückgekehrt sind, ergibt zum ersten Messzeitpunkt keine wesentlichen Unterschiede. Es<br />
zeigt sich lediglich, dass die Berufsrückkehrer erwartungsgemäß im Mittel jünger sind als die<br />
berenteten Patienten (Tab. 9.4.1).<br />
Tab. 9.4.1: Vergleich medizinischer und psychosozialer Ausgangsvariablen (T1)<br />
zwischen Berufs-Rückkehrern (RTW) und Nicht-Rückkehrern (NRTW)<br />
(Gesamtgruppe mit Alter < 65 Jahre: n = 47)<br />
Variable<br />
(T1)<br />
RTW<br />
(n = 23)<br />
N-RTW<br />
(n = 24)<br />
U-Test<br />
MW s MW s Z p Sign. Diff.<br />
Alter<br />
N-RTW><br />
53,4 5,6 59,1 5,6 -3,61 .001***<br />
RTW<br />
Erkrankungsdauer 24,4 28,8 71,6 112,9 -1,59 .11 n.s.<br />
Maximale Ergometerleistung<br />
114,8 39,1 102,1 34,5 -1,12 .26 n.s.<br />
Anzahl betroffener Gefäße 1,52 1,20 1,75 0,99 -0,66 .51 n.s.<br />
NYHA-Stadium 1,68 0,82 1,90 0,83 -0,95 .34 n.s.<br />
Depressive Verarbeitung 1,43 0,48 1,58 0,99 -0,47 .64 n.s.<br />
Aktives Coping 3,24 0,87 3,50 1,05 -1,09 .28 n.s.<br />
Ablenkung 2,54 0,83 2,51 1,05 -0,56 .58 n.s.<br />
Religiosität 2,19 0,88 2,37 0,88 -0,68 .50 n.s.<br />
Bagatellisieren 1,70 0,71 2,04 1,04 -0,89 .37 n.s.<br />
Suche nach sozialer<br />
Einbindung<br />
2,87 0,96 3,17 0,96 -1,20 .23 n.s.<br />
Selbstwirksamkeit 2,69 0,45 2,91 0,73 -0,95 .34 n.s.<br />
Soziale Unterstützung 4,12 0,96 4,13 0,93 -0,06 .95 n.s.<br />
Zynismus 2,37 0,42 2,50 0,95 -0,42 .67 n.s.<br />
Zweifel an Altruismus 2,32 0,58 2,78 1,30 -1,35 .18 n.s.<br />
Amoralischer<br />
Opportunismus<br />
2,67 0,70 3,02 1,07 -1,23 .22 n.s.<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „NPAR TESTS“: Mann-Whitney U-Test. Aus Gründen <strong>der</strong> Übersichtlichkeit<br />
sind Mittelwerte und nicht Ränge dargestellt.<br />
137
Auch bei den Outcome-Variablen zeigen sich zum ersten Messzeitpunkt keine signifikanten<br />
Unterschiede zwischen den beiden Gruppen (Tab. 9.4.2).<br />
Tab. 9.4.2: Vergleich von Outcome-Variablen (T1) zwischen Berufs-Rückkehrern<br />
(RTW) und Nicht-Rückkehrern (NRTW)<br />
(Gesamtgruppe mit Alter < 65 Jahre: n = 47)<br />
Variable<br />
(T1)<br />
RTW<br />
(n = 23)<br />
N-RTW<br />
(n = 24)<br />
U-Test<br />
MW s MW s Z p Sig. Diff.<br />
Angst 1,86 0,96 1,93 0,88 -0,35 .73 n.s.<br />
Depression 1,27 0,59 1,55 0,83 -1,15 .25 n.s.<br />
Somatisierung 1,69 0,60 2,14 0,99 -1,50 .13 n.s.<br />
Lebenszufriedenheit 3,64 0,67 3,56 0,75 0,07 .95 n.s.<br />
Behandlungszufriedenheit 4,56 0,39 4,38 0,61 0,83 .41 n.s.<br />
Reha-Status 5,42 1,13 4,93 1,52 1,01 .11 n.s.<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur ″NPAR TESTS″: Mann-Whitney U-Test. Aus Gründen <strong>der</strong> Übersichtlichkeit<br />
sind Mittelwerte und nicht Ränge dargestellt.<br />
Aufgrund <strong>der</strong> geringen Stichprobenumfänge wurde bei <strong>der</strong> Berechnung dem Mann-Whitney<br />
U-Test <strong>der</strong> Vorzug gegenüber dem T-Test für unabhängige Stichproben gegeben.<br />
Anschließend wurde mittels logistischer Regression überprüft, welche Variablen mit <strong>der</strong><br />
Rückkehr in die Erwerbstätigkeit zusammenhängen. Die Aufnahme <strong>der</strong> potentiellen<br />
Prädiktoren in die Vorhersagegleichung erfolgte mittels <strong>der</strong> Methode „vorwärts schrittweise“.<br />
Aufgrund inhaltlicher Überlegungen wurden das Alter (< 65 Jahre), die depressive<br />
Verarbeitung, die Suche nach sozialer Unterstützung, Selbstwirksamkeitserwartungen, jeweils<br />
zu T1 gemessen, und die maximale Ergometerleistung in <strong>der</strong> Rehabilitation eingesetzt (Tab.<br />
9.4.3). Auch hier zeigte sich, dass sich Berufsrückkehrer und berentete Patienten lediglich im<br />
Alter unterschieden. Jüngeres Alter stellt demnach in <strong>der</strong> vorliegenden Stichprobe<br />
erwartungsgemäß einen Prädiktor für die Wie<strong>der</strong>erlangung <strong>der</strong> Erwerbsfähigkeit dar.<br />
Tab. 9.4.3: Prädiktion <strong>der</strong> Rückkehr ins Erwerbsleben zur Katamnese (n = 42)<br />
Variable<br />
Regressions<br />
koeffizient SE Wald p OR CI 95%<br />
B<br />
Alter (T1) -.16 .07 6,10 .01** 0,85 0,75-0,97<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „binär logistische Regression“, vorwärts schrittweise (Likelihood-Quotient)<br />
5 UVs: Alter, Selbstwirksamkeit, Suche nach sozialer Einbindung, depressive Verarbeitung, maximale<br />
Ergometerleistung<br />
138
9.5 Vergleich von Selbst- und Fremdeinschätzung des Coping-Verhaltens<br />
Im folgenden soll mittels zweifaktorieller Varianzanalyse für abhängige Stichproben<br />
(Faktoren „Messzeitpunkt“ und „Rating“, gewähltes Signifikanzniveau jeweils α ≤ .01) und<br />
anschließenden paarweisen Vergleichen (Bonferroni-adjustiert) untersucht werden, ob sich<br />
die Selbsteinschätzungen <strong>der</strong> Patienten und die Fremdeinschätzungen durch den Psychologen<br />
bezüglich des Coping-Verhaltens zu den verschiedenen Messzeitpunkten signifikant<br />
unterscheiden.<br />
Tab. 9.5.1: Ergebnisse <strong>der</strong> zweifaktoriellen Varianzanalyse mit Messwie<strong>der</strong>holung<br />
(Faktoren „Rating“ und „Messzeitpunkt“) für die depressive Verarbeitung<br />
(n = 52)<br />
Depressive<br />
Verarbeitung<br />
Akut-Ende (T1)<br />
Reha-Ende (T2)<br />
MW s MW s<br />
Patient 1,51 0,60 1,62 0,67<br />
Psychologe 2,62 0,64 2,53 0,59<br />
Varianzanalyse F df p<br />
Paarweise Vergleiche<br />
Standardfehler<br />
Mittl. Diff.<br />
Rating (R) 133,77 1 .0001 -1,01 0,09 .0001<br />
Messzeitpunkt (M) 0,02 1 n.s.<br />
Interaktion (R*M) 3,83 1 n.s.<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Varianzanalyse für abhängige Stichproben“, paarweise Vergleiche Bonferroniadjustiert;<br />
gewähltes Signifikanzniveau α ≤ .01.<br />
p<br />
Abb. 9.5.1 stellt die varianzanalytischen Ergebnisse für die depressive Verarbeitung dar. Es<br />
zeigt sich ein signifikanter Haupteffekt des Faktors „Rating“ (F = 133,77; df= 51; p≤ .0001).<br />
Paarweise Vergleiche zeigen, dass die Patienten im Vergleich zum Psychologen-Rating<br />
sowohl zum ersten als auch zum zweiten Messzeitpunkt weniger depressive Verarbeitung<br />
angegeben haben. Die Haupteffekte des Messzeitpunkts und Interaktionseffekte sind nicht<br />
signifikant (F (Messzeitpunkt) = .02, p = n.s. bzw. F (Interaktion R*M) = 3,83, p = n.s).<br />
139
5<br />
4<br />
3<br />
2<br />
F (Rating) = 133,77; p ≤ .0001<br />
F (Messzeitpunkt) = 0,02; p = n.s.<br />
F (Interaktion R*M) = 3,83; p = n.s<br />
1<br />
T1 (Akut-Ende)<br />
T2 (Reha-Beginn)<br />
Psychologen-Rating<br />
Patienten-Rating<br />
Abb.: 9.5.1: Vergleich von Selbst- und Fremdeinschätzung bezgl. <strong>der</strong> depressiven<br />
Verarbeitung (n = 52)<br />
Die Varianzanalyse für das aktive problemorientierte Coping ergibt nur beim Faktor „Rating“<br />
einen auf dem 1%-Niveau bedeutsamen Haupteffekt (Tab. 9.5.2). Die Patienten schätzen<br />
demnach die eigenen Coping-Bemühungen stärker aktiv und problemorientiert ein als <strong>der</strong><br />
Psychologe.<br />
Tab. 9.5.2: Ergebnisse <strong>der</strong> zweifaktoriellen Varianzanalyse mit Messwie<strong>der</strong>holung<br />
(Faktoren „Rating“ und „Messzeitpunkt“) für das aktive Coping (n = 53)<br />
Akut-Ende (T1) Reha-Ende (T2)<br />
Depressive<br />
Verarbeitung<br />
MW s MW s<br />
Patient 3,30 1,01 3,64 0,78<br />
Psychologe 3,21 0,50 3,27 0,70<br />
Paarweise Vergleiche<br />
Varianzanalyse F df p<br />
Standardfehler<br />
Mittl. Diff.<br />
p<br />
Rating (R) 4,05 1 .05 0,23 0,11 .05<br />
Messzeitpunkt (M) 12,05 1 .001 -0,20 0,56 .001<br />
Interaktion (R*M) 4,87 1 .05<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Varianzanalyse für abhängige Stichproben“, paarweise Vergleiche Bonferroniadjustiert,<br />
gewähltes Signifikanzniveau α ≤ .01.<br />
140
5<br />
4<br />
3<br />
2<br />
F (Rating) = 4,05; p ≤ .05<br />
F (Messzeitpunkt) = 12,05; p ≤ .001<br />
F (Interaktion R*M) = 4,87; p ≤ .05<br />
1<br />
T1 (Akut-Ende)<br />
T2 (Reha-Beginn)<br />
Psychologen-Rating<br />
Patienten-Rating<br />
Abb.: 9.5.2: Vergleich von Selbst- und Fremdeinschätzung bezgl. des aktiven Copings<br />
(n = 53)<br />
Die varianzanalytischen Ergebnisse für den Coping-Modus „Ablenkung“ zeigen einen<br />
signifikanten Haupteffekt des Faktors „Rating“ und einen signifikanten Interaktionseffekt<br />
bei<strong>der</strong> Faktoren, während <strong>der</strong> Haupteffekt des Faktors „Messzeitpunkt“ nicht signifikant ist<br />
(Tab. 9.5.3).<br />
Tab. 9.5.3: Ergebnisse <strong>der</strong> zweifaktoriellen Varianzanalyse mit Messwie<strong>der</strong>holung<br />
(Faktoren „Rating“ und „Messzeitpunkt“) für Ablenkung (n = 52)<br />
Akut-Ende (T1) Reha-Ende (T2)<br />
Depressive<br />
Verarbeitung<br />
MW s MW s<br />
Patient 2,61 0,98 2,91 0,83<br />
Psychologe 3,33 0,47 3,27 0,47<br />
Paarweise Vergleiche<br />
Varianzanalyse F df p<br />
Standardfehler<br />
Mittl. Diff.<br />
p<br />
Rating (R) 19,82 1 .0001 -0,54 0,12 .0001<br />
Messzeitpunkt (M) 3,81 1 .06 -0,12 0,06 .06<br />
Interaktion (R*M) 7,01 1 .01<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Varianzanalyse für abhängige Stichproben“, paarweise Vergleiche Bonferroniadjustiert,<br />
gewähltes Signifikanzniveau α ≤ .01.<br />
141
5<br />
4<br />
3<br />
2<br />
F (Rating) = 19,82; p ≤ .0001<br />
F (Messzeitpunkt) = 3,81; p ≤ .06<br />
F (Interaktion R*M) = 7,01; p ≤ .01<br />
1<br />
T1 (Akut-Ende)<br />
T2 (Reha-Beginn)<br />
Psychologen-Rating<br />
Patienten-Rating<br />
Abb.: 9.5.3: Vergleich von Selbst- und Fremdeinschätzung bezgl. Ablenkung<br />
(n = 52)<br />
Der Psychologe schätzt demnach das Coping-Verhalten im Durchschnitt eher als Ablenkung<br />
ein als die Patienten, wobei die Unterschiede vom ersten zum zweiten Messzeitpunkt geringer<br />
werden (Abb. 9.5.3).<br />
Auch in bezug auf den Coping-Modus „Religiosität“ zeigt sich ein signifikanter Haupteffekt<br />
des Faktors „Rating“. Der Faktor „Messzeitpunkt“ und <strong>der</strong> Interaktionseffekt sind dagegen<br />
auf dem 1%-Niveau nicht signifikant (Tab. 9.5.4).<br />
142
Tab. 9.5.4: Ergebnisse <strong>der</strong> zweifaktoriellen Varianzanalyse mit Messwie<strong>der</strong>holung<br />
(Faktoren „Rating“ und „Messzeitpunkt“) für Religiosität (n = 51)<br />
Akut-Ende (T1) Reha-Ende (T2)<br />
Depressive<br />
Verarbeitung<br />
MW s MW s<br />
Patient 2,35 0,87 2,47 0,86<br />
Psychologe 2,81 0,56 2,71 0,52<br />
Paarweise Vergleiche<br />
Varianzanalyse F df p<br />
Standardfehler<br />
Mittl. Diff.<br />
p<br />
Rating (R) 12,85 1 .001 -0,36 0,10 .001<br />
Messzeitpunkt (M) 0,07 1 .80<br />
Interaktion (R*M) 5,49 1 .05<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Varianzanalyse für abhängige Stichproben“, paarweise Vergleiche Bonferroniadjustiert,<br />
gewähltes Signifikanzniveau α ≤ .01.<br />
Wie Abb. 9.5.4 zeigt, unterscheiden sich die Selbst- und Fremdeinschätzung in dem Sinne,<br />
dass <strong>der</strong> Coping-Modus „Religiosität“ signifikant häufiger in <strong>der</strong> Fremdeinschätzung genannt<br />
wird als in <strong>der</strong> Selbsteinschätzung <strong>der</strong> Patienten.<br />
5<br />
4<br />
3<br />
2<br />
F (Rating) = 12,85; p ≤ .001<br />
F (Messzeitpunkt) = 0,07; p = n.s.<br />
F (Interaktion R*M) = 5,49; p ≤ .05<br />
1<br />
T1 (Akut-Ende)<br />
T2 (Reha-Beginn)<br />
Psychologen-Rating<br />
Patienten-Rating<br />
Abb.: 9.5.4: Vergleich von Selbst- und Fremdeinschätzung bezgl. Religiosität<br />
(n = 51)<br />
143
In Tabelle 9.5.5 sind die varianzanalytischen Ergebnisse für den Coping-Modus<br />
„Bagatellisieren“ dargestellt. Hier zeigt sich ein signifikanter Haupteffekt des Faktors<br />
„Rating“, während kein signifikanter Haupteffekt des Faktors „Messzeitpunkt“ und ein<br />
signifikanter Interaktionseffekt bei einem Signifikanzniveau von α = .01 festzustellen sind.<br />
Patienten charakterisieren sich demnach als weniger bagatellisierend im Vergleich zur<br />
Psychologen-Einschätzung (Abb. 9.5.5).<br />
Tab. 9.5.5: Ergebnisse <strong>der</strong> zweifaktoriellen Varianzanalyse mit Messwie<strong>der</strong>holung<br />
(Faktoren „Rating“ und „Messzeitpunkt“) für Bagatellisieren (n = 49)<br />
Akut-Ende (T1) Reha-Ende (T2)<br />
Depressive<br />
Verarbeitung<br />
MW s MW s<br />
Patient 1,86 0,88 2,05 0,92<br />
Psychologe 2,67 0,60 2,54 0,58<br />
Paarweise Vergleiche<br />
Varianzanalyse F df p<br />
Standardfehler<br />
Mittl. Diff.<br />
p<br />
Rating (R) 22,97 1 .0001 -0,65 0,14 .0001<br />
Messzeitpunkt (M) 0,22 1 .64<br />
Interaktion (R*M) 5,78 1 .05<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Varianzanalyse für abhängige Stichproben“, paarweise Vergleiche Bonferroniadjustiert,<br />
gewähltes Signifikanzniveau α ≤ .01.<br />
5<br />
4<br />
3<br />
2<br />
F (Rating) = 22,97; p ≤ .0001<br />
F (Messzeitpunkt) = 0,22; p = n.s.<br />
F (Interaktion R*M) = 5,78; p ≤ .05<br />
1<br />
T1 (Akut-Ende)<br />
T2 (Reha-Beginn)<br />
Psychologen-Rating<br />
Patienten-Rating<br />
Abb.: 9.5.5: Vergleich von Selbst- und Fremdeinschätzung bezgl. Bagatellisieren<br />
(n = 49)<br />
144
Abschließend ist zum Vergleich zwischen den Selbsteinschätzungen <strong>der</strong> Patienten und den<br />
Fremdeinschätzungen durch den Psychologen festzuhalten, dass die Angaben <strong>der</strong> Patienten zu<br />
den verschiedenen Coping-Modi mit Ausnahme beim aktiven problemorientierten Coping im<br />
Mittel signifikant unterhalb <strong>der</strong> Werte <strong>der</strong> Fremdeinschätzungen liegen.<br />
In Tab. 9.5.6 sind die Korrelationen zwischen den FKV-Skalen in Selbst- und<br />
Fremdeinschätzung dargestellt. Dabei interessieren vor allem die Zusammenhänge zwischen<br />
den gleichen Skalen in <strong>der</strong> unterschiedlichen Einschätzung. Auffällig ist, dass zum ersten<br />
Messzeitpunkt fast keine signifikanten Korrelationen zwischen den Skalen bestehen.<br />
Lediglich die verschiedenen Einschätzungen bezüglich <strong>der</strong> Skala „Religiosität“ korrelieren<br />
mit r = .30 miteinan<strong>der</strong>. Daneben zeigen sich nur noch zwei Korrelationen zwischen „aktivem<br />
Coping“ in Fremdeinschätzung und „Bagatellisieren“ bzw. „depressive Verarbeitung“ in<br />
Selbsteinschätzung.<br />
Tab. 9.5.6: Korrelationen zwischen den Skalen des FKV in Selbst- und<br />
Fremdeinschätzung zum Akut-Ende (n = 59)<br />
Fremdeinschätzung<br />
Depressive<br />
Verarbeitung<br />
Aktives Coping<br />
Ablenkung<br />
Religiosität<br />
/Sinnsuche<br />
Aktives<br />
Coping<br />
-.30*<br />
Bagatellisieren -.34*<br />
Selbsteinschätzung<br />
Ablenkung<br />
Religiosität/<br />
Sinnsuche<br />
.30*<br />
Depressive<br />
Verarbeitung<br />
Bagatellisieren<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Korrelation“: Pearson r (*** ≤.001, ** ≤.01, * ≤ .05); nur signifikante<br />
Koeffizienten dargestellt.<br />
Zum zweiten Messzeitpunkt sind die Beziehungen zwischen den Fremd- und<br />
Selbsteinschätzungen des Copings stärker ausgeprägt (Tab. 9.5.7). Hier zeigen depressive<br />
Verarbeitung, Religiosität und aktives Coping hohe positive Korrelationen (r = .51, r = .61<br />
bzw. r = .29), während „Ablenkung“ und „Bagatellisieren“ nicht signifikant miteinan<strong>der</strong><br />
korrelieren. Daneben bestehen noch fünf weitere Korrelationen, von denen <strong>der</strong><br />
Zusammenhang zwischen „aktivem Coping“ in Fremdeinschätzung und „Bagatellisieren“ in<br />
Selbsteinschätzung mit r = -.43 hoch ausfällt.<br />
145
Tab. 9.5.7: Korrelationen zwischen den Skalen des FKV in Selbst- und<br />
Fremdeinschätzung zu Reha-Beginn (n = 57)<br />
Fremdeinschätzung<br />
Depressive<br />
Verarbeitung<br />
Aktives<br />
Coping<br />
.51*** -.27*<br />
Aktives Coping .29*<br />
Ablenkung<br />
Religiosität<br />
/Sinnsuche<br />
Bagatellisieren .29* -.43***<br />
Selbsteinschätzung<br />
Ablenkung<br />
Religiosität/<br />
Sinnsuche<br />
.27* -.30* .61***<br />
Depressive<br />
Verarbeitung<br />
Bagatellisieren<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Korrelation“: Pearson r (*** ≤.001, ** ≤.01, * ≤ .05); nur signifikante<br />
Koeffizienten dargestellt.<br />
Die Beziehungen zwischen den FKV-Skalen und den BEFO-Items in Fremdeinschätzung<br />
zeigen ein konsistentes Korrelationsmuster (Tab. 9.5.8). Die stärksten Zusammenhänge weist<br />
die depressive Verarbeitung mit „Selbstbedauern“ (r = .79), „Optimismus“ (r = -.75),<br />
„Rumifizieren“ (r = .72) und „Resignation“ (r = .70) auf. Das aktive Coping korreliert vor<br />
allem mit „Problemanalyse“ (r = .75) und „Zupacken“ (r = .68).<br />
146
Tab. 9.5.8: Korrelationen zwischen Skalen des FKV in Fremdeinschätzung und den<br />
BEFO-Items zu T1 (n = 61)<br />
FKV-Skalen<br />
Depressive<br />
Verarbeitung<br />
Aktives<br />
Coping Ablenkung<br />
Religiosität/<br />
Sinnsuche<br />
Bagatellisieren<br />
Ablenkendes Anpacken .27* .38**<br />
Altruismus .25* .28* .37**<br />
Aktives Vermeiden .42***<br />
Kompensation .44***<br />
Konstruktive Aktivität .53*** .44***<br />
Entspannung<br />
Rückzug .38** -.26*<br />
Solidarisieren -.33** .28*<br />
Zupacken -.29* .68*** .48*** -.31*<br />
Zuwendung -.29* .35** .27* -.29*<br />
Ablenken -.27* .38** .27*<br />
Aggravieren .54*** -.43***<br />
Stoizismus -.29* .35**<br />
Dissimulieren -.47*** .26* -.28* .41***<br />
Haltung bewahren -.27* -.41***<br />
Humor, Ironie -.42***<br />
Problemanalyse -.25* .75*** .33**<br />
Relativieren .42***<br />
Religiösität .78***<br />
Rumifizieren .72*** -.39** -.53***<br />
Sinngebung .46***<br />
Valorisieren -.38** .34** .26*<br />
Selbstbedauern .79*** -.36** -.57***<br />
Emotionale Entlastung .44**<br />
Isolation -.32** .27* -.37** .40**<br />
Optimismus -.75*** .48*** .63***<br />
Passive Kooperation -.43** .35**<br />
Resignation .70*** -.41*** -.56***<br />
Selbstbeschuldung .55** -.30*<br />
Wut .49***<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Korrelation“: Pearson r (*** ≤.001, ** ≤.01, * ≤ .05)<br />
BEFO-Items<br />
Die Korrelationen <strong>der</strong> FKV-Skalen und <strong>der</strong> BEFO-Items in Fremdeinschätzung zum zweiten<br />
Messzeitpunkt zeigen ebenfalls ein konsistentes und eine zum ersten Messzeitpunkt<br />
vergleichbare Korrelationsmatrix (Tab. 9.5.9). Beson<strong>der</strong>s ausgeprägt sind hier die<br />
Beziehungen zwischen dem „aktiven Coping“ und „Problemanalyse“ (r = .84) bzw.<br />
„Zupacken“ (r = .81) sowie zwischen „Depressiver Verarbeitung“ und „Rumifizieren“ (r =<br />
.77) bzw. „Selbstbedauern“ (r = .72).<br />
147
Tab. 9.5.9: Korrelationen zwischen Skalen des FKV in Fremdeinschätzung und den<br />
BEFO-Items zu T2 (n = 59)<br />
FKV-Skalen<br />
Depressive<br />
Verarbeitung<br />
Aktives<br />
Coping Ablenkung<br />
Religiosität/<br />
Sinnsuche<br />
Bagatellisieren<br />
Ablenkendes Anpacken .40** .49***<br />
Altruismus .35** .27* -.31*<br />
Aktives Vermeiden .47***<br />
Kompensation<br />
Konstruktive Aktivität .47*** .43**<br />
Entspannung -.26*<br />
Rückzug .53*** -.26*<br />
Solidarisieren -.30*<br />
Zupacken -.45*** .81*** .56*** -.44***<br />
Zuwendung -.28* .55*** .45*** -.33**<br />
Ablenken .35***<br />
Aggravieren .63*** -.43***<br />
Stoizismus<br />
Dissimulieren -.47*** .33** -.37** .29*<br />
Haltung bewahren -.26* .33**<br />
Humor, Ironie -.37**<br />
Problemanalyse -.36** .84*** .45*** -.52***<br />
Relativieren<br />
Religiösität .81***<br />
Rumifizieren .77*** -.37** -.49*** .33**<br />
Sinngebung .50***<br />
Valorisieren .27* -.47***<br />
Selbstbedauern .72*** -.28* -.33**<br />
Emotionale Entlastung .43**<br />
Isolation -.29* -.38** .28*<br />
Optimismus -.61*** .54*** .66***<br />
Passive Kooperation -.39** .30*<br />
Resignation .72*** -.63*** -.64*** .27*<br />
Selbstbeschuldung .36**<br />
Wut .53*** -.29* -.28*<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Korrelation“: Pearson r (*** ≤.001, ** ≤.01, * ≤ .05)<br />
BEFO-Items<br />
148
9.6 Zusammenhänge zwischen Fremdeinschätzungen und Ergebniskriterien<br />
Im folgenden werden bivariate Zusammenhänge zwischen den Fremdeinschätzungen des<br />
Copings mit den psychosozialen Ergebniskriterien dargestellt.<br />
Wie die Tabellen 9.6.1 und 9.6.2 für die FKV-Skalen zeigen, steht fast nur die depressive<br />
Verarbeitung zum Akut-Ende mit den psychosozialen Zielkriterien am Reha-Ende bzw. zum<br />
Katamnesemesszeitpunkt in signifikanter Beziehung. Die Beziehungen zu Angst und<br />
Depression sind dabei zu beiden Messzeitpunkten ähnlich stark ausgeprägt.<br />
Tab. 9.6.1: Zusammenhänge zwischen Coping in Fremdeinschätzung (Akut-Ende, T1)<br />
und Maßen <strong>der</strong> Lebensqualität (Reha-Ende, T3) (n = 56)<br />
Angst<br />
(BSI)<br />
Depression<br />
(BSI)<br />
Somatisierung<br />
(BSI)<br />
Lebenszufriedenheit<br />
(LZI)<br />
Behandlungszufriedenheit<br />
(BZI)<br />
Reha-<br />
Status<br />
(IRES-<br />
MIN)<br />
FKV-Skala<br />
Depressive<br />
Verarbeitung<br />
.33** .40** -.35** -.27*<br />
Aktives Coping -.28*<br />
Ablenkung<br />
Religiosität<br />
Bagatellisieren<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Korrelation“: Pearson r (***≤.001, **≤.01, *≤.05); FKV-Skalen in<br />
Fremdeinschätzung; nur signifikante Korrelationskoeffizienten dargestellt.<br />
Tab. 9.6.2: Zusammenhänge zwischen Coping in Fremdeinschätzung (Akut-Ende, T1)<br />
und Maßen <strong>der</strong> Lebensqualität (Katamnese, T4) (n = 54)<br />
Angst<br />
(BSI)<br />
Depression<br />
(BSI)<br />
Somatisierung<br />
(BSI)<br />
Lebenszufriedenheit<br />
(LZI)<br />
Behandlungszufriedenheit<br />
(BZI)<br />
Reha-<br />
Status<br />
(IRES-<br />
MIN)<br />
FKV-Skala<br />
Depressive<br />
Verarbeitung<br />
.35** .31* -.27*<br />
Aktives Coping<br />
Ablenkung .27*<br />
Religiosität<br />
Bagatellisieren .31*<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Korrelation“: Pearson r (***≤.001, **≤.01, *≤.05); FKV-Skalen in<br />
Fremdeinschätzung; nur signifikante Korrelationskoeffizienten dargestellt.<br />
Bivariate Zusammenhänge zwischen den Coping-Fremdeinschätzungen und den Maßen <strong>der</strong><br />
Lebensqualität zum Reha-Ende und Katamnesemesszeitpunkt sind insgesamt stärker<br />
ausgeprägt (Tab. 9.6.3 und 9.6.4). Wie auch schon zu T1 weist die depressive Verarbeitung<br />
die höchsten Zusammenhänge auf, während alle an<strong>der</strong>en Coping-Variablen kaum eine Rolle<br />
spielen. Erwartungsgemäß substantiell sind dabei die Korrelationen zwischen depressiver<br />
Verarbeitung und Depression (r = .56, p ≤.001, zu T3 bzw. r = .51, p ≤.001, zu T4).<br />
149
Tab. 9.6.3: Zusammenhänge zwischen Coping in Fremdeinschätzung (Reha-Beginn, T2)<br />
und Maßen <strong>der</strong> Lebensqualität (Reha-Ende, T3) (n = 56)<br />
Angst<br />
(BSI)<br />
Depression<br />
(BSI)<br />
Somatisierung<br />
(BSI)<br />
Lebenszufriedenheit<br />
(LZI)<br />
Behandlungszufriedenheit<br />
(BZI)<br />
Reha-<br />
Status<br />
(IRES-<br />
MIN)<br />
FKV-Skala<br />
Depressive<br />
Verarbeitung<br />
.32** .56*** -.39** -.37**<br />
Aktives Coping<br />
Ablenkung -.34**<br />
Religiosität .28*<br />
Bagatellisieren<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Korrelation“: Pearson r (***≤.001, **≤.01, *≤.05); (FKV-Skalen in<br />
Fremdeinschätzung); nur signifikante Korrelationskoeffizienten dargestellt.<br />
Tab. 9.6.4: Zusammenhänge zwischen Coping in Fremdeinschätzung (Reha-Beginn, T2)<br />
und Maßen <strong>der</strong> Lebensqualität (Katamnese, T4) (n = 54)<br />
FKV-Skala<br />
Depressive<br />
Verarbeitung <br />
Aktives Coping <br />
Ablenkung <br />
Religiosität/<br />
Sinnsuche <br />
Bagatellisieren <br />
Angst<br />
(BSI)<br />
Depression<br />
(BSI)<br />
Somatisierung<br />
(BSI)<br />
Lebenszufriedenheit<br />
(LZI)<br />
Behandlungszufriedenheit<br />
(BZI)<br />
Reha-<br />
Status<br />
(IRES-<br />
MIN)<br />
.40** .51*** -.31* -.38**<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Korrelation“: Pearson r (***≤.001, **≤.01, *≤.05); FKV-Skalen in<br />
Fremdeinschätzung; nur signifikante Korrelationskoeffizienten dargestellt.<br />
Neben den FKV-Skalen wurden auch die BEFOs zur Fremdeinschätzung des Coping-<br />
Verhaltens eingesetzt. Nachfolgend werden nur die signifikanten Korrelationen zwischen<br />
einzelnen BEFO-Items und den Zielkriterien dargestellt. Dabei sollen zur besseren Übersicht<br />
nur diejenigen Items berücksichtigt werden, die mindestens zwei Korrelationen mit den<br />
Lebensqualitätsindikatoren o<strong>der</strong> aber eine Korrelation von mindestens r = .30 aufweisen.<br />
Das Korrelationsmuster zwischen den BEFO-Items zum Akut-Ende und den Lebensqualitätsmaßen<br />
zum Reha-Ende und zum Katamnesemesszeitpunkt ist insgesamt sehr heterogen (Tab.<br />
9.6.5 und 9.6.6). Beson<strong>der</strong>s deutlich scheinen die „emotionale Entlastung“, „Rumifizieren“<br />
und „Selbstbedauern“ mit einem ungünstigen Reha-Ergebnis zu T3 und T4 in Beziehung zu<br />
stehen, während „Haltung bewahren“ in positiver Beziehung steht. Es fällt auf, dass aktive<br />
und problemorientierte Strategien nur eine unwesentliche Rolle spielen.<br />
150
Tab. 9.6.5: Zusammenhänge zwischen Coping in Fremdeinschätzung (Akut-Ende, T1)<br />
und Maßen <strong>der</strong> Lebensqualität (Reha-Ende, T3) (n = 56)<br />
Angst<br />
(BSI)<br />
Depression<br />
(BSI)<br />
Somatisierung<br />
(BSI)<br />
Lebenszufriedenheit<br />
(LZI)<br />
Behandlungszufriedenheit<br />
(BZI)<br />
Reha-<br />
Status<br />
(IRES-<br />
MIN)<br />
BEFO-Item<br />
Kompensation .32*<br />
Aggravieren .32* .30* -.42**<br />
Dissimulieren -.30* -.27* .31* .29* .35**<br />
Haltung bewahren -.52*** -.42**<br />
Rumifizieren .42** .44** -.26*<br />
Selbstbedauern .36** .37** -.28*<br />
Emotionale<br />
.49*** .45*** .28* -.41** -.40** -.39**<br />
Entlastung<br />
Isolation -.48*** -.27* .36**<br />
Optimismus -.34**<br />
Resignation .33* -.29*<br />
Selbstbeschuldigung -.30*<br />
Wut -.41** -.31*<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Korrelation“: Pearson r (***≤.001, **≤.01, *≤.05); nur signifikante<br />
Korrelationskoeffizienten dargestellt.<br />
Tab. 9.6.6: Zusammenhänge zwischen Coping in Fremdeinschätzung (Akut-Ende, T1)<br />
und Maßen <strong>der</strong> Lebensqualität (Katamnese, T4) (n = 54)<br />
Angst<br />
(BSI)<br />
Depression<br />
(BSI)<br />
Somatisierung<br />
(BSI)<br />
Lebenszufriedenheit<br />
(LZI)<br />
Behandlungszufriedenheit<br />
(BZI)<br />
Reha-<br />
Status<br />
(IRES-<br />
MIN)<br />
BEFO-Item<br />
Ablenken .35**<br />
Aggravieren .43*** -.27* -.28*<br />
Stoizismus -.36**<br />
Dissimulieren -.33* .27* .36**<br />
Haltung bewahren -.51*** -.35** .33* .42**<br />
Rumifizieren .51*** .33* .28* -.39**<br />
Selbstbedauern .41** -.32*<br />
Emotionale<br />
.56*** .44** -.45** -.38**<br />
Entlastung<br />
Isolation -.30*<br />
Optimismus -.28* .28*<br />
Selbstbeschuldigung .33* -.29*<br />
Wut .30* -.31*<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Korrelation“: Pearson r (***≤.001, **≤.01, *≤.05); nur signifikante<br />
Korrelationskoeffizienten dargestellt.<br />
151
Im Vergleich zum Messzeitpunkt am Ende <strong>der</strong> Akutbehandlung sind die Zusammenhänge<br />
zwischen dem Messzeitpunkt zu Reha-Beginn und den beiden letzten Messzeitpunkten<br />
insgesamt deutlicher ausgeprägt, aber im Hinblick auf das Korrelationsmuster ähnlich<br />
strukturiert, wie Tabellen 9.6.7 und 9.6.8 zeigen. Beson<strong>der</strong>s wie<strong>der</strong>um stehen „emotionale<br />
Entlastung“, „Aggravieren“, „Rumifizieren“ und „Selbstbedauern“ mit einem ungünstigen<br />
Reha-Ergebnis zu T3 und T4 in Beziehung, während „Haltung bewahren“ positiv korreliert.<br />
Auch hier haben die aktiven Verarbeitungsprozesse kaum Beziehungen zu den Reha-<br />
Ergebniskriterien.<br />
Tab. 9.6.7: Zusammenhänge zwischen Coping in Fremdeinschätzung (Reha-Beginn, T2)<br />
und Maßen <strong>der</strong> Lebensqualität (Reha-Ende, T3) (n = 56)<br />
Angst<br />
(BSI)<br />
Depression<br />
(BSI)<br />
Somatisierung<br />
(BSI)<br />
Lebenszufriedenheit<br />
(LZI)<br />
Behandlungszufriedenheit<br />
(BZI)<br />
Reha-<br />
Status<br />
(IRES-<br />
MIN)<br />
BEFO-Item<br />
Konstruktive<br />
Aktivität<br />
.32**<br />
Aggravieren .49*** .40** -.30*<br />
Dissimulieren -.37** -.32* .37** .39**<br />
Haltung bewahren -.47*** -.28* .30*<br />
Rumifizieren .49*** .57*** .35** -.42*** -.39**<br />
Selbstbedauern .50*** .34* -.39**<br />
Emotionale<br />
.52*** .34* .38** -.34*<br />
Entlastung<br />
Isolation -.48*** .35**<br />
Optimismus -.35** .30* .29*<br />
Passive Kooperation -.29* .28*<br />
Resignation .37**<br />
Selbstbeschuldigung .35** -.30*<br />
Wut .53*** -.34*<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Korrelation“: Pearson r (***≤.001, **≤.01, *≤.05); nur signifikante<br />
Korrelationskoeffizienten dargestellt.<br />
152
Tab. 9.6.8: Zusammenhänge zwischen Coping in Fremdeinschätzung (Reha-Beginn, T2)<br />
und Maßen <strong>der</strong> Lebensqualität (Katamnese, T4) (n = 54)<br />
Depressiosierunfrieden-<br />
Somati-<br />
Lebenszu-<br />
Angst<br />
(BSI)<br />
(BSI) (BSI) heit (LZI)<br />
BEFO-Item<br />
Ablenken .35**<br />
Behandlungszufriedenheit<br />
(BZI)<br />
Reha-<br />
Status<br />
(IRES-<br />
MIN)<br />
Aggravieren .43*** -.27* -.28*<br />
Stoizismus -.36**<br />
Dissimulieren -.33* .27* .36**<br />
Haltung bewahren -.51*** -.35** .33* .42**<br />
Rumifizieren .51*** .33* .28* -.39**<br />
Selbstbedauern .41** -.32*<br />
Emotionale<br />
Entlastung<br />
.56*** .44** -.45** -.38**<br />
Isolation -.30*<br />
Optimismus -.28* .28*<br />
Selbstbeschuldigung .33* -.29*<br />
Wut .30* -.31*<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Korrelation“: Pearson r (***≤.001, **≤.01, *≤.05); nur signifikante<br />
Korrelationskoeffizienten dargestellt.<br />
153
9.7 Coping-Fremdeinschätzungen als Prädiktoren <strong>der</strong> Ergebniskriterien<br />
Anschließend soll im multivariaten Modell geprüft werden, welche Vorhersageleistung die<br />
Coping-Fremdeinschätzungen bei <strong>der</strong> Vorhersage <strong>der</strong> verschiedenen Lebensqualitätsmaßen zu<br />
den verschiedenen Messzeitpunkten besitzen. Dabei werden zur besseren Vergleichbarkeit<br />
nur die FKV-Skalen berücksichtigt, da diese sowohl in Fremd- als auch in Selbsteinschätzung<br />
verwendet worden sind.<br />
9.7.1 Prädiktoren <strong>der</strong> Lebenszufriedenheit<br />
Für die Vorhersage <strong>der</strong> Lebenszufriedenheit am Reha-Ende und zum Katamnesemesszeitpunkt<br />
leistet nur die depressive Verarbeitung sowohl zu T1 als auch zu T2 einen<br />
signifikanten Erklärungsbeitrag. Der aufgeklärte Varianzanteil liegt dabei allerdings nur<br />
zwischen 7% und 16% (Tab. 9.7.1 bis 9.7.4).<br />
Tab. 9.7.1: Multiple Regression <strong>der</strong> Lebenszufriedenheit zum Reha-Ende (n = 56)<br />
T1➜T3<br />
UV (T1) B SE Beta T Signifikanz<br />
Tab. 9.7.2: Multiple Regression <strong>der</strong> Lebenszufriedenheit zum Reha-Ende (n = 56)<br />
T2➜T3<br />
UV (T2) B SE Beta T Signifikanz<br />
Depressive Verarbeitung -0,34 0,11 -.39 -3,07 .003<br />
Depressive Verarbeitung -0,32 0,12 -.35 -2,72 .009<br />
Korrelationskoeffizient<br />
Modell<br />
Bestimmtheitsmaß F p<br />
R = .35 R 2 = .12 7,40 .009<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />
Kriterium: Lebenszufriedenheit (T3)<br />
5 UV's (T1): depressive Verarbeitung, aktives Coping, Ablenkung, Religiosität, Bagatellisieren<br />
Korrelationskoeffizient<br />
Modell<br />
Bestimmtheitsmaß F p<br />
R = .39 R 2 = .16 9,43 .003<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />
Kriterium: Lebenszufriedenheit (T3)<br />
5 UV's (T2): depressive Verarbeitung, aktives Coping, Ablenkung, Religiosität, Bagatellisieren<br />
154
Tab. 9.7.3: Multiple Regression <strong>der</strong> Lebenszufriedenheit zur Katamnese (n = 54)<br />
T1➜T4<br />
UV (T1) B SE Beta T Signifikanz<br />
Tab. 9.7.4: Multiple Regression <strong>der</strong> Lebenszufriedenheit zur Katamnese (n = 54)<br />
T2➜T4<br />
UV (T2) B SE Beta T Signifikanz<br />
9.7.2 Prädiktoren <strong>der</strong> Depression<br />
Tab. 9.7.5 bis 9.7.8 zeigen die Ergebnisse <strong>der</strong> multiplen Regressionen für die Prädiktion <strong>der</strong><br />
Depression. Nur die depressive Verarbeitung steht signifikant im multivariaten Modell mit<br />
dem Kriterium Depression in Zusammenhang. Der aufgeklärte Anteil an <strong>der</strong> Gesamtvarianz<br />
liegt dabei zwischen 10% und 31%. Die Vorhersage gelingt umso besser, je dichter die<br />
betreffenden Messzeitpunkte beieinan<strong>der</strong>liegen.<br />
Tab. 9.7.5: Multiple Regression <strong>der</strong> Depression zum Reha-Ende (n = 56)<br />
T1➜T3<br />
UV (T1) B SE Beta T Signifikanz<br />
Depressive Verarbeitung 0,35 0,11 .40 3,20 .002<br />
Depressive Verarbeitung -0,26 0,13 -.27 -2,02 .05<br />
Korrelationskoeffizient<br />
Modell<br />
Bestimmtheitsmaß F p<br />
R = .27 R 2 = .07 4,06 .05<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />
Kriterium: Lebenszufriedenheit (T4)<br />
5 UV's (T1): depressive Verarbeitung, aktives Coping, Ablenkung, Religiosität, Bagatellisieren<br />
Depressive Verarbeitung -0,29 0,12 -.31 -2,31 .03<br />
Korrelationskoeffizient<br />
Modell<br />
Bestimmtheitsmaß F p<br />
R = .31 R 2 = .09 5,33 .03<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />
Kriterium: Lebenszufriedenheit (T4)<br />
5 UV's (T2): depressive Verarbeitung, aktives Coping, Ablenkung, Religiosität, Bagatellisieren<br />
Korrelationskoeffizient<br />
Modell<br />
Bestimmtheitsmaß F p<br />
R = .40 R 2 = .16 10,24 .002<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />
Kriterium: Depression (T3)<br />
5 UV's (T1): depressive Verarbeitung, aktives Coping, Ablenkung, Religiosität, Bagatellisieren<br />
155
Tab. 9.7.6: Multiple Regression <strong>der</strong> Depression zum Reha-Ende (n = 56)<br />
T2➜T3<br />
UV (T2) B SE Beta T Signifikanz<br />
Tab. 9.7.7: Multiple Regression <strong>der</strong> Depression zur Katamnese (n = 54)<br />
T1➜T4<br />
UV (T1) B SE Beta T Signifikanz<br />
Depressive Verarbeitung 0,39 0,16 .31 2,37 .02<br />
Tab. 9.7.8: Multiple Regression <strong>der</strong> Depression zur Katamnese (n = 54)<br />
T2➜T4<br />
UV (T2) B SE Beta T Signifikanz<br />
Depressive Verarbeitung 0,63 0,15 .51 4,24 .0001<br />
Depressive Verarbeitung 0,49 0,10 .56 4,98 .0001<br />
Korrelationskoeffizient<br />
Modell<br />
Bestimmtheitsmaß F p<br />
R = .56 R 2 = .31 24,75 .0001<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />
Kriterium: Depression (T3)<br />
5 UV's (T2): depressive Verarbeitung, aktives Coping, Ablenkung, Religiosität, Bagatellisieren<br />
Korrelationskoeffizient<br />
Modell<br />
Bestimmtheitsmaß F p<br />
R = .31 R 2 = .10 5,60 .02<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />
Kriterium: Depression (T4)<br />
5 UV's (T1): depressive Verarbeitung, aktives Coping, Ablenkung, Religiosität, Bagatellisieren<br />
Korrelationskoeffizient<br />
Modell<br />
Bestimmtheitsmaß F p<br />
R = .51 R 2 = .26 17,98 .0001<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />
Kriterium: Depression (T4)<br />
5 UV's (T2): depressive Verarbeitung, aktives Coping, Ablenkung, Religiosität, Bagatellisieren<br />
9.7.3 Prädiktoren <strong>der</strong> Angst<br />
Der alleinige Prädiktor für die Angst am Reha-Beginn und am Katamnesemesszeitpunkt ist,<br />
wie schon für die Depression und die Lebenszufriedenheit, die depressive Verarbeitung (Tab.<br />
9.7.9 bis 9.7.12). Der aufgeklärte Anteil an <strong>der</strong> Gesamtvarianz fällt dabei insgesamt gering<br />
aus und liegt zwischen 10% und 16%.<br />
156
Tab. 9.7.9: Multiple Regression <strong>der</strong> Angst zum Reha-Ende (n = 56)<br />
T1➜T3<br />
UV (T1) B SE Beta T Signifikanz<br />
Depressive Verarbeitung 0,33 0,13 .32 2,53 .01<br />
Tab. 9.7.10: Multiple Regression <strong>der</strong> Angst zum Reha-Ende (n = 56)<br />
T2➜T3<br />
UV (T2) B SE Beta T Signifikanz<br />
Depressive Verarbeitung 0,33 0,13 .32 2,51 .02<br />
Tab. 9.7.11: Multiple Regression <strong>der</strong> Angst zur Katamnese (n = 54)<br />
T1➜T4<br />
UV (T1) B SE Beta T Signifikanz<br />
Depressive Verarbeitung 0,42 0,15 .35 2,73 .008<br />
Korrelationskoeffizient<br />
Modell<br />
Bestimmtheitsmaß F p<br />
R = .32 R 2 = .11 6,42 .01<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />
Kriterium: Angst (T3)<br />
5 UV's (T1): depressive Verarbeitung, aktives Coping, Ablenkung, Religiosität, Bagatellisieren<br />
Korrelationskoeffizient<br />
Modell<br />
Bestimmtheitsmaß F p<br />
R = .32 R 2 = .10 6,29 .02<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />
Kriterium: Angst (T3)<br />
5 UV's (T2): depressive Verarbeitung, aktives Coping, Ablenkung, Religiosität, Bagatellisieren<br />
Korrelationskoeffizient<br />
Modell<br />
Bestimmtheitsmaß F p<br />
R = .35 R 2 = .12 7,48 .008<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />
Kriterium: Angst (T4)<br />
5 UV's (T1): depressive Verarbeitung, aktives Coping, Ablenkung, Religiosität, Bagatellisieren<br />
157
Tab. 9.7.12: Multiple Regression <strong>der</strong> Angst zur Katamnese (n = 54)<br />
T2➜T4<br />
UV (T2) B SE Beta T Signifikanz<br />
Depressive Verarbeitung 0,47 0,15 .40 3,13 .003<br />
Korrelationskoeffizient<br />
Modell<br />
Bestimmtheitsmaß F p<br />
R = .40 R 2 = .16 9,80 .003<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />
Kriterium: Angst (T4)<br />
5 UV's (T2): depressive Verarbeitung, aktives Coping, Ablenkung, Religiosität, Bagatellisieren<br />
9.7.4 Prädiktoren <strong>der</strong> Somatisierung und <strong>der</strong> Behandlungszufriedenheit<br />
Keiner <strong>der</strong> in <strong>der</strong> Vorhersagegleichung aufgenommenen Prädiktoren leistet einen<br />
signifikanten Erklärungsbeitrag für die Somatisierungssymptome o<strong>der</strong> die Behandlungszufriedenheit<br />
zum Reha-Beginn und zum Katamnesemesszeitpunkt.<br />
9.7.5 Prädiktoren des Reha-Status<br />
Tab. 9.7.13 bis 9.7.16 stellen die Ergebnisse <strong>der</strong> Regressionsanalysen für den Reha-Status dar.<br />
Im Gegensatz zu den an<strong>der</strong>en Kriterien leistet hier Bagatellisieren zum Ende des<br />
Akutkrankenhausaufenthaltes neben <strong>der</strong> depressiven Verarbeitung einen signifikanten<br />
Erklärungsbeitrag an <strong>der</strong> Gesamtvarianz des Reha-Status zum Reha-Ende und zum<br />
Katamnesemesszeitpunkt. Wie schon bei den an<strong>der</strong>en Kriterien angemerkt, sind diese<br />
aufgeklärten Varianzanteile gering und liegen zwischen 14% und 17%.<br />
Tab. 9.7.13: Multiple Regression des Reha-Status zum Reha-Ende (n = 56)<br />
T1➜T3<br />
UV (T1) B SE Beta T Signifikanz<br />
Depressive Verarbeitung -0,56 0,24 -.30 -2,35 .02<br />
Bagatellisieren 0,51 0,25 .27 2,05 .05<br />
Korrelationskoeffizient<br />
Modell<br />
Bestimmtheitsmaß F p<br />
R = .38 R 2 = .14 4,31 .02<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />
Kriterium: Reha-Status (T3)<br />
5 UV's (T1): depressive Verarbeitung, aktives Coping, Ablenkung, Religiosität, Bagatellisieren<br />
158
Tab. 9.7.14: Multiple Regression des Reha-Status zum Reha-Ende (n = 56)<br />
T2➜T3<br />
UV (T2) B SE Beta T Signifikanz<br />
Depressive Verarbeitung -0,65 0,23 -.37 -2,87 .006<br />
Tab. 9.7.15: Multiple Regression des Reha-Status zur Katamnese (n = 54)<br />
T1➜T4<br />
UV (T1) B SE Beta T Signifikanz<br />
Tab. 9.7.16: Multiple Regression des Reha-Status zur Katamnese (n = 54)<br />
T2➜T4<br />
UV (T2) B SE Beta T Signifikanz<br />
Depressive Verarbeitung -0,80 0,27 -.38 -2,95 .005<br />
Korrelationskoeffizient<br />
Modell<br />
Bestimmtheitsmaß F p<br />
R = .37 R 2 = .14 8,22 .006<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />
Kriterium: Reha-Status (T3)<br />
5 UV's (T2): depressive Verarbeitung, aktives Coping, Ablenkung, Religiosität, Bagatellisieren<br />
Bagatellisieren 0,73 0,28 .33 2,60 .01<br />
Depressive Verarbeitung -0,59 0,26 -.28 -2,22 .03<br />
Korrelationskoeffizient<br />
Modell<br />
Bestimmtheitsmaß F p<br />
R = .42 R 2 = .17 5,44 .007<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />
Kriterium: Reha-Status (T4)<br />
5 UV's (T1): depressive Verarbeitung, aktives Coping, Ablenkung, Religiosität, Bagatellisieren<br />
Korrelationskoeffizient<br />
Modell<br />
Bestimmtheitsmaß F p<br />
R = .38 R 2 = .14 8,71 .005<br />
Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />
Kriterium: Reha-Status (T4)<br />
5 UV's (T2): depressive Verarbeitung, aktives Coping, Ablenkung, Religiosität, Bagatellisieren<br />
159
9.8 Diskussion <strong>der</strong> Ergebnisse <strong>der</strong> Akut-Längsschnittstudie (Studie 3)<br />
Die erfolgreiche Bewältigung einer chronischen Erkrankung hängt u.a. davon ab, wie sich die<br />
betroffenen Patienten mit <strong>der</strong> Erkrankung und den damit zusammenhängenden Folgen<br />
auseinan<strong>der</strong>setzen und welche eigenen Einflussmöglichkeiten sie selbst dabei sehen. Dabei<br />
kann sich eine vermin<strong>der</strong>te Lebensqualität negativ auf den weiteren Krankheitsverlauf und<br />
sogar auf die Überlebensrate auswirken (Siegrist und Rugulies, 1997; Murberg, 2001).<br />
Allerdings sind die Forschungsergebnisse zum Zusammenhang zwischen verschiedenen<br />
Coping-Verhaltensweisen und <strong>der</strong> Entwicklung <strong>der</strong> Erkrankung keineswegs einheitlich, so<br />
dass in diesem Bereich weiterer Forschungsbedarf besteht. Die vorliegende Längschnittstudie<br />
wurde daher mit dem Ziel durchgeführt, die Bedeutung <strong>der</strong> Krankheitsverarbeitung und<br />
weiterer relevanter Prädiktoren bei kardiologischen Patienten zu untersuchen, die auf eine<br />
erfolgreiche o<strong>der</strong> aber weniger erfolgreiche Anpassung an die Herzerkrankung schließen<br />
lassen.<br />
9.8.1 Verän<strong>der</strong>ung von Coping-Prozessen über <strong>der</strong> Verlauf<br />
Über den Rehabilitationsverlauf zeigen sich lediglich beim aktiven problemorientierten<br />
Coping und beim sozialen Coping signifikante Verän<strong>der</strong>ungen. Der fast umgekehrt u-förmige<br />
Verlauf des problemorientierten Copings hängt wahrscheinlich mit dem Einfluss <strong>der</strong><br />
therapeutischen Maßnahmen in <strong>der</strong> Reha-Klinik zusammen. Die Patienten werden beson<strong>der</strong>s<br />
dort durch die stattfindenden Schulungsmaßnahmen für ihre Erkrankung und mögliche<br />
Risikofaktoren sensibilisiert, während <strong>der</strong> Einfluss des Arztes o<strong>der</strong> einer Ernährungsberatung<br />
im Akutkrankenhaus weniger wirksam zu sein scheint. Denkbar wäre allerdings auch, dass<br />
die Patienten in <strong>der</strong> Reha-Klinik eher sozial erwünscht geantwortet haben. Zum Katamnesemesszeitpunkt<br />
sinken dann die Werte noch unter Baseline-Niveau ab, ohne dass dieser<br />
Unterschied allerdings signifikant wird. Hier besteht das Risiko, dass die Patienten sich nicht<br />
mehr genügend aktiv mit ihrer Erkrankung auseinan<strong>der</strong>setzen und wie<strong>der</strong> ihr altes<br />
Verhaltensmuster zeigen, so dass die therapeutischen Effekte auf lange Sicht relativ<br />
unwirksam bleiben könnten. Eine an<strong>der</strong>e Erklärung wäre, dass ein Mehr an Infomationen für<br />
diese Patienten zu diesem Zeitpunkt nicht mehr so relevant ist, weil sie möglicherweise auch<br />
gelernt haben, mit ihrer Situation zurechtzukommen, und weil Bedrohungen o<strong>der</strong> Belastungen<br />
durch die Erkrankung weniger aktuell sind. Weitere Informationen zu suchen könnte dann<br />
eher ein Hinweis auf bestehende Unsicherheiten o<strong>der</strong> Ängste sein.<br />
Die Suche nach sozialer Einbindung nimmt über den Verlauf zu und wird zum Katamnesemesszeitpunkt<br />
von den Befragten im Durchschnitt am häufigsten eingesetzt. Dies zeigt, wie<br />
wichtig nahe Bezugspersonen für die Bewältigung <strong>der</strong> Erkrankung im Rehabilitationsverlauf<br />
werden. Signifikant werden hier die Unterschiede vom letzten (T4) zum ersten (T1) bzw.<br />
zweiten (T2) Messzeitpunkt. Dies hängt sicherlich aber auch mit den Item-Formulierungen<br />
<strong>der</strong> Skala zusammen, denen eine Person außerhalb einer Klinikroutine eher zustimmen kann<br />
als ein Patient im Krankenhaus o<strong>der</strong> in einer Reha-Klinik, <strong>der</strong> an verschiedenen<br />
Therapiemaßnahmen über den Tagesverlauf teilnehmen muss. Außerdem befinden sich viele<br />
<strong>der</strong> Rehabilitanden nicht in <strong>der</strong> Nähe ihres Wohnortes, so dass Besuche von Freunden o<strong>der</strong><br />
Bekannten eher selten sind o<strong>der</strong> sich auf die Wochenenden beschränken. Insofern kann die<br />
Zunahme möglicherweise auch einen Artefakt darstellen.<br />
160
Sowohl das problemorientierte Coping als auch das soziale Coping befinden sich im<br />
Gegensatz zum Bagatellisieren, zur depressiven Verarbeitung, Religiosität und Ablenkung<br />
jeweils über dem Item-standardisierten Skalenmittelwert. Aufgrund <strong>der</strong> Zusammenhänge<br />
zwischen <strong>der</strong> depressiven Verarbeitung und <strong>der</strong> psychosozialen Anpassung wäre eine<br />
Verringerung des depressiven Copings sicherlich vor allem während des Rehabilitationsaufenthaltes<br />
durch therapeutische Maßnahmen wünschenswert gewesen. Dass dies nicht so<br />
ist, kann möglicherweise darauf zurückgeführt werden, dass es sich hier um einen „Boden-<br />
Effekt“ handelt, so dass eine weitere Reduktion nicht möglich ist.<br />
In <strong>der</strong> vorliegenden Studie zeigt sich beson<strong>der</strong>s ein Coping-Muster, das im Verlauf durch<br />
aktives und soziales Coping charakterisiert ist. Insgesamt verwenden die befragten Patienten<br />
in <strong>der</strong> Selbsteinschätzung weniger emotionsorientierte Coping-Modi. Doering et al. (2001)<br />
fanden bei Patienten nach aortokoronarer Bypass-Operation hauptsächlich ein Bewältigungsmuster,<br />
das die Autoren mit „positiver Passivität“ umschreiben. Die Gruppenmittelwerte <strong>der</strong><br />
hier verwendeten BEFO-Skalen blieben dabei überwiegend stabil, dagegen zeigte sich eine<br />
unterschiedliche intraindividuelle Variablität <strong>der</strong> Coping-Muster. In <strong>der</strong> Studie von Lowe et<br />
al. (2000) blieb das Coping-Verhalten <strong>der</strong> untersuchten Herzinfarktpatienten über einen<br />
Zeitraum von sechs Monaten ebenfalls stabil. Am häufigsten setzten diese Patienten vor allem<br />
Akzeptieren und problemorientiertes Coping ein. In <strong>der</strong> Studie von Cupples et al. (1998)<br />
verwendeten die befragten Herztransplantationspatienten am häufigsten positives Denken und<br />
schätzten es auch als am wirksamsten ein. Auch in dieser Studie zeigten sich keine<br />
signifikanten Verän<strong>der</strong>ungen in den Patienteneinschätzungen bezüglich <strong>der</strong> Verwendung<br />
einzelner Coping-Verhaltensweisen o<strong>der</strong> <strong>der</strong>en Wirksamkeit vor und nach einer Herztransplantation<br />
über insgesamt vier Messzeitpunkte. Crumlish (1994) stellte dagegen bei<br />
Bypass-Patienten fest, dass die Suche nach sozialer Unterstützung, Selbstbeschuldigung und<br />
Wunschdenken vor <strong>der</strong> Operation bis zum fünften Tag nach <strong>der</strong> Operation abnahmen,<br />
während Vermeidung und Problemlösung über diese zwei Messzeitpunkte konstant blieben.<br />
Die Aussagekraft über die Verän<strong>der</strong>ungen <strong>der</strong> untersuchten Coping-Variablen ist insgesamt<br />
über mehrere Messzeitpunkte genauer, da auf diese Weise Zeitverläufe differenzierter<br />
abgebildet werden können.<br />
9.8.2 Zusammenhänge zwischen psychosozialen bzw. medizinischen Prädiktoren und<br />
dem Reha-Ergebnis<br />
Vor allem die depressive Verarbeitung steht in <strong>der</strong> vorliegenden Längsschnittstudie sowohl in<br />
bivariaten Korrelationsanalysen als auch in multiplen Regressionsanalysen konsistent mit<br />
einem ungünstigen Reha-Ergebnis im Sinne <strong>der</strong> erreichten Lebensqualität in Beziehung.<br />
Diese Zusammenhänge gelten sowohl zwischen dem Akutmesszeitpunkt und dem Reha-Ende<br />
bzw. <strong>der</strong> Katamnese als auch zwischen dem Reha-Beginn und dem Reha-Ende bzw. <strong>der</strong><br />
Katamnese. Patienten mit dieser Krankheitsverarbeitung weisen am Reha-Ende und sechs<br />
Monate später signifikant höhere Depressions- bzw. Angstwerte sowie eine geringere<br />
Lebenszufriedenheit auf. So klärt z.B. die depressive Verarbeitung bei <strong>der</strong> Vorhersage vom<br />
ersten Messzeitpunkt in <strong>der</strong> Akutklinik zum dritten Messzeitpunkt am Reha-Ende einen<br />
Varianzanteil von 60% an <strong>der</strong> Gesamtvarianz <strong>der</strong> Depression auf. Allerdings ist im Hinblick<br />
auf die Zusammenhänge zwischen depressiver Verarbeitung als Prädiktor und Depression als<br />
Kriterium das Konfundierungsproblem zu berücksichtigen, das bis jetzt noch nicht<br />
zufriedenstellend gelöst werden konnte. Außerdem ist die Frage noch nicht hinreichend<br />
geklärt, wie sich Depression und die depressive Verarbeitung besser voneinan<strong>der</strong><br />
161
differenzieren lassen im Sinne einer Status- versus Prozessdiagnostik. Dass diese beiden<br />
Variablen allerdings nicht vollständig miteinan<strong>der</strong> identisch sind, zeigt sich darin, dass sich<br />
mittels <strong>der</strong> depressiven Verarbeitung als Prädiktor die Varianzanteile an <strong>der</strong> Depression nicht<br />
vollständig aufklären lassen. Außerdem ist hier allerdings auch <strong>der</strong> Einfluss von Fehlervarianz<br />
zu berücksichtigen. Die vorliegenden Ergebnisse stimmen mit empirischen Befunden zum<br />
Einfluss von Coping auf den Reha-Erfolg überein. Terry (1992) fand z.B., dass ein<br />
emotionsorientierter Coping-Stil die Anpassung an einen Herzinfarkt erschwerte. Auch<br />
Rogner et al. (1994) konnten zeigen, dass eine depressive Verarbeitung unabhängig von <strong>der</strong><br />
Erkrankungsschwere einen Prädiktor für einen späteren kardialen Befund darstellte. Titscher<br />
et al. (1996) fanden entsprechend, dass Patienten mit einer depressiven Krankheitsverarbeitung<br />
ein höheres Ausmaß an Restenosebildung drei Monate nach erfolgter PTCA<br />
aufwiesen. In <strong>der</strong> Studie von Van El<strong>der</strong>en et al. (1999) waren Patienten mit einem<br />
konfrontierenden Coping-Verhalten („approach coping“) einen Monat nach dem kardialen<br />
Ereignis zum Katamnesemesszeitpunkt nach 12 Monaten weniger ängstlich und depressiv,<br />
während Vermeidung sich zu diesem Zeitpunkt eher ungünstig auswirkte. Auch Verleugnung,<br />
Vermeidungsstrategien und Selbstbeschuldigung konnten als Prädiktoren von psychosomatischen<br />
Beschwerden identifiziert werden (Julkunen und Saarinen, 1994; Crumlish,1994;<br />
Garcia et al., 1994; Grossi et al., 1998). Wie die Ergebnisse einer aktuellen Studie bei<br />
Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz zeigen, haben Patienten mit einem hilflosen<br />
Coping-Stil unabhängig von <strong>der</strong> Erkrankungsschwere sogar ein größeres Sterberisiko<br />
(Murberg, 2001). Auch querschnittliche Studienergebnisse bestätigen ebenfalls die<br />
Zusammenhänge zwischen depressivem bzw. emotionsorientiertem Coping und einer<br />
schlechten medizinischen und psychosozialen Anpassung (z.B. Craney et al., 1997, Ben-Zur<br />
et al., 2000).<br />
Während die empirischen Ergebnisse zur Bedeutung depressiver Verarbeitungsstrategien im<br />
Hinblick auf den Anpassungserfolg recht konsistent zu sein scheinen, ist die Befundlage zu<br />
problemorientierten und auf die Erkrankung fokussierenden Strategien insgesamt heterogener.<br />
In <strong>der</strong> vorliegenden Untersuchung zeigen sich lediglich bivariate Zusammenhänge zwischen<br />
dem aktiven problemorientierten Coping zu T1 und T2 und <strong>der</strong> Behandlungszufriedenheit zu<br />
T4 in dem Sinne, dass Patienten mit diesem Coping-Verhalten sechs Monate nach dem Reha-<br />
Ende zufriedener mit <strong>der</strong> Behandlung sind. Auch fallen hier die bivariaten Zusammenhänge<br />
zwischen den erkrankungsbezogenen Kontrollüberzeugungen und den Maßen <strong>der</strong> Lebensqualität<br />
gering aus.<br />
In <strong>der</strong> Literatur werden einerseits Ergebnisse aus quer- und längsschnittlichen Studien<br />
berichtet, die darauf hinweisen, dass sich ein problemorientierter Umgang mit <strong>der</strong> Erkrankung<br />
positiv auf das Anpassungsergebnis auswirkt. So fanden z.B. Lowe et al. (2000) in einer<br />
Längsschnittstudie, dass problemorientiertes Coping zwei Monate nach einem Herzinfarkt<br />
einen Prädiktor für eine Reduktion von Beschwerden sechs Monate nach dem Ereignis<br />
darstellte. In <strong>der</strong> Studie von Dunbar et al. (1999) stand das problemorientierte Coping<br />
ebenfalls mit weniger emotionalen Problemen nach einer ICD-Implantation in Beziehung.<br />
Helgeson und Fritz (1999) fanden, dass Patienten nach PTCA mit positiven Erwartungen und<br />
Kontrollüberzeugungen bezüglich <strong>der</strong> eigenen Zukunft ein geringeres Risiko für erneute<br />
kardiale Ereignisse hatten. Auch in querschnittlichen Untersuchungen standen adaptive<br />
Coping-Strategien (wie Neubewerten und Problemlösen) mit weniger depressiven<br />
Symptomen und einer verbesserten Lebensqualität in Beziehung (Holahan et al., 1997; Grady<br />
et al., 1999).<br />
162
An<strong>der</strong>erseits existieren aber auch einige Studien, in denen kein o<strong>der</strong> aber sogar ein negativer<br />
Zusammenhang zwischen problemorientiertem Coping und dem Anpassungserfolg<br />
festgestellt worden ist. So hatte in <strong>der</strong> Studie von Terry (1992) das problemorientierte Coping<br />
ähnlich wie in unserer Stichprobe keinen Einfluss auf das Reha-Ergebnis. Auch in <strong>der</strong><br />
Rehabilitationslängsschnittstudie von Dörner et al. (2002) zeigen sich nur wenige<br />
Zusammenhänge zwischen diesen beiden Variablen. Negative Beziehungen zwischen dem<br />
problemorientierten Coping und <strong>der</strong> Anpassung treten beson<strong>der</strong>s im Bereich <strong>der</strong><br />
Akutversorgung und bei bevorstehenden präoperativen Belastungen auf, so dass die<br />
Adaptivität dieses Coping-Verhaltens beson<strong>der</strong>s vom Erhebungszeitpunkt abhängig zu sein<br />
scheint und bei <strong>der</strong> Interpretation <strong>der</strong> Befunde berücksichtigt werden muss. Van El<strong>der</strong>en et al.<br />
(1999) konnten zeigen, dass sich eine starke Konfrontation mit <strong>der</strong> Erkrankung zu einem<br />
frühen Zeitpunkt nach einem kardialen Ereignis negativ auf den Anpassungsprozess zu<br />
diesem Zeitpunkt auswirkt. Auch Esteve et al. (1991) fanden, dass Patienten mit geringem<br />
verleugnenden Coping-Verhalten im Akutkrankenhaus mehr psychopathologische Symptome<br />
aufwiesen. In <strong>der</strong> Querschnittstudie von Echteld et al. (2001) korrelierte im multivariaten<br />
Modell „Approach coping“ bei Patienten vor einer PTCA ebenfalls mit einer geringeren<br />
Lebensqualität. Die Befunde von Maes und Bruggemans (1990) zeigen auch Zusammenhänge<br />
zwischen „Approach“ und größerer Angst, Depression, Ärger, Unzufriedenheit,<br />
Inanspruchnahme medizinischer Versorgungssysteme und geringerem Wohlbefinden. In<br />
diesen Studien steht Vermeidung bzw. Verleugnung in einer frühen Phase <strong>der</strong> kardialen<br />
Erkrankung in positivem Zusammenhang zu einem guten Anpassungsergebnis zu diesem<br />
Zeitpunkt. Diese Ergebnisse unterstreichen klinische Erfahrungen, dass sich Verleugnung <strong>der</strong><br />
Erkrankung kurzfristig zwar günstig auswirken kann, langfristig jedoch den<br />
Anpassungsprozess erschwert (Siegrist und Siegrist, 1994). In <strong>der</strong> Studie von Agren et al.<br />
(1993) kehrten Patienten, die vor <strong>der</strong> Bypass-Operation bagatellisierendes Coping<br />
verwendeten, auch eher ins Berufsleben zurück. Dagegen weist in <strong>der</strong> vorliegenden Studie<br />
Bagatellisieren am Ende <strong>der</strong> Akutbehandlung signifikante Beziehungen zu einer schlechten<br />
Anpassung an die Erkrankung auf. Auch Lowe und Mitarbeiter (2000) konnten die adaptive<br />
Wirkung von Vermeidung in <strong>der</strong> Akutphase einer kardialen Erkrankung nicht bestätigen, so<br />
dass hier weiterer Forschungsbedarf besteht.<br />
In Übereinstimmung mit Ergebnissen <strong>der</strong> Literatur (z.B. <strong>Muthny</strong> et al., 1992; Lowe et al.,<br />
2000; Doering et. al, 2001) verwenden auch die in dieser Untersuchung befragten Patienten<br />
nach ihren Selbsteinschätzungen am häufigsten Arzt- und Compliance-bezogene Coping-<br />
Strategien und erleben diese auch als am hilfreichsten. Interessant ist allerdings in diesem<br />
Zusammenhang, dass in <strong>der</strong> vorliegenden Studie aktive und problemorientierte<br />
Verarbeitungsstrategien o<strong>der</strong> auch <strong>der</strong> Gesamtskalenwert des aktiven problemorientierten<br />
Copings wie oben beschrieben nur wenige signifikante Beziehungen zu den Outcome-<br />
Variablen einer erfolgreichen Anpasssung an die Erkrankung aufweisen. Lediglich zum<br />
Katamnesezeitpunkt korreliert das aktive problemorientierte Coping signifikant positiv mit<br />
<strong>der</strong> Behandlungszufriedenheit. Vielmehr scheinen Verarbeitungsprozesse im Hinblick auf die<br />
Anpassung am relevantesten zu sein, die auf eine depressive Verarbeitungsstruktur hinweisen.<br />
Mit Van El<strong>der</strong>en et al. (1999) lässt sich vor dem Hintergrund <strong>der</strong> geschil<strong>der</strong>ten Befundlage<br />
zusammenfassend festhalten, dass trotz anfänglicher ungünstiger Effekte die Bearbeitung des<br />
Traumas auf lange Sicht den emotionalen Distress reduzieren kann.<br />
Die Einschätzung <strong>der</strong> psychologischen Konsequenzen einer Herzerkrankung und die<br />
Entwicklung von Interventionen sollten daher auf <strong>der</strong> Grundlage <strong>der</strong> längsschnittlichen<br />
Beziehungen erfolgen. Dabei sind die Zusammenhänge erwartungsgemäß um so stärker, je<br />
enger die Erfassung <strong>der</strong> Prädiktoren und <strong>der</strong> Kriteriumsvariablen beieinan<strong>der</strong>liegen. Eine<br />
163
mögliche Erklärung für die Heterogenität <strong>der</strong> empirischen Befunde ergibt sich zum einen aus<br />
dem unterschiedlichen Untersuchungsdesign <strong>der</strong> verschiedenen Studien. So kann die<br />
Verwendung einzelner Strategien und ihre Adaptivität abhängig von <strong>der</strong> Art <strong>der</strong> Erkrankung,<br />
dem Zeitpunkt <strong>der</strong> Befragung und den möglichen, aktuell vorliegenden Belastungsfaktoren<br />
(wie z.B. eine Operation) sein. Außerdem scheint auch das Erhebungsinstrumentarium einen<br />
beson<strong>der</strong>en Einfluss auf die Ergebnisse <strong>der</strong> Studien zu haben. Gerade in bezug auf das<br />
Coping-Verhalten werden zum Teil recht unterschiedliche Inventare mit unterschiedlichen<br />
Gütekriterien eingesetzt, so dass die Vergleichbarkeit zwischen den einzelnen Studien hier<br />
sehr begrenzt ist. Möglicherweise kann auch <strong>der</strong> Prozesscharakter <strong>der</strong> Coping-Bemühungen<br />
nur unzureichend mittels den eingesetzten Methoden erfasst werden.<br />
9.8.3 Vergleich zwischen Selbst- und Fremdeinschätzungen des Copings<br />
Vergleiche zwischen <strong>der</strong> Selbsteinschätzung des Coping-Verhaltens mittels FKV-Skalen<br />
durch die Patienten und <strong>der</strong> Fremdeinschätzung durch den untersuchenden Psychologen<br />
zeigen, dass die Angaben <strong>der</strong> Patienten zu den verschiedenen Coping-Modi mit einer<br />
Ausnahme im Mittel signifikant unterhalb <strong>der</strong> Werte <strong>der</strong> Fremdeinschätzungen liegen. Im<br />
Hinblick auf das aktive problemorientierte Coping jedoch schätzen sich die Patienten höher<br />
ein, als <strong>der</strong> interviewende Psychologe dies tut, was durch das Problem <strong>der</strong> sozialen<br />
Erwünschtheit o<strong>der</strong> aber auch durch das Selbstideal <strong>der</strong> Patienten bedingt sein könnte.<br />
Bivariate Korrelationen zwischen den Coping-Skalen in Selbst- und Fremdeinschätzung<br />
zeigen sich vor allem zum zweiten Messzeitpunkt, während zum ersten Messzeitpunkt diese<br />
Beziehungen geringer ausfallen. Vor allem die depressive Verarbeitung, Religiosität und<br />
aktives Coping korrelieren jeweils in den beiden verschiedenen Einschätzungen zum Reha-<br />
Beginn miteinan<strong>der</strong>. Dies zeigt, dass Übereinstimmungen beim depressiven Verhalten, beim<br />
aktiven Coping und <strong>der</strong> Religiosität leichter zu erreichen sind, da sie zum Teil offensichtlich<br />
sind bzw. direkt aus den Patientenäußerungen vom beurteilenden Psychologen abgeleitet<br />
werden können. Fehlende signifikante Korrelationen am Ende <strong>der</strong> Akut-Behandlungen<br />
können möglicherweise darauf zurückgeführt werden, dass zu diesem frühen Zeitpunkt die<br />
Patienten noch selbstwertschützende bzw. –stabilisierende Angaben machen, indem sie zum<br />
Beispiel weniger ausgeprägt depressive Coping-Verhaltenweisen angeben.<br />
Die Ergebnisse zum bivariaten Zusammenhang zwischen den Fremdeinschätzungen des<br />
Coping-Verhaltens und den Lebensqualitätsindikatoren liefern ein ähnliches Bild wie die<br />
Zusammenhänge zu den Selbsteinschätzungen <strong>der</strong> Patienten. In bezug auf die FKV-Skalen<br />
zeigt sich durchgängig sowohl zum ersten Messzeitpunkt am Ende <strong>der</strong> Akutbehandlung als<br />
auch zum Reha-Beginn die Bedeutung <strong>der</strong> depressiven Verarbeitung und damit<br />
zusammenhängen<strong>der</strong> Coping-Prozesse, während aktive und problemorientierte<br />
Verarbeitungsprozesse eher nur eine unbedeutende Rolle spielen. Diese Beziehungen lassen<br />
sich auch im multivariaten Modell mit den FKV-Skalen als Prädiktoren für die<br />
unterschiedlichen Lebensqualitätsindikatoren feststellen. Bis auf zwei Ausnahmen leistet nur<br />
die depressive Verarbeitung einen signifikanten Erklärungsbeitrag für die Zielkriterien. Die<br />
Zusammenhänge sind wie<strong>der</strong>um bei <strong>der</strong> Depression erwartungsgemäß am deutlichsten<br />
ausgeprägt, wenn auch die Selbsteinschätzungen in ihrer Prädiktionsleistung insgesamt höher<br />
ausfällt. Zu berücksichtigen ist allerdings bei <strong>der</strong> Interpretation <strong>der</strong> Fremdeinschätzungen,<br />
dass es sich bei den emotionalen bzw. depressiv-gefärbten Verarbeitungsprozessen um in <strong>der</strong><br />
Interviewsituation deutlich erkennbare bzw. „offensichtlichere“ Prozesse handelt, während<br />
die aktiven Coping-Modi vom klinischen Eindruck her schwieriger zu erfassen sind und sich<br />
164
letztlich eher auf die Aussagen <strong>der</strong> Patienten stützen müssen. Dabei sind insgesamt die<br />
Zusammenhänge zwischen dem Reha-Beginn und den beiden letzten Messzeitpunkten<br />
deutlicher ausgeprägt, was an den kürzeren Zeitabständen zwischen den Messungen liegen<br />
dürfte. Daher lässt sich erwartungsgemäß schlussfolgern, dass je kürzer die Messzeitpunkte<br />
<strong>der</strong> Einschätzungen auseinan<strong>der</strong>liegen, desto höher sind die Korrelationen zwischen den<br />
einzelnen Coping-Modi und den Lebensqualitätsindikatoren.<br />
Im Hinblick auf die Prädiktionsleistung von Coping sowohl in Selbst- als auch in<br />
Fremdeinschätzung ist daher abschließend festzuhalten, dass bereits eine detaillierte<br />
Erfassung des Coping-Verhaltens im Akutbereich sinnvoll ist. Dabei sind beson<strong>der</strong>s die<br />
emotionsorientierten bzw. depressiven Verarbeitungswege zu berücksichtigen. Allerdings<br />
fallen die Zusammenhänge mit den späteren Messzeitpunkten nicht so hoch aus, da zu diesem<br />
Zeitpunkt die Verarbeitungswege möglicherweise in Spektrum und Ausprägung vielfältiger<br />
sind.<br />
9.8.4 Die Bedeutung von Selbstwirksamkeit, sozialer Unterstützung und Zynismus<br />
Die Selbstwirksamkeit scheint bivariat nur zu Reha-Beginn, nicht aber am Ende <strong>der</strong><br />
Akutbehandlung mit einzelnen Maßen <strong>der</strong> Lebensqualität in Beziehung zu stehen. Vor allem<br />
Patienten mit hohen Selbstwirksamkeitserwartungen sind zu Reha-Beginn weniger ängstlich<br />
und haben weniger somatische Beschwerden am Reha-Ende und zur Katamnese. Multivariat<br />
dagegen steht die Selbstwirksamkeit sowohl zu T1 als auch zu T2 beson<strong>der</strong>s mit <strong>der</strong><br />
Lebenszufriedenheit in positivem Zusammenhang. Allerdings sind die Beziehungen nicht so<br />
stark und konsistent, wie an<strong>der</strong>e empirische Ergebnisse erwarten lassen. Terry (1992) stellte<br />
bei Herzinfarkt-Patienten mit einer hohen Selbstwirksamkeitserwartung weniger psychische<br />
Symptome fest. Sullivan et al. (1998) konnten zeigen, dass Koronarpatienten nach einer<br />
Katheteruntersuchung mit hohen Selbstwirksamkeitserwartungen in bezug auf das Aufrechterhalten<br />
des Funktionsniveaus und die Kontrolle kardialer Symptome ein besseres physisches<br />
und soziales Funktionsniveau sechs Monate nach dem Eingriff aufwiesen, wobei Angst,<br />
Depression, Erkrankungsschwere und demographische Faktoren kontrolliert wurden. Ewart<br />
(1995) hebt hevor, dass die Berücksichtigung von Selbstwirksamkeitserwartungen das<br />
Verständnis von den psychischen Reaktionen kardiologischer Patienten erleichtere und dass<br />
viele Patienten eben ihre körperliche Leistungsfähigkeit nicht angemessen wahrnähmen. Im<br />
Modell von Schrö<strong>der</strong> et al. (1998) stellt die Selbstwirksamkeit als habituelles Merkmal eine<br />
persönliche Ressource und den wichtigsten indirekten Prädiktor für Coping-Verhalten und<br />
Anpassung dar. In <strong>der</strong> Studie von Elizur und Hirsh (1999) korrelierte zwar die vor <strong>der</strong><br />
Bypass-OP erfasste Selbstwirksamkeit positiv mit <strong>der</strong> psychosozialen Anpassung zwei<br />
Monate nach dem Eingriff. Dieser Zusammenhang verschwand allerdings nach Kontrolle <strong>der</strong><br />
Baseline-Messung <strong>der</strong> Anpassungsindikatoren.<br />
In bezug auf die Vergleichbarkeit <strong>der</strong> Ergebnisse zur Bedeutung <strong>der</strong> Selbstwirksamkeit ist die<br />
Operationalisierung des Konstrukts entscheidend, nämlich ob eher ein stabiles Persönlichkeitsmerkmal<br />
o<strong>der</strong> aber eine erkrankungsbezogene Selbstwirksamkeitserwartung erfasst<br />
werden soll. Wie verschiedene Studien zur Verän<strong>der</strong>ung von Selbstwirksamkeit zeigen (z.B.<br />
Oldridge und Rogowski, 1990; Toobert et al., 1998) können <strong>der</strong>artige Überzeugungen und<br />
Einstellungen wirksam verän<strong>der</strong>t und verbessert werden. In <strong>der</strong> vorliegenden Studie<br />
verän<strong>der</strong>ten sich die Selbstwirksamkeitserwartungen nicht über den Rehabilitationsverlauf.<br />
Dabei lagen die jeweiligen Mittelwerte zu den verschiedenen Messzeitpunkten alle über dem<br />
entsprechenden Skalenmittelwert von 2.<br />
165
Die soziale Unterstützung weist sowohl im bivariaten als auch im multivariaten Modell<br />
signifikante Beziehungen zu den erhobenen Maßen <strong>der</strong> Lebensqualität auf. Patienten, die von<br />
einer guten sozialen Unterstützung berichten, haben am Ende <strong>der</strong> Rehabilitation und zur<br />
Katamnese sechs Monate später eine höhere Lebensqualität. Dazu passt, dass auch die Suche<br />
nach sozialer Einbindung über den Rehabilitationsverlauf an Bedeutung zunimmt (siehe<br />
oben).<br />
Bereits Hemingway und Marmot (1999), Titscher und Schöppl (2000) sowie An<strong>der</strong>son et al.<br />
(1996) haben die positive Bedeutung <strong>der</strong> sozialen Unterstützung für den weiteren<br />
Krankheitsverauf bei kardiologischen Patienten hervorgehoben. Die soziale Unterstützung<br />
scheint dabei über das Coping Einfluss auf die Anpassung und den Erholungsprozess zu<br />
nehmen, wie z.B. Schrö<strong>der</strong> et al. (1998) zeigen konnten. Auch Holahan und Mitarbeiter<br />
(1997a) bestätigten diese Beziehungen in ihrem Modell. Die negativen Zusammenhänge<br />
zwischen Depression und positiven Aspekten sozialer Beziehungen wurden in dieser Studie<br />
über das Coping-Verhalten <strong>der</strong> Patienten vermittelt. Auch an<strong>der</strong>e Studien unterstreichen die<br />
Bedeutung sozialer Bezugspersonen für den Anpassungsprozess <strong>der</strong> Patienten (z.B. Ben-Zira<br />
und Eliezer, 1990; Terry, 1992; Hoffmann et al., 1995; Sojima et al., 1999).<br />
Damit stimmen die Ergebnisse <strong>der</strong> vorliegenden Studie mit vielen Befunden in <strong>der</strong> Literatur<br />
überein. Diese Wirkung <strong>der</strong> sozialen Unterstützung ist demnach ein stabiler Effekt und sollte<br />
dementsprechend bei <strong>der</strong> Behandlung von kardiologischen Erkrankungen verstärkt<br />
berücksichtigt werden (siehe unten).<br />
Zynische Einstellungen und Überzeugungen wurden in <strong>der</strong> vorliegenden Untersuchung mit<br />
Hilfe einer neukonstruierten Skala erfasst, die aus den drei Unterskalen „Zynismus“, „Zweifel<br />
an Altruismus“ und „Amoralischer Opportunismus“ besteht (s. oben). Ein Anliegen <strong>der</strong><br />
vorliegenden Studie bestand auch darin, diese neu entwickelte Zynismusskala auch bereits in<br />
<strong>der</strong> Akutbehandlung einzusetzen und die Aussagekraft dieser Variable im Hinblick auf das<br />
Reha-Ergebnis zu untersuchen. Es zeigte sich, dass beson<strong>der</strong>s die Skala „Zynismus“<br />
(gemessen zu T1) signifikante Korrelationen mit den Lebensqualitätsmaßen aufwies, während<br />
die Zusammenhänge zwischen diesen Maßen und <strong>der</strong> Skala „Zynismus“ (gemessen zu T2)<br />
geringer ausfielen bzw. nicht mehr signifikant wurden. Die beiden an<strong>der</strong>en Zynismusskalen<br />
zeigten kaum signifikante Zusammenhänge mit den Lebensqualitätsmaßen. In <strong>der</strong><br />
Rehabilitationslängsschnittstudie (Studie 2) konnten dagegen fast keine signifikanten<br />
Beziehungen zwischen den Zynismusskalen zum Reha-Beginn und den verschiedenen<br />
Variablen zur Erfassung <strong>der</strong> Lebensqualität zum Reha-Ende und sechs Monate später<br />
festgestellt werden. Die Skala „Zynismus“ war sogar überhaupt nicht signifikant mit diesen<br />
Maßen assoziiert. Anscheinend ist <strong>der</strong> Faktor Zynismus bzw. Feindseligkeit nur dann ein<br />
Prädiktor für das Reha-Ergebnis, wenn er in <strong>der</strong> Akutversorgung erfasst wird. Ein weiterer<br />
Hinweis könnte in <strong>der</strong> unterschiedlichen Stichprobenzusammensetzung <strong>der</strong> beiden Teilstudien<br />
liegen.<br />
In <strong>der</strong> Literatur wird die Rolle <strong>der</strong> Feindseligkeit bzw. des Zynismus ebenfalls kontrovers<br />
diskutiert (Mittag, 1999; Myrtek, 2000). Auch in <strong>der</strong> hier beschriebenen Studie kann nicht<br />
abschließend geklärt werden, ob dieser Faktor eine „toxische“ Komponente besitzt und wann<br />
diese im Erkrankungsverlauf relevant wird. Es stellt sich dabei die Frage, warum dieser<br />
Faktor als überdauerndes habituelles Persönlichkeitsmerkmal während des Reha-Aufenthaltes<br />
fast keinen Einfluss auf das Reha-Ergebnis zu haben scheint. Auch zur Entstehung <strong>der</strong> KHK<br />
können keine Aussagen diesbezüglich gemacht werden, da zum Zeitpunkt <strong>der</strong> Befragung die<br />
kardiale Erkrankung bereits weit fortgeschritten war. Außerdem ist anzumerken, dass sich die<br />
Stichprobe nicht nur aus Patienten mit einer KHK zusammensetzte, son<strong>der</strong>n auch z.B.<br />
166
Herzklappenpatienten befragt wurden. Weitere prospektive Untersuchungen zwischen diesen<br />
Zusammenhängen sind zur Klärung <strong>der</strong> Frage erfor<strong>der</strong>lich. Wie allerdings die obigen<br />
Ausführungen auch zum Zusammenhang <strong>der</strong> depressiven Verarbeitung andeuten, scheint<br />
beson<strong>der</strong>s <strong>der</strong> depressiv-gestimmte Zyniker im weiteren Verlauf <strong>der</strong> Erkrankung gefährdet zu<br />
sein, eine schlechte psychosoziale Anpassung an die Erkrankung zu entwickeln. Unklar ist<br />
allerdings weiterhin <strong>der</strong> pathophysiologische Wirkungsmechanismus.<br />
9.8.5 Die Bedeutung medizinischer Daten<br />
Weiterhin ließen sich nur wenige signifikante Zusammenhänge zwischen <strong>der</strong> Schwere <strong>der</strong><br />
kardialen Erkrankung (operationalisiert als Anzahl <strong>der</strong> betroffenen Gefäße, NYHA-Stadium,<br />
Erkrankungsdauer und maximale Ergometerleistung in <strong>der</strong> Reha-Klinik) und dem<br />
Anpassungserfolg feststellen. Lediglich in <strong>der</strong> multiplen Regressionsanalyse zeigen sich<br />
signifikante Zusammenhänge. So haben Patienten mit einer geringen Ergometerleistung zu<br />
Reha-Beginn zum Katamnesemesszeitpunkt mehr somatische Beschwerden. Der aufgeklärte<br />
Varianzanteil ist dabei mit 9% aber sehr gering. Auch geben Patienten mit depressivem<br />
Coping-Verhalten und einer langen Krankheitsdauer zu T1 vermehrt Somatisierungssymptome<br />
am Ende <strong>der</strong> Reha-Maßnahme an. Auch hier zeigt sich in Übereinstimmung mit<br />
Befunden aus <strong>der</strong> Literatur, dass die Bedeutung medizinischer Parameter bei <strong>der</strong><br />
Einschätzung <strong>der</strong> Lebensqualität und Anpassung an die Herzerkrankung nicht zu stark<br />
gewichtet werden darf. In unserer Rehabilitationslängsschnittstudie (Studie 2) zeigten sich<br />
ebenfalls nur wenige signifikante Zusammenhänge zwischen diesen Variablen.<br />
Auch in den Studien von Terry (1992) und Rogner et al. (1994) steht die Erkrankungsschwere<br />
nicht mit <strong>der</strong> Anpassung in Zusammenhang. In <strong>der</strong> Untersuchung von Boudrez & DeBacker<br />
(2001) an über 300 Patienten nach Bypass-OP leisteten medizinische Daten auch keinen<br />
Erklärungsbeitrag zur Vorhersage des Rehabilitationsergebnisses. Grady et al. (1999) stellten<br />
ebenfalls keine signifikanten Beziehungen zwischen Coping-Strategien und <strong>der</strong> Dauer des<br />
Krankenhausaufenthaltes nach einer Herztransplantation fest. Auch rehospitalisierte Patienten<br />
mit chronischer Herzinsuffizienz unterschieden sich nicht von den nicht rehospitalisierten<br />
Patienten bezüglich des Ausmaßes <strong>der</strong> Herzinsuffizienz (Bennett et al., 1997). Allerdings<br />
identifizierten z.B. Hoffmann et al. (1995) das Alter, die Schwere des Infarkts,<br />
belastungsinduzierte Ischämien, Risikofaktoren sowie das Fehlen körperlicher Aktivität als<br />
medizinische Prädiktoren eines schlechten medizinischen Ergebnisses ein Jahr nach einem<br />
Herzinfarkt.<br />
Wie diese heterogenen Ergebnisse verdeutlichen, scheint die alleinige Berücksichtigung<br />
medizinischer Faktoren bei <strong>der</strong> Beurteilung <strong>der</strong> Prognose nicht auszureichen. Vielmehr<br />
müssen die unterschiedlichen Coping-Verhaltensweisen berücksichtigt werden, die sich<br />
außerdem im weiteren Verlauf <strong>der</strong> Erkrankung än<strong>der</strong>n können (s. Heim et al., 1993). In<br />
unserer Studie lässt sich außerdem in Übereinstimmung mit den Ergebnissen von Denollet<br />
und DePotter (1992) kein Zusammenhang zwischen den medizinischen Parametern und den<br />
Coping-Modi feststellen, so dass <strong>der</strong> zugrundeliegende Wirkungsmechanismus weiterer<br />
Untersuchungen bedarf.<br />
167
9.8.6 Verän<strong>der</strong>ung von psychosozialen Zielkriterien <strong>der</strong> Rehabilitation<br />
Die Lebenszufriedenheit steigt bei den Befragten über den Verlauf an und weist insgesamt<br />
hohe Ausprägungen auf. Alle Mittelwerte liegen im Bereich zwischen 3,5 und 4,0 (bezogen<br />
auf eine fünf-stufige Ratingsskala). Damit scheinen die befragten Patienten trotz <strong>der</strong><br />
Chronizität ihrer Erkrankung und des zum Teil schwerwiegenden Eingriffs im großen und<br />
ganzen mit ihrem Leben zufrieden zu sein.<br />
Dieses Ergebnis stimmt mit den in <strong>der</strong> Literatur berichteten Ergebnissen überein.<br />
Lebensqualität wird dabei wie in unserer Studie als Ergebniskriterium <strong>der</strong> Anpassung an die<br />
Herzerkrankung erfasst. Im Längsschnitt verbesserte sich meist die Lebensqualität mittels<br />
psychosozialer Interventionen. Lisspers et al. (1999) stellten z.B. signifikante Verbesserungen<br />
<strong>der</strong> selbstberichteten Lebensqualität bei Patienten fest, die an einem Rehabilitationsprogramm<br />
zur Verhaltensän<strong>der</strong>ung und zur sekundären Prävention einer koronaren Herzerkrankung<br />
teilnahmen. Ades et al. (2000) verglichen die Standardbehandlung mit einem ambulanten<br />
Reha-Programm zu Hause und fanden keine Unterschiede bezüglich <strong>der</strong> Wirksamkeit in <strong>der</strong><br />
Verbesserung <strong>der</strong> Lebensqualität. Dagegen führte in <strong>der</strong> Studie von Trzcieniecka und Steptoe<br />
(1996) ein zehnwöchiges Stressmanagement-Training im Vergleich zur Standardbehandlung<br />
beson<strong>der</strong>s im Bereich <strong>der</strong> Lebensqualität zu signifikanten Verbesserungen. Arthur et al.<br />
(2000) konnten ebenfalls zeigen, dass durch eine präoperative psychosoziale Intervention<br />
(bestehend aus Schulungen, körperlichen Übungen und Verstärkungen durch eine<br />
Krankenschwester) die gesundheitsbezogene Lebensqualität von Bypass-Patienten noch nach<br />
sechs Monaten im Vergleich zu einer Warte-Kontrollgruppe besser war.<br />
Im Gegensatz zur Lebenszufriedenheit nimmt in <strong>der</strong> vorliegenden Studie die Zufriedenheit<br />
mit <strong>der</strong> Behandlung über den Verlauf ab. Möglicherweise sind die Patienten zwar anfangs<br />
noch optimistisch in bezug auf ihre Erkrankung, aber dann nach sechs Monaten feststellen,<br />
dass das Leben mit einer chronischen Herzerkrankung mit vielen Schwierigkeiten verbunden<br />
ist und eine Umstellung ihrer bisherigen Lebensweise erfor<strong>der</strong>lich macht, was sich dann in<br />
einer reduzierten Zufriedenheit mit <strong>der</strong> Wirksamkeit <strong>der</strong> Behandlung äußert.<br />
Eine signifikante Reduktion in den Angaben zur Angst zeigt sich vom ersten zum dritten<br />
Messzeitpunk. Danach steigen die Werte wie<strong>der</strong> zum Katamnesemesszeitpunkt signifikant an.<br />
Betrachtet man diesen Verlauf, so liegt <strong>der</strong> Schluss nahe, dass erwartungsgemäß die<br />
Rehabilitationsbehandlung zu einer Reduktion von Angst und Unsicherheit bei den Patienten<br />
geführt hat. Der leicht signifikante Anstieg zum letzten Messzeitpunkt ist wohl auf die<br />
relative geringe Stichprobengröße zurückzuführen. Hier wäre anhand einer umfangreicheren<br />
Stichprobe zu untersuchen, ob die Patienten sechs Monate nach <strong>der</strong> Therapie tatsächlich<br />
wie<strong>der</strong> substantiell mehr Angstsymptome angeben. Erste Hinweise zeigen sich auch in <strong>der</strong><br />
von uns durchgeführten Rehabilitations-Längsschnittstudie mit den Messzeitpunkten Reha-<br />
Beginn, Reha-Ende und Katamnese nach sechs Monaten (Dörner et al., Abschlussbericht<br />
2002). Hier nahmen Angst- und Somatisierungssymptome im Verlauf des Reha-Aufenthalts<br />
zwar signifikant ab, stiegen aber anschließend zum letzten Messzeitpunkt wie<strong>der</strong> in den<br />
Bereich des Ausgangsniveaus.<br />
Diese Ergebnisse legen die Vermutung nahe, dass die therapeutischen Effekte nur kurzfristig<br />
anhalten und im weiteren Verlauf wie<strong>der</strong> Angst und Unsicherheiten auftreten, was ein<br />
höheres Risiko für weitere kardiale Ereignisse darstellen könnte (vgl. Hemingway und<br />
Marmot, 1999; Moser und Dracup, 1996). Zur Klärung dieser Frage wären weitere Followup-Untersuchungen<br />
notwendig.<br />
168
Die Somatisierung nimmt über den gesamten Verlauf ab. Die Patienten geben zum vierten<br />
Messzeitpunkt signifikant weniger somatische Symptome an als zum zweiten Messzeitpunkt.<br />
Hier zeigt sich <strong>der</strong> körperliche Genesungsprozess, <strong>der</strong> beson<strong>der</strong>s für die Patienten nach<br />
Bypass-OP aufgrund heilen<strong>der</strong> Operationsfolgen deutlich werden dürfte.<br />
Die Depression weist über den gesamten Verlauf keine signifikanten Verän<strong>der</strong>ungen auf.<br />
Tendenziell ist jedoch eine Zunahme depressiver Symptome zum Katamnesemesszeitpunkt<br />
hin festzustellen ist, so dass wie<strong>der</strong> das Ausgangsniveau zum ersten bzw. zweiten<br />
Messzeitpunkt erreicht wird. In <strong>der</strong> Rehabilitations-Längsschnittstudie (Studie 2) verän<strong>der</strong>te<br />
sich die depressive Symptomatik von den beiden ersten Messzeitpunkten jeweils zum<br />
Katamnesemesszeitpunkt.<br />
Insgesamt ist festzuhalten, dass die psychosomatischen Symptome eher gering ausgeprägt<br />
sind, wobei die Patienten mehr Somatisierungssymptome als Angst o<strong>der</strong> Depression angeben.<br />
Alle jeweiligen Mittelwerte befinden sich noch unterhalb des Skalenmittelwertes von 2,5<br />
bezogen auf die Item-standardisierte Skala. Die hier verwendete BSI-Skala scheint möglicherweise<br />
nicht das geeignete Instrument zu sein, um psychosomatische Aspekte bei<br />
Herzerkrankungen angemessen und differenziert abzubilden. Hier würde <strong>der</strong> vergleichende<br />
Einsatz zweier unterschiedlicher Inventare Aufschluss geben können.<br />
9.8.7 Vergleich zwischen wie<strong>der</strong> erwerbstätigen und nicht wie<strong>der</strong> erwerbstätigen<br />
Patienten<br />
Weiterhin unterschieden sich Patienten, die sechs Monate nach <strong>der</strong> Rehabilitationsmaßnahme<br />
wie<strong>der</strong> im Erwerbsleben standen, und sechs Monate nach dem Reha-Aufenthalt berentete<br />
Patienten nicht in medizinischen, aber auch nicht in den von uns erhobenen psychosozialen<br />
Ausgangsvariablen o<strong>der</strong> in den Outcome-Variablen zum ersten Messzeitpunkt. Berufsrückkehrer<br />
waren allerdings im Mittel erwartungsgemäß jünger als die berenteten Patienten. Das<br />
Alter stellte ebenfalls im logistischen Regressionsmodell einen signifikanten Prädiktor dar. In<br />
<strong>der</strong> Studie von Dörner et al. (2002) unterschieden sich Berufsrückkehrer und berentete<br />
Patienten im univariaten Modell ebenfalls im Alter, außerdem aber noch im Hinblick auf die<br />
depressive Verarbeitung und die Suche nach sozialer Einbindung. Im logistischen<br />
Regressionsmodell wurden dann allerdings nur noch die Ergebnisse zu den beiden Coping-<br />
Prozessen signifikant, während das Alter keine Rolle mehr spielte. Berufsrückkehrer<br />
verwendeten danach mehr depressives Coping und weniger die Suche nach sozialer<br />
Einbindung. Möglicherweise hängen diese geschil<strong>der</strong>ten Ergebnisse zum Alterseffekt mit den<br />
spezifischen Bedingungen des Rehabilitationssystems und <strong>der</strong> Arbeitsmarktsituation in<br />
Deutschland zusammen. Julkunen und Saarinen (1994) fanden zum Beispiel, dass depressive<br />
Resignation und Verleugnung die besten Prädiktoren sowohl für die Berufsrückkehr ein Jahr<br />
nach einem Myokardinfarkt als auch für den selbstberichteten Gesundheitsstatus darstellte.<br />
Auch Soejima et al. (1999) konnten zeigen, dass japanische Herzinfarktpatienten mit<br />
internaler gesundheitsbezogener Kontrollüberzeugung eher ins Erwerbsleben zurückkehrten.<br />
Eine verspätete Aufnahme <strong>der</strong> beruflichen Tätigkeit stand mit großen Gesundheitssorgen,<br />
geringer sozialer Unterstützung und <strong>der</strong> Unfähigkeit zusammen, Zusammenhänge zwischen<br />
Stress, Coping und Krankheit zu erkennen. Medizinische Parameter spielten dabei ebenfalls<br />
keine Rolle. Freidl et al. (1993) fanden dagegen keine Zusammenhänge zwischen <strong>der</strong><br />
psychischen Bewältigung und <strong>der</strong> Erwerbstätigkeit. Dagegen stellte in <strong>der</strong> Studie von Agren<br />
et al. (1993) <strong>der</strong> Coping-Stil den wichtigsten Prädiktor für die Rückkehr in den Beruf dar.<br />
169
Patienten, die ein Jahr nach einer Bypass-OP wie<strong>der</strong> erwerbstätig waren, hatten vor <strong>der</strong><br />
Operation die Krankheit und ihre Konsequenzen bagatellisiert. Allerdings ist in dieser Studie<br />
die untersuchte Stichprobe mit 36 Patienten recht klein, was die Aussagefähigkeit<br />
einschränkt. Eine abschließende Bewertung <strong>der</strong> Zusammenhänge zwischen Prädiktorvariablen<br />
und dem Kriterium <strong>der</strong> Wie<strong>der</strong>erlangung <strong>der</strong> Erwerbsfähigkeit ist zum jetzigen Zeitpunkt<br />
aufgrund <strong>der</strong> heterogenen Befundlage nicht möglich. Die Kenntnis <strong>der</strong>artiger Variablen würde<br />
allerdings dazu beitragen, den „Risikopatienten“ gezielte Interventionen anbieten zu können.<br />
Auch wenn sich in <strong>der</strong> vorliegenden Stichprobe keine Zusammenhänge mit <strong>der</strong> depressiven<br />
Verarbeitung zeigen, scheint es viele Hinweise aus an<strong>der</strong>en Studien zu geben, die einen<br />
negativen Zusammenhang nahelegen.<br />
9.8.8 Einschränkungen und Verbesserungsmöglichkeiten<br />
Im folgenden sollen kurz einige methodische Einschränkungen <strong>der</strong> Studie und Verbesserungsmöglichkeiten<br />
diskutiert werden.<br />
Bei <strong>der</strong> Interpretation <strong>der</strong> gesamten Ergebnisse ist zu berücksichtigen, dass einige <strong>der</strong><br />
Patienten aufgrund verän<strong>der</strong>ter Zuweisungen zu den verschiedenen Reha-Einrichtungen eine<br />
ambulante Rehabilitationsmaßnahme erhalten haben, was die Vergleichbarkeit reduziert. Um<br />
die Erreichung einer angemessenen Stichprobengröße zu gewährleisten, mussten allerdings<br />
auch diese Patienten in die Untersuchung mit aufgenommen werden. Die Therapieangebote<br />
zwischen <strong>der</strong> ambulanten Einrichtung und den stationären Reha-Kliniken sind aber nach<br />
Durchsicht <strong>der</strong> entsprechenden Informationsbroschüren und Gesprächen mit den jeweils<br />
leitenden Ärzten als relativ äquivalent einzuschätzen. Ein Vergleich <strong>der</strong> Wirkungen bei<strong>der</strong><br />
Rehabilitationsformen auch im Hinblick auf die Krankheitsverarbeitung kann im Rahmen<br />
dieser Arbeit aufgrund <strong>der</strong> geringen Fallzahlen ambulanter Patienten allerdings nicht geleistet<br />
werden. Weiterhin zeichnet sich die untersuchte Stichprobe in bezug auf die Krankheitsbil<strong>der</strong><br />
insgesamt durch eine recht große Heterogenität aus. Der im Projektantrag angegebenen<br />
Stichprobenzusammensetzung wurde von den Gutachtern allerdings zugestimmt. Zur<br />
Verbesserung <strong>der</strong> Aussagekraft wäre neben einem ausreichend großen Stichprobenumfang<br />
eine Parallelisierung <strong>der</strong> Patienten vor allem hinsichtlich <strong>der</strong> relevanten Variablen Diagnose,<br />
Alter und Geschlecht, möglichst aber auch Schweregrad <strong>der</strong> kardialen Erkrankung, sinnvoll.<br />
Eine weitere Verbesserungsmöglichkeit bestünde darin, neben den psychosozialen Ergebniskriterien<br />
zum Katamnesemesszeitpunkt außerdem kardiologische Funktionsparameter zu<br />
erfassen, um ein differenzierteres Bild des Krankheitsstatus zu bekommen.<br />
Trotz dieser Einschränkungen kann aber davon ausgegangen werden, dass die hier berichteten<br />
Ergebnisse einen Beitrag leisten, das Verständnis und die Therapiemöglichkeiten für<br />
Patienten mit kardiologischen Erkrankungen zu verbessern, und eine Basis für weitere<br />
Forschungsvorhaben auf diesem Gebiet darstellen können.<br />
9.8.9 Ausblick<br />
Aus den vorliegenden Ergebnissen lassen sich die folgenden Schlussfolgerungen für die<br />
zukünftige Forschung und Behandlungspraxis ziehen.<br />
1. Teilstudie des Projekts PW4 des Nordrheinwestfälischen Forschungsverbundes<br />
Rehabilitationswissenschaften leistet die vorliegende Studie einen Beitrag für zukünftige<br />
Forschung auf dem Gebiet <strong>der</strong> Krankheitsverarbeitung bei kardiologischen Patienten und<br />
170
ermöglicht weitere hypothesengeleitete Untersuchungen mit einem auf diese spezielle<br />
Patientengruppe validierten Assessment-Verfahren.<br />
So könnte zum Beispiel in einer Folgeuntersuchung die Bedeutung von mittel- und<br />
langfristigen Prädiktoren (vor allem Coping, subjektive Theorien, Selbstwirksamkeitserwartungen,<br />
soziale Unterstützung und Psychopathologie) für den langfristigen<br />
Rehabilitationsverlauf, für einen erneuten Infarkt bzw. für die Überlebenswahrscheinlichkeit<br />
im Längsschnitt über einen längeren Zeitraum untersucht werden (vgl. auch Murberg,<br />
2001).<br />
Weiterhin könnte auf <strong>der</strong> Grundlage <strong>der</strong> vorliegenden Untersuchungsergebnisse eine<br />
Methodikstudie durchgeführt werden, die einen Beitrag zur besseren Differenzierung von<br />
Depression, depressiver Verarbeitung und Trauerarbeit leisten könnte.<br />
2. Für die Behandlungspraxis resultieren aus den Ergebnissen Konsequenzen für die<br />
Diagnostik psychosozialer Risikofaktoren, für die entsprechende Therapie sowie für die<br />
Qualifizierung des medizinischen Personals durch entsprechende Fortbildungsmaßnahmen.<br />
a) Diagnostik von psychosozialen Risikofaktoren und Therapie<br />
Für die kardiologische Behandlungspraxis kann aus den Ergebnissen ein psychopathologisches<br />
Screening-Instrument zur Diagnostik relevanter psychosozialer Risikofaktoren<br />
entwickelt werden, das so früh wie möglich in <strong>der</strong> Behandlung einsetzbar ist.<br />
Weiterhin erscheint es sinnvoll, gefährdete Patienten, bei denen vor allem eine<br />
Depressionstherapie indiziert ist, möglichst früh für eine <strong>der</strong>artige Behandlung zu<br />
motivieren und sie emotional zu unterstützen. Bereits in <strong>der</strong> Akut-Behandlung können so<br />
die Weichen für eine kontinuierliche Depressionsbehandlung von <strong>der</strong> Akutversorgung<br />
über die Rehabilitationsbehandlung bis zur weiterführenden ambulanten bzw. auch<br />
stationären Psychotherapie nach <strong>der</strong> Entlassung gestellt und damit eine optimale<br />
Patientenversorgung ermöglicht werden (Schnittstellen-Funktion des Krankenhaus- bzw.<br />
Rehabilitationspsychologen).<br />
Dies erscheint relevant, da Depressionen sowohl an <strong>der</strong> Entstehung koronarer<br />
Erkrankungen beteiligt sein, als auch sich ungünstig auf den weiteren Verlauf auswirken<br />
(vgl. Hemingway und Marmot, 1999) und damit zu einem erneuten Infarkt führen können<br />
(Frasure-Smith et al., 2000).<br />
Jedoch zeigen verschiedene Meta-Analysen, dass kognitiv-behaviorale Therapieangebote<br />
in <strong>der</strong> Rehabilitation zur Depressionsbehandlung nicht immer wirksam sind. Während in<br />
<strong>der</strong> Meta-Analyse von Linden et al. (1996) psychologischer Distress mittels kognitivbehavioraler<br />
Therapien reduziert werden konnte, konnten Dusseldorp et al. (1999) keine<br />
signifikanten Effekte feststellen. Da die Dauer des Rehabilitationsaufenthaltes in <strong>der</strong><br />
Regel auf drei o<strong>der</strong> vier Wochen begrenzt ist, lässt sich in dieser Zeit keine ausreichende<br />
Psychotherapie mit diesen Risiko-Patienten durchführen. Für den weiteren<br />
Krankheitsverlauf ist es demnach relevant, Risiko-Patienten für die Therapie zu<br />
motivieren, ihnen ein plausibles Erklärungsmodell zu vermitteln und sie auf eine<br />
anschließende Psychotherapie vorzubereiten, um eine kontinuierliche Weiterbehandlung<br />
zu gewährleisten.<br />
Der Einsatz eines psychodiagnostischen Screening-Instruments als Standardverfahren in<br />
<strong>der</strong> Eingangsuntersuchung würde somit zwar einen Mehraufwand bedeuten. Allerdings<br />
wäre aufgrund <strong>der</strong> Verhin<strong>der</strong>ung einer möglichen Chronifizierung einer depressiven<br />
171
Erkrankung und anschließen<strong>der</strong> Therapie auf lange Sicht eine Kostenreduktion zu<br />
erwarten.<br />
Aufgrund <strong>der</strong> ebenfalls hohen Bedeutung <strong>der</strong> sozialen Unterstützung für den<br />
Rehabilitationserfolg (vgl. Titscher und Schöppl, 2000) scheint es zusätzlich erfor<strong>der</strong>lich<br />
zu sein, die Partner/-innen <strong>der</strong> Patienten sowie die nächsten Bezugspersonen aktiv in den<br />
Behandlungsprozess zu integrieren und sie für die Notwendigkeit von Verhaltensän<strong>der</strong>ungen<br />
beim Patienten zu sensibilisieren, um auf diese Weise eine Verbesserung <strong>der</strong><br />
Compliance zu erzielen. So könnten z.B. spezielle Therapiegruppen durchgeführt werden,<br />
an denen sowohl die Patienten als auch die Angehörigen regelmäßig teilnehmen und sich<br />
auf diese Weise auch gegenseitig Anregungen geben können.<br />
b) Rückkehr zur Arbeit<br />
Mit Hilfe <strong>der</strong> medizinischen Basisparameter (Krankheitsdauer, maximale<br />
Ergometerleistung, NYHA-Stadium, Anzahl betroffener Gefäße) konnte nicht zwischen<br />
Berufsrückkehrern und Nicht-Rückkehrern differenziert werden. Allerdings unterschieden<br />
sich die beiden Gruppen auch nicht in den untersuchten psychosozialen<br />
Ausgangsvariablen o<strong>der</strong> in den zu diesem Messzeitpunkt erfassten Outcome-Variablen. In<br />
<strong>der</strong> Literatur existieren allerdings Hinweise auf die Bedeutung von depressivem Coping<br />
bei <strong>der</strong> Rückkehr ins Berufsleben. Aufgrund <strong>der</strong> lei<strong>der</strong> immer noch häufig anzutreffenden<br />
Überbewertung medizinischer Faktoren in <strong>der</strong> Rehabilitationspraxis im Hinblick auf die<br />
Wie<strong>der</strong>erlangung <strong>der</strong> Arbeitsfähigkeit erscheint es empfehlenswert, psychosoziale<br />
Aspekte chronischer körperlicher Erkrankungen, wie beson<strong>der</strong>s das psychische Befinden,<br />
die Krankheitsverarbeitung o<strong>der</strong> auch die Reha-Motivation, stärker zu berücksichtigen.<br />
Häufig trauen sich z.B. Patienten im beruflichen Bereich aufgrund <strong>der</strong> einschneidenden<br />
Erfahrungen eines Herzinfarktes nicht mehr so viel zu, obwohl sie nach objektiven<br />
medizinischen Kriterien dazu in <strong>der</strong> Lage wären (vgl. Ewart, 1995).<br />
c) Qualifizierung des medizinischen Personals durch Fortbildung<br />
Aufgrund <strong>der</strong> hohen Relevanz <strong>der</strong> depressiven Verarbeitung für den langfristigen Erfolg<br />
rehabilitativer Maßnahmen und aufgrund <strong>der</strong> Wirkungen <strong>der</strong> Arzt-Patient-Beziehung auf<br />
den Verarbeitungsprozess ist es notwendig, das medizinische Personal für psychosoziale<br />
Zusammenhänge und speziell für die Bedeutung <strong>der</strong> Krankheitsverarbeitung bei<br />
organischen Erkrankungen zu sensibilisieren und entsprechende Schulungsprogramme<br />
durchzuführen. Wie die Ergebnisse des Q1-Projekts des NRW-Forschungsverbundes<br />
zeigen, bewerten die befragten Reha-Fachkräfte (Pflegekräfte, Physiotherapeuten, Ärzte)<br />
beson<strong>der</strong>s den Umgang mit depressiven Patienten und die Krankheitsverarbeitung als<br />
wichtige Fortbildungsthemen (s. <strong>Muthny</strong> et al. 2002, Abschlussbericht Q1), was auf die<br />
Akzeptanz solcher psychosozialen Fortbildungsthemen beim medizinischen Personal<br />
hinweist. Die Qualifizierung sollte dabei bereits in <strong>der</strong> Akutversorgung beginnen, da hier,<br />
wie oben dargelegt, bereits die Weichen für den weiteren Behandlungsverlauf gestellt<br />
werden und eine frühzeitige Intervention eingeleitet werden kann.<br />
9.8.10 Abschließende Bemerkung<br />
Abschließend lässt sich festhalten, dass die Studie eine wichtige Grundlage zum Verständnis<br />
<strong>der</strong> Bedeutung psychosozialer Faktoren bei verschiedenen kardiologischen Erkrankungen<br />
über den Rehabilitationsverlauf darstellt und darüber hinaus die Möglichkeit bietet, mit Hilfe<br />
des auf seine Testgütekriterien hin untersuchten Instrumentariums für diese Patientengruppe<br />
172
hypothesengeleitete Anschlussuntersuchungen durchzuführen. Aufgrund <strong>der</strong> Heterogenität<br />
<strong>der</strong> vorliegenden empirischen Ergebnisse in <strong>der</strong> Literatur wird weiterer Forschungsbedarf in<br />
<strong>der</strong> Untersuchung zur Bedeutung psychosozialer und medizinischer Faktoren bei kardiologischen<br />
Erkrankungen deutlich.<br />
Beson<strong>der</strong>s <strong>der</strong> hohe Zusammenhang von depressiver Verarbeitung und ungünstigem<br />
Anpassungs- bzw. Rehabilitationserfolg weist allerdings darauf hin, dass es wichtig ist,<br />
möglichst früh Patienten mit einer depressiven Verarbeitung bzw. mit einer bereits manifesten<br />
Depression im Rehabilitationsverlauf zu diagnostizieren und die Therapieplanung<br />
zielorientiert darauf abzustimmen. Dies könnte dazu beitragen, den Rehabilitationserfolg bei<br />
kardiologischen Patienten auch langfristig zu gewährleisten, indem man den Patienten in<br />
seinem Krankheitsverhalten "dort abholt, wo er sich befindet", um damit gezielt vorhandene<br />
Ressourcen <strong>der</strong> Krankheitsverarbeitung zu stärken und ungünstige Formen zu modifizieren.<br />
173
174
Teil IV: Umsetzungsempfehlungen für die Praxis<br />
10. Umsetzung<br />
10.1 Umsetzungsziele und ihre Relevanz<br />
Grobziele <strong>der</strong> Umsetzung sind:<br />
- Umsetzung <strong>der</strong> messmethodischen Ergebnisse für Qualität und Ökonomie künftiger Reha-<br />
Forschung (speziell in <strong>der</strong> Kardiologie),<br />
- Verbesserung <strong>der</strong> Eingangsdiagnostik für die Rehabilitation und <strong>der</strong> zielorientierten<br />
Intervention zur Bearbeitung ungünstiger Faktoren (vor allem Depression) und<br />
- Motivierung des Patienten für geeignete Maßnahmen zur Sicherung <strong>der</strong> Reha-Effekte<br />
(z.B. psychotherapeutische Depressionsbehandlung bzw. Umschulung).<br />
Die Relevanz dieser Ziele leitet sich aus <strong>der</strong> aktuell ungenügenden Eingangsdiagnostik und<br />
begrenzten Langzeiterfolgen aufgrund psychopathologischer bzw. motivationaler Ursachen<br />
ab.<br />
10.2 Bezug zu Forschungsprojekten und -ergebnissen<br />
Im Projekt PW4 zeigte sich sowohl im Querschnitt als auch im Längsschnitt, dass beson<strong>der</strong>s<br />
eine depressive Verarbeitung mit einem ungünstigen Reha-Ergebnis im Sinne <strong>der</strong><br />
erreichten Lebensqualität in Beziehung steht. So weisen Patienten mit dieser<br />
Belastungsverarbeitung am Reha-Ende und am Katamnesemesszeitpunkt signifikant höhere<br />
Depressions- bzw. Angstwerte sowie eine geringere Lebenszufriedenheit auf (s. auch Terry,<br />
1992).<br />
Es ließen sich nur wenige signifikante Zusammenhänge zwischen <strong>der</strong> Schwere <strong>der</strong><br />
kardialen Erkrankung (operationalisiert als Zahl <strong>der</strong> betroffenen Gefäße, NYHA-Stadium<br />
und Ergometerleistung) und dem Anpassungserfolg feststellen (s. entsprechend Rogner et<br />
al., 1994).<br />
In Bezug auf die berufliche Wie<strong>der</strong>einglie<strong>der</strong>ung zeigte sich, dass Berufsrückkehrer vor<br />
allem jünger als Nichtrückkehrer sind, seltener soziale Einbindung suchen und depressiver<br />
verarbeiten, sich aber sonst nicht im Coping unterscheiden. Im logistischen<br />
Regressionsmodell spielte das Alter dagegen keine Rolle mehr. Julkunen und Saarinen (1994)<br />
hatten vor allem einen depressiv-resignierenden Coping-Stil und die Krankheitsverleugnung<br />
als ungünstigste Prädiktoren für erfolgreiche berufliche Wie<strong>der</strong>einglie<strong>der</strong>ung und<br />
selbstberichteten Gesundheitsstatus ermittelt.<br />
Die eingesetzten Zynismus-Skalen (die ja im Hinblick auf ihre Bedeutung als Quintessenz<br />
einer eventuellen "Typ-A"-Wirkung diskutiert werden) stehen nur begrenzt mit dem Reha-<br />
Erfolg in Beziehung, bilden aber einen offensichtlich unabhängigen Inhaltsbereich. Bezüglich<br />
<strong>der</strong> Prädiktoren <strong>der</strong> Lebensqualität zeigen sich in <strong>der</strong> multiplen Regressionsanalyse soziale<br />
Unterstützung, soziales Coping, depressive Verarbeitung, Religiosität/ Sinnsuche sowie<br />
maximale Ergometerleistung als Prädiktoren zur Vorhersage <strong>der</strong> Gesamtlebenszufriedenheit.<br />
Die alleinige Berücksichtigung "harter" medizinischer Fakten reicht, wie dargelegt, bei <strong>der</strong><br />
Einschätzung <strong>der</strong> Prognose nicht aus. Vielmehr sind die vielfältigen Verarbeitungswege <strong>der</strong><br />
Patienten zu berücksichtigen, die sich ja durchaus im Verlauf <strong>der</strong> Erkrankung än<strong>der</strong>n können<br />
(s. Doering et al., 2001).<br />
175
10.3 Umsetzungsmöglichkeiten und konkretes Vorgehen<br />
Umsetzungskonsequenzen lassen sich aus den vorliegenden Ergebnissen sowohl für die<br />
rehabilitationswissenschaftliche Forschung wie auch für die Rehabilitationspraxis ableiten:<br />
1. Beitrag für die Messmethodik:<br />
Hier bietet das Projekt Entscheidungshilfen für den maßgeschnei<strong>der</strong>ten Einsatz von<br />
Assessment-Instrumenten und adaptierte bzw. neuentwickelte Instrumente speziell für den<br />
Einsatz in <strong>der</strong> (kardiologischen) Rehabilitationsforschung:<br />
- Schlaf und Vigilanzstörungen (Schlaf-Fragebogen nach Siegrist et al., 1989),<br />
- Empirisch begründete selektive und ökonomische Erfassung von Coping (durch den<br />
testmethodischen Vergleich verschiedener Instrumente und Skalen im Projekt PW4<br />
bezüglich Reliabilität und Validität) und<br />
- die neuentwickelten Zynismus-Skalen.<br />
Dies erscheint als ein relevanter Beitrag für die weitere Forschung, da in diesen Bereichen die<br />
Möglichkeiten hypothesengeleiteter Beforschung noch nicht annähernd ausgeschöpft sind.<br />
2. Beitrag für die Rehabilitationspraxis:<br />
Hier empfehlen sich Umsetzungsschritte betreffs <strong>der</strong> Erkennung von Risikofaktoren für<br />
ungünstige Lebensqualität bzw. mangeln<strong>der</strong> Rückkehr zur Arbeit und im Hinblick auf<br />
Erfor<strong>der</strong>nisse zur Qualifizierung <strong>der</strong> Reha-Fachkräfte durch Fortbildung.<br />
a. Erkennung von psychosozialen Risikofaktoren und angemessener Behandlung<br />
- Einsatz und Prüfung eines aus den Ergebnissen entwickelten psychopathologischen<br />
Screenings für die kardiologische Rehabilitations-Praxis,<br />
- Entwicklung einer Motivierungsstrategie für Rehabilitanden, für die eine Depressionstherapie<br />
indiziert erscheint und die Bahnung <strong>der</strong> weiterführenden Behandlung nach <strong>der</strong><br />
Entlassung (Schnittstellen-Funktion des Rehabilitationspsychologen).<br />
Dies erscheint relevant, da Depressionen sowohl an <strong>der</strong> Entstehung koronarer Erkrankungen<br />
beteiligt sein, als auch sich ungünstig auf den weiteren Verlauf auswirken können (vgl.<br />
Hemingway und Marmot, 1999) und dann zur Vorhersage eines Reinfarktes beitragen können<br />
(z.B. Frasure-Smith et al., 2000).<br />
Wie allerdings verschiedene Meta-Analysen zeigen, ist die Wirkung von kognitivbehavioralen<br />
Therapieangeboten in <strong>der</strong> Rehabilitation zur Depressionsbehandlung nicht<br />
eindeutig geklärt. Während in <strong>der</strong> Meta-Analyse von Linden et al. (1996) psychologischer<br />
Distress mittels kognitiv-behavioraler Therapien reduziert werden konnte, zeigten sich in <strong>der</strong><br />
Analyse von Dusseldorp et al. (1999) keine signifikanten Effekte.<br />
Da die Dauer des Rehabilitationsaufenthaltes in <strong>der</strong> Regel drei o<strong>der</strong> vier Wochen beträgt,<br />
kann wahrscheinlich in <strong>der</strong> Kürze <strong>der</strong> Zeit keine ausreichende Psychotherapie mit diesen<br />
Risiko-Patienten durchgeführt werden. Daher ist es für den weiteren Krankheitsverlauf<br />
entscheidend, für eine ausreichende Therapiemotivation bei den Risiko-Patienten zu sorgen,<br />
ihnen ein plausibles Erklärungsmodell zu vermitteln und ihnen Wege für eine anschließende<br />
Psychotherapie zu bahnen, um eine kontinuierliche Weiterbehandlung zu gewährleisten.<br />
Damit kann <strong>der</strong> psychologische Dienst in <strong>der</strong> Rehabilitationsklinik auch als Schnittstelle<br />
zwischen Rehabilitation und anschließen<strong>der</strong> Psychotherapie gesehen werden, <strong>der</strong> die<br />
Bereitschaft gefährdeter Rehabilitanden zur Aufnahme einer ambulanten (erfor<strong>der</strong>lichenfalls<br />
auch stationären) Psychotherapie bahnt.<br />
b. Rückkehr zur Arbeit (RTW)<br />
Da in <strong>der</strong> vorliegenden Studie keiner <strong>der</strong> von uns erhobenen medizinischen Basisparameter<br />
(Krankheitsdauer, maximale Ergometerleistung, NYHA-Stadium, Anzahl betroffener Gefäße)<br />
176
einen signifikanten Beitrag zur Frage des RTW leistete, wird aus diesen Ergebnissen<br />
empfohlen, die Bedeutung des medizinischen Outcomes <strong>der</strong> Rehabilitation für den RTW nicht<br />
zu überschätzen (wie bislang lei<strong>der</strong> häufig zu beobachten), son<strong>der</strong>n insbeson<strong>der</strong>e die Reha-<br />
Motivation und das psychische Befinden stärker zu beachten. Entsprechende Instrumente<br />
liegen z.T. vor bzw. werden von <strong>der</strong> Arbeitsgruppe entwickelt.<br />
c. Fortbildung des Personals<br />
Die hohe Bedeutung von depressiver Verarbeitung für den langfristigen Reha-Erfolg und die<br />
Mitwirkung <strong>der</strong> Arzt-Patient-Beziehung im Verarbeitungsprozess verdeutlichen die<br />
Notwendigkeit <strong>der</strong> Sensibilisierung und Schulung des medizinischen Personals für die<br />
Sichtweise <strong>der</strong> Krankheitsverarbeitung. Da ein Großteil <strong>der</strong> im Rahmen des Q1-Projekts<br />
befragten Reha-Fachkräfte (Pflegekräfte, Physiotherapeuten, Ärzte) den Umgang mit<br />
depressiven Patienten und Krankheitsverarbeitung als wichtige Fortbildungsthemen sieht (s.<br />
Abschlussbericht Q1, 2002), kann von einer prinzipiellen Offenheit für diesen<br />
Umsetzungsaspekt ausgegangen werden.<br />
10.4 Weiterer Forschungsbedarf<br />
Weiterer Forschungsbedarf wird vor allem in den folgenden Bereichen gesehen und könnte<br />
prinzipiell auch vom Institut für Medizinische Psychologie geleistet werden:<br />
- Ermittlung mittel- bis langfristiger Prädiktoren (speziell Coping, subjektive Theorien,<br />
Selbstwirksamkeitserwartungen, soziale Unterstützung und Psychopathologie) für<br />
Langzeit-Reha-Effekte, einen Re-Infarkt bzw. Überlebens-Wahrscheinlichkeiten durch<br />
eine Folgestudie <strong>der</strong> Längsschnitt-Stichprobe (n = 177) nach 1, 2 und 5 Jahren (s. auch<br />
Murberg, 2001),<br />
- Messmethodische Grundlagenstudie zur Differenzierung von Depression, depressiver<br />
Verarbeitung und Trauerarbeit,<br />
- Entwicklung und Evaluation einer Motivierungsstrategie für die Aufnahme bzw.<br />
Weiterführung einer indizierten (ambulanten bzw. stationären) Depressionstherapie nach<br />
<strong>der</strong> Rehabilitation.<br />
Kooperanden für entsprechende Forschungsvorhaben stünden aus den laufenden<br />
Kooperationen zur Verfügung (z.B. für die "Survival-Studie", s.o.) bzw. könnten aus<br />
bestehenden Kontakten relativ einfach gewonnen werden.<br />
177
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49, 187-194.<br />
191
Anhang
Querschnitt<br />
• Fragebogen<br />
• Arzteinschätzung
Institut für Medizinische Psychologie <strong>der</strong> Westfälischen Wilhelms-Universität Münster<br />
(Leiter Prof. Dr. Dr. F.A. <strong>Muthny</strong>)<br />
in Zusammenarbeit mit <strong>der</strong> Fachklinik Rhein-Ruhr Essen<br />
(Chefarzt Dr. L. Benesch)<br />
Krankheitsverarbeitung und Prädiktoren für<br />
Inanspruchnahme und Wirksamkeit<br />
von zielorientierten Rehabilitationsmaßnahmen<br />
bei kardiologischen Patienten<br />
ein Fragebogen für Herzpatienten in <strong>der</strong><br />
kardiologischen Rehabilitation<br />
Bitte füllen Sie den Bogen zügig, aber möglichst vollständig aus und geben Sie ihn im<br />
verschlossenen Umschlag auf <strong>der</strong> Station ab.<br />
Bitte bedenken Sie, dass die Untersuchung anonym ausgewertet wird und dass Sie mit<br />
Ihrer Teilnahme mithelfen, die Behandlung und Rehabilitation von Patienten mit<br />
kardiologischen Erkrankungen zu verbessern.<br />
Herzlichen Dank für Ihre Mitarbeit!
Patienten-Nr.:<br />
Wir möchten eingangs gerne etwas zur Entwicklung, Häufigkeit und Dauer Ihrer Herzbeschwerden erfahren:<br />
A. Zunächst geht es um die Zeit vor <strong>der</strong> Akutbehandlung<br />
1. Wann begannen Ihre Herzbeschwerden? Jahr: Monat:<br />
2. Wie begannen sie ? schrittweise plötzlich (Bitte ankreuzen)<br />
3. Welche Beschwerden hatten Sie damals?<br />
Wieweit haben die folgenden Beschwerden auf Sie zugetroffen?<br />
(Bitte Zutreffendes ankreuzen)<br />
gar<br />
nicht<br />
wenig mittel ziemlich<br />
• anhaltende Brustschmerzen (Sekunden bis Minuten) 1 2 3 4 5<br />
• Druckgefühl in <strong>der</strong> Brust 1 2 3 4 5<br />
• Beklemmung hinter dem Brustbein 1 2 3 4 5<br />
• Todesangst 1 2 3 4 5<br />
• Vernichtungsgefühl 1 2 3 4 5<br />
• Atemnot 1 2 3 4 5<br />
• Schwindel 1 2 3 4 5<br />
• Bluthusten 1 2 3 4 5<br />
• Herzklopfen, Herzrasen 1 2 3 4 5<br />
• kurzzeitiger Bewußtseinsverlust ("Ohnmacht") 1 2 3 4 5<br />
• Leistungsknick 1 2 3 4 5<br />
• rasche Ermüdbarkeit 1 2 3 4 5<br />
• rötliche Wangen 1 2 3 4 5<br />
• Sonstiges: ________________________________ 1 2 3 4 5<br />
4. Wie wurde die Herzerkrankung festgestellt? (Bitte Zutreffendes ankreuzen)<br />
nach einem Herzinfarkt<br />
zufällig bei einer Routine-Untersuchung<br />
nachdem ich mich krank fühlte und zum Hausarzt ging<br />
als ich wegen einer an<strong>der</strong>en Erkrankung in die Klinik ging<br />
Sonstiges:_____________________________________________<br />
5. Welche <strong>der</strong> folgenden Risikofaktoren treffen für Sie zu? (Bitte Zutreffendes ankreuzen)<br />
Diabetes mellitus ("Zuckerkrankheit")<br />
Übergewicht<br />
Bluthochdruck<br />
Rauchen<br />
erhöhte Blutfettwerte (Cholesterin)<br />
zu wenig Bewegung<br />
zu viel Alkohol<br />
zu viel Streß und Hektik<br />
Sonstiges:_______________________________<br />
6. Falls Sie rauchen, wieviele Zigaretten pro Tag<br />
Ich rauche nicht mehr seit<br />
vorher waren es ca. Zigaretten pro Tag<br />
sehr<br />
stark<br />
1
B Falls Sie vor <strong>der</strong> jetzigen Reha am Herzen operiert wurden<br />
(Bypass- o<strong>der</strong> Klappenoperation):<br />
7. Wann wurden Sie am Herzen operiert?<br />
Jahr Klinik Art des Eingriffs<br />
Haben sich nach <strong>der</strong> Operation die Beschwerden verän<strong>der</strong>t?<br />
ja nein Zeitabstand noch zu kurz<br />
C Nun geht es uns um die Zeit <strong>der</strong> jetzigen Behandlung:<br />
8. Haben sich die Herzbeschwerden durch die jetzige Behandlung verän<strong>der</strong>t?<br />
gebessert gleich geblieben verschlechtert<br />
9. Welche Beschwerden haben Sie zur Zeit?<br />
_______________________________________________________________<br />
Versuchen Sie die jetzigen Beschwerden in Schweregrade von 0 bis 5 einzureihen<br />
0 1 2 3 4 5<br />
(keine)<br />
(unerträglich)<br />
10. Wieweit ist Ihr Schlaf zur Zeit beeinträchtigt?<br />
gar<br />
nicht<br />
wenig mäßig ziemlich<br />
stark<br />
1 2 3 4 5<br />
sehr<br />
stark<br />
Worauf führen Sie dies zurück?<br />
Herzbeschwerden Operationsfolgen Sorgen Medikamente<br />
ungewohnte Umgebung<br />
Sonstiges:________________<br />
11. Wie haben Sie die Zeit erlebt, nachdem Sie wussten, dass eine Herzoperation auf Sie zukommt?<br />
Wieweit treffen die folgenden Gesichtspunkte für Sie persönlich zu?<br />
Bitte kreuzen Sie für jeden Begriff die für Sie zutreffende Zahl an:<br />
gar nicht wenig mittel ziemlich sehr stark<br />
Chance zur Vorbereitung 1 2 3 4 5<br />
Bedrohung 1 2 3 4 5<br />
Herausfor<strong>der</strong>ung/Aufgabe 1 2 3 4 5<br />
Unabwendbares Unglück/Schaden 1 2 3 4 5<br />
Wechselhaft/unbestimmt 1 2 3 4 5<br />
12. Wie lange waren Sie in <strong>der</strong> stationären Akutbehandlung? Tage<br />
Falls Sie eine Herzoperation hatten, wie lange liegt diese zurück?<br />
Wie lange sind Sie jetzt schon in <strong>der</strong> Rehabilitation?<br />
Tage<br />
Tage<br />
2
KRANKHEITSVERARBEITUNG<br />
Im Folgenden geht es darum, genauer zu erfahren, wie Sie in <strong>der</strong> vergangenen Woche mit Ihrer Erkrankung<br />
umgegangen sind, was Sie im Zusammenhang damit gedacht, gefühlt und getan haben, und inwieweit Ihnen dies<br />
geholfen hat, um mit Ihrer Situation fertig zu werden.<br />
Bitte kreuzen Sie für jeden <strong>der</strong> folgenden Begriffe an, wie stark er für Ihre Situation <strong>der</strong> vergangenen 7 Tage zutrifft:<br />
gar<br />
nicht<br />
wenig mittelmäßig<br />
1. Informationen über Erkrankung und Behandlung suchen 1 2 3 4 5<br />
2. Nicht-wahrhaben-wollen des Geschehenen 1 2 3 4 5<br />
3. Herunterspielen <strong>der</strong> Bedeutung und Tragweite 1 2 3 4 5<br />
4. Wunschdenken und Tagträumen nachhängen 1 2 3 4 5<br />
5. Sich selbst die Schuld geben 1 2 3 4 5<br />
6. An<strong>der</strong>e verantwortlich machen 1 2 3 4 5<br />
7. Aktive Anstrengungen zur Lösung <strong>der</strong> Probleme unternehmen 1 2 3 4 5<br />
8. Einen Plan machen und danach handeln 1 2 3 4 5<br />
9. Ungeduldig und gereizt auf an<strong>der</strong>e reagieren 1 2 3 4 5<br />
10. Gefühle auch nach außen zeigen 1 2 3 4 5<br />
11. Gefühle unterdrücken, Selbstbeherrschung 1 2 3 4 5<br />
12. Stimmungsverbesserung durch Alkohol o<strong>der</strong> Beruhigungsmittel suchen 1 2 3 4 5<br />
13. Sich mehr gönnen 1 2 3 4 5<br />
14. Sich vornehmen, intensiver zu leben 1 2 3 4 5<br />
15. Entschlossen gegen die Krankheit ankämpfen 1 2 3 4 5<br />
16. Sich selbst bemitleiden 1 2 3 4 5<br />
17. Sich selbst Mut machen 1 2 3 4 5<br />
18. Erfolge und Selbstbestätigung suchen 1 2 3 4 5<br />
19. Sich abzulenken versuchen 1 2 3 4 5<br />
20. Abstand zu gewinnen versuchen 1 2 3 4 5<br />
21. Die Krankheit als Schicksal annehmen 1 2 3 4 5<br />
22. Ins Grübeln kommen 1 2 3 4 5<br />
23. Trost im religiösen Glauben suchen 1 2 3 4 5<br />
24. Versuch, in <strong>der</strong> Krankheit einen Sinn zu sehen 1 2 3 4 5<br />
25. Sich damit trösten, daß es an<strong>der</strong>e noch schlimmer getroffen hat 1 2 3 4 5<br />
26. Mit dem Schicksal ha<strong>der</strong>n 1 2 3 4 5<br />
27. Genau den ärztlichen Rat befolgen 1 2 3 4 5<br />
28. Vertrauen in die Ärzte setzen 1 2 3 4 5<br />
29. Ärzten mißtrauen, die Diagnose überprüfen lassen, an<strong>der</strong>e Ärzte aufsuchen 1 2 3 4 5<br />
30. An<strong>der</strong>en Gutes tun wollen 1 2 3 4 5<br />
31. Galgenhumor entwickeln 1 2 3 4 5<br />
32. Hilfe an<strong>der</strong>er in Anspruch nehmen 1 2 3 4 5<br />
33. Sich gerne umsorgen lassen 1 2 3 4 5<br />
34. Sich von an<strong>der</strong>en Menschen zurückziehen 1 2 3 4 5<br />
35. Sich auf frühere Erfahrungen mit ähnlichen Schicksalsschlägen besinnen 1 2 3 4 5<br />
FKV-LIS<br />
Wenn Sie sich die obigen 35 Aussagen vergegenwärtigen, was hat Ihnen am meisten geholfen, um mit <strong>der</strong> Erkrankung und ihren<br />
Auswirkungen fertig zu werden?<br />
1. Nr. 2. Nr. 3. Nr.<br />
ziemlich<br />
sehr<br />
stark<br />
3
Die auf den folgenden Seiten aufgeführten Aussagen beschreiben Gedanken und Verhaltensweisen, die im<br />
Umgang mit einer Erkrankung auftreten können. Bitte lesen Sie immer zunächst eine Aussage sorgfältig durch<br />
und kreuzen Sie dann auf <strong>der</strong> danebenstehenden Antwortskala an, wie häufig Sie in den letzten<br />
7 Tagen diesen Gedanken o<strong>der</strong> diese Verhaltensweise bei sich festgestellt haben.<br />
nie sehr<br />
selten<br />
selten manchmal<br />
häufig sehr<br />
häufig<br />
1. Ich tauschte mit an<strong>der</strong>en Patienten Erfahrungen 1 2 3 4 5 6<br />
im Umgang mit <strong>der</strong> Erkrankung aus.<br />
2. Ich ließ es mir draußen in <strong>der</strong> Natur gut gehen. 1 2 3 4 5 6<br />
3. Ich habe mich beson<strong>der</strong>s mit Dingen<br />
beschäftigt, die mich ausfüllten.<br />
4. Ich habe mir vor Augen geführt, dass das<br />
Zusammenleben mit an<strong>der</strong>en ist wie früher<br />
auch.<br />
5. Ich habe an<strong>der</strong>en Menschen Mut gemacht und<br />
versucht, sie aufzuheitern.<br />
6. Ich suchte Unterstützung bei meiner Familie<br />
o<strong>der</strong> bei Freunden.<br />
7. Ich habe versucht, mich an<strong>der</strong>en Menschen<br />
nützlich zu machen.<br />
8. Ich suchte Kontakt zu Personen, die Ähnliches<br />
erlebt haben.<br />
9. Ich habe darüber nachgedacht, wie wohl an<strong>der</strong>e<br />
Patienten mit ihrer Erkrankung umgehen.<br />
10. Ich redete mit an<strong>der</strong>en über meine<br />
Befürchtungen.<br />
11. Ich dachte mir, dass in meiner Situation ein<br />
höherer Sinn liegt.<br />
12. Ich habe versucht, etwas zur Verbesserung<br />
meines Zustandes zu tun.<br />
13. Ich habe über frühere schöne Zeiten<br />
nachgedacht.<br />
14. Ich suchte in Büchern und Zeitschriften nach<br />
Informationen über meine Erkrankung.<br />
15. Ich habe versucht zu ergründen, ob ich etwas<br />
falsch gemacht habe.<br />
16. Ich habe an<strong>der</strong>e Personen besucht o<strong>der</strong> sie zu<br />
mir eingeladen.<br />
17. Ich habe mir Sorgen gemacht, ob die Ärzte mir<br />
wirklich helfen können.<br />
18. Ich habe darüber gegrübelt, ob an<strong>der</strong>e mir<br />
gegenüber auch wirklich ehrlich und offen sind.<br />
19. Ich informierte mich im Gespräch mit an<strong>der</strong>en<br />
über meine Erkrankung und mögliche<br />
Behandlungen.<br />
1 2 3 4 5 6<br />
1 2 3 4 5 6<br />
1 2 3 4 5 6<br />
1 2 3 4 5 6<br />
1 2 3 4 5 6<br />
1 2 3 4 5 6<br />
1 2 3 4 5 6<br />
1 2 3 4 5 6<br />
1 2 3 4 5 6<br />
1 2 3 4 5 6<br />
1 2 3 4 5 6<br />
1 2 3 4 5 6<br />
1 2 3 4 5 6<br />
1 2 3 4 5 6<br />
1 2 3 4 5 6<br />
1 2 3 4 5 6<br />
1 2 3 4 5 6<br />
4
nie sehr<br />
selten<br />
selten manchmal<br />
häufig sehr<br />
häufig<br />
20. Ich informierte mich über alternative Heil- o<strong>der</strong> 1 2 3 4 5 6<br />
Behandlungsmethoden.<br />
21. Ich betete und suchte Trost im Glauben. 1 2 3 4 5 6<br />
22. Ich bin mit Freunden ausgegangen. 1 2 3 4 5 6<br />
23. Ich war in Tagträumen versunken. 1 2 3 4 5 6<br />
24. Ich habe mit an<strong>der</strong>en Personen schöne Stunden 1 2 3 4 5 6<br />
verlebt.<br />
25. Ich habe an frühere Freunde zurückgedacht. 1 2 3 4 5 6<br />
26. Ich sagte mir, dass es viele Menschen gibt,<br />
denen es wesentlich schlechter geht als mir.<br />
27. Ich versuchte, in Gedanken möglichst allen<br />
Problemen aus dem Wege zu gehen.<br />
28. Ich betete um Kraft zur Lösung meiner<br />
Probleme.<br />
29. Ich dachte mir, dass es irgendwann auch wie<strong>der</strong><br />
aufwärtsgehen wird.<br />
30. Ich führte mir vor Augen, dass die Ärzte ihr<br />
Bestes tun werden, um mir zu helfen.<br />
31. Ich nahm mir vor, mich nicht unterkriegen zu<br />
lassen.<br />
32. Ich sagte mir, dass ich einfach eine schlechte<br />
Zeit durchmache und in Zukunft wie<strong>der</strong> Glück<br />
haben kann.<br />
33. Ich habe mich in eine Vielzahl von Aktivitäten<br />
gestürzt.<br />
34. Ich versuchte, eine Ursache für meine<br />
Erkrankung zu finden.<br />
35. Ich habe festgestellt, dass an<strong>der</strong>e Personen in<br />
meiner Lage wohl nicht so gut mit allem<br />
zurechtkommen wie ich.<br />
36. Ich habe so gewissenhaft wie möglich alle<br />
ärztlichen Ratschläge befolgt.<br />
37. Ich habe an Menschen gedacht, die ein<br />
offensichtlich problemloses Leben führen.<br />
1 2 3 4 5 6<br />
1 2 3 4 5 6<br />
1 2 3 4 5 6<br />
1 2 3 4 5 6<br />
1 2 3 4 5 6<br />
1 2 3 4 5 6<br />
1 2 3 4 5 6<br />
1 2 3 4 5 6<br />
1 2 3 4 5 6<br />
1 2 3 4 5 6<br />
1 2 3 4 5 6<br />
1 2 3 4 5 6<br />
TSK<br />
5
In diesem Fragebogen geht es um Ihre Beurteilung Ihres Gesundheitszustandes. Der Bogen ermöglicht es, im<br />
Zeitverlauf nachzuvollziehen, wie Sie sich fühlen und wie Sie im Alltag zurechtkommen. Bitte beantworten Sie jede<br />
<strong>der</strong> Fragen, indem Sie bei den Antwortmöglichkeiten die Zahl ankreuzen, die am Besten auf Sie zutrifft.<br />
1. Wie würden Sie Ihren Gesundheitszustand im<br />
Allgemeinen beschreiben<br />
Ausgezeichnet<br />
1<br />
Sehr gut<br />
2<br />
Gut<br />
3<br />
Weniger gut<br />
4<br />
Schlecht<br />
5<br />
Im Folgenden sind einige Tätigkeiten beschrieben, die Sie vielleicht an einem normalen Tag ausüben. Sind Sie durch<br />
Ihren <strong>der</strong>zeitigen Gesundheitszustand bei diesen Tätigkeiten eingeschränkt? Wenn ja, wie stark?<br />
2. mittelschwere Tätigkeiten, z.B. einen Tisch<br />
verschieben, staubsaugen, kegeln, Golf spielen<br />
3. mehrere Treppenabsätze steigen<br />
Ja, stark<br />
eingeschränkt<br />
1<br />
Ja, etwas<br />
eingeschränkt<br />
2<br />
Nein, überhaupt nicht<br />
eingeschränkt<br />
3<br />
Hatten Sie in <strong>der</strong> vergangenen Woche aufgrund Ihrer körperlichen Gesundheit irgendwelche Schwierigkeiten bei <strong>der</strong><br />
Arbeit o<strong>der</strong> an<strong>der</strong>en alltäglichen Tätigkeiten im Beruf bzw. zu Hause?<br />
Ja<br />
Nein<br />
1<br />
2<br />
4. Ich habe weniger geschafft, als ich wollte.<br />
5. Ich konnte nur bestimmte Dinge tun.<br />
Hatten Sie in <strong>der</strong> vergangenen Woche aufgrund seelischer Probleme irgendwelche Schwierigkeiten bei <strong>der</strong> Arbeit<br />
o<strong>der</strong> an<strong>der</strong>en alltäglichen Tätigkeiten im Beruf bzw. zu Hause (z.B. weil Sie sich nie<strong>der</strong>geschlagen o<strong>der</strong> ängstlich<br />
fühlten)?<br />
6. Ich habe weniger geschafft, als ich wollte.<br />
7. Ich konnte nicht so sorgfältig wie üblich arbeiten.<br />
Ja<br />
1<br />
Nein<br />
2<br />
8. Inwieweit haben die Schmerzen Sie in <strong>der</strong> vergangenen<br />
Woche bei <strong>der</strong> Ausübung Ihrer Alltagstätigkeiten zu<br />
Hause und im Beruf behin<strong>der</strong>t?<br />
Überhaupt<br />
nicht<br />
Ein bißchen Mäßig Ziemlich Sehr<br />
1 2 3 4 5<br />
In diesen Fragen geht es darum, wie Sie sich fühlen und wie es Ihnen in <strong>der</strong> vergangenen Woche gegangen ist. (Bitte<br />
kreuzen Sie in je<strong>der</strong> Zeile die Zahl an, die seinem/ihrem Befinden am ehesten entspricht). Wie oft waren Sie in <strong>der</strong><br />
vergangenen Woche...<br />
9. .....ruhig und gelassen?<br />
10....voller Energie?<br />
11....entmutigt und traurig?<br />
Immer<br />
1<br />
Meistens<br />
2<br />
Ziemlich oft<br />
3<br />
Manchmal<br />
4<br />
Selten<br />
5<br />
Nie<br />
6<br />
12. Wie häufig haben Ihre körperliche Gesundheit o<strong>der</strong><br />
seelische Probleme in <strong>der</strong> vergangenen Woche Ihre<br />
Kontakte zu an<strong>der</strong>en Menschen (Besuche bei Freunden,<br />
Verwandten usw.) beeinträchtigt?<br />
Immer<br />
1<br />
Meistens<br />
2<br />
Manchmal<br />
3<br />
Selten<br />
4<br />
Nie<br />
5<br />
SF-12<br />
6
Wie stark hängt nach Ihrer persönlichen Einschätzung die weitere Entwicklung Ihrer Erkrankung<br />
von den folgenden Faktoren ab?<br />
gar<br />
nicht<br />
wenig<br />
mittelmäßig<br />
ziemlich<br />
1. Zufall 1 2 3 4 5<br />
2. Können <strong>der</strong> Ärzte 1 2 3 4 5<br />
3. Eigene Lebenseinstellung 1 2 3 4 5<br />
4. Eigenes Verhalten 1 2 3 4 5<br />
5. Unterstützung durch Partner/Familie 1 2 3 4 5<br />
6. Unterstützung durch Freunde/Bekannte 1 2 3 4 5<br />
7. Engagement <strong>der</strong> Ärzte 1 2 3 4 5<br />
8. Vorherbestimmtes Schicksal 1 2 3 4 5<br />
sehr<br />
stark<br />
9. Fortschritte <strong>der</strong> Medizin 1 2 3 4 5<br />
EKO<br />
Sie finden im Folgenden eine Reihe von Aussagen, wie verschiedene Menschen mit Problemen und<br />
Schwierigkeiten umgehen. Bitte kreuzen Sie an, wieweit diese Einschätzungen auf Ihre persönliche<br />
Einstellung zutreffen.<br />
1. Die Lösung schwieriger Probleme gelingt mir immer,<br />
wenn ich mich darum bemühe.<br />
2. Wenn mir jemand Wi<strong>der</strong>stand leistet, finde ich Mittel<br />
und Wege, mich durchzusetzen<br />
3. Es bereitet mir keine Schwierigkeiten, meine Absichten<br />
und Ziele zu verwirklichen.<br />
4. Auch bei überraschenden Ereignissen glaube ich, dass<br />
ich gut damit zurechtkommen werde.<br />
5. In unerwarteten Situationen weiß ich immer, wie ich<br />
mich verhalten soll.<br />
6. Für jedes Problem habe ich eine Lösung.<br />
stimmt<br />
nicht<br />
1<br />
stimmt<br />
kaum<br />
2<br />
stimmt<br />
eher<br />
3<br />
stimmt<br />
genau<br />
4<br />
7. Schwierigkeiten sehe ich gelassen entgegen, weil ich<br />
mich immer auf meine Fähigkeiten verlassen kann<br />
8. Wenn ich mit einem Problem konfrontiert werde, habe<br />
ich meist mehrere Ideen, wie ich damit fertig werde.<br />
9. Wenn ich mit einer neuen Sache konfrontiert werde,<br />
weiß ich, wie ich damit fertig werde.<br />
10. Was auch immer passiert, ich werde schon<br />
klarkommen.<br />
GEK<br />
7
Hier finden Sie eine Anzahl von Feststellungen. Sie sollen entscheiden, in welchem Ausmaß diese<br />
Feststellungen gewöhnlich auf Sie zutreffen.<br />
trifft gar<br />
nicht zu<br />
1<br />
trifft<br />
wenig zu<br />
2<br />
trifft<br />
mittel zu<br />
3<br />
trifft<br />
ziemlich zu<br />
4<br />
trifft<br />
stark zu<br />
5<br />
1. Ich glaube, dass sehr viele Leute ihr Missgeschick<br />
übertreiben, um das Mitgefühl und die Hilfe<br />
an<strong>der</strong>er zu gewinnen.<br />
2. Ich glaube, die meisten Leute würden lügen, wenn<br />
sie dadurch Vorteile hätten.<br />
3. Die meisten Leute sind vor allem aus Angst vor<br />
dem Erwischtwerden ehrlich.<br />
4. Die meisten Leute würden eher zu etwas unfairen<br />
Mitteln greifen, als sich einen Gewinn o<strong>der</strong> Vorteil<br />
entgehen zu lassen.<br />
5. Ich frage mich gewöhnlich, welche versteckten<br />
Gründe jemand haben könnte, wenn er etwas Gutes<br />
für mich tut.<br />
6. Es ist sicherer, niemandem zu trauen.<br />
7. Die meisten Leute schließen Freundschaften, weil<br />
ihnen Freunde nützlich sein können.<br />
8. Den meisten Leuten wi<strong>der</strong>strebt es innerlich, sich<br />
Mühe zu machen, um an<strong>der</strong>en zu helfen.<br />
9. Vor Leuten, die etwas freundlicher sind, als ich<br />
erwarte, pflege ich auf <strong>der</strong> Hut zu sein.<br />
10. Ich habe oft Leute getroffen, die als sehr tüchtig<br />
galten, aber nicht mehr konnten als ich.<br />
11. Eine große Anzahl von Leuten macht sich eines<br />
schlechten sexuellen Verhaltens schuldig.<br />
12. Eigentlich wollen die Menschen doch betrogen<br />
werden.<br />
13. Der Ehrliche ist meistens <strong>der</strong> Dumme<br />
14. Wer hilft, erwartet fast immer eine Gegenleistung.<br />
15. Oft sieht es so selbstlos aus, aber dahinter steckt<br />
häufig knallharter Egoismus.<br />
16. Politiker interessieren sich doch nicht für die<br />
Menschen, son<strong>der</strong>n nur für ihre Macht.<br />
17. Hinter Mitleid verbirgt sich oft Geringschätzung.<br />
18. Wenn dir jemand etwas Nettes sagt, will er<br />
meistens etwas von dir.<br />
19. In <strong>der</strong> Not suchen die meisten „Freunde“ schnell<br />
das Weite.<br />
20. Wer riskant Motorrad fährt, ist bei einem Unfall<br />
selbst schuld.<br />
CYN<br />
8
Sie finden nachstehend eine Liste von Problemen und Beschwerden, die man manchmal hat. Bitte lesen Sie jede<br />
Frage sorgfältig durch und entscheiden Sie, wie stark Sie durch diese Beschwerden gestört o<strong>der</strong> bedrängt worden<br />
sind, und zwar während <strong>der</strong> letzten 7 Tage.<br />
Wie stark haben Sie gelitten unter...<br />
überhaupt<br />
nicht<br />
ein<br />
wenig<br />
ziemlich<br />
1. Nervosität o<strong>der</strong> innerem Zittern 0 1 2 3 4<br />
2. plötzlichem Erschrecken ohne Grund 0 1 2 3 4<br />
3. Furchtsamkeit 0 1 2 3 4<br />
4. dem Gefühl, gespannt o<strong>der</strong> aufgeregt zu sein 0 1 2 3 4<br />
5. Schreck- und Panikanfällen 0 1 2 3 4<br />
6. so starker Ruhelosigkeit, dass Sie nicht stillsitzen können 0 1 2 3 4<br />
7. Gedanken, sich das Leben zu nehmen 0 1 2 3 4<br />
8. Einsamkeitsgefühlen 0 1 2 3 4<br />
9. Schwermut 0 1 2 3 4<br />
10. dem Gefühl, sich für nichts zu interessieren 0 1 2 3 4<br />
11. einem Gefühl <strong>der</strong> Hoffnungslosigkeit angesichts <strong>der</strong> Zukunft 0 1 2 3 4<br />
12. dem Gefühl, wertlos zu sein 0 1 2 3 4<br />
13. Ohnmachts- o<strong>der</strong> Schwindelanfälle 0 1 2 3 4<br />
14. Herz- o<strong>der</strong> Brustschmerzen 0 1 2 3 4<br />
15. Übelkeit o<strong>der</strong> Magenverstimmung 0 1 2 3 4<br />
16. Schwierigkeiten beim Atmen 0 1 2 3 4<br />
17. Hitzewallungen o<strong>der</strong> Kälteschauer 0 1 2 3 4<br />
18. Taubheit o<strong>der</strong> Kribbeln in einzelnen Körperteilen 0 1 2 3 4<br />
stark<br />
sehr<br />
stark<br />
19. Schwächegefühl in einzelnen Körperteilen 0 1 2 3 4<br />
BSI<br />
9
1. Wie würden Sie Ihren gegenwärtigen<br />
Gesundheitszustand beschreiben?<br />
Sehr Gut Zufriedenstellend<br />
Weniger Schlecht<br />
gut<br />
gut<br />
1 2 3 4 5<br />
Wie Sie wahrscheinlich wissen, gibt es bestimmte Dinge, die als "Risiko-Faktoren", d.h. schädlich für<br />
die Gesundheit betrachtet werden.<br />
Die meisten Menschen haben einen o<strong>der</strong> mehrere solcher Risiko-Faktoren.<br />
Bitte kreuzen Sie an, welche Risiko-Faktoren bei Ihnen vorliegen:<br />
2. Rauchen 1 5. Zu viel Stress und Hektik 1<br />
3. Übergewicht 1 6. Zu hohes Cholesterin 1<br />
4. Zu wenig Bewegung 1 7. Zu hoher Blutdruck 1<br />
8. Wie häufig leiden Sie unter Schmerzen? 9. Und wie stark sind diese Schmerzen?<br />
So gut wie nie 1 Ich habe keine Schmerzen 1<br />
Selten 2 Eher leicht 2<br />
Ein paarmal im Monat 3 Störend, aber zu ertragen 3<br />
2-3 mal pro Woche 4 Gerade noch zu ertragen 4<br />
(Fast) jeden Tag 5 Unerträglich 5<br />
Von kurzen Erkrankungen einmal abgesehen:<br />
10. Behin<strong>der</strong>t Sie Ihr Gesundheitszustand bei <strong>der</strong><br />
Erfüllung alltäglicher Aufgaben im Beruf o<strong>der</strong><br />
im Haushalt?<br />
Überhaupt<br />
nicht<br />
1<br />
Ein wenig<br />
2<br />
Ziemlich<br />
stark<br />
3<br />
Sehr stark<br />
4<br />
Wie häufig fühlten Sie sich in letzter Zeit...<br />
Nie<br />
Manchmal<br />
Oft<br />
Immer<br />
11. völlig erschöpft<br />
12. unruhig und abgespannt<br />
13. wie eine Batterie, die allmählich verbraucht ist<br />
1<br />
2<br />
3<br />
4<br />
14. Wieviele Personen - einschließlich Ihrer Familie<br />
- kennen Sie, auf <strong>der</strong>en Hilfe Sie sich in<br />
Notfällen auf jeden Fall verlassen können?<br />
Keine 1 Person 2 bis 3 Mehr als 3<br />
Person<br />
Personen Personen<br />
1 2 3 4<br />
Wie häufig machen Sie sich Sorgen, dass Sie<br />
wegen Ihres Gesundheitszustandes in Zukunft...<br />
Nie<br />
Manchmal<br />
Oft<br />
Immer<br />
15. weniger verdienen?<br />
16. arbeitslos werden?<br />
17. vorzeitig berentet werden?<br />
1<br />
2<br />
3<br />
4<br />
IRES-MIN<br />
10
In diesem Fragebogen geht es um Ihre Beziehungen zu wichtigen Menschen. Wir möchten<br />
erfahren, wie Sie diese Beziehungen erleben und einschätzen. Bitte geben Sie an, in welchem<br />
Ausmaß die folgenden Aussagen auf Sie zutreffen.<br />
1. Ich habe Menschen, die sich um meine Wohnung (Blumen,<br />
Haustiere) kümmern können, wenn ich mal nicht da bin.<br />
2. Es gibt Menschen, die mich so nehmen, wie ich bin.<br />
3. Meinen Freunden / Angehörigen ist es wichtig, meine<br />
Meinung zu bestimmten Dingen zu erfahren.<br />
4. Ich wünsche mir von an<strong>der</strong>en mehr Verständnis und<br />
Zuwendung.<br />
5. Ich kenne einen sehr vertrauten Menschen, mit dessen Hilfe<br />
ich in jedem Fall rechnen kann.<br />
6. Bei Bedarf kann ich mir Werkzeug o<strong>der</strong> Lebensmittel<br />
ausleihen.<br />
7. Ich habe Freunde / Angehörige, die auch mal gut zuhören<br />
können, wenn ich mich aussprechen möchte.<br />
8. Ich kenne fast niemanden, mit dem ich gerne ausgehe.<br />
9. Ich habe Freunde / Angehörige, die mich auch einfach mal<br />
umarmen.<br />
10. Wenn ich krank bin, kann ich ohne Zögern Freunde /<br />
Angehörige bitten, wichtige Dinge (z.B. Einkaufen) für mich<br />
zu erledigen.<br />
11. Wenn ich mal tief bedrückt bin, weiß ich, zu wem ich gehen<br />
kann.<br />
12. Ich fühle mich oft als Außenseiter.<br />
13. Es gibt Menschen, die Leid und Freude mit mir teilen.<br />
14. Bei manchen Freunden / Angehörigen kann ich auch mal<br />
ganz ausgelassen sein.<br />
15. Ich habe einen vertrauten Menschen, in dessen Nähe ich mich<br />
sehr wohl fühle.<br />
16. Ich habe genug Menschen, die mir wirklich helfen, wenn ich<br />
mal nicht weiter weiß.<br />
17. Es gibt Menschen, die zu mir halten, auch wenn ich Fehler<br />
mache.<br />
18. Ich wünsche mir mehr Geborgenheit und Nähe.<br />
trifft<br />
nicht<br />
zu<br />
trifft<br />
genau<br />
zu<br />
19. Es gibt genug Menschen, zu denen ich ein wirklich gutes<br />
Verhältnis habe.<br />
20. Es gibt eine Gemeinschaft von Menschen (Freundeskreis,<br />
Clique), zu <strong>der</strong> ich mich zugehörig fühle.<br />
21. Durch meinen Freundes- und Bekanntenkreis erhalte ich oft<br />
gute Tips (z.B. guter Arzt, wichtige Informationen)<br />
22. Es gibt Menschen, denen ich alle meine Gefühle zeigen kann,<br />
ohne dass es peinlich wird.<br />
F-SOZU-K-22<br />
11
Fragebogen zu Schlafstörungen<br />
Sie haben sich bereit erklärt, Fragen zu Ihrer Krankheit zu beantworten. Mit diesem Fragebogen<br />
möchten wir ermitteln, inwieweit Schlafstörungen Ihr Allgemeinbefinden beeinträchtigen.<br />
Die folgenden Fragen beziehen sich auf die vergangenen 4 Wochen!<br />
nie<br />
selten<br />
gelegentlich<br />
oft immer<br />
1. Kam es vor, dass Sie abends schlecht einschliefen?..........<br />
2. Kam es vor, dass Sie nicht durchschlafen konnten?..........<br />
3. Kam es vor, dass Sie zu früh aufwachten und nicht<br />
wie<strong>der</strong> einschlafen konnten?............................................<br />
4. Waren Sie tagsüber müde?...............................................<br />
5. Schliefen Sie tagsüber ein?...............................................<br />
6. Fiel es Ihnen schwer, lange konzentriert zu bleiben?.......<br />
7. Fühlten Sie sich tagsüber in Ihrer Leistungsfähigkeit<br />
eingeschränkt?..................................................................<br />
8. Haben Sie beim Einschlafen o<strong>der</strong> nachts Schmerzen?.....<br />
9. Haben Sie Gelenkbeschwerden in den Hüften,<br />
Beinen o<strong>der</strong> Füßen?..........................................................<br />
10. Haben Sie Gelenkbeschwerden in den Schultern,<br />
Armen o<strong>der</strong> Händen?........................................................<br />
11. Haben Sie Schmerzen im Nacken, Kreuz o<strong>der</strong><br />
an<strong>der</strong>en Stellen im Rücken?.............................................<br />
12. Erwachten Sie morgens frisch und ausgeruht?.................<br />
13. Fühlten Sie sich am Morgen schlapp und wie gerä<strong>der</strong>t?..<br />
14. Schnarchen Sie laut und unregelmäßig? weiß nicht...<br />
15. Sind Atemstillstände bei Ihnen beobachtet worden?<br />
weiß nicht...<br />
16. Haben Sie Schlafmittel genommen?.........................................<br />
17. Wenn ja, welches Schlafmittel?<br />
18. Namen vergesse ich öfter als früher..................................<br />
ja<br />
nein<br />
19. Ich kann mich nicht mehr so gut konzentrieren................<br />
20. Ich begreife manches langsamer als früher.......................<br />
21. Erledigungen vergesse ich öfter als früher........................<br />
12
Behandlungszufriedenheit<br />
Bitte beantworten Sie die folgenden Fragen nach Ihrem Gesamteindruck von <strong>der</strong> bisherigen<br />
Behandlung Ihrer Herzerkrankung.<br />
Wie zufrieden sind Sie mit:<br />
sehr unzufrieden<br />
eher unzufrieden<br />
teils /teils eher<br />
zufrieden<br />
sehr<br />
zufrieden<br />
Medizinische Behandlung 1 2 3 4 5<br />
Menschliche Betreuung 1 2 3 4 5<br />
Organisation <strong>der</strong> Pflege 1 2 3 4 5<br />
Qualität des Essens 1 2 3 4 5<br />
Engagement <strong>der</strong> Ärzte 1 2 3 4 5<br />
Können <strong>der</strong> Ärzte 1 2 3 4 5<br />
Engagement des Personals 1 2 3 4 5<br />
Aufklärung/ Information 1 2 3 4 5<br />
Stationsatmosphäre 1 2 3 4 5<br />
Kontakt zu den Mitpatienten 1 2 3 4 5<br />
Umgangston 1 2 3 4 5<br />
Gewissenhaftigkeit <strong>der</strong> Arbeit 1 2 3 4 5<br />
Wirksamkeit <strong>der</strong> Behandlung 1 2 3 4 5<br />
Wir möchten Sie nun zu Ihrer augenblicklichen Lebenszufriedenheit fragen.<br />
Bitte kreuzen Sie für jeden <strong>der</strong> folgenden Lebensbereiche an, wie zufrieden o<strong>der</strong> unzufrieden Sie<br />
in den vergangenen 7 Tagen damit waren.<br />
Bereiche<br />
sehr unzufrieden<br />
eher unzufrieden<br />
teils /teils eher<br />
zufrieden<br />
sehr<br />
zufrieden<br />
1. Gesundheit 1 2 3 4 5<br />
2. Körperliche Verfassung 1 2 3 4 5<br />
3. Geistige Verfassung 1 2 3 4 5<br />
4. Stimmung 1 2 3 4 5<br />
5. Aussehen 1 2 3 4 5<br />
6. Fähigkeiten 1 2 3 4 5<br />
7. Charakter 1 2 3 4 5<br />
8. Berufliche Situation 1 2 3 4 5<br />
9. Finanzielle Lage 1 2 3 4 5<br />
10. Ehe/ Partnerschaft 1 2 3 4 5<br />
11. Sexualleben 1 2 3 4 5<br />
12. Freizeitgestaltung 1 2 3 4 5<br />
13. Familienleben 1 2 3 4 5<br />
14. Verhältnis zu den Kin<strong>der</strong>n 1 2 3 4 5<br />
15. Leben insgesamt 1 2 3 4 5<br />
13
Wir bitten Sie abschließend um ein paar Angaben zu Ihrer Person für die anonyme Auswertung:<br />
1. Geschlecht: männlich weiblich 2. Geb.-Datum: Monat Jahr<br />
3. Staatsangehörigkeit: deutsch nicht deutsch<br />
4. Familienstand: ledig verheiratet geschieden/getrennt lebend verwitwet<br />
5. Leben Sie mit einem festen Partner zusammen? nein ja<br />
6. Wieviele Personen leben ständig in Ihrem<br />
Haushalt, Sie selbst eingeschlossen?<br />
Personen ingesamt<br />
7. Wieviele davon sind 18 Jahre o<strong>der</strong> älter?<br />
Personen<br />
8. Welchen höchsten Schulabschluß haben<br />
Sie?<br />
Hauptschule/ Volksschule<br />
Realschule Mittlere Reife<br />
Polytechnische Oberschule<br />
Fachhochschule<br />
Abitur/ allgemeine Hochschulreife<br />
an<strong>der</strong>en Schulabschluß<br />
keinen Abschluß<br />
10. Sind Sie zur Zeit erwerbstätig?<br />
ja, ganztags<br />
ja, mindestens halbtags<br />
ja, weniger als halbtags<br />
nein Hausfrau/ Hausmann<br />
nein, in Ausbildung<br />
nein, arbeitslos/ erwerbslos<br />
nein, Erwerbs,- Berufsunfähigkeitsrente<br />
nein, an<strong>der</strong>es<br />
12. Wie hoch ist das monatliche Nettoeinkommen<br />
Ihres Haushaltes insgesamt?<br />
Die Summe aus Lohn / Gehalt / Einkom- men<br />
usw. jeweils nach Abzug <strong>der</strong> Steuern und<br />
Sozialabgaben?<br />
bis unter 1.000 DM<br />
1.000 bis unter 2.000 DM<br />
2.000 bis unter 3.000 DM<br />
3.000 bis unter 4.000 DM<br />
4.000 bis unter 5.000 DM<br />
5.000 bis unter 6.000 DM<br />
6.000 bis unter 7.000 DM<br />
7.000 DM und mehr<br />
14. Besitzen Sie einen Schwerbehin<strong>der</strong>tenausweis?<br />
nein ja, mit Behin<strong>der</strong>ungsgrad %<br />
9. Welche Berufsausbildung haben Sie ab<br />
geschlossen?<br />
Lehre (berufliche-betriebliche Ausbildung<br />
Fachschule (Meister-, Technikerschule,<br />
Berufs-, Fachakademie)<br />
Fachhochschule, Ingenieurschule<br />
Universität, Hochschule<br />
an<strong>der</strong>e Berufsausbildung<br />
keine Berufsausbildung<br />
11. In welcher beruflichen Stellung sind Sie<br />
hauptsächlich <strong>der</strong>zeit beschäftigt bzw. (falls<br />
nicht mehr berufstätig) waren Sie beschäftigt?<br />
Arbeiter<br />
Angestellter<br />
Beamter<br />
Selbständiger<br />
Sonstiges:<br />
13. Welcher gesetzlichen Rentenversicherung<br />
gehören Sie <strong>der</strong>zeit an?<br />
LVA, Name:<br />
BfA<br />
Sonstiges, nämlich<br />
Nicht rentenversichert (z.B. Beamter)<br />
15. Haben Sie in den letzten fünf Jahren eine<br />
Berufs- o<strong>der</strong> Erwerbsunfähigkeitsrente<br />
beantragt?<br />
nein ja<br />
16. Sind Sie zur Zeit krankgeschrieben?<br />
nein ja<br />
17. An wievielen Tagen waren Sie in den letzten 12<br />
Monaten krankgeschrieben?<br />
nein ja Ggf. an Tagen<br />
18. Haben Sie in den letzten fünf Jahren an einer medizinischen Rehabilitationsmaßnahme teilgenommen?<br />
nein ja Zahl Maßnahmen:<br />
14
Pt.-Name:<br />
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------<br />
Arzt-Einschätzung Pt-Nr. Datum:<br />
Reha-Beginn (T2) Alter des Patienten: J. Geschlecht: o männlich o weiblich<br />
Hauptdiagnosen: 1. 2.<br />
Kardiologische Basisparameter:<br />
Grun<strong>der</strong>krankung: o KHK o DCM o Herzklappenerkr. o maligne Herzrhythmuserkr.<br />
o<br />
Kardiologische Erkrankung seit: Zahl <strong>der</strong> Krankenhausaufenthalte:<br />
NYHA-Stadium:<br />
Zahl bisheriger Infarkte: Max. Ergometerleistung: Watt<br />
Bei Zustand nach Infarkt:<br />
Behandlungsmaßnahmen<br />
Lokalisation des jetzigen Infarkts:<br />
Zahl Bypass-OP:<br />
Zahl betroffener Gefäße: Zahl Dilatat.: an<strong>der</strong>e Maßnahmen:<br />
Arbeitsunfähigkeit im Zusammenhang mit <strong>der</strong> aktuellen Erkrankung: Dauer:<br />
Wie häufig arbeitsunfähig gewesen? mal<br />
Wochen<br />
Wie sehen Sie aus ärztlicher Sicht die Indikation für eine Reha-Maßnahme?<br />
o unbedingt erfor<strong>der</strong>lich o nützlich o nicht sinnvoll<br />
Kommentar:<br />
Sinnvolle Rehabilitationziele aus Ihrer Sicht als Arzt:<br />
Vermutete Ziele im Rahmen <strong>der</strong> Heilbehandlung aus Sicht des Patienten:<br />
Vermutete Wi<strong>der</strong>stände des Patienten gegen die Heilbehandlung:<br />
Wie schätzen Sie die folgenden Aspekte aus Ihrer Kenntnis des Patienten ein:<br />
Wie stark zutreffend?<br />
Gar<br />
nicht<br />
Wenig mittel Ziemlich<br />
Sehr<br />
nützlich<br />
Grundsätzlich Rehabilitationsbereitschaft 1 2 3 4 5<br />
Kooperation in <strong>der</strong> Therapie (Compliance) 1 2 3 4 5<br />
Motivation zur Weiterarbeit im alten Beruf 1 2 3 4 5<br />
Motivation zur Wie<strong>der</strong>erlangung <strong>der</strong> Erwerbsfähigkeit 1 2 3 4 5<br />
Motivation "Kururlaub" 1 2 3 4 5<br />
Patient will Berentung erreichen 1 2 3 4 5<br />
Patient aggraviert Beschwerden/Funktionsstörungen 1 2 3 4 5<br />
Patient dissimuliert Beschwerden/Funktionsstörungen 1 2 3 4 5<br />
Emotionale Stabilität 1 2 3 4 5<br />
Tragfähige Sozialbeziehungen am Wohnort 1 2 3 4 5<br />
Was wäre für diesen Patienten die optimale Rehabilitationsform aus Ihrer Sicht?<br />
o rein stationäre Reha o teilstationäre Reha o ambulante Reha<br />
Bitte kurz begründen:
Längsschnitt<br />
• Fragebogen<br />
Für die Längsschnitt-Studien ist im folgenden exemplarisch <strong>der</strong> Fragebogen zu T1 komplett aufgeführt.<br />
Inhaltsbereiche und Items, die nur zu T3 bzw. T4 abgefragt wurden, sind separat dargestellt.<br />
In Kapitel 7.4 befindet sich eine Übersicht über die zu den verschiedenen Messzeitpunkten<br />
verwendeten Instrumente.<br />
• Interviewleitfaden<br />
• Arzteinschätzungen
Westfälische Wilhelms-Universität<br />
Münster<br />
Institut für Medizinische Psychologie<br />
DIREKTOR: UNIV.- PROF. DR. DR. F.A. MUTHNY<br />
in Zusammenarbeit mit <strong>der</strong> Universitätsklinik Münster, Innere Medizin C<br />
(Direktor Prof. Dr. G. Breithardt)<br />
Krankheitsverarbeitung und Prädiktoren für<br />
Inanspruchnahme und Wirksamkeit<br />
von zielorientierten Rehabilitationsmaßnahmen<br />
bei kardiologischen Patienten<br />
ein Fragebogen für Herzpatienten am Ende <strong>der</strong><br />
Akutbehandlung<br />
(Längsschnitt: Zeitpunkt T1)<br />
Bitte füllen Sie den Bogen zügig, aber möglichst vollständig aus und schicken Sie ihn im<br />
beiliegenden Umschlag an das auswertende Zentrum.<br />
Bitte bedenken Sie, dass die Untersuchung anonym ausgewertet wird und dass Sie mit<br />
Ihrer Teilnahme mithelfen, die Behandlung und Rehabilitation von Patienten mit<br />
kardiologischen Erkrankungen zu verbessern.<br />
Herzlichen Dank für Ihre Mitarbeit!
Patienten-Nr.:<br />
Wir möchten eingangs gerne etwas zur Entwicklung, Häufigkeit und Dauer Ihrer Herzbeschwerden erfahren:<br />
A. Zunächst geht es um die Zeit vor <strong>der</strong> Akutbehandlung<br />
1. Wann begannen Ihre Herzbeschwerden? Jahr: Monat:<br />
2. Wie begannen sie ? schrittweise plötzlich (Bitte ankreuzen)<br />
3. Welche Beschwerden hatten Sie damals?<br />
Wieweit haben die folgenden Beschwerden auf Sie zugetroffen?<br />
(Bitte Zutreffendes ankreuzen)<br />
gar<br />
nicht<br />
wenig mittel ziemlich<br />
Anhaltende Brustschmerzen (Sekunden bis Minuten) 1 2 3 4 5<br />
Druckgefühl in <strong>der</strong> Brust 1 2 3 4 5<br />
Beklemmung hinter dem Brustbein 1 2 3 4 5<br />
Todesangst 1 2 3 4 5<br />
Vernichtungsgefühl 1 2 3 4 5<br />
Atemnot 1 2 3 4 5<br />
Schwindel 1 2 3 4 5<br />
Bluthusten 1 2 3 4 5<br />
Herzklopfen, Herzrasen 1 2 3 4 5<br />
Kurzzeitiger Bewußtseinsverlust ("Ohnmacht") 1 2 3 4 5<br />
Leistungsknick 1 2 3 4 5<br />
Rasche Ermüdbarkeit 1 2 3 4 5<br />
Rötliche Wangen 1 2 3 4 5<br />
Sonstiges: ________________________________ 1 2 3 4 5<br />
4. Wie wurde die Herzerkrankung festgestellt? (Bitte Zutreffendes ankreuzen)<br />
nach einem Herzinfarkt<br />
zufällig bei einer Routine-Untersuchung<br />
nachdem ich mich krank fühlte und zum Hausarzt ging<br />
als ich wegen einer an<strong>der</strong>en Erkrankung in die Klinik ging<br />
Sonstiges:_____________________________________________<br />
5. Welche <strong>der</strong> folgenden Risikofaktoren treffen für Sie zu? (Bitte Zutreffendes ankreuzen)<br />
Diabetes mellitus ("Zuckerkrankheit")<br />
Übergewicht<br />
Bluthochdruck<br />
Rauchen<br />
erhöhte Blutfettwerte (Cholesterin)<br />
zu wenig Bewegung<br />
zu viel Alkohol<br />
zu viel Streß und Hektik<br />
Sonstiges:_______________________________<br />
6. Falls Sie rauchen, wieviele Zigaretten pro Tag<br />
Ich rauche nicht mehr seit<br />
vorher waren es ca. Zigaretten pro Tag<br />
sehr<br />
stark<br />
1
B Falls Sie vor <strong>der</strong> jetzigen Reha am Herzen operiert wurden<br />
(Bypass- o<strong>der</strong> Klappenoperation, ICD):<br />
7. Wann wurden Sie am Herzen operiert?<br />
Jahr Klinik Art des Eingriffs<br />
Haben sich nach <strong>der</strong> Operation die Beschwerden verän<strong>der</strong>t?<br />
ja nein Zeitabstand noch zu kurz<br />
Seit wann haben Sie ein ICD-Gerät?<br />
C Nun geht es uns um die Zeit <strong>der</strong> jetzigen Behandlung:<br />
8. Haben sich die Herzbeschwerden durch die jetzige Behandlung verän<strong>der</strong>t?<br />
gebessert gleich geblieben verschlechtert<br />
9. Welche Beschwerden haben Sie zur Zeit?<br />
_______________________________________________________________<br />
Versuchen Sie die jetzigen Beschwerden in Schweregrade von 0 bis 5 einzureihen<br />
0 1 2 3 4 5<br />
(keine)<br />
(unerträglich)<br />
10. Wieweit ist Ihr Schlaf zur Zeit beeinträchtigt?<br />
gar<br />
nicht<br />
wenig mäßig ziemlich<br />
stark<br />
1 2 3 4 5<br />
sehr<br />
stark<br />
Worauf führen Sie dies zurück?<br />
Herzbeschwerden Operationsfolgen Sorgen Medikamente<br />
ungewohnte Umgebung<br />
Sonstiges:________________<br />
11. Wie haben Sie die Zeit erlebt, nachdem Sie wussten, dass eine Herzoperation auf Sie zukommt?<br />
Wieweit treffen die folgenden Gesichtspunkte für Sie persönlich zu?<br />
Bitte kreuzen Sie für jeden Begriff die für Sie zutreffende Zahl an:<br />
gar nicht wenig mittel ziemlich sehr stark<br />
Chance zur Vorbereitung 1 2 3 4 5<br />
Bedrohung 1 2 3 4 5<br />
Herausfor<strong>der</strong>ung/Aufgabe 1 2 3 4 5<br />
Unabwendbares Unglück/Schaden 1 2 3 4 5<br />
Wechselhaft/unbestimmt 1 2 3 4 5<br />
12. Wie lange waren Sie in <strong>der</strong> stationären Akutbehandlung? Tage<br />
Falls Sie eine Herzoperation hatten, wie lange liegt diese zurück? Tage<br />
2
KRANKHEITSVERARBEITUNG<br />
Im folgenden geht es darum, genauer zu erfahren, wie Sie in <strong>der</strong> vergangenen Woche mit Ihrer Erkrankung<br />
umgegangen sind, was Sie im Zusammenhang damit gedacht, gefühlt und getan haben, und inwieweit Ihnen dies<br />
geholfen hat, um mit Ihrer Situation fertig zu werden.<br />
Bitte kreuzen Sie für jeden <strong>der</strong> folgenden Begriffe an, wie stark er für Ihre Situation <strong>der</strong> vergangenen 7 Tage zutrifft:<br />
gar<br />
nicht<br />
wenig mittelmäßig<br />
ziemlich<br />
1. Informationen über Erkrankung und Behandlung suchen 1 2 3 4 5<br />
2. Nicht-wahrhaben-wollen des Geschehenen 1 2 3 4 5<br />
3. Herunterspielen <strong>der</strong> Bedeutung und Tragweite 1 2 3 4 5<br />
4. Wunschdenken und Tagträumen nachhängen 1 2 3 4 5<br />
5. Sich selbst die Schuld geben 1 2 3 4 5<br />
6. An<strong>der</strong>e verantwortlich machen 1 2 3 4 5<br />
7. Aktive Anstrengungen zur Lösung <strong>der</strong> Probleme unternehmen 1 2 3 4 5<br />
8. Einen Plan machen und danach handeln 1 2 3 4 5<br />
9. Ungeduldig und gereizt auf an<strong>der</strong>e reagieren 1 2 3 4 5<br />
10. Gefühle auch nach außen zeigen 1 2 3 4 5<br />
11. Gefühle unterdrücken, Selbstbeherrschung 1 2 3 4 5<br />
12. Stimmungsverbesserung durch Alkohol o<strong>der</strong> Beruhigungsmittel suchen 1 2 3 4 5<br />
13. Sich mehr gönnen 1 2 3 4 5<br />
14. Sich vornehmen, intensiver zu leben 1 2 3 4 5<br />
15. Entschlossen gegen die Krankheit ankämpfen 1 2 3 4 5<br />
16. Sich selbst bemitleiden 1 2 3 4 5<br />
17. Sich selbst Mut machen 1 2 3 4 5<br />
18. Erfolge und Selbstbestätigung suchen 1 2 3 4 5<br />
19. Sich abzulenken versuchen 1 2 3 4 5<br />
20. Abstand zu gewinnen versuchen 1 2 3 4 5<br />
21. Die Krankheit als Schicksal annehmen 1 2 3 4 5<br />
22. Ins Grübeln kommen 1 2 3 4 5<br />
23. Trost im religiösen Glauben suchen 1 2 3 4 5<br />
24. Versuch, in <strong>der</strong> Krankheit einen Sinn zu sehen 1 2 3 4 5<br />
25. Sich damit trösten, dass es an<strong>der</strong>e noch schlimmer getroffen hat 1 2 3 4 5<br />
26. Mit dem Schicksal ha<strong>der</strong>n 1 2 3 4 5<br />
27. Genau den ärztlichen Rat befolgen 1 2 3 4 5<br />
28. Vertrauen in die Ärzte setzen 1 2 3 4 5<br />
29. Ärzten misstrauen, die Diagnose überprüfen lassen, an<strong>der</strong>e Ärzte aufsuchen 1 2 3 4 5<br />
30. An<strong>der</strong>en Gutes tun wollen 1 2 3 4 5<br />
31. Galgenhumor entwickeln 1 2 3 4 5<br />
32. Hilfe an<strong>der</strong>er in Anspruch nehmen 1 2 3 4 5<br />
33. Sich gerne umsorgen lassen 1 2 3 4 5<br />
34. Sich von an<strong>der</strong>en Menschen zurückziehen 1 2 3 4 5<br />
35. Sich auf frühere Erfahrungen mit ähnlichen Schicksalsschlägen besinnen 1 2 3 4 5<br />
FKV-LIS<br />
Wenn Sie sich die obigen 35 Aussagen vergegenwärtigen, was hat Ihnen am meisten geholfen, um mit <strong>der</strong> Erkrankung und<br />
ihren Auswirkungen fertig zu werden?<br />
1. Nr. 2. Nr. 3. Nr.<br />
Sehr<br />
stark<br />
3
Die nachfolgenden Aussagen beschreiben Gedanken und Verhaltensweisen, die im Umgang mit einer<br />
Erkrankung auftreten können. Bitte lesen Sie immer zunächst eine Aussage sorgfältig durch und kreuzen<br />
Sie dann auf <strong>der</strong> danebenstehenden Antwortskala an, wie häufig Sie in den letzten 7 Tagen diesen<br />
Gedanken o<strong>der</strong> diese Verhaltensweise bei sich festgestellt haben.<br />
nie sehr selten manchmal<br />
häufig sehr<br />
selten<br />
häufig<br />
Ich ließ es mir draußen in <strong>der</strong> Natur gut gehen. 1 2 3 4 5 6<br />
Ich habe mich beson<strong>der</strong>s mit Dingen beschäftigt, 1 2 3 4 5 6<br />
die mich ausfüllten.<br />
Ich habe an<strong>der</strong>en Menschen Mut gemacht und 1 2 3 4 5 6<br />
versucht, sie aufzuheitern.<br />
Ich habe versucht, mich an<strong>der</strong>en Menschen nützlich 1 2 3 4 5 6<br />
zu machen.<br />
Ich habe an<strong>der</strong>e Personen besucht o<strong>der</strong> sie zu mir 1 2 3 4 5 6<br />
eingeladen.<br />
Ich bin mit Freunden ausgegangen. 1 2 3 4 5 6<br />
Ich habe mit an<strong>der</strong>en Personen schöne Stunden<br />
verlebt.<br />
Ich habe mich in eine Vielzahl von Aktivitäten<br />
gestürzt.<br />
Ich habe festgestellt, dass an<strong>der</strong>e Personen in<br />
meiner Lage wohl nicht so gut mit allem<br />
zurechtkommen wie ich.<br />
1 2 3 4 5 6<br />
1 2 3 4 5 6<br />
1 2 3 4 5 6<br />
TSK<br />
Wie stark hängt nach Ihrer persönlichen Einschätzung die weitere Entwicklung Ihrer<br />
Erkrankung von den folgenden Faktoren ab?<br />
gar<br />
nicht<br />
wenig mittelmäßig<br />
ziemlich<br />
1. Zufall 1 2 3 4 5<br />
2. Können <strong>der</strong> Ärzte 1 2 3 4 5<br />
3. Eigene Lebenseinstellung 1 2 3 4 5<br />
4. Eigenes Verhalten 1 2 3 4 5<br />
5. Unterstützung durch Partner/Familie 1 2 3 4 5<br />
6. Unterstützung durch Freunde/Bekannte 1 2 3 4 5<br />
7. Engagement <strong>der</strong> Ärzte 1 2 3 4 5<br />
8. Vorherbestimmtes Schicksal 1 2 3 4 5<br />
sehr<br />
stark<br />
9. Fortschritte <strong>der</strong> Medizin 1 2 3 4 5<br />
EKO<br />
4
Sie finden im folgenden eine Reihe von Aussagen, wie verschiedene Menschen mit Problemen und<br />
Schwierigkeiten umgehen. Bitte kreuzen Sie an, wieweit diese Einschätzungen auf Ihre persönliche<br />
Einstellung zutreffen.<br />
Für jedes Problem habe ich eine Lösung.<br />
Schwierigkeiten sehe ich gelassen entgegen, weil ich mich<br />
immer auf meine Fähigkeiten verlassen kann<br />
Wenn ich mit einem Problem konfrontiert werde, habe ich<br />
meist mehrere Ideen, wie ich damit fertig werde.<br />
Wenn ich mit einer neuen Sache konfrontiert werde, weiß<br />
ich, wie ich damit fertig werde.<br />
stimmt<br />
nicht<br />
1<br />
stimmt<br />
kaum<br />
2<br />
stimmt<br />
eher<br />
3<br />
stimmt<br />
genau<br />
4<br />
GEK<br />
Hier finden Sie eine Anzahl von Feststellungen. Sie sollen entscheiden, in welchem Ausmaß diese<br />
Feststellungen gewöhnlich auf Sie zutreffen.<br />
trifft gar trifft trifft trifft trifft<br />
nicht zu wenig zu mittel zu ziemlich zu stark zu<br />
1 2 3 4 5<br />
Ich glaube, dass sehr viele Leute ihr Missgeschick<br />
übertreiben, um das Mitgefühl und die Hilfe<br />
an<strong>der</strong>er zu gewinnen.<br />
Ich glaube, die meisten Leute würden lügen, wenn<br />
sie dadurch Vorteile hätten.<br />
Die meisten Leute sind vor allem aus Angst vor dem<br />
Erwischtwerden ehrlich.<br />
Die meisten Leute würden eher zu etwas unfairen<br />
Mitteln greifen, als sich einen Gewinn o<strong>der</strong><br />
Vorteil entgehen zu lassen.<br />
Ich frage mich gewöhnlich, welche versteckten<br />
Gründe jemand haben könnte, wenn er etwas<br />
Gutes für mich tut.<br />
Die meisten Leute schließen Freundschaften, weil<br />
ihnen Freunde nützlich sein können.<br />
Den meisten Leuten wi<strong>der</strong>strebt es innerlich, sich<br />
Mühe zu machen, um an<strong>der</strong>en zu helfen.<br />
Vor Leuten, die etwas freundlicher sind, als ich<br />
erwarte, pflege ich auf <strong>der</strong> Hut zu sein.<br />
Der Ehrliche ist meistens <strong>der</strong> Dumme<br />
Wer hilft, erwartet fast immer eine Gegenleistung.<br />
Oft sieht es so selbstlos aus, aber dahinter steckt<br />
häufig knallharter Egoismus.<br />
Hinter Mitleid verbirgt sich oft Geringschätzung.<br />
Wenn dir jemand etwas Nettes sagt, will er meistens<br />
etwas von dir.<br />
CYN<br />
5
Sie finden nachstehend eine Liste von Problemen und Beschwerden, die man manchmal hat. Bitte lesen<br />
Sie jede Frage sorgfältig durch und entscheiden Sie, wie stark Sie durch diese Beschwerden gestört o<strong>der</strong><br />
bedrängt worden sind, und zwar während <strong>der</strong> letzten 7 Tage.<br />
Wie stark haben Sie gelitten unter...<br />
überhaupt<br />
nicht<br />
ein<br />
wenig<br />
ziemlich<br />
1. Nervosität o<strong>der</strong> innerem Zittern 0 1 2 3 4<br />
2. plötzlichem Erschrecken ohne Grund 0 1 2 3 4<br />
3. Furchtsamkeit 0 1 2 3 4<br />
4. dem Gefühl, gespannt o<strong>der</strong> aufgeregt zu sein 0 1 2 3 4<br />
5. Schreck- und Panikanfällen 0 1 2 3 4<br />
6. so starker Ruhelosigkeit, dass Sie nicht stillsitzen können 0 1 2 3 4<br />
7. Gedanken, sich das Leben zu nehmen 0 1 2 3 4<br />
8. Einsamkeitsgefühlen 0 1 2 3 4<br />
9. Schwermut 0 1 2 3 4<br />
10. dem Gefühl, sich für nichts zu interessieren 0 1 2 3 4<br />
11. einem Gefühl <strong>der</strong> Hoffnungslosigkeit angesichts <strong>der</strong> Zukunft 0 1 2 3 4<br />
12. dem Gefühl, wertlos zu sein 0 1 2 3 4<br />
13. Ohnmachts- o<strong>der</strong> Schwindelanfälle 0 1 2 3 4<br />
14. Herz- o<strong>der</strong> Brustschmerzen 0 1 2 3 4<br />
15. Übelkeit o<strong>der</strong> Magenverstimmung 0 1 2 3 4<br />
16. Schwierigkeiten beim Atmen 0 1 2 3 4<br />
17. Hitzewallungen o<strong>der</strong> Kälteschauer 0 1 2 3 4<br />
18. Taubheit o<strong>der</strong> Kribbeln in einzelnen Körperteilen 0 1 2 3 4<br />
stark<br />
sehr<br />
stark<br />
19. Schwächegefühl in einzelnen Körperteilen 0 1 2 3 4<br />
BSI<br />
6
Wie würden Sie Ihren gegenwärtigen<br />
Gesundheitszustand beschreiben?<br />
Sehr Gut Zufriedenstellend<br />
Weniger Schlecht<br />
gut<br />
gut<br />
1 2 3 4 5<br />
Wie Sie wahrscheinlich wissen, gibt es bestimmte Dinge, die als "Risiko-Faktoren", d.h. schädlich<br />
für die Gesundheit betrachtet werden.<br />
Die meisten Menschen haben einen o<strong>der</strong> mehrere solcher Risiko-Faktoren.<br />
Bitte kreuzen Sie an, welche Risiko-Faktoren bei Ihnen vorliegen:<br />
Rauchen 1 Zu viel Stress und Hektik 1<br />
Übergewicht 1 Zu hohes Cholesterin 1<br />
Zu wenig Bewegung 1 Zu hoher Blutdruck 1<br />
Wie häufig leiden Sie unter Schmerzen?<br />
Und wie stark sind diese Schmerzen?<br />
So gut wie nie 1 Ich habe keine Schmerzen 1<br />
Selten 2 Eher leicht 2<br />
Ein paarmal im Monat 3 Störend, aber zu ertragen 3<br />
2-3 mal pro Woche 4 Gerade noch zu ertragen 4<br />
(Fast) jeden Tag 5 Unerträglich 5<br />
Von kurzen Erkrankungen einmal abgesehen:<br />
Behin<strong>der</strong>t Sie Ihr Gesundheitszustand bei <strong>der</strong><br />
Erfüllung alltäglicher Aufgaben im Beruf<br />
o<strong>der</strong> im Haushalt?<br />
Überhaupt<br />
nicht<br />
1<br />
Ein wenig<br />
2<br />
Ziemlich<br />
stark<br />
3<br />
Sehr stark<br />
4<br />
Wie häufig fühlten Sie sich in letzter Zeit...<br />
Nie<br />
Manchmal<br />
Oft<br />
Immer<br />
völlig erschöpft<br />
unruhig und abgespannt<br />
wie eine Batterie, die allmählich verbraucht ist<br />
1<br />
2<br />
3<br />
4<br />
Wieviele Personen - einschließlich Ihrer Familie<br />
- kennen Sie, auf <strong>der</strong>en Hilfe Sie sich in<br />
Notfällen auf jeden Fall verlassen können?<br />
Keine 1 Person 2 bis 3 Mehr als 3<br />
Person<br />
Personen Personen<br />
1 2 3 4<br />
Wie häufig machen Sie sich Sorgen, dass Sie<br />
wegen Ihres Gesundheitszustandes in Zukunft...<br />
Nie<br />
Manchmal<br />
Oft<br />
Immer<br />
weniger verdienen?<br />
arbeitslos werden?<br />
vorzeitig berentet werden?<br />
1<br />
2<br />
3<br />
4<br />
IRES-MIN<br />
7
In diesem Fragebogen geht es um Ihre Beziehungen zu wichtigen Menschen. Wir möchten<br />
erfahren, wie Sie diese Beziehungen erleben und einschätzen. Bitte geben Sie an, in welchem<br />
Ausmaß die folgenden Aussagen auf Sie zutreffen.<br />
trifft<br />
nicht<br />
zu<br />
trifft<br />
genau<br />
zu<br />
Meinen Freunden / Angehörigen ist es wichtig, meine Meinung<br />
zu bestimmten Dingen zu erfahren.<br />
Ich habe Freunde / Angehörige, die auch mal gut zuhören<br />
können, wenn ich mich aussprechen möchte.<br />
Wenn ich krank bin, kann ich ohne Zögern Freunde /<br />
Angehörige bitten, wichtige Dinge (z.B. Einkaufen) für<br />
mich zu erledigen.<br />
Wenn ich mal tief bedrückt bin, weiß ich, zu wem ich gehen<br />
kann.<br />
Es gibt Menschen, die Leid und Freude mit mir teilen.<br />
Bei manchen Freunden / Angehörigen kann ich auch mal ganz<br />
ausgelassen sein.<br />
Ich habe einen vertrauten Menschen, in dessen Nähe ich mich<br />
sehr wohl fühle.<br />
Ich habe genug Menschen, die mir wirklich helfen, wenn ich<br />
mal nicht weiter weiß.<br />
Es gibt Menschen, die zu mir halten, auch wenn ich Fehler<br />
mache.<br />
Es gibt genug Menschen, zu denen ich ein wirklich gutes<br />
Verhältnis habe.<br />
F-SOZU-K-22<br />
8
Behandlungszufriedenheit<br />
Bitte beantworten Sie die folgenden Fragen nach Ihrem Gesamteindruck von <strong>der</strong> bisherigen<br />
Behandlung Ihrer Herzerkrankung.<br />
Wie zufrieden sind Sie mit:<br />
sehr unzufrieden<br />
eher unzufrieden<br />
teils /teils eher<br />
zufrieden<br />
sehr<br />
zufrieden<br />
Medizinische Behandlung 1 2 3 4 5<br />
Menschliche Betreuung 1 2 3 4 5<br />
Organisation <strong>der</strong> Pflege 1 2 3 4 5<br />
Qualität des Essens 1 2 3 4 5<br />
Engagement <strong>der</strong> Ärzte 1 2 3 4 5<br />
Können <strong>der</strong> Ärzte 1 2 3 4 5<br />
Engagement des Personals 1 2 3 4 5<br />
Stationsatmosphäre 1 2 3 4 5<br />
Gewissenhaftigkeit <strong>der</strong> Arbeit 1 2 3 4 5<br />
Wirksamkeit <strong>der</strong> Behandlung 1 2 3 4 5<br />
Wir möchten Sie nun zu Ihrer augenblicklichen Lebenszufriedenheit fragen.<br />
Bitte kreuzen Sie für jeden <strong>der</strong> folgenden Lebensbereiche an, wie zufrieden o<strong>der</strong> unzufrieden Sie in den<br />
vergangenen 7 Tagen damit waren.<br />
Bereiche<br />
sehr unzufrieden<br />
eher unzufrieden<br />
teils /teils eher<br />
zufrieden<br />
sehr<br />
zufrieden<br />
Gesundheit 1 2 3 4 5<br />
Körperliche Verfassung 1 2 3 4 5<br />
Geistige Verfassung 1 2 3 4 5<br />
Stimmung 1 2 3 4 5<br />
Aussehen 1 2 3 4 5<br />
Fähigkeiten 1 2 3 4 5<br />
Charakter 1 2 3 4 5<br />
Berufliche Situation 1 2 3 4 5<br />
Finanzielle Lage 1 2 3 4 5<br />
Ehe/ Partnerschaft 1 2 3 4 5<br />
Sexualleben 1 2 3 4 5<br />
Freizeitgestaltung 1 2 3 4 5<br />
Familienleben 1 2 3 4 5<br />
Leben insgesamt 1 2 3 4 5<br />
9
Wir bitten Sie abschließend um ein paar Angaben zu Ihrer Person für die anonyme Auswertung:<br />
1. Geschlecht: männlich weiblich 2. Geb.-Datum: Monat Jahr<br />
3. Staatsangehörigkeit: deutsch nicht deutsch<br />
4. Familienstand: ledig verheiratet geschieden/getrennt lebend verwitwet<br />
5. Leben Sie mit einem festen Partner zusammen? nein ja<br />
6. Wieviele Personen leben ständig in Ihrem<br />
Haushalt, Sie selbst eingeschlossen?<br />
Personen ingesamt<br />
8. Welchen höchsten Schulabschluß haben<br />
Sie?<br />
Hauptschule/ Volksschule<br />
Realschule Mittlere Reife<br />
Polytechnische Oberschule<br />
Fachhochschule<br />
Abitur/ allgemeine Hochschulreife<br />
an<strong>der</strong>en Schulabschluß<br />
keinen Abschluß<br />
10. Sind Sie zur Zeit erwerbstätig?<br />
ja, ganztags<br />
ja, mindestens halbtags<br />
ja, weniger als halbtags<br />
nein Hausfrau/ Hausmann<br />
nein, in Ausbildung<br />
nein, arbeitslos/ erwerbslos<br />
nein, Erwerbs,- Berufsunfähigkeitsrente<br />
nein, an<strong>der</strong>es<br />
12. Wie hoch ist das monatliche Nettoeinkommen<br />
Ihres Haushaltes insgesamt?<br />
Die Summe aus Lohn / Gehalt / Einkommen<br />
usw. jeweils nach Abzug <strong>der</strong> Steuern<br />
und Sozialabgaben?<br />
bis unter 1.000 DM<br />
1.000 bis unter 2.000 DM<br />
2.000 bis unter 3.000 DM<br />
3.000 bis unter 4.000 DM<br />
4.000 bis unter 5.000 DM<br />
5.000 bis unter 6.000 DM<br />
6.000 bis unter 7.000 DM<br />
7.000 DM und mehr<br />
14. Besitzen Sie einen Schwerbehin<strong>der</strong>tenausweis?<br />
nein ja, mit Behin<strong>der</strong>ungsgrad %<br />
7. Wieviele davon sind 18 Jahre o<strong>der</strong> älter?<br />
Personen<br />
9. Welche Berufsausbildung haben Sie ab<br />
geschlossen?<br />
Lehre (berufliche-betriebliche Ausbildung<br />
Fachschule (Meister-, Technikerschule,<br />
Berufs-, Fachakademie)<br />
Fachhochschule, Ingenieurschule<br />
Universität, Hochschule<br />
an<strong>der</strong>e Berufsausbildung<br />
keine Berufsausbildung<br />
11. In welcher beruflichen Stellung sind Sie<br />
hauptsächlich <strong>der</strong>zeit beschäftigt bzw. (falls<br />
nicht mehr berufstätig) waren Sie beschäftigt?<br />
Arbeiter<br />
Angestellter<br />
Beamter<br />
Selbständiger<br />
Sonstiges:<br />
13. Welcher gesetzlichen Rentenversicherung<br />
gehören Sie <strong>der</strong>zeit an?<br />
LVA, Name:<br />
BfA<br />
Sonstiges, nämlich<br />
Nicht rentenversichert (z.B. Beamter)<br />
15. Haben Sie in den letzten fünf Jahren eine<br />
Berufs-<br />
o<strong>der</strong><br />
Erwerbsunfähigkeitsrente beantragt?<br />
nein ja<br />
16. Sind Sie zur Zeit krankgeschrieben?<br />
nein ja<br />
17. An wievielen Tagen waren Sie in den letzten 12<br />
Monaten krankgeschrieben?<br />
nein ja Ggf. an Tagen<br />
18. Haben Sie in den letzten fünf Jahren an einer medizinischen Rehabilitationsmaßnahme teilgenommen?<br />
nein ja Zahl Maßnahmen:<br />
10
Inhaltsbereiche bzw. Items, die nur zu T3 bzw. T4 eingesetzt worden sind:<br />
Messzeitpunkt Reha-Ende (T3)<br />
Falls Sie noch nicht berentet worden sind, möchten wir Sie im folgenden um Ihre Einschätzung Ihrer<br />
Arbeitsfähigkeit bitten:<br />
Wie würden Sie Ihre <strong>der</strong>zeitige Arbeitsfähigkeit<br />
einschätzen?<br />
sehr gut<br />
gut<br />
zufriedenstellend<br />
weniger<br />
gut<br />
schlecht<br />
1 2 3 4 5<br />
Welche Verän<strong>der</strong>ungen erwarten Sie beruflich?<br />
Wann werden Sie voraussichtlich Ihre Arbeit wie<strong>der</strong>aufnehmen?<br />
Im folgenden möchten wir Sie um Ihre Einschätzung <strong>der</strong> Heilbehandlung bitten.<br />
Sind während Ihrer Heilbehandlung beson<strong>der</strong>e medizinische Ereignisse o<strong>der</strong> eventuell Komplikationen<br />
eingetreten?<br />
Was hatten Sie sich von <strong>der</strong> Heilbehandlung versprochen?<br />
Was hat sich davon erfüllt?<br />
Was hat sich nicht erfüllt?<br />
Die wievielte Heilbehandlung war dies für Sie?<br />
Am wievielten Tag <strong>der</strong> jetzigen Behandlung füllen Sie den Bogen aus? Tag<br />
Wer ist <strong>der</strong> Träger <strong>der</strong> Rentenmaßnahme? LVA BfA Krankenkassen<br />
Worin sehen Sie den Hauptnutzen <strong>der</strong> Heilbehandlung für sich persönlich?<br />
Womit sind Sie unzufrieden, wenn Sie die Heilbehandlung im Rückblick betrachten? Was haben Sie evtl.<br />
vermisst?
Messzeitpunkte Reha-Ende (T3) und Katamnese (T4)<br />
Im folgenden finden Sie eine Liste von Reha-Maßnahmen, wie sie von Patienten und Ärzten in <strong>der</strong><br />
Rehabilitation angegeben werden. Bitte kreuzen Sie zuerst im vor<strong>der</strong>en Kästchen an, ob Sie die<br />
Maßnahme erhalten bzw. in Anspruch genommen haben. Anschließend kreuzen Sie bitte dann den<br />
Zahlenwert an, <strong>der</strong> anzeigt, wie nützlich diese Maßnahme für Sie gewesen ist.<br />
In Anspruch<br />
genommen:<br />
<br />
Maßnahmen zur Steigerung <strong>der</strong> körperl. Leistungsfähigkeit<br />
(Ergometer-, Terraintraining, Schwimmen, etc.)<br />
Beratung zur sozialen und beruflichen Wie<strong>der</strong>einglie<strong>der</strong>ung<br />
sowie Vermittlung von berufsför<strong>der</strong>nden Maßnahmen<br />
Wie nützlich?<br />
sehr<br />
gar wenig mittel ziemliclich<br />
nütz-<br />
nicht<br />
1 2 3 4 5<br />
1 2 3 4 5<br />
Vermittlung von Beratung zur wirtschaftlichen Sicherung 1 2 3 4 5<br />
Kleingruppengespräche (z.B. über Risikofaktoren,<br />
1 2 3 4 5<br />
Medikamente etc.)<br />
Spezielle Schulungen (z.B. für Diabetes-, Herzklappen-, 1 2 3 4 5<br />
Fettstoffwechsel-, Defibrillator-Patienten)<br />
An<strong>der</strong>e Gesprächsrunden (z.B. über Krankheit und Sinn, etc.) 1 2 3 4 5<br />
Entspannungstraining, Yoga, Autogenes Training etc. 1 2 3 4 5<br />
Stressbewältigung 1 2 3 4 5<br />
Nichtrauchertraining 1 2 3 4 5<br />
Problemorientierte Gruppe "Leben nach dem Herzinfarkt" 1 2 3 4 5<br />
Gesprächsgruppe für Frauen 1 2 3 4 5<br />
Kreatives und gestalterisches Arbeiten 1 2 3 4 5<br />
Angehörigen-/ Paargespräch 1 2 3 4 5<br />
Psychologische Einzelgespräche <strong>der</strong> Beratung u. Therapie 1 2 3 4 5<br />
Gesundheitsberatung und –training 1 2 3 4 5<br />
Information über gesunde Ernährung 1 2 3 4 5<br />
Ärztliche Behandlung 1 2 3 4 5<br />
Diagnostische Abklärung bzw. medizinische Untersuchungen 1 2 3 4 5<br />
Verordnung von Medikamenten 1 2 3 4 5<br />
Gespräche mit Ärzten 1 2 3 4 5<br />
Gespräche mit Mitpatienten, Knüpfen neuer Kontakte 1 2 3 4 5<br />
Freizeitangebote und kulturelle Angebote außerhalb <strong>der</strong> 1 2 3 4 5<br />
Klinik<br />
Ausspannen vom Alltag 1 2 3 4 5<br />
Krankengymnastik 1 2 3 4 5<br />
Kraft- und Muskeltraining 1 2 3 4 5<br />
Physikalische Anwendungen (Massage, Bä<strong>der</strong>, Rotlicht, etc.) 1 2 3 4 5<br />
Sonstiges: 1 2 3 4 5
Im folgenden geht es darum, in welchem Ausmaß Sie zum gegenwärtigen Zeitpunkt die angegebenen<br />
Ziele erreicht haben.<br />
Bitte kreuzen Sie jeweils den Zahlenwert an, <strong>der</strong> anzeigt, in welchem Ausmaß Sie dieses Ziel erreicht<br />
haben.<br />
Rehabilitationsziele Gar nicht wenig mittel<br />
Somatisch-medizinisch<br />
Ziemlich<br />
Beeinflussung des Krankheitsverlaufs 1 2 3 4 5<br />
Reduzierung von Beschwerden 1 2 3 4 5<br />
Verbesserung <strong>der</strong> Ausdauer 1 2 3 4 5<br />
Steigerung <strong>der</strong> körperlichen Leistungsfähigkeit und<br />
Belastbarkeit<br />
Sehr<br />
stark<br />
1 2 3 4 5<br />
schnellere Genesung 1 2 3 4 5<br />
Lebensverlängerung 1 2 3 4 5<br />
Verän<strong>der</strong>ung von Risikofaktoren<br />
Patientenschulung/ Informationen 1 2 3 4 5<br />
Regelmäßige Bewegung 1 2 3 4 5<br />
Blutdruckeinstellung 1 2 3 4 5<br />
Einstellung des Diabetes mellitus 1 2 3 4 5<br />
Normalisierung <strong>der</strong> Blutfettwerte 1 2 3 4 5<br />
Gewichtsabnahme 1 2 3 4 5<br />
Gesunde Ernährung 1 2 3 4 5<br />
Stressbewältigung 1 2 3 4 5<br />
Aufgabe des Rauchens 1 2 3 4 5<br />
Reduktion des Alkoholkonsums 1 2 3 4 5<br />
Psychische Befindlichkeit<br />
Wie<strong>der</strong>finden des seelischen Gleichgewichts 1 2 3 4 5<br />
Verbesserung <strong>der</strong> Stimmung 1 2 3 4 5<br />
Abbau von Ängsten 1 2 3 4 5<br />
Steigerung des Selbstwertgefühls 1 2 3 4 5<br />
Verbesserung des Umgangs mit <strong>der</strong> Krankheit 1 2 3 4 5<br />
Abstand von Alltagssorgen 1 2 3 4 5<br />
Erreichen einer befriedigenden Lebensqualität 1 2 3 4 5<br />
Erreichen eines befriedigenden Sexuallebens 1 2 3 4 5<br />
Beruf und Haushalt<br />
Klärung <strong>der</strong> beruflichen Belastbarkeit 1 2 3 4 5<br />
Entlastung am Arbeitsplatz 1 2 3 4 5<br />
Rückkehr in den Beruf 1 2 3 4 5<br />
Selbstversorgungsfähigkeit 1 2 3 4 5<br />
Selbständige Haushaltsführung 1 2 3 4 5<br />
Aktive Freizeitgestaltung 1 2 3 4 5
Messzeitpunkt Katamnese (T4)<br />
Behandlungszufriedenheit<br />
Wie zufrieden sind Sie heute<br />
mit <strong>der</strong> Wirksamkeit Ihrer<br />
Rehabilitationsbehandlung?<br />
sehr unzufrieden<br />
teils /teils<br />
eher<br />
zufrieden<br />
sehr<br />
zufrieden<br />
1 2 3 4 5<br />
Sind nach dem Ende Ihrer Heilbehandlung beson<strong>der</strong>e medizinische Ereignisse o<strong>der</strong> eventuell<br />
Komplikationen eingetreten?<br />
ja nein<br />
Wenn ja, welche?<br />
Hatten Sie weitere Krankenhausaufenthalte?<br />
ja nein<br />
Wenn ja, aus welchem Grund?<br />
Sind Sie zur Zeit erwerbstätig?<br />
ja, ganztags<br />
ja, mindestens halbtags<br />
ja, weniger als halbtags<br />
nein Hausfrau/ Hausmann<br />
nein, in Ausbildung<br />
nein, arbeitslos/ erwerbslos<br />
nein, Erwerbs,- Berufsunfähigkeitsrente<br />
nein, Altersrente<br />
nein, an<strong>der</strong>es<br />
Falls Sie berentet worden sind:<br />
Wann sind Sie berentet worden?<br />
Aus welchem Grund?<br />
eher unzufrieden<br />
Falls Sie noch nicht berentet worden sind, möchten wir Sie im folgenden um Ihre Einschätzung Ihrer<br />
Arbeitsfähigkeit bitten:<br />
zufriedenstellend<br />
gut<br />
weniger<br />
sehr gut gut<br />
schlecht<br />
Wie würden Sie Ihre <strong>der</strong>zeitige Arbeitsfähigkeit<br />
1 2 3 4 5<br />
einschätzen?<br />
Wann haben Sie Ihre Arbeit wie<strong>der</strong>aufgenommen?<br />
Haben sich berufliche Verän<strong>der</strong>ungen ergeben? ja nein<br />
Wenn ja, welche?<br />
Wie Sie wissen, wird in letzter Zeit viel darüber diskutiert, ob wie bisher wohnortfern o<strong>der</strong> eher<br />
wohnortnah bzw. stationär o<strong>der</strong> ambulant rehabilitiert werden sollte.<br />
Welche Rehabilitationsform finden Sie aus heutiger Sicht grundsätzlich günstiger?<br />
stationär (wie bisher üblich)<br />
teilstationär, d.h. stationärer Beginn in einer wohnortnahen Reha-Klinik, nach 1-2 Wochen<br />
weiter volles Maßnahmespektrum in <strong>der</strong> Klinik, aber <strong>der</strong> Patient geht abends nach Hause.<br />
ganz ambulant (in neu zu schaffenden Rehazentren am Wohnort)
Wer sollte darüber entscheiden, ob eine stationäre, teilstationäre o<strong>der</strong> ambulante Maßnahme durchgeführt<br />
wird?<br />
grundsätzlich <strong>der</strong> Arzt<br />
grundsätzlich <strong>der</strong> Patient<br />
beide zusammen nach einem Gespräch über Vor- und Nachteile<br />
Wie würden Sie sich heute entscheiden, wenn Sie nochmal vor <strong>der</strong> Rehabilitation stünden und alle drei<br />
Reha-Formen für Sie möglich wären?<br />
für eine ambulante Reha am Wohnort<br />
für eine teilstationäre Reha in Wohnortnähe<br />
für eine stationäre Reha<br />
für keine Reha<br />
weiß nicht
Interviewleitfaden (Muster)<br />
Begrüßung und Vorstellung<br />
Wie geht es Ihnen? Wie lange sind Sie schon in <strong>der</strong> Klinik?<br />
Zunächst möchte ich Ihnen erklären, worum es uns geht:<br />
Das Ziel unserer Studie ist folgendes:<br />
Wir möchten dabei helfen, die Versorgung von kardiologischen Patienten zu verbessern. Dazu ist es<br />
wichtig, dass beson<strong>der</strong>s die persönlichen Meinungen und Belange <strong>der</strong> Patienten berücksichtigt<br />
werden.<br />
Ablauf:<br />
Wir werden Sie bitten, uns am Ende <strong>der</strong> Akutbehandlung und, falls es für Sie zutreffend ist, zu<br />
Beginn und am Ende <strong>der</strong> Rehabilitation sowie ca. sechs Monate später jeweils einen Fragebogen<br />
auszufüllen. Der Fragebogen erfasst z.B. Ihre Beschwerden o<strong>der</strong> auch, wie Sie mit Ihrer Erkrankung<br />
umgehen.<br />
Außerdem werden wir medizinische Angaben zu Ihrem Krankheitsbild von Ihrem jeweiligen<br />
behandelnden Arzt erfragen. Dazu ist es notwendig, dass Sie Ihren Arzt von <strong>der</strong> ärztlichen<br />
Schweigepflicht entbinden. Eine Einverständniserklärung habe ich dazu vorbereitet. Bitte lesen Sie<br />
sich diese durch.<br />
Die Teilnahme an <strong>der</strong> Studie ist selbstverständlich freiwillig. Ihnen entstehen keinerlei Nachteile, wenn<br />
Sie nicht teilnehmen möchten. Auch können Sie Ihr Einverständnis je<strong>der</strong>zeit ohne Angabe von<br />
Gründen wie<strong>der</strong> zurückziehen.<br />
Auch werden wir alles, was Sie uns mitteilen, selbstverständlich streng vertraulich behandeln.<br />
Sind Sie damit einverstanden, dass ich ein Tonbandgerät mit laufen lassen zur leichteren<br />
Protokollierung?<br />
(Um die Fragebögen zu den verschiedenen Erhebungszeitpunkten einan<strong>der</strong> zuordnen zu können, müssen wir allerdings zu <strong>der</strong><br />
Nummer Ihres Fragebogens Ihre Anschrift kennen. Ihre Anschrift und die Fragebögen werden in unserem Institut getrennt<br />
voneinan<strong>der</strong> aufbewahrt und gespeichert. Ihr Name und Ihre Adresse werden unmittelbar nach Abschluss <strong>der</strong> Nachbefragung<br />
gelöscht. Bei <strong>der</strong> Darstellung <strong>der</strong> Studienergebnisse sind keine Rückschlüsse auf die befragte Person möglich.)<br />
Wenn Sie jetzt keine weiteren Fragen mehr haben, können wir beginnen.<br />
Aktuelle Beschwerden<br />
Wie geht es Ihnen heute?<br />
Welche Beschwerden haben Sie zur Zeit?<br />
Gemeinsame Anamnese<br />
Krankheitsverarbeitung (in den letzten Tagen)<br />
(Fremdrating nach BEFO und FKV-LIS)<br />
Was haben Sie gefühlt, gedacht und wie haben Sie sich verhalten, als Sie von Ihrer Herzerkrankung<br />
erfahren haben?<br />
Was belastet Sie zur Zeit am meisten?<br />
Was hat Ihnen geholfen, die Situation im Krankenhaus zu bewältigen?<br />
Wie wird es für Sie weitergehen? Was wird sich durch die Erkrankung verän<strong>der</strong>n?
Therapieziele<br />
Welche Ziele möchten Sie nach dem Krankenhausaufenthalt erreichen?<br />
Die folgende Liste enthält Rehabilitationsziele, die von Patienten als wichtig erachtet werden. Im<br />
folgenden geht es darum, wie wichtig diese Therapieziele für Sie selbst sind.<br />
Wie wichtig sind folgende Rehabilitationsziele für<br />
Sie?<br />
Sehr unwichtig<br />
Eher unwichtig<br />
mittel wichtig<br />
Sehr<br />
wichtig<br />
Somatisch-medizinisch<br />
Beeinflussung des Krankheitsverlaufs 1 2 3 4 5<br />
Reduzierung von Beschwerden 1 2 3 4 5<br />
Verbesserung <strong>der</strong> Ausdauer 1 2 3 4 5<br />
Steigerung <strong>der</strong> körperlichen Leistungsfähigkeit und<br />
Belastbarkeit<br />
1 2 3 4 5<br />
schnellere Genesung 1 2 3 4 5<br />
Lebensverlängerung 1 2 3 4 5<br />
Verän<strong>der</strong>ung von Risikofaktoren<br />
Patientenschulung/ Informationen 1 2 3 4 5<br />
Regelmäßige Bewegung 1 2 3 4 5<br />
Blutdruckeinstellung 1 2 3 4 5<br />
Einstellung des Diabetes mellitus 1 2 3 4 5<br />
Normalisierung <strong>der</strong> Blutfettwerte 1 2 3 4 5<br />
Gewichtsabnahme 1 2 3 4 5<br />
Gesunde Ernährung 1 2 3 4 5<br />
Stressbewältigung 1 2 3 4 5<br />
Aufgabe des Rauchens 1 2 3 4 5<br />
Reduktion des Alkoholkonsums 1 2 3 4 5<br />
Psychische Befindlichkeit<br />
Wie<strong>der</strong>finden des seelischen Gleichgewichts 1 2 3 4 5<br />
Verbesserung <strong>der</strong> Stimmung 1 2 3 4 5<br />
Abbau von Ängsten 1 2 3 4 5<br />
Steigerung des Selbstwertgefühls 1 2 3 4 5<br />
Verbesserung des Umgangs mit <strong>der</strong> Krankheit 1 2 3 4 5<br />
Abstand von Alltagssorgen 1 2 3 4 5<br />
Erreichen einer befriedigenden Lebensqualität 1 2 3 4 5<br />
Erreichen eines befriedigenden Sexuallebens 1 2 3 4 5<br />
Beruf und Haushalt<br />
Klärung <strong>der</strong> beruflichen Belastbarkeit 1 2 3 4 5<br />
Entlastung am Arbeitsplatz 1 2 3 4 5<br />
Rückkehr in den Beruf 1 2 3 4 5<br />
Selbstversorgungsfähigkeit 1 2 3 4 5<br />
Selbständige Haushaltsführung 1 2 3 4 5<br />
Aktive Freizeitgestaltung 1 2 3 4 5
Reha-Motivation<br />
Beabsichtigen Sie, an einer Reha-Maßnahme teilzunehmen?<br />
Was erhoffen/ erwarten Sie sich von einer möglichen Rehabilitation?<br />
Stimmt<br />
genau<br />
Stimmt<br />
eher<br />
Stimmt<br />
eher nicht<br />
Stimmt<br />
überhaupt<br />
nicht<br />
1. Wohlbefinden, Erholung<br />
erwarten/ hoffen, dass...<br />
Abstand vom Alltag gewinnen 1 2 3 4<br />
Sich erholen 1 2 3 4<br />
Sich eine Zeitlang um nichts kümmern 1 2 3 4<br />
Ansprechen<strong>der</strong> Kurort 1 2 3 4<br />
Unternehmungsmöglichkeiten außerhalb <strong>der</strong> 1 2 3 4<br />
Reha<br />
2. Diagnose, Therapie<br />
erwarten/ Hoffen, dass...<br />
Genaue Diagnosemitteilung 1 2 3 4<br />
Erhöhung <strong>der</strong> körperlichen Leistungsfähigkeit 1 2 3 4<br />
Wie<strong>der</strong> wie früher arbeiten können 1 2 3 4<br />
Lernen, gesün<strong>der</strong> zu leben 1 2 3 4<br />
3. Krankheitsbewältigung<br />
erwarten/ hoffen, dass...<br />
Kontakt zu Patienten mit gleichen o<strong>der</strong><br />
ähnlichen Problemen bekommen<br />
1 2 3 4<br />
Stärkung des Selbstvertrauens und Mut machen 1 2 3 4<br />
Beruflichen Stress abbauen 1 2 3 4<br />
Lernen, sich mehr Freizeit zu nehmen und für 1 2 3 4<br />
sich zu nutzen<br />
4. Beruf, Rente<br />
erwarten/ hoffen, dass...<br />
Hilfe bei arbeits- und sozialrechtlichen Fragen 1 2 3 4<br />
Hilfe bei Rentenantragstellung 1 2 3 4<br />
Bestätigung <strong>der</strong> vermin<strong>der</strong>ten Leistungsfähigkeit<br />
Information und Beratung über berufliche<br />
Umschulungsmöglichkeiten<br />
1 2 3 4<br />
1 2 3 4<br />
Anschließend erhalten Sie jetzt unseren Fragebogen, den Sie bitte möglichst bald (am besten noch heute)<br />
ausfüllen und im verschlossenen Umschlag bei <strong>der</strong> Schwester o<strong>der</strong> im Stationszimmer abgeben.<br />
Zu Beginn und gegen Ende Ihres Rehabilitationsaufenthaltes werden Sie dann noch einmal einen<br />
Fragebogen bekommen, den Sie bei <strong>der</strong> Schwester o<strong>der</strong> im Stationszimmer abgeben können.<br />
Wir werden uns dann noch einmal ca. 6 Monate nach dem Ende <strong>der</strong> Rehabilitationsmaßnahme bei Ihnen<br />
melden und Sie wie<strong>der</strong> bitten, einen Fragebogen auszufüllen.<br />
Dank und Verabschiedung
Pt.-Name:<br />
------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------<br />
Arzt-Einschätzung Pt-Nr. Datum:<br />
Akut-Ende (T1) Alter des Patienten: J.<br />
Geschlecht: o männlich o weiblich<br />
Hauptdiagnosen: 1. 2.<br />
Begleiterkrankungen bzw. Risikofaktoren:<br />
Diabetes mellitus<br />
Adipositas<br />
Hypertonie<br />
Nikotin<br />
Hypercholesterinämie<br />
Bewegungsmangel<br />
Alkoholabusus<br />
zu viel Streß und Hektik<br />
Sonstiges:_______________________________<br />
Kardiologische Basisparameter:<br />
Grun<strong>der</strong>krankung: o KHK o DCM o Herzklappenerkr. o maligne Herzrhythmuserkr.<br />
o sonstige:<br />
Kardiologische Erkrankung seit: Zahl <strong>der</strong> Krankenhausaufenthalte:<br />
NYHA-Stadium:<br />
Zahl bisheriger Infarkte: ggfs max. Ergometerleistung: Watt<br />
Aktueller Rehabilitationsgrund:<br />
Bei Zustand nach Infarkt:<br />
Behandlungsmaßnahmen<br />
Lokalisation des jetzigen Infarkts:<br />
Zahl Bypass-OP:<br />
Zahl betroffener Gefäße:<br />
Zahl Dilatat.:<br />
Größe des Infarkts:<br />
ICD:<br />
Reanimation: o ja o nein Klappen-OP:<br />
An<strong>der</strong>e Maßnahmen: :<br />
Eingetretene Komplikationen während des Akutverlaufs:<br />
Zeitspanne vom Beginn <strong>der</strong> Beschwerden bis zur Krankenhausaufnahme:<br />
Arbeitsunfähigkeit im Zusammenhang mit <strong>der</strong> aktuellen Erkrankung: Dauer:<br />
Wie häufig arbeitsunfähig gewesen? mal<br />
Wochen<br />
Wie sehen Sie aus ärztlicher Sicht die Indikation für eine Reha-Maßnahme?<br />
o unbedingt erfor<strong>der</strong>lich o nützlich o nicht sinnvoll<br />
Was wäre für diesen Patienten die optimale Rehabilitationsform aus Ihrer Sicht?<br />
o rein stationäre Reha o teilstationäre Reha o ambulante Reha<br />
Sinnvolle Rehabilitationziele aus Ihrer Sicht als Arzt:
Pt.-Name:<br />
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------<br />
Arzt-Einschätzung Pt-Nr. Datum:<br />
Reha-Beginn (T2) Alter des Patienten: J. Geschlecht: o männlich o weiblich<br />
Hauptdiagnosen: 1. 2.<br />
Kardiologische Basisparameter:<br />
Grun<strong>der</strong>krankung: o KHK o DCM o Herzklappenerkr. o maligne Herzrhythmuserkr. o<br />
Kardiologische Erkrankung seit:<br />
Zahl <strong>der</strong> Krankenhausaufenthalte:<br />
NYHA-Stadium:<br />
Zahl bisheriger Infarkte: Max. Ergometerleistung: Watt<br />
Bei Zustand nach Infarkt:<br />
Behandlungsmaßnahmen<br />
Lokalisation des jetzigen Infarkts:<br />
Zahl Bypass-OP:<br />
Zahl betroffener Gefäße: Zahl Dilatat.: an<strong>der</strong>e Maßnahmen:<br />
Arbeitsunfähigkeit im Zusammenhang mit <strong>der</strong> aktuellen Erkrankung: Dauer:<br />
Wie häufig arbeitsunfähig gewesen?<br />
mal<br />
Wochen<br />
Sinnvolle Rehabilitationziele aus Ihrer Sicht als Arzt:<br />
Wie wichtig sind folgende Rehabilitationsziele für diesen Patienten?<br />
Sehr unwichtig<br />
Eher unwichtig<br />
mittel wichtig<br />
Somatisch-medizinisch<br />
Beeinflussung des Krankheitsverlaufs 1 2 3 4 5<br />
Reduzierung von Beschwerden 1 2 3 4 5<br />
Verbesserung <strong>der</strong> Ausdauer 1 2 3 4 5<br />
Steigerung <strong>der</strong> körperlichen Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit 1 2 3 4 5<br />
schnellere Genesung 1 2 3 4 5<br />
Lebensverlängerung 1 2 3 4 5<br />
Verän<strong>der</strong>ung von Risikofaktoren<br />
Patientenschulung/ Informationen 1 2 3 4 5<br />
Regelmäßige Bewegung 1 2 3 4 5<br />
Blutdruckeinstellung 1 2 3 4 5<br />
Einstellung des Diabetes mellitus 1 2 3 4 5<br />
Normalisierung <strong>der</strong> Blutfettwerte 1 2 3 4 5<br />
Gewichtsabnahme 1 2 3 4 5<br />
Gesunde Ernährung 1 2 3 4 5<br />
Stressbewältigung 1 2 3 4 5<br />
Aufgabe des Rauchens 1 2 3 4 5<br />
Reduktion des Alkoholkonsums 1 2 3 4 5<br />
Psychische Befindlichkeit<br />
Wie<strong>der</strong>finden des seelischen Gleichgewichts 1 2 3 4 5<br />
Verbesserung <strong>der</strong> Stimmung 1 2 3 4 5<br />
Abbau von Ängsten 1 2 3 4 5<br />
Steigerung des Selbstwertgefühls 1 2 3 4 5<br />
Verbesserung des Umgangs mit <strong>der</strong> Krankheit 1 2 3 4 5<br />
Abstand von Alltagssorgen 1 2 3 4 5<br />
Erreichen einer befriedigenden Lebensqualität 1 2 3 4 5<br />
Erreichen eines befriedigenden Sexuallebens 1 2 3 4 5<br />
Beruf und Haushalt<br />
Klärung <strong>der</strong> beruflichen Belastbarkeit 1 2 3 4 5<br />
Entlastung am Arbeitsplatz 1 2 3 4 5<br />
Rückkehr in den Beruf 1 2 3 4 5<br />
Selbstversorgungsfähigkeit 1 2 3 4 5<br />
Selbständige Haushaltsführung 1 2 3 4 5<br />
Aktive Freizeitgestaltung 1 2 3 4 5<br />
Was wäre für diesen Patienten die optimale Rehabilitationsform aus Ihrer Sicht?<br />
o rein stationäre Reha o teilstationäre Reha o ambulante Reha<br />
Sehr<br />
wichtig
Pt.-Name:<br />
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------<br />
Arzt-Einschätzung Pt-Nr. Datum:<br />
Reha-Ende (T3)<br />
Erreichte Rehabilitationziele aus Ihrer Sicht als Arzt:<br />
Wie weit sind folgende Rehabilitationsziele bei diesem Patienten erreicht? Gar nicht wenig mittel Ziemlich<br />
Sehr<br />
stark<br />
Somatisch-medizinisch<br />
Beeinflussung des Krankheitsverlaufs 1 2 3 4 5<br />
Reduzierung von Beschwerden 1 2 3 4 5<br />
Verbesserung <strong>der</strong> Ausdauer 1 2 3 4 5<br />
Steigerung <strong>der</strong> körperlichen Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit 1 2 3 4 5<br />
schnellere Genesung 1 2 3 4 5<br />
Lebensverlängerung 1 2 3 4 5<br />
Verän<strong>der</strong>ung von Risikofaktoren<br />
Patientenschulung/ Informationen 1 2 3 4 5<br />
Regelmäßige Bewegung 1 2 3 4 5<br />
Blutdruckeinstellung 1 2 3 4 5<br />
Einstellung des Diabetes mellitus 1 2 3 4 5<br />
Normalisierung <strong>der</strong> Blutfettwerte 1 2 3 4 5<br />
Gewichtsabnahme 1 2 3 4 5<br />
Gesunde Ernährung 1 2 3 4 5<br />
Stressbewältigung 1 2 3 4 5<br />
Aufgabe des Rauchens 1 2 3 4 5<br />
Reduktion des Alkoholkonsums 1 2 3 4 5<br />
Psychische Befindlichkeit<br />
Wie<strong>der</strong>finden des seelischen Gleichgewichts 1 2 3 4 5<br />
Verbesserung <strong>der</strong> Stimmung 1 2 3 4 5<br />
Abbau von Ängsten 1 2 3 4 5<br />
Steigerung des Selbstwertgefühls 1 2 3 4 5<br />
Verbesserung des Umgangs mit <strong>der</strong> Krankheit 1 2 3 4 5<br />
Abstand von Alltagssorgen 1 2 3 4 5<br />
Erreichen einer befriedigenden Lebensqualität 1 2 3 4 5<br />
Erreichen eines befriedigenden Sexuallebens 1 2 3 4 5<br />
Beruf und Haushalt<br />
Klärung <strong>der</strong> beruflichen Belastbarkeit 1 2 3 4 5<br />
Entlastung am Arbeitsplatz 1 2 3 4 5<br />
Rückkehr in den Beruf 1 2 3 4 5<br />
Selbstversorgungsfähigkeit 1 2 3 4 5<br />
Selbständige Haushaltsführung 1 2 3 4 5<br />
Aktive Freizeitgestaltung 1 2 3 4 5<br />
Wie schätzen Sie die folgenden Aspekte aus Ihrer Kenntnis des Patienten ein:<br />
Wie stark zutreffend?<br />
Gar nicht Wenig mittel Ziemlich<br />
Sehr<br />
nützlich<br />
Grundsätzlich Rehabilitationsbereitschaft 1 2 3 4 5<br />
Kooperation in <strong>der</strong> Therapie (Compliance) 1 2 3 4 5<br />
Motivation zur Weiterarbeit im alten Beruf 1 2 3 4 5<br />
Motivation zur Wie<strong>der</strong>erlangung <strong>der</strong> Erwerbsfähigkeit 1 2 3 4 5<br />
Motivation "Kururlaub" 1 2 3 4 5<br />
Patient will Berentung erreichen 1 2 3 4 5<br />
Patient aggraviert Beschwerden/Funktionsstörungen 1 2 3 4 5<br />
Patient dissimuliert Beschwerden/Funktionsstörungen 1 2 3 4 5<br />
Emotionale Stabilität 1 2 3 4 5<br />
Tragfähige Sozialbeziehungen am Wohnort 1 2 3 4 5<br />
Sind während <strong>der</strong> Behandlung außergewöhnliche medizinische Ereignisse aufgetreten o<strong>der</strong><br />
Komplikationen?