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NRW-Forschungsverbund<br />

Rehabilitationswissenschaften<br />

Projekt PW4∗<br />

„Krankheitsverarbeitung und Prädiktoren für<br />

Inanspruchnahme und Wirksamkeit von<br />

zielorientierten Rehabilitationsmaßnahmen bei<br />

kardiologischen Patienten“<br />

im Rahmen des NRW-Forschungsverbundes<br />

Rehabilitationswissenschaften, För<strong>der</strong>phase I<br />

Dipl.-Psych. U. Dörner, Prof. Dr. F. A. <strong>Muthny</strong> (Projektleiter)<br />

Institut für Medizinische Psychologie, Universitätsklinikum Münster (UKM)<br />

Mitantragsteller: Prof. Dr. G. Breithardt 1 , Prof. Dr. D. Gradaus 2<br />

1<br />

Innere Medizin C, Kardiologie, Universitätsklinikum Münster<br />

2<br />

Klinik Kreuzkamp, Bad Waldliesborn<br />

Abschlussbericht PW4 (Dezember 2002)<br />

(Der Bericht enthält Teile <strong>der</strong> Dissertation von U. Dörner)<br />

∗ Projekt PW4 „Krankheitsverarbeitung und Prädiktoren für Inanspruchnahme und Wirksamkeit von<br />

zielorientierten Rehabilitationsmaßnahmen bei kardiologischen Patienten“, bewilligt und geför<strong>der</strong>t<br />

im gemeinsamen För<strong>der</strong>schwerpunkt von BMBF und VDR, durchgeführt im Rahmen des NRW<br />

Forschungsverbunds Rehabilitationswissenschaften


Inhaltsverzeichnis<br />

Zusammenfassung<br />

Teil I:<br />

Teil II:<br />

Teil III:<br />

Teil IV:<br />

Theoretischer Hintergrund<br />

Querschnittstudie<br />

Längsschnittstudien<br />

Umsetzungsempfehlungen für die Praxis<br />

Literatur<br />

Anhang


Inhaltsverzeichnis<br />

Zusammenfassung<br />

Teil I: Theoretischer Hintergrund 1<br />

1. Einführung 1<br />

2. Literaturanalysen 7<br />

2.1 Querschnittstudien zu Korrelaten <strong>der</strong> Kranheitsverarbeitung 7<br />

2.2 Längsschnittstudien zum Einfluss von Coping als Prädiktor<br />

auf den Rehabilitationserfolg 11<br />

2.3 Studien zur Verän<strong>der</strong>ung von Coping mittels psychosozialer<br />

Rehabilitationsprogramme und zum Vergleich verschiedener Treatments 18<br />

2.4 Zusammenfassung und Diskussion <strong>der</strong> Literaturanalyse zur Krankheitsverarbeitung 19<br />

2.5 Die Bedeutung von Hostilität/ Zynismus für kardiologische Erkrankungen 22<br />

2.6 Die Bedeutung <strong>der</strong> sozialen Unterstützung für Entstehung und Verlauf<br />

kardiologischer Erkrankungen 23<br />

2.7 Die Bedeutung von Ängsten und Depressionen für Entstehung und Verlauf<br />

kardiologischer Erkrankungen 25<br />

2.8 Zur Bedeutung <strong>der</strong> Lebensqualität im Rahmen kardiologischer Erkrankungen 27<br />

2.9 Bedeutung und Ziele <strong>der</strong> kardiologischen Rehabilitation 29<br />

3. Abgeleitete Ziele und Fragestellungen 31<br />

Teil II: Querschnittstudie 33<br />

4. Methodik <strong>der</strong> Querschnittstudie 33<br />

4.1 Ziele und Fragestellungen 33<br />

4.2 Untersuchungsdesign und –durchführung 33<br />

4.3 Untersuchungsinstrumentarium 34<br />

4.4 Statistische Auswertungsmethoden für die Querschnittstudie 38<br />

5. Ergebnisse <strong>der</strong> Querschnittstudie (Studie 1) 39<br />

5.1 Soziodemographische und medizinische Charakteristika <strong>der</strong> Stichprobe 39<br />

5.2 Ergebnisse zum Coping (FKV, TSK): Itemanalysen und Skalenanalysen 41<br />

5.3 Kontrollüberzeugungen und Selbstwirksamkeit 45


5.4 Soziale Unterstützung 47<br />

5.5 Zynismus 48<br />

5.6 Angst, Depression und Somatisierung (BSI) 51<br />

5.7 Lebens- und Behandlungszufriedenheit 52<br />

5.8 Subjektive Gesundheit, Lebensqualität und Reha-Status 53<br />

5.9 Summenskalen im Überblick 55<br />

5.10 Korrelation <strong>der</strong> Coping-Skalen untereinan<strong>der</strong> und mit Adaptivitätskriterien 56<br />

5.11 „Prädiktion“ von Zielkriterien <strong>der</strong> Rehabilitation mittels multipler Regression 59<br />

5.12 Auswahl <strong>der</strong> Skalen und Items für den Längsschnitt 62<br />

6. Diskussion 65<br />

Teil III: Längsschnittstudien 67<br />

7. Methodik <strong>der</strong> Rehabilitations-Längsschnittstudie (Studie 2) und<br />

<strong>der</strong> Akut-Längsschnittstudie (Studie 3) 67<br />

7.1 Fragestellungen 67<br />

7.2 Stichprobenbeschreibung 67<br />

7.3 Instrumentarium 68<br />

7.4 Untersuchungsdesign und Untersuchungsdurchführung 72<br />

7.5 Statistische Auswertungsmethoden 74<br />

8. Ergebnisse <strong>der</strong> Reha-Längsschnittstudie (Studie 2) 75<br />

8.1 Deskriptive Ergebnisse 75<br />

8.2 Verän<strong>der</strong>ung von Coping und Lebensqualitätsmaßen über den<br />

Rehabilitationsverlauf 76<br />

8.3 Zusammenhänge zwischen psychosozialen und medizinischen Prädiktoren zu<br />

Reha-Beginn mit Maßen <strong>der</strong> Lebensqualität am Reha-Ende 80<br />

8.4 Zusammenhänge zwischen psychosozialen und medizinischen Prädiktoren zu<br />

Reha-Beginn mit Maßen <strong>der</strong> Lebensqualität zur Katamnese 82<br />

8.5 Vorhersage des Reha-Erfolgs: Regressionsanalytische Ergebnisse 84<br />

8.6 Selbst- versus Fremdeinschätzung des Coping-Verhaltens 90<br />

8.7 Vergleich zwischen Berufsrückkehrern (RTW) und Nicht-Rückkehrern (N-RTW) 101<br />

8.8 Diskussion <strong>der</strong> Ergebnisse <strong>der</strong> „Reha-Längsschnittstudie“ 104


9. Ergebnisse <strong>der</strong> Akut-Längsschnittstudie (Studie 3) 109<br />

9.1 Deskriptive Ergebnisse 109<br />

9.2 Korrelative und interferenzstatistische Ergebnisse 114<br />

9.3 Verän<strong>der</strong>ung von Coping und psychosozialen Zielkriterien über<br />

den Rehabilitationsverlauf 132<br />

9.4 Vergleich zwischen Berufsrückkehrern (RTW) und Nicht-Rückkehrern (N-RTW) 137<br />

9.5 Vergleich von Selbst- und Fremdeinschätzung des Coping-Verhaltens 139<br />

9.6 Zusammenhänge zwischen Fremdeinschätzungen und Ergebniskriterien 149<br />

9.7 Coping-Fremdeinschätzungen als Prädiktoren <strong>der</strong> Ergebniskriterien 154<br />

9.8 Diskussion <strong>der</strong> Ergebnisse <strong>der</strong> „Akut-Längsschnittstudie“ 160<br />

Teil IV: Umsetzungsempfehlungen für die Praxis<br />

10. Umsetzung 175<br />

10.1 Umsetzungsziele und ihre Relevanz 175<br />

10.2 Bezug zu Forschungsprojekten und -ergebnissen 175<br />

10.3 Umsetzungsmöglichkeiten und konkretes Vorgehen 176<br />

10.4 Weiterer Forschungsbedarf 177<br />

Literatur<br />

Anhang


Zusammenfassung<br />

Prozessen <strong>der</strong> Krankheitsverarbeitung wird in vielen Untersuchungen Einfluss auf die<br />

Compliance des Patienten, die Reha-Motivation und den Reha-Erfolg, die Lebensqualität und<br />

sogar auf die Überlebenszeit beigemessen (z.B. Van El<strong>der</strong>en et al, 1999; Murberg, 2001).<br />

Gleichzeitig ist unser Wissen noch recht begrenzt, wie dieser Einfluss zustande kommt bzw.<br />

mo<strong>der</strong>iert wird und wie wir solche Prozesse in <strong>der</strong> Rehabilitation noch günstiger beeinflussen<br />

können.<br />

Die Ziele <strong>der</strong> Studie sind entsprechend, Verarbeitungsprozesse bei kardiologischen<br />

Erkrankungen im Verlauf zu untersuchen und relevante Prädiktoren für den Erfolg <strong>der</strong><br />

kardiologischen Rehabilitation zu ermitteln.<br />

Dazu wurden drei aufeinan<strong>der</strong> aufbauende Teilstudien durchgeführt:<br />

• eine Querschnittstudie (Studie 1) zur Schaffung einer Referenzdatenbasis und zur<br />

Entwicklung eines ökonomisch einsetzbaren Instrumentariums für den Längsschnitt<br />

(angestrebtes N = 200),<br />

• eine Rehabilitations-Längsschnittstudie (Studie 2) zur Untersuchung potentieller<br />

medizinischer und psychosozialer Prädiktoren mit 3 Messzeitpunkten (Reha-Beginn,<br />

Reha-Ende, 6-Monatskatamnese; angestrebtes N = 100) sowie<br />

• eine Akut-Längsschnittstudie (Studie 3) mit 4 Messzeitpunkten (Akut-Ende, Reha-<br />

Beginn, Reha-Ende, 6-Monatskatamnese; angestrebtes N = 50).<br />

Im Rahmen <strong>der</strong> Querschnittstudie wurden 224 kardiologische Patienten (nach Herzinfarkt,<br />

Bypass-OP, Herzklappen-OP, Herzrhythmusstörungen) in drei Rehabilitationskliniken befragt<br />

(Rücklaufquote: 63%). Die Ergebnisse dienten als Grundlage zur Entwicklung eines<br />

Instrumentariums nach Reliabilität, Skalenqualität, Redundanz, Validität und Testökonomie<br />

für den Einsatz im Längsschnitt. Die reduzierten Skalen wiesen dabei gute psychometrische<br />

Eigenschaften auf, ohne dass die Reduktion zu substantiellen inhaltlichen Einbußen führte.<br />

Als Prädiktoren wurden in den Längsschnitt-Studien Variablen aus den folgenden<br />

Inhaltsbereichen bzw. Messinstrumenten eingesetzt: Krankheitsverarbeitung (FKV-LIS in<br />

Selbst- und Fremdeinschätzung, BEFO), subjektive Theorien, Selbstwirksamkeitserwartungen<br />

(GEK), Hostilität/Zynismus (Eigenentwicklung), soziale Unterstützung (F-SOZU-K22),<br />

kardiologische Funktionsparameter und Arzt-Ratings zu Reha-Zielen und –Outcome.<br />

Outcome-Kriterien im Rahmen <strong>der</strong> Untersuchung waren Depression, Angst und<br />

Somatisierung (BSI), allgemeiner Gesundheitszustand (IRES-MIN), Lebens- und<br />

Behandlungszufriedenheit sowie die Wie<strong>der</strong>erlangung <strong>der</strong> Erwerbsfähigkeit.<br />

In Studie 2 antworteten zum ersten Messzeitpunkt T2 (Reha-Beginn) 176 Patienten<br />

(Rücklaufquote: 80%). In Studie 3 nahmen zum ersten Messzeitpunkt T1 (Akut-Ende) 61<br />

Patienten an <strong>der</strong> Befragung teil (Rücklaufquote 61%). Die Ausgangsstichproben bestanden<br />

zum größten Teil aus Männern (89% bzw. 84%), das Alter lag im Mittel bei 53,4 Jahren<br />

(s = 7,1; Bereich 33-69) bzw. 57,5 Jahren (s = 7,4; Bereich 40-70 Jahre). Die häufigsten<br />

Diagnosen waren Herzinfarkt (47% bzw. 30%) und Zustand nach Bypass-Operation<br />

(26% bzw. 33%). Insgesamt konnten in Studie 2 über drei Messzeitpunkte 123 kardiologische<br />

Rehabilitanden befragt werden, in Studie 3 über vier Messzeitpunkte 54 Patienten. An Studie<br />

2 waren zwei Rehabilitationskliniken beteiligt, an Studie 3 fünf Akut-Kliniken und mehrere<br />

verschiedene Rehabilitationseinrichtungen.


In beiden Längsschnittstudien nahm „soziales Coping“ zu, während „aktives Coping“ erst<br />

anstieg und zur Katamnese wie<strong>der</strong> abfiel. Außerdem zeigte im Reha-Längsschnitt<br />

„Ablenkung“ ebenfalls einen ähnlichen Verlauf wie „aktives Coping“, während „Religiosität“<br />

über die drei Messzeitpunkte abnahm.<br />

Vor allem die depressive Verarbeitung hing in beiden Längsschnittstudien bivariat und<br />

multivariat sowohl in <strong>der</strong> Selbsteinschätzung als auch in <strong>der</strong> Fremdeinschätzung mit einer<br />

schlechten Lebensqualität zusammen, während die soziale Unterstützung positiv mit <strong>der</strong><br />

Adaptation korrelierte. Nur wenige Zusammenhänge konnten dagegen zwischen<br />

medizinischen Variablen und dem Reha-Ergebnis festgestellt werden. Während die<br />

Selbstwirksamkeitserwartungen zu Reha-Beginn in Studie 2 kaum eine Rolle spielten, zeigten<br />

sich in Studie 3 vor allem zu diesem Messzeitpunkt signifikante bivariate Beziehungen zu den<br />

Lebensqualitätsmaßen am Reha-Ende und zur Katamnese. Zynismus korrelierte bivariat<br />

beson<strong>der</strong>s zum ersten Messzeitpunkt in <strong>der</strong> Akutbehandlung mit einem schlechten Reha-<br />

Ergebnis, nicht dagegen, wenn er zum Reha-Beginn erhoben wurde.<br />

Die Vorhersage <strong>der</strong> Rückkehr ins Erwerbsleben ergab mittels Prädiktoren zu Reha-Beginn in<br />

Studie 2, dass bei Altersbegrenzung (auf 60 Jahre und jünger) Berufsrückkehrer zu diesem<br />

Messzeitpunkt depressiver verarbeiteten und weniger soziales Coping verwendeten als<br />

Patienten, die sechs Monate nach <strong>der</strong> Reha-Maßnahme nicht mehr erwerbstätig waren. In<br />

Studie 3 leistete von den Prädiktoren zum Ende <strong>der</strong> Akutbehandlung nur das Alter einen<br />

signifikanten Erklärungsbeitrag in dem Sinne, dass jüngere Patienten eher wie<strong>der</strong> berufstätig<br />

wurden. In beiden Längsschnitt-Studien unterschieden sich die beiden Gruppen nicht<br />

bezüglich an<strong>der</strong>er psychosozialer sowie medizinischer Parameter (NYHA-Stadium, Anzahl<br />

betroffener Gefäße, Erkrankungsdauer und maximale Ergometerleistung).<br />

In Übereinstimmung mit <strong>der</strong> Literatur (z.B. Terry, 1992; Van El<strong>der</strong>en et al., 1999) stand in<br />

allen drei Teilstudien beson<strong>der</strong>s eine depressive Verarbeitung mit einem ungünstigen Reha-<br />

Ergebnis im Sinne <strong>der</strong> erreichten Lebensqualität in Beziehung. Es ließen sich nur wenige<br />

signifikante Zusammenhänge zwischen <strong>der</strong> Schwere <strong>der</strong> kardialen Erkrankung<br />

(operationalisiert als Zahl <strong>der</strong> betroffenen Gefäße, NYHA-Stadium und Ergometerleistung)<br />

und dem Anpassungserfolg feststellen (beide Befunde übereinstimmend z.B. mit Rogner et<br />

al., 1994). In Bezug auf die berufliche Wie<strong>der</strong>einglie<strong>der</strong>ung wurde in Studie 2 deutlich, dass<br />

Berufsrückkehrer zu Reha-Beginn weniger soziales und mehr depressives Coping<br />

verwendeten. In Studie 3 dagegen zeigte sich lediglich, dass diese erwartungsgemäß am Ende<br />

<strong>der</strong> Akutbehandlung jünger waren als spätere Nichtrückkehrer. Julkunen und Saarinen (1994)<br />

identifizierten demgegenüber vor allem einen gering depressiv-resignierenden Coping-Stil<br />

und wenig Krankheitsverleugnung als die besten Prädiktoren für eine erfolgreiche berufliche<br />

Wie<strong>der</strong>einglie<strong>der</strong>ung und den selbstberichteten Gesundheitsstatus.<br />

Die hohe Bedeutung von depressiver Verarbeitung für den langfristigen Reha-Erfolg (s. auch<br />

Frasure-Smith et al., 1999) und die wichtige Rolle <strong>der</strong> Arzt-Patient-Beziehung im<br />

Verarbeitungsprozess verdeutlichen die Notwendigkeit <strong>der</strong> Sensibilisierung und Schulung des<br />

medizinischen Personals für die Sichtweise <strong>der</strong> Krankheitsverarbeitung. Weiterhin wird <strong>der</strong><br />

Stellenwert eines systematischen Einsatzes von psychodiagnostischen Screeningverfahren<br />

und klinischer Einschätzung (speziell zur depressiven Verarbeitung bzw. Depression) sowie<br />

einer möglichst früh einsetzenden Intervention für Risiko-Patienten deutlich.


Teil I: Theoretischer Hintergrund<br />

1. Einführung<br />

Das Interesse, Krankheitsverarbeitungsprozesse bei chronischen Erkrankungen zu<br />

untersuchen, hat in den letzten beiden Dekaden stetig zugenommen (vgl. Murberg, Bru und<br />

Stephens, 2002). Man nimmt dabei an, dass sich bestimmte Verarbeitungsstrategien günstig,<br />

an<strong>der</strong>e ungünstig auf den Krankheitsverlauf auswirken können. In psychoonkologischen<br />

Studien gab es früh Hinweise darauf, dass Patienten mit bestimmten Coping-Stilen wie<br />

Kampfgeist o<strong>der</strong> Verleugnung längere Überlebenszeiten aufweisen als Patienten mit Hilfbzw.<br />

Hoffnungslosigkeit (z.B. Greer, Moorey und Watson, 1989). Weiterhin konnten<br />

empirisch Zusammenhänge zwischen Krankheitsverarbeitung und Lebensqualität identifiziert<br />

werden, die eine ungünstige Wirkung depressiver Verarbeitungsprozesse nahelegen. Ein<br />

weiteres Ziel besteht außerdem darin, durch die Erfassung <strong>der</strong> Verarbeitungsprozesse<br />

gezieltere und effektivere Interventionsmöglichkeiten in <strong>der</strong> psychosozialen Beratung und<br />

Therapie von Patienten mit somatischen Erkrankungen zu entwickeln, da für diese<br />

Patientengruppe das "klassische" psychotherapeutische Behandlungsangebot eher<br />

unzureichend erscheint (<strong>Muthny</strong>, 1994).<br />

Kardiologische Erkrankungen können sowohl für die Betroffenen als auch für <strong>der</strong>en<br />

Angehörige mit vielen psychosozialen Belastungen einhergehen (Langosch, 1989). So können<br />

z.B. bei Patienten mit schwerer KHK Depression, Hilflosigkeit, Angst, Ärger sowie<br />

Kontrollverlusterfahrungen, negative Auswirkungen auf das Selbstwertgefühl und<br />

Partnerschaftskonflikte auftreten (Siegrist und Rugulies, 1997). Psychosoziale Faktoren<br />

können sowohl auf die Entstehung als auch auf den weiteren Verlauf <strong>der</strong> Erkrankung Einfluss<br />

nehmen (Littmann, 1993; Siegrist und Siegrist, 1994). Entsprechend aktueller Coping-<br />

Theorien ist dabei für die Reaktion des Patienten oft weniger die objektive Schwere <strong>der</strong><br />

Erkrankung relevant als vielmehr die subjektive Wahrnehmung und Interpretation <strong>der</strong><br />

Betroffenen (vgl. Sykes, 1994). Frasure-Smith et al. (1995) konnten z.B. zeigen, dass <strong>der</strong><br />

Zusammenhang zwischen einer depressiven Symptomatik und <strong>der</strong> Mortalität bei<br />

Koronarpatienten unabhängig von <strong>der</strong> Erkrankungsschwere war. Zur Krankheitsverarbeitung<br />

verwenden Koronarpatienten meist arzt- und compliancebezogene Verarbeitungsstrategien<br />

und bewerten diese hinsichtlich <strong>der</strong> Adaptivität auch als am effektivsten (s. auch <strong>Muthny</strong> et<br />

al., 1992). Als ungünstig werden Depression, Ängste und Indikatoren eines erhöhten<br />

Erregungsniveaus gesehen (Langosch, 1989; Frasure-Smith, 1991; Frasure-Smith et al.,<br />

1999). In <strong>der</strong> klinischen Praxis ist bereits seit längerer Zeit bekannt, dass sich<br />

Krankheitsverleugnung kurzfristig zwar günstig auswirken kann, langfristig jedoch eher die<br />

Anpassung negativ beeinflusst (Siegrist und Siegrist, 1994).<br />

Das Konzept <strong>der</strong> Krankheitsverarbeitung befasst sich dementsprechend mit den<br />

Fragestellungen, wie und mit welchem Erfolg Menschen versuchen, Erkrankungen und die<br />

damit einhergehenden Belastungen zu bewältigen, und welche Verarbeitungsformen eine<br />

dauerhafte und erfolgreiche Anpassung an die Erkrankung bewirken bzw. welche eher<br />

ungünstig sind.<br />

1


Theoretische Konzeptionen zur Krankheitsverarbeitung<br />

Die Forschung zur Krankheitsverarbeitung basiert einerseits auf <strong>der</strong> psychoanalytischen<br />

Abwehrlehre (z.B. Freud, A., 1959) und an<strong>der</strong>erseits auf <strong>der</strong> Copingtheorie, die sich aus<br />

verschiedenen Modellen psychophysiologischer Stresstheorien entwickelt hat und die die<br />

Bewertungs- und Verarbeitungsprozesse <strong>der</strong> betreffenden Person bei <strong>der</strong> Auseinan<strong>der</strong>setzung<br />

mit Belastungen betont (z.B Heim, 1986).<br />

Im Gegensatz zur psychoanalytischen Abwehrlehre werden Coping-Prozesse, also die<br />

Bewältigung belasten<strong>der</strong> Ereignisse, als bewusste bzw. dem Bewusstsein zugängliche<br />

Verarbeitungsprozesse definiert.<br />

Im Transaktionsmodell von Lazarus und Mitarbeitern (Lazarus und Folkman, 1984) wird<br />

Coping nicht mehr als habituelles Persönlichkeitsmerkmal verstanden, son<strong>der</strong>n als Prozess<br />

mit Feedback-Schleifen, bei dem gleichermaßen situative Anfor<strong>der</strong>ungscharakteristika <strong>der</strong><br />

Belastung und die subjektive individuelle Bewertung <strong>der</strong>selben relevant sind (Lazarus und<br />

Folkman, 1984). In einem ersten Bewertungsschritt („primary appraisal“) schätzt die Person<br />

die auslösende Situation (z.B. Mitteilung einer Erkrankung, Rezidive etc.) als positiv,<br />

irrelevant o<strong>der</strong> belastend ein. Beim Vorliegen einer subjektiven Belastung wird die Situation<br />

als Verlust, Bedrohung o<strong>der</strong> Herausfor<strong>der</strong>ung bewertet. In einem zweiten Bewertungsschritt<br />

(„secondary appraisal“) überprüft die Person die eigenen Bewältigungsmöglichkeiten und<br />

kommt daraufhin zu einer Neubewertung <strong>der</strong> belastenden Situation („reappraisal“) über<br />

Feedback-Schleifen. Lazarus und Mitarbeiter unterscheiden zusätzlich zwischen<br />

Problemlöseverhalten (instrumentelles bzw. „problemfokussiertes“ Coping) auf <strong>der</strong> einen<br />

Seite und emotionsregulierendem Verhalten (palliatives bzw. „emotionsfokussiertes“ Coping)<br />

auf <strong>der</strong> an<strong>der</strong>en Seite als zentrale Funktionen von Coping.<br />

Frühere theoretische Konzeptionen zur Krankheitsverarbeitung umfassten in zum Teil recht<br />

unterschiedlichen Ansätzen die folgenden Hauptdimensionen:<br />

• Intrapsychisches Coping – direkte Handlung (Lazarus, 1966)<br />

• Coping – Abwehr – Fragmentation (Haan, 1977)<br />

• Problem-focused coping – emotion-focused coping (Lazarus & Launier, 1978)<br />

• Handlungs-, kognitions- und emotionsbezogen (Heim et al., 1983)<br />

• Approach coping – avoidance coping (Cronkite & Moos, 1984)<br />

Konsens besteht heute weitgehend darüber, dass sich Verarbeitungsprozesse auf <strong>der</strong><br />

kognitiven, emotionalen und Verhaltensebene beschreiben lassen bzw. diese Ebenen<br />

einbeziehen sollten (s. z.B. Heim, 1986). Abbildung 1 stellt ein einfaches Ablaufschema des<br />

Krankheitsverarbeitungsprozesses dar.<br />

Als komplexer Prozess ist Coping charakterisiert durch die Interaktion zwischen personengebundenen<br />

und situations-gebundenen Faktoren und nicht mehr durch eine lineare Ursache-<br />

Wirkung-Beziehung. Verarbeitungsstrategien können dabei sowohl zeitlich stabil als auch in<br />

Abhängigkeit vom Krankheitsverlauf variabel sein (Heim, et al., 1993).<br />

2


Prozess <strong>der</strong> Krankheitsverarbeitung<br />

Belastendes Ereignis<br />

z.B. Herzinfarkt, Angina<br />

pectoris, Herzrhythmusstörung,<br />

Angst vor<br />

Reinfarkt etc.<br />

Krankheitsverarbeitung<br />

• emotional<br />

• kognitiv<br />

• aktional<br />

Soziale<br />

Unterstützung<br />

Ergebnis/ "Erfolg"<br />

Psychosoziale<br />

Rehabilitation/<br />

"Lebensqualität"<br />

Bereiche:<br />

• Beschwerden<br />

• körperl. Funktionen<br />

• berufl.Rehabilitation<br />

• Behandlungszufriedenheit/<br />

Compliance<br />

• emotionales Befinden<br />

• Partnerschaft/<br />

Sexualität/ weitere<br />

Sozialkontakte/<br />

• Familienleben<br />

Abb. 1.1: Einfaches Ablaufschema zum Prozess <strong>der</strong> Krankheitsverarbeitung<br />

(nach <strong>Muthny</strong>, 1994)<br />

In <strong>der</strong> Literatur werden heute als wichtige Determinanten <strong>der</strong> Krankheitsverarbeitung<br />

Personen-, Situations- und Sozialfaktoren diskutiert und untersucht (s.a. <strong>Muthny</strong> und Beutel,<br />

1991; Weis, 1998). Dabei spielt zunehmend die Frage eine Rolle, wie bestimmte situative<br />

Anfor<strong>der</strong>ungen und individuelle Ressourcen zu einer guten o<strong>der</strong> auch problematischen<br />

"Passung" führen. Nach welchen Kriterien ein Beurteiler den Verarbeitungserfolg einschätzt,<br />

ist vor allem von dessen Zielsetzungen abhängig (<strong>Muthny</strong>, 1994). Für einen Patienten ist z.B.<br />

beson<strong>der</strong>s die Wie<strong>der</strong>gewinnung des emotionalen Gleichgewichts o<strong>der</strong> Wohlbefindens<br />

wichtig, während <strong>der</strong> Arzt die Behandlungscompliance o<strong>der</strong> auch das Erreichen des<br />

medizinisch optimalen Ergebnisses betont. Das wohl relevanteste Kriterium des<br />

Verarbeitungserfolgs stellt traditionell die Überlebenszeit dar, wie Heim (1988)<br />

metaanalytisch herausarbeiten konnte. Wichtige adaptive Copingstrategien waren dabei<br />

zupackendes Verhalten, die Suche nach Zuwendung und Problemanalyse, während<br />

fatalistisches Akzeptieren, Passivität, Resignation und Selbstbeschuldigung sich maladaptiv<br />

auswirkten (Heim, 1988).<br />

Funktionale kognitive Anteile von Krankheitsverarbeitungsprozessen stellen subjektive<br />

Theorien dar, die aus <strong>der</strong> sozialpsychologischen Forschung stammen und sich mit kognitiven<br />

Konzepten, Vorstellungen o<strong>der</strong> Annahmen befassen, mit <strong>der</strong>en Hilfe Menschen ihre Umwelt<br />

zu verstehen und zu konstruieren versuchen (Filipp, 1990).<br />

3


Zentrale Konzepte in Bezug auf Krankheitsverarbeitung sind dabei vor allem die<br />

Ursachenattribution und die Kontrollüberzeugungen, die ebenfalls im Bereich <strong>der</strong><br />

Verhaltensmedizin und kognitiven Verhaltenstherapie relevant sind (<strong>Muthny</strong> und Broda,<br />

1999; Kanfer et. al, 1996).<br />

Nach Hei<strong>der</strong> (1958) resultieren Attributionen aus dem menschlichen Bedürfnis heraus,<br />

Bedingungen in <strong>der</strong> Umwelt vorhersagen und auch kontrollieren zu können. Eine zentrale<br />

Annahme ist, dass auf diese Weise ein möglicher Kontrollverlust über zentrale<br />

Lebensbereiche verhin<strong>der</strong>t o<strong>der</strong> ein bereits eingetretener Verlust gedanklich ausgeglichen<br />

werden kann (Taylor, 1990). Ebenso dienen diese Attributionen dazu, den „Glauben an die<br />

gerechte Welt“ o<strong>der</strong> auch die „eigene Unverwundbarkeit“ aufrechtzuerhalten (Bulman und<br />

Wortman, 1977). Als wichtige Dimensionen von Kausalattributionen lassen sich<br />

personeninterne vs. –externe, stabile vs. variable sowie globale vs. spezifische Faktoren<br />

unterscheiden.<br />

Das Konzept <strong>der</strong> Kontrollüberzeugungen stammt aus <strong>der</strong> sozialen Lerntheorie von Rotter<br />

(1966). Kontrollüberzeugungen werden definiert als „generalisierte Erwartungen einer<br />

Person, ob Ereignisse des persönlichen Erfahrungsraums beeinflusst werden können o<strong>der</strong><br />

nicht“ (Krampen, 1989). Kontrollüberzeugungen beziehen sich auf die Erwartungshaltung des<br />

Individuums, ob relevante Ereignisse mit dem eigenen Verhaltens beeinflusst werden können<br />

(internaler locus of control) o<strong>der</strong> aber ob das Individuum keine Möglichkeit zur<br />

Einflussnahme hat (externaler locus of control). Während das eigene Kontrollerlebnis im<br />

Rahmen dieses Modells positive Auswirkungen haben und den Lernprozess <strong>der</strong> Person<br />

för<strong>der</strong>n soll, wird angenommen, dass die Abhängigkeit von äußeren Faktoren, wie Glück,<br />

Schicksal o<strong>der</strong> auch soziale Einflüsse (powerful others), eher negative Konsequenzen für das<br />

Individuum hat.<br />

Das Konstrukt <strong>der</strong> Selbstwirksamkeitserwartungen (Self-efficacy) geht auf Bandura (1977,<br />

1997) zurück. Selbstwirksamkeitserwartungen gehören zu den besten Prädiktoren für<br />

Verhaltensän<strong>der</strong>ungen (Bandura, 1977). Bandura nimmt in seiner Theorie an, dass eine<br />

Person Erwartungen bildet, ob und auf welche Weise sie in einer bestimmten Situation ein<br />

bestimmtes Verhalten zeigen kann (Selbstwirksamkeitserwartung). Anschließend folgt die<br />

Erwartung, ob das gezeigte Verhalten zu einem bestimmten bzw. erwünschten Ergebnis<br />

führen wird (Erwartung <strong>der</strong> Verhaltenseffektivität). Ewart (1995) betont auf <strong>der</strong> Grundlage<br />

eigener Studien, dass die Theorie <strong>der</strong> Selbstwirksamkeitserwartung auch gerade in Bezug auf<br />

koronare Erkrankungen das Verständnis für die psychischen Reaktionen erleichtere. Danach<br />

ließen sich viele <strong>der</strong> negativen Erfahrungen <strong>der</strong> Patienten auf eine unangemessene<br />

Selbstwahrnehmung <strong>der</strong> physischen Fähigkeiten zurückführen.<br />

Sullivan et al. (1998) konnten z.B. in einer prospektiven Längsschnittuntersuchung an 198<br />

Koronarpatienten nach einer Katheteruntersuchung zeigen, dass die beiden Faktoren<br />

Aufrechterhalten des Funktionsniveaus und Kontrolle kardialer Symptome <strong>der</strong> eingesetzten<br />

Selbstwirksamkeitsskala bei guten psychometrischen Eigenschaften das physische und soziale<br />

Funktionsniveau <strong>der</strong> Patienten sechs Monate nach dem Eingriff vorhersagten, wobei Angst<br />

und depressive Symptome, Erkrankungsschwere und demographische Faktoren kontrolliert<br />

wurden.<br />

Bezüglich <strong>der</strong> Funktionalität und Adaptivität subjektiver Theorien sind die empirischen<br />

Ergebnisse heterogen. Im Bereich <strong>der</strong> Psychokardiologie konnte gezeigt werden, dass z.B. <strong>der</strong><br />

externale Attributionsstil „Verhalten an<strong>der</strong>er Personen“ einen starken Prädiktor für das<br />

4


Kriterium „Reinfarkt“ im Bereich eines Zeitraums von acht Jahren darstellte (Affleck et al.,<br />

1987). In psychoonkologischen Studien z.B. sind die Ergebnisse diesbzgl. dagegen eher<br />

uneinheitlich (z.B. Lowery et al., 1993; Riehl-Emde et al., 1989; Taylor et al., 1984).<br />

Obwohl inhaltliche Beziehungen zwischen subjektiven Theorien und Krankheitsverarbeitung<br />

bestehen, so stellen sie doch immer noch einen weitgehend eigenständigen Forschungsbereich<br />

von beträchtlichem Umfang dar.<br />

Im Rahmen <strong>der</strong> nachfolgend dargestellten Literaturanalysen wurden empirische Studien zur<br />

Bedeutung von Krankheitsverarbeitung im Sinne von Coping bei kardiologischen Patienten<br />

analysiert, die in den Jahren 1990 bis 2002 veröffentlicht wurden. Die nachfolgenden<br />

Darstellungen beziehen sich auf ausgewählte Beispiele.<br />

5


2. Literaturanalysen<br />

Thematisch lassen sich die identifizierten Studien in drei Bereiche einteilen:<br />

• Querschnittstudien zu Korrelationen von Coping mit Anpassung, medizinischen<br />

Parametern und Lebensqualität,<br />

• Längsschnittstudien zum Einfluss von Coping als Prädiktor und<br />

• Studien zur Verän<strong>der</strong>ung von Coping mittels psychosozialer Rehabilitationsprogramme.<br />

2.1 Querschnittstudien zu Korrelaten <strong>der</strong> Krankheitsverarbeitung<br />

Im Folgenden werden korrelative Ergebnisse dargestellt, die verdeutlichen, mit welchen<br />

Aspekten erfolgreiche o<strong>der</strong> problematische Krankheitsverarbeitung kardiologischer Patienten<br />

zusammenhängen kann.<br />

Maes und Bruggemans (1990) befragten 174 Koronarpatienten mit Hilfe eines Fragebogens<br />

und eines semistrukturierten Interviews. Konfrontation mit <strong>der</strong> Erkrankung („approach<br />

coping“) stand in positivem Zusammenhang zu Angst, Depression, Ärger, Unzufriedenheit,<br />

Gefühlen <strong>der</strong> Invalidität, sozialen Hemmung, Inanspruchnahme medizinischer Ressourcen<br />

und in negativem Zusammenhang zum Wohlbefinden. Vermeidende Krankheitsverarbeitung<br />

(„avoidance coping“) korrelierte in <strong>der</strong> umgekehrten Weise. Patienten mit stärkeren<br />

Symptomen einer Angina pectoris verwendeten eher „approach-coping“ und weniger<br />

„avoidance-coping“ als Patienten mit wenigen Symptomen.<br />

Ben-Zira und Eliezer (1990) konnten zeigen, dass die Anpassung bei 63 männlichen<br />

Koronarpatienten nach einer Herzattacke beson<strong>der</strong>s mit <strong>der</strong> Unterstützung durch die Gattin,<br />

mit einer offenen Kommunikation zwischen den Partnern sowie mit den individuellen<br />

affektiven (Selbstwertgefühl, Kontrollüberzeugung) und kognitiven (Krankheitsverständnis)<br />

Ressourcen zusammenhing.<br />

Lowery et al. (1992) analysierten Zusammenhänge zwischen Verleugnung (z.B. Vermeidung<br />

von Informationen, keine Zukunftspläne, Nichtkennen <strong>der</strong> Diagnose) und Ursachenattributionen<br />

als Aufmerksamkeitsstrategie einerseits und dem emotionalen Zustand nach<br />

einem Herzinfarkt an<strong>der</strong>erseits. Verleugung korrelierte schwach signifikant mit Angst, aber<br />

nicht mit Depression o<strong>der</strong> Hostilität. Die regressionsanalytische Auswertung ergab, dass<br />

Patienten mit starken Verleugnungstendenzen, die nicht nach <strong>der</strong> Ursache ihrer Erkrankung<br />

suchten, am wenigsten ängstlich waren. Dabei verwendete eine große Anzahl von Patienten<br />

gleichzeitig Verleugnungs- und Aufmerksamkeitsstrategien.<br />

DeJong et al. (1994) untersuchten, ob Zustandsangst, vermeidendes Coping und Abwehr drei<br />

Wochen vor einer Herzkatheter-Untersuchung Angst, Herzrate und Hautleitfähigkeit kurz vor<br />

dem Eingriff vorhersagten. Geschlecht, Alter, medizinische Variablen und Zustandsangst zu<br />

Hause erklärten 62% <strong>der</strong> Varianz <strong>der</strong> Angst im Krankenhaus. Medizinische Variablen,<br />

Abwehr und vermeidendes Coping leisteten keinen signifikanten Beitrag.<br />

In <strong>der</strong> Untersuchung von Landreville et al. (1994) zeigte sich, dass Koronar-Patienten mit<br />

hoher Ausprägung einer depressiven Symptomatik häufiger vermeidende Coping-Strategien<br />

verwendeten.<br />

7


Younger et al. (1995) untersuchten Zusammenhänge zwischen Stress, gesundheitsbezogenen<br />

Kontrollüberzeugungen und Bewältigungsverhalten an insgesamt 110 Koronarpatienten.<br />

Während ein Viertel <strong>der</strong> Patienten ein stationäres und anschließend freiwillig ein ambulantes<br />

Rehabilitationsprogramm absolvierten, hatten die übrigen nur an einem stationären Programm<br />

teilgenommen. Beide Gruppen unterschieden sich nicht bezüglich Stress, Bewältigungsverhalten<br />

und internaler Kontrollüberzeugung. Internale Kontrollüberzeugungen standen mit<br />

Bewältigungsverhalten in bezug auf Schicksal und Lebensereignisse in positiver Beziehung,<br />

was die Autoren als Hinweis interpretieren, dass internal orientierte Personen eher versuchten,<br />

ihre Umwelt zu kontrollieren.<br />

Holahan und Mitarbeiter testeten in verschiedenen Studien ein integratives Modell<br />

psychosozialer Anpassung an eine Herzerkrankung. In einer ersten Studie konnten sie an über<br />

600 Patienten mit Herzerkrankungen in einem Längsschnitt zeigen, dass in <strong>der</strong><br />

querschnittlichen Analyse soziale Unterstützung und adaptive Coping-Strategien wie positive<br />

Neubewertung und Problemlösen mit weniger depressiven Symptomen in Beziehung standen<br />

(Holahan et al, 1995). Auch zu einem späteren Katamnesezeitpunkt nach vier Jahren<br />

korrelierten negative Aspekte sozialer Beziehungen mit weniger adaptiven Coping-Strategien<br />

und einer schlechteren Anpassung, positive Aspekte sozialer Beziehungen dagegen mit einer<br />

besseren Anpassung und adaptiveren Coping-Strategien (Holahan et al., 1997a). Hier zeigte<br />

sich ebenfalls, dass die Beziehungen zwischen positiven und negativen Kontextfaktoren und<br />

depressiven Symptomen über Coping-Verhalten vermittelt wurden. Außerdem leisteten<br />

positive und negative Aspekte sozialer Beziehungen einen Beitrag bei <strong>der</strong> Vorhersage von<br />

Coping-Bemühungen. Schließlich konnten die Autoren in einer weiteren Querschnittstudie<br />

die Gültigkeit ihres Modells belegen (Holahan et al., 1997b). Dabei zeigte sich, dass sowohl<br />

bei Männern als auch bei Frauen „approach coping“ (Problemlösen und positive<br />

Umstrukturierung) und soziale Unterstützung mit weniger depressiven Symptomen in<br />

Beziehung standen.<br />

Chiou et al. (1997) fanden bei 40 taiwanesischen Herzinfarktpatienten mo<strong>der</strong>ate positive<br />

Zusammenhänge zwischen Angst und <strong>der</strong> Verwendung von Coping. Dagegen standen<br />

Depression und Coping nicht miteinan<strong>der</strong> in Beziehung. Am häufigsten setzten die Patienten<br />

optimistisches Coping ein. Negative Beziehungen zeigten sich zwischen <strong>der</strong> Verwendung von<br />

Coping bzw. <strong>der</strong> Coping-Effektiviät und Alter. Korrelationen zwischen einzelnen Strategien<br />

und psychosomatischen Symptomen wurden nicht berichtet.<br />

Craney et al. (1997) befragten 80 Patienten, die seit mindestens zwei Jahren ein ICD-Gerät<br />

implantiert bekommen hatten, zur psychosozialen Anpassung und medizinischen Parametern.<br />

Die meisten Patienten (74%) verwendeten eher einen emotionsorientierten Coping-Stil. In <strong>der</strong><br />

regressionsanalytischen Auswertung zeigte sich, dass ein geringer emotionaler Coping-Stil<br />

ein besseres medizinisches Funktionsniveau vorhersagte und ein ausgeprägtes emotionales<br />

Coping einen signifikanten Erklärungsbeitrag für psychologischen Distress lieferte.<br />

Grady et al. (1998) untersuchten querschnittlich Prädiktoren für angemessenes Verhalten ein<br />

Jahr nach einer Herztransplantation. Diese erklärten in Abhängigkeit von <strong>der</strong> jeweiligen<br />

Therapievorschrift zwischen 13% und 52% <strong>der</strong> Varianz. In Bezug auf Coping-Strategien<br />

sagte ein gering fatalistisches Coping eine bessere Compliance mit dem Aufsuchen <strong>der</strong> Klinik<br />

vorher. Ein gering verleugnen<strong>der</strong> Coping-Stil stand mit einer besseren Compliance mit dem<br />

Bearbeiten <strong>der</strong> klinischen Tests in Beziehung.<br />

8


Ebenso werteten sie in einer neueren Arbeit querschnittlich im Rahmen einer größeren<br />

Längsschnittstudie Beziehungen zwischen Lebensqualitätsparametern einerseits und<br />

psychosozialen und physiologischen Parametern an<strong>der</strong>seits an 232 Herztransplantationspatienten<br />

einer nicht randomisierten Stichprobe ein Jahr nach <strong>der</strong> Operation aus (Grady<br />

et al., 1999). Dabei korrelierte eine größere Lebenszufriedenheit positiv mit allgemeinen<br />

wirksamen Coping-Bemühungen und optimistischem Coping sowie negativ mit einer<br />

geringeren Verwendung von vermeidenden, emotionalen o<strong>der</strong> fatalistischen Coping-Stilen.<br />

Als Prädiktoren einer verbesserten Lebensqualität ein Jahr nach <strong>der</strong> Transplantation erwiesen<br />

sich in einem multivariaten Modell weniger selbstberichteter Stress, hilfreiche Informationen,<br />

eine bessere Gesundheitswahrnehmung und Compliance, effektivere Coping-Strategien,<br />

weniger funktionelle Einschränkungen, weniger Symptomsorgen, ein höheres Alter sowie<br />

weniger Komplikationen. Bereits in einer früheren Untersuchung (Grady et al., 1995) zeigte<br />

sich, dass optimistisches Coping mit höherer Lebensqualität in Beziehung steht.<br />

Hirth und Stewart (1994) untersuchten die Bedeutung von Hoffnung und sozialer<br />

Unterstützung als Coping-Ressource für die Wirksamkeit <strong>der</strong> Coping-Bemühungen von<br />

Patienten, die auf eine Herztransplantation warteten. Dabei zeigten sich positive<br />

Zusammenhänge zwischen <strong>der</strong> Unterstützung durch an<strong>der</strong>e Patienten und durch<br />

medizinisches Personal mit <strong>der</strong> Wirksamkeit <strong>der</strong> Coping-Bemühungen. Auch die beiden<br />

Skalen <strong>der</strong> Hoffnungsskala "Lebenszufriedenheit" und "Zukunftserwartungen" standen mit<br />

<strong>der</strong> Coping-Effektivität in positiver Beziehung. Im regressionsanalytischen Modell leistete<br />

dagegen nur die gesamte Hoffnungsskala einen signifikanten Beitrag zur Varianzaufklärung.<br />

Kinne et al. (1999) fanden, dass Koronar-Patienten mit symptomatischen Beschwerden<br />

erhöhte Neurotizismuswerte aufwiesen, während Patienten mit einer asymptomatischen<br />

Symptomatik häufiger hilfreiche und aktive Coping-Strategien verwendeten.<br />

In <strong>der</strong> Studie von Ben-Zur et al. (2000) standen psychologischer Distress und eine geringe<br />

funktionale Kapazität nach einer Bypass-Operation mit hohen Pessimismuswerten und<br />

Verwendung von emotionsfokussierten Coping-Strategien in Beziehung.<br />

Ladwig et al. (2000) konnten zeigen, dass sechs Monate nach einer Stent-Implantation<br />

Patienten mit einer negativen Gesundheitswahrnehmung höhere Angst-, Depressionswerte,<br />

Schlafstörungen und aufdringliche Gedanken hatten sowie vermehrt Vermeidungsstrategien<br />

zeigten.<br />

Smrekar und Egger (2000) untersuchten Kohärenzerleben und subjektive Krankheitstheorien<br />

bei Patienten mit KHK. Dabei neigten Patienten mit niedrigem Kohärenzerleben zu<br />

depressivem Coping, während Patienten mit hoher Kohärenz häufiger aktives Coping<br />

verwendeten.<br />

Bosworth et al. (2001) untersuchten Zusammenhänge zwischen Persönlichkeitsfaktoren<br />

(gemessen mit dem Neo-Five-Factor Inventory) und Coping-Strategien bei 204 KHK-<br />

Patienten vor einer Herzkatheteruntersuchung. Es zeigte sich, dass Patienten mit nicht<br />

signifikanter KHK mehr soziale Unterstützung suchten als Patienten mit signifikanter KHK.<br />

Coping stand mo<strong>der</strong>at mit den erhobenen Persönlichkeitsfaktoren (Neo Five) in Beziehung.<br />

Multivariat korrelierte Vermeidung positiv mit Neurotizismus und negativ mit Extraversion.<br />

Weiterhin zeigte sich <strong>der</strong> Einfluss von Kovariaten. Unverheiratet sein korrelierte negativ mit<br />

9


<strong>der</strong> Suche nach sozialer Unterstützung, ohne eine vertraute Person sein hing ebenfalls negativ<br />

mit <strong>der</strong> Suche nach sozialer Unterstützung zusammen und positiv mit Vermeidung.<br />

In <strong>der</strong> Studie von Brown und Bedi (2001) hatten kardiologische Rehabilitanden, die geringe<br />

Ergebnis- und Selbstwirksamkeitserwartungen bezgl. ihrer Problemlösestrategien aufwiesen,<br />

dann weniger psychische Beschwerden, wenn sie einen eher nicht auf die Krankheit<br />

gerichteten Coping-Stil einsetzten.<br />

Echteld et al. (2001) konnten im Querschnitt zeigen, dass bei Koronarpatienten, die auf ihre<br />

erste PTCA-Untersuchung warteten, ein mit <strong>der</strong> Krankheit konfrontieren<strong>der</strong> Coping-Stil<br />

(approach coping) mit einer geringeren Lebensqualität in Beziehung stand, während ein<br />

vermeiden<strong>der</strong> Coping-Stil („avoidance coping“) mit hoher Lebensqualität einherging.<br />

Weiterhin korrelierte Optimismus nicht mit „approach coping“. Die Autoren vermuten, dass<br />

es demnach besser sei, Patienten nicht mehr als medizinisch notwendig für ihre Erkrankung<br />

zu sensibilisieren.<br />

Naturgemäß ist das Problem von Querschnittstudien, dass korrelative Zusammenhänge nicht<br />

kausal interpretiert werden dürfen. Kontrollierte Längsschnittstudien haben eine erheblich<br />

bessere Aussagekraft.<br />

2.2 Längsschnittstudien zum Einfluss von Coping als Prädiktor auf den<br />

Rehabilitationserfolg<br />

Die Bedeutung von emotionalem bzw. depressivem und vermeidendem Coping<br />

Terry (1992) befragte in einer Längsschnittuntersuchung 40 männliche und weibliche<br />

Herzinfarktpatienten zum Einfluss von wahrgenommenen Belastungen, Coping-Verhalten<br />

und Coping-Ressourcen auf die psychosoziale Anpassung an die Herzerkrankung. Es zeigte<br />

sich, dass ein emotionsorientiertes Coping die Anpassung an die Herzerkrankung eher<br />

erschwerte, während das problemorientierte Coping wi<strong>der</strong> Erwarten nicht mit <strong>der</strong> Anpassung<br />

in Beziehung stand. Hohe Werte bezüglich <strong>der</strong> eigenen Selbstwirksamkeit gingen zu beiden<br />

Messzeitpunkten mit weniger psychischen Symptomen einher. Insgesamt gelang denjenigen<br />

Patienten die Anpassung an den Infarkt besser, die eine internale Kontrollüberzeugung, ein<br />

hohes Selbstwertgefühl, geringe habituelle Ängstlichkeit und gute familiäre Beziehungen<br />

aufwiesen. Kein Zusammenhang konnte dagegen zwischen <strong>der</strong> Schwere des Infarktes und <strong>der</strong><br />

Anpassung festgestellt werden.<br />

Rogner et al. (1994) befragten 68 Herzinfarktpatienten am Ende einer Rehabilitationsmaßnahme<br />

und vier Jahre später im Hinblick auf die Effektivität von Krankheitsverarbeitung.<br />

Die Ergebnisse deuten an, dass eine depressiv-getönte Krankheitsverarbeitung während <strong>der</strong><br />

AHB unabhängig von <strong>der</strong> Schwere des Herzinfarktes einen Prädiktor für einen kardialen<br />

Befund vier Jahre nach einem Herzinfarkt darstellte. Patienten mit kardialem Befund fühlten<br />

sich im Vergleich zu Patienten ohne Befund stärker durch den Herzinfarkt beeinträchtigt,<br />

waren depressiver und bewältigten die Erkrankung mehr über soziale Unterstützung durch<br />

Mitpatienten, Wut, Selbstbeschuldigung, positive Neubewertung und weniger über<br />

Optimismus.<br />

Garcia et al. (1994) stellten fest, dass psychopathologisch unauffällige Herzinfarktpatienten<br />

eher zu Problemlösestrategien neigten, während die auffälligen Patienten eher Flucht-<br />

10


Vermeidungs-Strategien bevorzugten. Eine Diskriminanzanalyse ergab außerdem, dass<br />

psychiatrische Störungen vor allem vom Auftreten einer Depression in <strong>der</strong> Akutbehandlung<br />

und <strong>der</strong> Nichtverwendung von Problemlösestrategien bestimmt wurden. Die Schwere <strong>der</strong><br />

Psychopathologie hing weiterhin mit <strong>der</strong> Verwendung von Vermeidungsstrategien und frühen<br />

depressiven Reaktionen zusammen.<br />

Crumlish (1994) untersuchte Zusammenhänge zwischen Coping und psychosomatischen<br />

Beschwerden vor und fünf Tage nach einer Bypass-Operation. Während die Suche nach<br />

sozialer Unterstützung, Selbstbeschuldigung, Wunschdenken abnahmen, blieben Vermeidung<br />

und Problemlösung konstant. Die postoperative psychosomatische Symptomatik korrelierte<br />

positiv beson<strong>der</strong>s mit den präoperativen Strategien Selbstbeschuldigung, Wunschdenken und<br />

Vermeidung. Regressionsanalytisch war die präoperative psychosomatische Symptomatik <strong>der</strong><br />

beste Prädiktor für die postoperativen psychosomatischen Beschwerden, gefolgt von<br />

Problemlösen, Vermeidung, Suche nach sozialer Unterstützung und Selbstbeschuldigung.<br />

Davis et al. (1994) gingen <strong>der</strong> Frage nach, welchen Einfluss Coping-Stile und<br />

unterschiedliche Vorbereitungen auf eine bevorstehende Katheteruntersuchnung auf die Angst<br />

und kardiovaskuläre Reaktivität von Patienten während dieser Untersuchung haben. Dazu<br />

wurden die Patienten mittels Coping-Fragebogen in die Gruppen „Informationssuche“ o<strong>der</strong><br />

„Informationsvermeidung“ eingeteilt und randomisiert jeweils 3 verschiedenen Bedingungen<br />

zugewiesen. Die Patienten erhielten entwe<strong>der</strong> eine videounterstützte prozedurale Präsentation,<br />

eine videounterstützte prozedurale und sensorische Präsentation o<strong>der</strong> schriftliches<br />

Informationsmaterial. Der Coping-Stil hatte keinen Einfluss auf die Angst-Messungen.<br />

Patienten in den Video-Bedingungen zeigten eine bessere Anpassung, wobei sich die<br />

prozedurale Präsentation als wirksamer erwies.<br />

Porter et al. (1994) befragten Patienten, die auf eine Herztransplantation warteten, über einen<br />

Zeitraum von zwei Jahren. Dabei zeigte sich, dass Patienten, die von viel Stress berichteten,<br />

vermehrt konfrontative, ausweichende und selbstvertrauende Coping-Strategien verwendeten.<br />

Insgesamt wiesen die Patienten aber eher einen optimistischen Coping-Stil auf.<br />

In einer umfangreichen Studie untersuchten Julkunen und Saarinen (1994) 243<br />

Herzinfarktpatienten in <strong>der</strong> Akutphase <strong>der</strong> Behandlung und nach einem 12-monatigen Followup<br />

in Bezug auf psychologische Risikofaktoren. Die Follow-up-Erhebung ergab, dass die<br />

Coping-Stile „Verleugnung <strong>der</strong> Erkrankung“ und „depressive Resignation“ jeweils einzeln<br />

am besten sowohl die berufliche Wie<strong>der</strong>einglie<strong>der</strong>ung als auch den selbstberichteten<br />

Gesundheitsstatus nach 12 Monaten vorhersagten. Auch ein Risikoindex insgesamt korrelierte<br />

signifikant mit diesen beiden Kriteriumsvariablen in <strong>der</strong> erwarteten Richtung. Keine<br />

signifikanten Zusammenhänge konnten dagegen zwischen dem Index und medizinischen<br />

Risikofaktoren bzw. den demographischen Variablen identifiziert werden.<br />

Titscher et al. (1996) stellten in einer Pilotstudie an 25 Koronarpatienten, bei denen eine<br />

PTCA durchgeführt werden musste, fest, dass beson<strong>der</strong>s diejenigen Patienten ein höheres<br />

Ausmaß an Restenosebildung nach drei Monaten aufwiesen, die mit einer resignativen,<br />

selbstbemitleidenden Streßverarbeitung und einer depressiven Krankheitsverarbeitung<br />

reagierten und die mit ihrem Leben unzufriedener waren. Weiterhin gelang<br />

diskriminanzanalytisch mittels <strong>der</strong> Skalen des SVF, <strong>der</strong> bereits zu einem sehr frühen<br />

Zeitpunkt eingesetzt wurde, eine Gruppenzuordnung in Patienten mit versus ohne<br />

Restenosierung.<br />

11


In <strong>der</strong> Untersuchung von Stewart et al. (1997) verwendeten Patienten mit einer ischämischen<br />

Herzerkrankung, die eine lange Krankheitsgeschichte hatten und erneut in ein Krankenhaus<br />

aufgenommen wurden, seltener den Coping-Modus „Verantwortung übernehmen“, während<br />

Patienten mit einer Ersterkrankung und erneuter Wie<strong>der</strong>aufnahme häufiger soziale<br />

Unterstützung suchten.<br />

Dagegen unterschieden sich in <strong>der</strong> Längsschnittstudie von Bennett et al. (1997) Patienten mit<br />

chronischer Herzinsuffizienz, die in einem 6-monatigen Untersuchungszeitraum<br />

rehospitalisiert wurden, nicht von Herzinsuffizienz-Patienten ohne erneuten<br />

Krankenhausaufenthalt in bezug auf soziale Unterstützung o<strong>der</strong> Coping-Verhalten.<br />

Rehospitalisierte Patienten wiesen zum Erhebungsbeginn neben emotionalen Problemen auch<br />

vermehrt Aufmerksamkeits- und Gedächtnisprobleme auf. Kein Unterschied zeigte sich im<br />

Ausmaß <strong>der</strong> Herzschwäche o<strong>der</strong> in soziodemographischen Variablen.<br />

Grossi et al. (1998) untersuchten Prädiktoren einer schlechten psychosozialen Anpassung<br />

nach einer Bypass-Operation und erhoben dazu psychosoziale und medizinische Daten von 61<br />

Koronarpatienten jeweils vor und ein Jahr nach dem Eingriff. Dabei standen maladaptive<br />

Coping-Strategien mit vermehrten pektanginösen Symptomen sowohl vor als auch nach <strong>der</strong><br />

OP in Zusammenhang. In multiplen Regressionsanalysen mit residualer Angina pectoris bzw.<br />

globalem Gesundheitszustand als abhängiger Variable leisteten maladaptive Coping-<br />

Strategien dagegen keinen Erklärungsbeitrag, während Werte im STAI hier beide Variablen<br />

vorhersagten.<br />

Dew et al. (1996) befassten sich mit den Prädiktoren von compliantem Verhalten ein Jahr<br />

nach einer Herztransplantation und untersuchten dazu eine Stichprobe von 101 Patienten zu<br />

drei Meßzeitpunkten. Es zeigte sich, dass in Bezug auf das Coping-Verhalten Patienten mit<br />

vermeidenden Strategien eher in vielfältigen Bereichen Compliance-Probleme aufwiesen.<br />

Grady et al (1999) befragten ebenfalls Patienten vor und nach einer Herztransplantation. Die<br />

Autoren untersuchten, welchen Einfluss psychosoziale Faktoren vor <strong>der</strong> Herztransplantation<br />

auf die Dauer des Krankenhausaufenthaltes hatten. Die Analyse ergab keine signifikanten<br />

Beziehungen zwischen Coping-Strategien und <strong>der</strong> Dauer des Aufenthaltes. Lediglich die<br />

Fähigkeit zur Selbstversorgung, frühere Non-Compliance und emotionale Probleme erklärten<br />

8% <strong>der</strong> Varianz <strong>der</strong> Dauer des Aufenthaltes.<br />

Schrö<strong>der</strong> et al. (1998) konnten an 174 Bypass-Patienten zeigen, dass bestimmte<br />

Krankheitsverarbeitungsprozesse als Mediatoren zwischen individuellen und sozialen<br />

Ressourcen auf <strong>der</strong> einen Seite und Erholungsprozessen auf <strong>der</strong> an<strong>der</strong>en Seite wirken können.<br />

Dabei korrelierte die Selbstwirksamkeit signifikant positiv mit Verleugnung und sozialem<br />

Coping. Die soziale Unterstützung wies negative Zusammenhänge mit Hinwendung zur<br />

Religion und Rumination auf sowie positive mit sozialem Coping. In weiteren multivariaten<br />

Analysen stand soziales Coping als adaptives Bewältigungsverhalten sowohl mit <strong>der</strong><br />

wahrgenommenen Selbstwirksamkeit als auch mit den berücksichtigten positiven<br />

Erholungsindikatoren „Energie“, „Fithalten“ und „Lesen“ in positivem Zusammenhang,<br />

während Rumination negativ mit den beiden Bewältigungsressourcen und diesen Kriterien<br />

assoziiert war. Für die negativen Outcome-Variablen „Traurigkeit“ und „Sorge“ ergab sich<br />

jeweils <strong>der</strong> entgegengesetzte Zusammenhang. Auch erwies sich das soziale Coping als<br />

12


Hauptmediator, und die Selbstwirksamkeit als wichtigster indirekter Prädiktor für Coping-<br />

Verhalten und Anpassung.<br />

Van El<strong>der</strong>en, Maes und Dusseldorp (1999) untersuchten Zusammenhänge zwischen den<br />

beiden Coping-Modi "Approach" und "Avoidance" auf <strong>der</strong> einen Seite sowie Ängstlichkeit,<br />

Depression und Wohlbefinden als psychosoziale Kriterien des Anpassungsprozesses auf <strong>der</strong><br />

an<strong>der</strong>en Seite. Dazu befragten sie insgesamt 278 Patienten mit koronarer Herzerkrankung<br />

mittels eines speziell auf diese Patientengruppe zugeschnittenen Coping-Inventars (Coping<br />

Questionnaire for Coronary Patients; Meas und Bruggemans, 1988) einen Monat, drei Monate<br />

sowie zwölf Monate nach Eintritt des kardialen Ereignisses. Im jeweiligen Querschnitt<br />

zeigten sich zu allen Messzeitpunkten signifikante negative Beziehungen zwischen<br />

Annäherung und dem Wohlbefinden sowie positive Beziehungen dieses Coping-Modus mit<br />

Ängstlichkeit und Depression. Vermeidung war dagegen zum ersten Messzeitpunkt positiv<br />

mit dem Wohlbefinden assoziiert und negativ mit Ängstlichkeit. In <strong>der</strong> längsschnittlichen<br />

Analyse zeigten sich demgegenüber negative Beziehungen zwischen <strong>der</strong> Annäherung zum<br />

ersten Messzeitpunkt und Ängstlichkeit und Depressionen zu den späteren Messzeitpunkten.<br />

Ebenso stand dieser Coping-Modus gemessen am ersten und zweiten Messzeitpunkt in<br />

positiver Beziehung zum späteren Wohlbefinden. Aufgrund dieser Ergebnisse schlussfolgern<br />

die Autoren, dass trotz anfänglicher ungünstiger Effekte die Bearbeitung des Traumas auf<br />

lange Sicht den emotionalen Distress reduzieren könne. Die Einschätzung <strong>der</strong><br />

psychologischen Konsequenzen einer Herzerkrankung und die Entwicklung von<br />

Interventionen sollten daher auf <strong>der</strong> Grundlage <strong>der</strong> längsschnittlichen Beziehungen erfolgen.<br />

Esteve et al. (1992) fanden ebenfalls, dass Herzinfarktpatienten mit einem verleugnenden<br />

Coping-Stil im Akutkrankenhaus und einen Monat später, weniger ängstlich und depressiv<br />

waren und weniger psychopathologische Symptome aufwiesen als Patienten mit einem<br />

geringen verleugnenden Coping. Bezüglich <strong>der</strong> kardiologischen Symptomatik konnten<br />

zwischen diesen beiden Patientengruppen keine signifikanten Unterschiede festgestellt<br />

werden. Außerdem verwendeten Patienten, die ein schlechtes medizinisches Ergebnis<br />

aufwiesen, mehr die Strategie "Verantwortung <strong>der</strong> Erkrankung übernehmen". Ein Jahr später<br />

unterschieden sich die beiden Gruppen auch nicht mehr in bezug auf die Psychopathologie.<br />

Dunbar et al. (1999) führten eine Längsschnittstudie mit dem Ziel durch, Einflussvariablen<br />

auf den Anpassungsprozess nach Implantation eines Defibrillators (ICD) zu identifizieren. Es<br />

zeigte sich, dass das Coping-Verhalten, die Angaben zu Symptomen, die Krankheitswahrnehmung<br />

zusätzlich neben klinischen und demographischen Variablen zur<br />

Varianzaufklärung des funktionellen Status und emotionaler Probleme beitrugen. Dabei stand<br />

emotionsorientiertes Coping zu allen drei Messzeitpunkten (präoperativ, 1 und 3 Monate<br />

später) mit vermehrten emotionalen Problemen in Beziehung. Keine Zusammenhänge zeigten<br />

sich zum funktionalen Status. Problemorientiertes Coping war zum ersten und zum letzten<br />

Messzeitpunkt mit weniger emotionalen Problemen assoziiert und wies zum zweiten<br />

Messzeitpunkt positive Beziehungen zum funktionalen Status auf.<br />

Lowe et al. (2000) untersuchten Beziehungen zwischen Coping und emotionalem und<br />

körperlichem Befinden bei Patienten nach einem ersten Herzinfarkt über einen Zeitraum von<br />

insgesamt sechs Monaten. Die Befragung mittels Fragebogen erfolgte während des Akut-<br />

Aufenthalts sowie nach zwei und sechs Monaten. Bis auf das problemorientierte Coping<br />

blieben alle an<strong>der</strong>en Strategien über den Zeitverlauf stabil. Am häufigsten wurde von den<br />

Patienten Akzeptieren verwendet, gefolgt von problemorientiertem Coping, sozial/<br />

13


emotionalem Coping und Vermeidung. Zum ersten Messzeitpunkt korrelierten Angst positiv<br />

mit Vermeidung und negativ mit Akzeptieren, positive Stimmung korrelierte positiv mit<br />

Akzeptieren, negative Stimmung positiv mit emotionalem Coping. Zum zweiten<br />

Messzeitpunkt korrelierten emotionales Coping und Vermeidung positiv mit Angst, negativer<br />

Stimmung und Beschwerden. Ein ähnliches Muster ergab die Analyse beim dritten<br />

Messzeitpunkt. Emotionales Coping stand in positiver Beziehung zu Angst, negativer<br />

Stimmung und Beschwerden, in negativer zu positiver Stimmung. Problemorientiertes Coping<br />

und Akzeptieren korrelierten jeweils positiv mit positiver Stimmung. Die in <strong>der</strong> Klinik<br />

gemessenen Coping-Strategien leisteten keinen Beitrag zur Vorhersage des Outcomes zum<br />

zweiten Messzeitpunkt. Das problemorientierte Coping sagt eine Beschwerdenreduktion vom<br />

zweiten zum dritten Messzeitpunkt vorher. Im Gegensatz zu Van El<strong>der</strong>en et al. (1999)<br />

konnten Lowe und Mitarbeiter die adaptive Wirkung von Vermeidung in <strong>der</strong> Akutphase einer<br />

kardialen Erkrankung nicht bestätigen.<br />

Doering et al. (2001) untersuchten die Variabilität von Coping über den Krankheitsverlauf<br />

von 35 Patienten vor und nach einer Bypass-Operation. Dabei zeigte sich eine positive<br />

Passivität über die drei Messzeitpunkte nach <strong>der</strong> Katheteruntersuchung, vor <strong>der</strong> Bypass-OP<br />

und danach. Auch waren emotionsorientierte Strategien stabiler als kognitions- o<strong>der</strong><br />

handlungsbezogene Strategien. Weiterhin stellten die Autoren fest, dass Patienten mit<br />

größerem Belastungserleben mehr Verän<strong>der</strong>ungen in ihrem Coping-Bemühungen zeigten.<br />

In einer Studie wurden Zusammenhänge zwischen Coping-Strategien und Mortalität bei<br />

Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz untersucht. So konnte Murberg (2001) an 119<br />

Patienten zeigen, dass diejenigen Patienten, die mit einem hilflosen Coping-Stil auf krankheitsbedingte<br />

Belastungen und mit fehlen<strong>der</strong> Krankheitsakzeptanz reagierten, während eines<br />

zweijährigen Untersuchungszeitraums ein größeres Sterberisiko aufwiesen. Diese<br />

Beziehungen galten auch bei Kontrolle <strong>der</strong> Krankheitsschwere (gemessen mittels proANP-<br />

Niveau, <strong>der</strong> n-terminalen Fraktion des atrialen natriuretischen Peptides), des Geschlechts und<br />

des Alters.<br />

Weiterhin analysierten Murberg et al. (2002) mit Hilfe dieser Stichprobe Zusammenhänge<br />

zwischen Coping, den Persönlichkeitsfaktoren Neurotizismus und Extraversion sowie<br />

selbstberichteten depressiven Symptomen. Nach Konrolle von NYHA-Stadium, Geschlecht,<br />

Alter und Persönlichkeitsfaktoren korrelierten vor allem die Suche nach emotionaler<br />

Unterstützung sowie psychische und verhaltensbezogene Ungebundenheit mit Depression.<br />

Regressionsanalysen ergaben außerdem, dass die beiden Traits ca. 14% <strong>der</strong> Varianz <strong>der</strong><br />

depressiven Symptomatik erklärten. Coping-Variablen leisteten einen Erklärungsbeitrag von<br />

9%. In Korrelationsanalysen zeigten sich vor allem deutliche positive Zusammenhänge<br />

zwischen Neurotizismus und emotionsorientiertem Coping (emotionalem Coping, psychische<br />

und verhaltensbezogene Ungebundenheit) sowie ein negativer Zusammenhang mit<br />

Akzeptanz. Beziehungen <strong>der</strong> Coping-Stile mit Extraversion waren nur mo<strong>der</strong>at. Über den 2-<br />

Jahreszeitraum waren beson<strong>der</strong>s positive Umstrukturierung und Akzeptanz stabil.<br />

Die Bedeutung von Kontrollüberzeugungen und Ursachenattributionen<br />

Es werden nachfolgend nur Studien berücksichtigt, die sich mit erkrankungsbezogenen<br />

subjektiven Theorien befasst haben.<br />

Moser und Dracup (1995) stellten in einer Längsschnittuntersuchung an 176 Bypass- und<br />

Herzinfarktpatienten fest, dass Patienten mit hohen Kontrollüberzeugungen zur Baselinemessung<br />

weniger ängstlich, depressiv und feindselig waren und am Katamnesezeitpunkt nach<br />

sechs Monaten insgesamt von einer besseren psychosozialen Anpassung berichteten als<br />

14


Patienten mit geringen Kontrollüberzeugungen.<br />

In <strong>der</strong> Untersuchung von Hoffmann et al. (1995) an 222 männlichen Herzinfarktpatienten<br />

zeigte sich, dass ein geringer externer Locus of control, d.h. hier die Unfähigkeit,<br />

krankheitsför<strong>der</strong>liche Faktoren des eigenen Lebensstils o<strong>der</strong> <strong>der</strong> Umgebung zu identifizieren,<br />

neben dem Fehlen einer stabilen Partnerschaft, einer starken Arbeitsbelastung, einem<br />

schlechtem Gesundheitszustand mit vielen subjektiven Beschwerden einen Prädiktor für ein<br />

schlechtes medizinisches Rehabilitationsergebnis nach einem Jahr darstellte.<br />

Strauss et al. (1992) konnten an Bypass-Patienten zeigen, dass Patienten mit hohen Angst-,<br />

Depressions- und Lebensunzufriedenheitswerten im Vergleich zu Patienten mit geringeren<br />

Ausprägungen bereits präoperativ einen fatalistischeren Attributionsstil, Somatisierungstendenzen<br />

sowie eine ängstlichere, depressivere und stärker selbstabwertende Haltung<br />

gegenüber ihrer Gesundheit und ihrem Körper hatten. Während zu zwei postoperativen<br />

Messzeitpunkten keine Unterschiede in den untersuchten Variablen festgestellt werden<br />

konnten, wiesen die Risikopatienten zum Katamnesezeitpunkt eine deutliche Präferenz für<br />

depressive Verarbeitungsstrategien, eine minimal erhöhte kognitive Beeinträchtigung,<br />

stärkere neurologische und psychopathologische Symptome (beson<strong>der</strong>s Selbstaufgabe und<br />

Feindseligkeit), eine schlechtere berufliche Rehabilitation, vermehrt subjektive körperliche<br />

Symptome sowie eine negativere Einstellung zum Operationsergebnis auf.<br />

Helgeson und Fritz (1999) fanden, dass Patienten nach PTCA-Behandlung, die positive<br />

Zukunftserwartungen, Kontrollüberzeugungen und ein positives Selbstwertgefühl aufwiesen,<br />

ein geringeres Risiko hatten, nach <strong>der</strong> PTCA erneute kardiale Probleme zu bekommen. Dabei<br />

eignete sich <strong>der</strong> aus Einzelkomponenten gebildete kognitive Adaptationsindex gut zur<br />

Vorhersage kardialer Ereignisse. Diese Zusammenhänge zeigten sich auch bei einer weiteren<br />

Studie von Helgeson (1999).<br />

Zipfel et al. (1999) untersuchten die Zusammenhänge von Lebensqualität, Depressivität und<br />

erkrankungsbezogenen Kontrollüberzeugungen bei Patienten, die auf eine Herztransplantation<br />

warteten. Sowohl für die Vorhersage <strong>der</strong> Depressivität als auch <strong>der</strong> seelischen Gesundheit<br />

vier Monate nach Beginn <strong>der</strong> Wartezeit konnte die zur Baseline erhobene Depressivität<br />

identifiziert werden, während die Kontrollüberzeugungen keinen signifikanten Beitrag leisten.<br />

Generell weisen die Patienten ein eher externales Attributionsmuster auf.<br />

In <strong>der</strong> Untersuchung von Soejima et al. (1999) an 111 japanischen Männern nach einem<br />

ersten Myokardinfarkt hing eine verzögerte Aufnahme <strong>der</strong> beruflichen Tätigkeit mit großen<br />

Gesundheitssorgen, geringer sozialer Unterstützung und dem Nichterkennen von<br />

Zusammenhängen zwischen Stress, Coping und Krankheit zusammen. Dagegen kehrten<br />

Patienten mit internaler gesundheitsbezogener Kontrollüberzeugung eher wie<strong>der</strong> ins<br />

Erwerbsleben zurück. Prädiktoren <strong>der</strong> Nichterwerbstätigkeit waren dagegen höheres Alter,<br />

Introversion sowie depressive Symptome während des Krankenhausaufenthaltes.<br />

Medizinische Parameter spielten bei <strong>der</strong> Vorhersage <strong>der</strong> Rückkehr in den Beruf keine Rolle.<br />

Billing et al. (1997a) verfolgten den Krankheitsverlauf von 98 männlichen Patienten nach<br />

einem Erstinfarkt und untersuchten dabei <strong>der</strong>en Kausalattributionen und Einstellung zum<br />

eigenen Coping-Verhalten. Es zeigte sich, dass die Einstellung <strong>der</strong> Patienten zu ihrer<br />

Krankheit und ihrem Coping-Verhalten den aussagekräftigsten Faktor darstellte,<br />

Verän<strong>der</strong>ungen in <strong>der</strong> Lebensführung vorzunehmen. Patienten, die sich nicht verantwortlich<br />

15


für den Erkrankungsausgang fühlten, wiesen dabei gravieren<strong>der</strong>e Herzschwächen auf, wurden<br />

eher rehospitalisiert und erlitten häufiger einen Reinfarkt o<strong>der</strong> sogar den Tod. Die Hilfe<br />

an<strong>der</strong>er Personen annehmen zu können, stand dagegen in positiver Beziehung zu einem<br />

günstigen Rehabilitationsergebnis. In einer ähnlich angelegten Studie fanden Billing et al.<br />

(1997b), dass die Kausalattributionen <strong>der</strong> Ehepaare das Niveau <strong>der</strong> Angina pectoris, die<br />

Herzschwäche, einen Reinfarkt und die Rehospitalisierung vorhersagten, während die eher<br />

medizinisch ausgerichteten Kausalattributionen <strong>der</strong> Ärzte von nur geringer Vorhersagekraft<br />

waren.<br />

Petrie und Weinman (1997) untersuchten Kausalattributionen von Patienten eines<br />

Rehabilitationsprogrammes nach einem ersten Herzinfarkt. Dabei stand ein ungesun<strong>der</strong><br />

Lebensstil als wahrgenommene Ursache in signifikanter Beziehung zur Verbesserung <strong>der</strong><br />

Ernährungsweise und einer Steigerung <strong>der</strong> körperlichen Aktivität. Die Faktoren Stress und<br />

Erblichkeit korrelierten dagegen nicht mit Verhaltensän<strong>der</strong>ungen. Auch waren Patienten, die<br />

sich zur Teilnahme an einem Rehabilitationsprogramm entschlossen hatten, eher davon<br />

überzeugt, dass ihre Erkrankung kontrolliert bzw. geheilt werden könnte.<br />

Die Bedeutung von Optimismus, Krankheitsakzeptanz und negativer Affektivität<br />

King et al. (1998) verfolgten den Krankheitsverlauf von 55 Frauen nach einer Bypass-<br />

Operation ein Jahr lang zu insgesamt vier Messzeitpunkten. Es zeigte sich, dass sowohl die<br />

Verwendung bestimmter Coping-Modi als auch die Optimismuswerte über den Zeitverlauf<br />

stabil blieben. Optimismus korrelierte dabei positiv mit guter Stimmung und<br />

Lebenszufriedenheit sowie negativ mit schlechter Stimmung. Keine Beziehungen konnten<br />

allerdings mit dem allgemeinen Funktionsniveau und dem Auftreten von pektanginösen<br />

Beschwerden festgestellt werden. Auch korrelierte habitueller Optimismus nicht mit<br />

problemorientierten Coping-Strategien. Optimistischen Patientinnen, die ihre Krankheit<br />

akzeptierten, nicht nach einem Sinn ihrer Erkrankung suchten sowie keine<br />

Vermeidungsstrategien verwendeten, gelang die Anpassung an ihre Krankheit besser.<br />

Fitzgerald et al. (1993) konnten in einer Studie an Bypass-Patienten zeigen, dass<br />

präoperationaler Optimismus die Lebensqualität acht Monate später vorhersagte, und zwar<br />

unabhängig von den Baselinewerten <strong>der</strong> Lebensqualitätsindikatoren und <strong>der</strong> Krankheitsschwere.<br />

Dieser Zusammenhang ließ sich allerdings nicht mehr feststellen, nachdem<br />

spezifische und allgemeine Kontrollwahrnehmungen in die Vorhersagegleichung mit<br />

aufgenommen wurden. Kontrollüberzeugungen in Bezug auf die Gesundheit waren dabei<br />

we<strong>der</strong> mit <strong>der</strong> Lebensqualität noch mit Optimismus assoziiert.<br />

In <strong>der</strong> Längsschnittuntersuchung von Leedham et al. (1995) an 31 Herztransplantationspatienten<br />

standen präoperative positive Erwartungen mit dem postoperativen<br />

Gesundheitsstatus, guter Stimmung, Anpassung an die Krankheit, mit <strong>der</strong> Lebensqualität<br />

sowie mit dem Befolgen <strong>der</strong> komplexen Behandlungsvorschriften in positiver Beziehung.<br />

In <strong>der</strong> Studie von Elizur und Hirsh (1999) korrelierten zwar die Selbstwirksamkeitserwartungen<br />

eine Woche vor <strong>der</strong> Bypass-OP mit <strong>der</strong> psychosozialen Anpassung acht Wochen<br />

nach <strong>der</strong> OP positiv, diese Beziehung erreichte allerdings nach Kontrolle <strong>der</strong> Baseline-<br />

Messung zur psychosozialen Anpassung keine Signifikanz mehr. Dagegen waren beson<strong>der</strong>s<br />

die Ressourcen aus <strong>der</strong> Ehe ein signifikanter Prädiktor des psychosozialen Gesundheitsstatus.<br />

16


Agren et al. (1993) konnten zeigen, dass Patienten mit einer günstigen Verän<strong>der</strong>ung ihres<br />

Lipoproteinprofils fünf Jahre nach einer Bypass-OP die subjektiv emotionalen Aspekte ihrer<br />

Situation präoperativ akzeptierten, während Patienten ohne Verän<strong>der</strong>ung präoperativ eher<br />

bagatellisierten. Patienten, die ein Jahr nach <strong>der</strong> Operation wie<strong>der</strong> in Vollzeitbeschäftigung<br />

standen, hatten präoperativ ihre Krankheit bagatellisiert. Die Autoren schlussfolgern, dass<br />

"Bagatellisieren" zwar kurzfristig adaptiv sei, langfristig die Akzeptanz <strong>der</strong> Erkrankung aber<br />

bedeutsamer sei. Die Coping-Strategien <strong>der</strong> Patienten verän<strong>der</strong>ten <strong>der</strong>en<br />

Lebensgewohnheiten, was sich auf das Lipoproteinprofil und damit auf atheriosklerotische<br />

Prozesse auswirke.<br />

Freidl, Egger und Schratter (1993) untersuchten Herzinfarktpatienten, die im Rahmen <strong>der</strong><br />

stationären Rehabilitationsbehandlung zu einem Anschlussheilverfahren eingewiesen worden<br />

waren. Dabei stellten die Autoren fest, dass Patienten mit einer guten körperlichen<br />

Krankheitsbewältigung Männer jüngeren bzw. mittleren Alters waren, in dem einjährigen<br />

Beobachtungszeitraum keinen Reinfarkt erlitten und häufiger wie<strong>der</strong> erwerbstätig wurden.<br />

Die psychische Bewältigung stand allerdings nicht mit <strong>der</strong> Erwerbsfähigkeit in<br />

Zusammenhang. Weiterhin wiesen Patienten ohne Krankheitsakzeptanz mehr Beschwerden,<br />

Schmerzen, körperbezogene Besorgnis, Angst in sozialen Situationen und eine geringe<br />

Selbstbehauptung auf im Gegensatz zu Patienten mit Krankheitsakzeptanz, die insgesamt<br />

lebenszufriedener waren. Auch in einer früheren Studie mit Herzinfarktpatienten konnten die<br />

Autoren zeigen, dass Patienten, die sich mit ihrer Erkrankung nicht abgefunden hatten, unter<br />

Todesangst litten, vermehrt Schmerzen verspürten und emotional reaktiver waren (Freidl,<br />

Egger und Schratter, 1992). Psychologische Behandlungsmaßnahmen wurden dabei häufiger<br />

von denjenigen Patienten in Anspruch genommen, die ein hohes Ausmaß an Beschwerden<br />

berichteten, ein Typ-A-Verhaltensmuster sowie berufliche, soziale und familiäre Belastungen<br />

aufwiesen.<br />

Denollet und De-Potter (1992) untersuchten in einem längsschnittlichen Ansatz habituelle<br />

Coping-Subtypen von 166 Koronarpatienten, die an einem ambulanten Rehabilitationsprogramm<br />

teilnahmen, und setzten diese mit dem Wohlbefinden <strong>der</strong> Patienten, ihrem Typ-A-<br />

Verhalten und <strong>der</strong>en Belastungen sowie ihrer kardiorespiratorischen Leistung in Beziehung.<br />

Dabei zeigte sich, dass Patienten mit geringer negativer Affektivität von mo<strong>der</strong>aten<br />

Belastungen und Sorgen berichteten und auch ein nur mo<strong>der</strong>ates Typ-A-Verhaltensmuster<br />

aufwiesen, während Patienten mit hoher negativer Affektivität vermehrt Erschöpfung,<br />

Gefühle <strong>der</strong> Unfähigkeit, chronische Spannung, Ärger und ein reduziertes Wohlbefinden<br />

angaben. Weiterhin hatten letztere auch nach drei und 15 Monaten vermehrt Sorgen und<br />

waren seltener wie<strong>der</strong> arbeitsfähig als Patienten mit geringer negativer Affektivität o<strong>der</strong><br />

repressivem Coping-Stil. Diese Patientengruppe mit ausgeprägter negativer Affektivität hatte<br />

ebenfalls nach 15 Monaten mehr Brustbeschwerden und nahm im Vergleich zu allen an<strong>der</strong>en<br />

Gruppen mehr Tranquillizer und Schlaftabletten. Keine Beziehung konnte dagegen insgesamt<br />

zwischen <strong>der</strong> kardiorespiratorischen Leistung und den Copingstilen registriert werden.<br />

Boudrez und DeBacker (2001) untersuchten in einer prospektiven Längsschnittuntersuchung<br />

die Bedeutung von Coping-Stilen nach einer ersten ACVB-Operation an 330 Koronar-<br />

Patienten und bildeten auf <strong>der</strong> Grundlage des State-Trait Anxiety Inventory (STAI, Van <strong>der</strong><br />

Ploeg, Defares & Spielberger, 1979) und <strong>der</strong> Marlowe Crowne Social Desirability Skala (MC,<br />

Crowne & Marlowe, 1960) drei Coping-Stile: Patienten mit geringer Ängstlichkeit,<br />

Repressors und Sensitizers. Dabei erholten sich die Patienten mit einem auf die Krankheit<br />

ausgerichteten Coping-Stil (Sensitizers) am besten. Keine <strong>der</strong> medizinischen Variablen<br />

17


leistete einen signifikanten Beitrag zur Vorhersage des psychischen Befindens <strong>der</strong> Patienten<br />

zum letzten Messzeitpunkt.<br />

2.3 Studien zur Verän<strong>der</strong>ung von Coping mittels psychosozialer Rehabilitationsprogramme<br />

und zum Vergleich verschiedener Coping-Treatments<br />

In <strong>der</strong> Studie von Rogner et al. (1994b) reduzierte sich bei Herzinfarktpatienten einer<br />

Anschlussheilbehandlung die depressiv getönte Krankheitsverarbeitung mittels einer<br />

15stündigen Gruppentherapie auf indirekt-suggestiver Grundlage, während bei <strong>der</strong><br />

Kontrollgruppe mit Standardbehandlung die Verän<strong>der</strong>ungen geringer ausfielen. Die depressiv<br />

getönte Krankheitsverarbeitung ging zu beiden Messzeitpunkten mit erhöhter Ängstlichkeit,<br />

Depressivität, emotionaler Beziehungsleere, Aggressivität und Distanzierungsunfähigkeit<br />

einher.<br />

Auf dieser Untersuchung aufbauend, führte Lehr (1996) mit zufällig ausgewählten<br />

Herzinfarktpatienten einer Rehabilitationsklinik eine Hypnotherapie bestehend aus 15<br />

Sitzungen à 60 Minuten durch, eine entsprechende Kontrollgruppe erhielt die<br />

Standardbehandlung. Während sich die beiden Patientengruppen zu Beginn <strong>der</strong> Rehabilitation<br />

nicht bezüglich ihrer Krankheitsbewältigung unterschieden, wiesen die Teilnehmer <strong>der</strong><br />

Interventionsgruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe am Ende <strong>der</strong> Anschlussheilbehandlung<br />

eine signifikant reduzierte, depressiv getönte Krankheitsverarbeitung auf. In <strong>der</strong> Kontrollgruppe<br />

blieb sie dagegen stabil.<br />

Oldridge und Rogowski (1990) untersuchten den Einfluss zweier stationärer<br />

Rehabilitationsprogramme auf die Selbstwirksamkeitserwartungen von insgesamt 51<br />

Koronarpatienten über drei Meßzeitpunkte. Die Patienten wurden dabei per Zufall entwe<strong>der</strong><br />

einem körperlichen Rehabilitationsprogramm auf <strong>der</strong> Station <strong>der</strong> Klinik o<strong>der</strong> in einem<br />

speziellen Fitness-Studio zugeteilt. Signifikante Verbesserungen <strong>der</strong> Selbstwirksamkeitswerte<br />

konnten in beiden Gruppen nur zum letzten Meßzeitpunkt bezüglich allgemeiner körperlicher<br />

Routinetätigkeiten und täglicher Aufgaben registriert werden. Keine Verän<strong>der</strong>ungen <strong>der</strong><br />

Selbstwirksamkeitserwartungen traten dagegen in Bezug auf Konzentrations- und Coping-<br />

Fertigkeiten auf. Zu diesem Zeitpunkt wiesen die Patienten <strong>der</strong> Fitness-Studio-Gruppe höhere<br />

wahrgenommene Selbstwirksamkeitswerte für allgemeine Anstrengung und Gehzeit auf.<br />

In einer randomisierten und längsschnittlichen Studie mit drei Meßzeitpunkten verglichen<br />

Toobert et al. (1998) bei älteren Koronarpatientinnen nach <strong>der</strong> Menopause die Effekte eines<br />

psychosozialen Trainingsprogrammes („PrimeTime“-Programm) in Anlehnung an Ornish et<br />

al. (1990) mit denen eines Standardprogrammes zur Verän<strong>der</strong>ung von Risikofaktoren<br />

kardiovaskulärer Erkrankungen. Es zeigte sich, dass das „PrimeTime“-Programm im<br />

Vergleich zu dem Standardprogramm zu signifikanten Verbesserungen bezüglich<br />

Stressverhalten, Diät und körperlicher Aktivität führte. Auch ließ sich bei den Patientinnen<br />

des „PrimeTime“-Programms eine Verbesserung <strong>der</strong> Coping-Fertigkeiten, <strong>der</strong> wahrgenommenen<br />

Selbstwirksamkeit sowie <strong>der</strong> wahrgenommenen sozialen Unterstützung<br />

feststellen.<br />

18


2.4 Zusammenfassung und Diskussion <strong>der</strong> Literaturanalysen zur<br />

Krankheitsverarbeitung<br />

In <strong>der</strong> Literaturanalyse wurden ausgewählte empirische Ergebnisse zu <strong>der</strong> Frage analysiert,<br />

inwieweit Krankheitsverarbeitung eine Prädiktion psychosozialer Anpassung und des Erfolgs<br />

kardiologischer Rehabilitation leistet bzw. mit diesen Kriterien zusammenhängt. Weiterhin<br />

wurde <strong>der</strong> Einfluss psychosozialer Interventionen, u.a. auch spezieller Rehabilitationsprogramme,<br />

auf die Krankheitsverarbeitung selbst untersucht.<br />

Krankheitsverarbeitung wurde im Sinne des von <strong>der</strong> Stresstheorie abgeleiteten Coping-<br />

Konzepts verstanden, das sich auf unmittelbar beobachtbare Prozesse beschränkt. Die in <strong>der</strong><br />

psychoanalytischen Theorie entwickelten Abwehrmechanismen blieben dabei außer Betracht,<br />

da sie als prinzipiell unbewusste Vorgänge <strong>der</strong> Interpretation durch den Experten bedürfen (s.<br />

auch Beutel, 1988; Steffens & Kächele, 1988) und im übrigen nur selten standardisiert und<br />

quantifizierend erfasst werden.<br />

Mit Hilfe <strong>der</strong> Datenbanksystemen MEDLINE, PSYNDEX und PsycINFO bzw. PSYCLIT<br />

wurden Publikationen zur Bedeutung von Krankheitsverarbeitung in <strong>der</strong> Kardiologie nach<br />

folgenden Kriterien ausgewählt:<br />

1. Standardisierte Erfassung von Krankheitsverarbeitungsprozessen im Sinne von Coping<br />

(Fragebogen und Interview-basierte Ratings)<br />

2. Empirische Quer- und/ o<strong>der</strong> Längsschnittstudien<br />

3. Englisch- und deutschsprachige Artikel <strong>der</strong> Publikationsjahre 1990-2002.<br />

Die eingesetzten Verfahren zur Erfassung von Coping-Verhalten weisen eine beträchtliche<br />

Heterogenität auf. Auch wurden nur zum Teil gängige und hinreichend auf ihre Gütekriterien<br />

untersuchte Coping-Inventare verwendet. Die Jalowiec Coping Skala (Jalowiec, 1988) wurde<br />

insgesamt 10mal, verschiedene Formen des Ways-of-Coping Inventars (Folkman & Lazarus,<br />

1988) 9mal verwendet. Der COPE-Fragebogen (Carver et al., 1989) und <strong>der</strong> Freiburger<br />

Fragebogen zur Krankheitsverarbeitung (FKV, <strong>Muthny</strong>, 1989) wurden insgesamt jeweils<br />

viermal, das Coping Response Inventory (Moos, 1993) zweimal eingesetzt (Tab. 2.1). In <strong>der</strong><br />

nachfolgenden Tabelle sind nur diejenigen Verfahren aufgeführt, die häufiger zum Einsatz<br />

kamen o<strong>der</strong> die für den deutschen Sprachraum von Interesse sind.<br />

19


Tab. 2.1: Häufigkeiten von Coping-Instrumenten ausgewählter Studien<br />

Instrument<br />

Anzahl<br />

Jalowiec Coping Scale (Jalowiec, 1988) 10<br />

Formen des Ways-of-Coping (nach Folkman und Lazarus, 1988) 9<br />

COPE (Carver et al., 1989) 4<br />

FKV (<strong>Muthny</strong>, 1989) 4<br />

Coping Response Inventory (Moos, 1993) 2<br />

TSK (Klauer und Filipp, 1993) 1<br />

SVF (Janke et al., 1985) 1<br />

BEFO (Heim et al., 1991) 1<br />

Die Verwendung von weniger bekannten und verbreiteten Inventaren erschwert dabei die<br />

Vergleichbarkeit <strong>der</strong> Ergebnisse zwischen verschiedenen Untersuchungen.<br />

Eine multimethodale Erfassung im Sinne von Selbst- und Fremdeinschätzung von Krankheitsverarbeitung<br />

erfolgte nur insgesamt dreimal (Leedham et al, 1995; King et al., 1998; Toobert<br />

et al., 1998).<br />

Beson<strong>der</strong>s folgende Krankheitsverarbeitungprozesse erwiesen sich in mehreren Studien im<br />

Längsschnitt als Prädiktoren eines ungünstigen Rehabilitations-Outcomes (verschiedene<br />

psychosoziale Variablen: Depression, Angst, Lebenszufriedenheit, Compliance,<br />

Wie<strong>der</strong>erlangung <strong>der</strong> Erwerbsfähigkeit; medizinische Variablen: z.B. kardiale Ereignisse,<br />

Restenosierung, körperliches Funktionsniveau)<br />

• Flucht-/ Vermeidungsstrategien: 9 Studien<br />

• depressive Verarbeitung (bzw. auch Rumination, Selbstbeschuldigung): 5 Studien<br />

• emotionsorientierte Bewältigungsstile: 5 Studien.<br />

Als günstige Coping-Strategien konnten dagegen im Längsschnitt vor allem die folgenden<br />

Strategien identifiziert werden (verschiedene psychosoziale Variablen: z.B. Depression,<br />

Angst, Lebenszufriedenheit, Compliance; medizinische Variablen: wie z.B. kardiale<br />

Ereignisse, körperliches Funktionsniveau):<br />

• internale Kontrollüberzeugungen und hohe Selbstwirksamkeit: 7 Studien<br />

• Krankheitsverständnis bzw. –akzeptanz: 4 Studien<br />

• positive Erwartungen bzw. optimistische Coping-Strategien: 4 Studien<br />

• gesundheitsför<strong>der</strong>liche Kausalattributionen: 3 Studien<br />

• soziales Coping: 3 Studien<br />

• problemorientiertes Coping: 2 Studien<br />

In einer Studie zeigte sich, dass Vermeidung kurzfristig adaptiv und langfristig ungünstig war,<br />

Annäherung dagegen kurzfristig maladaptiv, langfristig aber adaptiv (Van El<strong>der</strong>en et al.,<br />

1999). Aktive Problemlösestrategien standen zumindest im Längsschnitt nur in zwei Studien<br />

20


signifikant mit dem Reha-Erfolg in positiver Beziehung (Dunbar et al., 1999; Lowe et al.,<br />

2000). In einer Studie konnten keine signifikanten Zusammenhänge mit Coping identifiziert<br />

werden (Zipfel et al, 1999).<br />

Alle hier berichteten Ergebnisse beziehen sich auf Angaben in den dargestellten Studien, die<br />

jeweils auf einem Signifikanzniveau von α = .05 bzw. .01 signifikant geworden sind.<br />

Als Korrelate eines guten Reha-Ergebnisses im Querschnitt erwiesen sich jeweils in einzelnen<br />

Studien beson<strong>der</strong>s ein optimistisches, aktives und nicht verleugnendes Coping-Verhalten,<br />

Neubewerten und Problemlösen, Krankheitsverständnis und internale Kontrollüberzeugung.<br />

Mit einem eher ungünstigen Ergebnis standen vor allem Vermeidung und ein<br />

emotionsfokussierter Coping-Stil in Beziehung. In einer Studie konnten querschnittlich<br />

überhaupt keine Zusammenhänge mit Coping identifiziert werden.<br />

In zwei Studien <strong>der</strong> vier analysierten wurde eine positive Verän<strong>der</strong>ung <strong>der</strong> depressiv-getönten<br />

Krankheitsverarbeitung mittels psychosozialer Interventionen erzielt. Selbstwirksamkeitserwartungen<br />

konnten mit Hilfe von Rehabilitationsprogrammen modifiziert werden, ebenso<br />

konnten positive Effekte eines speziellen Verhaltenstrainings in Bezug auf die<br />

Selbstwirksamkeit und das Coping-Verhalten im Umgang mit Belastungssituationen<br />

festgestellt werden. Zu Effektstärken wurden in den betreffenden Studien keine Aussagen<br />

gemacht.<br />

Die Schwere <strong>der</strong> koronaren Erkrankung ist nur begrenzt ein Indikator für einen ungünstigen<br />

psychosozialen Anpassungsprozess. Allerdings wurden nicht in allen analysierten Studien<br />

Angaben zur Beziehung zwischen psychosozialer Anpassung und <strong>der</strong> Erkrankungsschwere<br />

gemacht. Kein Zusammenhang zeigte sich in fünf Studien, in sechs Untersuchungen konnte<br />

dagegen eine Beziehung identifiziert werden.<br />

Mit Bezug auf die Stichprobenzusammensetzung muss eingeschränkt werden, dass die hier<br />

berichteten Ergebnisse hauptsächlich für männliche Patientenkollektive zutreffend sind.<br />

Entwe<strong>der</strong> wurden nur Männer in die Stichproben aufgenommen o<strong>der</strong> aber <strong>der</strong> Anteil <strong>der</strong><br />

untersuchten Frauen war sehr gering. Damit sind auch Geschlechtervergleiche bezüglich<br />

Krankheitsverarbeitungsstrategien oft nur mit Vorsicht zu interpretieren. Allerdings gibt dies<br />

auch die reale Versorgungssituation in den Reha-Kliniken wi<strong>der</strong>. Zwei Untersuchungen haben<br />

dagegen ausschließlich Frauen einbezogen (King et al., 1998; Toobert et al., 1998). Dies<br />

spiegelt in etwa auch die Tatsache wi<strong>der</strong>, dass psychosoziale Faktoren koronarer<br />

Herzerkrankungen bei Frauen bis jetzt weniger untersucht worden sind als bei Männern<br />

(Brezinka und Kittel, 1996). Außerdem schränken generell zu geringe Stichprobenumfänge<br />

und die Selektivität <strong>der</strong> Stichproben die Generalisierbarkeit <strong>der</strong> Befunde ein.<br />

Die Analyse zeigt insgesamt eine begrenzte Prädiktionsleistung von Coping im Hinblick auf<br />

den Rehabilitationserfolg bei Herzerkrankungen, macht aber auch forschungsmethodische<br />

Probleme des Coping-Konzepts deutlich.<br />

Vor allem <strong>der</strong> hohe Zusammenhang von depressiver Verarbeitung und ungünstigem<br />

Anpassungs-/Rehabilitationserfolg lässt eine frühe (und verbesserte) Diagnostik <strong>der</strong><br />

depressiven Verarbeitung (nicht nur <strong>der</strong> manifesten Depression) und eine zielorientierte<br />

Therapieplanung sinnvoll erscheinen.<br />

21


2.5 Die Bedeutung von Hostilität/ Zynismus für kardiologische Erkrankungen<br />

Das sogenannte Typ-A-Verhaltensmuster, das Ende <strong>der</strong> 50er Jahre zuerst von Friedman und<br />

Rosenman (1975) beschrieben wurde und Merkmale wie Feindseligkeit, Ehrgeiz, Ungeduld,<br />

Konkurrenzstreben und berufliche Distanzierungsunfähigkeit beinhaltet, gehörte bis vor<br />

einiger Zeit noch zu den gesichterten kardiovaskulären Risikofaktoren (Kupfer, 1993; Mittag,<br />

1999). So konnte z.B. in zwei prospektiven, epidemiologischen Längsschnittstudien gezeigt<br />

werden, dass Personen mit diesem Verhaltensmuster ein signifikant höheres Risiko hatten,<br />

eine koronare Herzerkrankung (KHK) zu entwickeln (Western Collaborative Group Studie;<br />

WCGS: Rosenman, Brand, Jenkins et al., 1975; Framingham-Studie: Haynes, Feinlieb und<br />

Kannel, 1980). In späteren Arbeiten fand sich dieser Zusammenhang allerdings nur schwach<br />

ausgeprägt o<strong>der</strong> gar nicht mehr (z.B. Shekelle, Hulley, Neaton et al., 1985; vgl. auch Myrtek,<br />

1999). Ragland und Brand (1988) konnten sogar bei einer Untersuchung <strong>der</strong> Überlebensraten<br />

<strong>der</strong> an einer KHK erkrankten Männer aus <strong>der</strong> WCGS zeigen, dass Typ-A-Personen im<br />

Vergleich zu Typ-B-Personen eine bessere Prognose hatten, was eine therapeutische<br />

Intervention zur Verän<strong>der</strong>ung dieses Verhaltensmusters möglicherweise als kontraindiziert<br />

erscheinen ließ (vgl. auch Kupfer, 1993 und Myrtek, 1999). Auch in <strong>der</strong> Metaanalyse von<br />

Booth-Kewley und Friedman (1987), in <strong>der</strong> prospektive Untersuchungen <strong>der</strong> Jahre 1945-1984<br />

mit einbezogen wurden, kann die Effektgröße zur Beziehung zwischen KHK und Typ-A-<br />

Verhalten als eher gering bezeichnet werden. Die Autoren folgern zwar, dass sich das Typ-A-<br />

Konstrukt als Prädiktor bewährt habe, zusätzlich aber weitere Merkmale, wie Depression,<br />

Angst und Feindseligkeit, berücksichtigt werden müssten. In einer neueren Metaanalyse<br />

kommt Myrtek (1995) zum Schluß, dass die Zusammenhänge zwischen Typ-A-Verhalten und<br />

KHK bzw. auch <strong>der</strong> physiologischen Reaktivität nicht substantiell seien und daher für<br />

Diagnostik o<strong>der</strong> auch Therapie keine praktischen Konsequenzen hätten. In bezug auf das Typ-<br />

A-Konstrukt muss allerdings seine methodische Schwäche berücksichtigt werden, da es sich<br />

bei diesem um eine Typologie handelt mit zum Teil sehr unterschiedlichen habituellen<br />

Dimensionen und Verhaltensdispositionen (Kupfer, 1993; Mittag, 1999).<br />

Einige Autoren vermuteten bereits seit einiger Zeit, dass das Merkmal Feindseligkeit bzw.<br />

Zynismus die „toxische“ Komponente des Typ-A-Verhaltensmusters darstellen würde (zum<br />

Überblick vgl. Vögele und Steptoe, 1993). Zynismus wird dabei allgemein verstanden als eine<br />

niedrige Meinung von den Motiven an<strong>der</strong>er Personen, was sich in misstrauischen und<br />

emotional distanzierten sozialen Beziehung manifestiert (Mittag et al., 1997) und allgemein<br />

mit Misanthropie charakterisiert werden kann (Kupfer, 1993). Dabei werden z.B. als<br />

ätiologische Faktoren die Rolle einer autonomen Dysregulation des Herzens im<br />

Zusammenhang mit Hostilität (z.B. Sloan et al., 1999) o<strong>der</strong> auch <strong>der</strong> Einfluss von Hostilität<br />

auf koronarschädigende Verhaltensweisen (z.B. Whiteman et al., 1997) diskutiert. Aber auch<br />

die Feindseligkeit stellt kein eindimensionales Konzept dar. So können z.B. offene<br />

Feindseligkeit/ Ärger, unterdrückte Feindseligkeit/ Ärger und zynische Feindseligkeit<br />

voneinan<strong>der</strong> unterschieden werden (vgl. Myrtek, 2000). In prospektiven Erhebungen wurde<br />

am häufigsten die Komponente <strong>der</strong> zynischen Feindseligkeit mit interpersonellem Mißtrauen<br />

und Verstimmung erfaßt (Myrtek, 2000), wobei die Messung dieser Persönlichkeitsdimension<br />

vor allem mit <strong>der</strong> Cook-Medley Hostility Scale (Ho-Skala; Cook und Medley, 1954), die<br />

Bestandteil des Minnesota Multiphasic Personality Inventory ist, erfolgte (vgl. Mittag, 1999).<br />

In zwei Metaanalysen stellte sich heraus, dass Feindseligkeit ein bedeuten<strong>der</strong> Risikofaktor für<br />

eine KHK zu sein scheint (Booth-Kewley und Friedman, 1987; Matthews, 1988). Myrtek<br />

(1995) fand dagegen in seiner Metaanalyse keine bedeutsamen Zusammenhänge zwischen<br />

Feindseligkeit und KHK. Miller et al. (1996) bezogen in ihre Metaanalyse zur Hostilität 15<br />

22


Studien aus früheren Analysen und 30 bis dahin noch nicht in weiteren Analysen<br />

berücksichtigte Studien ein. Im Gegensatz zu Myrtek (1995) gelangten sie zu dem Ergebnis,<br />

dass Feindseligkeit einen unabhängigen Risikofaktor für die KHK darstellte. Den allgemeinen<br />

Trend, dass in Studien neueren Datums vermehrt keine Korrelationen gefunden wurden,<br />

erklären Miller et al. (1996) u.a. mit <strong>der</strong> Zunahme von sogenannten High-Risk-Studien, die<br />

Probanden mit einem hohen Risiko für eine KHK untersuchten und bei denen daher eine<br />

Range-Restriktion mit daraus resultierenden niedrigen Effektstärken vorlägen. Aufgrund <strong>der</strong><br />

Ergebnisse seiner Metaanlyse zu Risikofaktoren <strong>der</strong> KHK folgert Myrtek (1999), dass das<br />

Ergebnis zum Zusammenhang zwischen Hostilität und KHK zwar signifikant, aber für die<br />

Praxis unbedeutend sei, da feindselige Personen ein Erkrankungsrisiko von 1,08 hätten im<br />

Vergleich zu nicht feindseligen Personen mit 1,00. Auch nach Auswertung seiner neuesten<br />

Metaanalyse zur Rolle des Typ-A-Verhaltensmusters und <strong>der</strong> Hostility, in <strong>der</strong> Daten aus<br />

insgesamt 43 Studien reanalysiert wurden, stellt Myrtek (2000) fest, dass we<strong>der</strong> das Typ-A-<br />

Verhaltensmuster, noch die Hostility einen eigenständigen Risikofaktor für eine KHK<br />

darstelle. Auch wiesen die Befunde <strong>der</strong> Analyse darauf hin, dass Interventionen zur<br />

Verän<strong>der</strong>ung solcher Verhaltensmuster und Einstellungen nicht sinnvoll seien.<br />

Mittag (1999) zieht dagegen nach Durchsicht <strong>der</strong> Literatur in einer Überblicksarbeit den<br />

Schluß, dass Feindseligkeit mit einer erhöhten Morbidität bzw. Mortalität assoziiert sei, auch<br />

wenn die Ergebnisse nicht einheitlich seien, und dass Hostilität auch mit <strong>der</strong> Schwere <strong>der</strong><br />

KHK zusammenhänge. In bezug auf die Forschung zur Feindseligkeit/ Zynismus zeige sich<br />

u.a., dass Schwächen in <strong>der</strong> Operationalisierung dieses Konzeptes und wi<strong>der</strong>sprüchliche<br />

Ergebnisse beson<strong>der</strong>s <strong>der</strong> epidemiologischen Studien weiteren Forschungsbedarf deutlich<br />

machten (Mittag, 1999).<br />

Demnach zeigen die verschiedenen Metaanalysen, dass auch die Ergebnisse zum<br />

Zusammenhang zwischen Feindseligkeit und KHK keineswegs konsistent sind und <strong>der</strong><br />

weiteren Validierung bedürfen. Möglicherweise muss dem Merkmal Zynismus dabei die<br />

größte Aufmerksamkeit geschenkt werden.<br />

2.6 Die Bedeutung <strong>der</strong> sozialen Unterstützung für die Entstehung und den Verlauf<br />

kardiologischer Erkrankungen<br />

Das Konzept <strong>der</strong> Sozialen Unterstützung gewinnt trotz Fehlens einer eindeutigen Definition<br />

und Messmethodik zunehmend an Bedeutung. Erkrankungen und die daraus resultierenden<br />

Belastungen haben nicht nur Auswirkungen auf den Patienten, son<strong>der</strong>n ebenso auf sein nahes<br />

soziales Umfeld. Sowohl die Zugehörigkeit zu einem sozialen Netzwerk als auch die<br />

Zuwendung durch nahe Bezugspersonen wirken sich insgesamt protektiv auf Gesundheit und<br />

Befinden aus (vgl. Leppin und Schwarzer, 1997). Die soziale Unterstützung gehört außerdem<br />

zum Coping-Prozess, wie weiter oben verdeutlicht worden ist.<br />

Bei dem Konzept <strong>der</strong> sozialen Unterstützung lassen sich strukturelle und funktionale Aspekte<br />

unterscheiden (Leppin und Schwarzer, 1997; An<strong>der</strong>son et al., 1996). Die strukturellen<br />

Merkmale beinhalten die soziale Integration sowie die Struktur von sozialen Netzwerken. Die<br />

soziale Integration bezieht sich dabei auf die Existenz bzw. Quantität von sozialen<br />

Beziehungen sowie auch auf die Häufigkeit sozialer Kontakte. Die Struktur ist durch Dichte,<br />

Zusammensetzung, Dauer, Reziprozität und Homogenität des Netzwerks charakterisiert<br />

(Leppin und Schwarzer, 1997). Der funktionale Aspekt ist die subjektiv wahrgenommene<br />

23


soziale Unterstützung. Als wichtig erachtete inhaltliche Aspekte können die emotionale<br />

Unterstützung (wie z.B. Empathie, Nähe, Vertrauen, Sicherheit und Engagement), die<br />

informationelle (wie z.B. Rückmeldung, handlungsrelevante Informationen), die praktische<br />

und materielle Unterstützung unterschieden werden (Leppin und Schwarzer, 1997; Sommer<br />

und Fydrich, 1991).<br />

Im Bereich koronarer Herzerkrankungen soll die soziale Unterstützung sowohl für Ätiologie<br />

als auch Prognose relevant sein. Hemingway und Marmot (1999) schlussfolgern nach<br />

Durchsicht <strong>der</strong> Literatur in ihrem klinischen Überblick, dass sich die soziale Unterstützung<br />

trotz eines möglichen Publikationsbias <strong>der</strong> berücksichtigten Studien protektiv auf die<br />

Entstehung einer KHK und positiv auf den Erkrankungsverlauf auswirke.<br />

An<strong>der</strong>son et al. (1996) fanden ebenfalls nach Durchsicht <strong>der</strong> Literatur zur Bedeutung <strong>der</strong><br />

sozialen Unterstützung bei koronaren Herzerkrankungen, dass Patienten mit stärkerer<br />

Unterstützung weniger von <strong>der</strong> Erkrankung beeinträchtigt wurden und eine längere<br />

Überlebensrate aufwiesen als Patienten mit geringerer Unterstützung. Die soziale<br />

Unterstützung und das Netzwerk wirkten sich beson<strong>der</strong>s auf die Geschwindigkeit und die<br />

Qualität des Erholungsprozesses nach einem Myokardinfarkt aus.<br />

Die soziale Unterstützung ist vor allem bei denjenigen Personen wirkungsvoll, die vulnerabler<br />

sind o<strong>der</strong> denen wenige Coping-Fähigkeiten zur Verfügung stehen. Barefoot et al. (2000)<br />

konnten an fast 600 kardiologischen Patienten zeigen, dass eine depressive Symptomatik bei<br />

einer Follow-up-Messung einen Monat nach einem stationären Krankenhausaufenthalt<br />

signifikant abnahm und dass diese Verbesserungen beson<strong>der</strong>s bei denjenigen Patienten<br />

auftraten, die von vermehrter Unterstützung berichteten. Dieser Effekt <strong>der</strong> sozialen<br />

Unterstützung konnte beson<strong>der</strong>s bei Patienten mit hohen Depressionswerten zur Baseline-<br />

Messung und geringem Einkommen festgestellt werden.<br />

Titscher und Schöppl (2000) untersuchten in ihrer Literaturarbeit die Bedeutung <strong>der</strong><br />

Paarbeziehung für die Genese und den Verlauf einer KHK. Es zeigte sich, dass verheiratete<br />

Männer im Vergleich zu geschiedenen o<strong>der</strong> verwitweten ein geringeres Risiko hatten, an einer<br />

KHK zu erkranken. Mögliche Ursachen könnten dabei das vermehrte Vorhandensein<br />

kardialer Risikofaktoren bei Alleinlebenden sein. Generell hatte die soziale Unterstützung<br />

einen positiven mo<strong>der</strong>ierenden Einfluss auf die Krankheitsbewältigung. Verheiratete<br />

Koronarpatienten lebten insgesamt länger als unverheiratete. Soziale Isolation dagegen<br />

bedeutete einen unabhängigen Risikofaktor bezüglich neuer kardialer Ereignisse,<br />

Mortalitätsrisiko sowie eines schlechteren psychosozialen Outcomes (Titscher und Schöppl,<br />

2000). Allerdings können belastende soziale Beziehungen o<strong>der</strong> ein überfürsorgliches<br />

Verhalten <strong>der</strong> Partnerin den Anpassungsprozess erschweren (Titscher und Schöppl, 2000).<br />

Dracup stellte z.B. fest, dass überfürsorgliches Verhalten eine ungünstige Wirkung auf den<br />

Erholungsprozess bei Herzinfarktpatienten hatte, da die Patienten in ihrer Krankenrolle<br />

verstärkt und in ihrer Selbstwirksamkeit eingeschränkt würden, effektive Coping-Strategien<br />

zu zeigen (Dracup, 1994).<br />

Es lassen sich zwei Erklärungsmodelle für die Wirkungsweise sozialer Unterstützung<br />

anführen (Leppin und Schwarzer, 1997; An<strong>der</strong>son et al., 1996). Das Haupteffektmodell<br />

postuliert, dass das Gefühl, geliebt und akzeptiert zu werden, o<strong>der</strong> auch das Wissen, bei<br />

Bedarf von an<strong>der</strong>en Menschen unterstützt zu werden, positive Auswirkungen auf die<br />

psychische und physische Befindlichkeit von Menschen haben. Das Puffermodells geht<br />

24


dagegen davon aus, dass positive Wirkungen sozialer Unterstützung erst bei<br />

Belastungsbedingungen wirksam werden. Dabei werden die negativen Auswirkungen solcher<br />

Belastungssituationen abgepuffert, indem die Person z.B. erkennt, dass sie bei Bedarf von<br />

wichtigen Bezugspersonen unterstützt wird.<br />

Es wird angenommen, dass als vermittelnde Prozesse physiologische und verhaltensbezogene<br />

Faktoren eine Rolle spielen. Bei den physiologischen Faktoren sind beson<strong>der</strong>s<br />

immunologische und neuroendokrine Mechanismen zu nennen (vgl. A<strong>der</strong>, Felten und Cohen,<br />

1991). Verhaltensbezogene Faktoren wirken sich vor allem auf das Gesundheitsverhalten aus<br />

und beeinflussen auf diese Weise die Entstehung und den Verlauf <strong>der</strong> Erkrankung (Cohen,<br />

1988).<br />

Die psychische und physische Befindlichkeit ist ein wichtiges Kriterium des<br />

Rehabilitationserfolgs und <strong>der</strong> individuell erreichten Lebensqualität. Daher soll nachfolgend<br />

auf die Bedeutung von Ängsten und Depressionen sowie <strong>der</strong> Lebensqualität allgemein bei<br />

kardiologischen Erkrankungen eingegangen werden.<br />

2.7 Bedeutung von Ängsten und Depressionen für Entstehung und Verlauf<br />

kardiologischer Erkrankungen<br />

Ängste und Depressionen können Ergebnisse eines ungünstigen Verarbeitungsprozesses im<br />

Sinne des Coping-Modells darstellen. Derartige Reaktionen auf die Erkrankung können die<br />

Wie<strong>der</strong>herstellung des Gesundheitszustands maßgeblich negativ beeinflussen (Köhle und<br />

Gaus, 1986). Beide haben ebenfalls Auswirkungen auf die Entstehung und auf den weiteren<br />

Verlauf einer KHK. Weiterhin muss berücksichtigt werden, dass zwischen beiden Störungen<br />

eine hohe Komorbidität besteht (vgl. Ehlers und Margraf, 1994). Die Resistenz von Ängsten<br />

und Depressionen bei Herzinfarktpatienten konnte in katamnestischen Untersuchungen belegt<br />

werden (Doehrman, 1977). Bereits Booth-Kewley und Friedman (1987) ermittelten in ihrer<br />

Metaanalyse Ängste und Depressionen als psychosoziale Prädiktoren koronarer<br />

Herzerkrankungen. Ebenso stellen Hemingway und Marmot (1999) in ihrer klinischorientierten<br />

Überblicksarbeit zu psychosozialen Faktoren bei koronaren Herzerkrankungen<br />

fest, dass beide Faktoren in prospektiven Studien mit gesunden Personen an <strong>der</strong> Entstehung<br />

koronarer Herzerkrankungen beteiligt sind. Ebenso beeinflussten beide Faktoren den weiteren<br />

Verlauf <strong>der</strong> Erkrankung in prospektiven Studien an Koronarpatienten (Hemingway und<br />

Marmot, 1999).<br />

In ihrem Literaturüberblick finden Kubzansky et al. (1998) Hinweise aus epidemiologischen<br />

und experimentellen Studien, die die Bedeutung von Ängsten als Risikofaktoren koronarer<br />

Herzerkrankungen hervorheben. Chronische Ängste könnten dabei einerseits das<br />

Gesundheitsverhalten beeinflussen, an<strong>der</strong>erseits außerdem arteriosklerotische Prozesse<br />

unterstützen und auf diese Weise tödliche koronare Ereignisse hervorufen. Kawachi et al.<br />

(1994) untersuchten in einer prospektiven Längsschnittuntersuchung den Zusammenhang<br />

zwischen Angstsymptomen und dem Risiko einer KHK an 402 männlichen Patienten mit<br />

einer KHK und über 1800 Kontrollpersonen ohne eine Herzerkrankung. Die Autoren konnten<br />

zeigen, dass Personen mit mehreren Angstsymptomen im Vergleich zu Personen ohne eine<br />

ängstliche Symptomatik ein höheres Risiko hatten, an einer KHK o<strong>der</strong> aber an einem<br />

plötzlichen Herztod zu sterben. Dagegen bestand kein erhöhtes Risiko, einen nicht tödlichen<br />

Myokardinfarkt o<strong>der</strong> eine Angina pectoris zu erleiden. Ebenso konnten Kawachi et al. (1994)<br />

25


Hinweise zum Zusammenhang <strong>der</strong> KHK-Entstehung und phobischen Angstsymptomen in<br />

einer groß angelegten prospektiven Längsschnittstudie an gesunden, männlichen Medizinern<br />

finden, auch nach Kontrolle eines breiten Bereiches kardiovaskulärer Risikofaktoren. Sie<br />

stellten fest, dass das Risiko eines tödlichen Verlaufes einer KHK mit steigen<strong>der</strong> phobischer<br />

Angst zunahm, wobei diese Beziehung nur für den plötzlichen Herztod galt. Keine<br />

Zusammenhänge ließen sich zwischen phobischer Angst und dem Risiko eines nicht tödlichen<br />

Myokardinfarktes ermitteln.<br />

Moser und Dracup (1996) untersuchten den Zusammenhang zwischen dem Angstniveau von<br />

Patienten nach einem kürzlich eingetretenen Herzinfarkt und späteren Komplikationen in <strong>der</strong><br />

Klinik. Dabei stellten die Autoren fest, dass auch nach <strong>der</strong> Kontrolle klinischer und<br />

soziodemographischer Faktoren Patienten mit den höheren Angstwerten ein höheres Risiko<br />

hatten, im weiteren Verlauf <strong>der</strong> stationären Behandlung kardiale Komplikationen, wie<br />

Reinfarkt, Ischämien, ventrikuläre Fibrillationen und Tachykardien zu bekommen o<strong>der</strong> sogar<br />

zu sterben. Frasure-Smith (1991) befragte Patienten nach einem akuten Herzinfarkt. Dabei<br />

hatten diejenigen Patienten, die 1 bis 2 Tage vor <strong>der</strong> Klinikentlassung von vielen Streß-<br />

Symptomen berichteten und anschließend die übliche Routinebehandlung erhielten, über<br />

einen Zeitraum von fünf Jahren ein höheres Risiko, an einem kardialen Ereignis zu sterben<br />

bzw. einen Reinfarkt zu bekommen.<br />

Weiterhin gibt es Hinweise zum Zusammenhang zwischen Depressionen und koronaren<br />

Herzerkrankungen. Barefoot und Schroll (1996) verfolgten den Verlauf von mehr als 700<br />

Personen einer Kleinstadt über einen Zeitraum von 27 Jahren. Dabei zeigte sich, dass eine<br />

verstärkte depressive Symptomatik in früheren Lebensjahren mit einem erhöhten Risiko für<br />

einen akuten Myokardinfarkt und mit einer kürzeren Lebenserwartung korrelierte. Diese<br />

Zusammenhänge blieben auch nach Kontrolle <strong>der</strong> klassischen Risikofaktoren und von<br />

Erkrankungshinweisen bei <strong>der</strong> Baseline-Messung bestehen. Dabei hatten die<br />

Depressionsscores bei Frauen und Männern die gleiche prädiktive Aussagekraft. Hippisley-<br />

Cox et al. (1998) analysierten allgemeinmedizinische Computerdatenbanken zweier ländlicher<br />

Städte und stellten dabei mittels Fall-Kontroll-Studie fest, dass Depressionen bei Männern,<br />

nicht jedoch bei Frauen, einen Risikofaktor für ischämische Herzerkrankungen auch nach<br />

Kontrolle <strong>der</strong> herkömmlichen Risikofaktoren darstellten. Auch zeigten sich in dieser Studie<br />

keine Beziehungen zwischen Angststörungen und ischämischen Herzerkrankungen. Ford et<br />

al. (1998) verfolgten den Verlauf von 1190 Medizinstudenten über einen Zeitraum von mehr<br />

als 35 Jahren im Rahmen <strong>der</strong> John Hopkins Precursors Studie und fanden ebenfalls, dass<br />

klinische Depressionen einen unabhängigen Risikofaktor für die Enstehung einer KHK bei<br />

Männern darstellte. Das erhöhte Risiko eines Herzinfarkts bestand sogar noch zehn Jahre<br />

nach Beginn <strong>der</strong> ersten depressiven Episode.<br />

Die prädiktive Bedeutung einer depressiven Symptomatik zeigt sich beson<strong>der</strong>s im<br />

Krankheitsverlauf. So fanden Frasure-Smith et al. (1993, 1995) heraus, dass Depression<br />

während des Krankenhausaufenthaltes nach einem Herzinfarkt sowohl innerhalb <strong>der</strong> ersten<br />

sechs als auch nach 18 Monaten einen signifikanten Prädiktor in bezug auf die kardiale<br />

Mortalität darstellte. Auch in einer Sekundäranalyse konnten die Autoren zeigen, dass<br />

Depression in <strong>der</strong> Klinik nach einem Herzinfarkt sowohl bei Männern als auch bei Frauen<br />

signifikant das Sterberisiko ein Jahr nach Entlassung aus <strong>der</strong> Klinik erhöhte, und zwar<br />

unabhängig von an<strong>der</strong>en Risikofaktoren nach einem Herzinfarkt (Frasure-Smith et al., 1999).<br />

Barefoot und Mitarbeiter (1996) verfolgten den Krankheitsverlauf von über 1000 Patienten<br />

mit bestehen<strong>der</strong> KHK über einen Zeitraum von bis zu 20 Jahren und stellten dabei fest, dass<br />

26


hohe Depressionswerte auch nach Kontrolle <strong>der</strong> Erkrankungsschwere das Risiko eines<br />

kardialen Todes o<strong>der</strong> auch <strong>der</strong> Gesamtsterblichkeit erhöhte. Wulsin et al. (1999) untersuchten<br />

in einer Überblicksarbeit den Zusammenhang zwischen Depression und Mortalität. Dabei<br />

zeigte sich ebenfalls ein erhöhtes Mortalitätsrisiko beson<strong>der</strong>s bei Männern mit depressiver<br />

Symptomatik.<br />

Sowohl Angst und Depression sind wichtige Kriterien <strong>der</strong> Lebensqualität, auf die nachfolgend<br />

weiter eingegangen wird.<br />

2.8 Zur Bedeutung <strong>der</strong> Lebensqualität im Rahmen kardiologischer Erkrankungen<br />

Das Konzept <strong>der</strong> Lebensqualität als relevantes Evaluationskriterium in <strong>der</strong> Medizin gewinnt<br />

zunehmend an Bedeutung (Bullinger, 1998). Nach Bullinger (1997) sind die Gründe für die<br />

Einbeziehung dieses Konzeptes im Rahmen klinischer Forschung einerseits in dem<br />

verän<strong>der</strong>ten Gesundheitsbegriff zu sehen, <strong>der</strong> neben <strong>der</strong> körperlichen Dimension auch die<br />

psychische und soziale Ebene berücksichtigt. An<strong>der</strong>erseits ist davon auszugehen, dass <strong>der</strong><br />

Bevölkerungsanteil älterer und potentiell chronisch kranker Menschen in den kommenden<br />

Jahren zunehmen wird. Schließlich ist zu bedenken, dass klassische klinische Parameter wie<br />

Mortalität und Morbidität für die Beurteilung des gesamten Therapieerfolgs nicht ausreichend<br />

sind. Im Rahmen des oben dargestellten Coping-Prozessmodels stellt die erreichte<br />

Lebensqualität einen Indikator für die Verarbeitungsbemühungen des Patienten dar. Neben<br />

Coping sind als weitere Prädiktoren <strong>der</strong> Lebensqualität die soziale Unterstützung und<br />

gesundheitsbezogene Kontrollüberzeugungen zu nennen (Bullinger, 1998).<br />

Nach Bullinger und Pöppel (1988) bezieht sich Lebensqualität auf die emotionalen,<br />

funktionalen, sozialen und physischen Aspekte menschlicher Existenz. Lebensqualität setzt<br />

sich gemäß dieser Definition aus den folgenden Komponten zusammen:<br />

psychisches Befinden des Patienten (z.B. Angst, Depression),<br />

seine Funktions- und Leistungsfähigkeit in verschiedenen Lebensbereichen (z.B.<br />

Beruf, Haushalt, Freizeit),<br />

Anzahl und Güte sozialer Beziehungen (Familie, Ehepartner, Freunde, Kollegen)<br />

sowie<br />

körperliche Verfassung (Gesundheitszustand, Beschwerden).<br />

Während das Konzept <strong>der</strong> Lebensqualität zum <strong>der</strong>zeitigen Zeitpunkt noch keine hinreichend<br />

wissenschaftlich abgesicherte Theorie im engeren Sinne darstellt, son<strong>der</strong>n lediglich als bloße<br />

Modellvorstellung gelten kann (Bullinger, 1997), gibt es aus dem Bereich <strong>der</strong> Erfassung <strong>der</strong><br />

Lebensqualität eine Reihe methodischer Arbeiten (McDowell und Newell, 1987; Westhoff,<br />

1993). Allerdings existiert <strong>der</strong>zeit noch kein einheitliches Modell <strong>der</strong> Lebensqualität, so dass<br />

sich die verwendeten Methoden zum Teil beträchtlich unterscheiden (Bullinger und Pöppel,<br />

1988). Dabei wird zum Beispiel diskutiert, ob Komponenten <strong>der</strong> Lebensqualität eher<br />

krankheitsspezifisch o<strong>der</strong> –übergreifend erfasst werden sollen, wer die Beurteilung<br />

vornehmen soll und welche Bedeutung objektive Parameter und subjektive Faktoren im<br />

Rahmen dieser Konzeption haben (<strong>Muthny</strong> und Beutel, 1991).<br />

Im Bereich <strong>der</strong> kardiovaskulären Erkrankung werden Meßinstrumente zur Lebensqualität<br />

sowohl im Rahmen von Studien zur Untersuchung <strong>der</strong> Wirkung von Medikamenten als auch<br />

zur Beurteilung chirurgischer Interventionen eingesetzt (Bullinger, 1997).<br />

27


Im Folgenden sollen exemplarisch einige Studien dargestellt werden, die sich mit <strong>der</strong><br />

Lebensqualität bei kardiologischen Erkrankungen o<strong>der</strong> den Wirkungen psychosozialer<br />

Rehabilitationsprogramme auf die Lebensqualität dieser Patientengruppe befasst haben.<br />

So konnten Trzcieniecka und Steptoe (1996) im Rahmen einer kontrollierten Studie zeigen,<br />

dass ein zehnwöchiges Stressmanagement-Training im Vergleich zur Standardbehandlung<br />

beson<strong>der</strong>s im Bereich <strong>der</strong> Lebensqualität zu signifikanten Verbesserungen führten.<br />

Arthur et al. (2000) untersuchten die Wirkung einer präoperativen Intervention vor einer<br />

Bypass-Operation im Rahmen einer kontrollierten Studie an insgesamt 249 Patienten, die sich<br />

auf einer Warteliste für eine solche OP befanden. Die Intervention bestand dabei in einem<br />

zweimal pro Woche stattfindenden körperlichen Fitness-Programm, Schulungen,<br />

Verstärkungen und monatlichen Telefonkontakten mit einer Krankenschwester. Es zeigte<br />

sich, dass die Interventionsgruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe weniger Tage im<br />

Krankenhaus und auf <strong>der</strong> Intensivstation verweilte. Außerdem hatte diese Gruppe während<br />

<strong>der</strong> Wartezeit eine bessere gesundheitsbezogene Lebensqualität, die auch noch sechs Monate<br />

nach <strong>der</strong> OP anhielt.<br />

Lavie und Milani (1999) stellten in einer Prä-Post-Befragung an 500 Herzpatienten fest, dass<br />

beson<strong>der</strong>s Patienten mit hohen Hostility-Werten im Vergleich zu Patienten mit geringen<br />

Ausprägungen von einer kardiologischen Rehabilitationsmaßnahme profitierten. Diese<br />

Patientengruppe wies dabei stärkere Verbesserungen in bezug auf die Hostilität,<br />

Ängstlichkeit, Depression, Somatisierung auf und hatte höhere Ausprägungen in<br />

Komponenten zur Lebensqualität.<br />

Lisspers et al. (1999) untersuchten ebenfalls die Wirkungen eines Rehabilitationsprogrammes<br />

zur Verhaltensän<strong>der</strong>ung und zur sekundären Prävention einer koronaren Herzerkrankung.<br />

Dabei stellten die Autoren signifikante Verbesserungen <strong>der</strong> selbstberichteten Lebensqualität<br />

fest. Weitere positive Verän<strong>der</strong>ungen zeigten sich bezüglich medizinischer Parameter wie<br />

Blutfette, Bodymass-Index, körperliche Leistungsfähigkeit sowie bezüglich psychologischer<br />

Faktoren wie Typ-A-Verhalten, Ärger und Hostilität, Stressverhalten, Rauchen, Diätverhalten<br />

und Bewegung.<br />

Ades et al. (2000) verglichen die Effekte eines zu Hause durchgeführten<br />

Rehabilitationsprogramms mit telefonischer Überwachung mit den Effekten eines<br />

Standardrehabilitationsprogrammes im Rahmen einer kontrollierten Studie. Das wichtigste<br />

Evaluationskriterium neben <strong>der</strong> aeroben Kapazität war die Lebensqualität. Es zeigte sich, dass<br />

in beiden Gruppen sowohl bezüglich <strong>der</strong> aeroben Kapazität als auch <strong>der</strong> Lebensqualität<br />

ähnliche Verbesserungen erzielt werden konnten.<br />

Brown et al. (1999) verglichen die Komponenten <strong>der</strong> Lebensqualität, gemessen mit dem<br />

SF-36, bei Koronarpatienten vier Jahre nach einem Herzinfarkt mit einer Normpopulation.<br />

Dabei stellten die Autoren fest, dass beson<strong>der</strong>s diejenigen Patienten von einer geringeren<br />

Lebensqualität berichteten, die aufgrund ihrer Erkrankung unfähig waren zu arbeiten, die<br />

anginöse Beschwerden und Dyspnoe aufwiesen, die zusätzlich eine Lungenerkrankung hatten<br />

o<strong>der</strong> die von Angstsymptomen und Schlafstörungen berichteten.<br />

Engebretson et al. (1999) fanden ebenfalls Beziehungen zwischen Ängstlichkeit und <strong>der</strong><br />

Lebensqualität bei Patienten eines 12-wöchigen kardiologischen Rehabilitationsprogrammes.<br />

Patienten mit hoher Traitangst wiesen eine geringere Lebensqualität auf. Dabei beeinflußte<br />

28


die Traitangst am stärksten die Berichte zur emotionalen Befindlichkeit, mo<strong>der</strong>at den<br />

funktionellen Bereich und am schwächsten die medizinischen Aspekte <strong>der</strong> Lebensqualität.<br />

Oldridge et al. (1998) untersuchten soziodemographische und klinische Prädiktoren <strong>der</strong><br />

gesundheitsbezogenen Lebensqualität im Rahmen eines achtwöchigen kardiologischen<br />

Rehabilitationsprogrammes im Vergleich zur Standardbehandlung bei über 200<br />

Herzinfarktpatienten. Dabei zeigte sich unter an<strong>der</strong>em, dass die größten Verbesserungen in<br />

bezug auf die Lebensqualität mit geringeren kardiovaskulären Risikofaktoren, wie kein<br />

früherer Herzinfarkt o<strong>der</strong> Bypass-OP, keine anginöse Symptomatik, wenig rauchen, und mit<br />

einer besseren Belastungstoleranz in Beziehung standen.<br />

2.9 Bedeutung und Ziele <strong>der</strong> kardiologischen Rehabilitation<br />

Haupt und Delbrück (1998) definieren Rehabilitation folgen<strong>der</strong>maßen:<br />

„Rehabilitation umfasst die Gesamtheit aller Maßnahmen medizinischer, schulischpädagogischer,<br />

beruflicher und sozialer Art, die erfor<strong>der</strong>lich sind, um für den Behin<strong>der</strong>ten die<br />

bestmöglichen körperlichen, seelischen und sozialen Bedingungen zu schaffen. Diese sollen<br />

ihn befähigen, aus eigener Kraft einen möglichst normalen Platz in <strong>der</strong> Gesellschaft zu<br />

behalten o<strong>der</strong> wie<strong>der</strong>zuerlangen.“ Dementsprechend verfolgt die kardiologische<br />

Rehabilitation gemäß des gesetzlichen Auftrags <strong>der</strong> Rentenversicherung das Ziel, eine<br />

erhebliche Gefährdung <strong>der</strong> Erwerbsfähigkeit abzuwenden sowie die Einglie<strong>der</strong>ung des<br />

Patienten in das Erwerbsleben und das soziale Umfeld zu ermöglichen (Franz, 1998).<br />

Rehabilitation geht im Sinne eines bio-psycho-sozialen Krankheitsverständnisses von einer<br />

ganzheitlichen, interdisziplinär angelegten Diagnostik und Therapie aus.<br />

Die multifaktorielle Genese einer KHK erfor<strong>der</strong>t neben <strong>der</strong> Diagnostik und Therapie eines<br />

eingetretenen Schadens auch die Vermittlung eines Krankheitsverständnisses als chronisch<br />

progredienten Prozess und das Aufzeigen von persönlichen Einflussmöglichkeiten (Franz,<br />

1998). Diagnostische Maßnahmen in <strong>der</strong> kardiologischen Rehabilitation haben nach Franz<br />

(1998) das Ziel, die körperliche Belastbarkeit und Prognose, das kardiovaskuläre<br />

Risikofaktorenprofil, Begleiterkrankungen und die Gesamtprognose sowie die psychophysiologische<br />

Belastbarkeit einzuschätzen.<br />

Mit Hilfe <strong>der</strong> individuell auf den Rehabilitanden zugeschnittenen therapeutischen<br />

Maßnahmen sollen vor allem die langfristigen Konsequenzen einer chronischen Erkrankung<br />

behandelt und bewältigt werden. Wichtige Therapiebausteine in <strong>der</strong> kardiologischen<br />

Rehabilitation sind die physikalische Therapie (Bewegungstherapie, Krankengymnastik,<br />

balneophysikalische und Elektrotherapie), Gesundheitstraining und Informationen,<br />

medikamentöse Therapie, berufliche und sozialmedizinische Maßnahmen sowie<br />

psychologische Therapien (Entspannungs-, Stressbewältigungs-, Gewichtsreduktions- und<br />

Nichtrauchertraining).<br />

Eine zukunftsorientierte patientengerechte Rehabilitationspraxis fokussiert beson<strong>der</strong>s auf eine<br />

differenzierte methodische Erfassung <strong>der</strong> individuellen Zielerreichung und zielorientierten<br />

Ergebnismessung im Therapieprozess (vgl. Maurischat et al., 2000). Auf diese Weise lässt<br />

sich die Komplexität und Individualität des Einzelfalls am besten berücksichtigen (Gerdes et<br />

al., 2000) und <strong>der</strong> Rehabilitationserfolg an diesen Zielen messen (Schliehe und Haaf, 1996).<br />

Nach einer Definition von Bührlen et al. (2000) bezieht sich Zielorientierung auf die<br />

Ausrichtung <strong>der</strong> Therapieplanung und –durchführung auf die individuellen Behandlungsziele<br />

<strong>der</strong> Patienten (Bührlen et al., 2000). Ein <strong>der</strong>artiges Vorgehen verspricht vor allem zwei<br />

Vorteile. Erstens kann auf diese Weise die Compliance <strong>der</strong> Patienten positiv beeinflusst<br />

29


werden, da ihren individuellen Bedürfnissen Rechnung getragen werden kann und sie sich<br />

nicht nur als eine „Patientennummer“ erleben. Zweitens können die Patienten aktiv in den<br />

Behandlungsprozess integriert werden.<br />

Welche Bedeutung allerdings den von Patienten genannten Zielen im Hinblick auf die<br />

Wirksamkeit einer Rehabilitationsmaßnahme zukommt, scheint noch nicht eindeutig geklärt<br />

zu sein. Oldridge et al. (1998) untersuchten in einer randomisierten und kontrollierten Studie<br />

die Validität von Zielen als Outcome-Kriterien einer kardiologischen Rehabilitation nach<br />

einem Myokardinfarkt. Dazu baten sie Patienten mit Routinebehandlung und Patienten eines<br />

Rehabilitationsprogramms eine Aktivität anzugeben, die bei Erreichung auf einen<br />

erfolgreichen Erholungsprozess hinwies. Dies wurde dann in Beziehung gesetzt zur<br />

gesundheitsbezogenen Lebensqualität und zur vorhergesagten Belastungstoleranz. Nach acht<br />

Wochen wiesen die Patienten des Rehabilitationsprogramms im Vergleich zur<br />

Routinebehandlung mehr Verbesserungen in bezug auf die Lebensqualitätsparameter und die<br />

Belastungstoleranz auf. Die Zielerreichung beson<strong>der</strong>s bezüglich <strong>der</strong> Ziele, die sich auf die<br />

Wie<strong>der</strong>erlangung physischer Aktivität bezogen, war dagegen größer bei den Patienten <strong>der</strong><br />

Standardbehandlung. Oldridge et al. (1998) weisen daraufhin, dass die Validität <strong>der</strong>artiger<br />

selbstgenannter Rehabilitationsziele als Maß für die Wirksamkeit einer kardiologischen<br />

Rehabilitation fraglich sei und möglicherweise zu irreführenden Ergebnissen führen könne.<br />

Um diese möglichen Verzerrungen zu verhin<strong>der</strong>n, scheint es daher angebracht zu sein, neben<br />

den von Patienten genannten Zielen ebenfalls die von den behandelnden Therapeuten<br />

formulierten Ziele zu berücksichtigen und sie mit den Patientenzielen in Beziehung zu setzen,<br />

um auf diese Weise eine bestmögliche Erfassung <strong>der</strong> Situation des Patienten aus<br />

unterschiedlichen Perspektiven zu erreichen.<br />

30


3. Abgeleitete Ziele und Fragestellungen<br />

Aus den Forschungsdefiziten, die in <strong>der</strong> empirischen Literatur deutlich werden, lassen sich die<br />

folgenden Hauptziele des Projekts PW4 ableiten:<br />

• Untersuchung <strong>der</strong> Verarbeitungsprozesse bei kardiologischen Rehabilitanden,<br />

• Ermittlung relevanter medizinischer und psychosozialer Prädiktoren für den<br />

Rehabilitations-Outcome und<br />

• Empfehlung einer rehabilitationsbezogenen und –optimierten Coping-Eingangsdiagnostik.<br />

Das Projekt PW4 setzt sich dabei aus drei aufeinan<strong>der</strong> aufbauenden Komponenten zusammen:<br />

1. einer Literaturanalyse <strong>der</strong> Forschungsergebnisse zur Bedeutung <strong>der</strong> Krankheitsverarbeitung<br />

in <strong>der</strong> kardiologischen Rehabilitation,<br />

2. einer Querschnittstudie (Studie 1) zur Schaffung einer Referenzdatenbasis und zur<br />

Entwicklung eines ökonomischen Instrumentariums für den Längsschnitt (n = 200) und<br />

3. zwei Längsschnittstudien zur Untersuchung potentieller medizinischer und psychosozialer<br />

Prädiktoren mit 3 (Studie 2) bzw. 4 (Studie 3) Messzeitpunkten (geplanter<br />

Stichprobenumfang n = 100 bzw. n = 50).<br />

Die zentralen Fragestellungen lauten wie folgt:<br />

1. Welche Prozesse <strong>der</strong> Krankheitsverarbeitung werden von Experten und Patienten als<br />

rehabilitationsrelevant eingeschätzt?<br />

2. Welche Beziehungen bestehen zwischen <strong>der</strong> Krankheitsverarbeitung <strong>der</strong> Patienten und <strong>der</strong><br />

Interventionsplanung des Arztes?<br />

3. Welche Beziehungen bestehen zwischen Krankheitsverarbeitung und Compliance?<br />

4. Wie lassen sich Reha-Outcome-Kriterien durch Krankheitsverarbeitung vorhersagen?<br />

5. Welche Bedeutung hat Krankheitsverarbeitung im Zusammenhang mit an<strong>der</strong>en<br />

psychosozialen und medizinischen Parametern in <strong>der</strong> Reha?<br />

6. Ist Krankheitsverarbeitung eher stabil über die Zeit o<strong>der</strong> variabel?<br />

7. Wie verän<strong>der</strong>t sich Krankheitsverarbeitung im Verlauf <strong>der</strong> Reha?<br />

8. Welche Empfehlungen lassen sich bzgl. Krankheitsverarbeitung in <strong>der</strong> Diagnostik und<br />

Interventionsplanung geben?<br />

31


Teil II Querschnittstudie (Studie 1)<br />

4. Methodik <strong>der</strong> Querschnittstudie<br />

4.1 Ziele und Fragestellungen<br />

Im Rahmen <strong>der</strong> Querschnittstudie (Studie 1) wurden folgende Untersuchungsziele<br />

angestrebt:<br />

• Schaffung einer Referenzdatenbasis für die kardiologische Rehabilitation und für die<br />

Längsschnittuntersuchung, speziell zur Erfassung von Coping,<br />

• korrelationsstatistische Prüfung <strong>der</strong> Zusammenhänge zwischen verschiedenen Coping-<br />

Skalen sowie zwischen Coping-Skalen und Zielkriterien <strong>der</strong> Lebensqualität und des Reha-<br />

Erfolgs und<br />

• Entwicklung eines ökonomischen Instrumentariums zur Ermittlung zentraler Aspekte von<br />

Coping, subjektiven Krankheitstheorien und Hostilität/Zynismus nach Validität,<br />

Skalenqualität, Redundanz und Testökonomie.<br />

Die aus diesen Zielen abgeleiteten Fragestellungen <strong>der</strong> Querschnittstudie lauten im einzeln<br />

wie folgt:<br />

• Welche Skalengüte weisen die eingesetzten Inventare auf?<br />

• Welche Beziehungen bestehen zwischen den Prozessen <strong>der</strong> Krankheitsverarbeitung <strong>der</strong><br />

Patienten und den Zielkriterien <strong>der</strong> Lebensqualität?<br />

• Welche Beziehungen bestehen zwischen psychosozialen und medizinischen Parametern<br />

auf <strong>der</strong> einen Seite und den Zielkriterien <strong>der</strong> Lebensqualität auf <strong>der</strong> an<strong>der</strong>en Seite?<br />

• Wie lassen sich die eingesetzten Skalen in ihrer Länge sinnvoll im Hinblick auf<br />

Ökonomie, Reliabilität und Validität reduzieren?<br />

4.2 Untersuchungsdesign und Durchführung<br />

Die Befragung erfolgte auf freiwilliger Basis einmalig und anonym. Die Patienten wurden<br />

dazu von den behandelnden Ärzten gefragt, ob sie an <strong>der</strong> Befragung teilnehmen wollten, und<br />

erhielten anschließend ein Patientenanschreiben zur Erläuterung <strong>der</strong> Ziele <strong>der</strong> Studie (s.<br />

Anhang A). Das Fragebogen-Paket (s. Anhang A) wurde in <strong>der</strong> dritten Woche <strong>der</strong> stationären<br />

Heilbehandlung von den behandelnden Ärzten ausgegeben, die zusätzlich in einem Arzt-<br />

Rating für jeden Patienten kardiologische Basisparameter, Reha-Ziele und Reha–Motivation<br />

(s. Anhang A) erhoben. Die Patientenstichprobe setzte sich zusammen aus Patienten mit einer<br />

koronaren Herzerkrankung (Herzinfarkt, Bypass-Operierte), nach Herzklappenoperation<br />

sowie mit Herzrhythmusstörungen, um ein möglichst breites Spektrum kardiologischer<br />

Krankheitsbil<strong>der</strong> abzudecken. In erster Linie wurden Patienten befragt, die vor <strong>der</strong><br />

Heilbehandlung noch berufstätig waren, da die berufliche Wie<strong>der</strong>einglie<strong>der</strong>ung ein wichtiges<br />

Zielkriterium <strong>der</strong> Rehabilitation darstellt. Angestrebt wurde eine Stichprobengröße von n =<br />

33


200 kardiologischen Rehabilitanden. Ausschlusskriterien waren die Nichtberrschung <strong>der</strong><br />

deutschen Sprache, kognitive Defizite (z.B. durch Apoplex o<strong>der</strong> Demenz) sowie<br />

Multimorbidität.<br />

An <strong>der</strong> Studie haben sich folgende kardiologische Rehabilitationskliniken beteiligt, denen<br />

unser beson<strong>der</strong>er Dank gilt:<br />

• Fachklinik Rhein-Ruhr in Essen-Kettwig (Chefarzt Dr. L. Benesch,<br />

Dipl.-Psych W. Ulmer),<br />

• Klinik Kreuzkamp, Bad Waldliesborn (Chefarzt Prof. Dr. D. Gradaus,<br />

Dr.Dr. W. Schweidtmann),<br />

• Klinik Königsfeld, Ennepetal (Chefarzt PD Dr. M. Karoff).<br />

4.3 Untersuchungsinstrumentarium<br />

Zunächst erfolgte auf <strong>der</strong> Grundlage von Literaturanalysen empirischer Studien die<br />

Zusammenstellung eines Fragebogen-Pakets für den Einsatz in <strong>der</strong> Querschnittstudie. Dabei<br />

wurden im Sinne eines bio-psycho-sozialen Krankheitsverständnisses möglichst viele<br />

relevante psychosoziale Aspekte berücksichtigt, die in <strong>der</strong> empirischen Forschung als<br />

relevante Einflussfaktoren diskutiert werden. Neben dem Hauptschwerpunkt Krankheitsverarbeitung<br />

wurden als weitere wichtige psychosoziale Prädiktoren subjektive Krankheitstheorien,<br />

Selbstwirksamkeitserwartungen, Hostilität/Zynismus, soziale Unterstützung,<br />

soziodemographische Daten sowie allgemeine Anamnesedaten und kardiologische<br />

Funktionsparameter erfasst. Als Outcome-Kriterien <strong>der</strong> Rehabilitation wurden Angst,<br />

Depression, Somatisierung, <strong>der</strong> allgemeine Gesundheitsstatus, Reha-Status, Lebens- und<br />

Behandlungszufriedenheit und die Wie<strong>der</strong>erlangung <strong>der</strong> Erwerbsfähigkeit erhoben<br />

(Tab. 4.3).<br />

34


Tab. 4.3:<br />

Untersuchungsinstrumentarium mit Inhaltsbereichen und Instrumenten<br />

Instrumente<br />

Fragebogen<br />

FKV-LIS- (<strong>Muthny</strong>, 1989)<br />

TSK (Klauer und Filipp, 1993)<br />

SF-12 (Bullinger, 1997)<br />

IRES-MIN (Gerdes und Jäckel, 1995)<br />

BSI (Derogatis und Spencer, 1982)<br />

EKO (<strong>Muthny</strong> et al., 1992)<br />

F-SOZU-K-22<br />

(Sommer und Fydrich, 1989, 1991)<br />

GEK (Schwarzer, 1994)<br />

Zynismus-Skala (Eigenentwicklung)<br />

Lebenszufriedenheits-Skala (<strong>Muthny</strong>, 1991)<br />

Behandlungszufriedenheits-Skala<br />

(<strong>Muthny</strong>, 1990)<br />

Schlaffragebogen (nach Siegrist et al., 1987)<br />

Soziodemographische Daten<br />

Anamnesedaten und Beschwerden<br />

Arzt-Rating<br />

Inhaltsbereiche<br />

Coping<br />

Subjektive Gesundheit, Lebensqualität,<br />

Reha-Status<br />

Angst, Depression, Somatisierung<br />

Erkrankungsbezog. Kontrollüberzeugungen<br />

Soziale Unterstützung<br />

Generalisierte Kompetenzerwartung<br />

Zynismus<br />

Lebenszufriedenheit<br />

Behandlungszufriedenheit<br />

Schlafverhalten und Vigilanz<br />

kardiologische Basisparameter, Reha-<br />

Motivation und Reha-Ziele<br />

Der Schlaffragebogen nach Siegrist et al. (1987) wurde aufgrund verbundinterner<br />

Überlegungen in die Studie mitaufgenommen und soll im Folgenden nur in den korrelativen<br />

Ergebnissen berücksichtigt werden (zu den Dimensionen und Testgütekriterien s.<br />

Abschlussbericht Methodenzentrum).<br />

Kurzbeschreibung <strong>der</strong> verwendeten Fragebogen-Instrumente<br />

Nachfolgend werden die einzelnen Instrumente kurz beschrieben, die im Anhang<br />

wie<strong>der</strong>gegeben sind.<br />

Krankheitsverarbeitung<br />

Im Hinblick auf die Coping-Instrumente wurden die Kurzform des Freiburger Fragebogens<br />

zur Krankheitsverarbeitung (FKV-LIS; <strong>Muthny</strong>, 1989) sowie die Trierer Skalen zur<br />

Krankheitsbewältigung (TSK; Klauer und Filipp, 1993) eingesetzt. Auswahlkriterien waren<br />

dabei zum einen die bekannten Gütekriterien bei<strong>der</strong> Verfahren, zum an<strong>der</strong>en auch ihr<br />

bewährter Einsatz in zahlreichen empirischen deutschsprachigen Studien zum<br />

35


Bewältigungsverhalten bei Patienten mit den unterschiedlichsten Erkrankungen, so dass beide<br />

Instrumente gute Vergleichsmöglichkeiten bieten.<br />

Der FKV-LIS ist eine Kurzform des FKV102 und berücksichtigt in Anlehnung an Theorien<br />

zu Coping-Verhalten emotionale, kognitive und aktionale Krankheitsverarbeitungsstrategien,<br />

wobei 35 Items zur Selbsteinschätzung, wie stark die jeweiligen Aussagen bezogen auf die<br />

Situation <strong>der</strong> letzten sieben Tage (Belastungsfokus) zutreffend sind, auf einer 5-stufigen<br />

Ratingskala den Probanden vorgegeben werden. Außerdem werden die Probanden gebeten,<br />

die Krankheitsverarbeitungsstrategien hinsichtlich ihrer Adaptivität zu bewerten. Neben fünf<br />

faktorenanalytisch ableitbaren Subskalen ("Depressive Verarbeitung", "Aktives<br />

problemorientiertes Coping", "Ablenkung und Selbstaufbau", "Religiösität und Sinnsuche"<br />

sowie "Bagatellisierung und Wunschdenken") kann ein itemstandardisierter Gesamtscore auf<br />

<strong>der</strong> Grundlage aller 35 Items berechnet werden als Maß für die Gesamt-Coping-Bemühungen<br />

<strong>der</strong> Probanden (<strong>der</strong> allerdings den Theorie-Vorgaben unabhängiger Dimensionen<br />

wi<strong>der</strong>spricht). Im folgenden wird <strong>der</strong> FKV-LIS nur FKV genannt.<br />

Die TSK beziehen sich auf verhaltens- und gedankenbezogene Aspekte von Coping und<br />

bestehen aus 37 Items, die sich ebenfalls in fünf faktorenanalytisch begründbare Subskalen<br />

einteilen lassen ("Rumination", "Suche nach sozialer Einbindung", "Bedrohungsabwehr",<br />

"Suche nach Information und Erfahrungsaustausch", "Suche nach Halt in <strong>der</strong> Religion"). Das<br />

Antwortverhalten <strong>der</strong> Probanden wird dabei auf einer 6-stufigen Likert-Skala registriert. Mit<br />

Hilfe einer Addition <strong>der</strong> Rohwerte läßt sich für jede Subskala ein Score bilden und auf <strong>der</strong><br />

Basis von Normwerten interpretieren. Aus Gründen <strong>der</strong> Vergleichbarkeit mit dem FKV<br />

wurden als Belastungsfokus ebenfalls die letzten sieben Tage festgelegt.<br />

Subjektive Theorien<br />

Erkrankungsbezogene Kontrollüberzeugungen<br />

Für eine ökonomische Erfassung erkrankungsbezogener Kontrollüberzeugungen als<br />

Bestandteile subjektiver Krankheitstheorien wurde <strong>der</strong> EKO (Erkrankungsbezogene<br />

Kontrollüberzeugungen; <strong>Muthny</strong> et al., 1992) herangezogen, dessen neun Items jeweils auf<br />

einer 5-stufigen Skala beantwortet werden sollen. Vergleichsdaten mit verschiedenen<br />

Stichproben körperlich kranker Patienten liegen vor, eine Auswertung sollte allerdings nur auf<br />

Basis <strong>der</strong> Einzelitems erfolgen, da sich aufgrund <strong>der</strong> geringen Itemanzahl und fehlen<strong>der</strong><br />

Faktorstruktur keine sinnvollen Summenskalen bilden lassen.<br />

Generalisierte Kompetenzerwartung bzw. Selbstwirksamkeit<br />

Die Messung <strong>der</strong> generalisierten Selbstwirksamkeitserwartung als habituelle Disposition<br />

erfolgte mittels des Fragebogens zur Generalisierten Kompetenzerwartung (GEK), dessen<br />

Gütekriterien als zufriedenstellend bezeichnet werden können und <strong>der</strong> in zahlreichen Län<strong>der</strong>n<br />

bereits zum Einsatz gekommen ist (Schwarzer, 1994). Diese Skala besteht aus insgesamt 10<br />

Items, bei denen die Probanden das Ausmaß ihrer Zustimmung zu den formulierten Aussagen<br />

auf einer 4-stufigen Ratingskala angeben. Inhaltlich beziehen sich die Items auf<br />

Anfor<strong>der</strong>ungen, denen die eigene Handlungsfähigkeit gegenübergestellt wird. Die<br />

Auswertung ist über die Addition <strong>der</strong> Werte zu einem Summenscore möglich.<br />

Angst und Depression<br />

Zur Ermittlung ängstlicher und depressiver Symptome wurde <strong>der</strong> BSI (Brief Symptom<br />

Inventory; Derogatis und Spencer, 1982) eingesetzt, <strong>der</strong> eine Kurzversion <strong>der</strong> SCL-90-R<br />

(Symptom Checklist; Franke, 1995) darstellt. In <strong>der</strong> verwendeten Version besteht <strong>der</strong> BSI aus<br />

den Skalen Angst und Depressivität mit jeweils sechs Items sowie aus <strong>der</strong> Skala<br />

36


Somatisierung mit insgesamt sieben Items. Dabei bilden die letzten sieben Tage den<br />

Bezugszeitraum. Die Beurteilung <strong>der</strong> 19 Items erfolgt auf einer 5-stufigen Antwortskala. Für<br />

jede Skala kann ein Summenscore berechnet werden. Dargestellt werden in <strong>der</strong> vorliegenden<br />

Studie die itemstandardisierten Skalenbildungen.<br />

Soziale Unterstützung<br />

Die Erfassung <strong>der</strong> sozialen Unterstützung erfolgte auf <strong>der</strong> Grundlage <strong>der</strong> aus 22 Items<br />

bestehenden Kurzform des Fragebogens zur Sozialen Unterstützung (F-SOZU-K-22; Sommer<br />

und Fydrich, 1989, 1991), <strong>der</strong>en Gesamtskala gute Reliabilitäts- und Validitätswerte aufweist<br />

(s. auch Franke, 1994) und für die mittlerweile auch repräsentative Daten vorhanden sind<br />

(Bilsky und Hosser, 1998). Der Fragebogen F-SOZU-K-22 deckt mit seinen Skalen<br />

„Emotionale Unterstützung“, „Praktische Unterstützung“ und „Soziale Integration“ zentrale<br />

Aspekte sozialer Unterstützung ab. Die Items des F-SOZU-K-22 sind als Selbstaussagen<br />

formuliert und werden von den Probanden auf einer 5-stufigen Ratingskala nach dem Ausmaß<br />

ihrer Zustimmung beurteilt. Die Auswertung erfolgt dabei über die Bildung eines<br />

Skalensummenscores.<br />

Lebens- und Behandlungszufriedenheit<br />

Die Lebenszufriedenheit wurde mittels einer von <strong>Muthny</strong> (1991) modifizierten Fassung des<br />

Inventars von Fahrenberg et al. (1986) erfasst. Das Lebenszufriedenheitsinventar setzt sich<br />

aus 15 Items zu verschiedenen Teilbereichen des Lebens sowie einer globalen Einschätzung<br />

zur Lebenszufriedenheit insgesamt zusammen, die jeweils auf einer 5-stufigen Antwortskala<br />

eingeschätzt werden. Dabei läßt sich die Gesamt-Zufriedenheit auf <strong>der</strong> Grundlage eines<br />

itemstandardisierten Summenscores beurteilen.<br />

Zur Erfassung <strong>der</strong> Behandlungszufriedenheit wurde eine aus 13 Items zusammengesetzte<br />

Liste von <strong>Muthny</strong> et al. (1990) verwendet, bei <strong>der</strong> die Probanden das Ausmaß ihrer<br />

Zufriedenheit mit <strong>der</strong> medizinischen und psychosozialen Behandlung im Hinblick auf<br />

verschiedene Behandlungsbereiche auf einer 5-stufigen Antwortskala angeben. Auch hier ist<br />

die Bildung eines itemstandardisierten Gesamtsummenwertes als Gesamtmaß für die<br />

Zufriedenheit mit <strong>der</strong> medizinischen Behandlung möglich.<br />

Subjektive Gesundheit und Lebensqualität<br />

Zur Erfassung von Lebensqualität und subjektiver Gesundheit wurden <strong>der</strong> SF-12 (Short Form<br />

12; Bullinger, 1997; Bullinger und Kirchberger, 1998) und <strong>der</strong> IRES-MIN (Indikatoren des<br />

Reha-Status, Minimalversion; Gerdes und Jäckel, 1995) eingesetzt.<br />

Der SF-12 besteht als Kurzversion aus 12 Items <strong>der</strong> Langversion SF-36. Für die Auswertung<br />

werden für die beiden Bereiche körperliche Gesundheit (KS) und psychische Gesundheit (PS)<br />

Summenwerte gebildet.<br />

Der IRES-MIN ist die Kurzversion des IRES-Fragebogens und enthält 17 nach<br />

psychometrischen Kriterien ausgewählte Items <strong>der</strong> Langversion. Es wird nach Item-<br />

Rekodierung aus den Subskalen „Risikofaktoren“, „Schmerzskala“, „Skala Burn-Out“ und<br />

„Skala berufliche Sorgen“ ein Gesamt-Summenscore berechnet.<br />

Schlaffragebogen<br />

Der eingesetzte Schlaffragebogen basiert auf den Arbeiten von Siegrist et al. (1987) und<br />

Fischer et al. (1991) und wurde aufgrund verbundinterner Überlegungen mit in die Studie<br />

37


aufgenommen. Der Fragebogen besteht aus den Skalen Schlafstörungen, Vigilanz und<br />

körperliche Beschwerden.<br />

Zynismus<br />

Die Zynismus-Skala basiert auf <strong>der</strong> deutschsprachigen Version <strong>der</strong> Cook-Medley Hostility<br />

Scale (Ho-Skala) und einer Expertenbefragung (siehe 5.5). Die Endversion <strong>der</strong> Skala besteht<br />

nach <strong>der</strong> Durchführung von Item- und Faktorenanalysen aus 13 Items, die auf einer 5-stufigen<br />

Rating-Skala beantwortet werden. Die nach Varimax-Rotation extrahierten Faktoren wurden<br />

aufgrund inhaltlicher Überlegungen als „Zynismus“ (Items 13-15, 17, 18), „Amoralischer<br />

Opportunismus“ (Items 1-4) und „Zweifel an Altruismus“ (Items 5, 7-9) benannt. Die<br />

Reliabilitäten <strong>der</strong> drei Subskalen können als gut bis zufriedenstellend bezeichnet werden<br />

(Zynismus: α=.83; Zweifel an Altruismus: α=.75; Amoralischer Opportunismus: α=.83). Die<br />

Trennschärfen aller Items liegen über r it-i = .48 und damit in einem guten Bereich.<br />

Soziodemographische Daten<br />

Die Angaben zu soziodemographischen Daten basieren auf den Empfehlungen <strong>der</strong> AG<br />

„Routinedaten“ (Deck und Röckelein, 1999).<br />

Arzt-Fragebogen<br />

Zur Erfassung <strong>der</strong> medizinischen Basisparameter erhielten die behandelnden Ärzte eine<br />

einseitige Arzt-Einschätzung (s. Anhang A) und wurden gebeten, diese jeweils für jeden<br />

Patienten auszufüllen. Weitere Inhaltsbereiche waren Reha-Ziele und Reha-Motivation.<br />

4.4 Statistische Auswertungsmethoden für die Querschnittstudie<br />

Die statistische Auswertung erfolgte mit Hilfe des Statistikprogramms SPSS 10.0 for<br />

Windows. Neben <strong>der</strong> deskriptiven Analyse <strong>der</strong> Daten wurden Zusammenhänge zwischen<br />

verschiedenen Variablen je nach Datenniveau mittels Produkt-Moment-Korrelation nach<br />

Pearson o<strong>der</strong> Rangkorrelationen nach Spearman berechnet. Multivariate Zusammenhänge<br />

zwischen Prädiktoren und den Zielkriterien wurden mittels multiplen Regressionsanalysen<br />

untersucht. Als Maß für die Reliabilität wurde pro Skala die interne Konsistenz mittels<br />

Cronbach´s α bestimmt. Zur Datenreduktion wurden Faktorenanalysen nach <strong>der</strong><br />

Hauptkomponentenmethode und Itemanalysen mittels Bestimmung von Trennschärfekoeffizienten<br />

durchgeführt.<br />

38


5. Ergebnisse <strong>der</strong> Querschnittstudie (Studie 1)<br />

5.1 Soziodemographische und medizinische Charakteristika <strong>der</strong> Stichprobe<br />

Insgesamt konnten in diesem ersten Auswertungsschritt 224 kardiologische Rehabilitanden<br />

befragt werden, so dass bereits zu diesem Zeitpunkt die anfänglich geplante Stichprobengröße<br />

übertroffen wurde. Die Rücklaufquote lag dabei bei 63%. Das Durchschnittsalter <strong>der</strong><br />

Patienten lag bei knapp 61 Jahren (MW = 60,8; s = 10,8; Bereich 30-84 Jahre) (Tab. 5.1.1).<br />

Tab. 5.1.1: Stichprobenzusammensetzung soziodemographischer Daten (n = 224)<br />

Geschlecht Männlich: 82% Weiblich: 14% k.A.: 4%<br />

Alter (Bereich: 30-84 Jahre) MW = 60,8 s = 10,8<br />

Familienstand Verheiratet: 75% Ledig: 5% k.A.: 4%<br />

Geschieden: 6%% Verwitwet: 10%<br />

Wohnsituation Allein lebend: 16% Mit an<strong>der</strong>en: 70% k.A.: 14%<br />

Schulbildung Hauptschule: 50% Realschule: 19%<br />

Abitur: 11%<br />

Beruf Arbeiter: 27% Angestellter: 41%<br />

Selbständiger: 10% Beamter: 7%<br />

Gegenwärtige<br />

Ganztägig: 42% Halbtags: 2%<br />

Erwerbstätigkeit<br />

Arbeitslos: 5% EU- bzw.<br />

(vor Reha-Beginn) BU-Rente: 11%<br />

Aktuelle Krankschreibung ja: 45% Nein: 40% k.A.: 15%<br />

Schwerbehin<strong>der</strong>tenausweis ja: 31% Nein: 64%<br />

Teilnahme an Reha<br />

(in den letzten 5 Jahren)<br />

ja: 17% Nein: 77% k.A.:6%<br />

Die befragten 224 Patienten waren erwartungsgemäß überwiegend männlich (82%),<br />

verheiratet (75) und lebten mit an<strong>der</strong>en Personen zusammen (70%). Im Schulabschluss<br />

überwiegt Volks- bzw. Hauptschule (50%), gefolgt von Realschule (19%) und Abitur (11%).<br />

Entsprechend sind unter den Berufen vorwiegend Angestellte (41%), gefolgt von Arbeitern<br />

(27%), Selbstständigen (10%) und Beamten (7%). 42% <strong>der</strong> Befragten waren vor dem Antritt<br />

<strong>der</strong> Heilbehandlung noch ganztägig berufstätig. Bezüglich des sozialrechtlichen Status hatten<br />

31% einen Schwerbehin<strong>der</strong>tenausweis, 45% waren aktuell krankgeschrieben. 17% hatten<br />

bereits früher an einer Rehabilitationsmaßnahme teilgenommen.<br />

39


Die häufigste Diagnose bei den befragten Rehabilitanden war Herzinfarkt mit 32%, gefolgt<br />

von Zustand nach Bypass-Operation (31%) und dem Vorliegen bei<strong>der</strong> Diagnosen (20%),<br />

Patienten nur mit einer KHK (9%), Zustand nach Klappen-Operation (15%) und<br />

Rhythmusstörungen (2%) (Tab. 5.1.2). Die durchschnittliche Erkrankungsdauer lag bei 33<br />

Monaten mit einem sehr breiten Range von einem bis zu 344 Monaten. 49% <strong>der</strong> Patienten<br />

hatten ein NYHA-Stadium Klasse I, 13% Klasse II und 4% Klasse III. Die durchschnittliche<br />

maximale Ergometerleistung während <strong>der</strong> Rehabilitationsmaßnahme betrug 90 Watt. 23% <strong>der</strong><br />

Befragten wies eine 1-Gefäß-, 17% eine 2-Gefäß- und 34% eine 3-Gefäß-Erkrankung auf.<br />

Tab. 5.1.2: Stichprobenzusammensetzung medizinischer Basisdaten<br />

Diagnose %<br />

Erkrankungsdauer<br />

(1- 344 Monate)<br />

Anzahl<br />

betroffener<br />

Gefäße<br />

%<br />

NYHA-<br />

Stadium<br />

Herzinfarkt 32 1 23 I 49<br />

MW = 33,1<br />

Bypass 31 s = 62 2 17 II 13<br />

Herzinfarkt<br />

u. Bypass<br />

20<br />

%<br />

3 34 III 4<br />

KHK 9 Unbekannt 3 k.A. 35<br />

Klappe 5 k.A. 23<br />

Rhythmusstörung<br />

2<br />

k.A. 1<br />

Max. Ergometer-<br />

Leistung<br />

(25-200 Watt)<br />

MW = 90,4<br />

s = 40,9<br />

Ihren gegenwärtigen Gesundheitszustand bezeichneten 71% <strong>der</strong> Patienten im IRES-Min-<br />

Fragebogen als gut bis zufriedenstellend. 49% gaben an, dass ihr Gesundheitszustand sie nur<br />

„ein wenig“ bei alltäglichen Aufgaben behin<strong>der</strong>n würde. 58% berichteten von fast keinen o<strong>der</strong><br />

nur seltenen Schmerzen. 63% hatten leichte bis störende, aber noch zu ertragende Schmerzen.<br />

Auch fühlten sich fast 70% <strong>der</strong> Patienten nie o<strong>der</strong> nur manchmal völlig erschöpft. Ebenso<br />

waren Unruhe und Abgespanntsein bei den Befragten gering ausgeprägt. Über 60% hatten nie<br />

o<strong>der</strong> nur manchmal <strong>der</strong>artige Gefühle.<br />

In <strong>der</strong> subjektiven Einschätzung <strong>der</strong> eigenen Risikofaktoren gaben die Patienten auf dem<br />

ersten Rangplatz erhöhte Blutfettwerte an (62%), gefolgt von Stress und Hektik (52%),<br />

Bluthochdruck (50%), Übergewicht (41%), Rauchen (34%) und zu wenig Bewegung (31%)<br />

(Tab. 5.1.3).<br />

40


Tab. 5.1.3: Risikofaktoren in <strong>der</strong> Selbstwahrnehmung (n = 224)<br />

Item<br />

Häufigkeit (in %)<br />

(Mehrfachnennungen möglich)<br />

1. Erhöhte Blutfettwerte 62<br />

2. Stress 52<br />

3. Bluthochdruck 50<br />

4. Übergewicht 41<br />

5. Rauchen 34<br />

6. Zu wenig Bewegung 31<br />

7. Diabetes 17<br />

8. Zu viel Alkohol 5<br />

Als die wichtigsten subjektiven Einflussgrößen auf den Rehabilitationserfolg sahen die<br />

Patienten das eigene Verhalten (88%) und die eigene Lebenseinstellung (85%) an, gefolgt von<br />

Unterstützung durch den Partner bzw. die Familie (77%), Können <strong>der</strong> Ärzte (72%),<br />

Fortschritte <strong>der</strong> Medizin (71%) und Engagement <strong>der</strong> Ärzte (69%) (Tab.: 5.1.4).<br />

Tab. 5.1.4: Einflussfaktoren auf den Erkrankungsverlauf aus Patientensicht (n = 224)<br />

Vorgegebene Kategorien Häufigkeit % *<br />

1. Eigenes Verhalten 88<br />

2. Eigene Lebenseinstellung 85<br />

3. Unterstützung durch Partner/ Familie 77<br />

4. Können <strong>der</strong> Ärzte 72<br />

5. Fortschritte <strong>der</strong> Medizin 71<br />

6. Engagement <strong>der</strong> Ärzte 69<br />

7. Unterstützung durch Freunde/ Bekannte 47<br />

8. Vorbestimmtes Schicksal 21<br />

9. Zufall 9<br />

* 5-stufige Rating-Skala; Werte 4 und 5 addiert<br />

5.2 Ergebnisse zum Coping (FKV, TSK): Itemanalysen und Skalenanalysen<br />

In <strong>der</strong> nachfolgenden Tabelle sind die Itemanalysen für den FKV dargestellt. Wie Tab. 5.2.1<br />

zeigt, liegen die Cronbach`s α im Bereich zwischen .66 und .78 für die einzelnen Skalen. Die<br />

Reliabilitäten <strong>der</strong> einzelnen Skalen können damit als zufriedenstellend bis gut bezeichnet<br />

werden. Die jeweiligen Trennschärfen <strong>der</strong> Items liegen zwischen r it-i =.32 und r it-i =.66 und sind<br />

damit überwiegend ausreichend.<br />

41


Tab. 5.2.1: Itemanalysen für den FKV (n = 224)<br />

Scores 2)<br />

FKV1<br />

Items (gekürzt)<br />

Itemkennwerte 1)<br />

MW s r it-i r 2 α id bach´s<br />

Cronα<br />

Gereizt/ ungeduldig auf an<strong>der</strong>e reagieren 1,64 0,99 .43 .20 .68<br />

Sich selbst bemitleiden 1,26 0,63 .53 .28 .65<br />

Ins Grübeln kommen 1,83 1,05 .51 .28 .65<br />

Mit dem Schicksal ha<strong>der</strong>n 1,43 0,78 .45 .22 .67<br />

Von an<strong>der</strong>en Menschen zurückziehen 1,47 0,87 .49 .24 .65 .72<br />

Info über Erkrankung/ Behandlg. suchen 3,61 1,12 .46 .30 .68<br />

FKV2<br />

Anstrengungen zur Problemlösung 3,61 1,18 .58 .39 .63<br />

Plan machen und danach handeln 3,25 1,32 .55 .34 .64<br />

Sich vornehmen, intensiver zu leben 3,47 1,18 .32 .23 .73<br />

Gegen die Krankheit ankämpfen 4,14 0,94 .51 .33 .66 .72<br />

Sich mehr gönnen 2,26 1,19 .42 .18 .78<br />

FKV3<br />

Sich selbst Mut machen 3,64 1,14 .54 .31 .74<br />

Erfolge u. Selbstbestätigung suchen 2,99 1,29 .57 .35 .73<br />

Sich abzulenken versuchen 2,94 1,26 .66 .51 .70<br />

Abstand zu gewinnen versuchen 2,92 1,20 .58 .43 .73 .78<br />

Krankheit als Schicksal annehmen 2,55 1,24 .33 .11 .59<br />

Trost im religiösen Glauben suchen 2,00 1,29 .41 .20 .55<br />

FKV4<br />

In <strong>der</strong> Krankheit einen Sinn sehen 1,96 1,14 .35 .15 .58<br />

Trösten,dass es an<strong>der</strong>en schlechter geht 2,63 1,37 .44 .22 .53<br />

FKV5<br />

An<strong>der</strong>en Gutes tun wollen 2,91 1,18 .34 .14 .58 .62<br />

Geschehenes "nicht wahrhaben-wollen" 1,92 1,16 .53 .29 .47<br />

Herunterspielen <strong>der</strong> Bedeutung 1,95 1,02 .48 .25 .55<br />

Wunschdenken/ Tagträumen nachhängen 1,78 1,00 .40 .17 .64 .66<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Reliabilitätsanalyse“<br />

1) MW = Mittelwert, s = Standardabweichung, r 2 = quadrierte multiple Korrelation,<br />

r it-i = Trennschärfe, α id = Alpha bei gelöschtem Item,<br />

2) FKV 1 = Depressive Verarbeitung, FKV 2 = Aktives problemorientiertes Coping,<br />

FKV 3 = Ablenkung und Selbstaufbau, FKV 4 = Religiosität und Sinnsuche,<br />

FKV 5 = Bagatellisieren und Wunschdenken<br />

42


Bezüglich des Nutzens von Krankheitsverarbeitung schätzten die Patienten<br />

„Vertrauenssetzung in die Ärzte“ (38%) am wirksamsten ein, gefolgt von<br />

„Informationssuche“ (30%), „Problemlöseanstrengungen“ und „Kampfgeist“ (s. Tab. 5.2.2).<br />

Tab. 5.2.2: Hilfreiche Modi <strong>der</strong> Krankheitsverarbeitung aus Patientensicht (n = 224)<br />

Vorgegebene Kategorien (nach Rangreihe) Häufigkeit %<br />

1. Vertrauen in die Ärzte setzen 38<br />

2. Informationen über Erkrankung und Behandlung suchen 30<br />

3. Anstrengungen zur Lösung <strong>der</strong> Probleme unternehmen 29<br />

4. Kampfgeist entwickeln 25<br />

5. Genau den ärztlichen Rat befolgen 23<br />

6. Sich selbst Mut machen 19<br />

Tab. 5.2.3 zeigt die Itemanalysen für den TSK. Die Skalen weisen Konsistenzkoeffizienten<br />

(Cronbach´s α) im Bereich zwischen .74 und .81 auf und haben somit zufriedenstellende bis<br />

gute Reliabilitäten. Die Trennschärfen <strong>der</strong> einzelnen Items liegen mit drei Ausnahmen alle<br />

über r it-i = .30.<br />

Tab. 5.2.3: Itemanalysen für die TSK (n = 224)<br />

Scores 2)<br />

Items (gekürzt)<br />

Itemkennwerte 1)<br />

MW s r it-i r 2 α id bach`s<br />

Cron-<br />

α<br />

Nachdenken über frühere schöne Zeiten 3,91 1,50 .55 .39 .75<br />

Suche nach eigenen Fehlern 3,46 1,47 .48 .42 .76<br />

TSK1<br />

Sich sorgen, ob Ärzte helfen können 2,49 1,49 .51 .38 .75<br />

Über die Ehrlichkeit an<strong>der</strong>er grübeln 2,33 1,43 .49 .38 .76<br />

In Tagträumen versinken 1,78 1,07 .36 .20 .77<br />

An frühere Freunde zurückdenken 3,25 1,44 .42 .23 .77<br />

Allen Problemen aus dem Weg gehen 2,98 1,43 .43 .27 .77<br />

Versuch, Erkrankungsursache zu finden 3,46 1,48 .42 .38 .77<br />

An Menschen ohne Probleme denken 2,89 1,55 .52 .37 .75 .78<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Reliabilitätsanalyse“<br />

1) MW = Mittelwert, s = Standardabweichung, r 2 = quadrierte multiple Korrelation,<br />

r it-i = Trennschärfe, α id = Alpha bei gelöschtem Item,<br />

2) TSK1 = Rumination, TSK2 = Suche nach sozialer Einbindung, TSK3 = Bedrohungsabwehr,<br />

TSK4 = Suche nach Information/ Erfahrungsaustausch, TSK5 = Suche nach Halt in <strong>der</strong> Religion<br />

43


Fortsetzung Tab. 5.2.3: Itemanalysen für die TSK (n = 224)<br />

Itemkennwerte 1)<br />

Scores 2) Items (gekürzt) MW s r it-i r 2 α id<br />

Cronbach`s<br />

α<br />

Es sich gut gehen lassen 4,04 1,25 .35 .21 .72<br />

Beschäftigung mit ausfüllenden Dingen 4,14 1,14 .35 .24 .72<br />

An<strong>der</strong>en Mut machen und aufheitern 3,90 1,25 .44 .34 .71<br />

TSK2<br />

TSK3<br />

Sich an<strong>der</strong>en nützlich machen 3,55 1,22 .50 .38 .70<br />

An<strong>der</strong>e besuchen o<strong>der</strong> einladen 2,72 1,40 .44 .27 .71<br />

Mit Freunden ausgehen 2,80 1,41 .47 .40 .70<br />

Mit an<strong>der</strong>en schöne Stunden verleben 3,54 1,46 .40 .30 .71<br />

In Aktivitäten stürzen 3,19 1,42 .45 .21 .70<br />

Probleme an<strong>der</strong>er feststellen 3,52 1,43 .30 .15 .73 .74<br />

Denken, Zusammenleben ist wie früher 4,23 1,34 .43 .20 .76<br />

Versuch, Zustand zu verbessern 4,91 0,99 .25 .11 .78<br />

Bedenken, dass es vielen schlechter geht 4,36 1,22 .42 .22 .75<br />

Denken, dass es aufwärtsgehen wird 4,61 1,12 .60 .43 .72<br />

Denken, dass Ärzte ihr Bestes tun werden 4,95 0,96 .65 .49 .72<br />

Sich nicht unterkriegen lassen 4,96 1,16 .61 .43 .72<br />

Denken, dass Glück zurückkommt 4,48 1,30 .49 .32 .74<br />

Befolgung aller ärztlichen Ratschläge 5,31 0,69 .37 .20 .76 .77<br />

Austausch über Erkrankungsumgang 3,76 1,24 .63 .52 .75<br />

Suche nach sozialer Unterstützung 4,24 1,37 .18 .08 .81<br />

Personen mit ähnlicher Erfahrung suchen 3,27 1,39 .61 .49 .75<br />

TSK4<br />

Denken über Krankheitsumgang an<strong>der</strong>er 3,38 1,37 .64 .47 .74<br />

Mit an<strong>der</strong>en über Befürchtungen reden 2,76 1,27 .61 .40 .75<br />

TSK5<br />

Erkrankungs-Informationen suchen 3,39 1,53 .37 .21 .79<br />

Sich über Erkrankung informieren 3,36 1,43 .67 .51 .74<br />

Über alternative Methoden informieren 2,79 1,54 .32 .17 .80 .80<br />

Höheren Sinn in <strong>der</strong> Situation sehen 2,20 1,46 .46 .21 .93<br />

Beten und Trost im Glauben suchen 2,64 1,63 .78 .77 .62<br />

Um Kraft zur Lösung <strong>der</strong> Probleme beten 2,70 1,66 .80 .77 .60 .81<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Reliabilitätsanalyse“<br />

1) MW = Mittelwert, s = Standardabweichung, r 2 = quadrierte multiple Korrelation,<br />

r it-i = Trennschärfe, α id = Alpha bei gelöschtem Item, Itemanalyse, Programm SPSS "Reliabilitätsanalyse"<br />

2) TSK1 = Rumination, TSK2 = Suche nach sozialer Einbindung, TSK3 = Bedrohungsabwehr,<br />

TSK4 = Suche nach Information/ Erfahrungsaustausch, TSK5 = Suche nach Halt in <strong>der</strong> Religion<br />

44


5.3 Kontrollüberzeugungen und Selbstwirksamkeit<br />

Die erkrankungsbezogenen Kontrollüberzeugungen haben bezogen auf die Gesamtskala ein<br />

Cronbach´s α von .70, was als zufriedenstellend interpretiert werden kann, obwohl die Inhalte<br />

<strong>der</strong> Items sehr unterschiedlich sind (Tab. 5.3.1). Bis auf zwei Ausnahmen liegen die<br />

ermittelten Trennschärfen alle über r it-i = .30.<br />

Tab. 5.3.1: Itemanalyse für Kontrollüberzeugungen (EKO)<br />

Items 2)<br />

Items<br />

Itemkennwerte 1)<br />

MW s r it-i r 2 α id bach´s<br />

Cron-<br />

α<br />

Zufall 1,88 1,05 .08 .24 .72<br />

Können <strong>der</strong> Ärzte 3,99 1,04 .39 .51 .66<br />

Eigene Lebenseinstellung 4,45 0,78 .32 .58 .67<br />

Eigenes Verhalten 4,49 0,75 .32 .61 .67<br />

EKO<br />

Unterstützung durch Partner/Familie 4,09 0,91 .48 .43 .64<br />

Unterstützung durch Freunde/ Bekannte 3,39 1,08 .43 .38 .65<br />

Engagement <strong>der</strong> Ärzte 3,99 1,00 .54 .61 .62<br />

Vorherbestimmtes Schicksal 2,27 1,37 .25 .30 .69<br />

Fortschritte <strong>der</strong> Medizin 3,97 1,12 .55 .41 .62 .70<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Reliabilitätsanalyse“<br />

1) MW = Mittelwert, s = Standardabweichung, r 2 = quadrierte multiple Korrelation,<br />

r it-i = Trennschärfe, α id = Alpha bei gelöschtem Item<br />

2) EKO = Erkrankungsbezogene Kontrollüberzeugungen<br />

Für die Selbstwirksamkeitserwartungen, die mit dem GEK gemessen wurden, konnte ein<br />

hohes Cronbach´s α von .91 ermittelt werden, was die Homogenität dieser Skala unterstreicht<br />

(Tab. 5.3.2).<br />

45


Tab. 5.3.2: Itemanalyse für Selbstwirksamkeit (GEK)<br />

Score 2)<br />

Items<br />

Die Lösung schwieriger Probleme gelingt<br />

mir immer, wenn ich mich darum bemühe.<br />

Wenn mir jemand Wi<strong>der</strong>stand leistet, finde<br />

ich Mittel und Wege, mich durchzusetzen<br />

Es bereitet mir keine Schwierigkeiten,<br />

meine Absichten und Ziele zu<br />

verwirklichen.<br />

Auch bei überraschenden Ereignissen<br />

glaube ich, dass ich gut damit<br />

zurechtkommen werde.<br />

In unerwarteten Situationen weiß ich<br />

immer, wie ich mich verhalten soll.<br />

Itemkennwerte 1)<br />

MW S r it-i r 2 α id bach´s<br />

Cron-<br />

α<br />

3,28 0,68 .61 .42 .91<br />

2,91 0,74 .60 .42 .91<br />

2,96 0,80 .68 .52 .91<br />

3,15 0,75 .63 .45 .91<br />

2,88 0,75 .68 .56 .91<br />

GEK<br />

Für jedes Problem habe ich eine Lösung. 2,56 0,95 .79 .69 .90<br />

Schwierigkeiten sehe ich gelassen entgegen,<br />

weil ich mich immer auf meine Fähigkeiten<br />

verlassen kann<br />

Wenn ich mit einem Problem konfrontiert<br />

werde, habe ich meist mehrere Ideen, wie<br />

ich damit fertig werde.<br />

Wenn ich mit einer neuen Sache<br />

konfrontiert werde, weiß ich, wie ich damit<br />

fertig werde.<br />

Was auch immer passiert, ich werde schon<br />

klarkommen.<br />

2,85 0,82 .81 .69 .90<br />

2,99 0,84 .70 .56 .91<br />

2,94 0,78 .76 .61 .90<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Reliabilitätsanalyse“<br />

1)<br />

MW = Mittelwert, s = Standardabweichung, r 2 = quadrierte multiple Korrelation,<br />

r it-i = Trennschärfe, α id = Alpha bei gelöschtem Item<br />

2)<br />

GEK = Generalisierte Kompetenzerwartung<br />

3,19 0,73 .60 .40 .91 .91<br />

46


5.4 Soziale Unterstützung<br />

Die Itemanalysen für die Gesamtskala des SOZU-K-22 ergaben ebenfalls eine hohe interne<br />

Konsistenz (Cronbach´s α = .91) (Tab. 5.4).<br />

Tab. 5.4: Itemanalysen für soziale Unterstützung (SOZU-K-22)<br />

Score 2)<br />

SOZU-K-22<br />

Itemkennwerte 1)<br />

Items (gekürzt)<br />

MW S r it-i r 2 α id bach´s<br />

Cron-<br />

α<br />

Menschen für Wohnungspflege haben 4,74 0,85 .47 .48 .89<br />

Angenommen werden 4,67 0,80 .50 .52 .89<br />

Freunden ist meine Meinung wichtig 4,42 1,00 .62 .56 .89<br />

Sich mehr Verständnis wünschen* 4,04 1,32 .16 .23 .90<br />

Hilfe eines vertrauten Menschen haben 4,81 0,72 .49 .46 .89<br />

Dinge ausleihen können 4,54 1,09 .50 .39 .89<br />

Sich aussprechen können 4,67 0,80 .73 .66 .88<br />

Niemandem zum Ausgehen kennen* 4,52 1,13 .20 .22 .90<br />

Von Freunden umarmt werden 4,59 0,92 .63 .54 .89<br />

Freunde für Erledigungen bitten können 4,71 0,85 .71 .64 .88<br />

Zu jemandem gehen können 4,67 0,93 .70 .67 .88<br />

Sich oft als Außenseiter fühlen* 4,52 1,00 .32 .30 .89<br />

Menschen haben, die Leid und Freude teilen 4,65 0,92 .70 .66 .88<br />

Ausgelassensein können 4,58 0,94 .71 .63 .88<br />

Sich bei vertrauter Person wohl fühlen 4,71 0,87 .64 .55 .89<br />

Hilfe bekommen können 4,47 1,04 .63 .66 .89<br />

Menschen haben, die zu mir halten 4,61 0,81 .61 .53 .89<br />

Sich mehr Nähe wünschen* 3,95 1,53 .21 .22 .90<br />

Gutes Verhältnis zu Menschen haben 4,55 0,90 .65 .69 .89<br />

Zugehörigkeitsgefühl zu Gemeinschaft 3,98 1,46 .45 .54 .89<br />

Tips durch Freunde erhalten 4,24 1,14 .44 .45 .89<br />

Seine Gefühle zeigen können 4,34 1,22 .59 .48 .89 .91<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Reliabilitätsanalyse“<br />

1) MW = Mittelwert, s = Standardabweichung, r 2 = quadrierte multiple Korrelation,<br />

r it-i = Trennschärfe, α id = Alpha bei gelöschtem Item<br />

2) SOZU-K-22 = Soziale Unterstützung (trifft nicht zu = 1 bis trifft genau zu = 5: Items 4, 8, 12, 18 sind<br />

invertiert und mit * gekennzeichnet)<br />

47


5.5 Zynismus<br />

Aufgrund einer uneinheitlichen empirischen Befundlage war es ein weiteres Ziel <strong>der</strong><br />

vorliegenden Studie, die prädiktive Bedeutung von Hostilität/Zynismus bei kardiologischen<br />

Erkrankungen für den Rehabilitationsausgang zu untersuchen. Bei <strong>der</strong> Konstruktion <strong>der</strong><br />

Zynismus-Skala wurde versucht, auf einen vorhanden Itempool zurückzugreifen und<br />

zusätzlich zur Verbesserung <strong>der</strong> Validität neue Items zu entwickeln.<br />

Die Grundlage für die Zynismus-Skala bildete die Untersuchung von Mittag et al. (1997), die<br />

die deutschsprachige Version <strong>der</strong> Cook-Medley Hostility Scale (Ho-Skala) an 108 Patienten<br />

und Patientinnen verschiedener Krankheitsbil<strong>der</strong> (KHK, Tumor, Rücken) zweier<br />

Rehabilitationskliniken und an 46 gesunden Kontrollpersonen im Hinblick auf ihre<br />

teststatistischen Gütekriterien überprüften. Dabei konnten die Autoren u.a. mittels<br />

Faktorenanalyse die zwei Subskalen „Zynismus“ und „Paranoide Entfremdung“ bestätigen.<br />

Auch gelang den Autoren eine Gruppendifferenzierung zwischen gesunden Probanden und<br />

Koronarpatienten vor allem mittels <strong>der</strong> Zynismus-Skala (Mittag et al., 1997). In einer eigenen<br />

Vorauswahl wurden zur Ökonomisierung und Verbesserung <strong>der</strong> Aussagekraft diejenigen<br />

Items <strong>der</strong> Ho-Skala selegiert, die in <strong>der</strong> Studie von Mittag et al. (1997) Ladungen von a ij ≥.50<br />

auf dem Zynismus-Faktor o<strong>der</strong> aber Ladungen von a ij ≥.40 und Trennschärfekoeffizienten von<br />

r it-i ≥.40 aufwiesen. Zur Bildung <strong>der</strong> vorläufigen Zynismusskala wurden 11, auf diese Weise<br />

selegierte Items außerdem durch 9 zusätzliche Zynismus-Items ergänzt, die mit Hilfe von<br />

Expertenbefragungen entwickelt wurden und zu einer Verbesserung <strong>der</strong> Validität <strong>der</strong> Skala<br />

beitragen sollten. Zur Vergrößerung <strong>der</strong> Varianz <strong>der</strong> Antworten wurden zusätzlich die in <strong>der</strong><br />

ursprünglichen Fassung als dichotom konstruierten Items mit einer 5-stufigen Ratingskala<br />

versehen, auf <strong>der</strong> die Probanden das Ausmaß ihrer Zustimmung zu den in den Items<br />

formulierten Aussagen angeben sollten.<br />

Faktorenanalysen <strong>der</strong> 20 Items <strong>der</strong> Zynismusskala legten nach Scree-Test und inhaltlicher<br />

Interpretationsfähigkeit eine 3-Faktorenlösung nahe. Berücksichtigt wurden dabei Items, die<br />

auf den jeweiligen Faktoren Ladungen von a ij ≥.50 aufwiesen. In Tabelle 5.5.1 sind die<br />

Faktorladungen für a ij ≥.50 nach Varimax-Rotation dargestellt, wobei die drei extrahierten<br />

Faktoren 50,4 % <strong>der</strong> Gesamtvarianz erklären.<br />

48


Tab. 5.5.1: Faktorenanalyse <strong>der</strong> Zynismus-Items<br />

Items (gekürzt)<br />

(n=224)<br />

Faktorladungen*<br />

(hier: Ladung ≥ .50)<br />

F1 F2 F3 h 2<br />

1. Leute übertreiben Missgeschick .73 .59<br />

2. Leute lügen wegen <strong>der</strong> Vorteile .86 .79<br />

3. Leute sind aus Angst ehrlich .70 .57<br />

4. Leute greifen zu unfairen Mitteln .78 .70<br />

5. Leute haben versteckte Gründe, Gutes zu tun .62 .50<br />

6. Es ist sicherer, niemandem zu trauen .42<br />

7. Leute haben aus Nützlichkeit Freunde .69 .52<br />

8. Leuten wi<strong>der</strong>strebt es innerlich zu helfen .67 .53<br />

9. Vorsichtig sein bei unerwartet freundl. Leuten .62 .48<br />

10. Tüchtige können nicht mehr als man selbst .30<br />

11. Viele haben schlechtes sexuelles Verhalten .37<br />

12. Menschen wollen doch betrogen werden .65 .45<br />

13. Der Ehrliche ist meistens <strong>der</strong> Dumme .74 .58<br />

14. Wer hilft, erwartet eine Gegenleistung .58 .51<br />

15. Hinter Selbstlosigkeit steckt häufig Egoismus .62 .59<br />

16. Politiker interessieren sich nur für Macht .55 .44<br />

17. Hinter Mitleid steckt oft Geringschätzung .55 .55<br />

18. Wenn jemand etwas Nettes sagt, will er etwas .58 .54 .62<br />

19. In <strong>der</strong> Not suchen die meisten Freunde das Weite .51 .36<br />

20. Riskante Fahrer sind beim Unfall selbst Schuld .22<br />

Prozent ausgeschöpfter Varianz 17,97 16,63 15,77<br />

*SPSS-Programm Faktor, Varimax-Rotation. 3 Faktorenlösungen, Varianzaufklärung 50,4 %.<br />

Die Faktoren wurden aufgrund inhaltlicher Überlegungen als „Zynismus“ (Items 13-15, 17,<br />

18), „Amoralischer Opportunismus“ (Items 1-4) und „Zweifel an Altruismus“ (Items 5, 7-9)<br />

benannt. Die Items 12, 16 und 19 wurden aufgrund ihrer Verteilungsschiefe nicht<br />

berücksichtigt.<br />

Wie Tabelle 5.5.2 zeigt, können die Reliabilitäten <strong>der</strong> drei Subskalen als gut bis<br />

zufriedenstellend bezeichnet werden (Zynismus: α=.83; Zweifel an Altruismus: α=.75;<br />

49


Amoralischer Opportunismus: α=.83). Die Trennschärfen aller Items liegen über r it-i = .48 und<br />

damit in einem guten Bereich.<br />

Tab. 5.5.2: Itemanalysen für die Zynismusskalen (n=224)<br />

Scores 2)<br />

Items (gekürzt)<br />

Itemkennwerte 1)<br />

MW s r it-i r 2 α id bach´s<br />

Cron-<br />

α<br />

Der Ehrliche ist meistens <strong>der</strong> Dumme 2,98 1,23 .49 .27 .83<br />

ZYN1<br />

Wer hilft, erwartet Gegenleistung 2,28 1,00 .65 .46 .78<br />

Hinter Selbstlosigkeit steckt häufig Egoismus 2,55 1,09 .69 .50 .76<br />

Hinter Mitleid steckt oft Geringschätzung 2,39 1,02 .63 .44 .78<br />

Wenn jemand etwas Nettes sagt, will er etwas 2,38 1,06 .64 .44 .78 .83<br />

Leute haben versteckte Gründe, Gutes zu tun 2,33 1,07 .53 .28 .70<br />

ZYN2<br />

ZYN3<br />

Leute haben aus Nützlichkeit Freunde 2,46 1,00 .56 .32 .69<br />

Leuten wi<strong>der</strong>strebt es innerlich zu helfen 2,55 0,95 .56 .32 .69<br />

Vorsichtig sein bei unerwartet freundlichen<br />

Leuten<br />

2,65 1,08 .54 .29 .70 .75<br />

Leute übertreiben Missgeschick 2,94 1,02 .59 .39 .82<br />

Leute lügen wegen <strong>der</strong> Vorteile 3,16 1,11 .78 .62 .73<br />

Leute sind aus Angst ehrlich 2,94 1,11 .56 .33 .83<br />

Leute greifen zu unfairen Mitteln 3,01 1,13 .72 .56 .76 .83<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Reliabilitätsanalyse“<br />

1) MW = Mittelwert, s = Standardabweichung, r 2 = quadrierte multiple Korrelation,<br />

r it-i = Trennschärfe, α id = Alpha bei gelöschtem Item<br />

2)<br />

ZYN1 = Zynismus, ZYN2 = Zweifel an Altruismus,<br />

ZYN3 = Amoralischer Opportunismus<br />

Alle drei Zynismusskalen weisen untereinan<strong>der</strong> z.T. beträchtliche Korrelationen auf, am<br />

höchsten zwischen „Zynismus“ und „Zweifel an Altruismus“ (r = .65) (Tab. 5.5.3).<br />

Tab. 5.5.3: Korrelationen <strong>der</strong> Zynismusskalen (n=224)<br />

Zynismus Zweifel an Altruismus<br />

Zweifel an Altruismus .65***<br />

Amoralischer<br />

Opportunismus<br />

.45*** .54***<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur "Korrelation": Pearson r, p ≤.001**<br />

50


5.6 Angst, Depression und Somatisierung (BSI)<br />

Die internen Konsistenzen <strong>der</strong> BSI-Skalen können als gut bis sehr gut bezeichnet werden<br />

(Cronbach´s α für Angstskala .88, für Depressionsskala .87, und für Somatisierungsskala .79)<br />

(Tab. 5.6). Die Trennschärfen <strong>der</strong> Items liegen meist über r it-i = .40 und damit in einem guten<br />

Bereich.<br />

Dargestellt sind hier die itemstandardisierten Skalenbildungen analog zu den an<strong>der</strong>en<br />

Instrumenten (Skalenwerte 1 (überhaupt nicht) bis 5 (sehr stark); Summe durch Anzahl<br />

vorhandener Items dividiert, zulässige Missing Data < 20%; Vorteil geringerer Anfälligkeit<br />

gegenüber Missing Data). Für den Vergleich mit den Normen wird die einfachere<br />

Summenwertbildung dargestellt.<br />

Tab. 5.6: Itemanalysen für die Skalen „Angst“, „Depression“ und „Somatisierung“ (BSI)<br />

(n = 224)<br />

Scores<br />

Angst<br />

Depression<br />

Somatisierung<br />

Items (gekürzt)<br />

Itemkennwerte 1)<br />

MW s r it-i r 2 α id bach´s<br />

Cron-<br />

α<br />

Nervosität o<strong>der</strong> innerem Zittern 1,79 1,04 .69 .52 .86<br />

Plötzliches Erschrecken ohne Grund 1,46 0,80 .71 .56 .85<br />

Furchtsamkeit 1,43 072 .79 .66 .84<br />

Gefühl, Gespannt o<strong>der</strong> aufgeregt sein 2,01 0,99 .69 .49 .85<br />

Schreck- o<strong>der</strong> Panikanfälle 1,27 0,69 .59 .43 .87<br />

Starke Ruhelosigkeit (nicht stillsitzen) 1,67 0,97 .69 .49 .85 .88<br />

Gedanken, sich das Leben zu nehmen 1,07 0,32 .45 .24 .88<br />

Einsamkeitsgefühle 1,48 0,72 .58 .37 .85<br />

Schwermut 1,28 0,65 .76 .60 .82<br />

Dem Gefühl, sich für nichts zu interessieren 1,41 0,75 .74 .57 .82<br />

Hoffnungslosigkeit angesichts <strong>der</strong> Zukunft 1,49 0,91 .78 .70 .82<br />

Dem Gefühl, wertlos zu sein 1,37 0,80 .71 .62 .83 .87<br />

Ohnmachts- o<strong>der</strong> Schwindelanfälle 1,24 0,57 .40 .26 .78<br />

Herz- o<strong>der</strong> Brustschmerzen 1,94 0,91 .50 .28 .76<br />

Übelkeit o<strong>der</strong> Magenverstimmung 1,36 0,68 .44 .25 .77<br />

Schwierigkeiten beim Atmen 1,78 0,95 .57 .39 .75<br />

Hitzewallungen o<strong>der</strong> Kälteschauer 1,40 0,82 .53 .39 .75<br />

Taubheit o<strong>der</strong> Kribbeln in Körperteilen 1,94 1,05 .52 .36 .76<br />

Schwächegefühl in einzelnen Körperteilen 1,80 0,94 .65 .50 .73 .79<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Reliabilitätsanalyse“<br />

1) MW = Mittelwert, s = Standardabweichung, r 2 = quadrierte multiple Korrelation,<br />

r it-i = Trennschärfe, α id = Alpha bei gelöschtem Item<br />

51


5.7 Lebens- und Behandlungszufriedenheit<br />

Die Reliabilitäten <strong>der</strong> LZI-Skala zur Lebenszufriedenheit und <strong>der</strong> BZI-Skala zur<br />

Behandlungszufriedenheit haben ein Cronbach´s α von .91 bzw. 93 und können damit als gut<br />

bezeichnet werden (Tab. 5.7.1 und Tab. 5.7.2). Ebenfalls gut sind die Trennschärfen<br />

(mindestens über r it-i = .41). Bei einigen Items zeigen sich allerdings Deckeneffekte<br />

(„Zufriedenheit mit Familienleben“, „Verhältnis zu den Kin<strong>der</strong>n“, „Medizinische<br />

Behandlung“ und „Können <strong>der</strong> Ärzte“).<br />

Tab. 5.7.1: Itemanalyse für Lebenszufriedenheit (LZI) (n = 224)<br />

Score<br />

Items<br />

Itemkennwerte 1)<br />

MW s r it-i r 2 α id bach´s<br />

Cron-<br />

α<br />

Gesundheit 3,65 0,95 .65 .69 .90<br />

Körperliche Verfassung 3,64 0,93 .69 .72 .90<br />

Geistige Verfassung 3,98 0,94 .76 .71 .90<br />

Stimmung 3,87 0,99 .70 .67 .90<br />

Aussehen 3,72 0,93 .67 .67 .90<br />

Lebenszufriedenheit<br />

Fähigkeiten 3,76 0,83 .65 .66 .90<br />

Charakter 4,01 0,80 .67 .56 .90<br />

Berufliche Situation 3,68 1,21 .56 .53 .91<br />

Finanzielle Lage 3,72 1,16 .49 .44 .91<br />

Ehe/ Partnerschaft 4,50 0,87 .52 .51 .91<br />

Sexualleben 3,48 1,19 .51 .35 .91<br />

Freizeitgestaltung 3,56 0,97 .61 .53 .90<br />

Zufriedenheit mit Familienleben 4,34 0,94 .59 .62 .90<br />

Verhältnis zu den Kin<strong>der</strong>n 4,50 0,80 .39 .40 .91<br />

Leben insgesamt 4,25 0,84 .73 .61 .90 .91<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Reliabilitätsanalyse“<br />

1) MW = Mittelwert, s = Standardabweichung, r 2 = quadrierte multiple Korrelation,<br />

r it-i = Trennschärfe, α id = Alpha bei gelöschtem Item<br />

52


Tab. 5.7.2: Itemanalyse für Behandlungszufriedenheit (BZI) (n = 224)<br />

Score<br />

Item<br />

Itemkennwerte 1)<br />

MW s r it-i r 2 α id bach´s<br />

Cron-<br />

α<br />

Medizinische Behandlung 4,50 0,69 .71 .66 .92<br />

Menschliche Betreuung 4,24 0,86 .75 .64 .92<br />

Organisation <strong>der</strong> Pflege 4,09 0,84 .76 .69 .92<br />

Qualität des Essens 3,95 1,03 .56 .35 .93<br />

Behandlungszufriedenheit<br />

Engagement <strong>der</strong> Ärzte 4,38 0,76 .77 .76 .92<br />

Können <strong>der</strong> Ärzte 4,44 0,72 .69 .76 .93<br />

Engagement des Personals 4,22 0,82 .79 .70 .92<br />

Aufklärung/ Information 4,10 0,89 .65 .49 .93<br />

Stationsatmosphäre 4,02 0,85 .74 .59 .92<br />

Kontakt zu den Mitpatienten 3,98 0,80 .45 .36 .93<br />

Umgangston 4,10 0,80 .67 .64 .93<br />

Gewissenhaftigkeit <strong>der</strong> Arbeit 4,22 0,77 .79 .70 .92<br />

Wirksamkeit <strong>der</strong> Behandlung 4,30 0,76 .68 .60 .93 .93<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Reliabilitätsanalyse“<br />

1) MW = Mittelwert, s = Standardabweichung, r 2 = quadrierte multiple Korrelation, r it-i = Trennschärfe,<br />

α id = Alpha bei gelöschtem Item<br />

5.8 Subjektive Gesundheit, Lebensqualität und Reha-Status<br />

Die nachfolgende Tabelle 5.8.1 enthält die Itemanalysen für den Reha-Status gemessen mit<br />

dem IRES-MIN. Die Variable „Anzahl <strong>der</strong> Risikofaktoren“ wurde gebildet, um ein Maß für<br />

die Gefährdung durch die Risikofaktoren zu erhalten. Die Gesamtsskala besitzt eine gute<br />

Reliabilität (Cronbach´s α = .87). Die Trennschärfen <strong>der</strong> beiden Items „Anzahl <strong>der</strong><br />

Risikofaktoren“ und „Hilfe durch Bezugspersonen“ sind allerdings sehr niedrig.<br />

53


Tab. 5.8.1: Itemanalysen für den Reha-Status (IRES-MIN) (n = 129)<br />

Score<br />

Items (gekürzt)<br />

Itemkennwerte 1)<br />

MW s r it-i r 2 α id bach´s<br />

Cron-<br />

α<br />

Gesundheitszustand 2,98 0,83 .62 .49 .79<br />

Risikofaktoren 2,67 1,26 .26 .14 .88<br />

Häufigkeit von Schmerzen 2,52 1,28 .59 .61 .79<br />

Stärke <strong>der</strong> Schmerzen 2,58 0,97 .57 .58 .79<br />

Reha-Status<br />

Selbsteinschätzung <strong>der</strong> Behin<strong>der</strong>ung 2,15 0,69 .60 .44 .80<br />

Erschöpfung 1,85 0,76 .68 .65 .79<br />

Unruhe/ Abgespanntheit 2,05 0,78 .69 .58 .79<br />

Gefühl einer „leeren Batterie“ 1,86 0,85 .69 .64 .79<br />

Hilfe durch Bezugspersonen 3,58 0,66 .09 .13 .83<br />

Sorgen, weniger zu verdienen 1,71 0,94 .63 .68 .79<br />

Sorgen, arbeitslos zu werden 1,65 0,99 .65 .72 .78<br />

Sorgen, vorzeitig berentet zu werden 1,63 0,88 .64 .68 .79 .87<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Reliabilitätsanalyse“<br />

1) MW = Mittelwert, s = Standardabweichung, r 2 = quadrierte multiple Korrelation, r it-i = Trennschärfe,<br />

α id = Alpha bei gelöschtem Item<br />

Es bestehen außerdem signifikante positive Korrelationen zwischen dem Gesamtskalenwert<br />

des IRES-MIN und den beiden Summenwerten für „Körperliche Gesundheit“ und<br />

„Psychische Gesundheit“ (Tab. 5.8.2). Auch die beiden SF12-Skalen weisen mit r = .51 einen<br />

beträchtlichen Zusammenhang auf.<br />

Tab. 5.8.2: Korrelationen zwischen IRES-MINgesamt und SF12-Skalen (n = 181)<br />

Psychische<br />

Gesundheit (SF-12)<br />

Körperliche<br />

Gesundheit (SF-12)<br />

IRES-MINgesamt<br />

.61***<br />

Psychische<br />

Gesundheit<br />

(SF-12)<br />

.58*** .51***<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Korrelation“: Pearson r, p ≤.001**<br />

54


5.9 Summenskalen im Überblick<br />

Die nachfolgende Tabelle 5.9 stellt eine Liste aller Item-Charakteristiken mit den<br />

entsprechenden Reliabilitäten (Cronbach's α) zu den einzelnen Skalen im Überblick dar.<br />

Tab. 5.9: Liste aller Scores und Charakteristika <strong>der</strong> verwendeten Skalen (n = 224)<br />

Scores<br />

n<br />

items<br />

MW s Min Max<br />

Cronbach's<br />

α<br />

FKV1 (Depressive Verarbeitung) 5 1,56 0,63 1,00 3,75 .72<br />

FKV2 (Aktives problemorientiertes Coping) 5 3,60 0,80 1,40 5,00 .72<br />

FKV3 (Ablenkung u. Selbstaufbau) 5 2,94 0,89 1,00 5,00 .78<br />

FKV4 (Religiosität u. Sinnsuche) 5 2,44 0,80 1,00 4,40 .62<br />

FKV5 (Bagatellisierung u. Wunschdenken) 3 1,88 0,10 1,78 1,95 .66<br />

FKV (gesamt) 35 2,49 0,89 1,14 4,24 .81<br />

TSK1 (Rumination) 9 2,98 0,90 1,00 5,00 .78<br />

TSK2 (Suche nach sozialer Einbindung) 9 3,50 0,77 1,33 5,22 .74<br />

TSK3 (Bedrohungsabwehr) 8 4,73 0,68 1,63 6,00 .77<br />

TSK4 (Suche nach Information) 8 3,38 0,89 1,25 5,25 .80<br />

TSK5 (Suche nach Halt in <strong>der</strong> Religion) 3 2,51 1,36 1,00 6,00 .81<br />

BSI (Angst) 6 1,61 0,69 1,00 4,17 .88<br />

BSI (Depression) 6 1,35 0,55 1,00 4,00 .87<br />

BSI (Somatisierung) 7 1,63 0,56 1,00 4,71 .79<br />

SOZU-K-22 (Soziale Unterstützung) 22 4,47 0,59 1,73 5,00 .91<br />

GEK (Generalisierte Kompetenzerwartung) 10 2,73 0,57 1,00 3,70 .91<br />

EKO (Erkrank. Kontrollüberzeugungen) 9 3,64 0,55 1,78 5,00 .70<br />

Zyn 1 (Zynismus) 5 2,50 0,83 1,00 5,00 .83<br />

Zyn 2 (Zweifel an Altruismus) 4 2,50 0,77 1,00 5,00 .75<br />

Zyn 3 (Amoralischer Opportunismus) 4 3,00 0,89 1,00 4,75 .83<br />

BZI (gesamt) 13 4,25 0,61 1,00 5,00 .93<br />

LZI (gesamt) 15 3,91 0,62 1,13 5,00 .91<br />

IRES-MIN 11 6,85 1,46 2,34 9,50 .88<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Reliabilitätsanalyse“<br />

55


5.10 Korrelationen <strong>der</strong> Coping-Skalen untereinan<strong>der</strong> und mit Adaptivitätskriterien<br />

Zunächst wurden die Skalen <strong>der</strong> beiden Coping-Inventare korreliert, um mögliche<br />

Übereinstimmungen bzw. Redundanzen zwischen FKV und TSK im Hinblick auf die spätere<br />

Variablenreduktion festzustellen (Tab. 5.10.1). Dabei zeigen sich vor allem signifikante<br />

Korrelationen zwischen <strong>der</strong> depressiven Verarbeitung bzw. Bagatellisieren und Rumination<br />

(jeweils r = .45), Ablenkung und Bedrohungsabwehr (r = .40) sowie zwischen den beiden<br />

Religiositäts-bezogenen Coping-Skalen (r = .59).<br />

Tab. 5.10.1: Interkorrelationen zwischen FKV-Skalen und TSK-Skalen (n = 224)<br />

TSK-Skalen<br />

Suche nach<br />

Suche nach<br />

Bedrohungsabwehr<br />

Information<br />

Suche nach<br />

Rumination sozialer<br />

Halt in <strong>der</strong><br />

FKV-Skalen<br />

Einbindung<br />

Religion<br />

Depressive<br />

Verarbeitung<br />

.45*** .25***<br />

Problemorientiertes<br />

Coping<br />

.37*** .30*** .27***<br />

Ablenkung /<br />

Selbstaufbau<br />

.29*** .38*** .40*** .29***<br />

Religiosität .33*** .18* .31*** .21** .59***<br />

Bagatellisieren .45*** .16* .24*** .16*<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Korrelation“; Pearson r *** p ≤.001, ** p ≤.01, p * ≤.05, nur signifikante<br />

Koeffizienten dargestellt<br />

In Bezug auf die Adaptivität von Coping zeigte sich, dass zwischen Depression und<br />

depressiver Verarbeitung bzw. Rumination erwartungsgemäß hohe Interkorrelationen<br />

bestehen, die sich allerdings auf das bekannte Konfundierungsproblem zwischen Kriterium<br />

und Prädiktor zurückführen lassen (Tab. 5.10.2; Tab. 5.10.3). Ebenfalls korrelieren depressive<br />

Verarbeitung, Bagatellisieren und Rumination signifikant negativ mit dem Gesundheitsstatus.<br />

Die körperliche Gesundheit, gemessen mit dem SF-12 als Kriterium, weist dagegen kaum<br />

signifikante Beziehungen zu den Prädiktoren auf (Tab. 5.10.3).<br />

56


Tab. 5.10.2: Korrelative Zusammenhänge von Coping, Hostilität und Selbstwirksamkeit<br />

mit psychosozialen Zielkriterien (n = 224)<br />

Angst<br />

(BSI)<br />

Depression<br />

(BSI)<br />

Zielkriterien<br />

Somatisierung<br />

(BSI)<br />

Behandl.-<br />

zufried.<br />

Lebenszufried.<br />

FKV<br />

1. Depress. Verarbeitung .44*** .57*** .34*** -.25*** -.51***<br />

2. Problemorient. Coping -.20** .22** .27***<br />

3. Ablenkung/Selbstaufbau .16*<br />

4. Religiosität/Sinnsuche .23** .21** .25***<br />

5. Bagatellisieren .32*** .37*** .33*** -.15* -.34***<br />

TSK<br />

1. Rumination .43*** .42*** .34*** -.17* -.29***<br />

2. Suche nach soz. Einbindung .19** .21**<br />

3. Bedrohungsabwehr .42*** .32***<br />

4. Suche nach Information .32*** .26*** .26***<br />

5. Suche nach Halt in <strong>der</strong><br />

.20**<br />

Religion<br />

Hostilität/Zynismus<br />

1. Zynismus .23*** .21** -.17*<br />

2. Zweifel an Altruismus .15*<br />

3. Amoralischer Opportunismus<br />

GEK<br />

-.22** -.31*** .17* .32***<br />

Selbstwirksamkeit<br />

SOZU-K-22<br />

Soziale Unterstützung<br />

-.21** -.33*** .36*** .49***<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Korrelation“: Pearson r (p ≤.05*, p ≤.01**, p ≤.001***); nur signifikante<br />

Koeffizienten dargestellt<br />

57


Tab. 5.10.3: Korrelative Zusammenhänge von Coping, Hostilität und Selbstwirksamkeit<br />

mit dem Reha-Status und psychischen bzw. körperlichen Gesundheit<br />

(n = 224)<br />

Reha-Status<br />

(IRES-MIN)<br />

Körperliche<br />

Gesundheit<br />

(SF-12)<br />

Psychische<br />

Gesundheit<br />

(SF-12)<br />

FKV<br />

1. Depressive Verarbeitung -.47*** -.49***<br />

2. Problemorientiertes Coping .16* .30***<br />

3. Ablenkung/Selbstaufbau<br />

4. Religiosität/Sinnsuche<br />

5. Bagatellisieren -.36*** -.33***<br />

TSK<br />

1. Rumination -.34*** -.40***<br />

2. Suche nach sozialer Einbindung<br />

3. Bedrohungsabwehr<br />

4. Suche nach Information -.24*** -.20**<br />

5. Suche nach Halt in <strong>der</strong> Religion -.17*<br />

Hostilität/Zynismus<br />

1. Zynismus -.27*** -.17* -.18*<br />

2. Zweifel an Altruismus -.17*<br />

3. Amoralischer Opportunismus -.15*<br />

GEK<br />

.28*** .27***<br />

Selbstwirksamkeit<br />

SOZU-K-22<br />

Soziale Unterstützung<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Korrelation“: Pearson r (p ≤.05*, p ≤.01**, p ≤.001***); nur signifikante<br />

Koeffizienten dargestellt<br />

58


5.11 „Prädiktion“ von Zielkriterien <strong>der</strong> Rehabilitation mittels multipler Regression<br />

Zur „Vorhersage“ des Reha-Status (IRES-MIN) leisten im multivariaten Modell depressive<br />

Verarbeitung, Rumination, Zynismus und Selbstwirksamkeit einen signifikanten<br />

Erklärungsbeitrag. Medizinische Basisdaten spielen dagegen keine Rolle (Tab. 5.11.1).<br />

Tab. 5.11.1: Ergebnisse <strong>der</strong> multiplen Regression zum Reha-Status (IRES-MIN) (n = 224)<br />

UV B SE Beta T Signifikanz<br />

1. Depressive Verarbeitung -0,68 0,22 -.29 -3,13 .002<br />

2. Rumination -0,39 0,16 -.22 -2,44 .02<br />

3. Zynismus -0,51 0,20 -.21 -2,62 .01<br />

4. Selbstwirksamkeit 0,50 0,21 .19 2,38 .02<br />

In Bezug auf die psychische Gesundheit (SF-12) leisten nur die depressive Verarbeitung,<br />

Selbstwirksamkeitserwartungen und <strong>der</strong> Zynismus einen signifikanten Erklärungsbeitrag in<br />

<strong>der</strong> erwarteten Richtung (Tab. 5.11.2).<br />

Tab. 5.11.2: Ergebnisse <strong>der</strong> multiplen Regression zur psychischen Gesundheit (SF-12)<br />

(n = 224)<br />

UV B SE Beta T Signifikanz<br />

1. Depressive Verarbeitung -7,21 1,41 -.41 -5,11 .0001<br />

2. Selbstwirksamkeit 5,43 1,54 .27 3,52 .001<br />

Korrelationskoeffizient<br />

Modell<br />

Bestimmtheitsmaß F p<br />

R = .61 R 2 = .37 16,15 .0001<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression, Einstellung 'schrittweise'<br />

Kriterium: Gesamtsumme Reha-Status (IRES-MIN)<br />

Ausgeschlossene Variablen: Alter, Erkrankungsdauer, max. Ergometerleistung, soziale Unterstützung,<br />

problemorientiertes Coping, Bagatellisieren, Suche nach sozialer Einbindung<br />

3. Zynismus -4,32 1,42 -.24 -3,05 .003<br />

Korrelationskoeffizient<br />

Modell<br />

Bestimmtheitsmaß F p<br />

R = .63 R 2 = .39 22,96 .0001<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression, Einstellung 'schrittweise'<br />

Kriterium: Psychische Gesundheit (SF-12)<br />

Ausgeschlossene Variablen: Alter, Erkrankungsdauer, max. Ergometerleistung, soziale Unterstützung,<br />

problemorientiertes Coping, Bagatellisieren, Rumination, Suche nach sozialer Einbindung<br />

Die Skala „Körperliche Gesundheit“ des SF-12 wird lediglich durch die maximale<br />

Ergometerleistung bestimmt (Tab. 5.11.3).<br />

59


Tab. 5.11.3: Ergebnisse <strong>der</strong> multiplen Regression zur körperlichen Gesundheit (SF-12)<br />

(n = 224)<br />

UV B SE Beta T Signifikanz<br />

Max. Ergometerleistung 0,07 0,02 .38 4,36 .0001<br />

Modell<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression, Einstellung 'schrittweise'<br />

Kriterium: Körperliche Gesundheit (SF-12)<br />

Ausgeschlossene Variablen: Alter, Erkrankungsdauer, depressive Verarbeitung, problemorientiertes Coping,<br />

soziale Unterstützung, Bagatellisieren, Rumination, Suche nach sozialer Einbindung, Selbstwirksamkeit,<br />

Zynismus<br />

Multivariat zeigt sich, dass beson<strong>der</strong>s diejenigen Patienten mit ihrem Leben zufrieden sind,<br />

die wenig depressiv verarbeiten, von ihren Kompetenzen überzeugt, weniger zynisch und älter<br />

sind und sich aktiv mit ihrer Erkrankung auseinan<strong>der</strong>setzen (Tab. 5.11.4). Die<br />

Varianzaufklärung beträgt damit insgesamt 51%.<br />

Tab. 5.11.4: Ergebnisse <strong>der</strong> multiplen Regression zur Gesamtlebenszufriedenheit (LZI)<br />

(n = 224)<br />

UV B SE Beta T Signifikanz<br />

1. Depressive Verarbeitung -0,33 0,07 -.34 -4,56 .0001<br />

2. Selbstwirksamkeit 0,26 0,08 .25 3,30 .001<br />

3. Zynismus -0,23 0,07 -.23 -3,22 .002<br />

4. Alter 0,02 0,01 .27 3,69 .0001<br />

Korrelationskoeffizient<br />

Bestimmtheitsmaß F p<br />

R = .37 R 2 = .14 18,97 .0001<br />

5. Aktives Coping 0,13 0,06 .16 2,21 .03<br />

Korrelationskoeffizient<br />

Modell<br />

Bestimmtheitsmaß F p<br />

R = .71 R 2 = .51 22,21 .0001<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression, Einstellung 'schrittweise'<br />

Kriterium: Gesamtlebenszufriedenheit (LZI)<br />

Ausgeschlossene Variablen: Erkrankungsdauer, max. Ergometerleistung, soziale Unterstützung, Bagatellisieren,<br />

Rumination, Suche nach sozialer Einbindung<br />

Zur „Vorhersage“ <strong>der</strong> Angst leisten die Coping-Skalen „Rumination“ und „depressive<br />

Verarbeitung“ signifikante Varianzaufklärung (Tab. 5.11.5).<br />

60


Tab. 5.11.5: Ergebnisse <strong>der</strong> multiplen Regression zur Angst (BSI) (n = 224)<br />

Aktuell depressivere Patienten zeigen eine depressive Verarbeitung, sind zynischer, grübeln<br />

viel, suchen seltener nach sozialer Unterstützung und haben ein höheres Alter (Tab. 5.11.6).<br />

Tab. 5.11.6: Ergebnisse <strong>der</strong> multiplen Regression zur Depression (BSI) (n = 224)<br />

UV B SE Beta T Signifikanz<br />

1. Depressive Verarbeitung 0,32 0,07 .35 4,38 .0001<br />

2. Zynismus 0,19 0,06 .21 2,99 .003<br />

3. Rumination 0,22 0,06 .33 3,94 .0001<br />

4. Suche nach sozialer<br />

Einbindung<br />

-0,18 0,05 -.25 -3,45 .001<br />

5. Alter -0,09 0,01 -.17 -2,43 .02<br />

UV B SE Beta T Signifikanz<br />

1. Rumination 0,29 0,07 .35 3,95 .0001<br />

2. Depressive Verarbeitung 0,35 0,10 .31 3,46 .001<br />

Korrelationskoeffizient<br />

Modell<br />

Bestimmtheitsmaß F p<br />

R = .58 R 2 = .34 29,11 .0001<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression, Einstellung 'schrittweise'<br />

Kriterium: Angst (BSI)<br />

Ausgeschlossene Variablen: Alter, Erkrankungsdauer, max. Ergometerleistung, soziale Unterstützung,<br />

problemorientiertes Coping, Bagatellisieren, Suche nach sozialer Einbindung, Zynismus, Selbstwirksamkeit<br />

Korrelationskoeffizient<br />

Modell<br />

Bestimmtheitsmaß F p<br />

R = .73 R 2 = .54 25,84 .0001<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression, Einstellung 'schrittweise'<br />

Kriterium: Depression (BSI)<br />

Ausgeschlossene Variablen: Erkrankungsdauer, max. Ergometerleistung, soziale Unterstützung,<br />

problemorientiertes Coping, Bagatellisieren<br />

61


Für die „Vorhersage“ <strong>der</strong> Somatisierung leisten Rumination, depressive Verarbeitung und<br />

Zynismus einen signifikanten Erklärungsbeitrag (Tab. 5.11.7).<br />

Tab. 5.11.7: Ergebnisse <strong>der</strong> multiplen Regression zur Somatisierung (BSI) (n = 224)<br />

UV B SE Beta T Signifikanz<br />

1. Rumination 0,24 0,06 .37 4,09 .0001<br />

2. Depressive Verarbeitung 0,21 0,08 .23 2,57 .01<br />

3. Zynismus 0,15 0,07 .17 2,09 .04<br />

Modell<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression, Einstellung 'schrittweise'<br />

Kriterium: Somatisierung (BSI)<br />

Ausgeschlossene Variablen: Alter, Erkrankungsdauer, max. Ergometerleistung, soziale Unterstützung,<br />

problemorientiertes Coping, Bagatellisieren, Suche nach sozialer Einbindung, Selbstwirksamkeit<br />

In Bezug auf die Behandlungszufriedenheit zeigt sich, dass ältere Patienten, die von einer<br />

guten sozialen Unterstützung berichten und sich aktiv mit <strong>der</strong> Erkrankung auseinan<strong>der</strong>setzen,<br />

insgesamt mit <strong>der</strong> Behandlung zufriedener sind (Tab. 5.11.8).<br />

Tab. 5.11.8: Multiple Regression <strong>der</strong> Behandlungszufriedenheit (BZI) (n = 224)<br />

UV B SE Beta T Signifikanz<br />

1. Alter 0,02 0,01 .33 3,89 .0001<br />

2. Soziale Unterstützung 0,37 0,13 .25 2,92 .004<br />

3. Aktives Coping 0,15 0,06 .19 2,28 .02<br />

Korrelationskoeffizient<br />

Bestimmtheitsmaß F p<br />

R = .60 R 2 = .36 21,28 .0001<br />

Korrelationskoeffizient<br />

Modell<br />

Bestimmtheitsmaß F p<br />

R = .47 R 2 = .22 10,80 .0001<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression, Einstellung 'schrittweise'<br />

Kriterium: Behandlungszufriedenheit (BZI)<br />

Ausgeschlossene Variablen: Erkrankungsdauer, max. Ergometerleistung, depressive Verarbeitung,<br />

Bagatellisieren, Rumination, Suche nach sozialer Einbindung, Zynismus, Selbstwirksamkeit<br />

5.12 Auswahl <strong>der</strong> Skalen und Items für den Längsschnitt<br />

Zu Beginn wurden für alle vorgegebenen Skalen itemstandardisierte Summenwerte berechnet.<br />

Anschließend wurden folgende Schritte zur Reduktion des Fragebogen-Pakets unternommen.<br />

Der FKV (35 Items) wurde komplett beibehalten, da er im Längsschnitt als<br />

Fremdeinschätzungsverfahren eingesetzt werden soll und da er Vergleichsmöglichkeiten mit<br />

an<strong>der</strong>en Studien im Forschungsverbund bietet. Als weitere Coping-Skalen wurde nur die TSK-<br />

62


Skala „Suche nach sozialer Einbindung“ (TSK-SS; 9 Items) auf <strong>der</strong> Grundlage von<br />

Interkorrelationsergebnissen des TSK mit dem FKV und inhaltlicher Redundanz mit dem FKV<br />

übernommen.<br />

Die Skala des GEK wurde auf die vier Items reduziert, die Trennschärfekoeffizienten von r it-i ≥.70<br />

aufwiesen. Alle Items des F-SOZU-K-22, <strong>der</strong> Lebens- und <strong>der</strong> Behandlungsufriedenheit wurden<br />

zunächst faktorisiert. Anschließend wurden die Items mit Faktorladungen von a ij ≥.50 auf den<br />

entsprechenden extrahierten Faktoren selegiert und Itemanalysen unterzogen. Die<br />

Faktorenanalyse <strong>der</strong> 22 Items des F-SOZU-K-22 ergab einen ausgeprägten Faktor „Soziale<br />

Unterstützung“ mit 10 Items. Die Korrelation des F-SOZU-K-22 mit <strong>der</strong> auf zehn Items<br />

verkürzten Version beträgt dabei r = .89 (p ≤ .0001, n = 185). Aus <strong>der</strong> Faktorisierung <strong>der</strong><br />

Behandlungszufriedenheitsitems resultierten <strong>der</strong> Faktor „Menschliche Zuwendung“ (6 Items ) und<br />

ein „Arzt- und Medizin-bezogener Faktor“ (4 Items). Für die Lebenszufriedenheit wurden die drei<br />

Skalen „Zufriedenheit mit <strong>der</strong> eigenen Person“ (7 Items), „Zufriedenheit mit dem Sozialleben“ (4<br />

Items) und „Zufriedenheit mit Beruf und Geld“ (2 Items) gebildet.<br />

Unverän<strong>der</strong>t blieben dagegen die Kurzversion des EKO (9 Items), <strong>der</strong> BSI (19 Items) wegen<br />

seiner Vergleichbarkeit und ökonomischen Erfassung von Angst, Depression und Somatisierung<br />

sowie die Anamnesedaten mit Angaben <strong>der</strong> Beschwerden (12 Items) und die<br />

soziodemographischen Daten (18 Items). Dem IRES-MIN (17 Items) wurde aufgrund seines<br />

breiten Einsatzbereiches im deutschen Rehabilitationswesen und <strong>der</strong> dadurch vorhandenen breiten<br />

Vergleichsdatenbasis <strong>der</strong> Vorzug gegenüber dem SF-12 gegeben.<br />

Tabelle 5.12 stellt die abschließende Liste aller Skalen mit den entsprechenden Reliabilitäten<br />

zusammen, die dann im Längsschnitt zum Einsatz kamen.<br />

63


Tab. 5.12: Liste aller Scores und Reliabilitäten <strong>der</strong> verwendeten Skalen für den Einsatz im<br />

Längsschnitt (n = 224)<br />

Scores<br />

n<br />

items<br />

MW s Min Max<br />

Cronbach‘s<br />

α<br />

FKV1 (Depressive Verarbeitung) 5 1,56 0,63 1,00 3,75 .72<br />

FKV2 (Aktives problemorientiertes Coping) 5 3,60 0,80 1,40 5,00 .72<br />

FKV3 (Ablenkung u. Selbstaufbau) 5 2,94 0,89 1,00 5,00 .78<br />

FKV4 (Religiosität u. Sinnsuche) 5 2,44 0,80 1,00 4,40 .62<br />

FKV5 (Bagatellisierung u. Wunschdenken) 3 1,88 0,10 1,78 1,95 .66<br />

TSK2 (Suche nach sozialer Einbindung) 9 3,50 0,77 1,33 5,22 .74<br />

BSI (Angst) 6 1,61 0,69 1,00 4,17 .88<br />

BSI (Depression) 6 1,35 0,55 1,00 4,00 .87<br />

BSI (Somatisierung) 7 1,63 0,56 1,00 4,71 .79<br />

SOZU-K-22 (Soziale Unterstützung) 10 4,58 0,70 1,00 5,00 .91<br />

GEK (Generalisierte Kompetenzerwartung) 4 2,82 0,74 1,00 4,00 .91<br />

EKO (Erkrank. Kontrollüberzeugungen) 9 3,64 0,55 1,78 5,00 .70<br />

Zyn 1 (Zynismus) 5 2,50 0,83 1,00 5,00 .83<br />

Zyn 2 (Zweifel an Altruismus) 4 2,50 0,77 1,00 5,00 .75<br />

Zyn 3 (Amoralischer Opportunismus) 4 3,00 0,89 1,00 4,75 .83<br />

BZI (gesamt) 13 4,25 0,61 1,00 5,00 .93<br />

BZI (Menschliche Zuwendung) 6 4,09 0,71 1,00 5,00 .90<br />

BZI (Arzt- und Medizinbezogener Faktor) 4 4,38 0,65 1,00 5,00 .89<br />

LZI (gesamt) 15 3,91 0,62 1,13 5,00 .91<br />

LZI (Zufriedenheit mit <strong>der</strong> eigenen Person) 7 3,81 0,73 1,00 5,00 .91<br />

LZI (Zufriedenheit mit dem Sozialleben) 4 3,91 0,78 1,00 5,00 .78<br />

LZI (Zufriedenheit mit Beruf und Geld) 2 3,68 1,04 1,00 5,00 .75<br />

IRES-MIN (Gesamt) 17 6,77 1,48 2,34 9,50 .87<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Reliabilitätsanalyse“<br />

64


6. Diskussion<br />

Die durchgeführte Literaturanalyse verdeutlicht Forschungsdefizite im Hinblick auf die<br />

Bedeutung und Erfassung von Krankheitsverarbeitungsprozessen in <strong>der</strong> kardiologischen<br />

Rehabilitation, vor allem bezüglich eines interventions- und rehabilitationszielorientierten<br />

Einsatzes von Coping-Erfassung. Die dargestellten Ergebnisse <strong>der</strong> Querschnittstudie an 224<br />

kardiologischen Rehabilitanden stimmen allerdings mit den empirischen Ergebnissen zum<br />

negativen Einfluss depressiver Krankheitsverarbeitungsprozesse auf Adaptation und den<br />

Rehabilitationserfolg bei kardiologischen Erkrankungen überein (Terry, 1992; Crumlish,<br />

1994; Garcia et al., 1994; Julkunen und Saarinen, 1994; Rogner et al., 1994; Titscher et al.,<br />

1996; Craney et al., 1997; Grossi et al., 1998; Van El<strong>der</strong>en et al.,1999; Ben-Zur et al., 2000;<br />

Murberg, 2001). Es zeigten sich sowohl bivariat als auch multivariat vor allem substantielle<br />

Zusammenhänge zwischen <strong>der</strong> depressiven Verarbeitung des FKV und Rumination <strong>der</strong> TSK<br />

einerseits und einem ungünstigen Reha-Ergebnis an<strong>der</strong>erseits.<br />

Weiterhin bilden die vorliegenden Ergebnisse <strong>der</strong> Querschittstudie eine informative<br />

Ausgangsdatenbasis mit breitem Themenspektrum (Krankheitserleben und -verarbeitung,<br />

Lebensqualität, Persönlichkeitsfaktoren, Behandlungszufriedenheit, Psychopathologie und<br />

soziale Situation) und mit einem breiten diagnostischen Spektrum kardiologischer<br />

Krankheitsbil<strong>der</strong>. Sie stellen damit eine gute Grundlage für die Reduzierung und<br />

Ökonomisierung des Untersuchungsansatzes ohne substantielle inhaltliche Einbußen dar. Im<br />

Rahmen <strong>der</strong> vorliegenden Querschnittstudie leistet das Projekt PW4 somit einen Beitrag für<br />

die Messmethodik. Die Ergebnisse ermöglichen den differenzierten Vergleich verschiedener<br />

Coping-Instrumente bezgl. ihres Nutzens für die Reha-Forschung. Im Hinblick auf<br />

testökonomische Fragestellungen können die Ergebnisse außerdem <strong>der</strong> Auswahl einzelner<br />

Skalen o<strong>der</strong> Items auf empirischer Basis dienen. Als weitere Forschungsdesi<strong>der</strong>ata lassen sich<br />

die Differenzierung zwischen Depression (Zustand) und depressiver Verarbeitung<br />

(funktioneller Aspekt) sowie eine weitere Untersuchung des Zusammenhangs zwischen<br />

Coping, Compliance und speziell Reha-Motivation ableiten. Die Querschnittstudie bildete die<br />

testmethodische Basis für die anschließend in Teil II und Teil III dieses Berichts dargestellten<br />

Längsschnittuntersuchungen mit drei bzw. vier Messzeitpunkten über den Verlauf <strong>der</strong><br />

kardiologischen Rehabilitation. Mittels des hier zusammengestellten Instrumentariums sollten<br />

wichtige psychosoziale und medizinische Prädiktoren für den Rehabilitationserfolg bei<br />

kardiologischen Patienten im Verlauf untersucht und identifiziert werden. Weitere<br />

differenzierte Aussagen über den längerfristigen Krankheits- und Rehabilitationsverlauf und<br />

die prädiktive Potenz von medizinischen und psychosozialen Ausgangsvariablen werden<br />

daher in Teil II und Teil III dieses Berichtes dargestellt.<br />

Die große Bedeutung <strong>der</strong> kardiologischen Rehabilitation und die Heterogenität kardialer<br />

Krankheitsbil<strong>der</strong> in <strong>der</strong> heutigen Rehabilitationslandschaft ließen eine Ausweitung <strong>der</strong><br />

Stichprobe und nach Diagnose und Verlauf differenzierte Untersuchung von Subgruppen (vor<br />

allem Bypass-operierte Patienten, Klappen-Patienten und ICD-Patienten) sinnvoll erscheinen<br />

(Zielgröße: mindestens je 100 Patienten mit auswertbaren Längsschnittdaten). Dies würde<br />

innerhalb einer relativ homogenen Gruppe statistisch gut abgesicherte Prädiktionsaussagen<br />

erlauben und zusätzlich einen Diagnose-Vergleich <strong>der</strong> Verläufe in <strong>der</strong> kardiologischen<br />

Rehabilitation ermöglichen. Eine an<strong>der</strong>e sinnvolle Ergänzung wäre die mit identischer<br />

Methodik durchgeführte Längsschnittstudie im Bereich <strong>der</strong> ambulanten/teilstationären<br />

Rehabilitation.<br />

Die vorliegenden querschnittlichen Ergebnisse und die guten Kooperationsbedingungen mit<br />

den drei beteiligten Reha-Kliniken zeigten einen ausgesprochen fruchtbaren Projektverlauf<br />

und die volle Erfüllung <strong>der</strong> ursprünglichen Projektziele für diesen Teilbereich des Projekts<br />

PW4.<br />

65


Teil III Längsschnittstudien<br />

7. Methodik <strong>der</strong> Rehabilitationslängsschnittstudie (Studie 2) und <strong>der</strong> Akut-<br />

Längsschnittstudie (Studie 3)<br />

7.1 Fragestellungen<br />

Die zentralen Fragestellungen <strong>der</strong> beiden Längsschnittstudien lauten wie folgt:<br />

• Welche Prozesse <strong>der</strong> Krankheitsverarbeitung werden von Experten und Patienten als<br />

rehabilitationsrelevant eingeschätzt?<br />

• Welche Beziehungen bestehen zwischen <strong>der</strong> Krankheitsverarbeitung <strong>der</strong> Patienten und <strong>der</strong><br />

Interventionsplanung des Arztes?<br />

• Welche Beziehungen bestehen zwischen Krankheitsverarbeitung und Compliance?<br />

• Wie lassen sich Reha-Outcome-Kriterien durch Krankheitsverarbeitung vorhersagen?<br />

• Welche Bedeutung hat Krankheitsverarbeitung im Zusammenhang mit an<strong>der</strong>en<br />

psychosozialen und medizinischen Parametern in <strong>der</strong> Reha?<br />

• Ist Krankheitsverarbeitung eher stabil über die Zeit o<strong>der</strong> variabel?<br />

• Wie verän<strong>der</strong>t sich Krankheitsverarbeitung im Verlauf <strong>der</strong> Reha?<br />

• Welche Empfehlungen lassen sich bzgl. Krankheitsverarbeitung in <strong>der</strong> Diagnostik und<br />

Interventionsplanung geben?<br />

7.2 Stichprobenbeschreibung<br />

Im folgenden soll lediglich ein kurzer Überblick über die Stichprobe gegeben werden. Die<br />

vollständige Stichprobenbeschreibung findet sich im Ergebnisteil (Kap. 8).<br />

Als Einschlusskriterien wurden das Vorliegen einer koronaren Herzerkrankung (Herzinfarkt,<br />

Zustand nach Bypass-OP, KHK allgemein) sowie ein Altersbereich zwischen 18 und 70<br />

Jahren gewählt, da versucht wurde, wegen des Kriteriums <strong>der</strong> Berufsrückkehr möglichst noch<br />

im Erwerbsleben stehende Personen zu befragen. Ausschlusskriterien waren das<br />

Nichtbeherrschen <strong>der</strong> deutschen Sprache, kognitive Defizite (z.B. durch Apoplex o<strong>der</strong><br />

Demenz) und eine ausgeprägte Multimorbidität.<br />

Die Ausgangsstichprobe setzte sich aus 176 kardiologischen Rehabilitanden zweier<br />

Rehabilitationskliniken zusammen. 89% <strong>der</strong> Befragten waren Männer. Das Durchschnittsalter<br />

lag bei 53,5 Jahren (s=7,3 Jahre) mit einem Range von 33-69 Jahren. Die häufigsten<br />

Diagnosen waren Herzinfarkt (47%) und Zustand nach Bypass-Operation mit (26%).<br />

Angestrebte und erreichte Stichprobenumfänge<br />

In <strong>der</strong> Rehabilitationslängsschnittstudie (Studie 2) sollten insgesamt 100 Patienten mit einer<br />

KHK und/o<strong>der</strong> nach Bypass-Operation über drei Messzeitpunkte (Reha-Beginn, Reha-Ende,<br />

6-Monatskatamnese) untersucht werden. Im Intensiv-Längsschnitt (Studie 3), <strong>der</strong> bereits in<br />

<strong>der</strong> Akutversorgung begann und sich über den gesamten Rehabilitationsverlauf erstreckte,<br />

sollten insgesamt 50 Patienten nach Herzinfarkt, Bypass- o<strong>der</strong> Klappen-OP sowie<br />

Herzrhythmusstörungen über vier Messzeitpunkte (Akut-Ende, Reha-Beginn, Reha-Ende, 6-<br />

Monatskatamnese) befragt werden.<br />

67


In beiden Längsschnittstudien konnten jeweils die angestrebten Stichprobenumfänge<br />

übertroffen werden.<br />

Tab. 7.2: Geplante und erreichte Stichprobengrößen <strong>der</strong> Längsschnittstudien<br />

Teilstudie geplante Stichprobengröße erreichte Stichprobengröße<br />

Studie 2 (Längsschnitt) n = 100<br />

Studie 3 (Längsschnitt) n = 50<br />

n = 123<br />

(über 3 Messzeitpunkte)<br />

n = 54<br />

(über 4 Messzeitpunkte)<br />

7.3 Instrumentarium Zynismus<br />

Kurzbeschreibung <strong>der</strong> verwendeten Fragebogen-Instrumente<br />

Nachfolgend werden die einzelnen Instrumente kurz beschrieben, die im Anhang B<br />

wie<strong>der</strong>gegeben sind. Das hier eingesetzte Fragebogen-Paket wurde auf Grundlage <strong>der</strong><br />

Querschnittstudie (Studie 1) zusammengestellt und nach Kriterien <strong>der</strong> Validität, Reliabilität,<br />

Ökonomie reduziert (s. Teil II).<br />

Krankheitsverarbeitung<br />

Im Hinblick auf die Coping-Instrumente wurden die Kurzform des Freiburger Fragebogens<br />

zur Krankheitsverarbeitung (FKV-LIS; <strong>Muthny</strong>, 1989) sowie die Skala „Suche nach sozialer<br />

Einbindung“ <strong>der</strong> Trierer Skalen zur Krankheitsbewältigung (TSK-SS; Klauer und Filipp,<br />

1993) eingesetzt. Auswahlkriterien waren dabei zum einen die bekannten Gütekriterien bei<strong>der</strong><br />

Verfahren, zum an<strong>der</strong>en auch ihr bewährter Einsatz in zahlreichen empirischen<br />

deutschsprachigen Studien zu Bewältigungsverhalten bei Patienten mit den<br />

unterschiedlichsten Erkrankungen, so dass beide Instrumente gute Vergleichsmöglichkeiten<br />

bieten.<br />

Der FKV-LIS ist eine Kurzform des FKV102 und berücksichtigt in Anlehnung an Theorien<br />

zu Coping-Verhalten emotionale, kognitive und aktionale Krankheitsverarbeitungsstrategien,<br />

wobei 35 Items zur Selbsteinschätzung, wie stark die jeweiligen Aussagen bezogen auf die<br />

Situation <strong>der</strong> letzten sieben Tage (Belastungsfokus) zutreffend sind, auf einer 5-stufigen<br />

Ratingskala den Probanden vorgegeben werden. Außerdem werden die Probanden gebeten,<br />

die Krankheitsverarbeitungsstrategien hinsichtlich ihrer Adaptivität zu bewerten. Neben fünf<br />

faktorenanalytisch ableitbaren Subskalen („Depressive Verarbeitung“, „Aktives problemorientiertes<br />

Coping“, „Ablenkung und Selbstaufbau“, „Religiösität und Sinnsuche“ sowie<br />

„Bagatellisierung und Wunschdenken“) kann ein itemstandardisierter Gesamtscore auf <strong>der</strong><br />

Grundlage aller 35 Items berechnet werden als Maß für die Gesamt-Coping-Bemühungen <strong>der</strong><br />

Probanden. Im folgenden wird <strong>der</strong> FKV-LIS nur FKV genannt.<br />

Die TSK beziehen sich auf verhaltens- und gedankenbezogene Aspekte von Coping und<br />

bestehen aus 37 Items, die sich ebenfalls in fünf faktorenanalytisch begründbare Subskalen<br />

einteilen lassen („Rumination“, „Suche nach sozialer Einbindung“, „Bedrohungsabwehr“,<br />

„Suche nach Information und Erfahrungsaustausch“, „Suche nach Halt in <strong>der</strong> Religion“). Das<br />

Antwortverhalten <strong>der</strong> Probanden wird dabei auf einer 6-stufigen Likert-Skala registriert. Mit<br />

68


Hilfe einer Addition <strong>der</strong> Rohwerte läßt sich für jede Subskala ein Score bilden und auf <strong>der</strong><br />

Basis von Normwerten interpretieren. Aus Gründen <strong>der</strong> Vergleichbarkeit mit dem FKV<br />

wurden als Belastungsfokus ebenfalls die letzten sieben Tage festgelegt. Zum Einsatz kam<br />

hier die Skala „Suche nach sozialer Einbindung“ (TSK-SS) bestehend aus neun Items.<br />

Subjektive Theorien<br />

Erkrankungsbezogene Kontrollüberzeugungen<br />

Für eine ökonomische Erfassung erkrankungsbezogener Kontrollüberzeugungen als<br />

Bestandteile subjektiver Krankheitstheorien wurde <strong>der</strong> EKO (Erkrankungsbezogene<br />

Kontrollüberzeugungen; <strong>Muthny</strong> et al., 1992) herangezogen, dessen neun Items jeweils auf<br />

einer 5-stufigen Skala beantwortet werden sollen. Vergleichsdaten mit verschiedenen<br />

Stichproben körperlich kranker Patienten liegen vor, eine Auswertung sollte allerdings am<br />

besten nur auf Basis <strong>der</strong> Einzelitems erfolgen.<br />

Generalisierte Kompetenzerwartung bzw. Selbstwirksamkeit<br />

Die Messung <strong>der</strong> generalisierten Selbstwirksamkeitserwartung als habituelle Disposition<br />

erfolgte mittels des Fragebogens zur Generalisierten Kompetenzerwartung (GEK), dessen<br />

Gütekriterien als zufriedenstellend bezeichnet werden können und <strong>der</strong> in zahlreichen Län<strong>der</strong>n<br />

bereits zum Einsatz gekommen ist (Schwarzer, 1994). Diese Skala besteht aus insgesamt 10<br />

Items, bei denen die Probanden das Ausmaß ihrer Zustimmung zu den formulierten Aussagen<br />

auf einer 4-stufigen Ratingskala angeben. Inhaltlich beziehen sich die Items auf<br />

Anfor<strong>der</strong>ungen, denen die eigene Handlungsfähigkeit gegenübergestellt wird. Die<br />

Auswertung ist über die Addition <strong>der</strong> Werte zu einem Summenscore möglich. Im<br />

Längsschnitt wurde auf <strong>der</strong> Grundlage <strong>der</strong> Querschnittstudie (Studie 1) eine auf vier Items<br />

verkürzte Version eingesetzt (s. Teil II: Ergebnisse zur Querschnittstudie).<br />

Angst und Depression<br />

Zur Ermittlung ängstlicher und depressiver Symptome wurde <strong>der</strong> BSI (Brief Symptom<br />

Inventory; Derogatis und Spencer, 1982) eingesetzt, <strong>der</strong> eine Kurzversion <strong>der</strong> SCL-90-R<br />

(Symptom Checklist; Franke, 1995) darstellt. In <strong>der</strong> verwendeten Version besteht <strong>der</strong> BSI aus<br />

den Skalen Angst und Depressivität mit jeweils sechs Items sowie aus <strong>der</strong> Skala<br />

Somatisierung mit insgesamt sieben Items. Dabei bilden die letzten sieben Tage den<br />

Bezugszeitraum. Die Beurteilung <strong>der</strong> 19 Items erfolgt auf einer 5-stufigen Antwortskala. Für<br />

jede Skala kann ein Summenscore berechnet werden. Dargestellt werden in <strong>der</strong> vorliegenden<br />

Studie die itemstandardisierten Skalenbildungen.<br />

Soziale Unterstützung<br />

Die Erfassung <strong>der</strong> sozialen Unterstützung erfolgte auf <strong>der</strong> Grundlage <strong>der</strong> aus 22 Items<br />

bestehenden Kurzform des Fragebogens zur Sozialen Unterstützung (F-SOZU-K-22; Sommer<br />

und Fydrich, 1989, 1991), <strong>der</strong>en Gesamtskala gute Reliabilitäts- und Validitätswerte aufweist<br />

(s. auch Franke, 1994) und für die mittlerweile auch repräsentative Daten vorhanden sind<br />

(Bilsky und Hosser, 1998). Der Fragebogen F-SOZU-K-22 deckt mit seinen Skalen<br />

„Emotionale Unterstützung“, „Praktische Unterstützung“ und „Soziale Integration“ zentrale<br />

Aspekte sozialer Unterstützung ab. Die Items des F-SOZU-K-22 sind als Selbstaussagen<br />

formuliert und werden von den Probanden auf einer 5-stufigen Ratingskala nach dem Ausmaß<br />

ihrer Zustimmung beurteilt. Die Auswertung erfolgt dabei über die Bildung eines<br />

Skalensummenscores. Im Längsschnitt wurde auf <strong>der</strong> Grundlage <strong>der</strong> Querschnittstudie<br />

(Studie 1) eine auf 10 Items verkürzte Version eingesetzt (s. Teil II: Ergebnisse zur<br />

Querschnittstudie).<br />

69


Lebens- und Behandlungszufriedenheit<br />

Die Lebenszufriedenheit wurde mittels einer von <strong>Muthny</strong> (1991) modifizierten Fassung des<br />

Inventars von Fahrenberg et al. (1986) erfasst. Das Lebenszufriedenheitsinventar (LZI) setzt<br />

sich aus 15 Items zu verschiedenen Teilbereichen des Lebens sowie einer globalen<br />

Einschätzung zur Lebenszufriedenheit insgesamt zusammen, die jeweils auf einer 5-stufigen<br />

Antwortskala eingeschätzt werden. Dabei lässt sich die Gesamt-Zufriedenheit auf <strong>der</strong><br />

Grundlage eines itemstandardisierten Summenscores beurteilen. Im Längsschnitt wurde auf<br />

<strong>der</strong> Grundlage <strong>der</strong> Querschnittstudie (Studie 1) eine auf 13 Items verkürzte Version eingesetzt<br />

(s. Teil II: Ergebnisse zur Querschnittstudie).<br />

Zur Erfassung <strong>der</strong> Behandlungszufriedenheit (BZI) wurde eine aus 13 Items<br />

zusammengesetzte Liste von <strong>Muthny</strong> et al. (1990) verwendet, bei <strong>der</strong> die Probanden das<br />

Ausmaß ihrer Zufriedenheit mit <strong>der</strong> medizinischen und psychosozialen Behandlung im<br />

Hinblick auf verschiedene Behandlungsbereiche auf einer 5-stufigen Antwortskala angeben.<br />

Auch hier ist die Bildung eines itemstandardisierten Gesamtsummenwertes als Gesamtmaß<br />

für die Zufriedenheit mit <strong>der</strong> medizinischen Behandlung möglich. Im Längsschnitt wurde auf<br />

<strong>der</strong> Grundlage <strong>der</strong> Querschnittstudie (Studie 1) eine auf 10 Items verkürzte Version eingesetzt<br />

(s. Teil II: Ergebnisse zur Querschnittstudie).<br />

Subjektive Gesundheit und Lebensqualität<br />

Zur Erfassung von Lebensqualität und subjektiver Gesundheit wurde <strong>der</strong> IRES-MIN<br />

(Indikatoren des Reha-Status, Minimalversion; Gerdes und Jäckel, 1995) eingesetzt.<br />

Der IRES-MIN ist die Kurzversion des IRES-Fragebogens und enthält 17 nach<br />

psychometrischen Kriterien ausgewählte Items <strong>der</strong> Langversion. Der IRES-MIN besteht aus<br />

den Skalen „Somatischer Status“, „Funktionaler Status“ und „Psychosozialer Status“. Es lässt<br />

sich ein Gesamtwert des Reha-Status berechnen.<br />

Zynismus<br />

Die Zynismus-Skala basiert auf <strong>der</strong> deutschsprachigen Version <strong>der</strong> Cook-Medley Hostility<br />

Scale (Ho-Skala) und einer Expertenbefragung. Die Endversion <strong>der</strong> Skala besteht nach <strong>der</strong><br />

Durchführung von Item- und Faktorenanalysen aus 13 Items, die auf einer 5-stufigen Rating-<br />

Skala beantwortet werden. Die nach Varimax-Rotation extrahierten Faktoren wurden<br />

aufgrund inhaltlicher Überlegungen als „Zynismus“ (Items 13-15, 17, 18), „Amoralischer<br />

Opportunismus“ (Items 1-4) und „Zweifel an Altruismus“ (Items 5, 7-9) benannt. Die<br />

Reliabilitäten <strong>der</strong> drei Subskalen können als gut bis zufriedenstellend bezeichnet werden<br />

(Zynismus: α=.83; Zweifel an Altruismus: α=.75; Amoralischer Opportunismus: α=.83). Die<br />

Trennschärfen aller Items liegen über r it-i = .48 und damit in einem guten Bereich.<br />

Soziodemographische Daten<br />

Die Angaben zu soziodemographischen Daten basieren auf den Empfehlungen <strong>der</strong> AG<br />

„Routinedaten“ (Deck und Röckelein, 1999).<br />

Rehabilitationsziele und Reha-Motivation<br />

Der verwendetete Rehabilitationszielkatalog basiert auf Angaben in Standardwerken <strong>der</strong><br />

kardiologischen Rehabilitation (Buchwalsky und Blümchen, 1994) und wurde anschließend<br />

auf <strong>der</strong> Grundlage von Patientenangaben und mittels <strong>der</strong> Angaben <strong>der</strong> beteiligten Reha-<br />

Kliniken weiter ausdifferenziert. Die Reha-Ziele beziehen sich dabei auf die Bereiche<br />

Medizin, Risikofaktorenverän<strong>der</strong>ung, psychisches Befinden sowie berufliche Aspekte und<br />

Aspekte des alltäglichen Lebens. Die Erfassung <strong>der</strong> Rehabilitationsziele erfolgte sowohl auf<br />

70


einer 5-stufigen Ratingsskala über die Selbsteinschätzungen <strong>der</strong> Patienten als auch über die<br />

Fremdeinschätzungen <strong>der</strong> behandelnden Ärzte. Zu Beginn <strong>der</strong> Rehabilitation sollte dabei<br />

eingeschätzt werden, wie wichtig das entsprechende Ziel für den Patienten als Ergebnis <strong>der</strong><br />

Rehabilitationsbehandlung ist. Am Ende <strong>der</strong> Maßnahme sollte dann beurteilt werden, in<br />

welchem Ausmaß das jeweilige Ziel erreicht worden ist.<br />

Zur Messung von Erwartungen und Motivationen wurde <strong>der</strong> Fragebogen FREM-17 von Deck<br />

et al. (1998) eingesetzt, <strong>der</strong> auf den Erwartungs-mal-Wert-Theorien <strong>der</strong> Motivation basiert<br />

und eine neutrale Erfassung <strong>der</strong> Motivationslage <strong>der</strong> Patienten erlaubt. Der Fragebogen<br />

besteht aus 17 Items mit einer vierstufigen Antwortskala, die den Dimensionen<br />

Wohlbefinden/Erholung, Gesundheit, Krankheitsbewältigung und Rente/Beruf zugeordnet<br />

werden können. Die Auswertung erfolgt über eine Berechnung von ungewichteten<br />

Skalensummen. Die Erfassung erfolgte im Rahmen des Interviews.<br />

Arzt-Fragebogen<br />

Die behandelnden Ärzte füllten für jeden Patienten am Ende <strong>der</strong> Akutbehandlung bzw. am<br />

Reha-Beginn und am Reha-Ende jeweils ein Arzt-Rating aus. Am Ende <strong>der</strong> Akutbehandlung<br />

bzw. am Reha-Beginn wurden die medizinischen Basisparameter und die Reha-Ziele (s. oben)<br />

für den betreffenden Patienten erfasst. Am Reha-Ende gaben die Ärzte an, in welchem<br />

Ausmaß die betreffenden Reha-Ziele erreicht wurde und wie motiviert <strong>der</strong> Patient für die<br />

Reha-Maßnahme war.<br />

Psychologen-Rating<br />

Die Fremdeinschätzung des Copings <strong>der</strong> Patienten durch einen Psychologen erfolgte mittels<br />

Berner Bewältigungsskalen (BEFO, Heim et al., 1991) und dem FKV in Fremdeinschätzung<br />

in einem Interview, das am Ende <strong>der</strong> Akutbehandlung bzw. am Reha-Beginn stattfand. Die<br />

Berner Bewältigungsformen (BEFO, Heim et al., 1991) sind als halbstrukturiertes Interview<br />

konzipiert. Die darin enthaltenen 30 Items erfassen ebenfalls wie <strong>der</strong> FKV handlungs-,<br />

emotions- und kognitionsbezogene Aspekte von Coping und werden auf einer fünf-stufigen<br />

Ratingsskala vom Interviewer eingeschätzt. Beide Verfahren wurden parallel verwendet, da<br />

sie sowohl übereinstimmende als auch verschiedene Inhaltsbereiche abdecken, so dass eine<br />

vergleichende Analyse und außerdem ein zusätzlicher Informationsgewinn erreicht werden<br />

kann. Im Interview wurden außerdem die Reha-Ziele und die Reha-Motivation in <strong>der</strong><br />

Selbsteinschätzung <strong>der</strong> Patienten erfasst.<br />

71


7.4 Untersuchungsdesign und Untersuchungsdurchführung<br />

Als Prädiktoren wurden auf <strong>der</strong> Grundlage <strong>der</strong> Datenreduktion im Rahmen <strong>der</strong><br />

Querschnittstudie (Studie 1) die Krankheitsverarbeitung in Selbst- (FKV-LIS, TSK) und<br />

Fremdeinschätzung (FKV-LIS, BEFO), subjektive Theorien (EKO), Selbstwirksamkeitserwartungen<br />

(GEK), Hostilität/Zynismus (Eigenentwicklung), die soziale Unterstützung (F-<br />

SOZU-K-22), kardiologische Funktionsparameter und Arzt-Ratings zu Reha-Zielen und<br />

Reha-Motivation erhoben. Outcome-Kriterien <strong>der</strong> Rehabilitation waren Depression, Angst<br />

und Somatisierung (BSI), <strong>der</strong> allgemeine Gesundheitszustand (IRES-MIN), die Lebens- und<br />

Behandlungszufriedenheit (LZI, BZI) sowie die Wie<strong>der</strong>erlangung <strong>der</strong> Erwerbsfähigkeit (s.<br />

Abb. 7.4.1).<br />

Abb. 7.4.1: Prädiktoren- und Outcome-Messung<br />

Prädiktoren<br />

Patienten-Selbsteinschätzung<br />

Coping (FKV, TSK-SS)<br />

Kontrollüberzeugung (EKO)<br />

Selbstwirksamkeit (GEK)<br />

Hostilität/ Zynismus (ZYN)<br />

Soziale Unterstützung (SOZU-K-22)<br />

Med. Basisparameter<br />

Arzt-Ratings zu Reha-Zielen und<br />

Reha-Motivation<br />

Psychologen-Rating zu Coping<br />

(FKV, BEFO)<br />

Outcome-Parameter <strong>der</strong><br />

Rehabilitation<br />

Angst (BSI)<br />

Depression (BSI)<br />

Somatisierung (BSI)<br />

Reha-Status (IRES-MIN)<br />

Lebenszufriedenheit (LZI)<br />

Behandlungszufriedenheit (BZI)<br />

Erwerbsfähigkeit<br />

Die Datenerhebung erfolgte zum Ende des Akut-Aufenthalts (T1) bzw. zu Reha-Beginn (T2)<br />

mittels Interview, Patienten-Fragebogen und Arzteinschätzung sowie am Reha-Ende (T3)<br />

mittels Patienten-Fragebogen und Arzteinschätzung. Zum Katamnesezeitpunkt sechs Monate<br />

nach dem Ende <strong>der</strong> Rehabilitationsmaßnahme erhielten die Patienten einen letzten<br />

Fragebogen zugeschickt (T4). Beteiligte Kliniken im Rahmen des Reha-Längsschnitts (Studie<br />

2) waren die Fachklinik Rhein-Ruhr in Essen und die Klinik Kreuzkamp in Bad<br />

Waldliesborn. Die Datenerhebung konnte im Sommer 2001 mit dem verzögerten Ende <strong>der</strong><br />

Akut-Reha-Längsschnitterhebung (Studie 3) abgeschlossen werden. Das Projekt erhielt eine<br />

kostenneutrale Verlängerung bis zum 30.06.2002.<br />

Zur Sicherung <strong>der</strong> geplanten Patientenzahlen musste für die erweiterte Längsschnittuntersuchung<br />

ein erheblicher Mehraufwand geleistet werden, mit insgesamt fünf (statt geplanter<br />

zwei) Akutkliniken wurden Kooperationsvereinbarungen getroffen: Universitätsklinikum<br />

Münster, Innere Medizin C; St. Franziskushospital Münster, Innere Medizin III;<br />

Raphaelsklinik Münster, Innere Medizin I; Clemenshospital Münster, Innere Medizin I, und<br />

St. Johannes Hospital Dortmund, Medizinische Klinik I. Weiterhin mussten zur<br />

Weiteruntersuchung <strong>der</strong> Patienten verschiedene Reha-Kliniken im gesamten Bundesgebiet,<br />

vor allem aber NRW, aufgesucht und zur Kooperation gewonnen werden. Beson<strong>der</strong>s häufig<br />

72


eteiligt waren die Klinik Kreuzkamp in Bad Waldliesborn, die Gollwitzer-Meier-Klinik in<br />

Bad Oeynhausen sowie die Schüchtermann Klinik in Bad Rothenfelde.<br />

Allen kooperierenden Kliniken und Einzelpersonen gilt unser beson<strong>der</strong>er Dank.<br />

Tab 7.4.2 stellt noch einmal das Studiendesign mit den eingesetzten Inventaren zu den<br />

verschiedenen Messzeitpunkten dar. Weiterhin ist aufgeführt, ob die Daten durch<br />

Selbsteinschätzung des Patienten (S) o<strong>der</strong> Arzt-Rating (A) bzw. Psychologen-Rating (P)<br />

erfasst worden sind.<br />

Tab. 7.4.2: Übersicht über Messzeitpunkte und verwendete Instrumente<br />

Messzeitpunkte<br />

Instrumente<br />

T1<br />

(Akut-Ende)<br />

T2<br />

(Reha-Beginn)<br />

T3<br />

(Reha-Ende)<br />

T4<br />

(Katamnese)<br />

FKV S, P S, P S S<br />

TSK-SS S S S S<br />

BEFO P P<br />

EKO S S S S<br />

GEK S S S S<br />

SOZU-K-22 S S S<br />

Zynismus-Skala S S<br />

BSI S S S S<br />

IRES-MIN S S S S<br />

LZI S S S S<br />

BZI/ Behandlungswirksamkeit S S S S<br />

Soziodem. Daten S S<br />

Reha-Ziele S, A S, A S, A S<br />

Reha-Motivation S, A S, A A<br />

Medizin. Daten A A<br />

Anamnese S S<br />

Arbeitsfähigkeit S S<br />

S = Selbsteinschätzung Patient A = Arzt-Rating P = Psychologen-Rating<br />

Alle an <strong>der</strong> Studie beteiligte Patienten erhielten zu Beginn ausführliche Informationen über<br />

das Untersuchungsziel und die Durchführungsmodalitäten <strong>der</strong> Studie und signalisierten ihre<br />

Bereitschaft zur Teilnahme mit <strong>der</strong> Unterzeichnung einer Einverständniserklärung. Die<br />

Befragung <strong>der</strong> Patienten erfolgte im Rahmen eines längsschnittlichen Untersuchungsdesigns<br />

mit drei bzw. vier Messzeitpunkten (Tab. 7.4.2). Zum ersten Messzeitpunkt T1 am Ende des<br />

73


Akutkrankenhausaufenthalts wurden die Patienten zu möglichen Reha-Zielen und ihrer Reha-<br />

Motivation interviewt. Außerdem schätzte <strong>der</strong> Interviewer die Krankheitsverarbeitung <strong>der</strong><br />

Patienten ein. Am Ende des Interviews erhielten die Patienten den Patienten-Fragebogen mit<br />

<strong>der</strong> Bitte, diesen in den nächsten Tagen auszufüllen und an das auswertende Institut<br />

zurückzusenden. Zusätzlich wurden die behandelnden Ärzte jeweils bezüglich medizinischer<br />

Basisdaten befragt und um ihre Einschätzung sinnvoller Rehabilitationsziele für den<br />

betreffenden Patienten gebeten. Der Ablauf und die Inhaltsbereiche für den zweiten<br />

Messzeitpunkt T2 zu Beginn <strong>der</strong> Rehabilitationsmaßnahme war mit T1 identisch. Am Ende<br />

des Rehabilitationsaufenthalts (T3) erhielten die Patienten nur noch einen Fragebogen. Die<br />

behandelnden Ärzte wurden bezüglich <strong>der</strong> von den Patienten erreichten Reha-Ziele und <strong>der</strong>en<br />

abschließen<strong>der</strong> Reha-Motivation befragt. Zum Katamnesezeitpunkt sechs Monate nach dem<br />

Ende <strong>der</strong> Rehabilitationsmaßnahme erhielten die Patienten den letzten Fragebogen<br />

zugeschickt (T4).<br />

7.5 Statistische Auswertungsmethoden<br />

Die statistische Auswertung erfolgte für den Rehabilitationslängsschnitt mit Hilfe des<br />

Statistikprogramms SPSS 10.0 für Windows. Für die deskriptive Darstellung wurden einfache<br />

beschreibende Methoden verwendet. Zur Bestimmung von linearen Zusammenhängen<br />

zwischen Prädiktoren und psychoszialen Zielkriterien wurden Korrelationen nach Pearson<br />

bzw. Rangkorrelationen nach Spearman berechnet. In multivariaten Regressionsanalysen<br />

wurden Prädiktoren für die verschiedenen Lebensqualitätsmaße bestimmt. Die Analyse <strong>der</strong><br />

Verän<strong>der</strong>ungen über die verschiedenen Messzeitpunkte erfolgte mittels ANOVA für<br />

abhängige Stichproben und paarweiser Mittelwertsvergleiche (T-Test für abhängige<br />

Stichproben bei Bonferroni-Adjustierung). Effektstärken „d“ <strong>der</strong> Verän<strong>der</strong>ungen wurden mit<br />

Hilfe <strong>der</strong> Formel „(Mittelwert minus Mittelwert des Ausgangsmesszeitpunktes) dividiert<br />

durch die Standardabweichung des Ausgangsmesszeitpunktes“ berechnet. Mittelwertsunterschiede<br />

zwischen erwerbstätigen und berenteten Patienten wurden mit Hilfe von T-Tests<br />

für unabhängige Stichproben bestimmt. Mittels logistischer Regression wurden Prädiktoren<br />

für die Erwerbsfähigkeit im multivariaten Modell überprüft. Unterschiede im Psychologen-<br />

Rating und <strong>der</strong> Patienteneinschätzung bezüglich des Coping-Verhaltens wurden mit Hilfe von<br />

T-Tests für abhängige Stichproben (Studie 2) bzw. mittels zweifaktoriellen Varianzanalysen<br />

für abhängige Stichproben (Faktoren „Messzeitpunkt“ und „Rating“) und anschließenden<br />

paarweisen Vergleiche für abhängige Stichproben bei Bonferroni-Adjustierung (Studie 3)<br />

untersucht. Bivariate Korrelationsanalysen und multiple Regressionen wurden berechnet, um<br />

Zusammenhänge zwischen Psychologen-Rating und den von den Patienten berichteten<br />

Lebensqualitätsmaßen zu ermitteln.<br />

74


8. Ergebnisse <strong>der</strong> Reha-Längsschnittstudie (Studie 2)<br />

8.1 Deskriptive Ergebnisse<br />

Zum ersten Messzeitpunkt T2 (Reha-Beginn) <strong>der</strong> Rehabilitations-Längsschnittstudie<br />

(Studie 2) antworteten 176 Patienten. Dies entspricht bei 220 ausgegebenen Fragebogen einer<br />

Rücklaufquote von 80%. Von diesen nahmen zu T3 159, d.h. 90%, an <strong>der</strong> Befragung teil.<br />

Über drei Messzeitpunkte konnten insgesamt 123 kardiologische Rehabilitanden befragt<br />

werden (zusätzlich dazu 56 Patienten aus Studie 3). Damit konnte trotz des umfangreichen<br />

Fragebogeninstrumentariums die im Projektantrag anvisierte Stichprobengröße (geplant 100<br />

Patienten) übertroffen und eine gute Rücklaufquote erzielt werden, was vor allem auf die<br />

guten Kooperationsbedingungen mit den beteiligten Kliniken (und ausgeprägten<br />

Motivierungsanstrengungen) zurückzuführen ist.<br />

Stichprobencharakteristika <strong>der</strong> Ausgangsstichprobe (n = 176)<br />

Die untersuchte Stichprobe bestand erwartungsgemäß zum größten Teil aus Männern (89%)<br />

sowie überwiegend verheirateten Patienten (76%) (Tab. 8.1). Das bewusst niedrig gewählte<br />

Alter lag im Mittel bei 53,4 Jahren (s = 7,1 Jahre) mit einem Bereich von 33-69 Jahren. 43%<br />

<strong>der</strong> befragten Rehabilitanden hatten einen Hauptschulabschluss, gefolgt von Realschule<br />

(20%) und Abitur (13%). Dementsprechend waren die meisten Befragten als Angestellte<br />

(58%) und Arbeiter (16%) tätig, nur 7% arbeiteten als Beamte und 11% als Selbständige. 64%<br />

<strong>der</strong> Befragten waren vor dem Beginn <strong>der</strong> Rehabilitationsmaßnahme ganztägig berufstätig<br />

gewesen. 19% <strong>der</strong> Patienten besaßen einen Schwerbehin<strong>der</strong>tenausweis, 71% waren zum<br />

Befragungszeitpunkt krankgeschrieben. Der Kostenträger <strong>der</strong> aktuellen Maßnahme war am<br />

häufigsten die BfA (59%), gefolgt von <strong>der</strong> LVA (22%).<br />

Tab. 8.1: Stichprobenzusammensetzung soziodemographischer Daten<br />

(Ausgangsstichprobe: n = 176)<br />

Geschlecht Männlich: 89% Weiblich: 11%<br />

Alter (Bereich: 33-69 Jahre) MW = 53,4 s = 7,1<br />

Familienstand Verheiratet: 76% Ledig: 8%<br />

Geschieden: 13% Verwitwet: 2%<br />

Schulbildung Hauptschule: 43% Realschule: 20%<br />

Abitur: 13%<br />

Beruf Angestellter: 58% Selbständiger: 11%<br />

Arbeiter: 16% Beamter: 7%<br />

Gegenwärtige<br />

Ganztägig: 64% Halbtags: 3%<br />

Erwerbstätigkeit<br />

(vor Reha-Beginn) Arbeitslos: 6% EU- bzw. BU-Rente: 9%<br />

Aktuelle Krankschreibung Ja: 71% Nein: 26%<br />

Reha-Teilnahme<br />

(in den letzten 5 Jahren)<br />

Ja: 16% Nein: 84%<br />

Schwerbehin<strong>der</strong>tenausweis Ja: 19% Nein: 81%<br />

Kostenträger BfA: 59% LVA: 22% Nicht rentenvers.: 10%<br />

75


Die häufigste Diagnose bei den befragten Rehabilitanden war Herzinfarkt mit 47%, gefolgt<br />

von Zustand nach Bypass-Operation (26%) und dem Vorliegen bei<strong>der</strong> Diagnosen (12%) (Tab.<br />

8.2). Die durchschnittliche Erkrankungsdauer lag bei 26 Monaten mit einem sehr breiten<br />

Range von einem bis zu 215 Monaten. Bei etwa zwei Drittel <strong>der</strong> Patienten lag ein NYHA-<br />

Stadium <strong>der</strong> Klasse I vor, die durchschnittliche maximale Ergometerleistung während <strong>der</strong><br />

Rehabilitationsmaßnahme betrug 109 Watt. Jeweils ca. ein Drittel <strong>der</strong> Befragten wies eine 1-<br />

Gefäß-, eine 2-Gefäß- o<strong>der</strong> eine 3-Gefäß-Erkrankung auf.<br />

Tab. 8.2: Stichprobenzusammensetzung medizinischer Basisdaten<br />

(Ausgangsstichprobe: n = 176)<br />

Diagnose %<br />

Anzahl<br />

betroffener<br />

Gefäße %<br />

Erkrankungsdauer<br />

NYHA-<br />

Stadium %<br />

Herzinfarkt 47 1 32 I 67<br />

Bypass 26 2 30 II 21<br />

MW = 26 Mon.<br />

Herzinfarkt s = 43<br />

12 3 28 III 3<br />

u. Bypass (1- 215 Monate)<br />

KHK 7 k.A. 10 IV 1<br />

k.A. 8<br />

k.A. 9<br />

Max. Ergometer-<br />

Leistung<br />

MW = 109 W<br />

s = 32,4<br />

(15-200 Watt)<br />

8.2 Verän<strong>der</strong>ung von Coping und Lebensqualitätsmaßen über den<br />

Rehabilitationsverlauf<br />

8.2.1 Verän<strong>der</strong>ung von Coping über den Rehabilitationsverlauf<br />

Wie Abb. 8.2.1 bzw. Tab. 8.2.1a zeigen, steigen „Aktives Coping“ und „Ablenkung“ vom<br />

ersten zum zweiten Messzeitpunkt an, um dann wie<strong>der</strong> abzufallen, während soziales Coping<br />

(„Suche nach sozialer Einbindung“) über die drei Messzeitpunkte leicht zunimmt. Die<br />

Verwendung des Coping-Modus „Religiosität und Sinnsuche“ nimmt über den Verlauf ab,<br />

während Selbstwirksamkeit, depressives Coping und „Bagatellisierung“ im Gegensatz zu den<br />

übrigen Coping-Modi keine signifikanten Verän<strong>der</strong>ungen zeigen (Tab. 8.2.1a). Tabelle 8.2.1b<br />

gibt die dazugehörigen Effektstärken „d“ als Maß für die Größe <strong>der</strong> Verän<strong>der</strong>ungen zwischen<br />

den jeweiligen Messzeitpunkten wie<strong>der</strong>.<br />

76


Tab. 8.2.1a: Verän<strong>der</strong>ung von Coping über den Reha-Verlauf (n = 123)<br />

T2 T3 T4<br />

Skalen MW s MW s MW s F 1) Sign. Diff. 2)<br />

Soziales Coping (TSK) 3,48 0,88 3,70 0,73 3,72 0,80 6,50 T2


Abb. 8.2.1: Verän<strong>der</strong>ung von Coping über den Reha-Verlauf (n = 123)<br />

Skalenmittelwerte<br />

5<br />

4<br />

3<br />

Suche nach sozialer<br />

Einbindung<br />

T2


8<br />

Abb. 8.2.2: Verän<strong>der</strong>ung von Zielkriterien über den Reha-Verlauf<br />

(n = 123)<br />

Skalenmittelwerte<br />

7<br />

6<br />

5<br />

4<br />

3<br />

2<br />

Lebenszufriedenheit<br />

n.s.<br />

Somatisierung<br />

T3


Tab. 8.2.2a: Verän<strong>der</strong>ung von psychosozialen Zielkriterien über den Reha-Verlauf<br />

(n = 123)<br />

T2 T3 T4<br />

Skalen MW s MW s MW s F 1) Sign. Diff. 2)<br />

Lebenzufriedenheit<br />

(LZI)<br />

3,74 0,70 3,85 0,65 3,82 0,64 2,03 n.s.<br />

Behandlungszufriedenheit<br />

(BZI)<br />

4,18 0,65 3,95 0,77 3,93 0,98 7,34 T3,T4


zufriedener mit ihrem Leben (r = .28) und <strong>der</strong> Behandlung (r = .23). Patienten, die nach<br />

sozialer Einbindung suchen, weisen ebenfalls weniger Somatisierungstendenzen (r = -.19) und<br />

eine höhere Lebenszufriedenheit auf (r = .29). Religiosität korreliert positiv mit <strong>der</strong><br />

Lebenszufriedenheit (r = .20).<br />

Die drei Zynismusskalen, aktives Coping und Ablenkung korrelieren nicht signifikant mit den<br />

Zielkriterien.<br />

Tab. 8.3.1: Korrelative Zusammenhänge zwischen psychosozialen Prädiktoren (Reha-<br />

Beginn, T2) und Maßen <strong>der</strong> Lebensqualität (Reha-Ende, T3) (n = 144)<br />

Skala<br />

Angst<br />

(BSI)<br />

Depression<br />

(BSI)<br />

Somatisierung<br />

(BSI)<br />

Lebenszufrieden<br />

heit<br />

(LZI)<br />

Behandlungszufriedenheit<br />

(BZI)<br />

Reha-<br />

Status<br />

(IRES-<br />

MIN)<br />

Depressive<br />

Verarbeitung<br />

.43*** .58*** .32*** -.29*** -.38***<br />

Aktives Coping<br />

Ablenkung<br />

Religiosität<br />

/Sinnsuche<br />

.20*<br />

Bagatellisieren .39*** .36*** .21* -.32***<br />

Suche nach soz.<br />

Einbindung<br />

-.19* .29***<br />

Zynismus<br />

Zweifel an<br />

Altruismus<br />

Amoral. Opportunismus<br />

Soziale<br />

Unterstützung<br />

-.27*** -.38*** -.20* .42*** .16* .29***<br />

Selbstwirksamkeit -.19* .28*** .23** .17*<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Korrelation“: Pearson r (*** ≤.001, ** ≤.01, * ≤ .05)<br />

(FKV) (TSK-SS) Eigenentwicklung (F-SOZU-K-22) (GEK)<br />

Im Gegensatz zu den psychosozialen Variablen weisen die medizinischen Basisdaten nur<br />

wenige signifikante Beziehungen zu Maßen <strong>der</strong> Lebensqualität und des subjektiven Reha-<br />

Status am Reha-Ende auf (Tab. 8.3.2). Beson<strong>der</strong>s die maximale Ergometerleistung korreliert<br />

signifikant mit dem Gesundheitsstatus am Reha-Ende.<br />

81


Tab. 8.3.2: Korrelative Zusammenhänge zwischen medizinischen Prädiktoren (Reha-<br />

Beginn, T2) und Maßen <strong>der</strong> Lebensqualität (Reha-Ende, T3) (n = 144)<br />

Variable<br />

Angst<br />

(BSI)<br />

Depression<br />

(BSI)<br />

Somatisierung<br />

(BSI)<br />

Lebenszufriedenheit<br />

(LZI)<br />

Behandlungszufriedenheit<br />

(BZI)<br />

Reha-<br />

Status<br />

(IRES-<br />

MIN)<br />

Maximale<br />

Ergometerleistung<br />

-.21* .28***<br />

Anzahl betroffener<br />

Gefäße<br />

Erkrankungsdauer<br />

NYHA-Stadium 1) -.19*<br />

Alter .20*<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Korrelation“: Pearson r (*** ≤.001, ** ≤.01, * ≤ .05)<br />

1) Spearman rs<br />

8.4 Zusammenhänge zwischen psychosozialen und medizinischen Prädiktoren zu Reha-<br />

Beginn mit Maßen <strong>der</strong> Lebensqualität zur Katamnese<br />

Die bivariaten Zusammenhänge zwischen den psychosozialen Prädiktoren zum Reha-Beginn<br />

(T2) und Maßen <strong>der</strong> Lebensqualität zum Katamnesezeitpunkt (T4) waren insgesamt geringer<br />

ausgeprägt (Tab. 8.4.1). Es zeigte sich aber wie<strong>der</strong>um, dass Patienten mit depressivem Coping<br />

depressiver (r = .26), weniger mit ihrem Leben zufrieden waren (r = -.26) und einen<br />

schlechteren Gesundheitsstatus (r = -.21) hatten. Eine gute soziale Unterstützung stand<br />

dagegen wie<strong>der</strong> mit geringer Depression (r = -.39), größerer Lebenszufriedenheit ( r = .38)<br />

und einem besseren Reha-Status (r = .27) in Beziehung. Auch hatten Patienten, die zum ersten<br />

Messzeitpunkt in <strong>der</strong> Rehabilitation bagatellisierten, sechs Monate nach dem Reha-Ende<br />

vermehrt depressive Symptome (r = .31) und einen geringeren Reha-Status<br />

(r = -.19). Zweifel an Altruismus korrelierte ebenfalls mit Depression (r = 24). Ein hohes<br />

Ausmaß an Selbstwirksamkeit hing dagegen mit einer größeren Lebens- und<br />

Behandlungszufriedenheit (r = .25 bzw. r = 21) zusammen.<br />

82


Tab. 8.4.1: Korrelative Zusammenhänge zwischen psychosozialen Prädiktoren (Reha-<br />

Beginn, T2) und Maßen <strong>der</strong> Lebensqualität (Katamnese, T4) (n = 123)<br />

Angst<br />

(BSI)<br />

Depression<br />

(BSI)<br />

Somatisierung<br />

(BSI)<br />

Lebenszufriedenheit<br />

(LZI)<br />

Behandlungszufriedenheit<br />

(BZI)<br />

Reha-<br />

Status<br />

(IRES-<br />

MIN)<br />

Skala<br />

Depressive<br />

Verarbeitung<br />

.26** -.26** -.21*<br />

Aktives Coping<br />

Ablenkung<br />

Religiosität<br />

/Sinnsuche<br />

Bagatellisieren .31*** -.19*<br />

Suche nach soz.<br />

Einbindung<br />

Zynismus<br />

Zweifel an<br />

Altruismus<br />

Amoral. Opportunismus<br />

Soziale<br />

Unterstützung<br />

.24**<br />

-.39*** .38*** .22* .27**<br />

Selbstwirksamkeit .25** .21*<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Korrelation“: Pearson r ((*** ≤.001, ** ≤.01, * ≤ .05)<br />

(FKV) (TSK-SS) Eigenentwicklung (F-SOZU-K-22) (GEK)<br />

Zwischen medizinischen Prädiktoren und den verschiedenen Lebensqualitätsmaßen lassen<br />

sich wie<strong>der</strong>um kaum signifikante Korrelationen feststellen (Tab. 8.4.2). Es zeigt sich<br />

lediglich, dass ältere Patienten weniger ängstlich (r = -.26), depressiv (r = -.21) und mit ihrem<br />

Leben und <strong>der</strong> Behandlung zufriedener sind (r = .23 bzw. r = .24).<br />

83


Tab. 8.4.2: Korrelative Zusammenhänge zwischen medizinischen Prädiktoren (Reha-<br />

Beginn, T2) und Maßen <strong>der</strong> Lebensqualität (Katamnese, T4) (n = 123)<br />

Variable<br />

Maximale<br />

Ergometerleistung<br />

Anzahl betroffener<br />

Gefäße<br />

Erkrankungsdauer<br />

NYHA-Stadium 1)<br />

Angst<br />

(BSI)<br />

Depression<br />

(BSI)<br />

Somatisierung<br />

(BSI)<br />

Lebenszufriedenheit<br />

(LZI)<br />

Behandlungszufriedenheit<br />

(BZI)<br />

Reha-<br />

Status<br />

(IRES-<br />

MIN)<br />

-.21* .28***<br />

Alter -.26** -.21* .23* .24**<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Korrelation“: Pearson r (*** ≤.001** ≤.01, * ≤ .05)<br />

1)<br />

Spearman rs<br />

8.5 Vorhersage des Reha-Erfolgs: Regressionsanalytische Ergebnisse<br />

Für die Vorhersage <strong>der</strong> verschiedenen Lebensqualitätsmaße zum Reha-Ende und zum<br />

Katamnesemesszeitpunkt wurden schrittweise multiple Regressionen durchgeführt und<br />

jeweils die zu Reha-Beginn gemessenen Variablen soziale Unterstützung, Suche nach sozialer<br />

Einbindung, depressive Verarbeitung, Religiosität, Ergometerleistung, Alter, NYHA-Stadium,<br />

Bagatellisieren, Selbstwirksamkeit als Prädiktoren eingesetzt.<br />

8.5.1 Vorhersage <strong>der</strong> psychosozialen Zielkriterien am Reha-Ende<br />

Im regressionsanalytischen Modell leisten die soziale Unterstützung, die Suche nach sozialer<br />

Einbindung, die depressive Verarbeitung, Religiosität sowie die Ergometerleistung bei Reha-<br />

Beginn einen signifikanten Beitrag zur Vorhersage <strong>der</strong> Lebensqualität am Reha-Ende<br />

(Tab. 8.5.1.1). Keine Prädiktions-Effekte zeigen Alter, NYHA-Stadium, Bagatellisierung o<strong>der</strong><br />

Selbstwirksamkeit. 32% an <strong>der</strong> Gesamtvarianz <strong>der</strong> Lebenszufriedenheit werden durch diese<br />

fünf Variablen aufgeklärt.<br />

84


Tab. 8.5.1.1: Vorhersage <strong>der</strong> Lebenszufriedenheit am Ende <strong>der</strong> Rehabilitation durch<br />

Prädiktoren am Reha-Beginn (n = 144)<br />

UV B SE Beta T Signifikanz<br />

1. Soziale Unterstützung 0,27 0,07 .31 4,05 .0001<br />

2. Suche nach sozialer<br />

Einbindung<br />

0,12 0,05 .16 2,16 .03<br />

3. Depressive Verarbeitung -0,27 0,08 -.26 -3,43 .001<br />

4. Religiosität / Sinnsuche 0,19 0,07 .22 2,87 .005<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />

Kriterium: Gesamtsumme LZ (Reha-Ende), 9 UVs (Reha-Beginn): soziale Unterstützung, Suche nach sozialer<br />

Einbindung, depressive Verarbeitung, Religiosität, Ergometerleistung, Alter, NYHA-Stadium, Bagatellisieren,<br />

Selbstwirksamkeit<br />

Bei <strong>der</strong> Vorhersage <strong>der</strong> Angst zum Reha-Ende leisten nur die depressive Verarbeitung,<br />

Bagatellisieren und soziale Unterstützung einen signifikanten Erklärungsbeitrag, wobei ein<br />

Varianzanteil von 27% durch diese drei Variablen aufgeklärt wird (Tab. 8.5.1.2).<br />

Tab. 8.5.1.2: Vorhersage <strong>der</strong> Angst am Ende <strong>der</strong> Rehabilitation durch Prädiktoren am<br />

Reha-Beginn (n = 144)<br />

5. Max. Ergometerleistung 0,03 0,01 .15 2,09 .04<br />

Korrelationskoeffizient<br />

Modell<br />

Bestimmtheitsmaß F p<br />

R = .57 R 2 = .32 12,79 .0001<br />

UV B SE Beta T Signifikanz<br />

1. Depressive Verarbeitung 0,29 0,08 .29 3,67 .0001<br />

2. Bagatellisieren 0,18 0,07 .26 3,31 .001<br />

3. Soziale Unterstützung -0,14 0,06 -.16 -2,20 .03<br />

Korrelationskoeffizient<br />

Modell<br />

Bestimmtheitsmaß F p<br />

R = .52 R 2 = .27 17,56 .0001<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />

Kriterium: Angst (Reha-Ende), 9 UVs (Reha-Beginn): soziale Unterstützung, Suche nach sozialer Einbindung,<br />

depressive Verarbeitung, Religiosität, Ergometerleistung, Alter, NYHA-Stadium, Bagatellisieren,<br />

Selbstwirksamkeit<br />

Die Depression am Ende <strong>der</strong> Rehabilitation wird ebenfalls durch die depressive Verarbeitung,<br />

soziale Unterstützung und Bagatellisieren determiniert. Auch hier spielen medizinische<br />

Variablen keine Rolle. Der aufgeklärte Varianzanteil an <strong>der</strong> Gesamtvarianz <strong>der</strong> Depression<br />

beträgt 42% (Tab. 8.5.1.3). Patienten, die depressives Coping zeigen, von wenig sozialer<br />

Unterstützung berichten und ausgeprägt bagatellisieren, haben am Reha-Ende mehr<br />

depressive Symptome.<br />

85


Tab. 8.5.1.3: Vorhersage <strong>der</strong> Depression am Ende <strong>der</strong> Rehabilitation durch Prädiktoren<br />

am Reha-Beginn (n = 144)<br />

UV B SE Beta T Signifikanz<br />

Für die Vorhersage <strong>der</strong> Somatisierung leisten die depressive Verarbeitung, die maximale<br />

Ergometerleistung und die Suche nach sozialer Einbindung einen signifikanten<br />

Erklärungsbeitrag, wobei <strong>der</strong> aufgeklärte Varianzanteil mit 17% relativ niedrig ausfällt (Tab.<br />

8.5.1.4).<br />

Tab. 8.5.1.4: Vorhersage <strong>der</strong> Somatisierung am Ende <strong>der</strong> Rehabilitation durch<br />

Prädiktoren am Reha-Beginn (n = 144)<br />

UV B SE Beta T Signifikanz<br />

1. Depressive Verarbeitung 0,29 0,07 .32 4,19 .0001<br />

1. Depressive Verarbeitung 0,41 0,06 .46 6,58 .0001<br />

2. Soziale Unterstützung -0,18 0,05 -.24 -3,57 .0001<br />

3. Bagatellisieren 0,10 0,05 .15 2,24 .03<br />

Korrelationskoeffizient<br />

Modell<br />

Bestimmtheitsmaß F p<br />

R = .65 R 2 = .42 34,12 .0001<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />

Kriterium: Depression (Reha-Ende), 9 UVs (Reha-Beginn): soziale Unterstützung, Suche nach sozialer<br />

Einbindung, depressive Verarbeitung, Religiosität, Ergometerleistung, Alter, NYHA-Stadium, Bagatellisieren,<br />

Selbstwirksamkeit<br />

2. Max. Ergometerleistung 0,03 0,01 -.18 -2,27 .03<br />

3. Suche nach sozialer<br />

Einbindung<br />

-0,11 0,05 -.16 -2,09 .04<br />

Korrelationskoeffizient<br />

Modell<br />

Bestimmtheitsmaß F p<br />

R = .41 R 2 = .17 9,84 .0001<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />

Kriterium: Somatisierung (Reha-Ende), 9 UVs (Reha-Beginn): soziale Unterstützung, Suche nach sozialer<br />

Einbindung, depressive Verarbeitung, Religiosität, Ergometerleistung, Alter, NYHA-Stadium, Bagatellisieren,<br />

Selbstwirksamkeit<br />

Der Reha-Status wird determiniert durch die depressive Verarbeitung, die maximale<br />

Ergometerleistung, soziale Unterstützung und Bagatellisieren. Der aufgeklärte Varianzanteil<br />

beträgt dabei 28% (Tab.8.5.1.5).<br />

86


Tab. 8.5.1.5: Vorhersage des Reha-Status am Ende <strong>der</strong> Rehabilitation durch Prädiktoren<br />

am Reha-Beginn (n = 144)<br />

UV B SE Beta T Signifikanz<br />

1. Depressive Verarbeitung -0,57 0,17 -.26 -3,29 .001<br />

2. Max. Ergometerleistung 0,01 0,01 .25 3,50 .001<br />

3. Soziale Unterstützung 0,39 0,14 .21 2,77 .006<br />

4. Bagatellisieren -0,26 0,13 -.16 -2,09 .04<br />

Korrelationskoeffizient<br />

Modell<br />

Bestimmtheitsmaß F p<br />

R = .53 R 2 = .28 13,81 .0001<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />

Kriterium: Reha-Status (Reha-Ende), 9 UVs (Reha-Beginn): soziale Unterstützung, Suche nach sozialer<br />

Einbindung, depressive Verarbeitung, Religiosität, Ergometerleistung, Alter, NYHA-Stadium, Bagatellisieren,<br />

Selbstwirksamkeit<br />

Patienten, die zu Reha-Beginn hohe Selbstwirksamkeitserwartungen angeben, sind am Reha-<br />

Ende zufriedener mit ihrer Behandlung. Der aufgeklärte Varianzanteil ist dabei allerdings mit<br />

nur 5% sehr gering (Tab. 8.5.1.6).<br />

Tab. 8.5.1.6: Vorhersage <strong>der</strong> Behandlungszufriedenheit durch Prädiktoren am Reha-<br />

Beginn (n = 144)<br />

UV B SE Beta T Signifikanz<br />

Selbstwirksamkeit 0,30 0,11 .23 2,83 .005<br />

Korrelationskoeffizient<br />

Modell<br />

Bestimmtheitsmaß F p<br />

R = .23 R 2 = .05 8,00 .005<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />

Kriterium: Reha-Status (Reha-Ende), 9 UVs (Reha-Beginn): soziale Unterstützung, Suche nach sozialer<br />

Einbindung, depressive Verarbeitung, Religiosität, Ergometerleistung, Alter, NYHA-Stadium, Bagatellisieren,<br />

Selbstwirksamkeit<br />

8.5.2 Vorhersage <strong>der</strong> psychosozialen Zielkriterien zur Katamnese<br />

Für die Vorhersage <strong>der</strong> verschiedenen Lebensqualitätsmaße zum Katamnesemesszeitpunkt<br />

wurden ebenfalls die oben genannten Prädiktorvariablen eingesetzt.<br />

Bei <strong>der</strong> Vorhersage <strong>der</strong> Lebenszufriedenheit zur Katamnese leisten lediglich die soziale<br />

Unterstützung und die Selbstwirksamkeit <strong>der</strong> Patienten mit einem aufgeklärten Varianzanteil<br />

von 18% einen signifikanten Erklärungsbeitrag (Tab. 8.5.2.1). Patienten, die von einer guten<br />

Unterstützung durch Bezugspersonen berichten und die von den eigenen Bewältigungsmöglichkeiten<br />

überzeugt sind, sind sechs Monate nach dem Reha-Ende zufriedener mit ihrem<br />

Leben.<br />

87


Tab. 8.5.2.1: Vorhersage <strong>der</strong> Lebenszufriedenheit zur Katamnese durch Prädiktoren am<br />

Reha-Beginn (n = 111)<br />

Die Angst zum Katamnesemesszeitpunkt wird durch das Alter und ein bagatellisierendes<br />

Coping-Verhalten determiniert. Der durch diese Variablen aufgeklärte Varianzanteil beträgt<br />

allerdings nur 11%.<br />

Tab. 8.5.2.2: Vorhersage <strong>der</strong> Angst zur Katamnese durch Prädiktoren am Reha-Beginn<br />

(n = 111)<br />

UV B SE Beta T Signifikanz<br />

1. Soziale Unterstützung 0,29 0,07 .35 4,01 .0001<br />

2. Selbstwirksamkeit 0,20 0,09 .20 2,26 .03<br />

Korrelationskoeffizient<br />

Modell<br />

Bestimmtheitsmaß F p<br />

R = .43 R 2 = .18 12,62 .0001<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />

Kriterium: Gesamtsumme LZ (Katamnese), 9 UVs (Reha-Beginn): soziale Unterstützung, Suche nach sozialer<br />

Einbindung, depressive Verarbeitung, Religiosität, Ergometerleistung, Alter, NYHA-Stadium, Bagatellisieren,<br />

Selbstwirksamkeit<br />

UV B SE Beta T Signifikanz<br />

1. Alter -0,02 0,01 -.28 -.31 .003<br />

2. Bagatellisieren 0,14 0,06 .20 2,23 .03<br />

Korrelationskoeffizient<br />

Modell<br />

Bestimmtheitsmaß F p<br />

R = .33 R 2 = .11 6,72 .002<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />

Kriterium: Angst (Katamnese), 9 UVs (Reha-Beginn): soziale Unterstützung, Suche nach sozialer Einbindung,<br />

depressive Verarbeitung, Religiosität, Ergometerleistung, Alter, NYHA-Stadium, Bagatellisieren,<br />

Selbstwirksamkeit<br />

Für die Vorhersage <strong>der</strong> Depression leisten die soziale Unterstützung, Bagatellisieren und das<br />

Alter einen signifikanten Erklärungsbeitrag. Der aufgeklärte Varianzanteil beträgt 25% (Tab.<br />

8.5.2.3). Im Gegensatz zur Vorhersage <strong>der</strong> Depression zum Reha-Ende steht die depressive<br />

Verarbeitung nicht mit <strong>der</strong> Depression zum Katamnesemesszeitpunkt in Zusammenhang.<br />

88


Tab. 8.5.2.3: Vorhersage <strong>der</strong> Depression zur Katamnese durch Prädiktoren am Reha-<br />

Beginn (n = 111)<br />

UV B SE Beta T Signifikanz<br />

1. Soziale Unterstützung -0,23 0,06 -.32 -3,77 .0001<br />

2. Bagatellisieren 0,16 0,05 .28 3,27 .001<br />

3. Alter -0,01 0,01 -.18 -2,16 .03<br />

Korrelationskoeffizient<br />

Modell<br />

Bestimmtheitsmaß F p<br />

R = .50 R 2 = .25 11,89 .0001<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />

Kriterium: Depression (Katamnese), 9 UVs (Reha-Beginn): soziale Unterstützung, Suche nach sozialer<br />

Einbindung, depressive Verarbeitung, Religiosität, Ergometerleistung, Alter, NYHA-Stadium, Bagatellisieren,<br />

Selbstwirksamkeit<br />

Bei <strong>der</strong> Vorhersage <strong>der</strong> Somatisierung zum Katamnesemesszeitpunkt leistete keine <strong>der</strong><br />

Variablen einen signifikanten Erklärungsbeitrag.<br />

Dagegen wird <strong>der</strong> Reha-Status nur durch die wahrgenommene soziale Unterstützung<br />

vorhergesagt. Der aufgeklärte Varianzanteil beträgt allerdings nur 7% (Tab. 8.5.2.5).<br />

Tab. 8.5.2.5: Vorhersage des Reha-Status zur Katamnese durch Prädiktoren am Reha-<br />

Beginn (n = 111)<br />

UV B SE Beta T Signifikanz<br />

Soziale Unterstützung 0,57 0,20 .27 2,93 .004<br />

Korrelationskoeffizient<br />

Modell<br />

Bestimmtheitsmaß F p<br />

R = .27 R 2 = .07 8,61 .004<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />

Kriterium: Reha-Status (Katamnese), 9 UVs (Reha-Beginn): soziale Unterstützung, Suche nach sozialer<br />

Einbindung, depressive Verarbeitung, Religiosität, Ergometerleistung, Alter, NYHA-Stadium, Bagatellisierung,<br />

Selbstwirksamkeit<br />

Weiterhin sind ältere Patienten, die von einer guten sozialen Unterstützung berichten,<br />

zufriedener mit <strong>der</strong> Wirksamkeit <strong>der</strong> Behandlung zum Katamnesemesszeitpunkt (Tab.<br />

8.5.2.6). Auch hier wie<strong>der</strong>um ist <strong>der</strong> aufgeklärte Varianzanteil mit 9% sehr gering.<br />

89


Tab. 8.5.2.6: Vorhersage <strong>der</strong> Behandlungszufriedenheit zur Katamnese durch<br />

Prädiktoren am Reha-Beginn (n = 111)<br />

UV B SE Beta T Signifikanz<br />

1. Alter 0,03 0,01 .21 2,31 .02<br />

2. Soziale Unterstützung 0,25 0,12 .19 2,08 .04<br />

Korrelationskoeffizient<br />

Modell<br />

Bestimmtheitsmaß F p<br />

R = .31 R 2 = .09 5,64 .005<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />

Kriterium: Reha-Status (Katamnese), 9 UVs (Reha-Beginn): soziale Unterstützung, Suche nach sozialer<br />

Einbindung, depressive Verarbeitung, Religiosität, Ergometerleistung, Alter, NYHA-Stadium, Bagatellisierung,<br />

Selbstwirksamkeit<br />

8.6. Selbst- versus Fremdeinschätzung des Coping-Verhaltens<br />

Ein zentrales Ziel <strong>der</strong> vorliegenden Studie besteht darin, das Coping-Verhalten <strong>der</strong> Patienten<br />

sowohl in Selbst- als auch in Fremdeinschätzung zu erfassen.<br />

8.6.1 Vergleich zwischen Fremdeinschätzung und Selbsteinschätzung des Coping-<br />

Verhaltens<br />

Im folgenden wurde mittels T-Test für abhängige Stichproben überprüft, welche Coping-<br />

Skalen des FKV sich in Fremd- und Selbsteinschätzung signifikant voneinan<strong>der</strong><br />

unterscheiden. Wie aus Tabelle 8.6.1.1 ersichtlich ist, unterscheiden sich die Patienten-<br />

Selbsteinschätzungen und die Fremdeinschätzungen des Psychologen bei allen FKV-Skalen<br />

signifikant. Die Patienten verwenden nach eigener Einschätzung im Vergleich zur<br />

Psychologen-Einschätzung hoch signifikant weniger depressive Verarbeitung, Ablenkung,<br />

Religiosität und Bagatellisieren als Verarbeitungsprozesse, während sie in bezug auf das<br />

aktive problemorientierte Coping eine signifikant häufigere Verwendung angeben.<br />

Tab. 8.6.1.1: Vergleich zwischen Coping-Skalen des FKV in Fremdeinschätzung und<br />

Selbsteinschätzung (n = 170)<br />

Patient Psychologe<br />

FKV-Skalen MW s MW s T df p Sign. Diff.<br />

Depressive<br />

Verarbeitung<br />

1,57 0,63 2,53 0,56 -20,43 167 .001*** Pat < Psych<br />

Aktives Coping 3,67 0,82 3,30 0,55 5,69 168 .001*** Pat > Psych<br />

Ablenkung 2,92 0,80 3,27 0,52 -4,79 167 .001*** Pat < Psych<br />

Religiosität/<br />

Sinnsuche<br />

2,40 0,75 3,02 0,57 -11,41 169 .001*** Pat < Psych<br />

Bagatellisieren 1,93 0,87 2,67 0,59 -9,27 159 .001*** Pat < Psych<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Mittelwerte vergleichen“: T-Test für abhängige Stichproben (***≤.001)<br />

**≤.01, *≤.05)<br />

90


Tab. 8.6.1.2: Korrelationen zwischen den Skalen des FKV in Selbst- und<br />

Fremdeinschätzung (n = 170)<br />

Fremdeinschätzung<br />

Depressive<br />

Verarbeitung<br />

Aktives<br />

Coping<br />

Selbsteinschätzung<br />

Ablenkung<br />

Religiosität/<br />

Sinnsuche<br />

Depressive<br />

Verarbeitung<br />

Bagatellisieren<br />

.48*** .32***<br />

Aktives Coping .29*** -.19*<br />

Ablenkung -.21** .04 -.19*<br />

Religiosität<br />

.20** .15* .46***<br />

/Sinnsuche<br />

Bagatellisieren -.22** -.20* .08<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Korrelation“: Pearson r (*** ≤.001, ** ≤.01, * ≤ .05); nur signifikante<br />

Koeffizienten dargestellt.<br />

In Tab. 8.6.1.2 sind die Korrelationen zwischen den FKV-Skalen in Selbst- und<br />

Fremdeinschätzung dargestellt. Dabei interessieren vor allem die Zusammenhänge zwischen<br />

den gleichen Skalen in <strong>der</strong> unterschiedlichen Einschätzung. Auffällig ist, dass depressive<br />

Verarbeitung, Religiosität und aktives Coping hohe substantiell positive Korrelationen<br />

(r = .48, r = .46 bzw. r = .29) aufweisen, während Ablenkung und Bagatellisieren nicht<br />

signifikant miteinan<strong>der</strong> korrelieren. Weiterhin zeigen sich noch acht weitere positive<br />

Korrelationen, von denen <strong>der</strong> Zusammenhang zwischen depressive Verarbeitung in<br />

Fremdeinschätzung und Bagatellisieren in Selbsteinschätzung mit r = .32 relativ hoch ausfällt.<br />

91


Tab. 8.6.1.3: Korrelationen zwischen Skalen des FKV in Fremdeinschätzung und den<br />

BEFO-Items (n = 176)<br />

FKV-Skalen<br />

Depressive<br />

Verarbeitung<br />

Aktives<br />

Coping Ablenkung<br />

Religiosität<br />

/ Sinnsuche<br />

Bagatellisieren<br />

Ablenkendes Anpacken .29*** .61*** -.17*<br />

Altruismus -.18* .23** -.16*<br />

Aktives Vermeiden .32*** -.32*** .43***<br />

Kompensation .25*** .22**<br />

Konstruktive Aktivität -.38*** .44*** .52*** -.29**<br />

Entspannung .29*** .16* -.25***<br />

Rückzug .33***<br />

Solidarisieren -.21** .16*<br />

Zupacken -.43*** .58*** .39*** -,40***<br />

Zuwendung -.45*** .35*** .30*** .18* -.30***<br />

Ablenken -.18* .19* .39***<br />

Aggravieren .48*** -.23** .15*<br />

Stoizismus -.31*** .16* .33***<br />

Dissimulieren -.31*** -.15* .22** .38***<br />

Haltung bewahren -.18* -.16* .22**<br />

Humor, Ironie -.25** .23**<br />

Problemanalyse -.34*** .74*** .34*** -.17* -.37***<br />

Relativieren .48***<br />

Religiösität .74***<br />

Rumifizieren .71*** -.31*** -.43*** .26**<br />

Sinngebung .39***<br />

Valorisieren -.40*** .35*** .47*** -.22**<br />

Selbstbedauern .62*** -.32*** -.39*** .17* .28***<br />

Emotionale Entlastung .42*** -.22**<br />

Isolation -.17* -.16* -.18* .29**<br />

Optimismus -.65*** .28*** .46*** -.26**<br />

Passive Kooperation .33***<br />

Resignation .58*** -.32*** -.41*** .27**<br />

Selbstbeschuldung<br />

Wut .39*** -.16* -.16* .26**<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Korrelation“: Pearson r (*** ≤.001, ** ≤.01, * ≤ .05)<br />

BEFO-Items<br />

Die Korrelationen <strong>der</strong> FKV-Skalen und <strong>der</strong> BEFO-Items in Fremdeinschätzung zeigen ein<br />

konsistentes Bild. Beson<strong>der</strong>s ausgeprägt sind dabei die Beziehungen zwischen <strong>der</strong><br />

depressiven Verarbeitung und „Rumifizieren“ (r = .71) sowie „Problemanalyse“ und „aktivem<br />

Coping“ (r = .74).<br />

92


8.6.2 Bivariate Zusammenhänge zwischen Fremdeinschätzungen von Coping und<br />

Outcome-Kriterien<br />

Im Folgenden sollen die Zusammenhänge zwischen den Fremdeinschätzungen und den<br />

Outcome-Kriterien dargestellt werden. Tabellen 8.6.2.1 und 8.6.2.2 geben einen Überblick<br />

über die Korrelationen zwischen den FKV-Skalen und den Lebensqualitätsmaßen zum Reha-<br />

Ende bzw. zum Katamnesemesszeitpunkt.<br />

Wie Tabelle 8.6.2.1. zeigt, steht beson<strong>der</strong>s die depressive Verarbeitung mit einem<br />

ungünstigen Reha-Ergebnis in Beziehung. Dagegen scheint sich Ablenkung zu diesem<br />

Zeitpunkt positiv auszuwirken. Alle weiteren Coping-Skalen spielen kaum eine Rolle.<br />

Die Zusammenhänge zwischen dem zweiten Messzeitpunkt zum Reha-Beginn und dem<br />

vierten Messzeitpunkt (Katamnese) weisen ein ähnliches Korrelationsmuster auf (Tab.<br />

8.6.2.2). Auch hier wie<strong>der</strong>um lassen sich die höchsten Zusammenhänge zwischen <strong>der</strong><br />

depressiven Verarbeitung und einem ungünstigen Reha-Ergebnis feststellen. Ablenkung<br />

scheint ebenfalls wie<strong>der</strong> mit einem eher günstigen Outcome in Beziehung zu stehen. Die<br />

weiteren Verarbeitungsprozesse spielen hier wie<strong>der</strong>um nur eine untergeordnete Rolle.<br />

Tab. 8.6.2.1: Zusammenhänge zwischen Coping in Fremdeinschätzung (Reha-Beginn,<br />

T2) und Maßen <strong>der</strong> Lebensqualität (Reha-Ende, T3) (n = 159)<br />

Behand-<br />

Reha-<br />

Depressiosierung<br />

frieden-<br />

Somati-<br />

Lebenszu<br />

Angst<br />

lungs-<br />

Status<br />

(BSI)<br />

zufrieden-<br />

heit (BZI) MIN)<br />

(IRES-<br />

(BSI) (BSI) heit (LZI)<br />

FKV-Skalen <br />

Depressive<br />

Verarbeitung<br />

.46*** .40*** .39*** -.34*** -.17* -.35***<br />

Aktives Coping -.17*<br />

Ablenkung -.22** -.26*** -.23** .22** .16* .22**<br />

Religiosität/<br />

Sinnsuche<br />

.19* .21**<br />

Bagatellisieren .25** .16*<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Korrelation“: Pearson r (***≤.001, **≤.01, *≤.05); (FKV-Skalen in<br />

Fremdeinschätzung)<br />

93


Tab. 8.6.2.2: Zusammenhänge zwischen Coping in Fremdeinschätzung (Reha-Beginn,<br />

T2) und Maßen <strong>der</strong> Lebensqualität (Katamnese, T4) (n = 123)<br />

Angst<br />

(BSI)<br />

Depression<br />

(BSI)<br />

Somatisierung<br />

(BSI)<br />

Lebenszu<br />

friedenheit<br />

(LZI)<br />

Behandlungszufriedenheit<br />

(BZI)<br />

Reha-<br />

Status<br />

(IRES-<br />

MIN)<br />

FKV-Skalen <br />

Depressive<br />

Verarbeitung<br />

.33*** .40*** .23* -.36*** -.24** -.34***<br />

Aktives Coping .19* .19*<br />

Ablenkung -.20* -.24** -.26** .25** .20* .25**<br />

Religiosität/<br />

Sinnsuche<br />

Bagatellisieren .19* .22*<br />

.24**<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Korrelation“: Pearson r (***≤.001, **≤.01, *≤.05); (FKV-Skalen in<br />

Fremdeinschätzung); nur signifikante Koeffizienten dargestellt.<br />

Neben den FKV-Skalen wurden auch die BEFOs zur Fremdeinschätzung des Coping-<br />

Verhaltens eingesetzt. Nachfolgend werden nur die signifikanten Korrelationen zwischen<br />

einzelnen BEFO-Items und den Zielkriterien dargestellt. Dabei sollen zur besseren Übersicht<br />

nur diejenigen Items berücksichtigt werden, die mindestens zwei Korrelationen mit den<br />

Lebensqualitätsindikatoren o<strong>der</strong> aber eine Korrelation mit einem Signifikanzniveau von α =<br />

.01 aufweisen (Tab. 8.6.2.3 und 8.6.2.4).<br />

Wie Tabelle 8.6.2.3 verdeutlicht, scheinen beson<strong>der</strong>s Aggravieren, Rumifizieren,<br />

Selbstbedauern, emotionale Entlastung, Resignation und Wut ungünstig für die Lebensqualität<br />

am Reha-Ende zu sein. Dagegen korrelieren konstruktive Aktivität, Zupacken, Zuwendung,<br />

Haltung bewahren und Optimismus positiv mit den verschieden Lebensqualitätsmaßen.<br />

Allerdings sind diese Korrelationen insgesamt geringer ausgeprägt als bei den maladaptiven<br />

Coping-Strategien.<br />

94


Tab. 8.6.2.3: Zusammenhänge zwischen Coping in Fremdeinschätzung (Reha-Beginn,<br />

T2) und Maßen <strong>der</strong> Lebensqualität (Reha-Ende, T3) (n = 159)<br />

Behand-<br />

Reha-<br />

Depressiosierunfriedenheit<br />

Somati-<br />

Lebenszu-<br />

Angst<br />

lungs-<br />

Status<br />

(BSI)<br />

zufrieden-<br />

heit (BZI) MIN)<br />

(IRES-<br />

(BSI) (BSI) (LZI)<br />

BEFO-Items<br />

Konstruktive<br />

Aktivität<br />

-.21** -.18* -.24** .20* .16*<br />

Zupacken -.24** -.18* -.17* .20*<br />

Zuwendung -.17* -.27*** -.24** .28***<br />

Aggravieren .31*** .36*** .18* -.26*** -.24**<br />

Dissimulieren -.19* -.22** .19*<br />

Haltung bewahren .29*** -.28*** -.21** .23**<br />

Religiosität .25**<br />

Rumifizieren .36*** .34*** .20* -.25** -.26***<br />

Valorisieren -.23** .18*<br />

Selbstbedauern .37*** .28*** .24** -.20* -.24**<br />

Emotionale<br />

Entlastung<br />

.30*** .23** .20* -.18* -.16*<br />

Isolation -.22** -.25***<br />

Optimismus -.31*** -.32*** -.22** .27*** .26***<br />

Passive Kooperation -.17* .29***<br />

Resignation .30*** .23** .25** -.26*** -.26***<br />

Selbstbeschuldigung<br />

Wut .35*** .28*** .26*** -.24** -.26***<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Korrelation“: Pearson r (***≤.001, **≤.01, *≤.05); nur signifikante<br />

Korrelationen dargestellt.<br />

Die Zusammenhänge zwischen den BEFO-Items und den Maßen <strong>der</strong> Lebensqualität zum<br />

Katamnesemesszeitpunkt weisen eine ähnliche Korrelationsstruktur auf wie zum Reha-Ende,<br />

allerdings sind die Beziehungen weniger deutlich ausgeprägt (Tab 8.6.2.4). Beson<strong>der</strong>s aber<br />

die adaptiven Coping-Strategien weisen zum Katamnesemesszeitpunkt kaum noch<br />

signifikante Korrelationen mit den Lebensqualitätsindikatoren auf. Beson<strong>der</strong>s Rumifizieren,<br />

Selbstbedauern, Resignation und Aggravieren stehen mit einem ungünstigen Reha-Ergebnis<br />

sechs Monate nach dem Reha-Ende in Beziehung, während sich vor allem Optimismus positiv<br />

auf die Anpassung an die Herzerkrankung auswirkt.<br />

95


Tab. 8.6.2.4: Zusammenhänge zwischen Coping in Fremdeinschätzung (Reha-Beginn,<br />

T2) und Maßen <strong>der</strong> Lebensqualität (Katamnese T4) (n = 123)<br />

Angst<br />

(BSI)<br />

Depression<br />

(BSI)<br />

Somatisierung<br />

(BSI)<br />

Lebenszufriedenheit<br />

(LZI)<br />

Behandlungszufriedenheit<br />

(BZI)<br />

Reha-<br />

Status<br />

(IRES-<br />

MIN)<br />

BEFO-Items<br />

Zuwendung -.24** .21*<br />

Aggravieren .29*** .19* -.23**<br />

Stoizismus -.24** .22* .25**<br />

Religiosität .28**<br />

Rumifizieren .25** .29*** -.29*** -.29**<br />

Valorisieren -.24**<br />

Selbstbedauern .28** .29*** -.18* -.26**<br />

Emotionale<br />

Entlastung<br />

Isolation<br />

.19* -.19* -.26**<br />

Optimismus -.19* -.28** -.20* .31*** .26**<br />

Passive Kooperation .30***<br />

Resignation .27** .32*** .21* -.32*** -.24**<br />

Wut<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Korrelation“: Pearson r (***≤.001, **≤.01, *≤.05); nur signifikante<br />

Korrelationen dargestellt.<br />

8.6.3 Coping-Fremdeinschätzungen als Prädiktoren <strong>der</strong> Ergebniskriterien<br />

Anschließend soll im multivariaten Modell geprüft werden, welche Vorhersageleistung die<br />

Coping-Fremdeinschätzungen bei <strong>der</strong> Vorhersage <strong>der</strong> verschiedenen Lebensqualitätsmaßen zu<br />

den verschiedenen Messzeitpunkten besitzen. Dabei werden nur die FKV-Skalen<br />

berücksichtigt, da diese sowohl in Fremd- als auch in <strong>der</strong> Selbsteinschätzung vorliegen.<br />

8.6.3.1 Prädiktoren <strong>der</strong> Lebenszufriedenheit<br />

Für die Vorhersage <strong>der</strong> Lebenszufriedenheit am Reha-Ende leisten die depressive<br />

Verarbeitung und Religiosität einen signifikanten Erklärungsbeitrag mit einem aufgeklärten<br />

Varianzanteil von 16% an <strong>der</strong> Gesamtvarianz (Tab. 8.6.3.1). Zum Katamnesemesszeitpunkt<br />

steht nur noch dagegen die depressive Verarbeitung mit <strong>der</strong> Lebenszufriedenheit in<br />

Beziehung, wobei nur 13% an <strong>der</strong> Gesamtvarianz aufgeklärt werden (Tab. 8.6.3.2).<br />

96


Tab.8.6.3.1.1: Multiple Regression <strong>der</strong> Lebenszufriedenheit zum Reha-Ende (n = 148)<br />

Tab.8.6.3.1.2: Multiple Regression <strong>der</strong> Lebenszufriedenheit zur Katamnese (n = 120)<br />

8.6.3.2 Prädiktoren <strong>der</strong> Angst<br />

Wie Tab. 8.6.3.2.1 und 8.6.3.2.2 zeigen, gelingt die Prädiktion von Angst zu T3 und T4 nur<br />

mittels <strong>der</strong> depressiven Verarbeitung. Der aufgeklärte Varianzanteil beträgt dabei 21% bzw.<br />

11%.<br />

Tab.8.6.3.2.1: Multiple Regression <strong>der</strong> Angst zum Reha-Ende (n = 155)<br />

UV (T2) B SE Beta T Signifikanz<br />

Depressive Verarbeitung 0,53 0,08 .46 6,37 .0001<br />

UV (T2) B SE Beta T Signifikanz<br />

1. Depressive Verarbeitung -0,42 0,09 -.34 -4,46 .0001<br />

2. Religiosität 0,22 0,09 .19 2,43 .02<br />

Korrelationskoeffizient<br />

Modell<br />

Bestimmtheitsmaß F p<br />

R = .39 R 2 = .16 13,39 .0001<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />

Kriterium: Lebenszufriedenheit (T3)<br />

5 UV's (T2): depressive Verarbeitung, aktives Coping, Ablenkung, Religiosität, Bagatellisieren<br />

UV (T2) B SE Beta T Signifikanz<br />

Depressive Verarbeitung -0,44 0,10 -.37 -4,29 .0001<br />

Korrelationskoeffizient<br />

Modell<br />

Bestimmtheitsmaß F p<br />

R = .37 R 2 = .13 18,37 .0001<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />

Kriterium: Lebenszufriedenheit (T4)<br />

5 UV's (T2): depressive Verarbeitung, aktives Coping, Ablenkung, Religiosität, Bagatellisieren<br />

Korrelationskoeffizient<br />

Modell<br />

Bestimmtheitsmaß F p<br />

R = .46 R 2 = .21 40,62 .0001<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />

Kriterium: Angst (T3)<br />

5 UV's (T2): depressive Verarbeitung, aktives Coping, Ablenkung, Religiosität, Bagatellisieren<br />

97


Tab.8.6.3.2.2: Multiple Regression <strong>der</strong> Angst zur Katamnese (n = 116)<br />

UV (T2) B SE Beta T Signifikanz<br />

Depressive Verarbeitung 0,38 0,10 .33 3,75 .0001<br />

8.6.3.3 Prädiktoren <strong>der</strong> Depression<br />

Wie beim Kriterium Angst leistet auch bei <strong>der</strong> Depression nur die depressive Verarbeitung<br />

einen signifikanten Erklärungsbeitrag. Der aufgeklärte Varianzanteil beträgt dabei für beide<br />

Messzeitpunkte jeweils 16% (Tab. 8.6.3.3.1 und 8.6.3.3.2).<br />

Tab.8.6.3.3.1: Multiple Regression <strong>der</strong> Depression zum Reha-Ende (n = 155)<br />

UV (T2) B SE Beta T Signifikanz<br />

Depressive Verarbeitung 0,42 0,08 .40 5,38 .0001<br />

Tab.8.6.3.3.2: Multiple Regression <strong>der</strong> Depression zur Katamnese (n = 117)<br />

Korrelationskoeffizient<br />

Modell<br />

Bestimmtheitsmaß F p<br />

R = .33 R 2 = .11 14,05 .0001<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />

Kriterium: Angst (T4)<br />

5 UV's (T2): depressive Verarbeitung, aktives Coping, Ablenkung, Religiosität, Bagatellisieren<br />

Korrelationskoeffizient<br />

Modell<br />

Bestimmtheitsmaß F p<br />

R = .40 R 2 = .16 28,91 .0001<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />

Kriterium: Depression (T3)<br />

5 UV's (T2): depressive Verarbeitung, aktives Coping, Ablenkung, Religiosität, Bagatellisieren<br />

UV (T2) B SE Beta T Signifikanz<br />

Depressive Verarbeitung 0,41 0,09 .41 4,76 .0001<br />

Korrelationskoeffizient<br />

Modell<br />

Bestimmtheitsmaß F p<br />

R = .41 R 2 = .16 22,62 .0001<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />

Kriterium: Depression (T4)<br />

5 UV's (T2): depressive Verarbeitung, aktives Coping, Ablenkung, Religiosität, Bagatellisieren<br />

8.6.3.4 Prädiktoren <strong>der</strong> Somatisierung<br />

Das Kriterium Somatisierung zum Reha-Ende wird durch die depressive Verarbeitung<br />

determiniert mit einem aufgeklärten Varainzanteil von 14%. Dagegen steht sie zum<br />

Katamnesemesszeitpunkt nur mit Ablenkung in negativem Zusammenhang (Tab. 8.6.3.4.1 und<br />

8.6.3.4.2).<br />

98


Tab.8.6.3.4.1: Multiple Regression <strong>der</strong> Somatisierung zum Reha-Ende (n = 155)<br />

UV (T2) B SE Beta T Signifikanz<br />

Depressive Verarbeitung 0,39 0,08 .37 4,92 .0001<br />

Tab.8.6.3.4.2: Multiple Regression <strong>der</strong> Somatisierung zur Katamnese (n = 116)<br />

UV (T2) B SE Beta T Signifikanz<br />

8.6.3.5 Prädiktoren des Reha-Status<br />

Auch im Hinblick auf den Reha-Status zeigen sich nur signifikante multivariate<br />

Zusammenhänge mit <strong>der</strong> depressiven Verarbeitung, die jeweils einen Varianzanteil von 12%<br />

zum dritten und vierten Messzeitpunkt an <strong>der</strong> Gesamtvarianz des Reha-Status aufklärt (Tab.<br />

8.6.3.5.1 und 8.6.3.5.2).<br />

Tab.8.6.3.5.1: Multiple Regression des Reha-Status zum Reha-Ende (n = 155)<br />

UV (T2) B SE Beta T Signifikanz<br />

Korrelationskoeffizient<br />

Modell<br />

Bestimmtheitsmaß F p<br />

R = .37 R 2 = .14 24,19 .0001<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />

Kriterium: Somatisierung (T3)<br />

5 UV's (T2): depressive Verarbeitung, aktives Coping, Ablenkung, Religiosität, Bagatellisieren<br />

Ablenkung -0,34 0,11 -.27 -2,96 .004<br />

Korrelationskoeffizient<br />

Modell<br />

Bestimmtheitsmaß F p<br />

R = .27 R 2 = .07 8,78 .004<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />

Kriterium: Somatisierung (T4)<br />

5 UV's (T2): depressive Verarbeitung, aktives Coping, Ablenkung, Religiosität, Bagatellisieren<br />

Depressive Verarbeitung -0,89 0,20 -.34 -4,51 .0001<br />

Korrelationskoeffizient<br />

Modell<br />

Bestimmtheitsmaß F p<br />

R = .34 R 2 = .12 20,32 .0001<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />

Kriterium: Reha-Status (T3)<br />

5 UV's (T2): depressive Verarbeitung, aktives Coping, Ablenkung, Religiosität, Bagatellisieren<br />

99


Tab.8.6.3.5.2: Multiple Regression des Reha-Status zur Katamnese (n = 116)<br />

UV (T2) B SE Beta T Signifikanz<br />

Depressive Verarbeitung -1,00 0,26 -.34 -3,89 .0001<br />

8.6.3.6 Prädiktoren <strong>der</strong> Behandlungszufriedenheit<br />

Bei <strong>der</strong> Vorhersage <strong>der</strong> Behandlungszufriedenheit zum Reha-Ende spielt die depressive<br />

Verarbeitung diesmal keine Rolle. Religiosität und Ablenkung klären hier gemeinsam einen<br />

Varianzanteil von nur 7% auf (Tab. 8.6.3.6.1). Zur Katamnese leisten die depressive<br />

Verarbeitung und Religiosität einen signifikanten Erklärungsbeitrag an <strong>der</strong> Gesamtvarianz <strong>der</strong><br />

Behandlungszufriedenheit (Tab. 8.6.3.6.2).<br />

Tab.8.6.3.6.1: Multiple Regression <strong>der</strong> Behandlungszufriedenheit zum Reha-Ende<br />

(n = 155)<br />

Tab.8.6.3.6.2: Multiple Regression <strong>der</strong> Behandlungszufriedenheit zur Katamnese<br />

(n = 116)<br />

UV (T2) B SE Beta T Signifikanz<br />

1. Depressive Verarbeitung -0,44 0,16 -.24 -2,70 .008<br />

Korrelationskoeffizient<br />

Modell<br />

Bestimmtheitsmaß F p<br />

R = .34 R 2 = .12 15,13 .0001<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />

Kriterium: Reha-Status (T4)<br />

5 UV's (T2): depressive Verarbeitung, aktives Coping, Ablenkung, Religiosität, Bagatellisieren<br />

UV (T2) B SE Beta T Signifikanz<br />

1. Religiosität 0,27 0,11 .20 2,50 .01<br />

2. Ablenkung 0,25 0,12 .16 2,07 .04<br />

Korrelationskoeffizient<br />

Modell<br />

Bestimmtheitsmaß F p<br />

R = .26 R 2 = .07 5,56 .005<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />

Kriterium: Behandlungszufriedenheit (T3)<br />

5 UV's (T2): depressive Verarbeitung, aktives Coping, Ablenkung, Religiosität, Bagatellisieren<br />

2. Religiosität 0,42 0,16 .23 2,67 .009<br />

Korrelationskoeffizient<br />

Modell<br />

Bestimmtheitsmaß F p<br />

R = .34 R 2 = .11 7,35 .001<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />

Kriterium: Behandlungszufriedenheit (T4)<br />

5 UV's (T2): depressive Verarbeitung, aktives Coping, Ablenkung, Religiosität, Bagatellisieren<br />

100


Insgesamt scheint beson<strong>der</strong>s die depressive Verarbeitung den höchsten Prädiktionswert <strong>der</strong><br />

FKV-Skalen in Fremdeinschätzung im Hinblick auf die hier verwendeten Zielkriterien zu<br />

besitzen. Allerdings fallen die aufgeklärten Varianzanteile sehr gering aus.<br />

8.7 Vergleich zwischen Berufsrückkehrer (RTW) und Nicht-Rückkehrer (N-RTW)<br />

Der Vergleich zwischen Patienten, die wie<strong>der</strong> ins Erwerbsleben zurückkehrten, und<br />

berenteten Patienten ergab, dass sich Berufsrückkehrer (RTW) und Nicht-Rückkehrer (N-<br />

RTW) bezogen auf die Gesamtstichprobe zu Reha-Beginn nur bezgl. Alter, depressiver<br />

Verarbeitung und sozialem Coping unterschieden (Tab. 8.7.1). Berufsrückkehrer verwendeten<br />

weniger soziales Coping, mehr depressive Verarbeitung und waren signifikant jünger als die<br />

berenteten Patienten. Keine Unterschiede ergaben sich in bezug auf weitere<br />

Krankheitsverarbeitungsprozesse (aktives problemorientiertes Coping, Ablenkung,<br />

Religiosität/ Sinnsuche und Bagatellisieren), in an<strong>der</strong>en psychosozialen Variablen (soziale<br />

Unterstützung, Selbstwirksamkeit, Zynismus-Skalen) sowie in medizinischen Parametern<br />

(NYHA-Stadium, Anzahl betroffener Gefäße, Erkrankungsdauer, maximale<br />

Ergometerleistung).<br />

101


Tab. 8.7.1: Vergleich medizinischer und psychosozialer Ausgangsvariablen zwischen<br />

Berufs-Rückkehrern und Nicht-Rückkehrern<br />

(Gesamtgruppe mit Alter < 65 Jahre: n = 111)<br />

RTW<br />

(n = 58)<br />

N-RTW<br />

(n = 53)<br />

Variablen MW s MW s T df p Sign. Diff.<br />

depressive<br />

Verarbeitung<br />

1,62 0,68 1,38 0,36 2,32 108 .05* RTW>N-RTW<br />

aktives Coping 3,61 0,83 3,65 0,87 -0,28 107 .78 n.s.<br />

Ablenkung 2,84 0,85 2,93 0,77 -0,57 107 .57 n.s.<br />

Religiosität/<br />

Sinnsuche<br />

2,28 0,73 2,39 0,73 -0,80 108 .43 n.s.<br />

Bagatellisieren 1,83 0,80 1,95 0,92 -0,71 103 .48 n.s.<br />

Suche nach soz.<br />

Einbindung<br />

3,26 0,82 3,60 0,91 -2,09 106 .05* RTW


aufklären. Auch in diesem Modell zeigt sich, dass die Berufsrückkehrer depressiver<br />

verarbeiteten und weniger soziales Coping verwendeten als die Patienten, die sechs Monate<br />

nach <strong>der</strong> Reha-Maßnahme nicht mehr erwerbstätig waren.<br />

Tab. 8.7.2: Prädiktion <strong>der</strong> Rückkehr in das Erwerbsleben (Alter ≤ 60 Jahre; n = 81)<br />

Variable<br />

Regressionskoeffizient<br />

B<br />

SE Wald p OR CI 95%<br />

Depressive Verarbeitung 1,47 0,50 8,76 .003 4,34 1,64-11,49<br />

Suche nach soz. Einbindung -0,46 0,20 5,14 .02 0,63 0,42-0,94<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „binär logistische Regression“, vorwärts schrittweise (Likelihood-Quotient)<br />

5 UVs: Alter, Selbstwirksamkeit, Suche nach sozialer Einbindung, depressive Verarbeitung, maximale<br />

Ergometerleistung<br />

Im Hinblick auf die psychosozialen Zielkriterien unterscheiden sich beide Gruppen nur bei<br />

<strong>der</strong> Behandlungszufriedenheit. Danach sind berentete Patienten zu Beginn <strong>der</strong> Reha-<br />

Maßnahme signifikant zufriedener mit <strong>der</strong> therapeutischen Behandlung (Tab. 8.7.4).<br />

Tab. 8.7.4: Vergleich <strong>der</strong> Zielkriterien zwischen Berufs-Rückkehrern und Nicht-<br />

Rückkehrern<br />

(Gesamtgruppe mit Alter < 65 Jahre: n = 111)<br />

RTW<br />

(n = 58)<br />

N-RTW<br />

(n = 53)<br />

MW s MW s T df p Sign. Diff.<br />

Reha-Status 6,85 1,27 6,72 1,30 0,54 109 .59 n.s.<br />

Lebenszufriedenheit<br />

3,64 0,69 3,87 0,74 -1,68 105 .10 n.s.<br />

Behandlungszufriedenheit<br />

3,40 0,67 4,38 0,59 -3,46 106 .001*** RTW


8.8 Diskussion <strong>der</strong> Ergebnisse <strong>der</strong> Reha-Längsschnittstudie (Studie 2)<br />

8.8.1 Verän<strong>der</strong>ung von Coping-Prozessen über den Verlauf<br />

In Bezug auf den Einsatz <strong>der</strong> verschiedenen Coping-Modi über den Reha-Verlauf zeigt sich,<br />

dass das aktive problemorientierte Coping zum Reha-Ende zwar ansteigt, aber zum<br />

Katamnesezeitpunkt noch unter <strong>der</strong> Baseline zu Beginn liegt. Dieser Verlauf ist sicherlich auf<br />

den Einfluss <strong>der</strong> therapeutischen Maßnahmen in <strong>der</strong> Reha-Klinik zurückzuführen. Die Gefahr<br />

besteht natürlich zum Katamnesezeitpunkt darin, dass die Patienten sich nicht mehr genügend<br />

aktiv mit ihrer Erkrankung auseinan<strong>der</strong>setzen und wie<strong>der</strong> ihr altes Verhaltensmuster zeigen,<br />

so dass die therapeutischen Effekte auf lange Sicht relativ unwirksam bleiben könnten.<br />

Allerdings zeigt <strong>der</strong> Coping-Modus „Ablenkung“ einen ähnlichen Verlauf. Patienten wollen<br />

sich möglicherweise zwar über ihre Krankheit informieren, aber trotzdem auch Abstand<br />

gewinnen während <strong>der</strong> Rehabilitationsmaßnahme, um ihr emotionales Gleichgewicht zu<br />

bewahren. Doering et al. (2001) fanden bei Patienten mit aortokoronarer Bypass-Operation<br />

hauptsächlich ein Bewältigungsmuster, das die Autoren mit „positiver Passivität“<br />

umschreiben. Die Gruppenmittelwerte <strong>der</strong> hier verwendeten BEFO-Skalen blieben dabei<br />

überwiegend stabil, dagegen zeigte sich eine unterschiedliche intraindividuelle Variablität <strong>der</strong><br />

Coping-Muster. In unserer Studie zeigt sich beson<strong>der</strong>s ein Coping-Muster, dass durch aktives<br />

und soziales Coping charakterisiert ist, wobei aber Ablenkung ebenfalls eine wichtige Rolle<br />

im Verarbeitungsprozess spielt. Das soziale Coping wird zum Katamnesezeitpunkt von den<br />

Befragten im Durchschnitt am häufigsten eingesetzt, was wie<strong>der</strong>um den Stellenwert naher<br />

Bezugspersonen für die Bewältigung <strong>der</strong> Erkrankung hervorhebt. Emotionsorientierte<br />

Coping-Modi, wie vor allem die depressive Verarbeitung, werden insgesamt seltener von den<br />

Patienten verwendet. Die Gruppenmittelwerte <strong>der</strong> Coping-Strategien weisen bis auf<br />

„Bagatellisieren“ und „depressive Verarbeitung“ über den Reha-Verlauf alle signifikante<br />

Verän<strong>der</strong>ungen auf. Dies gilt allerdings nur für das Coping, das in <strong>der</strong> Selbsteinschätzung <strong>der</strong><br />

Patienten erfasst worden ist. Die Selbstwirksamkeitserwartungen bleiben über den Reha-<br />

Verlauf unverän<strong>der</strong>t.<br />

8.8.2 Zusammenhänge zwischen psychosozialen bzw. medizinischen Prädiktoren und<br />

dem Reha-Ergebnis<br />

Es zeigt sich im Reha-Längsschnitt, dass beson<strong>der</strong>s eine depressive Verarbeitung mit einem<br />

ungünstigen Reha-Ergebnis im Sinne <strong>der</strong> erreichten Lebensqualität in Beziehung steht. So<br />

weisen Patienten mit dieser Belastungsverarbeitung am Reha-Ende signifikant höhere<br />

Depressions- bzw. Angstwerte sowie eine geringere Lebenszufriedenheit auf. Dieses Ergebnis<br />

stimmt mit den Befunden <strong>der</strong> von uns durchgeführten Literaturanalyse zum Einfluss von<br />

Coping auf den Reha-Erfolg überein. Terry (1992) fand z.B., dass ein emotionsorientierter<br />

Coping-Stil die Anpassung an einen Herzinfarkt erschwerte. Wie in unserer Stichprobe hatte<br />

problemorientiertes Coping keinen Einfluss auf das Reha-Ergebnis.<br />

Es ließen sich auch nur wenige Zusammenhänge zwischen <strong>der</strong> Schwere <strong>der</strong> kardialen<br />

Erkrankung (operationalisiert als Zahl <strong>der</strong> betroffenen Gefäße, NYHA-Stadium und<br />

Ergometerleistung) und dem Anpassungserfolg feststellen. Auch Rogner et al. (1994)<br />

konnten zeigen, dass eine depressive Verarbeitung unabhängig von <strong>der</strong> Erkrankungsschwere<br />

einen Prädiktor für einen späteren kardialen Befund darstellte. Titscher et al. (1996) fanden<br />

104


entsprechend, dass Patienten mit einer depressiven Krankheitsverarbeitung ein höheres<br />

Ausmaß an Restenosebildung drei Monate nach erfolgter PTCA aufwiesen. In <strong>der</strong> Studie von<br />

Van El<strong>der</strong>en et al. (1999) waren Patienten mit „approach-coping“ zum Katamnesezeitpunkt<br />

nach 12 Monaten weniger ängstlich und depressiv, während Vermeidung sich ungünstig<br />

auswirkte. Die Überlebenszeit konnte in unserer Studie (aufgrund <strong>der</strong> vergleichsweise kurzen<br />

Laufzeit) noch nicht als Kriterium herangezogen werden, aber eine aktuelle Studie bei<br />

Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz konnte zeigen, dass Patienten mit einem hilflosen<br />

Coping-Stil unabhängig von <strong>der</strong> Erkrankungsschwere sogar ein größeres Sterberisiko<br />

aufweisen (Murberg, 2001). Eine diesbezüglich durchgeführte Nachuntersuchung <strong>der</strong> an<br />

unserer Studie teilgenommen Patienten könnte beson<strong>der</strong>s im Hinblick auf die prädiktive<br />

Aussagekraft <strong>der</strong> depressiven Verarbeitung weiteren Aufschluss geben.<br />

8.8.3 Vergleich zwischen Selbst- und Fremdeinschätzung des Copings<br />

Der Vergleich zwischen Selbst- und Fremd-Rating erbringt bei allen Coping-Skalen des FKV<br />

signifikante Unterschiede. Patienten beschreiben ihr Verhalten insgesamt als aktiver und<br />

problemorientierter, während die Ausprägungen bei allen an<strong>der</strong>en Skalen im Vergleich zum<br />

Psychologen-Rating geringer ausfallen. Sowohl im bivariaten als auch im multiplen<br />

Regressionsmodell stehen emotionsorientierte Verarbeitungsprozesse des Fremd-Ratings mit<br />

einem schlechten Rehabilitationsergebnis in Zusammenhang. Die größte Bedeutung haben<br />

dabei depressive Verarbeitungsprozesse, was sicherlich auch damit erklärt werden kann, dass<br />

ein <strong>der</strong>artiges Coping-Verhalten in <strong>der</strong> Interview-Situation am besten zu diagnostizieren ist.<br />

Die Einschätzung aktiver und problemorientierter Verarbeitung ist dagegen im vorgegebenen<br />

Rahmen weitaus schwieriger vorzunehmen. Die aufgeklärten Varianzanteile sind allerdings<br />

insgesamt recht gering.<br />

8.8.4 Die Bedeutung von sozialer Unterstützung, Selbstwirksamkeit und Zynismus<br />

Der sozialen Unterstützung wird bei <strong>der</strong> Bewältigung einer Herzerkrankung hohe Bedeutung<br />

beigemessen (vgl. Metaanalyse von Titscher und Schöppel, 2000). Auch in unserer<br />

Untersuchung äußern Patienten, die die Unterstützung ihrer Bezugspersonen als gut<br />

empfinden, am Reha-Ende weniger Ängstlichkeit und depressive Symptome sowie insgesamt<br />

eine höhere Lebenszufriedenheit. Dies spricht für eine gewisse protektive Wirkung zumindest<br />

<strong>der</strong> wahrgenommenen sozialen Unterstützung.<br />

Die in <strong>der</strong> Literatur beschriebenen günstigen Effekte von Selbstwirksamkeitserwartungen<br />

auf das Reha-Ergebnis (z.B. Terry, 1992; Sullivan et al., 1998; Schrö<strong>der</strong> et al., 1998; Elizur<br />

und Hirsh, 1999) können die Ergebnisse <strong>der</strong> vorliegenden Reha-Längsschnittstudie nur zum<br />

Teil bestätigen. Die Selbstwirksamkeit spielt hier nur eine untergeordnete Rolle. Bivariat<br />

zeigen sich vor allem signifikante positive Korrelationen zwischen Selbstwirksamkeitserwartungen<br />

zu T2 und <strong>der</strong> Lebens- und Behandlungszufriedenheit zu T3. Die mit Hilfe<br />

dieser Variablen aufgeklärten Varianzanteile an verschiedenen Lebensqualitätsmaßen fallen<br />

im multivariaten Modell ebenfalls gering aus.<br />

Die eingesetzten Zynismus-Skalen (die ja im Hinblick auf ihre Bedeutung als Quintessenz<br />

einer eventuellen „Typ-A“-Wirkung diskutiert werden) stehen nur begrenzt mit dem Reha-<br />

Erfolg in Beziehung, was unter Umständen auch mit den teils zwar signifikanten, aber<br />

105


dennoch heterogenen Beziehungen zwischen einer KHK und dem Feindseligkeits- bzw.<br />

Zynismuskonstrukt zusammenhängen kann (Myrtek, 2000). Auch ist die Mehr-<br />

Dimensionalität dieses Konstrukts bekannt (Mittag, 1999). Wie die Auswertungen für den<br />

Akut-Reha-Längsschnitt jedoch zeigen, leistet beson<strong>der</strong>s die in <strong>der</strong> Akutversorgung<br />

eingesetzte Skala „Zynismus“ einen bedeutsamen Erklärungsbeitrag zu den<br />

Lebensqualitätsmaßen am Reha-Ende und zur Katamnese.<br />

8.8.5 Verän<strong>der</strong>ung von psychosozialen Zielkriterien <strong>der</strong> Rehabilitation<br />

Angst- und Somatisierungssymptome nehmen im Verlauf des Reha-Aufenthalts signifikant<br />

ab, um anschließend zum letzten Messzeitpunkt wie<strong>der</strong> im Bereich des Ausgangsniveaus zu<br />

liegen. Dies bedeutet, dass die Therapie zwar kurzfristig in <strong>der</strong> Lage ist, die Unsicherheiten<br />

und körperliche Beschwerden zu reduzieren, langfristig aber weiterhin psychosomatische<br />

Beschwerden wie vor <strong>der</strong> Rehabilitation auftreten. Der Verlauf <strong>der</strong> depressiven<br />

Symptomatik steigt leicht signifikant zum Katamnesemesszeitpunkt an. Für alle drei<br />

Variablen ist allerdings bei <strong>der</strong> Interpretation zu berücksichtigen, dass hier itemstandardisierte<br />

Scores verwendet wurden. Keiner <strong>der</strong> Skalen-Mittelwerte liegt über dem Betrag von 1,70 und<br />

auch keine Standardabweichung über 0,64 (bei einer Skala von 1 bis 5). Die hier verwendete<br />

BSI-Skala ist möglicherweise nicht das geeignete Instrument, um die psychosomatischen<br />

Aspekte bei Herzerkrankungen angemessen und differenziert abzubilden. Die Gesamtlebenszufriedenheit<br />

<strong>der</strong> Patienten zeigt über den gesamten Verlauf keine signifikanten<br />

Verän<strong>der</strong>ungen und liegt mit Mittelwerten knapp unter vier über dem Skalenmittelwert von<br />

2,50, so dass die Patienten trotz ihrer Erkrankung als relativ zufrieden mit ihrem Leben<br />

beschrieben werden können. Die Behandlungszufriedenheit nimmt vom ersten Messzeitpunkt<br />

am Reha-Beginn zu den beiden an<strong>der</strong>en Messzeitpunkten ab. Der Reha-Status steigt dagegen<br />

von dem ersten Messzeitpunkt zu den beiden letzten Messzeitpunkten signifikant an.<br />

8.8.6 Vergleich zwischen wie<strong>der</strong> erwerbstätigen und nicht wie<strong>der</strong> erwerbstätigen<br />

Patienten<br />

In bezug auf die berufliche Wie<strong>der</strong>einglie<strong>der</strong>ung zeigt sich, dass Berufsrückkehrer weniger<br />

soziales Coping und vermehrt depressive Verarbeitung verwenden, vor allem aber<br />

(erwartungsgemäß) jünger sind als Nichtrückkehrer. Im logistischen Regressionsmodell<br />

besitzten dagegen nur die depressive Verarbeitung und die Suche nach sozialer Einbindung<br />

eine Prädiktionsleistung, während das Alter hier keine Rolle mehr spielt. In unserer Studie<br />

sind diejenigen Patienten sechs Monate nach <strong>der</strong> Rehabilitationsmaßnahme wie<strong>der</strong><br />

erwerbstätig, die zu Beginn <strong>der</strong> Reha tendentiell mehr depressiv verarbeitet und weniger nach<br />

sozialer Einbindung gesucht haben. Im Gegensatz dazu fanden Julkunen und Saarinen (1994)<br />

vor allem einen geringen depressiv-resignierenden Coping-Stil und Krankheitsverleugnung<br />

als die besten Prädiktoren für eine erfolgreiche berufliche Wie<strong>der</strong>einglie<strong>der</strong>ung und den<br />

selbstberichteten Gesundheitsstatus. In bezug auf die psychosozialen Zielkriterien<br />

unterscheiden sich die Berufsrückkehrer und die berenteten Patienten bis auf die<br />

Behandlungszufriedenheit nicht voneinan<strong>der</strong>. Die wie<strong>der</strong> erwerbstätigen Patienten sind zu<br />

Behandlungsbeginn unzufriedener mit <strong>der</strong> gesamten Behandlung.<br />

106


8.8.7 Fazit<br />

Insgesamt können häufiger signifikante Beziehungen zwischen den Prädiktoren zum Reha-<br />

Beginn und den Outcome-Kriterien zum Reha-Ende identifiziert werden als signifikante<br />

Beziehungen zwischen den Variablen zum Reha-Beginn und zur Katamnese. Es zeigt sich<br />

aber durchgängig, dass die depressive Verarbeitung (trotz <strong>der</strong> Konfundierungsproblematik)<br />

und die soziale Unterstützung die besten Prädiktoren für eine depressive Symptomatik und<br />

geringe Lebenszufriedenheit darstellen. Diesen beiden Variablen ist auch im Hinblick auf eine<br />

Chronifizierung <strong>der</strong> größte Stellenwert beizumessen. Aber auch Bagatellisieren <strong>der</strong><br />

Erkrankung und <strong>der</strong> resultierenden Konsequenzen scheint ungünstig für den Krankheitsverlauf<br />

zu sein.<br />

Auch ist die Befundlage zu den Beziehungen zwischen ungünstigen Coping-Strategien und<br />

dem Reha-Erfolg stringenter als bei den aktiven und problemorientierten Coping-Strategien.<br />

In <strong>der</strong> Literatur werden als günstige Strategien z.B. internale Kontrollüberzeugungen,<br />

Selbstwirksamkeit, Krankheitsakzeptanz, optimistische Coping-Strategien und soziales<br />

Coping genannt. Wir können zum Reha-Ende bis auf das soziale Coping nur wenige positive<br />

Einflüsse aktiver Krankheitsverarbeitung identifizieren. Auch die Selbstwirksamkeitserwartungen<br />

korrelieren nur mäßig mit dem Reha-Outcome. Diese Diskrepanzen sind<br />

möglicherweise auch auf die unterschiedlichen Operationalisierungen <strong>der</strong> Konstrukte und<br />

Skalengüte <strong>der</strong> Instrumente in den Studien zurückzuführen. In <strong>der</strong> multiplen<br />

Regressionsanalyse erweisen sich „soziale Unterstützung“, „soziales Coping“, „depressive<br />

Verarbeitung“, „Religiosität/ Sinnsuche“ sowie maximale Ergometerleistung als Prädiktoren<br />

zur Vorhersage <strong>der</strong> Gesamtlebenszufriedenheit.<br />

Die alleinige Berücksichtigung „harter“ medizinischer Fakten reicht, wie dargelegt, bei <strong>der</strong><br />

Einschätzung <strong>der</strong> Prognose nicht aus. Vielmehr sind die vielfältigen Verarbeitungswege <strong>der</strong><br />

Patienten zu berücksichtigen, die sich auch im Verlauf <strong>der</strong> Erkrankung än<strong>der</strong>n können (s.<br />

Heim et al., 1993). Allerdings zeigt sich in unserer Studie kein Zusammenhang zwischen den<br />

medizinischen Basisparametern und den Coping-Modi zu Beginn <strong>der</strong> Rehabilitation, so dass<br />

<strong>der</strong> zugrundeliegende Wirkungsmechanismus weiterer Untersuchungen bedarf.<br />

107


108


9. Ergebnisse <strong>der</strong> Akut-Längsschnittstudie (Studie 3)<br />

9.1 Deskriptive Ergebnisse<br />

Von 100 befragten Patienten erklärten sich 61% zur Teilnahme an <strong>der</strong> Studie bereit. Von<br />

diesen nahmen zum zweiten Messzeitpunkt T2 60 Personen an <strong>der</strong> Befragung teil (Tab.9.1.1).<br />

Über drei Messzeitpunkte konnten insgesamt 56, über vier Messzeitpunkte 54 kardiologische<br />

Rehabilitanden befragt werden. Dies entspricht einer Rücklaufquote von 89% vom ersten<br />

Messzeitpunkt zum vierten Messzeitpunkt. Patienten, die sich zum ersten Messzeitpunkt<br />

entschlossen hatten, an <strong>der</strong> Befragung teilzunehmen, antworteten in <strong>der</strong> Regel auch zu den<br />

an<strong>der</strong>en Messzeitpunkten. Damit konnte trotz des umfangreichen Fragebogeninstrumentariums<br />

die im Projektantrag anvisierte Stichprobengröße (geplant 50 Patienten)<br />

übertroffen und eine gute Rücklaufquote erzielt werden, was vor allem auf die guten<br />

Kooperationsbedingungen mit den beteiligten Kliniken zurückzuführen ist.<br />

Tab. 9.1.1: Stichprobengrößen über die vier Messzeitpunkte<br />

Messzeitpunkt<br />

Stichprobengröße<br />

T1 Akut-Ende 61<br />

T2 Reha-Beginn 60<br />

T3 Reha-Ende 56<br />

T4 6-Monatskatamnese 54<br />

Stichprobencharakteristik <strong>der</strong> Ausgangsstichprobe<br />

Soziodemographische und medizinische Daten <strong>der</strong> Ausgangsstichprobe<br />

Die untersuchte Stichprobe setzte sich zum ersten Befragungszeitpunkt am Ende des<br />

Akutkrankenhausaufenthaltes erwartungsgemäß überwiegend aus Männern zusammen (84%)<br />

(Tab. 9.1.2). Die befragten Patienten waren meist verheiratet (87%) o<strong>der</strong> lebten mit einem<br />

festen Partner zusammen (71%).<br />

Das Durchschnittsalter lag bei 57,5 Jahren (s = 7,4 Jahre) mit einem Range von 40-70 Jahren.<br />

Die befragten Rehabilitanden hatten meist einen Hauptschulabschluss (47%), gefolgt von<br />

Realschule (20%) und Abitur (17%). Dementsprechend arbeiteten die Befragten überwiegend<br />

als Angestellte (38%) und Beamte (18%), 15% waren als Selbständige und 13% als Arbeiter<br />

tätig. 50% <strong>der</strong> Befragten waren vor dem Beginn <strong>der</strong> Rehabilitationsmaßnahme ganztägig<br />

berufstätig gewesen. 22% waren schon in Rente.<br />

Ein Drittel <strong>der</strong> Patienten besaß einen Schwerbehin<strong>der</strong>tenausweis, 75% waren zum<br />

Befragungszeitpunkt krankgeschrieben. Nur 17% hatten bereits in den letzten fünf Jahren an<br />

einer weiteren Rehabilitationsmaßnahme teilgenommen. Der Kostenträger <strong>der</strong> aktuellen<br />

Maßnahme war am häufigsten die BfA (39%), gefolgt von <strong>der</strong> LVA (25%). Tab. 9.1.2 gibt<br />

noch einmal einen Gesamtüberblick über die soziodemographischen Daten.<br />

109


Tab. 9.1.2: Stichprobenzusammensetzung soziodemographischer Daten<br />

(Ausgangsstichprobe: n = 61)<br />

Geschlecht männlich: 83,6% weiblich: 16,4%<br />

Alter (Bereich: 40-70 Jahre) MW = 57,5 s = 7,36<br />

Familienstand verheiratet: 85% ledig: 5%<br />

geschieden: 8% k.A.: 2%<br />

Schulbildung Hauptschule: 47% Realschule: 20%<br />

Abitur: 17% an<strong>der</strong>e: 14% k.A.: 2%<br />

Beruf Angestellter: 38% Beamter: 18%<br />

Selbständiger: 15% Arbeiter: 13%<br />

Sonstiges: 3% k.A.: 13%<br />

Gegenwärtige<br />

ganztägig: 50% weniger als halbtags: 3%<br />

Erwerbstätigkeit<br />

(vor Reha-Beginn) Rente: 22% EU- bzw. BU-Rente: 3%<br />

Hausfrau/-mann: 8% k.A.: 8%<br />

Halbtags: 3%<br />

aktuelle Krankschreibung ja: 75% nein: 25%<br />

Reha-Teilnahme ja: 17% nein: 83%<br />

Schwerbehin<strong>der</strong>tenausweis ja: 33% nein: 67%<br />

Kostenträger BfA: 39% LVA: 25% Nicht rentenvers.: 20%<br />

In Bezug auf die kooperierenden Akutkliniken zeigte sich, dass die meisten Patienten aus dem<br />

Franziskus Hospital in Münster (57%) kamen, gefolgt vom Johanneshospital Dortmund<br />

(26%), dem Uniklinikum Münster (12%), <strong>der</strong> Raphaelsklinik Münster (3%) und dem<br />

Clemenshospital Münster (2%).<br />

Die häufigste Diagnose bei den befragten Rehabilitanden war Zustand nach Bypass-Operation<br />

(33%), gefolgt von Herzinfarkt mit 30%, koronare Herzerkrankung (20%) sowie<br />

Herzklappen-Operation (15%). Ein Patient <strong>der</strong> Stichprobe erhielt ein ICD-Gerät.<br />

Bei den meisten Patienten lag zu Beginn <strong>der</strong> Behandlung ein NYHA-Stadium <strong>der</strong> Klasse I<br />

(33%) o<strong>der</strong> Klasse II (31%) vor. Ungefähr ein Drittel <strong>der</strong> Befragten wies eine 3-Gefäß-, 26%<br />

eine 2-Gefäß- und 23% eine 1-Gefäß-Erkrankung auf. Erwartungsgemäß hatte aufgrund <strong>der</strong><br />

Stichprobenzusammensetzung ein Teil <strong>der</strong> Patienten keine Gefäßerkrankung (15%).<br />

Tab. 9.1.3 gibt noch einmal einen Überblick über die Stichprobenzusammensetzung <strong>der</strong><br />

medizinischen Basisparamter.<br />

110


Tab. 9.1.3: Stichprobenzusammensetzung medizinischer Basisdaten<br />

(Ausgangsstichprobe: n = 61)<br />

Diagnose %<br />

Erkrankungs-dauer<br />

(Monate)<br />

(3- 378 Monate)<br />

Anzahl<br />

betroffener<br />

Gefäße %<br />

NYHA-<br />

Stadium %<br />

Bypass 33 0 15 I 33<br />

Herzinfarkt 30 1 23 II 31<br />

MW = 50,2<br />

KHK 20 s = 79,1<br />

2 26 III 18<br />

Max. Ergometer-<br />

Leistung (Watt)<br />

(25-200 Watt)<br />

MW = 101,3<br />

s = 37,9<br />

Herzklappe 15 3 33 IV 1<br />

ICD 2<br />

k.A. 3 k.A. 16<br />

Bei 44% <strong>der</strong> Befragten wurde die Herzerkrankung nach einem Besuch beim Hausarzt wegen<br />

Krankheitsgefühlen diagnostiziert, bei 28% nach einem Herzinfarkt, bei 18% zufällig im<br />

Rahmen einer Routineuntersuchung und bei 3% im Rahmen eines Krankenhausaufenthalts<br />

aufgrund einer an<strong>der</strong>en Erkrankung (Tab. 9.1.4).<br />

Tab. 9.1.4: Feststellung <strong>der</strong> Erkrankung (n = 61)<br />

Item Häufigkeit (in %)<br />

Hausarztbesuch wegen Krankheitsgefühl 44<br />

Nach einem Herzinfarkt 28<br />

Nach Routineuntersuchung 18<br />

Im Rahmen eines Krankenhausaufenthalts 3<br />

Sonstiges 7<br />

Die häufigsten Risikofaktoren waren in <strong>der</strong> Selbsteinschätzung <strong>der</strong> Patienten erhöhte<br />

Blutfettwerte (59%), Stress (49%), Übergewicht (44%), Bluthochdruck (38%) und Rauchen<br />

(31%) (Tab. 9.1.5).<br />

Tab. 9.1.5: Risikofaktoren in <strong>der</strong> Selbsteinschätzung (n = 61)<br />

Item<br />

Häufigkeit (in %)<br />

(Mehrfachnennungen möglich)<br />

Erhöhte Blutfettwerte 59<br />

Stress 49<br />

Übergewicht 44<br />

Bluthochdruck 38<br />

Rauchen 31<br />

Zu wenig Bewegung 20<br />

Diabetes 16<br />

Zu viel Alkohol 3<br />

Sonstiges 3<br />

111


Die Symptomatik hatte sich bei den Befragten ungefähr zur Hälfte schrittweise (51%) o<strong>der</strong><br />

plötzlich (44%) entwickelt (Tab. 9.1.6). Die Beschwerdesymptomatik beim Erkrankungsbeginn<br />

war dabei für die Gesamtstichprobe gering bis mittel ausgeprägt. 33% berichteten von<br />

einem starken bis sehr starken Druckgefühl in <strong>der</strong> Brust, 30% von starker bis sehr starker<br />

Atemnot, 28% von anhaltenden Brustbeschweren und 25% von einer starken Beklemmung<br />

hinter dem Brustbein (Tab. 9.1.6).<br />

Tab. 9.1.6: Symptome bei Erkrankungsbeginn (n = 61)<br />

Item Häufigkeit (in %)<br />

Beginn <strong>der</strong> Erkrankung schrittweise: 51 plötzlich: 44 k.A.: 5<br />

Anhaltende Brustschmerzen 28<br />

Druckgefühl in <strong>der</strong> Brust 33<br />

Beklemmung hinter dem Brustbein 25<br />

Todesangst 3<br />

Vernichtungsgefühl 6<br />

Atemnot 30<br />

Schwindel 6<br />

Bluthusten 1<br />

Herzrasen 10<br />

Kurzzeitiger Bewusstseinsverlust 1<br />

Leistungsknick 20<br />

Rasche Ermüdbarkeit 21<br />

Rötliche Wangen 3<br />

Sonstiges 5<br />

Bei Items 1-14: 5-stufige Rating-Skala, Werte 4 und 5 addiert<br />

In bezug auf die aktuelle Symptomatik gaben 69% <strong>der</strong> Patienten an, dass sich ihre<br />

Beschwerden durch die jetzige Behandlung gebessert hätten (Tab. 9.1.7). Insgesamt 49% <strong>der</strong><br />

Befragten stuften ihre Beschwerden als gering ein, während knapp 28% von einer starken bis<br />

sehr starken Beschwerdesymptomatik berichteten. 26% hatten zusätzlich einen stark bis sehr<br />

stark beeinträchtigten Schlaf (9.1.7).<br />

Tab.9.1.7: Aktuelle Beschwerden (n = 61)<br />

Häufigkeiten in %<br />

1. Herzbeschwerden: gebessert: 69 gleich: 10 verschlechtert: 2 k.A.: 20<br />

2. Schweregrad: keine: 23 leicht: 26 mittel: 18 stark: 23 sehr stark: 5 k.A.: 5<br />

3. Schlafprobleme: keine: 23 wenig: 21 mittel: 25 stark: 23 sehr stark: 3 k.A.: 5<br />

Im Hinblick auf den beson<strong>der</strong>s interessierenden Bereich <strong>der</strong> Krankheitsverarbeitung zeigte<br />

sich, dass die Patienten in <strong>der</strong> Selbsteinschätzung vor allem die arztbezogenen<br />

Verarbeitungsmodi „Genau den ärztlichen Rat befolgen“ (75%) und „Vertrauen in die Ärzte<br />

112


setzen“ (74%) am häufigsten verwendeten. Weitere wichtige Strategien waren „Kampfgeist“<br />

(72%), „Selbstermutigung“ (57%), „Problemlöseanstrengungen“ (51%), „Informationssuche“<br />

(47%) und „intensivere Lebensführung“ (43%) (Tab. 9.1.8).<br />

Tab. 9.1.8: Häufigste Modi <strong>der</strong> Krankheitsverarbeitung aus Patientensicht<br />

(n = 61)<br />

Vorgegebene Kategorien (nach Rangreihe) Häufigkeit %<br />

Genau den ärztlichen Rat befolgen 75<br />

Vertrauen in die Ärzte setzen 74<br />

Kampfgeist 72<br />

Selbstermutigung 57<br />

Anstrengungen zur Lösung <strong>der</strong> Probleme unternehmen 51<br />

Informationen über Erkrankung und Behandlung suchen 47<br />

Intensive Lebensführung 43<br />

5-stufige Rating-Skala, Werte 4 und 5 addiert<br />

Als adaptivste Coping-Modi wurden „Vertrauenssetzung in Ärzte“ (18%)<br />

„Informationssuche“ (16%), „Problemlöseanstrengungen“ (10%) und „Kampfgeist“ (8%)<br />

genannt (Tab. 9.1.9).<br />

Tab. 9.1.9: Adaptivität von Krankheitsverarbeitungstrategien aus Patientensicht<br />

(n = 61)<br />

Vorgegebene Kategorien Häufigkeit %<br />

Vertrauen in die Ärzte setzen 18<br />

Informationssuche 16<br />

Aktive Problemlöseanstrengungen 10<br />

Kampfgeist 8<br />

Auf die Frage nach den Einflussfaktoren auf den weiteren Erkrankungsverlauf schätzten die<br />

Befragten überwiegend das eigene Verhalten (95%) und die eigene Lebenseinstellung (94%)<br />

ein. Auf den weiteren Rangplätzen wurden die „Unterstützung durch Familie“ (92%),<br />

„Fortschritte in <strong>der</strong> Medizin“ (80%) sowie das „Können bzw. Engagement <strong>der</strong> Ärzte“ (79%<br />

bzw. 74%) genannt (Tab. 9.1.10).<br />

113


Tab. 9.1.10: Einflussfaktoren auf den Erkrankungsverlauf aus Patientensicht<br />

(n = 61)<br />

Vorgegebene Kategorien Häufigkeit (in %)<br />

Eigenes Verhalten 95<br />

Eigene Lebenseinstellung 94<br />

Unterstützung durch Familie 92<br />

Fortschritte <strong>der</strong> Medizin 80<br />

Können <strong>der</strong> Ärzte 79<br />

Engagement <strong>der</strong> Ärzte 74<br />

Unterstützung durch Freunde/ Bekannte 41<br />

Vorbestimmtes Schicksal 18<br />

Zufall 10<br />

5-stufige Rating-Skala; Werte 4 und 5 addiert<br />

9.2 Korrelative und interferenzstastistische Ergebnisse<br />

Nach <strong>der</strong> Darstellung <strong>der</strong> deskriptiven Ergebnisse werden anschließend die korrelativen und<br />

inferenzstatistischen Ergebnisse dargestellt.<br />

9.2.1 Reliabilitätsprüfung <strong>der</strong> verwendeten Skalen<br />

Die nachfolgende Tabelle stellt die internen Konsistenzen als Maß für die Reliabilität <strong>der</strong><br />

verwendeten Skalen für die Ausgangsstichprobe (n = 61) dar (Tab. 9.2.1).<br />

114


Tab. 9.2.1: Liste aller Scores und Reliabilitäten <strong>der</strong> verwendeten Skalen für die<br />

Ausgangsstichprobe (n = 61)<br />

Scores<br />

Cronbach's<br />

n<br />

MW s Min Max<br />

items<br />

α<br />

FKV1 (Depressive Verarbeitung) 5 1,56 0,76 1,00 5,00 .83<br />

FKV2 (Aktives problemorientiertes Coping) 5 3,27 1,01 1,00 5,00 .76<br />

FKV3 (Ablenkung u. Selbstaufbau) 5 2,60 0,97 1,00 5,00 .77<br />

FKV4 (Religiosität u. Sinnsuche) 5 2,33 0,85 1,00 4,40 .64<br />

FKV5 (Bagatellisierung u. Wunschdenken) 3 1,89 0,93 1,00 5,00 .65<br />

TSK-SS (Suche nach sozialer Einbindung) 9 3,17 1,01 1,00 5,78 .83<br />

SOZU-K-22 (Soziale Unterstützung) 10 4,22 0,87 1,60 5,00 .91<br />

GEK (Generalisierte Kompetenzerwartung) 4 2,75 0,59 1,25 4,00 .72<br />

Zyn 1 (Zynismus) 5 2,45 0,84 1,00 5,00 .85<br />

Zyn 2 (Zweifel an Altruismus) 4 2,46 1,03 1,00 5,00 .75<br />

Zyn 3 (Amoralischer Opportunismus) 4 2,91 0,95 1,00 5,00 .69<br />

BSI (Angst) 6 1,89 0,92 1,00 4,67 .91<br />

BSI (Depression) 6 1,43 0,72 1,00 3,67 .86<br />

BSI (Somatisierung) 7 1,90 0,83 1,00 4,60 .79<br />

BZI (Menschliche Zuwendung) 6 4,30 0,65 2,00 5,00 .89<br />

BZI (Arzt- und Medizinbezogener Faktor) 4 4,68 0,40 3,00 5,00 .72<br />

BZI (Gesamt) 10 4,45 0,51 2,40 5,00 .89<br />

LZI (Zufriedenheit mit <strong>der</strong> eigenen Person) 7 3,43 0,84 1,43 5,00 .90<br />

LZI (Zufriedenheit mit dem Sozialleben) 4 3,58 0,94 1,00 5,00 .80<br />

LZI (Zufriedenheit mit Beruf und Geld) 2 3,75 0,90 1,00 5,00 .82<br />

LZI (Gesamt) 14 3,59 0,71 2,00 5,00 .88<br />

IRES-MIN 11 5,06 1,29 1,80 7,71 .83<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Reliabilitätsanalyse“<br />

Wie aus <strong>der</strong> Tabelle ersichtlich ist, liegen die Cronbach`s α im Bereich von α = .64 und<br />

α = .91 und können damit als sehr gut bis noch ausreichend bezeichnet werden können.<br />

115


9.2.2 Zusammenhänge zwischen psychosozialen und medizinischen Prädiktoren mit<br />

Maßen <strong>der</strong> Lebensqualität<br />

9.2.2.1 Zusammenhänge zwischen psychosozialen Prädiktoren zum Ende des Akut-<br />

Krankenhausaufenthalts mit Maßen <strong>der</strong> Lebensqualität zum Reha-Ende<br />

Im folgenden sollen zuerst die bivariaten Zusammenhänge zwischen psychosozialen<br />

Prädiktoren zum Ende des Akut-Krankenhausaufenthalts mit Maßen <strong>der</strong> Lebensqualität zum<br />

Reha-Ende dargestellt werden.<br />

Es zeigt sich, dass beson<strong>der</strong>s die depressive Verarbeitung signifikant positiv mit Angst<br />

(r = .40), erwartungsgemäß hoch mit Depression (r = .61) sowie negativ mit <strong>der</strong> Lebenszufriedenheit<br />

(r = -.41) korreliert (Tab. 9.2.2).<br />

Tab. 9.2.2: Zusammenhänge zwischen psychosozialen Prädiktoren (Akut-Ende, T1) und<br />

Maßen <strong>der</strong> Lebensqualität (Reha-Ende, T3) (n = 56)<br />

Angst<br />

(BSI)<br />

Depression<br />

(BSI)<br />

Somatisierung<br />

(BSI)<br />

Lebenszufriedenheit<br />

(LZI)<br />

Behandlungszufriedenheit<br />

(BZI)<br />

Reha-<br />

Status<br />

(IRES-<br />

MIN)<br />

Scores<br />

Depressive<br />

Verarbeitung <br />

.40** .61*** -.41** -.49**<br />

Aktives Coping <br />

Ablenkung .27* -.32*<br />

Religiosität/ Sinnsuche <br />

Bagatellisieren .32* .48***<br />

Suche nach soz.<br />

Einbindung<br />

Zynismus .54*** .49*** .35** -.46*** -.29* -.43***<br />

Zweifel an Altruismus -.40** -.37**<br />

Amoralischer<br />

Opportunismus <br />

.38** .31*<br />

Soziale Unterstützung -.33* -.30* .34** .39**<br />

Selbstwirksamkeit <br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Korrelation“: Pearson r (*** ≤.001, ** ≤.01, * ≤ .05); (FKV) (TSK-SS)<br />

(Zyn1) (Zyn2) (Zyn3) (F-SOZU-K-22) (GEK)<br />

Patienten mit ablenkendem Coping-Verhalten sind ebenfalls depressiver (r = .27) und weniger<br />

mit ihrem Leben (r = -.32) zufrieden. Bagatellisieren steht mit vermehrter Angst (r = .32) und<br />

Depression (r = .48) in Zusammenhang. Auch die Zynismus-Skalen weisen signifikante<br />

Zusammenhänge mit den gemessenen Maßen <strong>der</strong> Lebensqualität auf. Patienten mit einer<br />

ausgeprägten zynischen Einstellung am Ende <strong>der</strong> Akutbehandlung sind am Reha-Ende<br />

ängstlicher (r = .54), depressiver (r = .49), haben mehr somatische Symptome (r = .35), eine<br />

geringere Lebens- (r = -.46) und Behandlungszufriedenheit (r = -.29) sowie einen niedrigeren<br />

Reha-Status (r = -.43). „Amoralischer Opportunismus“ steht mit Angst (r = .38) und<br />

Depression (r = .31) in positiver Beziehung, „Zweifel an Altruismus“ negativ mit<br />

Lebenszufriedenheit (r = -.40) und dem Reha-Status (r = -.37). Dagegen sind Patienten, die<br />

sich von ihren Bezugspersonen unterstützt fühlen, weniger depressiv (r = -.33), haben weniger<br />

116


Somatisierungssymptome (r = -.30), sowie eine höhere Lebenszufriedenheit (r = .34) und<br />

einen höheren Reha-Status (r = .39). Aktives Coping, Religiosität, die Suche nach sozialer<br />

Einbindung und die Selbstwirksamkeit stehen zu diesen Zeitpunkten nicht in signifikanter<br />

Beziehung zu Lebensqualitätsmaßen.<br />

9.2.2.2 Zusammenhänge zwischen psychosozialen Prädiktoren zu Reha-Beginn mit<br />

Maßen <strong>der</strong> Lebensqualität am Reha-Ende<br />

Die Zusammenhänge zwischen den psychosozialen Prädiktoren am Beginn <strong>der</strong> Rehabilitation<br />

und den Maßen <strong>der</strong> Lebensqualität an <strong>der</strong>en Ende sind im Vergleich zum Ende <strong>der</strong> Akut-<br />

Behandlung weniger stark ausgeprägt (Tab. 9.2.3). Auch hier wie<strong>der</strong>um zeigen sich bei <strong>der</strong><br />

depressiven Verarbeitung die höchsten Zusammenhänge. Patienten mit diesem Coping-<br />

Verhalten sind ängstlicher (r = .36), depressiver (r = .55), weniger mit ihrem Leben (r = -.48)<br />

sowie <strong>der</strong> Behandlung (r = -.37) zufrieden und weisen einen geringen Reha-Status auf<br />

(r = -.38).<br />

Tab. 9.2.3: Zusammenhänge zwischen psychosozialen Prädiktoren (Reha-Beginn, T2)<br />

und Maßen <strong>der</strong> Lebensqualität (Reha-Ende, T3) (n = 56)<br />

Angst<br />

(BSI)<br />

Depression<br />

(BSI)<br />

Somatisierung<br />

(BSI)<br />

Lebenszufriedenheit<br />

(LZI)<br />

Behandlungszufriedenheit<br />

(BZI)<br />

Reha-<br />

Status<br />

(IRES-<br />

MIN)<br />

Scores<br />

Depressive<br />

Verarbeitung <br />

.36** .55*** -.48*** -.37** -.38**<br />

Aktives Coping <br />

Ablenkung <br />

Religiosität/ Sinnsuche .29*<br />

Bagatellisieren .35**<br />

Suche nach sozialer<br />

Einbindung <br />

Zynismus -.27* -.46***<br />

Zweifel an Altruismus <br />

Amoralischer Opportunismus<br />

<br />

Soziale Unterstützung<br />

<br />

-.51*** -.37** .49*** .58***<br />

Selbstwirksamkeit -.48*** -.34** -.35** .43***<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Korrelation“: Pearson r (*** ≤.001, ** ≤.01, * ≤ .05); (FKV) (TSK-SS)<br />

(Zyn1) (Zyn2) (Zyn3) (F-SOZU-K-22) (GEK)<br />

Im Gegensatz zum ersten Messzeitpunkt zeigt die Selbstwirksamkeitserwartung signifikante<br />

Beziehungen zu Angst (r = -.48), Depression (r = -.34), Somatisierung (r = -.35) und<br />

Lebensqualität (r = .43). Auch weisen Patienten mit hoher wahrgenommener sozialer<br />

Unterstützung weniger depressive und somatische Symptome (r = -.51 bzw. r = -.37) auf und<br />

sind insgesamt zufriedener mit ihrem Leben (r = .49) bei gleichzeitig gutem Reha-Status<br />

(r = .58). Weitere signifikante Zusammenhänge zeigen sich zwischen Bagatellisieren und<br />

117


Depression (r = .35), Religiosität und Depression (r = .29) sowie zwischen Zynismus und<br />

Lebensqualität (r = -.27) bzw. Reha-Status (r = -.46). Die beiden Coping-Scores aktives<br />

Coping und die Suche nach sozialer Unterstützung hängen wie zum ersten Messzeitpunkt<br />

nicht mit den Ergebniskriterien zusammen.<br />

9.2.2.3 Zusammenhänge zwischen psychosozialen Prädiktoren zum Ende des Akut-<br />

Krankenhausaufenthalts mit Maßen <strong>der</strong> Lebensqualität zur Katamnese<br />

Die stärksten Zusammenhänge zwischen Ausgangsvariablen am ersten Messzeitpunkt und<br />

Maßen <strong>der</strong> Lebensqualität zum Katamnesemesszeitpunkt können wie auch zu den an<strong>der</strong>en<br />

Messzeitpunkten bei <strong>der</strong> depressive Verarbeitung festgestellt werden (Tab. 9.2.4).<br />

Tab. 9.2.4: Zusammenhänge zwischen psychosozialen Prädiktoren (Akut-Ende, T1) und<br />

Maßen <strong>der</strong> Lebensqualität (Katamnese, T4) (n = 54)<br />

Angst<br />

(BSI)<br />

Depression<br />

(BSI)<br />

Somatisierung<br />

(BSI)<br />

Lebenszufriedenheit<br />

(LZI)<br />

Behandlungszufriedenheit<br />

(BZI)<br />

Reha-<br />

Status<br />

(IRES-<br />

MIN)<br />

Scores<br />

Depressive<br />

Verarbeitung <br />

.45*** .44*** .47*** -.38** -.56***<br />

Aktives Coping .35*<br />

Ablenkung .33* .28* -.35*<br />

Religiosität/ Sinnsuche .31*<br />

Bagatellisieren .52*** .36* .30* -.30* -.46***<br />

Suche nach sozialer<br />

Einbindung <br />

Zynismus .61*** .40** -.42** -.40**<br />

Zweifel an Altruismus .33* -.38**<br />

Amoralischer Opportunismus<br />

<br />

.33*<br />

Soziale Unterstützung<br />

<br />

-.30* .36** .33*<br />

Selbstwirksamkeit <br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Korrelation“: Pearson r (*** ≤.001, ** ≤.01, * ≤ .05); (FKV) (TSK-SS)<br />

(Zyn1) (Zyn2) (Zyn3) (F-SOZU-K-22) (GEK)<br />

So zeigen sich signifikante Beziehungen zu Angst (r = .45), Depression (r = .44),<br />

Somatisierung (r = .47), Lebenszufriedenheit (r = -.38) und dem Reha-Status (r = -.56). Aber<br />

auch Bagatellisieren korreliert ebenfalls mit diesen Variablen in <strong>der</strong> gleichen Richtung. Es<br />

zeigen sich signifikante Beziehungen zu Angst (r = .52), Depression (r = .36), Somatisierung<br />

(r = .30), Lebenszufriedenheit (r = -.30) und zum Reha-Status (r = -.46). Ablenkung korreliert<br />

mit Angst (r = .33), Depression (r = .28) und Lebenszufriedenheit (r = -.35). Weitere<br />

Zusammenhänge zeigen sich zwischen aktivem Coping bzw. Religiosität und<br />

Behandlungszufriedenheit (r = .35 bzw. r = .31). Patienten mit einer zynischen Einstellung am<br />

Ende <strong>der</strong> Akut-Behandlung sind am Katamnesemesszeitpunkt ängstlicher (r = .61), weniger<br />

mit ihrem Leben zufrieden (r = -.42), haben vermehrt somatische Beschwerden (r = .40) und<br />

118


einen schlechteren Reha-Status (r = -.40). Dagegen sind Patienten mit einer als gut<br />

wahrgenommenen sozialen Unterstützung weniger ängstlich (r = -.30), eher mit ihrem Leben<br />

zufrieden (r = .36) und weisen einen besseren Reha-Status auf (r = .33). Die<br />

Selbstwirksamkeitserwartungen stehen nicht mit den Zielkriterien zu diesem Zeitpunkt in<br />

Beziehung.<br />

9.2.2.4 Zusammenhänge zwischen psychosozialen Prädiktoren zum Reha-Beginn mit<br />

Maßen <strong>der</strong> Lebensqualität zur Katamnese<br />

Bei <strong>der</strong> Untersuchung <strong>der</strong> Zusammenhänge zwischen psychosozialen Variablen zu Reha-<br />

Beginn und Lebensqualitätsvariablen zum Katamnesezeitpunkt zeigen sich wie<strong>der</strong>um starke<br />

Beziehungen mit <strong>der</strong> depressiven Verarbeitung (Tab. 9.2.5).<br />

Tab. 9.2.5: Zusammenhänge zwischen psychosozialen Prädiktoren (Reha-Beginn, T2)<br />

und Maßen <strong>der</strong> Lebensqualität (Katamnese, T4) (n = 54)<br />

Angst<br />

(BSI)<br />

Depression<br />

(BSI)<br />

Somatisierung<br />

(BSI)<br />

Lebenszufriedenheit<br />

(LZI)<br />

Behandlungszufriedenheit<br />

(BZI)<br />

Reha-<br />

Status<br />

(IRES-<br />

MIN)<br />

Scores<br />

Depressive<br />

Verarbeitung <br />

.42** .51*** -.51*** -.43***<br />

Aktives Coping .43**<br />

Ablenkung .41**<br />

Religiosität/ Sinnsuche <br />

Bagatellisieren .35** .40** -.38** -.36**<br />

Suche nach sozialer<br />

Einbindung <br />

.46***<br />

Zynismus .45*** .27* -.44***<br />

Zweifel an Altruismus .33* -.30*<br />

Amoralischer Opportunismus<br />

<br />

-.33*<br />

Soziale Unterstützung<br />

<br />

-.47*** -.56*** -.37** .56*** .30* .46***<br />

Selbstwirksamkeit -.40** -.35**<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Korrelation“: Pearson r (*** ≤.001, ** ≤.01, * ≤ .05); (FKV) (TSK-SS)<br />

(Zyn1) (Zyn2) (Zyn3) (F-SOZU-K-22) (GEK)<br />

Patienten mit diesem Coping-Verhalten zu Reha-Beginn sind sechs Monate später ängstlicher<br />

(r = .42), depressiver (r = .51), weniger mit ihrem Leben zufrieden (r = -.51) und haben einen<br />

geringeren Reha-Status (r = -.43). Bagatellisierende Patienten weisen ein ähnliches Muster<br />

zum Katamnesezeitpunkt auf, allerdings weniger deutlich ausgeprägt<br />

(Angst: r = 35; Depression: r = .40; Lebenszufriedenheit: r = -.38, Reha-Status: -.36). Aktives<br />

Coping und Ablenkung stehen mit <strong>der</strong> Behandlungszufriedenheit in einen signifikanten<br />

Zusammenhang (r = .43 bzw. r = .41). Religiosität weist keine signifikanten Beziehungen auf.<br />

Die wahrgenommene soziale Unterstützung korreliert zu diesem Zeitpunkt stark mit den<br />

Lebensqualitätsmaßen. Patienten, die die Beziehung zu den Bezugspersonen als gut<br />

119


wahrnehmen, sind später weniger ängstlich (r = -.47), depressiv (r = -.56), haben weniger<br />

somatische Beschwerden (r = -.37), einen höheren Reha-Status (r = .46) und sind zufriedener<br />

mit ihrem Leben (r = .56) und <strong>der</strong> Behandlung (r = .30). Patienten mit einer hohen<br />

Selbstwirksamkeit zu T2 haben ebenfalls zu T4 geringere Angst (r = -.40) und<br />

Somatisierungswerte (r = -.35). Weiterhin korrelieren Zynismus mit Angst (r = .45),<br />

Somatisierung (r = .27) und dem Reha-Status (r = -.44), Zweifel an Altruismus mit Angst<br />

(r = .33) und dem Reha-Status (-.30) sowie amoralischer Opportunismus mit <strong>der</strong><br />

Behandlungszufriedenheit (r = .-33).<br />

9.2.2.5 Zusammenhänge zwischen medizinischen Prädiktoren und Maßen <strong>der</strong><br />

Lebensqualität<br />

Aufgrund <strong>der</strong> insgesamt geringen Zusammenhänge zwischen medizinischen Basisdaten<br />

(Anzahl betroffener Gefäße, NYHA-Stadium in <strong>der</strong> Akut-Versorgung, Erkrankungsdauer,<br />

maximale Ergometerleistung in <strong>der</strong> Reha-Klinik, Alter) und psychosozialen Zielkriterien am<br />

Reha-Ende und zum Katamnesezeitpunkt wird auf eine tabellarische Darstellung verzichtet.<br />

Es zeigt sich, dass lediglich die Erkrankungsdauer in positiver Beziehung zu somatischen<br />

Symptomen am Reha-Ende steht. Patienten mit einer längeren Krankengeschichte geben<br />

demnach signifikant häufiger somatische Symptome am Reha-Ende an (r = .38, p ≤ .05).<br />

Ebenfalls haben Patienten, bei denen mehrere Gefäße von <strong>der</strong> Erkrankung betroffen sind,<br />

vermehrt somatische Beschwerden zum Katamnesezeitpunkt (r = .30, p ≤ .05). Ältere<br />

Patienten sind am Reha-Ende zufriedener mit <strong>der</strong> Behandlung (r = .27, p ≤ .05). Patienten mit<br />

einer höheren maximalen Ergometerleistung und einem geringeren NYHA-Stadium haben<br />

einen höheren Reha-Status am Ende <strong>der</strong> Rehabilitationsmaßnahme (r = .28, p ≤ .05 bzw.<br />

rs = -.38, p ≤ .01). Ansonsten lassen sich keine weiteren signifikanten Korrelationen<br />

feststellen.<br />

Die Untersuchung <strong>der</strong> Zusammenhänge zwischen den medizinischen und den psychosozialen<br />

Prädiktoren zum ersten Messzeitpunkt ergab ebenfalls nur wenige signifikante Korrelationen.<br />

Patienten mit aktiven Coping hatten eine höhere maximale Ergometerleistung in <strong>der</strong> Reha-<br />

Klinik (r = .28; p ≤ .05). Außerdem korrelierte die Skala „Amoralischer Opportunismus“<br />

signifikant negativ mit <strong>der</strong> Erkrankungsdauer (r = -.33; p ≤ .05). Weitere signifikante<br />

Zusammenhänge zeigen sich nicht.<br />

9.2.2.6 Zusammenhänge zwischen erkrankungsbezogenen Kontrollüberzeugungen und<br />

Maßen <strong>der</strong> Lebensqualität<br />

Korrelative Beziehungen zwischen den erkrankungsbezogenen Kontrollüberzeugungen zu T1<br />

(gemessen auf Einzelitemebene) und psychosozialen Zielkriterien <strong>der</strong> Rehabilitation zu T3<br />

sind ebenfalls insgesamt gering ausgeprägt, so dass auf eine tabellarische Darstellung<br />

verzichtet wird. Patienten, die das Schicksal für den weiteren Verlauf <strong>der</strong> Erkrankung<br />

verantwortlich machen, haben am Reha-Ende höhere Depressions- und Somatisierungswerte<br />

(r = .42, p ≤ .01 bzw. r = .41, p ≤ .01). Weiterhin korrelieren „Fortschritte <strong>der</strong> Medizin“ mit<br />

Angst (r = .29, p ≤ .05) und „eigene Lebenseinstellung“ bzw. „eigenes Verhalten“ mit dem<br />

Reha-Status (r = .33, p ≤ .05 bzw. r = .41, p ≤ .05).<br />

120


Tab. 9.2.6 zeigt die Zusammenhänge zwischen den erkrankungsbezogenen<br />

Kontrollüberzeugungen zu T1 und den Zielkriterien zu T4. Patienten, die am<br />

Katamnesemesszeitpunkt depressiver sind, sehen zum Akut-Ende das Schicksal und den<br />

Zufall als starke Einflussfaktoren auf die Erkrankung (r = .41, p ≤ .01 bzw. r = .37, p ≤ .01).<br />

Dagegen korreliert Angst signifikant negativ mit „eigenem Verhalten“ (r = -.36, p ≤ .01) und<br />

„Unterstützung durch Freunde/ Bekannte“ (r = -.30, p ≤ .05). Patienten mit vielen<br />

somatischen Beschwerden geben „Zufall“ (r = .31, p ≤ .05), „Unterstützung durch Freunde/<br />

Bekannte“ (r = -.30, p ≤ .05) und „Schicksal“ (r = .43, p ≤ .01) als Einflussfaktoren an.<br />

Beson<strong>der</strong>s <strong>der</strong> Reha-Status zeigt signifikante Korrelationen zu den Variablen „eigene<br />

Lebenseinstellung“ (r = .29, p ≤ .05), „eigenes Verhalten“ (r = .39, p ≤ .01), „Unterstützung<br />

durch Freunde/ Bekannte“ (r = .43, p ≤ .01), „Schicksal“ (r = -.29, p ≤ .05) und „Fortschritte<br />

<strong>der</strong> Medizin“ (r = .32, p ≤ .05). Weiterhin steht die Lebenszufriedenheit zu T4 mit dem<br />

„Schicksal“ zu T1 in negativer Beziehung (r = -.29, p ≤ .05).<br />

Tab. 9.2.6: Zusammenhänge zwischen erkrankungsbezogenen Kontrollüberzeugungen<br />

(T1) und Maßen <strong>der</strong> Lebensqualität (T4) (n = 54)<br />

Angst<br />

(BSI)<br />

Depression<br />

(BSI)<br />

Somatisierung<br />

(BSI)<br />

EKO-Items<br />

Zufall .37** .31*<br />

Können <strong>der</strong> Ärzte<br />

Eigene<br />

Lebenseinstellung<br />

Lebenszufriedenheit<br />

(LZI<br />

Behandlungszufriedenheit<br />

(BZI)<br />

Reha-<br />

Status<br />

(IRES-<br />

MIN)<br />

Eigenes Verhalten -.36** .39**<br />

Unterstützung<br />

durch Familie<br />

-.30* -.30*<br />

Unterstützung<br />

durch Freunde<br />

.43***<br />

Engagement <strong>der</strong><br />

Ärzte<br />

Schicksal .41** .43** -.29* -.29*<br />

Fortschritte <strong>der</strong><br />

Medizin<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Korrelation“: Pearson r (*** ≤.001** ≤.01, * ≤ .05)<br />

.29*<br />

-.32*<br />

Zusammenhänge zwischen erkrankungsbezogenen Kontrollüberzeugungen zu T2 mit Maßen<br />

<strong>der</strong> Lebensqualität zu T3 sind dagegen ausgeprägter. So korreliert „Schicksal“ mit Angst<br />

(r = .39, p ≤ .01), Depression (r = .49, p ≤ .001), Somatisierung (r = .31, p ≤ .05) und<br />

Lebenszufriedenheit (r = -.27, p ≤ .05) am Reha-Ende (Tab. 4.2.7). Patienten mit einer hohen<br />

Lebenszufriedenheit am Reha-Ende betrachten zu Beginn <strong>der</strong> Reha beson<strong>der</strong>s soziale<br />

Faktoren als wichtige Einflussgrößen auf den Erkrankungsverlauf (Unterstützung durch<br />

Familie: r = .44, p ≤ .001; Unterstützung durch Freunde: r = .33, p ≤ .05). Patienten, die den<br />

Einfluss des eigenen Verhaltens für den Erkrankungsverlauf betonen, haben am Reha-Ende<br />

121


ebenfalls eine höhere Lebenszufriedenheit (r = .30, p ≤ .05). Ebenso steht die eigene<br />

Lebenseinstellung in negativer Beziehung zur Depression (r = -.34, p ≤ .05) bzw.<br />

Somatisierung (r = -.31, p ≤ .05) und in positiver zum Reha-Status (r = .36, p ≤ .01).<br />

Patienten, die mit <strong>der</strong> Behandlung zufriedener sind, sehen beson<strong>der</strong>s das Engagement <strong>der</strong><br />

Ärzte als eine zentrale Einflussgröße für die Genesung (r = .40, p ≤ .01).<br />

Tab. 9.2.7: Zusammenhänge zwischen erkrankungsbezogenen Kontrollüberzeugungen<br />

(T2) und Maßen <strong>der</strong> Lebensqualität (T3) (n = 56)<br />

Behand-<br />

Reha-<br />

Depressiosierunfriedenheit<br />

Somati-<br />

Lebenszu-<br />

Angst<br />

lungs-<br />

Status<br />

(BSI)<br />

zufrieden-<br />

heit (BZI) MIN)<br />

(IRES-<br />

(BSI) (BSI) (LZI<br />

EKO-Items<br />

Zufall<br />

Können <strong>der</strong> Ärzte<br />

Eigene<br />

Lebenseinstellung<br />

-.34* -.31* .36**<br />

Eigenes Verhalten .30*<br />

Unterstützung<br />

durch Familie<br />

.44***<br />

Unterstützung<br />

durch Freunde<br />

.33* .40**<br />

Engagement <strong>der</strong><br />

Ärzte<br />

.40**<br />

Schicksal .39** .49*** .31* -.27*<br />

Fortschritte <strong>der</strong><br />

Medizin<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Korrelation“: Pearson r (*** ≤.001, ** ≤.01, * ≤ .05)<br />

Nur wenige Zusammenhänge lassen sich dagegen zwischen den Kontrollüberzeugungen zu<br />

Reha-Beginn und Maßen <strong>der</strong> Lebensqualität zum Katamnesemesszeitpunkt feststellen, so dass<br />

hier ebenfalls auf eine tabellarische Darstellung verzichtet wird. Patienten, die sich zu T4<br />

depressiver darstellen, sehen zu T2 weniger die Unterstützung <strong>der</strong> Familie<br />

(r = -.33, p ≤ .05) o<strong>der</strong> Freunde als Einflussfaktoren (r = -.29, p ≤ .05) auf den<br />

Erkrankungsverlauf, son<strong>der</strong>n beson<strong>der</strong>s das Schicksal (r = .41, p ≤ .01). Außerdem steht die<br />

„Unterstützung durch Freunde“ in positiver Beziehung zur Behandlungszufriedenheit (r = .37,<br />

p ≤ .01) und zum Reha-Status (r = .29, p ≤ .05). Weitere Korrelationen bestehen zwischen<br />

„Fortschritte <strong>der</strong> Medizin“ und Angst (r = .29, p ≤ .05), „eigene Lebenseinstellung“ und Reha-<br />

Status (r = .31, p ≤ .05), „Unterstützung durch Familie“ und Lebenszufriedenheit<br />

(r = .48, p ≤ .001) sowie „Schicksal“ und Somatisierung (r = .35, p ≤ .01).<br />

9.2.2.7 Prädiktoren <strong>der</strong> Lebensqualität<br />

Zur Vorhersage <strong>der</strong> verschiedenen Outcome-Variablen wurden jeweils schrittweise multiple<br />

Regressionen durchgeführt, wobei aufgrund des vorliegenden Stichprobenumfangs von n = 54<br />

122


zu T4 bzw. n = 56 zu T3 jeweils nach einem gängigen Kriterium fünf Prädiktorvariablen in<br />

die Vorhersagegleichung aufgenommen wurden (vgl. Harrell et al., 1996). Aufgrund <strong>der</strong><br />

empirisch belegten hohen Bedeutung <strong>der</strong> depressiven Verarbeitung als Prädiktor des Reha-<br />

Outcomes (siehe Kap. 2) wurde dabei beson<strong>der</strong>s dieser Coping-Modus bei den Berechnungen<br />

berücksichtigt. Daneben wurden außerdem die soziale Unterstützung, die Selbstwirksamkeit,<br />

die Erkrankungsdauer bzw. die maximale Ergometerleistung und das Alter <strong>der</strong> Patienten in<br />

die Vorhersagegleichungen zur Überprüfung ihrer Prädiktionsleistung jeweils für die<br />

verschiedenen Kriteriumsvariablen zu den beiden letzten Messzeitpunkten eingesetzt.<br />

9.2.2.7.1 Prädiktoren <strong>der</strong> Lebenszufriedenheit<br />

Für die Vorhersage <strong>der</strong> Lebenszufriedenheit zu T4 wurden die zu T1 erfassten Variablen<br />

depressive Verarbeitung, soziale Unterstützung, Selbstwirksamkeit, die Erkrankungsdauer<br />

und das Alter <strong>der</strong> Patienten verwendet. Es zeigt sich, dass die depressive Verarbeitung und die<br />

Selbstwirksamkeit am Ende des Akut-Krankenhausaufenthaltes signifikante Prädiktoren zur<br />

Vorhersage <strong>der</strong> Lebenszufriedenheit sechs Monate nach dem Reha-Ende darstellen (Tab.<br />

9.2.8). Damit lassen sich 33% <strong>der</strong> Varianz <strong>der</strong> Gesamtlebenszufriedenheit zur Katamnese mit<br />

Hilfe <strong>der</strong> zu T1 gemessenen Variablen „Depressive Verarbeitung“ und „Selbstwirksamkeit“<br />

vorhersagen.<br />

Tab. 9.2.8: Multiple Regression <strong>der</strong> Lebenszufriedenheit zur Katamnese (n = 54)<br />

T1➜T4<br />

UV (T1) B SE Beta T Signifikanz<br />

Depressive Verarbeitung -0,36 0,09 -.55 -3,83 .001<br />

Selbstwirksamkeit 0,25 0,12 .30 2,06 .05<br />

Korrelationskoeffizient<br />

Modell<br />

Bestimmtheitsmaß F p<br />

R = .57 R 2 = .33 8,24 .001<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />

Kriterium: Gesamtsumme Lebenszufriedenheit (T4)<br />

5 UVs (T1): depressive Verarbeitung, Selbstwirksamkeit, soziale Unterstützung, Krankheitsdauer, Alter.<br />

Anschließend wurde überprüft, ob diese Skalen zu T2 einen signifikanten Erklärungsbeitrag<br />

zur Gesamtlebenszufriedenheit zu T4 leisteten. Die Krankheitsdauer wurde durch die<br />

maximale Ergometerleistung zu Reha-Beginn ersetzt, da in <strong>der</strong> Akutklinik meist keine<br />

Ergometerleistung gemessen wurde.<br />

123


Tab. 9.2.9: Multiple Regression <strong>der</strong> Lebenszufriedenheit zur Katamnese (n = 54)<br />

T2➜T4<br />

UV (T2) B SE Beta T Signifikanz<br />

Soziale Unterstützung 0,33 0,09 .43 3,68 .001<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />

Kriterium: Gesamtsumme Lebenszufriedenheit (T4)<br />

5 UVs (T2): depressive Verarbeitung, Selbstwirksamkeit, soziale Unterstützung, max. Ergometerleistung, Alter.<br />

Wie Tabelle 9.2.9 zeigt, stellen soziale Unterstützung, depressive Verarbeitung und das Alter<br />

<strong>der</strong> Patienten Prädiktoren <strong>der</strong> Gesamtlebenszufriedenheit zu T4 mit einem aufgeklärten<br />

Varianzanteil von 46% dar.<br />

Zusammengefasst sind diejenigen Patienten sechs Monate nach <strong>der</strong> Rehabilitation mit ihrem<br />

Leben zufriedener, die am Ende <strong>der</strong> Akut-Behandlung ihre Erkrankung weniger depressiv<br />

verarbeiten sowie von den eigenen Kompetenzen überzeugt sind und die zu Beginn <strong>der</strong><br />

Rehabilitation von guter sozialer Unterstützung berichten, ebenfalls weniger depressive<br />

Verarbeitung zeigen und älter sind.<br />

Für die Vorhersage <strong>der</strong> Gesamtlebenszufriedenheit zum Reha-Ende (T3) wurden jeweils<br />

dieselben Prädiktoren wie für die Katamnese eingesetzt. Tabelle 9.2.10 stellt die Vorhersage<br />

von T1 auf T3 dar, Tabelle 4.2.11 die Prädiktion von T2 auf T3.<br />

Tab. 9.2.10: Multiple Regression <strong>der</strong> Lebenszufriedenheit zum Reha-Ende (n = 56)<br />

T1➜T3<br />

UV (T1) B SE Beta T Signifikanz<br />

Depressive Verarbeitung -0,34 0,09 -.53 -3,85 .001<br />

Depressive Verarbeitung -0,30 0,10 -.35 -2,97 .01<br />

Alter 0,02 0,10 .22 2,08 .05<br />

Korrelationskoeffizient<br />

Modell<br />

Bestimmtheitsmaß F p<br />

R = .68 R 2 = .46 13,72 .0001<br />

Selbstwirksamkeit 0,36 0,12 .40 2,89 .01<br />

Korrelationskoeffizient<br />

Modell<br />

Bestimmtheitsmaß F p<br />

R = .61 R 2 = .38 10,26 .0001<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />

Kriterium: Gesamtsumme Lebenszufriedenheit (T3)<br />

5 UVs (T1): depressive Verarbeitung, Selbstwirksamkeit, soziale Unterstützung, Krankheitsdauer, Alter.<br />

Demnach korreliert zu T1 eine depressive Verarbeitung signifikant negativ mit <strong>der</strong><br />

Lebenszufriedenheit zum Reha-Ende, während die soziale Unterstützung signifikant positiv<br />

korreliert. Alle weiteren eingesetzten Variablen spielen in <strong>der</strong> Vorhersagegleichung keine<br />

Rolle. Der aufgeklärte Varianzanteil an <strong>der</strong> Gesamtlebenszufriedenheit zum Reha-Ende liegt<br />

bei 38%.<br />

124


Weiterhin steht die Lebenszufriedenheit zu T3 signifikant mit <strong>der</strong> depressiven Verarbeitung,<br />

<strong>der</strong> sozialen Unterstützung und <strong>der</strong> Selbstwirksamkeit in Beziehung (Tab. 9.2.11). Diese drei<br />

Variablen erklären 39% <strong>der</strong> Varianz <strong>der</strong> Gesamtlebenszufriedenheit zum dritten<br />

Messzeitpunkt am Reha-Ende auf.<br />

Tab. 9.2.11: Multiple Regression <strong>der</strong> Lebenszufriedenheit zum Reha-Ende (n = 56)<br />

T2➜T3<br />

UV (T2) B SE Beta T Signifikanz<br />

Depressive Verarbeitung -0,21 0,10 -.27 -2,10 .05<br />

Soziale Unterstützung 0,23 0,08 .33 2,74 .01<br />

Selbstwirksamkeit 0,25 0,10 .30 2,62 .01<br />

Korrelationskoeffizient<br />

Modell<br />

Bestimmtheitsmaß F p<br />

R = .62 R 2 = .39 10,64 .0001<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />

Kriterium: Gesamtsumme Lebenszufriedenheit (T3)<br />

5 UVs (T2): depressive Verarbeitung, Selbstwirksamkeit, soziale Unterstützung, max. Ergometerleistung, Alter.<br />

Zum Reha-Ende haben diejenigen Patienten eine größere Lebenszufriedenheit, die am Ende<br />

<strong>der</strong> Akut-Behandlung weniger depressiv verarbeiten sowie sich ihrer Kompetenzen bewusst<br />

sind und die zu Reha-Beginn weniger depressives Copingverhalten, eine gute Unterstützung<br />

durch Bezugspersonen sowie hohe Selbstwirksamkeitsüberzeugungen angeben.<br />

9.2.2.7.2 Prädiktoren von Depression<br />

Die depressive Verarbeitung stellt in bezug auf die Depression erwartungsgemäß aufgrund<br />

des Konfundierungsproblems den stärksten und alleinigen Prädiktor <strong>der</strong> verwendeten<br />

Vorhersagegleichungen zu allen Messzeitpunkten dar. Lediglich bei <strong>der</strong> Vorhersage vom<br />

Reha-Beginn auf die Katamnese leistet die soziale Unterstützung außerdem einen<br />

signifikanten Beitrag (Tab. 9.2.13).<br />

Wie die nachfolgenden Tabellen 9.2.12 bis 9.2.15 zeigen, sind diejenigen Rehabilitanden am<br />

Ende <strong>der</strong> Reha-Maßnahme und zum Katamnesemesszeitpunkt depressiver, die sowohl zum<br />

Ende des Akutaufenthaltes als auch zum Beginn <strong>der</strong> Reha-Maßnahme eine depressive<br />

Krankheitsverarbeitung aufweisen. Dies gilt beson<strong>der</strong>s bei <strong>der</strong> Vorhersage von T1 auf T3, bei<br />

<strong>der</strong> mit Hilfe <strong>der</strong> depressiven Verarbeitung ein Varianzanteil von 61% an <strong>der</strong> Gesamtvarianz<br />

<strong>der</strong> Depression aufgeklärt wird (Tab. 9.2.12).<br />

125


Tab. 9.2.12: Multiple Regression <strong>der</strong> Depression zur Katamnese (n = 54)<br />

T1➜T4<br />

UV (T1) B SE Beta T Signifikanz<br />

Tab. 9.2.13: Multiple Regression <strong>der</strong> Depression zur Katamnese (n = 54)<br />

T2➜T4<br />

UV (T2) B SE Beta T Signifikanz<br />

Depressive Verarbeitung 0,39 0,14 .37 2,90 .001<br />

Tab. 9.2.14: Multiple Regression <strong>der</strong> Depression zum Reha-Ende (n = 56)<br />

T1➜T3<br />

UV (T1) B SE Beta T Signifikanz<br />

Depressive Verarbeitung 0,54 0,12 .60 4,40 .0001<br />

Korrelationskoeffizient<br />

Modell<br />

Bestimmtheitsmaß F p<br />

R = .60 R 2 = .36 19,32 .0001<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />

Kriterium: Depression (T4)<br />

5 UVs (T1): depressive Verarbeitung, Selbstwirksamkeit, soziale Unterstützung, Krankheitsdauer, Alter.<br />

Soziale Unterstützung -0,30 0,12 -.33 -2,58 .01<br />

Korrelationskoeffizient<br />

Modell<br />

Bestimmtheitsmaß F p<br />

R = .59 R 2 = .34 12,76 .0001<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />

Kriterium: Depression (T4)<br />

5 UVs (T2): depressive Verarbeitung, Selbstwirksamkeit, soziale Unterstützung, max. Ergometerleistung, Alter.<br />

Depressive Verarbeitung 0,54 0,07 .78 7,58 .0001<br />

Korrelationskoeffizient<br />

Modell<br />

Bestimmtheitsmaß F p<br />

R = .78 R 2 = .61 57,49 .0001<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />

Kriterium: Depression (T3)<br />

5 UVs (T1): depressive Verarbeitung, Selbstwirksamkeit, soziale Unterstützung, Krankheitsdauer, Alter.<br />

126


Tab. 9.2.15: Multiple Regression <strong>der</strong> Depression zum Reha-Ende (n = 56)<br />

T2➜T3<br />

UV (T2) B SE Beta T Signifikanz<br />

9.2.2.7.3 Prädiktoren von Angst<br />

Bei <strong>der</strong> Vorhersage <strong>der</strong> Angstsymptomatik zur Katamnese und zum Reha-Ende stellt<br />

ebenfalls die depressive Verarbeitung den besten Prädiktor dar (Tab. 9.2.16 - 9.2.19). Die<br />

aufgeklärten Varianzanteile an <strong>der</strong> Gesamtvarianz reichen von 18% bis 37%. Lediglich bei<br />

<strong>der</strong> Prädiktion von T2 auf T3 zeigt sich, dass die Selbstwirksamkeitserwartung neben <strong>der</strong><br />

depressiven Verarbeitung ebenfalls signifikant mit <strong>der</strong> Angst korreliert.<br />

Tab. 9.2.16: Multiple Regression <strong>der</strong> Angst zur Katamnese (n = 54)<br />

T1➜T4<br />

UV (T1) B SE Beta T Signifikanz<br />

Tab. 9.2.17: Multiple Regression <strong>der</strong> Angst zur Katamnese (n = 54)<br />

T2➜T4<br />

UV (T2) B SE Beta T Signifikanz<br />

Depressive Verarbeitung 0,36 0,08 .55 4,79 .0001<br />

Korrelationskoeffizient<br />

Modell<br />

Bestimmtheitsmaß F p<br />

R = .55 R 2 = .30 22,91 .0001<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />

Kriterium: Depression (T3)<br />

5 UVs (T2): depressive Verarbeitung, Selbstwirksamkeit, soziale Unterstützung, max. Ergometerleistung, Alter.<br />

Depressive Verarbeitung 0,51 0,12 .60 4,40 .0001<br />

Korrelationskoeffizient<br />

Modell<br />

Bestimmtheitsmaß F p<br />

R = .60 R 2 = .37 19,38 .0001<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />

Kriterium: Angst (T4)<br />

5 UVs (T1): depressive Verarbeitung, Selbstwirksamkeit, soziale Unterstützung, Krankheitsdauer, Alter.<br />

Depressive Verarbeitung 0,43 0,13 .42 3,28 .001<br />

Korrelationskoeffizient<br />

Modell<br />

Bestimmtheitsmaß F p<br />

R = .42 R 2 = .18 10,77 .01<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />

Kriterium: Angst (T4)<br />

5 UVs (T2): depressive Verarbeitung, Selbstwirksamkeit, soziale Unterstützung, max. Ergometerleistung, Alter.<br />

127


Tab. 9.2.18: Multiple Regression <strong>der</strong> Angst zum Reha-Ende (n = 56)<br />

T1➜T3<br />

UV (T1) B SE Beta T Signifikanz<br />

Tab. 9.2.19: Multiple Regression <strong>der</strong> Angst zum Reha-Ende (n = 56)<br />

T2➜T3<br />

UV (T2) B SE Beta T Signifikanz<br />

Selbstwirksamkeit -0,32 0,12 -.35 -2,77 .01<br />

Depressive Verarbeitung 0,36 0,10 .52 3,66 .001<br />

Korrelationskoeffizient<br />

Modell<br />

Bestimmtheitsmaß F p<br />

R = .52 R 2 = .27 13,36 .001<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />

Kriterium: Angst (T3)<br />

5 UVs (T1): depressive Verarbeitung, Selbstwirksamkeit, soziale Unterstützung, Krankheitsdauer, Alter.<br />

Depressive Verarbeitung 0,24 0,11 .27 2,15 .05<br />

Korrelationskoeffizient<br />

Modell<br />

Bestimmtheitsmaß F p<br />

R = .49 R 2 = .24 8,29 .001<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />

Kriterium: Angst (T3)<br />

5 UVs (T2): depressive Verarbeitung, Selbstwirksamkeit, soziale Unterstützung, max. Ergometerleistung, Alter.<br />

Insgesamt sind diejenigen Patienten zum Reha-Ende und sechs Monate danach ängstlicher,<br />

die am Ende des Akutaufenthaltes depressiv verarbeiten und am Reha-Beginn zusätzlich zum<br />

depressiven Coping wenig eigene Einflussmöglichkeiten sehen.<br />

9.2.2.7.4 Prädiktoren von Somatisierung<br />

Im Vergleich zu den an<strong>der</strong>en Kriterien stellt die depressive Verarbeitung nur zu T1 einen<br />

Prädiktor für die Somatisierung zum Reha-Ende und zum Katamnesemesszeitpunkt dar.<br />

Patienten mit depressiver Verarbeitung zum Ende des Akutaufenthaltes haben zur Katamnese<br />

signifikant mehr somatische Symptome (Tab. 9.2.20). Ebenso geben Patienten mit diesem<br />

Coping-Verhalten und einer langen Krankheitsdauer zu T1 vermehrt Somatisierungssymptome<br />

am Ende <strong>der</strong> Reha-Maßnahme an (Tab. 9.2.22).<br />

128


Tab. 9.2.20: Multiple Regression <strong>der</strong> Somatisierung zur Katamnese (n = 54)<br />

T1➜T4<br />

UV (T1) B SE Beta T Signifikanz<br />

Tab. 9.2.21: Multiple Regression <strong>der</strong> Somatisierung zur Katamnese (n = 54)<br />

T2➜T4<br />

UV (T2) B SE Beta T Signifikanz<br />

Max. Ergometerleistung 0,03 0,01 -.30 -2,21 .05<br />

Tab. 9.2.22: Multiple Regression <strong>der</strong> Somatisierung zum Reha-Ende (n = 56)<br />

T1➜T3<br />

UV (T1) B SE Beta T Signifikanz<br />

Depressive Verarbeitung 0,39 0,11 .49 3,64 .001<br />

Depressive Verarbeitung 0,37 0,09 .60 4,37 .0001<br />

Korrelationskoeffizient<br />

Modell<br />

Bestimmtheitsmaß F p<br />

R = .60 R 2 = .36 19,12 .0001<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />

Kriterium: Somatisierung (T4)<br />

5 UVs (T1): depressive Verarbeitung, Selbstwirksamkeit, soziale Unterstützung, Krankheitsdauer, Alter.<br />

Korrelationskoeffizient<br />

Modell<br />

Bestimmtheitsmaß F p<br />

R = .30 R 2 = .09 4,88 .05<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />

Kriterium: Somatisierung (T4)<br />

5 UVs (T2): depressive Verarbeitung, Selbstwirksamkeit, soziale Unterstützung, max. Ergometerleistung, Alter.<br />

Krankheitsdauer 0,03 0,01 .33 2,49 .01<br />

Korrelationskoeffizient<br />

Modell<br />

Bestimmtheitsmaß F p<br />

R = .60 R 2 = .35 9,87 .0001<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />

Kriterium: Somatisierung (T3)<br />

5 UVs (T1): depressive Verarbeitung, Selbstwirksamkeit, soziale Unterstützung, Krankheitsdauer, Alter.<br />

Keine psychosoziale Variable zu T2 steht mit <strong>der</strong> Somatisierung in Zusammenhang. Die<br />

maximale Ergometerleistung stellt den einzigen Prädiktor zu T2 dar, <strong>der</strong> mit <strong>der</strong><br />

Somatisierung zu T4 in negativer Beziehung steht (Tab. 9.2.21). Der aufgeklärte<br />

Varianzanteil fällt dabei mit 9% eher gering aus.<br />

Bei <strong>der</strong> Vorhersage <strong>der</strong> Somatisierung von T2 auf T3 leisten keine <strong>der</strong> in <strong>der</strong><br />

Vorhersagegleichung berücksichtigten Variablen einen signifikanten Erklärungsbeitrag.<br />

129


9.2.2.7.5 Prädiktoren des Reha-Status<br />

Wie Tab. 9.2.23 und 9.2.26 zeigen, leistet zu T1 bzw. T2 nur die depressive Verarbeitung<br />

einen signifikanten Erklärungsbeitrag bei <strong>der</strong> Vorhersage des Reha-Status zum<br />

Katamnesemesszeitpunkt. Der aufgeklärte Varianzanteil beträgt dabei 45% bzw. 19%.<br />

Tab. 9.2.23: Multiple Regression des Reha-Status zur Katamnese (n = 54)<br />

T1➜T4<br />

UV (T1) B SE Beta T Signifikanz<br />

Tab. 9.2.24: Multiple Regression des Reha-Status zur Katamnese (n = 54)<br />

T2➜T4<br />

UV (T2) B SE Beta T Signifikanz<br />

Depressive Verarbeitung -1,08 0,20 -.67 -5,30 .0001<br />

Korrelationskoeffizient<br />

Modell<br />

Bestimmtheitsmaß F p<br />

R = .67 R 2 = .45 28,14 .0001<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />

Kriterium: Reha-Status (T4)<br />

5 UVs (T1): depressive Verarbeitung, Selbstwirksamkeit, soziale Unterstützung, Krankheitsdauer, Alter.<br />

Depressive Verarbeitung -0,75 0,22 -.43 -3,40 .001<br />

Korrelationskoeffizient<br />

Modell<br />

Bestimmtheitsmaß F p<br />

R = .43 R 2 = .19 11,58 .001<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />

Kriterium: Somatisierung (T4)<br />

5 UVs (T2): depressive Verarbeitung, Selbstwirksamkeit, soziale Unterstützung, max. Ergometerleistung, Alter.<br />

In bezug auf den Reha-Status am Reha-Ende zeigt sich, dass diejenigen Patienten höhere<br />

Werte aufweisen, die am Ende des Akutaufenthalts weniger depressiv verarbeiten und zum<br />

Reha-Beginn von guter sozialer Unterstützung berichten sowie eine höhere Ergometerleistung<br />

erreichen (Tab. 9.2.25 und 9.2.26).<br />

130


Tab. 9.2.25: Multiple Regression des Reha-Status zum Reha-Ende (n = 56)<br />

T1➜T3<br />

UV (T1) B SE Beta T Signifikanz<br />

Tab. 9.2.26: Multiple Regression des Reha-Status zum Reha-Ende (n = 56)<br />

T2➜T3<br />

UV (T2) B SE Beta T Signifikanz<br />

Soziale Unterstützung 0,48 0,15 .39 3,16 .003<br />

9.2.2.7.6 Prädiktoren <strong>der</strong> Behandlungszufriedenheit<br />

Die Behandlungszufrieden kann lediglich zum Reha-Ende mit den eingesetzten Variablen<br />

zum Reha-Beginn vorhergesagt werden. Dabei zeigt sich, dass Patienten mit einer geringen<br />

depressiven Verarbeitung und höherem Alter eher mit ihrer Behandlung zufrieden sind (Tab.<br />

9.2.27). Weitere Zusammenhänge zwischen dem Kriterium und den verwendeten Prädiktoren<br />

können nicht festgestellt werden.<br />

Tab. 9.2.27: Multiple Regression <strong>der</strong> Behandlungszufriedenheit am Reha-Ende (n = 56)<br />

T2➜T3<br />

UV (T2) B SE Beta T Signifikanz<br />

Depressive Verarbeitung -0,33 0,11 -.38 -3,10 .003<br />

Depressive Verarbeitung -0,82 0,19 -.59 -4,42 .0001<br />

Korrelationskoeffizient<br />

Modell<br />

Bestimmtheitsmaß F p<br />

R = .59 R 2 = .35 19,56 .0001<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />

Kriterium: Reha-Status (T3)<br />

5 UVs (T1): depressive Verarbeitung, Selbstwirksamkeit, soziale Unterstützung, Krankheitsdauer, Alter.<br />

Max. Ergometerleistung 0,07 0,01 .29 2,36 .02<br />

Korrelationskoeffizient<br />

Modell<br />

Bestimmtheitsmaß F p<br />

R = .53 R 2 = .28 9,67 .0001<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />

Kriterium: Reha-Status (T3)<br />

5 UVs (T2): depressive Verarbeitung, Selbstwirksamkeit, soziale Unterstützung, max. Ergometerleistung, Alter.<br />

Alter 0,02 0,01 .26 2,13 .04<br />

Korrelationskoeffizient<br />

Modell<br />

Bestimmtheitsmaß F p<br />

R = .45 R 2 = .21 6,69 .003<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />

Kriterium: Behandlungszufriedenheit (T3)<br />

5 UVs (T2): soziale Unterstützung, depressive Verarbeitung, Selbstwirksamkeit, max. Ergometerleistung, Alter<br />

131


9.3 Verän<strong>der</strong>ung von Coping und psychosozialen Zielkriterien über den<br />

Rehabilitationsverlauf<br />

Mittels einfaktorieller Varianzanalyse mit dem Faktor „Messzeitpunkt“ und anschließenden<br />

T-Tests für abhängige Stichproben wurde jeweils im Hinblick auf das Coping- Verhalten und<br />

die psychosozialen Zielkriterien untersucht, ob über die verschiedenen Messzeitpunkte<br />

signifikante Mittelwertsunterschiede bestehen.<br />

9.3.1 Verän<strong>der</strong>ung von Coping über den Rehabilitationsverlauf<br />

Tab. 9.3.1a und Abb. 9.3.1 stellen die Ergebnisse <strong>der</strong> Varianzanalyse und <strong>der</strong> anschließenden<br />

T-Tests dar, Tab. 9.3.1b die berechneten Effektstärken.<br />

Tab. 9.3.1a: Verän<strong>der</strong>ung von Coping über den Reha-Verlauf (n = 54)<br />

T1 T2 T3 T4<br />

Skalen MW s MW s MW s MW s F 1) Sign. Diff. 2)<br />

Soziales<br />

3,10 0,94 3,26 0,72 3,49 0,71 3,63 0,77 8,19<br />

T1


Tab. 9.3.1b: Effektstärken „d“ <strong>der</strong> Coping-Verän<strong>der</strong>ungen (n = 54)<br />

Skalen Effektstärke (T3-T1)/s1 Effektstärke (T4-T1)/s1<br />

Soziales Coping (TSK) 0,41 0,56<br />

Aktives Coping (FKV) 0,20 0,36<br />

Ablenkung (FKV) 0,24 0,11<br />

Religiosität (FKV) 0,04 0,15<br />

Bagatellisieren (FKV) 0,02 0,20<br />

Depressive Verarbeitung (FKV) 0,00 0,13<br />

Selbstwirksamkeit (GEK) 0,05 0,23<br />

Skalen Effektstärke (T3-T2)/s2 Effektstärke (T4-T2)/s2<br />

Soziales Coping (TSK) 0,32 0,51<br />

Aktives Coping (FKV) 0,14 0,83<br />

Ablenkung (FKV) 0,06 0,21<br />

Religiosität (FKV) 0,17 0,30<br />

Bagatellisieren (FKV) 0,13 0,34<br />

Depressive Verarbeitung (FKV) 0,10 0,01<br />

Selbstwirksamkeit (GEK) 0,08 0,34<br />

Über den Rehabilitationsverlauf lassen sich lediglich beim aktiven problemorientierten<br />

Coping und bei <strong>der</strong> Suche nach sozialer Unterstützung signifikante Verän<strong>der</strong>ungen feststellen<br />

(Tab. 9.3.1a und Abb. 9.3.1). Dabei steigt das aktive Coping vom ersten Messzeitpunkt in <strong>der</strong><br />

Akut-Behandlung zum Reha-Beginn an, bleibt bis zum nächsten Messzeitpunkt am Reha-<br />

Ende ungefähr auf diesem Niveau und sinkt zum Katamnesezeitpunkt ab. Das soziale Coping<br />

(„Suche nach sozialer Einbindung“) nimmt dagegen kontinuierlich über die Messzeitpunkte<br />

zu, wobei nur die Unterschiede zwischen dem Messzeitpunkt in <strong>der</strong> Akut-Klinik bzw. zu<br />

Reha-Beginn und dem Katamnesemesszeitpunkt signifikant werden.<br />

133


4<br />

Suche nach soz.<br />

Einbindung<br />

T1


9.3.2 Verän<strong>der</strong>ungen von Ergebniskriterien <strong>der</strong> Rehabilitation über den Verlauf<br />

Tab. 9.3.2a bzw. Abb. 9.3.2 zeigen die Verän<strong>der</strong>ungen von Angst, Depression,<br />

Somatisierung, Lebens- und Behandlungszufriedenheit und Reha-Status über den<br />

Rehabilitationsverlauf. Der Summenscore <strong>der</strong> BSI-Skalen wird hier zur besseren<br />

Vergleichbarkeit als itemstandardisierter Score dargestellt (Tab. 9.3.2a). Tab. 9.3.2b gibt die<br />

entsprechenden Effektstärken wie<strong>der</strong>.<br />

Tab. 9.3.2a: Verän<strong>der</strong>ung von Zielkriterien über den Reha-Verlauf (n = 54)<br />

T1 T2 T3 T4<br />

Skalen MW s MW s MW s MW s F 1) Sign. Diff. 2)<br />

Angst (BSI) 1,88 0,88 1,66 0,82 1,46 0,61 1,64 0,72 4,70<br />

T3


6<br />

5<br />

Lebenszufriedenheit<br />

T1, T2


Behandlungszufriedenheit nimmt über den Verlauf ab. Der Reha-Status steigt dagegen<br />

signifikant vom zweiten bis zum dritten bzw. vierten Messzeitpunkt an.<br />

9.4 Vergleich zwischen Berufsrückkehrern (RTW) und Nicht-Rückkehrern (N-RTW)<br />

Ein Vergleich relevanter medizinischer und psychosozialer Ausgangsvariablen zwischen vor<br />

<strong>der</strong> Reha-Maßnahme erwerbstätigen Patienten, die sechs Monate nach <strong>der</strong> Reha-Maßnahme<br />

wie<strong>der</strong> erwerbstätig sind, und Patienten, die danach nicht wie<strong>der</strong> ins Berufsleben<br />

zurückgekehrt sind, ergibt zum ersten Messzeitpunkt keine wesentlichen Unterschiede. Es<br />

zeigt sich lediglich, dass die Berufsrückkehrer erwartungsgemäß im Mittel jünger sind als die<br />

berenteten Patienten (Tab. 9.4.1).<br />

Tab. 9.4.1: Vergleich medizinischer und psychosozialer Ausgangsvariablen (T1)<br />

zwischen Berufs-Rückkehrern (RTW) und Nicht-Rückkehrern (NRTW)<br />

(Gesamtgruppe mit Alter < 65 Jahre: n = 47)<br />

Variable<br />

(T1)<br />

RTW<br />

(n = 23)<br />

N-RTW<br />

(n = 24)<br />

U-Test<br />

MW s MW s Z p Sign. Diff.<br />

Alter<br />

N-RTW><br />

53,4 5,6 59,1 5,6 -3,61 .001***<br />

RTW<br />

Erkrankungsdauer 24,4 28,8 71,6 112,9 -1,59 .11 n.s.<br />

Maximale Ergometerleistung<br />

114,8 39,1 102,1 34,5 -1,12 .26 n.s.<br />

Anzahl betroffener Gefäße 1,52 1,20 1,75 0,99 -0,66 .51 n.s.<br />

NYHA-Stadium 1,68 0,82 1,90 0,83 -0,95 .34 n.s.<br />

Depressive Verarbeitung 1,43 0,48 1,58 0,99 -0,47 .64 n.s.<br />

Aktives Coping 3,24 0,87 3,50 1,05 -1,09 .28 n.s.<br />

Ablenkung 2,54 0,83 2,51 1,05 -0,56 .58 n.s.<br />

Religiosität 2,19 0,88 2,37 0,88 -0,68 .50 n.s.<br />

Bagatellisieren 1,70 0,71 2,04 1,04 -0,89 .37 n.s.<br />

Suche nach sozialer<br />

Einbindung<br />

2,87 0,96 3,17 0,96 -1,20 .23 n.s.<br />

Selbstwirksamkeit 2,69 0,45 2,91 0,73 -0,95 .34 n.s.<br />

Soziale Unterstützung 4,12 0,96 4,13 0,93 -0,06 .95 n.s.<br />

Zynismus 2,37 0,42 2,50 0,95 -0,42 .67 n.s.<br />

Zweifel an Altruismus 2,32 0,58 2,78 1,30 -1,35 .18 n.s.<br />

Amoralischer<br />

Opportunismus<br />

2,67 0,70 3,02 1,07 -1,23 .22 n.s.<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „NPAR TESTS“: Mann-Whitney U-Test. Aus Gründen <strong>der</strong> Übersichtlichkeit<br />

sind Mittelwerte und nicht Ränge dargestellt.<br />

137


Auch bei den Outcome-Variablen zeigen sich zum ersten Messzeitpunkt keine signifikanten<br />

Unterschiede zwischen den beiden Gruppen (Tab. 9.4.2).<br />

Tab. 9.4.2: Vergleich von Outcome-Variablen (T1) zwischen Berufs-Rückkehrern<br />

(RTW) und Nicht-Rückkehrern (NRTW)<br />

(Gesamtgruppe mit Alter < 65 Jahre: n = 47)<br />

Variable<br />

(T1)<br />

RTW<br />

(n = 23)<br />

N-RTW<br />

(n = 24)<br />

U-Test<br />

MW s MW s Z p Sig. Diff.<br />

Angst 1,86 0,96 1,93 0,88 -0,35 .73 n.s.<br />

Depression 1,27 0,59 1,55 0,83 -1,15 .25 n.s.<br />

Somatisierung 1,69 0,60 2,14 0,99 -1,50 .13 n.s.<br />

Lebenszufriedenheit 3,64 0,67 3,56 0,75 0,07 .95 n.s.<br />

Behandlungszufriedenheit 4,56 0,39 4,38 0,61 0,83 .41 n.s.<br />

Reha-Status 5,42 1,13 4,93 1,52 1,01 .11 n.s.<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur ″NPAR TESTS″: Mann-Whitney U-Test. Aus Gründen <strong>der</strong> Übersichtlichkeit<br />

sind Mittelwerte und nicht Ränge dargestellt.<br />

Aufgrund <strong>der</strong> geringen Stichprobenumfänge wurde bei <strong>der</strong> Berechnung dem Mann-Whitney<br />

U-Test <strong>der</strong> Vorzug gegenüber dem T-Test für unabhängige Stichproben gegeben.<br />

Anschließend wurde mittels logistischer Regression überprüft, welche Variablen mit <strong>der</strong><br />

Rückkehr in die Erwerbstätigkeit zusammenhängen. Die Aufnahme <strong>der</strong> potentiellen<br />

Prädiktoren in die Vorhersagegleichung erfolgte mittels <strong>der</strong> Methode „vorwärts schrittweise“.<br />

Aufgrund inhaltlicher Überlegungen wurden das Alter (< 65 Jahre), die depressive<br />

Verarbeitung, die Suche nach sozialer Unterstützung, Selbstwirksamkeitserwartungen, jeweils<br />

zu T1 gemessen, und die maximale Ergometerleistung in <strong>der</strong> Rehabilitation eingesetzt (Tab.<br />

9.4.3). Auch hier zeigte sich, dass sich Berufsrückkehrer und berentete Patienten lediglich im<br />

Alter unterschieden. Jüngeres Alter stellt demnach in <strong>der</strong> vorliegenden Stichprobe<br />

erwartungsgemäß einen Prädiktor für die Wie<strong>der</strong>erlangung <strong>der</strong> Erwerbsfähigkeit dar.<br />

Tab. 9.4.3: Prädiktion <strong>der</strong> Rückkehr ins Erwerbsleben zur Katamnese (n = 42)<br />

Variable<br />

Regressions<br />

koeffizient SE Wald p OR CI 95%<br />

B<br />

Alter (T1) -.16 .07 6,10 .01** 0,85 0,75-0,97<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „binär logistische Regression“, vorwärts schrittweise (Likelihood-Quotient)<br />

5 UVs: Alter, Selbstwirksamkeit, Suche nach sozialer Einbindung, depressive Verarbeitung, maximale<br />

Ergometerleistung<br />

138


9.5 Vergleich von Selbst- und Fremdeinschätzung des Coping-Verhaltens<br />

Im folgenden soll mittels zweifaktorieller Varianzanalyse für abhängige Stichproben<br />

(Faktoren „Messzeitpunkt“ und „Rating“, gewähltes Signifikanzniveau jeweils α ≤ .01) und<br />

anschließenden paarweisen Vergleichen (Bonferroni-adjustiert) untersucht werden, ob sich<br />

die Selbsteinschätzungen <strong>der</strong> Patienten und die Fremdeinschätzungen durch den Psychologen<br />

bezüglich des Coping-Verhaltens zu den verschiedenen Messzeitpunkten signifikant<br />

unterscheiden.<br />

Tab. 9.5.1: Ergebnisse <strong>der</strong> zweifaktoriellen Varianzanalyse mit Messwie<strong>der</strong>holung<br />

(Faktoren „Rating“ und „Messzeitpunkt“) für die depressive Verarbeitung<br />

(n = 52)<br />

Depressive<br />

Verarbeitung<br />

Akut-Ende (T1)<br />

Reha-Ende (T2)<br />

MW s MW s<br />

Patient 1,51 0,60 1,62 0,67<br />

Psychologe 2,62 0,64 2,53 0,59<br />

Varianzanalyse F df p<br />

Paarweise Vergleiche<br />

Standardfehler<br />

Mittl. Diff.<br />

Rating (R) 133,77 1 .0001 -1,01 0,09 .0001<br />

Messzeitpunkt (M) 0,02 1 n.s.<br />

Interaktion (R*M) 3,83 1 n.s.<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Varianzanalyse für abhängige Stichproben“, paarweise Vergleiche Bonferroniadjustiert;<br />

gewähltes Signifikanzniveau α ≤ .01.<br />

p<br />

Abb. 9.5.1 stellt die varianzanalytischen Ergebnisse für die depressive Verarbeitung dar. Es<br />

zeigt sich ein signifikanter Haupteffekt des Faktors „Rating“ (F = 133,77; df= 51; p≤ .0001).<br />

Paarweise Vergleiche zeigen, dass die Patienten im Vergleich zum Psychologen-Rating<br />

sowohl zum ersten als auch zum zweiten Messzeitpunkt weniger depressive Verarbeitung<br />

angegeben haben. Die Haupteffekte des Messzeitpunkts und Interaktionseffekte sind nicht<br />

signifikant (F (Messzeitpunkt) = .02, p = n.s. bzw. F (Interaktion R*M) = 3,83, p = n.s).<br />

139


5<br />

4<br />

3<br />

2<br />

F (Rating) = 133,77; p ≤ .0001<br />

F (Messzeitpunkt) = 0,02; p = n.s.<br />

F (Interaktion R*M) = 3,83; p = n.s<br />

1<br />

T1 (Akut-Ende)<br />

T2 (Reha-Beginn)<br />

Psychologen-Rating<br />

Patienten-Rating<br />

Abb.: 9.5.1: Vergleich von Selbst- und Fremdeinschätzung bezgl. <strong>der</strong> depressiven<br />

Verarbeitung (n = 52)<br />

Die Varianzanalyse für das aktive problemorientierte Coping ergibt nur beim Faktor „Rating“<br />

einen auf dem 1%-Niveau bedeutsamen Haupteffekt (Tab. 9.5.2). Die Patienten schätzen<br />

demnach die eigenen Coping-Bemühungen stärker aktiv und problemorientiert ein als <strong>der</strong><br />

Psychologe.<br />

Tab. 9.5.2: Ergebnisse <strong>der</strong> zweifaktoriellen Varianzanalyse mit Messwie<strong>der</strong>holung<br />

(Faktoren „Rating“ und „Messzeitpunkt“) für das aktive Coping (n = 53)<br />

Akut-Ende (T1) Reha-Ende (T2)<br />

Depressive<br />

Verarbeitung<br />

MW s MW s<br />

Patient 3,30 1,01 3,64 0,78<br />

Psychologe 3,21 0,50 3,27 0,70<br />

Paarweise Vergleiche<br />

Varianzanalyse F df p<br />

Standardfehler<br />

Mittl. Diff.<br />

p<br />

Rating (R) 4,05 1 .05 0,23 0,11 .05<br />

Messzeitpunkt (M) 12,05 1 .001 -0,20 0,56 .001<br />

Interaktion (R*M) 4,87 1 .05<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Varianzanalyse für abhängige Stichproben“, paarweise Vergleiche Bonferroniadjustiert,<br />

gewähltes Signifikanzniveau α ≤ .01.<br />

140


5<br />

4<br />

3<br />

2<br />

F (Rating) = 4,05; p ≤ .05<br />

F (Messzeitpunkt) = 12,05; p ≤ .001<br />

F (Interaktion R*M) = 4,87; p ≤ .05<br />

1<br />

T1 (Akut-Ende)<br />

T2 (Reha-Beginn)<br />

Psychologen-Rating<br />

Patienten-Rating<br />

Abb.: 9.5.2: Vergleich von Selbst- und Fremdeinschätzung bezgl. des aktiven Copings<br />

(n = 53)<br />

Die varianzanalytischen Ergebnisse für den Coping-Modus „Ablenkung“ zeigen einen<br />

signifikanten Haupteffekt des Faktors „Rating“ und einen signifikanten Interaktionseffekt<br />

bei<strong>der</strong> Faktoren, während <strong>der</strong> Haupteffekt des Faktors „Messzeitpunkt“ nicht signifikant ist<br />

(Tab. 9.5.3).<br />

Tab. 9.5.3: Ergebnisse <strong>der</strong> zweifaktoriellen Varianzanalyse mit Messwie<strong>der</strong>holung<br />

(Faktoren „Rating“ und „Messzeitpunkt“) für Ablenkung (n = 52)<br />

Akut-Ende (T1) Reha-Ende (T2)<br />

Depressive<br />

Verarbeitung<br />

MW s MW s<br />

Patient 2,61 0,98 2,91 0,83<br />

Psychologe 3,33 0,47 3,27 0,47<br />

Paarweise Vergleiche<br />

Varianzanalyse F df p<br />

Standardfehler<br />

Mittl. Diff.<br />

p<br />

Rating (R) 19,82 1 .0001 -0,54 0,12 .0001<br />

Messzeitpunkt (M) 3,81 1 .06 -0,12 0,06 .06<br />

Interaktion (R*M) 7,01 1 .01<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Varianzanalyse für abhängige Stichproben“, paarweise Vergleiche Bonferroniadjustiert,<br />

gewähltes Signifikanzniveau α ≤ .01.<br />

141


5<br />

4<br />

3<br />

2<br />

F (Rating) = 19,82; p ≤ .0001<br />

F (Messzeitpunkt) = 3,81; p ≤ .06<br />

F (Interaktion R*M) = 7,01; p ≤ .01<br />

1<br />

T1 (Akut-Ende)<br />

T2 (Reha-Beginn)<br />

Psychologen-Rating<br />

Patienten-Rating<br />

Abb.: 9.5.3: Vergleich von Selbst- und Fremdeinschätzung bezgl. Ablenkung<br />

(n = 52)<br />

Der Psychologe schätzt demnach das Coping-Verhalten im Durchschnitt eher als Ablenkung<br />

ein als die Patienten, wobei die Unterschiede vom ersten zum zweiten Messzeitpunkt geringer<br />

werden (Abb. 9.5.3).<br />

Auch in bezug auf den Coping-Modus „Religiosität“ zeigt sich ein signifikanter Haupteffekt<br />

des Faktors „Rating“. Der Faktor „Messzeitpunkt“ und <strong>der</strong> Interaktionseffekt sind dagegen<br />

auf dem 1%-Niveau nicht signifikant (Tab. 9.5.4).<br />

142


Tab. 9.5.4: Ergebnisse <strong>der</strong> zweifaktoriellen Varianzanalyse mit Messwie<strong>der</strong>holung<br />

(Faktoren „Rating“ und „Messzeitpunkt“) für Religiosität (n = 51)<br />

Akut-Ende (T1) Reha-Ende (T2)<br />

Depressive<br />

Verarbeitung<br />

MW s MW s<br />

Patient 2,35 0,87 2,47 0,86<br />

Psychologe 2,81 0,56 2,71 0,52<br />

Paarweise Vergleiche<br />

Varianzanalyse F df p<br />

Standardfehler<br />

Mittl. Diff.<br />

p<br />

Rating (R) 12,85 1 .001 -0,36 0,10 .001<br />

Messzeitpunkt (M) 0,07 1 .80<br />

Interaktion (R*M) 5,49 1 .05<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Varianzanalyse für abhängige Stichproben“, paarweise Vergleiche Bonferroniadjustiert,<br />

gewähltes Signifikanzniveau α ≤ .01.<br />

Wie Abb. 9.5.4 zeigt, unterscheiden sich die Selbst- und Fremdeinschätzung in dem Sinne,<br />

dass <strong>der</strong> Coping-Modus „Religiosität“ signifikant häufiger in <strong>der</strong> Fremdeinschätzung genannt<br />

wird als in <strong>der</strong> Selbsteinschätzung <strong>der</strong> Patienten.<br />

5<br />

4<br />

3<br />

2<br />

F (Rating) = 12,85; p ≤ .001<br />

F (Messzeitpunkt) = 0,07; p = n.s.<br />

F (Interaktion R*M) = 5,49; p ≤ .05<br />

1<br />

T1 (Akut-Ende)<br />

T2 (Reha-Beginn)<br />

Psychologen-Rating<br />

Patienten-Rating<br />

Abb.: 9.5.4: Vergleich von Selbst- und Fremdeinschätzung bezgl. Religiosität<br />

(n = 51)<br />

143


In Tabelle 9.5.5 sind die varianzanalytischen Ergebnisse für den Coping-Modus<br />

„Bagatellisieren“ dargestellt. Hier zeigt sich ein signifikanter Haupteffekt des Faktors<br />

„Rating“, während kein signifikanter Haupteffekt des Faktors „Messzeitpunkt“ und ein<br />

signifikanter Interaktionseffekt bei einem Signifikanzniveau von α = .01 festzustellen sind.<br />

Patienten charakterisieren sich demnach als weniger bagatellisierend im Vergleich zur<br />

Psychologen-Einschätzung (Abb. 9.5.5).<br />

Tab. 9.5.5: Ergebnisse <strong>der</strong> zweifaktoriellen Varianzanalyse mit Messwie<strong>der</strong>holung<br />

(Faktoren „Rating“ und „Messzeitpunkt“) für Bagatellisieren (n = 49)<br />

Akut-Ende (T1) Reha-Ende (T2)<br />

Depressive<br />

Verarbeitung<br />

MW s MW s<br />

Patient 1,86 0,88 2,05 0,92<br />

Psychologe 2,67 0,60 2,54 0,58<br />

Paarweise Vergleiche<br />

Varianzanalyse F df p<br />

Standardfehler<br />

Mittl. Diff.<br />

p<br />

Rating (R) 22,97 1 .0001 -0,65 0,14 .0001<br />

Messzeitpunkt (M) 0,22 1 .64<br />

Interaktion (R*M) 5,78 1 .05<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Varianzanalyse für abhängige Stichproben“, paarweise Vergleiche Bonferroniadjustiert,<br />

gewähltes Signifikanzniveau α ≤ .01.<br />

5<br />

4<br />

3<br />

2<br />

F (Rating) = 22,97; p ≤ .0001<br />

F (Messzeitpunkt) = 0,22; p = n.s.<br />

F (Interaktion R*M) = 5,78; p ≤ .05<br />

1<br />

T1 (Akut-Ende)<br />

T2 (Reha-Beginn)<br />

Psychologen-Rating<br />

Patienten-Rating<br />

Abb.: 9.5.5: Vergleich von Selbst- und Fremdeinschätzung bezgl. Bagatellisieren<br />

(n = 49)<br />

144


Abschließend ist zum Vergleich zwischen den Selbsteinschätzungen <strong>der</strong> Patienten und den<br />

Fremdeinschätzungen durch den Psychologen festzuhalten, dass die Angaben <strong>der</strong> Patienten zu<br />

den verschiedenen Coping-Modi mit Ausnahme beim aktiven problemorientierten Coping im<br />

Mittel signifikant unterhalb <strong>der</strong> Werte <strong>der</strong> Fremdeinschätzungen liegen.<br />

In Tab. 9.5.6 sind die Korrelationen zwischen den FKV-Skalen in Selbst- und<br />

Fremdeinschätzung dargestellt. Dabei interessieren vor allem die Zusammenhänge zwischen<br />

den gleichen Skalen in <strong>der</strong> unterschiedlichen Einschätzung. Auffällig ist, dass zum ersten<br />

Messzeitpunkt fast keine signifikanten Korrelationen zwischen den Skalen bestehen.<br />

Lediglich die verschiedenen Einschätzungen bezüglich <strong>der</strong> Skala „Religiosität“ korrelieren<br />

mit r = .30 miteinan<strong>der</strong>. Daneben zeigen sich nur noch zwei Korrelationen zwischen „aktivem<br />

Coping“ in Fremdeinschätzung und „Bagatellisieren“ bzw. „depressive Verarbeitung“ in<br />

Selbsteinschätzung.<br />

Tab. 9.5.6: Korrelationen zwischen den Skalen des FKV in Selbst- und<br />

Fremdeinschätzung zum Akut-Ende (n = 59)<br />

Fremdeinschätzung<br />

Depressive<br />

Verarbeitung<br />

Aktives Coping<br />

Ablenkung<br />

Religiosität<br />

/Sinnsuche<br />

Aktives<br />

Coping<br />

-.30*<br />

Bagatellisieren -.34*<br />

Selbsteinschätzung<br />

Ablenkung<br />

Religiosität/<br />

Sinnsuche<br />

.30*<br />

Depressive<br />

Verarbeitung<br />

Bagatellisieren<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Korrelation“: Pearson r (*** ≤.001, ** ≤.01, * ≤ .05); nur signifikante<br />

Koeffizienten dargestellt.<br />

Zum zweiten Messzeitpunkt sind die Beziehungen zwischen den Fremd- und<br />

Selbsteinschätzungen des Copings stärker ausgeprägt (Tab. 9.5.7). Hier zeigen depressive<br />

Verarbeitung, Religiosität und aktives Coping hohe positive Korrelationen (r = .51, r = .61<br />

bzw. r = .29), während „Ablenkung“ und „Bagatellisieren“ nicht signifikant miteinan<strong>der</strong><br />

korrelieren. Daneben bestehen noch fünf weitere Korrelationen, von denen <strong>der</strong><br />

Zusammenhang zwischen „aktivem Coping“ in Fremdeinschätzung und „Bagatellisieren“ in<br />

Selbsteinschätzung mit r = -.43 hoch ausfällt.<br />

145


Tab. 9.5.7: Korrelationen zwischen den Skalen des FKV in Selbst- und<br />

Fremdeinschätzung zu Reha-Beginn (n = 57)<br />

Fremdeinschätzung<br />

Depressive<br />

Verarbeitung<br />

Aktives<br />

Coping<br />

.51*** -.27*<br />

Aktives Coping .29*<br />

Ablenkung<br />

Religiosität<br />

/Sinnsuche<br />

Bagatellisieren .29* -.43***<br />

Selbsteinschätzung<br />

Ablenkung<br />

Religiosität/<br />

Sinnsuche<br />

.27* -.30* .61***<br />

Depressive<br />

Verarbeitung<br />

Bagatellisieren<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Korrelation“: Pearson r (*** ≤.001, ** ≤.01, * ≤ .05); nur signifikante<br />

Koeffizienten dargestellt.<br />

Die Beziehungen zwischen den FKV-Skalen und den BEFO-Items in Fremdeinschätzung<br />

zeigen ein konsistentes Korrelationsmuster (Tab. 9.5.8). Die stärksten Zusammenhänge weist<br />

die depressive Verarbeitung mit „Selbstbedauern“ (r = .79), „Optimismus“ (r = -.75),<br />

„Rumifizieren“ (r = .72) und „Resignation“ (r = .70) auf. Das aktive Coping korreliert vor<br />

allem mit „Problemanalyse“ (r = .75) und „Zupacken“ (r = .68).<br />

146


Tab. 9.5.8: Korrelationen zwischen Skalen des FKV in Fremdeinschätzung und den<br />

BEFO-Items zu T1 (n = 61)<br />

FKV-Skalen<br />

Depressive<br />

Verarbeitung<br />

Aktives<br />

Coping Ablenkung<br />

Religiosität/<br />

Sinnsuche<br />

Bagatellisieren<br />

Ablenkendes Anpacken .27* .38**<br />

Altruismus .25* .28* .37**<br />

Aktives Vermeiden .42***<br />

Kompensation .44***<br />

Konstruktive Aktivität .53*** .44***<br />

Entspannung<br />

Rückzug .38** -.26*<br />

Solidarisieren -.33** .28*<br />

Zupacken -.29* .68*** .48*** -.31*<br />

Zuwendung -.29* .35** .27* -.29*<br />

Ablenken -.27* .38** .27*<br />

Aggravieren .54*** -.43***<br />

Stoizismus -.29* .35**<br />

Dissimulieren -.47*** .26* -.28* .41***<br />

Haltung bewahren -.27* -.41***<br />

Humor, Ironie -.42***<br />

Problemanalyse -.25* .75*** .33**<br />

Relativieren .42***<br />

Religiösität .78***<br />

Rumifizieren .72*** -.39** -.53***<br />

Sinngebung .46***<br />

Valorisieren -.38** .34** .26*<br />

Selbstbedauern .79*** -.36** -.57***<br />

Emotionale Entlastung .44**<br />

Isolation -.32** .27* -.37** .40**<br />

Optimismus -.75*** .48*** .63***<br />

Passive Kooperation -.43** .35**<br />

Resignation .70*** -.41*** -.56***<br />

Selbstbeschuldung .55** -.30*<br />

Wut .49***<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Korrelation“: Pearson r (*** ≤.001, ** ≤.01, * ≤ .05)<br />

BEFO-Items<br />

Die Korrelationen <strong>der</strong> FKV-Skalen und <strong>der</strong> BEFO-Items in Fremdeinschätzung zum zweiten<br />

Messzeitpunkt zeigen ebenfalls ein konsistentes und eine zum ersten Messzeitpunkt<br />

vergleichbare Korrelationsmatrix (Tab. 9.5.9). Beson<strong>der</strong>s ausgeprägt sind hier die<br />

Beziehungen zwischen dem „aktiven Coping“ und „Problemanalyse“ (r = .84) bzw.<br />

„Zupacken“ (r = .81) sowie zwischen „Depressiver Verarbeitung“ und „Rumifizieren“ (r =<br />

.77) bzw. „Selbstbedauern“ (r = .72).<br />

147


Tab. 9.5.9: Korrelationen zwischen Skalen des FKV in Fremdeinschätzung und den<br />

BEFO-Items zu T2 (n = 59)<br />

FKV-Skalen<br />

Depressive<br />

Verarbeitung<br />

Aktives<br />

Coping Ablenkung<br />

Religiosität/<br />

Sinnsuche<br />

Bagatellisieren<br />

Ablenkendes Anpacken .40** .49***<br />

Altruismus .35** .27* -.31*<br />

Aktives Vermeiden .47***<br />

Kompensation<br />

Konstruktive Aktivität .47*** .43**<br />

Entspannung -.26*<br />

Rückzug .53*** -.26*<br />

Solidarisieren -.30*<br />

Zupacken -.45*** .81*** .56*** -.44***<br />

Zuwendung -.28* .55*** .45*** -.33**<br />

Ablenken .35***<br />

Aggravieren .63*** -.43***<br />

Stoizismus<br />

Dissimulieren -.47*** .33** -.37** .29*<br />

Haltung bewahren -.26* .33**<br />

Humor, Ironie -.37**<br />

Problemanalyse -.36** .84*** .45*** -.52***<br />

Relativieren<br />

Religiösität .81***<br />

Rumifizieren .77*** -.37** -.49*** .33**<br />

Sinngebung .50***<br />

Valorisieren .27* -.47***<br />

Selbstbedauern .72*** -.28* -.33**<br />

Emotionale Entlastung .43**<br />

Isolation -.29* -.38** .28*<br />

Optimismus -.61*** .54*** .66***<br />

Passive Kooperation -.39** .30*<br />

Resignation .72*** -.63*** -.64*** .27*<br />

Selbstbeschuldung .36**<br />

Wut .53*** -.29* -.28*<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Korrelation“: Pearson r (*** ≤.001, ** ≤.01, * ≤ .05)<br />

BEFO-Items<br />

148


9.6 Zusammenhänge zwischen Fremdeinschätzungen und Ergebniskriterien<br />

Im folgenden werden bivariate Zusammenhänge zwischen den Fremdeinschätzungen des<br />

Copings mit den psychosozialen Ergebniskriterien dargestellt.<br />

Wie die Tabellen 9.6.1 und 9.6.2 für die FKV-Skalen zeigen, steht fast nur die depressive<br />

Verarbeitung zum Akut-Ende mit den psychosozialen Zielkriterien am Reha-Ende bzw. zum<br />

Katamnesemesszeitpunkt in signifikanter Beziehung. Die Beziehungen zu Angst und<br />

Depression sind dabei zu beiden Messzeitpunkten ähnlich stark ausgeprägt.<br />

Tab. 9.6.1: Zusammenhänge zwischen Coping in Fremdeinschätzung (Akut-Ende, T1)<br />

und Maßen <strong>der</strong> Lebensqualität (Reha-Ende, T3) (n = 56)<br />

Angst<br />

(BSI)<br />

Depression<br />

(BSI)<br />

Somatisierung<br />

(BSI)<br />

Lebenszufriedenheit<br />

(LZI)<br />

Behandlungszufriedenheit<br />

(BZI)<br />

Reha-<br />

Status<br />

(IRES-<br />

MIN)<br />

FKV-Skala<br />

Depressive<br />

Verarbeitung<br />

.33** .40** -.35** -.27*<br />

Aktives Coping -.28*<br />

Ablenkung<br />

Religiosität<br />

Bagatellisieren<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Korrelation“: Pearson r (***≤.001, **≤.01, *≤.05); FKV-Skalen in<br />

Fremdeinschätzung; nur signifikante Korrelationskoeffizienten dargestellt.<br />

Tab. 9.6.2: Zusammenhänge zwischen Coping in Fremdeinschätzung (Akut-Ende, T1)<br />

und Maßen <strong>der</strong> Lebensqualität (Katamnese, T4) (n = 54)<br />

Angst<br />

(BSI)<br />

Depression<br />

(BSI)<br />

Somatisierung<br />

(BSI)<br />

Lebenszufriedenheit<br />

(LZI)<br />

Behandlungszufriedenheit<br />

(BZI)<br />

Reha-<br />

Status<br />

(IRES-<br />

MIN)<br />

FKV-Skala<br />

Depressive<br />

Verarbeitung<br />

.35** .31* -.27*<br />

Aktives Coping<br />

Ablenkung .27*<br />

Religiosität<br />

Bagatellisieren .31*<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Korrelation“: Pearson r (***≤.001, **≤.01, *≤.05); FKV-Skalen in<br />

Fremdeinschätzung; nur signifikante Korrelationskoeffizienten dargestellt.<br />

Bivariate Zusammenhänge zwischen den Coping-Fremdeinschätzungen und den Maßen <strong>der</strong><br />

Lebensqualität zum Reha-Ende und Katamnesemesszeitpunkt sind insgesamt stärker<br />

ausgeprägt (Tab. 9.6.3 und 9.6.4). Wie auch schon zu T1 weist die depressive Verarbeitung<br />

die höchsten Zusammenhänge auf, während alle an<strong>der</strong>en Coping-Variablen kaum eine Rolle<br />

spielen. Erwartungsgemäß substantiell sind dabei die Korrelationen zwischen depressiver<br />

Verarbeitung und Depression (r = .56, p ≤.001, zu T3 bzw. r = .51, p ≤.001, zu T4).<br />

149


Tab. 9.6.3: Zusammenhänge zwischen Coping in Fremdeinschätzung (Reha-Beginn, T2)<br />

und Maßen <strong>der</strong> Lebensqualität (Reha-Ende, T3) (n = 56)<br />

Angst<br />

(BSI)<br />

Depression<br />

(BSI)<br />

Somatisierung<br />

(BSI)<br />

Lebenszufriedenheit<br />

(LZI)<br />

Behandlungszufriedenheit<br />

(BZI)<br />

Reha-<br />

Status<br />

(IRES-<br />

MIN)<br />

FKV-Skala<br />

Depressive<br />

Verarbeitung<br />

.32** .56*** -.39** -.37**<br />

Aktives Coping<br />

Ablenkung -.34**<br />

Religiosität .28*<br />

Bagatellisieren<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Korrelation“: Pearson r (***≤.001, **≤.01, *≤.05); (FKV-Skalen in<br />

Fremdeinschätzung); nur signifikante Korrelationskoeffizienten dargestellt.<br />

Tab. 9.6.4: Zusammenhänge zwischen Coping in Fremdeinschätzung (Reha-Beginn, T2)<br />

und Maßen <strong>der</strong> Lebensqualität (Katamnese, T4) (n = 54)<br />

FKV-Skala<br />

Depressive<br />

Verarbeitung <br />

Aktives Coping <br />

Ablenkung <br />

Religiosität/<br />

Sinnsuche <br />

Bagatellisieren <br />

Angst<br />

(BSI)<br />

Depression<br />

(BSI)<br />

Somatisierung<br />

(BSI)<br />

Lebenszufriedenheit<br />

(LZI)<br />

Behandlungszufriedenheit<br />

(BZI)<br />

Reha-<br />

Status<br />

(IRES-<br />

MIN)<br />

.40** .51*** -.31* -.38**<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Korrelation“: Pearson r (***≤.001, **≤.01, *≤.05); FKV-Skalen in<br />

Fremdeinschätzung; nur signifikante Korrelationskoeffizienten dargestellt.<br />

Neben den FKV-Skalen wurden auch die BEFOs zur Fremdeinschätzung des Coping-<br />

Verhaltens eingesetzt. Nachfolgend werden nur die signifikanten Korrelationen zwischen<br />

einzelnen BEFO-Items und den Zielkriterien dargestellt. Dabei sollen zur besseren Übersicht<br />

nur diejenigen Items berücksichtigt werden, die mindestens zwei Korrelationen mit den<br />

Lebensqualitätsindikatoren o<strong>der</strong> aber eine Korrelation von mindestens r = .30 aufweisen.<br />

Das Korrelationsmuster zwischen den BEFO-Items zum Akut-Ende und den Lebensqualitätsmaßen<br />

zum Reha-Ende und zum Katamnesemesszeitpunkt ist insgesamt sehr heterogen (Tab.<br />

9.6.5 und 9.6.6). Beson<strong>der</strong>s deutlich scheinen die „emotionale Entlastung“, „Rumifizieren“<br />

und „Selbstbedauern“ mit einem ungünstigen Reha-Ergebnis zu T3 und T4 in Beziehung zu<br />

stehen, während „Haltung bewahren“ in positiver Beziehung steht. Es fällt auf, dass aktive<br />

und problemorientierte Strategien nur eine unwesentliche Rolle spielen.<br />

150


Tab. 9.6.5: Zusammenhänge zwischen Coping in Fremdeinschätzung (Akut-Ende, T1)<br />

und Maßen <strong>der</strong> Lebensqualität (Reha-Ende, T3) (n = 56)<br />

Angst<br />

(BSI)<br />

Depression<br />

(BSI)<br />

Somatisierung<br />

(BSI)<br />

Lebenszufriedenheit<br />

(LZI)<br />

Behandlungszufriedenheit<br />

(BZI)<br />

Reha-<br />

Status<br />

(IRES-<br />

MIN)<br />

BEFO-Item<br />

Kompensation .32*<br />

Aggravieren .32* .30* -.42**<br />

Dissimulieren -.30* -.27* .31* .29* .35**<br />

Haltung bewahren -.52*** -.42**<br />

Rumifizieren .42** .44** -.26*<br />

Selbstbedauern .36** .37** -.28*<br />

Emotionale<br />

.49*** .45*** .28* -.41** -.40** -.39**<br />

Entlastung<br />

Isolation -.48*** -.27* .36**<br />

Optimismus -.34**<br />

Resignation .33* -.29*<br />

Selbstbeschuldigung -.30*<br />

Wut -.41** -.31*<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Korrelation“: Pearson r (***≤.001, **≤.01, *≤.05); nur signifikante<br />

Korrelationskoeffizienten dargestellt.<br />

Tab. 9.6.6: Zusammenhänge zwischen Coping in Fremdeinschätzung (Akut-Ende, T1)<br />

und Maßen <strong>der</strong> Lebensqualität (Katamnese, T4) (n = 54)<br />

Angst<br />

(BSI)<br />

Depression<br />

(BSI)<br />

Somatisierung<br />

(BSI)<br />

Lebenszufriedenheit<br />

(LZI)<br />

Behandlungszufriedenheit<br />

(BZI)<br />

Reha-<br />

Status<br />

(IRES-<br />

MIN)<br />

BEFO-Item<br />

Ablenken .35**<br />

Aggravieren .43*** -.27* -.28*<br />

Stoizismus -.36**<br />

Dissimulieren -.33* .27* .36**<br />

Haltung bewahren -.51*** -.35** .33* .42**<br />

Rumifizieren .51*** .33* .28* -.39**<br />

Selbstbedauern .41** -.32*<br />

Emotionale<br />

.56*** .44** -.45** -.38**<br />

Entlastung<br />

Isolation -.30*<br />

Optimismus -.28* .28*<br />

Selbstbeschuldigung .33* -.29*<br />

Wut .30* -.31*<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Korrelation“: Pearson r (***≤.001, **≤.01, *≤.05); nur signifikante<br />

Korrelationskoeffizienten dargestellt.<br />

151


Im Vergleich zum Messzeitpunkt am Ende <strong>der</strong> Akutbehandlung sind die Zusammenhänge<br />

zwischen dem Messzeitpunkt zu Reha-Beginn und den beiden letzten Messzeitpunkten<br />

insgesamt deutlicher ausgeprägt, aber im Hinblick auf das Korrelationsmuster ähnlich<br />

strukturiert, wie Tabellen 9.6.7 und 9.6.8 zeigen. Beson<strong>der</strong>s wie<strong>der</strong>um stehen „emotionale<br />

Entlastung“, „Aggravieren“, „Rumifizieren“ und „Selbstbedauern“ mit einem ungünstigen<br />

Reha-Ergebnis zu T3 und T4 in Beziehung, während „Haltung bewahren“ positiv korreliert.<br />

Auch hier haben die aktiven Verarbeitungsprozesse kaum Beziehungen zu den Reha-<br />

Ergebniskriterien.<br />

Tab. 9.6.7: Zusammenhänge zwischen Coping in Fremdeinschätzung (Reha-Beginn, T2)<br />

und Maßen <strong>der</strong> Lebensqualität (Reha-Ende, T3) (n = 56)<br />

Angst<br />

(BSI)<br />

Depression<br />

(BSI)<br />

Somatisierung<br />

(BSI)<br />

Lebenszufriedenheit<br />

(LZI)<br />

Behandlungszufriedenheit<br />

(BZI)<br />

Reha-<br />

Status<br />

(IRES-<br />

MIN)<br />

BEFO-Item<br />

Konstruktive<br />

Aktivität<br />

.32**<br />

Aggravieren .49*** .40** -.30*<br />

Dissimulieren -.37** -.32* .37** .39**<br />

Haltung bewahren -.47*** -.28* .30*<br />

Rumifizieren .49*** .57*** .35** -.42*** -.39**<br />

Selbstbedauern .50*** .34* -.39**<br />

Emotionale<br />

.52*** .34* .38** -.34*<br />

Entlastung<br />

Isolation -.48*** .35**<br />

Optimismus -.35** .30* .29*<br />

Passive Kooperation -.29* .28*<br />

Resignation .37**<br />

Selbstbeschuldigung .35** -.30*<br />

Wut .53*** -.34*<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Korrelation“: Pearson r (***≤.001, **≤.01, *≤.05); nur signifikante<br />

Korrelationskoeffizienten dargestellt.<br />

152


Tab. 9.6.8: Zusammenhänge zwischen Coping in Fremdeinschätzung (Reha-Beginn, T2)<br />

und Maßen <strong>der</strong> Lebensqualität (Katamnese, T4) (n = 54)<br />

Depressiosierunfrieden-<br />

Somati-<br />

Lebenszu-<br />

Angst<br />

(BSI)<br />

(BSI) (BSI) heit (LZI)<br />

BEFO-Item<br />

Ablenken .35**<br />

Behandlungszufriedenheit<br />

(BZI)<br />

Reha-<br />

Status<br />

(IRES-<br />

MIN)<br />

Aggravieren .43*** -.27* -.28*<br />

Stoizismus -.36**<br />

Dissimulieren -.33* .27* .36**<br />

Haltung bewahren -.51*** -.35** .33* .42**<br />

Rumifizieren .51*** .33* .28* -.39**<br />

Selbstbedauern .41** -.32*<br />

Emotionale<br />

Entlastung<br />

.56*** .44** -.45** -.38**<br />

Isolation -.30*<br />

Optimismus -.28* .28*<br />

Selbstbeschuldigung .33* -.29*<br />

Wut .30* -.31*<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Korrelation“: Pearson r (***≤.001, **≤.01, *≤.05); nur signifikante<br />

Korrelationskoeffizienten dargestellt.<br />

153


9.7 Coping-Fremdeinschätzungen als Prädiktoren <strong>der</strong> Ergebniskriterien<br />

Anschließend soll im multivariaten Modell geprüft werden, welche Vorhersageleistung die<br />

Coping-Fremdeinschätzungen bei <strong>der</strong> Vorhersage <strong>der</strong> verschiedenen Lebensqualitätsmaßen zu<br />

den verschiedenen Messzeitpunkten besitzen. Dabei werden zur besseren Vergleichbarkeit<br />

nur die FKV-Skalen berücksichtigt, da diese sowohl in Fremd- als auch in Selbsteinschätzung<br />

verwendet worden sind.<br />

9.7.1 Prädiktoren <strong>der</strong> Lebenszufriedenheit<br />

Für die Vorhersage <strong>der</strong> Lebenszufriedenheit am Reha-Ende und zum Katamnesemesszeitpunkt<br />

leistet nur die depressive Verarbeitung sowohl zu T1 als auch zu T2 einen<br />

signifikanten Erklärungsbeitrag. Der aufgeklärte Varianzanteil liegt dabei allerdings nur<br />

zwischen 7% und 16% (Tab. 9.7.1 bis 9.7.4).<br />

Tab. 9.7.1: Multiple Regression <strong>der</strong> Lebenszufriedenheit zum Reha-Ende (n = 56)<br />

T1➜T3<br />

UV (T1) B SE Beta T Signifikanz<br />

Tab. 9.7.2: Multiple Regression <strong>der</strong> Lebenszufriedenheit zum Reha-Ende (n = 56)<br />

T2➜T3<br />

UV (T2) B SE Beta T Signifikanz<br />

Depressive Verarbeitung -0,34 0,11 -.39 -3,07 .003<br />

Depressive Verarbeitung -0,32 0,12 -.35 -2,72 .009<br />

Korrelationskoeffizient<br />

Modell<br />

Bestimmtheitsmaß F p<br />

R = .35 R 2 = .12 7,40 .009<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />

Kriterium: Lebenszufriedenheit (T3)<br />

5 UV's (T1): depressive Verarbeitung, aktives Coping, Ablenkung, Religiosität, Bagatellisieren<br />

Korrelationskoeffizient<br />

Modell<br />

Bestimmtheitsmaß F p<br />

R = .39 R 2 = .16 9,43 .003<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />

Kriterium: Lebenszufriedenheit (T3)<br />

5 UV's (T2): depressive Verarbeitung, aktives Coping, Ablenkung, Religiosität, Bagatellisieren<br />

154


Tab. 9.7.3: Multiple Regression <strong>der</strong> Lebenszufriedenheit zur Katamnese (n = 54)<br />

T1➜T4<br />

UV (T1) B SE Beta T Signifikanz<br />

Tab. 9.7.4: Multiple Regression <strong>der</strong> Lebenszufriedenheit zur Katamnese (n = 54)<br />

T2➜T4<br />

UV (T2) B SE Beta T Signifikanz<br />

9.7.2 Prädiktoren <strong>der</strong> Depression<br />

Tab. 9.7.5 bis 9.7.8 zeigen die Ergebnisse <strong>der</strong> multiplen Regressionen für die Prädiktion <strong>der</strong><br />

Depression. Nur die depressive Verarbeitung steht signifikant im multivariaten Modell mit<br />

dem Kriterium Depression in Zusammenhang. Der aufgeklärte Anteil an <strong>der</strong> Gesamtvarianz<br />

liegt dabei zwischen 10% und 31%. Die Vorhersage gelingt umso besser, je dichter die<br />

betreffenden Messzeitpunkte beieinan<strong>der</strong>liegen.<br />

Tab. 9.7.5: Multiple Regression <strong>der</strong> Depression zum Reha-Ende (n = 56)<br />

T1➜T3<br />

UV (T1) B SE Beta T Signifikanz<br />

Depressive Verarbeitung 0,35 0,11 .40 3,20 .002<br />

Depressive Verarbeitung -0,26 0,13 -.27 -2,02 .05<br />

Korrelationskoeffizient<br />

Modell<br />

Bestimmtheitsmaß F p<br />

R = .27 R 2 = .07 4,06 .05<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />

Kriterium: Lebenszufriedenheit (T4)<br />

5 UV's (T1): depressive Verarbeitung, aktives Coping, Ablenkung, Religiosität, Bagatellisieren<br />

Depressive Verarbeitung -0,29 0,12 -.31 -2,31 .03<br />

Korrelationskoeffizient<br />

Modell<br />

Bestimmtheitsmaß F p<br />

R = .31 R 2 = .09 5,33 .03<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />

Kriterium: Lebenszufriedenheit (T4)<br />

5 UV's (T2): depressive Verarbeitung, aktives Coping, Ablenkung, Religiosität, Bagatellisieren<br />

Korrelationskoeffizient<br />

Modell<br />

Bestimmtheitsmaß F p<br />

R = .40 R 2 = .16 10,24 .002<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />

Kriterium: Depression (T3)<br />

5 UV's (T1): depressive Verarbeitung, aktives Coping, Ablenkung, Religiosität, Bagatellisieren<br />

155


Tab. 9.7.6: Multiple Regression <strong>der</strong> Depression zum Reha-Ende (n = 56)<br />

T2➜T3<br />

UV (T2) B SE Beta T Signifikanz<br />

Tab. 9.7.7: Multiple Regression <strong>der</strong> Depression zur Katamnese (n = 54)<br />

T1➜T4<br />

UV (T1) B SE Beta T Signifikanz<br />

Depressive Verarbeitung 0,39 0,16 .31 2,37 .02<br />

Tab. 9.7.8: Multiple Regression <strong>der</strong> Depression zur Katamnese (n = 54)<br />

T2➜T4<br />

UV (T2) B SE Beta T Signifikanz<br />

Depressive Verarbeitung 0,63 0,15 .51 4,24 .0001<br />

Depressive Verarbeitung 0,49 0,10 .56 4,98 .0001<br />

Korrelationskoeffizient<br />

Modell<br />

Bestimmtheitsmaß F p<br />

R = .56 R 2 = .31 24,75 .0001<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />

Kriterium: Depression (T3)<br />

5 UV's (T2): depressive Verarbeitung, aktives Coping, Ablenkung, Religiosität, Bagatellisieren<br />

Korrelationskoeffizient<br />

Modell<br />

Bestimmtheitsmaß F p<br />

R = .31 R 2 = .10 5,60 .02<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />

Kriterium: Depression (T4)<br />

5 UV's (T1): depressive Verarbeitung, aktives Coping, Ablenkung, Religiosität, Bagatellisieren<br />

Korrelationskoeffizient<br />

Modell<br />

Bestimmtheitsmaß F p<br />

R = .51 R 2 = .26 17,98 .0001<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />

Kriterium: Depression (T4)<br />

5 UV's (T2): depressive Verarbeitung, aktives Coping, Ablenkung, Religiosität, Bagatellisieren<br />

9.7.3 Prädiktoren <strong>der</strong> Angst<br />

Der alleinige Prädiktor für die Angst am Reha-Beginn und am Katamnesemesszeitpunkt ist,<br />

wie schon für die Depression und die Lebenszufriedenheit, die depressive Verarbeitung (Tab.<br />

9.7.9 bis 9.7.12). Der aufgeklärte Anteil an <strong>der</strong> Gesamtvarianz fällt dabei insgesamt gering<br />

aus und liegt zwischen 10% und 16%.<br />

156


Tab. 9.7.9: Multiple Regression <strong>der</strong> Angst zum Reha-Ende (n = 56)<br />

T1➜T3<br />

UV (T1) B SE Beta T Signifikanz<br />

Depressive Verarbeitung 0,33 0,13 .32 2,53 .01<br />

Tab. 9.7.10: Multiple Regression <strong>der</strong> Angst zum Reha-Ende (n = 56)<br />

T2➜T3<br />

UV (T2) B SE Beta T Signifikanz<br />

Depressive Verarbeitung 0,33 0,13 .32 2,51 .02<br />

Tab. 9.7.11: Multiple Regression <strong>der</strong> Angst zur Katamnese (n = 54)<br />

T1➜T4<br />

UV (T1) B SE Beta T Signifikanz<br />

Depressive Verarbeitung 0,42 0,15 .35 2,73 .008<br />

Korrelationskoeffizient<br />

Modell<br />

Bestimmtheitsmaß F p<br />

R = .32 R 2 = .11 6,42 .01<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />

Kriterium: Angst (T3)<br />

5 UV's (T1): depressive Verarbeitung, aktives Coping, Ablenkung, Religiosität, Bagatellisieren<br />

Korrelationskoeffizient<br />

Modell<br />

Bestimmtheitsmaß F p<br />

R = .32 R 2 = .10 6,29 .02<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />

Kriterium: Angst (T3)<br />

5 UV's (T2): depressive Verarbeitung, aktives Coping, Ablenkung, Religiosität, Bagatellisieren<br />

Korrelationskoeffizient<br />

Modell<br />

Bestimmtheitsmaß F p<br />

R = .35 R 2 = .12 7,48 .008<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />

Kriterium: Angst (T4)<br />

5 UV's (T1): depressive Verarbeitung, aktives Coping, Ablenkung, Religiosität, Bagatellisieren<br />

157


Tab. 9.7.12: Multiple Regression <strong>der</strong> Angst zur Katamnese (n = 54)<br />

T2➜T4<br />

UV (T2) B SE Beta T Signifikanz<br />

Depressive Verarbeitung 0,47 0,15 .40 3,13 .003<br />

Korrelationskoeffizient<br />

Modell<br />

Bestimmtheitsmaß F p<br />

R = .40 R 2 = .16 9,80 .003<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />

Kriterium: Angst (T4)<br />

5 UV's (T2): depressive Verarbeitung, aktives Coping, Ablenkung, Religiosität, Bagatellisieren<br />

9.7.4 Prädiktoren <strong>der</strong> Somatisierung und <strong>der</strong> Behandlungszufriedenheit<br />

Keiner <strong>der</strong> in <strong>der</strong> Vorhersagegleichung aufgenommenen Prädiktoren leistet einen<br />

signifikanten Erklärungsbeitrag für die Somatisierungssymptome o<strong>der</strong> die Behandlungszufriedenheit<br />

zum Reha-Beginn und zum Katamnesemesszeitpunkt.<br />

9.7.5 Prädiktoren des Reha-Status<br />

Tab. 9.7.13 bis 9.7.16 stellen die Ergebnisse <strong>der</strong> Regressionsanalysen für den Reha-Status dar.<br />

Im Gegensatz zu den an<strong>der</strong>en Kriterien leistet hier Bagatellisieren zum Ende des<br />

Akutkrankenhausaufenthaltes neben <strong>der</strong> depressiven Verarbeitung einen signifikanten<br />

Erklärungsbeitrag an <strong>der</strong> Gesamtvarianz des Reha-Status zum Reha-Ende und zum<br />

Katamnesemesszeitpunkt. Wie schon bei den an<strong>der</strong>en Kriterien angemerkt, sind diese<br />

aufgeklärten Varianzanteile gering und liegen zwischen 14% und 17%.<br />

Tab. 9.7.13: Multiple Regression des Reha-Status zum Reha-Ende (n = 56)<br />

T1➜T3<br />

UV (T1) B SE Beta T Signifikanz<br />

Depressive Verarbeitung -0,56 0,24 -.30 -2,35 .02<br />

Bagatellisieren 0,51 0,25 .27 2,05 .05<br />

Korrelationskoeffizient<br />

Modell<br />

Bestimmtheitsmaß F p<br />

R = .38 R 2 = .14 4,31 .02<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />

Kriterium: Reha-Status (T3)<br />

5 UV's (T1): depressive Verarbeitung, aktives Coping, Ablenkung, Religiosität, Bagatellisieren<br />

158


Tab. 9.7.14: Multiple Regression des Reha-Status zum Reha-Ende (n = 56)<br />

T2➜T3<br />

UV (T2) B SE Beta T Signifikanz<br />

Depressive Verarbeitung -0,65 0,23 -.37 -2,87 .006<br />

Tab. 9.7.15: Multiple Regression des Reha-Status zur Katamnese (n = 54)<br />

T1➜T4<br />

UV (T1) B SE Beta T Signifikanz<br />

Tab. 9.7.16: Multiple Regression des Reha-Status zur Katamnese (n = 54)<br />

T2➜T4<br />

UV (T2) B SE Beta T Signifikanz<br />

Depressive Verarbeitung -0,80 0,27 -.38 -2,95 .005<br />

Korrelationskoeffizient<br />

Modell<br />

Bestimmtheitsmaß F p<br />

R = .37 R 2 = .14 8,22 .006<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />

Kriterium: Reha-Status (T3)<br />

5 UV's (T2): depressive Verarbeitung, aktives Coping, Ablenkung, Religiosität, Bagatellisieren<br />

Bagatellisieren 0,73 0,28 .33 2,60 .01<br />

Depressive Verarbeitung -0,59 0,26 -.28 -2,22 .03<br />

Korrelationskoeffizient<br />

Modell<br />

Bestimmtheitsmaß F p<br />

R = .42 R 2 = .17 5,44 .007<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />

Kriterium: Reha-Status (T4)<br />

5 UV's (T1): depressive Verarbeitung, aktives Coping, Ablenkung, Religiosität, Bagatellisieren<br />

Korrelationskoeffizient<br />

Modell<br />

Bestimmtheitsmaß F p<br />

R = .38 R 2 = .14 8,71 .005<br />

Programm SPSS 10.0, Prozedur „Regression“, lineare multiple Regression: Einstellung 'schrittweise'<br />

Kriterium: Reha-Status (T4)<br />

5 UV's (T2): depressive Verarbeitung, aktives Coping, Ablenkung, Religiosität, Bagatellisieren<br />

159


9.8 Diskussion <strong>der</strong> Ergebnisse <strong>der</strong> Akut-Längsschnittstudie (Studie 3)<br />

Die erfolgreiche Bewältigung einer chronischen Erkrankung hängt u.a. davon ab, wie sich die<br />

betroffenen Patienten mit <strong>der</strong> Erkrankung und den damit zusammenhängenden Folgen<br />

auseinan<strong>der</strong>setzen und welche eigenen Einflussmöglichkeiten sie selbst dabei sehen. Dabei<br />

kann sich eine vermin<strong>der</strong>te Lebensqualität negativ auf den weiteren Krankheitsverlauf und<br />

sogar auf die Überlebensrate auswirken (Siegrist und Rugulies, 1997; Murberg, 2001).<br />

Allerdings sind die Forschungsergebnisse zum Zusammenhang zwischen verschiedenen<br />

Coping-Verhaltensweisen und <strong>der</strong> Entwicklung <strong>der</strong> Erkrankung keineswegs einheitlich, so<br />

dass in diesem Bereich weiterer Forschungsbedarf besteht. Die vorliegende Längschnittstudie<br />

wurde daher mit dem Ziel durchgeführt, die Bedeutung <strong>der</strong> Krankheitsverarbeitung und<br />

weiterer relevanter Prädiktoren bei kardiologischen Patienten zu untersuchen, die auf eine<br />

erfolgreiche o<strong>der</strong> aber weniger erfolgreiche Anpassung an die Herzerkrankung schließen<br />

lassen.<br />

9.8.1 Verän<strong>der</strong>ung von Coping-Prozessen über <strong>der</strong> Verlauf<br />

Über den Rehabilitationsverlauf zeigen sich lediglich beim aktiven problemorientierten<br />

Coping und beim sozialen Coping signifikante Verän<strong>der</strong>ungen. Der fast umgekehrt u-förmige<br />

Verlauf des problemorientierten Copings hängt wahrscheinlich mit dem Einfluss <strong>der</strong><br />

therapeutischen Maßnahmen in <strong>der</strong> Reha-Klinik zusammen. Die Patienten werden beson<strong>der</strong>s<br />

dort durch die stattfindenden Schulungsmaßnahmen für ihre Erkrankung und mögliche<br />

Risikofaktoren sensibilisiert, während <strong>der</strong> Einfluss des Arztes o<strong>der</strong> einer Ernährungsberatung<br />

im Akutkrankenhaus weniger wirksam zu sein scheint. Denkbar wäre allerdings auch, dass<br />

die Patienten in <strong>der</strong> Reha-Klinik eher sozial erwünscht geantwortet haben. Zum Katamnesemesszeitpunkt<br />

sinken dann die Werte noch unter Baseline-Niveau ab, ohne dass dieser<br />

Unterschied allerdings signifikant wird. Hier besteht das Risiko, dass die Patienten sich nicht<br />

mehr genügend aktiv mit ihrer Erkrankung auseinan<strong>der</strong>setzen und wie<strong>der</strong> ihr altes<br />

Verhaltensmuster zeigen, so dass die therapeutischen Effekte auf lange Sicht relativ<br />

unwirksam bleiben könnten. Eine an<strong>der</strong>e Erklärung wäre, dass ein Mehr an Infomationen für<br />

diese Patienten zu diesem Zeitpunkt nicht mehr so relevant ist, weil sie möglicherweise auch<br />

gelernt haben, mit ihrer Situation zurechtzukommen, und weil Bedrohungen o<strong>der</strong> Belastungen<br />

durch die Erkrankung weniger aktuell sind. Weitere Informationen zu suchen könnte dann<br />

eher ein Hinweis auf bestehende Unsicherheiten o<strong>der</strong> Ängste sein.<br />

Die Suche nach sozialer Einbindung nimmt über den Verlauf zu und wird zum Katamnesemesszeitpunkt<br />

von den Befragten im Durchschnitt am häufigsten eingesetzt. Dies zeigt, wie<br />

wichtig nahe Bezugspersonen für die Bewältigung <strong>der</strong> Erkrankung im Rehabilitationsverlauf<br />

werden. Signifikant werden hier die Unterschiede vom letzten (T4) zum ersten (T1) bzw.<br />

zweiten (T2) Messzeitpunkt. Dies hängt sicherlich aber auch mit den Item-Formulierungen<br />

<strong>der</strong> Skala zusammen, denen eine Person außerhalb einer Klinikroutine eher zustimmen kann<br />

als ein Patient im Krankenhaus o<strong>der</strong> in einer Reha-Klinik, <strong>der</strong> an verschiedenen<br />

Therapiemaßnahmen über den Tagesverlauf teilnehmen muss. Außerdem befinden sich viele<br />

<strong>der</strong> Rehabilitanden nicht in <strong>der</strong> Nähe ihres Wohnortes, so dass Besuche von Freunden o<strong>der</strong><br />

Bekannten eher selten sind o<strong>der</strong> sich auf die Wochenenden beschränken. Insofern kann die<br />

Zunahme möglicherweise auch einen Artefakt darstellen.<br />

160


Sowohl das problemorientierte Coping als auch das soziale Coping befinden sich im<br />

Gegensatz zum Bagatellisieren, zur depressiven Verarbeitung, Religiosität und Ablenkung<br />

jeweils über dem Item-standardisierten Skalenmittelwert. Aufgrund <strong>der</strong> Zusammenhänge<br />

zwischen <strong>der</strong> depressiven Verarbeitung und <strong>der</strong> psychosozialen Anpassung wäre eine<br />

Verringerung des depressiven Copings sicherlich vor allem während des Rehabilitationsaufenthaltes<br />

durch therapeutische Maßnahmen wünschenswert gewesen. Dass dies nicht so<br />

ist, kann möglicherweise darauf zurückgeführt werden, dass es sich hier um einen „Boden-<br />

Effekt“ handelt, so dass eine weitere Reduktion nicht möglich ist.<br />

In <strong>der</strong> vorliegenden Studie zeigt sich beson<strong>der</strong>s ein Coping-Muster, das im Verlauf durch<br />

aktives und soziales Coping charakterisiert ist. Insgesamt verwenden die befragten Patienten<br />

in <strong>der</strong> Selbsteinschätzung weniger emotionsorientierte Coping-Modi. Doering et al. (2001)<br />

fanden bei Patienten nach aortokoronarer Bypass-Operation hauptsächlich ein Bewältigungsmuster,<br />

das die Autoren mit „positiver Passivität“ umschreiben. Die Gruppenmittelwerte <strong>der</strong><br />

hier verwendeten BEFO-Skalen blieben dabei überwiegend stabil, dagegen zeigte sich eine<br />

unterschiedliche intraindividuelle Variablität <strong>der</strong> Coping-Muster. In <strong>der</strong> Studie von Lowe et<br />

al. (2000) blieb das Coping-Verhalten <strong>der</strong> untersuchten Herzinfarktpatienten über einen<br />

Zeitraum von sechs Monaten ebenfalls stabil. Am häufigsten setzten diese Patienten vor allem<br />

Akzeptieren und problemorientiertes Coping ein. In <strong>der</strong> Studie von Cupples et al. (1998)<br />

verwendeten die befragten Herztransplantationspatienten am häufigsten positives Denken und<br />

schätzten es auch als am wirksamsten ein. Auch in dieser Studie zeigten sich keine<br />

signifikanten Verän<strong>der</strong>ungen in den Patienteneinschätzungen bezüglich <strong>der</strong> Verwendung<br />

einzelner Coping-Verhaltensweisen o<strong>der</strong> <strong>der</strong>en Wirksamkeit vor und nach einer Herztransplantation<br />

über insgesamt vier Messzeitpunkte. Crumlish (1994) stellte dagegen bei<br />

Bypass-Patienten fest, dass die Suche nach sozialer Unterstützung, Selbstbeschuldigung und<br />

Wunschdenken vor <strong>der</strong> Operation bis zum fünften Tag nach <strong>der</strong> Operation abnahmen,<br />

während Vermeidung und Problemlösung über diese zwei Messzeitpunkte konstant blieben.<br />

Die Aussagekraft über die Verän<strong>der</strong>ungen <strong>der</strong> untersuchten Coping-Variablen ist insgesamt<br />

über mehrere Messzeitpunkte genauer, da auf diese Weise Zeitverläufe differenzierter<br />

abgebildet werden können.<br />

9.8.2 Zusammenhänge zwischen psychosozialen bzw. medizinischen Prädiktoren und<br />

dem Reha-Ergebnis<br />

Vor allem die depressive Verarbeitung steht in <strong>der</strong> vorliegenden Längsschnittstudie sowohl in<br />

bivariaten Korrelationsanalysen als auch in multiplen Regressionsanalysen konsistent mit<br />

einem ungünstigen Reha-Ergebnis im Sinne <strong>der</strong> erreichten Lebensqualität in Beziehung.<br />

Diese Zusammenhänge gelten sowohl zwischen dem Akutmesszeitpunkt und dem Reha-Ende<br />

bzw. <strong>der</strong> Katamnese als auch zwischen dem Reha-Beginn und dem Reha-Ende bzw. <strong>der</strong><br />

Katamnese. Patienten mit dieser Krankheitsverarbeitung weisen am Reha-Ende und sechs<br />

Monate später signifikant höhere Depressions- bzw. Angstwerte sowie eine geringere<br />

Lebenszufriedenheit auf. So klärt z.B. die depressive Verarbeitung bei <strong>der</strong> Vorhersage vom<br />

ersten Messzeitpunkt in <strong>der</strong> Akutklinik zum dritten Messzeitpunkt am Reha-Ende einen<br />

Varianzanteil von 60% an <strong>der</strong> Gesamtvarianz <strong>der</strong> Depression auf. Allerdings ist im Hinblick<br />

auf die Zusammenhänge zwischen depressiver Verarbeitung als Prädiktor und Depression als<br />

Kriterium das Konfundierungsproblem zu berücksichtigen, das bis jetzt noch nicht<br />

zufriedenstellend gelöst werden konnte. Außerdem ist die Frage noch nicht hinreichend<br />

geklärt, wie sich Depression und die depressive Verarbeitung besser voneinan<strong>der</strong><br />

161


differenzieren lassen im Sinne einer Status- versus Prozessdiagnostik. Dass diese beiden<br />

Variablen allerdings nicht vollständig miteinan<strong>der</strong> identisch sind, zeigt sich darin, dass sich<br />

mittels <strong>der</strong> depressiven Verarbeitung als Prädiktor die Varianzanteile an <strong>der</strong> Depression nicht<br />

vollständig aufklären lassen. Außerdem ist hier allerdings auch <strong>der</strong> Einfluss von Fehlervarianz<br />

zu berücksichtigen. Die vorliegenden Ergebnisse stimmen mit empirischen Befunden zum<br />

Einfluss von Coping auf den Reha-Erfolg überein. Terry (1992) fand z.B., dass ein<br />

emotionsorientierter Coping-Stil die Anpassung an einen Herzinfarkt erschwerte. Auch<br />

Rogner et al. (1994) konnten zeigen, dass eine depressive Verarbeitung unabhängig von <strong>der</strong><br />

Erkrankungsschwere einen Prädiktor für einen späteren kardialen Befund darstellte. Titscher<br />

et al. (1996) fanden entsprechend, dass Patienten mit einer depressiven Krankheitsverarbeitung<br />

ein höheres Ausmaß an Restenosebildung drei Monate nach erfolgter PTCA<br />

aufwiesen. In <strong>der</strong> Studie von Van El<strong>der</strong>en et al. (1999) waren Patienten mit einem<br />

konfrontierenden Coping-Verhalten („approach coping“) einen Monat nach dem kardialen<br />

Ereignis zum Katamnesemesszeitpunkt nach 12 Monaten weniger ängstlich und depressiv,<br />

während Vermeidung sich zu diesem Zeitpunkt eher ungünstig auswirkte. Auch Verleugnung,<br />

Vermeidungsstrategien und Selbstbeschuldigung konnten als Prädiktoren von psychosomatischen<br />

Beschwerden identifiziert werden (Julkunen und Saarinen, 1994; Crumlish,1994;<br />

Garcia et al., 1994; Grossi et al., 1998). Wie die Ergebnisse einer aktuellen Studie bei<br />

Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz zeigen, haben Patienten mit einem hilflosen<br />

Coping-Stil unabhängig von <strong>der</strong> Erkrankungsschwere sogar ein größeres Sterberisiko<br />

(Murberg, 2001). Auch querschnittliche Studienergebnisse bestätigen ebenfalls die<br />

Zusammenhänge zwischen depressivem bzw. emotionsorientiertem Coping und einer<br />

schlechten medizinischen und psychosozialen Anpassung (z.B. Craney et al., 1997, Ben-Zur<br />

et al., 2000).<br />

Während die empirischen Ergebnisse zur Bedeutung depressiver Verarbeitungsstrategien im<br />

Hinblick auf den Anpassungserfolg recht konsistent zu sein scheinen, ist die Befundlage zu<br />

problemorientierten und auf die Erkrankung fokussierenden Strategien insgesamt heterogener.<br />

In <strong>der</strong> vorliegenden Untersuchung zeigen sich lediglich bivariate Zusammenhänge zwischen<br />

dem aktiven problemorientierten Coping zu T1 und T2 und <strong>der</strong> Behandlungszufriedenheit zu<br />

T4 in dem Sinne, dass Patienten mit diesem Coping-Verhalten sechs Monate nach dem Reha-<br />

Ende zufriedener mit <strong>der</strong> Behandlung sind. Auch fallen hier die bivariaten Zusammenhänge<br />

zwischen den erkrankungsbezogenen Kontrollüberzeugungen und den Maßen <strong>der</strong> Lebensqualität<br />

gering aus.<br />

In <strong>der</strong> Literatur werden einerseits Ergebnisse aus quer- und längsschnittlichen Studien<br />

berichtet, die darauf hinweisen, dass sich ein problemorientierter Umgang mit <strong>der</strong> Erkrankung<br />

positiv auf das Anpassungsergebnis auswirkt. So fanden z.B. Lowe et al. (2000) in einer<br />

Längsschnittstudie, dass problemorientiertes Coping zwei Monate nach einem Herzinfarkt<br />

einen Prädiktor für eine Reduktion von Beschwerden sechs Monate nach dem Ereignis<br />

darstellte. In <strong>der</strong> Studie von Dunbar et al. (1999) stand das problemorientierte Coping<br />

ebenfalls mit weniger emotionalen Problemen nach einer ICD-Implantation in Beziehung.<br />

Helgeson und Fritz (1999) fanden, dass Patienten nach PTCA mit positiven Erwartungen und<br />

Kontrollüberzeugungen bezüglich <strong>der</strong> eigenen Zukunft ein geringeres Risiko für erneute<br />

kardiale Ereignisse hatten. Auch in querschnittlichen Untersuchungen standen adaptive<br />

Coping-Strategien (wie Neubewerten und Problemlösen) mit weniger depressiven<br />

Symptomen und einer verbesserten Lebensqualität in Beziehung (Holahan et al., 1997; Grady<br />

et al., 1999).<br />

162


An<strong>der</strong>erseits existieren aber auch einige Studien, in denen kein o<strong>der</strong> aber sogar ein negativer<br />

Zusammenhang zwischen problemorientiertem Coping und dem Anpassungserfolg<br />

festgestellt worden ist. So hatte in <strong>der</strong> Studie von Terry (1992) das problemorientierte Coping<br />

ähnlich wie in unserer Stichprobe keinen Einfluss auf das Reha-Ergebnis. Auch in <strong>der</strong><br />

Rehabilitationslängsschnittstudie von Dörner et al. (2002) zeigen sich nur wenige<br />

Zusammenhänge zwischen diesen beiden Variablen. Negative Beziehungen zwischen dem<br />

problemorientierten Coping und <strong>der</strong> Anpassung treten beson<strong>der</strong>s im Bereich <strong>der</strong><br />

Akutversorgung und bei bevorstehenden präoperativen Belastungen auf, so dass die<br />

Adaptivität dieses Coping-Verhaltens beson<strong>der</strong>s vom Erhebungszeitpunkt abhängig zu sein<br />

scheint und bei <strong>der</strong> Interpretation <strong>der</strong> Befunde berücksichtigt werden muss. Van El<strong>der</strong>en et al.<br />

(1999) konnten zeigen, dass sich eine starke Konfrontation mit <strong>der</strong> Erkrankung zu einem<br />

frühen Zeitpunkt nach einem kardialen Ereignis negativ auf den Anpassungsprozess zu<br />

diesem Zeitpunkt auswirkt. Auch Esteve et al. (1991) fanden, dass Patienten mit geringem<br />

verleugnenden Coping-Verhalten im Akutkrankenhaus mehr psychopathologische Symptome<br />

aufwiesen. In <strong>der</strong> Querschnittstudie von Echteld et al. (2001) korrelierte im multivariaten<br />

Modell „Approach coping“ bei Patienten vor einer PTCA ebenfalls mit einer geringeren<br />

Lebensqualität. Die Befunde von Maes und Bruggemans (1990) zeigen auch Zusammenhänge<br />

zwischen „Approach“ und größerer Angst, Depression, Ärger, Unzufriedenheit,<br />

Inanspruchnahme medizinischer Versorgungssysteme und geringerem Wohlbefinden. In<br />

diesen Studien steht Vermeidung bzw. Verleugnung in einer frühen Phase <strong>der</strong> kardialen<br />

Erkrankung in positivem Zusammenhang zu einem guten Anpassungsergebnis zu diesem<br />

Zeitpunkt. Diese Ergebnisse unterstreichen klinische Erfahrungen, dass sich Verleugnung <strong>der</strong><br />

Erkrankung kurzfristig zwar günstig auswirken kann, langfristig jedoch den<br />

Anpassungsprozess erschwert (Siegrist und Siegrist, 1994). In <strong>der</strong> Studie von Agren et al.<br />

(1993) kehrten Patienten, die vor <strong>der</strong> Bypass-Operation bagatellisierendes Coping<br />

verwendeten, auch eher ins Berufsleben zurück. Dagegen weist in <strong>der</strong> vorliegenden Studie<br />

Bagatellisieren am Ende <strong>der</strong> Akutbehandlung signifikante Beziehungen zu einer schlechten<br />

Anpassung an die Erkrankung auf. Auch Lowe und Mitarbeiter (2000) konnten die adaptive<br />

Wirkung von Vermeidung in <strong>der</strong> Akutphase einer kardialen Erkrankung nicht bestätigen, so<br />

dass hier weiterer Forschungsbedarf besteht.<br />

In Übereinstimmung mit Ergebnissen <strong>der</strong> Literatur (z.B. <strong>Muthny</strong> et al., 1992; Lowe et al.,<br />

2000; Doering et. al, 2001) verwenden auch die in dieser Untersuchung befragten Patienten<br />

nach ihren Selbsteinschätzungen am häufigsten Arzt- und Compliance-bezogene Coping-<br />

Strategien und erleben diese auch als am hilfreichsten. Interessant ist allerdings in diesem<br />

Zusammenhang, dass in <strong>der</strong> vorliegenden Studie aktive und problemorientierte<br />

Verarbeitungsstrategien o<strong>der</strong> auch <strong>der</strong> Gesamtskalenwert des aktiven problemorientierten<br />

Copings wie oben beschrieben nur wenige signifikante Beziehungen zu den Outcome-<br />

Variablen einer erfolgreichen Anpasssung an die Erkrankung aufweisen. Lediglich zum<br />

Katamnesezeitpunkt korreliert das aktive problemorientierte Coping signifikant positiv mit<br />

<strong>der</strong> Behandlungszufriedenheit. Vielmehr scheinen Verarbeitungsprozesse im Hinblick auf die<br />

Anpassung am relevantesten zu sein, die auf eine depressive Verarbeitungsstruktur hinweisen.<br />

Mit Van El<strong>der</strong>en et al. (1999) lässt sich vor dem Hintergrund <strong>der</strong> geschil<strong>der</strong>ten Befundlage<br />

zusammenfassend festhalten, dass trotz anfänglicher ungünstiger Effekte die Bearbeitung des<br />

Traumas auf lange Sicht den emotionalen Distress reduzieren kann.<br />

Die Einschätzung <strong>der</strong> psychologischen Konsequenzen einer Herzerkrankung und die<br />

Entwicklung von Interventionen sollten daher auf <strong>der</strong> Grundlage <strong>der</strong> längsschnittlichen<br />

Beziehungen erfolgen. Dabei sind die Zusammenhänge erwartungsgemäß um so stärker, je<br />

enger die Erfassung <strong>der</strong> Prädiktoren und <strong>der</strong> Kriteriumsvariablen beieinan<strong>der</strong>liegen. Eine<br />

163


mögliche Erklärung für die Heterogenität <strong>der</strong> empirischen Befunde ergibt sich zum einen aus<br />

dem unterschiedlichen Untersuchungsdesign <strong>der</strong> verschiedenen Studien. So kann die<br />

Verwendung einzelner Strategien und ihre Adaptivität abhängig von <strong>der</strong> Art <strong>der</strong> Erkrankung,<br />

dem Zeitpunkt <strong>der</strong> Befragung und den möglichen, aktuell vorliegenden Belastungsfaktoren<br />

(wie z.B. eine Operation) sein. Außerdem scheint auch das Erhebungsinstrumentarium einen<br />

beson<strong>der</strong>en Einfluss auf die Ergebnisse <strong>der</strong> Studien zu haben. Gerade in bezug auf das<br />

Coping-Verhalten werden zum Teil recht unterschiedliche Inventare mit unterschiedlichen<br />

Gütekriterien eingesetzt, so dass die Vergleichbarkeit zwischen den einzelnen Studien hier<br />

sehr begrenzt ist. Möglicherweise kann auch <strong>der</strong> Prozesscharakter <strong>der</strong> Coping-Bemühungen<br />

nur unzureichend mittels den eingesetzten Methoden erfasst werden.<br />

9.8.3 Vergleich zwischen Selbst- und Fremdeinschätzungen des Copings<br />

Vergleiche zwischen <strong>der</strong> Selbsteinschätzung des Coping-Verhaltens mittels FKV-Skalen<br />

durch die Patienten und <strong>der</strong> Fremdeinschätzung durch den untersuchenden Psychologen<br />

zeigen, dass die Angaben <strong>der</strong> Patienten zu den verschiedenen Coping-Modi mit einer<br />

Ausnahme im Mittel signifikant unterhalb <strong>der</strong> Werte <strong>der</strong> Fremdeinschätzungen liegen. Im<br />

Hinblick auf das aktive problemorientierte Coping jedoch schätzen sich die Patienten höher<br />

ein, als <strong>der</strong> interviewende Psychologe dies tut, was durch das Problem <strong>der</strong> sozialen<br />

Erwünschtheit o<strong>der</strong> aber auch durch das Selbstideal <strong>der</strong> Patienten bedingt sein könnte.<br />

Bivariate Korrelationen zwischen den Coping-Skalen in Selbst- und Fremdeinschätzung<br />

zeigen sich vor allem zum zweiten Messzeitpunkt, während zum ersten Messzeitpunkt diese<br />

Beziehungen geringer ausfallen. Vor allem die depressive Verarbeitung, Religiosität und<br />

aktives Coping korrelieren jeweils in den beiden verschiedenen Einschätzungen zum Reha-<br />

Beginn miteinan<strong>der</strong>. Dies zeigt, dass Übereinstimmungen beim depressiven Verhalten, beim<br />

aktiven Coping und <strong>der</strong> Religiosität leichter zu erreichen sind, da sie zum Teil offensichtlich<br />

sind bzw. direkt aus den Patientenäußerungen vom beurteilenden Psychologen abgeleitet<br />

werden können. Fehlende signifikante Korrelationen am Ende <strong>der</strong> Akut-Behandlungen<br />

können möglicherweise darauf zurückgeführt werden, dass zu diesem frühen Zeitpunkt die<br />

Patienten noch selbstwertschützende bzw. –stabilisierende Angaben machen, indem sie zum<br />

Beispiel weniger ausgeprägt depressive Coping-Verhaltenweisen angeben.<br />

Die Ergebnisse zum bivariaten Zusammenhang zwischen den Fremdeinschätzungen des<br />

Coping-Verhaltens und den Lebensqualitätsindikatoren liefern ein ähnliches Bild wie die<br />

Zusammenhänge zu den Selbsteinschätzungen <strong>der</strong> Patienten. In bezug auf die FKV-Skalen<br />

zeigt sich durchgängig sowohl zum ersten Messzeitpunkt am Ende <strong>der</strong> Akutbehandlung als<br />

auch zum Reha-Beginn die Bedeutung <strong>der</strong> depressiven Verarbeitung und damit<br />

zusammenhängen<strong>der</strong> Coping-Prozesse, während aktive und problemorientierte<br />

Verarbeitungsprozesse eher nur eine unbedeutende Rolle spielen. Diese Beziehungen lassen<br />

sich auch im multivariaten Modell mit den FKV-Skalen als Prädiktoren für die<br />

unterschiedlichen Lebensqualitätsindikatoren feststellen. Bis auf zwei Ausnahmen leistet nur<br />

die depressive Verarbeitung einen signifikanten Erklärungsbeitrag für die Zielkriterien. Die<br />

Zusammenhänge sind wie<strong>der</strong>um bei <strong>der</strong> Depression erwartungsgemäß am deutlichsten<br />

ausgeprägt, wenn auch die Selbsteinschätzungen in ihrer Prädiktionsleistung insgesamt höher<br />

ausfällt. Zu berücksichtigen ist allerdings bei <strong>der</strong> Interpretation <strong>der</strong> Fremdeinschätzungen,<br />

dass es sich bei den emotionalen bzw. depressiv-gefärbten Verarbeitungsprozessen um in <strong>der</strong><br />

Interviewsituation deutlich erkennbare bzw. „offensichtlichere“ Prozesse handelt, während<br />

die aktiven Coping-Modi vom klinischen Eindruck her schwieriger zu erfassen sind und sich<br />

164


letztlich eher auf die Aussagen <strong>der</strong> Patienten stützen müssen. Dabei sind insgesamt die<br />

Zusammenhänge zwischen dem Reha-Beginn und den beiden letzten Messzeitpunkten<br />

deutlicher ausgeprägt, was an den kürzeren Zeitabständen zwischen den Messungen liegen<br />

dürfte. Daher lässt sich erwartungsgemäß schlussfolgern, dass je kürzer die Messzeitpunkte<br />

<strong>der</strong> Einschätzungen auseinan<strong>der</strong>liegen, desto höher sind die Korrelationen zwischen den<br />

einzelnen Coping-Modi und den Lebensqualitätsindikatoren.<br />

Im Hinblick auf die Prädiktionsleistung von Coping sowohl in Selbst- als auch in<br />

Fremdeinschätzung ist daher abschließend festzuhalten, dass bereits eine detaillierte<br />

Erfassung des Coping-Verhaltens im Akutbereich sinnvoll ist. Dabei sind beson<strong>der</strong>s die<br />

emotionsorientierten bzw. depressiven Verarbeitungswege zu berücksichtigen. Allerdings<br />

fallen die Zusammenhänge mit den späteren Messzeitpunkten nicht so hoch aus, da zu diesem<br />

Zeitpunkt die Verarbeitungswege möglicherweise in Spektrum und Ausprägung vielfältiger<br />

sind.<br />

9.8.4 Die Bedeutung von Selbstwirksamkeit, sozialer Unterstützung und Zynismus<br />

Die Selbstwirksamkeit scheint bivariat nur zu Reha-Beginn, nicht aber am Ende <strong>der</strong><br />

Akutbehandlung mit einzelnen Maßen <strong>der</strong> Lebensqualität in Beziehung zu stehen. Vor allem<br />

Patienten mit hohen Selbstwirksamkeitserwartungen sind zu Reha-Beginn weniger ängstlich<br />

und haben weniger somatische Beschwerden am Reha-Ende und zur Katamnese. Multivariat<br />

dagegen steht die Selbstwirksamkeit sowohl zu T1 als auch zu T2 beson<strong>der</strong>s mit <strong>der</strong><br />

Lebenszufriedenheit in positivem Zusammenhang. Allerdings sind die Beziehungen nicht so<br />

stark und konsistent, wie an<strong>der</strong>e empirische Ergebnisse erwarten lassen. Terry (1992) stellte<br />

bei Herzinfarkt-Patienten mit einer hohen Selbstwirksamkeitserwartung weniger psychische<br />

Symptome fest. Sullivan et al. (1998) konnten zeigen, dass Koronarpatienten nach einer<br />

Katheteruntersuchung mit hohen Selbstwirksamkeitserwartungen in bezug auf das Aufrechterhalten<br />

des Funktionsniveaus und die Kontrolle kardialer Symptome ein besseres physisches<br />

und soziales Funktionsniveau sechs Monate nach dem Eingriff aufwiesen, wobei Angst,<br />

Depression, Erkrankungsschwere und demographische Faktoren kontrolliert wurden. Ewart<br />

(1995) hebt hevor, dass die Berücksichtigung von Selbstwirksamkeitserwartungen das<br />

Verständnis von den psychischen Reaktionen kardiologischer Patienten erleichtere und dass<br />

viele Patienten eben ihre körperliche Leistungsfähigkeit nicht angemessen wahrnähmen. Im<br />

Modell von Schrö<strong>der</strong> et al. (1998) stellt die Selbstwirksamkeit als habituelles Merkmal eine<br />

persönliche Ressource und den wichtigsten indirekten Prädiktor für Coping-Verhalten und<br />

Anpassung dar. In <strong>der</strong> Studie von Elizur und Hirsh (1999) korrelierte zwar die vor <strong>der</strong><br />

Bypass-OP erfasste Selbstwirksamkeit positiv mit <strong>der</strong> psychosozialen Anpassung zwei<br />

Monate nach dem Eingriff. Dieser Zusammenhang verschwand allerdings nach Kontrolle <strong>der</strong><br />

Baseline-Messung <strong>der</strong> Anpassungsindikatoren.<br />

In bezug auf die Vergleichbarkeit <strong>der</strong> Ergebnisse zur Bedeutung <strong>der</strong> Selbstwirksamkeit ist die<br />

Operationalisierung des Konstrukts entscheidend, nämlich ob eher ein stabiles Persönlichkeitsmerkmal<br />

o<strong>der</strong> aber eine erkrankungsbezogene Selbstwirksamkeitserwartung erfasst<br />

werden soll. Wie verschiedene Studien zur Verän<strong>der</strong>ung von Selbstwirksamkeit zeigen (z.B.<br />

Oldridge und Rogowski, 1990; Toobert et al., 1998) können <strong>der</strong>artige Überzeugungen und<br />

Einstellungen wirksam verän<strong>der</strong>t und verbessert werden. In <strong>der</strong> vorliegenden Studie<br />

verän<strong>der</strong>ten sich die Selbstwirksamkeitserwartungen nicht über den Rehabilitationsverlauf.<br />

Dabei lagen die jeweiligen Mittelwerte zu den verschiedenen Messzeitpunkten alle über dem<br />

entsprechenden Skalenmittelwert von 2.<br />

165


Die soziale Unterstützung weist sowohl im bivariaten als auch im multivariaten Modell<br />

signifikante Beziehungen zu den erhobenen Maßen <strong>der</strong> Lebensqualität auf. Patienten, die von<br />

einer guten sozialen Unterstützung berichten, haben am Ende <strong>der</strong> Rehabilitation und zur<br />

Katamnese sechs Monate später eine höhere Lebensqualität. Dazu passt, dass auch die Suche<br />

nach sozialer Einbindung über den Rehabilitationsverlauf an Bedeutung zunimmt (siehe<br />

oben).<br />

Bereits Hemingway und Marmot (1999), Titscher und Schöppl (2000) sowie An<strong>der</strong>son et al.<br />

(1996) haben die positive Bedeutung <strong>der</strong> sozialen Unterstützung für den weiteren<br />

Krankheitsverauf bei kardiologischen Patienten hervorgehoben. Die soziale Unterstützung<br />

scheint dabei über das Coping Einfluss auf die Anpassung und den Erholungsprozess zu<br />

nehmen, wie z.B. Schrö<strong>der</strong> et al. (1998) zeigen konnten. Auch Holahan und Mitarbeiter<br />

(1997a) bestätigten diese Beziehungen in ihrem Modell. Die negativen Zusammenhänge<br />

zwischen Depression und positiven Aspekten sozialer Beziehungen wurden in dieser Studie<br />

über das Coping-Verhalten <strong>der</strong> Patienten vermittelt. Auch an<strong>der</strong>e Studien unterstreichen die<br />

Bedeutung sozialer Bezugspersonen für den Anpassungsprozess <strong>der</strong> Patienten (z.B. Ben-Zira<br />

und Eliezer, 1990; Terry, 1992; Hoffmann et al., 1995; Sojima et al., 1999).<br />

Damit stimmen die Ergebnisse <strong>der</strong> vorliegenden Studie mit vielen Befunden in <strong>der</strong> Literatur<br />

überein. Diese Wirkung <strong>der</strong> sozialen Unterstützung ist demnach ein stabiler Effekt und sollte<br />

dementsprechend bei <strong>der</strong> Behandlung von kardiologischen Erkrankungen verstärkt<br />

berücksichtigt werden (siehe unten).<br />

Zynische Einstellungen und Überzeugungen wurden in <strong>der</strong> vorliegenden Untersuchung mit<br />

Hilfe einer neukonstruierten Skala erfasst, die aus den drei Unterskalen „Zynismus“, „Zweifel<br />

an Altruismus“ und „Amoralischer Opportunismus“ besteht (s. oben). Ein Anliegen <strong>der</strong><br />

vorliegenden Studie bestand auch darin, diese neu entwickelte Zynismusskala auch bereits in<br />

<strong>der</strong> Akutbehandlung einzusetzen und die Aussagekraft dieser Variable im Hinblick auf das<br />

Reha-Ergebnis zu untersuchen. Es zeigte sich, dass beson<strong>der</strong>s die Skala „Zynismus“<br />

(gemessen zu T1) signifikante Korrelationen mit den Lebensqualitätsmaßen aufwies, während<br />

die Zusammenhänge zwischen diesen Maßen und <strong>der</strong> Skala „Zynismus“ (gemessen zu T2)<br />

geringer ausfielen bzw. nicht mehr signifikant wurden. Die beiden an<strong>der</strong>en Zynismusskalen<br />

zeigten kaum signifikante Zusammenhänge mit den Lebensqualitätsmaßen. In <strong>der</strong><br />

Rehabilitationslängsschnittstudie (Studie 2) konnten dagegen fast keine signifikanten<br />

Beziehungen zwischen den Zynismusskalen zum Reha-Beginn und den verschiedenen<br />

Variablen zur Erfassung <strong>der</strong> Lebensqualität zum Reha-Ende und sechs Monate später<br />

festgestellt werden. Die Skala „Zynismus“ war sogar überhaupt nicht signifikant mit diesen<br />

Maßen assoziiert. Anscheinend ist <strong>der</strong> Faktor Zynismus bzw. Feindseligkeit nur dann ein<br />

Prädiktor für das Reha-Ergebnis, wenn er in <strong>der</strong> Akutversorgung erfasst wird. Ein weiterer<br />

Hinweis könnte in <strong>der</strong> unterschiedlichen Stichprobenzusammensetzung <strong>der</strong> beiden Teilstudien<br />

liegen.<br />

In <strong>der</strong> Literatur wird die Rolle <strong>der</strong> Feindseligkeit bzw. des Zynismus ebenfalls kontrovers<br />

diskutiert (Mittag, 1999; Myrtek, 2000). Auch in <strong>der</strong> hier beschriebenen Studie kann nicht<br />

abschließend geklärt werden, ob dieser Faktor eine „toxische“ Komponente besitzt und wann<br />

diese im Erkrankungsverlauf relevant wird. Es stellt sich dabei die Frage, warum dieser<br />

Faktor als überdauerndes habituelles Persönlichkeitsmerkmal während des Reha-Aufenthaltes<br />

fast keinen Einfluss auf das Reha-Ergebnis zu haben scheint. Auch zur Entstehung <strong>der</strong> KHK<br />

können keine Aussagen diesbezüglich gemacht werden, da zum Zeitpunkt <strong>der</strong> Befragung die<br />

kardiale Erkrankung bereits weit fortgeschritten war. Außerdem ist anzumerken, dass sich die<br />

Stichprobe nicht nur aus Patienten mit einer KHK zusammensetzte, son<strong>der</strong>n auch z.B.<br />

166


Herzklappenpatienten befragt wurden. Weitere prospektive Untersuchungen zwischen diesen<br />

Zusammenhängen sind zur Klärung <strong>der</strong> Frage erfor<strong>der</strong>lich. Wie allerdings die obigen<br />

Ausführungen auch zum Zusammenhang <strong>der</strong> depressiven Verarbeitung andeuten, scheint<br />

beson<strong>der</strong>s <strong>der</strong> depressiv-gestimmte Zyniker im weiteren Verlauf <strong>der</strong> Erkrankung gefährdet zu<br />

sein, eine schlechte psychosoziale Anpassung an die Erkrankung zu entwickeln. Unklar ist<br />

allerdings weiterhin <strong>der</strong> pathophysiologische Wirkungsmechanismus.<br />

9.8.5 Die Bedeutung medizinischer Daten<br />

Weiterhin ließen sich nur wenige signifikante Zusammenhänge zwischen <strong>der</strong> Schwere <strong>der</strong><br />

kardialen Erkrankung (operationalisiert als Anzahl <strong>der</strong> betroffenen Gefäße, NYHA-Stadium,<br />

Erkrankungsdauer und maximale Ergometerleistung in <strong>der</strong> Reha-Klinik) und dem<br />

Anpassungserfolg feststellen. Lediglich in <strong>der</strong> multiplen Regressionsanalyse zeigen sich<br />

signifikante Zusammenhänge. So haben Patienten mit einer geringen Ergometerleistung zu<br />

Reha-Beginn zum Katamnesemesszeitpunkt mehr somatische Beschwerden. Der aufgeklärte<br />

Varianzanteil ist dabei mit 9% aber sehr gering. Auch geben Patienten mit depressivem<br />

Coping-Verhalten und einer langen Krankheitsdauer zu T1 vermehrt Somatisierungssymptome<br />

am Ende <strong>der</strong> Reha-Maßnahme an. Auch hier zeigt sich in Übereinstimmung mit<br />

Befunden aus <strong>der</strong> Literatur, dass die Bedeutung medizinischer Parameter bei <strong>der</strong><br />

Einschätzung <strong>der</strong> Lebensqualität und Anpassung an die Herzerkrankung nicht zu stark<br />

gewichtet werden darf. In unserer Rehabilitationslängsschnittstudie (Studie 2) zeigten sich<br />

ebenfalls nur wenige signifikante Zusammenhänge zwischen diesen Variablen.<br />

Auch in den Studien von Terry (1992) und Rogner et al. (1994) steht die Erkrankungsschwere<br />

nicht mit <strong>der</strong> Anpassung in Zusammenhang. In <strong>der</strong> Untersuchung von Boudrez & DeBacker<br />

(2001) an über 300 Patienten nach Bypass-OP leisteten medizinische Daten auch keinen<br />

Erklärungsbeitrag zur Vorhersage des Rehabilitationsergebnisses. Grady et al. (1999) stellten<br />

ebenfalls keine signifikanten Beziehungen zwischen Coping-Strategien und <strong>der</strong> Dauer des<br />

Krankenhausaufenthaltes nach einer Herztransplantation fest. Auch rehospitalisierte Patienten<br />

mit chronischer Herzinsuffizienz unterschieden sich nicht von den nicht rehospitalisierten<br />

Patienten bezüglich des Ausmaßes <strong>der</strong> Herzinsuffizienz (Bennett et al., 1997). Allerdings<br />

identifizierten z.B. Hoffmann et al. (1995) das Alter, die Schwere des Infarkts,<br />

belastungsinduzierte Ischämien, Risikofaktoren sowie das Fehlen körperlicher Aktivität als<br />

medizinische Prädiktoren eines schlechten medizinischen Ergebnisses ein Jahr nach einem<br />

Herzinfarkt.<br />

Wie diese heterogenen Ergebnisse verdeutlichen, scheint die alleinige Berücksichtigung<br />

medizinischer Faktoren bei <strong>der</strong> Beurteilung <strong>der</strong> Prognose nicht auszureichen. Vielmehr<br />

müssen die unterschiedlichen Coping-Verhaltensweisen berücksichtigt werden, die sich<br />

außerdem im weiteren Verlauf <strong>der</strong> Erkrankung än<strong>der</strong>n können (s. Heim et al., 1993). In<br />

unserer Studie lässt sich außerdem in Übereinstimmung mit den Ergebnissen von Denollet<br />

und DePotter (1992) kein Zusammenhang zwischen den medizinischen Parametern und den<br />

Coping-Modi feststellen, so dass <strong>der</strong> zugrundeliegende Wirkungsmechanismus weiterer<br />

Untersuchungen bedarf.<br />

167


9.8.6 Verän<strong>der</strong>ung von psychosozialen Zielkriterien <strong>der</strong> Rehabilitation<br />

Die Lebenszufriedenheit steigt bei den Befragten über den Verlauf an und weist insgesamt<br />

hohe Ausprägungen auf. Alle Mittelwerte liegen im Bereich zwischen 3,5 und 4,0 (bezogen<br />

auf eine fünf-stufige Ratingsskala). Damit scheinen die befragten Patienten trotz <strong>der</strong><br />

Chronizität ihrer Erkrankung und des zum Teil schwerwiegenden Eingriffs im großen und<br />

ganzen mit ihrem Leben zufrieden zu sein.<br />

Dieses Ergebnis stimmt mit den in <strong>der</strong> Literatur berichteten Ergebnissen überein.<br />

Lebensqualität wird dabei wie in unserer Studie als Ergebniskriterium <strong>der</strong> Anpassung an die<br />

Herzerkrankung erfasst. Im Längsschnitt verbesserte sich meist die Lebensqualität mittels<br />

psychosozialer Interventionen. Lisspers et al. (1999) stellten z.B. signifikante Verbesserungen<br />

<strong>der</strong> selbstberichteten Lebensqualität bei Patienten fest, die an einem Rehabilitationsprogramm<br />

zur Verhaltensän<strong>der</strong>ung und zur sekundären Prävention einer koronaren Herzerkrankung<br />

teilnahmen. Ades et al. (2000) verglichen die Standardbehandlung mit einem ambulanten<br />

Reha-Programm zu Hause und fanden keine Unterschiede bezüglich <strong>der</strong> Wirksamkeit in <strong>der</strong><br />

Verbesserung <strong>der</strong> Lebensqualität. Dagegen führte in <strong>der</strong> Studie von Trzcieniecka und Steptoe<br />

(1996) ein zehnwöchiges Stressmanagement-Training im Vergleich zur Standardbehandlung<br />

beson<strong>der</strong>s im Bereich <strong>der</strong> Lebensqualität zu signifikanten Verbesserungen. Arthur et al.<br />

(2000) konnten ebenfalls zeigen, dass durch eine präoperative psychosoziale Intervention<br />

(bestehend aus Schulungen, körperlichen Übungen und Verstärkungen durch eine<br />

Krankenschwester) die gesundheitsbezogene Lebensqualität von Bypass-Patienten noch nach<br />

sechs Monaten im Vergleich zu einer Warte-Kontrollgruppe besser war.<br />

Im Gegensatz zur Lebenszufriedenheit nimmt in <strong>der</strong> vorliegenden Studie die Zufriedenheit<br />

mit <strong>der</strong> Behandlung über den Verlauf ab. Möglicherweise sind die Patienten zwar anfangs<br />

noch optimistisch in bezug auf ihre Erkrankung, aber dann nach sechs Monaten feststellen,<br />

dass das Leben mit einer chronischen Herzerkrankung mit vielen Schwierigkeiten verbunden<br />

ist und eine Umstellung ihrer bisherigen Lebensweise erfor<strong>der</strong>lich macht, was sich dann in<br />

einer reduzierten Zufriedenheit mit <strong>der</strong> Wirksamkeit <strong>der</strong> Behandlung äußert.<br />

Eine signifikante Reduktion in den Angaben zur Angst zeigt sich vom ersten zum dritten<br />

Messzeitpunk. Danach steigen die Werte wie<strong>der</strong> zum Katamnesemesszeitpunkt signifikant an.<br />

Betrachtet man diesen Verlauf, so liegt <strong>der</strong> Schluss nahe, dass erwartungsgemäß die<br />

Rehabilitationsbehandlung zu einer Reduktion von Angst und Unsicherheit bei den Patienten<br />

geführt hat. Der leicht signifikante Anstieg zum letzten Messzeitpunkt ist wohl auf die<br />

relative geringe Stichprobengröße zurückzuführen. Hier wäre anhand einer umfangreicheren<br />

Stichprobe zu untersuchen, ob die Patienten sechs Monate nach <strong>der</strong> Therapie tatsächlich<br />

wie<strong>der</strong> substantiell mehr Angstsymptome angeben. Erste Hinweise zeigen sich auch in <strong>der</strong><br />

von uns durchgeführten Rehabilitations-Längsschnittstudie mit den Messzeitpunkten Reha-<br />

Beginn, Reha-Ende und Katamnese nach sechs Monaten (Dörner et al., Abschlussbericht<br />

2002). Hier nahmen Angst- und Somatisierungssymptome im Verlauf des Reha-Aufenthalts<br />

zwar signifikant ab, stiegen aber anschließend zum letzten Messzeitpunkt wie<strong>der</strong> in den<br />

Bereich des Ausgangsniveaus.<br />

Diese Ergebnisse legen die Vermutung nahe, dass die therapeutischen Effekte nur kurzfristig<br />

anhalten und im weiteren Verlauf wie<strong>der</strong> Angst und Unsicherheiten auftreten, was ein<br />

höheres Risiko für weitere kardiale Ereignisse darstellen könnte (vgl. Hemingway und<br />

Marmot, 1999; Moser und Dracup, 1996). Zur Klärung dieser Frage wären weitere Followup-Untersuchungen<br />

notwendig.<br />

168


Die Somatisierung nimmt über den gesamten Verlauf ab. Die Patienten geben zum vierten<br />

Messzeitpunkt signifikant weniger somatische Symptome an als zum zweiten Messzeitpunkt.<br />

Hier zeigt sich <strong>der</strong> körperliche Genesungsprozess, <strong>der</strong> beson<strong>der</strong>s für die Patienten nach<br />

Bypass-OP aufgrund heilen<strong>der</strong> Operationsfolgen deutlich werden dürfte.<br />

Die Depression weist über den gesamten Verlauf keine signifikanten Verän<strong>der</strong>ungen auf.<br />

Tendenziell ist jedoch eine Zunahme depressiver Symptome zum Katamnesemesszeitpunkt<br />

hin festzustellen ist, so dass wie<strong>der</strong> das Ausgangsniveau zum ersten bzw. zweiten<br />

Messzeitpunkt erreicht wird. In <strong>der</strong> Rehabilitations-Längsschnittstudie (Studie 2) verän<strong>der</strong>te<br />

sich die depressive Symptomatik von den beiden ersten Messzeitpunkten jeweils zum<br />

Katamnesemesszeitpunkt.<br />

Insgesamt ist festzuhalten, dass die psychosomatischen Symptome eher gering ausgeprägt<br />

sind, wobei die Patienten mehr Somatisierungssymptome als Angst o<strong>der</strong> Depression angeben.<br />

Alle jeweiligen Mittelwerte befinden sich noch unterhalb des Skalenmittelwertes von 2,5<br />

bezogen auf die Item-standardisierte Skala. Die hier verwendete BSI-Skala scheint möglicherweise<br />

nicht das geeignete Instrument zu sein, um psychosomatische Aspekte bei<br />

Herzerkrankungen angemessen und differenziert abzubilden. Hier würde <strong>der</strong> vergleichende<br />

Einsatz zweier unterschiedlicher Inventare Aufschluss geben können.<br />

9.8.7 Vergleich zwischen wie<strong>der</strong> erwerbstätigen und nicht wie<strong>der</strong> erwerbstätigen<br />

Patienten<br />

Weiterhin unterschieden sich Patienten, die sechs Monate nach <strong>der</strong> Rehabilitationsmaßnahme<br />

wie<strong>der</strong> im Erwerbsleben standen, und sechs Monate nach dem Reha-Aufenthalt berentete<br />

Patienten nicht in medizinischen, aber auch nicht in den von uns erhobenen psychosozialen<br />

Ausgangsvariablen o<strong>der</strong> in den Outcome-Variablen zum ersten Messzeitpunkt. Berufsrückkehrer<br />

waren allerdings im Mittel erwartungsgemäß jünger als die berenteten Patienten. Das<br />

Alter stellte ebenfalls im logistischen Regressionsmodell einen signifikanten Prädiktor dar. In<br />

<strong>der</strong> Studie von Dörner et al. (2002) unterschieden sich Berufsrückkehrer und berentete<br />

Patienten im univariaten Modell ebenfalls im Alter, außerdem aber noch im Hinblick auf die<br />

depressive Verarbeitung und die Suche nach sozialer Einbindung. Im logistischen<br />

Regressionsmodell wurden dann allerdings nur noch die Ergebnisse zu den beiden Coping-<br />

Prozessen signifikant, während das Alter keine Rolle mehr spielte. Berufsrückkehrer<br />

verwendeten danach mehr depressives Coping und weniger die Suche nach sozialer<br />

Einbindung. Möglicherweise hängen diese geschil<strong>der</strong>ten Ergebnisse zum Alterseffekt mit den<br />

spezifischen Bedingungen des Rehabilitationssystems und <strong>der</strong> Arbeitsmarktsituation in<br />

Deutschland zusammen. Julkunen und Saarinen (1994) fanden zum Beispiel, dass depressive<br />

Resignation und Verleugnung die besten Prädiktoren sowohl für die Berufsrückkehr ein Jahr<br />

nach einem Myokardinfarkt als auch für den selbstberichteten Gesundheitsstatus darstellte.<br />

Auch Soejima et al. (1999) konnten zeigen, dass japanische Herzinfarktpatienten mit<br />

internaler gesundheitsbezogener Kontrollüberzeugung eher ins Erwerbsleben zurückkehrten.<br />

Eine verspätete Aufnahme <strong>der</strong> beruflichen Tätigkeit stand mit großen Gesundheitssorgen,<br />

geringer sozialer Unterstützung und <strong>der</strong> Unfähigkeit zusammen, Zusammenhänge zwischen<br />

Stress, Coping und Krankheit zu erkennen. Medizinische Parameter spielten dabei ebenfalls<br />

keine Rolle. Freidl et al. (1993) fanden dagegen keine Zusammenhänge zwischen <strong>der</strong><br />

psychischen Bewältigung und <strong>der</strong> Erwerbstätigkeit. Dagegen stellte in <strong>der</strong> Studie von Agren<br />

et al. (1993) <strong>der</strong> Coping-Stil den wichtigsten Prädiktor für die Rückkehr in den Beruf dar.<br />

169


Patienten, die ein Jahr nach einer Bypass-OP wie<strong>der</strong> erwerbstätig waren, hatten vor <strong>der</strong><br />

Operation die Krankheit und ihre Konsequenzen bagatellisiert. Allerdings ist in dieser Studie<br />

die untersuchte Stichprobe mit 36 Patienten recht klein, was die Aussagefähigkeit<br />

einschränkt. Eine abschließende Bewertung <strong>der</strong> Zusammenhänge zwischen Prädiktorvariablen<br />

und dem Kriterium <strong>der</strong> Wie<strong>der</strong>erlangung <strong>der</strong> Erwerbsfähigkeit ist zum jetzigen Zeitpunkt<br />

aufgrund <strong>der</strong> heterogenen Befundlage nicht möglich. Die Kenntnis <strong>der</strong>artiger Variablen würde<br />

allerdings dazu beitragen, den „Risikopatienten“ gezielte Interventionen anbieten zu können.<br />

Auch wenn sich in <strong>der</strong> vorliegenden Stichprobe keine Zusammenhänge mit <strong>der</strong> depressiven<br />

Verarbeitung zeigen, scheint es viele Hinweise aus an<strong>der</strong>en Studien zu geben, die einen<br />

negativen Zusammenhang nahelegen.<br />

9.8.8 Einschränkungen und Verbesserungsmöglichkeiten<br />

Im folgenden sollen kurz einige methodische Einschränkungen <strong>der</strong> Studie und Verbesserungsmöglichkeiten<br />

diskutiert werden.<br />

Bei <strong>der</strong> Interpretation <strong>der</strong> gesamten Ergebnisse ist zu berücksichtigen, dass einige <strong>der</strong><br />

Patienten aufgrund verän<strong>der</strong>ter Zuweisungen zu den verschiedenen Reha-Einrichtungen eine<br />

ambulante Rehabilitationsmaßnahme erhalten haben, was die Vergleichbarkeit reduziert. Um<br />

die Erreichung einer angemessenen Stichprobengröße zu gewährleisten, mussten allerdings<br />

auch diese Patienten in die Untersuchung mit aufgenommen werden. Die Therapieangebote<br />

zwischen <strong>der</strong> ambulanten Einrichtung und den stationären Reha-Kliniken sind aber nach<br />

Durchsicht <strong>der</strong> entsprechenden Informationsbroschüren und Gesprächen mit den jeweils<br />

leitenden Ärzten als relativ äquivalent einzuschätzen. Ein Vergleich <strong>der</strong> Wirkungen bei<strong>der</strong><br />

Rehabilitationsformen auch im Hinblick auf die Krankheitsverarbeitung kann im Rahmen<br />

dieser Arbeit aufgrund <strong>der</strong> geringen Fallzahlen ambulanter Patienten allerdings nicht geleistet<br />

werden. Weiterhin zeichnet sich die untersuchte Stichprobe in bezug auf die Krankheitsbil<strong>der</strong><br />

insgesamt durch eine recht große Heterogenität aus. Der im Projektantrag angegebenen<br />

Stichprobenzusammensetzung wurde von den Gutachtern allerdings zugestimmt. Zur<br />

Verbesserung <strong>der</strong> Aussagekraft wäre neben einem ausreichend großen Stichprobenumfang<br />

eine Parallelisierung <strong>der</strong> Patienten vor allem hinsichtlich <strong>der</strong> relevanten Variablen Diagnose,<br />

Alter und Geschlecht, möglichst aber auch Schweregrad <strong>der</strong> kardialen Erkrankung, sinnvoll.<br />

Eine weitere Verbesserungsmöglichkeit bestünde darin, neben den psychosozialen Ergebniskriterien<br />

zum Katamnesemesszeitpunkt außerdem kardiologische Funktionsparameter zu<br />

erfassen, um ein differenzierteres Bild des Krankheitsstatus zu bekommen.<br />

Trotz dieser Einschränkungen kann aber davon ausgegangen werden, dass die hier berichteten<br />

Ergebnisse einen Beitrag leisten, das Verständnis und die Therapiemöglichkeiten für<br />

Patienten mit kardiologischen Erkrankungen zu verbessern, und eine Basis für weitere<br />

Forschungsvorhaben auf diesem Gebiet darstellen können.<br />

9.8.9 Ausblick<br />

Aus den vorliegenden Ergebnissen lassen sich die folgenden Schlussfolgerungen für die<br />

zukünftige Forschung und Behandlungspraxis ziehen.<br />

1. Teilstudie des Projekts PW4 des Nordrheinwestfälischen Forschungsverbundes<br />

Rehabilitationswissenschaften leistet die vorliegende Studie einen Beitrag für zukünftige<br />

Forschung auf dem Gebiet <strong>der</strong> Krankheitsverarbeitung bei kardiologischen Patienten und<br />

170


ermöglicht weitere hypothesengeleitete Untersuchungen mit einem auf diese spezielle<br />

Patientengruppe validierten Assessment-Verfahren.<br />

So könnte zum Beispiel in einer Folgeuntersuchung die Bedeutung von mittel- und<br />

langfristigen Prädiktoren (vor allem Coping, subjektive Theorien, Selbstwirksamkeitserwartungen,<br />

soziale Unterstützung und Psychopathologie) für den langfristigen<br />

Rehabilitationsverlauf, für einen erneuten Infarkt bzw. für die Überlebenswahrscheinlichkeit<br />

im Längsschnitt über einen längeren Zeitraum untersucht werden (vgl. auch Murberg,<br />

2001).<br />

Weiterhin könnte auf <strong>der</strong> Grundlage <strong>der</strong> vorliegenden Untersuchungsergebnisse eine<br />

Methodikstudie durchgeführt werden, die einen Beitrag zur besseren Differenzierung von<br />

Depression, depressiver Verarbeitung und Trauerarbeit leisten könnte.<br />

2. Für die Behandlungspraxis resultieren aus den Ergebnissen Konsequenzen für die<br />

Diagnostik psychosozialer Risikofaktoren, für die entsprechende Therapie sowie für die<br />

Qualifizierung des medizinischen Personals durch entsprechende Fortbildungsmaßnahmen.<br />

a) Diagnostik von psychosozialen Risikofaktoren und Therapie<br />

Für die kardiologische Behandlungspraxis kann aus den Ergebnissen ein psychopathologisches<br />

Screening-Instrument zur Diagnostik relevanter psychosozialer Risikofaktoren<br />

entwickelt werden, das so früh wie möglich in <strong>der</strong> Behandlung einsetzbar ist.<br />

Weiterhin erscheint es sinnvoll, gefährdete Patienten, bei denen vor allem eine<br />

Depressionstherapie indiziert ist, möglichst früh für eine <strong>der</strong>artige Behandlung zu<br />

motivieren und sie emotional zu unterstützen. Bereits in <strong>der</strong> Akut-Behandlung können so<br />

die Weichen für eine kontinuierliche Depressionsbehandlung von <strong>der</strong> Akutversorgung<br />

über die Rehabilitationsbehandlung bis zur weiterführenden ambulanten bzw. auch<br />

stationären Psychotherapie nach <strong>der</strong> Entlassung gestellt und damit eine optimale<br />

Patientenversorgung ermöglicht werden (Schnittstellen-Funktion des Krankenhaus- bzw.<br />

Rehabilitationspsychologen).<br />

Dies erscheint relevant, da Depressionen sowohl an <strong>der</strong> Entstehung koronarer<br />

Erkrankungen beteiligt sein, als auch sich ungünstig auf den weiteren Verlauf auswirken<br />

(vgl. Hemingway und Marmot, 1999) und damit zu einem erneuten Infarkt führen können<br />

(Frasure-Smith et al., 2000).<br />

Jedoch zeigen verschiedene Meta-Analysen, dass kognitiv-behaviorale Therapieangebote<br />

in <strong>der</strong> Rehabilitation zur Depressionsbehandlung nicht immer wirksam sind. Während in<br />

<strong>der</strong> Meta-Analyse von Linden et al. (1996) psychologischer Distress mittels kognitivbehavioraler<br />

Therapien reduziert werden konnte, konnten Dusseldorp et al. (1999) keine<br />

signifikanten Effekte feststellen. Da die Dauer des Rehabilitationsaufenthaltes in <strong>der</strong><br />

Regel auf drei o<strong>der</strong> vier Wochen begrenzt ist, lässt sich in dieser Zeit keine ausreichende<br />

Psychotherapie mit diesen Risiko-Patienten durchführen. Für den weiteren<br />

Krankheitsverlauf ist es demnach relevant, Risiko-Patienten für die Therapie zu<br />

motivieren, ihnen ein plausibles Erklärungsmodell zu vermitteln und sie auf eine<br />

anschließende Psychotherapie vorzubereiten, um eine kontinuierliche Weiterbehandlung<br />

zu gewährleisten.<br />

Der Einsatz eines psychodiagnostischen Screening-Instruments als Standardverfahren in<br />

<strong>der</strong> Eingangsuntersuchung würde somit zwar einen Mehraufwand bedeuten. Allerdings<br />

wäre aufgrund <strong>der</strong> Verhin<strong>der</strong>ung einer möglichen Chronifizierung einer depressiven<br />

171


Erkrankung und anschließen<strong>der</strong> Therapie auf lange Sicht eine Kostenreduktion zu<br />

erwarten.<br />

Aufgrund <strong>der</strong> ebenfalls hohen Bedeutung <strong>der</strong> sozialen Unterstützung für den<br />

Rehabilitationserfolg (vgl. Titscher und Schöppl, 2000) scheint es zusätzlich erfor<strong>der</strong>lich<br />

zu sein, die Partner/-innen <strong>der</strong> Patienten sowie die nächsten Bezugspersonen aktiv in den<br />

Behandlungsprozess zu integrieren und sie für die Notwendigkeit von Verhaltensän<strong>der</strong>ungen<br />

beim Patienten zu sensibilisieren, um auf diese Weise eine Verbesserung <strong>der</strong><br />

Compliance zu erzielen. So könnten z.B. spezielle Therapiegruppen durchgeführt werden,<br />

an denen sowohl die Patienten als auch die Angehörigen regelmäßig teilnehmen und sich<br />

auf diese Weise auch gegenseitig Anregungen geben können.<br />

b) Rückkehr zur Arbeit<br />

Mit Hilfe <strong>der</strong> medizinischen Basisparameter (Krankheitsdauer, maximale<br />

Ergometerleistung, NYHA-Stadium, Anzahl betroffener Gefäße) konnte nicht zwischen<br />

Berufsrückkehrern und Nicht-Rückkehrern differenziert werden. Allerdings unterschieden<br />

sich die beiden Gruppen auch nicht in den untersuchten psychosozialen<br />

Ausgangsvariablen o<strong>der</strong> in den zu diesem Messzeitpunkt erfassten Outcome-Variablen. In<br />

<strong>der</strong> Literatur existieren allerdings Hinweise auf die Bedeutung von depressivem Coping<br />

bei <strong>der</strong> Rückkehr ins Berufsleben. Aufgrund <strong>der</strong> lei<strong>der</strong> immer noch häufig anzutreffenden<br />

Überbewertung medizinischer Faktoren in <strong>der</strong> Rehabilitationspraxis im Hinblick auf die<br />

Wie<strong>der</strong>erlangung <strong>der</strong> Arbeitsfähigkeit erscheint es empfehlenswert, psychosoziale<br />

Aspekte chronischer körperlicher Erkrankungen, wie beson<strong>der</strong>s das psychische Befinden,<br />

die Krankheitsverarbeitung o<strong>der</strong> auch die Reha-Motivation, stärker zu berücksichtigen.<br />

Häufig trauen sich z.B. Patienten im beruflichen Bereich aufgrund <strong>der</strong> einschneidenden<br />

Erfahrungen eines Herzinfarktes nicht mehr so viel zu, obwohl sie nach objektiven<br />

medizinischen Kriterien dazu in <strong>der</strong> Lage wären (vgl. Ewart, 1995).<br />

c) Qualifizierung des medizinischen Personals durch Fortbildung<br />

Aufgrund <strong>der</strong> hohen Relevanz <strong>der</strong> depressiven Verarbeitung für den langfristigen Erfolg<br />

rehabilitativer Maßnahmen und aufgrund <strong>der</strong> Wirkungen <strong>der</strong> Arzt-Patient-Beziehung auf<br />

den Verarbeitungsprozess ist es notwendig, das medizinische Personal für psychosoziale<br />

Zusammenhänge und speziell für die Bedeutung <strong>der</strong> Krankheitsverarbeitung bei<br />

organischen Erkrankungen zu sensibilisieren und entsprechende Schulungsprogramme<br />

durchzuführen. Wie die Ergebnisse des Q1-Projekts des NRW-Forschungsverbundes<br />

zeigen, bewerten die befragten Reha-Fachkräfte (Pflegekräfte, Physiotherapeuten, Ärzte)<br />

beson<strong>der</strong>s den Umgang mit depressiven Patienten und die Krankheitsverarbeitung als<br />

wichtige Fortbildungsthemen (s. <strong>Muthny</strong> et al. 2002, Abschlussbericht Q1), was auf die<br />

Akzeptanz solcher psychosozialen Fortbildungsthemen beim medizinischen Personal<br />

hinweist. Die Qualifizierung sollte dabei bereits in <strong>der</strong> Akutversorgung beginnen, da hier,<br />

wie oben dargelegt, bereits die Weichen für den weiteren Behandlungsverlauf gestellt<br />

werden und eine frühzeitige Intervention eingeleitet werden kann.<br />

9.8.10 Abschließende Bemerkung<br />

Abschließend lässt sich festhalten, dass die Studie eine wichtige Grundlage zum Verständnis<br />

<strong>der</strong> Bedeutung psychosozialer Faktoren bei verschiedenen kardiologischen Erkrankungen<br />

über den Rehabilitationsverlauf darstellt und darüber hinaus die Möglichkeit bietet, mit Hilfe<br />

des auf seine Testgütekriterien hin untersuchten Instrumentariums für diese Patientengruppe<br />

172


hypothesengeleitete Anschlussuntersuchungen durchzuführen. Aufgrund <strong>der</strong> Heterogenität<br />

<strong>der</strong> vorliegenden empirischen Ergebnisse in <strong>der</strong> Literatur wird weiterer Forschungsbedarf in<br />

<strong>der</strong> Untersuchung zur Bedeutung psychosozialer und medizinischer Faktoren bei kardiologischen<br />

Erkrankungen deutlich.<br />

Beson<strong>der</strong>s <strong>der</strong> hohe Zusammenhang von depressiver Verarbeitung und ungünstigem<br />

Anpassungs- bzw. Rehabilitationserfolg weist allerdings darauf hin, dass es wichtig ist,<br />

möglichst früh Patienten mit einer depressiven Verarbeitung bzw. mit einer bereits manifesten<br />

Depression im Rehabilitationsverlauf zu diagnostizieren und die Therapieplanung<br />

zielorientiert darauf abzustimmen. Dies könnte dazu beitragen, den Rehabilitationserfolg bei<br />

kardiologischen Patienten auch langfristig zu gewährleisten, indem man den Patienten in<br />

seinem Krankheitsverhalten "dort abholt, wo er sich befindet", um damit gezielt vorhandene<br />

Ressourcen <strong>der</strong> Krankheitsverarbeitung zu stärken und ungünstige Formen zu modifizieren.<br />

173


174


Teil IV: Umsetzungsempfehlungen für die Praxis<br />

10. Umsetzung<br />

10.1 Umsetzungsziele und ihre Relevanz<br />

Grobziele <strong>der</strong> Umsetzung sind:<br />

- Umsetzung <strong>der</strong> messmethodischen Ergebnisse für Qualität und Ökonomie künftiger Reha-<br />

Forschung (speziell in <strong>der</strong> Kardiologie),<br />

- Verbesserung <strong>der</strong> Eingangsdiagnostik für die Rehabilitation und <strong>der</strong> zielorientierten<br />

Intervention zur Bearbeitung ungünstiger Faktoren (vor allem Depression) und<br />

- Motivierung des Patienten für geeignete Maßnahmen zur Sicherung <strong>der</strong> Reha-Effekte<br />

(z.B. psychotherapeutische Depressionsbehandlung bzw. Umschulung).<br />

Die Relevanz dieser Ziele leitet sich aus <strong>der</strong> aktuell ungenügenden Eingangsdiagnostik und<br />

begrenzten Langzeiterfolgen aufgrund psychopathologischer bzw. motivationaler Ursachen<br />

ab.<br />

10.2 Bezug zu Forschungsprojekten und -ergebnissen<br />

Im Projekt PW4 zeigte sich sowohl im Querschnitt als auch im Längsschnitt, dass beson<strong>der</strong>s<br />

eine depressive Verarbeitung mit einem ungünstigen Reha-Ergebnis im Sinne <strong>der</strong><br />

erreichten Lebensqualität in Beziehung steht. So weisen Patienten mit dieser<br />

Belastungsverarbeitung am Reha-Ende und am Katamnesemesszeitpunkt signifikant höhere<br />

Depressions- bzw. Angstwerte sowie eine geringere Lebenszufriedenheit auf (s. auch Terry,<br />

1992).<br />

Es ließen sich nur wenige signifikante Zusammenhänge zwischen <strong>der</strong> Schwere <strong>der</strong><br />

kardialen Erkrankung (operationalisiert als Zahl <strong>der</strong> betroffenen Gefäße, NYHA-Stadium<br />

und Ergometerleistung) und dem Anpassungserfolg feststellen (s. entsprechend Rogner et<br />

al., 1994).<br />

In Bezug auf die berufliche Wie<strong>der</strong>einglie<strong>der</strong>ung zeigte sich, dass Berufsrückkehrer vor<br />

allem jünger als Nichtrückkehrer sind, seltener soziale Einbindung suchen und depressiver<br />

verarbeiten, sich aber sonst nicht im Coping unterscheiden. Im logistischen<br />

Regressionsmodell spielte das Alter dagegen keine Rolle mehr. Julkunen und Saarinen (1994)<br />

hatten vor allem einen depressiv-resignierenden Coping-Stil und die Krankheitsverleugnung<br />

als ungünstigste Prädiktoren für erfolgreiche berufliche Wie<strong>der</strong>einglie<strong>der</strong>ung und<br />

selbstberichteten Gesundheitsstatus ermittelt.<br />

Die eingesetzten Zynismus-Skalen (die ja im Hinblick auf ihre Bedeutung als Quintessenz<br />

einer eventuellen "Typ-A"-Wirkung diskutiert werden) stehen nur begrenzt mit dem Reha-<br />

Erfolg in Beziehung, bilden aber einen offensichtlich unabhängigen Inhaltsbereich. Bezüglich<br />

<strong>der</strong> Prädiktoren <strong>der</strong> Lebensqualität zeigen sich in <strong>der</strong> multiplen Regressionsanalyse soziale<br />

Unterstützung, soziales Coping, depressive Verarbeitung, Religiosität/ Sinnsuche sowie<br />

maximale Ergometerleistung als Prädiktoren zur Vorhersage <strong>der</strong> Gesamtlebenszufriedenheit.<br />

Die alleinige Berücksichtigung "harter" medizinischer Fakten reicht, wie dargelegt, bei <strong>der</strong><br />

Einschätzung <strong>der</strong> Prognose nicht aus. Vielmehr sind die vielfältigen Verarbeitungswege <strong>der</strong><br />

Patienten zu berücksichtigen, die sich ja durchaus im Verlauf <strong>der</strong> Erkrankung än<strong>der</strong>n können<br />

(s. Doering et al., 2001).<br />

175


10.3 Umsetzungsmöglichkeiten und konkretes Vorgehen<br />

Umsetzungskonsequenzen lassen sich aus den vorliegenden Ergebnissen sowohl für die<br />

rehabilitationswissenschaftliche Forschung wie auch für die Rehabilitationspraxis ableiten:<br />

1. Beitrag für die Messmethodik:<br />

Hier bietet das Projekt Entscheidungshilfen für den maßgeschnei<strong>der</strong>ten Einsatz von<br />

Assessment-Instrumenten und adaptierte bzw. neuentwickelte Instrumente speziell für den<br />

Einsatz in <strong>der</strong> (kardiologischen) Rehabilitationsforschung:<br />

- Schlaf und Vigilanzstörungen (Schlaf-Fragebogen nach Siegrist et al., 1989),<br />

- Empirisch begründete selektive und ökonomische Erfassung von Coping (durch den<br />

testmethodischen Vergleich verschiedener Instrumente und Skalen im Projekt PW4<br />

bezüglich Reliabilität und Validität) und<br />

- die neuentwickelten Zynismus-Skalen.<br />

Dies erscheint als ein relevanter Beitrag für die weitere Forschung, da in diesen Bereichen die<br />

Möglichkeiten hypothesengeleiteter Beforschung noch nicht annähernd ausgeschöpft sind.<br />

2. Beitrag für die Rehabilitationspraxis:<br />

Hier empfehlen sich Umsetzungsschritte betreffs <strong>der</strong> Erkennung von Risikofaktoren für<br />

ungünstige Lebensqualität bzw. mangeln<strong>der</strong> Rückkehr zur Arbeit und im Hinblick auf<br />

Erfor<strong>der</strong>nisse zur Qualifizierung <strong>der</strong> Reha-Fachkräfte durch Fortbildung.<br />

a. Erkennung von psychosozialen Risikofaktoren und angemessener Behandlung<br />

- Einsatz und Prüfung eines aus den Ergebnissen entwickelten psychopathologischen<br />

Screenings für die kardiologische Rehabilitations-Praxis,<br />

- Entwicklung einer Motivierungsstrategie für Rehabilitanden, für die eine Depressionstherapie<br />

indiziert erscheint und die Bahnung <strong>der</strong> weiterführenden Behandlung nach <strong>der</strong><br />

Entlassung (Schnittstellen-Funktion des Rehabilitationspsychologen).<br />

Dies erscheint relevant, da Depressionen sowohl an <strong>der</strong> Entstehung koronarer Erkrankungen<br />

beteiligt sein, als auch sich ungünstig auf den weiteren Verlauf auswirken können (vgl.<br />

Hemingway und Marmot, 1999) und dann zur Vorhersage eines Reinfarktes beitragen können<br />

(z.B. Frasure-Smith et al., 2000).<br />

Wie allerdings verschiedene Meta-Analysen zeigen, ist die Wirkung von kognitivbehavioralen<br />

Therapieangeboten in <strong>der</strong> Rehabilitation zur Depressionsbehandlung nicht<br />

eindeutig geklärt. Während in <strong>der</strong> Meta-Analyse von Linden et al. (1996) psychologischer<br />

Distress mittels kognitiv-behavioraler Therapien reduziert werden konnte, zeigten sich in <strong>der</strong><br />

Analyse von Dusseldorp et al. (1999) keine signifikanten Effekte.<br />

Da die Dauer des Rehabilitationsaufenthaltes in <strong>der</strong> Regel drei o<strong>der</strong> vier Wochen beträgt,<br />

kann wahrscheinlich in <strong>der</strong> Kürze <strong>der</strong> Zeit keine ausreichende Psychotherapie mit diesen<br />

Risiko-Patienten durchgeführt werden. Daher ist es für den weiteren Krankheitsverlauf<br />

entscheidend, für eine ausreichende Therapiemotivation bei den Risiko-Patienten zu sorgen,<br />

ihnen ein plausibles Erklärungsmodell zu vermitteln und ihnen Wege für eine anschließende<br />

Psychotherapie zu bahnen, um eine kontinuierliche Weiterbehandlung zu gewährleisten.<br />

Damit kann <strong>der</strong> psychologische Dienst in <strong>der</strong> Rehabilitationsklinik auch als Schnittstelle<br />

zwischen Rehabilitation und anschließen<strong>der</strong> Psychotherapie gesehen werden, <strong>der</strong> die<br />

Bereitschaft gefährdeter Rehabilitanden zur Aufnahme einer ambulanten (erfor<strong>der</strong>lichenfalls<br />

auch stationären) Psychotherapie bahnt.<br />

b. Rückkehr zur Arbeit (RTW)<br />

Da in <strong>der</strong> vorliegenden Studie keiner <strong>der</strong> von uns erhobenen medizinischen Basisparameter<br />

(Krankheitsdauer, maximale Ergometerleistung, NYHA-Stadium, Anzahl betroffener Gefäße)<br />

176


einen signifikanten Beitrag zur Frage des RTW leistete, wird aus diesen Ergebnissen<br />

empfohlen, die Bedeutung des medizinischen Outcomes <strong>der</strong> Rehabilitation für den RTW nicht<br />

zu überschätzen (wie bislang lei<strong>der</strong> häufig zu beobachten), son<strong>der</strong>n insbeson<strong>der</strong>e die Reha-<br />

Motivation und das psychische Befinden stärker zu beachten. Entsprechende Instrumente<br />

liegen z.T. vor bzw. werden von <strong>der</strong> Arbeitsgruppe entwickelt.<br />

c. Fortbildung des Personals<br />

Die hohe Bedeutung von depressiver Verarbeitung für den langfristigen Reha-Erfolg und die<br />

Mitwirkung <strong>der</strong> Arzt-Patient-Beziehung im Verarbeitungsprozess verdeutlichen die<br />

Notwendigkeit <strong>der</strong> Sensibilisierung und Schulung des medizinischen Personals für die<br />

Sichtweise <strong>der</strong> Krankheitsverarbeitung. Da ein Großteil <strong>der</strong> im Rahmen des Q1-Projekts<br />

befragten Reha-Fachkräfte (Pflegekräfte, Physiotherapeuten, Ärzte) den Umgang mit<br />

depressiven Patienten und Krankheitsverarbeitung als wichtige Fortbildungsthemen sieht (s.<br />

Abschlussbericht Q1, 2002), kann von einer prinzipiellen Offenheit für diesen<br />

Umsetzungsaspekt ausgegangen werden.<br />

10.4 Weiterer Forschungsbedarf<br />

Weiterer Forschungsbedarf wird vor allem in den folgenden Bereichen gesehen und könnte<br />

prinzipiell auch vom Institut für Medizinische Psychologie geleistet werden:<br />

- Ermittlung mittel- bis langfristiger Prädiktoren (speziell Coping, subjektive Theorien,<br />

Selbstwirksamkeitserwartungen, soziale Unterstützung und Psychopathologie) für<br />

Langzeit-Reha-Effekte, einen Re-Infarkt bzw. Überlebens-Wahrscheinlichkeiten durch<br />

eine Folgestudie <strong>der</strong> Längsschnitt-Stichprobe (n = 177) nach 1, 2 und 5 Jahren (s. auch<br />

Murberg, 2001),<br />

- Messmethodische Grundlagenstudie zur Differenzierung von Depression, depressiver<br />

Verarbeitung und Trauerarbeit,<br />

- Entwicklung und Evaluation einer Motivierungsstrategie für die Aufnahme bzw.<br />

Weiterführung einer indizierten (ambulanten bzw. stationären) Depressionstherapie nach<br />

<strong>der</strong> Rehabilitation.<br />

Kooperanden für entsprechende Forschungsvorhaben stünden aus den laufenden<br />

Kooperationen zur Verfügung (z.B. für die "Survival-Studie", s.o.) bzw. könnten aus<br />

bestehenden Kontakten relativ einfach gewonnen werden.<br />

177


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191


Anhang


Querschnitt<br />

• Fragebogen<br />

• Arzteinschätzung


Institut für Medizinische Psychologie <strong>der</strong> Westfälischen Wilhelms-Universität Münster<br />

(Leiter Prof. Dr. Dr. F.A. <strong>Muthny</strong>)<br />

in Zusammenarbeit mit <strong>der</strong> Fachklinik Rhein-Ruhr Essen<br />

(Chefarzt Dr. L. Benesch)<br />

Krankheitsverarbeitung und Prädiktoren für<br />

Inanspruchnahme und Wirksamkeit<br />

von zielorientierten Rehabilitationsmaßnahmen<br />

bei kardiologischen Patienten<br />

ein Fragebogen für Herzpatienten in <strong>der</strong><br />

kardiologischen Rehabilitation<br />

Bitte füllen Sie den Bogen zügig, aber möglichst vollständig aus und geben Sie ihn im<br />

verschlossenen Umschlag auf <strong>der</strong> Station ab.<br />

Bitte bedenken Sie, dass die Untersuchung anonym ausgewertet wird und dass Sie mit<br />

Ihrer Teilnahme mithelfen, die Behandlung und Rehabilitation von Patienten mit<br />

kardiologischen Erkrankungen zu verbessern.<br />

Herzlichen Dank für Ihre Mitarbeit!


Patienten-Nr.:<br />

Wir möchten eingangs gerne etwas zur Entwicklung, Häufigkeit und Dauer Ihrer Herzbeschwerden erfahren:<br />

A. Zunächst geht es um die Zeit vor <strong>der</strong> Akutbehandlung<br />

1. Wann begannen Ihre Herzbeschwerden? Jahr: Monat:<br />

2. Wie begannen sie ? schrittweise plötzlich (Bitte ankreuzen)<br />

3. Welche Beschwerden hatten Sie damals?<br />

Wieweit haben die folgenden Beschwerden auf Sie zugetroffen?<br />

(Bitte Zutreffendes ankreuzen)<br />

gar<br />

nicht<br />

wenig mittel ziemlich<br />

• anhaltende Brustschmerzen (Sekunden bis Minuten) 1 2 3 4 5<br />

• Druckgefühl in <strong>der</strong> Brust 1 2 3 4 5<br />

• Beklemmung hinter dem Brustbein 1 2 3 4 5<br />

• Todesangst 1 2 3 4 5<br />

• Vernichtungsgefühl 1 2 3 4 5<br />

• Atemnot 1 2 3 4 5<br />

• Schwindel 1 2 3 4 5<br />

• Bluthusten 1 2 3 4 5<br />

• Herzklopfen, Herzrasen 1 2 3 4 5<br />

• kurzzeitiger Bewußtseinsverlust ("Ohnmacht") 1 2 3 4 5<br />

• Leistungsknick 1 2 3 4 5<br />

• rasche Ermüdbarkeit 1 2 3 4 5<br />

• rötliche Wangen 1 2 3 4 5<br />

• Sonstiges: ________________________________ 1 2 3 4 5<br />

4. Wie wurde die Herzerkrankung festgestellt? (Bitte Zutreffendes ankreuzen)<br />

nach einem Herzinfarkt<br />

zufällig bei einer Routine-Untersuchung<br />

nachdem ich mich krank fühlte und zum Hausarzt ging<br />

als ich wegen einer an<strong>der</strong>en Erkrankung in die Klinik ging<br />

Sonstiges:_____________________________________________<br />

5. Welche <strong>der</strong> folgenden Risikofaktoren treffen für Sie zu? (Bitte Zutreffendes ankreuzen)<br />

Diabetes mellitus ("Zuckerkrankheit")<br />

Übergewicht<br />

Bluthochdruck<br />

Rauchen<br />

erhöhte Blutfettwerte (Cholesterin)<br />

zu wenig Bewegung<br />

zu viel Alkohol<br />

zu viel Streß und Hektik<br />

Sonstiges:_______________________________<br />

6. Falls Sie rauchen, wieviele Zigaretten pro Tag<br />

Ich rauche nicht mehr seit<br />

vorher waren es ca. Zigaretten pro Tag<br />

sehr<br />

stark<br />

1


B Falls Sie vor <strong>der</strong> jetzigen Reha am Herzen operiert wurden<br />

(Bypass- o<strong>der</strong> Klappenoperation):<br />

7. Wann wurden Sie am Herzen operiert?<br />

Jahr Klinik Art des Eingriffs<br />

Haben sich nach <strong>der</strong> Operation die Beschwerden verän<strong>der</strong>t?<br />

ja nein Zeitabstand noch zu kurz<br />

C Nun geht es uns um die Zeit <strong>der</strong> jetzigen Behandlung:<br />

8. Haben sich die Herzbeschwerden durch die jetzige Behandlung verän<strong>der</strong>t?<br />

gebessert gleich geblieben verschlechtert<br />

9. Welche Beschwerden haben Sie zur Zeit?<br />

_______________________________________________________________<br />

Versuchen Sie die jetzigen Beschwerden in Schweregrade von 0 bis 5 einzureihen<br />

0 1 2 3 4 5<br />

(keine)<br />

(unerträglich)<br />

10. Wieweit ist Ihr Schlaf zur Zeit beeinträchtigt?<br />

gar<br />

nicht<br />

wenig mäßig ziemlich<br />

stark<br />

1 2 3 4 5<br />

sehr<br />

stark<br />

Worauf führen Sie dies zurück?<br />

Herzbeschwerden Operationsfolgen Sorgen Medikamente<br />

ungewohnte Umgebung<br />

Sonstiges:________________<br />

11. Wie haben Sie die Zeit erlebt, nachdem Sie wussten, dass eine Herzoperation auf Sie zukommt?<br />

Wieweit treffen die folgenden Gesichtspunkte für Sie persönlich zu?<br />

Bitte kreuzen Sie für jeden Begriff die für Sie zutreffende Zahl an:<br />

gar nicht wenig mittel ziemlich sehr stark<br />

Chance zur Vorbereitung 1 2 3 4 5<br />

Bedrohung 1 2 3 4 5<br />

Herausfor<strong>der</strong>ung/Aufgabe 1 2 3 4 5<br />

Unabwendbares Unglück/Schaden 1 2 3 4 5<br />

Wechselhaft/unbestimmt 1 2 3 4 5<br />

12. Wie lange waren Sie in <strong>der</strong> stationären Akutbehandlung? Tage<br />

Falls Sie eine Herzoperation hatten, wie lange liegt diese zurück?<br />

Wie lange sind Sie jetzt schon in <strong>der</strong> Rehabilitation?<br />

Tage<br />

Tage<br />

2


KRANKHEITSVERARBEITUNG<br />

Im Folgenden geht es darum, genauer zu erfahren, wie Sie in <strong>der</strong> vergangenen Woche mit Ihrer Erkrankung<br />

umgegangen sind, was Sie im Zusammenhang damit gedacht, gefühlt und getan haben, und inwieweit Ihnen dies<br />

geholfen hat, um mit Ihrer Situation fertig zu werden.<br />

Bitte kreuzen Sie für jeden <strong>der</strong> folgenden Begriffe an, wie stark er für Ihre Situation <strong>der</strong> vergangenen 7 Tage zutrifft:<br />

gar<br />

nicht<br />

wenig mittelmäßig<br />

1. Informationen über Erkrankung und Behandlung suchen 1 2 3 4 5<br />

2. Nicht-wahrhaben-wollen des Geschehenen 1 2 3 4 5<br />

3. Herunterspielen <strong>der</strong> Bedeutung und Tragweite 1 2 3 4 5<br />

4. Wunschdenken und Tagträumen nachhängen 1 2 3 4 5<br />

5. Sich selbst die Schuld geben 1 2 3 4 5<br />

6. An<strong>der</strong>e verantwortlich machen 1 2 3 4 5<br />

7. Aktive Anstrengungen zur Lösung <strong>der</strong> Probleme unternehmen 1 2 3 4 5<br />

8. Einen Plan machen und danach handeln 1 2 3 4 5<br />

9. Ungeduldig und gereizt auf an<strong>der</strong>e reagieren 1 2 3 4 5<br />

10. Gefühle auch nach außen zeigen 1 2 3 4 5<br />

11. Gefühle unterdrücken, Selbstbeherrschung 1 2 3 4 5<br />

12. Stimmungsverbesserung durch Alkohol o<strong>der</strong> Beruhigungsmittel suchen 1 2 3 4 5<br />

13. Sich mehr gönnen 1 2 3 4 5<br />

14. Sich vornehmen, intensiver zu leben 1 2 3 4 5<br />

15. Entschlossen gegen die Krankheit ankämpfen 1 2 3 4 5<br />

16. Sich selbst bemitleiden 1 2 3 4 5<br />

17. Sich selbst Mut machen 1 2 3 4 5<br />

18. Erfolge und Selbstbestätigung suchen 1 2 3 4 5<br />

19. Sich abzulenken versuchen 1 2 3 4 5<br />

20. Abstand zu gewinnen versuchen 1 2 3 4 5<br />

21. Die Krankheit als Schicksal annehmen 1 2 3 4 5<br />

22. Ins Grübeln kommen 1 2 3 4 5<br />

23. Trost im religiösen Glauben suchen 1 2 3 4 5<br />

24. Versuch, in <strong>der</strong> Krankheit einen Sinn zu sehen 1 2 3 4 5<br />

25. Sich damit trösten, daß es an<strong>der</strong>e noch schlimmer getroffen hat 1 2 3 4 5<br />

26. Mit dem Schicksal ha<strong>der</strong>n 1 2 3 4 5<br />

27. Genau den ärztlichen Rat befolgen 1 2 3 4 5<br />

28. Vertrauen in die Ärzte setzen 1 2 3 4 5<br />

29. Ärzten mißtrauen, die Diagnose überprüfen lassen, an<strong>der</strong>e Ärzte aufsuchen 1 2 3 4 5<br />

30. An<strong>der</strong>en Gutes tun wollen 1 2 3 4 5<br />

31. Galgenhumor entwickeln 1 2 3 4 5<br />

32. Hilfe an<strong>der</strong>er in Anspruch nehmen 1 2 3 4 5<br />

33. Sich gerne umsorgen lassen 1 2 3 4 5<br />

34. Sich von an<strong>der</strong>en Menschen zurückziehen 1 2 3 4 5<br />

35. Sich auf frühere Erfahrungen mit ähnlichen Schicksalsschlägen besinnen 1 2 3 4 5<br />

FKV-LIS<br />

Wenn Sie sich die obigen 35 Aussagen vergegenwärtigen, was hat Ihnen am meisten geholfen, um mit <strong>der</strong> Erkrankung und ihren<br />

Auswirkungen fertig zu werden?<br />

1. Nr. 2. Nr. 3. Nr.<br />

ziemlich<br />

sehr<br />

stark<br />

3


Die auf den folgenden Seiten aufgeführten Aussagen beschreiben Gedanken und Verhaltensweisen, die im<br />

Umgang mit einer Erkrankung auftreten können. Bitte lesen Sie immer zunächst eine Aussage sorgfältig durch<br />

und kreuzen Sie dann auf <strong>der</strong> danebenstehenden Antwortskala an, wie häufig Sie in den letzten<br />

7 Tagen diesen Gedanken o<strong>der</strong> diese Verhaltensweise bei sich festgestellt haben.<br />

nie sehr<br />

selten<br />

selten manchmal<br />

häufig sehr<br />

häufig<br />

1. Ich tauschte mit an<strong>der</strong>en Patienten Erfahrungen 1 2 3 4 5 6<br />

im Umgang mit <strong>der</strong> Erkrankung aus.<br />

2. Ich ließ es mir draußen in <strong>der</strong> Natur gut gehen. 1 2 3 4 5 6<br />

3. Ich habe mich beson<strong>der</strong>s mit Dingen<br />

beschäftigt, die mich ausfüllten.<br />

4. Ich habe mir vor Augen geführt, dass das<br />

Zusammenleben mit an<strong>der</strong>en ist wie früher<br />

auch.<br />

5. Ich habe an<strong>der</strong>en Menschen Mut gemacht und<br />

versucht, sie aufzuheitern.<br />

6. Ich suchte Unterstützung bei meiner Familie<br />

o<strong>der</strong> bei Freunden.<br />

7. Ich habe versucht, mich an<strong>der</strong>en Menschen<br />

nützlich zu machen.<br />

8. Ich suchte Kontakt zu Personen, die Ähnliches<br />

erlebt haben.<br />

9. Ich habe darüber nachgedacht, wie wohl an<strong>der</strong>e<br />

Patienten mit ihrer Erkrankung umgehen.<br />

10. Ich redete mit an<strong>der</strong>en über meine<br />

Befürchtungen.<br />

11. Ich dachte mir, dass in meiner Situation ein<br />

höherer Sinn liegt.<br />

12. Ich habe versucht, etwas zur Verbesserung<br />

meines Zustandes zu tun.<br />

13. Ich habe über frühere schöne Zeiten<br />

nachgedacht.<br />

14. Ich suchte in Büchern und Zeitschriften nach<br />

Informationen über meine Erkrankung.<br />

15. Ich habe versucht zu ergründen, ob ich etwas<br />

falsch gemacht habe.<br />

16. Ich habe an<strong>der</strong>e Personen besucht o<strong>der</strong> sie zu<br />

mir eingeladen.<br />

17. Ich habe mir Sorgen gemacht, ob die Ärzte mir<br />

wirklich helfen können.<br />

18. Ich habe darüber gegrübelt, ob an<strong>der</strong>e mir<br />

gegenüber auch wirklich ehrlich und offen sind.<br />

19. Ich informierte mich im Gespräch mit an<strong>der</strong>en<br />

über meine Erkrankung und mögliche<br />

Behandlungen.<br />

1 2 3 4 5 6<br />

1 2 3 4 5 6<br />

1 2 3 4 5 6<br />

1 2 3 4 5 6<br />

1 2 3 4 5 6<br />

1 2 3 4 5 6<br />

1 2 3 4 5 6<br />

1 2 3 4 5 6<br />

1 2 3 4 5 6<br />

1 2 3 4 5 6<br />

1 2 3 4 5 6<br />

1 2 3 4 5 6<br />

1 2 3 4 5 6<br />

1 2 3 4 5 6<br />

1 2 3 4 5 6<br />

1 2 3 4 5 6<br />

1 2 3 4 5 6<br />

4


nie sehr<br />

selten<br />

selten manchmal<br />

häufig sehr<br />

häufig<br />

20. Ich informierte mich über alternative Heil- o<strong>der</strong> 1 2 3 4 5 6<br />

Behandlungsmethoden.<br />

21. Ich betete und suchte Trost im Glauben. 1 2 3 4 5 6<br />

22. Ich bin mit Freunden ausgegangen. 1 2 3 4 5 6<br />

23. Ich war in Tagträumen versunken. 1 2 3 4 5 6<br />

24. Ich habe mit an<strong>der</strong>en Personen schöne Stunden 1 2 3 4 5 6<br />

verlebt.<br />

25. Ich habe an frühere Freunde zurückgedacht. 1 2 3 4 5 6<br />

26. Ich sagte mir, dass es viele Menschen gibt,<br />

denen es wesentlich schlechter geht als mir.<br />

27. Ich versuchte, in Gedanken möglichst allen<br />

Problemen aus dem Wege zu gehen.<br />

28. Ich betete um Kraft zur Lösung meiner<br />

Probleme.<br />

29. Ich dachte mir, dass es irgendwann auch wie<strong>der</strong><br />

aufwärtsgehen wird.<br />

30. Ich führte mir vor Augen, dass die Ärzte ihr<br />

Bestes tun werden, um mir zu helfen.<br />

31. Ich nahm mir vor, mich nicht unterkriegen zu<br />

lassen.<br />

32. Ich sagte mir, dass ich einfach eine schlechte<br />

Zeit durchmache und in Zukunft wie<strong>der</strong> Glück<br />

haben kann.<br />

33. Ich habe mich in eine Vielzahl von Aktivitäten<br />

gestürzt.<br />

34. Ich versuchte, eine Ursache für meine<br />

Erkrankung zu finden.<br />

35. Ich habe festgestellt, dass an<strong>der</strong>e Personen in<br />

meiner Lage wohl nicht so gut mit allem<br />

zurechtkommen wie ich.<br />

36. Ich habe so gewissenhaft wie möglich alle<br />

ärztlichen Ratschläge befolgt.<br />

37. Ich habe an Menschen gedacht, die ein<br />

offensichtlich problemloses Leben führen.<br />

1 2 3 4 5 6<br />

1 2 3 4 5 6<br />

1 2 3 4 5 6<br />

1 2 3 4 5 6<br />

1 2 3 4 5 6<br />

1 2 3 4 5 6<br />

1 2 3 4 5 6<br />

1 2 3 4 5 6<br />

1 2 3 4 5 6<br />

1 2 3 4 5 6<br />

1 2 3 4 5 6<br />

1 2 3 4 5 6<br />

TSK<br />

5


In diesem Fragebogen geht es um Ihre Beurteilung Ihres Gesundheitszustandes. Der Bogen ermöglicht es, im<br />

Zeitverlauf nachzuvollziehen, wie Sie sich fühlen und wie Sie im Alltag zurechtkommen. Bitte beantworten Sie jede<br />

<strong>der</strong> Fragen, indem Sie bei den Antwortmöglichkeiten die Zahl ankreuzen, die am Besten auf Sie zutrifft.<br />

1. Wie würden Sie Ihren Gesundheitszustand im<br />

Allgemeinen beschreiben<br />

Ausgezeichnet<br />

1<br />

Sehr gut<br />

2<br />

Gut<br />

3<br />

Weniger gut<br />

4<br />

Schlecht<br />

5<br />

Im Folgenden sind einige Tätigkeiten beschrieben, die Sie vielleicht an einem normalen Tag ausüben. Sind Sie durch<br />

Ihren <strong>der</strong>zeitigen Gesundheitszustand bei diesen Tätigkeiten eingeschränkt? Wenn ja, wie stark?<br />

2. mittelschwere Tätigkeiten, z.B. einen Tisch<br />

verschieben, staubsaugen, kegeln, Golf spielen<br />

3. mehrere Treppenabsätze steigen<br />

Ja, stark<br />

eingeschränkt<br />

1<br />

Ja, etwas<br />

eingeschränkt<br />

2<br />

Nein, überhaupt nicht<br />

eingeschränkt<br />

3<br />

Hatten Sie in <strong>der</strong> vergangenen Woche aufgrund Ihrer körperlichen Gesundheit irgendwelche Schwierigkeiten bei <strong>der</strong><br />

Arbeit o<strong>der</strong> an<strong>der</strong>en alltäglichen Tätigkeiten im Beruf bzw. zu Hause?<br />

Ja<br />

Nein<br />

1<br />

2<br />

4. Ich habe weniger geschafft, als ich wollte.<br />

5. Ich konnte nur bestimmte Dinge tun.<br />

Hatten Sie in <strong>der</strong> vergangenen Woche aufgrund seelischer Probleme irgendwelche Schwierigkeiten bei <strong>der</strong> Arbeit<br />

o<strong>der</strong> an<strong>der</strong>en alltäglichen Tätigkeiten im Beruf bzw. zu Hause (z.B. weil Sie sich nie<strong>der</strong>geschlagen o<strong>der</strong> ängstlich<br />

fühlten)?<br />

6. Ich habe weniger geschafft, als ich wollte.<br />

7. Ich konnte nicht so sorgfältig wie üblich arbeiten.<br />

Ja<br />

1<br />

Nein<br />

2<br />

8. Inwieweit haben die Schmerzen Sie in <strong>der</strong> vergangenen<br />

Woche bei <strong>der</strong> Ausübung Ihrer Alltagstätigkeiten zu<br />

Hause und im Beruf behin<strong>der</strong>t?<br />

Überhaupt<br />

nicht<br />

Ein bißchen Mäßig Ziemlich Sehr<br />

1 2 3 4 5<br />

In diesen Fragen geht es darum, wie Sie sich fühlen und wie es Ihnen in <strong>der</strong> vergangenen Woche gegangen ist. (Bitte<br />

kreuzen Sie in je<strong>der</strong> Zeile die Zahl an, die seinem/ihrem Befinden am ehesten entspricht). Wie oft waren Sie in <strong>der</strong><br />

vergangenen Woche...<br />

9. .....ruhig und gelassen?<br />

10....voller Energie?<br />

11....entmutigt und traurig?<br />

Immer<br />

1<br />

Meistens<br />

2<br />

Ziemlich oft<br />

3<br />

Manchmal<br />

4<br />

Selten<br />

5<br />

Nie<br />

6<br />

12. Wie häufig haben Ihre körperliche Gesundheit o<strong>der</strong><br />

seelische Probleme in <strong>der</strong> vergangenen Woche Ihre<br />

Kontakte zu an<strong>der</strong>en Menschen (Besuche bei Freunden,<br />

Verwandten usw.) beeinträchtigt?<br />

Immer<br />

1<br />

Meistens<br />

2<br />

Manchmal<br />

3<br />

Selten<br />

4<br />

Nie<br />

5<br />

SF-12<br />

6


Wie stark hängt nach Ihrer persönlichen Einschätzung die weitere Entwicklung Ihrer Erkrankung<br />

von den folgenden Faktoren ab?<br />

gar<br />

nicht<br />

wenig<br />

mittelmäßig<br />

ziemlich<br />

1. Zufall 1 2 3 4 5<br />

2. Können <strong>der</strong> Ärzte 1 2 3 4 5<br />

3. Eigene Lebenseinstellung 1 2 3 4 5<br />

4. Eigenes Verhalten 1 2 3 4 5<br />

5. Unterstützung durch Partner/Familie 1 2 3 4 5<br />

6. Unterstützung durch Freunde/Bekannte 1 2 3 4 5<br />

7. Engagement <strong>der</strong> Ärzte 1 2 3 4 5<br />

8. Vorherbestimmtes Schicksal 1 2 3 4 5<br />

sehr<br />

stark<br />

9. Fortschritte <strong>der</strong> Medizin 1 2 3 4 5<br />

EKO<br />

Sie finden im Folgenden eine Reihe von Aussagen, wie verschiedene Menschen mit Problemen und<br />

Schwierigkeiten umgehen. Bitte kreuzen Sie an, wieweit diese Einschätzungen auf Ihre persönliche<br />

Einstellung zutreffen.<br />

1. Die Lösung schwieriger Probleme gelingt mir immer,<br />

wenn ich mich darum bemühe.<br />

2. Wenn mir jemand Wi<strong>der</strong>stand leistet, finde ich Mittel<br />

und Wege, mich durchzusetzen<br />

3. Es bereitet mir keine Schwierigkeiten, meine Absichten<br />

und Ziele zu verwirklichen.<br />

4. Auch bei überraschenden Ereignissen glaube ich, dass<br />

ich gut damit zurechtkommen werde.<br />

5. In unerwarteten Situationen weiß ich immer, wie ich<br />

mich verhalten soll.<br />

6. Für jedes Problem habe ich eine Lösung.<br />

stimmt<br />

nicht<br />

1<br />

stimmt<br />

kaum<br />

2<br />

stimmt<br />

eher<br />

3<br />

stimmt<br />

genau<br />

4<br />

7. Schwierigkeiten sehe ich gelassen entgegen, weil ich<br />

mich immer auf meine Fähigkeiten verlassen kann<br />

8. Wenn ich mit einem Problem konfrontiert werde, habe<br />

ich meist mehrere Ideen, wie ich damit fertig werde.<br />

9. Wenn ich mit einer neuen Sache konfrontiert werde,<br />

weiß ich, wie ich damit fertig werde.<br />

10. Was auch immer passiert, ich werde schon<br />

klarkommen.<br />

GEK<br />

7


Hier finden Sie eine Anzahl von Feststellungen. Sie sollen entscheiden, in welchem Ausmaß diese<br />

Feststellungen gewöhnlich auf Sie zutreffen.<br />

trifft gar<br />

nicht zu<br />

1<br />

trifft<br />

wenig zu<br />

2<br />

trifft<br />

mittel zu<br />

3<br />

trifft<br />

ziemlich zu<br />

4<br />

trifft<br />

stark zu<br />

5<br />

1. Ich glaube, dass sehr viele Leute ihr Missgeschick<br />

übertreiben, um das Mitgefühl und die Hilfe<br />

an<strong>der</strong>er zu gewinnen.<br />

2. Ich glaube, die meisten Leute würden lügen, wenn<br />

sie dadurch Vorteile hätten.<br />

3. Die meisten Leute sind vor allem aus Angst vor<br />

dem Erwischtwerden ehrlich.<br />

4. Die meisten Leute würden eher zu etwas unfairen<br />

Mitteln greifen, als sich einen Gewinn o<strong>der</strong> Vorteil<br />

entgehen zu lassen.<br />

5. Ich frage mich gewöhnlich, welche versteckten<br />

Gründe jemand haben könnte, wenn er etwas Gutes<br />

für mich tut.<br />

6. Es ist sicherer, niemandem zu trauen.<br />

7. Die meisten Leute schließen Freundschaften, weil<br />

ihnen Freunde nützlich sein können.<br />

8. Den meisten Leuten wi<strong>der</strong>strebt es innerlich, sich<br />

Mühe zu machen, um an<strong>der</strong>en zu helfen.<br />

9. Vor Leuten, die etwas freundlicher sind, als ich<br />

erwarte, pflege ich auf <strong>der</strong> Hut zu sein.<br />

10. Ich habe oft Leute getroffen, die als sehr tüchtig<br />

galten, aber nicht mehr konnten als ich.<br />

11. Eine große Anzahl von Leuten macht sich eines<br />

schlechten sexuellen Verhaltens schuldig.<br />

12. Eigentlich wollen die Menschen doch betrogen<br />

werden.<br />

13. Der Ehrliche ist meistens <strong>der</strong> Dumme<br />

14. Wer hilft, erwartet fast immer eine Gegenleistung.<br />

15. Oft sieht es so selbstlos aus, aber dahinter steckt<br />

häufig knallharter Egoismus.<br />

16. Politiker interessieren sich doch nicht für die<br />

Menschen, son<strong>der</strong>n nur für ihre Macht.<br />

17. Hinter Mitleid verbirgt sich oft Geringschätzung.<br />

18. Wenn dir jemand etwas Nettes sagt, will er<br />

meistens etwas von dir.<br />

19. In <strong>der</strong> Not suchen die meisten „Freunde“ schnell<br />

das Weite.<br />

20. Wer riskant Motorrad fährt, ist bei einem Unfall<br />

selbst schuld.<br />

CYN<br />

8


Sie finden nachstehend eine Liste von Problemen und Beschwerden, die man manchmal hat. Bitte lesen Sie jede<br />

Frage sorgfältig durch und entscheiden Sie, wie stark Sie durch diese Beschwerden gestört o<strong>der</strong> bedrängt worden<br />

sind, und zwar während <strong>der</strong> letzten 7 Tage.<br />

Wie stark haben Sie gelitten unter...<br />

überhaupt<br />

nicht<br />

ein<br />

wenig<br />

ziemlich<br />

1. Nervosität o<strong>der</strong> innerem Zittern 0 1 2 3 4<br />

2. plötzlichem Erschrecken ohne Grund 0 1 2 3 4<br />

3. Furchtsamkeit 0 1 2 3 4<br />

4. dem Gefühl, gespannt o<strong>der</strong> aufgeregt zu sein 0 1 2 3 4<br />

5. Schreck- und Panikanfällen 0 1 2 3 4<br />

6. so starker Ruhelosigkeit, dass Sie nicht stillsitzen können 0 1 2 3 4<br />

7. Gedanken, sich das Leben zu nehmen 0 1 2 3 4<br />

8. Einsamkeitsgefühlen 0 1 2 3 4<br />

9. Schwermut 0 1 2 3 4<br />

10. dem Gefühl, sich für nichts zu interessieren 0 1 2 3 4<br />

11. einem Gefühl <strong>der</strong> Hoffnungslosigkeit angesichts <strong>der</strong> Zukunft 0 1 2 3 4<br />

12. dem Gefühl, wertlos zu sein 0 1 2 3 4<br />

13. Ohnmachts- o<strong>der</strong> Schwindelanfälle 0 1 2 3 4<br />

14. Herz- o<strong>der</strong> Brustschmerzen 0 1 2 3 4<br />

15. Übelkeit o<strong>der</strong> Magenverstimmung 0 1 2 3 4<br />

16. Schwierigkeiten beim Atmen 0 1 2 3 4<br />

17. Hitzewallungen o<strong>der</strong> Kälteschauer 0 1 2 3 4<br />

18. Taubheit o<strong>der</strong> Kribbeln in einzelnen Körperteilen 0 1 2 3 4<br />

stark<br />

sehr<br />

stark<br />

19. Schwächegefühl in einzelnen Körperteilen 0 1 2 3 4<br />

BSI<br />

9


1. Wie würden Sie Ihren gegenwärtigen<br />

Gesundheitszustand beschreiben?<br />

Sehr Gut Zufriedenstellend<br />

Weniger Schlecht<br />

gut<br />

gut<br />

1 2 3 4 5<br />

Wie Sie wahrscheinlich wissen, gibt es bestimmte Dinge, die als "Risiko-Faktoren", d.h. schädlich für<br />

die Gesundheit betrachtet werden.<br />

Die meisten Menschen haben einen o<strong>der</strong> mehrere solcher Risiko-Faktoren.<br />

Bitte kreuzen Sie an, welche Risiko-Faktoren bei Ihnen vorliegen:<br />

2. Rauchen 1 5. Zu viel Stress und Hektik 1<br />

3. Übergewicht 1 6. Zu hohes Cholesterin 1<br />

4. Zu wenig Bewegung 1 7. Zu hoher Blutdruck 1<br />

8. Wie häufig leiden Sie unter Schmerzen? 9. Und wie stark sind diese Schmerzen?<br />

So gut wie nie 1 Ich habe keine Schmerzen 1<br />

Selten 2 Eher leicht 2<br />

Ein paarmal im Monat 3 Störend, aber zu ertragen 3<br />

2-3 mal pro Woche 4 Gerade noch zu ertragen 4<br />

(Fast) jeden Tag 5 Unerträglich 5<br />

Von kurzen Erkrankungen einmal abgesehen:<br />

10. Behin<strong>der</strong>t Sie Ihr Gesundheitszustand bei <strong>der</strong><br />

Erfüllung alltäglicher Aufgaben im Beruf o<strong>der</strong><br />

im Haushalt?<br />

Überhaupt<br />

nicht<br />

1<br />

Ein wenig<br />

2<br />

Ziemlich<br />

stark<br />

3<br />

Sehr stark<br />

4<br />

Wie häufig fühlten Sie sich in letzter Zeit...<br />

Nie<br />

Manchmal<br />

Oft<br />

Immer<br />

11. völlig erschöpft<br />

12. unruhig und abgespannt<br />

13. wie eine Batterie, die allmählich verbraucht ist<br />

1<br />

2<br />

3<br />

4<br />

14. Wieviele Personen - einschließlich Ihrer Familie<br />

- kennen Sie, auf <strong>der</strong>en Hilfe Sie sich in<br />

Notfällen auf jeden Fall verlassen können?<br />

Keine 1 Person 2 bis 3 Mehr als 3<br />

Person<br />

Personen Personen<br />

1 2 3 4<br />

Wie häufig machen Sie sich Sorgen, dass Sie<br />

wegen Ihres Gesundheitszustandes in Zukunft...<br />

Nie<br />

Manchmal<br />

Oft<br />

Immer<br />

15. weniger verdienen?<br />

16. arbeitslos werden?<br />

17. vorzeitig berentet werden?<br />

1<br />

2<br />

3<br />

4<br />

IRES-MIN<br />

10


In diesem Fragebogen geht es um Ihre Beziehungen zu wichtigen Menschen. Wir möchten<br />

erfahren, wie Sie diese Beziehungen erleben und einschätzen. Bitte geben Sie an, in welchem<br />

Ausmaß die folgenden Aussagen auf Sie zutreffen.<br />

1. Ich habe Menschen, die sich um meine Wohnung (Blumen,<br />

Haustiere) kümmern können, wenn ich mal nicht da bin.<br />

2. Es gibt Menschen, die mich so nehmen, wie ich bin.<br />

3. Meinen Freunden / Angehörigen ist es wichtig, meine<br />

Meinung zu bestimmten Dingen zu erfahren.<br />

4. Ich wünsche mir von an<strong>der</strong>en mehr Verständnis und<br />

Zuwendung.<br />

5. Ich kenne einen sehr vertrauten Menschen, mit dessen Hilfe<br />

ich in jedem Fall rechnen kann.<br />

6. Bei Bedarf kann ich mir Werkzeug o<strong>der</strong> Lebensmittel<br />

ausleihen.<br />

7. Ich habe Freunde / Angehörige, die auch mal gut zuhören<br />

können, wenn ich mich aussprechen möchte.<br />

8. Ich kenne fast niemanden, mit dem ich gerne ausgehe.<br />

9. Ich habe Freunde / Angehörige, die mich auch einfach mal<br />

umarmen.<br />

10. Wenn ich krank bin, kann ich ohne Zögern Freunde /<br />

Angehörige bitten, wichtige Dinge (z.B. Einkaufen) für mich<br />

zu erledigen.<br />

11. Wenn ich mal tief bedrückt bin, weiß ich, zu wem ich gehen<br />

kann.<br />

12. Ich fühle mich oft als Außenseiter.<br />

13. Es gibt Menschen, die Leid und Freude mit mir teilen.<br />

14. Bei manchen Freunden / Angehörigen kann ich auch mal<br />

ganz ausgelassen sein.<br />

15. Ich habe einen vertrauten Menschen, in dessen Nähe ich mich<br />

sehr wohl fühle.<br />

16. Ich habe genug Menschen, die mir wirklich helfen, wenn ich<br />

mal nicht weiter weiß.<br />

17. Es gibt Menschen, die zu mir halten, auch wenn ich Fehler<br />

mache.<br />

18. Ich wünsche mir mehr Geborgenheit und Nähe.<br />

trifft<br />

nicht<br />

zu<br />

trifft<br />

genau<br />

zu<br />

19. Es gibt genug Menschen, zu denen ich ein wirklich gutes<br />

Verhältnis habe.<br />

20. Es gibt eine Gemeinschaft von Menschen (Freundeskreis,<br />

Clique), zu <strong>der</strong> ich mich zugehörig fühle.<br />

21. Durch meinen Freundes- und Bekanntenkreis erhalte ich oft<br />

gute Tips (z.B. guter Arzt, wichtige Informationen)<br />

22. Es gibt Menschen, denen ich alle meine Gefühle zeigen kann,<br />

ohne dass es peinlich wird.<br />

F-SOZU-K-22<br />

11


Fragebogen zu Schlafstörungen<br />

Sie haben sich bereit erklärt, Fragen zu Ihrer Krankheit zu beantworten. Mit diesem Fragebogen<br />

möchten wir ermitteln, inwieweit Schlafstörungen Ihr Allgemeinbefinden beeinträchtigen.<br />

Die folgenden Fragen beziehen sich auf die vergangenen 4 Wochen!<br />

nie<br />

selten<br />

gelegentlich<br />

oft immer<br />

1. Kam es vor, dass Sie abends schlecht einschliefen?..........<br />

2. Kam es vor, dass Sie nicht durchschlafen konnten?..........<br />

3. Kam es vor, dass Sie zu früh aufwachten und nicht<br />

wie<strong>der</strong> einschlafen konnten?............................................<br />

4. Waren Sie tagsüber müde?...............................................<br />

5. Schliefen Sie tagsüber ein?...............................................<br />

6. Fiel es Ihnen schwer, lange konzentriert zu bleiben?.......<br />

7. Fühlten Sie sich tagsüber in Ihrer Leistungsfähigkeit<br />

eingeschränkt?..................................................................<br />

8. Haben Sie beim Einschlafen o<strong>der</strong> nachts Schmerzen?.....<br />

9. Haben Sie Gelenkbeschwerden in den Hüften,<br />

Beinen o<strong>der</strong> Füßen?..........................................................<br />

10. Haben Sie Gelenkbeschwerden in den Schultern,<br />

Armen o<strong>der</strong> Händen?........................................................<br />

11. Haben Sie Schmerzen im Nacken, Kreuz o<strong>der</strong><br />

an<strong>der</strong>en Stellen im Rücken?.............................................<br />

12. Erwachten Sie morgens frisch und ausgeruht?.................<br />

13. Fühlten Sie sich am Morgen schlapp und wie gerä<strong>der</strong>t?..<br />

14. Schnarchen Sie laut und unregelmäßig? weiß nicht...<br />

15. Sind Atemstillstände bei Ihnen beobachtet worden?<br />

weiß nicht...<br />

16. Haben Sie Schlafmittel genommen?.........................................<br />

17. Wenn ja, welches Schlafmittel?<br />

18. Namen vergesse ich öfter als früher..................................<br />

ja<br />

nein<br />

19. Ich kann mich nicht mehr so gut konzentrieren................<br />

20. Ich begreife manches langsamer als früher.......................<br />

21. Erledigungen vergesse ich öfter als früher........................<br />

12


Behandlungszufriedenheit<br />

Bitte beantworten Sie die folgenden Fragen nach Ihrem Gesamteindruck von <strong>der</strong> bisherigen<br />

Behandlung Ihrer Herzerkrankung.<br />

Wie zufrieden sind Sie mit:<br />

sehr unzufrieden<br />

eher unzufrieden<br />

teils /teils eher<br />

zufrieden<br />

sehr<br />

zufrieden<br />

Medizinische Behandlung 1 2 3 4 5<br />

Menschliche Betreuung 1 2 3 4 5<br />

Organisation <strong>der</strong> Pflege 1 2 3 4 5<br />

Qualität des Essens 1 2 3 4 5<br />

Engagement <strong>der</strong> Ärzte 1 2 3 4 5<br />

Können <strong>der</strong> Ärzte 1 2 3 4 5<br />

Engagement des Personals 1 2 3 4 5<br />

Aufklärung/ Information 1 2 3 4 5<br />

Stationsatmosphäre 1 2 3 4 5<br />

Kontakt zu den Mitpatienten 1 2 3 4 5<br />

Umgangston 1 2 3 4 5<br />

Gewissenhaftigkeit <strong>der</strong> Arbeit 1 2 3 4 5<br />

Wirksamkeit <strong>der</strong> Behandlung 1 2 3 4 5<br />

Wir möchten Sie nun zu Ihrer augenblicklichen Lebenszufriedenheit fragen.<br />

Bitte kreuzen Sie für jeden <strong>der</strong> folgenden Lebensbereiche an, wie zufrieden o<strong>der</strong> unzufrieden Sie<br />

in den vergangenen 7 Tagen damit waren.<br />

Bereiche<br />

sehr unzufrieden<br />

eher unzufrieden<br />

teils /teils eher<br />

zufrieden<br />

sehr<br />

zufrieden<br />

1. Gesundheit 1 2 3 4 5<br />

2. Körperliche Verfassung 1 2 3 4 5<br />

3. Geistige Verfassung 1 2 3 4 5<br />

4. Stimmung 1 2 3 4 5<br />

5. Aussehen 1 2 3 4 5<br />

6. Fähigkeiten 1 2 3 4 5<br />

7. Charakter 1 2 3 4 5<br />

8. Berufliche Situation 1 2 3 4 5<br />

9. Finanzielle Lage 1 2 3 4 5<br />

10. Ehe/ Partnerschaft 1 2 3 4 5<br />

11. Sexualleben 1 2 3 4 5<br />

12. Freizeitgestaltung 1 2 3 4 5<br />

13. Familienleben 1 2 3 4 5<br />

14. Verhältnis zu den Kin<strong>der</strong>n 1 2 3 4 5<br />

15. Leben insgesamt 1 2 3 4 5<br />

13


Wir bitten Sie abschließend um ein paar Angaben zu Ihrer Person für die anonyme Auswertung:<br />

1. Geschlecht: männlich weiblich 2. Geb.-Datum: Monat Jahr<br />

3. Staatsangehörigkeit: deutsch nicht deutsch<br />

4. Familienstand: ledig verheiratet geschieden/getrennt lebend verwitwet<br />

5. Leben Sie mit einem festen Partner zusammen? nein ja<br />

6. Wieviele Personen leben ständig in Ihrem<br />

Haushalt, Sie selbst eingeschlossen?<br />

Personen ingesamt<br />

7. Wieviele davon sind 18 Jahre o<strong>der</strong> älter?<br />

Personen<br />

8. Welchen höchsten Schulabschluß haben<br />

Sie?<br />

Hauptschule/ Volksschule<br />

Realschule Mittlere Reife<br />

Polytechnische Oberschule<br />

Fachhochschule<br />

Abitur/ allgemeine Hochschulreife<br />

an<strong>der</strong>en Schulabschluß<br />

keinen Abschluß<br />

10. Sind Sie zur Zeit erwerbstätig?<br />

ja, ganztags<br />

ja, mindestens halbtags<br />

ja, weniger als halbtags<br />

nein Hausfrau/ Hausmann<br />

nein, in Ausbildung<br />

nein, arbeitslos/ erwerbslos<br />

nein, Erwerbs,- Berufsunfähigkeitsrente<br />

nein, an<strong>der</strong>es<br />

12. Wie hoch ist das monatliche Nettoeinkommen<br />

Ihres Haushaltes insgesamt?<br />

Die Summe aus Lohn / Gehalt / Einkom- men<br />

usw. jeweils nach Abzug <strong>der</strong> Steuern und<br />

Sozialabgaben?<br />

bis unter 1.000 DM<br />

1.000 bis unter 2.000 DM<br />

2.000 bis unter 3.000 DM<br />

3.000 bis unter 4.000 DM<br />

4.000 bis unter 5.000 DM<br />

5.000 bis unter 6.000 DM<br />

6.000 bis unter 7.000 DM<br />

7.000 DM und mehr<br />

14. Besitzen Sie einen Schwerbehin<strong>der</strong>tenausweis?<br />

nein ja, mit Behin<strong>der</strong>ungsgrad %<br />

9. Welche Berufsausbildung haben Sie ab<br />

geschlossen?<br />

Lehre (berufliche-betriebliche Ausbildung<br />

Fachschule (Meister-, Technikerschule,<br />

Berufs-, Fachakademie)<br />

Fachhochschule, Ingenieurschule<br />

Universität, Hochschule<br />

an<strong>der</strong>e Berufsausbildung<br />

keine Berufsausbildung<br />

11. In welcher beruflichen Stellung sind Sie<br />

hauptsächlich <strong>der</strong>zeit beschäftigt bzw. (falls<br />

nicht mehr berufstätig) waren Sie beschäftigt?<br />

Arbeiter<br />

Angestellter<br />

Beamter<br />

Selbständiger<br />

Sonstiges:<br />

13. Welcher gesetzlichen Rentenversicherung<br />

gehören Sie <strong>der</strong>zeit an?<br />

LVA, Name:<br />

BfA<br />

Sonstiges, nämlich<br />

Nicht rentenversichert (z.B. Beamter)<br />

15. Haben Sie in den letzten fünf Jahren eine<br />

Berufs- o<strong>der</strong> Erwerbsunfähigkeitsrente<br />

beantragt?<br />

nein ja<br />

16. Sind Sie zur Zeit krankgeschrieben?<br />

nein ja<br />

17. An wievielen Tagen waren Sie in den letzten 12<br />

Monaten krankgeschrieben?<br />

nein ja Ggf. an Tagen<br />

18. Haben Sie in den letzten fünf Jahren an einer medizinischen Rehabilitationsmaßnahme teilgenommen?<br />

nein ja Zahl Maßnahmen:<br />

14


Pt.-Name:<br />

-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------<br />

Arzt-Einschätzung Pt-Nr. Datum:<br />

Reha-Beginn (T2) Alter des Patienten: J. Geschlecht: o männlich o weiblich<br />

Hauptdiagnosen: 1. 2.<br />

Kardiologische Basisparameter:<br />

Grun<strong>der</strong>krankung: o KHK o DCM o Herzklappenerkr. o maligne Herzrhythmuserkr.<br />

o<br />

Kardiologische Erkrankung seit: Zahl <strong>der</strong> Krankenhausaufenthalte:<br />

NYHA-Stadium:<br />

Zahl bisheriger Infarkte: Max. Ergometerleistung: Watt<br />

Bei Zustand nach Infarkt:<br />

Behandlungsmaßnahmen<br />

Lokalisation des jetzigen Infarkts:<br />

Zahl Bypass-OP:<br />

Zahl betroffener Gefäße: Zahl Dilatat.: an<strong>der</strong>e Maßnahmen:<br />

Arbeitsunfähigkeit im Zusammenhang mit <strong>der</strong> aktuellen Erkrankung: Dauer:<br />

Wie häufig arbeitsunfähig gewesen? mal<br />

Wochen<br />

Wie sehen Sie aus ärztlicher Sicht die Indikation für eine Reha-Maßnahme?<br />

o unbedingt erfor<strong>der</strong>lich o nützlich o nicht sinnvoll<br />

Kommentar:<br />

Sinnvolle Rehabilitationziele aus Ihrer Sicht als Arzt:<br />

Vermutete Ziele im Rahmen <strong>der</strong> Heilbehandlung aus Sicht des Patienten:<br />

Vermutete Wi<strong>der</strong>stände des Patienten gegen die Heilbehandlung:<br />

Wie schätzen Sie die folgenden Aspekte aus Ihrer Kenntnis des Patienten ein:<br />

Wie stark zutreffend?<br />

Gar<br />

nicht<br />

Wenig mittel Ziemlich<br />

Sehr<br />

nützlich<br />

Grundsätzlich Rehabilitationsbereitschaft 1 2 3 4 5<br />

Kooperation in <strong>der</strong> Therapie (Compliance) 1 2 3 4 5<br />

Motivation zur Weiterarbeit im alten Beruf 1 2 3 4 5<br />

Motivation zur Wie<strong>der</strong>erlangung <strong>der</strong> Erwerbsfähigkeit 1 2 3 4 5<br />

Motivation "Kururlaub" 1 2 3 4 5<br />

Patient will Berentung erreichen 1 2 3 4 5<br />

Patient aggraviert Beschwerden/Funktionsstörungen 1 2 3 4 5<br />

Patient dissimuliert Beschwerden/Funktionsstörungen 1 2 3 4 5<br />

Emotionale Stabilität 1 2 3 4 5<br />

Tragfähige Sozialbeziehungen am Wohnort 1 2 3 4 5<br />

Was wäre für diesen Patienten die optimale Rehabilitationsform aus Ihrer Sicht?<br />

o rein stationäre Reha o teilstationäre Reha o ambulante Reha<br />

Bitte kurz begründen:


Längsschnitt<br />

• Fragebogen<br />

Für die Längsschnitt-Studien ist im folgenden exemplarisch <strong>der</strong> Fragebogen zu T1 komplett aufgeführt.<br />

Inhaltsbereiche und Items, die nur zu T3 bzw. T4 abgefragt wurden, sind separat dargestellt.<br />

In Kapitel 7.4 befindet sich eine Übersicht über die zu den verschiedenen Messzeitpunkten<br />

verwendeten Instrumente.<br />

• Interviewleitfaden<br />

• Arzteinschätzungen


Westfälische Wilhelms-Universität<br />

Münster<br />

Institut für Medizinische Psychologie<br />

DIREKTOR: UNIV.- PROF. DR. DR. F.A. MUTHNY<br />

in Zusammenarbeit mit <strong>der</strong> Universitätsklinik Münster, Innere Medizin C<br />

(Direktor Prof. Dr. G. Breithardt)<br />

Krankheitsverarbeitung und Prädiktoren für<br />

Inanspruchnahme und Wirksamkeit<br />

von zielorientierten Rehabilitationsmaßnahmen<br />

bei kardiologischen Patienten<br />

ein Fragebogen für Herzpatienten am Ende <strong>der</strong><br />

Akutbehandlung<br />

(Längsschnitt: Zeitpunkt T1)<br />

Bitte füllen Sie den Bogen zügig, aber möglichst vollständig aus und schicken Sie ihn im<br />

beiliegenden Umschlag an das auswertende Zentrum.<br />

Bitte bedenken Sie, dass die Untersuchung anonym ausgewertet wird und dass Sie mit<br />

Ihrer Teilnahme mithelfen, die Behandlung und Rehabilitation von Patienten mit<br />

kardiologischen Erkrankungen zu verbessern.<br />

Herzlichen Dank für Ihre Mitarbeit!


Patienten-Nr.:<br />

Wir möchten eingangs gerne etwas zur Entwicklung, Häufigkeit und Dauer Ihrer Herzbeschwerden erfahren:<br />

A. Zunächst geht es um die Zeit vor <strong>der</strong> Akutbehandlung<br />

1. Wann begannen Ihre Herzbeschwerden? Jahr: Monat:<br />

2. Wie begannen sie ? schrittweise plötzlich (Bitte ankreuzen)<br />

3. Welche Beschwerden hatten Sie damals?<br />

Wieweit haben die folgenden Beschwerden auf Sie zugetroffen?<br />

(Bitte Zutreffendes ankreuzen)<br />

gar<br />

nicht<br />

wenig mittel ziemlich<br />

Anhaltende Brustschmerzen (Sekunden bis Minuten) 1 2 3 4 5<br />

Druckgefühl in <strong>der</strong> Brust 1 2 3 4 5<br />

Beklemmung hinter dem Brustbein 1 2 3 4 5<br />

Todesangst 1 2 3 4 5<br />

Vernichtungsgefühl 1 2 3 4 5<br />

Atemnot 1 2 3 4 5<br />

Schwindel 1 2 3 4 5<br />

Bluthusten 1 2 3 4 5<br />

Herzklopfen, Herzrasen 1 2 3 4 5<br />

Kurzzeitiger Bewußtseinsverlust ("Ohnmacht") 1 2 3 4 5<br />

Leistungsknick 1 2 3 4 5<br />

Rasche Ermüdbarkeit 1 2 3 4 5<br />

Rötliche Wangen 1 2 3 4 5<br />

Sonstiges: ________________________________ 1 2 3 4 5<br />

4. Wie wurde die Herzerkrankung festgestellt? (Bitte Zutreffendes ankreuzen)<br />

nach einem Herzinfarkt<br />

zufällig bei einer Routine-Untersuchung<br />

nachdem ich mich krank fühlte und zum Hausarzt ging<br />

als ich wegen einer an<strong>der</strong>en Erkrankung in die Klinik ging<br />

Sonstiges:_____________________________________________<br />

5. Welche <strong>der</strong> folgenden Risikofaktoren treffen für Sie zu? (Bitte Zutreffendes ankreuzen)<br />

Diabetes mellitus ("Zuckerkrankheit")<br />

Übergewicht<br />

Bluthochdruck<br />

Rauchen<br />

erhöhte Blutfettwerte (Cholesterin)<br />

zu wenig Bewegung<br />

zu viel Alkohol<br />

zu viel Streß und Hektik<br />

Sonstiges:_______________________________<br />

6. Falls Sie rauchen, wieviele Zigaretten pro Tag<br />

Ich rauche nicht mehr seit<br />

vorher waren es ca. Zigaretten pro Tag<br />

sehr<br />

stark<br />

1


B Falls Sie vor <strong>der</strong> jetzigen Reha am Herzen operiert wurden<br />

(Bypass- o<strong>der</strong> Klappenoperation, ICD):<br />

7. Wann wurden Sie am Herzen operiert?<br />

Jahr Klinik Art des Eingriffs<br />

Haben sich nach <strong>der</strong> Operation die Beschwerden verän<strong>der</strong>t?<br />

ja nein Zeitabstand noch zu kurz<br />

Seit wann haben Sie ein ICD-Gerät?<br />

C Nun geht es uns um die Zeit <strong>der</strong> jetzigen Behandlung:<br />

8. Haben sich die Herzbeschwerden durch die jetzige Behandlung verän<strong>der</strong>t?<br />

gebessert gleich geblieben verschlechtert<br />

9. Welche Beschwerden haben Sie zur Zeit?<br />

_______________________________________________________________<br />

Versuchen Sie die jetzigen Beschwerden in Schweregrade von 0 bis 5 einzureihen<br />

0 1 2 3 4 5<br />

(keine)<br />

(unerträglich)<br />

10. Wieweit ist Ihr Schlaf zur Zeit beeinträchtigt?<br />

gar<br />

nicht<br />

wenig mäßig ziemlich<br />

stark<br />

1 2 3 4 5<br />

sehr<br />

stark<br />

Worauf führen Sie dies zurück?<br />

Herzbeschwerden Operationsfolgen Sorgen Medikamente<br />

ungewohnte Umgebung<br />

Sonstiges:________________<br />

11. Wie haben Sie die Zeit erlebt, nachdem Sie wussten, dass eine Herzoperation auf Sie zukommt?<br />

Wieweit treffen die folgenden Gesichtspunkte für Sie persönlich zu?<br />

Bitte kreuzen Sie für jeden Begriff die für Sie zutreffende Zahl an:<br />

gar nicht wenig mittel ziemlich sehr stark<br />

Chance zur Vorbereitung 1 2 3 4 5<br />

Bedrohung 1 2 3 4 5<br />

Herausfor<strong>der</strong>ung/Aufgabe 1 2 3 4 5<br />

Unabwendbares Unglück/Schaden 1 2 3 4 5<br />

Wechselhaft/unbestimmt 1 2 3 4 5<br />

12. Wie lange waren Sie in <strong>der</strong> stationären Akutbehandlung? Tage<br />

Falls Sie eine Herzoperation hatten, wie lange liegt diese zurück? Tage<br />

2


KRANKHEITSVERARBEITUNG<br />

Im folgenden geht es darum, genauer zu erfahren, wie Sie in <strong>der</strong> vergangenen Woche mit Ihrer Erkrankung<br />

umgegangen sind, was Sie im Zusammenhang damit gedacht, gefühlt und getan haben, und inwieweit Ihnen dies<br />

geholfen hat, um mit Ihrer Situation fertig zu werden.<br />

Bitte kreuzen Sie für jeden <strong>der</strong> folgenden Begriffe an, wie stark er für Ihre Situation <strong>der</strong> vergangenen 7 Tage zutrifft:<br />

gar<br />

nicht<br />

wenig mittelmäßig<br />

ziemlich<br />

1. Informationen über Erkrankung und Behandlung suchen 1 2 3 4 5<br />

2. Nicht-wahrhaben-wollen des Geschehenen 1 2 3 4 5<br />

3. Herunterspielen <strong>der</strong> Bedeutung und Tragweite 1 2 3 4 5<br />

4. Wunschdenken und Tagträumen nachhängen 1 2 3 4 5<br />

5. Sich selbst die Schuld geben 1 2 3 4 5<br />

6. An<strong>der</strong>e verantwortlich machen 1 2 3 4 5<br />

7. Aktive Anstrengungen zur Lösung <strong>der</strong> Probleme unternehmen 1 2 3 4 5<br />

8. Einen Plan machen und danach handeln 1 2 3 4 5<br />

9. Ungeduldig und gereizt auf an<strong>der</strong>e reagieren 1 2 3 4 5<br />

10. Gefühle auch nach außen zeigen 1 2 3 4 5<br />

11. Gefühle unterdrücken, Selbstbeherrschung 1 2 3 4 5<br />

12. Stimmungsverbesserung durch Alkohol o<strong>der</strong> Beruhigungsmittel suchen 1 2 3 4 5<br />

13. Sich mehr gönnen 1 2 3 4 5<br />

14. Sich vornehmen, intensiver zu leben 1 2 3 4 5<br />

15. Entschlossen gegen die Krankheit ankämpfen 1 2 3 4 5<br />

16. Sich selbst bemitleiden 1 2 3 4 5<br />

17. Sich selbst Mut machen 1 2 3 4 5<br />

18. Erfolge und Selbstbestätigung suchen 1 2 3 4 5<br />

19. Sich abzulenken versuchen 1 2 3 4 5<br />

20. Abstand zu gewinnen versuchen 1 2 3 4 5<br />

21. Die Krankheit als Schicksal annehmen 1 2 3 4 5<br />

22. Ins Grübeln kommen 1 2 3 4 5<br />

23. Trost im religiösen Glauben suchen 1 2 3 4 5<br />

24. Versuch, in <strong>der</strong> Krankheit einen Sinn zu sehen 1 2 3 4 5<br />

25. Sich damit trösten, dass es an<strong>der</strong>e noch schlimmer getroffen hat 1 2 3 4 5<br />

26. Mit dem Schicksal ha<strong>der</strong>n 1 2 3 4 5<br />

27. Genau den ärztlichen Rat befolgen 1 2 3 4 5<br />

28. Vertrauen in die Ärzte setzen 1 2 3 4 5<br />

29. Ärzten misstrauen, die Diagnose überprüfen lassen, an<strong>der</strong>e Ärzte aufsuchen 1 2 3 4 5<br />

30. An<strong>der</strong>en Gutes tun wollen 1 2 3 4 5<br />

31. Galgenhumor entwickeln 1 2 3 4 5<br />

32. Hilfe an<strong>der</strong>er in Anspruch nehmen 1 2 3 4 5<br />

33. Sich gerne umsorgen lassen 1 2 3 4 5<br />

34. Sich von an<strong>der</strong>en Menschen zurückziehen 1 2 3 4 5<br />

35. Sich auf frühere Erfahrungen mit ähnlichen Schicksalsschlägen besinnen 1 2 3 4 5<br />

FKV-LIS<br />

Wenn Sie sich die obigen 35 Aussagen vergegenwärtigen, was hat Ihnen am meisten geholfen, um mit <strong>der</strong> Erkrankung und<br />

ihren Auswirkungen fertig zu werden?<br />

1. Nr. 2. Nr. 3. Nr.<br />

Sehr<br />

stark<br />

3


Die nachfolgenden Aussagen beschreiben Gedanken und Verhaltensweisen, die im Umgang mit einer<br />

Erkrankung auftreten können. Bitte lesen Sie immer zunächst eine Aussage sorgfältig durch und kreuzen<br />

Sie dann auf <strong>der</strong> danebenstehenden Antwortskala an, wie häufig Sie in den letzten 7 Tagen diesen<br />

Gedanken o<strong>der</strong> diese Verhaltensweise bei sich festgestellt haben.<br />

nie sehr selten manchmal<br />

häufig sehr<br />

selten<br />

häufig<br />

Ich ließ es mir draußen in <strong>der</strong> Natur gut gehen. 1 2 3 4 5 6<br />

Ich habe mich beson<strong>der</strong>s mit Dingen beschäftigt, 1 2 3 4 5 6<br />

die mich ausfüllten.<br />

Ich habe an<strong>der</strong>en Menschen Mut gemacht und 1 2 3 4 5 6<br />

versucht, sie aufzuheitern.<br />

Ich habe versucht, mich an<strong>der</strong>en Menschen nützlich 1 2 3 4 5 6<br />

zu machen.<br />

Ich habe an<strong>der</strong>e Personen besucht o<strong>der</strong> sie zu mir 1 2 3 4 5 6<br />

eingeladen.<br />

Ich bin mit Freunden ausgegangen. 1 2 3 4 5 6<br />

Ich habe mit an<strong>der</strong>en Personen schöne Stunden<br />

verlebt.<br />

Ich habe mich in eine Vielzahl von Aktivitäten<br />

gestürzt.<br />

Ich habe festgestellt, dass an<strong>der</strong>e Personen in<br />

meiner Lage wohl nicht so gut mit allem<br />

zurechtkommen wie ich.<br />

1 2 3 4 5 6<br />

1 2 3 4 5 6<br />

1 2 3 4 5 6<br />

TSK<br />

Wie stark hängt nach Ihrer persönlichen Einschätzung die weitere Entwicklung Ihrer<br />

Erkrankung von den folgenden Faktoren ab?<br />

gar<br />

nicht<br />

wenig mittelmäßig<br />

ziemlich<br />

1. Zufall 1 2 3 4 5<br />

2. Können <strong>der</strong> Ärzte 1 2 3 4 5<br />

3. Eigene Lebenseinstellung 1 2 3 4 5<br />

4. Eigenes Verhalten 1 2 3 4 5<br />

5. Unterstützung durch Partner/Familie 1 2 3 4 5<br />

6. Unterstützung durch Freunde/Bekannte 1 2 3 4 5<br />

7. Engagement <strong>der</strong> Ärzte 1 2 3 4 5<br />

8. Vorherbestimmtes Schicksal 1 2 3 4 5<br />

sehr<br />

stark<br />

9. Fortschritte <strong>der</strong> Medizin 1 2 3 4 5<br />

EKO<br />

4


Sie finden im folgenden eine Reihe von Aussagen, wie verschiedene Menschen mit Problemen und<br />

Schwierigkeiten umgehen. Bitte kreuzen Sie an, wieweit diese Einschätzungen auf Ihre persönliche<br />

Einstellung zutreffen.<br />

Für jedes Problem habe ich eine Lösung.<br />

Schwierigkeiten sehe ich gelassen entgegen, weil ich mich<br />

immer auf meine Fähigkeiten verlassen kann<br />

Wenn ich mit einem Problem konfrontiert werde, habe ich<br />

meist mehrere Ideen, wie ich damit fertig werde.<br />

Wenn ich mit einer neuen Sache konfrontiert werde, weiß<br />

ich, wie ich damit fertig werde.<br />

stimmt<br />

nicht<br />

1<br />

stimmt<br />

kaum<br />

2<br />

stimmt<br />

eher<br />

3<br />

stimmt<br />

genau<br />

4<br />

GEK<br />

Hier finden Sie eine Anzahl von Feststellungen. Sie sollen entscheiden, in welchem Ausmaß diese<br />

Feststellungen gewöhnlich auf Sie zutreffen.<br />

trifft gar trifft trifft trifft trifft<br />

nicht zu wenig zu mittel zu ziemlich zu stark zu<br />

1 2 3 4 5<br />

Ich glaube, dass sehr viele Leute ihr Missgeschick<br />

übertreiben, um das Mitgefühl und die Hilfe<br />

an<strong>der</strong>er zu gewinnen.<br />

Ich glaube, die meisten Leute würden lügen, wenn<br />

sie dadurch Vorteile hätten.<br />

Die meisten Leute sind vor allem aus Angst vor dem<br />

Erwischtwerden ehrlich.<br />

Die meisten Leute würden eher zu etwas unfairen<br />

Mitteln greifen, als sich einen Gewinn o<strong>der</strong><br />

Vorteil entgehen zu lassen.<br />

Ich frage mich gewöhnlich, welche versteckten<br />

Gründe jemand haben könnte, wenn er etwas<br />

Gutes für mich tut.<br />

Die meisten Leute schließen Freundschaften, weil<br />

ihnen Freunde nützlich sein können.<br />

Den meisten Leuten wi<strong>der</strong>strebt es innerlich, sich<br />

Mühe zu machen, um an<strong>der</strong>en zu helfen.<br />

Vor Leuten, die etwas freundlicher sind, als ich<br />

erwarte, pflege ich auf <strong>der</strong> Hut zu sein.<br />

Der Ehrliche ist meistens <strong>der</strong> Dumme<br />

Wer hilft, erwartet fast immer eine Gegenleistung.<br />

Oft sieht es so selbstlos aus, aber dahinter steckt<br />

häufig knallharter Egoismus.<br />

Hinter Mitleid verbirgt sich oft Geringschätzung.<br />

Wenn dir jemand etwas Nettes sagt, will er meistens<br />

etwas von dir.<br />

CYN<br />

5


Sie finden nachstehend eine Liste von Problemen und Beschwerden, die man manchmal hat. Bitte lesen<br />

Sie jede Frage sorgfältig durch und entscheiden Sie, wie stark Sie durch diese Beschwerden gestört o<strong>der</strong><br />

bedrängt worden sind, und zwar während <strong>der</strong> letzten 7 Tage.<br />

Wie stark haben Sie gelitten unter...<br />

überhaupt<br />

nicht<br />

ein<br />

wenig<br />

ziemlich<br />

1. Nervosität o<strong>der</strong> innerem Zittern 0 1 2 3 4<br />

2. plötzlichem Erschrecken ohne Grund 0 1 2 3 4<br />

3. Furchtsamkeit 0 1 2 3 4<br />

4. dem Gefühl, gespannt o<strong>der</strong> aufgeregt zu sein 0 1 2 3 4<br />

5. Schreck- und Panikanfällen 0 1 2 3 4<br />

6. so starker Ruhelosigkeit, dass Sie nicht stillsitzen können 0 1 2 3 4<br />

7. Gedanken, sich das Leben zu nehmen 0 1 2 3 4<br />

8. Einsamkeitsgefühlen 0 1 2 3 4<br />

9. Schwermut 0 1 2 3 4<br />

10. dem Gefühl, sich für nichts zu interessieren 0 1 2 3 4<br />

11. einem Gefühl <strong>der</strong> Hoffnungslosigkeit angesichts <strong>der</strong> Zukunft 0 1 2 3 4<br />

12. dem Gefühl, wertlos zu sein 0 1 2 3 4<br />

13. Ohnmachts- o<strong>der</strong> Schwindelanfälle 0 1 2 3 4<br />

14. Herz- o<strong>der</strong> Brustschmerzen 0 1 2 3 4<br />

15. Übelkeit o<strong>der</strong> Magenverstimmung 0 1 2 3 4<br />

16. Schwierigkeiten beim Atmen 0 1 2 3 4<br />

17. Hitzewallungen o<strong>der</strong> Kälteschauer 0 1 2 3 4<br />

18. Taubheit o<strong>der</strong> Kribbeln in einzelnen Körperteilen 0 1 2 3 4<br />

stark<br />

sehr<br />

stark<br />

19. Schwächegefühl in einzelnen Körperteilen 0 1 2 3 4<br />

BSI<br />

6


Wie würden Sie Ihren gegenwärtigen<br />

Gesundheitszustand beschreiben?<br />

Sehr Gut Zufriedenstellend<br />

Weniger Schlecht<br />

gut<br />

gut<br />

1 2 3 4 5<br />

Wie Sie wahrscheinlich wissen, gibt es bestimmte Dinge, die als "Risiko-Faktoren", d.h. schädlich<br />

für die Gesundheit betrachtet werden.<br />

Die meisten Menschen haben einen o<strong>der</strong> mehrere solcher Risiko-Faktoren.<br />

Bitte kreuzen Sie an, welche Risiko-Faktoren bei Ihnen vorliegen:<br />

Rauchen 1 Zu viel Stress und Hektik 1<br />

Übergewicht 1 Zu hohes Cholesterin 1<br />

Zu wenig Bewegung 1 Zu hoher Blutdruck 1<br />

Wie häufig leiden Sie unter Schmerzen?<br />

Und wie stark sind diese Schmerzen?<br />

So gut wie nie 1 Ich habe keine Schmerzen 1<br />

Selten 2 Eher leicht 2<br />

Ein paarmal im Monat 3 Störend, aber zu ertragen 3<br />

2-3 mal pro Woche 4 Gerade noch zu ertragen 4<br />

(Fast) jeden Tag 5 Unerträglich 5<br />

Von kurzen Erkrankungen einmal abgesehen:<br />

Behin<strong>der</strong>t Sie Ihr Gesundheitszustand bei <strong>der</strong><br />

Erfüllung alltäglicher Aufgaben im Beruf<br />

o<strong>der</strong> im Haushalt?<br />

Überhaupt<br />

nicht<br />

1<br />

Ein wenig<br />

2<br />

Ziemlich<br />

stark<br />

3<br />

Sehr stark<br />

4<br />

Wie häufig fühlten Sie sich in letzter Zeit...<br />

Nie<br />

Manchmal<br />

Oft<br />

Immer<br />

völlig erschöpft<br />

unruhig und abgespannt<br />

wie eine Batterie, die allmählich verbraucht ist<br />

1<br />

2<br />

3<br />

4<br />

Wieviele Personen - einschließlich Ihrer Familie<br />

- kennen Sie, auf <strong>der</strong>en Hilfe Sie sich in<br />

Notfällen auf jeden Fall verlassen können?<br />

Keine 1 Person 2 bis 3 Mehr als 3<br />

Person<br />

Personen Personen<br />

1 2 3 4<br />

Wie häufig machen Sie sich Sorgen, dass Sie<br />

wegen Ihres Gesundheitszustandes in Zukunft...<br />

Nie<br />

Manchmal<br />

Oft<br />

Immer<br />

weniger verdienen?<br />

arbeitslos werden?<br />

vorzeitig berentet werden?<br />

1<br />

2<br />

3<br />

4<br />

IRES-MIN<br />

7


In diesem Fragebogen geht es um Ihre Beziehungen zu wichtigen Menschen. Wir möchten<br />

erfahren, wie Sie diese Beziehungen erleben und einschätzen. Bitte geben Sie an, in welchem<br />

Ausmaß die folgenden Aussagen auf Sie zutreffen.<br />

trifft<br />

nicht<br />

zu<br />

trifft<br />

genau<br />

zu<br />

Meinen Freunden / Angehörigen ist es wichtig, meine Meinung<br />

zu bestimmten Dingen zu erfahren.<br />

Ich habe Freunde / Angehörige, die auch mal gut zuhören<br />

können, wenn ich mich aussprechen möchte.<br />

Wenn ich krank bin, kann ich ohne Zögern Freunde /<br />

Angehörige bitten, wichtige Dinge (z.B. Einkaufen) für<br />

mich zu erledigen.<br />

Wenn ich mal tief bedrückt bin, weiß ich, zu wem ich gehen<br />

kann.<br />

Es gibt Menschen, die Leid und Freude mit mir teilen.<br />

Bei manchen Freunden / Angehörigen kann ich auch mal ganz<br />

ausgelassen sein.<br />

Ich habe einen vertrauten Menschen, in dessen Nähe ich mich<br />

sehr wohl fühle.<br />

Ich habe genug Menschen, die mir wirklich helfen, wenn ich<br />

mal nicht weiter weiß.<br />

Es gibt Menschen, die zu mir halten, auch wenn ich Fehler<br />

mache.<br />

Es gibt genug Menschen, zu denen ich ein wirklich gutes<br />

Verhältnis habe.<br />

F-SOZU-K-22<br />

8


Behandlungszufriedenheit<br />

Bitte beantworten Sie die folgenden Fragen nach Ihrem Gesamteindruck von <strong>der</strong> bisherigen<br />

Behandlung Ihrer Herzerkrankung.<br />

Wie zufrieden sind Sie mit:<br />

sehr unzufrieden<br />

eher unzufrieden<br />

teils /teils eher<br />

zufrieden<br />

sehr<br />

zufrieden<br />

Medizinische Behandlung 1 2 3 4 5<br />

Menschliche Betreuung 1 2 3 4 5<br />

Organisation <strong>der</strong> Pflege 1 2 3 4 5<br />

Qualität des Essens 1 2 3 4 5<br />

Engagement <strong>der</strong> Ärzte 1 2 3 4 5<br />

Können <strong>der</strong> Ärzte 1 2 3 4 5<br />

Engagement des Personals 1 2 3 4 5<br />

Stationsatmosphäre 1 2 3 4 5<br />

Gewissenhaftigkeit <strong>der</strong> Arbeit 1 2 3 4 5<br />

Wirksamkeit <strong>der</strong> Behandlung 1 2 3 4 5<br />

Wir möchten Sie nun zu Ihrer augenblicklichen Lebenszufriedenheit fragen.<br />

Bitte kreuzen Sie für jeden <strong>der</strong> folgenden Lebensbereiche an, wie zufrieden o<strong>der</strong> unzufrieden Sie in den<br />

vergangenen 7 Tagen damit waren.<br />

Bereiche<br />

sehr unzufrieden<br />

eher unzufrieden<br />

teils /teils eher<br />

zufrieden<br />

sehr<br />

zufrieden<br />

Gesundheit 1 2 3 4 5<br />

Körperliche Verfassung 1 2 3 4 5<br />

Geistige Verfassung 1 2 3 4 5<br />

Stimmung 1 2 3 4 5<br />

Aussehen 1 2 3 4 5<br />

Fähigkeiten 1 2 3 4 5<br />

Charakter 1 2 3 4 5<br />

Berufliche Situation 1 2 3 4 5<br />

Finanzielle Lage 1 2 3 4 5<br />

Ehe/ Partnerschaft 1 2 3 4 5<br />

Sexualleben 1 2 3 4 5<br />

Freizeitgestaltung 1 2 3 4 5<br />

Familienleben 1 2 3 4 5<br />

Leben insgesamt 1 2 3 4 5<br />

9


Wir bitten Sie abschließend um ein paar Angaben zu Ihrer Person für die anonyme Auswertung:<br />

1. Geschlecht: männlich weiblich 2. Geb.-Datum: Monat Jahr<br />

3. Staatsangehörigkeit: deutsch nicht deutsch<br />

4. Familienstand: ledig verheiratet geschieden/getrennt lebend verwitwet<br />

5. Leben Sie mit einem festen Partner zusammen? nein ja<br />

6. Wieviele Personen leben ständig in Ihrem<br />

Haushalt, Sie selbst eingeschlossen?<br />

Personen ingesamt<br />

8. Welchen höchsten Schulabschluß haben<br />

Sie?<br />

Hauptschule/ Volksschule<br />

Realschule Mittlere Reife<br />

Polytechnische Oberschule<br />

Fachhochschule<br />

Abitur/ allgemeine Hochschulreife<br />

an<strong>der</strong>en Schulabschluß<br />

keinen Abschluß<br />

10. Sind Sie zur Zeit erwerbstätig?<br />

ja, ganztags<br />

ja, mindestens halbtags<br />

ja, weniger als halbtags<br />

nein Hausfrau/ Hausmann<br />

nein, in Ausbildung<br />

nein, arbeitslos/ erwerbslos<br />

nein, Erwerbs,- Berufsunfähigkeitsrente<br />

nein, an<strong>der</strong>es<br />

12. Wie hoch ist das monatliche Nettoeinkommen<br />

Ihres Haushaltes insgesamt?<br />

Die Summe aus Lohn / Gehalt / Einkommen<br />

usw. jeweils nach Abzug <strong>der</strong> Steuern<br />

und Sozialabgaben?<br />

bis unter 1.000 DM<br />

1.000 bis unter 2.000 DM<br />

2.000 bis unter 3.000 DM<br />

3.000 bis unter 4.000 DM<br />

4.000 bis unter 5.000 DM<br />

5.000 bis unter 6.000 DM<br />

6.000 bis unter 7.000 DM<br />

7.000 DM und mehr<br />

14. Besitzen Sie einen Schwerbehin<strong>der</strong>tenausweis?<br />

nein ja, mit Behin<strong>der</strong>ungsgrad %<br />

7. Wieviele davon sind 18 Jahre o<strong>der</strong> älter?<br />

Personen<br />

9. Welche Berufsausbildung haben Sie ab<br />

geschlossen?<br />

Lehre (berufliche-betriebliche Ausbildung<br />

Fachschule (Meister-, Technikerschule,<br />

Berufs-, Fachakademie)<br />

Fachhochschule, Ingenieurschule<br />

Universität, Hochschule<br />

an<strong>der</strong>e Berufsausbildung<br />

keine Berufsausbildung<br />

11. In welcher beruflichen Stellung sind Sie<br />

hauptsächlich <strong>der</strong>zeit beschäftigt bzw. (falls<br />

nicht mehr berufstätig) waren Sie beschäftigt?<br />

Arbeiter<br />

Angestellter<br />

Beamter<br />

Selbständiger<br />

Sonstiges:<br />

13. Welcher gesetzlichen Rentenversicherung<br />

gehören Sie <strong>der</strong>zeit an?<br />

LVA, Name:<br />

BfA<br />

Sonstiges, nämlich<br />

Nicht rentenversichert (z.B. Beamter)<br />

15. Haben Sie in den letzten fünf Jahren eine<br />

Berufs-<br />

o<strong>der</strong><br />

Erwerbsunfähigkeitsrente beantragt?<br />

nein ja<br />

16. Sind Sie zur Zeit krankgeschrieben?<br />

nein ja<br />

17. An wievielen Tagen waren Sie in den letzten 12<br />

Monaten krankgeschrieben?<br />

nein ja Ggf. an Tagen<br />

18. Haben Sie in den letzten fünf Jahren an einer medizinischen Rehabilitationsmaßnahme teilgenommen?<br />

nein ja Zahl Maßnahmen:<br />

10


Inhaltsbereiche bzw. Items, die nur zu T3 bzw. T4 eingesetzt worden sind:<br />

Messzeitpunkt Reha-Ende (T3)<br />

Falls Sie noch nicht berentet worden sind, möchten wir Sie im folgenden um Ihre Einschätzung Ihrer<br />

Arbeitsfähigkeit bitten:<br />

Wie würden Sie Ihre <strong>der</strong>zeitige Arbeitsfähigkeit<br />

einschätzen?<br />

sehr gut<br />

gut<br />

zufriedenstellend<br />

weniger<br />

gut<br />

schlecht<br />

1 2 3 4 5<br />

Welche Verän<strong>der</strong>ungen erwarten Sie beruflich?<br />

Wann werden Sie voraussichtlich Ihre Arbeit wie<strong>der</strong>aufnehmen?<br />

Im folgenden möchten wir Sie um Ihre Einschätzung <strong>der</strong> Heilbehandlung bitten.<br />

Sind während Ihrer Heilbehandlung beson<strong>der</strong>e medizinische Ereignisse o<strong>der</strong> eventuell Komplikationen<br />

eingetreten?<br />

Was hatten Sie sich von <strong>der</strong> Heilbehandlung versprochen?<br />

Was hat sich davon erfüllt?<br />

Was hat sich nicht erfüllt?<br />

Die wievielte Heilbehandlung war dies für Sie?<br />

Am wievielten Tag <strong>der</strong> jetzigen Behandlung füllen Sie den Bogen aus? Tag<br />

Wer ist <strong>der</strong> Träger <strong>der</strong> Rentenmaßnahme? LVA BfA Krankenkassen<br />

Worin sehen Sie den Hauptnutzen <strong>der</strong> Heilbehandlung für sich persönlich?<br />

Womit sind Sie unzufrieden, wenn Sie die Heilbehandlung im Rückblick betrachten? Was haben Sie evtl.<br />

vermisst?


Messzeitpunkte Reha-Ende (T3) und Katamnese (T4)<br />

Im folgenden finden Sie eine Liste von Reha-Maßnahmen, wie sie von Patienten und Ärzten in <strong>der</strong><br />

Rehabilitation angegeben werden. Bitte kreuzen Sie zuerst im vor<strong>der</strong>en Kästchen an, ob Sie die<br />

Maßnahme erhalten bzw. in Anspruch genommen haben. Anschließend kreuzen Sie bitte dann den<br />

Zahlenwert an, <strong>der</strong> anzeigt, wie nützlich diese Maßnahme für Sie gewesen ist.<br />

In Anspruch<br />

genommen:<br />

<br />

Maßnahmen zur Steigerung <strong>der</strong> körperl. Leistungsfähigkeit<br />

(Ergometer-, Terraintraining, Schwimmen, etc.)<br />

Beratung zur sozialen und beruflichen Wie<strong>der</strong>einglie<strong>der</strong>ung<br />

sowie Vermittlung von berufsför<strong>der</strong>nden Maßnahmen<br />

Wie nützlich?<br />

sehr<br />

gar wenig mittel ziemliclich<br />

nütz-<br />

nicht<br />

1 2 3 4 5<br />

1 2 3 4 5<br />

Vermittlung von Beratung zur wirtschaftlichen Sicherung 1 2 3 4 5<br />

Kleingruppengespräche (z.B. über Risikofaktoren,<br />

1 2 3 4 5<br />

Medikamente etc.)<br />

Spezielle Schulungen (z.B. für Diabetes-, Herzklappen-, 1 2 3 4 5<br />

Fettstoffwechsel-, Defibrillator-Patienten)<br />

An<strong>der</strong>e Gesprächsrunden (z.B. über Krankheit und Sinn, etc.) 1 2 3 4 5<br />

Entspannungstraining, Yoga, Autogenes Training etc. 1 2 3 4 5<br />

Stressbewältigung 1 2 3 4 5<br />

Nichtrauchertraining 1 2 3 4 5<br />

Problemorientierte Gruppe "Leben nach dem Herzinfarkt" 1 2 3 4 5<br />

Gesprächsgruppe für Frauen 1 2 3 4 5<br />

Kreatives und gestalterisches Arbeiten 1 2 3 4 5<br />

Angehörigen-/ Paargespräch 1 2 3 4 5<br />

Psychologische Einzelgespräche <strong>der</strong> Beratung u. Therapie 1 2 3 4 5<br />

Gesundheitsberatung und –training 1 2 3 4 5<br />

Information über gesunde Ernährung 1 2 3 4 5<br />

Ärztliche Behandlung 1 2 3 4 5<br />

Diagnostische Abklärung bzw. medizinische Untersuchungen 1 2 3 4 5<br />

Verordnung von Medikamenten 1 2 3 4 5<br />

Gespräche mit Ärzten 1 2 3 4 5<br />

Gespräche mit Mitpatienten, Knüpfen neuer Kontakte 1 2 3 4 5<br />

Freizeitangebote und kulturelle Angebote außerhalb <strong>der</strong> 1 2 3 4 5<br />

Klinik<br />

Ausspannen vom Alltag 1 2 3 4 5<br />

Krankengymnastik 1 2 3 4 5<br />

Kraft- und Muskeltraining 1 2 3 4 5<br />

Physikalische Anwendungen (Massage, Bä<strong>der</strong>, Rotlicht, etc.) 1 2 3 4 5<br />

Sonstiges: 1 2 3 4 5


Im folgenden geht es darum, in welchem Ausmaß Sie zum gegenwärtigen Zeitpunkt die angegebenen<br />

Ziele erreicht haben.<br />

Bitte kreuzen Sie jeweils den Zahlenwert an, <strong>der</strong> anzeigt, in welchem Ausmaß Sie dieses Ziel erreicht<br />

haben.<br />

Rehabilitationsziele Gar nicht wenig mittel<br />

Somatisch-medizinisch<br />

Ziemlich<br />

Beeinflussung des Krankheitsverlaufs 1 2 3 4 5<br />

Reduzierung von Beschwerden 1 2 3 4 5<br />

Verbesserung <strong>der</strong> Ausdauer 1 2 3 4 5<br />

Steigerung <strong>der</strong> körperlichen Leistungsfähigkeit und<br />

Belastbarkeit<br />

Sehr<br />

stark<br />

1 2 3 4 5<br />

schnellere Genesung 1 2 3 4 5<br />

Lebensverlängerung 1 2 3 4 5<br />

Verän<strong>der</strong>ung von Risikofaktoren<br />

Patientenschulung/ Informationen 1 2 3 4 5<br />

Regelmäßige Bewegung 1 2 3 4 5<br />

Blutdruckeinstellung 1 2 3 4 5<br />

Einstellung des Diabetes mellitus 1 2 3 4 5<br />

Normalisierung <strong>der</strong> Blutfettwerte 1 2 3 4 5<br />

Gewichtsabnahme 1 2 3 4 5<br />

Gesunde Ernährung 1 2 3 4 5<br />

Stressbewältigung 1 2 3 4 5<br />

Aufgabe des Rauchens 1 2 3 4 5<br />

Reduktion des Alkoholkonsums 1 2 3 4 5<br />

Psychische Befindlichkeit<br />

Wie<strong>der</strong>finden des seelischen Gleichgewichts 1 2 3 4 5<br />

Verbesserung <strong>der</strong> Stimmung 1 2 3 4 5<br />

Abbau von Ängsten 1 2 3 4 5<br />

Steigerung des Selbstwertgefühls 1 2 3 4 5<br />

Verbesserung des Umgangs mit <strong>der</strong> Krankheit 1 2 3 4 5<br />

Abstand von Alltagssorgen 1 2 3 4 5<br />

Erreichen einer befriedigenden Lebensqualität 1 2 3 4 5<br />

Erreichen eines befriedigenden Sexuallebens 1 2 3 4 5<br />

Beruf und Haushalt<br />

Klärung <strong>der</strong> beruflichen Belastbarkeit 1 2 3 4 5<br />

Entlastung am Arbeitsplatz 1 2 3 4 5<br />

Rückkehr in den Beruf 1 2 3 4 5<br />

Selbstversorgungsfähigkeit 1 2 3 4 5<br />

Selbständige Haushaltsführung 1 2 3 4 5<br />

Aktive Freizeitgestaltung 1 2 3 4 5


Messzeitpunkt Katamnese (T4)<br />

Behandlungszufriedenheit<br />

Wie zufrieden sind Sie heute<br />

mit <strong>der</strong> Wirksamkeit Ihrer<br />

Rehabilitationsbehandlung?<br />

sehr unzufrieden<br />

teils /teils<br />

eher<br />

zufrieden<br />

sehr<br />

zufrieden<br />

1 2 3 4 5<br />

Sind nach dem Ende Ihrer Heilbehandlung beson<strong>der</strong>e medizinische Ereignisse o<strong>der</strong> eventuell<br />

Komplikationen eingetreten?<br />

ja nein<br />

Wenn ja, welche?<br />

Hatten Sie weitere Krankenhausaufenthalte?<br />

ja nein<br />

Wenn ja, aus welchem Grund?<br />

Sind Sie zur Zeit erwerbstätig?<br />

ja, ganztags<br />

ja, mindestens halbtags<br />

ja, weniger als halbtags<br />

nein Hausfrau/ Hausmann<br />

nein, in Ausbildung<br />

nein, arbeitslos/ erwerbslos<br />

nein, Erwerbs,- Berufsunfähigkeitsrente<br />

nein, Altersrente<br />

nein, an<strong>der</strong>es<br />

Falls Sie berentet worden sind:<br />

Wann sind Sie berentet worden?<br />

Aus welchem Grund?<br />

eher unzufrieden<br />

Falls Sie noch nicht berentet worden sind, möchten wir Sie im folgenden um Ihre Einschätzung Ihrer<br />

Arbeitsfähigkeit bitten:<br />

zufriedenstellend<br />

gut<br />

weniger<br />

sehr gut gut<br />

schlecht<br />

Wie würden Sie Ihre <strong>der</strong>zeitige Arbeitsfähigkeit<br />

1 2 3 4 5<br />

einschätzen?<br />

Wann haben Sie Ihre Arbeit wie<strong>der</strong>aufgenommen?<br />

Haben sich berufliche Verän<strong>der</strong>ungen ergeben? ja nein<br />

Wenn ja, welche?<br />

Wie Sie wissen, wird in letzter Zeit viel darüber diskutiert, ob wie bisher wohnortfern o<strong>der</strong> eher<br />

wohnortnah bzw. stationär o<strong>der</strong> ambulant rehabilitiert werden sollte.<br />

Welche Rehabilitationsform finden Sie aus heutiger Sicht grundsätzlich günstiger?<br />

stationär (wie bisher üblich)<br />

teilstationär, d.h. stationärer Beginn in einer wohnortnahen Reha-Klinik, nach 1-2 Wochen<br />

weiter volles Maßnahmespektrum in <strong>der</strong> Klinik, aber <strong>der</strong> Patient geht abends nach Hause.<br />

ganz ambulant (in neu zu schaffenden Rehazentren am Wohnort)


Wer sollte darüber entscheiden, ob eine stationäre, teilstationäre o<strong>der</strong> ambulante Maßnahme durchgeführt<br />

wird?<br />

grundsätzlich <strong>der</strong> Arzt<br />

grundsätzlich <strong>der</strong> Patient<br />

beide zusammen nach einem Gespräch über Vor- und Nachteile<br />

Wie würden Sie sich heute entscheiden, wenn Sie nochmal vor <strong>der</strong> Rehabilitation stünden und alle drei<br />

Reha-Formen für Sie möglich wären?<br />

für eine ambulante Reha am Wohnort<br />

für eine teilstationäre Reha in Wohnortnähe<br />

für eine stationäre Reha<br />

für keine Reha<br />

weiß nicht


Interviewleitfaden (Muster)<br />

Begrüßung und Vorstellung<br />

Wie geht es Ihnen? Wie lange sind Sie schon in <strong>der</strong> Klinik?<br />

Zunächst möchte ich Ihnen erklären, worum es uns geht:<br />

Das Ziel unserer Studie ist folgendes:<br />

Wir möchten dabei helfen, die Versorgung von kardiologischen Patienten zu verbessern. Dazu ist es<br />

wichtig, dass beson<strong>der</strong>s die persönlichen Meinungen und Belange <strong>der</strong> Patienten berücksichtigt<br />

werden.<br />

Ablauf:<br />

Wir werden Sie bitten, uns am Ende <strong>der</strong> Akutbehandlung und, falls es für Sie zutreffend ist, zu<br />

Beginn und am Ende <strong>der</strong> Rehabilitation sowie ca. sechs Monate später jeweils einen Fragebogen<br />

auszufüllen. Der Fragebogen erfasst z.B. Ihre Beschwerden o<strong>der</strong> auch, wie Sie mit Ihrer Erkrankung<br />

umgehen.<br />

Außerdem werden wir medizinische Angaben zu Ihrem Krankheitsbild von Ihrem jeweiligen<br />

behandelnden Arzt erfragen. Dazu ist es notwendig, dass Sie Ihren Arzt von <strong>der</strong> ärztlichen<br />

Schweigepflicht entbinden. Eine Einverständniserklärung habe ich dazu vorbereitet. Bitte lesen Sie<br />

sich diese durch.<br />

Die Teilnahme an <strong>der</strong> Studie ist selbstverständlich freiwillig. Ihnen entstehen keinerlei Nachteile, wenn<br />

Sie nicht teilnehmen möchten. Auch können Sie Ihr Einverständnis je<strong>der</strong>zeit ohne Angabe von<br />

Gründen wie<strong>der</strong> zurückziehen.<br />

Auch werden wir alles, was Sie uns mitteilen, selbstverständlich streng vertraulich behandeln.<br />

Sind Sie damit einverstanden, dass ich ein Tonbandgerät mit laufen lassen zur leichteren<br />

Protokollierung?<br />

(Um die Fragebögen zu den verschiedenen Erhebungszeitpunkten einan<strong>der</strong> zuordnen zu können, müssen wir allerdings zu <strong>der</strong><br />

Nummer Ihres Fragebogens Ihre Anschrift kennen. Ihre Anschrift und die Fragebögen werden in unserem Institut getrennt<br />

voneinan<strong>der</strong> aufbewahrt und gespeichert. Ihr Name und Ihre Adresse werden unmittelbar nach Abschluss <strong>der</strong> Nachbefragung<br />

gelöscht. Bei <strong>der</strong> Darstellung <strong>der</strong> Studienergebnisse sind keine Rückschlüsse auf die befragte Person möglich.)<br />

Wenn Sie jetzt keine weiteren Fragen mehr haben, können wir beginnen.<br />

Aktuelle Beschwerden<br />

Wie geht es Ihnen heute?<br />

Welche Beschwerden haben Sie zur Zeit?<br />

Gemeinsame Anamnese<br />

Krankheitsverarbeitung (in den letzten Tagen)<br />

(Fremdrating nach BEFO und FKV-LIS)<br />

Was haben Sie gefühlt, gedacht und wie haben Sie sich verhalten, als Sie von Ihrer Herzerkrankung<br />

erfahren haben?<br />

Was belastet Sie zur Zeit am meisten?<br />

Was hat Ihnen geholfen, die Situation im Krankenhaus zu bewältigen?<br />

Wie wird es für Sie weitergehen? Was wird sich durch die Erkrankung verän<strong>der</strong>n?


Therapieziele<br />

Welche Ziele möchten Sie nach dem Krankenhausaufenthalt erreichen?<br />

Die folgende Liste enthält Rehabilitationsziele, die von Patienten als wichtig erachtet werden. Im<br />

folgenden geht es darum, wie wichtig diese Therapieziele für Sie selbst sind.<br />

Wie wichtig sind folgende Rehabilitationsziele für<br />

Sie?<br />

Sehr unwichtig<br />

Eher unwichtig<br />

mittel wichtig<br />

Sehr<br />

wichtig<br />

Somatisch-medizinisch<br />

Beeinflussung des Krankheitsverlaufs 1 2 3 4 5<br />

Reduzierung von Beschwerden 1 2 3 4 5<br />

Verbesserung <strong>der</strong> Ausdauer 1 2 3 4 5<br />

Steigerung <strong>der</strong> körperlichen Leistungsfähigkeit und<br />

Belastbarkeit<br />

1 2 3 4 5<br />

schnellere Genesung 1 2 3 4 5<br />

Lebensverlängerung 1 2 3 4 5<br />

Verän<strong>der</strong>ung von Risikofaktoren<br />

Patientenschulung/ Informationen 1 2 3 4 5<br />

Regelmäßige Bewegung 1 2 3 4 5<br />

Blutdruckeinstellung 1 2 3 4 5<br />

Einstellung des Diabetes mellitus 1 2 3 4 5<br />

Normalisierung <strong>der</strong> Blutfettwerte 1 2 3 4 5<br />

Gewichtsabnahme 1 2 3 4 5<br />

Gesunde Ernährung 1 2 3 4 5<br />

Stressbewältigung 1 2 3 4 5<br />

Aufgabe des Rauchens 1 2 3 4 5<br />

Reduktion des Alkoholkonsums 1 2 3 4 5<br />

Psychische Befindlichkeit<br />

Wie<strong>der</strong>finden des seelischen Gleichgewichts 1 2 3 4 5<br />

Verbesserung <strong>der</strong> Stimmung 1 2 3 4 5<br />

Abbau von Ängsten 1 2 3 4 5<br />

Steigerung des Selbstwertgefühls 1 2 3 4 5<br />

Verbesserung des Umgangs mit <strong>der</strong> Krankheit 1 2 3 4 5<br />

Abstand von Alltagssorgen 1 2 3 4 5<br />

Erreichen einer befriedigenden Lebensqualität 1 2 3 4 5<br />

Erreichen eines befriedigenden Sexuallebens 1 2 3 4 5<br />

Beruf und Haushalt<br />

Klärung <strong>der</strong> beruflichen Belastbarkeit 1 2 3 4 5<br />

Entlastung am Arbeitsplatz 1 2 3 4 5<br />

Rückkehr in den Beruf 1 2 3 4 5<br />

Selbstversorgungsfähigkeit 1 2 3 4 5<br />

Selbständige Haushaltsführung 1 2 3 4 5<br />

Aktive Freizeitgestaltung 1 2 3 4 5


Reha-Motivation<br />

Beabsichtigen Sie, an einer Reha-Maßnahme teilzunehmen?<br />

Was erhoffen/ erwarten Sie sich von einer möglichen Rehabilitation?<br />

Stimmt<br />

genau<br />

Stimmt<br />

eher<br />

Stimmt<br />

eher nicht<br />

Stimmt<br />

überhaupt<br />

nicht<br />

1. Wohlbefinden, Erholung<br />

erwarten/ hoffen, dass...<br />

Abstand vom Alltag gewinnen 1 2 3 4<br />

Sich erholen 1 2 3 4<br />

Sich eine Zeitlang um nichts kümmern 1 2 3 4<br />

Ansprechen<strong>der</strong> Kurort 1 2 3 4<br />

Unternehmungsmöglichkeiten außerhalb <strong>der</strong> 1 2 3 4<br />

Reha<br />

2. Diagnose, Therapie<br />

erwarten/ Hoffen, dass...<br />

Genaue Diagnosemitteilung 1 2 3 4<br />

Erhöhung <strong>der</strong> körperlichen Leistungsfähigkeit 1 2 3 4<br />

Wie<strong>der</strong> wie früher arbeiten können 1 2 3 4<br />

Lernen, gesün<strong>der</strong> zu leben 1 2 3 4<br />

3. Krankheitsbewältigung<br />

erwarten/ hoffen, dass...<br />

Kontakt zu Patienten mit gleichen o<strong>der</strong><br />

ähnlichen Problemen bekommen<br />

1 2 3 4<br />

Stärkung des Selbstvertrauens und Mut machen 1 2 3 4<br />

Beruflichen Stress abbauen 1 2 3 4<br />

Lernen, sich mehr Freizeit zu nehmen und für 1 2 3 4<br />

sich zu nutzen<br />

4. Beruf, Rente<br />

erwarten/ hoffen, dass...<br />

Hilfe bei arbeits- und sozialrechtlichen Fragen 1 2 3 4<br />

Hilfe bei Rentenantragstellung 1 2 3 4<br />

Bestätigung <strong>der</strong> vermin<strong>der</strong>ten Leistungsfähigkeit<br />

Information und Beratung über berufliche<br />

Umschulungsmöglichkeiten<br />

1 2 3 4<br />

1 2 3 4<br />

Anschließend erhalten Sie jetzt unseren Fragebogen, den Sie bitte möglichst bald (am besten noch heute)<br />

ausfüllen und im verschlossenen Umschlag bei <strong>der</strong> Schwester o<strong>der</strong> im Stationszimmer abgeben.<br />

Zu Beginn und gegen Ende Ihres Rehabilitationsaufenthaltes werden Sie dann noch einmal einen<br />

Fragebogen bekommen, den Sie bei <strong>der</strong> Schwester o<strong>der</strong> im Stationszimmer abgeben können.<br />

Wir werden uns dann noch einmal ca. 6 Monate nach dem Ende <strong>der</strong> Rehabilitationsmaßnahme bei Ihnen<br />

melden und Sie wie<strong>der</strong> bitten, einen Fragebogen auszufüllen.<br />

Dank und Verabschiedung


Pt.-Name:<br />

------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------<br />

Arzt-Einschätzung Pt-Nr. Datum:<br />

Akut-Ende (T1) Alter des Patienten: J.<br />

Geschlecht: o männlich o weiblich<br />

Hauptdiagnosen: 1. 2.<br />

Begleiterkrankungen bzw. Risikofaktoren:<br />

Diabetes mellitus<br />

Adipositas<br />

Hypertonie<br />

Nikotin<br />

Hypercholesterinämie<br />

Bewegungsmangel<br />

Alkoholabusus<br />

zu viel Streß und Hektik<br />

Sonstiges:_______________________________<br />

Kardiologische Basisparameter:<br />

Grun<strong>der</strong>krankung: o KHK o DCM o Herzklappenerkr. o maligne Herzrhythmuserkr.<br />

o sonstige:<br />

Kardiologische Erkrankung seit: Zahl <strong>der</strong> Krankenhausaufenthalte:<br />

NYHA-Stadium:<br />

Zahl bisheriger Infarkte: ggfs max. Ergometerleistung: Watt<br />

Aktueller Rehabilitationsgrund:<br />

Bei Zustand nach Infarkt:<br />

Behandlungsmaßnahmen<br />

Lokalisation des jetzigen Infarkts:<br />

Zahl Bypass-OP:<br />

Zahl betroffener Gefäße:<br />

Zahl Dilatat.:<br />

Größe des Infarkts:<br />

ICD:<br />

Reanimation: o ja o nein Klappen-OP:<br />

An<strong>der</strong>e Maßnahmen: :<br />

Eingetretene Komplikationen während des Akutverlaufs:<br />

Zeitspanne vom Beginn <strong>der</strong> Beschwerden bis zur Krankenhausaufnahme:<br />

Arbeitsunfähigkeit im Zusammenhang mit <strong>der</strong> aktuellen Erkrankung: Dauer:<br />

Wie häufig arbeitsunfähig gewesen? mal<br />

Wochen<br />

Wie sehen Sie aus ärztlicher Sicht die Indikation für eine Reha-Maßnahme?<br />

o unbedingt erfor<strong>der</strong>lich o nützlich o nicht sinnvoll<br />

Was wäre für diesen Patienten die optimale Rehabilitationsform aus Ihrer Sicht?<br />

o rein stationäre Reha o teilstationäre Reha o ambulante Reha<br />

Sinnvolle Rehabilitationziele aus Ihrer Sicht als Arzt:


Pt.-Name:<br />

-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------<br />

Arzt-Einschätzung Pt-Nr. Datum:<br />

Reha-Beginn (T2) Alter des Patienten: J. Geschlecht: o männlich o weiblich<br />

Hauptdiagnosen: 1. 2.<br />

Kardiologische Basisparameter:<br />

Grun<strong>der</strong>krankung: o KHK o DCM o Herzklappenerkr. o maligne Herzrhythmuserkr. o<br />

Kardiologische Erkrankung seit:<br />

Zahl <strong>der</strong> Krankenhausaufenthalte:<br />

NYHA-Stadium:<br />

Zahl bisheriger Infarkte: Max. Ergometerleistung: Watt<br />

Bei Zustand nach Infarkt:<br />

Behandlungsmaßnahmen<br />

Lokalisation des jetzigen Infarkts:<br />

Zahl Bypass-OP:<br />

Zahl betroffener Gefäße: Zahl Dilatat.: an<strong>der</strong>e Maßnahmen:<br />

Arbeitsunfähigkeit im Zusammenhang mit <strong>der</strong> aktuellen Erkrankung: Dauer:<br />

Wie häufig arbeitsunfähig gewesen?<br />

mal<br />

Wochen<br />

Sinnvolle Rehabilitationziele aus Ihrer Sicht als Arzt:<br />

Wie wichtig sind folgende Rehabilitationsziele für diesen Patienten?<br />

Sehr unwichtig<br />

Eher unwichtig<br />

mittel wichtig<br />

Somatisch-medizinisch<br />

Beeinflussung des Krankheitsverlaufs 1 2 3 4 5<br />

Reduzierung von Beschwerden 1 2 3 4 5<br />

Verbesserung <strong>der</strong> Ausdauer 1 2 3 4 5<br />

Steigerung <strong>der</strong> körperlichen Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit 1 2 3 4 5<br />

schnellere Genesung 1 2 3 4 5<br />

Lebensverlängerung 1 2 3 4 5<br />

Verän<strong>der</strong>ung von Risikofaktoren<br />

Patientenschulung/ Informationen 1 2 3 4 5<br />

Regelmäßige Bewegung 1 2 3 4 5<br />

Blutdruckeinstellung 1 2 3 4 5<br />

Einstellung des Diabetes mellitus 1 2 3 4 5<br />

Normalisierung <strong>der</strong> Blutfettwerte 1 2 3 4 5<br />

Gewichtsabnahme 1 2 3 4 5<br />

Gesunde Ernährung 1 2 3 4 5<br />

Stressbewältigung 1 2 3 4 5<br />

Aufgabe des Rauchens 1 2 3 4 5<br />

Reduktion des Alkoholkonsums 1 2 3 4 5<br />

Psychische Befindlichkeit<br />

Wie<strong>der</strong>finden des seelischen Gleichgewichts 1 2 3 4 5<br />

Verbesserung <strong>der</strong> Stimmung 1 2 3 4 5<br />

Abbau von Ängsten 1 2 3 4 5<br />

Steigerung des Selbstwertgefühls 1 2 3 4 5<br />

Verbesserung des Umgangs mit <strong>der</strong> Krankheit 1 2 3 4 5<br />

Abstand von Alltagssorgen 1 2 3 4 5<br />

Erreichen einer befriedigenden Lebensqualität 1 2 3 4 5<br />

Erreichen eines befriedigenden Sexuallebens 1 2 3 4 5<br />

Beruf und Haushalt<br />

Klärung <strong>der</strong> beruflichen Belastbarkeit 1 2 3 4 5<br />

Entlastung am Arbeitsplatz 1 2 3 4 5<br />

Rückkehr in den Beruf 1 2 3 4 5<br />

Selbstversorgungsfähigkeit 1 2 3 4 5<br />

Selbständige Haushaltsführung 1 2 3 4 5<br />

Aktive Freizeitgestaltung 1 2 3 4 5<br />

Was wäre für diesen Patienten die optimale Rehabilitationsform aus Ihrer Sicht?<br />

o rein stationäre Reha o teilstationäre Reha o ambulante Reha<br />

Sehr<br />

wichtig


Pt.-Name:<br />

-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------<br />

Arzt-Einschätzung Pt-Nr. Datum:<br />

Reha-Ende (T3)<br />

Erreichte Rehabilitationziele aus Ihrer Sicht als Arzt:<br />

Wie weit sind folgende Rehabilitationsziele bei diesem Patienten erreicht? Gar nicht wenig mittel Ziemlich<br />

Sehr<br />

stark<br />

Somatisch-medizinisch<br />

Beeinflussung des Krankheitsverlaufs 1 2 3 4 5<br />

Reduzierung von Beschwerden 1 2 3 4 5<br />

Verbesserung <strong>der</strong> Ausdauer 1 2 3 4 5<br />

Steigerung <strong>der</strong> körperlichen Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit 1 2 3 4 5<br />

schnellere Genesung 1 2 3 4 5<br />

Lebensverlängerung 1 2 3 4 5<br />

Verän<strong>der</strong>ung von Risikofaktoren<br />

Patientenschulung/ Informationen 1 2 3 4 5<br />

Regelmäßige Bewegung 1 2 3 4 5<br />

Blutdruckeinstellung 1 2 3 4 5<br />

Einstellung des Diabetes mellitus 1 2 3 4 5<br />

Normalisierung <strong>der</strong> Blutfettwerte 1 2 3 4 5<br />

Gewichtsabnahme 1 2 3 4 5<br />

Gesunde Ernährung 1 2 3 4 5<br />

Stressbewältigung 1 2 3 4 5<br />

Aufgabe des Rauchens 1 2 3 4 5<br />

Reduktion des Alkoholkonsums 1 2 3 4 5<br />

Psychische Befindlichkeit<br />

Wie<strong>der</strong>finden des seelischen Gleichgewichts 1 2 3 4 5<br />

Verbesserung <strong>der</strong> Stimmung 1 2 3 4 5<br />

Abbau von Ängsten 1 2 3 4 5<br />

Steigerung des Selbstwertgefühls 1 2 3 4 5<br />

Verbesserung des Umgangs mit <strong>der</strong> Krankheit 1 2 3 4 5<br />

Abstand von Alltagssorgen 1 2 3 4 5<br />

Erreichen einer befriedigenden Lebensqualität 1 2 3 4 5<br />

Erreichen eines befriedigenden Sexuallebens 1 2 3 4 5<br />

Beruf und Haushalt<br />

Klärung <strong>der</strong> beruflichen Belastbarkeit 1 2 3 4 5<br />

Entlastung am Arbeitsplatz 1 2 3 4 5<br />

Rückkehr in den Beruf 1 2 3 4 5<br />

Selbstversorgungsfähigkeit 1 2 3 4 5<br />

Selbständige Haushaltsführung 1 2 3 4 5<br />

Aktive Freizeitgestaltung 1 2 3 4 5<br />

Wie schätzen Sie die folgenden Aspekte aus Ihrer Kenntnis des Patienten ein:<br />

Wie stark zutreffend?<br />

Gar nicht Wenig mittel Ziemlich<br />

Sehr<br />

nützlich<br />

Grundsätzlich Rehabilitationsbereitschaft 1 2 3 4 5<br />

Kooperation in <strong>der</strong> Therapie (Compliance) 1 2 3 4 5<br />

Motivation zur Weiterarbeit im alten Beruf 1 2 3 4 5<br />

Motivation zur Wie<strong>der</strong>erlangung <strong>der</strong> Erwerbsfähigkeit 1 2 3 4 5<br />

Motivation "Kururlaub" 1 2 3 4 5<br />

Patient will Berentung erreichen 1 2 3 4 5<br />

Patient aggraviert Beschwerden/Funktionsstörungen 1 2 3 4 5<br />

Patient dissimuliert Beschwerden/Funktionsstörungen 1 2 3 4 5<br />

Emotionale Stabilität 1 2 3 4 5<br />

Tragfähige Sozialbeziehungen am Wohnort 1 2 3 4 5<br />

Sind während <strong>der</strong> Behandlung außergewöhnliche medizinische Ereignisse aufgetreten o<strong>der</strong><br />

Komplikationen?

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