Reisebericht Nordspanien – „Picos de Europa 2012 ... - Tuning & Fun

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Reisebericht Nordspanien – „Picos de Europa 2012 ... - Tuning & Fun

Reisebericht Nordspanien „Picos de Europa 2012

In der letzten Zeit waren in einschlägigen Foren und Zeitschriften viele Berichte über Reisen in die

Pyrenäen zu finden. Gewiss ist diese schöne Region Nordspaniens auch jede Zeile wert. Bisher

scheint es jedoch den Meisten entgangen zu sein, dass nur wenige Kilometer weiter ein weiteres

Gebirge Nordspaniens zu einem Besuch einlädt. Da die Picos den Vergleich mit den Pyrenäen in

keinster Weise scheuen müssen, möchte ich diese Region mit den folgenden Zeilen und Bildern

vorstellen.

Als fahrbarer Untersatz diente uns in diesem Jahr ein Dodge Ram 2500 mit bärenstarkem Cummins-

Diesel und einer Schlafdachkabine.

Mit einem Zwischenstopp in der Nähe von Basel, wo wir einem Kunden noch etwas vorbei brachten

und dafür mit Kaffee und Kuchen verwöhnt wurden, ging es vom Allgäu aus über Frankreich in

Richtung Süden. Nachdem wir uns beim Kaffee trinken verquatscht hatten, kamen wir am ersten

Abend nur bis kurz vor Vichy, wo wir an einem Waldweg übernachteten.

Weiter ging es recht unspektakulär bis Biarritz, wo wir auf einem Womo-Übernachtungsplatz die

zweite Nacht verbrachten. Hier konnten wir das urige Reisemobil eines Engländers bewundern. Der

alte Bulli im „Rat-Look“ zog alle Blicke auf sich.

Am nächsten Morgen ging es dann endlich über die nahe Grenze nach Spanien. Wir nahmen die A63

bis zur Abfahrt „Deba“.


Von hier aus cruisten wir über die GJ 638 Richtung Ondarroa und weiter über die BI 3438 nach

Lekeitio. Allmählich beschlich uns der Verdacht, hier nicht ganz richtig zu sein. Man findet hier nur

wenige Buchten an der Steilküste und diese Buchten sind dann touristisch völlig überlaufen. Wir

beschlossen also weg von der Küste ins Hinterland zu fahren, aber selbst hier stellte sich die Suche

nach einem ruhigen Schlafplatz als mühsam heraus. Schließlich fanden wir doch noch ein ruhiges

Plätzchen am Waldrand.

Das Internet-Portal „Wikiloc“ bietet sauber sortiert nach den einzelnen Provinzen Spaniens eine

Vielzahl von Tracks speziell für Offroader. Ich habe im Vorfeld eine Unmenge solcher Tracks auf einen

Tablet-PC geladen. Dieser unter Windows laufende PC, bestückt mit Quovadis, war gekoppelt mit

dem Garmin GPS unser am Armaturenbrett befestigter Routenplaner. So konnten wir uns in unserer

jeweiligen Planung stets die Tracks aussuchen, die auf dem Weg lagen, bzw. geeignete Tracks zu

einer Tour verbinden.

Der nächste Tag sollte dann auch die erste Offroad-Einlage bringen. Über die BI 631 und die BI 637

ging es vorbei an Mungia und Bilbao kurzzeitig auf die E70/A8, die wir aber an der Ausfahrt

„Kobaron“ in Richtung „La Rigada“ gleich wieder verließen. Kurz vor La Rigada ging es rechts ab auf

einen schmalen, steilen Weg.


Schon nach wenigen hundert Metern kam das „Aus“. Ein großer alter Obstbaum versperrte mit

einem dicken Ast auf ca. 2 Metern die Durchfahrt. Im vorbei fahren hatte ich eine kleine Abzweigung

zu einem landwirtschaftlichen Anwesen gesehen. Also ging es kurz zurück, Auto abstellen und den

Bauern mit Händen und Füßen um die Erlaubnis zur Durchfahrt bitten. Dieser sammelt seine beiden

Border Collies und ein zahmes Frettchen ein, öffnete freundlich das Tor und winkte uns durch. Kurz

nach dem Bauernhof, zeigte sich, dass sich der ursprüngliche Weg und der nun befahrene

Wirtschaftsweg trafen.

Der Track führte anfangs über weite Hügelkämme, um dann lange Zeit an bewaldeten Bergflanken

entlang zu ziehen. Hier trafen wir dann auf eine große Höhle am Wegesrand. Um zu beweisen, was

ich für ein toller Kerl bin, machte ich mich mit der Taschenlampe bewaffnet auf, die Höhle zu erkunden.

Bereits nach wenigen Metern umschloss mich die Dunkelheit. Wie weit es mit dem tollen Kerl

her war, kann man sich vorstellen, als das Licht der Taschenlampe auf etwa 1,70 Meter Höhe von

zwei funkelnden Augen reflektiert wurde. Der vermeintliche Braunbär entpuppte sich als spanisches

Rindvieh, das aus mir unverständlichen Gründen in die Höhle gewandert war.


Weiter ging es durch dichtes Grün, bis wir auf unserem Weg an einen höhlenartigen Tunnel kamen.


Der erste Tunnelabschnitt führte nach einer kurzen Lücke gleich in einen weiteren Tunnelabschnitt.


Der aufmerksame Bildbetrachter erkennt am Eingang des zweiten Tunnels lange Stöcke, die dort an

der Wand lehnten. Spätestens nachdem ich in die große Wasserlache eingefahren war, wusste ich,

warum die Einheimischen diese Stöcke hier platziert hatten.

Je nach Höhenlage wechselte die Landschaft zwischen sattem Grün im Wald und offenen, freien

Passagen auf den Hügelkämmen.


Nachdem der Track kurzzeitig eine Teerstraße entlang geführt hatte, ging es einen lehmigen Hohlweg

aufwärts Richtung „Picos de la Nievies“. Der enge Hohlweg führte uns schließlich auf ein schmales

Teersträßchen, das uns weiter bergauf brachte. Unterhalb eines alten Klosters schlugen wir unser

Quartier auf einer kleinen Lichtung auf.


Zu Fuß machten wir uns bergwärts auf, um den Rest des Berges mit den Kloster-Ruinen zu erkunden.

Mit jedem Schritt bergauf wurde das Brummen eines Stromerzeugers lauter. Mit mildem Entsetzen

sahen wir, dass die Einheimischen hier für eine abendliche Fiesta schmückten und ein großes Zelt

aufgestellt hatte. Toll, da sucht man die Einsamkeit der Berge und landet auf einer Fiesta.

Da sich aber pünktlich zu Abend starker Regen einstellt, war der Andrang nicht sehr groß und wir

konnten trotz allem eine ruhige Nacht verbringen.

Der nächste Morgen empfing uns mit einem dicken Nebelgrau. Da der Boden nass und

durchgeweicht war, beschlossen wir, talwärts nicht den Hohlweg zu nehmen, sondern stattdessen

das Teersträßchen hinab zu fahren.

Da uns der Sinn nicht so sehr nach Regen stand, fuhren wir weiter in Richtung Küste. Hier fanden wir

mit der Playa s Julian ein nettes Plätzchen am Meer.

Wenn ich sage am Meer, dann ist dies in diesem Küstenbereich meist so zu verstehen, dass das

Wasser nur wenige Schritte horizontal entfernt ist. Allerdings würde man dann noch etliche

Höhenmeter vertikal zurücklegen.


Am nächsten Morgen schien dann endlich die ersehnte Sonne und wir entschlossen uns die Küste

entlang des Atlantiks weiter in Richtung Santander und später Richtung Gijon entlang zu fahren.

Dieses Unterfangen hätten wir uns genauso gut schenken können. Dieser Küstenabschnitt bietet

neben der genannten Steilküste nur wenige Strandabschnitte, die dann prall mit Touristen gefüllt

sind. Da uns der Sinn eher nach Einsamkeit stand, waren wir froh am Nachmittag einen tollen Platz

nahe der Bucht „Playa Andrin“ gefunden zu haben.


Man sieht hier sehr schön, wie nahe die Berge der Picos an der Küste liegen. Als Allgäuer findet man

Berge mit 2500 m Höhe grundsätzlich nicht besonders beeindruckend. Dieser Eindruck relativiert sich

allerdings, wenn man bedenkt, dass sich diese Berge praktisch aus dem Meer erheben.


Beim Erkunden der Umgebung des Stellplatzes fanden wir schnell heraus, dass man beim nächtlichen

Pinkeln, seine Schritte mit Vorsicht lenken sollte.


Nach zwei Tagen verließen wir diesen netten Platz mit seiner schönen Flora, um uns nun endgültig in

die Picos aufzumachen.


Die Picos sind ein Gebirgszug, der sich entlang des Atlantiks durch die Provinzen Asturien, Kantabrien

bis hin nach Kastilien-Leon zieht. Die Nähe von Küste und Gebirge bewirkt, dass sich selbst nach

morgendlichem Sonnenschein etwa ab Mittag die ersten Wolken an den Höhenzügen stauen. Meist

ist es dann ab dem Nachmittag derart bewölkt, dass man mit Regen rechnen muss., was das üppig

Grün der Landschaft erklärt.

Geht man sich jedoch in die Picos selbst, bleibt man meist vom nachmittäglich Regen verschont.

Von Andrin fuhren wir über Llanes auf der AS 263 bis Posada, dann links auf die AS 115 bis Las Arenas

und weiter bis Carmarmena auf der AS 264. Hier zweigt die CA1 in Richtung Sotres/Espinama/Fuente

De ab.

Man stelle sich unsern Schreck vor, als am Straßenrand plötzlich Unmengen von geparkten Autos

auftauchten. Gekrönt wurde der Schock noch von Parkplatzeinweisern in leuchtenden Warnwesten.

Es zeigte sich schnell, dass die Einweiser versuchen sollten, dem Ansturm auf die Seilbahn gerecht zu

werden. Als wir aber klar machten, dass wir Richtung Sotres wollten, konnten wir weiterziehen.

Kurz hinter Sotres endet dann auch schon der Asphalt. Man überquert eine Hochebene, deren

Landschaft an die Westalpen erinnert. Der geschotterte, gut befahrbare Weg führt nach Fuente De,

von wo aus eine weitere Seilbahn die Besucher zur Bergstation etwas oberhalb der von uns


durchquerten Hochebene befördert.


Fuente De erwies sich als Sackgasse. Wir hatten hier zwar den Einstieg in den weiteren Track

gefunden, standen hier jedoch vor einem Verbotsschild. Dieses vor den wachsamen Augen der

Ranger zu ignorieren erschien uns als wenig ratsam.

Also ging es auf der CA 185 zurück bis Potes, wo wir nach einem Stopp im Supermarkt auf der N 621

bis Portilla de la Reina fuhren und dann auf die LE 243 Richtung Posada de Valdeon abbogen. Ein

schmaler Weg führte von der LE 243 über eine Brücke hinter der uns Bäume und Buschwerk ausreichend

gegen die Straße abschirmten, um hier unser Lager aufzuschlagen. Statt zu duschen gab es an

diesem Abend ein erfrischendes Bad im Bach.

Was uns abends noch wild-romantisch erschien, empfanden wir nachts als lästig. Der neben dem

Auto schnell talwärts fließende Bach rauschte so laut, dass es schwer war, Schlaf zu finden.

Etwas zerknittert machten wir uns nach dem Frühstück auf weiter in Richtung Posada. In Posada

angekommen ging es weiter auf der LE2703 nach Cain de Valdeon. Wie befürchtet war auch Cain

eine Sackgasse. Der Track war mit vier Rädern nicht mehr zu befahren. Die Landschaft auf dem Weg

nach Cain und auch wieder zurück bis Posada entschädigte uns aber hinreichend.

Unser nächster Track sollte in Pola de Laviana starten. Wir erreichten das Örtchen über die LE 244 bis

Puerto del Ponton, weiter auf der N 625 und der LE 635 bis Buron und dann ab Puerto de Tarna auf

der auf der AS 117 bis Pola de Laviana.

Kurz nach einer Tankstelle zieht sich ein schmales Asphaltband steil den Berg hoch und endet auf

einem Picknickplatz. Den Spuren nach zu urteilen, nützen die Einheimischen die Abgeschiedenheit

des Platzes nicht nur zum Picknicken.

Versteckt hinter dichten Zweigen begann am Ende des Picknickplatzes der Schotterpfad unseres

Tracks. Was sich bereits zu Beginn als äußerst eng für unsern dicken Dodge zeigte, sollte auch


einahe bis zum Ende unserer Tagesetappe so bleiben.

Der Weg führte uns immer weiter hinauf in die Berge. Vorbei an einigen wenigen Gehöften kam die

Untersetzung des Dodge immer häufiger zu Einsatz, da die Passagen zunehmend steiler wurden. Was

für einen kompakten Allradler eine leichte Aufgabe gewesen wäre, wurde auf Grund der Breite

unseres Gefährtes zunehmend zur schweißtreibenden Tortur. Ich hatte nur wenig Lust das Blech des

Dodges kalt zu verformen.

Da das Kartenmaterial für diese Gegend sehr dürftig ist, fuhren wir mit Garmin-Karten quasi im

„Nichts“ und konnten uns nur am gespeicherten Track orientieren. An jeder Abzweigung konnten wir

immer erst erkennen, ob wir die richtige Spur gewählt hatten, wenn der Positionspfeil sich ent-weder

weiter auf dem Track bewegte oder diesen verließ.

Auf weiten Strecken zirkelten wir den Ram zwischen Bäumen und Steinmauern, die den Hang absicherten,

hindurch. Als wir dann schließlich in ein kleines Bergdorf gelangten, durch das nun drei

Wege führten, war erst einmal Ratlosigkeit angesagt. Zwei Gässchen waren für den Ram

unpassierbar. Glücklicherweise führte die letzte Gasse zurück auf unseren Track. Nach einigen

Rangier-Einlagen lag das Dorf hinter uns. Bereits eine halbe Stunde später erwartete uns die nächste

Ansiedlung. Der knapp 6 Liter große Diesel kündigte unser Kommen durch das 5 Zoll große

Auspuffendrohr dezent an. In der Folge erwarteten uns die Bewohner des Dorfes schon stehenden

Fußes. Uns wurde erklärt, dass unser Auto zu groß sei, um auf den talwärts führenden Weg zu

gelangen. Nach langen Hin und Her gelang es mir klar zu machen, dass wir nicht ins Tal wollten,

sondern weiter auf dem Track bergwärts. Auch durch dieses Dörfchen führten drei Gassen. Nur eine

einzige bot halbwegs Aussicht auf Erfolg. Die Spanier begannen Blumenkästen von Ihren Häusern

abzumontieren, während ich die seitlichen Sandbleche nebst Haltern abschraubte. Rechts fädelte ich

die Markise der Kabine unter einer vorstehenden Dachpfette hindurch, während links ein Strommast

um Haaresbreite an der Karosserie entlang wanderte. Während meine Frau von hinten nach dem

Rechten sah, wurde ich vorn von drei (!) Spaniern gleichzeitig eingewiesen. Die drei waren sich

offensichtlich einig, dass man Vollkontakt fahren muss. Die Spuren an Stoßstange und Hauswand

werden bei beiden Nationalitäten noch länger an das Ereignis erinnern.

Nach etwa rund einer Stunde war die Engstelle gemeistert und wir wurden herzlich verabschiedet.

Dieses Ereignis zeigte uns wieder einmal die freundliche und hilfsbereite Mentalität der Spanier

abseits des Touristenrummels. Leider haben wir vor lauter Action im Dorf vergessen Fotos zu

schießen.


Endlich hatten wir so viel Höhe gewonnen, dass die Landschaft sich öffnete und die engen Passagen

hinter uns lagen. Bis zum Nachtplatz hatten wir uns noch einmal verfahren, was sich durch den vom

Track abweichenden Positionspfeil zeigte. Nachdem wir unseren Fehler erkannt hatten, mussten wir

noch 20 Minuten weiterfahren, bis sich eine Stelle zum Wenden in X Zügen anbot. Wieder auf dem

Rückweg, war die Abzweigung so scharf, dass sie mit dem Ram nicht zu schaffen war. Also ging es

erst wieder in die falsche Richtung, bis wir dann in einem Bachlauf erneut wenden konnten. Nur gut,

dass der Weg das Ziel war und Zeit keine Rolle spielte.

Am Scheitelpunkt des Tracks war der Platz erfreulich weit und so beschlossen wir hier zu

übernachten.


Das abendliche Studium der Karte zeigte auf der 1:150.00 Karte einen Weg in ein Tal, der auf der

Karte nur kurz unterbrochen war bevor er auf der anderen Seite weiter ging. Da lag die Vermutung

nahe, dass es auch hier eine Piste durch oder über die Berge führen könnte.

Von unserem Track kommend fuhren wir also am Morgen auf der AS 252 bis Cabanaquinta, auf der

AS 253 nach Collanzo, dann rechts ab auf der AE 6 bis St. Lorenzo. Da schmale Teersträßchen führt

abwechselnd durch Wald und felsige Passagen.

Am Straßenrand stand ein 110er Defender mit einem Pferdeanhänger. Der Sohn des Fahrers füllte

aus einer Quelle am Straßenrand unzählige Plastikflaschen mit Wasser. Auf die Frage, ob es sich um

Trinkwasser handle, nahm er demonstrativ einen tiefen Schluck. Auch wir nutzten dann die

Gelegenheit unsere Wasservorräte aufzufüllen.

Wenig später sahen wir den Landy geparkt am Straßenrand wieder. Die Familie des Bauern bewirtschaftete

gemeinsam mit dem Pferd einen steilen Hang. Das Pferd trug ein Joch und zog einen Pflug.

Der Hang war jedoch so steil, dass wir uns fragten, ob bei uns zuhause irgendwer eine solche Fläche

bewirtschaften würde.

Angekommen in St. Lorenzo sollte sich zeigen, dass unsere Vermutung richtig war und eine Piste dort

weiterführte, wo laut Karte Ende war.

Um auf diese Piste zu kommen, mussten wir noch eine schmale Brücke passieren. Allerdings war der

Weg hier steil, eng und führte im Bogen zwischen einer Mauer und einem Brückengeländer hindurch.

Auf meiner Seite auf die Mauer achtend, fragte ich Margit, ob Platz genug sei. Es wäre besser

gewesen, ich hätte ihr auch Zeit gelassen mir zu antworten. Das Brückengeländer hinterließ neben

einem grünen Lackabrieb auch eine Furche im Blech.


Endlich ging es danach weiter bergwärts. Die Gegend erinnerte uns an das heimische Allgäu.


Am Übergang vom Schotter wieder auf den Asphalt zeigte uns ein Schild am Straßenrand, dass wir

uns im Nationalpark Mampodre/ Sierra de la Cuerna befanden. Die LE 321 vorbei an einigen kleinen

Dörfern in Richtung Tal.

Bevor wir aber das Tal erreichen konnten, zeigte uns Quovadis, dass unser nächster Track in nächster

Nähe lag.

Im ersten Durchgang fuhren wir an der Abzweigung vorbei, da wir nicht glauben konnten, dass dieser

schmale Schotterweg der Einstieg sein sollte. Im zweiten Anlauf zeigte sich, dass der Track nur am

Anfang in recht üblen Zustand war. Schon bald wurde er zu einem der schönsten Tracks unserer

Reise.


Als wir nach einiger Zeit sahen, dass der Track auf wenigen Kilometern einer Teerstraße folgt,

entschlossen wir uns einen Abstecher in die Zivilisation zu machen, um in Bonar Diesel zu fassen.

Zurück auf der CL 624 legten wir am Embalse de Parma eine Badepause ein, bevor wir uns rechts ab

über Pallide, Reyero und Viego wieder auf die Piste begaben. Diese Piste war als Fernwanderweg PR-

LE 49 „Cuadro Pueblas“ ausgeschildert.

Als wir gegen 17:00 Uhr ein Plateau erreichten, war schnell klar, dass dies unser Nachtplatz wird.


Morgens ging es dann weiter.


Am späten Vormittag kamen uns das Erste und einzige Mal Offroader entgegen.


In Spanien gelten alle Touren mit mehr als vier Fahrzeugen, als organisiert und damit

genehmigungspflichtig. Daher sieht man meist Gruppen mit maximal vier Wagen.

Die Gruppe hier bestand aus zwei alten Willys und zwei 90er Defendern.

Kurz nach diesem Zusammentreffen wurde der Weg auf 1307 m zum PR Collada Galeros. Bei Puente

Almuhey kamen wir auf die CL 625 und damit zurück in die Zivilisation. Wir folgten dieser Straße bis

Guardo, wo wir einen ausführlichen Stopp an einem Supermarkt einlegten.

Nach Shopping und Kaffee ging es auf der P 210 vorbei am Embalse de Campuerio und dem Embalse

de Camporredondo weiter bis zum Embalse de Ceruera-Ruesga, wo wir erst badeten und dann auch

unser Nachtlager aufschlugen.


Unser nächstes Ziel war der Embalse de Ebro. Diesen erreichten wir über einen Track ab Salceda.

Dieser Track war der einzige von uns gefahrene gesperrte Track unserer Tour. Wir wollten gerade am

Sperrschild umkehren, als uns ein Bauer bedeutete doch weiter zu fahren. Der Track sei weder

schwierig noch landschaftlich bedenklich. Also überquerten wir auf dem 20 km langen Track einen

Hügelzug, wobei uns das schlechte Gewissen aber nie ganz los ließ.


Kurze Zeit später erreichten wir Reinosa und dann auch den Embalse de Ebro. Der Ebrosee ist der

größte Trinkwasserspeicher Spaniens. Er ist eingebettet zwischen zwei Gebirgszügen auf dessen

Höhen sich auf beiden Seiten unzählige Windräder befinden.

Dieser Anblick erfüllte uns mit großer Freude, da wir uns den Ebrosee zum Ziel gewählt hatten, um

hier Kitesurfen zu gehen.

Der Sandstrand am Ufer ließ an unserem Übernachtungsplatz fast Meeresstimmung aufkommen.


Ich nutzte die aufkommende Thermik zum Kiten, bis sich eine Wolkenwand von den Bergen herabschob

und den Ebro für rund eine Stunde in eine „Loch Ness-Stimmung“ verwandelte.

An dieser Stelle wäre der Bericht zum Thema Picos an sich zu Ende. Unsere Reise führte uns nun noch

vom Ebrosee vorbei am Stausee La Loteta durch die Pyrenäen zum Mittelmeer.

La Loteta


Östlich von Zaragoza brachte uns ein 130 km langer staubiger Track nach Monzon und dann weiter

zum Embalse de Barasona bei Graus.


Embalse de Barasona


Von dort ging es über Montanana und Cagijar zum Camping Isabena bei Puebla de Roda, wo wir die

mit uns seit Jahren befreundeten Besitzer besuchten.


Nach zwei Tagen auf Isabena verabschiedeten wir uns von Spanien und zogen über die Carmarque

und weiter über das Piemont langsam heimwärts.

Le Jai am Etang Berre:


Colle Lombarda, Piemont


Maira Stura Kammstraße


Fazit unserer Reise:

Die Picos sind gewiss eine weitere Reise wert. Uns lockt darüber hinaus noch Galizien.

Für gut 5400 km habe wir knapp 1500 û an Sprit und Maut gebraucht. Das Leben auf unserer Tour

hat uns für gut vier Wochen 600 û gekostet. Darin enthalten sind dreimal Essen gehen und je zwei

Übernachtungen auf Isabena und Le Jai.

Der Preis für Diesel liegt in Spanien knapp unter deutschem Niveau. Die Lebenshaltungskosten sind

deutlich geringer.

Nordspanien bietet auf Wunsch Einsamkeit und geniales, legales Offroaden. Steht einem der Sinn

nach Einkaufen oder Tanken ist man meist in wenigen Stunden in einer größeren Stadt. Dadurch

bietet sich dieses Reiseziel auch für Reisen mit Kindern an. In Anbetracht der vielen Stauseen in den

nordspanischen Bergen lässt sich bei Bedarf auch fast immer ein Platz am Wasser finden.

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