bei tler Kry sta ZZbildung.

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bei tler Kry sta ZZbildung.

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cndlich drittens, dafs die, wenn aiich schr kleinc Versenkung,

die sich in Altooa, Giittingeii, Leipzis und Xom

so iibereinstimmend zeigt, in Copenhagen wahrscheiulich

wenigstens eben so sehr sich gezeigt baben wiirde, wenn

nicbt diesmal daselbst nur von 10 zu 10 Minuten beobachtet

ware. Es bestatigt sich also dadurch die schon

friiher gcmachte Bemerkung, dafs das Aufzeicbnen in sehr

kleinen Zeitintervallen bei diesen Beobachtungen sehr

wiinschenswerth ist. In Gbttingen werden die Aufzeichnungen

jetzt immer in den Hauptteminen von funf zn

funf, in deli Nebenterminen von drei zu drei Minuten

gemacht, und es darf daher die Bem'erkmg wohl Platz

finden, dais es, aufsei andern Vortbeilen, auch die Entwerfung

der Zeichnungen erleichtern wiirde, wenu darin

an den andern Oertern, wie tk auch an den meisten

schon geschieht, eine Gleicbfiirmigkeit beobacbtet wurde.

Gaufs.

IX. Ueber die Lichterscheinungen bei tler Kry

sta ZZbildung.

von Heinrich Rose '1.

NIan hat sehr oft ein Leuchten beim Anschiefsen ron

Krystallen bemerkt ; aber immer ist diese Erscheinung

eiue zufallige gewesen, und nie, wie ich glaube, lint man

sie willkiihrlich hervorrufen kdnqen. Ich babe bei der

Bildung von Krystallen der arsenicbten. Sure ein starkes

Leuchten gesehen, welcbes sich von dem beim Krystallisiren

anderer Substanzen dadurch unterscheidet, dafs man es

zu jeder Zeit willkubrlich hervonubringen im Stande ist.

Man nebme zwei bis drei Quentcben der arsenichten

SIure von glasartiger Beschaffenheit, iibergiefse sie

1) Celcsen in der Aeademie der Wisaensehaftea am 30. Juli 1935.

PoggendorlTs AnndBd. XXXV. 31


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in einem Kolben von weifsein Glasc mil drei Loth rlicbt

rauchender Chlonrasserstoffsaure von gemiihnlicher Sttirke,

und einem Loth Wasser, bringe das Ganze in's Kochen,

lasse es zehn Minuten oder eine Tiertelstunde kochen,

und erkalte es dann msglichst laogsam, am besten durcli

sehr allmllige Verkleinerung der Spiritusflamuie, deren

man sich ZM Kochea bedient hat. \Venn an einem

dunklen Orte die Krystallc anfangen anzuschiefsen , so

ist diefs mit einem starken Leiichten verbiiaden; die Erzeiigung

von jedem kleinen Krystall ist niit einem Funken

begleitet. Schiittelt man alsdann das Gefafs, so

schiefsen pbtzlich sefir viele Krystalle an, und es entstehen

zu gleicher Zeit eben so viele Funken. Hat man

bedeutende Mengen Ton arsenichter Slum, z. B. zwei

bis drei Loth oder mehr mit der entsprechenden Nenge

von verdiinnler Chlor~~asserstoffsaiire behandelt, so ist,

wenn man gerade den riclitigen Zeitpunkt getroffeii hat,

beim Schutteln das Leuchten der anschiefsenden Krystalle

RO stark, dafs eiii diinkles Zimmer dadurch erleuchtet

werden kanu.

Es dauert sehr lange, ehe die saure Auflosung der

arsenichten Saure aufhbrt Krystalle abzusetzen. Daher

leuchtet die ' erkaltete AuflBsung noch am zweiten und

selbst bisweilen am dritten Abend, aber nur aufserordentlich

schwach, und nur wenn sie geschuttelt wid.

Spster ist es indessen nicht maglich cin Leiichten hervonubringen,

ein Beweis, d& dasselbe nur durch Anschiefsen

von Krystallen, nicht durch Reibungselektricitlit

entsteht.

Lafst man die heifse huflasung der glasartigen menichten

Ssure schnell erkaltcn, wodurth man eine pulverformige

Masse von arsenichtcr Siurc. erhalt, so kann

man dabei entweder' nur eiiie sehr schwache oder gar

k eine Licbterscheinung bemerlicn.

Man limn eben so weaig cio Leuchten beobachten,

wenn man die glasartige Sliure init Snlpetersiiure (von


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gew~holicber Sterke und auch raucheode) uod mit Essigslure

behandclt. Dcr Griind davon ist aber nur der,

dab diese Slureo zu weoig voo der arseoichteo Sure

auflbseo, was besooders bei der EssigsBate der Fall ist,

so daL diese Aofl68uog durcb Schwefelwasserstoffwasser

our sehwach gelblicb getarbt wird, oboe eioen Niederschlag

von Scbwefelarseoik abzusondero. - Verdiioote

Schwefelssure hiogegen lbst durcb's Kochen etwas melr

arseoicbte Siiure auf, und weno man die Auflbsung sehr

laugsam erkalten lsbt, so kann man in der That biswei-

Ien ein schwiches Leucbteo bemerkeo. Behandelt man

eine grofse Meoge der glasartigcn arsenichten Slure mit

so weoig Kbnigswasser (welcbes aber aberschiissige Cblorwasserstoffsaure

eothalten uiiifs), dals erstere oicbt vollstandig

aufgelast uod zu ArseoiksBure oxydirt werdeo

kann, so zeigt sich beim Erkalten eio starkes Leuchteo.

Die Ursacbe des Leircbteos beim Anscbieten voo

Krystalleo scbien mir scbon seit Isngerer Zeit die zu

seyn, dafs die als leucbtender Krystall sicb aus einer

Fliissigkeit ausscheidende Substanz nicht als solche in

derselben aufgelbst entbalten war, soodero dab sie sich

erst bildete, weon der Krystall gebildet wurde, und dafs

durch die Entstebung der neueo Substanz in krystallioischer

Form die Licbterscbeinuog bediogt wird.

Am hiiutigsten hat man dns Leucbteo der Krystalle

beim Anschiefseu des schwefelsaureo Kalis bemerkt, aber

immer iiur zubllig, und wohl nie beim Umkrystallisireo

VOD reinem scbwefelsauren Kali, soddern, wie icb glaube,

nach der huflbsmg des Riickstandes von der Bereitung

der Salpetersgure. Dieser entbiilt fast immer andertbalb

schwefelsaures Kali, welehes sich als solches in Wasser

aufliisi, aber beim Krystallisirea, nacb P bill ips, in zweifach

und in oentrales schwefelsaures Kali sich zersetzt,

und letzteres scheiot danp beim Andietsen eioe Lichterscheinung

zu zeigen, iodem es sich in der FlUssigkeit

bildet und als Krystalle aus derselben aasscheidet.

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Bckanntlicli kennt man zwei isomerische Znstlnde

der arsenichteii Siiure; sie ist entweder durcbsichtig und

glasartig, oder porcellanartig und undurchsichtig. Urspriinglich

nach dem Schmelzen ist sie vollkommen durchsichtig,

und durch’s bloke Aufbewahren wird sie, ohne

eine Gewichtszunahme zu erleiden, milchweifs und undurchsichtig.

In beiden Zustanden hat die Slure ein verschiedenes

specifisches Gewicht uud eine verschiedene

Lijslichkeit in Wasser.

Das starke Leuchten bei der Krystallbildung der

arsenichten Saure habe ich nur wahrnehmen kiinnen, wenn

ich glasartige Saure auf die oben ermlhnte Weise mit

Chlorwasserstoffsaure bkhandelte. Bebandelte ich sowohl

porcellanartige Saure , aIs auch die pulverformige arsenichte

Saiire, welche durch’s Rasten der arsenikalischen

Ene vermittelst Sublimation gewonnen wird, und unter

den Namen pou Giftmehl im Handel bekannt ist, mit

Chlorwasserstoffsaure, so konnte ich beim langsamsten

Erkalten entweder kein, oder beim Schiitteln des Kolbens

nur eiu sehr scliwnches Leuchten bemerken; im

letzteren Fallc wahrscheinlich, weil dic porcellanartige

SIure noch glasartige enlhielt. Aber immer war diefs

schwache Leuchten gar nicht mit dem starken zu vergleichen,

das sich zeigte, wehn glasartige Saure angewandt

wurde. - Das Leuchten beim Anschiefsen der

Krystalle der arsenichten Saure scheint also dadurch zu

entstehen, dab aus der Aufldsung der glasartigen Saure

dieselbe beim Krystallisiren sich in porcellanartige verwandelt.

. Die gebildeten Krystalle gehbren also zu der

porcellanartigen Modification ; und das Porcellanartigwerden

der glasartigen Saure besteht auch in nichts anderem,

als darin, dafs die Slure aus einem vollkommen unkrystallinischen

in einen krystallinischen Zustand iibergeht.

Die erhaltenen Krystalle der arsenichten Sinre, wenn

dieselben aus einer sehr langsam erknlteten Aufl6sung in

Chlorwassersteffsaure anschiekien, sind zmar durchsichtig,


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aber &se Durchsichtigkeit verdanken sie wohl nur ihrer

Grafse, und ein Aggegat von sebr kleinen Krystallen

der SBure wurde eio porcellanartiges Ansehen besitzen.

- Die gebildeten Krystalle waren immer regullre 0ctai:-

der, und besafsen nicht die von WBbIer beobachtete

Fom, welche vielleicht eiue dritte isolnerisclre Modification

der arsenichten Sailre ist.

Wird die glasartige S:iure init Chlorwasserstoffsaure

auf die oben aogcfiihrte Weise und im angegebenen Verhiilhlifs

behandelt , und habeu sich unter Lichtentwicklung

uach vollsV5odigern Erkalten die Krystalle abgescbiedeu,

so kann man no& einmal ein Leucbten, bisweilen

sogar ein starlies liervorbriogen, wen5 inau das Gauze

noch einmal bis ZU5l Kochen erhitzt und langsam erkalten

lafst. Uoch ist dieses Lerichten weit schwacher als

das crste, iind entstelit mohl nur daber, dafs in der cblorwasserstoffsauren

Aufliisung noch glasartige SPure aufgeliist

cntbalten war, die durch’s Krystallisiren das schwa-

cbcro Leucliten herrorbrachtc. Uebrigens ist auch die

~Junutitiit tler verdiinnten Chlormsserstoffsaure in der oben

nngcgebcncn Menge nicbt im Stande alle arsenichte Sure

aufzuliisen, und cs bleibt ein kleiner Theil dcrselbeu

im glasartigen Zustande zurtick.

Uebrigens werden durch die Ursache einer neuen

Bildung nicht aUe Lichterscheinuogen erklsrt, welche

mau bis jelzt beobachtet hat, und ich selbst halte diese

Hypothese fur eine solche, die noch niehr beobacbteter

Thatsachen bedarf, UGI far eine wabrscbeinliche gebalteo

werden zu k8noen. So beobachtete B e rz e 1 i us eine Lichterscheinung

beim Krystallisiren von Fluornatrium aus ei .

ner Auflasung, welcbe dieses Salz scbon aufgelbst enthielt.

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