Reflexe Ausgabe September 2007 - vdms

vdms.ch

Reflexe Ausgabe September 2007 - vdms

Reflexe

v e r b a n d d e r m e d i z i n i s c h e n m a s s e u r e d e r s c h w e i z

vdms

Zeitschrift

für physikalische Therapie

V E R B A N D

SEPTEMBER 2007

• WISSEN

Neurolymphatische

Reflexpunkte

• GEIST & PSYCHE

Emotional Freedom

Techniques TM

• PRAXIS

Sekundäres

Armlymphödem

• KONTAKT

Deutsches Institut für

Ortho-Bionomy ®

vdms

setzt IMPULSE

Impuls-Tag und

Impuls-Abende 2008

• WEITERBILDUNG

Ayurveda-TherapeutIn

V E R B A N D P R A X I S

T H E M A

Reflexe


01.2003

geht, geht weit

17 MEDIZIN & GESCHICHTE

Ortho-Bionomy®

E U R O L Y M P H

Geißeln

A T I S

der

C H

Menschheit

E R E F L E X P U N K T E

D I E M U S K U L A T U R – V O R D E R A N S I C H T

domastoideus

ackenstrecker

ackenbeuger

inor

laris

ialis

erior

uppe

ngus

achii

teres

atus

oidei

ceps

orius

cilis

mius

leus

erior

soas

acus

uppe

unkt

abel

uppe

denlatur

uppe

imus

REFLEXE SEPTEMBER ? 2007 V I E N R H B A A LT N D

2

THEMA PRAXIS VERBAND

4 WISSEN

Dr. med. Klaus G. Weber:

Neurolymphatische Reflextherapie

7 FÜR SIE GELESEN

Neurolymphatische Reflexpunkte

nach Chapman & Goodheart

8 FORSCHUNG

Marlene Bierer-Fischer: Ist das

Gehirn ein soziales Konstrukt?

10 GEIST & PSYCHE

Erich Keller: Emotional Freedom

Techniques

13 DISKUSSION

Die Prinzipien der Wundheilung

14 ERNÄHRUNG

Junges Gemüse – Frische Früchte

15 MENSCH & ARBEIT

Entschleunigung – Wer langsam

Thema: Reflexe

Subclavius

Zwerchfell

Levator scapulae

W I S S E N

NEUROLYMPHATISCHE

REFLEXPUNKTE

Kaumuskulatur

Deltoideus

Die Neurolymphatische Reflextherapie wird

seit bald 100 Jahren im Rahmen der Osteopathie

praktiziert. Sie ist aber auch Teil

der Kinesiologie. Ihr grosser Nutzen liegt

in der Diagnostik und der Therapie organischer

und funktioneller Beschwerden.

Mehr auf S. 4

18 METHODENPORTRÄT

Erich Weiß: Die Manipulativmassage

– zum 10. Todestag

des Schweizer Massagearztes

Dr. med J. C. Terrier

22 PRAXIS

Peter Volk: Die Behandlung des

sekundären Armlymphödems nach

Mammaamputation

29 RATGEBER

Aktuelle Büchertipps:

• Selbsthilfe in Gruppen

• Krankenkasse

• Rezeptfrei gesund mit Schweizer

Hausmitteln

29 KONGRESS

• 5. Windener Lymphtag

30 KONTAKT

Das Deutsche Institut für

Teres major

Supraspinatus

Arm

M E T H O D E N P O R T R ÄT

Trapezius

kranaler Anteil

Pectoralis minor

Popliteus

Pectoralis major

pars sternalis

Pectoralis major

pars clacicularis

Latissimus dorsi

Supinator

Trapezius mittlerer

und kaudaler Anteil

Triceps

Latissimus dorsi

Quadratus lumborum

Tibialis anterior

Gluteus medius

und minimus

Priformis

DIE MANIPULATIVMASSAGE

NACH DR. MED. J. C. TERRIER

Peroneus Gruppe

Flexor hallucis longus

Flexor hallucis brevis

Opponens pollicis

Die Manipulativmassage nach Terrier ist

eine propriozeptionsfördernde, schmerztherapeutische

Weichteiltechnik für Gelenke

und Wirbelsäule. Fachleute sind sich einig:

Sie stellt eine der bewährtesten, komplexesten

und logischsten Techniken dar.

Mehr auf S. 18

32 VERBAND vdms

• Weiterbildungsprogramm 2008

32 • vdms setzt Impulse: Impuls-Tag

und Impuls-Abende 2008

34 • Mitglieder für Mitglieder

• Schulbesuch bei der Prophylaxe

• Kurznachrichten

35 PORTRÄT

André Benoit: «Einfach nur schön»

36 WEITERBILDUNG

• Ausbildungslehrgang zum/zur

Ayurveda-Therapeuten

• Herzliche Gratulation zur

bestandenen BeBo®-Prüfung!

37 • Neues im Kursangebot bis

Jahresende

38 • Was ist Rebounding?

39 AGENDA

• Fort- & Weiterbildungen 2007/08

• Kongresse & Co.

• Links

W E I T E R B I L D U N G

AUSBILDUNG ZUM

AYURVEDATHERAPEUTEN

Das grosse Interesse an den Kursen zum

Ayurveda hat den vdms bewogen, zusammen

mit der Europäischen Akademie

für Ayurveda eine umfassende, fundierte

Ausbildung zum Ayurveda-Therapeuten

anzubieten.

Mehr auf S. 37

uere

latur

inis

Reflexe September 2007

Titelbild: «Wir bekennen Farbe», so lautet Tensor das fasciae Jahresthema latae 2007 des vdms. Das ist ein

berufspolitisches, aus- und weiterbildungsorientiertes, dienstleistungsbezogenes Versprechen

– ja Bekenntnis gar – wie auch Philosophie. © fotolia.de Mehr auf S. 3

© Deutsches Institut für Ortho-Bionomy ®

Dr.med. Klaus G. Weber Michaela Wiese

V O R S C H A U D E Z . 2 0 0 7

THEMA: Schmerz


Liebe Leserinnen

und Leser

«Wir bekennen Farbe»,

so lautet das Jahresthema 2007

des vdms. Das ist ein berufspolitisches,

aus- und weiterbildungsorientiertes,

dienstleistungsbezogenes

Versprechen – ja Bekenntnis gar –

wie auch Philosophie.

So halten Sie heute die Verbandszeitschrift

im neuen Kleid und Farben in der

Hand. Der neue, farbige, inhaltlich und

gestalterisch attraktivere Auftritt der «Reflexe»

ist auch als Symbol zu sehen.

traktiv und einladend zu gestalten. Gerade

diese Farbe der Dienstleistung ist für den

vdms Bekenntnis und Auftrag.

Farben sind in ihrer Physikalität Bewegung,

Bewegung von Licht in unterschiedlicher

Länge und Geschwindigkeit.

Auch der vdms will bewegen. Anregen,

stimulieren und Impulse setzen. Das kann

– darf – muss auch kontrovers, entsprechend

– und gegensprechend, schliesslich

komplementär sein: Farben sind komplementär.

Der vdms will genau dies künftig

zu Gunsten der erwähnten Ziele verstärkter

zeigen.

Farben – Licht – Bewegung. Wie alles

was in der Natur geschieht, vollzieht sich

M W E I D R I B Z IE N K E & N G N E S N C H FA I C R H B E T ! E E V D E I R TO B A R N I A D L

als Ausgleich von polaren – scheinbaren

Die Themen und Rubriken werden ab

dieser Ausgabe jeweils einer spezifischen

– Gegensätzen. Licht – Dunkelheit, Wärme

– Kälte, Anziehungskraft – Fliehkraft (zen-

3

Grundfarbe zugeordnet. Das erleichtert

trifugal, zentripetal), Ein- / Ausatmen, der

nicht nur den rascheren Zugang zu einem

Herzschlag. Es gibt kein physiologisches,

Beitrag, gibt klare Übersicht und vermit-

kein physikalisches System ohne die Regu-

telt Ordnung, Struktur und Zuteilung. Dies

lation zwischen zwei Polen. Diese Regula-

◗ Jo Marty, Präsident,

– Farbe sei Dank – ohne streng, stur, flach

tion – wenn beide Pole sein dürfen – ergibt

für den Vorstand und

zu wirken. Allegorisch steht genau dies

schliesslich Harmonie. Der vdms will die

das Sekretariat

auch in der Absicht des vdms. Ein vertrau-

Harmonie anstreben, indem frecher, ke-

des vdms

ensvoller rasch agierender und nie sturer

cker, selbstbewusster, bunter die Pole der

Ansprechpartner für die kompetente Fach-

notwendigen Gegensätze gelebt, angeregt,

frau, den versierten Therapeuten zu sein.

integriert werden dürfen, können.

I M P R E S S U M

Aktuelle Ausgabe: September 2007,

Nr. 130, 28. Jahrgang

Auflage: 1500 Exemplare

Erscheinungsweise: 4mal jährlich

Herausgeber

Verband der medizinischen Masseure der

Schweiz vdms

Schachenallee 29

CH-5001 Aarau

Telefon 062 823 02 70

Fax 062 823 06 22

info@vdms.ch; www.vdms.ch

Redaktion

Mirjam Infanger-Christen (mic; Leitung);

Paola Giannini Sidler (Kantonsmanagement);

Beatrice Widmer (Inseratewesen)

Preise Abonnement

Inland: Fr. 50.– pro Jahr, inkl. Porto

Ausland: auf Anfrage

Insertionspreise 2007

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Inserenten!

Gestaltung

grafik & design, Stäfa

Druck

Engelberger Druck AG, Stans

Ebenfalls als Symbol anzusehen: die Vielfalt

der Beiträge, die profund von erfahrenen

Experten verfasst werden. Auch der

vdms, der von allen Fachverbänden der

medizinischen Masseure und wohl auch

anderer Therapeutengruppen das umfangreichste,

vielseitigste Aus- und Weiterbildungsprogramm

anbietet und durchführt,

entschied sich seit Jahren, ausschliesslich

mit den besten Referenten mit der tiefsten

Fachkenntnis zusammenzuarbeiten. Diese

schätzen den hohen Kenntnisstand und

den besonderen Grad des Interesses der

Seminarteilnehmer/innen als einzigartige

«Farbnote» des vdms-Ausbildungszentrums

in Aarau. Apropos Aarau: Sie haben

sicherlich die neuen Farben der Kurs- und

Erholungsräume mit Wohlgefallen bemerkt?

In jedem Reflexe sollen die Dienstleistungen

des vdms für seine Mitglieder

eine eigene Farbe ausstrahlen. Übertragbar

auch dies auf die klare Zielsetzung des

vdms: Verschiedene Fachgruppen sowie

die Mitarbeiterinnen des Sekretariates (bestimmt

für alle Besucher echte Farbtupfer

an Umgänglichkeit, Dienstleistungsorientiertheit

und Erfahrung) arbeiten an Modellen

und Konzepten, um den Verband

für alle Mitglieder und Interessenten at-

Die Farben der «Reflexe» in ihrer besonderen

Bedeutung, wobei wir uns dabei

an dem grossen Schweizer Farbforscher

Prof. Dr. Max Lüscher orientieren:

l Blau: Einordnung, Ruhe, Zufriedenheit,

innere Ordnung, Klarheit

l Orange: Anregung, Aktivität, Selbstsicherheit,

Stärke

l Gelb: Veränderung, innere Gelöstheit,

Freiheit, Lösungsorientierung

l Grün: Ausgeglichenheit, Festigkeit,

Beachtung, Tätigkeit

Dass Farben auf uns Menschen wirken

wusste schon Goethe, dass Farben ein

Schlüssel zur Aktivität, zur Orientierung,

zu Tatendrang und Entspannung sein

können hat Prof. Dr. Max Lüscher wissenschaftlich

zweifelsfrei belegt.

Dass Sie als vdms-Mitglied, als Leser/in

dieser Zeitschrift, eine Farbe aussenden,

die uns wichtig und wertvoll

ist, ist für uns klar. Wenn wir mit dieser

Zeitschrift im neuen Kleide, mit unseren

Anstrengungen zum attraktivsten Verband

der Medizinischen Masseure für Sie einen

Farbtupfer in Ihren Alltag schenken, freut

uns dies ganz besonders.

l

September 2007 Reflexe


W I S S E N T H E M A

Neurolymphatische Reflexpunkte

Die Therapie mit neurolymphatischen Reflexpunkten

ist eine spezielle Massagetechnik, die sich aus

der Osteopathie weiterentwickelt hat. Sie wird

heute im Rahmen der Ortho-Bionomy praktiziert,

einem komplexen System manueller Techniken.

Über die neurolymphatischen Reflexpunkte

werden Störungen innerer Organe wie auch des

Bewegungsapparats positiv beeinflusst.

◗ Dr. med. Klaus G. Weber

4

Geschichte

Der amerikanische Osteopath Dr. Fran-

des «Becken-Schilddrüsen-Syndroms» zur

globalen Stoffwechselaktivierung und Um-

tan an eine Belastung der Ileozäkalklappe

oder bei Schmerzen an der unteren Spitze

cis Chapman entdeckte zu Beginn des 20.

stimmung.

des Schulterblattes an die Adduktoren des

Jahrhunderts, dass Störungen innerer

Oberschenkels?

Organe von genau abgegrenzten Verquellungszonen

an der Oberflächenfaszie be-

Dr. Charles Owens sammelte und veröffentlichte

Chapmans Entdeckungen.

Wirkmechanismen

gleitet werden. Er untersuchte diese Verquellungen

systematisch hinsichtlich ihrer

Beziehungen zu anderen Körperstrukturen

Owens «endokrine» Interpretation der Wirkungen

der neurolymphatischen Reflexzonen

ist nach heutigem Kenntnisstand über-

Chapman-Punkte

Die Wirkung der Chapman-Punkte auf

und in ihrer diagnostischen und therapeu-

holt. Gleichwohl fand die Methode wegen

die inneren Organe lässt sich zum großen

tischen Bedeutung.

ihrer praktischen Relevanz u.a. Eingang in

Teil auf segmentalreflektorische Mecha-

die reguläre osteopathische Ausbildung.

nismen zurückführen. Das wird deutlich,

Seine Erfahrungen ordnete er einem

wenn man sich die Lage und Zuordnung

«neurolymphatischen Reflexgeschehen» zu:

1964 stellte der amerikanische Chiro-

der dorsalen Zonen für die inneren Organe

«Lymphatisch»: Chronische Belastungen

praktor George J. Goodheart neurolympha-

ansieht. So ist die dorsale Dickdarmzone

und krankhafte Veränderungen innerer Or-

tische Punkte zur Beeinflussung der Musku-

praktisch identisch mit der BGM-Zone für

gane mit lymphatischer Beteiligung führen

latur vor. Als Mitbegründer der angewandten

den Dickdarm. Daneben spielen Verknüp-

zu einer gleichzeitigen lymphatischen Ver-

Kinesiologie ging es ihm um die muskulären

fungen aus der embryologischen Entwick-

quellung der dazugehörigen reflektorisch

Bezüge der Punkte mehr zu diagnostischen

lung und über die vegetative und hormo-

verbundenen oberflächlichen Zonen. Um-

denn zu therapeutischen Zwecken.

nelle Regulation eine Rolle.

gekehrt erreichen wir therapeutisch über

die Zonen die inneren Organsysteme. Die

In der Ortho-Bionomy, einer ressour-

Insbesondere die Behandlungsgruppen

Allgemeinreaktionen und die anfängliche

cenorientierten weichen manuellen Be-

zeigen, dass Chapman auf weitere empi-

Ödemausschwemmung nach der Behand-

handlungsmethode, die aus der Osteopa-

rische Zusammenhänge, vielleicht auf

lung bestätigen die Annahme, dass lym-

thie weiterentwickelt wurde, nutzen wir

Kenntnisse der traditionellen Naturheil-

phatisch bzw. im Zwischenzellraum Wir-

heute die neurolymphatischen Punkte so-

kunde zurückgriff. In der Gruppe für den

kungen erzielt werden.

wohl zur Behandlung innerer Organe wie

Verdauungstrakt spielt zum Beispiel die

«Neuro»: Ein viszerofasziales, das in-

für den Bewegungsapparat. Viele Punkte

Schilddrüse eine wichtige Rolle. Sie ist zwar

nere Organ mit der Oberflächenfaszie

für die inneren Organe und die Muskula-

kein Verdauungsorgan, ihre Störungen ge-

verbindendes Reflexgeschehen ist zu ver-

tur liegen an der jeweils gleichen Stelle.

hen aber mit erheblichen Veränderungen

muten, weil nach Stimulation der Chap-

der Verdauungsfunktionen einher.

man Punkte innerhalb von Sekunden kör-

Besonders interessant ist die Verknüp-

perliche Reaktionen auf die Behandlung

fung beider Anwendungsmöglichkeiten

Unerklärbar bleibt bisher, warum die

nachweisbar sind. Es handelt sich nicht

in der Praxis, da sie immer wieder unser

Chapman-Punkte anatomisch genau defi-

um einen Reflex im engsten Sinne wie

Verständnis der Wechselwirkungen der

niert in sehr kleinen Arealen liegen, wäh-

beim Patellarsehnenreflex.

parietalen mit den viszeralen Körper-

rend die Segmentinervation große Flächen

strukturen bereichert. Bei anhaltenden

versorgt. Die Genauigkeit geht so weit, dass

Neben Einzelpunkten beschrieb Chap-

Muskelbeschwerden lohnt der Blick auf

sich auf den ventralen Dickdarmzonen die

man Funktionsgruppen wie die endokrine

die Muskel- und die Organkarte um Quer-

Lage des Dickdarmabschnittes feststellen

Gruppe, die Infektionsgruppe, die Gruppe

verweise zu suchen. Wer denkt schon bei

lässt, in dem die jeweilige Störung (Ver-

für die Verdauung und die große Gruppe

Oberarm- und Schulterschmerzen spon-

krampfung, Entzündung, Polyp etc.) liegt.

Reflexe September 2007


C H A P M A N - P U N K T E I N V O R D E R A N S I C H T

paarige Organe sind auf jeweils beiden Seiten repräsentiert

C H A P M A N - P U N K T E I N V O R D E R A N S I C H T

Tonsille Ohr

Tonsille

Zunge

offene Ileocöcalklappe Zunge

offene Ileocöcalklappe

Schilddrüse

Armneuralgie/Brust

Schilddrüse

Armneuralgie/Brust

Neurasthenie

Neurasthenie

Leber/Gallenblase

Leberschwäche

Leber/Gallenblase

Pankreas

Leberschwäche

geschlossene Ileocöcalklappe

Pankreas

geschlossene Ileocöcalklappe

Nebenniere

Ohr

Appendix/Mesoappendix

Nebenniere

Niere

Appendix/Mesoappendix

Blase

Niere

Blase

offene Ileocöcalklappe

offene Ileocöcalklappe

Bauchdecke/Leistenring

Prostata/Uterus

Bauchdecke/Leistenring

Prostata/Uterus

Ovar (neben Symphyse)

Ovar (neben Symphyse)

Prostata/Ligamentum Latum

(Tractus iliotibialis)

Prostata/Ligamentum Latum

(Tractus iliotibialis)

rechte Dickdarmflexur

rechte Dickdarmflexur

geschlossene Ileocöcalklappe

geschlossene Ileocöcalklappe

paarige Organe sind auf jeweils beiden Seiten repräsentiert

Nase

Rachen Nase

Rachen

Speiseröhre

Nasennebenhöhle/Kehlkopf

Speiseröhre

Arm

Nasennebenhöhle/Kehlkopf

Arm

Kleinhirn

Kleinhirn

Nacken

Nacken Auge/Bindehaut

Auge/Bindehaut

Bronchien/Speiseröhre/

Herz

obere

Bronchien/Speiseröhre/

Lunge

untere Herz Lunge

obere Magensekretion Lunge

untere Magentonus Lunge

Magensekretion

Milz Magentonus

Milz Dünndarm

Dünndarm

Pylorus

atonischer Blase Dickdarm

Blase

Harnröhre

Myom

Harnröhre

Enddarm

Myom

Sigma

Enddarm

Sigma

Dickdarm

Pylorus

atonischer Dickdarm

Dickdarm

linke Dickdarmflexur

linke Dickdarmflexur

Leistendrüse/Weißfluß

Leistendrüse/Weißfluß

01.2003

© Deutsches Institut für Ortho-Bionomy ®

01.2003 Dr.med. Klaus G. Weber Michaela Wiese

© 72108 Deutsches Rottenburg Institut Tel. für 0 Ortho-Bionomy 74 72 - 2 47 96 ®

Dr.med. Klaus G. Weber Michaela Wiese

72108 Rottenburg Tel. 0 74 72 - 2 47 96

Abb. 1 Neurolymphatische Reflexpunkte für die inneren Organe nach Chapman

N E U R O L Y M P H A T I S C H E R E F L E X P U N K T E

F ÜN R E UD RI E O LM Y UM SPKH UA LTA I TS UC R H E – RVE OF RL ED XE PR UA N KS TI CE

H T

F Ü R D I E M U S K U L A T U R – V O R D E R A N S I C H T

Levator Subclavius scapulae

Sternocleidomastoideus

Levator scapulae

Nackenstrecker

Sternocleidomastoideus

Nackenbeuger

Nackenstrecker

Teres minor

Nackenbeuger

Subscapularis

Teres minor

Brachioradialis

Subscapularis

Serratus Brachioradialis anterior

Adduktoren

Serratus anterior

Gruppe

Flexor pollicis longus

Adduktoren Biceps Gruppe brachii

Flexor Pronator pollicis longus teres

Biceps brachii

Pronator Infraspinatus teres

Infraspinatus

Rhomboidei

Rhomboidei

Quadriceps

Quadriceps Sartorius

Gracilis

Gastrocnemius Sartorius

Gracilis Soleus

Tibialis Gastrocnemius posterior

Soleus

Tibialis posterior

Psoas

Iliacus

Psoas

Sakrospinale Gruppe

Iliacus

Sakrospinale

Orientierungspunkt

Gruppe

Nabel

Orientierungspunkt

Sakrospinale Gruppe Nabel

Sakrospinale Beckenbodenmuskulatur

Gruppe

Beckenbodenmuskulatur

Ischiocrurale Gruppe

Ischiocrurale Gruppe

Gluteus maximus

Gluteus maximus

schräge und quere

Bauchmuskulatur

schräge und quere

Bauchmuskulatur

Rectus abdominis

Rectus abdominis

Subclavius

Zwerchfell

Zwerchfell

Kaumuskulatur

Deltoideus

Kaumuskulatur

Deltoideus

Teres major

Teres Supraspinatus major

Arm

Supraspinatus

Trapezius

Arm

kranaler Anteil

Trapezius

Pectoralis

kranaler Anteil

minor

Popliteus Pectoralis minor

Pectoralis major

Popliteus pars sternalis

Pectoralis major

Pectoralis pars sternalis major

pars clacicularis

Pectoralis Latissimus major dorsi

pars Supinator clacicularis

Latissimus dorsi

Supinator Trapezius mittlerer

und kaudaler Anteil

Triceps Trapezius mittlerer

und Latissimus kaudaler dorsi Anteil

Triceps

Latissimus Quadratus lumborum dorsi

Quadratus Tibialis anterior lumborum

Tibialis Gluteus anterior medius

und minimus

Gluteus Priformismedius

und minimus

Peroneus Priformis Gruppe

Flexor hallucis longus

Peroneus Flexor hallucis Gruppe brevis

Flexor Opponens hallucis pollicis longus

Flexor hallucis brevis

Opponens pollicis

Tensor fasciae latae

Tensor fasciae latae

01.2003

© Deutsches Institut für Ortho-Bionomy ®

01.2003 Dr.med. Klaus G. Weber Michaela Wiese

© 72108 Deutsches Rottenburg Institut Tel. für 0 Ortho-Bionomy 74 72 - 2 47 96 ®

Dr.med. Klaus G. Weber Michaela Wiese

72108 Rottenburg Tel. 0 74 72 - 2 47 96

Abb. 2 Neurolymphatische Reflexpunkte für die Muskulatur nach Goodheart

R E F L E X P U N K T E T H E M A

5

Gooodheart-Punkte

Für die Muskelpunkte scheinen segmentalreflektorische

Mechanismen eine

geringere Rolle zu spielen. Muskel-Faszienketten,

in deren Verlauf die Punkte

liegen spielen eine viel größere Rolle. Oft

liegen die Muskelzonen faszial in Verlängerung

der jeweiligen Muskeln oder als

«Gegenpunkte» in den Antagonisten.

Einsatzmöglichkeiten

Die Einsatzmöglichkeiten der neurolymphatischen

Punkte sind weit gefächert.

Sie unterstützen unter anderem

● die regelrechte Funktion der inneren

Organe

● die Wohlspannung und Koordination

der Muskulatur

● das vegetative Nervensystem und die

Stressverarbeitung

● die Aktivierung des Stoffwechsels

● die hormonelle Regulation

Behandlungsregeln

Die Organ-Punkte sind in primäre und

sekundäre Zonen unterteilt, wobei die weniger

wichtigen sekundären meist auf der

Körperrückseite liegen. Bei den Muskelpunkten

ist die Wertigkeit weniger deutlich

unterschieden.

Aktive Zonen sind schon bei leichtem

Druck sehr empfindlich und weisen einen

nachklingenden Schmerz auf. Sie sind

deutlich abgegrenzt und kaum verschieblich.

Seltener können derb verquollene

Zonen erst ab der 2. oder 3. Behandlung

schmerzhaft werden.

Die Behandlungsdauer darf pro Punkt

10 Sekunden nicht überschreiten. Bei vegetativ

labilen Patienten empfehlen wir eine

Erstbehandlung mit nur wenigen Punkten

um ihre Reaktion kennen zu lernen.

Bei Ausbleiben einer dauerhaften Besserung

muss eine weitere medizinische

Abklärung erfolgen.

Nach jeder Behandlung muss der Patient

reichlich Wasser trinken. Damit vermeiden

Sie unangenehme Begleitreaktionen.

Behandlungsbeispiele

Rotationseinschränkung der HWS:

Die Behandlung von Rotationseinschränkungen

der HWS zeigt die Effektivität

der neurolymphatischen Reflexpunkte.

Mehr als die Hälfte aller Patienten profitiert

davon. Die Zone Nasennebenhöhle wirkt

zugleich auf die tiefe Nackenmuskulatur,

die Extensoren, Flexoren und Rotatoren

des Nackens. Sie liegt auf der Halbierungslinie

am Unterrand des Schlüsselbeins

bzw. am Oberrand der zweiten Rippe, der

ersten dort tastbare Rippe. Aktive Punkte

imponieren als sehr druckempfindliche,

derbe, gerstenkorn- bis bohnengroße, wenig

verschiebliche Knötchen.

Behandlung:

Um den Punkt nach den Prinzipien

der Ortho-Bionomy schmerzarm, besser

schmerzfrei zu behandeln, nähern wir

das umliegende Gewebe der Chapman-

Zone an. Wir bauen dem Reflexpunkt ein

«Nest». Der Patient liegt auf dem Rücken,

die Behandlerin steht gegenüber der Befundseite.

Sie ertastet die aktive Zone.

Mit der anderen Hand zieht sie den Arm

des Patienten leicht so zu sich hin, bis die

Zone unter ihrem Tastfinger optimal entspannt

ist. Sie verweilt ruhig 10 – 15 Sekunden

auf dem Punkt oder massiert ihn

ganz sanft wie bei einer Lymphdrainage.

September 2007 Reflexe


R E F L E X P U N K T E T H E M A

Danach überprüft man vorsichtig die

Beweglichkeit zunächst in die freie Richtung,

anschließend in die vorher eingeschränkte

Richtung.

Zwei ungewöhnliche Behandlungsbeispiele:

In einem Kurs übten wir kurz die

Behandlung am Punkt Nasennebenhöhle.

Beim nächsten Seminar erzählte eine

Teilnehmerin, dass sie zu ihrem großen

Erstaunen nach 10 Jahren ihren Geruchssinn

wiedererhalten habe. Leider habe das

einer Fraktur operativ verblockt

worden waren und alle

ihre massive Dreheinschränkungen

dadurch verursacht

sahen. Über den neurolymphatischen

Punkt wurden die

anderen Nackenabschnitte

so entlastet, dass sie die Einschränkung

weit gehend zu

kompensieren vermochten. l

Abb. 3. Entlastung des

Punktes Nasennebenhöhle/

auch zu einer Gewichtszunahme geführt,

tiefe Nackenmuskulatur

da das Essen wieder besser schmeckte.

Literatur

Weber K., Bayerlein R.: Neurolympha-

Nach einem Vortrag bat mich eine Zu-

Chaitow, L.: Neuromuskuläre Techniken in

tische Reflextherapie nach Chapman

6

hörerin, den Punkt bei ihr zu demonstrieren.

Die Bewegungseinschränkung bes-

der manuellen Medizin und Osteopathie,

München: Urban & Fischer, 2002

und Goodheart, Anwendungen in der

Ortho-Bionomy, Osteopathie und ange-

serte sich sofort. Drei Monate später kam

Owens, Ch.: An Endocrine Interpretation

wandten Kinesiologie; Sonntag, Stuttg-

sie, weiter beschwerdefrei, in ein Seminar

of Chapman‘s Reflexes. 2nd ed. Chat-

art 2. Auflage 2007

und berichtete, dass drei Halswirbel nach

tanooga, TN, Chattanooga Printing &

Weber, K., Wiese, M.; Weiche manuelle

A U T O R

Dr. med. Klaus G. Weber

Buttenwegle 10

D-72108 Rottenburg

Tel. 0049-7472-24796

www.ortho-bionomy.de

Engraving, 1937

Walther, D. S.: Applied Kinesiology, Systems

DC, Pueblo Colorado 1998

Weber K., Wiese M.: Kraniosakrale Therapie,

Ressourcenorientierte Behandlungskonzepte,

Springer Heidelberg 2003

Techniken der Ortho-Bionomy®, Sonntag,

2. Auflage Stuttgart 2006

Wiese M, Weber K. Dynamische und energetische

Techniken in Physiotherapie

und Manueller Medizin, Sonntag,

Stuttgart 2007

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Hermann Schöpf

Physiotherapeut

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Reflexe September 2007


Neurolymphatische Reflextherapie

nach Chapman & Goodheart

Die Neurolymphatische Reflextherapie

wird seit bald 100 Jahren im

Rahmen der Osteopathie praktiziert.

Sie ist aber auch Teil der Kinesiologie.

Dass ihr grosser Nutzen in

Diagnostik und Therapie organischer

und funktioneller Beschwerden auch

in Deutschland erkannt wurde, verdankte

sie aber letztlich der Ortho-

Bionomy, einer weichen manuellen

Behandlungstechnik, die seit 20

Jahren in Deutschland gelehrt wird.

mic. Viszerale Techniken hatten lange einen

schweren Stand: Die Bindegewebsmassage

etwa, die nur selten auf den Verordnungsblättern

von Ärzten steht, fristet,

sofern der Therapeut in der Wahl seiner

Techniken nicht frei ist, ein bescheidenes

Dasein. Mit der Osteopathie und mit in ihr

geschulten Therapeuten wurden vermehrt

Ärzte und Patienten auf viszerale Techniken

aufmerksam. Mit der Neurolymphatischen

Reflextherapie nach Chapman und Goodheart

dürfte sich dank des Werks Klaus G.

Webers und Reinhard Bayerleins eine weitere

Reflextechnik Gehör verschaffen.

Therapiespektrum der Reflexpunkte

nach Chapman

Der Amerikaner Francis Chapman, der

vor 110 Jahren mit seinem Studium der

Osteopathie begonnen hatte, erkannte in

jahrzehntelanger Praxis, dass Störungen

innerer Organe sich an genau definierten

Arealen auf der Oberflächenfaszie zeigten,

und zwar als Verquellungen. Diese untersuchte

Chapman auf ihre diagnostische und

therapeutische Relevanz hin. Es zeigte sich,

dass kurz nach der Stimulation der Chapman-Punkte

körperliche Reaktionen eintraten.

Als neurolymphatisch bezeichnete

Chapman die Reflexpunkte, da «chronische

krankhafte Veränderungen innerer Organe

mit lymphatischen Belastungen [...] zu einer

gleichsinnigen lymphatischen Verquellung

der dazugehörigen Reflexzonen» führen.

Der amerikanische Chiropraktor George

Goodheart schliesslich erkannte die grosse

Bedeutung der Chapman-Punkte für die

Behandlung der Muskulatur, ein Aspekt,

der Eingang in die Kinesiologie fand. Die

grosse Synthese der therapeutischen Möglichkeiten

der Reflexpunkte nach Chapman

erfolgt in der Ortho-Bionomy, die mit Hilfe

der autoregulativen Mechanismen des

Körpers, die dank der Chapman-Punkte

angeregt werden, nicht nur innere Organe,

sondern auch Erkrankungen des Stützund

Bewegungsapparates behandelt.

Mit Reflexmassagen und ergo auch mit

der Behandlung der neurolymphatischen

Reflexpunkte nach Chapman werden

segmentale und segmentübergreifende

Vernetzungsmechanismen genutzt sowie

lokale strukturelle und trophische Wirkungen

erzielt.

Ortho-Bionomy

Dieses komplexe System, «das sowohl

Gelenk- als auch Weichteil- und Viszeraltechniken,

kraniosakrale Techniken und

Reflextechniken sowie die Arbeit am energetischen

System des Menschen beinhaltet»,

entwarf der Osteopath Arthur Pauls.

Seine Behandlungstechnik wird seit 1974

in Kanada und den USA und seit 1987 in

Deutschland gelehrt. Neu am Therapieansatz

Pauls’ war, dass er «ganz konsequent

nicht gegen das jeweils vorliegende

strukturelle oder energetische Symptom

anging, sondern vielmehr den angeblich

‹pathologischen› Mustern folgt. [...] Ein

angespannter Muskel will sich verkürzen.

Also werden in der Ortho-Bionomy Ansatz

und Ursprung angenähert, und damit das

vorliegende Muster, d.h. der Verkürzungsimpuls,

verstärkt oder gar überzeichnet.»

Das Symptom wird als «Ausdruck der letztund

im Augenblick bestmöglichen Selbstorganisation»

gewertet. Da die Ortho-Bionomy

auf der strukturellen, dynamischen,

energetischen und somatopsychischen

Ebene ansetzt, darf sie als ganzheitlich bezeichnet

werden.

Wertvolle Lektüre

Weber und Bayerlein bieten in ihrem

Buch nicht nur einen ausgezeichneten,

leicht verständlichen Überblick über die

Klaus G. Weber / Reinhard Bayerlein:

Neurolymphatische Reflextherapie

nach Chapman und Goodheart.

Anwendung in der Ortho-Bionomy,

Osteopathie und Kinesiologie.

Stutttgart 2004, Sonntag-Verlag, 196 Seiten,

Fr. 82.00. ISBN 3-8304-9005-4

Die 2., erweiterte Auflage erscheint demnächst.

theoretischen Grundlagen. Auch die Ausführungen

zur Praxis sind sehr anschaulich

und präzise. Von grossem informativem

Wert zeugt Kapitel IV, welches die

Kombinationsmöglichkeiten mit anderen

Therapieverfahren aufzeigt. Insgesamt

regt die Lektüre der Neurolymphathische

Reflexpunkte nach Chapman und Goodheart

den Leser an, jene auch für seine

therapeutische Arbeit zu entdecken. Das

Buch bietet eine exzellente Einführung ins

Thema; um die Techniken zu erlernen, ist

eine fundierte Ausbildung allerdings unabdingbar.

l

DIE AUTOREN

Reinhard Bayerlein,

ist Heilpraktiker und Dozent für TCM/Akupunktur,

Autor zahlreicher Bücher und Artikel sowie

Redakteur einer Schweizer Akupunkturzeitschrift.

Er verfasste unter anderem die Bücher Rebounding.

Training und Therapie mit dem Minitrampolin

(Haug, 2006) und Lehrbuch und Repertorium

zur Bach-Blüten-Therapie (Pflaum, 2007).

Bayerlein ist in Crailsheim/Deutschland tätig.

www.crailsheim-physiotherapie.de

Dr. med. Klaus G. Weber,

ist Arzt für Allgemeinmedizin, Naturheilverfahren,

Homöopathie und Ortho-Bionomy-Ausbilder.

Von ihm stammen u.a. die Bücher Weiche

manuelle Techniken der Ortho-Bionomy (Co-

Autorin: Michaela Wiese, Sonntag-Verlag, 2006)

und Dynamische und energetische Techniken

(Co-Autorin: Michaela Wiese, Sonntag 2006).

Weber leitet zusammen mit seiner Frau das

Deutsche Institut für Ortho-Bionomy.

www.ortho-bionomy.de

F Ü R S I E G E L E S E N T H E M A

7

September 2007 Reflexe


F O R S C H U N G T H E M A

Ist das Gehirn

ein soziales

Konstrukt ?

◗ Marlene Bierer-Fischer

8

Neuere Erkenntnisse der Neurobiologie

bekräftigen den lösungsund

ressourcenorientierten Ansatz

in der systemischen Beratung und

Therapie.

Wunderwerk

Gehirn, das nicht

anders kann als lernen

(© Linda Bucklin – Fotolia.com)

Nachdem die Wissenschaft noch im

letzten Jahrhundert eine Vielzahl von Verhaltensweisen

(von Tieren und Menschen)

auf das Erbgut zurückgeführt hat, weiss

die moderne Neurobiologie, dass sehr viel

mehr als bisher angenommen erlernt und

/ oder sozial geprägt ist. So ist z.B. in der

Tierwelt das Absterben der Lachse nach

dem Laichen nicht genbedingt, sondern

eine Folge von brutalem Stress! Was wir

Menschen daraus lernen können, soll weiter

unten dargestellt werden. Wie sehen

nun die gewonnenen Erkenntnisse der

Neurobiologie aus? Die lineare Vorstellung

über das menschliche Gehirn (Produktion,

Gebrauch, Abnutzung, Degeneration) wird

abgelöst von einem Verständnis, welches

dynamische Prozesse in den Vordergrund

stellt:

Das Gehirn kann nicht anders als

lernen. Was das Gehirn lernt und seine

Lernfähigkeit sind abhängig davon, wie

der Mensch das Gehirn nutzt und wie er

sozial eingebunden ist!

Bildgebende Verfahren (z.B. die Kernspintomografie)

zeigen, dass während der

Schwangerschaft (!) durch die Gene die

grösstmögliche Anzahl von Synapsen bereitgestellt

wird; eine optimale Nutzung

und spätere Entfaltung dieses Potenzials

geschieht aber nur dann,

● wenn Lernen erlebnisorientiert, also

emotional ist und

● dabei gleichzeitig mehrere Bereiche im

Gehirn angesprochen werden und

● als Wichtigstes: emotional sichere Bindungen

gegeben sind.

Herrscht ein Klima von Angst / Stress,

kann Lernen im positiven Sinn nicht stattfinden:

Spezielle Nervenzellen (die Spiegelneuronen)

(Bauer 2005), die zuständig

sind für Lernen durch Beobachtung / Lernen

am Modell und Lernen durch Resonanz,

blockieren bei Angst und unkontrollierbarem

Stress (z.B. Schulangst) und: der

Prozess des Lernens sowie die Lerninhalte

werden mit «Angst» gekoppelt.

Sichere emotionale Bindungen erleben

Kinder auf verschiedenen Ebenen:

● Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten

und Ressourcen («Ich kann was!»)

● Vertrauen in sozialen Beistand («Wenn

ich nicht weiterkomme, ist jemand da,

der mir hilft!»)

● Vertrauen in die Sinnhaftigkeit / Stimmigkeit

= Kohärenzgefühl («Alles

wird gut!»)

Diese Sicherheitsbindungen sind für

Kinder in ihrer Entwicklung essentiell,

damit die hochkomplexen Verschaltungen

und Funktionen des Grosshirns (Präfrontalkortex)

überhaupt aufgebaut werden

können: das eigene Selbstbild, die Motivation,

Impulskontrolle sowie emotionale

und soziale Kompetenzen.

Die komplexen Verschaltungen im

Frontalhirn können nur dann genutzt

werden, wenn «Ruhe» da ist, d.h. keine

Angst – sondern Vertrauen in die eigenen

Kompetenzen, Vertrauen in sozialen

Beistand und in das Leben generell. Geraten

wir Erwachsene in grossen, subjektiv

unkontrollierbaren Stress, «fällt als erstes

das Grosshirn aus», d.h. wir vergessen

unsere erworbenen sozialen Fähigkeiten;

wir fallen dann zurück in kindliche Verhaltensmuster

(Türen schlagen, schreien)

oder sogar in archaische Muster (Angriff,

Verteidigung oder Erstarrung).

Unser Gehirn lernt ständig – es kann

nur «lernen» (Spitzer). Was passiert beim

Lernen im Gehirn?

Wenn Menschen neue Wahrnehmungen

machen, werden Suchprozesse

gestartet, in denen das Neue mit dem bisherigen

abgeglichen wird. Es können sich

folgende Optionen ergeben:

● Das neue Wahrnehmungsmuster ist

schon bekannt, alt = neu; d.h. die alte

Bahnung im Gehirn wird verstärkt.

● Das neue Wahrnehmungsmuster ist unbekannt,

wird aber als «Blödsinn» eingestuft

und verworfen.

● Das neue Wahrnehmungsmuster beinhaltet

Elemente, die schon bekannt sind

und solche Elemente, die neu sind. Durch

einen längeren Suchprozess wird das neue

Wahrnehmungsmuster in den bisherigen

Schatz von Erfahrungen integriert. Wäh-

Reflexe September 2007


end des Suchprozesses herrscht eine

produktive Unruhe / Erregung, die in ein

Aha-Erlebnis mündet. Ruhe kehrt ein, das

innere Belohnungszentrum wird aktiviert.

Use it or lose it

Eine weitere wichtige Erkenntnis

lautet: «Use it or lose it» – und das bedeutet:

Nutze die vielen Verschaltungsmöglichkeiten

im Gehirn (es gibt viele

verschiedene Möglichkeiten, Dinge zu

tun = Wahlmöglichkeiten!!!) – oder die

Verschaltungen werden verkümmern und

in der Folge durch körpereigene Fermente

aufgelöst und abgebaut. (Hüther)

So können sich Handlungsmuster und

-strategien, die ständig eingeübt und wiederholt

werden, weil sie Erfolg gebracht

haben / immer noch bringen, zu «Autobahnen»

im Gehirn entwickeln, d.h. zu oft

und viel benutzten breiten Strassen, deren

Gebrauch schon automatisch geworden

ist. Sie sind in das Gehirn «eingebrannt».

So fällt es uns schwer, neue Verhaltensalternativen

zu entwickeln, weil dafür neurologisch

noch keine Bahnungen («Strassen

bzw. Autobahnen») angelegt sind.

(Spitzer)

Das Phänomen des Lachssterbens

kann folgendermassen eingeordnet werden:

Während der Laichzeit und ihrer enormen

Kraftanstrengung, flussaufwärts zu

schwimmen, sind die Lachse so fokussiert,

dass sie alles um sich herum ausblenden

für eine längere Zeit (einseitige Nutzung

ihres Gehirns!). Haben sie dann schliesslich

abgelaicht, finden sie sich wieder in

seichtem Gewässer mit tausenden Artgenossen

auf engstem Raum – für Lachse bedeutet

das: purer Stress, d.h. Lachse sterben

an den Folgen des Stress. (Hüther)

Was heisst das für uns Menschen? Jede

längere einseitige Nutzung des Gehirns tut

uns nicht gut und begünstigt damit bei

veränderten Lebensbedingungen Stress

(Beispiel: berufliche Fokussierung blendet

alle andere Lebenswerte aus) – wir büssen

Wahlmöglichkeiten und damit Lebensoptionen

ein.

In unsere Beratung kommen Kunden /

Klienten mit ihren «Problem-Autobahnen»

(Hüther), d.h. Strategien, die einst erfolgreich

waren und jetzt in heutigen Situationen

dysfunktional sind. Wie können wir

die Klienten unterstützen, neue neuronale

Verschaltungen zu bahnen und diese zu

aktivieren, d.h. Neues und Erwünschtes

zu lernen? Auch hier bekräftigt die Neurobiologie

das, was wir schon wissen und

praktizieren:

● «Positives Lernen» kann nur in angstund

stressfreien Räumen stattfinden, und

der Aufbau eines tragfähigen vertrauensvollen

Rapports ist unabdingbar (Therapeutische

Grundhaltung der Wertschätzung

und Würdigung des Klienten sowie

z.B. der Einsatz von Entspannungstechniken,

die den Körper und die Atmung mit

einbeziehen)

● Dissoziation vom Problemzustand bewirkt

eine emotionale Distanz zum Problem

und unterstützt damit einen kreativen

Lösungsfindungsprozess (klassische

Interventionen: z.B. sich das Ganze als

Film / als Foto anschauen; vom Gipfel aus

ins Tal der Situation schauen; das Problem

verdinglichen / externalisieren; «Die eine

Seite in Ihnen …, wohingegen die andere

Seite in Ihnen … »; «Was könnten Sie jetzt

im Moment tun, um Abstand zu Ihrem

Problem herzustellen?»)

● Der Fokus in der Beratung sollte so

früh wie möglich auf Ressourcen und Lösungen

gerichtet sein (Interventionen: die

klassischen Fragen nach Ausnahmen und

nach Zeiten, wo es besser war sowie die

Wunderfrage und alle hypothetischen Fragen;

Etablierung des sicheren Platzes und

evtl. innerer Helfer, um von dort auf das

II. Symposion

Gehirn und Körper

Embodiment –

Die Verkörperung von Erfahrung

7. und 8. März, Heidelberg, Initiert von

Prof. Dr. Gerald Hüther u. Dr. Christian Gottwald

Wir befinden uns in einem aufregenden

Entwicklungsprozess, in dem der interdisziplinäre

Austausch zwischen der Hirnforschung

und der Körperpsychotherapie besonders

nahe liegend ist. Es ist höchste Zeit, das wichtigste

Erfahrungsinstrument des Menschen

zurückzuerobern: den Körper. Wer Menschen

berät, therapiert, erforscht, muss immer auch

den Körper einbeziehen.

In Vorträgen befassen sich ausgewiesene Experten

in einer verständlichen Sprache mit den

theoretischen, neurobiologischen und physiologischen

Grundlagen der wechselseitigen Beeinflussbarkeit

von psychischen und körperlichen

K O N G R E S S

Problem zu schauen; «Was würde ihnen

denn jetzt den Rücken stärken?»

● Die erlebnisorientierte Gestaltung der

Sitzungen begünstigt das Erlernen von gewünschtem

Verhalten (z.B. durch Spontan-

Inszenierungen, Skulpturarbeit, VAKOG,

so dass die Sitzung «unter die Haut geht»

und verschiedene Wahrnehmungskanäle

gleichzeitig aktiviert werden). l

Literaturhinweise:

Hüther, Gerald; Brainwash – Einführung

in die Neurobiologie für Therapeuten

und Pädagogen (DVD); Auditorium

Verlag 2006

Hüther, Gerald; Wie aus Stress Gefühle

werden – Betrachtungen eines Hirnforschers;

Vandenhoeck & Ruprecht 1999

Spitzer, Manfred; Erfolgreich lernen in Kindergarten

und Schule (DVD); Auditorium

Verlag 2005

Bauer, Joachim; Warum ich fühle, was du

fühlst – Intuitive Kommunikation und

das Geheimnis der Spiegelneurone;

Hoffmann und Campe 2005

Quelle: 1. Newsletter 2007 des Instituts für Fortund

Weiterbildung, München. www.i-f-w.de

Prozessen. Vertieft und praktisch umgesetzt werden

diese neuen Erkenntnisse in Workshops unter

der kompetenten Anleitung erfahrener Körperbzw.

PsychotherapeutInnen.

Sowohl in den Vorträgen wie auch in den

Workshops geht es darum, theoretisch herauszuarbeiten,

wie Erfahrungen auf körperlicher Ebene

verankert werden, und am Beispiel verschiedener

Therapieverfahren praktisch zu zeigen, wie im

Körper eingegrabene Erfahrungen und dysfunktionale

Muster aufgelöst, erweitert und als neue

psycho-somatische Muster verankert werden

können.

Mit diesem Symposion wird den Teilnehmern

ein Einblick in verschiedene, bereits seit langem

erfolgreich eingesetzte, aber auch in neue, innovative

Verfahren körperorientierter therapeutischer

Interventionen geboten. Gemeinsam

sollen die diesen Verfahren zugrunde liegenden

neurobiologischen und physiologischen Wirkmechanismen

herausgearbeitet werden.

Programm und weitere Informationen unter: www.gehirnundkoerper.de

A U T O R I N

Marlene Bierer-Fischer

Heilpraktikerin für Psychtherapie

Zentnerstr. 19/III, D-80798 München

www.marlene-bierer-fischer.de

G E H I R N F O R S C H U N G T H E M A

9

September 2007 Reflexe


G E I S T & P S YC H E T H E M A

◗ Erich Keller

Emotional Freedom

Techniques

(EFT) TM

(Energetische Psychologie)

10

Die EFT-Methode des Amerikaners Gary Craig ist eine neuartige Vorgehensweise

zur Auflösung energetischer Blockaden und gehört in den

Bereich energetischer Psychologie – sie ist jedoch keine Psychotherapie.

Sie basiert auf den Erkenntnissen und Erfahrungen des klinischen Psychologen

Roger J. Callahan aus den 70er und 80er Jahren. In den USA ist

die Effektivität von EFT durch empirische Studien nachgewiesen.

Ziel der Methode ist

eine Wiederherstellung

des ungestörten

Energieflusses

im Körper.

EFT ist eine schnell und effektiv wirkende

Methode zur Auflösung von Ängsten, Phobien,

Ärger, Wut, Schuldgedanken, Depressionen,

Süchten, Stress, emotionalen

Blockaden, Leistungs- und Erfolgsdefiziten,

Veränderungsblockaden, allen begrenzenden

Situationen in den Bereichen

der menschlichen Interaktion, vielen funktionalen

Beschwerden wie Migräne, Kopfschmerzen,

stressbedingten Schmerzen

usw.

Störung des körperlichen

Energiefelds

EFT mit seiner ganz einfachen Erkenntnis

«Der Grund aller negativer Emotionen

und deren körperlichen Folgeerscheinungen

liegt in einer Unterbrechung oder

Störung des körperlichen Energiefeldes»

stellt die meisten Vorstellungen der konventionellen

Psychologie oder Psychotherapie

auf den Kopf. Wenn die Ursache für

alle negativen Emotionen in einer Unterbrechung,

einer Störung im Energiesystem

des Körpers zu suchen ist, werden zur

Auflösung keine langen und oft quälenden

Gespräche oder Konfrontationen mit dem

früher Erlebten notwendig, genauso wenig

wie jahrelange Analysen.

Ziel der EFT

Ziel der Methode ist eine Wiederherstellung

des ungestörten Energieflusses im

Körper. Diese Unterbrechung im Energiefluss

ist nach Gary Craig der direkte Grund

für die emotionale Verstimmung und Not.

D.h. also, wenn die Erinnerung keine Unterbrechung

im Energiesystem des Körpers

verursacht, können folglich auch kein negatives

Gefühl und keine funktionale Störung

(somatische oder psychosomatische

Beschwerden) entstehen.

Hier finden wir auch die Erklärung dafür,

warum manche Menschen von ihren

Erinnerungen gequält werden und andere

nicht.

Fazit des EFT ist, dass alle körperlichen

und psychischen Störungen dieselben

Ursachen haben, nämlich eine Unterbrechung

im Energiesystem des Körpers.

EFT-Behandlung

Vielen Problemen liegen hinderliche

oder sabotierende Glaubenssätze oder

Überzeugungen zugrunde. Diese können

im Laufe der EFT-Behandlung aufgespürt

werden – oftmals offenbaren sie sich von

selbst im Gespräch. In diesen Glaubenssätzen

widerspiegelt sich die persönliche

Interpretation des Erlebens des betroffenen

Klienten.

Mit EFT können wir zunächst die

emotionalen Wurzeln neutralisieren und

dann ebenso die negativen Wirkungen der

Glaubensätze, die im Sinne einer Selbsterfüllenden

Prophezeiung wirken, auflösen.

Auch jegliches Trauma kann mit EFT

erfolgreich angegangen werden, denn das

Trauma ist in Wirklichkeit vorbei und existiert

nur in der Erinnerung. Die Angst

Reflexe September 2007


Jeder kann diese Methode in

kurzer Zeit lernen und an sich

selbst und anderen ausführen.

vor der stressenden Erinnerung der dabei

erlebten Gefühle bleibt, die sich als negative,

schmerzhafte, panikartige Emotionen

oder Süchte oder Schmerzen manifestiert.

oder Ausbildungen reicht vom Lernen der

Methode, über den Umgang mit komplexen

Themen bis zur professionellen Anwendung

der Methode für verschiedenste

Bereiche. Auch für spezielle Bereiche wie

Lern-, Sprech- oder Darstellungsblockaden,

Sportblockaden, Kinderthemen, Konflikte

in Unternehmen u.v.m. werden Kurse

maßgeschneidert angeboten.

Anwendungsgebiete von EFT

Mit EFT können grundsätzlich eine

Harmonisierung des Energieflusses hergestellt

und Energieblockaden aufgelöst werden,

die mit diesen Themen einhergehen:

1) Jeglicher Stress.

2) Körperliche und nervöse Disharmonien,

stressbedingte Schmerzen, chronische

Schmerzen, degenerative Störungen

● Leistungsblockaden und Erfolgsblockaden

(Sport, Beruf, Schule, Hobby)

● Posttraumatisches Stresssyndrom PTSD

● Innere Unruhe

4) Emotionale Konflikte. Beispielsweise:

● Ärger

● Liebeskummer

● Wut

● Traurigkeit

● Schuldgefühle ● Schamgefühle

● Eifersucht ● Suizidgefahr

● Enttäuschung ● Gebrochenes Herz

● Körper- und Figurprobleme l

A U T O R

Erich Keller

EFT-Practitioner, Psychologischer

Berater, Coach,

Trainer, Kursleiter, Autor

Gelbenholzenerstr. 25

D-82256 Fürstenfeldbruck

Telefon 0049 (0)8141 18436

erich-keller@gmx.de; www.erich-keller.de

G E I S T & P S YC H E T H E M A

11

Klopf-Akupunktur

Im Wesentlichen ist EFT eine psychologische

Version der Akupunktur, außer

und funktionale Beschwerden. Auch

Allergien, Stoffwechselstörungen.

3) Psychische Disharmonien, mentale

Blockaden. Wie:

K U R S Z U M T H E M A

Einführung in die Emotional Freedom

Techniques TM am 8. Mai 2008

dass keine Nadeln eingesetzt werden.

● Ängste

● Süchte aller Art

Dozent: Erich Keller, Fürstenfeldbruck

Statt dessen werden spezifische Meridian-

● Phobien

● Depressionen

Kursausschreibung in der Weiterbildungs-

Punkte stimuliert, indem sie mit den Fin-

● Psychosen

● Chron. Müdigkeit

broschüre 2008 oder unter:

gern geklopft werden, während die Person

sich auf ihr Problem konzentriert.

● Essstörungen

● Traumata

● Zwangsvorstellungen, Zwangsstörungen

www.vdms.ch › Weiterbildung

Die Methode funktioniert so, dass

zunächst schrittweise mit dem gearbeitet

wird, das der Klient selbst benennen

kann. Im Falle von chronischen Rückenschmerzen

beginnt man mit dem körperlichen

Symptom: Rückenschmerzen. Wenn

während des Klopfens offensichtlich wird,

I N S E R AT

dass diesen Schmerzen beispielsweise

Stress mit einem Partner zugrunde liegt,

die sich im Schulter-Nacken-Bereich als

Verspannungen zeigen, kann man sich der

Auflösung dieses Themas zuwenden und

eventuell mit den Glaubenssätzen «Ich

fühle mich durch meinen Partner kontrolliert»

oder «Mein Partner steckt mir im Nacken»

arbeiten.

Auf allen Ebenen, der körperlichen,

emotionalen und mentalen, wird dieselbe

Methode angewandt, die jeweils in der Weise

angepasst werden kann, dass das zu bearbeitende

Thema genau angesprochen wird.

Das Besondere an der EFT-Methode ist

nicht nur die Effektivität, sondern auch die

Schnelligkeit, in der fühlbare und dauerhafte

Ergebnisse erreicht werden können.

Jeder kann diese Methode in kurzer

Zeit lernen und an sich selbst und anderen

ausführen. Das Angebot an Kursen

September 2007 Reflexe


I N S E R AT E

12

Trioflex

Combi 200L

Aktion gilt für: Trioflex Liegen, Phyaction U + CL

Phyaction Balance, Combi 200L,

Pulson 200 ( Gültig bis 02.07.2007 )

ratio medical training gmbh, Ringstrasse 25

6010 Kriens, 041 241 04 04, www.ratio.ch

Reflexe September 2007


Die Prinzipien

der Wundheilung

Klassiker zum Thema Wundheilung

1993 publizierten Peter D. Asmussen und Brigitte Söllner Die Prinzipien

der Wundheilung, ein Werk, das rasch zum Klassiker avancierte, in fünf

Sprachen übersetzt wurde und zehn Jahre später nicht mehr erhältlich

war. Da der Hippokrates-Verlag vorerst keine Neuauflage plante, brachte

Gerhard Kammerlander von der Akademie für Zertifiziertes Wundmanagement

® dieses Standardwerk in Sachen Wundheilung als Sonderdruck heraus

– ein grosses Verdienst, ist das Werk doch nach wie vor unverzichtbar

für alle, die sich mit dem Thema Wundheilung auseinandersetzen.

Peter D. Asmussen / Brigitte Söllner:

Die Prinzipien der Wundheilung, hg. von Gerhard

Kammerlander. Sonderausgabe Akademie-

ZWM © , Embrach 2005. 144 Seiten, Fr. 68.00.

Erhältlich nur bei der Akademie

für Zertifiziertes Wundmanagement ® , Embrach,

www.wfi.ch oder Telefon 044 876 03 00

D I S K U S S I O N T H E M A

13

mic. «Die Darstellung der Wundheilungsvorgänge,

der verschiedenen Wundtypen

sowie der Wundheilungsstörungen ist in

diesem Buch, in einer bisher unerreichten

Klarheit, gelungen», so Gerhard Kammerlander

im Vorwort zur Sonderausgabe.

Dem Autorenteam Asmussen / Söllner gelingt

zudem der Spagat, ein Werk zu verfassen,

das sich an Betroffene und beteiligte

Fachpersonen gleichermassen wendet.

Kompakt werden der Aufbau der Haut

und die Zusammensetzung des Blutes, die

Mechanismen und die Formen der Wundheilung,

die verschiedenen Wundarten

und deren Heilung, die Faktoren, welche

die Wundheilung beeinflussen und Störungen

der Wundheilung aufgezeigt. Eine

Kurzzusammenfassung findet sich auf

beinahe jeder Seite in einem hellblau gerasterten

Kästchen, wodurch der «eilige»

Leser einen schnellen Überblick gewinnt.

Das ausgezeichnete Bild- und Grafikmaterial

illustriert den Text auf exzellente

Weise. Ein Sachregister und ein Glossar

beschliessen das Buch.

Johannes Petres, ein Pionier der operativen

Dermatologie, nahm in seinem Vorwort

zur Erstausgabe von 1993 vorweg,

was sich bald zeigen sollte: «Dieses Buch

kann als zukünftiges Standardwerk für jeden

angesehen werden, der mit der Wundbehandlung

befasst ist – vom Arzt bis hin

zum interessierten Laien».

l

K U R S Z U M T H E M A

Moderne Wundbehandlung

vom 16. Oktober 2008

Dozentin: Heidy Gisler, Gettnau

Kursausschreibung in der Weiterbildungsbroschüre

2008 oder unter

www.vdms.ch › Weiterbildung

K O N G R E S S

23. – 24. November 2007

Vernetzung im modernen

Wundmanagement

Das Wundmanagement stellt immer wieder ein

komplexes Problem für den Patienten, den Arzt

und das Pflegepersonal dar. Die Weiterbildung

von Entscheidungsträgern und Anwendern sowie

ein Netzwerk zu den meinungsbildenden

Experten sind ein wichtiger Bestandteil für neue

Erkenntnisse in diesem Bereich. Die Nachfrage

nach neuen und innovativen Produkten ist zudem

eine grosse Herausforderung an die Entwicklung

und die marktführenden Unternehmen.

Hier will das Symposium eine Plattform bieten.

Informationen:

MedPro Novamed AG

Badstrasse 43 Tel. 071 394 94 94

CH-9230 Flawil Fax 071 394 94 95

www.novamed.ch info@novamed.ch

Diabetischer Fuss im Verlauf einer Therapiedauer von neun Monaten, behandelt von der Zertifizierten Wundmanagerin Heidy Gisler,

Gettnau.

Bilder: Heidy Gisler, www.wundambulatorium.ch

September 2007 Reflexe


E R N Ä H R U N G T H E M A

14

Junges Gemüse,

frische Früchte

Lust auf gesunde und leichte

Ernährung – das verspricht das

neue Kochbuch Junges Gemüse,

frische Früchte der Kampagne «5 am

Tag». Erfrischend frisch und saisonal

kochen ist das Motto des neuen Buchs.

Als Rezeptautoren wirken angehende

Ernährungsberaterinnen und -berater

der Schule für Ernährungsberatung in

Bern, die damit zeigen wollen, «dass

Genuss und Gesundheit sich nicht

ausschliessen müssen».

mic/pd. Kochen liegt wieder im Trend. Vor

allem Jugendliche und junge Erwachsene

haben Spass, gemeinsam zu kochen und

zu essen. Egal, ob in der WG oder in der

ersten eigenen Wohnung: Schnell soll es

gehen, gut schmecken soll es und gesund

darf es auch sein. Mit «Junges Gemüse, frische

Früchte» gibt es jetzt das Kochbuch

der anderen Art, das zeigt, wie man sich

gesund und gleichzeitig köstlich und abwechslungsreich

ernähren kann.

Von jungen Menschen

für junge Menschen

Nach Saison geordnet finden sich Rezepte,

die zeigen, wie man mit frischem

Gemüse und Früchten einfach, gesund und

gut kochen kann. Das sinnenfrohe Kochen

mit Spass und ohne Stress steht im Mittelpunkt.

«Die Menüs sind so gestaltet, dass

sie auch von Leuten, die im Kochen noch

nicht über viel Erfahrung verfügen, leicht

und mit wenig Aufwand zubereitet werden

können», sagen die Ernährungsberaterinnen

und -berater. Sie haben Wert darauf

gelegt, dass alle Zutaten einfach zu kaufen

sind. Besonders wichtig war ihnen bei der

Einteilung der Rezepte in Frühling, Sommer,

Herbst und Winter darauf zu achten,

dass das Gemüse und die Früchte jeweils

frisch aus der Region zu bekommen sind.

Abwechslungsreiche und

saisonale Gerichte

Frühlingssalat, Spargel-Pizza und pfeffrige

Erdbeeren mit Schokoladentörtchen:

die Rezepte zum Jahresanfang stellen erste

zarte Frühlingsboten vor und vereinen

Geschmacksrichtungen auf überraschende

und inspirierende Weise. Die Sommerrezepte

tragen den heissen Aussentemperaturen

Rechnung: Frische Salate, kalte

Suppen und verschiedene Dipps zum Beispiel

mit Früchten oder Lachs. Im Herbst

wartet das Kochbuch mit einer Maroni-

Kürbis-Suppe, einer Gemüsepolenta oder

einer fruchtig Khakicreme à l’Orange auf.

Genau das Richtige, um sich auf den ersten

Schnee vorzubereiten. Für kalte Wintertage

schlägt das Kochbuch eine heisse

Gewürzlimonade, versunkenes Wintergemüse

oder verwöhnte Orangen vor.

Fünf Portionen pro Tag

sollen es sein

Herausgegeben ist «Junges Gemüse,

frische Früchte» von der Kampagne «5 am

Tag», die von der Krebsliga Schweiz, der

Gesundheitsförderung Schweiz und dem

Bundesamt für Gesundheit getragen wird.

Ziel der Kampagne ist, den Konsum von

Gemüse und Früchten in der Schweiz in

den nächsten Jahren zu steigern. «Dies

ist dringend nötig», sagt Ursula Zybach,

Kampagnenleiterin «5 am Tag», denn eine

ausreichende Ernährung mit Früchten und

Gemüse trägt wesentlich zur Gesundheit

und zum Wohlbefinden bei. «Obwohl die

Schweizer Bevölkerung schon sehr viel

über gesunde Ernährung weiss, ist der

Konsum von Gemüse und Früchten viel

zu niedrig.» Fünf Portionen pro Tag sollten

es sein, denn, so zeigen wissenschaftliche

Studien, eine früchte- und gemüsereiche

Ernährung ist wichtig für die Gesundheit.

Probe aufs Exempel

«Von jungen Menschen für junge Menschen»

deklarieren die Herausgeber die Autorschaft

und das Zielpublikum des Kochbuchs.

Nichtsdestotrotz wagte ich mich

als bald 40Jährige an die Rezepte heran.

Junges Gemüse – frische Früchte

powered by 5 a day, Fona Verlag,

Lenzburg, 2007, 125 Seiten, Fr. 23.–.

ISBN 978-3-03780-581-6

Im Buchhandel oder bei der SGE

(www.sge-ssn.ch) erhältlich.

So begab ich mich auf den Samstagsmarkt

in der Stadt Luzern – allein dieser macht

Lust auf mehr Gemüse und Früchte! Auf

meinem Einkaufszettel stand, was für «Tacos

Ariana» und «Gefülltes Brot» zu besorgen

war. Voller Freude las meine 5jährige

Tochter die Zutaten aus – beim Essen meiner

Kompositionen war die Freude allerdings

verflogen (wahrscheinlich sind meine

Töchter mit ihren fünf resp. drei Jahren

zu jung – oder ich bin eine miserable Köchin;

begeistert war die Ältere, Annika,

allerdings von Frankensteins Monstern,

welche die Herbst-Rezepte des Kochbuchs

einleiten...). Diese doch ernüchternde Reaktion

meiner beiden Kinder zeigte mir,

dass diese offensichtlich auch Zielgruppe

der Kampagne «5 am Tag» sind: Gemüsemuffel

auch sie... Angenehm überrascht

hingegen mein Mann; allerdings bekundeten

er wie ich Mühe, die Tacos auf «anständige»

Art zu essen. Mein Fazit: das

Kochbuch ist eine Inspiration selbst für

ältere resp. junggebliebene Menschen.

Und: Mit vermehrtem «Monster-Einsatz»

könnten vielleicht irgendwann auch heikle

Kindermäuler «bekehrt» werden. l

I N F O R M AT I O N

«5 am Tag»

«5 am Tag» ist eine Kampagne zur Förderung

des Gemüse- und Früchtekonsums der Krebsliga

Schweiz, der Gesundheitsförderung Schweiz

und des Bundesamtes für Gesundheit. Lizenznehmer

von «5 am Tag» sind Exofrucht, FRESH

AG.CH, Freshbox, Hero, Kronenbourg, Obipektin

AG, Rammelmeyer AG, sm servicemanagement

GmbH und Zeste Juice Bars.

www.5amtag.ch

Reflexe September 2007


Wer langsam geht, geht weit

Peter Wild, Theologe und Germanist,

plädiert für die Entdeckung des eigenen

Rhythmus, um Hektik und Stress

zu entrinnen resp. um damit besser

umgehen zu können. Wie dies gelingen

kann, zeigt er in seinem Buch auf.

mic. Peter Wild bezeichnet Wer langsam

geht, geht weit als persönliches Buch, in

dem es nicht darum gehe, «noch einmal

ausführlich gesellschaftliche und wirtschaftliche

Faktoren zu analysieren oder

allgemeine Grundsätze zum Ausstieg aus

der Hektik zu formulieren». Vielmehr will

er aufzeigen, was ihm persönlich hilft oder

geholfen hat, «in einem fordernden Berufsleben

und mitten in den gesellschaftlichen

Ansprüchen nicht unterzugehen», um so

auch anderen Menschen in ähnlichen Situationen

eine Orientierung zu bieten.

Raum schaffen

Zentraler Aspekt in der (Wieder)-entdeckung

des eigenen Rhythmus ist, so Wild,

dass Raum geschaffen wird für all das, was

einem Freude und Kraft gibt, und dies ausserhalb

von Familie und Beruf. Morgen- und

Abendrituale, die von innerer Sammlung

geprägt sind, helfen mit, die »Vielfalt des

eigenen Lebens zu entdecken». Es gilt, seine

Sinne zu schärfen, achtsam zu werden,

innezuhalten, der Hektik eine unendliche

Ruhe entgegenzuhalten, sich aus einer lärmenden

Umgebung in eine zu Beginn fast

kaum auszuhaltende Stille zurückzuziehen,

sich im fliessenden Atem zu erfahren; eine

Umkehr durch Einkehr zu erzielen. Die Meditationsübungen,

mit denen Peter Wild die

einzelnen Kapitel bereichert, helfen dem

Leser letztlich, sofern er sich denn darauf

einlässt, wieder besser im Leben zu stehen,

indem er anders zu gehen lernt. Fragen, die

der Autor an den Leser richtet, sorgen für

den nötigen Blickwechsel, lassen ihn auf

Distanz zu sich gehen. – Und immer wieder

ist Loslassen Teil des Programms.

nach einer erzwungenen oder gesuchten

Aus-Zeit ihren Neuanfang bewusst gestalten;

alle, die den Wunsch haben, eine

therapeutisch begleitete Lebensphase

spirituell zu vertiefen; jene, die im Sinne

einer Prophylaxe rechtzeitig eine Neuorientierung

anstreben und beginnen, die

Gewichte in ihrem Alltag neu zu verteilen.

Wer langsam geht, geht weit bietet viele

interessante Aspekte und Übungen und

erweist sich so für all jene, die den eigenen

Rhythmus (wieder)entdecken wollen

und eben Alternativen zur Überholspur

suchen, als ausgezeichneter Ratgeber. l

A U T O R

Peter Wild,

geboren 1946, ist

Theologe, Germanist und

Religionswissenschaftler.

Er arbeitet als Erwachsenenbildner

der Evangelisch-reformierten Landeskirche

Zürich und als freiberuflicher Leiter

von Meditationskursen. Daneben ist er Autor

zahlreicher Bücher zu Meditation und anderen

Themen der Spiritualität.

Geben oder nehmen Sie sich Zeit?

Peter Wild:

Wer langsam geht, geht weit.

Alternativen zur Überholspur.

Schwabenverlag AG, Ostfildern 2006.

168 Seiten, ab Fr. 24.55.

ISBN 978-3-7966-1294-7

M E N S C H & A R B E I T T H E M A

15

Zielgruppen

Autor Peter Wild definiert die Zielgruppen

seines Buchs wie folgt: alle, die

sich mitten in einem packenden Berufsund

Familienalltag eingestehen müssen,

dass sie sich selbst allmählich abhanden

kommen, und diesen Selbstverlust nicht

einfach hinnehmen; jene, die nach einer

Krise, einem gesundheitlichen Einbruch,

© foto.fritz. www.fotolia.de

September 2007 Reflexe


I N S E R AT E

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Geißeln der Menschheit

Kulturgeschichte der Seuchen

◗ Dr. med. Giovanni Fantacci,

FMH für Allgemeinmedizin, Niederhasli (CH)

Mit grosser Wahrscheinlichkeit werden

wir auch dieses Jahr wieder mit

der Vogelgrippe in Angst und Schrecken

versetzt werden. Deshalb lohnt

sich den Blick von diesem nervösen

Alltagsgeschehen auf die Geschichte

der Seuchen insgesamt zu lenken.

Stefan Winkle, emeritierter Professor

für Hygiene in Jena und Hamburg hat

im stolzen Alter von 94 Jahren den Mut

gehabt, eine erweiterte Neufassung

des Buches «Geisseln der Menschheit

– Kulturgeschichte der Seuchen» herauszugeben.

1997 ist die erste und im vorletzten

Jahr nun die dritte Auflage erschienen.

Niemand hätte diesen Erfolg vorauszusagen

gewagt. Immerhin handelt es sich

dabei um ein enzyklopädisches Buch mit

1533 Seiten (knapp 400 Seiten sind Anmerkungen).

Alle bedeutsamen Infektionskrankheiten

werden darin behandelt: von

der ansteckenden Gelbsucht bis zur Wundinfektion,

von den Geschlechtskrankheiten

bis zum Typhus, Malaria und Gelbfieber,

aber auch so exotische Infektionskrankheiten

wie die Papageienkrankheit oder die

Tanzwut. Es ist aber nicht nur eine Darstellung

der einzelnen Krankheiten, sondern

es ist zugleich eine Geschichte von

Versuch und Irrtum, von erwachendem

Verständnis für das Unsichtbare, ein Geschichte

des Kampfes um Einsichten und

Erkenntnisse. Deshalb beginnt das Buch

mit einem Abriss des Krankheitsverständnisses,

das sich über die Jahrhunderte

grundlegend verändert hat. In der Neuauflage

wurde das Buch erweitert um das

Kapitel der Biowaffenproblematik (vom

russischen Biowaffenprogramm bis zu den

Anthraxanschlägen in den USA im Jahre

2002). Die Schilderungen von Winkle sind

scharf und detailreich, er kann dabei aus

seinem grossen Fundus von Erfahrungen

schöpfen. So erlebte er im 2. Weltkrieg als

Mikrobiologe im Robert-Koch-Institut in

Berlin den Ausbruch der Tularämieepidemie

(Hasenpest) an der Ostfront hautnah

mit. Es ist unglaublich, mit welcher Akribie

er aus historischen Dokumenten zitiert

und dem Leser diese Fakten in geordneter

Weise präsentiert. Das Buch liest sich wie

ein Kriminalroman, in dem der Leser von

den Ereignissen in den Bann gezogen wird.

Es ist ein einmaliges Werk, das jedem historisch

Interessierten viele neue Aspekte

der Seuchengeschichte eröffnet. Die Neuauflage

enthält ein Personenregister und ist

im Artemis & Winkler Verlag erschienen. l

Mittelalterliche Darstellungen von

Krankheit und Tod von Hieronymus Bosch

(links unten) und Albrecht Dürer (oben).

Stefan Winkle:

Geißeln der Menschheit –

Kulturgeschichte der Seuchen.

Artemis & Winkler Verlag 2005. 3. erw. Auflage,

1533 Seiten, Fr. 146.–, ISBN 3-538-07159-4

17

I N S E R AT

M E D I Z I N & G E S C H I C H T E T H E M A

September 2007 Reflexe


M E T H O D E N P O R T R ÄT P R A X I S

◗ Erich Weiß

Die Manipulativmassage –

«Autorenmassagen», Massagesysteme, die von Einzelpersonen entwickelt

eine propriozeptionsfördernde,

schmerztherapeutische

Weichteiltechnik für

Gelenke und Wirbelsäule

18

wurden, haben von jeher die Mechanotherapie bereichert, so die Periostmassage

von Prof. Vogler, die Bindegewebsmassage von E. Dicke oder

die hier vorgestellte Manipulativmassage nach Dr. Terrier. Diese auch als

«mobilisierende Weichteiltechnik für Gelenke und Wirbelsäule» definierte

Behandlungsweise ist erst in den letzten Jahren durch zahlreiche regionale

Kursangebote, durch Vorträge und Workshops, bei Kongressen und

durch Artikel in Fachzeitschriften bekannt geworden, obwohl sie schon

vor vierzig Jahren in einer Monographie «Die Manipulativmassage im

Rahmen der physikalischen Therapie» beschrieben worden ist.

Zum 10. Todestag

des Schweizer

Massagearztes

Dr. med. J. C. Terrier

Da der vielbeschäftigte Facharzt für Rehabilitationsmedizin

und Manualtherapeut

und führende Funktionär in ärztlichen

Gesellschaften für manuelle Medizin wenig

Zeit fand, Kurse in der von ihm entwickelten

segmental-reflektorischen Massage

zu veranstalten, blieb die «grundsätzliche

Bedeutung und der therapeutische Reichtum»

(Zitat von Prof. E. Senn) dieser komplexen

Gelenksbehandlung weitgehend

unbekannt.

Erst der Kontakt zur «Sebastian-

Kneipp-Schule» – Berufsfachschule für

Physiotherapie in Bad Wörishofen – in

den achtziger Jahren veranlaßte den inzwischen

pensionierten Leiter einer großen

Rehaklinik inBaden bei Zürich Kurse

anzubieten. Neben dem Standort Wörishofen

entstanden im Laufe der Zeit weitere

Kursorte an Schulen, Fortbildungsinstituten

und Kliniken, wo Dr. Terrier in

kleinen Lehrgängen seine Methode vermittelte.

Hierbei gewann er auch eine

kleine Schar von Kursassistenten, denen

er nach gründlicher Schulung später das

Prädikat «Instruktor» verlieh. Kurz vor

seinem Tod im Jahr 1992 konnte er das

Erscheinen seines Lehrbuchs «Technik der

Manipulativmassage» im Ebert Verlag, Lübeck

erleben. Weiterhin wurde in diesem

Jahr auf seine Veranlassung die «Internationale

Arbeitsgemeinschaft für Manipulativmassage

e.V.» mit dem Sitz in Bad Wörishofen

gegründet. Die I.A.F.M. hat sich

die Aufgabe gestellt, die Manipulativmassage

als eigenständige Therapieform im

Rahmen der physikalischen Therapie zu

pflegen und sie in Kursen zu lehren. Der

ärztlich-wissenschaftliche Beirat der Arbeitsgemeinschaft

(Prof. E. Senn und Dr.

med. B. Terrier) hat sich das Ziel gesetzt,

klinische Forschung zu betreiben, um den

hohen therapeutischen Stellenwert der

Manipulativmassage deutlich zu machen

und sie als besondere Weichteiltechnik in

die Ausbildungsgänge der Manualtherapie

zu integrieren.

Ziel der Manipulativmassage

ist das Gelenk mit seinem

Weichteilmantel als geschlossene

Funktionseinheit.

Zur Entstehung der Manipulativmassage

Die Manipulativmassage verdankt ihre

Entstehung der sorgfältigen dynamischen

Palpation reflexgestörter Sehnen, Muskeln

und Bänder in Gelenknähe, Strukturen,

die mit dem knöchernen Gelenk eine

funktionelle Einheit bilden (Arthron oder

Bewegungssegment). Die Erkennung der

Funktionsstörung und schmerzrelevanten

Strukturen waren für den Rheumatologen

Terrier die Voraussetzung, um mit der damals

eingeführten therapeutischen Lokalanästhesie

mit Infiltrationen die pathologischen

Reflexkreise zu unterbrechen.

Immer wieder meldeten Patienten nach

der palpatorischen Funktionsuntersuchung

die Abnahme von Schmerzen und

Bewegungseinschränkungen. Es lag nahe,

daraus zu schließen, daß diese Art der Untersuchung

schon eine therapeutische Qualität

besitze. In den folgenden Jahren entwickelte

Terrier für die Bedürfnisse seiner

rheumatologisch-orthopädischen Praxis in

einem schöpferischen Prozeß seine Reflexmassage

«am bewegten Körperteil». Seine

Technik verband auf vorher unbekannte

Weise die kleinflächige Druckmassage der

Reflexe September 2007


periartikulären Weichteilstrukturen, wie

Muskelgewebe, Sehnen, Insertionen, Bänder

und Kapselanteile mit der simultanen

Längs- und Querdehnung dieser Strukturen

unter einer passiven Gelenkmobilisation.

Terrier bezeichnet die Kombination

eines Massagehandgriffs mit der passiven

Gelenkbewegung als «Manöver». Für jede

Gelenksregion und für jeden Wirbelsäulenabschnitt

entstand in seiner «Werkstatt»

ein umfangreiches Behandlungsprogramm,

das mit gewebsspezifischer Massage und

lokalisierter Dehnung eine vor Terrier

unbekannte Reiz- und Reflextherapie für

arthromuskuläre Beschwerdebilder entstehen

ließ. Mit seinen Erfahrungen als Manualtherapeut

ergänzte er sein Verfahren

durch Gelenkspieltechniken. So wird bei

einzelnen Manövern Traktions- oder Gleitmobilisation

eingesetzt. Eine Spezialität

sind sogenannte Lateralisationstechniken

für Scharniergelenke. Hierbei wird durch

rhythmische Adduktion und Abduktion

die Gelenkspalte zum «Klaffen» gebracht.

Damit soll das Gelenkspiel verbessert und

kleine Kongruenzstörungen und tonische

Sperren beseitigt werden.

Für seine Massage erfand der in klassischer

Massage ausgebildete Arzt eine

völlig neuartige Technik. Häufig beteiligen

sich beide Hände gleichzeitig an der Massage,

wobei eine Hand als «Kontakthand»

den Massagegriff ausführt, während die

andere Hand als «Druck- oder Führungshand»

eingesetzt wird. Dadurch wird die

Massagehand von ermüdender Arbeit

befreit und kann so Gewebstastaufgaben

übernehmen, die für jede therapeutische

Massage unbedingt erforderlich ist und

wesentlich die Dosierung der Massage gestaltet.

In der Manipulativmassage wird

das «mechanische Reizpotential» der Hände

wie bei keiner anderen Technik eingesetzt.

Neben der Massage mit den Fingerkuppen

wird mit einzelnen Fingergliedern

oder dem Daumen als «Werkzeug» gearbeitet.

Aber auch die Knöchel, die ulnare

Handkante und bei einigen Manövern sogar

die weiche Beugeseite des Unterarms.

Bei anderen Manövern wird die klassische

Ein- oder Zweihandknetung eingesetzt.

Die Erfahrung, daß Druck eine schmerzverdeckende

Wirkung besitzt, führte Terrier

zum Einsatz von «Schmerzklammer»-

griffen an Gelenken.

Wer mit der mobilisierenden Massage

nach Terrier arbeitet, erhält durch den

Wechsel von Dehnung und Entspannung

deutlich mehr Tastinformationen, besonders

über tiefliegende Muskeln und Sehnen.

Die gezielte örtliche Dehnung der

gelenknahen Weichteilstrukturen ist aus

jeder Winkelstellung des Gelenkes möglich

und wirksam, also auch noch bei

stark eingeschränkter Beweglichkeit.

Für die oft erforderliche Massage von

Myotendinosen und reflektorischen Muskelverspannungen

in Muskelbäuchen, die

mit der Manipulativmassage nicht erreicht

werden, setzen wir gerne die von der norwegischen

Schule von Evjenth entwickelte

Funktionsmassage ein. Hier wird wie bei

der Manipulativmassage der Muskel oder

die Sehne aus angenäherter Stellung unter

Druck massiert und gleichzeitig gedehnt.

Differentialtherapeutisch empfehlen wir

weiterhin die Quermassage nach Cyriax.

Diese Methoden, denen die kontrollierte

Dehnung von Weichteilstrukturen gemeinsam

ist, wirken, wie noch später erwähnt

wird, über die Stimulation der Propriozeptoren.

Die mobilisierende Massage findet bei

Terrier bei schwereloser Lagerung des Gelenkes

und der jeweiligen Gliedmaße statt.

Dazu wird die behandelte Gelenksregion

meist mit beiden Händen großflächig

und gelenknah erfaßt und in einen sehr

engen «schienenden» Kontakt zum Therapeuten

gebracht. Arm und Bein werden

zum Beispiel bei der Schulterbehandlung

im Sitzen und bei der Hüftbehandlung in

Seitenlage jeweils von einem Unterarm

des Behandlers getragen, wie bei einer

Schlingenaufhängung. Zur Mobilisierung

Schulterbehandlung

(Ausgangsstellung)

des Kniegelenkes während der Massage

stellt der Therapeut ein gebeugtes Bein

auf den Behandlungstisch und lagert

das Bein des Patienten auf seinem Oberschenkel.

Die schwerelose Lagerung, die

Schienung unmittelbar am Gelenk und der

enge körperliche Kontakt, Terrier nennt

das «mechanische Solidarisierung», bildet

die Voraussetzung für die muskuläre Entspannung

des Patienten und ermöglicht

die sichere Führung des entlasteten Gelenks

im schmerzfrei verbliebenen Bewegungsraum.

Das Arbeiten mit sehr kurzen

Hebeln gestattet ein völlig anstrengungsfreies

und kraftsparendes Mobilisieren

auch schwerer Gliedmaßen durch geringe

Schwerpunktverlagerungen und minimale

Rotationsbewegungen des Behandlers.

Die Mobilisation vermeidet schädliche

Kompression, nutzt häufig die bewegungserleichternde

Wirkung der Traktion

und erweitert indirekt den schmerzfreien

Bewegungsraum des Gelenkes durch die

Beseitigung muskulärer Verspannung. Die

angestrebte Entspannung der gelenkeigenen

Muskeln wird durch die rhythmische

Wiederholung der Manöver gefördert.

Der wiederholte Wechsel von Dehnung

und Lockerung von agonistisch und antagonistisch

tätigen Muskeln, Sehnen und

Kapselbandstrukturen macht die rasche

Beseitigung von Muskeldysbalancen verständlich.

Die Manipulativmassage

erteilt mechanische Reize an

die Sinnesorgane des Stützund

Bewegungsapparates.

Schulterbehandlung

(Endstellung)

M E T H O D E N P O R T R ÄT P R A X I S

19

September 2007 Reflexe


M E T H O D E N P O R T R ÄT P R A X I S

Kniebehandlung

(Manöver A1)

Bei akuten und subakuten Gelenkstö-

Tonusmuster für die Haltung, für die Gelenkstellung

und für Bewegungen bereitzustellen.

Nozizeptive Afferenzen aus den

Strukturen desselben Segments, besonders

aus Gelenk und Muskel, beeinträchtigen

die Propriozeption und die Leistung der

Motoneurone.

Die Folgen lassen sich besonders auffällig

an hypertonen und hypotonen Verspannungen

der segmentalen Muskeln

erkennen. Damit einhergehend sind Koordinationsstörungen

und Bewegungseinschränkungen

durch die Störung der

Biomechanik und des Gelenkspiels zu

Efferenzen, die für Schmerzen, lokale

Durchblutungsstörungen und neurovegetativen

Dystrophien verantwortlich sind.

Besonders deutlich ist die Schmerzverdeckung

bei Dauerschmerzen, die als Rezeptorenschmerzen

von langsam leitenden C-

Fasern zum Rückenmark gelangen.

Indikationen der Manipulativmassage

im Rahmen einer physiologischen

Schmerztherapie

Die wichtigste Indikation für die Manipulativmassage

in der Praxis des Rehabilitationsmediziners

Terrier bildeten die

reversiblen frühen Stadien der Arthrose.

rungen, bei denen mobilisierende Tech-

beobachten. Die segmentale Erregung der

Belastungsabhängige Schmerzen, die zum

niken oder Massagen allein schmerzver-

sympathischen Seitenhornzellen erzeugt

großen Teil von periartikulären Strukturen

20

stärkend und deshalb kontraindiziert sind,

ist ein Behandlungsversuch mit der Mani-

gleichzeitig einen segmental-reflektorischen

Komplex, der an den sich entwi-

gemeldet werden, reflektorische Myotendinosen,

später auch Bewegungsschmerz

pulativmassage zu erwägen. Die in ihrer

ckelnden Reflexzonen abzulesen ist. In

von Weichteilstrukturen, palpable oder

neurophysiologischen Wirkung verwand-

verschiedener Ausprägung und zeitlichem

spontane Insertionsschmerzen bei aktiver

ten mechanischen Reize der Druckmas-

Abstand entstehen Headsche Zonen, Bin-

Bewegung, Anlaufschmerzen sind bei Prä-

sage, der Dehnung und der schonenden

degewebszonen, Muskelzonen, Periost-

arthrosen lange vor dem Nachweis radio-

passiven Mobilisierung ergeben durch

und Insertionszonen.

logischer Arthrosezeichen Ausdruck einer

Reizsummation auch bei einer niedrigen

Periarthropathie, die ohne konsequente

Schmerzschwelle eine wirksame Therapie.

Terrier bezeichnete diese Arbeitsweise

Die Manipulativmassage

Therapie schicksalsmäßig zur Zerstörung

des Gelenkes führt. Ein «Paradegelenk»

als «symbolische Ausführung». Er betonte

auch, daß bei seiner Massage Haut und

Unterhaut nur als «Nebenprodukt» ange-

aktiviert die Propriozeptoren

und hemmt die segmentalen

für die Terrierbehandlung ist das Schultergelenk

und seine von Weichteilstörungen

geprägte Periarthropathie.

sprochen werden, weil die Reizung der

Propriozeptoren des Bewegungsapparates

im Vordergrund steht.

Schmerzreaktionen.

Die auffallend starke und schnell ein-

Das schmerzende, ruhigge-

Massage auf neurophysiologischer

Grundlage

In der modernen Neurophysiologie

fand der wissenschaftlich denkende junge

setzende Schmerzverdeckung der Manipulativmassage

findet ebenfalls eine

neurophysiologische Erklärung durch den

Nachweis von schmerzhemmenden Zellen

im Hinterhorn des Rückenmarks. Die zu-

stellte Gelenk leidet unter

dem Mangel an Funktionsreizen.

Arzt befriedigende Begründungen für sei-

erst von Melzack und Wall beschriebene

Als weitere Heilanzeige erwiesen sich

ne Massage. Die adäquaten mechanischen

Schmerzkontrollpforte wird besonders

Folgezustände von Gelenktraumen, wie

Reize von Druck, Zug, Dehnung, Kompres-

durch Afferenzen der schnell leitenden

z.B. der Distorsion. Hier sind Störungen

sion und Gewebsverformung sprechen vor

Propriozeptoren geschlossen, weil die prä-

der neurovegetativen Regulation als trau-

allem das in Gelenknähe besonders dich-

synaptische Hemmung die Schmerztrans-

matische Entzündung zu beobachten, die

te Netz von Propriozeptoren an, die im

mission zumindest zeitweilig verhindert.

sich im ungünstigsten Fall zur Algodystro-

Dienste der Tiefensensibilität stehen. Die

Damit wird gleichzeitig die segmentale

phie entwickelt. Hier hat die Manipula-

als Muskelspindeln, Sehnenspindeln und

Nozireaktion unterbunden. Entscheidend

tivmassage die Aufgabe, dem Gelenk, das

Mechanorezeptoren der Gelenkskapsel tä-

ist dabei die Dämpfung der sympathischen

durch Schonhaltung und Schmerz behin-

tigen Sinneszellen registrieren und melden

in einem unaufhörlichen Afferenzstrom

die aktuelle Tonussituation der Muskeln

und die Stellungs- und Bewegungsvorgänge

der Gelenke. Die Mechanorezep-

Mobilisierende Massage

toren bilden den Beginn der bahnenden

der LWS in Seitenlage

und hemmenden Muskelsehnenreflexe.

Durch die gemeinsame Fazilitation der

Alpha- und Gamma-Motoneurone in den

Vorderhörnern des Rückenmarks erfüllt

diese Einrichtung die Aufgabe, optimale

Reflexe September 2007


dert wird, ohne zusätzliche Traumatisierung

physiologische Funktionsreize anzubieten.

Terrier beobachtete in Verbindung

mit andauernden Verletzungszuständen

peripherer Gelenke regelmäßig reflektorische

Veränderungen der segmental zugeordneten

Wirbelsäulenabschnitte und gab

deshalb die Empfehlung, die Wirbelsäule

in den Behandlungsplan einzuschließen.

Auch bei anhaltenden neurovegetativen

Störungen nach orthopädischen Operationen

sieht Terrier den Einsatz der Manipulativmassage

neben der Krankengymnastik

gerechtfertigt, um auch hier dem

Gelenk die fehlenden mechanischen Funktionsreize

anzubieten. Besonders in der

frühen postoperativen Nachbehandlung

ist dabei die vorher erwähnte «symbolische»

Durchführung der mobilisierenden

Massage erforderlich.

An dieser Stelle ist mit Bedauern festzustellen,

daß bewährte therapeutische

Massagen, die seit Jahrzehnten Bestandteil

einer komplexen Physiotherapie bei Gelenkerkrankungen

waren, immer seltener in

ärztlichen Behandlungsplänen zu finden

sind. Selbst in der manuellen Therapie

werden Massagen nur in Ausnahmefällen,

etwa als Quermassage an Sehnen oder Insertionen

empfohlen. Dafür nehmen unter

dem Oberbegriff «neuromuskuläre Therapie»

Muskeldehn- und Entspannungstechniken

einen breiten Raum ein. Aktive und

passive Muskeldehnungen, Muskelenergietechniken,

wie die postisometrische Relaxation

oder die reziproke Hemmung von

Antagonisten, werden leider der Massage

zur Beseitigung von muskulären Tonusstörungen

vorgezogen. Damit droht der

dauernde Verlust einer tradierten Behandlungsweise.

Es ist zu hoffen, daß der hohe

therapeutische Wert der Manipulativmassage

in Zukunft erkannt und anerkannt

wird und Bestandteil einer modernen mechanischen

Reflextherapie in der Gelenkund

Wirbelsäulenbehandlung wird.

Prof. E. Senn:

«Die Manipulativmassage

stellt eine der bewährtesten,

komplexesten und logischsten

Techniken dar».

Zum Schluß eine Begriffsklärung: Die

von Terrier für seine Therapieform gewählte

Bezeichnung entstand in einer Zeit, als

unter Manipulieren allgemein jede Art von

passiver Mobilisation verstanden wurde.

Erst später wurde der Begriff Manipulation

für passive Gelenktechniken reserviert, bei

denen die normale Beweglichkeit mit einem

zusätzlichen Bewegungsimpuls überschritten

wird. Typisch dafür sind die ärztlichen

chirotherapeutischen «Handgriffe» an hypomobilen

Zwischenwirbelgelenken. Um

den Verdacht zu vermeiden, eine dem

Arzt vorbehaltene Therapie anzuwenden,

haben wir die Massage mit dem Untertitel

«mobilisierende Weichteiltechnik für Gelenke

und Wirbelsäule» versehen. l

K U R S Z U M T H E M A

Mobilisierende Weichteiltechnik

Manipulativmassage nach Dr. Terrier, Grundkurs

Die in den fünfziger Jahren von Dr. med. J.C. Terrier entwickelte und publizierte Methode der

mobilisierenden Weichteiltechnik stellt eine pragmatische Brücke zwischen der Massage und

der manuellen Therapie dar. Denn, es gibt keine Funktionsstörung eines Gelenkes ohne

Weichteilreaktionen.

t Kursinhalt

l Anatomie in vivo / Palpationstechnik

l Einführung in die neurophysiologischen

Grundlagen

l Einführung in die Physiologie des kollagenen

Bindegewebes

l Einführung in die Wirkungsmechanismen der

Manipulativmassage

l Funktionelle Pathologie in verschiedenen

Regionen

Quelle: Mit freundlicher Genehmigung des Verfassers

und des VPT, des Verbands Physikalische

Therapie, Hamburg. www.vpt-online.de

Dozent René van de Velde, Instruktor für Manipulativmassage nach Dr. Terrier,

Lehrer manuelle Medizin, PT / MT / Ausbildungsleiter IAP

Daten Teil 1: HWS / Gelenke der oberen Extremität

Teil 1/1: Fr. – Sa., 16. – 17. Nov. 2007

Teil 1/2: Fr. – Sa., 14. – 15. Dez. 2007

Teil 2: LWS / Gelenke der unteren Extremität

Teil 2/1: Fr. – Sa., 29. Febr. – 1. März 2008

Teil 2/2: Fr. – Sa., 20. – 21. Juni 2008

Teil 3: Funktionell mobilisierende Massage des Schultergelenkes in

der Seitenlage nach den Gesichtspunkten der Manipulativmassage

/ Refresher

Teil 3: Fr. – Sa., 7. – 8. Nov. 2008

Hinweis Jeder Kursteil kann einzeln gebucht werden. Alle Teile bilden in sich

geschlossene Einheiten

Zeit 9.00 – 12.00 Uhr und 13.00 – 17.00 Uhr

Kursstunden 7 pro Kurstag

Kosten Mitglieder vdms Fr. 195.00 / Nichtmitglieder Fr. 225.00 pro Kurstag

Bekleidung Bequeme Kleidung

Mitbringen Schreibmaterial, 2 grosse Badetücher

Voraussetzung Med. MasseurIn vdms/FA, PhysiotherapeutIn, interessierte Fachpersonen

Teilnehmerzahl max. 20

Anmeldeschluss 4 Wochen vor Kursbeginn

A U T O R

Erich Weiß

(Internationale Arbeitsgemeinschaft für

Manipulativmassage e.V. I.A.F.M.)

Fidel-Kreuzer-Straße 17

D-86825 Bad Wörishofen

www.manipulativmassage.de

l Aspekte der funktionelle Untersuchung /

Behandlung der Dysfunktionen

l Behandlungstechniken / Manöver in den

verschiedenen Regionen

t Kursziel

Die Anwendung dieser Methode als wertvolle

Ergänzung in jedem manualtherapeutischen

Konzept.

M E T H O D E N P O R T R ÄT P R A X I S

21

September 2007 Reflexe


P R A X I S P R A X I S

22

Die Behandlung des sekundären

Armlymphödems nach

Mammaamputation

◗ Peter Volk

Das postmastektomische sekundäre Armlymphödem dürfte das klassische

Krankheitsbild in der manuellen Lymphdrainage- und Ödemtherapie

sein. Wenn jährlich etwa 40000 Frauen in der BRD mit der Diagnose

Mamma-Ca operiert und/oder bestrahlt werden und wenn ca. 10% ein

sekundäres Arm- oder Brustlymphödem bekommen, stellt diese Gruppe

eine große Zahl von Patienten in der ambulanten Lymphdrainagepraxis.

Aber auch Männer können von diesem Schicksal betroffen sein, die Zahl

liegt schätzungsweise bei 1/1000 aller Betroffenen.

Abb. 20 Anlegen einer Kompressionsbandage

Die einzige signifikant nachgewiesene

Therapieform ist bei diesem Krankheitsbild

die manuelle Lymphdrainage- und

Ödemtherapie. Die Basisbehandlung umfasst:

● manuelle Lymphdrainage- und Ödemtherapie

● Hautpflege

● Kompressionsbandage bzw. Kompressionsbestrumpfung

● Bewegungstherapie / Krankengymnastik

Diese Behandlungsmethode wird nach

Dr. Asdonk physikalische Ödemtherapie

oder auch komplexe physikalische Entstauungstherapie

genannt.

Topographische Lymphgefäßanatomie

der Brust- und Armregion

Bei der Lymphgefäßanatomie richten

wir uns nach dem Lehrbuch von Stefan

Kubik, Lehrbuch der Lymphologie (Földi

und Kubik). Die Brust drainiert ihre

Lymphflüssigkeit hauptsächlich zu den

axillären Lymphknoten (ca. 80%-90%),

der restliche Teil drainiert zu den parasternalen

Lymphknoten. Als Abflussnebenwege

sollen hier aber auch der epigastrische

Weg und der supraklavikuläre Weg

genannt werden. Physiologisch sind diese

Abflusswege zwar unbedeutend, doch bei

der Behandlung eines sekundären Mammaödems

werden diese Nebenwege zum

wichtigen Abflussgebiet.

Lymphabfluss aus dem Arm

Beim Lymphabfluss aus dem Arm

unterscheiden wir ein oberflächliches,

subcutanes und ein tiefes, subfasziales

Lymphgefäßsystem. Sie enden beide in

den axillären Lymphknoten. Kennt man

diese Abflusswege, so versteht sich der

Zusammenhang zwischen operativer

Ausräumung der Axilla und dem Entstehen

eines sekundären Armlymphödems.

Folgt nach der Operation zusätzlich eine

Radiotherapie, dann ist die Gefahr eines

«dicken» Armes noch höher. Das gleiche

gilt für eine brusterhaltende Operation.

Der Hauptlymphabfluss der Brust geht zu

den axillären Lymphknoten, werden diese

ausgeräumt, sehen wir manchmal ein

sekundäres Mammaödem. Auch hier erhöht

sich die Häufigkeit bei zusätzlicher

Bestrahlung.

Axilläre Lymphknoten

Die Zahl der Lymphknoten in der Axilla

ist sehr variabel. In der Literatur reichen

die Angaben von 10 bis 50 Lymphknoten.

Erzählt uns bei der Behandlung ein Patient:

«Bei mir wurden 12 Lymphknoten

ausgeräumt», so besagt diese Äußerung

eigentlich noch nicht viel. Hat dieser Patient

von Natur aus 35 Lymphknoten, dann

ist die Zahl der ausgeräumten Knoten

relativ wenig, hat er aber nur 14 Lymphknoten,

so ist die Wahrscheinlichkeit der

Entstehung eines sekundären Armlymphödems

gegeben.

Wichtig für die Behandlung von Armlymphödemen

nach axillärer Dissektion,

mit der manuellen Lymphdrainage, ist die

Tatsache, dass der ganze Körper mit einem

feinen Lymphkapillarnetz überzogen ist.

Dieses Lymphkapillarnetz überbrückt

auch die lymphatischen Wasserscheiden.

Bei ausgeräumter Achselhöhle drainieren

wir mit unseren Lymphdrainagegriffen

über dieses Lymphgefäßsystem zur kontralateralen

Brustseite.

THERAPIE

Grifftechnik der manuellen

Lymphdrainage:

Die Griffe der manuellen Lymphdrainage

sind eine weiche, manuelle Gewebsverformung,

bei der wir den Lymphabfluss

steigern, ohne dabei die Gewebsflüssigkeitsbildung

anzuregen.

Drehgriffe:

Bei den Drehgriffen – die meistens

beidhändig, wechselweise ausgeführt werden

– beschreiben die vier Finger und der

Daumen einen flächigen Kreis in die gleiche

Richtung, deshalb werden diese Griffe

auch «gleichsinnige Daumen-Hand-Kreise»

genannt.

Reflexe September 2007


Schöpfgriffe:

Bei diesen Griffen – die entweder einhändig

oder beidhändig wechselweise ausgeführt

werden – kommt der Daumen den

vier Fingern kreisend flächig entgegen,

deshalb werden diese Griffe auch «gegensinnige

Daumen-Hand-Kreise» genannt.

Quergriffe:

Der Quergriff ist zusammengesetzt, die

eine Hand «schöpft» mit dem Schöpfgriff,

die andere gibt mit einem abgeänderten

Drehgriff «weiter», deshalb nennen wir

Grundsätzlich gilt für Ödemgriffe:

Jeder Griff dauert in der Ausführung so

lange, wie das Ödem unter den Fingern

des Therapeuten spürbar nachgibt. Darin

unterscheiden sich diese Griffe wesentlich

von denen der manuellen Lymphdrainage.

Dort gilt der Grundsatz: Jeder Griff dauert

ca. 1 Sekunde.

Befunderhebung

Vor Beginn der Behandlung wird eine

Befunderhebung durchgeführt; sie besteht

im Wesentlichen aus der Anamnese, der

Abb. 1 Einseitiges Armlymphödem nach

totaler Mastektomie

A R M LY M P H Ö D E M P R A X I S

diesen Griff im Unterricht auch «schöpfen,

Inspektion und der Palpation. Dazu kom-

weitergeben».

men noch einige Zusatztests. Hier nun einige

wenige Punkte der Befundaufnahme:

Stehende Kreise:

Sie werden bei der Behandlung ein-

oder beidhändig, mit 4 neben 4 Fingern auf

Anamnese

Generell stellen sich immer die Fragen:

23

Lymphknoten oder aber auch mit 4 auf 4

«Was empfinden Sie, weshalb kommen

Fingern zur Intensivbehandlung eingesetzt.

Sie in die Lymphdrainagebehandlung,

Abb. 2 Brusterhaltende Mamma-OP

haben Sie irgendwelche Probleme?». Bei

Ödemgriffe:

Die Erfahrung hat bei der Behandlung

der speziellen Befragung des Patienten

interessiert uns besonders, was gemacht

von sekundären Lymphödemen gezeigt,

wurde. Es gibt sehr viele Variationsmög-

dass die Griffe der manuellen Lymphdraina-

lichkeiten bei der Operation. Die totale

ge im Lymphödemgebiet nicht ausreichend

Brustentfernung (Abb.1), die brusterhal-

sind. In der Feldbergklinik Dr. Asdonk,

tende Operation (Abb.2), die Entfernung

der damals ersten und einzigen lympholo-

des Tumorknotens, aber auch die beidsei-

gischen Klinik in Deutschland, haben sich

tige Mammaamputation (Abb.3). Bei allen

am Patienten bei der Therapie die spezi-

Operationsverfahren fragen wir immer

ellen Ödemgriffe entwickelt, welche Frau

nach der Entfernung evtl. von Achsel-

Bartetzko-Asdonk in den frühen 80er Jah-

lymphknoten.

Abb. 3 Doppelseitige Mammaamputation

ren veröffentlichte.

Danach stellt sich die Frage nach der

Ödemverdrängungsgriffe:

Durch langanhaltende flächige Griffe

Bestrahlung. Wer in seiner Lymphdrainagepraxis

Patienten betreut, die vor 30

(manchmal 20- 30 Sekunden), wird der

Jahren bestrahlt wurden, kennt den Un-

ultrafiltrative Anteil der Ödemflüssigkeit

terschied zu denjenigen, welche heute

über eine Steigerung der Reabsorption in

bestrahlt wurden. Heutzutage sieht man

die Blutkapillaren, aber auch über die Fül-

in den meisten Fällen an der Haut keine

lung der Lymphkapillaren beseitigt. Diese

Bestrahlungsanzeichen, man muss den

Griffe werden ein- oder beidhändig ausge-

Patienten danach fragen.

führt und an speziellen Körperstellen z.B.

an Gelenken mit abgeänderten Variationen

angewendet.

Eine Tumortherapie kann auch nur

durch Bestrahlung alleine, ohne Operation

Abb. 4 Operierte Patientin mit Mamma-

Karzinom während der Bestrahlung

durchgeführt werden.

Ödemverschiebegriff

Durch langsam tief eingehende Griffe

soll die eiweißreiche Ödemflüssigkeit

Eine weitere Frage lautet: «Wann war

die Operation und wann die letzte Bestrah-

Es gibt durchaus die

durch -Gewebsspalten entlang fibrillärer

Strukturen verschoben werden, bis die

lung?» Es gibt durchaus auch die Möglichkeit,

während der Bestrahlung (Abb.4)

Möglichkeit, während der

Flüssigkeit von intakten Lymphgefäßen

aufgenommen und mit Hilfe der Lymphva-

oder Chemotherapie zu behandeln. Das

bestrahlte Gebiet wird ausgelassen und die

Bestrahlung oder Chemo-

somotorik weiterbefördert werden kann.

Auch diese Ödemgriffe werden in ver-

gesamte Behandlung im Sinne der Schonung

durchgeführt. Der Therapeut muss

therapie zu behandeln.

schiedenen Ausführungen angewendet.

sich aber, bevor er solch eine Behandlung

September 2007 Reflexe


P R A X I S P R A X I S

Abb. 8 «Schürzengriff» für die Beweglichkeitsprüfung

des Schultergelenks mit Außenrotation

Abb. 9 «Schürzengriff» für die Beweglichkeitsprüfung

des Schultergelenks mit Innenrotation

Abb. 10 Malignes Armlymphödem

beginnt, darüber im Klaren sein, dass der

und Arminnenseite, anschließend fordern

Patient vielleicht vor der Behandlung an-

wir den Patienten auf die Hände hoch zu

ruft, um diese abzusagen. Patienten haben

halten und den Schürzengriff, einmal im

häufig nach der Bestrahlung oder der Che-

Genick (Abb.8) für die Außenrotation und

24

motherapie das Problem, dass es ihnen

«schlecht» ist und eine Behandlung bzw.

einmal hinter dem Rücken (Abb.9) für die

Innenrotation, zu machen.

der Weg zur Behandlung unmöglich ist.

Deshalb wäre in diesen Fällen zu raten, mit

Danach messen wir das Ödem. Bei

Abb. 7 Eindrückbare Dellen bei einem Armlymphödem

der Lymphdrainagebehandlung erst nach

Abschluss der Maßnahme zu beginnen.

einseitigen Lymphödemen messen wir das

Ödemvolumen in Prozent zur gesunden

Seite mit der 2-Punkte-Messung nach Prof.

Eine weitere Frage lautet, ob vielleicht

Kuhnke. Bei beidseitigen Lymphödemen

eine Brustrekonstruktion durchgeführt

messen wir das Volumen einer 4 cm dicken

wurde und. wenn ja, was für ein Material

Scheibe beider Extremitäten. Das Volumen

dabei verwendet wurde, fremdes oder kör-

bestimmen wir aus der Umfangsmessung.

pereigenes? (Abb.5)

Wichtig ist, die Messpunkte genau zu definieren,

um diese, bei den Messkontrollen,

Inspektion

Bei der Inspektion achten wir darauf,

exakt wieder zu finden.

Abb. 6 Einseitige Mastektomie mit Lymphangiosis

carcinomatosa

wie der Patient sich auszieht. Ausweichbewegungen

werden auf diesem Weg sofort

sichtbar, oder der Patient teilt seine

Anzeichen eines malignen Lymphödems

Als Ergänzung zur Befunderhebung

Beschwerden bezüglich seiner Beweglich-

sollen hier noch einige Anzeichen des

keit mit. Asymetrien, Einziehungen, Nar-

malignen Lymphödems (Abb.10) genannt

benverlauf, Hautveränderungen (Ulcerati-

werden:

onen, Hautmetastasen, Röntgenerythem,

Teleangiektasien, Lymphangiosis carcino-

● zentrale Betonung (Schulter-Oberarm)

matosa (Abb.6)) und das Ödemausmaß

● Übergreifen des Ödems auf den

sind einige Punkte, auf die wir achten.

gleichseitigen Rumpfquadranten

● rasche Ödemverschlechterung

Palpation

Bei der Palpation achten wir zuerst

● fortschreitende Armplexusschädigung

● verstärkte Venenzeichnung an der

Abb. 5 Brustrekonstruktion mit M.-latissimusdorsi-Schwenklappen-Technik

auf die Hauttemperatur. Danach wird das

Ödem durchgetastet. Die unterschied-

Armwurzel

● venöser Umgehungskreislauf der

Bei der Palpation achten

lichen Ödemkonsistenzen – weich, teigig,

hart –, können Dellen eingedrückt werden

Schulter

● Überwärmung des Ödems

wir zuerst auf die Haut-

(Abb.7), oder gibt es Gewebsfibrosen sind

für die Behandlung von Bedeutung.

● Lymphangiosis carcinomatosa

● vergrößerte Lymphknoten

temperatur. Danach wird

Bei den Zusatztests achten wir u.a.

● sichtbare Metastasen

das Ödem durchgetastet.

auf allfällige sensible oder motorische

Störungen, sowie das Bewegungsausmaß

des Schultergürtels. Zunächst ein Händedruck

mit überkreuzten Händen, dann ein

Streichen über die Haut der Armaußen-

Reflexe September 2007


Abb. 11 Basisbehandlung: Stehende 4-Fingerkreise

im «Terminus»

Therapie des sekundären

Armlymphödems

Die Therapie des sekundären Arm-

Abb. 12 4-Fingerkreise von der betroffenen zur

gesunden Brustseite

2. Das Barrierengebiet, die Unterbrechung

des Lymphflusses, zwischen Ödemund

Abflussgebiet: Mit abgeänderten Grif-

Abb. 13 «Regenerationsgriff» in der Achselhöhle

sen im Bereich der Jugularis-Lymphknotenkette,

der Akzessorius-, der occipitalen,

prae- und retroaurikulären Lymphknoten-

A R M LY M P H Ö D E M P R A X I S

lymphödems nach Mammaamputation

fen, im Sinne der Schonung, wird z.T. mit

ketten wird die Hals- oder «Basisbehand-

hat grundsätzlich immer den gleichen

Behandlungsaufbau und dauert normaler-

kleinen, feinen Kreisen die Regeneration

gefördert. Ziel ist die Überbrückung für

lung» durchgeführt.

25

weise laut Kassenverordnung 45 Minuten.

den Lymphabfluss aus dem Ödemgebiet.

Durch die operative Abflussunterbre-

Grundsätzlich heißt, dass es bei diesem,

chung der betroffenen Axilla muss die ge-

zum Teil auch sehr kompliziertem Krank-

3. Das Ödemgebiet: Mit den Griffen der

sunde Brustseite deren Funktion überneh-

heitsbild, natürlich auch Ausnahmen gibt.

manuellen Lymphdrainage und den spe-

men, deshalb folgt jetzt die Behandlung

Bei zusätzlich erforderlichen Bewegungsü-

ziellen Ödemgriffen wird die mehr oder

der gesunden Brust.

bungen, Wundversorgung oder Kompressi-

weniger eiweißreiche Ödemflüssigkeit be-

onsbandagierung, um nur einige Beispiele

seitigt.

Entsprechend dem Ergebnis der Be-

anzuführen, kann die Behandlung auch 60

Minuten dauern, auch der Behandlungsaufbau

kann in speziellen Fällen variieren.

Patient in Rückenlage

● Halsbehandlung von vorne

funderhebung wird die betroffene Brustseite

behandelt. Die Narbe ist dabei ein

wichtiges Kriterium für einen suffizienten

Sollten die Patienten zusätzliche schwere

● Behandlung der gesunden Brustseite

Lymphabfluss. Es gibt die unterschied-

radiogene Schäden, Plexusparesen, Lymph-

● Behandlung von der betroffen zur

lichsten Narbenführungen und -beschaf-

angiosis carcinomatosa usw. oder zusätz-

gesunden Brustseite

fenheiten: Verschiebbar und durchgängig,

liche internistische Erkrankungen haben,

● Behandlung der betroffenen Brustseite

hart und mit dem darunterliegenden Ge-

so wird eine stationäre Behandlung in

● Behandlung des betroffenen Arms

webe verbacken oder aber kaum zu sehen

einer lymphologischen Klinik unumgänglich.

Die Nachbehandlung kann dann wiederum

in der ambulanten Lymphdrainage-

Patient in Bauchlage

● Nackenbehandlung

und zu tasten. Eventuell ist eine spezielle

Narbenbehandlung erforderlich.

praxis durchgeführt werden.

● Behandlung der gesunden Rückenseite

Mit großflächigen stehenden 4-neben-

Behandlungsablauf

Bei der Behandlung des sekundären

● Behandlung von der betroffenen zur

gesunden Rückenseite

● Behandlung der betroffenen Rücken-

4-Fingerkreisen behandeln wir von der betroffenen

Seite über die sagittale Wasserscheide

zur gesunden Brustseite (Abb.12).

Armlymphödems handelt es sich um eine

seite

Die gleichen Wege werden mit wechsel-

sogenannte Drei-Stufen-Behandlung:

● Nachbehandlung des betroffenen

weisen Drehgriffen wiederholt. Über die

Arms

Intercostal- und Parasternalräume versu-

1. Das Abflussgebiet, zwischen dem

chen wir den zusätzlichen Lymphabfluss

Venenwinkel oder der Area jugulosubcla-

Die Kontaktaufnahme geschieht durch

in die Tiefe zu fördern.

via: Hier wird mit den Griffen der manu-

flächige Ausstreichungen im Halsbereich

ellen Lymphdrainage die Lymphvasomo-

und mit stehenden 4-Finger-Kreisen im

Bei der Behandlung des ödematisier-

torik im Lymphabflussgebiet angeregt, um

Bereich des Venenwinkels, nach Vodder

ten Arms muss darauf geachtet werden,

die Lymphflüssigkeit aus dem Ödemgebiet

auch «Terminus» genannt (Abb.11), be-

dass keine Griffe in die ausgeräumte und/

besser aufzunehmen und dem Blutkreis-

ginnen wir den Hauptlymphabfluss zu

oder bestrahlte Achselhöhle durchgeführt

lauf zuzuführen.

«öffnen». Mit großflächigen 4-Finger-Krei-

werden. Lediglich die Regenerationsgriffe

zu Beginn der Armbehandlung werden in

der Achselhöhle durchgeführt (im Unterricht

weise ich immer auf den schon grammatischen

Unterschied hin: «Wir arbeiten

nicht in die, sondern in der Achselhöhle!»)

(Abb.13). Alle Griffe am Oberarm umge-

September 2007 Reflexe


P R A X I S P R A X I S

26

Abb. 14 4-neben-4-Fingerkreise zwischen

Axilla und «Terminus»

Abb. 15 Wechselweise Drehgriffe am

Oberarm

Abb. 16 Rundumödemgriff

hen die Axilla, die Therapie erfolgt über

das laterale, cephale Lymphgefäßbündel

zum Venenwinkel. Überall, wo es bei der

Behandlung des Armes sinnvoll ist, werden

Ödemgriffe in den Behandlungsablauf

mit eingebaut. (Abb. 14. 15. 16)

Der Patient dreht sich auf den Bauch,

wir beginnen mit der Nackenbehandlung:

Mit flächigen, stehenden 4-Finger-Kreisen

im Bereich des «Terminus» (Abb.17), des

Nacken-Hinterhaupts und der Schulterkante

beginnt die Behandlung von hinten. Es

folgt, analog zur Behandlung von vorne,

die Vorbehandlung der gesunden Rückenseite

und mit großflächigen Griffen von

der betroffenen zur gesunden Rückenseite

über die sagittale Wasserscheide. Über die

Intercostal- und Intervertebralräume versuchen

wir wiederum einen zusätzlichen

Abflussweg in die Tiefe zu fördern.

Zuletzt wird der ödematisierte Arm

noch einmal nachbehandelt, mit großflächigen,

tiefeingehenden Griffen, und, falls

erforderlich, mit Ödemgriffen wird besonders

der Oberarm behandelt (Abb.18).

Nach der manuellen Lymphdrainage

folgt entweder die Kompressionsbandagierung

(Abb.19) oder das Anziehen des

Kompressionstrumpfes (Abb.20, S.22). Bei

der Versorgung mit einem Kompressionsstrumpf

muss darauf geachtet werden, dass

es sich um einen maßgefertigten Kompressionsstrumpf

handelt. Er muss flachgestrickt

sein mit Naht. Gewöhnlich reicht

die Kompressionsklasse 2, bei Lähmung

darf die Klasse 1 wegen der fehlenden Sensibilität

nicht überschritten werden.

nachts gibt es spezielle Nachtstrümpfe,

oder aber der Patient benutzt einen «alten

ausgedienten» Armstrumpf, der nicht

mehr so stramm am Arm sitzt. In der Kompressionsbestrumpfung

oder in der Kompressionsbandage

werden die Bewegungsübungen

durchgeführt. Die Kompression

wirkt auf die Skelettmuskulatur als Widerlager.

Bei jeder Muskelkontraktion im betroffenen

Arm wird die Lymphflüssigkeit

in den Lymphgefäßen den Klappen folgend

weitertransportiert.

Patienteninformation unerlässlich

Zum Abschluss dieses Artikels soll

noch erwähnt werden, dass wir Therapeuten

während einer Behandlungsserie

die Patienteninfo nicht vernachlässigen

dürfen. Es ist erstaunlich, wie wenig manche

Betroffene über die Entstehung eines

Armlymphödems wissen; sie kennen die

Verhaltensmaßnahmen im Alltag nicht

und sind deshalb meistens dankbar, mit

jemandem, der kompetent ist, über dieses

Thema zu sprechen. Die Deutsche Gesellschaft

für Lymphologie hat ein Merkblatt

für armlymphödemgefährdete Patienten

erstellt. Unter www.dglymph.de kann im

Internet Kontakt aufgenommen werden. l

Literaturhinweis

Eigene Aufzeichnungen beim Unterricht

von Herrn Dr. Asdonk 1979 -1984 im

Lehrinstitut für Lymphologie an der

Feldbergklinik.

Földi, M., Lehrbuch der Lymphologie, S.

Kubik (Hrsg), Urban & Fischer

Herpertz, Ulrich, Ödeme und Lymphdrainage,

Schattauerverlag

Peter Volk

Abb. 17 Stehende 4-Fingerkreise im «Terminus»,

Behandlung von hinten

Es gibt Armstrümpfe mit separatem

Handteil oder aber als Ganzes gefertigte.

Der Kompressionshandschuh kann mit

oder ohne Fingerling gestrickt werden. Für

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D-79297 Winden i.E.

Es ist erstaunlich, wie

wenig manche Betroffene

über die Entstehung eines

Armlymphödems wissen.

Abb. 18 Nachbehandlung des ödematisierten

Oberarms

Abb. 19 Patientin mit Kompressionsarmstrumpf

Reflexe September 2007


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5. Windener Lymphtag

Die Arbeitsgemeinschaft manuelle

Lymphdrainage veranstaltet zusammen

mit der Deutschen Gesellschaft

für Lymphologie am 10. November

2007 den 5. Windener Lymphtag in der

Festhalle in Winden im Elztal, Ortsteil

Niederwinden. Das zentrale Thema ist

«Das dicke Bein».

Wie bei den ersten Lymphtagen beginnt

der Vormittag nach der Eröffnung

der Industrieausstellung um 8.30 Uhr

mit den Workshops. Die Anatomie der

Blut- und Lymphgefäße der unteren Extremität

und des Beckens sind die ersten

Programmpunkte. Apparative Diagnoseverfahren

und die große Frage, ob mit der

manuellen Lymphdrainage Krebszellen

gestreut werden können, schließen die erste

Workshopgruppe ab.

Die 2. Gruppe ist unterteilt und erfährt

den Unterschied, den es beim Anlegen

einer Kompressionsbandage, bei unterschiedlichsten

Ödemen, zu beachten gibt.

Außerdem wird noch eine Venengymnastik

gezeigt.

Durch den Wechsel der Gruppen können

wieder alle Teilnehmer an allen Workshopthemen

mitbekommen.

Nach der Mittagspause beginnen die

Fachvorträge, wobei der erste Beitrag für

alle Anwesenden ein unvergessliches Erlebnis

sein wird.

Den Ductus thoracicus werden wir

in einem Sonographiefilm in Vivo sehen.

Danach werden die häufigsten Ödeme

mit ihrer Entstehung und Therapie vorgestellt.

Das arterielle-, das venöse- und

das Lymph ödem aus angiologischer Sicht,

sowie alle, an der unteren Extremität, vorkommenden

Ödeme.

Ebenfalls zu den Ödemen der unteren

Extremität gehört das Genitalödem,

welches zuerst aus ärztlicher und dann

aus therapeutischer Seite abgehandelt

wird.

Gegen 17.30 Uhr wird die Tagung beendet

sein, Eintrittspreis beträgt Fr. 45,–.

Wie in den vergangenen Jahren konnten

wir wieder namhafte Referenten für

unsere Veranstaltung gewinnen. l

KONTAKT

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Aktivierung der

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Ortho-Bionomy, der Begriff bedeutet

«nach den Regeln des Lebens

arbeiten». Sie ist eine Weiterentwicklung

der Osteopathie.

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Der Begründer, der Anglokanadier Arthur

L. Pauls, lehrte die Methode zunächst in

den USA. Nach einer Einladung nach Genf

im Jahre 1984 verbreitete sich die Ortho-

Bionomy von der französischen Schweiz

aus ins Tessin, nach Frankreich, Deutschland,

Österreich und Italien. Im Kanton

Waadt lag der erste regelmäßige Seminarort.

Zum Jahreswechsel 1993/1994 gründeten

wir in Rottenburg bei Stuttgart

(etwa 2 Std. von Zürich) mit dem Deutschen

Institut für Ortho-Bionomy das erste

deutsche Fortbildungszentrum um der

Ausbildung in Ortho-Bionomy® zu therapeutischen

Zwecken einen festen organisatorischen

Rahmen zu geben. Unsere Berufe

als klinisch erfahrene Sozialarbeiterin

und als naturheilkundlich orientierter Arzt

haben die Inhalte und Strukturen mit beeinflusst.

Nach einigen Zwischenstationen wurde

im April 2006 ein lang gehegter Traum

wahr. Am Metzelplatz 5 konnten wir in

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in der Praxis und im Institut zusammenführen.

Die Ortho-Bionomy

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liegt darin, dass sie konsequent die Ressourcen

des Menschen nutzt, seine Fähigkeiten

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Zeichen einer Kompensation sein – zum

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verstanden werden. Der Mensch ist dann

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Um die Ortho-Bionomy einem größeren

Publikum bekannt zu machen haben

wir mit großen Fachverlagen, der Thieme-Gruppe

und dem Springer-Verlag,

eine Reihe von Lehrbüchern zu Themen

türlich das Angebot der regulären Ausbil-

näre Fachtagungen und Seminare mit neu-

der Ortho-Bionomy veröffentlicht. Neben

dung zum diplomierten Ortho-Bionomy

rophysiologischen und Reflextechniken,

dem Lehrbuch der weichen manuellen

Behandler. Die Vollausbildung umfasst

zu denen auch die neurolymphatische Re-

Techniken, sind bisher u. a. die «Kraniosa-

mindestens 38 Tage und steht allen In-

flextherapie gehört. Mit der Lehrstätte für

krale Therapie», die «Neurolymphatische

teressent/Innen offen. Die Themen sind

Fußreflextherapie nach Marquardt bieten

Reflextherapie» und als letztes Buch «Dy-

weit gespannt und reichen von der struk-

wir seit vielen Jahren Spezialkurse für Or-

namische und energetische Techniken» er-

turellen Behandlung des Bewegungsap-

tho-Bionomy am Fuß an.

schienen. Daneben haben wir im Institut

parates über kraniosakrale und viszerale

Neben den eher ortho-bionomy-spezi-

Themenbroschüren aufgelegt. Neu ist das

Techniken hin bis zu so genannten energe-

fischen Themenkursen für die Behandlung

lebendige Forum auf unserer Homepage,

tischen Aspekten. Selbstverständlich kann

der Schulter, der Beckenregion, der Faszien

das dem fachlichen Austausch der Teil-

man nur einen Teil der Seminare zur eige-

und inneren Organe etc. finden Sie bei uns

nehmer und Interessenten dient.

l

nen beruflichen Fortbildung besuchen.

Seminare zur Schock- und Trauma-Arbeit,

Sechs mal im Jahr besteht die Mög-

zur Advanced Energy Psychology und der

lichkeit in die Ausbildung einzusteigen.

Sie haben dabei die Wahl zwischen den

Wochenend- und den 4-tägigen Wochenseminaren.

Nach der Erfahrung der letzten

Jahre empfehlen wir wenn möglich die

Wochenseminare zu wählen, da man dabei

leichter und tiefer in die Arbeit findet.

In unserer Institutsbroschüre erfahren Sie

alles über Inhalte und Struktur der Kurse.

dynamischen Wirbelsäulentherapie nach

Popp.

Bedeutsam ist für manche auch die

rechtliche Anerkennung der Kurse als

berufliche Fortbildung für selbstständige

Masseure, Ergotherapeuten, Physiotherapeuten

und Ärzte. Bisher wurden unsere

Kurse auch vom schweizerischen EMR

KONTAKT

Deutsches Institut für Ortho-Bionomy

Michaela Wiese und

Dr. med. Klaus G. Weber

Metzelplatz 5

D-72108 Rottenburg

Tel. 0049-7472-24796

e-mail: info@ortho-bionomy.de

www.ortho-bionomy.de

September 2007 Reflexe


W E I T E R B I L D U N G 2 0 0 8 V E R B A N D

32

Weiterbildungen 2008

Die Weiterbildungsbroschüre 2008 Spiraldynamik, zur Trigger-Punkt-Therapie,

des vdms liegt seit Mitte September 2007

vor. Der vdms setzt in seinem Programm

vom kommenden Jahr auf Bewährtes

und Neues, Fortbildungen von wenigen

Tagen und mehrtägige, umfassende Ausbildungen.

Schwerpunkt ist etwa die Ausbildung

zum Ayurveda-Therapeuten, die

am 11. Januar 2008 startet und in Aarau

und Zürich stattfindet. Ein weiteres Novum

sind der Impuls-Tag und die Impuls-

Abende. Hier wird ein buntes Kaleidoskop

an Themen präsentiert.

Der Interessierte darf sich aber auch

zur Progressiven Muskulären Ent-

spannung nach Jacobson oder zur Craniosacral-Therapie

freuen. Etliche Kurse

stehen im Dienst der psychologischen

Kompetenzen eines Medizinischen Masseurs.

Doch dies ist längst nicht alles.

Lassen Sie sich überraschen – der vdms

hält für Sie 2008 134 Tage und 6 Abende

mit spannender Weiterbildung bereit! Falls

Sie die Weiterbildungsbroschüre des vdms

noch nicht erhalten, da Sie nicht auf dem

Verteiler stehen, melden Sie sich beim Sekretariat

oder schauen Sie vorbei auf:

auf bewährte Kurse wie etwa jenen zur www.vdms.ch, Weiterbildung l

vdms setzt Impulse

Impuls-Tag, Samstag, 9. Februar 2008

Fort- und

Weiterbildungen

vdms verband der medizinischen masseure der schweiz

B E W Ä H R T E S N E U E S E N T D E C K U N G I M P U L S

2008

Fort- und Weiterbildungsbroschüre 2008:

Bewährtes trifft auf Neues.

Der vdms will Impulse setzen und

auf seine Arbeit als Berufsverband Medizinischer

Masseure bei Kunden und Patienten

aufmerksam machen. Der Vorstand

hat daher einen Impuls-Tag und vdms-Impuls-Abende

ins Leben gerufen, welche

im kommenden Jahr stattfinden werden.

Zudem möchte er mit verschiedenen Organisationen

auf dem Platz Aarau, aber auch

mit den Inserenten einen sogenannten Impuls-Kreis

bilden, dessen Mitglieder für die

Abendvorträge werben würden. Impuls-

Tag wie Impuls-Abende stehen letztlich

auch im Dienst der Mitgliederwerbung.

t Die Referate im Überblick

Wie erkläre ich jemandem was Farbtherapie

ist?!?

Im Vortrag werden die Teilnehmenden

l einen kurzen theoretischen Einblick in die

Geschichte erhalten

l Goethes Farbenkreis kennen lernen

l Spielerisch mit Farben in Kontakt kommen

l Erfahrungen sammeln und austauschen

l Anregungen und Tipps erhalten für den

Hausgebrauch

l Differenzieren können zwischen therapeutischem

Einsatz und Hausgebrauch und

möglicherweise mit neuer Lust auf Farben

nach Hause zurückkehren

Wie unser Denken unser «Dasein und

Sosein» bestimmt

Interessante Zusammenhänge zwischen un-

Ab 8.30 Uhr Begrüssungskaffee

09.00 Uhr Musikalische Begrüssung

09.15 – 10.45 Uhr Farbtherapie: Wie erkläre ich jemandem was Farbtherapie ist?!?

Referentin: Marianne von Weissenfluh

10.45 – 11.00 Uhr Pause

11.00 – 12.30 Uhr Wie unser Denken unser «Dasein oder Sosein» bestimmt

Referent: Dr. med. Jürg Hess FMH

12.30 – 14.00 Uhr Kleiner Imbiss (offeriert vom vdms)

Besuchen Sie während der Mittagspause die umfangreiche

Produkteausstellung unserer Inserenten und profitieren Sie

von den Spezialangeboten!

14.00 – 15.30 Uhr Gemmotherapie

Referent: Jo Marty, Präsident Biochemischer Verein

15.30 – 15.45 Uhr Pause

15.45 – 17.00 Uhr Krankheit oder Gesundheit, kein Gegensatz

Referent: Dr. G. Spring, Physiker und Sportcoach

Kursstunden Der Tag wird mit 6 Weiterbildungsstunden bestätigt

Kosten inkl. Mitglieder vdms Fr. 80.00 / Nichtmitglieder Fr. 135.00

Mittagsimbiss *Begrüssungsmitglieder Fr. 47.00

*(Neumitglieder ab 1.9.2007 bis 31.1.2008)

Aussteller und Inserenten kostenlos als Treue

serer Hirnfunktion, unseren Denkmustern und

körperlichen Ausdrucksformen in Form von

Krankheiten.

In diesem Vortrag wird die Hirnentwicklung

von der Embryonalanlage bis zum Erwachsenenalter

sehr differenziert dargestellt. Es wird

detailliert aufgezeigt, welche wichtigen Einflüsse

schon in der Schwangerschaft und dann besonders

in der Kindheit und Pubertät von aussen

auf unser Gehirn einwirken. Was passiert und

resultiert, wenn wichtige Entwicklungsschritte

nicht oder nicht richtig vollzogen werden? Welche

Entwicklung gesellschaftlicher, individueller

und krankheitsbedingter Vorkommnisse unserer

Zeit ist auf solche gestörten oder unvollendeten

Gehirnentwicklungen zurückzuführen?

Was können Eltern, Pädagogen, Therapeuten,

Verantwortliche im weitesten Sinne

steuern oder der richtigen Regulation zuführen?

Was können die Perspektiven der Zukunft sein

und was würde dies für eine Umgestaltung

unseres Denkens heissen?

Reflexe September 2007


Wie wirkt sich der Konsum der Bildschirmmedien

(Fernsehen, Video, Computer) auf die

Gehirnentwicklung der Kinder aus? Wie beeinflusst

er das Gehirn eines Erwachsenen? Sind

«neue» Krankheitsbilder wie ADS, Allergien,

Soziopathie, Burnout-Syndrom etc. Folgen einer

falschen oder ungenügenden Verschaltung

unserer Netzwerke im Gehirn und haben wir

deshalb so «hilflose» Lebensmuster entwickelt?

Diese und viele weitere interessante

Fragen und Perspektiven werden an diesem

Vortrag beleuchtet und nach einer möglichen

Antwort gesucht.

Impuls-Abende 2008

Montag, t Intelligente Kinder, schlechte Schüler: Einfluss der Ernährung auf

11. Februar 2008 mentale Leistung, Konzentration, Lernausdauer etc.

Referent: Jo Marty

Montag, t Visuelle Wahrnehmungsstörungen: Irlen-Syndrom

17. März 2008 Referent: Fritz Steiner, Irlen Diagnostiker

Montag, t Am liebsten beides – Entscheidungen sinnvoll treffen

28. April 2008 Referent: Lukas Niederberger

Dienstag, t Was kann Homöopathie?

27. Mai 2008 Referentin: Bernadette Furrer

I M P U L S – A B E N D E 2 0 0 8 V E R B A N D

Gemmotherapie

Pure Heilkraft und Stimulanz aus Pflanzen- und

Baumknospen seit ca. 50 Jahren in Frankreich,

Belgien unter Fachkreisen populär, bei uns erst

wenig eingesetzt.

In der Gemmotherapie werden vorwiegend

Knospen und andere teilungsaktive Pflanzengewebe

als Tonikum oder Therapeutikum

eingesetzt. In den frischen, jungen Geweben

der Pflanzen stecken Lebens- und Wachstumskräfte,

die reinigend, ausleitend, regulierend

und anregend wirken. Die enorme Vielfalt von

spezifischen Wirkstoffen, die zum Teil in den

Blättern und Blüten fehlen, enthalten Gemmomittel

z.B. das gesamte genetische Programm

der Pflanze wie Wachstumsfaktoren (Auxine,

Gibbereline usw.), Nukleinsäuren, sehr energiereiche

Phosphatverbindungen, Karbon- und

Aminosäuren. Diese Stoffe sind am Aufbau des

Pflanzenkörpers beteiligt und können mit den

Mineralien, Spurenelementen, Flavonoiden,

Gerb- und Bitterstoffen, kräftige Impulse im

menschlichen Organismus vermitteln.

Donnerstag, t Der Kick für’s Immunsystem: Möglichkeiten der erfolgreichen

25. Sept. 2008 und einfachen Unterstützung des Immunsystems

Referent: Dr. Rau, Chefarzt, Paracelsusklinik, Biolog. Medizin

Donnerstag, t Erfolg in der Kommunikation

30. Oktober 2008 Referent: Jean-Paul Anderhub, ASK-Coach

Anmeldung Wir sind Ihnen dankbar für Ihre Online-Anmeldung!!

Kursstunden Es werden pro Vortrag 2 WB-Stunden bestätigt

Zeit 19.30 – 21.30 Uhr inkl. Zeit für Fragen

Kosten Mitglieder vdms Fr. 15.00 / Nichtmitglieder Fr. 20.00

vdms-Impuls-Kreis Fr. 15.00 / Inserenten kostenlos

Die Kosten sind an der Abendkasse zu bezahlen

gie und Pathologie: Der menschliche Körper als

«neutraler Organismus», der auf unterschiedliche

Einflüsse reagieren kann, seine ganz

eigene Intelligenz bewahrt, die unabhängig zu

unseren subjektiven Empfindungen stehen. Die

Weisheit des Körper basiert auf verschiedenen

Strategien, die je nach unseren Verhaltensweisen

Im Impuls-Referat wird aufgezeigt, wie die

Körper-Verstandes-Dualität (Body-Mind-Relation)

und deren Kybernetischen Zusammenhänge

ablaufen. Dazu erläutert der Referent

einige elementare Verhaltensweisen und

Möglichkeiten, was wir tun können, damit unser

Organismus diejenigen «Programme» wählt,

«gestartet» werden.

damit wir uns vital und wohl fühlen.

l

33

In der Schweiz gibt es mittlerweile ca. 40

Gemmomittel. Ihr Einsatz reicht vom Schnupfen

bis zum «pflanzlichen Cortison». Die Mittel sind

sehr einfach in der Anwendung, wirken in aller

Regel rasch und werden von allen Anwendern

gut vertragen. Die Gemmotherapie ist eine

zukunftsweisende, schonende Behandlungsform,

die sich mit allen andern Therapien ideal

kombinieren lässt. Der Referent ist einer der

wenigen in der Schweiz, der die Möglichkeiten

der Gemmotherapie seit längerem kennt, Daten

zu dieser bewährten, einfachen Therapie von

Therapeuten und Ärzten sammelt und in Seminaren

die Ergebnisse seiner Arbeit weiter gibt.

Krankheit oder Gesundheit, kein Gegensatz,

sondern Überlebensstrategie des Körpers

Eine nicht alltägliche Sichtweise über Physiolo-

Ihr VDMS-Partner für

alle Versicherungsfragen.

AXA Winterthur

Hauptagentur Raymond Gerzner

Centralstrasse 4, 2540 Grenchen

Telefon 032 654 22 82

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I N S E R AT

September 2007 Reflexe


V O R S TA N D / M I TG L I E D E R V E R B A N D

■ Neuorganisation Vorstand

Mitglieder

für Mitglieder

Der vdms bekennt Farbe und leitet

Massnahmen ein, die ihn als modernen

Berufsverband, der den vielfältigen

Aufgaben gewachsen ist, profilieren.

Dabei ist er auf die Mitarbeit seiner

Mitglieder angewiesen.

mic. Jürg Mast, Verena Bühler, Christine

Bühler, Andrea Hess und Paola Giannini

Sidler heissen die Mitglieder, die sich bis-

sen. Jürg Mast bearbeitet im Auftrag des

Vorstands das Dossier Lohnempfehlungen

/ Behandlungstarife. Ziel ist, aufgrund

von umfassenden Daten zu Arbeitsbedingungen

und Lohnstruktur Richtlinien

für Behandlungstarife und Lohnempfehlungen

abgeben zu können, die sich an

der Realität orientieren.

Verena Bühlers Mitarbeit steht im Zeichen

wissenschaftlicher Recherche. Ihr

Engagement fokussiert wissenschaftliche

Untersuchungen, die auch für den Medizinischen

Masseur von Interesse sind.

In Andrea Hess fand der Vorstand

die öffentlich zugänglich sind, prüft. Ziel

ist, dass der Verband über eine aktuelle,

möglichst umfassende Datenbank verfügt,

die gezielt für Mailings genutzt werden

kann. Es geht darum, möglichst viele Therapeuten

über die Angebote des vdms zu

informieren.

Christine Bühler liefert wertvolle Inputs

zum Thema Weiterbildung und steht

mit der Ressortverantwortlichen Heidi

Winterberg in Kontakt.

Bereits seit längerem berät Paola Giannini

Sidler den Verband in Strategiefragen.

Ferner ist sie Mitglied der Arbeitsgruppe

lang für konkrete Aufgaben gewinnen lies-

ein Mitglied, das Adressverzeichnisse,

Medizinischer Masseur.

l

34

vdms bei der Prophylaxe, Bern

Am 30. Juni 2007 stellten Heidi Winterberg,

Vizepräsidentin vdms, und

Beatrice Widmer, Sekretariat vdms, den

Verband im Prophylaxe-Gesundheitsund

Schulungszentrum vor, dies auf

Einladung der Prophylaxe hin.

Das Schulungszentrum Prophylaxe AG besteht

seit 1985. Es fördert die Ausbildung von pflichtbewussten

Masseuren und Masseurinnen, die

Weiterbildung von Masseuren und bietet Seminarveranstaltungen

im Bereich alternativer und

präventiver Gesundheitsvorsorge an. Es legt Wert

auf die lerngerechte Ausbildung fach-, sach- und

sozialkompetenter Medizinischer Masseure/

innen FA und ebensolcher Berufsmasseure.

Seit November 1999 ist der Schulungsbereich

durch die SQS nach ISO 9001 zertifiziert, im

INFORMATIONEN

Wir wurden von der Schulleiterin,

Annette Schelker, und einer motivierten

Abschlussklasse freundlich empfangen.

Gerne nutzten wir die Gelegenheit, den

vdms und unser gesamtes Dienstleistungsangebot

zu präsentieren. Vor allem zu

Oktober 2002 folgte die eduQua-Zertifizierung.

Der Schwerpunkt des Schulungszentrums liegt

in erster Linie auf der Ausbildung Medizinischer

Masseurinnen und Masseure mit Fähigkeitsausweis.

Das Ausbildungsprogramm der Prophylaxe

ist seit dem 29. Juni 2006 definitiv vom Schweizerischen

Roten Kreuz anerkannt. Die Grundausbildung

ist in Module aufgeteilt, welche sich nach

individuellen und eigenen Lernzielen zusammenstellen

lässt.

Prophylaxe

Gesundheits- und Schulungszentrum AG

Niesenweg 4

3012 Bern

Telefon 031 302 44 50

www.prophylaxe-bern.ch

den Themen Berufspolitik, EMR und der

Zusammenarbeit mit anderen Berufsverbänden

haben die angehenden Berufsleute

kritische Fragen gestellt. Wir durften den

Schülerinnen und Schülern Verbandsunterlagen,

je einen Geschenkgutschein im Wert

von Fr. 100.– sowie ein kostenloses Jahresabonnement

unserer Reflexe – Zeitschrift

für physikalische Therapie überreichen.

Seit unserem Besuch haben zehn von

14 TeilnehmerInnen des Lehrganges Klasse

A04 die Prüfung erfolgreich bestanden.

Im Namen des vdms heissen wir die soeben

diplomierten Medizinischen Masseure

und Masseurinnen FA im Berufsstand

ganz herzlich willkommen und wünschen

ihnen viel Erfolg und Befriedigung in ihrer

Tätigkeit.

Wir bedanken uns bei Annette Schelker

für den sympathischen Empfang und

wünschen ihr und ihrem Team weiterhin

viel Erfolg und Motivation.

Heidi Winterberg, Vizepräsidentin vdms

Beatrice Widmer, Sekretariat vdms

Kurznachrichten

vdms – OdA MM

Seit dem 29. Juni 2007 ist der vdms

Mitglied der OdA MM, die sich als breit

abgestützte Trägerschaft für die Interessen

der Medizinischen Masseure einsetzt.

● Ergänzung

In der Rubrik Politik & Praxis der Juni-

Ausgabe der Reflexe publizierten wir einen

Text zur Arbeitsgruppe OdA MM. Der Artikel

wurde uns von der AG Berufsbildung

MM zur Verfügung gestellt (pd ist das offizielle

Kürzel für Pressedienst).

vdms – Europäische Akademie für

Ayurveda

Am 23. Juni 2007 nahmen Vizepräsidentin

Heidi Winterberg und Beatrice

Widmer, Sekretariat vdms, am Tag der offenen

Tür der Europäischen Akademie für

Ayurveda in Zürich teil. In interessanten

Vorträgen, etwa zu den Themen Essen im

Ayurveda, Tradition und Technik der ayurvedischen

Ölmassage oder Ayurveda und

Burnout, und Gesprächen lernten sie Vertreterinnen

und Vertreter sowie Dozenten

der Europäischen Akademie für Ayurveda

kennen, mit welcher der vdms im Herbst

den Lehrgang zum Ayurveda-Therapeuten

startet.

l

Reflexe September 2007


Einfach nur schön…

vdms-Mitglied André Benoit

André Benoit hat sich 15 Jahre nach

seiner Ausbildung zum Medizinischen

Masseur selbständig gemacht. Mittlerweile

ist der 55-Jährige 100 Tage

sein eigener Meister und kommt zum

Schluss: «Es ist einfach nur schön».

Lesen Sie mehr über den ehemaligen

Floristen, der über Umwege zur Medizinischen

Massage fand und heute im

«Gwächshuus» in Hedingen und in der

Strafanstalt Böschwies arbeitet.

mic. André Benoit blickt, wie so mancher

Medizinische Masseur, auf einen ungewöhnlichen

Werdegang zurück: Einst

Florist, dann Gastronom und schliesslich

Medizinscher Masseur. Sein Interesse für

manuelle Therapie weckte die Reflexzonentherapie

am Fuss. Als es darum ging,

einen Entscheid zugunsten des Gastgewerbes

oder der Massage zu fällen, fiel die

Wahl auf die Massage. «Da machst Du also

schnell die Ausbildung zum Medizinischen

Masseur beim vdms», habe er sich gesagt.

Aber hoppla: schnell ging es dann doch

nicht. Es waren drei anspruchsvolle Jahre

Ausbildung, die er 1992 abschloss. Dann

stand er da, ohne Stelle. Ins Gastgewerbe

zurück wollte er nicht. Also, was nun?

Was man von sich weist...

Per Zufall, so es denn diesen gibt,

fand André Benoit ein Stelleninserat, angeschlagen

beim vdms. Darin suchte das

Spital Limmattal in Schlieren einen Medizinischen

Masseur. Ins Spital wollte er

eigentlich nicht, wiewohl er in der Zwischenzeit

im Waidspital in Zürich gearbeitet

hatte. Die Selbständigkeit war es, was

ihm vorschwebte. Dennoch: er ging hin,

bekam die Stelle und siehe da: es gefiel

dem frischgebackenen Masseur. Na ja,

dachte er, ein Jahr ist das schon okay. Es

wurden allerdings 14 Jahre daraus, wohl,

weil er gut ins Physioteam integriert gewesen

sei und ein Optimum an Selbständigkeit

genossen habe.

Die grosse philosophische Frage

Vor fünf, sechs Jahren dann die grosse

philosophische Frage, welche er zusammen

mit einem befreundeten Ehepaar diskutierte:

Was kann man in unserem Leben

noch machen, von ihm noch erwarten

(André Benoit war damals 50 Jahre alt)?

Die Kollegin und Benoit waren sich einig:

man wollte sich irgend einmal selbständig

machen. Es vergingen wieder Jahre, bis

dieser Wunsch endlich Formen anzunehmen

begann. Das Gewächshaus in Hedingen

wurde in einen Gewerbebau umfunktioniert.

Für dieses Projekt fingen Andre

Benoit und seine Bekannte Feuer. Mit viel

Verzögerung konnten die Therapeuten

dieses Jahr ihre Räumlichkeiten beziehen.

André Benoit blickt nun auf 100 Tage Selbständigkeit

zurück und kommt lachend

zum Schluss: «Es ist einfach nur schön!».

Endlich könne er sich für seine Patienten

ausreichend Zeit nehmen.

Spannende Aufgabe in Strafanstalt

Böschwies

Seit bald 10 Jahren arbeitet der Medizinische

Masseur zudem in der Strafanstalt

Böschwies. Zu diesem Job sei er wie die

«Jungfrau zum Kind und wieder über den

vdms» gekommen, sei diese Stelle doch

beim vdms in Aarau ausgeschrieben gewesen.

Das Stichwort Böschwies sagte ihm

nichts; aus «Gwunder» habe er sich in der

Strafanstalt beworben, denn eine Stelle

suchte er ja nicht. Nach einem zweistündigen

Gespräch mit dem Direktor bekam

er die Stelle in der Abteilung Suchtproblematik.

Da seine Chefin im Spital Limmattal

meinte, dass er «dorthin passe», konnte

er sein Pensum auf 70% reduzieren. Es

sei eine spannende Aufgabe, die er in der

Strafanstalt wahrnehme, erklärt André Benoit.

Kochen & Wandern

Wo findet der fröhliche André Benoit

denn einen Ausgleich zu seiner Arbeit?

«Im Kochen und Wandern!» antwortet er.

Er sei ein passionierter Koch, der oft tagelang

in seiner kleinen Küche stehe. Mit

seinen kulinarischen Kreationen erfreue

er Freunde, die sich gerne bei ihm an den

Tisch setzten. Benoit liebe es, dann jeweils

den Tisch besonders zu dekorieren. Wenn

ein Florist am Werk ist, dürfte auch die

Dekoration ein Fest der Sinne werden...

Genauso, wie er Gesellschaft liebe,

mache er gerne ganz allein ausgedehnte

Wanderungen. Er geniesse dann die Stille

und beobachte die Natur, nehme diese mit

allen Sinnen wahr.

Stärken & Schwächen

Der Medizinische Masseur mit dem

herzerfrischenden Lachen bezeichnet seinen

Beruf als einer der schwierigsten, die

er bislang kennengelernt habe, da jener

körperlich und psychisch fordere. «Eine gewisse

Gelassenheit», die ihm eigen ist, ist

sicher entscheidend, wie er sich den Anforderungen

des Berufs stellt. Eine Schwäche

sei allerdings die mangelnde Geduld mit

sich selber. Mit seinen Mitmenschen habe

er eine Engelsgeduld, bloss mit sich hapere

es. Doch es seien mittlerweile Fortschritte

auszumachen, meint er lachend. l

I N F O R M AT I O N E N

Physiotherapie / Medizinische Massage /

Kosmetik im Gwächshuus

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8908 Hedingen

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Med. MasseurInnen FA SRK

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Therapie bei erfahrenen Instruktoren der David G. Simons Academy, DGSA

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P O R T R ÄT V E R B A N D

35

I N S E R AT

September 2007 Reflexe


K U R S E 2 0 07 V E R B A N D

36

Ausbildungslehrgang zur/m

Ayurveda-Therapeuten

Ayurveda gilt als eine der ältesten Therapiemethoden zur

Gesunderhaltung des Körpers und des Geistes sowie der Seele.

t Kursinhalt

l Theorie und Praxis: Grundlagen Ayurveda

l Ganzkörpermassage mit Abhyanga in 3- und

7-Stellungen

l Diagnose und Marma-Anatomie für Therapeuten

l Rückenmassage und -therapie

l Fuss- und Kopfmassage (Padabhyanga)

l Schmerztherapie und Syndrombehandlung

l Ernährungs- und Präventionskonzepte

l Ausleitende Massagetechniken mit Seidenhandschuhen,

Kräuterpulvern und -beuteln

l Bauchmassage, emotionale Begleitung,

Supervison

l Ölgüsse für Kopf und Körper, Supervison,

individuelle Behandlungsstrategien

t Kursziel

Die TeilnehmerInnen werden die ayurvedischen

Therapie-Behandlungen kompetent

und erfolgreich in den Praxisalltag integrieren

und individuelle Behandlungsstrategien umsetzen

können.

Dozenten Dr. med. Kalyani Chopra, Siegfried Heilscher, Hans Rhyner,

Jinendra Furrer, Dr. med. Uwe Kehnscherper, Kerstin Rosenberg,

Siegfried Heilscher (Garshan, Udvarthana Pinda sveda)

Daten Teil 1: 11. Januar – 13. Januar 2008

Teil 2: 11. Februar – 14. Februar 2008

INFOABEND Teil 3: 28. März – 31. März 2008* * Unterricht findet

Ayurveda- Teil 4: 9. Mai – 10. Mai 2008 gemeinsam

Lehrgang Teil 5: 28. Juni – 29. Juni 2008 mit der AMTC7

Montag, Teil 6: 23. August – 25. August 2008* in Zürich statt,

26. Nov. 2007 Teil 7: 9. Oktober – 11. Oktober 2008 die restlichen

19.00 Uhr Teil 8: 29. November – 30. November 2008 Ausbildungstage im

Teil 9: 22. Januar – 24. Januar 2009 vdms in Aarau

Kursstunden 182 (ganzer Ausbildungslehrgang)

Kosten Mitglieder vdms Fr. 5‘200.00 / Nichtmitglieder Fr. 6’500.00

plus Fr. 400.00 Prüfungsgebühren

Bekleidung Bequeme Arbeitskleidung (enganliegend)

Mitbringen Schreibmaterial

Voraussetzung Med. MasseurIn vdms / FA, PhysiotherapeutIn,

interessierte Fachpersonen

Teilnehmerzahl max. 18, vdms-Mitglieder haben Vorrang

Anmeldeschluss 6 Wochen vor Ausbildungsbeginn

■ Beckenbodentraining – Stabilität aus der Mitte

Herzliche Gratulation!

Am 28. Juni 2007 schlossen Eva Lea Glatt,

Brigitte Honegger, Kathrin Müller mit Bravour

den vdms-Kurs Beckenbodentraining

– Stabilität aus der Mitte ab. Dozentin

Judith Krucker-Manser, die seit Jahren

Beckenboden-Kursleiterinnen nach dem

BeBo®-Konzept ausbildet, wird auch im

kommenden Jahr den Kurs Beckenbodentraining

– Stabilität aus der Mitte beim

vdms anbieten, und zwar am 28.-29. August

(Teil 1), 30.-31. Oktober (Teil 2) und

am 27. November 2008 (Teil 3, Prüfung).

BeBo ® -Ausbildung

pd. Die BeBo®-Ausbildung zum/zur

dipl. Beckenboden Kursleiter/-in wird

seit 1996 angeboten. Sie ist ein Güte- und

Markenzeichen für eine fundierte Ausbildung

für Fachleute. Mit den Fachbüchern

«Entdeckungsreise zur weiblichen Mitte»

und «Die versteckte Kraft im Mann» ist es

BeBo® Gesundheitstraining gelungen, die

Grundlage für qualitativ hochstehende

Kurse zu gewährleisten.

Die Ausbildung zum/zur dipl. Beckenbodenkursleiter/in

nach dem BeBo®

Konzept richtet sich an Personen aus den

Fachgebieten Geburtshilfe, Therapie, Training

und Gesundheit. Im Anschluss an

die Ausbildung besteht die Möglichkeit,

ein abwechslungsreiches Weiterbildungsprogramm

zum Thema Beckenboden/ Beckenbodentraining

zu besuchen.

Das bewährte BeBo® Konzept ist klar

und verständlich strukturiert, deshalb einfach

zu erlernen und nachvollziehbar in

der Anwendung und beim Unterrichten.

Unterstützt mit verschiedenen Lernme-

thoden gelingt der Weg vom theoretischen

Wissen zur praktischen Anwendung.

Ziel ist, mit der Ausbildung einen

massgeblichen Beitrag in der Prävention

zum Thema Beckenboden und Inkontinenz

zu leisten.

Fachabschluss

Mit dem Abschluss der Diplomausbildung

sind Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer

befähigt, Beckenbodenkurse nach

dem BeBo®-Konzept zu leiten. Die Absolventen/-innen

können mit entsprechenden

Zusatznachweisen in der Schweiz die

Krankenkassenanerkennung (Qualitop)

beantragen.

l

I N F O R M AT I O N E N

BeBo® Verlag & Training GmbH

Judith Krucker-Manser

Friedackerstrasse 52

8050 Zürich

Telefon +41 (0)44 312 30 77

Telefax +41 (0)44 312 30 55

info@beckenboden.com

www.beckenboden.com

Reflexe September 2007


Neues im Kursangebot bis Jahresende

■ 7. Dezember 2007

Dysfunktionen des

zervikothorakalen Übergangs

Der zervikothorakale Übergang kann

als mögliche Quelle für Zervikoradikulopathien,

Nacken-, Schulter-, Ellbogenschmerz,

aber auch für den oberen

thorakalen Schmerz oder Schmerzen im

periscapulären Bereich in Betracht gezogen

werden (Maigne 2000). Schmerzen in

diesem Übergangsbereich sind meist multifaktoriell.

Daher werden komplexe Behandlungsansätze,

die biomechanisches

Verständnis, pathomechanisches Wissen

und neuromuskuloskelettale Therapiekonzepte

verbinden, eingesetzt.

Der Workshop vermittelt anatomische

und pathoanatomische Eigenschaften des

zervikothorakalen Übergangs sowie biomechanische

Kenntnisse. Schmerzsyndrome

dieses Bereichs werden hinsichtlich

ihrer lokalen Symptome und solcher in

weiter entfernten Gebieten erörtert und

diskutiert.

Im praktischen Teil werden wir Techniken

zur Behandlung sowohl muskulärer

als auch neuromuskulärer Dysfunktionen

vorstellen und üben. Die Kursteilnehmer

lernen, die Ausgangsstellung best möglich

an dem aktuellen Zustand des Patienten

und an sein Problem anzupassen. Dadurch

können das Behandlungsergebnis

optimiert und Progressionen während der

Behandlung vorgenommen werden.

Zeit, um Anwendungen und Auswahl

der Techniken zu diskutieren, steht zur

Verfügung. Dabei wird der klinische Entscheidungsprozess

mit seinem wissenschaftlichen

Hintergrund gefordert und

gefördert.

Dozentin: Birgitt Wilhelm, Bachelor of Physiotherapy,

Master of Muskuloskeletal studies

K U R S E 2 0 07 V E R B A N D

37

■ 23. – 24. November 2007

Regulation des Immunsystems

durch Reflexzonentherapie

Die körpereigene Abwehr entscheidet ein am Fuss

Leben lang über Gesundheit und Krankheit.

Unser Immunsystem ist ein hochkomplexes

«Organ» – scheinbar ohne

Zentrale, chaotisch, autark. Die Zellen des

Immunsystems bilden jedoch eine Art «biologische

Demokratie» mit Billionen von

Zellindividuen, die untereinander kommunizieren

und Steuerungsprozesse vernetzt

und autonom lenken. Exogene wie auch

endogene Faktoren beeinflussen unsere

Abwehrkräfte in hohem Masse.

Die Reflexzonentherapie am Fuss als

Ordnungstherapie vermag Prozesse gezielt

zu steuern. An diesem Seminar werden

die Teilnehmenden mit der komplexen Behandlung

am Fuss im Zusammenhang mit

Immunstörungen vertraut gemacht.

Das Ziel dieser Fortbildungstage ist die

Erweiterung der therapeutischen und persönlichen

Kompetenz sowie die Qualitätssicherung

der RZF-Methode.

Dozent: Reto Haag-Lamp, Med. Masseur

FA, Erwachsenenbildner FA, Fachlehrer

für physikal. und komplement. Therapie

t Kursinhalt

l Reflektorische Lymphbehandlung am Fuss

l Bimanuelles Arbeiten, erweiterte Grifftechnik

l Kollaterale und kontralaterale Behandlung in

den Reflexzonen

l Erfahrungsaustausch

t Kursziel

l Vollständige reflektorische Lymphbehandlung

am Fuss

l Erweitern der Professionalität und Fachkompetenz

l Zonensicherheit

■ 25. – 26. November 2007

Ödeme im

Kopfbereich

Die Kopflymphödeme nach Krebserkrankungen

und deren operative und radiotherapeutische

Behandlungen sind für den

Therapeuten in der ambulanten Lymphdrainagepraxis

immer eine grosse Herausforderung.

Die Kopfbehandlung, welche

in manchen Fällen auch eine Mundinnendrainage

umfasst, wird auch bei einer

Vielzahl anderer Krankheitsbilder angewandt.

t Kursthemen

l Intra- und extracranialer Lymphabfluss,

l Krankheitsbilder im Kopfbereich, bei denen

die Manuelle Lymphdrainage zum Einsatz

kommt,

l der Behandlungsplan und Behandlungsaufbau,

l Bewegungsübungen für den Gesichts- und

Kopfbereich,

l Behandlungsabläufe üben,

l wiederholen der Mundinnendrainage

Dozent: Peter Volk, Physiotherapeut und

Fachlehrer für Lymphdrainage und

Ödemtherapie

Weitere Kurse

sind unter

www.vdms.ch

› Weiterbildung

abrufbar.

September 2007 Reflexe


R E B O U N D I N G V E R B A N D

38

Von Cape Canaveral

nach Udligenswil

Wie der Zufall es wollte, flatterten eines

Tages Kursunterlagen zum Rebounding

in den Briefkasten Helene Stolls. Spontan

entschloss sie sich, einen Schnuppertag

zu besuchen. Von diesem Tag an

liess Rebounding die Medizinische Masseurin

aus Udligenswil (LU) nicht mehr

los. Seit Jahren gibt Helene Stoll mittlerweile

selber Kurse in Rebounding, beim

vdms am 29. und 30. November 2007,

und tut es so der NASA gleich...

mic. Helene Stoll besuchte Supervisionen

im Chi-Zentrum in Dietikon, vor allem bei

Birgit Buschmann, die zusammen mit Ingrid

Luginbühl als Vorreiterin des Reboundings

in der Schweiz bezeichnet werden

kann. «Ich habe die beiden immer wieder

angehalten, doch eine fundierte Ausbildung

in der Schweiz anzubieten», erklärt

Stoll. Vier, fünf Jahre später war es dann

soweit: das Chi-Zentrum schrieb eine einjährige

Ausbildung in Rebounding aus.

Seit Jahren organisiert inzwischen auch

Helene Stoll laufend Kurse und Seminare

in Rebounding, in ihrer Praxis, aber auch

bei Banken und anderen Unternehmen.

t Kursinhalt

l Aufbau eines sicheren Fundaments

l richtige Haltungs- und Bewegungskoordination

l Vertrauen in den eigenen Körper

l richtiges Atmen, Verbessern des Gleichgewichtes

l im Fluss sein mit sich

l Herz-Kreislauf-System aktivieren

Methode

Auf dem Rebounder, einem speziellen

Minitrampolin, werden Gleichgewicht und

Koordination (Zusammenspiel der beiden

Gehirnhälften) spielerisch gefördert. und

Herz-Kreislauf-System, Lymph- und Immunsystem

sowie die Lungentätigkeit in

ihrer Funktion angeregt und unterstützt.

Forschungsergebnisse der amerikanischen

Weltraumbehörde NASA, welche die Methode

entwickelt hat, haben gezeigt, «dass

Rebounding die effizienteste und gleichzeitig

gelenkschonendste Trainingsmethode

ist, um fit und gesund zu werden und

zu bleiben», so das Chi-Zentrum, Dietikon,

auf seiner Webseite. Noch heute werde mit

Rebounding die Grundkondition der Astronauten

trainiert, fügt Helene Stoll an.

v d m s – K U R S Z U M T H E M A

Rebounding-Kurs 29. / 30. Nov. 07

l Verspannungen lösen und den Energiefluss

aktivieren

l gezieltes Krafttraining für Fuss-, Bein-,

Beckenboden- und Oberkörpermuskulatur

l Ausdauer u. Durchhaltevermögen trainieren

l das Lymphsystem aktivieren und Entgiftungs-

und Entschlackungsprozess unterstützen

l Reboundmassage

Dozentin Helene Stoll

Daten Donnerstag – Freitag, 29. – 30. November 2007

Zeit 10.00 – 12.00 Uhr und 14.00 – 17.00 Uhr

Ort vdms, Schachenallee 29, 5000 Aarau

Kosten Mitglieder vdms Fr. 300.00 / Nichtmitglieder Fr. 350.00

Bekleidung Bequeme Kleidung, Trainer und Baumwollsocken

Teilnehmerzahl max. 14

Anmeldeschluss 4 Wochen vor Kursbeginn

Reboundtrainerin

Helene Stoll

setzt seit

vielen Jahren

erfolgreich auf

Rebounding.

Den Weg nach Europa habe Rebounding

über Schweden und Deutschland

schliesslich in die Schweiz gefunden. Eine

Erfolgsbewegung wie heute Pilates es sei

habe Rebounding vielleicht vor 15-20 Jahren

erlebt, jedoch nie im gleichen Ausmass

wie Pilates. Dennoch finde die Methode

mehr und mehr Eingang in die Therapiepraxen;

so habe das UniSpital Zürich oder

die Klinik Gais den Rebounder für therapeutische

Zwecke angeschafft, und länger

je mehr fände man jenen auch in Physiotherapiepraxen,

ergänzt Helene Stoll.

Zielgruppe

Rebounding eigne sich für jung und

alt, Sportler und Patienten gleichermassen,

führt Helene Stoll aus. Rebounding

sei aufgrund ihrer Erfahrungen ein wichtiger

Bestandteil ihrer Therapiemassnahmen

geworden, so Stoll weiter. Lachend

meint sie, dass ein Rebound-Trampolin

ein originelles Geburtsgeschenk sei, das

man auch im hohen Alter noch brauchen

könne. Als Baby nämlich helfen die feinen

Schwingungen bei Magenkrämpfen, im

Alter trainiere es das Gleichgewicht.

Besonders Patienten, die an Diskushernie-Problemen,

an Kniebeschwerden

oder Herzproblematiken litten, fänden

im Rebounding ein ganzheitliches, schonendes

Training, das letztlich den ganzen

Körper ins Lot bringe. Oft gehe sie, so die

Medizinische Masseurin weiter, bei sehr

verspannten Patienten erst einmal auf den

Rebounder. Dabei lege sich der Patient auf

das Mini-Trampolin, das sie nun stehend

mit sanften Bewegungen ins Schwingen

bringe. Anschliessend sei dann eine manuelle

Therapie möglich. Sie staune täglich

immer wieder aufs Neue, welche Möglichkeiten

im Rebounder steckten, meint Helene

Stoll. Dass auch die Patienten der Reboundtrainerin

von der Methode angetan

sind, beweist die Tatsache, dass gewisse

seit 8-10 Jahren regelmässig in die Therapie

mit dem Rebounder kommen. l

Reflexe September 2007


Fort- & Weiterbildungen vdms 07

■ 21. – 22. September

Halswirbelsäulen-Distorsionstrauma

■ 27. September

Low-fat-Diät versus Low-carb-Diät

■ 28. September

Management von Schwindel

und Gleichgewichtsstörungen

■ 17. – 21.Oktober

Brüggertherapieausbildung WZFB und Orthopädischer

Rückenschulleiter(Teil1/2)

■ 19. – 20. Oktober

So führe ich meine Praxis zum Erfolg

■ 21. Oktober

So finde ich eine Stelle als medizinische

Masseurin / medizinischer Masseur

■ 22. – 23. Oktober

Tui Na – Behandlung für Rücken und

Becken

■ 26. – 27. Oktober

SIG und seine benachbarten Strukturen

Hüfte und LWS

■ 29. – 30. Oktober 2007

Spiraldynamik (Aufbaukurs)

■ 1. – 2. November

Wirbelsäulentherapie nach Dorn und

Breuss-Massage (Zusatzkurs)

■ 3. November

CPR-Refresher

■ 5.-6. November

Lymphologische Kompressionsverbände

in der ambulanten Praxis

■ 10. – 11. November

Röntgenbilder (Aufbaukurs)

■ 12. November

Was ist Phytotherapie?

■ 16. – 17. November

Mobilisierende Weichteiltechniken

nach Dr. Terrier (Grundkurs – Teil 1)

■ 23. – 24. November

Regulation des Immunsystems durch

Reflexzonentherapie am Fuss

■ 25. – 26. November

Ödeme im Kopfbereich

■ 26. November

Infoveranstaltung zum vdms-Weiterbildungslehrgang

Ayurveda-Therapeut/in

Ausbildungsbeginn: 11.1.2008 (s.S. 36)

■ 29. – 30. November

Was ist Rebounding?

■ 30. November – 1. Dezember

Elektrotherapie:

Mit «Spannung» erwartet...

■ 7. Dezember

Dysfunktionen des zervikothorakalen

Übergangs

■ 14. – 15. Dezember

Mobilisierende Weichteiltechniken

nach Dr. Terrier (Grundkurs – Teil 2)

■ 11. Januar 2008

Beginn der Ausbildung zum Ayurveda-

Therapeuten / zur Ayurveda-Therapeutin

(Details Seite 36)

■ 11. – 12. Januar 2008

Wirbelsäulentherapie nach Dorn und

Breuss-Massage (Aufbaukurs)

WICHTIGE INFOS

Anmeldeschluss für sämtliche Kurse:

4 Wochen vor Kursbeginn

Anmeldung und Kursbeschreibungen unter

www.vdms.ch. Oft hat es noch einige Plätze

frei. Erkundigen Sie sich, selbst wenn der

Anmeldeschluss vorbei ist!

Bestellen Sie unser Fort- und Weiterbildungsprogramm

2008!

Links

Weitere Kurse unter

www.vdms.ch

Deutsche Gesellschaft für Ortho-

Bionomy ® e.V.

www.ortho-bionomy-deutschland.com

Deutsches Institut für Ortho-Bionomy ®

www.ortho-bionomy.de

Emotional Freedom Techniques (EFT) TM

www.erich-keller.de

www.eft-info.com

www.iasag.ch

I.A.F.M. Internationale Arbeitsgemeinschaft

für Manipulativmassage e.V.

www.manipulativmassage.de

Schweizerischer Verband der Ortho-

Bionomy ® / Association Suisse

d‘Ortho-Bionomy ®

www.ortho-bionomy-ch.ch

Kongresse & Co.

■ 20. bis 22. September 2007

31. Jahreskongress der DGL

Ort: Phillips-Universität Marburg www.unimarburg.de.

Infos: www.dglymph.de

■ 30. September 2007

Weltherztag

■ 8. – 9. November 2007

Nationales Pflegesymposium

Ort: SPZ/GZI Nottwil.

■ 10. November 2007

5. Windener Lymphtag

Thema: «Das dicke Bein». Ort: Festhalle

Niederwinden, Elztal (Details S. 30).

■ 23. – 24. November 2007

Den Fokus im Gesamten erkennen

– Vernetzung im modernen Wundmanagement.

Ort: St. Gallen, Olma-

Messegelände. Infos: www.novamed.ch

■ 7./8. März 2008

II. Symposion Gehirn und Körper:

Embodiment – Die Verkörperung von

Erfahrung (Details S. 9).

■ 19. April 2008

Generalversammlung des vdms

Impuls-Tag des vdms

■ 9. Februar 2008

Mit Vorträgen u.a. zur Farbtherapie,

Gemmotherapie und Neurobiologie.

Ort: vdms, Schachenallee 29, Aarau.

Zeit: 8.30 – 17.00 Uhr (Details S. 32).

Impuls-Abende des vdms

■ 11. Februar 2008

Intelligente Kinder, schlechte Schüler:

der Einfluss der Ernährung auf

mentale Leistung, Konzentration,

Lernausdauer etc. Referent: Jo Marty.

■ 28. April 2008

Am liebsten beides –

Entscheidungen sinnvoll treffen.

Referent: Lukas Niederberger.

■ 27. Mai 2008

Was kann Homöopathie?

Referentin: Bernadette Furrer.

■ 25. September 2008

Der Kick fürs Immunsystem: Möglichkeiten

der erfolgreichen und einfachen

Unterstützung des Immunsystems.

Referent: Dr. med. Thomas Rau.

■ 30. Oktober 2008

Erfolg in der Kommunikation.

Referent: Jean-Paul Anderhub.

A G E N DA V E R B A N D

39

September 2007 Reflexe


Neues Therapieprinzip gegen Schmerzen:

«Pain Relief Technique»

mit Leukotape ® K

✗ Schmerzausschaltung durch Störsignale

und durch Entstauung

✗ Sehr gute Erfolge – auch bei

chronischen Schmerzen!

✗ Patientengerecht und patientenfreundlich

Basiskurs: Philosophie und Konzept, Wirkungen und Besonderheiten,

Materialkunde, verschiedene Anlagetechniken (Muskel-, Ligament-,

Korrektur- und Fascientechnik), spezielle Krankheitsbilder (Diagnostik und

Symptome): Achillodynie/Wade, Oberspanngelenk, Lendenwirbelsäule,

Halswirbelsäule, Haltungsfehler, Kniegelenk.

Aufbaukurs (Voraussetzung für die Teilname ist der vorgängige Besuch des

Basiskurses): Wiederholung der 10 wichtigsten und häufigsten Tapeanlagen,

Tapen von speziellen Krankheitsbildern (Wadenkrämpfen, Spreiz-, Senkund

Plattfuss, Hallux valgus, Runners Knee, Kopf- und Nackenschmerzen

(M. splenius), Asthma, Frozen Shoulder.

Referenten: Manuel Deucher, dipl. Sportphysiotherapeut SPT, Experte SFCV

und Kursleiter SAFS und Christian Keller, dipl. Physiotherapeut und S-E-T

Instruktor.

Preis und Leistungen: Fr. 400.–/Kurs. 15 Stunden Unterricht inkl. Tapematerial,

Schulungsdokumentation, Tape-Schere, Zertifikat, Snacks und

Getränke in den Pausen.

Annullation: Bis 14 Tage vor Kursbeginn entstehen keine Kosten, ab

14 Tagen bis 1 Tag werden 50 % der Kurskosten belastet. Bei einer

Abmeldung ab 24 Stunden vor Kursbeginn oder Nichterscheinen werden

die gesamten Kurskosten verrechnet.


Ich melde mich für folgenden LEUKOTAPE ® K «Pain Relief Technique» Kurs verbindlich an (bitte ankreuzen):

Basiskurse in Burgdorf: ❐ Sa/So, 4./5. August 07 (wenige Plätze frei) ❐ Fr/Sa, 12./13. Oktober 07

Basiskurse in Dübendorf: ❐ Sa/So, 27./28. Oktober 07 ❐ Fr/Sa, 23./24. November 07 ❐ Fr/Sa, 7./8. Dezember 07

Aufbaukurs in Burgdorf: ❐ Fr/Sa, 28. und 29. September 07

Kursdaten im 2008: ❐ Senden Sie mir die neuen Kursdaten (ab November verfügbar)

Name: Vorname: Strasse / Nr.:

PLZ / Ort: Kd.-Nr.: Telefon:

FAX: Datum: Unterschrift:

Einsenden:

SIMON KELLER AG, Lyssachstr. 83, 3400 Burgdorf, Tel. 034 420 08 00, Fax 034 420 08 01, E-Mail: info@simonkeller.ch

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